F V D K Be Ce St K J? U SUDKURIER 3 JAHRGANG • TAGBLATT FÜR BODENSEE • SCHWARZWALD UND DAS OBERE DONAUGEBIET • NUMMER 3 Erscheint Dienstag und Freitag. Adresse: Konstanz, Rosgartenstraße 12 f n 1VI CT A 1VI 7 FP FIT A T lfi TATVTTA1? 1QA.7 Einzeipreis 20 Pfg Abonnement bei der Post 1,74 M., durch Träger 1,60 M. Telefon-Anschlüsse ; Redaktion und Verlag Nr. 924, 925, 1130, 1510, 1511 K U Ir J 1 A I' 6 f Xi fil 1 A Ir l U, J A 1' U A Xi l V % i Anzeigenannahme durch alle Geschäftsstellen und Agenturen des Südkurie’ Präsident Wohieb vor der Landesversammlung Programm der Regierung mit anschließender Aussprache Berliner Spiegel Telegramm unseres Berliner A.G. -Korrespondenten Berlin. Das allgemeine Gesprächsthema diplomatischer und parteipolitischer Kreise ist die Einhaltung der Termine für die Vorbereitungen der Friedenskonferenz. — Am Tage der Washingtoner Bekanntgabe der Ernennung General Clays zum Militärgouvemeur der US- Zone erfolgte erstmalig die Einladung auch deutscher Journalisten zu Clays allmonatlicher Pressekonferenz. Der ebenfalls anwesende Botschafter Murphy antwortete auf eine Anfrage: Die Bildung einer deutschen Regierung habe keine Eile; das sei auch die französische Auffassung. Vom deutschen Standpunkt wesentlich ist seine Mitteilung, daß formelle Gespräche mit deutschen Persönlichkeiten nicht stattgefunden haben, wohl aber informatorische Gespräche. Dabei wurde deutscherseits die Frage aufgeworfen, ob eine demokratische Regierung Deutschlands mit der Verantwortung für den kommenden Friedensvertrag belastet werden soll und ob es nicht möglich wäre, ein Diktat oder ein sogenanntes „Statut der Friedensbedingungen” zu erlassen, um damit eine deutsche Regierung von der Verpflichtung zu entheben, einen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Reemtsma in Untersuchungshaft Hamburg. — Philipp Reemtsma, der bekannte Hamburger Industrielle und Leiter des Reemtsma-Zigaretten-Konzems, ist am Montag von der Staatsanwaltschaft Hamburg in Untersuchungshaft genommen worden. Reemtsma wird fortgesetzte Bestechung Hermann Görings und dessen ehemaligen Staatssekretärs Paul Körner zur Last gelegt. Beide sollen von Reemts- tna Millionenbeträge erhalten haben. Frankreich ohne Zeitungen Paris, Paris ist seit Donnerstagmorgen ohne Zeitungen. Die Drucker hatten angesichts der Teuerung schon seit einiger Zeit Lohnforderungen erhoben, die jedoch bisher zu keinem Resultat geführt hatten. Sie verlangsamten daraufhin die Arbeit, was die Pariser Zeitungsbesitzer nun Ihrerseits zu einer Einstellung des Erscheinens der Zeitungen veranlaßte. Die Besitzer der großen Provinzzeitungen haben beschlossen, sich aus Solidarität dem Vorgehen der Pariser Zeitungsverleger anzuschließen. Ab heute werden auch in der Provinz keine Zeitungen erscheinen. Washington. Staatssekretär Byrnes ist zurüdegetrerten, zu «einem Nachfolger ist General Marshall ernannt worden. Der Rück, tritt Byrnes tritt in Kraft, sobald General Marshall aus China zurüdegekehrt ist. In seinem Rücktrittsgesuch an Präsident Trumann schreibt Byrnes unter anderem: „Am 16. April 1946 hatte ich Sie gebeten, meinen Rücktritt zu bewilligen, der Anfangs Juli in Kraft treten sollte. Ich hegte damals die Hoffnung, daß die Friedenskonferenz bis zu diesem Zeitpunkt ihre Arbeitabgeschlossen haben würde, und daß die Fertigstellung der fünf Verträge mit den Satelliten-Staaten Deutschlands beendet sein konnte. Ich habe Sie später darauf aufmerksam gemacht, daß ich auf meinem Posten bleiben werde, bis diese Arbeiten zu' einem Abschluß gekommen seien. Nachdem die Unterzeichnung der Verträge für den 10. Februar vorgesehen ist, möchte ich um Entlastung bitten. Ich bin der Auffassung, daß es wesentlich Ist, diese Aenderung gerade in diesem Augenblick vorzunehmen. Wir haben beschlossen, am 10. März in Moskau eine Konferenz durchzuführen, auf der che Arbeit für die Friedensverträge mit Deutschland und Oesterreich beginnen wird. Diese Aufgabe wird mehrere Monate Arbeit erforderlich machen. Der Staatssekretär, der diese Aufgabe übernehmen wird, sollte also lange genug vor dem Zusammen treten der Konferenz «einen Posten antreten, um sich mit den Problemen vertraut machen zu können." * London. Großbritannien sieht im Rücktritt Byrnes den Abgang eines Freundes, mit dem es immer die vertrauensvollsten Beziehungen unterhalten hatte. General Mar- ehall wird in London sehr geschätzt. Man betont seine entgegenkommende Haltung und seinen glühenden Wunsch nach internationaler Befriedung. * Der Nachfolger Byrnes' auf dem Posten des Staatssekretärs, General George Catlet Marshall ist am 31. Dezember 1880 in Union Town im Staate Pensylvanien geboren. Im Jahre 1931 ernannte ihn Präsident Roosevelt zum stellvertretenden Generalstabschef. 1939 wurde er Generalstabschef mit dem Range eines Generals. Marshall blieb auf diesem Posten bi« Kriegsende. Im November 1945 wurde er von Präsident Tru- man zum Botschafter der Vereinigten Staaten m China ernannt F r e i b u r g. Die erste Sitzung der Beratenden Landesversammlung für Südbaden im neuen Jahre eröffnete Präsident Dr. Person am Dienstagnachmittag. Er gab bekannt, daß bereits in der kommenden Woche eine Sondersitzung der Landesversammlung stattfinden würde zur Beratung des Entwurfes einer Badischen Gemeindeordnung, die dem Rechtspflegeausschuß überwiesen wurde und die bereits Ende dieses Monats veröffentlicht werden soll. Ferner ist der Entwurf einer Neufassung des Verwaltungsrechtspflegegesetzes vom Staatsministerium angekündigt Für die nächsten Tage ist der Eingang des Entwurfes einer neuen Badischen Verfassung zu erwarten. Hierauf ergriff der Präsident des Staatssekretariats. Leo Wohieb, das Wort, um in zweistündiger Rede die Regierungserklärung abzugeben. Er erklärte u. a., daß nach dem Inkrafttreten einer Verfassung die Zahl der Ministerien auf vier, höchstens fünf, beschränkt werden soll. Die Staatskommissariate würden in die Aufgabenbereiche der Ministerien eingebaut und daher als solche verschwinden. Die Regierung werde der Landesversammlung im Laufe der Januar-Session eine Reihe von Gesetzesvorlagen unterbreiten, die den organisatorischen Aufbau des Landes beträfen. Die Regierungserklärung kam dann ins einzelnen auf die verschiedenen Aufgabengebiete des Innenministeriums zu sprechen. Interessant war die Mitteilung, daß nach der Zeit des ersten Uebergangs eine Bewaffnung der Polizei wieder ins Auge gefaßt wird. Verwaltungsgerichte und ein Verwaltungsgerichtshof in Freiburg seien zur Klärung von Beschwerden errichtet worden. Die Ernährung und Wohnungsnot erforderten dringend strikte Durchführung der Bestimmungen auf Rückführung der Evakuierten und Zuzugssperre für Südbaden. Zu der Finanzgebarung des Landes sagt die Regierungserklärung, daß nach einem Zwischen-Haushaltsplan vom 1. Oktober 1945 bis 31. März 1946 nunmehr für das Rechnungsjahr 1946, also für die Zeit vom 1. April 1946 bis 31. März 1947, ein Haushaltsplan vorliege, der bereits grundsätzlich die Zustimmung der Militärregierung erhalten habe. Er beziffere sich in Einnahmen und Ausgaben auf 511 Millionen RM, wovon allerdings unter den EinIn Kreisen, die dem Weißen Haus nahestehen, wird erklärt, der Rücktritt Byrnes führe zu keinerlei Aenderung der Außenpolitik der Vereinigten Staaten. ’ Das Echo New York. Der Rücktritt Byrnes’ von seinem Posten als Außenminister der USA wurde, wie Reuter berichtet, in großer Aufmachung von den amerikanischen Morgenblättem veröffentlicht. „Wir können nur annehmen”, heißt es in der New York Times, „daß Byrnes die Bürde seines Amtes schwer geworden ist, um sie noch länger tragen zu können. Der Rücktritt ist beunruhigend wegen der Schnelligkeit, mit der er kam und weil er einen neuen Wechsel an leitender Stelle bedeutet, zu einer Zeit, da Fragen von weitreichender Bedeutung zur Entscheidung drängen. Wir vertrauen darauf, daß die Ernennung General Marshalls keine Veranlassung zu einem Wechsel der amerikanischen Politik geben wird.“ Senat billigt die Ernennung General Marshalls Washington. Auf Antrag Senator Vandenbergs trat die außenpolitische Kommission des Senats am Donnerstag 8 Uhr zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um über die Ernennung des Generals Marshall zum Nachfolger Byrnes auf dem Posten des Staatssekretärs zu beraten. Zu Beginn der Sitzung ergriff Senator Vandenberg das Wort. Er erklärte, in der ganzen Welt seien im Zusammenhang mit dem Rücktritt Byrnes’ Vermutungen aufgestellt worden und Spekulationen im Gange. Es sei deshalb von allergrößter Wichtigkeit, daß der Senat unverzüglich die Ernennung des Generals Marshall bestätige, um auf diese Weise eindeutig zum Ausdruck zu bringen, daß sowohl die Politik des Staatsdepartements als auch die einmütige Unterstützung der Außenpolitik der Vereinigten Staaten durch die beiden . Parteien keinerlei Unterbrechung erfahren wird. Die außenpolitische Kommission des Senats billigte schließlich einstimmig die Ernennung des Generals Marshall zum Staatssekretär. Der Senat bestätigte seinerseits ebenfalls einstimmig den Beschluß der Kommission für auswärtige Angelegenheitöl. nahmen rund 208 Millionen aus Anleihen und Reichsfoankvorsctoüssen enthalten seien. Hierin liege eine Gefahrenquelle, weil laufende Ausgaben durch Schuldenaufnahmen bestritten würden. Nach der bisherigen Entwicklung könne man allerdings damit rechnen, daß ein Teil der auf Reichsbankvorschüsse vorgesehenen Ausgaben aus laufenden Einnahmen gedeckt werden können. Weiter sei die Herstellung eines Finanzausgleichs zwischen dem Land und den Gemeinden sowie den Gemeindeverbänden erforderlich. Eine weitere Aufgabe des Finanzministeriums wird die Neuregelung des Beamten- und Besoldungswesens durch entsprechende Gesetze sein. Eine Gesundung der Finanzen könne nur aus einem erheblichen Auftrieb der Wirtschaft kommen. Die bestehenden Steuern seien, auf längere Sicht gesehen, untragbar. Auch die Verbrauchssteuern müßten erheblich gesenkt werden, wenn die Industrie nicht zum Erliegen kommen solle. Aus der Gefahr der Vergrößerung der Staatsschulden 'entstehe die einer Inflation, die unter allen Umständen vermieden werden müsse. Zur Wirtschaftspolitik übergehend, erklärte der Präsident. Verkehr, Energie und Geldwirtschaft müßten so umgestaltet werden, daß der Staat einen ausschlaggebenden Einfluß habe. Der Handelsverkehr mit anderen Zonen sei weiter ausgebaut. Um die Gefahr des Schwarzen Marktes ganz zu bannen, sei eine umfassende Produktionssteigerung sowie die großzügige Freigabe von Produktionsgü- 'tem für die Bedürfnisse der Zivilbevölkerung dringend erforderlich. Aufgabe der Zukunft müsse es weiter sein, eine zielbewußte Sozialpolitik zu treiben, um die menschliche Arbeitskraft zu schützen. Diese beginne schon bei der Berufsberatung der Jugendlichen. Ziel sei der freie, persönliche Arbeitsvertrag im Rahmen der zu vereinbarenden Kollektiv-Tarifverträge und eine von sozialem Empfinden getragene Arbeitsgerichtsbarkeit Alle Wirtschaftsaufgaben könnten nur in enger Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften gelöst werden. Den Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen solle insbesondere durch Wiedereingliederung in das Wirtschaftsleben und durch ausreichende materielle Unterstützung geholfen werden. All diese Maßnahmen hätten nur den einen Sinn, dazu beizutragen, den künftigen Sozialstaat zu schaffen und zu sichern. Nur durch eine gesunde Wirtschaft sei überhaupt die Möglichen geboten, die durch das verbrecherische Handeln Hitlers in anderen Staaten, besonders in Frankreich, verursachten Schäden wieder gut zu machen. Diese Wiedergutmachungspflicht könne jedoch nur erfüllt werden, wenn unserem Volke Arbeitsmöglichkeiten, Nahrung und Kleidung in ausreichendem Maße gegeben und ihm damit eine bescheidene, aber sichere Lebensmöglichkeit gewährleistet würde. Die größte Bedeutung komme in der gegenwärtigen Notlage der Landwirtschaft zu. Besonders im Hinblick auf die Tierhaltung dürfe die der Landwirtschaft verbliebene Basis der Produktionsmittel nicht weiter geschmälert werden. Besondere Aufmerksamkeit verlange die gegenwärtige Emährungslage. Die Regierung wisse, daß im Augenblick alles auf- geboten werden müsse, um die bestehenden Kalorien für die nächste Zeit zu sichern und halte deshalb den Zeitpunkt für gekommen, in einer vertrauensvollen Aussprache mit der Militärregierung nach neuen Emährungsgrundlagen zu suchen. Eine Beseitigung der Zonengrenzen sei hierbei wünschenswert, um die Lücke in der Ernährung schließen zu können. Um vor allem in den Städten dieses Notwin- ters Herr zu werden, müßten noch größere Mengen dieses Volksnahrungsmittels erfaßt werden. Unsere Brotversorgung sei bis zum März gesichert, aber nur dann, wenn die der Landwirtschaft auferlegten Umlagen an Brotgetreide und Gerste hundertprozentig erfüllt würden. Der überwiegende Teil des Bauernstandes habe in anerkennenswerter Weise seine Ablieferungspflicht erfüllt. Mit scharfen Kontrollen werde die Regierung aber gegen jene Kreise vorgehen, die sich einer vernünftigen Ablieferung widersetzten. Präsident Wohieb widmete dann Dankesworte dem Vatikanischen Hilfswerk, der Schweiz, Irland. dem Internationalen Roten Kreuz, den Quäkern sowie den christlichen Kirchen des Auslandes und sonstigen humanitären Organisationen für ihre hochherzigen, zur Linderung der Not gebrachten Spenden. Der Wiederaufbau erfordere entschlossene Eingriffe in die bisherigen Besitzverhältnisse an Grund und Boden, ein neues Boffen recht eine Bodenreform auch für die Städte. Der Dienst am Wiederaufbau müsse selbstverständliche Pflicht aller sein. Die durch die Entnazifizierung aus ihrer bisherigen Tätigkeit Ausgesch’ede- nen sollten mt den anderen zusammen eingesetzt werden und beweisen, daß sie aus innerer Bereitschaft wieder gutmachen wollen, was mit durch ihre Schuld über unser Volk an Not und Zerstörung hereingebrochen ist Ganz besonders rücksichtsvoll müsse man in der Beurteilung der Jugend sein, der keine Schuld aus ihrem Beitritt zur Partei beigemessen werden dürfe. Das Säuberungsverfahren sollte zu einer rein deutschen'Angelegenheit gestaltet werden und dürfe sich nicht nur auf die in Freiheit befindlichen ehemaligen Parteigenossen erstrecken, sondern müsse auch auf die Internierten ausgedehnt werden, die durch deutsche Gerichte abgeur-» teilt werden sollen. Die bisherige Organisation der Säuberung habe weite Volks- kreise nicht befriedigt, da allgemeine, bindende Richtlinien fehlten. Das Säuberungsverfahren müsse mit möglichster Beschleunigung durchgeführt; werden, wobei jedem Betroffenen Anspruch auf rechtliches Gehör zustehe und die Migi chksit einer Berufung vorgesehen sein sollte. Zur Justizverwaltung sag-e die Regierungserklärung, daß im Benehmen mit den Justizverwaltungen der übrigen Länder der französisch besetzten Zone zahlreiche Gesetzesvorschläge mit dem Ziel ausgearbeitet worden seien, die fortschreitende Rechtszersplitterung auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die erste Sorge des Ministeriums des Kultus und Unterrichts bilde der Auf- und Ausbau des Schulwesens. Neben der Raumfrage zwinge der Lehrermangel vielerorts noch zu außergewönlichen Einschränkung des Unterrichts. Der Zugang zu den Höheren Schulen sei so stark, daß man sich schwerer Sorgen für die Zukunft nicht erwehren könne. Ueber die unmittelbaren Arbeiten in den Schulen hinaus obliegt dem Ministerium die geistige Erneuerung des Volkes im ganzen. Dem Kultusministerium obliege auch die Pflege der Beziehungen zwischen Staat und Kirchen, sowie sonstigen religiösen Gemeinschaf- ; ten. In der Wiedereinführung des Religi- ; onsunterrichts in den Schulen erblicke das Ministerium ein unersetzliches Erziehungs- und Bildungsmittel. (Fortsetzung Seite 2) Wird die Regierung Blum beibehalten? Zar politischen L Paris. Der Erfolg der Regierung Blum hat zu einer merklichen Änderung der politischen Perspektiven der innerfranzösischen Entwicklung geführt Vor einem Monat noch schien das Zurückgreifen auf Leon Blum, der dem Parlament femge- blieben war, und die Bildung einer rein sozialistischen Regierung eine rein provisorische Lösung darzustellen, es handelte sich damals lediglich darum, die Wahl des Präsidenten der Republik abzuwarten. Es hat sich inzwischen jedoch herausgestellt, daß die Regierung Leon Blums auf den heikelsten Gebieten — Finanzwesen, Wirtschaft und indochinesische Frage — eine neue und wirksame Politik eingeschlagen hat und daß sie hierbei mit größerer Sicherheit und mit mehr Entschlußkraft vorgeht als die Koalitionsregierungen, die ihr vorausgegangen sind. Der Gedanke, die Regierung Läon Bkun auch nach der Wahl bedzubehalten, wird allgemein immer intensiver erwogen. Die Bevölkerungszahl des französischen Mutterlandes beträgt, wie amtlich bekanntgegeben wurde, gegenwärtig 40.500 000. In dieser Zahl sind etwa 1,7 sge in Frankreich Millionen Ausländer einbegriffen. Die Gesamtbevölkerung Frankreichs ist damit um 1,4 Millionen niedriger als im Jahre 1936. Fallschirmjäger in Vietnam Wie aus einem Kommunique des fran- . zösischen Hauptquartiers hervorgeht, wur- , den am Dienstag Fallschirmjäger zur Un- 1 terstützung der belagerten französischen ■ Garnison in Nam Dinh, südöstlich von I Hanoi, abgesetzt Die Fallschirmjäger er- ! möglichten die Landung weiterer franzö- j sischer Einheiten, die dann in die Stadt i eindringen konnten — Aus Hanoi wird ! beiderseitiges Artilleriefeuer gemeldet. Am Rand des annamitischen Viertels von Hanoi haben vietnamesische Truppen mehrere Häuser in Brand gesetzt Das britische Konsulat in Hanoi hat dem Präsidenten der Viet-Nam-Republik, Dr. Ho Chi Minh, einen Brief übermittelt, in dem die Freilassung oder die Versicherung einer i i angemessenen Behandlung der 200 französi- : sehen Zivilpersonen gefordert wird, die von j den vietnamesischen Streitkräften als Geiseln festgehaäten werden. Außenminister Byrnes zurückgetreten General George Marshall von Präsident Truman zum Nachfolger ernannt So geht es nicht! Von Hermann Henseler Wie ein Steinhagel prasseln seit einigen Wochen die politischen Säuberungsurteile nieder. Niemand, auch in Freiburg nicht, wird sich der Illusion hingeben, daß sie irgendwo reine Freude auslösen. Eher kann man schon behaupten, daß sie Schrecken und Entsetzen hervorrufen, und zwar nicht nur bei den Betroffenen selbst Wer es mit der Zukunft des deutschen Volkes ernst meint, kann an diesen Ur-, teilen und Entscheidungen nicht achtlos vorübergehen, nur weil sie ihn persönlich oder ihm Nahestehende nicht berühren. Auf die Gefahr hin, sich Mißdeutungen auszusetzen und den Zorn einiger Unentwegter auf sich zu lenken, muß