FOVDRHeUeStK SUDKURIER 3. JAHRGANG • TAGBLATT FÜR BODENSEE • SCHWARZWALD UND DAS OBERE DONAUGEBIET • NUMMER 12 Erscheint Dienstag und Freitag. Adresse: Konstanz, Rosgartenstraße 12 rr n 1\J QT A M 7 TITITISJCTAP 11 F 17 D D TT A D \ f\ a "f Einzelpreis 20 Pig. Abonnement bei der Post 1,74 M., durch Träger 1,60 M. Telefon-Anschlüsse: Redaktion und Verlag Nr. 924, 925, 1130, 1510, 151t MHlolAllL 31 Ab 11. r LÖK U AR 1 V4 1 Anzeigenannahme durch alle Geschäftsstellen und Agenturen des Südkurier Berliner Spiegel | Fünf Friedens vertrage in Paris unterzeichnet Telegramm O «ne«'ree A. G. - Korrespondenten Berlin. Der Protest des britischen Militärgouvemeurs Robertson gegen die Behauptung Sokotawskis, England und Amerika verhinderten den Bericht des Kontrollrates für die Außenministerkonferenz, bildet nach Ansichten Berliner politischer Kreise einen bis in die deutsche "Presse getragenen Propagandafeldzug zur Vorbereitung der Moskauer Konferenz. Die französische lizenzierte Zeitung „Der Kurier” schreibt, die Meinungsverschiedenheiten seien diesmal so ernst, daß sie „den Erfolg der Konferenz gefährden” könnten, ln alliierten Kreisen Berlins wurde die russische Haltung bei der Veröffentlichung des Angriffs Sokolowskis als Schritt bezeichnet, der die russische Position vor Erörterung der deutschen Frage in Moskau sichern soll. Denselben Sinn scheinen auch zahlreiche Veröffentlichungen in der russisch lizenzierten Presse Berlins zu haben, welche die russische Verwaltung als die erfolgreichste hinstellen. Dies wird als Versuch angesehen, die eigene Zone möglichst teuer gegen die wirtschaftliche Einheit Deutschlands einzutauschen. Ein besonders scharfer Gegensatz besteht in diesem Zusammenhang zwischen Amerika und der Sowjetunion, während England als versöhnendes Element angesehen wird. Robertsons Erklärung wird von Reuter als „bewußter Schritt zur Wiederherstellung der alliierten Zusammenarbeit in der deutschen Frage” betrachtet. Auch kleinere Vorgänge dienen zur Vorbereitung der Friedenskonferenz und künftigen Gestaltung Deutschlands: In der Ostzone wurden alle noch bestehenden Privatbahnen vom den Ländern übernommen. Der Hafen von Stettin wurde jetzt endgültig der polnischen Verwaltung übergeben. In diesem Zusammenhang erklärte der Vorsitzende der SED, Otto Grotewohl, in der „Neuen Zeitung“: „Die Potsdamer Beschlüsse, die die gegenwärtigen Ostgrenzen als vorläufig bezeichnen, bilden eine gute Unterlage für die Friedensregelung." Verschärfte Kontrollen Köln. Die Kontrollen an der britischfranzösischen Zonengrenze sollen, wie hier bekannt wurde, jetzt wesentlich verschärft und auf die Eisenbahnstationen Oberwinter und Rolandseck, in beiden Richtungen, ausgedehnt werden. 1,3 Millionen Strafgelder wurden im letzten Jahr von den Grenzstreifen an der französisch-britisch«» Zonengrenze eingezogen. Die Grenzstreife Remagen beschlagnahmte allein in den letzten vier Monaten 30 000 Flaschen Wein, 1 600 kg Butter, 1 300 Liter Oel, 1 200 kg Fleisch, 1200 Büchsen Konserven und 50 Zentner Speck. Kriegszustand mit Italien, Rumänien, Bulgerien, Ungarn und Finnland beendet Paris. Im berühmten Salon de lhor- loge im Quai d’Orsay wurde am Montag in einem feierlichen Staatsakt die Friedensverträge mit Italien, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Finnland unterzeichnet. Um 11 Uhr waren sämtliche Delegierten eingetroffen. Der französische Außenminister Bidault eröffnete die Sitzung mit einer Ansprache, in der er u. a. ausführte: „Im Namen des französischen Volkes heißt die Regierung der Republik die Delegationen der Vereint«» Nationen, die zur Unterzeichnung der Friedensverträge nach Paris gekommen sind, willkommen. Zum zweiten Male in weniger als 30 Jahren ist die französische Regierung von ihren Verbündeten und Freunden dazu berufen worden, auf ihrem Gebiet schrecklichen Kriegen ein Ende zu setzen." Bidault sprach dann den Wunsch aus, daß sich die Staaten nunmehr entschlossen einer besseren Zukunft zuwenden mögen: „Es wird nun an den diese Verträge unterzeichnenden Regierungen liegen, im Dienst der Gerechtigkeit eine Welt zu begründen, in der es keine Kriege mehr gibt und aus der die Furcht für immer varbannt ist.” Nachdem Bidaults Rede übersetzt worden war, verließ der Chef des Protokolls den Saal, um die italienische Delegation hereinzuführen. Bidault heißt sie willkommen und stellt fest: „Die Dokumente, die vor mir liegen, beenden den traurigsten und schrecklichsten aller Kriege. Ich hege die feste Hoffnung, daß sie auch den Weg öffnen, der zur Einigkeit und zur Verständigung der Nationen führen wird.” Die Vertreter der alliierten Mächte werden dann als erste zum Unterschriftsvollzug gebeten. Bogomolow (UdSSR) tritt als erster vor. Außenminister Bidault beschließt die Unterschriftenfolge im Namen Frankreichs. Das Dokument trägt mm ,ia,ge für eine Regelung dieses Konfliktes alle Unterschriften mit Ausnahme der des polnischen Vertreters, der wegen Verspätung des Orient-Expresses am rechtzeitigen Eintreffen verhindert war. Am Nachmittag wurde die Unterzeichnung der anderen Verträge vorgenommen, und zwar in Abwesenheit Frankreichs, das nur mit Italien, nicht aber mit den übrigen Satellitenstaaten im Kriege gestanden hat. Keine Abrüstung vor den Friedensschlüssen Der amerikanische Außenminister Marshai] zur USA- Politik Washington. Der neuernannte amerikanische Außenminister Marshall erklärte auf einer Pressekonferenz, daß man mit dem Abschluß eines internationalen Abriistungsabkommene bis nach Abschluß der Friedensregehing in Europa und im Fernen Osten warten sollte. Er betonte, daß ein Abkommen über die internationale Kontrolle der Atomenergie von „hervorragender Bedeutung“ sei, daß die USA jedoch eine einseitige Abrüstung oder irgendeine Herabsetzung ihrer militärischen Stärke nicht in Angriff nehmen würden, bevor nicht ein regelrechtes System kollektiver Sicherheit geschaffen sei. „Das Ziel, dem wir alle zustreben, ist ein Frieden mit einer zuverlässigen Basis kollektiver Sicherheit Die USA werden sich darum bemühen, dieses Ziel gemeinsam mit den Regierungen anderer Staaten so schnell wie möglich zu «reichen.“ Für die Errichtung einer wirklichen Sicherheit ist es ebenfalls wesentlich, Klärungen der gewaltigen Auswirkungen der Friedensregelung, die für die Großmächte annehmbar sind, zu erreichen. Es ist schwierig abzusehen, wie irgendeine wirkliche und befriedigende Abrüstung ohne solche Klärungen erreicht werden kann. Marshall betonte ferner, daß die kürzlteh vom Senator Austin abgegebene BÄlärung zu- CDU-Arbeitsgemeinschaft für alle Zonen Interzonentagung ia KönJgstein — Achtpunkteprogramm rar Sozialreform Frankfurt Anläßlich einer Inter- zonen-Arbeitstagung der christlich-demokratischen Union in Königstein im Taunus wurde nachfolgender Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der christlich-demokratischen Partei in Deutschland einstimmig gewählt: Dr. Konrad Adenauer, Köln, Dr. Friedrich Holzapfel, Herford, Professor Heinrich Hiekmann, Dresden, Jakob Kaiser, Berlin, Dr. Erich Koehler, Wiesbaden, Ernst Lemmer, Berlin, Dr. Josef Müller, München, Ulrich Steiner, Lauchheim/Württemberg. In einer auf der Tagung als Stellungnahme zur außenpolitischen Lage gefaßten Entschließung heißt es, daß die Arbeitsgemeinschaft auf die Schaffung einer dauerhaften Weltordnung, in der ein freies lind friedliches Zusammenleben aller Völ- Ein Achtpunkteprogramm für den sozialen Aufbau der deutschen Wirtschaft verkündete Konrad Adenau«-: 1. Konzerne und ähnliche wirtschaftliche Gebilde, die nicht technisch, sozial' und wirtschaftlich absolut notwendig sind, sind zu entflechten und in selbständige Einzeiuntemehmen zu überführen. 2. Unternehmungen monopolartigen Charakters haben eine wirtschaftliche und damit eine politische Macht, der durch entsprechende Kartellgesetze vorgebeugt werden muß. Darüber hinaus sollen öffentliche Körperschaften, Genossenschaften und die im Betrieb tätigen Arbeitnehmer an diesen Unternehmungen beteiligt werden. Der dringend notwendig«» Unternhmerinitiative ist jedoch der erforderliche Spielraum zu belassen. 3. • ~ . , , , Ä . __ . , llATUCrOilUze 0>jJKt£U«lUU* £A1 «H ker gewährleistet sei, hoffe. Die Union be- j Au f Kohlenbergwerke sind die soeben antrachte die Organisation der Vereinten - Nationen als die Stütze des künftig«! "Weltfriedens. Als endgültige Abkehr von militaristischer und nationalsozialistischer Tradition werde die Union alle Kräfte für eine echte Demokratisierung Deutschlands ein setzen. Die Entschließung weist sodann auf das Problem der deutschen Grenzen hin und führt aus: „Wir nehmen die Pflicht der Wiedergutmachung auf uns.“ Das deutsche Volk ab« brauche eine gesicherte Emäh- Hingsgrundlage und eine ausreichende industrielle Betätigungsmöglichkeit zu sei- n« Selbstversorgung und zu- seinem Export, der ihm die Bezahlung der notwendigen Einfuhren ermögliche. Nur so werde das deutsche Volk, das nicht zum ständigen „Kostgäng« der Welt“ absinken wolle, von seiner Hände Arbeit leben können. Der Grundsatz des Selbstbestimmungs- lechtes der Völker müsse gewissenhaft geachtet werden, wenn die Spannung unter den Völkern endgültig beseitigt werden sollte. Abschließend heißt es in d« Entschließung, daß die christlich-demokratische Union sieh zur deutschen Einheit auf föder-aWstiacher Grundlage be- getführten Grundsätze vordringlich anzuwenden. Wenn in besond«en Fällen die Form des Staatsbetriebes zweckmäßig erscheint, so sollen die vorstehenden Grundsätze der Anwendung deiser Form nicht entgegenstehen. *. Auch bei der eisenschaffenden Großindustrie ist der Weg der Vergesellschaftung zu beschreiten. 5. Das Genossenschaftswesen ist mit all« Kraft auszubauen und die Rechtsform der Stiftungen auch im wirtschaftlichen Bereich nachdrücklichst zu fördern. 6. Die schon vor 1933 begonnene gesetzliche Kontrolle des Geld- und Bankwesens, sowie des Versicherungswesens muß weit« ausgebaut werden. 7. Leistungsfähige Klein- und Mittelbetriebe sind »an ihres volkswirtschaftlichen Wertes und ihrer sozialen Aufstiegsmöglichkeiten willen zu fördern. In Industrie, Handel, Handwerk und Gewerbe ist die private Unternehmertätigkeit zu erhalten und zu entwickeln. 8. Rechtmäßig erworbenes Eigentum, mit dem politischer Mißbrauch nicht betrieben wurde, ist im übrigen bei d« Durchführung dieser wirtschaftlichen Neuordnung 1m Rahmen d« allgemeinen Gesetze zu i achten. gunsten ein« militärischen Ausbildung seine volle Billigung finde. „Ich bin der Ansicht, daß wir nicht die notwendige militärische Rückendeckung unserer Außenpolitik besitz«», wenn wir nicht über ein System allgemein« militärischer Ausbildung verfügen.“ Die Marinetruppen der USA seien aus China zurückgezogen worden, weil sie ihre Aufgabe, bei der Repatriierung d« Japaner zu helfen, abgeschlossen hätten. Es werde lediglich eine kleine Marineeinheit in Tsingtsau in Nordchina verbleiben. Anschließend nahm Marshall zu der Haltung der USA gegenüber Polen Stellung. Er wies auf die Erklärung des amerikanischen Außenministeriums vom 26. 