-1 J.; '"/Ht-lrhit.,'. ■ /* 9 O V D R He De St K m 3 JAHRGANG • TAGBLATT FÜR BODENSEE ■ SCHWARZWALD UND DAS OBERE DONAUGEBIET • NUMMER 1 Erscheint vorerst Oienstag and Freitag Adresse: Konstanz, Rosgartenstr. 12 Telefon-Anschlüsse: Redaktion und Verlag Nr. 924, 925, 1130, 1510, 1511 KONSTANZ FREITAG 3. JANUAR 1947 Einzelpreis 30 Pfg Abonnement bei der Post 1,74 M., durch Träger 1,60 M Anzeigenannahme durch alle Geschäftsstellen and Agenturen des Südkurie: ■t i§. Hg Berliner Spiegel Telegramm unseres Berliner A.G. -Korrespondenten Berlin. Zu Beginn des neuen Jahres ist ein starkes Bestreben deutscher politischer Kreise spürbar, Klarheit über die außenpolitische Linie zu finden. Die Neujahrspresse spiegelt dabei zunächst erhebliche Gegensätze der Auffassungen wider, sodaß die Bildung einer gemeinsamen Haltung bis zum Beginn der Londoner Vorkonferenz kaum möglich erscheint. Am weitesten in ihrer programmatischen Stellungnahme geht die SED-Presse, deren Zentralorgan „Neues Deutschland" gegen die jetzige Situation in den Westzonen den Vorwurf erhebt dort versuche die reaktionäre Bourgeoisie, Deutschland meistbietend zu versteigern durch ein Aufteilen in bay- fiäche und andere partikularistische Kleinstaaten. Die Zeitung verlangt auch für die %• Westzonen gesetzliche Möglichkeiten, gegen Kriegsverbrecher und Saboteure des Wie- r ; - deraufbaues vorzugehen und danach das Recht Deutschlands, Herr im eigenen Haus rr zu sein. Insbesondere nimmt das Blatt Stel- * lung gegen ehe drohende*Ueberfremdung der % Industrie. iä Gleichzeitig warnt der CDU-Vorsitzende -?■ Jakob Kaiser in einem Artikel im Partei- , Organ „Neue Zeit" vor einseitiger Option. 5v : Der Gedanke der Vereinigten Staaten Europa pas bringe die Gefahr einer Trennungslinie quer durch Deutschland mit* sich. Deutsch- fr lan-ds Aufgabe sei nicht die Entscheidung für einen West- oder Ostblock, sondern Verständigung und Ausgleich zwischen den Völkern. Die CDU-Zeitung und der sozialdemokratische „Telegraf" stimmen in der Auffassung überein, daß das neue Jahr die Wiederzulassung der Sozialdemokratischen Partei in der Ostzone bringt. Beide Blätter bringen die Erwartung zum Ausdruck, dsß das neue Jahr die Entwicklung zu einem politisch und wirtschaftlich einheitlichen Deutschland als Voraussetzung für einen Neuaufbau und eine allmähliche Gesundung unseres Volkes bringen möge. Debatten um die Kontrolle der Atomenergie Barucfas Fünfpunkte-Plan von der Atomkraft-Kommission angenommen Lake Success. Bei der Eröffnung der Sitzung des Atomenergie-Ausschusses der Vereinten Nationen wandte sich der sowjetische Delegierte Andrej Gromyko gegen den amerikanischen AtomkontroP- plan, der von Bernhard Baruch vorgelegt worden war und erklärte, dieser stehe „im Widerspruch zu den Prinzipien der Vereinten Nationen”. — Gromyko sagte, Baruchs Vorschlag auf Ausschaltung des Vetorechts bei einem internationalen Vertrag über die Atomenergie sei nicht mit der UN-Charte zu vereinbaren. Abschließend versicherte Gromyko, die UdSSR sei bereit, die Mehrheitsregel in der Verwaltung der Kontroll- und Inspektionsorgane für die Atomkraft anzuerkennen, sie verlange jedoch, daß jeder einzelne Artikel des amerikanischen Vorschlags geprüft werde, um die „erforderlichen Aenderun- gen“ unter Berücksichtigung des Plans der sowjetischen Delegation vornehmen zu können. Nach eingehender Erörterung des Berichtes durch verschiedene Delegierte schritt der Vorsitzende. Manuel Sandoval Vallarta (Mexiko), zur namentlichen Abstimmung. Die Kommission beschloß mit zehn Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen (UdSSR und Polen) dem Sicherheitsrat den Bericht über die Kontrolle der Atomkraft in seiner gegenwärtigen Fassung zu übermitteln. Fünf grundlegende Empfehlungen Der amerikanische Bericht enthält fünf grundlegende Empfehlungen im Hinblick auf die Schaffung eines „starken und umfassenden internationalen Kontroll- und Aufsichtssystems” auf Grund eines für alle Mitgliedstaaten der UN bindenden Konventionsvertrags. Er schlägt vor, auf Grund eines Vertrages eine internationale Frankreich erhält eine konstitutionelle Regierung Wahl des Präsidenten der Vierten Republik Paris. Am 16. Januar wird in Ver- I tionalversammlung, kandidieren werden, eailies der erste Präsident der vierten | — Nach dem Wiederzusammentritt des französischen Republik von beiden Häu- | Parlaments (am 14. 1.) müssen neben dem aem Frankreichs, der Nationalversamm- j lung und dem Rat der Republik, gewählt. ! Mit der Wahl des Präsidenten wird Frank- j reich zum erstenmal seit Juni 1940 wieder j eine konstitutionelle Regierung haben, j Sollte der erste oder zweite Wahlgang j keine absolute Mehrheit von 448 Stimmen j für einen Kandidaten ergeben, so ist im j dritten und letzten Wahlgang nur eine ' ' einfache Mehrheit erforderlich. Die Stellung und Machtbefugnisse des Präsidenten, so wie sie in der Verfassung , f festgelegt sind, haben ebenso wenig Be- deutung, wie es in der dritten Republik i der Fäll war. Der Präsident unterzeichnet | 'die Gesetze, die ihm von der Nationalver- der von der Regierung verfügten Senkung der Preise der industriellen und landwirtschaftlichen Produkte um 5°/o, die sofort in Kraft tritt. Er erklärte, daß die Regierung für eine allgemeine Innehaltung der Preisherabsetzungen besorgt sein werde. Damit jedoch der Enderfolg nicht Behörde einzusetzen, der die Kontrolle der Atomenergie in einem Ausmaß, das die Verwendung der Atomenergie zu ausschließlich friedlichen Zwecken gewährleistet, obliegt. Ausreickende Macht soll diese Behörde befähigen, sich auch mit neuen Entwicklungen, die auf dem Gebiet der Atomenergie möglich sind, befassen zu können. Das Vetorecht soll auf die Arbeit der Behörde nickt angewandt werden können. Es wird erklärt, daß keine Regierung das Recht haben solle, Kontrolle und Aufsicht durch Veto oder auf andere Art zu verhindern. Der vor geschlagene Vertrag würde auch darüber zu entscheiden haben, was mit den bereits bestehenden Vorräten an Atombomben zu geschehen hat, er würde weiter festzustellen haben, was als Ueber- tretung der Vertragsbedingungen anzusehen ist, welche Uebertretungen ein internationales Verbrechen darstellen, welche Maßnahmen zur Erzwingung des Vertrags und welche Strafmaßnahmen bei Vertragsverletzungen anzuwenden sind. Ueber all diese Punkte bestand unter den Mitgliedern des 12-Mann-Arbeitsausschusses allgemeine Uebereinstimmung. Die Empfehlungen der Kommission schließen jedoch die amerikanische Forderung ein, daß es kein gesetzliches Recht geben soll — weder durch Veto noch auf andere Art — wodurch derjenige, der die Bestimmungen des Vertrages vorsätzlich verletzt, vor den Konsequenzen der Verletzung geschützt werden soll. Die Entscheidung über diesen Punkt wurde der Vollsitzung der Atomenergiekommission überlassen, wobei erklärt wurde, daß noch kein Einvernehmen über die Worte „durch Veto oder auf andere Art” zustande kam. Weiter wurde festgestellt, daß der sowjetische Vertreter nicht an der Debatte über den Entwurf des Berichts teilnahm, währepd der polnische Vertreter erklärt hatte, es sei nicht günstig, zu einer Entschließung über den Bericht zu schreiten, ehe nicht die ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates eine vollständige grundsätzliche Einigung erzielt hätten. Der Bericht enthält umfassende Angaben über Methoden, die gewährleisten sollen, daß Atomenergie nur für friedliche Zwecke verwendet wird. Unter diesen Methoden i wird die Notwendigkeit einer Luftbeobach tung hervorgehoben, um geheime Unternehmen zu verhindern. Schließlich erklärt der Bericht, der vorgeschlagene Vertrag solle einen vollständigen Plan für ein Kontrollsystem enthalt tem sowie einen Plan für Uebergangsmaß- nanmen, die von der Atomenergiekommission überwacht werden sollen. „Ein moralischer Sieg” Bernhard Baruch, der Schöpfer des 5- Punkteplans zur Atomkontrolle, erklärte nach dessen Annahme durch den UN - Atomenergie-Ausschuß, daß die Billigung durch 10 der 12 Mitglieder des Ausschusses einen „moralischen Sieg” bedeute. — Im Hinblick auf die sowjetischen Einwendungen erklärte Baruch: Es liegt noch ein weiter Weg vor uns, bis die Welt das Gefühl haben kann, daß die Atomwaffen geächtet sind.” Als nächsten Schritt bezeich- nete Baruch den Entwurf eines Atomenergievertrages durch den Sicherheitsrat der UN, der unter Teilnahme aller Staaten disputiert werden müßte. Sicherheitsrat berät New York. Der amerikanische Delegierte beim Sicherheitsrat der UNO, Her- schel Johnson, ersuchte den Rat auf seiner Sitzung am Dienstag, die amerikanischen Atomkontrollvorschläge zu erörtern, ehe man den sowjetischen Plan über die Errichtung einer Weltabrüstungskommission zur Diskussion stelle. Der sowjetische Vertreter Gromyko erklärte demgegenüber, die erste Aufgabe des Rats sei — in Übereinstimmung mit der Resolution der Vollversammlung — die Aufstellung praktischer Maßnahmen für die Abrüstung. Darauf basiere auch der sowjetische Vorschlag zur Ernennung einer 11 -Mann-Kommission. Der Sicherheitsrat vertagte dann die Debatte über diese Frage bis auf die nächste Sitzung, die nicht nach dem 7. Januar stattfinden soll. 9 *~ Atomenergieforschung in den USA einer Zivilkommission übertragen Washington. Präsident Truman Unterzeichnete am Dienstag eine Anordnung, nach der die Überwachung der amerikanischen Atomeaergieforsgnung und der vorhandenen Atombomben vom Kriegsministerium ab 1. 