gesagt werden: So geht es nicht! Das kann nicht der Sinn einer politischen Säuberung sein, die den demokratischen Aufbau des neuen Staates sichern soll. Es ist schon bezeichnend, daß niemand für diese Entscheidungen gerade stehen will. Während französische DienststeEen klipp und klar erklären, daß es sich um eine rein deutsche Angelegenheit handele, behaupten die deutschen DienststeEen immer wieder, die Verantwortung Uege bei der Militärregierung. Wer hat nun eigentlich recht? Einer der erschüttemsten Eindrücke aber, die man beim Lesen dieser Urteile hat, ist, daß nicht die gleiche EEe angelegt wird. Ein Lehrer z. B., deV trotz aBer Anfeindungen bis zum Schluß ReUgions- unterricht erteilt hat, wird mit Amtsenthebung bestraft, während ein anderer, der auf Verlangen der Partei aus der Kirche ausgetreten ist, oder den „deutschen Christen” nachlief, eine Bewährungsfrist zugebilligt erhält. Üeber einen Arzt, der in irgend einer Nazisportformation einen Führerposten bekleidete, wird das Berufsverbot verhängt, während ein anderer, der in der gleichen Formation sein Vorgesetzter war, mit zwei Jahren Entzug der Krankenkassenpraxis davonkommt! Ein bewährter Chirurg, der in München ent- nazifiert, als unbelasteter Mitläufer klassiert wird, mit ausdrücklicher Zustimmung des badischen Säuberungskommissars im Krankenhaus einer Stadt des Seekreises angestellt worden ist, wird mit dem Berufsverbot bedacht. Ein Arbeiter, der aus politischer Kurzsichtigkeit oder Rückgratlosigkeit Pg. geworden war, wird nicht nur dem Arbeitsamt in Freiburg zur Verfügung gestellt, sondern verfällt auch noch der Vermögensbeschlagnahme, öbschon dieses „Vermögen" ledigüch in einem Siedlungshäuschen besteht, das er sich in einem langen Arbeitsleben erspart hat Ein leitender Angestellter wird zur fristlosen Entlassung und Vermögensbeschlagnahme verurteilt, wodurch nur seine Frau und fünf Kinder betroffen werden, da er selbst, seit 1941 eingezogen,' zur Zeit noch in Kriegsgefangenschaft ist. Die unmittelbare Folge dieser Maßnahme besteht darin, daß dem neuen Staat unversöhnliche Gegner erwachsen müssen. Was neben dem Tenor der Urteile am meisten beanstandet wird, ist das Verfahren, das dabei angewendet wird. Seit Jahresfrist bemühen sich die örtlichen Ermittlungsausschüsse, bei deren Bildung die Gewerkschaften Pate gestanden haben, in mühevoUer Arbeit auf Grund ihrer Kenntnis der örtlichen und persönHchen Verhältnisse Schuld und Sühne miteinander in Einklang zu bringen. Nun müssen sie feststellen, daß übergeordnete Instanzen in Freiburg ihre Arbeit einfach in den Wind schlagen und Urteile nach eigenem Ermessen verkünden, anstatt FäUe, deren Beurteilung unzulängUch erscheinen, zur erneuten Prüfung an den zuständigen Ermittlungsausschuß zurückzuverweisen. Daß unter diesen Umständen die Ermittlungsausschüsse einer nach dem anderen auseinanderfallen und die Gewerkschaften sich weigern, sie durch neue Mitgüeder zu Ergänzen, kann wohl niemanden überraschen. Darum nochmals: So geht es nicht! Die poHtische Säuberung hat nur dann einen Sinn, wenn sie mit sauberen Mitteln und mit sauberen Methoden durchgeführt wird, wenn sie ein klares vernünftiges Ziel verfolgt. SelbstverstäncEich sind aus dem öffentlichen und wirtschaftlichen Leben aEe Elemente auszumerzen, die eine Gefahr oder ein Hindernis für den demokratischen Aufbau des neuen Staates bilden. Ferner sind alle diejenigen einer gerechten Bestrafung zuzuführen, die sich in der Nazizeit gegen die Gesetze der Menschlichkeit vergangen und andere Menschen drangsaliert haben. Wer sich selbst bereichert oder sich ungerechtfertigte Vorteile verschafft hat, soll entsprechend bestraft werden. Diejenigen jedoch, die aus politischer Kurzsichtigkeit an die Naziphrasen geglaubt oder aus Rückgratlosigkeit dem Druck nachgebend in der Partei mitgemacht haben, müssen mit einem anderen Maßstab gemessen werden. Bei diesen Leuten genügt es, sie aus einflußreichen Stellen im öffentHchen Leben zu Seite 2 / Nr. S SUDKUBIEK Freitag, 10. Januar 1947 entfernen und zu verhindern, daß sie sich wieder in den Vordergrund des politischen Lebens stellen. Denn heute sind politische Kurzsichtigkeit und Rückgratlosigkeit weniger am Platze als je. Aber sie um Arbeit und Brot bringen und damit sie und ihre Kinder zu unversöhnlichen Feinden des neuen Staates zu machen, dazu liegt keine Veranlassung vor. Das wären Nazimethoden, mit denen ein für alle Mal Schluß gemacht werden muß. Wer für sie eintritt, zeigt nur, daß er charakterlich dem Nazismus näher steht als der Demokratie Solchen Leuten kann nur zugerufen werden: „Richtet nicht, damit Ihr nicht gerichtet werdet!” Im übrigen aber gilt es nun, mit allergrößter Beschleunigung die schon lange angekündigten Spruchkammern zu bilden, in denen gewissenhafte, vereidigte Richter nach Recht und Gesetz über die zahlreichen Entscheidungen des Säuberungsausschusses befinden, gegen die Einspruch erhoben worden ist. Darüber hinaus ist es eine Forderung der Gerechtigkeit und Billigkeit, die Vollstreckung der gefällten Urteile auszusetzen, bis diese Spruchkammern gesprochen haben. Die Landesversammlung in Freiburg (Fortsetzung von Seite 1) „Das deutsche Vaterland und alle deutschen Länder befinden sich”, so schloß Präsident Wohieb seine Erklärung, „in der wohl ernstesten Lage ihrer Geschichte.” Das nationalsozialistische Regime habe neben einem materiellen auch ein moralisches Trümmerfeld hinterlassen. Es müsse sich bewußt abkehren von den Trugbildern und Wahnvorstellungen der Vergangenheit, da nur dann ein wahrhafter Wiederaufbau möglich sei. Nach eintägiger Unterbrechung ,die der Beratung der Fraktionen diente, nahm die Landesversammlung für Südbaden am Donnerstag ihre Beratungen mit der Aus- sp ' ie ub' de ' "ic’-;ing=e'-k]ärung wieder aut Entsprechend der Stärke der einzenen Fraktionen sprachen nacheinander die Abgeordneten Dr. Hcffmann (BCSV), Martzloff (SPD), Dr. Vortisch (DP) und Büche (KP). Alle Redner stimmten im großen und ganzen der von Präsident Wohieb am Dienstag abgegebenen Erklärung zu, nahmen dann im weiteren Verlauf ihrer Ausführungen Gelegenheit, die Wünsche ihrer Fraktionen vorzubringen und der Regierung weitere Anregungen für die von ihr zu lösenden Aufgaben zu geben. Von allen Rednern wurden dabei die Probleme der Ernährung, der Entnazifizierung und des Wiederaufbaus sowie die Stellung der Landwirtschaft einer eingehenden Würdigung unterzogen. In der Donnerstag-Nachmittagssitzung der beratenden Landesversammlung für Südbaden lagen zur Regierungserklärung keine weiteren Wortmeldungen mehr voi. Der Präsident des Staatssekretariats Wohieb nahm auf einmal das Wort zu einer kurzen Erklärung. Er versicherte, daß alle Staatssekretäre, Staatskommissare für die Verantwortung von Einzelfragen jederzeit zur Verfügung ständen. Er beantwortete auch eine Frage der kommunistischen Fraktion, die sich auf die Säuberung der Justizverwaltung bezog. Nach den Angaben des Präsidenten wurden in der süd- badischen Justizverwaltung etwa 16Voder Beamten entlassen und 63,7 % gemaßre- gelt. Präsident Wohieb stellte mit Befriedigung fest, daß nach der Aussprache zu schließen sämtliche Parteien im großen und ganzen mit der Linie der Regierungserklärung einverstanden zu sein scheinen. Im weiteren Verlauf der Sitzung befaßte sich die beratende Landesversammlung mt verschiedenen Anträgen, die ihr vom Verfassungs- und Rechtspflege-Ausschuß überwiesen worden waren. Bemerkenswert ist dabei ein Antrag der Kommunisten der die beratende Landesversammlung bittet, das Staatssekretariat möge eine Verordnung ausarbeiten und vorlegen, wonach gewerbsmäßige Spekulanten mit Lebensmittel, gewerbsmäßige Schieber und Wucherer Zuchthaus und Geldstrafen in unbeschränkter Höhe und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft werden sollen. Dieser Antrag fand einstimmige Bewilligung. • In Bebenhausen fand die vierte Sitzung der württembergischen Landesversammlung statt. Präsident Gengier begrüßte den bei der Sitzung Anwesenden Gouverneur Widmer Beveridge in Tübingen Tübingen. Lord Beveridge, ehemaliger Staatssekretär beim britischen Arbeitsministerium, befindet sich gegenwärtig in der französischen Zone. Anfang dieser Woche wurde Lord Beveridge vom französischen Militärgouverneur in Tübingen empfangen. Bei dieser Gelegenheit unterhielt sich Lord Beveridge mit Vertretern der württembergischen Regierung, der Universität Tübingen, der Gewerkschaften und der Parteien. Außenhandelspolitik der USA Präsident Truman erläu tert die Pläne für 1947 Washington. Im-ersten Wirtschafts- Jahresbericht erklärte Präsident Truman zur amerikanischen Wirtschaftspolitik der nächsten 12 Monate, daß innerhalb dieses Zeitraumes die Aufrechterhaltung des Beschäftigungsstandes auf der dm Jahre 1948 erreichten Höhe, die Steigerung der Produktion auf allen Gebieten um 5*'o und die Aufrechterhaltung der Kaufkraft durch einen sorgfältig herbeigeführten Ausgleich zwischen Löhnen und Preisen unter Verlegung des Schwergewichts auf eine allmähliche Herabsetzung des Preisniveaus angestrebt werden müsse. In bezug auf die internationale Wirtschaftspolitik betonte Truman die lebenswichtige Bedeutung des Außenhandels und der ausländischen Beteiligungen für die Aufrechterhaltung eines dynamischen Wirtschaftssystems in den USA. Die Bereitschaft vieler Länder zur Teilnahme an der vorgeschlagenen Welthandelsorganisation werde von der Haltung Amerikas zu den in diesem Jahre angekündigten Verhandlungen und Handelsverträgen abhän- gen. Auf Grund der eigenen Zugeständnisse in bezug auf Handelsschranken werde nicht nur eine allgemeine Herabsetzung der Auslandszölle und eine Aufhebung der unterschiedlichen Behandlung erfolgen, sondern könne auch eine Begrenzung der unzähligen Handelsbeschränkungen und strengen Einfuhrquoten in anderen Ländern ausgelöst werden. Andererseits würden andere Staaten die Kontrolle Der Rastatter Prozeß Rastatt Am Nachmittag des 6. 1. erschienen die ersten Belastungszeugen des früheren Lagers Schömberg vor dem Tribunal General. Sieben Angeklagte haben sich zu verantworten und zwar: Seith, Busch, Gleisch, Jetzelberger, Dittmar, Stortz und Vollring. Das Lager hatte ungefähr 700 Häft- lkige, die größtenteils zu Handlangerarbeiten herangezogen wurden. Die Sterb- iichkeitsziffer war im Gegensatz zu den anderen Lagern verhältnismäßig niedrig. Trotzdem schätzt sie ein französischer Geistlicher, der als Zeuge vernommen wurde, bei den Inhaftierten Franzosen auf 35 Prozent Die Erklärung dieser, den Lagerverhältnissen widersprechenden Tatsache ist indessen nicht auf eine etwaige humane Behandlung der Häftlinge zurückzuführen, sondern hat vielmehr ihre Ursache in den zeitweiligen „Gesundheitsinspektionen“, bei denen ein Arzt die erschöpften und nicht mehr zur Arbeit zu gebrauchenden Häftlinge .aussuchte, um sie nach Dachau und anderen Zentrallasern abzuschieben. Von dort ist dann jede weitere Nachricht ausgeblieben. Der Priester Roger Camder gibt die in- teressantestn Einzelheiten über das Lager. „Es war ein Lager, in dem aus den Leuten das Höchstmaß ihrer Leistungsfähigkeit herausgepreßt werden sollte. Der Schmutz spottete ieder Beschreibung. Wir hatten oft kein Wasser und wurden von den Läusen buchstäblich gefressen.“ Als der Zeuge in Natzweiler ankam, erhielt er eine Hose und ein Hemd, die er während seiner Gefangenschaft nicht mehr vom Leib bekommen sollte. ihres Außenhandels noch steigern, wenn die USA eine ablehnende Haltung zeigen würden. Dies könnte zu einer Aufspaltung in Handelsblocks führen und eine nachhaltige Wirkung auf die Weltpolitik haben. Präsident Truman bezeichnet die Er- •richtung der Welthandelsorganisatioh als den wichtigsten Schritt für eine erneute Ausweitung des Außenhandels auf gesunder Grundlage. Der Besuch Gasperis in Washington Washington. Präsident Truman hat den italienischen Ministerpräsidenten de Gasperi empfangen. Die Unterredung dauerte 15 Minuten. In der Begleitung de I Gasperis befand sich der italienische j Botschafter in den Vereinigten Staaten, j Tarchianl Nach Abschluß des Empfangs erklärte der italiennische Ministerpräsi- | dent gegenüber Pressevertretern: Der Prä- j sident der Vereinigten Staaten hat sich in Worten herzlicher Sympathie für Italien, das italienische Volk und die Italiener in den Vereinigten Staaten geäußert Er hat uns versprochen, sein möglichstes zu tun, um unserem- Land in Übereinstimmung mit der Entscheidung der Regierung der Vereinigten Staaten zu helfen. Washington. Schatzsekretär Snyder hat dem italienischen Premier de Gasperi einen Scheck über 50 000 000 Dollar als zweite Abschlagszahlung Amerikas für die durch die amerikanische Besetzung in Italien entstandenen Unkosten ausgehändigt Abrüstungs-Inspektion Berlin. Nach einer Sitzung im Stabsquartier des alliierten Kontrollrates traten die Inspektionsgruppen, die die abzubauenden deutschen Rüstungsbetriebe besuchen, ihre Reise an. Es bestehen vier Gruppen, jede zusamengesetzt aus je einem britischen, amerikanischen, russischen und französischen Vertreter. Im ganzen sollen 894 Fabriken inspiziert werden, wovon sich 362 in der russischen, 340 in der britischen, 124 in der amerikanischen und 68 in der französischen Zone befinden. Ehe am 7. Januar in der französischen Zone eingetroffene Kommission, geleitet von Administrateur Vitry. wird nacheinander folgende Fabriken besuchen: Degussa in Rheinfelden, Domier in Ueberlingen und Friedrichshafen, die Fabriken Mauser in Oberndorf, Süddeutsche Argus-Werke in j Bissingen, IG-Farben in Ludwigshafen ( und die Dernau-Werke (Hammer Pulverfabriken). Die Dauer des Aufenthaltes in der französischen Zone wird ungefähr zehn Tage betragen. Vor der Moskauer Konferenz Paris. Am Dienstag, den 14. Januar, wird in London die Konferenz der Stellvertreter der „Großen Vier“ beginnen. Der Direktor für politische Angelegenheiten im französischen Außenministerium. Maurice Couve de Murville wird Frankreich bei dieser Konferenz vertreten. Die USA und Großbritannien haben bekanntlich bereits früher als ihre Vertreter Robert Murphy und Sir William Strang namhaft gemacht Der Name des sowjetischen Vertreters ist noch nicht bekannt. Der politische Berater der amerikanischen Militärregierung in Deutschland, Murphy, hat erklärt: „Wir befinden uns in einem circulus vitiosus. Um eine deutsche Regierung bilden zu können, ist ein Friedensvertrag notwendig. Zur Unterzeichnung eines Friedensvertrages ist jedoch eine deutsche Regierung erforderlich.“ Murphy fügte hinzu, daß zwei Punkte auf der Tagesordnung dieser Konferenz stehen werden: 1. Anhörung der 17 Länder, die entweder Nachbarn Deutschlands oder Alliierte sind, die aufgefordert wurden, ihren Standpunkt zu äußern. 2, Prüfung aller Geschäftsordnungsprobleme. die im Zusammenhang mit dem Friedensvertrag auf tauchen. . Kein Kriegsrecht in Palästina London. Die britische Regierung beabsichtigt, von der Verhängung des Kriegsrechts in Palästina abzusehen. Berichte, wonach Großbritannien 100 000 Mann zum Einsatz gegen die Untergrundbewegung in Palästina bereitstehen habe, wurde vom Kolonialministerium als auch vom Kriegsministerium dementiert. Der Sprecher des Kriegsministeriums gab die Gesamtzahl der britischen Truppen und der Polizei in Palästina mit weniger als 60 000 an. • Der Vorsitzende des Exekutivausschusses der Jewish Agency, David Ben Gurion, gab bekannt, daß er im Laufe dieser Woche nach Palästina reisen werde, um zu versuchen, weiteren Terror zu verhindern. Die Meinung der Parteien Sozialdemokratische Partei Deutschlands Die SPD im Jahre 149 6 Eines der in In- und Ausland meist besprochenen Ereignisse de« nach zwölf Jahren wieder auferstandenen Parteilebens war der überwältigende Sieg der SPD in Berlin trotz Verbot der Partei in der übrigen Ostzone, ein Verbot, da« im einstigen „roten" Sachsen eine außerordentliche Stärkung der bürgerlichen Parteien erzeugte. Das größte außenpolitische Ereignis aber war die Einladung der SPD nach England. Keine Begegnung hat der sozialdemokratischen Englanddelegation hierbei mehr am Herzen gelegen, als die mit den deutschen Kriegsgefangenen. Nirgends werden sie auch mit größerer Spannung erwartet worden sein, als in den Camps. Das hat nichts, oder wenig mit dem Parteicharakter der Delegation zu tun. Allein die Tatsache, daß führende Männer aus Deutschland zu ihnen sprechen würden, muß für sie ein großes Erlebnis gewesen sein. Schumacher sprach in mehreren Lagern, Hans Neumann besuchte ein Camp, in dem besonders junge Kriegsgefangene leben, und blieb eine Nacht bei ihnen, Agartz war in einem Lager in Purfleet, Knothe desgleichen. Die Reden, besonders Schumachers, haben ein starkes Echo gefunden. Gerade im Zusammenhang hiermit wurde Schumacher vorgeworfen, ei steuere den Kurs eines Nationalisten; und doch handelt es sich für ihn allein darum, aus der sozialistischen Verpflichtung heraus für die — im Industrieplan zugestandene, im Augenblick jedoch keineswegs vorhandene — Lebensmöglichkeit des Deutschen Volkes politische und wirtschaftliche Voraussetzungen zu schaffen und uns aus dem Zustand des Bettlers der Welt, der erst Nationalismus erzeugen muß, zu erlösen. „Wir kennen keine Pro- und Antipolitik gegenüber den Besatzungsmächten", sagte Dr. Schumacher kürzlich in Hannover, „wir werden gut tun, in unserer Politik kein nationalistisches Element hochkommen zu lassen oder etwas, was daran anklingt.” Im übrigen sei die Haltung der britischen Regierung gegenüber der SPD-Delegation als Würdigung der deutschen Wiederstandsbewegung zu verstehen. „Die Engländer haben uns im Geist des internationalen Sozialismus eine Tür zur Aus- senweit aufgemacht.” Dem SPD-Programm widersprechen Naüo- naiismus und Führertum und daher erwartet die Partei, daß ihr das Jahr 1947 die Wiederzulassung für ganz Deutschland bringen werde, denn, wie Franz Neumann, der Vorsitzende der SPD in Berlin, in einer Neu- jahrsbetrnchtung erklärt: „eine Partei, deren Ziele Sozialismus und Frieden sind, hat in der Demokratie ein Recht darauf, ln allen Zonen Deutschlands arbeiten zu dürfen. Als Wichtigstes steht in diesem Jahre aber die Schaffung der Einheit Deutschlands zur Debatte. Voller Erwartung sehen wir auf die Konferenz, die im Frühjahr in Moskau stattfinden soll. Unsere Hoffnung ist, daß es dort gelingen wird, den Weg zu finden, der ein einheitliches Deutschland möglich macht. Wir wollen alles dazu beitragen, daß die Staatsmänner der Weit von unserer Wandlung zu den Grundsätzen der Demokratie und der Menschenrechte überzeugt sind.” H. C. G Hans Hermsdorf der Vorsitzende der Jungsozialisten der SPD. ist auf Einladung der Laberur Party nach London ab- gereist, um sich über die Jugendarbeit in England zu unterrichten. BCSV Aus unserer politischen Arbeit Hinter den Kulissen der Entnazifizierung Zur Illustrierung der Stellungnahme in unserem heutigen Leitartikel veröffentlichen wir nachstehend eine Reihe von Dokumenten, die vielleicht deutlicher als jeder Kommentar das Chaos, welches gegenwärtig in der Säuberung herrscht, de- Die Redaktion. monstriert. Theorie in Freiburg Freiburg, den 25. 