1. hin, 'in der die amerikanische Regierung es ablehnte, die Ergebnisse d« polnischen Wahlen anzu«kennen. Die amerikanische Regierung beabsichtige, die Situation in Polen aufmerksam zu verfolgen und sich im Interesse des polnischen Volkes ihr weiteres Vorgehen gegenüber der polnischen Regierung vorzubehalten. Zum Konflikt in Indochina erklärte Marshall, die USA nähmen ein großes Interesse an der verwirrten Lage in diesem Lande und hofften, eine friedliche Grund zu finden. Abschließend erwähnte Marshall, die Bemühungen der USA, mit den Ländern Latein-Amerikas einen Pakt für die Verteidigung der westlichen Hemisphäre abzuschließen. Es bestünden nunmehr, so sagte «, gute Aussichten, daß die schon lange geplante Konferenz zur Ausarbeitung eines solchen Paktes bald in Rio de Janeiro zusammentreten werde. Stromsperre in England London. England 6teht vor einer Wirtschaftskrise größten Ausmaßes, denn ab Montag wurde eine vollständige Stromsperre für über zwei Drittel der britischen Industriebetriebe verhängt. Mindestens zwei Millionen Arbeiter werden dadurch arbeitslos. Auch für den Hausbedarf wird d« Strom von 9 Uhr bis 12 Uhr und von 14 Uhr bis 16 Uhr abgestellt. Nur ganz wichtige Dienste sind von den drastischen Maßnahmen ausgenommen. Die Notlage in der Stromversorgung ist die Folge des Kohfthmangels und dieser ist • dem kältesten Winter, den England seit 50 Jahren erlebt hat, zuzuschreiben. Oesterreich, Luxemburg, Weißrußland Die Themen der Londoner Konferenz London. Die stellvertretenden Außenminister in London besprachen am vergangenen Freitag das genaue Ausmaß der österreichischen Verantwortlichkeit für die Teilnahme am Kriege auf d« Seite Deutschlands. Die Stellvertreter kamen überein, daß sich die vier Großmächte in der Präambel für eine Kandidatur Oesterreichs bei der UNO einsetzen sollen. Die österreichische Regierung hat in London ein neues Memorandum überreicht, das Rechenschaft geben will üb« das Vorgehen d« Oesterreicher für und gegen Hitler während der Zeit der Besetzung. In diesem Memorandum wird u. a. darauf hingewiesen, daß es beispielsweise nur zwei österreichische Generale gegeben habe, die leitenden Einfluß auf die militärischen Operationen gehabt hätten. Selbständige österreichische Formationen habe es in d« deutschen Wehrmacht überhaupt nicht gegeben. Da keine anerkannte österreichische Exisregierung vorhanden gewesen wäre, seien die demokratischen Kräfte im Lande wesentlich geschwächt worden. Aus diesen Gründen, so behauptet das Memorandum, sei die Sabotagebewegung Oesterreichs besonders bei Wesiungen an die Industrie zu ihr« besonderen Taktik des ..Mißverstehens“ übergegangen. Es wird dann noch auf die Widerstandsbewegung Dr. Grubers in Tirol hingewiesen. Beim Einmarsch d« Amerikaner habe man die Kommandeure der Wehrmacht festgenammen. 36 000 Oesterreich« seien politische Gefangene in Deutschland gewesen und 10 000 Oesterreich« hätten als Freiwillige auf der Seite d« Alliierten gekämpft. Auch Luxemburg hat in London Ansprüche geltend gemacht. Neben der Forderung von 600 Mill. Dollar Reparationsleistungen verlangt Luxemburg nunmehr von Deutschland für einen Zeitraum von 4 Jahren drei Mill. Tonnen Koks jährlich. Langfristige internationale Kontrolle und die Schaffung eines Bundes autono- m« deutscher Staaten werden fern« als notwendig unterstrichen. In einem weißrussischen Memorandum werden Wied«gutmachungsleistungen in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar geford«t. Außerdem soll Deutschland auf eine Dauer von 40 Jahren entwaffnet und entmili- taristert werden. Ueber den Entwurf ein« Klausel des österreichischen Vertrages, welche die Zurückziehung der Alliierten aus Oesterreich innerhalb von 90 Tagen nach Inkrafttreten des österreichischen Vertrages vorsieht, wurde nach ein« langen Debatte eine grundsätzliche Einigung erzielt. Die amerikanische Delegation hat einen Geschäftsordnungsplan für die Ausarbeitung des Friedensvertrages mit Deutschland unterbreitet. Großes Brandunglück in Spandau 100 Todesopfer bei einem Kostümfest Berlin. Nach den letzten vorliegenden Berichten ist zu befürchten, daß bei einem Großfeuer, das in einem vollbesetzten Tanzlokal in Spandau in den Nachtstunden des Samstags ausbrach, etwa 100 junge Menschen um« Leben gekommen sind. Nach Berichten von Augenzeugen ergibt sich folgendes Bild zu der Katastrophe. An die tausend Menschen hatten sich am Samstag zum Kostümfest der Sportgruppe Spandau/Neustadt in dem Vergnügungsrestau- rant „Löbel” versammelt und waren in fröhlichster Stimmung, als kurz nach 22.30 Uhr plötzlich der Brand ausbrach. Das Feuer wurde entweder durch Ueb«hitzung der Oefen oder durch Explosion eines Ofens oder durch Kurzschluß hervorgerufen. Das Lokal besteht aus einem größeren Saal mit anschließender Kegelbahn sowie mehreren kleineren Sälen und dem Wohngebäude des Wirtes. Der massive Bau war mit ungünstig angelegten Ausgängen versehen. Nur eia Haupteingang mit einem Windfang war vor gese hen. Das Feuer brach ganz Windfang, andere zur Garderobe, um ihre Kleidung zu holen. An beiden Stellen stauten sich die Massen, stiegen übereinander und traten sich gegenseitig nieder. So wurden sie von den Flammen ereilt Vor dem Haupteingang türmten sich etwa 50 bis 60 verkohlte Leichen, weitere 20 Tote lagen vor der ausgebrannten Garderobe. Helgoland wird nicht gesprengt Hamburg. Auf der Insel Helgoland sollen, wie von der britischen Militärregierung bekanntgegeben wurde, nur die militärischen Befestigungen und die in den unterirdischen Stollen lagernde Munition gesprengt werden. Es besteht nicht die Absicht, die Insel selbst zu zerstören. Die vier Häfen d« Insel sollen erhalten bleiben. Die Eingliederung der Städte Bremerhaven und Wesermünde in das neugebildete Land Bremen wurde in Weserplötzlich au« und verbreitete sich sofort mit | münde vollzogen. Für das Gesamtgebiet furchtbarer Schnelligkeit Es entstand eine entsetzliche Panik unter den vielen Menschen. Hundert« liefen schreiend Brem«haven und Wesermünde wurde von der Ratsvörsarrrmlung einstimmig der Name Bremerhaven gewählt Entscheidung in Spanien? Von Sigurd Paulsen „Spanien darf nicht zur Kolonie werden!’ — Halb Madrid war am 9. Dezember 1946 auf den Beinen, um unter diesem Schlagwort zu protestieren gegen die von den Vereinten Nationen drohenden Beschlüsse einer diplomatischen und wirtschaftlichen Isolierung des Francoregimes. Der Diktator sprach vom Balkon des alten königlichen Palastes. Franco rief auf zur Solidarität Spaniens gegen die sogenannte kommunistische Gefahr, der b«eits 12 Nationen in Europa erlegen seien. Indessen die Volksmenge auf der Plaza machte keinen sonderlich besorgten Eindruck. Sie brach beim Vorbeimarsch vor der britischen und der amerikanischen Botschaft in die vorgeschriebenen Beifallrufe aus, weil diese Staaten für die „verständnisvolleren" UNO-Mitglieder erklärt worden waren, — und sie dachten sich ihr Teil. — Seither hat der Beschluß der UNO, alle auswärtigen Diplomaten aus Madrid abzuberufen, das Bild geändert. England und die Vereinigten Staaten haben ihm zugestimmt. Sie machten keine für Franco ermutigende Ausnahme mehr. Zu Neujahr waren nur noch die Gesandten der Türkei, von San Salvador und San Domingo zurückgeblieben, mi t Ausnahme jener Vertreter, deren Regierungen, wie z.B. diejenige Argentiniens, sich am UNO-Beschluß nicht beteiligt haben. Sogar der Botschafter Italiens, dessen Regierung von d« UNO noch gamicht zuge- iassen ist, folgte dem Beispiel der UNO- Mitglieder. Nach allen Windrichtungen reißen die Drähte, die Franco* Diplomatie mit der Außenwelt verbinden. Die Lage ist ernst, sie drängt auf Entscheidung. Das Francoregime, die „letzte Achsen« macht“, hat sich überraschend lange gehalten, Als vor einem Jahr der Vorschlag laut wurde, es durch wirtschaftliche Sanktionen auf die Mnie zu zwingen, widersprach«! England und Amerika aus humanitären Gründen. Das spanische Volk solle nicht noch mehr Unbilliges wegen dieses Regimes erleid«». Die angelsächsische Finanz hat überdies große Investionen in Spanien zu schützen. Francos Außenminister nutzte die Lage. Es gelang ihm, mit Argentinien, das autoritär durch Peron regiert wird, einen fünfjährigen Handelsvertrag abzuschließen, der die wirtschaftliche Einkreisung vollends unmöglich machte. Aber das war vielleicht sein letzter großer Erfolg. Er hat die Weltöffentlichkeit nicht umzuetimmen vermocht. Als, besonders von Frankreich aus, , das Drängen auf einen Systemwechsel in Madrid nicht aufhören wollte, wagte das Francoregime eine offensive Geste. Es versprach den Arabern in Spanisch-Marokko bedeutende Freiheitsrechte mit dem Hintergedanken, daß daraus in Französdsch-Marokko den Franzosen politische Schwierigkeiten erwachsen könnten. Indessen es ist fraglich, ob das Prestige des Francoregimes zu solchen Vorstößen noch hinreicht In solcher Lage ist nichts schlimmer, als wenn auch noch der Gegner des Regimes Einbußen erleidet: Um die Jahreswende kam aus Paris die Meldung, daß die republikanisch-spanische Exil-Regierung Giral von innerer Auflösung bedroht sei. Die gemäßigten Republikaner, die spanischen Sozialisten und ein Teil der Gewerkschaftler, auch die Vertreter der Basken wollen nicht län- g« mit den spanischen Kommunisten in einer Koalition verbleiben. Was bedeutete eine solche Wendung für Franco? Das Francoregime lebte vom ersten Tag an vom Kommunistenschreck. Die Vorstellung, daß nach einem Sturz des Diktators in Spanien ein neuer blutiger Bürgerkrieg stattfinden würde, hat viele Schwankende bei der rotgoldenen Flagge gehalten. Käme aber ein demokratisches Regime auf breit« Basis ohne linksradikalen Einschlag ans Ruder, dann bestünde für die Mehrheit der Bevölkerung kein Anlaß mehr zu solchen Befürchtungen. Das ist der Grund, weshalb Franco zittern muß, nachdem das Giralkabi- nett aufgelöst ist. So seltsam verschlingen sich Innen- und Außenpolitik, ideologische Gegnerschaft und praktische Parallelität der Interessen in der spanischen Frage. In Spanien selber ist es noch ruhig. Heer und Polizei sind durch starke Bande an das bestehende Regime gefesselt. Die Falangisten tragen selten mehr Uniform. Bei dem Massenaufmarsch vom 9. Dezember erschienen sie in Zivil. Nach den ausgedehnten Verhaftungen des Spätsommers und Herbstete sind alle zur Aktion geneigten Kräfte einstweilig lahmgelegt. Von außen droht keine Invasion. An der Pyrenäengrenze wa« chen Panzersperren und MG-Nester. Das spanische Volk soll selber über die Beseitigung des Francoregimes entscheiden, — so hat es noch Senator Conally als Sprecher der Vereinigten Staaten während der letzten UNO-Sitzungen verlangt Mit welch«! Mitteln aber es seinem Wollen Ausdruck geben soll, darüber herrschen in den Hauptstädten der Welt verschiedenartige und keineswegs klare Meinungen. Ob diese rechtzeitige Selbstreinigung dem spanischen Volk besser glückt als uns? Seit« 2 / Nt. 12 SÜDKURIE* Dienstag, 11. Februar IMP Geheimformation „KG 200“ Oberst Baumbach berichtet über die Aufgaben seines Kampfgeschwaders London. „News Chronicle“ meldet: Die deutsche Geheimformation „Kampfgeschwader 200“ beabsichtigte, wie ihr früherer Kommandeur, Oberst L. Baumbach, dem britischen Luftfahrtministerium berichtete, im Jahre 1944 einen Mordanschlag auf Generalissimus Stalin. Es war ebenfalls geplant, im gleichen Jahre Agenten und Sabotagetrupps mit Fallschirmen über den USA und Arabien abzusetzen. Zu den Aufgaben dieser Einheit gehörte u. a. Gegenspionage und das Absetzen von Agenten. Dem „Kampfgeschwader 200“ war außerdem ein , .Selbstmord-Kommando“ angeschlossen, das mit Gleitbomben und Raketen ausgerüstet war. — Während eines Zeitraumes von acht Monaten im Jahre 1944 wurden insgesamt 600 Männer und Frauen hinter den alliierten Linien in Europa abgesetzt. Bei diesen Operationen wurden, wie Reuter dazu berichtet, britische und amerikanische Flugzeuge benutzt, die aus abgeschossenen Maschinen zusammengesetzt wurden. Die Agenten wurden im allgemeinen zu je drei Mann in großen Behältern abgesetzt, die von vier Fallschirmen getragen wurden. — Einer der letzten Aufträge der Formation soll die Evakuierung wichtiger Persönlichkeiten aus dem eingeschlossenen Berlin gewesen sein. Verbot für Nobelpreisträger ,Washington. Da« amerikanische Kriegsdepartement hat den zehn führenden deutschen Physikern, die ursprünglich in den Vereinigten Staaten weiteirwirken sollten, jede Forschungstätigkeit im Zusammenhang mit Atomwaffen und Problemen der Atomenergie „aus Sicherheitsgründen" untersagt. Die Wissenschaftler wurden daher wieder nach Deutschland beordert, wo sie gegenwärtig an der Universität Göttingen tätig sind. Unter ihnen befinden sich die Nobelpreisträger Prof. Werner Heisenberg und Prof. Otto Hahn. Das Kriegsdeparte- ment gedenkt später 1000 deutsche und österreichische Gelehrte und Techniker nach Amerika kommen zu lassen, und zwar zur Mitwirkung an Forschungs- und Konstruktionsaufgaben, die in keinerlei Beziehung zu den Atomwaffen stehen. Verfahren gegen die Eltern Eva Brauns München. Die Spruchkammer Traunstein hat die Ermittlungen gegen die Eltern von Eva braun aufgenommen und wird in etwa 4 Wochen gegen sie verhandeln. Der Vater Eva Brauns, Gewerbestudienrat Fritz Braun, gehört seit 1937 der NSDAP an und war während des Krieges als Oberstabsintendant tätig. Seine Frau, Franziska Braun, ist nach den Eintragungen im Meldefragebogen unbelastet. Beiden wird jedoch zur Last gelegt, daß sie aus dem Verhältnis ihrer Tochter mit Adolf Hitler bedeutende persönliche Vorteile zogen. Nach den bisherigen Ermittlungen beschenkte Hitler die Familie wiederholt mit kostbarem Schmuck, Uhren und Kunstgegenständen. Beseitigung