1. einer fünfköpflgen zivilen Kommission übertragen wird. Vorsitzender der Kommission ist David Lilienthal. !*■' Sammlung vorgelegt werden, wird Bot- j ausbleibe, müsse das französische Volk ischafter empfangen, Schulen und Ausstel- j sich geschlossen hinter die Regierung lungen eröffnen. Seine Amtsdauer beträgt Präsidenten der Republik ein neuer Präsident der Nationalversammlung — an Stelle Auriols — und ein neuer Präsident des Rats der Republik — für Champetier de Ribes — gewählt werden. Blum kündigt Preissenkung an i'iltoÄBK Aenderung der russischen Politik in Deutschland? Eine Korrespondentenmeldnng der „Daily Mall” Aufgabe nahezu vollendet ist. hoffe ich, daß dieser Geist erhalten bleibt. Wir haben keinen anderen Wunsch als Italien zu verlassen, sobald es die Pflicht gestattet, so daß die Italiener frei ihr eigenes Schicksal gestalten können. stellen. Der Ministerpräsident gab ferner 7 Jahre. Die Verantwortung für die Poli- ! bekannt, daß die Gewerkschaften ihr Ein- tik obliegt dem Premierminister, der vom Präsidenten nach Beratung mit den Fraktionen der Nationalversammlung bestimmt wird. — Eine der ersten Aufgaben des neuen Präsidenten wird es sein, einen neuen Premierminister zu ernennen, der eine neue Regierung bilden soll, um die augenblickliche Regierung Blum zu ersetzen. '’räsfdentschaftskandidaten sind noch n'-'ht aufgestellt worden, man neigt aber zr der Ansicht, daß Edouard Herriot, Leiter der Radikal Sozialisten, und Vincent einer Normalarbeitszeit in der Woche erklärt Verständnis zu von 48 Stunden hätten. Die Preisherabsetzung hat nach den Bestimmungen grundsätzlich auf alle Preise, Tarife. Taxen und Honorare zu erfolgen. Der Staat selbst hat für die von ihm in Regie verkauften Waren, Tabak, Alkohol und Pulver die Senkung vorgenommen. Auch die Bahn- und Schiffahrtstaxen sind um 5*/# ermäßigt, ferner behördliche Gebühren, Eintrittspreise für Theater und 1 Kino. Die Preise sind auch für den Zwi- AurioL sozialistischer Präsident der Na- I schenhandel um 5 # /o herabzusetzen. Repressalien in Palästina Britischer Offizier wurde ansgepeitscbt f Jerusalem, 10 Terroristen der Organisation „Irgun Zvai Leumi” entführten, wie amtlich bekanntgegeben wurde, einen Major der 6. britischen Luftlandedivision aus dem Metropolhotel in Na- thanya als Repressalie für die Auspeitschung eines Juden, der an einem Bankraub beteiligt war. Eine Stunde nach der Entführung brachten die Terroristen den britischen Offizier, nachdem er in aller Öffentlichkeit ausgepeitscht worden war, wieder zu seinem Hotel zurück. — Wie aus einer Erklärung des Informationsamtes der palästinischen Regierung hervorgeht, wurden zur Zeit in der Nähe des Armonhotels in Telaviv 2 britische Unteroffiziere von Terroristen überfallen und gefesselt in eine bereitstehende Taxe gebracht. Die beiden Unteroffiziere wurden dann im Zoologischen Garten der Stadt an Bäume angebunden und ebenfalls ausgepeitscht. Ein amtlicher Sprecher der „Jewish Agency” verurteilte die Auspeitschung von drei Angehörigen der britischen Armee durdbk „Irgun Zvai Leumi”-Terroristen •chäÄrens. „Das britische Empire”, so erklärte er, „wird durch die Maßnahme der Irgun Zvai Leumi keinen Schaden erleiden, leicht aber das jüdische Volk” , Großrazzia in vollem Gange Jerusalem.- Nach der Abriegelung eines Teiles der Diamantenschleiferstadt Nathanja hat die große Fahndung nach den jüdischen Terroristen begonnen. Bis jetzt wurden 40 bis 50 Personen festgenommen und einem eingehenden Verhör unterzogen. Die Ortschaft Penta Tiqfa wurde gleichfalls durchsucht Nach Informationen, die den Militärbehörden zugegangen sind, ist mit wirksamem Widerstand zu rechnen, so daß größere Operationen unter stärkerem Truppeneinsatz notwendig sein werden, um die in einer der verdächtigen Städte versteckte „Schwarze Schwadron” des „Irgun Zwai Leumi” ausfindig zu machen und zu stellen. Man hat festgestellt, daß seit Januar 1946 in Palästina insgesamt etwa 300 Militär- und Zivilpersonen auf Grund politischer Zwischenfälle den Tod gefunden haben. Von den Behörden sind 4500 Waffen aller Art, vom Revolver bis zum Mörser, sichergestellt worden. London. Die „Daily Mail" bringt eine Meldung ihres Stockholmer Korrespondenten, aus der wir folgendes entnehmen: „Der Kreml prüft den Plan einer neuen Politik in Deutschland, sowohl den Alliierten als auch den Deutschen gegenüber. Diplomatenkreise von Moskau vermuten, daß diese Beratungen dahin führen würden, daß Rußland den Vorschlag machen wird, die wirtschaftlichen und militärischen Schranken zwischen der sowjetischen Zone und dem übrigen Deutschland abzuschaffen. Die Sowjetunion dürfte als Gegenleistung die Revision des interalliierten Abkommens betreffs der deutschen Reparationen verlangen. Man vermute, daß Rußland den Wunsch habe, die ihm zustehenden Reparationen aus den drei Westzonen nicht mehr in Form von Lieferungen industrieller Einrichtungen zu erhalten, sondern statt dessen Gebrauchsartikel, die in West- und Süddeutschland hergestellt werden.” « Zu obenstehender Meldung wird in offiziellen Londoner Kreisen erklärt, daß nichts darüber bekannt sei, daß che Sowjetunion mit der Schaffung eines deutschen Staatenbundes oder mit der Abschaffung der strengen Zonengrenzen einverstanden sei. Moskau and der Weltfrieden im Jahre 1947 Moskau. In einem Kommentar zur Weltlage erklärte der Sender Moskau, daß das Jahr 1947 große Fortschritte in der Errichtung des Weltfriedens bringen werde. Die Politik der Sowjetunion lasse e* erkennen, hieß es in dem Kommentar, daß politische und weltanschauliche Unterschiede kein wirkliches Hindernis für eine internationale Zusammenarbeit bedeuten. Italien 1947 ohne Besatzung Rom. Die Zurückziehung aller britischen und amerikanischen Besatzungs- Streitkräfte aus Italien für 1947 wurde in einer Neujahrsbotschaft des alliierten Oberbefehlshabers im Mittelmeer General William D. Morgan an die alliierten Streitkräfte in Italien angekündigt. In der Neujahrsbotschaft heißt es: „Seit Beendigung der Feindseligkeiten war es notwendig, alliierte Gamisonen-Hn Italien solange zu halten, bis die Vereinten Nationen die Bedingungen des Friedensvertrages regeln konnten. Es ist eine schwierige Zeit gewesen, die auf beiden Seiten guten Willen und Geduld erforderte. Jetrt. da unsere Oesterreichs Wünsch Wien. Der österreichische Bundespräsident Dr. Renner sprach nach einer BBC- Meldung in einem Interview über die Wünsche Oesterreichs für den Friedens- Vertrag, der in diesem Monat von Öen stellvertretenden Außenministern in London beraten wird. Wie Dr. Renner erklärte, wünscht Oesterreich die Wiederherstellung seiner vollen politischen und wirtschaftlichen Souveränität im Rahmen der Grenzen von 1937, die Anerkennung seiner Ansprüche gegenüber Deutschland in dem Friedensvertrag sowie die Anerkennung des österreichischen Eigentums in den Nachbarländern. Oesterreich würde außerdem um die Erlaubnis ersuchen, eine militärische Truppe in Stärke von 30 000 Mann zu unterhalten. „Kriegsmaterial aller Art*‘ B er 1 i n. Das Kontrollratsgesetz Nummer 43, das die Herstellung, die Einfuhr und Ausfuhr sowie den Transport und die Lagerung von Kriegsmaterial aller Art durch deutsche Staatsangehörige verbietet, wurde vom Allüerten Kontrollrat in Berlin verkündet. Es tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft. In einem dem Gesetz beigefügten Verzeichnis wird das Kriegsmaterial näher bezeichnet, welches entweder zerstört werden muß oder zur Umarbeitung für friedensnvißige Zwecke entsprechend den näheren Anweisungen der zuständigen Zonen-Befehlshaber bestimmt wird. Ausgenommen von der Zerstörung bleiben Gegenstände und Einrichtungen von historischem Wert. Alle deutschen Einzelpersonen. Vereinigungen, die unter den Begriff des Gesetzes fallende Hinrichtungen oder Gegenstände im Besitz haben, werden aufgefordert, dieselben innerhalb einer Frist von 90 Tagen anzumelden. Nichtbefolgung des Gesetzes wird mit Gefängnis- und Zuchthausstrafen, in schweren Fällen mit der Todesstrafe bedroht. Krieg oder Frieden? Von Hermann Dörflinger Unweit unseres Lagers hatte der Sonderzug Potsdam—Moskau mit Marschall Stalin die Station passiert. Die Spannung über dieses Ereignis bei den 85 000 Kriegsgefangenen war groß. Hinter vierfach gestuftem und drei Meter hohem Stachel- drahtzaun wurde das Ereignis bewundert und besprochen, und tausend Hoffnungen wurden beim Lesen der ersten Berichte über die Potsdamer Konferenz laut. Vier