7. 46. Bei Bearbeitung der Fälle in der Säuberungskommission beim Wirtschaftsministerium in Freiburg hat sich die Notwendigkeit ergeben, daß alle Ueberprüften, die einwandfrei in Gruppe A (Entlastete) einzustufen scher Entlassungsfall. Freiburg: Rückstufung um 6 Altersstufen und Versetzung. Ein Steuersekretär, Pg. 1940. Konstanz: Rückstufung um 2 Altersstufen. Freiburg: Rückstufung um 5 Altersstufen. Ein Bezirks-Zollkommissar, sind, von den Ermittlungsausschüssen vor- i 1933, SA 1933, Truppführer. Konstanz: zuladen und zu hören sind. Protokolle über die Anhörung sind in jedem einzelnen Falle beizufügen. Die Ermittlungsausschüsse werden gebeten, sich strickte an diese Richtlinien zu halten. . . . Der Präsident der Säuberungskommission für Industrie, Handel und Handwerk. * Freiburg, 8. 1. 47. Nach Verordnung des Badischen Staatskommissariats für politische Säuberung haben die seinerzeit in den Kreisen zur politischen Ueberprü- fung eingesetzten Säuberungsinspektoren ihre Tätigkeit mit sofortiger Wirkung einzustellen. Praxis in Konstanz Vom Ermittlungsausschuß für Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe in Kon- ; stanz, der jeweils in zwei Schichten ar- beitet, liegen folgende Angaben über seine i Arbeitsweise vor: In der Sitzung vom 28. j 11. wurden 90 Fälle, an* 4. 12. 174 Fälle, ■ am 12. 12. 503 Fälle und am 19 12. 180 Automatischer Entlassungsfall. Freiburg: Rückstufung zum Zollinspektor. Ein Bezirks-Zollkommissar. Pg. 1933, Konstanz, Rückstufung um 5 Altersstufen. Beförderungssperre. Freiburg: Entlassung. Ein Kassengehilfe, Pg. 1940, wurde im Dritten Reich nicht befördert. Konstanz: Rüdestufung um 1 Altersstufe. Freiburg: Rückstufung um 2 Altersstufen, 5 Jahre Beförderungssperre. Ein Major (aktiv), Leiter einer Widerstandsgruppe, nicht belastet. Freiburg: Entlassung aus dem Dienst Ein Major (Reserve), Sachbearbeiter in einem städtischen Amt. Funktionär einer antifaschistischen Partei, nicht belastet. Freiburg: Entlassung aus dem Amt. Ein Major (Reserve). Leiter eines städtischen Amtes. Funktionär einer antifaschistischen Partei, nicht belastet. Freiburg: Zwei Jahre Bewährungsfrist. Ein Arzt, Pg. 1938, NSFK-Haupt- sturmführer, für den sich alle antifaschistischen Parteien einsetzen. kein Aktivist Konstanz: 5 Jahre Kassenentzug. Freiburg: Endgültiges Berufsverbot. Ein Amtsarzt, Pg. 1937, Spezialarzt Konstanz: Verbleiben im Amt, da kein Aktivist. Freiburg: Aus der Beamtenliste zu streichen. Geldbuße von 100 Mk. monatlich unbefristet. Berufsverbot für den Kreis dauernd, für die Zone bis 1950. Wir sind bereit, diese Liste fortzusetzen, und zwar unter Berücksichtigung der uns aus anderen Kreisen vorliegenden Unterlagen. Ermittlungsausschüsse lehnen ab Fälle erledigt. Von den in Frage kommenden 947 Delinquenten wurde nicht ein einziger persönlich gehört Was auch bei der von Freiburg befohlenen Eile vollkommen unmöglich war. Urteile Aus der Fülle der in jüngster Zeit erlassenen Urteile seien einige wenige aus der Praxis zweier Ausschüsse beliebig herausgegriffen: Ein Steuersekretär, Pg. 1933, SA 1933! Scharführer. Konstanz: Automati- Nachdem bereits die Konstanzer politischen Parteien am 8. November dem Landeskommissär gegenüber eine weitere Verantwortung für che Tätigkeit der Ausschüsse offiziell ahgelehut hatten, haben sich unter dem Eindruck der Amtsblattverkündigungen weitere deutsche Organisationen und Säuberungsinstnnzen von den gegenwärtigen Säuberungsmethoden öffentlich distanziert Dem Südkurier liegen unter vielen anderen die folgenden beiden Berichte vor: Konstanz. Der Gewerkschaftsausschuß Konstanz hat sich in seiner Sitzung vom 8. 1. 1947 mit den politischen Säuberungsurteilen befaßt, die in letzter Zeit im Amtsblatt der bad- Landesverwaitung veröffentlicht worden sind, und einstimmig beschlossen: 1. Die Verantwortung für diese Urteile entschieden abzulehnen. 2. Gegen die Außerachtlassung der Beschlüsse der Konstanzer Ermittlungsausschüsse energisch Protest zu erheben. 3. Den Konstanzer Ermittlungsausschuß, der auf Grund der Vorschläge des Gewerkschaftsausschusses gebildet worden ist, aufzufordem, seine Tätigkeit einzustellen, bis die Gewähr gegeben ist, daß seine Entscheidungen tatsächlich für die endgültigen Urteile als maßgebend angesehen werden. 4. Zu fordern, daß aße Urteile, die mit den Entscheidungen des Ermdttlungsaus- schusses nicht übereinstimmen, aufgehoben und einem Berufungsverfahren unterzogen werden. 5. Daß unverzüglich klare Bestimmungen über die politische Säuberung erlassen und Spruchkammern gebildet weiden, welche alle Berufungsfälle in ordnungsmäßigem gerichtlichen Verfahren nach Im alten wie im neuen Jahr geht die Organisationsarbeit • intensiv weiter. Ende Dezember waren verschiedene Bezirkskonferenzen, so in Ueberlingen und Villdngen. ln beiden sprachen der Landesvorsitzende unserer Partei, Staatspräsident W o h 1 e bund Staatskommissar für Ernährung D i ch t e L In Ueberlingen erklärte der Staatspräsident, daß er sich auf Grund der Verhältnisse persönlich als Sprecher der Bezirke Ueberlingen und Stockach in der Beratenden Landesversammlung betrachte und sich auch alle sechs Wochen zu einer Aussprache den Bezirken zur Verfügung stelle. Dadurch haben die Kreise Stocka eh und Ueberlingen zweifellos einen Vertreter, wie sie ihn bis zu den neuen Wahlen nicht besser finden könnten Der Vorsitzende der I Partei in Ueberlingen, Rechtsanwalt Schelle, I dankte dem Staatspräsidenten und dem Staatskommissar für Ernährung für ihr Erscheinen. In der Bezirksversammlung der Badisch- Christlich-Sozialen Volkspartei zu Vi11 i n- gen unter dem Vorsitz des Abgeordneten Schlöter war neben den Herren aus Freiburg auch der Präsident des südwürttem- bergischen Landtages, Gen gl er, anwesend, der durch seine persönlichen Beziehungen wie auch durch seine Tätigkeit in der Gewerkschaftsbewegung immer sehr eng mit unserer badischen Heimat verbunden war und es noch ist. Auch hier entwickelte der Staatspräsident Wohieb die Gedankengänge, wie sie in dem ausgezeichneten Neujahrsaufruf dargelegt waren. Dabei wurde auch die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen den Regierungen in Südwürttemberg und Süd- Baden betont. Dieses Thema nahm der württermbergische Landtagspräsident Gengier auf, gab seiner Freude über den Willen zur Zusammenarbeit Ausdruck und ■ nahm zur Verfassungsfrage, zur Neugestaltung der Länder Stellung. Staatskommissar Dichtei behandelte auf allen Konferenzen das Emährungs- und Versorgungsproblem, das der Regierung große Sorgen bereite und nur durch die Mithilfe aller verantwortlichen Instanz«! und der Bevölkerung gelöst werden könne. Am Dreikönigsfest versammelten sich die Vertrauensleute von Pfullendorf und Aach-Linz zu einer Tagung im .Kreuz“ unter dem Vorsitz von Ortsvorsitzenden H. Miller. Schriftführer und Kassier Vogt gab einen Tätigkeitsbericht über die organisatorische Arbeit des verflossenen Jahres, ebenso Kreisrat Schilling über die letzte Kreisratssitzung. Ein reger Gedankenaustausch schloß sich an. Voraussichtlich wird im Februar eine Bezirksversammlung mit Präsident Wohieb und Staatskommissar Dichtei stattfinden. Eine weitere Kreiskonferenz für die Bezirke Konstanz Stadt und Land findet am morgigen Samstag in Radolfzell statt. H.D. * Die Fraktion der C.D.U. der Landesversammlung Württemberg-Hohenzollem hielt in Sigmaringen eine Arbeitstagung ab. Infolge Berufung zum Staatssekretär für Kult, Erziehungswesen und Kunst, gab Abg. Dr. Sauer (Ravensburg) den Vorsitz der Fraktion ab. An seiner Stelle wurde einstimmig Abg. Ulrich Steiner (Laupheim) zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. In eingehender Aussprache nahm die Fraktion Stellung zu den wichtigsten Tagesfragen. In den praktischen Aufgaben und Zielen der Christlich-Demokratischen Union kam die volle Einmütigkeit der Fraktion zum Ausdruck. Recht und Gerechtigkeit überprüfen und entscheiden. Stockach, 11. Dez. 1946: ... Sämtliche Urteile des Ermittlerngeausschusse« sind auf Grund genauer Personen- und Sachkenntnis in jedem einzelnen Fall zustandegekommen. Die Mitglieder des Ermittlungsausschusse« Stockach nehmen für sich in Anspruch, nicht nur nach bestem Wissen und Gewissen das Urteil gesprochen zu haben, sondern auch im Bewußtsein ihrer moralischen Verantwortung für jeden einzelnen Fall und dessen etwaige Folgen. Die Mitglieder des Ausschusses erheben darüber hinaus aber auch den sehr bestimmten Anspruch, die so gefundenen Urteile gewürdigt zu sehen und zwar in der Weise, daß von einer anderen Seite aus nicht Urteile gefaßt werden, die im Widerspruch zu der Urteilsfindung des Ermittlungsausschusses i Stockach stehen. Der Ermittlungsausschuß Stockach macht hierbei in erster Linie seine Erfahrungen aus der Praxis geltend: es ist völlig unmöglich, einen Fragebogen vom grün«! Tisch aus zu beurteilen. Der Ausschuß macht weiter geltend und sicherlich mit vollem Recht, daß die Öffentlichkeit im Kreis Stockach ausschließlich den Ermittlungsausschuß in Stockach bzw. seine Mitglieder für jedes einzelne der gefällten Urteile zumindest moralisch verantwortlich macht Es kann den Mitgliedern des Ausschusses unmöglich zugemutet werden, der Öffentlichkeit gegenüber für Urteile einzustehen, für die der Er- mittlungsausschuß Stockach nicht verantwortlich gezeichnet hat. Der Ermittlungsausschuß Stockach macht in diesem Zusammenhang erneut darauf aufmerksam, daß es unerläßlich ist, den Verurteilten die Möglichkeit eines Einspruchs gegen das gefällte Urteil zu geben, in Form einer Berufungsinstanz. ... Ermittlungsausschuß für Industrie^ Handel und Gewerbe. Aehnliche Stellungnahmen liegen von. der Säuberungskommission für Beamte für den Landkreis Konstanz und vom Er- mdttlungsausschuS für Industrie, Handel und Handwerk in Singen vor. go. SODKURIER Nr. 3 / Seite 3 Freitag, 10. Januar 194v DIE GROSSE AUF DER MEERSBURG Heute vor 150 Jahren wurde Annette von Droste-Hülshoff geboren Du flüsterst lächelnd: Immer kommt sie auf! — Und ich, ich denke: Immer sinkt sie wieder! Das ist ein echtes Bodenseebild: Die Taucherente! Und Annette deutete das Untersinken für sich. Aber noch war der geliebte Adoptivsohn neben ihr. Einige Wochen noch, einige Tage, dann ließ er sie auf der Meersburg zurück und steuerte hinaus in die Welt — um nie wiederzukehren. Er heiratete, Annette verging vor Gram und wurde krank. Er gab Annettes Gedichte heraus, und Annette kaufte sich aus dem Erlös oben in den Weingärten von Meersburg ein Winzerhaus, das Fürstenhäuschen; sie errichtete dem betörend glücklichen Winter- Märchen ein* Kultstätte. — aber der Junge kehrte nie zurück. Er schrieb sogar einen Roman über den westfälischen Adel, der sie verletzte und sie, als „Christin und Westfälin“, zwang, sich von ihm loszusagen. Und aller Hoffnungen beraubt, legte sie sich nieder — und starb Und so geht sie, über allem Leid, ein in die Unvergessenheit, die Unsterblichkeit: als eine deutsche Dichterin, die festverwurzelt war in einem engen Bezirk der großen Heimat, in Westfalen, und nur in westfälischen Gedankengängen und Empfindungen webte, und die doch endlich. nicht mehr jung, vier oder fünf Jahre vor ihrem Tode, die unvollkommene Erfüllung des Mädchentraums empfing, ohne zum Weibe zu werden. Vom Mädchentum aus sprang sie, in spröder Auflehnung gegen die Bevormundung, hinein in eine männliche Tonart, um die Dinge, die ihr vors Auge traten, hart und schonungslos auszusprechen — in der „Judenbuche“, in der „Schlacht am Loener Bruch“ und in einer großen Zahl kräftig klingender Balladen; — und in der Reife ihrer Tage kehrte sie zur Lyrik heim. Sie machte den umgekehrten Weg aller Poeten: sie ging von der Religiosität aus, um bei der Lyrik zu enden. Und das ist die menschliche Tragik dieser Annette Droste, aufs kürzeste geprägt. P. I. Wir haben im folgenden ein paar der schönsten Gedichte der großen Annette von Droste zum Strauße gebunden, um in unserer bücher- axmen Zeit jedem LeseT Gelegenheit zu geben, den frischen Duft dieser niemals welkenden Poesie unmittelbar zu spüren. Die Literaturgeschichte hat von Annette gesagt, in ihr sei die uralte Lebensgemeinschaft zwischen dem altsächsischen und dem angelsächsischen Sprach- ! bereich wieder lebendig geworden, und in der 1 Tat erinnert die Anschauungskraft der Dichterin geradezu an die wie von Meerluft durchströmte Naturfrische des alten angelsächsischen Epos .Beowulf". Ohne die Droste hätten wir auch die anderen großen nordwestdeut^chen Heide- I dichter nicht, keinen Storm, keinen Klau Groh | und keinen Liliencron. Das Wunderbare aber , ist. daß diese Frau aus Westfalen e-st im Süd- ) westen, an unserem Bodensee ihre menschliche und dichterische Erfüllung gefunden hat Trotz der männlichen Kraft ihres Stils war die zarte Annette mit der gewaltigen StiTne und den g-o ßen blauen Augen übrigens, wie ihr Freund Levin Schücking es glaubwürdig bezeugt hat, „der reinste, schönste, rührendste Typus ech er Weiblichkeit". Und die beiden letzten der folgenden Gedichte beweisen: ihr Genie war auch tiefstem Leide und dem Tode gewachsen, cw. Ein Strauß Gedichte von Annette T"T A steht, gitterumfriedet, auf hohem Sockel das Bild der Dichterin Annette v. Droste; der Meersburger Schloßhof Hegt still und verträumt. Nur selten, daß ein Wagen vorüberfährt, oder daß vom See her das Geläut der Dampfer herauftönt, die drunten anlegen wollen. Wie anders ist so manches geworden seit den Tagen der Annette, seit jenen Tagen zumal, da vor dem Rathaus von Meersburg die deutsche Republik ausgerufen wurde. Anno 1848, und Annettes Schwager, der Nibelungen-Laßberg, das Gesinde seines alten Schlosses, der Konradinsburg, bewaffnete, um sich gegen die „Modemieten“ zu verteidigen. Insgeheim aber rüstete er sich, über den See das Schweizer Ufer zu gewinnen ... Er brauchte nicht zu fliehen, und die unbeholfene, leidende Annette konnte in aller Abgeschiedenheit dem Ende entgegendämmern, das sie bald darauf von aller Kümmernis dieses Erdenwallens befreite, von allem Herzweh, das sie seit je verfolgt hatte, und von aller Sehnsucht, die ihr das Dasein geschenkt und nie ganz erfüllt hatte. Es war eine wilde Sehnsucht in dieser Annette von Droste. Als junges Mädchen aehnte sie sich nach fernen Ländern und weinte nächtelang in trostloser Verzweiflung, daß sie fremde Erdteile und fremde Menschen nur aus Büchern kennenlemen durfte: Fesseln will man uns am eignen Herde! Unsre Sehnsucht nennt man Wahn und Traum, Und das Herz, dies kleine Klümpchen Erde, Bat doch für die ganze Schöpfung Raum. Eng umschlossen war sie von der Ueber- lieferung des westfälischen Adels, dem eie entstammte, und noch enger von der strengen Frömmigkeit des Münsterlandes. Und als die Liebe zu ihr kam, verging sie in keuschem Stolz und verbarg das Verlangen in Abweisung und Kühle, obwohl zwei junge Männer zu gleicher Zeit da waren — und Annette beide liebte. Verrauscht war der holde Traum. Und Annette nahm Zuflucht zum Allerheiligsten ihrer Seele, schrieb ihre weltliche Sehnsucht in himmlische um, wie die Religiosität des Münsterlandes es mit sich brachte, und dichtete geistliche Lieder. Die Verse waren, wie Annettes Wesen, kantig und eckig, aber in ihnen lag die verborgene Weichheit, die Demut, die Gläubigkeit, die Liebe: eine große Liebe zum Allernächsten, das Annette sah, nicht zum Femen, denn Annette war kurzsichtig. Das Körperliche deckte sich in diesem jungen Mädchen unheimlich mit dem Geistigen; Nähe und Ferne schieden sich durch eine Nebelwand, durch einen Schleier. Und so überschätzte sie immer das Nahe um des Fernen willen. Das Kleine wurde groß, — und das Große verschwamm in einem Schleier ungeheuren und unklaren Verlangens. Eine seltsame Mischung von Mädchen und Mann. So lebte sie, umgeben von Mutter und westfälischer Notabilität, bevormundet und beaufsichtigt bis zum Tode, in äußerlicher Unselbständigkeit, gegen die keine nächtlichen Tränen halfen. Bis eines Tages, gleichsam vom Himmel herab, doch noch eine Erfüllung sich einstellte. War es aber eine Erfüllung ihrer Mädchenträume? Weit hinaus in die Welt führte ihr Wad sie nicht, gerade über die Schweizer Grenze hinweg in den Kanton Thurgau, zum Schwager Laßberg nach Eppishausen, und dort wandelte sie „zwischen den Bohnenhülsen der philologischen Altertümelei“; es war also nicht die geheimnisvolle Ferne, die sie hinter den Nebelhängen ihrer kurzsichtigen Augen ahnte. Dann jedoch kam das andere, und Annette war inzwischen gegen di* vierzig Jahre alt geworden: es kam noch einmal die Liebe über sie, und dieses Mal klammerte sie sich mit der letzten Vorstellungskraft des ledigen Mädchenherzens an diese Liebe, die Levin Schücking hieß und der Sohn einer verstorbenen Jugendfreundin war. Siebzehn Jahre war Schücking jünger als sie. Und nun umgab sie ihn mit einer opferwilligen Zuneigung, die sie Mütterlichkeit nannte und die Levin wohl auch so hinnahm. Aus dem unklaren Fernweh war sie heimgekehrt in die Nähe, und sie überantwortete sich ganz dieser späten Neigung: Sieh her, nicht eine Hand dir nur, Ich reiche beide dir entgegen, Zum Leiten auf verlor’ne Spur, Zum Liebespenden und zum Segen . Im Rüschhaus, unweit Münster, begann sie den Traum zwischen mädchenhafter Verliebtheit und distanzierter Mütterlichkeit, — in der Meersburg aber, im Winter 1841 zu 1842, vermochte sie die Grenzlinie der Gefühle kaum noch aufrechtzuerhalten: Da war der junge Mann, der siebenundzwanzigjährige Levin, für die vierundvierzigjährige Annette der Mittelpunkt allen Lebens geworden, und sie erfuhr, wohl mit ungeheuerlichem Erschrek- ken, daß ihre ganze dichterische Fruchtbarkeit von dieser unerhörten, unnatürlichen Liebe ausging: in wenigen Mona- Am Turme Ich steh' auf hohem Baikone am Turm, Umstrichen vom schreienden Stare, Und lass' gleich einer Mänade den Sturm Mir wühlen im flatternden Haare; O wilder Geselle, o toller Fant, Ich möchte dich kräftig umschlingen Und Sehne an Sehne zwei Schritte vom Rand Auf Tod und Leben dann ringen! Und drunten seh' ich am Strand, so frisch Wie spielende Doggen, die Wellen Sich tummeln rings mit Geklati und Gezisch Und glänzende Flocken schnellen. O, springen möchf ich hinein alsbald. Recht in die tobende Meute, Und jagen durch den korallenen Wald Das Walroß, die lustige Beute! Und drüben seh' ich ein Wimpel wehn So keck wie eine Standarte, ßeh' auf und nieder den Kiel sich drehn Von meiner luftigen Warte; O, sitzen möchf ich im kämpfenden Schill, Das Steuerruder ergreifen Und zischend über das brandende Ffii Wie eine Seemöve streifen. Wär' ich ein Jäger auf freier Flur, Ein Stüde nur von einem Soldaten, Wär' ich ein Mann doch mindestens nur, So würde der Himmel mir raten; Nun muß ich sitzen so fein und klar, Gleich einem artigen Kinde, Und darf nur heimlich lösen mein Haar Und lassen es flattern im Winde! Im Grase Süße Ruh, süßer Taumel im Gras, Von des Kraute s Arom umhaucht, Tieie Flut, tief, tieitrunkne Flut, Wenn die Wolle am Azure verraucht, Wenn aufs müde, schwimmende Haupt Süßes Lachen gaukelt herab, Liebe Stimme säuselt und träuft Wie die Lindenblüt auf ein Grab. ten schuf sie, die sonst nur stockend schrieb und die meisten Arbeiten unvollendet abbrach, ein ganzes lyrisches Liederbuch, eigenwillig noch immer und kantig, auch vielfach dunkel, wie manche ihrer Verse, — aber die Gedichte quollen plötzlich aus innerer Auflockerung hervor. Und hernach konnte sie es dem geliebten Adoptivsohn eingestehen: „Mein Talent steigt und stirbt mit deiner Liebe; was ich werde, werde ich durch dich und um deinetwillen.