aller deutschen Kartelle Berlin. Der stellvertretende amerikanische Militärgouverneur für Deutschland, General Lucius D. Clay, beabsichtigt die Beseitigung aller deutschen Kartelle und Trusts. Kein deutscher Betrieb wird, wie aus der Meldung weiter hervorgeht, mehr als 10 000 Arbeiter beschäftigen können. Diese Maßnahme wird grundlegende Aen- derungen in den großen Betrieben von IG-Farben, Krupp und anderen herbeiführen. Die Anordnungen General Clays werden sich auch auf den internationalen Verkehr erstrecken. Keinem deutschen Betrieb wird es gestattet sein, sich internationalen Kartellen oder Trusts anzuschließen. Diese Maßnahme werde jedoch die deutsche Eisenbahn und Post nicht berühren. Allgemeiner Notstand in Stuttgart Fernsprudi unserfes -e-Korrespondenten In Stuttgart ist der allgemeine Notstand verfügt worden. Die bei Industrie, Gewerbe Privatpersonen vorhandenen Brennmaterialien müssen da eingesetzt werden, wo sie zur Erhaltung des nackten Lebens notwendig sind. Private Verfügungsredite sind insoweit aufgehoben, wie sie zur Eindämmung der Katastrophe nötig erscheinen. Die Lebensmittelversorgung für die lautende Zuteilungsperiode ist gesichert. Seit dem 27. Januar besteht auf unbestimmte Zeit für alle Verbraudiergruppen der US-Zone, mit Ausnahme von Reidisfoahn- kohlen und Truppenkohle seitens der Ruhr eine totale Liefersperre. Damit bricht die Strom-, Gas- und Lebensmittelversorgung schon in den nächsten Tagen in der ganzen US-Zone zusammen. Einschneidende Maßnahmen müssen also angewendet werden. Da die Koksanlieferung aus dem Saargebiet eingestellt ist, reicht der Vorrat zur Versorgung der Stadt mit Gas nach für 12 bis 14 Tage. Gas gibt es nur noch in den Abendstunden von 17.30 bis 20.30 Uhr. Vom 10. Februar ab bis zur Besserung der Lage dürfen Abnehmer in der Industrie und im Gewerbe - bis auf wenige Ausnahmen -, die einen Anschlußwert von 10 Kilowatt und mehr haben, keinen Strom entnehmen. Verkehrseinschränkung in der französischen Zone Baden-Baden. Wie die Pressestelle des Verb indungsamtes der Eisenbahn in der französischen Zone in Speyer bekanntgibt. müssen eine Anzahl von Personen- j und Schnellzügen für den öffentlichen Ver- 1 kehr ausfallen. Die Reisenden werden ge- I beten, vorerst nur unerläßliche Reisen zu unternehmen und sich vor Reiseantritt nach den augenblicklich noch bestehenden Reisemöglichkeiten zu erkundigen. Wahlen in Rußland London. Generalissimus Stalin hat, wie Radio Moskau am Montag bekanntgab, bei den Wahlen für den Obersten Sowjet der russischen Föderativen Sowjetrepublik in seinem Moskauer Wahlkreis 100 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten. Nach einem Bericht der Hauptwahlkommission wurde« die Wahlen in 752 Wahldistrikten durchgeführt, in denen sich Insgesamt 84 683 Wahllokale befinden. Nach bisherigen Zählungen haben mindestens 98 Prozent' der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Britischer General etmordet Venedig. Der britische General de Winton, der Oberbefehlshaber der dreizehnten Infanteriebrigade, fiel am Montag einem Mordanschlag in Pola zum Opfer. Die Ermordung de« Generals de Winton ist, wie verlautet, folgendermaßen erfolgt: eine Frau gab auf ihn einen tödlichen Schuß ab, während er die Parade «einer Truppen abnahm. Die Mörderin wurde verhaftet. Evakuierung der Bevölkerung Polas Rom. Fast die gesamte Bevölkerung des früheren italienischen Kriegshafens Pola, südlich von Triest, bereitet sich, wie der italienische Unterstaatssekretär des Amtes für Nachkriegsunterstützung nach seiner Rückkehr aus Venezia Giulia erklärte, auf die Evakuierung vor. bevor die Stadt an Jugoslawien übergeben wird. Er führte weiter aus, daß über 9 000 in Pola an- säßige Familien sich auf die schnellstmöglichste Evakuierung varbereiten. Die gesamte italienische Geistlichkeit Polas wird, wie die italienische Zeitung „Messagero” schreibt, zusammen mit der Zivilbevölkerung die Stadt verlassen. Die Allierten haben, wie verlautet, dem Vatikan versichert, daß sie den einzigen zurückbleibenden Geistlichen, den Bischof von Istrien, Monsignore Radossi, bis zur Ratifizierung des Friedensvertrages durch Italien beschützen werden. Neue spanische Exilregierung Paris. Die neue spanische Exilregierung wurde unter Rudolf Llopis gebildet, der gleichzeitig das Amt des Ministerpräsidenten und des Außenministers bekleidet. Tschechische Neusiedler Prag. 2 300 000 tschechische Neusiedler leben laut Mitteilung der tschechischen Nachrichtenagentur gegenwärtig in den Grenzgebieten Böhmens u. Mährens. Diese Siedler sind seit Kriegsende in diesen Gebieten ansässig geworden. 600 000 Personen sind davon in der Industrie beschäftigt, 580 000 in der Landwirtschaft und der Rest in Wirtschaft, Handel, Verwaltung und freien Berufen. Entdeckung am Südpol San Francisco. Von seiner Operationsbasis in Little America meldet der Leiter der amerikanischen Südpolexpedition, Vizeadmiral Byrd, die Ermittlung einer neuen Küstenlinie des antarktischen Kontinents. Auf Grund dieser Entdeckung ergibt sich für dieses südliche Kontinen- ^alcrebiet ein Flächeninhalt von mehr als 300 000 Quadratkilometern. Es heißt, daß bedeutende Bodenschätze aufgespürt werden konnten. Künftig werde es möglich sein, durch die Eisdecke hindurch Erdölbohrungen vorzunehmen. Die im Rahmen der Expedition unternommenen Aufklärungsflüge hätten eine reiche geographische Ausbeute erbracht. Man entdeckte acht bisher unbekannte Gebirgsketten sowie eine große Bucht an der sogenannten Roosevelt-See. Rastatt verliert Tabellenführung VfL Konstanz beglich eine alte Rechnung — Ueberraschungen in dar Zonenliga Zonenliga Groppe Süd: VfL Konstant — Rastatt 3:1} Schwenningen — Friem Wechsel zur Hochform auf und schnürten ihren Gegner in seiner Hälfte ein. Ergebnis: drei Tore durch Reichte (9. Minute), Restle (Strafstoß 27. Minute) und Uetz (42. Minute). Die Chancen eines höheren Sieges waren greifbair nahe. Der Rastatter Verteidiger Jung wurde wegen Tätlichkeit bald nach Beginn vom Platz gestellt. Sein Fehlen beeinträchtigte zwar die Kampfkraft des Gegners, ohne sich allerdings entscheidend amszuwirken. — Nachdem Schwenningen in der Partie mit Friedrichshefen lange Zeit eindeutig besser war und bei Halbzeit 2:0 führte, zogen die Gäste vom See gleich und beantworteten ein weiteres Führungstor der Platzrel’f kurz vor Schluß mit dem dritten Treffer. Da« Unentschieden der favorisierten Schwennin- ger war eine deT Ueberraschungen. Für die andere sorgte der Außenseiter Blberach, der eine dreimalige OffenbuTger Führung jeweils ausglich ; nachdem es bei Halbzeit 3:2 hieß. Die Einheimischen verschenkten einen Elfmeter. Schon fünf Mdnasten nach Beginn der dramatischen Freiburger Partie mit Reutlingen hieß es 2:2. Freiburg schaffte vor der Pause noch das 3:2, um dann allerdings dien aufkomroenden Schwaben mit 3:4 zu erliegen. Schwenningen 4 2 1 1 15: 7 5 VfL Konstanz 4 2 11 8: 7 5 Rastatt 4 2 11 5: 5 5 Reutlingen 5 2 12 18:10 5 Offeauburg 5 13 1 10:10 5 Friedrichshafen 3 1 2 0 8: 6 4 VfL FTedöurg 4 0 2 2 6:15 2 Bibeiadi 3 0 1 2 8:18 1 Zonenliga Gruppe Nord: FC Kaiserslautern. — Phönix Luriwigshafen 4:2; Trier — FC Saarbrücken 1:6; Wonnatda Worms — TuS Neuendorf 2:0; Neunkirchen — Mainz 2:2. In der Nordzone nehmen der FC. Kaiserslautern und FC. Saarbrücken eine klare Favoritenstellung ein. Diese beiden Mannschaften werden zweifelsohne das Rennen um die Meisterschaft unter sich ausmachen. Die Saarbrücker Mannschaft um Bubi Sold konnte dabei diesmal mehr überzeugen als die Kaiserlauterer Walter-Mannschaft, die gegen Phönix Ludwigshafen auf eigenem Platz nur mit viel Glück gewinnen konnte. Wormati* Worms hat durch seinen 2:0-Sieg gegen die Gau- chelelf von Tus. Neuendorf bewiesen, daß die bisher erzielten Ergebnisse nicht immer dem wirklichen Können dieser Mannschaft entsprachen. Gruppe Süd am 16. Febr.: Biberach — Schweu- * ningen? VfL Konstanz — VfLiFTeihu'rg; Reutlingen — Friedrichshafen; Rastatt — Offentoung. U Club" profitiert von Außenseiter-Erfolgen Kurzmeldungen Die Schließung sämtlicher Frankfurter Schul- und Unterhaltungsstätten wurde neben anderen einschneidenden Maßnahmen auf einer außerordentlichen Sitzung des Frankfurter Magistrats beschlossen. Am 5. Februar verstarb der Bischof von Limburg, S. Exzellenz Dr. phil. et theol. Antonius H i 1 f r i ch im 74. Lebens jahr an den Folgen eines Herzleiden«. Der ehemalige Befehlshaber der deutschen Besatzungstruppen , in Dänemark, General v. Hennecken' wurde in einem Kriegsgefangenenlager in der britischen Zone als einfacher Soldat entdeckt. Hennecken wird sich als Kriegsverbrecher in Dänemark zu verantworten haben. Der neugewählte polnische Präsident B i e r u t hat die Neubildung der Regierung dem Generalsekretär der Sozialistischen Partei, Joseph Syrankiewicz übertragen. General McNarney gab bekannt, daß nach der von den Amerikanern vertretenen Politik prinzipiell kein Verschleppter gegen seinen Willen zur Rückkehr in seine Heimat gezwungen wird, wenn nicht besondere Umstände vorliegen. Die französische Regierung hat A b d e 1 Krim, dem ehemaligen Anführer des Aufstandes der Rifkaibylen in Marokko im Jahre 1925, erlaubt, seinen Verbannungsort, die Insel Reunion im Indischen Ozean zu verlassen und sich an der Riviera niederzulassen. Westlich von Madrid'stieß ein Verkehrsflugzeug der Strecke Havanna- Rom an eine schneebedeckte Bergwand und zerschellte. Die elf Insassen kamen ums Leben. FC.. Bamberg — VfB. Stuttgart 0:0 (!). VfL Neckarau — 1860 München 2:0 (!) Stuttgarter Kickers — Ulm 1846 7:1. FsV. Frankfurt — FC Sdiweinfurt 1:1. Spvgg. Fürth — Karlsruher FV 4:0. Phönix Karlsruhe — Offenbacher Kickers 0:2. Viktoria Aschaffenburg — Eintracht Frankfurt 2:2. E'ayern München — VfR. Mannheim 4:1. BC Augsburg — Waldhof 1:3. — Die süddeutsdie FußbaJ-Liga brachte unter ungewöhnlichen Plalz- und Schneeverhältnissen Ueberraschungen. die dem diesmal pausierenden Tabellenführer FC. Nürnberg Profit brachte So schlug der bisherige Tabellenletzte VfL. Neckarau den größten Narn ’-’ercrer Widersacher 1860 München mit 2:0 uni die auf Platz 3, 4 und 5 stehenden VfB. Stuttgart, Frankfurt und Sdiweinfurt 05 verloren -Neden wertvolle -Punkte Südbadische Qberliqa Oberliga Staffel Süd: Wett — Zell 0:3; Wyh- len — WaMs-bttt 5:2; Rhemf-ekten — Wehr 8:1. — Mit einem Karutersieg von 8:1 hat Rheinfelcten den. SC Wehr überraschend hoch abgefertigt Somit übernahm der Favorit Rheinfeiden mit dem besseren Torverhältnis wieder die Tabeltenfüh- rung (mit Schopfheim punktgleich). Die große Ueberrasctoung des Tages leistete sich Weil, das auf eigenem Platze gegen ZeM eine 0:3-Nieder- !oge ennstecken mußte Weil, das zur Spitzengruppe gehörte, ist etwa« zurüdcgefalten. Wyh- Ien leistete den Walds hartem eine schöne Partie und konnte das Spiel nach hartem Kampf mit 5:2 erfolgreich beenden und hart Anschluß an die Spitzengruppe gefunden. Waldshut hatte Aufstel'lungssdiwierigkeiten und leistete bis zur letzten Minute harten Widerstand. Oberligo .Staffel West: Emmen-dingen — Ottenau 2:3; Riegel — Lahr 1:8; Blauweiß Freiburg — Baden-Baden 2:1. — Tn der Staffel West hat es wieder einen Wechsel in der TabeHenfühirang gegeben Nachdem sich am letzten Sonntag der SC Baden-Baden die erste Stelle wieder erkämpfte. wurde die Elf aus der Bäderstadt am Sonntag durch eine 1 ^-Niederlage. die sie bei Blauweiß Freiburg hinnehmen mußten, auf den 3. Platz verwiesen. Die TabeHerrfüh rung hüben nun die Sportfreunde Lahr übernommen, Fußball in West- und Norddeutschland MftteJrheöi: VfL Köln — SpVgg Leverkusen 4:1, Düsseldorf 99 — Alemannia Aachen 3:3. — Niederrhein: Fortuna Düsseldorf — BV 04 Düsseldorf 3:0, SSVg Barmen — VfL Benrath 0:0, Hamborn 07 — Rotweiß Oberhausen 0:3, Tura Essen—-SpFrd Katemberg 4:5. — Westfalen: VfL. Bochum — Schalke 04 2:4, TuS Horst Emscher — Union GelsenkiTchen 6:1. Hombruch — VfL Witten 1:1, AlteÄögge — Borussia Dortmund 0:2, Preußen Mün^Är — Erkenschwick 4:1. — Hamburg: St. Pauli — Rothenburgsort 4:0, Pokalsieger Derby-County ausgeschieden Bei den Achtelsfinals um den Englischen Cup strauchelte der letztjährige Cupsieger Derby County in Liverpool. Resultate: Birmingham — Manchester City 5:0, Charlton Athietic —- B’adc- btrm Rovers HO, Liverpool — Derby County t:0 r Luton Town — Rurotey 0:0, Notits Forest — MiddtesbTough 2:2, Stofce City — Sheffield United 0:1, Newcastle United — Leioester City 1:1. — 1. Division: Chelsea — Grimsby Town 0:0. Schweizer Fußballpokal. Viertelfinal: FC Basel Grasshoppens Zürich 2:1? FC Bern — FC Grendven 0:2; Biel — Lausanne Sports 0:1; Lugano — Locarno 0:0. Vorolympiade in St. Moritz Die unter dem Namen ,,Das weiße Band voa St. Moritz" ausgeschriebenen internationalen Skirennen haben sich, den Meldungen entsprechend. zu einer richtigen Vorolympiade entwickelt Verstöndlticherweise waren alle Länder interessiert, den Schauplatz der nächstjährigen Winterolympiade genau kennermilerneri. 