Wochen danach öffneten sich die Tore des Gefangenenlagers, und die ersten Trupps — Jugendliche, Greise, Kranke und Arbeitsunfähige — traten frohen und doch bangen Herzens mit dem Entlassungsschein in der Hand den Weg westwärts in die Heimat an. Die gesunden und arbeitsfähigen Kameraden aber zogen zur selben Stunde gesenkten Hauptes durch dasselbe Tor hinaus weiter ostwärts. Es war ein Abschied, der immer in Erinnerung bleiben wird. Es war im September 1945. Sechzehn Monate sind seit damals vergangen. Ununterbrochen wurden die Gespräche von Potsdam über die Neugestaltung der Welt weitergeführt. Viele erhofften ein schnelleres Tempo, andere wieder waren nüchtern genug, um zu begreifen, daß die furchtbaren Folgen von sechs Jahren Aufrüstung und sechs Jahren Krieg nicht in sechs Monaten oder im ersten Nachkriegsjahr schon beseitigt werden könnten. Der Weg zum Frieden ist — das lehrt uns die Geschichte — viel langwieriger als der Weg zum Krieg. Das Erbe Adolf Hitlers bedeutet für die Siegermächte wie für das deutsche Volk eine furchtbare Hinterlassenschaft. Ihre Liquidation verlangt von allen Beteiligten ein Höchstmaß von gutem Willen. Versuche, aus der Welt des Krieges und der Trümmer eine neue Welt des Friedens aufzubauen, sind während des ganzen vergangenen Jahres nie aufgegeben worden. Sie wurden trotz aller Schwierigkeiten mit einer Intensität weitergeführt, die uns beweist, daß die führende». Staatsmänner tatsächlich den Frieden erkämpfen ipüssen und auch wollen. Die Vereinten Nationen traten am 10. Januar 1946 schon zur ersten Generalversammlung zusammen. Fast ununterbrochen tagten abwechslungsweise die Friedenskonferenz, der Weltsicherheitsrat und die Außenminister. Noch zu Beginn des Jahres hatte es den Anschein, daß die Welt rasch einem neuen bewaffneten Konflikt entgegengehen würde. Das Wort Krieg lag auf allen Zungen, und wer 1945 vom Frieden sprach, wurde genau so bespöttelt wie derjenige, der 1933 den Krieg voraussagte. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten arbeiteten aber die verantwortlichen Staatsmänner doch unentwegt an der neuen Friedensordnung. Die Hauptlast dieser Arbeit lag bei den Außenministern Englands, Amerikas, Rußlands und Frankreichs. Schon im Dezember 1945 trafen sie sich in Moskau, im Frühjahr und Sommer 1946 verhandelten sie in Paris und London, und im Spätherbst konnten sie im New York die erste Jahresarbeit nach 122 Sitzungen mit sichtbaren Erfolgen abschließen. Es wäre falsch, in diesem Ringen der Mächte um den Frieden von Siegern und Unterlegenen zu sprechen, denn keine Großmacht kann in jedem Punkte nachgeben, aber ebensowenig kann sie in jedem Punkte recht behalten. Und da der absolute Wille zum Frieden bei allen Beteiligten vorhanden war, mußte auch der Ausgleich gefunden werden. In den stark umstrittenen Fragen kam eine Einigung zustande. Das Triester Problem ist gelöst. In der Frage der allgemeinen Abrüstung wurde auf die Anwendung des Vetorechts bei der Durchführung der Rüstungsbeschränkungen verzichtet. Rußland verzichtete auf ein Eingreifen in Persien und im Femen Osten. In der Frage der freien Donauschiffahrt wurde ein Uebereinkommen getroffen, und die umstrittenen Punkte der Meerengen, Osteuropas, Ungarns, Rumäniens und der Türkei sind nicht mehr Gegenstand scharfer Auseinandersetzungen und unüberbrückbarer Gegensätze. Und dann endlich sind die Friedensverträge mit Italien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien und Finnland so weit fertiggestellt, daß sie unterzeichnet werden können. Die Vorbereitungen für die nächste Tagung am 10. März in Moskau werden schon getroffen. Dort wird über den Friedensverirag mit Deutschland und den Staatsvertrag mit Oesterreich verhandelt. Eine schwere Arbeit steht bevor. Bei all diesen Fragen aber dreht es sich nicht darum, ob der anfängliche russische Widerstand durch die versteifte Haltung der Engländer und Amerikaner gebrochen worden ist, als vielmehr um die Tatsache, daß die Verständigungsbasis überhaupt gefunden werden konnte. Jede Großmacht hat heute an der Ueberwindung des Krieges zu arbeiten. Seite 3 / Nr. 1 SDDKUVIEB Freitag, 3. Januar 1940 und keine kann es auf einen neuen Krieg I ankommen lassen. Die Völker selbst sind kriegsmüde. Sie wollen Frieden und keinen Krieg. Der Krieg hat alle geschwächt. Generalissimus Stalin hat bei der Ankündigung des neuen, vierten Fünfjahresplanes erklärt, daß Rußland noch zwei bis drei Fünfjahrespläne verwirklichen muß, um auch nur imstande zu sein, einen neuen Angriff auf sein Territorium abzuwehren. Wohl werden die internationalen Beziehungen der Völker und Staaten untereinander auch in Zukunft immer von Machtfaktoren in den einzelnen Ländern abhängig sein. Diese Tatsache schließt aber einen dauernden Frieden nicht aus. Ein Friede, der auf den Grundlagen der Menschenrechte aufgebaut ist, kann und muß erst wohl eine neue Basis für die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Völker abgeben. So gesehen sind die Möglichkeiten einer Verbesserung der internationalen Beziehungen an der Schwelle des neuen Jahres zweifellos größer als zu irgendeinem Zeitpunkt seit Kriegsende. Der englische Außenminister Bevin faßte das Ergebnis beim Abschied in New York in den Satz zusammen: „Die Sonne des Friedens ist im langsamen Aufsteigen begriffen.” Wir hoffen, daß der Realpolitiker Bevin recht hat, ja, wir teilen seine Auffassung trotz aller Bedenken, die entgegenstehen, weil wir nicht an den Krieg glauben, sondern auch für unser Volk auf einen Frieden hoffen, der in allen Teilen auf Grundsätzen der Menschenrechte aufgebaut sein möge. 27000 kommen vor den Richter Mitglieder der als verbrecherisch erklärten Organisationen Hamburg. Ungefähr 27 000 Personen, die sich in Zivilintemierungslagem in der britischen Zone befinden, werden sich, wie aus einer Bekanntmachung der britischen Militärregierung hervorgeht, vor deutschen Gerichtshöfen zu Beginn des Jahres 1947 zu verantworten haben. Es handelt sich dabei um Mitglieder der Organisationen, die vom internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg als verbrecherisch erklärt wurden. Es wird angenommen, daß ungefähr 1000 deutsche Juristen und andere Beamte und zwischen 100 und 130 deutsche Gerichte zur Aburteilung dieser Fälle bis Ende 1947 erforderlich sind. Die Gerichtshöfe werden ermächtigt, Strafen bis zu höchstens 10 Jahren Gefängnis und Eigentumsverlust bzw. Geldstrafen zu verhängen. Den Angeklagten wird zu ihrer Verteidigung jede denkbare Erleichterung gewährt werden sie können sich ihre eigenen Verteidiger wählen, die sie jederzeit im Internierungslager aufsuchen dürfen. Nürnberger Aerzteprozeß Nürnberg. Am Donnerstag wurden vom amerikanischen Militärgerichtshof I die Verhandlungen gegen die 23 Naziärzte und Wissenschaftler wieder aufgenommen. Der amerikanische Anklagevertreter James M. Mc Hane.y setzte die Beweisführung der Anklage mit der Vorlage von Dokumenten fort und verlas eidesstaatliche Erklärungen von Frauen, an denen im KZ Ravensbrück Wundbrandoperationen vorgenommen worden sind. Nach diesen Erklärungen sollen die Angeklagten Herta Oberhäuser. Fritz Fischer und Karl Gebhardt an der Durchführung derartiger Operationen beteiligt gewesen sein. Die Verhandlung gegen den früheren Ministerialdirigenten Hans Fritzsche vor der Nürnberger Spruchkammer beginnt voraussichtlich am 27. Januar 1947. Neue Prozesse in Dachau Dachau. Der ehemalige SS.- und Polizeigeneral von Rhein-Westmark, Jürgen Stroop und 21 ehemalige Polizei- und Gestapo-Offiziere werden sich am 6. Januar vor einem amerikanischen Militärgericht in Dachau zu verantworten haben. Den sämtlichen der SS. angehörigen Polizei- offlzieren wird zur Last gelegt, an der Mißhandlung und Ermordung von etwa 4000 notgelandeten amerikanischen Fliegern teils durch Befehlserteilung, teils unmittelbar beteiligt gewesen zu sein. Am gleichen Tage beginnt ein anderer Prozeß, in dem der ehemalige Kommandant des KZ. Dachau, Alexander Piorow- ski und dessen Adjudant Heinz Detmers angeklagt sind. Piorowski wird besonders die Tatsache zur Last gelegt, daß unter seinem Kommando die Grausamkeiten im Konzentrationslager Dachau ihren Höhepunkt erreichten. Prozeß gegen Erhard Milch Nürnberg. Am Montag begann vor dem alliierten Gericht der Kriegsverbrecherprozeß gegen den Generalstabschef der deutschen Luftwaffe, Marschall Erhard Milch. Er ist angeklagt, an der Rekrutierung von Zwangsarbeitern teilgenommen und die Hinrichtung von Kriegsgefangenen zugelassen sowie persönlich die grausamen Experimente an den Häftlingen des Konzentrationslagers Dachau gebilligt zu haben. • Der ehemalige deutsche Militärgouverneur von Paris, General v. S t ü 1 p n a g e 1, der vor kurzem verhaftet worden war, ist nach Paris ausgeliefert worden. Er wird als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden. General Meißner zum Tode verurteilt Belgrad. Der ehemalige Chef der Gestapo in