“ Es waren glückliche, erschütternde und angstvolle Tage in Meersburg, unter den aufmerkenden Augen der Schwester Jenny, verfolgt von dem gestrengen Argwohn der Mutter im Rüschhaus, beklatscht und beredet von allerlei Freunden, voran das neidische Fräulein von Bomstedt, das sich selbst für den hübschen, blauäugigen Levin zu verwenden gedachte. Und Annette war ahnungsvoll. Sie fühlte, aller Hoffnung zum Trotz, das Ende voraus: Sieh drunten auf dem See im Abendrot Die Taucherente hin und wider schlüpfend! Nun sinkt sie nieder wie des Netzes Lot, Nun wieder aufwärts mit den Wellen hüpfend; Seltsames Spiel, recht wie ein Lebenslauf! Wir beide schau’n gespannten Blickes nieder; Wenn im Busen die Toten dann. Jede Leiche sich streckt und regt. Leise, leise eien Odem zieht, Die geschlossne Wimper bewegt, Tote Lieb, tote Lust, tote Zeit, A1T die Schätze, im Schutt verwühlt, Sich berühren mit schüchternem Klang Gleich den Glöckchen, vom Winde umspielt Stunden, flüchtiger ihr als der Kuß Eines Strahls auf den trauernden See, Als des ziehenden Vogels Lied, Das mir niederperlt aus dar Höh', Als des schillernden Käfers Blitz, Wenn den Sonnenplad er durcheilt. Als der tlüchl'ge Drude einer Hand, Die zum letzten Male verweilt. Dennoch, Himmel, immer mir nur Dieses Eine: nur tür das Lied Jedes freien Vogels im Blau Eine Seele, die mit ihm zieht. Nur für jeden kärglichen Strahl Meinen farbigschillernden Saum, Jeder warmen Hand meinen Drude Und für jedes Glück einen Traum. Sonntag Aus „Des alten Pfarrers Woche“ Das int nun ein so schlimmer Tag, Wie der April ihn bringen mag Mit Schlacken, Schnee und Regen. Zum drittenmal in da s Gebraus Streckt Jungfer Anne vor dem Haus Ihr kuplern Blendlaternchen aus Und späht längs allen Wegen. „Wo nur der Plärrer bleiben kann1 Ach, sicher ist dem guten Mann Was übern Weg gefahrenI Ein Pfleger wohl, der Rechnung macht — Aus war der Gottesdienst um acht: Soll man so streifen ln der Nacht Bei Gicht und grauen Haaren!" Sie sdüteßt die Türe, schüttelt blaß Ihr Haupt und wischt am Brillenglas; So gut dünkt ihr die Stube; Im Ofen krachl's, der Lampenschein Hellt überm Tisch den Sonntagswein, Und lockend lädt der Sessel ein Mit seiner Kissengrube Pantoffeln — Schlalrodc — alles recht! Sie horcht aufs neu; doch hört SJ ’e schlecht, E s schwirrt ihr vor den Ohren. „Wiel hat’s geklingelt? — Ei der Daus, Zum zweiten Malei Schnell hinausF' Da tritt der Ptarrer schon ins Haus, Ganz blau und steil gefroren. Die Jungfrau blickt ein wenig quer, Begütigend der Plärrer her, Wie’ s recht in diesem Orden. Dann hustet er: „Nicht Mond noch Stern/ Der lahme Friedrich hört doch gern Ein christlich Wort am Tag des Herrn, Es ist mir spät geworden1" Nun sinkt er in die Kissen fest, Wirft ab die Kleider, ganz durchnäßt, Und schlürft der Traube Segen. Ach Gottl wer nur jahraus, jahrein In andrer Dienste lebt allein, Weiß, was es heißt, beim Sonntagswein Sich auch ein wenig pflegen. Säntis am Morgen Aus „Schloß Berg im Thurgau“ Wie’s drüben wogt und rollt und in sich dreht; Nun breitet sich's, nun steht e 3 überm Schaume; Was steigt dort auf1 — ein Bild aus kühnem Traume, O Säntis, Säntis, deine Majestät! Bist du es, dem ringsum die Lüit e zittern. Du weißes Haupt mit deinem Klippenkranz? Ich fühle deinen Blick die Brust erschüttern. Wie überm Duft du riesig stehst im Glanz, Ja, gleich der Arche über Wogengrimmen Seh' ich in weiter Wolkenihit dich schwimmen, Im weiten, weiten Meere, einsam ganz. Lebt wohl! Lebt wohl, e 3 kann nicht anders sein! Spannt flatternd eure Segel aus, Laßt mich in meinem Schloß allein Im öden geisterhaften Haus. Lebt wohl und nehmt mein Herz mit euch Und meinen letzten Sonnenstrahl; Er scheide, scheide nur sogleich, Denn scheiden muß er doch einmal. Laßt mich an melne s Sees Bord, Mich schaukelnd mit der Wellen Strich, Allein mit meinem Zauberwort, Dem Alpengeist und meinem Ich. Verlassen, aber einsam nicht, Erschüttert, aber nicht zerdrückt. Solange noch das heil'ge Licht Aul mich mit Liebesaugen blickt. Solange mir der Irische Wald Aus jedem Blatt Gesänge rauscht. Aus jeder Klippe, jedem Spalt Befreundet mir der Elfe lauscht. • Solange noch der Arm sich frei Und waltend mit zum Aether streckt Und jede s wilden Geier« Schrei In mir die wilde Muse weckt. Letzte Worte Geliebte, wenn mein Geist geschieden, So weint mir keine Träne nach, Denn, wo ich weile, dort ist Frieden, Dort leuchtet mir ein ew'ge; Tag! Wo aller Erdengram verschwunden, Soll euer Bild mir nicht vergehn. Und Linderung für eure Wunden, Für euern Schmerz will ich erllehn. I Weht nächtlich seine Seraphsflügel Der Friede über s Weltenreich, So denkt nicht mehr an meinen Hügel, Denn von den Sternen grüß' ich euch! Tschechow: „Der Kirschgarten" Die Aufführung im Konstanzer Stadttheater Die Kunst der Russen hat die Eigenheit, das Erlebnis an die erste, die Form an die zweite Stelle zu setzen. Mit Leidenschaft wird das Leben beobachtet und mit liebevoller Hingabe geschildert. Das Geheimnis der Wirkung aller russischen Dichtung ist dieses Unmittelbare, Naive, das ganz Unliterarische. Der Russe sieht das Leben mit der naiven Anteilnahme des Kindes; er freut sich mit den Fröhlichen und er leidet mit den Leidenden. Das Ergebnis in der Kunst ist der bezwingende, lebensvolle Realismus, die Wirklichkeitstreue. Geistreich zu sein, gilt da nichts. Das ist dem Russen Abweg, Irrweg; das ist die Art der „Westler“. Und dazu zählen auch wir. Kein Wunder, daß bei den Russen die Kunst volkstümlich ist. wie bei keinem anderen Volk. Was sie ihm in lebensvollen Bildern vor Augen führt, das ist die Sache eines jeden, sei es, daß er es unmittelbar an sich, sei es, daß er es anteiinehmend bei einem anderen beobachtete. Als Dostojewski zu Grabe getragen wurde, sollen hunderttausend Bauern in die Stadt gekommen sein, ihm das letzte Geleit zu geben. Es kommt hinzu, daß immerfort das Problem Rußlands, des .heiligen Rußlands“, abgehandelt wird, ob nun Väterchen Zar oder Stalin in Moskau sitzt. Auch T s ch e - ch o w befaßt sich in seinem .JCirsch- garten“ mit dem Problem Rußland, mit dem Rußland um die Jahrhundertwende, mit der zerfallenden, verwesenden Gesellschaftsordnung. in der Adel und Gutsbesitzer alle Macht in Händen hatten und mit ihr nichts anzufangen wußten. Seltsam: Sie sahen mit eigenen Augen den „Kirschgarten“, sahen und fühlten die Zersetzung und wußten nichts dagegen zu tun. Es ist nicht so sehr die Tragödie der Gutsherrin Ljubow, die Tschechow zeichnet, Als die Tragödie des Feudalismus, ja eines Volkes. Es ist ein durch und durch morsches Gebäude, in dem sich die lebensuntüchtigen, moralisch defekten Erscheinungen der damals herrschend«! Schichten tummeln. Und zwischen ihnen deklamiert, echt russisch, ein ewiger Student, Petja, Gesellschaftskritik und wirklichkeitsfremde unklare Vorschläge zu ihrer Lösung. Und die Objekte seiner Kritik sitzen vor ihm und finden das alles ungeheuer interessant, werden aber nicht im geringsten angeregt, etwas Ernstliches zu tun. Unaufhaltsam muß das Schicksal seinen Weg gehen, das Gut wird versteigert, fällt in die Hände eines ordinären Emporkömmlings, die Herrschaft wird in alle Winde zerstreut, in neuen Vergnügungen Vergessen suchend, solang es eben gehen mag. Tschechow war kein Politiker. Er war ganz Künstler. Er steht aber trotzdem im gegenwärtigen Rußland in hohem Ansehen. Er zeichnete das Rußland seiner Zeit mit tiefem Pessimismus. Er konnte nicht wissen, daß es so von Grund auf, wenige Jahrzehnte später, reformiert wurde. Wer das Gegenwärtige begreif«! will, muß das Vergangene kennen Darum ist es auch für uns von größtem Interesse, sch damit zu befassen, und darum ist es verdienstlich vom Konstanzer Stadttheater, daß es das Werk zur Darstellung brachte. Die Aufführung Tschechowscher Werke ist schwierig, denn es fehlt ihnen die uns vertraute dramatische Form, die in einem Individuum den Kampf zwischen Mensch und Schicksal demonstriert. Heinrich Trozbömker ist es als Regisseur gelungen, das Ensemble auf einen einheitlichen Grundton abzustimmen und damit beim Publikum einen sichtlich starken Eindruck zu erzielen. Von den vielen Figuren des Spiels, alle schicksalsträchtig, nicht heldisch und nicht böse, aber müde, instinktlos, ziellos, träge, seien die bestgelungenen aufgeführt. Vor allem die Gutsbesitzerin Ljubow von Inge Con- r a d i. Sie zeichnete sie sentimental, naiv, genußsüchtig, maßvoll, als Kind ihrer Zeit. Der uralte Diener Firs fand bei Heinrich Troxbömker eine erschütternde, diskrete Darstellung. Ebenso der vertrottelte Leonid durch Robert Bür kn er. Geschäftig und verhalten war die Warja von Marta Obermaier. Eugen Bergen wußte selbst den geldmachenden Jermolai so zu gestalten, daß er menschlich empfunden und nicht sogleich mit Widerwillen abgelehnt wurde. Den russischen Typus des ewigen Studenten Petja traf H. Gröblinghoff ausgezeichnet, wie auch Hans M ö b e s den verkommenen, ewig auf Pump bedachten Gutsbesitzer Simeooow. Ein frisches Stubenmädchen, die Dunjascha, zeichnete Renate Kopatz und den frechen jungen Diener Jascha Alexander Hegarth lebenswahr. Die Bühnenbilder, namentlich i das des zweiten Aktes, verlangten ziemlich viel Phantasie beim Zuschauer. Insgesamt darf man die schwierige Aufführung als eine der besten Leistungen des Stadttheaters buchen. FT. Mundisg. Ein Hoch au! das Tief Von Mari Stahl Jetzt kommt ein Hoch — heißt es, aber anstatt erwartungsvoll auf einen Redner zu bücken, dem man erfreut sein Glas entgegenheben kann, schaut man erschrocken j au« dem Fenster und auf die Wolken. Das ; Hoch, das wir erwarten, birgt absolut keine gehobene Festtags« timmung in sich, sondern eine miserable Angst vor neuer oder größerer Kälte Wir wollen gar keine Hochs entgegennehmen, wir sind von Kopf Ms Fuß von der mangelhaften Hauptbedeckung bi« zu den defekten Schuhsohlen auf Tiefs eingestellt Es kann uns gar nicht tief genug hinabgehen, und es ist wirklich komisch, daß, je tiefer das Tief ist, das Thermometer um so höher steigt Das könnte jeden gut erzogenen Laubfrosch ans seinem Weckgla« bringen. Der tiefste Tiefstand ist uns recht, es würde un« nichts ausmachen, bis zu den Müttern de« „Faust” herabzusteigen, nur um dem Defizit an Kohlen und Holz zu entfliehen. Es käme uns nicht auf ein bißchen föhnige Walpurgisnacht, auf keinen Fall aber auf einen kleinen Besuch bei Mephistopheles in einer komfortabel gebeizten Hölle an. Platt an den kühlen Ofen geklebt, der seinerseits hofft, dadurch ein wenig menschliche Wärme zu empfangen, die er dann zurückzugeben gutwillig bereit ist, erwarten die Glücklichen, die nicht ins feindliche Leben hinaus müssen, das Tief. Wieviel poetischer sagt das doch unsere große Annette: O Säntis, gib den Tauwind frei! Denn es wurde uns angekündigt, das Tief; wozu hätten wir auch die Meteorologische Zen- traianstait in Zürich! In den jüngstvergangenen Kriegsjahren, als eine wohlweise Regierung verbot, Wettermeldungen zu bringen, weil eine Kenntnis der physiologischen Wetterlage Rückschlüsse auf die politische zulassen konnte, kannten nur die Schwarzhörer genau alle kommenden Tiefs und Hochs. Zu der Zeit gab e$ als Wetterpropheten nur den Hahn auf dem Mist, aber dieses Vieh kannte nur die Hochs und Tiefs seiner eigenen Brust, und sicherer war es dann schon, sich auf einen gut gezogenen Rheumatismus zu verlassen. Und auch heute — mit welchem freudigen Stöhnen nähmen wir ein steifes Kreuz, einen kleinen Hexenschuß, ja, einen beachtlichen Ischias u> Kauf, wenn er nur das geliebte Tief herbeilockte — o Säntis! Jetzt aber haben wir die Meteorologische Zentralanstalt. Doch so steckt mir noch die Angst im Blut, daß ich beute, als der Briefträger zu mir sagte, der Schweizer Sender hätte die Nachricht von einem anziehenden Tief gebracht, ihn schnell über die Schwelle zog und die Tür hinter ihm zumachte. Und dann habe ich beobachtet, wie die hochmütigen Hochs vom den demütigen Tiefs angegriffen wurden. Es vollzog sich auf der Arena de« Himmels wie eine gigan- teske Schlacht Der eisige Ostwind ließ bis hoch in den Zenit seine riesigen Wolkenstandarten wehen, wie spinnwebfeine Schleier bedeckten sie da« ganze Himmelsblau — es sah sehr schön und barbarisch kalt aus. Ich stand bibbernd am Fenster und wartete auf das Tief. Meine Nase war kalt auch meine Füße froren jämmerlich; ich war mehr als skeptisch. Aber siehe da: das Tief kam! Wie es sich für seinen Namen schickt, fing es tief am Horizont an. Es kam, ich muß es leider sagen, nicht so grandio« daher wie das eingebildete Hoch. Es schlich sich heran wie etwas griese Wolle, es konnte in keiner Beziehung mit den weißen Schleiern konkurrieren. Aber es drängten sich immer weitere graue Wolkenfetzen vor, hinter dem Horizont mußten ganze Geschwader davon lauern, sie quollen zäh und unaufhaltsam heran — vor Aufregung wurde meine Nase jetz, rot und begann freudig zu brennen —. sie verschluckten langsam und bescheiden eine der aufgeblasenen weißen Schleierfahnen nach der andern, wie der graue Nachbarskater, wenn er Mäuse frißt. Ich empfand gegen die Meteorologische Zentralanstalt eine tiefe Dankbarkeit, die sich in ansteigender Wärme meiner Eisbeine äußerte: ich hätte gern ein Hoch auf sie ausgebracht, wenn das bei dem anrückenden Tief nicht paradox gewesen wäre. Ausstellung Werner Scholz, Konstanz Wegen des wachsenden Interesses des Publikums wird die Werner-Scholz-Ausstellung bis einschl. 24. Januar verlängert Uber die Ausstellung schreibt .Die Tat”, Zürich, in einem ausführlichen Bericht ihrer Neujahrsausgabe: .. Die surrealistischen Gemälde von Scholz versuchen, die nationale Kunst sowohl an das, was 6ie vor der Nazizeit gewesen, wie an das, was seither die internationale Kunst geworden, anzuschließen. So sei das Ereignis, wie das bei Ereignissen von geschichtlicher Bedeutung oder durch Symbolkraft Brauch ist, gebührend begrüßt“ Sette 4 / Nr. 3 IODKUKIB1 Freitag, 10. Januar 194T Oel zwischen den Meerengen Zum amerikanisch-bri tischen Erdölabkommen Zu des zahlreichen harmlos klungenden, aber politisch bedeutungsvollen Ereignissen des letzten Jahreswechsel gehört neben der offiziellen Beendigung des Kriegszustandes in den Vereinigten Staaten nicht zuletzt auch der neue Erdöl- Vertrag zwischen den maßgebenden amerikamachen und britischen Petroleum-Konzernen des Vorderen Orients. Bei dem als privates Handelsgeschäft aufgemachten Abkommen hat sich die von der englischen Regierung {sprich: Marineeint) kontrollierte „Anglo-Iranian Oil Co" verpflichtet, der amerikanischen „Standard Oil Co. of New Jersey“ auf die Dauer von zwanzig Jahren einen wesentlichen Teil ihrer Produktion ru verkaufen. Seine Ergänzung findet dieseT Vertrag durch eine langfristige Vereinbarung über eine finanzielle und technische Beteiligung der Sbandard-Oil-Gruppe an der „Arabianr American Oil Co." und deren umfangreichen Erdöl-Konzessionen m Saudi-Arabien. Das Abkommen, das durch zahlreiche nicht veröffentlichte Abmachungen über die britischamerikanische Zusammenarbeit im Olgeschäft des vorderen Orient untermauert ist, beendigt die jahrzehntealte Rivalität zwischen den beiden angelsächsischen Unternehmungen und markiert offiziell die gleichberechtigte Beteiligung der Vereinigten Staaten an der Erdölförderung und -Verwertung in dieser zwischen dem Bosporus und dem Suezkanal liegenden Zone. Auf amerikanischer Seite dürfte maßgebend gewesen sein, daß durch den Rückgriff auf das Irakisch-arabische Erdöl die langsam schrumpfenden amerikanischen Ölvorkommen für die westliche Hemisphäre reserviert bleiben können, während der zunehmende Bedarf der Schiffahrt und Industrie in Asien, Afrika, im Mittelmeer und im Bazific au^ den vorderasiatischen Quellen gedeckt werden kann. In der Londoner City aber begrüßt man es, daß sin so finanzkräftiger Partner die Mittel zum großzügigen Ausbau dieser vorderasiatischen Erdölwirtschaft zur Verfügung stellen kann. Die amerikanischen Partner leiten damit eine gewaltige Produktionssteigerung ein, an der auch England entsprechend seiner Inter- essenquote beteiligt sein wird. Noch einen weiteren finanziellen Gewinn wird England als Staat aus dem Abkommen ziehen: Der Verkauf von Erdöl aus der Förderung des Anglo-Iranian- Kouzems an die amerikanischen Partner erfolgt gegen Dollar und wird dementsprechend die knappe Devisenbasis Englands verbessern. Nach Londoner Berichten ist mit dem neuen Abkommen das ganze Erdölgebiet der arabisch- südpersischen Länder nunmehr als soweit „geordnet" anzusehen, daß für andere Interessenten kaum mehr die Möglichkeit eines Fußfassens gegeben ist. Frankreichs ehemals führende Interessen in der Zone des Persischen Golf sind durch die Unterbeteiligung der „Cie. Franchise des P4- troles" an der "Irac Petroleum Co." und deren Tochtergesellschaften gewahrt. Die noch längst nicht abgeschlossene Produktionsentwicklung m den arabischen Ländern wird durch folgende Förderungsziffem aus den Kriegsjahren von 1938 bis 1945 angedeutet: Iran 1945: 17,t (1938: 10,4) Mill. t, Irak 4,4 (4,4), Saudi-Arabien 2,8 (0,06), Ägypten 1,3 (0,2), Bahrein 1,0 (1,1) Mill. t Durch das entscheidende Engagement der Vereinigten Staaten, deren Hauptinteressen in Saudi-Arabien liegen, wird die amerikanische Palästina- Politik notwendigerweise an die Seite Großbritanniens geführt, das nunmehr nicht mehr allein den Schutz dei politischen Stabilität in Palästina als Durchgangsland der künftigen Ölleitungen zum Mittelmeer zu übernehmen braucht. Die Konsequenzen dieser Umstellung dürften sich in der künftigen Palästina-Politik deT Großmächte nach englischer Auffassung bald zeigen. P. Gewerkschaftliche Arbeit 1946 Aus Gewerkschaftskreisen wird un« geschrieben: Ueber ein Jahr ist es her, daß der deutschen Arbeitnehmerschaft in der französischen Zone durch die bekannte Verordnung Nr. 6 die Erlaubnis erteilt wurde, sich wieder auf freier demokratischer Grundlage zu Gewerkschaften zusammenzuschließen. Wenn auch die Verordnung Nr. 6 vorerst nur die Bildung örtlicher Gewerkschaften mit rein beruflich abgegrenztem Aufgabenbereich gestattete, so müssen wir heute, nachdem wir zeitlichen Abstand von den damaligen Geschehnissen gewonnen haben, für den sinnvoll gedachten demokratischen Aufbau von unten nach oben der französischen Militärregierung dankbar sein. Viele alte Gewerkschafter glaubten damals, dem alten zentralistischen Prinzip das Wort reden zu müssen und wollten mit dem Dach des neu zu bauenden Hauses beginnen. Alle führenden Kräfte waren sich darüber klar, daß nur noch die Einheitsgewerkschaft in Zukunft fÜT einen friedvollen demokratischen Aufbau Gewähr bieten kann. Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg hatte gelehrt, wohin es führt, wem» die Solidarität der Arbeitnehmerschaft durch gewerkschaftliche Aufspaltung nach konfessionellen, weltanschaulichen sder politischen Aspekten gestört wird. Aus dem Nichts heraus mußte mit dem Neuaufbau begonnen werden, weil das gesamte gewerkschaftliche Vermögen von den Nazis geraubt worden war. — Mit dem Wachsen der Mitgliederzahlen wurde es bald notwendig, den organisatorischen Zusammenschluß langsam und stetig zu vollziehen. — Die auf die Verordnung Nr. 6 folgende Verordnung Nr. 54 vom 10. September 1946 gestattete dann auch bald den Zusammenschluß zu Ortskartellen und schließlich zu Bezirks- und Landesverbänden. Was an organisatorischer und sonstiger Arbeit im einzelnen geleistet wurde, kann Mer nur kurz Erwähnung finden: Uebetail in cfie öffentlichen Institutionen wurden Gewerkschafter an führende Stellen gewählt, berufen oder ernannt und haben sich dort tatkräftig bemüht, eine Besserung der Gesamtlage unseres Volkes herbeizuführen. Die Gewerkschaften sind heute durch ihre Mitglieder im Landeswirtschaftsrat, in den Emährungsausschüssen wie an den Arbeitsgerichten, in der Gemeindeverwaltung ebenso wie in der Wirtschaft vertreten. Ganz besondere Bedeutung muß den erst in Jüngster Vergangenheit in freier Persönilcbkeitswabl wiedererstandenen Betriebsräten beigemessen werden. Durch sie wird die gewerkschaftliche Arbeit in ganz besonderem Maße in unserem Wirtschaftsleben wirksam werden. Endziel kann nicht wie früher die Regelung von Arbeifsange- legenheiten, Lohnfestiegungen und Schaffung von Tarifverträgen usw. sein, sondern die ETstre- bung der vollen Gleichberechtigung, des Mitbe- | Stimmung®-, Mitverantwortung®- und Mitvertei- lungsrechts im gesamten wirtschaftlichen Lebensbereich. Der amerikanische Gewerkschaftsbund will Zweigstellen in London und Genf mit einem angeschlossenen Büro in Stuttgart eröffnen. Die von den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion durchgeführten Besprechungen über die Art der in Deutschland zu bildenden Gewerkschaften, die rund 6 Mill. Arbeiter aufneh- raen sollen, sind auf einem toten Punkt ange- langt. Eine internationale Konferenz von Gewerkschaftsvertretern, auf der man die Methoden zur Verbesserung der Wettkohlenversorgung erörterte, wurde in Paris abgehalten. | Der allgemeine französische Ge- I werkschaftsbund hat die Regierung atif- j gefordert, im Hinblick auf die ständig steigenden Lebenshaltungskosten Mindestlöhne in Höhe von Zwischenrufe HO, Schimmel, hat Nachdem tn unserer Gemeinde der Holzeinschlag begann, wurde bei einer Zusammenkunft der Männer unserer Gemeinde von Bürgermei- | ster und Forstwart auf die Vorteile hingewie- : sen, die den freiwilligen Waldarbeitern winken. { Dann begannen wir zu arbeiten. Nach siebzehn Tagen ä neun Stunden Schwerstarbeit in Regen, Schnee und Kälte langte immerhin eine Schwer- arbedterzulagekarte an. Wir erkundigten uns nach den Ursachen dieser pünktlichen Bedienung und erfuhren folgendes: Die Antragsmeldung lief über die verschiedenen Forstämter nach Freiburg. Dort wurde geprüft, ob wir die Zulagekarte erhalten können. Dann ging der Bescheid an das zuständige Emährungsamt. Dieses gab die bewilligten Karten an das zuständige Forstamt und dieses wieder an den zuständigen Forstwart. Und der endlich gab sie ums Waldarbeitern. Ach, wie glücklich dürfen wir sein, daß wir die Zonenvereinigung noch nicht haben. Stellt Euch vor: bis die Landesregierung die Vierländerregierung und diese wieder die Zentralregierung gefragt hätte, ob dem Waldarbeiter Kohldampf in Hungersdorf die Schwerarbeiterkarte zugebflllgt werden könne, ■ wäre der arme Delinquent wahrscheinlich inzwischen an Erschöpfung gestorben. Friedrich Richter. Nußdorf. Muß dag Schwein 250 Pfund haben? Das ist wohl gegenwärtig die interessanteste Frage im Bezirk Donauesdiingen. Warum? Die Sdüachtvorschrift in unserem Bezirk besagt, daß ein Schwein erst dann geschlachtet werden darf, I wenn es 250 Pfund wiegt. Als vot kurzer Zeit ; der Aufruf an die Landbewohner erging, rest- l los seine Abgabe zu erfüllen, konnte auch gleich j die Anmeldung der schlachtreifen Schweine erfolgen. Bei Familien, die nur zwei und drei Köpfe haben, wurden die Schlachtanträge zunächst zurückgestelit, so daß die große Gefahr auf- tauchte, daß die Saatkartoffeln angegriffen würden. Man sagt uns, wir sollten die Schweine mit Küchenabfällen füttern — nun, von den Abfällen unserer Küche kann man soeben einen Stallhasen mästen, aber kein Schwein. Die Angelegenheit bekommt noch ein besonders unsoziales Aussehen durch di« Tatsache, daß die Familien mit zwei und drei Köpfen meistens solche sind, deren männliche Angehörige noch in Gefangenschaft leben. Ich möchte der zuständigen Stelle den Rat geben: Laßt die Schweine mit j zwei Zentnern schlachten und schneidet dem Baum } die Wurzeln nicht ab, sonst bringt er keine Früchte mehr. Josef Wolf, Gemedndemt, Unadingen. Sie wurde immer blauer Da ich in meinem letzten Milchgeschäft die j Beobachtung manchen mußte, daß die Vollmilch j für meine Kleinstkinder von Tag zu Tag immer ; blauer wurde, so entschloß ich mich, meine Milch bei einem anderen Händler einzukaufen. Aber da geriet ich vom Regen in den Wolkenbruch. So mußte ich folgendes erleben: Als ich eines Tages in den Laden kam, mußte die Verkäuferin eine frische Kanne Milch anstechen. Mir lachte das Herz im Leibe, als ich dfese gute Milch sah, denn ich war gerade an der Reihe. Rasch verflog meine Freude, als die Verkäuferin unterm Ladentisch eine Kanne hervorzog, ungefähr 3 Liter von oben abschöpfte und diese Kanne wieder unter den Ladentisch zurttckstellte. Mir war es ,als bräche mir das Herz entzwei, als ich so etwas mit eigenen Augen sah. Worüber soll man sich mehr wundem: UebeT die Gemeinheit der Milchpanscher oder über unsere Eselsgeduld, mit der wir uns das bieten lassen? Frau Maria Renz, Donaueschingen. Süddeutsche Rundschau JMgbüm König Ferttaunds" ver u rte il t Heidelberg. Tasso Dimitroff-Tzentschoff wurde vor dem Mittleren Militärgericht zu drei Jahren Gefängnis und 25 000 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er in verbotenem Besitz ausländischer Währungen und unrechtmäßiger Eigentümer amerik. Heeresgutes war. Dimitroff- Tzentschoff, der sich als ehemaliger Hofgärtner des Königs Ferdinand von Bulgaren ausgab, hatte 337 Dollar im Besitz, die er, wie er angab, bereits 1939 von König Ferdinand von Bulgarien erhielt. Diese Behauptung wurde jedoch durch die Tatsache widerlegt, daß einige der Dollarscheine mit dem gelben Stempel des In- vasionsgeldes versehen waren, das von den amerikanischen Truppen nach der Landung in Nordafrika benutzt wurde und das nicht vot 1942 ausgegeben -wurde. Es wurden weiter bei ihm 6 Pfund Sterling, 1 500 frz. Francs, 400 Liter Benzin, Zucker, Kaffee, Armee-Rationen und Armee-Bekleidungsstücke- sowie Bettzeug beschlagnahmt. Sieben Brandstiftungen in einem Dorf Neustadt a. d. H. In der Zeit vom 4. bis 23. Dezember wurde die Gemeinde Mühlheim a. d. Eis von nicht weniger als sieben Brandstiftungen heimgesucht, ohne daß die Täter bis- her ermittelt werden konnten. Die Brände entstanden jeweils in den Abendstunden, dabei wurde die entstandene Aufregung benutzt, um Einbruchsdiebstähle zu versuchen. Drei Scheunen brannten bis auf die Umfassungsmauern nieder. Das Vieh und ein Teil der landwirtschaft- j liehen Geräte konnten gerettet werden. Am 23. Dezember brannten allein zwei Scheunen. Während das Feuer in den Scheunen noch bekämpft wurde, brach ein neuer Brand aus. Die Einwohner des betroffenen Dorfes haben einen Wachdienst eingerichtet, um eine Wiederholung der Verbrechen zu verhüten Frankfurt baut Kompostwerk Frankfurt a. M Auf dem Gelände des städtischen Müllabladeplatzes in Frankfurt ist die Errichtung eines Kompostwerkes in Angriff genommen worden. Hier sollen in großem Umfange alle städtischen Abfallstoffe zur Aufbereitung kommen, um mit diesen den landwirtschaftlichen Nutzboden der Stadt wieder fruchtbarer zu machen. Die organischen Stoffe des Hausmülls können im Komposthaufen in Humus umgesetzt werden und sie enthalten dann im gleichen Verhältnis wie Stallmist Stickstoff. Phosphor und Kali, wobei eine beträchtliche Kalkmenge und Spurenelemente wie Kupfer, Mangen. Bor und Kobalt ihren Wert noch erhöhen. Auch die Aschenbestandteile des Mülls sind nicht wertlos: sie begünstigen die Humusbildung und bewirken eine Lockerung schwerer Böden. Der Schlachthot tm Walde Frankfurt a. M. Der Polizei gelang es, eine Sdrwarzsddächterbande auszuheben, die seit acht Monaten den Frankfurter Schwarzen Markt mit Fleisdi versorgte und in dieser Zeit vierzig Stück Großvieh abgeschlachtet hart. Die Schwarzschläthter hatten im Walde bei Langen ein provisorisches Schlachthaus eingerichtet. Drei Männer aus Langen und zwei aus Frankfurt wurden verhaftet. - ee • Barackenkircben für Deutschland Kassel. 21 Barackenkircben aus der Schweiz, sind, wie der evangelische Presse- und Informa-' tionsdienst mitteilt, auf Veranlassung des Weltrates der Kirchen in Genf nach Deutschland geschickt worden. Der Wiederaufbauausschuß der evangelischen Kirchen in Deutschland hat diese Kirchen u. a folgenden Städten zugewiesen: München, Bochum, Hamburg, Harburg, Haagen, Klei, Malstadt (Saargebiet) und mehreren Pfarreien in Niederbayem. Passtonsapiele nicht vor 1950 Oberammergau. Ueber den Wiederbeginn der Oberamnrengauer Passionsspiele sind die verschiedensten Verlautbarungen verbreitet. Der Bürgermeister von Oberammexgau äußerte sich dahin, daß 1950 der früheste Termin zur Wiedereröffnung der Spiele sei. Jugendliche als Klrchenelnbrecher Bamberg. Vier 18 jährige Jungen brachen in der Silvesternacht in die Stadtpferrkirche in Lichtenfeld (Oberfrenken) ein, wo sie 5 Kelche, eine goldene Monstranz, 2 Meßkannen, einen Hostienbehälter und Altarwäsche stahlen. Etwa 500 Hostien haben die Diebe, die kurz nach der Tat festgenommen wurden, an Ort und Steile aufgegessen. Neuweihe einer alten Kirche Nürnberg. Die im Jahre 1360 erbaute St. Marthakirche wurde nun nach monatelanger Schadensausbessenmg von Kirchenrat Jung und Stadtpfarrer Klein neu geweiht. Das Bauwerk, de« 1525/1614 für .Theateraufführungen (Hans-Sachs-Spiele) und später eine begrenzte Zeit als Sdmgschule der Meistersinger Verwendung fand, zeichnete sich durch seine ausdrucksvollen Glasmalereien des 14716. Jahrhunderts aut, die rinn Glück gerettet werden konnten. Nachrichten aus der Schweiz Ein Schweizer Institut für wissenschaftliche, kulturelle und künstlerische Zwecke, sowie .für die Pflege der Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien wird in Rom errichtet. Diese Neugriindung ist einem Geschenk von Frau Gräfin Maraind-Somroaxuga zu verdanken, die ihre Liegenschaften der Eidgenossenschaft übereignet hat. Der Schweizerische Afrikaforscher Jean Gabus, Professor an der Universität Neuenburg und Konservator des Neuenburger Ethnographischen Museums, ist im Flugzeug zu einer wissenschaftlichen Expedition nach Afrika abgereist. In Basel fand der internationale Zionisten- kongreß seinen Abschluß, der verschiedene politische jüdische Fragen behandelte. Dr. Hermann Scherchen, Leiter des Radio- Orchester Beromünster, wurde von der türkischen Regierung nach Ankara berufen, um als Experte einen Bericht über das Philharmonische- Orchester des Präsidiums der Republik und die Möglichkeiten seiner Vervollkommnung auszuarbeiten. 20 000 Bücher im Werte von 40 000 Franken sind von der Schweiz nach der englischen Zone schenkungsweise geliefert worden. 10 WO’ 1 Wettere) Bücher gingen in die amerikanische Zone 7 000 Franken im Monat festzulegen. Die Kohlenkrise Die am Ende der letzten Woche einsetzende Kältewelle hat neben den schon gemeldeten Betriebsstillegungen in Berlin und Wien auch in der amerikanischen Zone zu'einer Arbeitseinstellung von 50—75 % allerFabrikbetriebe geführt. Nach Mitteilung der amerikanischen Militärregierung sind rund 31000 t Kohle auf dem Rhein eingefroren. Der Kohlentransport hat wegen des niedrigen Wasseistandes und des Eises vollkommen aufgehört. Von der amerikanischen Militärregierung wurde eine 14%ige Einsparung im Kohlenverbrauch für Besatzungsmächte ange- oirinet. In Hamburg wurden Kohlenliefenmgen an englisch« Familien eingestellt. Diese sollen künftig nicht mehr bevorzugt mit Kohle versorgt werden. Deutsche Kohlentranaporte, die Norddeutech- land auf dem Seewege erreichen sollen, können mit Genehmigung der niederländischen Regierung Jetzt ihren Weg über Rotterdam nehmen. Ein ausgiebiges Kohlevorkom- Die Kleinkltschindustrie Handgesägt, handgemalt, in den verschiedensten Preisstufen: Aschenbecher, Kerzenhalter, Wandsprücbe, Untersätze — keine Nggel, die Wandsprüche aufzuhängen, keine Kerzen für die Halter, keine Vasen für die Untersätze. Ein begabter und energischer Unternehmer hat kürzlich in einem kleinen bayerischen Ort mit größter Mühe, gegen den Widerstand von Behörden und anderen Stellen, eine Tonbrennerei eröffnet. Er verfügt über gutes Material, einheimische Tonerde, Arbeitskräfte, Erfahrung und die sonstigen technischen Voraussetzungen; aber er brennt nicht Töpfe, Kannen und Teiler, die so notwendig sind, sondern Ziertafeln, Aschenbecher und als besondere Spezialität: rechteckige Wandtafeln mit erhabenen Figuren der zwölf Sternbilder, die man aufhängen soll, tun endlich zu behalten, ob man im Zeichen des Widders, der Jungfrau oder der Zwillinge sein Erdendasein führt. Würde deT Fabrikant statt dieser Sternbilder, die er für achtzehn Mark auf den Markt bringen kann, Geschirr für zwei bis fünf Mark herstellea, so rentiert sich das Geschäft unter den heutigen Verhältnissen der von Preiskontrolle, Wirtschaftsämtem, Steuerschraube und Zonengrenzen „gelenkten" Wirtschaft eben nicht. Ein Käuferstreik gegenüber den Artikeln des Kitsches wird nicht mehr allzulange auf sich warten lassen, auch des Souvenir-Bedürfnis der Besatzungstruppeu wird einmal gestillt sein. Die Idee des Preisstops füT Gebrauchsartikel wird jedoch zur planwirtschaft- lichen Spottgeburt, wenn ihr« Folge die Abwanderung von Material und Kraft in den Kitsch Ist und wenn für die g^no-mten P-p’ss unter un- Bonr'''”! B- 1: -’—p’ men, da« die gesamte Industrie Sowjet-Zentral- asiens mit Koks versorgen kann, wurde im Süden der Kirgisenrepublik entdeckt. Neuer Kohlenweg nach Frankreich Die Enenbobostrecke Köln—Gerototem—Trier wurde in Rekordzeit wieder hergestellt und damit ein zweiter Schienenweg für die RuhikohlÄtrans- pente nach Frankreich neben der bisherigen Strecke Koblenz—Trier ge s c h affen. 25 zerstörte Brücken und 5 eingestüxzte Tunnels wurden wieder für den Verkehr benutzbar gemocht. Auf der um 70 km kürzere Strecke können monatlich 800 000 t Kohle transportiert werden. Kurzmeldungen Auf Anordnung der französischen Militärregierung wurde der bisher zum Eisenbahnbezrrk Trier gehörende Teil des Saargebietes der Eisen- bahnver wal tung des Saargebietes unterstellt. Ferner wurden die beiden neuen „Saar“ und „Mosel“ wurden geschaffen. Auf einer Txansportkonferenz ia Leipzig, an der die Verwältungszweige Eisenbahn, Schiffahrt, Kraftverkehr und Straßenwesen der deutschen Zentralverwaltung für Verkehr ln der Sowjetzone teilnahmen, wurde der teilweise Wiederaufbau früherer zweigleisiger Ei- aenbahnstrecken be s chlo s se n . Nach einer Erklärung des zuständigen Sachbearbeiters für Post- und Fennneidewesen in der Sowjetzone können Zahlungen zwischen d «t S owjetzone und den westlichen Besatzungsgebieten nur auf dem Wege des Privatclearing durchgeführt werden. Die Energie-Versorgung der Schweiz befindet sich nach Mitteilung des Bundesminristeriums für Kriegsindustrie und Arbeitseinsatz ia etner sehr ernsten Lage. Der Verbrauch industrieller Abnehmer mußte auf 80—90% des DurchschniftsveTbrauches der Monate September und Oktober gekürzt werden. Als Gegenleistung für die Benutzung französischer Schiffe während des Krieges gewährt Großbritannien der französischen Regierung einen Kredit in Höhe von 15,5 MSI. Pfund. Ab 18. Januar wird ln Irland die Brotrationierung in Kraft treten. Eine in der Tschechoslowakei befindliche jugoslawische Kommission bietet sudetendeutschen Technikern, Fachleuten und Ärzten die Einwanderung nach Jugoslawien zu günstigen Bedingungen an. Durch ein Handelsabkommen zwischen Ungarn und Jugoslawien wird Ungarn das Recht zur Benutzung des Hafens Fiume zugesprochen. Ungarn soll im Rahmen dieses Abkommens Güter im Werte von 3,75 Mill. Pfund, hauptsächlich Lokomotiven und Eisenbahnwagen, im Austausch gegen Metall und Bauholz liefern Die Verstaatlichung der großen Ho r s- r.' - -i ■ ■« von de- Auftakt in der Zonenliga VfL Konstanz in Biheracb — Rastatt empfängt Friedrichshafen Gruppe Süd: Biberach—VfL Konstanz: Rastatt — Friedrichshafen: Schwenningen — VfL Freiburg,- Offenburg—Reutlingen. Am kommenden Sonntag erfolgt der Start zu den Meisterschaftsspielen der neugebildeten Zonenliga In der Gruppe Süd werden durchweg südbadische mit südWürttemberg:scheu Vertretern zusammengeführt. Man kennt im allgemeinen die Spielstärke der beteiligten Zonenligavereine aber erst des eigentliche Zusammentreffen im Kampf um die Punkte wird aufschlußreiche Vergleiche für die Zukunft gestatten. Aus diesem Grunde ist eine Vorhersage über den Ausgang deT einzelnen Begegnungen am 12. Ja- nuaT, wie immer in solchen Fällen, kaum zu machen. Als sicherer Sieger darf man wohl Rastatt erwarten, das den Vorteil de« eigenen Platzes hat. Inwieweit Biberach, Schwenningen und Offenburg diese Vorteil« auszunützen ln der Lage sind, hängt von der Verfassung der Gästemannschaften ab. Ein Konstanzer Sieg ln Bi- beTach und ein Freiburger Erfolg in Schwenningen ist auf Grund der zuletzt gez ei gten Leistungen der beiden badischen Mannschaften durchaus möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich Reutlingen zählt man zu den spielstärksten Mannschaften Süd Württembergs, sodaß es Offenburg nicht leicht haben wird. Grupp« Nord: In der Gruppe Nord der Zonenliga finden folgende Spiele statt: Tus Neuendorf — Mainz; FC Saarbrücken — Wor- matia Wonne; Phönix Ludwigshafen — Trier; FC Kaiserslautern — Neunktrchen. Weitere Termine Süddeutsche Meisterschaft: FC Nürnberg — FC Schweinfurt; 1860 München — SV Waldhof; Ulm 46 — SpVgg Fürth; Offen- bacher Kickers — VfB Stuttgart; Schwaben Augsburg — Bayern München; Viktoria Aschaffenburg — Phönix Ludwigshafen; Karlsruher FV — FSV Frankfurt; Stuttgarter Kickers — Eintracht Frankfurt; FC Bamberg — BC Augsburg; VfL Neckarau — VfR Mannheim. ObeTllga Staffel Ost: Singen — Neustadt: Villingen — Rie’.asingen: Stockadi — Radolfzell; Donaueschingen — Gottroadingen. Oberliga Staffel Süd: Wehr — Th um rin gen; Fahrnau — Zell; Waldshat — Rheln- felden; Wyhlen — Istein. Oberliga Staffel West: Fortuna Freiburg — Riegel; Ottenau — ASV Freibuig; Lahr — B.