16 Nationen haben 250 Wettkämpfer nach St. Moritz geschickt, da« bei prächtigem Wetter und im Flaggenschmuck der beteiligten Länder ein festliches Bild bot. Die erste Konkurrenz, der 50-km- } Dauenteuf am Donnerstag stand im Zeichen | Schwedens, das mit Eriksson, Sjödiin und Tömk- vist vor zwei Finnen und dem Schweizer Zur- [ briggen die drei Ersten stellte. Den Abfahrts- L teuf am Freitag gewann der Norweger Johan- ' nessen in 4:10,8 vor Spada (Schweiz} 4:11.6 und Co-uttet (Frankreich). Bei den Damen holte s : ch I die Oesterreicherin Resi Hammerer den Sieg. ( Den Langlauf über 18 km am Samstag beherrsch» I ten wiederum die Nordländer mit dem Sieger Lundström (Schweden) 1:0,35 vor Kiuru (Finnland),. Tömkvist (Schweden), Eriksson (Schweden). An neunter Stelle folgt ein Italiener, Der Franzose James Couttet gewann am Sonntag di* Stelomkonkurrenz mit 150,7 Sek. vor No gier | (Oesterreich), Schneider (Schweiz), Pravda (Oesterreich). Während die Nordländer i.m Her- reusialoin nicht in Erscheinung traten, holte sich I die Schwedin May Ni-lsson die gleiche Konkur- | renz bei den Damen. Einen Höhepunkt bildeten I am Sonntag die Spmngkonkuirrenzen, wiederum ! eine Domäne der Nordländer. Im Kombinatioms- I Skispnmg wunde Elmsätei (Schweden) mal 220 1 Punkten Sieger vor Israelsson (Schweden) und | Stump (Schweiz). Den Spezial-Sprunglauf ge- I wann Asbjöm Rund (Norwegen) mit Sprüngen I von 64 und 67 Meter vor seinem Landsmann i Thrane und Karlsson (Schweden). Der Skispringer Hettich (St. Margen) egalisierte auf der Sprungschanze in Neustadt den Schanzenrekord Birger Ruuds mit zwei 48-m-Sprüngen. Die Eishockeymannschaft des VfL. Schwenningen gewann in Freiburg ein Turnier mit einem !6:1-Sieg gegen Freiburg und einem 5:l-Erfoig gegen Frankfurt 1880. Nach ihrem Weltmeistersdiaftssieg im Zweierbob sicherte sich die Schweiz nun auch im Viererbob in St. Moritz den Weitmei'steftitel vor Belgien, Frankreich und England. „Babel" in Konstanz Uraufführung von Weisenborns Schauspiel im Stadttheater Ein babylonisches Gewirr von Fragen verbreitete sich in der nach theatralischen Explosionen noch zitternden Luft .als sich der Beifall gelegt hatte. Und das ist die beste Rechtfertigung für den entschlossenen Mut der Leitung des Stadttheaters Konstanz, das mit der Uraufführung von Günther Weisenboms Schauspiel „Babel“ anderen deutschen Theaterstädten, sogar Berlin, voranging. Der starke Beifall konnte ebenso den ausgezeichneten Darstellern und der Inszenierung gelten wie dein anwesenden Dichter. Die lebhaften Fragen aber, die sich spontan anschlossen, galten eindeutig dem Stück, das also dem Publikum vieldeutig erschien. Und das will es wohl auch. Denn hinter ihm steht als großes Rätsel die Frage, wie es möglich ist, daß wir Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts noch nicht aus unserem Babel, das ist ein Turm der Unmenschlichkeit, der immer höher zum Himmel wächst, heraus sind. Weisenborn ist ein vitaler Dramatiker. Mit dem, was ihn innerlich bewegt, dringt er direkt zum Theater vor. So ist der Schauplatz, auf dem der Konkurrenzkampf machtgieriger Börsianer ein Beispiel für die unmenschliche Wirkung eines hemmungslos entfesselten Profitsystems gfct, theaterhaft wirksam nach Südamerika gelegt. Titanisch ringen die Könige der Aktien um ihre Profite. Sie bekämpfen «ich gegenseitig unbarmherzig. Ihre Entschlüsse werden, da sie moderne Titanen sind, nicht von Orakeln, sondern durch Konjunkturen bestimmt. Hunger oder Sättigung ganzer Völker hängt von Irren Entscheidungen ab. Sie neigen zum r eihaften Uebermut. Gewaltig kann Aufstieg sein. Stets aber droht ihnen dfa Katastrophe. Ihr brutaler Kampf wird | .geführt mit der feinen Logik eines Schach- ! spiels. Ein einziger falscher Zug, und das j Spiel ist verloren. ! Die Personen .auf Weisenboms Bühne | erscheinen uns unwirklich, fern in ihrer j seelischen Verlorenheit und gigantisch in ihrer Typisierung. Ihre Sprache ist kalt und etwas feierlich. Oft sprechen sie | gleichsam nur mit sich selber und entwik- : kein monologisch ihre Anschläge wie ‘ Shakespeares Richard oder Schillers Franz j Moor. Dann rücken uns einige von ihnen i plötzlich ans Herz durch feinen Humor und Ironie. Und manchmal klingen ganz zarte lyrische Töne auf. Eine klare dramaturgische Linie des Handlungsverlaufes sichert die zündende Theaterwirkung. Ein ' Stück, wie es die deutschen Bühnen brau- ! chen! Seine besondere Eigenart: Es hat i keinen sympathischen Helden, der gegen die I Bösewichte angeht, und fesselt uns doch! \ Die Aufführung, die ungewöhnliche An- | forderungen an das Ensemble und den I Apparat der Bühne stellte, tat das ihre | dazu. Wolf gang Engels’ Regie ließ klare Zielsetzung erkennen und traf im einzelnen den vom Naturalismus ganz abweichenden Stil Weisenboms, der die Wirklichkeit transparent erfaßt, ausgezeichnet. Um die neuartigen stilistischen Möglichkeiten. die hier geboten sind, regielich ganz auszuschöpfen, hafte Engels wohl auf die eigene Mitwirkung in einer Hauptrolle verzichten oder besser einen anderen Regisseur heranziehen müssen. Denn wer hätte Lamont. den König der Eisenbahnen treffender darstellen können, als er selber mit seiner glänzend abgeschliffenen schauspielerischen Leistung. So aber hatte gerade der Darsteller der zentralen Figur offenbar unter Schwächen der Regie zu leiden: Heinrich C o r n w a y . Gast aus Nürnberg. Die großartige Erscheinung eines modernen Charakterspielers. Sein Gamboa. das ist der König der Schiachthöfe, der dem Eisenbahngewaltigen den Kampf bis zur Vernichtung ansagt, aber, nach dem Aufstieg zu ungeahnter Macht, selber vernichtet wird, ist ganz auf die hier angebrachte monumentale Form hin angelegt. Dabei nuanciert Comwav im einzelnen fein, während seine großen monologischen Reden, oft zu lange im höchsten Affekt gehalten, von seiten der Regie etwas auflockemder Gliederung und des vollendeten Kontrapunkts der Gesten und Bewegungen bedurft hätten. Als Journalistin Kat, die mit reinem Herzen und reinen Gedanken nach Babel kommt und zwangsläufig in das frevlerische Spiel einbezogen wird, das sie dann virtuos mitmacht, trifft Inge Conradi mit leiser Zurückhaltung den richtigen Ausdruck. Peter Hamei als Ringo, der Sekretär Gamboas, der durch Kat auf Lamonts Seite gezogen wird, wirkt zu jünglinghaft. Man glaubt ihm den Konflikt zwischen Liebe und Beruf, nicht aber den geschäftlichen Nachfolger eines Gamboa. Man möchte Hamei in anderen Rollen sehen. Auch Alexander H e g a r t h interessiert uns Er spielte den schwankenden Sohn Gamboas sehr explosiv. Josef von F i e 1 i t z machte aus dem Generalrichter, der zuverlässig zu dem jeweils Herrschenden hält, einen trockenen höheren Beamten, einen Typ, wie wir ihn zu kennen glauben. Eine feine Komik haben die drei Weizenkönige, Hans M ö b e s , Heinz Miller, Hansjakob Gröblinghoff. Ebenso treffend erfaßt von der Regie und vom Spiel her ist auch das Gangsterpaar: Hans M a g e 1 — Dieter Werner. Ein wenig zu operettenhaft die Tänzerin von Isabella Schieferdecker Zwei Auftritte Heinrich T roxbömker«, der uns als ein einfältiger, herzensguter Gärtner vor den Sünden Babels warnt, umrahmen die Handlung. Das Bühnenbild von Günther D i e t z a. G. ist vom Grundriß aus durch einen bei Szenenwechsel bleibenden Podestbau in der Breitenachse der Bühne vorzüglich angelegt. Projektionen bewähren sich, und der Bildwechsel erfolgt rasch. Die Malerei auf dem Zwischenaktsvorhang erinnert etwas an billige Karikatur und steht damit im Gegensatz zu der würdigen Inszenierung und der dichterischen Vision dieses „Babel". Dr. Ernst Brasch Wieder Oper am See Mozarts „Entführung aus dem Serail“ Immer wieder vermag uns das 1782 erstaufgeführte Geniewerk des jungen Mozart mit seiner jugendlich feurigen Musik und dem überquellenden melodischen Reichtum über alle Textbuchmängel hinweg in einen Zustand schwelgerischen Entzückens zu reißen. Eine Handvoll harmloser Singspieltypen wächst durch zauberflötenhaft verteilten musikalischen Farbschmelz in die überfeinerte Atmosphäre individueller Charakterisierungskunst hinein und erzeugt jene seelischen j Entrückungsgefühle, auf welche die phan- | tastisehe Ouvertüre mit ihrem ganzen : orientalischen Stimmungskolorit vorberei- ! iet und aus der das Falstaffproftl Osmins, , des verklärten Brummbären und hündi- I sehen Fräuenwächters. in einer unnach- , ahmlichen Mischung pathetisch-komischer i Wesenszüge herauswittert. Das musikalische und darstellerische i Gesamtniveau der Premiere im Konstanzer i Stadttheater war bemerkenswert gut j und hinterließ einen lebendigen Eindruck, ' der zwar nicht darüber hinwegtäuschen j konnte, daß die letzte feine Leuchtkraft | der mozartlschen Idealgestalt weder im \ Antlitz noch in den äußeren Gewandfalten schon ganz erreicht wurde. Unter der musikalischen Leitung von Bernhard Conz erfuhr der Orchesterpart jene durchsichtige, plastische Behandlung, die in der kontrastreichen dynamischen Akzentverteilung allen melodischen Überschwang aufflammen ließ, aber auch ebensosehr überall da zurücktrat, wo der dramatische Hauptausdruck im Vokalteil liegt. Theo Herrmann als Belmonte, stimmlich in bester Verfassung und in seinem fast zu unbekümmerten frischen Anpacken zum mindesten die äußere Aktivität seiner Rolle voll ausschöpfend, dürfte dem feinen fraulichen Reiz seiner Partnerin mehr schauspielerisches Ansehmiegen und lyrisches Einfühlungsvermögen entgegenbringen. Hannefriedei G r e t h e r als Kon- stanze wurde mit ihrem seelenvollen, technisch glänzend durchgebildeten Organ als echte Mozart-Sängerin allen musikalischen und szenischen Anforderungen ihrer Rolle völlig gerecht. Sie könnte bei Ausschaltung einer kaum merklichen Zurückhaltung eine noch feinere und leidenschaftlichere Wirkung erzielen. Das schauspielerische Geschick und die quecksilberige Geschäftigkeit des Pedrillo (Alfred von Küsswet- 1 t e r) konnten trotz eindringlichster Entfaltung (z. B. in der Weinszene mit Osmin) nicht über stimmliche Mängel hinwegtäuschen. die in der Romanze besonders klar zutagetraten und dort durch übertriebene deklamatorische Akzente auszu- : gleichen versuchten, was nur wirklichem Gesang Vorbehalten bleibt. Blondchens (Helga Schütze) entzückende Anmut und graziös-tänzerisches Scherzo-Spiel war durch ein feinplastisches, sauber intoniertes Singen vertreten, dem nur noch ein« größere Tragfähigkeit zu wünschen wäre. Der musikalisch und technisch bei weitem schwierigste Part des Osmin (Sanders Schier) erfuhr in seinen köstlichen Koloraturen eine wirkungsvolle, innerlich ausgelebte Gestaltung und verriet nur in den Phrasenwiederholungen in der tieferen Oktave ein Nachlassen des Tonumfanges (den Mozart für den damaligen ausgezeichneten Bassisten Fischer ganz gewaltig ausgeweitet hatte). Wolfgang Engels in der Sprechrolle des Selim Bassa, würdig, imposant und selbst noch im Schweigen beredt, könnte die aus „Großsinn und Edelmut“ erfolgende Versöhnung psychologisch dadurch gerechter erscheinen lassen, daß er seinem stoischen: Emst ein Lächeln und eine etwas menschlich aufgelockerte Gestik abgewinnt. Der Beifall der zahlreichen Zuhörer war überaus herzlich und verdient. Dr. G. Lönzinge# Süöroeftöeutfche Chronik Vcrfchmähtc Kippen Achtlos fortgeworfen, liegen sie schon wieder herum... die Kippen, die ausgerauchten Stumpen-Stummel- und Zigarettenreste, zieren Bürgersteige und Fahrdämme und — o zweites Wunder! — niemand hebt sie auf! . Sie werden verschmäht, ja, verachtungsvoll mit Füßen getreten und lieblos in den Schmutz gezerrt, — sie, die vor Wochen noch, ehe die neue, hausgemachte Ernte fermentiert und geschnitten war, höchsten Raritätswert besaßen und leidenschaftlich gesammelt... aufgesammelt wurden von ebenso leidenschaftlichen Nikotinesen und in verwandelter Form aufgeraucht