Serbien, General August Meißner, wurde zusammen mit 8 anderen ehemaligen hohen Gestapobeamten von einem Belgrader Militärgericht zum Tode durch Erhängen verurteüt, nachdem er für den Tod von 15 000 Personen während der deutschen Besatzung verantwortlich erklärt wurde. Von 12 weiteren Angeklagten (Gestapobeamten) wurden 9 zum Tode durch Erschießen verurteilt, während 2 Freiheitsstrafen von 20 Jahren und einer eine Freiheitsstrafe von 5 Jahren erhielt. Aus den Landesparlamenten Freiburg. Am 7. Januar tritt die Beratende Landesveraammlung Baden« in Freiburg zu ihrer ersten Tagung im neuen Jahr zusammen. Auf der Tagesordnung steht die Entgegennahme einer Regierungserklärung. Der 8. Januar wird für Fraktions- und Ausschußsitzungen freigehalten, so daß .mit der Aussprache über die Regierungserklärung am 9. Januar begonnen wird Landesversammlung in Bebenhausen Tübingen. Am 8. und 9. Januar findet in Bebenhausen die süd-württember- gische Landesversammlung statt Auf der Tagesordnung stehen Wirtschafts- und Ernährungsfragen. • Von der Landesveraammlung ist als Referent für die in Vorbereitung befindliche Landesversammlung von Süd-Württemberg Rechtsanwalt Dr. Bock-Rottweil. als Korreferent Universitätsprofessor Dr. Nieth- hammer-Tübingen, bestimmt worden Der bayerische Staatsminister für Sonderaufgaben, Alfr. L o r i t z , hat den Leiter der Rechtsabteilung des Ministeriums, Dr. Eugen Siebei, mit sofortiger Wirkung seines Amtes enthoben. Die Landtags wählen in den Ländern der britischen Besatzungszone Deutschlands sind auf den 30. März festgesetzt worden Industrieanlagen als Reparationen Frankfurt. Wie aus dem Oktoberbericht der amerikanischen Militärregie- ! rung hervorgeht, beläuft sich der Wert ■ von 76 Industrieanlagen, die der Koordinierungsausschuß beim Alliierten Kontrollrat für Deutschland für Reparationen bestimmt hat, auf 62.095 140 Mark. Von den 76 Werken liegen 49 in der amerika- : nischen, 19 in der britischen und 8 in der ; französischen Besatzungszone. '■ Frankfurt. Die große Wilhelms- havener Schiffswerft, die nach dem Kriege noch einen Wert von 8Vt Millionen Mark repräsentiert, ist nach einem Bericht der amerikanischen Militärregierung der Sowjetunion zugesprochen worden. Meldungen des Auslandes Wehrpflicht in den USA? Washington. Das Kriegsministerium erklärte, daß die Einführung der Wehrpflicht für die jungen Amerikaner — bei den derzeitigen Verhältnissen auf der Welt und im Zeitalter der Atombombe — eine dringliche Notwendigkeit sei. Wie das Ministerium weiter ausführt, können die durch Vereinheitlichung von Armee und Marine ausgeglichen werden. „Ende der Feindseligkeiten“ Präsident Truman gab am Dienstag in Form einer Proklamation das offizielle Ende der Feindseligkeiten des zweiten Weltkrieges bekannt. Es würden danach etwa 20 Vollmachten, die der Regierung unter dem Zustand der Feindseligkeiten übertragen wurden, sofort hinfällig. Weitere Regierungsvollmachten würden durch die gleiche Maßnahme zu einem späteren Zeitpunkt aufgehoben werden. Truman bezeichnete seine Proklamation als ein Neujahregeschenk an das amerikanische Volk und als eine Geste seiner, Truiyans, Zusammenarbeit mit dem republikanischen Kongreß. Albanien beschuldigt England Tirana. Der albanische Premierminister General Enver Hodja beschuldigte in seiner Neujahransprache Großbritannien, die albanische Souveränität dreimal in brutaler Weise verletzt zu haben. — Zu den britischen Schadenersatzforderungen für die zwei im Kanal von Korfu durch Minen beschädigten britischen Kriegsschiffe erklärte Hodja. Albanien habe nur das ihm nach dem Völkerrecht zustehende Aus dem Parteileben KPD Meldungen die uns interessieren Recht angewandt. Die britische Regierung wolle den Korfu-Zwischenfall dem Sicherheitsrat unterbreiten. Albanien habe die gleiche Frage dem Sicherheitsrat bereits übermittelt und ihn gebeten, die Verletzung der territorialen Souveränität Albaniens durch britische Kriegsschiffe zu überprüfen Englands Ansprüche an Franco London. Großbritannien wird, wie das britische Außenministerium bekanntgab, General Franco Schadensersatzansprüche in Höhe von einer Million Pfund Sterling für die während des spanischen Bürgerkrieges erlittenen Schäden an Schiffen und anderem Eigentum vorlegen. Ein Sprecher des Außenministers erklärte dazu, daß es sich um Schiffe handelt. die „im Auftrag General Franco* und der republikanischen Streitkräfte fuhren und dabei sanken“ Italiens Lage schlechter als 1919 Rom. Der italienische Premierminister j de Gasperi erklärte vor dem italienischen I Kabinett, daß die gegenwärtige Lage in | Italien schlechter sei als die im Jahre j 1919, die dem Faschismus den Weg berei- i tete. De Gasperi bedauerte die Haltung ! der sozialistischen und der kommunisti- | sehen Presse und warf ihnen vor, daß sie Demonstrationen und Streiks entfachten, anstatt die Regierung zu unterstützen. Er wies in seiner Rede ferner darauf hin, daß in Kalabrien Arbeitslosen-Demonstra- tionen und Streiks gegen die steigenden Lebenshaltungskosten geplant und daß in Rom Gerüchte über einen Generalstreik am 5. 1. im Umlauf seien. Wilhelm Pieck zum Jahreswechsel (DANA) Am 27. Dezember sprach Pieck über die Bedeutung der SED und sagte u. a.: „Im kommenden Jahre steht vor den sozialdemokratischen und kommunistischen Arbeitern in der britischen, amerikanischen und französischen Besatzungszone, die große Aufgabe ihrer Vereinigung zu einer einheitlichen sozialistischen Partei, ohne die die Reaktion nicht geschlagen und der Faschismus nicht ausgerottet werden kann.” Wir Wilden sind doch bessere Menschen ... Der ehemalige Säuberungsminister in Bayern, Dr. Pfeiffer (CSU), hat gegen den Vorsitzenden der CSU, Dr. Müller, am Tage vor der Regierungsbildung ein Entnazifizierungsverfahren eingeleitet, das sich auf die Tatsache stützte, daß Dr. Müller Abwehroffizier im Dritten Reich war. Gegen Dr. Pfeiffer erhob Dr. Müller daraufhin die Anschuldigung, daß er Mitunterzeichner des Ermächtigungsgesetzes 1933 war. Beide prominente Führer der CSU wurden von den übrigen Parteien wegen ihrer politischen Vergangenheit bekanntlich abgelehnt. Wer mischt hier Gift? Mitarbeit, aber kein Kuhhandel (DANA) Der Parteitag der KPD in Hessen machte in einer Entschließung die Beteiligung an der hessischen Regierung von folgendem Regierungsprogramm abhängig- Kampf um die Einheit Deutschlands. Verwirklichung des Artikels 41 der Verfassung (Sozialisierung der Großindustrie). Aende- rung des Säuberungsverfahrens. Ueber- prüfung aller Gesetze und Verordnungen, die von der bisherigen Regierung erlassen 'wurden. Märtyrer oder Kriegsverbrecher ? (DANA) Prälat Tiso. der Präsident der sogenannten Slowakei im Kriege, erklärte, er habe den nationalen Aufstand im August 1944 nur als eine Störung der inneren Ordnung betrachtet. Seine Erklärung, in der er die slowakischen Freiheitskämpfer verurteilte, sei nur Propaganda gewesen. Ueber die Greueltaten der Hlinka- garden gegen die slowakische Bevölkerung will er nichts gewußt haben, gab aber die Errichtung von Konzentrationslagern zu Sieg bei Bode-Panzer (OD) Nach sechswöchigem Streik nahm die Belegschaft der Firma Bode-Panzer die Arbeit wieder auf. Der Unternehmer hatte sich unter dem Drude der Bode-Arbeiter, für die die gesamte Oeffentlichkeit ihre Sympathie bekundete, zur Annahme der von den Gewerkschaften vorgeschlagenen Betriebsordnung bereiterklärt. Juristen unter sich (Hann. Presse.) Der frühere Generalstaatsanwalt, Dr Meißner, und der frühere Direktor der Strafanstalt Wolfenbüttel, Regierungsrat Lupfer, wurden von der Strafkammer des Landgerichts Braunschweig freigesprochen. Die Anklage lautete auf Aktenbeseitigung von Gefangenen, die während des Krieges in Wolfenbüttel hingerichtet worden waren. Schuhe für die Zivilbevölkerung (PD) Gemäß dem Verteilungsplan der sowjetischen Militärverwaltung war es der thüringischen Lederindustrie möglich, dem Zivilsektor für das vierte Quarta] 1946 463 000 Paar Schuhe zur Verfügung zu stellen Zur Nachahmung emptohten (Freiheit) gegen die willkürliche Einstellung eines Naziaktivisten durch den Betriebsführer der Firma Wilms in Rem- DP Zum neuen Jahr! Von Dr. Paul Waeldin 1946 war ein sorgenvolles Jahr. Es wird jetzt erst erkennbar, wie schwer die Folgen des durch Hitler heraufbesebworenen Krieges auf der deutschen Bevölkerung, nicht zuletzt auf Süd'baden, lasten. Wir sehen uns i aller Verbindungen, insbesondere mit Nord- j baden, beraubt und ganz auf uns selbst ge- ] stellt. Baden, in der Südwestecke gelegen, ein natürliches Verbindungsglied zu Frankreich und der Schweiz, kann so vereinsamt auf die Dauer politisch und wirtschaftlich nicht bestehen. Infolgedessen sehen wir den derzeitigen Zustand als eine vorübergehende Erscheinung an. Wohl können wir die Grenzen der Besatzungszone nicht wegwischen, aber wir müssen uns unablässig dafür ein- setzen, daß Handel und Wandel mit den anderen Zonen frei und ungehindert