-Baden; BlauwelB Freiburg — Emmendingen Thema Zonenligs Der „Südkurier" hat in seiner Ausgabe vom 30. Dezember 1946 zur Bildung der Zonenliga das Wort ergriffen und festgestellt, daß die Qualifizierung für diese höchste Fußballklasse in einzelnen Fällen fragwürdig ist. Der ASV Villingen wendet sich nun mit einem zweieinhalbseitigen, nicht ganz unberechtigten Zwischenruf, zu diesem Thema an die Sportredaktion. Der Verein, der nicht zurr eigene« Interesse, sondern allgemein« Sportbelang« geltend macht, steBt fest, daß ein kleines Gremium die Vereine ohne vorherige Fühlungnahme vor eine vollendete Tatsache der Teiinehmer eus w a hl stellte. Diese Situation müsse die Vertrauensbasis zwischen Vereinen und Sportführung erschüttern. Unverständlich bleibe, daß die Auswahl nicht nach ein- hettiither Qualifikation stattgefunden und beispielsweise in Südbaden entgegen vorheriger Bestimmung auch die Tei l ne h mer an der Pokal - : Vorschlußrunde hinzugezogen hebe. Die >ve-nünf"ge Qua'iBkatten sei das Ergebnis der Verbandsrunde 1945/46. Der Einsender stellt anschließend Vergleiche aus Südwürttemberg an und trägt sich, weshalb der Meister Schramberg zugunsten von Schwenningen übergangen wurde. Nach einem unsachlichen, unaktuellen Seitenhieb auf den VfL Konstanz bezüglich seineT s. Zt. übrigens mit überwältigendem Einverständnis anderer Vereine festgestellten Haltung zum Landesliga-Plan schlägt der ASV Villingen eine sicher auch an die Sportbehörde gerichtete Revision zugunsten einer erhöhten Teilnehmerzahl, einer entsprechenden Auswahl und hinsichtlich der Auf- und Abstiegsfrage vor. — Die Ausführungen des ASV Villingen decken sich in verschiedener Hinsicht mit den am 30. Dezember erfolgten Darlegungen des ,,Südku.rier". Die Sport- behörde bat das Wort. Zukunft des deutschen Fußballsports Im Februar soll in Hannover eine Fußballtagung mit Vertretern aller Zonen stattfinden, Besprechungen einer deutschen Fußballmeisterschaft 1947, Fragen der Wiederaufnahme in den Internationalen Fußballverband (Fifa) und Anbahnung des Spielverkehrs mit dem Ausland stehen im Vordergrund der Tagung. Internationale FoßbaUergebnisee: AC Bilbao — San Lorenzo (Argentinien) 3:3; Lugano — Bologna 0:2; Locarno — Perencvaros Budapest 1:2; Genua — Vienna Wien 3:2: Atlessandria — Rapid Wien 2:3: AS Roma — Kispest Budapest 2:2, Sampdoria — Rapid Wien ! :2; Livorno — Vienna Wien 2:2: Wacker Wien — Ferencvoros Budapest 3:0; Stade Francaise Paris — Chariten Athletic 2:2: St. Etienne — Bäte ZKn 1:2: Urania Genf — Bordeaux 2:1; Toulouse / Austria Wien 2:4 Fußball im Ausland. Italien: (Meisterschaft) Fiorentina — Napoli 1:0; Genova— Torino 2:3; Modena — Livorno 1:0; Bari — Roma 2:0; Milan — Alessandria 4K); Juventus — Samp Doria 2:1; Venezia — Intemazionale 2:1; Brescia — Bologna 0:1; Triestina — Vicenza 2:0; Lazio — Atalanta Bergamo 0:0. — Tabellenstand: Torino 24 P., Juventus 23 P„ Modena 22 P„ Milan 20 P. — Ungarn: I Nach den letzten Nachtragsspielen der ungarischen Herbstmeisterschaft präsentiert sieh die Tabellenspitze wie folgt: 1. Ujpest 25 P., 2. Ferenc- raros 23 P., 3. Vasas 21 P„ f. Kispest 20 P„ 5. E.T.O. und M.T.K. 18 P. St. Morltzer Olympiaprogramm 1948 St. Moritz wird aus Anlaß der Olympischen Winterspiele 1948 zwei Hairptwettkampfpiätre aufweisen, und zwar das Eisstadion und das neu zu schaffend« Skistadion. Jetzt schon liegt der ! Entwurf für das Olympia Programm vor, dos die Eröffnungszeremonie für den 30. JanuaT 10 Uhr vorsieht. Die Schlußfeier ist danach am 8 Februar 16 Uhr. In den zehn Tagen wickelt sich ein umfangreiches, gut zusammengestefites Programm ab, angefangen von der Kunst des Eislaufes bis zum rassigen Eishockey, von den verschiedenen olympischen Skiwettbewerben bis zum Kampf auf der Bobbahn. Gründung eines SkUadumesdaasses Der Sportbeauftragte für Baden, Walter Dingei, teilt mit: Am Samstag, den 11. Januar, findet in Freiburg um 14 Uhr im Restaurant „StühUngar" (StühUnger Kirehplatz), eine Besprechung für alle Skiclubs und Skiabteilungen der allgemeinen Sportvereine von Südbeden statt. Auf der Tagung sollen die Wintersportprogramme besprochen werden und die W ahl eines Skifachaussdiusses stattfinden, der als einheitliche Organisation dos diesjährige WinteTsportprogramm zur Durchführung bringt. Kurz notiert Der FC Nürnberg wellte nach seinem Sieg über den VfB Stuttgart zu einem Freundschafts-Lehr- spiel in Schramberg und gewann dort 7:1. Die Schramberger führten bei der Pause 1K) (1). ln der württembergisdren Fußball-Landesliga (amerik. Zone) führt Untertürkheim mit 17:5 Punkten vor Sportfreunde Stuttgart (18:6 P.). In der bayerischen Landesliga Gruppe Nord führt FC Uchtenfe’s (16:4 P.) vor Bayern Hof (16:4 P.). Rotweiß Frankfurt steht an der Spitze der Landesliga in Hessen (Bezirk Ost) mit 20:4 P. In der britischen Zone werden in diesem Jahre die Fußballspiele bis zur Entscheidung einer Fußbali-Zoaenmeisterschaft durchgeführt. Der von mehreren Spielgruppen in der Sowjetzone angeregte Plan zur Durchführung einer Ostdeutschen Fußballmeisterschaft kann in absehbarer Zeit nicht verwirklicht werden, meldet das Haitotsportamt Berlin. Im Vorschlußrunden spiel um den Saar-Pokal i siegte der FC Saarbrücken in Völklingen gegen Ensdorf 5:0. In Dudweiler gewann Neunkirchen gegen den SV Saarbrücken 9:2. Der FC Kaiserslautern schlug ln Neustedt den Landedigisten Friesenheim mit 6:3. Bei Hannover 96 wirkt zur Zeit der englische Berufsfußballspieler Frey von Charlton Athletic mit. Beim Allgäuer Verbandssprunglauf in Oberstdorf wurde Sepp Weiler Sieger mit 2 Sprüngen von je 68 Metern. Skimeister in der nordischen Kombination für das Gebiet München wurde in Schliersee Alois Simon (SC Neuhaus). Auf der Gotthard-Schanze in Andermatt gewann der Schweizer Hans Zurbriggen gegen italienische Konkurrenz ein Springen mit Leistungen von 52,5. 56,5 und 59 Meter. ln einem 15-Rtmdenkampf schlug Harold Deade (Los Angeles) den bisherigen Weltmeister im Bantamgewicht. Manuel Ortiz, nach Punkten. Hans Bemlöhr. der frühere deutsche Boxmeister tm Mittelgewicht und Olympiateilnehmer 1932, ist zum Berufssport übergetreten. Bei den Spielen um die Bayrische Eishockey- Meisterschaft gab es folgende Ergebnisse: Tegernsee — EV München 7:5; HC Augsburg — SC München 2:2. Der EV Füssen verlor in einem Eishockeyspiel gegen Krefeld 7:5 und gewann einen Tag später 13:6. Rudi Ban. Deutschlands bekannter Eishockey- Internationaler, der wegen seiner Rassenzugehö- rigkeft nach den Olympischen Spielen „ausge- bootet" wurde, spielt jetzt wieder in Berlin. Die bekannte Wiener Eiskunstläuferin Rse Pausin wurde nach der Schweiz verpflichtet, um der Schweizer Eiskunstleufmeistertn Maja Hug die Wienerschule zu zeigen. Die tschechoslowakischen Tennisspieler Drobny und Caska unterlagen auf ihrer Wettspielreise tn Indien gegen da« indische Paar SawheyTfthikar- Ahmed. Bei der Freiburger Sportkonferenz richteten sich scharfe Angriffe gegen die Methoden süddeutscher Oberliga vereine, die versuchen, aus der französischen Zone gute Spieler gegen hohe A n gebote abzuziehen. Eine Sporthochschule für das Saargebiet ist in Völklingen eingerichtet worden. Der Lehrplan sieht die Ausbildung von SpoTtberatern vor. SUDKUtlEB ” Verantwortlicher Redektioesausschuß: Hermann Dörflinger (CSV) Rudi Goguel (KPD) Herbert Goldscheider (SPD) Friedrich Munding (DP) Hermann Fiebing — Verlag Südkurier-Verlag GmbH — Druck: Druckerei Konstanz Fischmarkt 5 Für unverlangt eingee en ette Manuskripte übe** die Redaktion keteerM Haftung Freitag, 10. Januar 1047 ■■HBanaHOBSs: HEIMAT KURIER Nr. 3 / Seite 5 SüÖroeftOeutfche Chronih „Gutfeie" Dieses Wort ist ein Schlachtruf, der vom ersten Advent bis zu den Heiligen drei Königen die alemannischen Hausfrauen elektrisiert. Zuerst träumen sie von Gutseies, dann reden sie davon und endlich backen sie sie — das Essen besorgen dann gewöhnlich die anderen. Gutsele kommt von gut, da braucht man kein Sprachforscher zu sein, um das festzustellen. Aber die Güte des Badewerks ist bedingt durch die Güte der Zutaten — woher nehmen und nicht stehlen?! Also stehlen ist natürlich zu viel gesagt — aber so ein ganz klein bissele betteln, ein bitzele hamstern, ein bitzele nachhelfen muß man schon, „corriger la fortune” sozusagen. Zuletzt ist man immer wieder erstaunt, was aus schwarzem Mehl, Sirup und Pfefferkuchenersatzgewürz für unerhörte Güt- sele Zustandekommen, Gutsele nur mit Liebe und Phantasie statt mit Fett gebacken, mit Bucheckern statt der Nüsse und mit Dörrobst und Zwetschgen statt Rosinen, Jede Hausfrau hat ihr Spezialgutsele, von dem sie nicht läßt — und wenn es Stunden und Tage dauern sollte, bis die richtige Mischung herausgekommen ist. Wie ein Alchimist steht sie da und wiegt und mixt, teilt und tut zusammen, rollt aus und klappt gegeneinander, schneidet mit Messern und sticht mit Figuren, streicht in Förmchen, fettet Bleche ein, siebt Mehl und verziert mit Zuckerguß — es ist eine künstlerische Aufgabe, die sie mit leidenschaftlichem Ehrgeiz erfüllt — und wenn sie tot vor dem Backbrett bleiben müßte. Einmal traf ich einen guten Freund, der verstört in der Stadt umherirrte. „Ich wage mich nicht nachhaus”, sagte er, „meiner Frau sind die Springerle nicht gut geraten, das gibt eine Familientragödie!” Er bat mich, zuhause nachzusehen. I ob wenigstens die Zimtsteme gut geworden wären. „Und wenn die auch hin sind?” fragte ich unruhig. „Dann ist es ein nationales Unglück!” stöhnte er. Aber das passiert gottlob selten, denn wohin sollten wir da bei diesen Zeiten kommen?! Mard Das Glockenlager Unter dem Titel „Stumme Glocken” bringt das Mainzer „Weltbild” eine Reportage, die interessante Einzelheiten über das Lager der in Hamburg konzentrierten, im Kriege beschlagnahmten Glocken enthält. Wir entnehmen dem Bericht folgende Einzelheiten: In Hamburg lagern über 13 000 Glocken innerhalb des um den Hamburger Freihafen gezogenen Sperrgürtels. Es sind die Ueberlebenden von etwa 75 000 Glocken, die 1941 aus den Kirchen geholt und nach Hamburg gebracht wurden. Kleinere Lager befinden sich noch an anderen Orten. Bisher wurden alle bayerischen Glocken identifiziert und in einem sogenannten Glockenatlas erfaßt. Bald sollen die rheinischen Glocken bearbeitet werden, deren schätzungsweise noch etwa 2000 vorhanden sind. Man nimmt an, daß mehr als das Doppelte verschrottet wurde. Alle Glocken sind mit großen Buchstaben und je drei Ziffern versehen. Die großen Buchstaben (A, B, C, D) bedeuten eine Wertung in künstlerischem Sinne. Klasse A umfaßt moderne Glocken ohne künstlerischen Wert. Sie alle wurden im Laufe des Krieges eingeschmolzen. B- und C- Glocken, Zeugnisse älterer Glockengießkunst, wurden ebenso wie die Auserlesensten (Klasse D) „nur vorsorglich” angeliefert. Verhüttet oder zerschlagen wurde keine von ihnen. Hingen in einem Leitbezirk sehr viele kunsthistorische wertvolle Schöpfungen, so durfte in je einer Gemeinde eine Glocke verbleiben. Die erste Ziffer auf den Glocken bedeutet den Leitbezirk, aus dem sie stammen, die zweite Ziffer besagt die Kreishandwerkerschaft, durch die sie aus dem Glockenstuhl geholt wurde, während die dritte Ziffer die Verbuchungsnummer zum Zwecke der Verschrottung bedeutet Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß Sonderwünsche für die Rückführung der Glocken, mit der man Anfang 1947 beginnen zu können hofft, nicht erfüllt werden können. Münchener Kirchen im Wieöeraufbau Was verloren ging Wenn wir von den Kirchen sprechen, so rühren wir an da« traurigste Kapitel in der Geschichte Münchens, — denn beinahe alle sind vernichtet Immer noch überragen die Zwiebeltürme der Frauenkirche da« Stadtbild. Aber der Dom selber ist zerstört Nun steht sein Mäuerwerk geborsten, mit tief auseinanderklaffenden Rissen in der Apsis, ausgebranntem Dachstuhl und Kirchenschiff. Im 15. Jahrhundert wurden die ursprünglich nicht vorgesehenen und auch eigentlich nicht stilgerechten Zwiebelkuppeln den hundert Meter hohen gotischen Türmen als Abschluß gegeben. Seither bilden sie, grünbedacht, das von allen Ansichtskarten her bekannte Wahrzeichen Münchens. Heute sucht man vergebens nach den zwei gewohnten grünen Punkten über den Dächern, denn nach dem Brand bekamen die Zwiebeln eine hölzerne Notbedachung; aber wir freuen uns, daß die Türme überhaupt noch stehen und eine ihrer Uhren sogar die richtige Zeit anzeigt. Zehn Jahre rechnet man für den Wiederaufbau, mit dem bereits begonnen wurde. Viele Helfer, besonders junge Menschen, haben sich gemeldet Wieder einmal, wie vor Jahrhunderten, als die Bürger sich zu- sammentalen und Stein auf Stein legten, ihr Gotteshaus zu bauen, haben sie Hand angelegt zum gemeinsamen Werk, das ihnen Allen heilig ist, als Vorbereitung für den Neuaufbau. Eine Dorfgemeinde bei München stiftete das Holz zum neuen Dachstuhl. Unweit des Doms steht St Michael, die •chönste Renaissancekirche Deutschlands. Das gewaltige Tonnengewölbe, das sich über ein Mittelschiff von wuchtiger und reicher Gliederung spannte, war das größte nach der Peterskirche in Rom, dem es an Spannweite nur neun Meter naebstand. Luftminen brachten es zum Einsturz. Oft blieben im Vorübergehen die Menschen an den mächtigen Portalen stehen und blickten hindurch auf die noch immer imponierenden Reste kraftvoller Architektur unter offenem Him- mel. Jetzt sind die Tore mit Brettern verschlossen, und dahinter wird Schutt geräumt; Krane ziehen die schweren Gewölbeteile und die steinernen Leiber von überdimensionalen Heiligen aus den Trümmern. Auch am den Außenmauern erheben sich Gerüste: die Kirche erhält ein Notdach für den Winter. Bald soll sie nach den alten Plänen wiederaufgebaut werden. St Peter mit dem vielbesungenen Peters- tunn („Solang der alte Peter . . . .”) ist zerstört der Turm zur Hälfte eingestürzt.. Nach Meinung von Baufachleuten kann das Langhaus nicht mehr gerettet werden Der Turm aber und die herrliche, um 1630 erneuerte Chorpartie sollen dem Stadtbild erhalten bleiben. Die älteste Hallenkirche Deutschlands, die Heiliggeistkirche am Viktualienmarkt, ist bis auf die Außenmauern restlos vernichtet — Die Theatiner-Hofkirche am Odeorwplatz wurde wiederholt schwer beschädigt, kann jedoch ohne besondere Schwierigkeiten in- •tandgesetzt werden. — Ganz erhalten blieb die Ludwigskirche, ein Werk Gärtners, an der Ludwigestraße, mit dem Kolosealfresko des Jüngsten Gerichts von Peter Cornelius an der Altarwand, dem umfangreichsten Gemälde der Welt Von außen unscheinbar steht zwischen den Häuserreihen der Sendlingerstraße das feirate Juwel aller Münchner Kirchen, die Nepomuk-Kapelle. HieT haben die Brüder Asam, Schöpfer so vieler berühmter Schloß- und Kloaterbauten, ähr ureigenes Werk ge- •dsalfen, als Krönung Sirer erfahrungsge- und wm geblieben Ist übten Architekten- und Malerlaufbahn, ungehemmt von fremden Wünschen, unbeeinflußt von Auftraggebern; denn nur für sich selber schufen sie hier. Dicht angeschmiegt an ihr kleines barockes Wohnhaus errichteten sie diese Kirche, in der man ganz vergißt, daß sie nur eine kleine Kapeiie ist so vollkommen ist durch virtuose und geradezu raffinierte Verwendung von architektonischen, malerischen und Lichtwirkungen, mit immer neuen Ausblicken und Perspektiven, die Illusion einer nach allen Seiten sich ausdehnenden Weite, eines bunten, reichen, rhythmisch bewegten Raumes gelungen, der durch keine Endlichkeit beschränkt, durch keine Schwere belastet, wunderbar gelöst, befreit und beschwingt sich in transzendente Fernen zu öffnen scheint Ganz seltsam ist die Verzauberung, die den Beschauer erfaßt, wenn er im Schwung dieser erstaunlich lebendigen, unaufhörlich wechselnden, sich überschneidenden und musikalisch fließenden Formen, die den Blick immer wieder nach oben, zur Dreifaltigkeitsgruppe, den Plastiken überm Hochaltar und den Deckenfresken hinaufführen, das Gefühl für Begrenzung und Materie zu verlieren und mit den marmornen Putten, den überirdisch entrückten Heiligen und Engeln durch mystische Ueberwindung des Raumes in entstof flicht« Welten zu ver- schweben glaubt. Hier haben die Brüder Asam, der Stukkateur und der Maler, mit Die Meersburg Zum Droste-Gedenkjahr 1947 Wenn man in diesem Jahre überall des 150. Geburtstages der größten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff gedenken wird, (das kommende Jahr 1948 bringt ihren 100. Todestag), dann wird auch immer wieder der Ort genannt werden, der für der Droste Leben und Schaffen von so tiefgreifender Wirkung wurde: Meersburg. War es Zufall, war es Fügung, daß Ihr Schwager Josef Freiherr von Laßberg, der Wiederentdecker der Nibelun- genhandschrift C (Donaueschingen), erfüllt von der durch Romantik erweckten Begeisterung für die deutsche Vergangenheit die zum Abbruch ausgeschriebene Burg kaufte und damit der Droste die Wirkungsstätte gegeben ward, die ihrer für Naturschönheit und den geheimnisvollen, ja auch düsteren Zauber geschichtlicher Vergangenheit so aufgeschlossenen Seele voll und ganz entsprach? Und um ihre schöpferischen Kräfte zu letzter und höchster Erfüllung zu steigern, traf sie hier gleich im ersten Winter ihres Meersburger Aufenthaltes 1841/42 mit Levin Schücking zusammen, zu dem sie, die 45- jährige, erfüllt von Wehmut Über den Abschied von