wurden. Ja, selbst Frauen und holde Mädchen sah man in jener schrecklichen, tabaklosen Zeit, als das berauschende, süße Kraut noch an der Staude grünte und die amtlichen Zuteilungen spärlich und unregelmäßig erfolgten, unvermutet tief-knicksend sich zur Erde beugen und etwas aufheben, das totsicher niemals ein verlorener Hosenknopf oder eine abgesprungene Sicherheitsnadel, bestimmt aber immer eine — Kippe war, die für den Eigenbedarf oder für einen sehr geliebten männlichen Partner berechnet war •— und sehr lieben muß man jemand schon, wenn man Kippen für ihn aufliest! Auch — man traut seinen Augen kaum! — in den Aschenbechern der Restaurants und Cafes türmen sie sich nun, die Erniedrigten und Beleidigten, die verschmähten Kippen fast wieder wie in normalen Zeiten zuhauf, wo sie damals in jener notvollen, nikotinarmen Zeit auch nicht einmal vor dem raschen, sicheren Zugriff passionierter Raucher beiderlei Geschlechts sicher waren. Ja, es geschehen da — um ein schönes Wort zu sagen: auf dem Rauchsektor jetzt wirklich Zeichen und Wunder. Ob sie sich Gedanken darüber machen, die Kippen, wie es kommt, daß sie nun- nicht mehr so hochgeschätzt, sondern wieder wie einst in grauer Vorkriegszeit, mißachtet und verschmäht sind, wie es ihr natürliches Los und Schicksal ist. Zeit genug zum Nachdenken hätten sie ja jetzt bei ihrer ungestörten Ruhe in den Aschenschalen und Gossen — nun, da man nicht mehr so heftig Jagd auf sie macht. Und vielleicht — so etwas spricht sich ja herum! — ist auch zu ihnen die phantastische Mär gedrungen, daß es jetzt häufiger besorgt gepackte Care-Packerln aus Amerika und liebevoll zusammengestellte Nachbarschaftsspenden aus der Schweiz gibt, in denen sich allemal auch köstlich duftende Päckchen voller „Luky Strike" und „Camel” und — last not least! — Schweizer Stumpen befinden. Und sie zusammenaddiert mit unserer eigenen Ernte und den normallaufenden Zuteilungen haben, so werden die Kippen bei einigem Nachdenken logisch schlußfolgern, ihren wirtschaftlichen Ruin auf dem Gewissen, — ihren Ruin, der unser Aufschwung ist, — denn es ist für uns schon ein kleiner Sprung die soziale Leiter hinauf, wenn wir es — wie es vorerst scheint! — nicht mehr nötig haben, uns nach elenden Kippen zu bücken. Kff. Die Ministergehälter Aus verschiedenen deutschen Ländern liegen jetzt die Gehälter der Minister und der Ministerpräsidenten vor. Es ist zu erkennen, daß die Höhe der Gehälter, die heute bezahlt werden, sehr unterschiedlich ist, sich aber im großen und ganzen der räumlichen Größe des betreffenden Landes anpaßt. So I zahlt das derzeitig größte Land, Nordrhein- Westfalen, dem Ministerpräsidenten jährlich 52 000 und den Ministem 43 000 Mark. Bayern gibt für Minister 32 020 und für den Regierungschef 37 720 Mark aus. Hessen hat* den Ministerpräsidenten mit 33 400 und die Minister mit 27 400 Mark vereinschlagt. Nordwürttemberg-Nordbaden gibt für Minister 22 000 und für den Ministerpräsidenten 24 000 Mark aus. Da s kleine Württemberg zahlt den Staatssekretären (was hier so viel wie Minister bedeutet) 17 000 Mark im Jahr. Die kleinsten Ministergehälter werden iim Land Niedersachsen bezahlt. Der Ministerpräsident bezieht 15 000 und die Minister 12 000 Mark. Zu all diesen Zahlen dürften noch Aufwandsentschädigungen und Wohnungsgelder kommen. Parlament im Jagöfchloß ßebenhaulen Von unserem z - B e r i dt t e rs t a 11 e r Württembergs letzte Königin verstarb hochbetagt. Sie starb in der Stille des waldunprauschten Jagdschlosses Bebenhau- aen, um dessen hochragende Fassaden die Klosterkirche und ein Dörflein gleichen Namens sich versammeln. Hierhin eilen die Abgeordneten des kleinsten Landes der neuen deutschen Ordnung, von Südwürttemberg und Hohenzollem einschließlich des Kreises Lindau mitten hinein in die schnee- und eisbehangenen Wälder, in den uralten Reichsforst der Grafen und Herzoge von Württemberg, der sich auf einer Fläche von 10 000 Hektar zwischen Stuttgart und der Schwäbischen Alb erstreckt. Aus Oberschwaben, aus dem Schwarzwald und vom Bodensee reisen die Volksvertreter des etwa eine Million Einwohner zählenden Landes in die ehrwürdige Eber- hard-Karls-Universität Tübingen, und sie müßten eine gute Wegstunde per pedes apostolorum über Berge und durch Waldungen, durch Schnee und klirrenden Frost wandern, würde nicht ein Omnibus sich ihrer annehmen und sie wohlbehalten in Bebenhausen absetzen. Wendeltreppen ersteigen sie in geräumigen Türmen, breite Gänge des Schlosses nehmen die Männer und Frauen auf. Bären, Luchse und Mar- ; der starren aus toten Augen, Eulen halten j Wache vor Fraktionszimmren. Die Gewei- ■ he von Hirschen und die Hauer von Wildebern glänzen beinern im Dämmerschein matter Lampen. Spieße und Armbrüste hängen jagdfroh an den Wänden und zugige Kälte durchweht die Flure und Treppen. An wärmenden Feuern tagen die Fraktionen. Am lautesten dringt das Stimrnen- gewirr aus dem Zimmer der Christlich- Demokratischen Union. Hier versammeln sich über 60 Prozent der Männer und Frauen des gesamten südwürttembergi- schen Parlaments. Und hier reifen die Entscheidungen bezüglich der neuen Verfassung. Die Stimmen aus den drei übrigen Fraktionsräumen sind zusammen nicht so vernehmbar wie diese, und recht still ist es an der Tür der sieben Demokraten und der vier Kommunisten. Durch neue Gänge und Hallen, über breite Treppen und durch schmale Pfört- chen, über einen von Kälte durchzogenen Kreuzgang, entlang dem schneeverwehten Kreuzgärtchen, wo ein Brunnen frierend rauscht, unter den Eindrücken romanischer, hochgotischer und renaissancestili- ger Bauwerke gelangen die Abgeordneten in den Sitzungssaal. Hier umweht sie wohlige Wärme, die ein riesiger Kachelofen verstrahlt, und der heimelige Duft von Tannen, die schmückend den mäßig großen Raum fast in eine Weihnachtsstube verwandeln. Hier nehmen die 68 Abgeordneten von Südwürttemberg Platz, hier im einstigen Winterrefektorium der Mönche vom Orden der Zisterzienser, welche im Todesjahr Barbarossas an diesem Ort ihr Kloster erbauten. In diesem Raum läutet die Glocke des Präsidenten, mahnt, fordert auf, beschwichtigt Hier wird um Staatspräsident, um Senat, um Bekenntnisschule in heißen Wortgefechten gekämpft Hier an der Stätte strengster klösterlicher Klausur wollen Disziplin und Hausgesetz geachtet werden. Nicht immer kann die Geschäftsordnung an einem Tag erledigt werden. Zwei und drei Tage können die Entgegennahmen Von Berichten der Staatssekretäre, die Debatten über das Für und Wider in Anspruch nehmen. Da gehen die Abgeordneten am Abend in ihre Quartiere, die teils im Schloß, teils in den spärlichen Gaststätten des kleinen Dorfes organisiert worden sind. Im Schweigen des winterlichen Waldes, der seit altersher Schönbuch heißt, ruht das Parlament. Schnee rieselt aus einem kalten Himmel und ist Symbol für die Notzeit des Landes, welches friert und hungert und dem die ernste Sorge der Männer von der Beratenden Landesversammlung im Refektorium des uralten Mönchsklosters gilt. Errichtung einer Höheren Verwaltungsakademie Bade n-B a d e n. Zur Heranbildung höherer Verwaltungskräfte in den verschiedenen Ländern der französischen Besatzungszone wird auf Grund einer Verfügung des Administrateurs General eine Höhere Verwaltungsakademie mit dem Sitz in Speyer errichtet werden. Dem Leiter der Akademie ist ein Verwaltungsrat beigeordnet, dem folgende Persönlichkeiten angehören: der Leiter der Akademie, für jedes Land der Zone ein höherer Beamter als Vertreter seiner Regierung, die Rektoren der Universitäten, der Verwaltungsdirektor und zwei Vertreter des Lehrkörpers. Die Unkosten für Einrichtung und Betrieb der Akademie werden auf die Län- Faenacht&bräuche am ßoöeniee Kaum sind die heiligen Drei Könige vorüber und die Tage werden schon wieder etwa s länger, da bemächtigt sich des' sonst so ruhigen Alemannen eine gewisse Unruhe. Verstohlen prüft er Kostüm und Holzmaske, bespricht sich mit Freunden und Nachbarn, und je näher die Tage vor Aschermittwoch herankommen, um so lebendiger wird er, bis er dann mit Beginn des „schmutzigen" Donnerstag bi* zum Fasnachtsdienstag 24 Uhr als närrischer Hänsele herumspringt. Fastnacht ist eine aus dem Christentum erwachsene Umformung des alten Wortes Fasnacht. Fas bedeutet fruchtbar (in der Pfalz heißt heute noch das männliche Zuchtrind Fassei = Farren) und -nacht ist die alte Zählung der Zeit nach Nächten, nicht nach Tagen. Somit bedeutet Fasnacht die Zeit des Fruchtbarwerdens der lebendigen Natur nach langer Winterszeit In dieser Zeit nun des wiedererwachenden Lebens finden vor allem im alemannischen Raum alte, aus heidnisch-religiösen Vorstellungen erwachsene Bräuche statt, die in ihrer Bedeutung den Heutigen meist überhaupt nicht mehr verständlich sind. Die bösen Geister, die der Fruchtbarkeit hinderlich sind, werden durch die Hänsele oder Schuddig mit Lärm und Knallen, wie es die Hemdglonker und Hänsele am See mit der Karbatsche tun, vertrieben. Zur Wahrung der Fruchtbarkeit werden freundliche Masken getragen, werden als Abbild der fruchtspendenden Sonne Brezeln und Fas- nachtsküchle gegessen. Mannigfaltig ist das Brauchtum in diesen Tagen am See. Der Schnabelgiere in Meersburg ist ein eigentümliches Wesen. Die große Gestalt eines Kasperle trägt einen Vogelkopf mit einem langen Storchschnabel. Unter dem Geschrei der Kinder durchzieht er den Ort, begleitet von einem jungen Schnabelgiere. Ab und zu hält er an. und wirft unter die Kinder Küchle, Aepfel, Wurstzipfel u.a. Kaum aber greifen die Kinder darnach, so trifft sie die „Saublotere”, der der Zone umgelegt. Die Dauer des Studiums an der Verwaltungsakademie beträgt 4 Semester. Die Akademie hat, soweit es sich um Studenten männlichen Geschlechts handelt, den Charakter eines Internats. Die Zulassung erfolgt im Wege einer Prüfung, an der sich Studenten mit einem Universitätsstudium von mindestens sechs Semestern beteiligen können. Die Kandidaten müssen ihrem Zulassungsgesuch eine schriftliche Erklärung beifügen, in der sie sich für den Fall ihrer Zulassung zu einem mindestens fünfjährigen Verwaltungsdienst verpflichten. Die Studenten, die das Staatsexamen bestanden haben, genießen eine Vorzugsstellung. Der Verwaltungsrat behält jedes Jahr eine gewisse Anzahl von Stellen für besonders befähigte und verdienstvolle Beamte der mittleren Laufbahn vor, die nicht in der Lage waren, sich eine Universitätsausbildung zu leisten. Künftighin wird das Diplom der Akademie als Voraussetzung für jede Ernennung zum Beamten der höheren Verwaltungslaufbahn verlangt werden. Den Studenten wird nach dem Verlassen der Höheren Verwaltungsakademie in dem Lande, dem sie angehören, eine höhere Stellung verliehen. Endlich Pendelverkehr im Höllental Neustadt. Nach Mitteilungen der Straßenverkehrsleitung ist es nun endlich gelungen, einen Pendelverkehr zwischen dem Bahnhof Hinterzarten und dem Bahnhof Posthalde einzurichten. Der Fährbetrieb wurde erstmals am 6. 