vonstatten gehen. Nur dann kann unsere Wirt sehaft in Gang gebracht werden. Ueber alle Hindernisse hinweg muß versucht werden, die Produktion zu steigern. Dies gilt sowohl für die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse : wie auch für die Schaffung von Exportmöglichkeiten. Auf diese Art schaffen wir die Voraussetzung für die Einfuhr der notwendigen Nahrungsmittel und Rohstoffe. Alle anderen Aufgaben haben zunächst in den Hintergrund zu treten vor der kategorischen Forderung: Wie schaffen wir unserem Volke Nahrung, Bekleidung und Arbeit, kurz, wie erhalten wir seine Existenzgrundlage und | wie führen wir es allmählich zu besseren j Lebensbedingungen. Die durchaus ernst zu : nehmenden Probleme der Sozialisierung, Bo-, denreform und andere kommen erst io zweiter Linie und müssen wohl bedacht werden. Auch bei der Landwirtschaft ist Steigerung der Produktion das Gebot der Stunde. Dagegen beschäftigen uns noch Fragen von denen jede einzelne ihre besondere Problematik hat, sei es die Rückkehr der Kriegsgefangenen. die Versorgung der Kriegsversehrten, die Unterbringung Heimatloser aus dem Osten oder die Verbesserung der Lage Ausgebombter. Eine Verfassung für ui^ser Land Baden soll eingeführt werden, die sowohl unserer Tradition als ' den Lebensgewohnheiten und -bedürftiissen j der badischen Bevölkerung in politischer und wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht entspricht. Diese Aufgaben erscheinen unter den gegenwärtigen Verhältnissen fast unlösbarj sie sind aber zu lösen, wenn alle gute Willens sind, insbesondere dann, wenn alle diejenigen, die durch das Vertrauen ihrer Wähler an verantwortungsvolle Posten gestellt sind, nicht zur Befriedigung ihrer eigenen Eitelkeit und zur Erlangung von Sondervorteilen ihr Amt ausüben, sondern wenn sie durchdrungen sind von dem Willen, dem Ganzen zu dienen. Mit gutem Willen und verständnisvoller Mitarbeit der Besatzungsbehörden scheint mir das Za#j erreichbar. Der Uebergang zum Neuen Jahr gibt zu freudiger Stimmung wenig Anlaß, Möge die i Entwicklung aber so sein, daß es besser | wird, als viele befürchten. Wir werden dann I beitragen, was in unseren Kräften steht. scheid trat die Belegschaft spontan in den Proteststreik. Durch das geschlossene Auftreten der Arbeiter wurde der Unternehmer gezwungen den Mann unverzüglich zu entlassen „Nur im berechtigten Zorn" (Volksstimme) Der Betriebsingenieur Dezelski wurde von der Berufungsspruchkammer in Ansbach in die Gruppe der Entlasteten eingestuft Die Kammer vertrat die Ansicht, daß Mißhandlungen von KZ-Häftlingen keine Gewalttaten im Sinne des Gesetzes darstellten, da Dezelski • die Handlungen nur im berechtigten Zorn ausgeführt habe „Ein Sommernaditstraum” Shakespeare mit Mendelssohns Musik Im Stadttheater Konstanz Nun haben auch die Großen noch ihr Weihnachtsmärchen im Theater beschert bekommen — und was für ein Märchen! Ein Märchen? O, dieser „Sommemachtstraum” (in Schlegels Meisterübertragung) birgt Hunderte von Sagen und Märchen, quillt über von Wundem und Weisheiten; es ist, als schlüge hier die Natur selbst ihre sonst verschleierten Augen auf, als lösten sich die Zungen aller Wesen der Schöpfung und sprächen wie Menschen zu uns. Die Menschlein aber werden, unter dem Zauber elementarer Geister , für ein Weilchen verwandelt, müssen, soweit sie jung und verliebt sind, irre an ihrer Liebe werden (was ja auch ohne Geister-Einmischung geschehen kann), doch alles dieses nur. damit bald ein jedes „zum natürlichen Geschmack genese”. Und wenn die Haupthandlung hier am Phantasie-Hofe eines athenischen Herzogs vor sich geht, mit den sechs Handwerkern und ihrem Rüpelspiel macht der Dichter doch zugleich sich und uns einen der großartigsten, volkstümlichsten Späße der Bühnenliteratur. ohne etwa jene braven Leute zu verspotten; im Gegenteil, seine Liebe zum einfachen Volk schimmert stets rührend und erwärmend durch, denn „nie kann etwas mir zuwider sein, was Einfalt darbringt” Die stierhafte Sturheit, die es fertjg- gebrächt hat. Felix Mendelssohn- Bartholdys kongeniale Musik zum „Sommernachtsstraum” zwölf Jahre lang aus .rassischen” Gründen zu verbieten, wird auf geistigem Gebiet für immer das traurigste Armutszeugnis des Nationalsozialismus bleiben. Nun haben wir beglückt diese zauberzarten Rhythmen und Akkorde, vom Städtischen Orchester gezielt, endlich wiedergehört und empfanden schon deshalb den Abend als rechtes Weihnachtsgeschenk. Mochten auch mal die Geigen ein wenig zu dünn oder die Bläser ins Streicher-Stakkato hinein etwas zu dick klingen, mochte ein Hom-Einsatz noch leichte Unsicherheit verraten. Willi Döhr- mann dirigierte doch das Ganze mit der ihm eigenen Sorgsamkeit und mit feiner Angleichung der Musik an die Stimmungsgehalte der Dichtung. So fand schon die geniale Ouvertüre (ein Siebzehnjähriger hat sie komponiert!) dankbarsten Applaus. Im Gefühlsausdruck Höhepunkt der Partitur ist das immer wieder wundervolle, von Horn und Fagott intonierte, von den Violinen, Obbe und Klarinette weitergeführte große Notturno nach dem dritten Aufzuge, eine Musik wahrlich, die noch Sterbende trösten könnte. Sie wurde auch szenisch der Gipfel der Inszenierung, weil der vielbewährte Gast-Regisseur R. A Stemmle sie nicht nur, wie auch früher schon da und dort üblich, bei offenem Vorhang durchspielen, sondern Farben. Lichter und verliebte Leuchtkäfer mit hineinspielen und schließlich den Puck die entzweit und getrennt entschlummerten vier Liebenden ganz zart und leise Arm in Arm legen ließ, um dann unmittelbar in den Morgen des neuen Tages, des vierten Aktes, überzugehen Bis zur Pause wurde es so zwar eine lange Zeit, aber keine Langeweile, denn Stemmles Regie hat etwaige Ansätze zu bloßer Deklamation fast nirgends aufkommen lassen; lebendiges, natürliches Sprechen bestimmt den Stil der Vorstellung. Welch ein stolzes, frei- und frohmütiges Paar gleich der Herzog und seine Braut, wie schlägt Riemann sofort den heitersten Komödienton an und hält ihn überlegen durch, wie strahlt Inge C o n r a d i und weiß zu fesseln, auch wo sie nur zu lauschen hat! Dieter Warners Demetrius: heftige, kräftige blonde Jugend; Maria Obermaiers Helena: klare, nur gar zu gefühlsbetonte Sprecherin; Alexander Hegarths Lysander: im Aeußeren noch nicht ganz glücklich, aber intelligent und temperamentvoll; Hillen Hinrichs - eine recht rassige Hermia mit Humor (und. wenn man Vor- und Zuname zuaammen- schreibt, eine Kostümzeichnerin mit Phantasie). Im ..Krach” dieses Quartetts der Liebenden gab’s ein paar überscharfe Dissonanzen. Hans M ö b e s stellt mit dem Egeus einen seiner liebenswürdigen alten Väter hin. Im Reich der Elfen ist Robert B ü r k n e r König: ein interessanter wie mit geflügelten Armen huschender, gespenstisch-dämonischer Oberon; Hansi N a s s 6 e mit Grazie und Geschmack seine Titania, die sich in einen Esel verlieben muß. Aus dem Maikäfer der Mondfahrt ist der Puck der Mondscheinnacht geworden; Tempo und Temperament hat Lucius Verseil nun wesentlich gesteigert, klettert und springt wie ein Aeffchen, wälzt sich vor Lachen wie ein junger Bär, ein zottiges Naturgeschöpf mit unbändigem Vergnügen an dem Wirbel, den er anstellt Ursula S t r ä u 1 i wiederholt schon als diskretes, auch im Spiel diskretes Kammerkätzchen oder verschmähtes Mädchen aufgefallen, ist hier eine schöne, hochsommerlich entkleidete Elfe: sehr artig die übrigen Luftgeister. Endlich die „Rüpel” _ ach. wären die wirklichen Rüpel so gutherzige Kerle wie diese Handwerker! Heinz Miller der mit aller Ehrlichkeit dumme Squenz und „Prolog”, Walter Brück der aus einem Löwenfell von Sägespänen scheu hervor- I blinzelnde Schreiner, Wolfgang W o y 11 der bescheidene Schneider und „Mond”, Hermann K a p h u n der mit stillem Humor die „Wand" markierende Schnauz. Ein gut Teil der Heiterkeitsstürme durfte Hansjakob Gröblinghoffs Bälgen- flicker im Gewand der Thisbe für sich buchen, unvergeßlich aber Heinrich Trox- bömkers Zettel der Weber, ein zappelnder Rollenfresser, der alle« spielen möchte, und nach seiner Verwandlung in einen Esel mit seltsamem „Iah” in der Kehle, halb aus der Tier-, halb aus der Menschenseele. Wenn aber das Idyll mit Titania vorbei ist, bleibt in seinen geweiteten Augen ein irrlichtelierender Traumglanz ferne Erinnerung an Unfaßbares Hermann Thimigs Zettel ist vitaler und noch komischer; hintergründiger ist der Weber Troxbömkers. Der begeisterte Schlußbeifall holte auch den Regisseur Stemmle an die Rampe und galt nicht zuletzt dem Bühnenbildner Ulr D a m r a u . der das bunte Geschehen in das rechte Grün und Blau und Grau eines Märchenwaldes mit vielerlei Schlupf- und Liebeswinkeln gekleidet hat. Dr Carl Weichardt n«T“'n Gegen w erte tm Umfsng von tw 10 M^tia-cien Dollar in Form von umgekehrter Leib-Pacht oder Bar- zaV.unoer, o-ha’cpn ha 1 Pinan7vertrag Amerika — Polen Zwischen Amerika und Polen wurde ein Uebereinkommen erzielt, auf Grand dessen sich die Vereinigten Staaten verpflichtet haben, die in Amerika gesperrten polnischen Guthaben freizugeben. Am 7. Januar wird daher Polen über folgende Vermögenswerte verfügen können: Gold im Werte von 27 Millionen Dollars Bankguthaben in Höhe von 900 000 Dollar und sonstige Aktiven, die weitere 10 Millionen DolleT ausmachen Das Abkommen wendet die Gefahr der ent- sehädigumgslosen Enteignung ah. Amerikanischen Teilnehmern wird jetzt eine angemessene Entschädigung ln Aussicht gestellt. Fordenmgen des französischen Gewerkschaftsbandes In einer Erklärung über die Steuerpolitik schlägt der französische Gewerkschaftsbund (C. G. T.) die Herabsetzung des Armeebestandes von 700 000 auf 500 000 Mann vor Er fordert ferner die Beendigung jeglicher Subventionspolitik, ausgenommen für lebenswichtige Güter, und schließlich die Verschmelzung von Einkommenssteuer und Kapitalabgabe. 