der Jugend, im Wollen „der Neige letztes Gut zu schlürfen” in tiefer Liebe erglühte. Dem Umfang und Gehalt nach ist der größte Teil ihres dichterischen Werkes in Meersburg entstanden: Dichtungen zum Preis ihrer westfälischen Heimat oder ihrer neuen Wahlheimat am Bodensee, Liebeslyrik, hoffnungsvoll und bangend, schmerz- und entsagungsvoll aus der bitteren Erkenntnis, daß ihr die letzte Erfüllung versagt bleiben müsse, und geistliche Gedichte wie das „Geistliche Jahr”, Ausdrude eines tiefreligiösen, aber auch schwer ringenden und grüblerischen Gemütes. — Als Laßberg die Meersburg am See erstand, schrieb er im stolzen Gefühl des allen Mitteln letzter Verfeinerung gearbeitet und wie auf einer brausenden Orgel alle Register ihrer Kunst gezogen. Di« Bombenangriffe haben auch diese; kostbare Kleinod nicht verschont. Stukkatu ren, Altäre und Schnitzereien haben stark gelitten. Durch das herrliche Deckengewöi be zieht sich in ganzer Länge ein Riß, de; nach dem Krieg ausgebessert und verputz wurde, an eine Erneuerung der Fresker selbst ist vorläufig nicht zu denken. Nad Beseitigung der gröbsten Schäden konnte der erste Gottesdienst wieder stattfinden Monateiange Klein- und Fednarbedt hat in zwischen Fortschritte der Restaurierung ge zeitigt, die uns hoffen lassen, daß die Asam kirche bald im alten Glanz erstrahlen wird Schon prangt ein neues Barockportal au? dunkel gebeiztem Holz mit goldenem Strah lemkranz und schimmerndem Glas an de; Straßenfront und lockt die Gebets- und Kunstbeflissenen. Leider lockte es auch we niger edle Elemente, die einige Tage nach der vollendeten Instandsetzung in das Kri cfaeninnere gewaltsam eindrangen. Kaum geringere Verluste haben dit Schlösser und Theaterbauten zu beklager Darüber soll in einem weiteren Aufsatz b? richtet werden. Werner Bernick“ Schweizer Kunsthistoriker gestorben Konstanz. In Winterthur starb in 72. Lebensjahr an den Folgen eines Schlaganfalls unerwartet rasch der über die Grenzen der Schweiz hinaus bekannte Kunsthistoriker und Sprachforscher Prof. Dr. Paul Fink. Ihm war viele Jahre die Leitung des Winterthurer Kunstmuseums, das er planmäßig ausbaute, übertragen. Fink war ein hervorragender Kenner Schweizer, oberdeutscher, abendländischer zumal moderner französischer Kunst. Reisen nach Paris. London und Italien erweiterten immer wieder sowohl seine sprachlichen als seine künstlerischen Erkenntnisse. In den Jahren 1910 bis 1933 besuchte Fink mit befreundeten Schweizer Malern fast jeden Sommer das Badner- land, zumal das am Fuße des Hohenstof- feln gelegene Dorf Weiterdingen im Hegau. Fink war ein Mitarbeiter des von Prof Hönn, Konstanz, herausgegebenen Bodenseebuches. In den letzten Jahren reines Lebens beschäftigte sich der Heimgegangene besonders mit dem Studium der räte-ro- manischen Sprache, wovon eine Reihe von Veröffentlichungen Zeugnis ablegt. In der Kunst sah Dr. Fink eine Brücke der Völkerverständigung. B. Landesvereinigung der Gewerkschaften der Angestellten Freiburg Sämtliche in der französisch besetzten Zone Badens bisher genehmigten Angestellten-Gewerkschaften haben sich zu einer Landesvereinigung zusammengeschlossen und führen die Bezeichnung „Landesvereinigung der Gewerkschaften der Angestellten und der Freien Berufe“ Der Sitz der Landee- vereinigung ist Freiburg, Vorsitzender ist Otto Schneider. Vorbildliche Fürsorge für die Kriegs- Beschädigten Tübingen. Das Land Württemberg hat sein Versorgungswesen für die Schwerkriegsbeschädigten in großzügiger Weise ausgebaut. Es galt hierbei, die in den Hei- matiazaretten liegenden noch behandlungsbedürftigen Kranken ln eigene Krankenhäuser zu übernehmen und gleichzeitig Unterbringungsmöglichkeiten für die aus Kriegsgefangenschaft entlassenen Soldaten, soweit sie krankenhausbehandlungsbedürftig sind, zu schaffen. Die Einrichtung des französischen Entlassungslagers Tuttlingen-Mühlau hatte zur Folge, daß Tuttlingen als einer der ersten Städte ein Versorgungskrankenhaus eingerichtet wurde, das, mit einer genügenden Anzahl von Betten ausgestattet, nun die Kranken übernahm. Besitzes eines derartigen historisch bedeutenden Baudenkmals an Uhland: „Wieviele geschichtliche Erinnerungen knüpfen sich an diese Besitzung! König Dagobert von Austrasien baute sie, Karl Martell, erneuerte die Burg, die Welfen, die Hohenstaufen besaßen sie. „Welche Zeitspanne, voll des buntesten Geschehens im auf und ab der Geschichte, umschließt die durch glücklichen Zufall völlig erhaltene älteste deutsche Burg. Dem ältesten Teil, dem Dagobertsturm, um 628 erbaut, fügen die Welfen und Staufen massive Bastionen an, und die Fürstbischöfe, die neuen Herren der Stadt, erweitern die Burg zu einem abwehrbereiten KastelL Manche bedeutende Persönlichkeit weilte im Laufe der Geschichte auf ihr, wie Friedrich II., oder der jugendliche Träumer Konradin, der, befangen in der Utopie der Wiedererrichtung eines römischen Kaiserreiches deutscher Nation, sich dort aufhielt, bevor er nach Italien und damit in den Tod auf dem Schafott eilte. Manch kriegerisches Getümmel rauschte an der Burg vorüber wie Händel zwischen Bischof und Stadt, Bauernkrieg und Schwedennot, aber sie blieb trotz größter Gefahr erhalten.” Dieser Zauber reichster Vergangenheit Wlnternadit Joseph Freiherr ▼. Eichendorff Verschneit liegt rings die ganze Welt ich hab’ nichts, was mich freuet; verlassen steht der Baum im Feld, hat längst sein Laub verstreuet Der Wind nur geht bei stiller Nacht und rüttelt an dem Baume; da rührt er reinen Wiofel sacht und redet wie im Traume. Er träumt von künftger Frühlingszeit, von Grün und Quellenrauschen, wo er im neuen Blütenkleid zu Gotte? Lob wird rauschen cm **>**<* v "■ - : tr<~ V, - : UÜ V~' .»uuuy & i ■ ». p 11 4000 Deutfche roohnen im Thurgau Deutsche und Italiener stellen das Konstanz. Vor und in den Kriegs- I jahren war eine sehr starke Verminderung der im Kanton Thurgau ansässigen Ausländer von 26 000 auf 6550 eingetreten. Das war teils auf größere Zurückhaltung in der Erteilung von Aufenthaltserlaubnissen, teils auf die Einberufung deutscher Staatsangehöriger in den Arbeits-und Militärdienst zurückzuführen. Dazu kam schließlich am Kriegsende noch die Ausweisung von solchen Ausländem, die sich in politischer Hinsicht nicht an die Pflichten gehalten hatten, die der Ausländer im Gastland zu beachten hat. Inzwischen führten die Hochkonjunktur in allen Industriezweigen des Nachbarkantons und der immer kritischer werdende Arbeitermangel dazu, daß in größerem Umfange wieder Ausländer als Arbeitnehmer zugelasren wurden. Wie man bereits bei einem abendlichen oder sonntägliedin Gang durch Kreuzungen •feststellen kann, handelt es sich bei neu zugezogenen Ausländem meist um Italiener, die namentlich in der Bauwirtschaft, aber auch in der Textilindustrie lohnende Beschäftigung gefunden haben. Eine kantonale Statistik ergibt denn auch, daß die Gesamtvermehrung der Ausländer um 1000 auf 7545 Personen durch die Vergrößerung des Italiener-Kontingents von 1932 auf 2975 bedingt wird. Dagegen ist die Zahl der Hauptkontingent der Ausländer I Reichsdeutschen im Jahre 1946 nochmals leicht auf 4012 (4151) Köpfe zurückgegangen. Die über die Zulassung deutscher Arbeitskräfte. die in allen Industriebetrieben der Grenzzone und namentlich auch im Hausdienst gesucht sind, mit den Besatzungsbehörden geführten Verhandlungen haben bisher nicht zu praktischen Ergebnissen geführt. Neben Deutschen und Italienern sind andere Nationen nur mit kleineren Gruppen vertreten, so die Franzosen mit 118 Personen. Die größte Ausländergruppe lebt und arbeitet im benachbarten Kreuzlingen, das 1443 (1392) Ausländer zählt. Nicht aufgeführt sind in der obigen Zählung die rund 500 Zivilflüchtlinge und die vom Roten Kreuz im Kanton Thurgau untergebrachten ausländischen Kinder. Nach der beruflichen Gruppierung zählen 1366 Personen als Fabrikarbeiter. 1257 als Handwerker. 320 als Landwirte. 214 als Bauarbeiter und 578 als Hausangestellte. Im Gegensatz zu früheren Jahren hat sich die Zahl der deutschen Grenzgänger, die natürlich in der obigen Aufstellung nicht enthalten sind, im letzten Jahr zwar wieder merklich vergrößert, doch bleibt sie noch beträchtlich hinter den normalen Vorkriegsjahren zurück. p. ßoöenfee / Rhein / Donau Konstanz, Die Stadtverwaltung Konstanz genügte einer besonderen Dankespflicht, indem sie zwei Schweizern, BezirkstatthalteT Raggenbaß und Hauptmann Trösch, beide aus Kreuzlingen, eine Ehrung zuteil werden ließ Die beiden Schweizer hatten sich um die Rettung der Stadt Konstanz in den kritischen Tagen des Aprils 1945 besondere Verdienste erworben und wesentlich dazu beigetragen, daß der Stadt das traurige Schicksal so vieler anderer Städte erspart geblieben ist. ln einer außerordentlichen Stadtratsitzung wurde ihnen Gemälde des Malers Otto Marquardt-Aliens hach überreicht. Oberbürgermeister Knapp sprach tjpi dieser Gelegenheit den Schweizern nochmals den herzlichsten Dank im Namen der Bevölkerung aus: anschließend schilderte Bezirkstatthalter Raggenbaß verschiedene interessante Episoden aus jener Zeit hatte ja letztlich Laßberg bewogen, die Meersburg zu erwerben, und oft trafen sich dort Gleichgesinnte, wie die Gebrüder Grimm, Uhland, Möricke, Simrock, Kerner u. a.. So wurde die Burg gewissermaßen Treffpunkt der jüngeren Romantik. Aber dennoch, erst mit dem Eintritt der Droste in sie gewann die Meersburg jene Stellung und Bedeutung innerhalb der deutschen Literatur die sie heute als die Stätte hat, die in der Droste die reifsten Dichtungen erwachsen ließ. Und wie liebte sie diesen Ort, der ihr ein kurzes Glück der Liebe zuteil werden ließ — Levin Schücking reiste bereits im Frühjahr 1842 von Meersburg wieder ab — der ihr einen wundervollen Blick über den See bis zu dem von ihr so oft besungenen Säntis schenkte. Auch der Kauf des „Fürstenhäuschens” während ihres 2. Meersburger Aufenthaltes 1843/44 löste nicht ihre innere wie äußere Verbindung zur Burg. Und als sie, wieder für einige Zeit auf dem Familienschloß Hülshoff weilend, den Tod nahen fühlt, da treibt sie die Sehnsucht nach ihrer Wahlheimat, nach der Meersburg zurück. Sich in Thomas a Kempis „Nachfolge Christi” versenkend, die letzte Hand an das „Geistliche Jahr” legend, macht ein Herzschlag im Mai 1848 ihrem Leben ein Ende. — So verbindet die Meersburg in Ihrer Vergangenheit Kaiser und Bischöfe, Ritter und Adlige, Dichter und Wissenschaftler. Zeiten und Menschen sind vergangen, der Kampflärm ist verstummt kein Bischof verläßt segnend mehr ihre Pforten. Auch das suchende Herz des Wissenschaftlers und Sammlers gleich wie das liebende der Dichterin sind still Und dennoch scheint i uns, wenn wir die Burg durchschreiten, wenn wir Arbeits- und Sterbezimmer der großen deutschen Frau und Dichterin aufsuchen, ein Ahnen iener Zeit zu erfüllen, gleichsam als ob die Manen der dereinst Lebenden noch in den Räumen schwebten, unsichtbar, aber wirksam für ied , ~s fühlende Gemi'ü TV- r* H Stolz Triberg. Der in Tnberg geborene Kiesinger Bürgermeister und Stadtrat Carl KreuzeT ist in seiner Heimat im 66. Lebensjahr gestorben. Seit Mitte Juli 1945 bekleidete er das Amt des zweiten Bürgermeisters der fränkischen Badestadt, gleichzeitig war er Vorsitzender der CSU Im Stadt- und Landkreis Kissingen. Karlsruhe Bei einer Großaktion der Polizei gegen den Schwarzhandel wurden 60 Personen festgenommen. Unter den beschlagnahmten Gegenständen befanden sich sechs Kilogramm gewalztes Silber, 200 Kilogramm gewalztes Gold, fünf Personenkraftwagen, ein Lastkraftwagen, vier Motorräder, 100 Flaschen Schnaps, 5 000 Zigarren, 3 000 Zigaretten, 150 Meter Stoff, 500 Pfund Mehl und neben zahlreichen anderen Dingen auch Opium, Morphium und Raschisch. Karlsruhe. Oberbürgermeister. Veit, der nach seiner Ernennung zum Wirtschaftsnrinister von Württemberg-Baden zunächst auf drei Monate beurlaubt worden wai, hat in seinem Schreiben an den Stadtrat seinen Rücktritt als Oberbürgermeister erklärt. Et begründet seinen Rücktritt damit, daß die Ernennung einet Oberbürgermeisters in der heutigen Zeit nicht durch persönliche Rücksichten verzögert werden dürfe Mannheim. Die Mannheimer Schloßbücherei, deren Räumlichkeiten völlig zerstört sind, konnte den überwiegenden Teil ihrer Bücherbestände retten Es ist geplant die Bücherei im Laufe des Frühjahres in den neu hergestellten Räumen des Zeughauses wieder zu eröffnen Heidelberg. Geheimer Hofrat Dr. Hermann Luckenbach, der in den Jahren 1908 bis 1922 Direktor des Heidelberger Gymnasiums war, konnte am 27 Dezember seinen 90. Geburtstag feiern Seine Bilderzusammenstellungen, die unter dem Titel ..Kunst und Geschichte" seit 1893 in verschiedenen Ausgaben erschienen bilden auch heute noch ein wertvolles Anschauungsmittel Im Geschichtsunterricht Ehingen (Donau) Um das Neue Jahr „anschießen' zu können, «rollte der 18 jährige Paul Schul? am Silvestertag eine Kartusche mit einem Pickel aus dem gefrorenen Boden herausholen. Dabei kam die Pulvermasse zur Explosion Der junge Mann zog sich so schwere Verletzungen zu. daß er nach wenigen Augenblicken starb. Tübingen. Die große Tübinger Kunstausstellung .Meisterwerke aus neun Jahrhunderten" wird am 7 Januar wieder eröffnet und bleibt bis auf weiteres verlängert Gefängnis für Bettelbriefe Pforzheim Ein 59jähriger Postbeamter wurde vom Amtsgericht Pforzheim wegen Absendung : von Bettelbriefen nach Amerika zu einem Jahr Gefängnis verurteilt Er hatte sich während seines Dienstes Paketkarten beschafft und an die Absender von Liebesgabenpaketen nach Amerika Briefe geschrieben, in denen er große Not vorspiegelte und sich als Totalgeschädigter ausgab. So erhielt er neun Liebesgabenpakete. Der Staatsanwalt betonte, daß der deutsche Mensch trotz aller Not einen geraden Weg gehen müsse Seite 6 / Kr. S SÜD KURIEB Freitag, 10. Januar 1947 2 x „Daily Mail" Die „Daily Mail” teilt mit, die deutschfeindliche Politik der Armee der Vereinigten Staaten sei eingestellt worden. Ferner sei allen Truppenteilen befohlen worden, den Deutschen beim Wiederaufbau zu helfen. Die Armee sei dabei, alle Unterrichtsbücher und Unterrichtsfilme, die zum Haß anreizten, zu entfernen. Denn „Haß würde unserem Programm hinderlich sein, weil Haß eine unfruchtbare, negative Haltung ist.” Offiziere hätten die Hoffnung, daß das neue Erziehungsprogramm dem vom Lande stammenden amerikanischen Soldaten eine grundlegende internationale Erziehung und Verständnismöglichkeit gegeben werde, die Reibungen mit der Zivilbevölkerung ausschalten würden. „Die deutschfeindliche Phase der Besetzung wird abgeschlossen auf Grund von zweimonatigen Untersuchungen, in deren Verlauf die amtlichen Kreise der Armee durch die starte ansteigende Zahl von Zwischenfällen zwischen Soldaten und Deutschen beunruhigt wurden.” Diese neue Haltung der Armee wurde durch die amtlichen Zeitungen des europäischen Hauptquartiers der Armee bekanntgegeben. In der Weihnacht snummer der „Daily Mail” befindet sich folgende Zuschrift eines Lesers: „Zur Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten und Seuchen hat jede zivilisierte Nation ein Gesundheitsministerium. Um der großen Masse des Volkes bei der Unterscheidung zwischen Gut und Böse zu helfen und die Verbrechen zu bekämpfen, haben wir Justizministerien. Wir nennen diese Behörden nicht .JCrankheitsministerium” und auch nicht „Verbrechens-Ministerium”, sondern wählen im Gegenteil die bejahenden, positiven Bezeichnungen, nicht die negativen. Sollten wir nicht also auch dem Namen unserer „Kriegsministerien” die negative und bittere Bezeichnung streichen und sie hinfort in „Friedens-Ministerien” umtaufen, um zu dokumentieren, daß es nicht der Krieg, sondern der Frieden ist, der der Zweck ihres Daseins zu sein hat?” Ein schöner Vorschlag, doch klingt auch hier noch das verhängnisvolle und oft gehörte .,Si vis pacam, para bellum” der Alten hindurch: „Willst Du den Frieden, so rüste zum Kriege.” Eine Weltpolizei wäre besser. Noch besser aber wäre: jeder, der es unternimmt, vom Kriege zu sprechen oder zum Kriege zu rüsten, und sei es auch nur angeblich zu einem Verteidigungskrieg, den sollte man. nach einem guten Vorschlag von Walter Lippmann, am Kragen nehmen und dem nächsten Schutzmann übergeben. Wien. — Eine Delegation des österreichischen Gewerkschaftsblindes nimmt an den Beratungen des Weltgewerkschaftsbundes in Paris teil. Paris. — Amerikanische Gewerkschaften werden demnächst Zweigstellen in London oder in Genf, und voraussichtlich in Stuttgart errichten. Washington. Die amerikanische AFL-Gewerkschaft hat gegen die geplante Zulassung der deutschen Gewerkschaften zum Weltgewerkschaftsbund protestiert, obwohl sie selbst dieser Organisation nicht angehört. Diese Organisation werde von der Sowjetunion kontrolliert und versuche, die Kontrolle über die deutsche Arbeiterbewegung zu erlangen. London. Die auf der Pariser Luftfahrtschau ausgestellte britische Maschine Gloster-Meteor legte bei ihrer Rückkehr nach England die Strecke Paris—London in 23 Minuten 37 Sekunden zurück. Damit ist London ein Vorort von Paris geworden und umgekehrt. Stockholm. — Der schwedische Sportverband versagte seine Genehmigung zu Wettspielen des Davispokalspielers Torsten Johannsson in Spanien. Kriegsende in USA. Mit dem Glockenläuten zum neuen Jahr, mit der offiziellen Beendigung des Kriegszustandes durch die Verkündung von Präsident Truman haben die Vereinigten Staaten den letzten entscheidenden Schritt gemacht von der Aera der Staatswirtschaft zur .beinahe freien” Wirtschaft der Vorkriegszeit. Ein seltsamer Zufall will es. daß am gleichen Tage die Labour-Regierung Großbritanniens über 1500 Bergwerke in Staatsbesitz überführt, während drüben die republikanische Kongreßmehrheit beim Präsidenten die Außerkraftsetzung von 53 während des Krieges erlassenen Notverordnungen durchsetzt Ein Teil von ihnen wird zwar formell erst im Laufe dieses Jahres seine Gültig 1 - keit verlieren, aber die Einmischung des Staates in die Wirtschaft wird sich von nun an auf die in der Verfassung und in j den ordentlichen Gesetzen vorgesehenen ! Fälle und Gebiete beschränken. j Diese neue Ordnung wird sich wahr- * scheinlich schon sehr bald in neuen großen ; sozialpolitischen Auseinandersetzungen be- j merkbar machen. Wenn nicht der Kongreß ein neues Gesetz beschließt, wird nach sechs Monaten die .