2. aufgenommen und sieht folgende Fahrzeiten vor: ab Posthalde nach Hinterzarten 6.15, 19.20 Uhr, ab Hinterzarten nach Posthalde 8.45 und 18.45 Uhr. Die Kriegsschäden der badischen Kreise Freiburg. Ein aufschlußreiches Bi-ld gibt jetzt eine amtliche Tabelle, die .die süd- und mittelbadischen Stadt- und Landkreise im Spiegel ihrer Kriegsschäden einander gegenüberstellt. An erster Stelle steht der Kreis Rastatt, der im Verhältnis zu den übrigen Kreisen in der französischen Zone Badens mit einem Verlust von 17,9 Proz. beziffert wird. Es folgt Freiburg-Stadt mit 17,6 Prozent, Freiburg-Land mit 10 Prozent, Lahr mit 8,5 Prozent und (an 5. Stelle) der Landkreis Donaueschdngen mit 7,3 Prozent. An 6. Stelle käme der Landkreis Kehl mit 6,1 Prozent, während der Landkreis Offenburg mit 3,2 Prozent verhältnismäßig günstig weggekommen ist. Ausbau badischer Stauwerke Utn in Baden neue elektrische Energie zu gewinnen, i4t nach einer Mitteilung des Direktors des Badenwerkes die Erweiterung des Schluchseewerkes durch Ausbau der Staustufen Säckingen, Koblenz, Waldshut und Rheinau geplant. Durch die Lieferung großer Mengen elektrischer Energie an Frankreich, Belgien und Oesterreich und durch die Kohlennot ist der Energiemangel in Deutschland, wo der Strombedarf der Haushaltungen in stetigem Steigen begriffen ist, noch erheblich größer als in anderen Ländern. Der Stromaustausch Badens mit der Schweiz und dem Elsaß ist durch den Krieg zum Erliegen gekommen. Der Vorschlag der Schweiz, Sommerkraft aus der Schweiz gegen Winterkraft aus Deutschland zu liefern, mußte wegen Energieknappheit abgelehnt werden. Ein Verwaltungsdirektor für Tübingen Tübingen. Auf der letzten Sitzung des Tübinger Gemeinderates wurden die Erweiterungsvorschläge der Trinkwasserversorgung gutgeheißen. Ferner gab Bürgermeister Hartmeyer die Anstellung eines 1. Verwaltungsdirektors der Stadt Tübingen bekannt. Für diesen Posten ist Dr. Ebner, der früher als Polizeidirektor in Tübingen tätig war, vorgesehen. Ihm sollen in Zukunft sämtliche 15 Aemter der Stadtgemeinde unterstellt werden. Wir, die wir von jeher überzeugt waren von dem Wert und der Wichtigkeit des Hühnervolkes, wissen seine produktive Tätigkeit heutigentags hoch zu schätzen. Aber wie lange ist es her, Freunde, seit wir uns den Genuß eines Hühnereies in der oder jener Form der Zubereitung erlauben durften? Nicht so mein Nachbar, der sich bei Zeiten eine Hühnerfarm mit vier lebendigen Hühnern zugelegt und nun schon seit Jahr und Tag sich auf diese Weise zusätzlich Kalorien zu beschaffen gewußt hat, dank der leider auch nicht unbeschränkten und sehr von dem nur schwer zu beschaffenden Hühnerfutter abhängigen Produktivität der Familie Gaküeia. Aber er, der Nachbar hatte einen Mitzehrer. Der Staat beteiligt sich zu jedermanns Verdruß mit 50 # /o an dem Ertrag. Das wußte zwar mein Freund und er war auch schweren Herzens bereit, 60 von den 120 Eiern, die zu legen jedes Huhn amtlich verpflichtet ist, abzuliefem. Er selbst ging mit äußerster Strenge gegen die Hühner und gegen sich selbst vor. Ob die Hühner versagt haben oder aber ein Rechenfehler seinerseits Vorgelegen hat, das zu entscheiden überlasse ich den Fachleuten, wobei allerdings strafmildernd berücksichtigt werden muß, daß man von Hühnern und Menschen, die hungern, auch von Staats wegen keine Höchstleistungen verlangen sollte. Kurz und gut, am Ende der Legeperiode erhielt Paul, so heißt mein Freund, die unfreundliche Aufforderung, innerhalb von 14 Tagen die restlichen 120 Eier zur Erfüllung des vorgeschriebenen Solls abzuliefern. Nachdem eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Hühnern so wenig zu einem Erfolg geführt hatte (die Tiere wußten triftige Gründe gegen das amtliche Verlangen ins Feld zu führen) wie eine genaue Bestandsaufnahme im Eiertopf (auch hierfür waren wichtige Argumente vorhanden), beschlossen Paul und Pauline (seine Frau) mit Rücksicht auf die Strafandrohung eine Sonderaktion. Acht volle Tage brauchte Pauiine, um di« 120 fehlenden Eier auf dem Lande bei den Bauern zu hamstern. Sie bezahlte pro Stück RM. 1,—, also insgesamt RM. 120.—, und gab als weitere Gegenleistung einen Volksempfänger, drei Leinentücher, eine noch recht gut erhaltene Herrenhose und eine Garnitur ff. Damenunterwäsche. Dann ging Frau Pauline in verschiedener Hinsicht erleichtert zur Eiersammelstelle. Dort erhielt sie pro Ei 10 Pfennig, und etwas benommen-eilte sie nach Hause. Die Bilanz, die sie mit Paul zusammen aufstellte, ging in keinem Fall, so und so nicht, auf. Beiden blieb nur das Bewußtsein der treuen Erfüllung ihrer staatsbürgerlichen Pflichten, das allerdings von den nach wie vor knurrenden Mägen stark übertönt wurde. Die vier Hühner kümmerten sich um den Fall nicht weiter. Es gab nur eine Stelle, die voll und ganz zufrieden war. Das war das staatliche Ernährungsamt. Sollte aber jemand glauben, an der Geschichte stimme etwas nicht, oder sie wäre vielleicht erfunden, dann weisen wir auf die Tatsache hin, daß nicht alle städtischen Hühnerbesitzer so pflichtbewußt gehandelt haben wie Paul und Pauline. Die andern Hühnerhalter haben zu einem großen Teil auch nicht voll abgeliefert und wurden nach den geltenden Bestimmungen bestraft. Hoffentlich erfahren Paul und Pauline nie das Ausmaß dieser Strafen. Ihre Hühner würden bestimmt darüber lachen. P. S. Eine Anfrage an das Ernährungsministerium: Ist es gerechtfertigt, daß die nichtbäuerlichen Hühnerhalter in der Stadt, die ihr Federvieh mit List und Tücke und vielen Unkosten zum Legen einiger Eier bewegen, um zusätzlich etwas zur Erhöhung ihrer Kalorienzahl beizutragen, genau so viel Eier pro Huhn abliefern müssen, wie bäuerliche HühnerbesitzeT? U. A. w.g. K.G ßoöeniee / Rhein / Donau Konstanz. Zu einet völlig neuen Art von Schweizer Spende dürfte che Stadt St Galten Qbergegangen sein, die, als ein« der beiden Konstonzer Pelikane wegen Futtermangel eingegangen ist, den zweiten zu sich fti Pflege genommen hat und ihm nun einen Erholungsaufenthalt bis zu dem Zeitpunkt gewährleistet bis die Fisch töpfe am Bodensee wieder etwa, ergiebiger geworden sind Ueberlingen. Die Seebäder im Osten und Westen der Stadt sind im Laufe der letzten Monate so zerstört worden, daß die Wiederherstellung mit erheblichen Kosten verbunden ist. Bund 200 Türen wurden nrutwälfg ausgehängt und zerstört, die Kabinenzwischenwände ausgebaut. Decken aufgerissen und Wasserablaufrohre entfernt. Lindau. Der Flüctatüngsaiisscbuß der Stadt Lindau plant eine Instandsetzungswerkstatt für Bekleidung eiimmchten, in der Flüchtiings- frauen und -mädchen mit der Ausbesserung bzw. Neuanfertigung insbesondere von Säuglings- und iCleinkinderkletdung beschäftigt werden sollen. — Postamtmann Karl Deger begebt am 12 Februar sein 50 jähriges Dienstjutriläum. VlUingen. Der bisherige Landrat des Kreises Villingen, Bienzeisler. ist mit dem 31. Januar aus dem Dienst ausgeschieden . Zu seinem Nachfolger wurde Dr. Othmar Diele-Freiburg bestimmt — Anläßlich einer Sitzung des Kreis- versaminlungsausschusses wurde beschlossen, zwecks Unterbringung der Tuberkulosekranken des Landkreises Villingen ein besonderes Krankenhaus zu schaffen. Löffingen. Ein 70 Jahre alter Einwohner von Löffingen fand im Walde ein Gegenstand, der ihm für das Stopfen seiner Tabakspfeife geeignet zu sein schien Der von dem passionierten Raucher für harmlos gehaltene Pfeifenstopfa? war aber in Wirklichkeit eine Sprengkapsel di« eine Sdiweinsblase, die an einem Stecken gebunden ist und die von den Begleitern des Schnabelgiere getragen wird. Das Hinwerfen der Leckerbissen deutet auch wieder auf die Fruchtbarkeit, denn es ist an anderen Orten üblich, zu deren Wahrung Früchte und Samenkörner zu werfen. (Das Ueberbledbsel ist das Konfettiwerfen.) Die Gestalt mit ihrem altertümlichen Namen ist noch nicht geklärt, zweifellos aber tritt uns in der Meersburger Schnabelgiere ein uralter Zeuge vergangenen Brauchtums entgegen. Aehnliche Gestalten sind das schweizerische Hutzgyr und die Schnabelgeißen. Die Ueberlinger Fasnacht ist bestimmt durch die Gestalt der Hänsele. In seinem Kostüm mit der seltsamen Farbgebung fällt der Ueberlinger Hänsele unter allen anderen im alemannischen Raum bekannten Hänselegestalten auf. Auf Leinwand sind schwarze, gelbe, rote, grüne und blaue Tuchstückchen genäht, die reihenweise um den Körper laufen. Auf dem Kopf trägt er eine Maske aus Stoff mit langer Nase und dem Fuchsschwanz. In der Hand hält er die Karbatsche, eine etwa 2 bis 4 m lange Seil- schnur an einem kurzen Holzstiel, die über dem Kopf geschwungen ein lautes Knallen, das „Schnellen" hören läßt. Ueber die Entstehung des Hänsele weiß man nicht Genaues. Aber die Ueberlinger Fetsnacht ist. wie die Chroniken berichten, schon über 400 Jahre alt. Da wird am „schmutzige (schmalzigen) Dunschtig" der Narrenbaum auf der Hofstaft aufgestellt. Narrenvater und -mutthr mit Gefo’ge geleiten den Baum, meist eine Tanne, deren Wipfel geschmückt ist, durch die Stadt an diese Stelle. Dort versammeln sich bei Dunkelheit alle um das Zeichen des Narrentums, der Narrenvater eröffnet die Fasnacht, dann tanzt er mit der Narren- mutter um den Baum. Von nun an haben die Hänsele das Regiment in der Stadt in ihrer Hand. Bis zum Fasnachtdienstag 6 Uhr abends schnelle« sie in den Straßen und werfen die Brezeln (Sinnbild der Sonne) unter die Kinder. Nach 6 Uhr ist das Schnellen verboten. Dann ziehen sie bei Bekannten und Verwandten umher, bis um Mitternacht die Fasnacht zu Ende ist ln Konstanz ist der „schmutzige Dunschtig" der Tag der Hetudglonker, die unter dem Geklapper von Zinndeckeln und Geschirr, in langen flat ternden Hemden mit Zipfelmützen bei Fackelschein alte Gesänge ertönen lassen. Diese Umzüge lassen ihre Vorläufer in den früheren römischen Dionysien vermuten. Stockach errichtet in dieser Zeit das Narrengericht, das seit dem 14. Jahrhundert besteht. Es entstammt der Erinnerung an den Kriegszug Leopolds von Oesterreich gegen Schwyz. Dabei soll der Hofnarr folgenden Rat gegeben habe«: „Ihr ratet, wie Ihr wollet in das Land Schwyz kommen und ratet nit, wie Ihr wollet wieder herauskommen." Und da er mit seinem Rat recht behielt, - Erzherzog Leopold rettete mit Mühe 1315 bei Morgarten sein Leben, - erhielt Stockach das Narrenprivileg. Auch dort errichtet man unter mancherlei närrischem Getue einen Narrenbaum. Dr Dieter Stolz 50 000 sahen „Meisterwerke mittelalterlicher Konst" Freiburg i. Bt. Wie rege boote der materiellen Not unserer Tage die geistigen und kulturellen Bedürfnisse sind, zeigt eindeutig der große Erfolg der im vergangenen Jahr in Freiburg dtntfageführten Ausstellung „Meister- { werke mitteleäterticher Kunst in Baden" Rund ! 50 000 Personen sahen diese einzigartige Schau. I Audi namhafte Kunsthistoriker statteten der Aus- ' Stellung einen Besuch ah Zum eingehenden Stu- | dium der Ausstellung kamen geschlossen die j kirnetgesch ich fliehen Institute der Universitäten ' Basel, Tübingen. Heidelberg und Mainz, sowie 1 der Technischen Hochschule Stuttgart. Die Institute den Urarveesttäten München und Bonn waren durch zahlreiche Einzelbesucher ve rtrete « . Volks weisbeit Der Stein, so ihr auf andere werft, Wird euch Selbsten auf den Kopf fallen. * Zeit bringt Rosen; dennoch kommen zuerst ehe Knöpf. Ans dem 18. Jahrhundert. schon beim ersten Versuch explodierte, dem Man» drei Finger der rechten Hand wagriß und ihm schwere Verletzungen im Gesicht beibrachte. Schwenningen a. N. Der seit Monaten sebwe- bende Sdiwennrnger Poläzeikonffikt, bei dem anläßlich der Wiederei ns beKung von drei ent* nazifizierten Polizeibeamten acht Antifaschisten ihre Demission angeboren hatten, daraufhin vom Staatseek re ia-riat entlassen wurden, hat nunmehr sein Ende gefunden. Die entlassenen antifaschistischen Polizisten wurden am 1. Februar mit ihrem Amtsvorstand wieder in de« Dienst eingesetzt. Reutlingen. Nachdem vor kurzem die Organ« der Wirtschaftspolizei in Schwenningen a. N. ein geheimes Schuhleger von 1266 Paaren entdeckt batten, fanden sie nun mit Unterstützung des Landespolizeikommissariats Reutlingen ein verstecktes Lager mit über 500 Paaren in einem Schuhgeschäft in Reutlingen Das Schublager war nach Angaben des Inhabers für Tauschzwecke gehalten Sämtliche Schuhe sind beschlagnahmt Ein • Strafverfahren ist edngeleitet Tübingen. Der neue Landrat. des Kreises Tübingen ist der bisherige Bürgermeister von Dußlingen, Hermann Zahr. Er steht im 50. Lebensjahr, stammt aus der Mark Brandenburg und war bis 1933 Geschäftsführer von Theatern. Et , ist Mitglied der SPD. Sein Vorgänger Viktor Renner ist zum Staatssekretär des Innern ernannt woi> den. wg. Ulm a. D. Der Ulmer Gemeincterat wählte sn nichtöffentlicher Sitzung Rudi Haußmann (S P Dl zum Polizeidirektor von Ulm. Tettnang. Im Kreis Teftnang sind insgesamt 2366 Kilo Bucheckern abgeliefert worden. Freiburg. Die Einzüge 217 und 210 können nach einer Verfügung der Eisenbahndirektion Karts- ruhe mit sofortiger Wirkung ohne Genehmigung benutzt werden Der Eilzug 217 Freiburg ab 6150 Uhr kann nach allen Bahnhöfen bis Ottenburg und von dort nach allen Bahnhöfen über 100 km benutzt werden Der Eilzug 210 Freiburg an 21.12 Uhr steht zur Benutzung von Karlsruhe bis Freiburg frei Todtmoos. Vor kurzem brach in Todtmoos — Berghütte in dem Sägewerk des Johann Trötsdr- ler Feuer aus. das die Säge wie auch das Wohnhaus vollständig zerstörte. Der Brandschaden wird auf 40 000 RM gesdiäzt Ottenburg. Der Besitzer des weltbekannten Gasthofes zur „Sonne”. Kart Schimpf, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Jahrzehntelang war er ehrenamtlich als Stadtrat, Hospi- zienf des Andreas-Hospitals und als Stiftungsrat tätig. Pforzheim. Die Eisenbahndirektaoe Karlsruhe hat für den Wiederaufbau des für den Vertcehc zwischen der amerikanischen und französischen