920 000 Gewerkschaftsmitglieder in der US-Zone Mit 920 000 Mitgliedern heften die Gewerkschaften ln der amerikanischen Zone am 30 9. 1946 etwa 75% »Iler Arbeitnehmer erfaßt Die Deutsche Eisenbahn, die Deutsche Post sowie Zweige der Metall- und chemischen Industrie stellten den größten Teil der Gewerkschaftsmitglieder _ Rund 40 000 Tonnen Weizen traten in der Weihnachtswoche aus den USA in Bremen ein. Insgesamt werden 200 000 Tonnen Weizen für Deutschland in den nächsten Tagen aus den USA erwartet. Binen E i n k o m m e n s t e u e r ü b e r s ch u ß von 1 180 000 WO Mark haben die 3 Länder der amerikanischen Zone in der ersten Hälfte des Finanzjahres 1946—47 zu verzeichnen. Insgesamt stehen den Ausgaben m Höhe von 1 374 Millionen Mark Einnahmen in Höhe von 2 554 Millionen Mark. Waren im Gesamtwert von 2 217 000 Dollar wurden im Oktober 1946 von Firmen deT amerikanischen Zone in das Ausland exoorHert. Der Verkauf von w e it e re n Waren im Wert von 1 000 000 DoHar wurde vertraglich festgelegt. Die Lizenz für die Herausgabe einer Wochen - zeitung des Freien Gewerkschaftsbuodes wurde von der sowjetischen Militärverwaltung dem Verlag „Die Freie Gewerkschaft" ertetif. Nicht 90 Prozent, sondern 23 Prozent In dem Bericht „Times über uns" auf Seite 4 der Neujahrsnummer sind durch einen Ueber- mltttungsfebler zwei Worte ausgefallen Es heißt im Originaltext: „Zum Beispiel geben 90 Prozent des Exportes der Saarkohle nach Frankreich." Der französische Anteil an der Gesamtproduktion beträgt 23 Prozent. Arthur Br «osewerter gee to rben Heidelberg. Am 16. Dezember starb in Heidelberg Ardtidiakonus Arthur Brausewetter, der als Schriftsteller weithin bekannt war. Viele Jahre hatte er als Pfarrer von St. Marien ja Danzig gewirkt. Im Jahre 1864 in Stettin geboren, war er 1890 nach Danzig gekommen und batte diese schöne Stadt als Heimat gewonnen. Von dort im Herbet 1946 von den Polen vertrieben, batte er in Heidelberg bei seinem Schwiegersohn Aufnahme gefunden! seine Gattin war kurz zuvor an den Entbehrungen in Danzig gestorben. Von den Werken Brausewetters aind besonders bekannt die Romane „Stirb und Werde", „Und hätte der Liebe nicht", „Don Juans Erlösung" und „Wer die Heimat lieht wie du". — sp. Die „Königin von Saba“ Pfannen, elektrische Geräte, Tische, Stühle und Kleinmöbel. Besonders die Metall- und Textilindustrie Ulms und der Ulmer Umgebung hatten für die Gaben deT Stadt gespendet. Anhängliche Einbrecher Frankfurt a. M. Die Margarine-Vetkaufs- Undon in Frankfurt ist im letzten halben Jahr dreimal von Einbrechern heimgesucht worden. Jedesmal brachen die Verbrecher ein Loch in che Umzäunungsmauer und fuhren dann mit einem Lastwagen ihre Beute ab. Jetzt konnte die Kriminalpolizei eine zehnköpfige Bande ausheben, zu der auch der Nachtwächter des Werkes gehört, unter dessen „Aufsicht" die Einbrüche glatt verliefen. Insgesamt wurden 38 Zentner Margarine und Butterschmalz auf diese Weise abgefahren und an j auswärtige Schwarzhändler geliefert. I j l Tübingen. In der kleinen, von Bomben fast unbeleckten schwäbischen Universitätsstadt Tübingen residierte Komtesse Heidrun von der Greiffenburg. Hochwohlgeboren sahen gut aus, recht gut, rotblond in der Haarfarbe, tiefrot am kecken Mündchen und sehr überlegen hoheitsvoll. Der Erfolg war ganz auf selten derer von der Greiffenburg. Die Studenten lagen der schönen Hobelt zu Füßen Im Kreis ihrer intimeren Umgebung waT sie die „Königin von Saba" und wahrhaft königlich verschwendete sie ihre Gunst. Einer sagenhaften Majestät huldigte das gräfliche Fräulein, einem „König ihres Herzens", und Kummer machten ihr mir die zahlreichen Untertanen, die nirgendwo waren Im Niemandsland verblieben auch bei näherem Zusehen vor dem Richtertisch ihre komteßlichen Domizile und Greiffenburg'sehen Besitzungen ihr königlicher Freund und die Schlösser von Saba. Geblieben sind eine Reihe diebischer Delikte an Objekten wie Wem, Lebensmitteln, Koffern, Fahrrädern, Mikroskopen, Bernsteinen Das Fräulein Heidrun von der Greiffenburg hörte ganz einfach auf den Namen Pohl, ■ Ruth Pohl aus Essen, Medizinstudentin und Expertin in Diebstahl Schwarz- und Tauschhandel. Hochwohlgeboren wandert« neun Monate ins Gefängnis I Ulmer Polizeidirektor frei gesprochen Ulm. Der frühere PoMzeidlrektor von Ulm. Hans I Vollmer der sich vor dem Einfachen Militir- 1 gerächt in Ulm wegen der Anklage der Fragebogenfälschung zu verantworten haitte. wurde freigespTochen Das Gericht kam zu der Ueber - ! zeugung. daß der Angeklagte niemals Mitglied ( der NSDAP gewesen sei und daheT auch die '• Angaben in seinem Fragebogen richtig gewesen sind. Die erste Verhandlung gegen Vollmer war vertagt worden, um dem Angeklagten die Möglichkeit zu geben, weitere Zeugen zu Worte kommen zu lassem, die ihn jetzt auch weitgehend entlasteten und seine Angaben im Fragebogen bestätigten. 8y Weihnachtsgaben für Ulmer Ansgebombte Ulm. Die Stadt Ulm hat kurz vor Weihnachten an fast 3000 bedürftige, ausgebombte Familien aus Ulm Weihnachtsgaben verteilt. Die Geschenke bestanden im wesentlichen au« Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens, wie Wäsche, Töpfe, Abenteuer eines Fünfzehnjährigen Frankfurt a. M. Einen noch glimpflichen Ausgang nahm die Abenteuerfahrt eines 15 - jährigen Jungen au« Duisburg, der mit einem Koffer voll Wäsche und 800 Mark, den Eltern gestohlenen Geldies, eine Winterreise nach Frankfurt unternahm, Im Frankfurter Haupt- behnhof machte er die Bekanntschaft von zwei jungen Leuten, die versprachen, ihm die Lockungen deT Großstadt zu zeigen. Sie lockten ihn auf einen Friedhof, plünderten ihn bis aufs Hemd aus und überließen ihn der Kälte. Ein Friedhofswärter wurde auf den zwischen' den Gräbern umheriirenden Jungen aufmerksam und übergab den Halberfrorenem der Polizei. Kriegsgefangene Im Flugzeug entflohen? Dinkelsbühl. Die Bewohner von Burk waren nicht wenig erstaunt, als am Waldrand ein deutsches Flugzeug mit englischen Hoheitsabzeichen ndederging imd bei der unglücklichem Landung Fahrgestell und Propeller verlor. Bei eingehender Untersuchung der Maschine wurden nur einige Auarüstungogegenstände der ehemaligen deutschen Wehrmacht vorgefunden. die den Verdacht bestärkten , daß es sich bei den spurlos verschwundenen Piloten um deutsche Kriegsgefangene bandelt, denen das Flugzeug zur Flucht verhalt —g. 1. Stadtratsst tz n n g beim Kerzenschtmmer Ansbach. Die Stromabschaltung machte es notwendig, daß sich der Stadtrat eingehend mit einer Verbesserung der Maßnahme beschäftigte. Da selbst während der Sitzung kein elektrisches Licht brannte, mußten die Herren, wie ihre Kollegen im Mittelalter, das Ersuchen bei Kerzenlicht verfassen. Zwei bayr. Oberkirchenräte tödlich verunglückt M ü n di e n. Die Mitglieder de« Evang!.- Luth. Landeskirchenrats in München, Oberkix- chenrat Wilhelm Bogner, Vertreter des Bischofs und erster geistlicher Oberklrchenrat, und Oberkirchenrat Christian Stall sind bei einem Autounfall tödlich verunglückt' Sie befanden sich auf der Rückreise von Darmstadt, wo sie in einer Sitzung de« Roichsbrudenutes der Bekennenden Kirche toiigenommen betten. Mit diesen beuten Oberkirchearäteo vertiert die Ev.