^Smith-Conally-Act” ungültig, durch die im Falle von Streiks die Regierung kriegswichtige Industrie- und Verkehrsuntemehmen übernehmen konnte. Das bedeutet zugleich Freiheit zum Streik von seiten der Gewerkschaften, wie Freiheit zum Kampf gegen Streiks von- seiten der Unternehmer. Damit sind die Voraussetzungen für eine weitere Verschärfung der seit Kriegsende zu beobachtenden sozialen Spannungen gegeben. Die Kongreßverhandlungen stehen bereits im Zeichen dieser Spannungen. Und die Gewerkschaften haben schon den Kampf durch die Forderung nach einer allgemeinen Lohnerhöhung um bis zu 30 Cents in der Stunde und vor allem nach voller Bezahlung der Umkleidezeit eröffnet. Bei den großen amerikanischen Unternehmungen handelt es sich meist um weitläufige Anlagen: für ihre Durchquerung, Anziehen der Arbeitskleidung und Werk- zeugübemahme braucht man erhebliche Zeit. Und entgegen dem bisherigen Verfahren will man durchsetzen, daß die bezahlte Arbeitszeit schon mit dem Passieren des Fabriktores begännt und endet. Das macht im ganzen wohl fast eine Stunde aus und bedeutet für die Unternehmungen praktisch eine mehr als lOprozen- tige Lohnerhöhung, die umso stärker ins Gewicht fällt, wenn sie nach den Gewerkschaftsforderungen rückwirkend zugestanden werden soll. Allein den Fordwerken gegenüber beläuft sich die Nachforderung der Gewerkschaften auf rund 225 Millionen Dollar. Auch aus der bevorstehenden Aufhebung der landwirtschaftlichen Preisstützung können sich weitgehende Folgen ergeben, ! besonders, wenn die republikanische Kongreßmehrheit ihre Absicht durchführt, zum Ausgleich für die angekündigten Steuersenkungen auch die öffentlichen Ausgaben weitgehend zu drosseln. Uebrigens sollen auch die Kriegssteuem auf ausgesprochene Luxuswaren wie Pelze und Juwelen fallen. Ins Ressort der amerikanischen Außenpolitik gehört die formelle Aufhebung der noch bestehenden Kriegsbestimmungen des Pacht- und Leihgesetzes. Diese größte finanzielle Kraftanstrengung aller Zeiten, die Grundlage des Sieges der Allheiten, brachte für nicht weniger als 51 Milliarden Dollar Waren und Leistungen zum Kriegseinsatz. Davon haben Großbritannien al- j lein 63 Prozent und die Sowjetunion 23 ; Prozent erhalten. Für etwas über 10 Mil- ' läarden haben die USA als Gegenleistun- : gen bekommen, den großen Rest von 30 bis 40 Milliarden »Dollar werden sie als Einsatz für ihren gewaltigen Machtgewinn in allen Erdteilen leicht abbuchen können. Weniger leicht freilich wird es den bisher aus dem Pachtleihabkommen begünstigten Alliierten sein, aus eigenen Mitteln jene lebenswichtigen amerikanischen Lieferungen zu finanzieren, die für den Wiederaufbau der kriegsgeschädigten Gebiete und für die Ernährung der hungernden Bevölkerung mm einmal unentbehrlich sind. Die offizielle Kriegsbeendigung in USA dürfte denn auch kaum das Ende der amerikanischen Hilfeleistung bedeuten können. Zwar ist mit der Trumanschen Proklamation nun auch der UNRRA die nährende Nabelschnur abgeschnitten, aber die verantwortlichen Kreise in Washington zeigen sich der Notwendigkeit, das Hilfs- j werk in anderer Form fortzuführen, nicht j verschlossen. Man wird aber damit rech- : nen müssen, daß der Kongreß an die Ver- | teilung der ins Auge gefaßten neuen 400 j Millionen Dollar politische Bedingungen j knüpfen wird. Bei der Handhabung der | neuen amerikanischen Anleihe-Politik hat j sich die Tendenz der Bevorzugung von li- 1 beralen vor sozialistischen oder kommuni- i stischen Wirtschaftssystemen bereits bemerkbar gemacht. p. Washington. Der FlottenausschuS des Repräsentantenhauses forderte für die USA volle Besitzrechte auf eine Anzahl pazifischer Inseln, die sich im Besitz oder unter der Mandantsverwaltung anderer Mitglieder der UNO befinden. Sie lägen innerhalb des Sdcherheitsgürtels der USA und die anderen Staaten seien doch nicht in der Lage, sie zu verteidigen. Washington. — „Solange das System der kollektiven Abrüstung nicht verwirklicht ist, dürfen wir nicht“ durch unsere Schwäche einem Angreifer Anreiz für einen Angriff geben“ erklärte Präsident Truman in seiner Kongreßbotschaft. Washington. „Es gibt zwei glückliche Tage im Leben eines in der Oeffentli chkeit stehenden Mannes“ erklärte der zurückgetretene USA-Außenminister Byrnes, „der Tag, sin dem er sein Amt antritt. und der Tag, an dem er seinen Posten niederlegt.“ Und Frau Byrnes fügte hinzu: „Jetzt kann ich wieder mit ihm reden, anstatt ihm Zettel schreiben zu müssen.“ Moskau. — Der britische Feldmarschall Montgomery sagte nach seiner Landung in Moskau: „Ich will einen freundschaftlichen Kontakt mit der Sowjetarmee hersteilen, und ich hoffe, daß aus dem freundlichen Kontakt sich ein gegenseitiges Verständnis in wachsendem Maße ergeben wird“. Die „Friedensmaschine" rr In diesen Tagen erschien in der Züricher „Tat” ein Artikel mit geheimnisvollen Andeutungen über maschinelle Wunderwerke, die die technischen Unterlagen für den ersten Vorentwurf des Friedensver- trsiges mit Deutschland hersteilen sollen. Die Arbeit an diesen Maschinen gehe unter größerer Bewachung und mit größerer Geheimhaltung vor sich als die Sitzungen der Minister. In Versailles habe man noch in die Büros der Schreiber blik- ken können, aber nicht in die Verhandlungszimmer der damaligen „Großen Vier”. Heute sei das genau umgekehrt. Diese Schreibzimmer seien interessanter als die unzähligen, meist gestellten Bilder der Außenminister. Wenn der Berichterstatter richtig hingesehen haben sollte, dann wimmelt es auf den Bogen dieser Maschine von Reparationen, Grenzen und wirtschaftlichen Fragen. Sogar von den Forderungen des wendischen National- komitees soll auf ihnen etwas zu lesen sein. Doch hören wir weiter: „Die Maschinen, extra für diesen Zweck geliefert, werden von vereidigten Beamten der Gesellschaft bedient, und sie müssen sich an den kleineren und größeren Hebelarmen, die das Papier schnell herumschwingen, sehr geschickt und rasch bewegen, denn mit außerordentlicher Fixigkeit, wenn auch laut und deutlich, sagen die Schreiber und Oberschreiber, die mit den technischen Beamten Zusammenarbeiten, die Zahlen an, die Namen der Städte und Flüsse, die eine Grenzforderung oder Grenzberichtigung bedeuten, und die Namen der Länder, die diese Forderungen stellen." Es wird noch berichtet, daß die Maschinen von einer großen internationalen Gesellschaft geliefert wurden, die allerkom- plizierteste Rechenmaschinen konstruiert hat. Nach diesen Schilderungen möchten wir fast annehmen, daß hinter diesen Wunderwerken kein Geringerer steckt als Professor Dr. Vannemar Bush, Leiter der Carnegie-Stiftung, der vor einem Jahrzehnt ein Meisterwerk der Technik schuf, den „Differential-Analysator”, eine Maschine, die automatisch allerhöchste Mathematik treibt. Im Kriege war er der Leiter des Büros für wissenschaftliche For- schungs- und Entwicklungsarbeiten und koordinierte die Forschungen von rund 6000 Wissenschaftlern in glänzender Weise und so, daß jeder einzelne nur das Notwendigste wußte, aber trotzdem der Zusammenhang des Ganzen gewahrt blieb. Dabei half ihm seine Denkmaschine Memex, die die Ergebnisse der Forschungen sammelte, Einfälle registrierte und nutzbar machte. Die Maschine wird Eds eine Verbindung aus Schreibtisch, Mikrobibliothek, Aufnahme- und Projektionsapparaten und einer Registriertastatur geschildert. Das ist nun keineswegs ein verrückter Einfall eines spleenigen Amerikaners, sondern ein ausgezeichnetes Hilfsmittel zur Unterstützung des, ach, so schwachen menschlichen Gedächtnisses. Sie garantiert keine genialen Einfälle, aber sie muß nach allem, was wir von ihr gehört haben, die wissenschaftliche Denkarbeit in unvorstellbarer Weise erleichtern. Man denke sich eine weiter entwickelte Hollerith-Maschine, mit der man mit Leichtigkeit zum Beispiel aus einer Kartothek mit tausenden von Angestellten diejenigen heraussortieren kann, die, sagen wir, mindestens 10 Jahre im Betrieb sind und verheiratet, die englisch sprechen und bestimmte Kenntnisse auf einem Spezialgebiet haben. Mit der „Memex” kann der Mann der Wissenschaft zu jedem gewünschten Spezialthema, das „in der Maschine steckt” durch Drücken von bestimmten Tasten, sich alles Material aus Büchern und Zeitschriften, aus eigenen Versuchsprotokollen und Notizen, das er einmal der Maschine anvertraute, nach beliebigen Gesichtspunkten geordnet herausholen. Es ist wahrscheinlich, daß eine solche Maschine für die Zwecke der Friedenskonferenz ümkönstruiert worden ist. Professor Bush hat gelegentlich einmal von einem Apparat gesprochen, der ihm seit langem schon vorschwebt. Es sei möglich. so sagte er, eine Maschine zu konstruieren. die aus bestimmten Voraussetzungen durch eine einfache Kurbeldrehung logische Schlüsse zieht. Daß diese Maschine jetzt schon bei der Friedenskonferenz vorliegt, bezweifeln wir mit guten Gründen. Ihre Konstruktion jedoch halten wir durchaus für möglich. Aber selbst, wenn sie schon fertig wäre, hätte sie grundsätzlich einen Haken: Man muß nämlich die richtigen Voraussetzungen in sie hineinstecken, damit etwas Ordentliches dabei herauskommt. Und in dieser Hinsicht ist leider der Mensch unersetzlich. Aber Denken ist mehr, als logische Schlüsse zu ziehen. Schon Kompromisse zu schließen erfordert mehr als einfache Blick über die Grenzen Johannesburg (Süd-Afrika). Ein südafrikanischer Parteiführer, Dr. Malan, forderte die Aussiedlung der im Lande lebenden Inder „in der gleichen Weise, wie die Minderheiten in Europa von ihren Wohnstätten vertrieben worden sind.” Eine neue Arbeiterpartei fordert die Abschaffung des beschränkten Wahlrechts für Inder. Die Gewerkschaften der Europäer hintertreiben die von der Regierung geplante Ausbildung von Eingeborenen als Bauarbeiter, obwohl diese nur zum Bau von Eingeborenenhäusem eingesetzt werden sollten. London. Frau Pandit, die Leiterin der indischen Delegation bei der UNO, die für die Rechte der Inder in Südafrika eintritt, erklärte: „Selbst Christus wäre heute in Südafrika ein unerwünschter Einwanderer.” London. — Für die Südafrikaredse des englischen Königspaares sind 13 neue Autos angefertigt worden. London. — Eine Gruppe von deutsch«! Politikern, Erziehern, Journalisten, Gewerkschaftlern und Studenten aus der britischen Zone besucht England, um dort an einem sechswöchigen Lehrgang für deutsche Kriegsgefangene teilzunehmen. Sie sollen dort die Methoden der Erwachsenenerziehung studieren. Münster. An der internationalen Studentenkonferenz in Münster nehmen 17 britische, 15 schweizerische, 9 französische Studenten aus der sowjetischen, der ame- Studenten aus der sewjetischen, der amerikanischen und der britischen Zone, und einer aus Berlin. K i e L Eine Gesellschaft der Freunde Coventrys wurde in Kiel gegründet. Ein britischer Bauoffizier, der aus Coventry stammt und jetzt in die Heimat zurückkehrt, hat sich um die Räumungs- und Wiederaufbauarbeiten von Kiel beträchtliche Verdienste erworben. Hamburg. Vom 23. bis 26. Januar findet in Hamburg ein zweiter Studententag in der britischen Zone statt, auf dem u. a. die Bildung einer überzonalen deutschen Studentenschaft beraten werden soll. Es werden Delegierte aus alten Besatzungszonen, außerdem Abordnungen aus Großbritannien, Frankreich, der Schweiz, Holland, Belgien, Dänemark, Schweden, der Tschechoslowakei, der UdSSR und aus den USA erwartet. Ebenso sind die internationalen Studentenorganisationen eingeladen. London. Ein 3000 Mitglieder umfassender britischer Studentenverband beschloß die Unterstützung von antifaschistischen Studenten aller Besatzungszonen mit Büchern und anderem Lehrmaterial. London. Knaben und Mädchen, die während ihrer Ferien über „Weltbürgerschaft“ Vorlesungen gehört hatten, beschlossen, eine Delegation zum Besuche Deutschlands zu entsenden. Logik. Auch das jedoch könnten Maschinen. von Menschenhand gebaut, — vielleicht — noch schaffen. Was sie aber auf gar keinen Fall leisten können, sind produktive Schlüsse, sind echte, schöpferische Denkleistungen, bei denen mehr herauskommt, als man in die Mstschine hinein- steckt: eine Synthese, eine neue Ordnung. Schon eine neue Ordnung kann von keiner Maschine konstruiert werden, geschweige denn die Neue Ordnung, die dauerhsifter Friede heißt, und diesen Namen verdient: Die das mit in Rechnung stellt, was erst recht keine Maschine weder in sich aufnehmen noch verarbeiten kann: — den lebendigen Menschen. Wir sind sicher, daß nicht nur Mr. Bush, dessen Großvater noch Walfischjäger war, das weiß — denn sonst hätte sicherlich schon längst irgend jemand ein paar Tasten heruntergedrückt und eine Kurbel gedreht. . INKONSTANZ Chemiter ober (fa*ntaim f. Sulfönamcft» Siabiiheater Ronftanj. Sreitag, 10. 1. 18.30 Uftr (26. Stamm! I) „Ser Rirftft. garten* Xragtlomöbie o A X r <6o[6on>- Samstag, 11. 1. 18 Uftr (25. Stammf. VIII) „Ein Sommemncbtstranm“ non Sbafcipeate Wuft! frelir Wenftels- fohn-Battftotfti), Sonntag, 12. 1 15.30 Uftr- ffeierftunfte (um 150 Eeburtsiag bet Annette » Drfffte-Hülsftoff ®e> benlrebe SBtlft «eitle. Stafttpfatrer (Weetsbutg) TOitm fiannefriebe! Stet« ftcr. Sopran, ffioligang Engels. Seit, tatton. bos Ronftanjer Sirei*guartett | 18 Uftr (13 Stamm? & IX) „Ein' Sommernaibtstranm“. Dfontag. 13 l.j 18.30 lUjr (26 Stommj n) .Der RirJ*g«rten*. Dienstag. 14 1 18.30 Uftr (26 Stamm! HI) „»et Ritte-, garten 11 Wittmo*. 15. 1. 18.36 Uftr (itccftgeftolt o. 6 1 25 SlammI V) „Ein Sommernafttsteenm*. Reine te< fefon:i*en Sattenbeitellungen Sofien, geiptädje (nur o ausmörts) 1885 Die be [teilten Abonnements muffen bis jum 10. 1. 47 abgeftott inerten. Herftettung gef. Selbftönftige, ousbau» fähige latigtcit. Serotrbg. u. 14147 -.Mu ' ' *' STELLENGESUCHE BEKANNTMACHUNG Kraftfahrgewerbe. Alle Unternehmer im Gütemah-, Güterfern- und Ommbusge- ■werbe im Bereich der Kreise Freiburg, Breisach, Staufen, Müllheim, Neustadt, Donaueschingen und Emmendingen, werden gebeten ihre genaue Anschrift zu richten an den Verband des Speditionsund Transportgewerbes Baden, Fachgruppe Kraftfahrgewerbe, Freiburg Brsg., Belfortstrafie 15. GESCH. EMPFEHLUNGEN Xemanfeetignnn »an Stempeln in ©um- nri unb Stob! übernimmt: SSrobebarf Irudcnmiitter, (14a) Sonfingen, Württemberg. Snitpelb Bauet, Steihurg i. 8t., Ober» Hüben 25. Snrolge Stremfperre nno Koftmateriglmangel finb Hädcelraatec- uenmejfet jeftt unb in nä*fter ni*i lieferbar. Dies gilt ,autb für eingelaujcne Stellungen. STELLENANGEBOTE Hausgehilfin non Rfitberfonatorium rat mürttemb. Sdjmarjmalb gef. Sernertg. m. 1*747 SSMnrier Ronfteni 2 Hausgehilfinnen Uber 18 Sabre »ur Sntftüfe in bei Rü*e jum 1. gebe. _ . _ _ gei. Euter 2oftn unb gute Seftairtlung Sübturier Ronftanj. Hei-ftätie Aniogaft, Soft Cppennu. 2eitet bes Mc*uungsptäfungsamtes Sei BotitaibSftotographin ttteiige ob. $ho» ber Hanfeftabt Hamburg ift bie Stelle! (mon! Weiltet) }um joforhg, Äf,r -.r tslla ffe S. Stsljer juruifgelegte mitte, bei fitier Roft, SBoftnumg uni Dienftahre inerten na* Wa&gabe ber guter Bejaftlung für fofort gei. Se- gefeSI. «ethmmungen angereeftnet. Die, merbg. u 0128 Agentur »lütter Ober- Sem. muffen mögt, bie Befähigung für Sr*. Hauptftr. 36. ben höheren Setmattungsbienft hefigen Släb*c«, tüefti. für ©efcftäiisftausftalt u. unb übet [ehr gute (aufm. Reitntniffe etmas (Gartenarbeit halb gei. Kcinftolb netf. Daneben jiirt greife Reimin. unb SitUe, Sab Rro;ingen i. S prüft. Erfahr, auf ben (Gebieten bes getmeinb! Haushalts-. Raffen-, Ke*n< u. Srüfungsmeiens fonrie bes gemein»! Eigenbetriebsrechts erfotftertt*. Erm. ift bei KaCftm. lang fahr (eitenbei Xä- tigjeit in planeren priDatmirrlthan: Unternehmen. Die Hamburg für bie 3 U fünft geheilten Aufgaben färbten »on ben Semeibem eine befanbere 'Belobigung auf orgamfatortfihem Eebiet u. ift bei Seurterlung nj”-t;*afCiihei Bargange. Ausführliche Semerbung nrt Sebenslairf unb Sefahigungs» ourie pa- lititeem Uirbebenlliihfettsnachnieis an ben .Rämmerer ber Honieftabi Hamburg. Hamburg 36, (Sän'entarft 36. Jjrilialleitet non Sroftbetrieb bes Eingel. ftcnbcls gei Scu: a S 2 7002 an Aim.-Eipeb. Earl Eabltr. EntbH„ Stuttgart-«, giWerftrahe 9. Eaettnarbeit« ab. lanbai. Arbeiter, lebig, Demant mit Eenruiebau. igtoerl., ehrlich in Dauerftettung gef. Setttetbg. nt. 2ebenstauf u. 3eugn. erb. an Sremben- heim Sitta Sottet. Sabemoeiter. 2. Särtner, Hof» unb Eartenarbeiret(-n) bei freier Ror. Sßobwung unb AJälihe unb ieergemafetr. Satlohn (u balbigem Eintritt gei. Ausführliche Setoetbg. an SBalbianatorium Di. Shröbei, Schömberg, Rr. Ealm. Steuoihpiftiu-Ronioriftiu, perfette, bei freier Station unb S06iihe unb ange« meiienetn Saigehatt ju balbigem Eintritt gef. Ausführliche Semerbg. mit 2t*tbilb 3eugnisabfihrift.. Sebenslauf unb Angabe bet Eehaltsaniprüche erb.: TBalbfanatorium Di Schreiber. Schömberg. Rr. Eattn. Rraufeufäjmeitet. ftaat! gepr. tür Sri- natpilege gei., melche auch etmas Hausarbeiten mit übernimmt. Stäbchen noi- haitben. Semerba. bei freier Roft unb 2ogis mit EehausanfptüChen u. 14188 Sibtnriei Ronfhrmg. Dbergärtner, 47 Sah., fath.. Spej. in Xtetb. u. fffretlanbgemüfebau, f. Stellung. 3uf*t. u. 59 081 Sübf. Äonftan*. Sefeetürin, 27 3.. intett., taiibe Aurea:- ■ungsgobe, bejle Renirmiffe in Rranfen- pflege unb Haushalt, iuiht ium Sommer 1947 ielbft.. oielieit. SBirtungsti., Oer AafbaumögRehfett petfprieftt. 3 U - idjrift. u. 1233 3*11**00 ©mbH, An* ieigcnoemntflung, Xuttttngen. Sahn- hotftrafte 46. Serliufeetu bei Eebensmrttelbr. m. (früh- rerichein RI. 3, futht neuen SBtrfungs- freis in gutem Eeichüft, Haus, »bet attbere gerigtt. Sefchäftigung mögl. bei üfanr.ttenanicbluh auf 1. April ob. früh. Sobenfeegegenb ob. Allgäu beooti. 3 U - terift. u, 14189 Sübfurier ftonitens. KeuphMotagin, junge. Siaatsejameu 46, futht AJirtuitgsfteis als Hauslehrerin in ffomiiie ober Heim. Scbmeij benot» jugt. 3»f*t. »- 1244 3eitl(bau EnrtH-.* Anjeigenoetm.. Xuttttngen, Bahnhof- fttafte 46. • ®a«e. geb., perf im Haushalt ureb Rianfeitpflege, fpra*enfttnbig, iucht geeign. Dauerftettung in Heim ober prioet. Scbmeij beoorj 3uftbr. unter 58 921 Sübfurici Ronftanj. Keifen 920 X 20. 925X20. 850X20, 650X 20. 700 V20 gei.; gebe Sauftoffe, Dach» .liege! 3u**r- u. 14170 Sübt. Rcmftl. fRaefenfliget, mir guten gef.; biete lehr gutes RIanier mit fttngenbent Crqel- pebal u. Aufjahlung. 3 u tet. u. 14171 Sübturier Ronftanj. 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Erienne. 80 3.. geft. 12. 12. 46. Erringen: SBeiftenherger, Ernft, 17-/» 3.. geft. 2. ! 47. EIpnfingen: 5*nett. 3o(ei. 59 3.. geft. 19. 12. 46. Ettiton: (feil, Kuftoti. 84 3.. geft. 21. 12. 46. Horheim: Sanmann. Kora, geb. Staier. 68 3.. geft. 3. 1. 47. Seftetten: j?rit|. Otto, 43 3., geft.- 29. 7 Rrgs.-Eef. Rgeinfdjinn*: Stühle. Sebhart, geft. 23. 12. 45. ftj. Sef. Ronftanj: Sof*, Softann, 45 3., geft 6 8. 45. frt|. ©ef.; Enhler, Wathias. 70 3.. geft. 14. 12. 46. Häufet, Raroline. geh. Xrichs 90 3. geft. 4. 1. 47; Routter. jfriebri*. SlVc 3., geft. 7. 1. 47; Kombo* Stefan. 74 3.. geft. 2 1. 47; S*l»fier. Otto. geft. 25. 12. 46; A?otfer, Sofef. 35 3.. geil. 3. 1. 47. Weftflr*: Btr. Abettne.