Zone wichtigen Enzviadulcts der Linie Pforzheim —Calw einen Bauzuschuß von 60 000 Mark genehmigt. Pforzheim. Aus einer Spende des Freistaates Irland verteilte das Rote Kreuz in Pforzheim Zucker an unterernährte Kinder, die bei den Sefeutapeto i Higep nicht berücksichtigt werden könne«. In 34 Landgemeinden wenden jeweils 20 unterernährte Kinder von der Zuteilung berücksichtigt. Heidelberg. Für Gastav Hartung, den ehemaligen Darm studier Generalintendanten und Schöpfer der Heidelberger Festspiele, soll ein Greismal geschaffen werden, für das in einem Aufruf geworben wird, der von sechs Freunden und Mitarbeitern Hertungs (Dfbelius, Goldschmit. riartsauö, Koehter-He,!ffrich, Radbuch, Stahl) unterzeichnet ist. Mannheim. Der Mannheimer Jugend wurde« vob der Standortverwaltung der amerikanischen Besatxungsarmee vier Jugendheime zur Verfügung gestellt. Mannheim. Zwei Eisbrecher wurden in den Hafenanlagen eingesetzt, um den Schiffen ausreichende Bewegungsfreiheit zum Löschen zu geben In Ludwigshafen liegen 88 Schiffe fest. Neottedt a. d. H. Zum Präsidenten des Ober- landgenkhts in Neustadt wunde Präsidia’direk- tor Dr. Ritterspedier ernannt. Seite 4 . Nr. 12 SDDKUBIEK Dienstag, 11. Februar 1947 Mit lächelnder Lässigkeit Vor den verschneiten Höhen des Wiener Waldes erstreckt sich Wien, eine scheinbar unversehrte Stadt, vom Steiaasdom überragt. Und doch ist Wien in allen seinen Vierteln schwer getroffen. Hier ausgehöhlte, geschwärzte Fassaden, deren Fenster in den Himmel oder auf verkohlte Balken gähnen, dort ganze Häuserblocks, deren Betonge- rüste oft mit unverhofften Eisenbilumen in exotischer Pracht ihre Menschenleere verhüllen, überall sauber aufgeräumte, verkehrsreiche Straßen zwischen namenlosen Trümmerhaufen, — besonders am Donaukanal und am Prater —, und mit Blumenbeeten ausgefüllten Bombentrichtern, dann wieder, breit und tief, lückenlose Strecken. Wie üblich umfassen solche Inseln nur das Häßlichste in kostbar-lächerlichen Rahmen, so das Rathaus in krassem Kontrast zu dem ausgebrannten Gerippe des gotischen Hauptschiffes des Stefansdomes, dessen Turm allein unversehrt blieb. Hie und da überragt ein grauer, strenger, fenstert oseT Hodibun- ker die hell beleuchteten Alleen und Ringstraßen ... Wiens edelste Bauten und Parkanlagen sind zum größten Teil verschont geblieben. Die Aufräumung ist beendet, wenigstens ftm wesentlichen, nun wird überall aufgebaut. Neue Hallen erstehen im zertrümmerten Westbahnhof, Gerüste umspannen Häuser und Werkanlagen wie riesige Netze, gesprengte Brücken werden in Eisenbeton ersetzt, geborstene Fensterscheiben sind fast restlos mit Holzverschalungen und Cellophan-Gucklöchern versehen. Die Straßenbahnen verkehren ohne allzu große Beanspruchung ... Auch das wiederum ist nur ein Teil der Wahrheit. Hinter den geflickten Wänden herrschen Kälte und Hunger. Die Kofalenvorräte reichen kaum zum allernotwendigsten Bedarf der lebenswichtigen Anlagen aus. Die Erdgasleitungen, die Wien versorgten, sind langst gefroren. Stundenlange Stromabschaltung verhindert jede Nachtarbeit und verkürzt die Tagesdauer, folglich auch die Löhne. Wenn auch kalorienmäßig die andauernde Aufbesserung der Zuteilungen einen Fortschritt bedeutet, wenn auch die berühmten Blechdosen der UNRRA überall verteilt werden und andererseits jede Kontroflbnacht" nach Kräften zur Linderung der Lage beiträgt, so ist doch die Unterernährung eine allgemeine Tatsache, die sich in zunehmender Säuglings- und Greisensterblichkeit, in Üeberfüllung der unzureichenden Spdtä'leT äußert Das Straßenbild ist kaum von Kindern belebt, nur Erwachsene eilen vorüber, | in bunten Uniformen, in Pelzmänteln, in abgetragenen, verblichenen Kleidern, Kriegsbeschädigte humpeln mühsam durch die Menge. All diese betrüblichen Erscheinungen der Nachkriegszeit haben keine sichtbare trostlose Verbitterung bei der Bevölkerung zurückgelassen. Im Gegenteil: die Sorgenbürde wird mit lächelnder Lässigkeit getragen — es gibt ja hin und wieder „Auswege” und „Vereinbarungen", die manches erleichtern — wenn auch die Polizei gelegentlich am Karisplatz ertragreiche Razzien ausführt Es kommt sogar vor, daß der „Schleich” genossenschaftlich innerhalb eines Betriebes organisiert wird, und daß ein Bevollmächtigter nach bestem Ermessen auskundschaftet, kauft und verteilt! Die üblichen Preise liegen immerhin sehr hoch, ohne jedes Verhältnis zu den durchschnittlichen Lohnsätzen. Um Mangelware zu erstehen, werden die wertvollsten Gegenstände unaufhaltsam getauscht oder verkauft, wie in Berlin. Nur ein« kleine Clique kann sich laufend amerikanische Zigaretten, portugiesische Sardinen, Schweizer Kaffee, ungarisches Geflügel, Allgäuer Käse, englischen Bacon, russische (!) UNRRA-Konser- ven leisten. Diamanten, Juwelen, Orientteppiche, preiswerte Möbel oder Kunstwerke jeder Epoche werden sogar in hübschen Läden, die oft in halbzertrüimmerten Häusern am Ring und in der Kärntnerstraße reizend aufgezogen worden sind, auch im Arlberg- Expreß von einer internationalen Bande Staatenloser verschoben. Luxuswaren sind für den Export bestimmt, werden aber ausgestellt und verkauft, wenn man über drei- und vierstellige Schilling- Summen verfügt, Gebrauchsgegenstände dagegen sind nur in Tauschzentralen erhältlich. Zu den buntesten Auslagen gehören zweifelsohne die Zeitungskioske, dank der Massenauflagen der verschiedensten Tages- und Wochenzeitungen, die in den vier Sektoren oder von der Bundesregierung lizenziert werden, und der Zeit- oder Fachschriften, deren jede nicht nur bestimmte Interessen und Strömungen widerspiegelt, sondern auch vier bis fünf Mal das gleiche Material in anderer Aufmachung bringt. Dazu die ausländische Presse... Zeitungen, Zeitschriften... also auch Bücher? Wären nicht der etwas paradoxe Mangel an Papier und andere interne Hemmungen, so hätten die neu aufgezogenen Verlage wie Globus oder Ullstein ihr beachtliches Programm schon durchsetzen können. Aus dem Ausland kommen die besten Bücher, die im British Council oder in der Iäbrairie Francaise größten Ariklang finden. Das politische Interesse findet also reiche Mit den Augen eines Arztes In Wiener Badeanstalten sind die Besucher laufend gewogen worden. Die „Weltpresse” berichtete kürzlich über die Ergebnisse. Danach war das Durchschnittsgewicht der Männer aller Altersklassen bei einer offiziellen Normalverbraucherration von 1200 Kalorien täglich vom März bis Juli ständig im Ansteigen begriffen- Es stieg um eirihaib bi« zwei Kilo und blieb von da an bis Oktober ungefähr gleich. Bei den Frauen fiel das Gewicht zwischen März und April tun 1 bis 2 kg, stieg dann aber mehr oder weniger stetig bis Oktober..Trotz der Einführung einer höheren Ernährungsquote sank das Durchschnittsgewicht der Männer und Frauen aller Altersklassen im November mit Ausnahme der männlichen Jahrgänge von 31 bi« 40 wieder leicht ab. „Diese Zahlen", so schreibt die „Weltpresse", „sind umso beachtlicher im Hinblick auf die Tatsache, daß die lange Rationierungsperiode auf der Basis von 1200 Kalorien täglich, mit nur kurzer Unterbrechung, auf den Sommer folgte, in dem die Rationssätze zeitweise bloß 800 Kalorien betrugen," Noch bemerkenswerter erscheint der „Weltpresse" die Tatsache, daß das Durchschnittsgewicht kn November nur ungefähr zwei Kilogramm unter den Gewichtszahlen in England lag. Zwar sei das Gewicht allein kein Maß- stab für Gesundheit und Widerstandskraft, und der Alarmhericht des Vizebürgermeisters Weinberger sei ein hinlänglicher Beweis hierfür. Aber die genannten Gewichtszahlen könnten den Wienern Hoffnung geben, auch diesen Winter noch zu überstehen. • Das Gewicht derer, die nicht in die Badeanstalt gingen, ist nicht bekannt geworden. Gewicht als Kriterium für den Ernährungszustand stammt ebenso aus der Mottenkiste der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts, wie Kalorienrechnung als Grundlage der Ernährung. Der Mensch besteht zu zwei Dritteln aus Wasser. Bei verbesserter Ernährung kann sein Gewicht dadurch zunehfrien, daß er Reisch und Fett ansetzt, das bis dahin vom eigenen Körper aufgezehrt wurde und deshalb zu einer Gewichtsabnahme führte — wollte er nicht verhungern. Durch ständige Drosselung der Zufuhr von Eiweiß kann man das Körpergewicht wieder steigern. Das wäre an sich erfreulich, wenn diese Gewichtszunahme nicht zustandekäme durch die Zunahme ... des Wassers. Wasser ist schön, wenn man Durst hat. Man kann in ihm aber auch ertrinken — ohne daß man von außen her naß wird. F. Möglichkeiten, rum Ausdruck zu kommen. Der allen Bevölkenmgsscbichten gemeinsame Wille zum Aufbau des neuen Bundesstaates paart sich mit den größten Meinungsverschiedenheiten und dem Bestreben jedes Alliierten, die Demokratie nach seiner Auffassung zu erläutern. Der Kernpunkt der Auseinandersetzungen bleibt die Entnazifizierung, die — je nach Standpunkt und Frau Roosevelts Aufgaben Im Oktober war m Parts am au&relisch&T Vorschlag zur Wahirnnsg der Menschenrechte als politisch imdirrdifübrbäir abgelebt! worden. Daraufhin hatte der Delegierte der Konferenz vorgesctolagen, vielleicht könne man wenigstens nach der UnterzekhmHig der Friedeosvertrage in gemeinsamem Einvers-tämtois einen Gerichtshof für Menschenrechte emseteen. Denn ohne jimfcs'fcrschen Schlitz würden doch die io den Friedensverträgen geforderten Menschenrechte leicht tote Buchstaben bleiben. Ein halbes Jahr bevor detr australische Delegierte diese Worte sprach, war Fratu Eleanor Roosevelt, die Witwe Franildim Deianos, Präsidentin der Subkommission für Menschenrechte des Sicherheitsrates der UNO geworden. Sie hatte bei ihrer Wahl erklärt, Geschäftsordnungsfragen seien ihr nicht besonders sympathisch, und hatte vor allem von ihrem Landsitz Vai-KiM Cottage bei Poughkeepssie, N. Y. im anmutigen Hudsonrta.1 aus im Dienste dieser Aufgabe gewirkt durch ihre „Tagebuchbllatter”, die seit Jahren die Spailten vieler amerikanischen Zeitungen füllen. In diesen Tagen jedoch hat die „first Lady" einen ausführlichen Entwurf vorgelegt, der für die ganze Welt gelten soll; m ihm werden For- derungen aufge-steftlt. die weit übeT die in der englischen, amerikanischen und französischen Verfassung garantierten Menschenrechte hinaus- gehen und jedem ein Minimum an soziaffem, wirtschaftlichem und kulturellem .Wohlstand sichern sollen. „Aber", so schreibt der »Thurgauer Volks- freund«, „kaum hatte die Kommission diese weitreichenden Pläne gehört, kam sie zu dem Schluß, daß es zunächst nähertiegende Dinge gebe." „Denn es hätten sdth in den Archiven Zuschriften aus aller Welt angehäuft, die sich bitter über Verletzungen der elementarsten Menschenrechte beklagten. In ganz kurzer Zeit seien rund 2000 Beschwerden eingegangen, und es gebe darunter „entsetzliche Anschuldigungen". Sie würden indessen zunächst geherimgehalten und sicher verwahrt; denn man fürchte, die Kläger könnten noch schwereren Verfolgungen ausgesetzt sein, wenn ihre Eingaben und Namen bekannt würden . . . Die Problematik der Reparationen Finnlands Not — Eine Warnung für die Zukunft Finnland ln Reparaflonsnöten. Dies ist mehr als mir eine rein finnische Angelegenheit, denn das nordische Land hat ads erstes seine Reparation Verpflichtungen auiferiegt bekommen und stellt deshalb bei aller Berücksichtigung der wirt- schaÄcfaen Besonderheiten doch eine Art Exempel im Bereich der mit Reparatiottssdiulden belasteten Länder unseres Nachkriegseuropas dar. 300 Ma3]. Dollar sind Finnland im Jahre 1944 als Reparationsleistung an Rußland auf erlegt worden. Da die Warenlieferungen jedoch zum Kurswert des Dollars aus dem Vorkriegsjahr verrechnet werden, ist infolge des finnischen Währungsverfalls der reale Wert der Schuld um vielleicht 40 Prozent höher. Es kommt hinzu, daß die Lieferveipflichtungen mir sehr begrenzt der Wirtschaftsstniktur des Landes Rechnung tragen, daß Holz und Zellulose, auf denen der Export des Landes in überwiegendem Maße beruhte. zurückgedrängt sind gegenüber Lieferungen der Maschinen- und Fertigwareiiindustrie che der Rohstoffeinfuhr bedürfen und deren Pro duktiousbasis nicht ausreicht. Neben diesen Re pairationsverpflächtuogen sind Wiedergut im a chungsleistungen verankert, die dem Ersatz und der Rückführung aller Werte dienen, die in den an Rußland abgetretenen karelischen Gebieten vorhanden waren Man wußte von Anfang an. vor allem in den neutralen Ländern, daß sich bald