-Luth. Kirche in Bayern zwei ihrer hervorragendstem. in den schweren Existenzkämpfen der Kirche in der vergangenen Epoche bewährten Führeigestidten. — EFK. Hermann Görings Juwelen Nürnberg. Verschiedene Juwelen und andere Wertgegenstände, die Hermann Gdring bei seiner Festnahme bei sich batte, wurden jetzt vom Internationalen Militäigerichtshof der Rekhsbankbauptstelle Nürnberg übergeben und unter VeranögenskontTotUe der Militärregierung von Bayern gestellt. Der Friectenswert einzelner dieser Gegenstände beträgt: Luftwatffemabzed- chen 3 000 Mark, Diamanitring 30 000 Mark, großer Smaragdring 25 000 Mark, Rubdnrimg 7 000 Mark und dae Feldmarschallabzeichen 4 000 Mark. GasvergJAtete Kinder Nürnberg. Zwei Kinder, im Spiel vertieft, streiften mit ihren Kleidern- den Gas bahn, der sich öffnete. Nach 20 Minuten bereits stellte man an den inzwischen bewußtlos gewordenen Kleinen Wiederbelebungsversuche an, die leider vergeblich waren. —g. 1. Bessere Verwendung Nürnberg. In der Stadtratsitzung wurde der Beschluß gefaßt, das gesamte ehemalige Reichsparteitag-Gelände für die Stadt Nürnberg zu verwenden und die Kongreßhalle im nächsten Jahre zu einer „Messestadt" für die nord- bayerische Industrie zu gestalten. Sie zogen an einem Strick Nürnberg. Vier Parteiredner, entsandt von der SPD, CSU, KPD und FDP, entwickelten wie angekündigt, an einem Diskussdousabend der Arbeitsgemeinschaft der Jungdemokraten in der FDP, ihre jeweils mit Nachdruck verfochtenen Parteoztele. Die Einmaligkeit dieses, von den vielen Besuchern anfänglich als ein Wagnis angesehene Unternehmen, zeugte schließlich von einer bewußt demokratischen Den- kungsweise. Es wurde klar, daß doch alle von dem amen Willen beseelt sind, unser Volk vor dem Abgrand zu bewahren. — g. L Von einer Panzergranate zerrissen Neustadt a. d. S. In der Nähe von Unterweißenbrunn machte sich ein 9 jähriger Junge mit einer Panzergranate, die er auf dem Felde gefunden hatte, zu schaffen. Nach edndger Zeit explodierte das Geschoß und tötete das spielende Kind. — g. I. Eine Lehmbausiedlung entsteht Bayreuth. Von 120 geplanten Lehmhäu- sem, von denen jedes vier geräumige Wohnungen enthält, sind die ersten zwei im Rohbau fertiggestelüt worden. Die schmucken Häuser im fränkischen Stil, deren billiges Material gleich an der Baustelle fabriziert wird, werden im kommenden Frühjahr in Serien ge* baut. — g. 1. Sportdienst des Südkurier Maillatd II (Lausanne), Fatto® (Servette), Fink II (Young Fellows), Sprünge in den Jubtl Su mssprlngen tu Neustadt Die Hodifirst-Sprangwettkämpfe in Neustadt die seit Kriegsende erstmals wieder ausget,Tagen wurden, standen Im Zeichen der Erinnerung an die vor 50 Jahren erfolgte Gründung des ehemaligen Skifclubs Neustadt. Ergebnisse: Männerklasse: l. Hettidi (St. Märgen) 45 und 46.5 m (Note 222,5) j 2, Schwörer (Hinterzarten) 42.5 und 43,5 m (Note 210). Jungmannklasse A: 1. Bolkhart (St. Georgen) 40 m (Note 204,5). Jungmannklasse B: 1. Karaczun (Neustadt) 40 i»d 43 m (Note 205). Altersklasse: 1 Pf aff (Schönach) 40,5 und 42,5 m (Note 214). Beim traditionellen Neujahrsspringen auf der großen Olympiaschanze in Garmisch war Sepp WeileT (Oberstdorf) mit Sprüngen von 66 und 71 m Tagesbester. 10 000 Zuschauer. Mit Sprüngen von 43, 47 und 46 m erzielte Simon Berger (Oberaudorf) beim Neujabrssprin- gen auf der Seeberg-Sebanze (Bayrischzell) die beste Leistung. Auf der HausbeTg- Schanze in Garmlech-Barten- kirchen wurde Franz Kölbi (Partenkirchen) mit Sprüngen von 33, 38 und 40 m Tagesbester Auf der St. Moritzer Olympiaschanze wurde ein Skispringen durchgeführt, das Charles Blum (Lenzerheide) vor dem Norweger Lunde gewann Auf der Sprungschanze von Arosa hotte sich Georg Keller (Davoe) mit Sprüngen von 49,5 m, 54.5 pi und 58,5 m die beste Note vor Charles Blum (Lenzer heide). Fufjballkalender 5. Januar Oberliga Staffel Ost: Rielasingen — Neustadt, Radolfzell — Vfflingen; Singen, Engen, Stock ach, Donaueachtngen und Gottroadingen sind spielfrei Oberliga Steffel Süd: Wehr—Schopfheim, Weil — Zeii Rheinfelden — Wyhlen. Istein — Fahraau. Oberliga Staffel West: ASV Freiburg — Fortuna Freiburg; Emmendingen — Lahr: Oberkirch — Baden-Baden: Ottenau — Blauweiß Freiburg. Süddeutsche Meisterschaft: VfB. Stuttgart — FC. Nürnberg, Spvgg. Fürth — Schwaben Augsburg. Bayern München — Viktoria A9chaffenburg, BC. Augsburg — 1860 München Phönix Karlsruhe — Stuttgarter Kickers. VfR Mannheim — Karlsruher FV„ FC. Schwein- furt — SV. Waldhof. FSV. Frankfurt — Ulm 46. VfL. Neckarau — Eintracht Frankfurt, Offen- bacher Kickers — PC Bamberg. Beztrksklaese Groppe I: Möhringen—Blnmbesg Bezfricsklaese Gruppe II: Wollmatingen—Marie- dort PfuHendorf — Meßkirch. SV Konstanz — Ueberfingen. Kreisklasse Gruppe Konstanz: Markelfingen— VfL. Konstanz. Friedrichshafen und Biberach Qualifikationsspiele zur Zonenlige In den Qualifikationsspielen zur Zonenliga fertigte Biberach im Weingartener Stadion seinen Bewerber Laupheim mit 6:1 Toren ab, während .die Begegnung Friedrichshofen — Lta- denberg in Lindau bei Beendigung der normalen Spielzeit 1:1 unentschieden stand. Nachdem aber Lindenberg freiwillig auf die Teilnahme an der Zonenliga verzichtet, stehen in Biberach und Friedrichshafen die noch ausstehenden Teilnehmer der Zonenlige Gruppe Süd fest. Ausländischer Meisterschaftsfußbalt England : Die engliechen Professionals mußten in der abgelaufenen Woche Schwerer beit Skiwinter 1947 verrichten, indem sie innerhalb vier Tagen drei j Spiele bestreiten mußten. Wolverhampton Wan- | derers schnitten als Führer der obersten Spiel- j kiasse mit fünf Gewinn punkten sehr vorteilhaft I ab und vergrößerten ihren Vorsprung auf die I Verfolger noch mehr, da sowohl Liverpool als | auch Middle sbrough ihre Heimspiele nicht er- , folgreich gestalten konnten. — Tabellenstand: 1. Wolverhampton 24 Spiele 35 Punkte, 2. Li- ■ verpool 23 Sp. 30 P., 3. Blackpool 24 Sp. 30 P„ 4 Middiesbrougti 22 Sp. 29 P., 5. Preston 22 Sp | 29 P„ 6. Sheffield United 21 Sp. 27 P., 7. Man- | Chester United 22 Sp. 27 P„ 8. 9toke City 23 Sp . 27 Punkte. ! Oesterreich: In der Wiener Herbstinei- j sterschaft haben sämtliche Mannschaften zehn ; Spiele ausgetragen, womit sich nachstehender j Stand deT Tabelle ergibt: 1. Rapid 17 Punkte , 2. Wacker 14 P„ 3. Sportklub 14 P„ 4. Vienna ! 11 P„ 5. Floridsdorf 11 P., 6. Adrntra 10 P„ j 7. Austria 9 P„ 8, FC. Wien 9 P. ; Frankreich : Red Star — Rouen 4:1, Rau- j beix — St. Etienne 7:3, Strasbourg — Lille 1:2, j Reims — Le Havre 3:1, Cannes — Rennes 0:2, j Stade Francais — Montpellier 6:2, Metz — Lens , 2:1, Bordeaux — Marseille 2:2, Säte — Tou- 1 louse 1:0, Nancy — Racing Parts 0:2. Stand ; nach 22 Spielen: Roubaix 33 P„ Reims 30 P, Strasbourg 28 P-, Lille 27 P., Stade Francais ; imd Cannes 26 P. Freundschaftsspiel: Arago : Orleans — Austria Wien 0:0. 1 Itanen: Triestina — Bari 0:1, Internationale — Napoli 2:3, Bologna — Milan 1:2, Roma— Fioreratina 2:0, Livorno — Venezia 0:0, Alessan- dria — Genova 2:2, Vicenza — Lazio 1:2, Juventus — Brescia 1:0, Atalanta — Torino 0:3, Sam- j poria — Modana 0:2. — Stand nach 14 Spielen: j Torino 22 P„ Juventus 21 P., Modena 20 P„ : Bologna und Bari 17 P„ Mil flu und Roma 16 P. j Belgien: Stand nach 18 Spielen: 1 Olym- ) pic Charieroi 27 P. 2. Berchem 26 P., 3. Ra- | cing Brüssel 24 P.. 4 Anderiecht 22 P. (17 i Sp.), 5. Uersche 21 P I Internationale FuSbaUergebnisee: Red Star Pa- ; ris — Austria Wien 1:4: Orleans — Austria 0:0: j Paris — Belgrad 2:4: Auswahl französischer Ar- ; beiter-Sportveiband — Belgrad 0:15; Nordfrank- j reich — Belgrad 1:2; Sochaux — Beta Zlin 0:1; Kalmar — Bata Zlin 1:2; Rouen — Bata Zlin 1:2: Olympigue Marseille — Bata Zlin 3:5; Lazio Rom — Rapid Wien 2:2; Lugano — Juventus Turin 2:3; Ariacion Madrid — San Lorenzo ' (argentinischer Fußballmeister) 1:4» Madrider j Auswahl — San Lorenzo 4:1; Stadtelf Angou- j lerne — Austria Wien 4:1: Stade francais Paris— : Chariten Athlertic London 2:2: Gtioodins Bor- ! deaux — Urania Genf 1:2. FuBbaEeigebnisse ans anderen Zonen: In der Hamburger Fußballmeisterschaft hat Concordia Hamburg mit 19 »5 Punkten die Führung vor , Eimsbüttel und St. Pauli (je 18:4 P.) übemom- [ men; Bremerhafen 93 — Schalke 04 0:6: Fortuna ■ Düsseldorf — Turn Düsseldorf 1:1: Rotweiß I Oberheusen — Osterfeld 1:3; Fortune Düseei- j darf Scheflce 04 1:1; Eutin — Brit Soldaten- | eH 5« Das erste Länderspiel 1941 Die schweizer FußbaHoationaleilf bestreitet am | kommenden Sonntag ihr nächstes Länderspiel ge- | gen Portugal in Lleeabon. Für die Reise wunden } folgende schweizer Spieler aufge boten: Torhüter: j Baüabio (Greochen) und Litscher {F.C Zürichl | als Ersatz; Verteidiger: Gueme (Grenchen), Stef- ' fen (Celsea/Cantonal), Bocquet (Lausanne): Läufer: Tauner (Grenchen), Eggimann (Lausanne), Courtat (Grenchen); Stürmer: Bickel (Grasshop- ! per«). Harter (Biel), Amnrio (Grasshoppere), 100 Jahre Turnen in Baden Der Bad. Sportverband, der heute in Nord- Baden bereits wieder 618 Vereine mit über 100 000 Mitgliedern umfaßt, hatte aus Anlaß des 100 jährigen Bestehens von zwölf badischen Turnvereinen, nämlich Bretton, Bradisol, Durlach, Eberbach, Heidelberg, Karlsruhe, Lahr, Mannheim, Mosbach, Offenburg, Rastatt und Schopfheim am 15. Dezember 1946 zu einer eindrucksvollen Feierstunde in das Karlsruher Konzerthaus eingeladen, zu dem Teilnehmer au« dem ganzen Lande Baden erschienen wax.en Der Höhepunkt bildeten Darbietungen einer Reihe von Spitzenturnem, unter denen sich Angehörige deT bekannten Deutschlandriege, vor allem die beiden Olympia-SiegeT, der Bremer Wolter Steffens und der Münchener Irmo Stangl, befanden. — Der Bericht aus Nordbaden (amerikanische Zone) wird von den Turnern und Turnerinnen in der französ. Zone mit besonderer Aufmerksamkeit beachtet weiden, zumal die Turrverel z. B. in Freiburg und in Konstanz ebenfalls auf eine über hundertjährige Tätigkeit zurückblicken kann. Kurz notiert Die vor längerer Zeit in Berlin aufgefunderae olympische Fahne wurde dem englischen Verbindungsoffizier beim Magistrat von Berlin übergeben. Die Fahne soll zunächst dem Olympischen Komitee in der Schweiz zugeleitet weiden und wird später nach London gebracht. Der frühere Fußball-Reichstrainer Sepp Her- berger erklärte, daß er sich vorerst noch nicht aktiv am Sportgeschehen beteiligen wird. Im Kampf um die saariändische Fußballmeisterschaft führen VfB. Neunkirchen und FC. Saarbrücken punktgleich die Tabelle an. Saarbrücken gewann sein letztes Spiel gegen Neunkirchen 3:0 Laut Anordnung des Sportveibandes Mittelrhein scheidet der FSV. Trier aus der Zonenliga aus, weil die Trierer zum angesetzten Pokalendspiel in Koblenz gegen Neuendorf nicht amtra- ben. Trier 05 und VfL. Mayen ermitteln nunmehr den zweiten Vertreter des Mittelrheins. ln der Landeelige Baden ('amerikanische Zone) steht nach Beendigung der Vorrunde in der Gruppe Nord Phönix Mannheim mit 22:4 Punkten an der Spitze vor Amricitia Viernheim (20:6 P.) Im Achtelfiort des Schweizer Fußballcup setzten sich Basel, Bern, Btei, Grenchen, Lugano, Lausanne und Gras6hoppers Zürich durch. Die Vorrunde in der ungarischen Fußballmeisterschaft ist beendet; es führt Ujpest. Eine Innsbrucker Studentemnaunschoft spielte in Ganrdech gegen den deutschen Eishockeymeister SC. Rießersee und verlor 8:2. Es handelte sich Wer um den ersten österreichischen Sport besuch nach dem Krieg auf deutschem Boden. Der SC. Rießersee gewann in Garmisch ein Eishockeyspiel gegen eine Kombination Krefekf- Düseeldorf 7:2 Der LTC Prag gewann in Davos den Wettbewerb um den Bishockey-Speogier-Cup vor dem HC Davos und dem Zürcher SC. Auf ihrer Hoüandretoe zeigten die Schwerer Kunsttumer weiter in Ede, Leeuwaarden, Groningen, Enschede und tm Haag ihr hervorragendes Können. SUDKURIEI Verantwortlicher Redaktiooaausschuß: Hermann Dörflinger (CSV) Rudi Goguei (KPD) Herbert Goldscheider (SPD) Friedrich Munding (DP)' Hermann Fiebing — Verlag Südkurier-Veriag GmbH — Druck: Druckerei Konstanz FisAmarkt 5 Für unverlangt eingesandte Manuskripte übernimmt die Redaktion ketnertet Haftimg Freitag, S. Januar 1947 HEIMAT iffll KURIER 1 / Seite S SüDrocftÖeutfche Chronik 7Ultagenöte öcr Heimatloten Scharen von Menschen drängen sich in dem kleinen Kaufhaus. Jeder sucht unter den ausgelegten Waren, ob er nicht irgendetwas findet, was seinen Angehörigen Freude machen würde. Der alte Herr mit dem Krückstock, entdeckte nach langem Suchen eine kleine Dose Hautcreme. „Eine Dose, Fräulein, hier ist das Geld.” .Bedaure, mein Herr nur wer eine leere Dose abgibt, erhält eine neue.” Achselruckend geht der alte Herr weiter. „Wir sind Flüchtlinge aus Ostpreußen”, erzählt er mir. Doch mir braucht er nichts zu sagen, ich bekomme ja selbst keinen Sprudel, weil ich keine alte Flasche abgeben kann. Ich mußte unlängst meine Zeitung ungelesen verwenden, weil mir der Händler keine Tüte für die auf gerufenen Nährmittel gab. „Nähen Sie sich doch ein paar Säckchen!” riet er mir grob-freundlich. Das sind Ratschläge für Leute, die Heim und Sachen behielten. Wer kaum ein Taschentuch besitzt, kann sich keine Säckchen nähen. Und wer so bescheiden wohnt, daß er alles, was er beim Händler kauft, nicht in Büchsen und Dosen umfüllen kann, sondern in der Tüte aufbewahren muß, hat nie eine Tüte und kann keine haben. Wäre es nicht angebracht, wenn jeder Händler gerade auf Ausgebombte, Flüchtlinge und alle, die noch immer unterwegs sind, doch ein wenig Rücksicht nehmen würde und von ihnen nicht mit der gleichen Selbstverständlichkeit, wie Bregenz. Toleranz, Hilfsbereitschaft, Anerkennung und Wahrung der gegenseitigen Interessen und Werte sind die Voraussetzungen guter Nachbarschaft. Diese Quintessenz aus der Unterhaltung, die Vorarlbergs Landeshauptmann, Ulrich Ilg, über grenznachbarliche Fragen mit mir führte, enthält eigentlich schon alles, was er über das deutsch-österreichische Grenzverhältnis am Bodensee zu sagen hat. Die Antworten auf fünf von mir gestellte Fragen vermitteln im einzelnen die Auffassungen des Landeshauptmanns von der gegenwärtigen Situation und ihren Entwick- tungsmöglidikeiten. Ulrich Ilg ist ein Mann von 41 Jahren, Sohn Vorarlberger Bauern und Vater von sieben Kindern. Er paßt in ■einer ganzen Erscheinung wenig hinter den offiziellen, großen und neuzeitlichen Schreibtisch. Man könnte sich diese gedrungene Gestalt, dieses bäuerlich-väterliche Gesicht viel besser hinter einem aufbauredcben Sekretär vorstellen, wie er heute noch in man- m"; Wontag, 8. 1. 18 118t (25. Stamm!. 5) „Sin Sam. mecue©t»tco*ii“; Dienstag, 7. 1. 18 Uhr (25. Siamnt(. 8) „Ein Sammet. ■aStattasm“; Witteno©, 8. 1., 18.30 Ubt (26. 85rem. Slbonn.) „Set Jtitfd)- ■alten“, Tiagit-ftomöbi« »an Sntan xidte©om, 3n!aentetung: $etnn<8 Ito;6omlct._ PESCH, EMPFEHLUNGEN feit atitiien ». tiefem! Sdjunt & ttbe, Slcfttofojre. unb Bürftenbalterfabrif, (16) (Sieben. Sojtfa© 119. Sit gaSieüWtift „Sie SatjieSnif* neteinigt mit Spenbnla, erl©eint taie. bet. Stanatl ein f>eft. 3abiesheaugs- preis BW 14.40. BeRettungeu an: 3titf©r.-S?erti Staah. Sab Stetig- nai). _ SaRfpiet- utb ÄinftleraetmitUaRg fit alle Äunftgattungen gteiburg i. St., Sütgeruiebiftt. 1 Del. 2496. Tel.9br.: „9rtes gteiburg Stetsgau“. Snfetaie ftnb fonjetrrrierte Sertauipge« fpräebe. 5©»n beute ipüten 3te für ben Äunben auf morgen teerten. 3<5 empfehle meine ßeitungslifie mit to. 450 j. 3t. in affen 4 3‘ >nen «riebet- «enben geitungen u. 3 , W < bnften. gurten Sie beftimmte ßiefetanten, ia netlangen Sie uitnetlnnblicbes Sngebat foiebet 9bteffen. 3© liefere eimtfi©« Sernfs«. Srioc>i>8ran©en-9brelfen tu bUHgfben Steifen, ffitilp gorfe, Saris« tube.Saben, Äaiietaffee 41. SoRf«©. STELLEN ANGEBOTE ferkeltet, lattbm.. bet titelten tann ober Weiterin (eutl. finberloies Ehepaar) fit unfete Heine tanbm. Hbterlg in angenehme 3abresR*ttHng sef. 9us- fibtüib* Setnertj). mit 3tngirisabF©t. n. Sebaltsaniprutben an SBalbjanatn- tiunt Dt. Sdtröber. Stbämbetg, Knie Salm. SR*an, junget, jhrebfamei, für JBein. bau unb Sanbur.ri cÄafi in DauetRcl- lang gef. Eintritt 1. Januar, Seite 9n»bilbutigsimögl:©leit. f>ob« 2obn mb gtae Setpfl. grä) Rüirtari. SBeta* mft mrt DSeingragbänblung, Santen. Setmaliumg*. bgm. JBirtJrt«ft»kitefter. Bei bet Äretspflegeanftali Sub uitb bet SeilRätte Dtiersmeiei ift obige Stelle ju befetfen. 3n grage lammen Semerber, bie p-alttiF© unbetaRei ftnJt unb übet bie entfpreebenbe SSorbileteng bjro. (Eignung ntrb mögliibft grobe 9n- jtatts. bgm. Ätanlenbausetfabrung net. fügen. Bemertungen fittb unter 9n- id)luf) bes oolitiftben gtagebagenp, eines [etbflge|d)riebenen Sebenslaufes, eines 2i©ihtlbes. tüäenlofei 3 e *" n i!fe nitb Sngabe »an Referenten unb ®s« baWsaniptütben au ridrten an ben Sanbtat — 2anMreisleIbR»erroalrutra — Biibl (Baben). 3uttäebR Fall Stn« Rettung im SngefteuietroerSälinis -r« folgen. SpSiete Serbeamtung niebt ansgeftbiaifen. SSerfötriitbe SnrReüun- gen ohne Strfforberung tmeilos. Det Sanbrat — ßanblteisFelbRoenaaHunj. Mann aber Butiibe, jg., triftig, ber m norbanbenem ftametaben «n 9rbtF+en t. b. Sanbrnirtidfaft n. b«uptf5 nit, §eim erbet flnftall in bei Sebmei). 3uiebt. ntti. 1219 an 3eitfebau ©mb” tlnaeigennemr.iilg,. Iirtttingen, Bai hofftra^e 46. TAUSCH Stbetjaefe geb.; luebe Sliftiefet. ®t. 43. 3u|iü)i*e tum Xtoefnen non gut- terfleiieb. mögt, mit tontiiruieritebem Betrieb. ge[. 3u*(br. »an Sonftrufteut bam. enifpTeebenber tKtfteüerfinna erbittet E. Smmairn, Sflberfnebsfatnt, OnRmettingen. Streis Balingen SleidjRtam-Rebenlebtnbgeneeaie» (erti. tepaiaturtebürftig) mit tampounbtftfiet Wieflnng 3,5 bis 4,5 Äro, 110 B, tu taufen aber mieten gef. ß»tt. XanFeb naeb Betrtnbarung. 3ta" u. ©emüFe-Detail^e- e©äft mit 3>3intmemM>bnut»g in Sub« SübmeRbeuiFebianb. Bermiittimg er- münlebt. 3“iaus< u ©tunbbefib gegen gleieb in Süto« ober SBeRbeutfäjlh. 3u!ebr. u 5 667 an Obaner, Snf.- ©rpebttion, greibuig i. St. _ _ HEIRATEN Seitais < Sbreffeu Betlag W SuFtap Böhm (24) SteeS-&oIRetn bietai ca. 20 Bt(kofferten fftr SSR 4.— B- Seb.-Ät. Butnnb 25 998 (greiptalp ). D’Srtneibetin. perf-, Äriegtrmiime, 2 Äittbet. 31 3.. gute Srfteinung Fuebt m. Sebmeijet gerrn am tp. Beirat i. Briefmeebiel ;n treten Silbiuibt. u 53 544 Sfibfurier BiHingcn leibtet, »2 3.. 1.68 gt.. gutes SusFtbett. natur,. muRf, u. Fpotiliebenb. beitftf CbRgut unb Betmögtn, mirrieb! gerrat mii (baraftetn, geb. &ertn, nilbt untet 30 3 3uF«rtenRrin. I/j 3. geft 23 12. 46. Bidenba© 3ebte. SBilbeim. 40 3 geR 4. 3. 46 (Sratingtab). 3t. ©tetge«: Wüüet. Ff riebti b. SBilbeim. 00 3., aeR. 17. 12. ¥. Singen a. ©.: JltiSeim. Fftanj. 72 3 . geR. 25 12. 46. 3 ipplingen: SBibenbnin. SuRa», 86 3 . geR 22 12 46 3pöd: Späble 9gatbe. 53 3.. geR 21 12 46 Ttaneubroun: ftaFpar Elia. 17Vi 3 . gcR 13 1! 46 Tiengen: Stf^iea 3at»b. 82 3.. geR 21 12 46 Untermeitingen: StoD. 3oiefa. vb Wahl«. 77 3.. geR. 20. 12. 46.