Schwierigkeiten ergeben müßten. Vor altera wegen der warenmäßigen Festlegung der Lieferungen. Die bisherige Entwicklung hat den Pessimisten recht gegeben Finnland hat zweifellos sein Bestes getan, um den Anforderungen gerecht zu werden, und die Tatsache, daß von Moskau aus keine Stimmen des Vorwurfes zu hören waren, sind mif ein Zeugnis für den guten Willen der Finnen. Rußland hat sogar in gewissem Maße den drängenden finnischen Wünschen auf Erleichterung Rechnung getragen, 1946 indem die Frist für die Reparationsleistungen von 6 auf 8 Jahre ausgedehnt wurde. Das russische Entgegenkommen ist freilich dadurch geschmälert worden, daß j Finnland, wie sich die „Times" jüngst berichten j Keß, auf Grund der Potsdamer Beschlüsse die ’ alten gegenüber Deutschland bestehenden Schulden (das ist in erster Linie die in den Kriegsjahren durch deutsche Lieferungen auf gelaufenen Clearingscbuld) auf Rußland zu übertragen hat, : und daß ebenso alle deutschen Werte in Fmn- } lamd an Rußland übergehen. Diese außerhalb i des Waffenstillstandsvertrages auf Grund der [ Potsdamer Beschlüsse sich ergebende Verpflich- \ tung dürfte die m den Moskauer Verhandlungen ! des vergangenen F^ühjahrs , erzielten Erlekhte- • rangen wieder entsprechend reduzieren. Ein'Versuch von finnischer Seite, auf der Pariser Konferenz die gesamte Reparationsfrage noch einmal anzuschneiden, blieb erfolglos. Der Friedensvertrag beläßt es bei den dreihundert Mill. Dollar. Das Jahr 1946 erbrachte einen Reparationsrückstand von 5 Müll. Doülar, die nun nachträglich erstattet werden sollen. Aber wie soll eine solche Leistung auf längere Zeit möglich sein, wenn bisher schon den normalen Lie- ferungsverpflich'tungen nicht Genüge getan werden konnte? Und wo werden sich auf weitere Sicht die Kreditgeber finden. die Finnland braucht, um seine Rohstoffeinfuhren für die Lieferungen an Maschinen- und Indubstriegütern , zu finanzieren? Schweden ist im ersten Nach- kriegsjahre ein williger Helfer gewesen, aber die an Finnland bisher gewährten Kredite sind längst eingefroren, und ihre kürzlich bekannt . gewordene Höhe von insgesamt 700 Miifl. schwedischer Kronen ist für weite Wirtschafts kreise eine Ueberra schling gewesen So kann es nicht wundernehmen, daß in Schweden eine gewisse Zurückhaltung spürbar wird Auf diesem Hintergrund stellt sich Finnlands wirtschaftliche Lage zu Anfang des neuen Jahres keineswegs ermutigend dar. Die Nöte des Landes könnten trotzdem ein Segen sein, wenn di« Welt daraus für die Reparationspolitik im gesamten europäischen Umkreis etwas lernen wollte Peter Axel. Neue Preissenkung in Frankreich ? Maßetab — schon oder noch nicht durchgeführt, verschwiegen oder leidenschaftlich übertrieben wird. Trotz aller Schwierigkeiten und Nöte verfolgt die österreichische Politik die Straffung der Einheit im Rahmen einer bundesstaatlichen Verfassung und verbindet sie mit der Aufnahme diplomatischer und wirtschaftlicher Beziehungen sowohl mit den Alliierten als auch mit den neu erstandenen Balkanländern. Eine andere Sorge der Regierung ist die Lösung des lästig werdenden Problems der Verschleppten, da die „D.P. wenig geneigt sind, in ihr Heimatland oder in eine geordnete Existenz zurückzukehren. Wie wesentlich auch die Politik sein mag, so tritt sie doch zurück vor dem allgemeinen Willen, nach siebenjährigem Verstummen, die Stimmen des In- und Auslandes wieder erklingen zu lassen: die der Dichter von Bergengruen bis Eluard, die der verschollenen oder unbekannten Komponisten, Hin- demith oder Schostakowitsch, die der Künstler wie Kuhin, Scholz und Picasso. Die Bühnenwerke der letzten Jahre ernten reichen Beifall in der „Insel" oder in der „Josefstadt." In glänzenden Fihmpremderen, zu denen man sich im Dunkeln lautlos durchkämpfen muß, zeigt jedes Land seine besten Schöpfungen. Und tatsächlich gehören diese Ereignisse dem allgemeinen Alltag, sie verhelfen dazu, dem Leben einen neuen Sinn zu geben. Inmitten seiner Verarmung und seiner Ruinen gelangt Wien wieder zu kulturellem Schaffen und Wirken. Vielleicht hat Wien der, sinnentrunkenen Reiz der Romantik — auch dessen Kitsch — verloren, doch im Bewußtsein, daß Nachtrauem den Geist vernichtet, wendet sich Wien der Gegenwart und der Zukunft zu. AT In Frankreich wind von Arbeiter- und Beam- ! tenschaft energi'sch eine Anpassung des Einkom- | mens an das derzeitige Preisnäiveeu gefordert, i Trotz der von Leon Blum durdigefü'hrtien Preis- : Senkungsaktion soll noch ein starkes Mißvpr- ! hältnis zwischen Preisen und Löhnen bestehen, i Die Kanfleute halben sich z. T. nacht an die Vor- j Schriften gehalten und die Preise weiter erhöht, j Vor allem hat sich die Lebensmi ttelverso rgting | in den letzten Wochen weiter verschlechtert und I der Mangel an Kohlen und Brerarmraferia'l hat i die Versorgungskiise weiter verschärft. Das Ka- I binett Ramadier soll eine neue Preissenkung i um 10 Prozent bereits vot Anfang März beab- j sichtigen und darüber!«naus Preise, die ÜbeT j das Achtfache des Vorkriegsniveaus gestiegen ! sind, revidieren. Man schein* entschlossen zu , sein, die Preissenkungsaktion unter allen Um- j ständen fortzuführen und so das Realeinkommen J der Arbeiter zu erhöhen. Leon Blum richtet in j Zeitungsartikeln einen Appell an die Oeffent- ! iichkeit, daß die gleichzeitige Durchführung von ■ Preisermäßigungen und Lohnerhöhungen zum : Ruin der Wirtschaft führen müßte. | Neue englische Strumpfmaschine ! Eine neue englische Stsrumpfmaschine. die : gleichzeitig 16 Paar hochklassige Strümpfe in I einer halben Stunde her stellt soll von der eng- ! tischen Strumpfindnstrie eingefiihrt werden. Man j wif! damit England zu einem Großproduzenten j am Weltmarkt machen, will die Einfuhr von 1 Strumofmaschinen aus Amerika sparen und darüber hinaus die englische Industrie sogar zu einer Strirmpfma'schine.nausfuhr entwickeln. Deutsche Geschäftsleute in die Schweiz? Wie die Schweizer Zeitung „Die Tat" mit- : teilt, wurden zwischen der britisch-amerika™- \ sehen Zone und der Schweiz Verhandiungen ■ durchgeführt. in denen die EinreiseeTthubnis deutscher Geschäftsleute in die Schweiz erörtert wurde Einheitliche Sozialversicherung in der russischen Zone j Del Präsident der deutschen Zentralverwaitung ! für Arbeit und Sozialfürsorge in der russischen Zone erklärte auf einer Pressekonferenz daß in der Sowjetzone seit dem 1 Februar eine ein- hestMche Sozial verskherang sordnu ng gelte Die Mindestrente wurde auf 40—45 RM erhöht, feiner wurden die Leistungen für Familien- und Schwangerenfürsorge, sowie Gesundheitsfürsorge verbessert Teilienten bei Unfall sollen schon bei 2! Prozent der Arbeitsunfähigkeit gezahlt werden Ein Fünftel der Beiträge für Sozialver- j Sicherung . werde ziut Arbeitslosenunterstützung j und Umschulung von Arbeitslosen verwendet. Rund 90 Prozent der Gesamtbevöikerumg der russischen Zone sollen von der Sozialversicherung erfaßt sein Protest Konstanzer Gewerkschaften Der Gewerkschaftsausschuß Konstanz begrüßt die Haltung der Nürnberger Gewerkschaften, die in ihrer Protestkundgebung anläßlich des Bom- benattentats auf die Spruchkammer die Enfschlos senheit zum Ausdruck gebracht halben, den Bestrebungen reaktionärer Kreise, durch Attentate und Terrorakte die demokratische Entwicklung zu stören, den entschiedensten Kampfwillen der Arbeiterschaft entgegenzustellen Er erklärt mit , allem Nachdruck, daß er in seinem Bereich solchen Bestrebungen mit der gleichen Emtschlos- : senheit begegnen wird und ruft alle Werktä- : tigen zur Wachsamkeit und Kampfbereitschaft . auf Kurzmeldungei Die Fa. WinterhaldeT G.m.b.H. Will in Buhier- : tai einen Betrieb zur Herstellung von ! Uhren. feinmechanischen u. handwerklichen , Erzeugnissen errichten. . Nach einer Mitteilung, der Wirtschaftsabtei- iung dei Militärregierung ist der Viehbestand der amerikanischen Besetzungszone trotz der durchgeführten Kampagne zur Sicherung des : Brotgetreides und Kartoffeln für die. menschliche ! Ernährung angewachsen. Der Schweinebestand : erhöhte sich innerhalb eines Jahres um 17,8 Pro- ; zeit der Rinderbestand um 1,5 Prozent und deT j Ziegenbestand um 5,5 Prozent I Die österreichische Sdiuhmdust r'i'e ' hat durch die Schweizer Schuhindustrie den ersten Lohnaufttag zur Anfertigung hochwertiger Herrenschuhe erhalten Der in Rohmaterialien gezahlte Arbeitslohn wird zur Produktion von | rund 40 000 Paar Schuhen für den IniandveT- brauch verwendet werden können Italien führte 1946 1,7 MiM. kg Seide aus. Die bei weitem größte Menge wurde mit 938 500 kg nach den USA exportiert. Weitere Lieferungen gingen nach Großbritannien, Frankreich, Schweiz und Aegypten. SÜDKURIER ! Verantwortlicher Redaktionsausschuß: Hermann | Dörflinger (CSV) Rudi Goguel (KPD) Herbert Goldscheider (SPD! Friedrich Munding (DP) ' Hermann Fiebing — Verlag Südkurier-Verlag I GmbH — Druck: Druckerei Konstanz Fiscbmarkt 5 I Für unverlangt eingesandte Manuskripte über- 1 trimmt die Redaktion keinerlei Ha ft und KONSTANZ etabrifteater Konftani. Dienstag, 11. 2.. 18 Uhr (au«, Bbonn.) „Die Entführung «as kt* 5et«U“ ». Biojari. — Siiri« noch. 12. (fett.. 18 Itfir (2. £tj. I) .Babel“ n. ©ünther Weiicr.'oorn. — Donnerstag. 18. Sehr., 18 Ui»r (2. Stj. II) „8«6el“. — greifas. H 2, 18 Ute (2. Sri. ni) „Batet“. Reine teletcmijcfjett BeileHungeR. lei. Salle (nur für ausm.) 1885,_ S»lt9t»4ict«Ie Sorftanj. 3n unieiem Stunicnplar. finb leiber (»Igenbe Äen« »eräugen nötig geiuoiten: 1. Die Bor« Itiungen »on proi. Dt. Sfrün über Dank unb iianjoftidte Hufftärur.gs, literatur fallen bis auf meiteies aus. 2. Die Sotlejuitg t>»n Dit>l.»3ng. Da« bei fällt bis auf toeitetes aus. 3. cjrau Dt. S. Silberling lieft am Donners« tag. 13. §ebr„ um 20 Ubl, in bet 3ti’ebiicö=£uiien«Sci)ule ifrtc legte Soi* lcjung über 9BUßelm Baabe. 4. t>e:r S. Suttntfi lieft am Donnerstag, 13. gebt, non 20—21.46 Uifi im »atmen feiner Socleiung über B3otogzan8:e über bas Xfftma: „Äleinbilbfotogra, f.e“. 5. DU Sorlejuna non Dctnn Siono. Sebafieur K. (Sognet mirb cuf einen ipäteren jjeitpunft oerlegt. 6. Sßir machen noch einmal barauf auf« mctliam, baj Sämtlich« Borteiungen - ■foinett cm Stunbenplan nicht ansbrüd« lieh ehoas anbeies angegeben mith in ber <5rUbrieh r £uijen='cdtUie ilßtlicu. btn. Der Suratoi, _ fcloei«. Donnerstag leRimats: W«baute Curie. (Eine padeitbe gilmgejdfühte, ber bas Erleben einer gtoBtn grau uns gorjeherin 3nhalt gibt. Ein amerifsni« ilher gifm mit beutjehen Unkrteritn, mtt ©teer ©atcon, Bobert ÜBalfet, Ulbert Baijermaim. Kargtet E’Brten n. a. Sugenbfiei! Xägtiih 16, 17.30 u. iiO lUrt. Soroerlauf rtihennum. Bläh* tSfl* Iiä) ,ab 16 Uhr. t«k»il. Bach bis tinichl. Donnerstag: „Sie Sanne hoi i**et r«*t“. Sine reijenb« Eteiesgeichiehk, ber bie berrK« che Stimme Sinn Äeitis heftmbeten Seij nerleihl — ein franä. Silm mit betrügen Unterteilen. 3ugenbfrei ab 14 3abte. täglich 15.30. 18 n. 20.30 Uhr. Boroerfairf teiheitntem. frlagr lä gt, ab 16.80 Uh r.__ ~®ie Bchufttanke“ Seftion ffiolmart«, nen oeranrtaHet am Samstag, 16. 9«* btuat, 19.30 Uhr. in ber „ff.nbe“ eilten Sfichtbilbernerteag (gntbairfnah« Hk») „Boot Schmarpnatb jutn Bobern jie“. Säfte »iKfommen. Eintritt frei. GESCH. EMPFEHLUNGEN Ein» unb BusfuhebeoiSigungen non u. nach ber Schmeis merben bei ben 3 b’ ftänbigen fron;. Beljörben erlebig!, ebeitfo alk Safttage anbeter Sri burth 3nfaffo«Büro JJlaj Dietrich, Baben« Baben, Eichtentalerftr. Sr. 4. 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Äutb §anbels=, 3n* öirttrieri ober lanbro, Hmernebmcn an< gtnebm. Sigene Sibteibmai^ine u. Sommerte oorijanben. 3ui(bt. unt. Sit. 3307 an SBerbettommel. Sunebuxg. Ralf «an«, 27 3., erfahren in auen faurmannii^cn Spurten, Crganifations* и, SSerbanblungstalent, in Äunbemoei* bung bemanbert. yuleöi jtnirnalirti'tti unb tebattioneU tätig, ©üni'dji iid) äu oeränbern. SJcrl-ag ober ^ »onugi. 3 u;^r. mit Angabe ber ©e-- baltsböbe unter 90 392 €ubi. Äonitan^ CbergärtnerpBjttn non d9jäbr„ ber in allen iadjatäntriidien Srbetien, raroie S^euanlage eines ©artens be^ens be* manbert ift. gej. ©citenfrauidiule, Sn- u. äuslaRbsprarfs. S^loß, Snftirut ab. Stabtgärtnetet beuorjugi. 3uid>r. um. 17 811 efibfuriet Äonftanj. Santo. Selontär, 20 Z.. grog. ftarf. bereits ein 3aJ^t gelernt, mit allen Unb®. Arbeiten fomie 2Raiin, iudjen Stellung tn §aurfralt. ^nter 60 523 Sfibfuriet Äanftanj. 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