FOTDRHeVeStK SUDKURIER 3. JAHRGANG • TAGBLATT FÜR BODENSEE ■ SCHWARZWALD UND DAS OBERE DONAUGEBIET • NUMMER 13 Erscheint Dienstag und Freitag. Adresse; Konstanz. Rosgartenstraße 12 Telefon-Anschlüsse: Redaktion und Verlag Nr. 924, 925, 1130, 1510, 1511 «£z~wTtrC'T'A\[7 f D P I Ti r 1 A 17 P D P TI A D 1 Q A *7 Einzelpreis 20 Pfg. Abonnement bei der Post 1,74 M., durch Träger 1,60 M. MliHaiAiHÄ * K tl 1 Air R rUJJKUAlt Anzeigenannahme durch alle Geschäftsstellen und Agenturen des Südkur-e: Berliner Spiegel Telegramm unseres A. G. - Korrespondenten Berlin. Berlin bietet heute das beste Spiegelbild für die Beziehungen zwischen Alliierten und Deutschen. Seit Wochen ist der Ton von Erklärungen alliierter Persönlichkeiten in Berlin zwar stark gereizt, aber auch von dem Bemühen gekennzeichnet, einen Ausgleich zu schaffen. Oberst Howley, der Chef der amerikanischen Militärregierung in Berlin, erklärte: „Seit Dezember hat sich die Lage Berlins außerordentlich verschlechtert. Daran ist auch das Ausbleiben der Hausbrand-Kohlenlieferungen aus der Sowjetzone schuld, obgleich die Russen in fester Abmachung 100 000 Tonnen Briketts monatlich zugesagt haben. Die Amerikaner und Briten liefern dafür Stahl." Erklärungen dieser Art haben eine starke Wirkung auf die Berliner Oeffentlichkeit, zumal die Kohlennot jetzt auch alle Berliner Betriebe erfaßt. Die Zahl der Todesopfer infolge Erfrierung steigt. Täglich sind es zwei bis drei. Bis jetzt sind bereits hundert Fälle gemeldet. Diese Notlage wirkt auch verschärfend auf die politischen Debatten. Die Diskussion um die Uebernahme der Berliner Siemensbetriebe durch die Engländer hat ihren Höhepunkt mit der Sonderkonferenz der SED erreicht, in der die Referenten nachzuweisen suchten, daß Siemens ein Kriegsverbrecherkonzem sei, der in die Hände des Volkes gehöre. Großes Aufsehen bei der Berliner Bevölkerung hat eine Veröffentlichung im englisch lizenzierten „Sozialdemokrat" über „Gestapo-Methoden" in der Sowjetzone hervorgerufen. Unter der Ueberschrift „Mordanstifter auf Ministerposten” wurde ein Justizskandal in Halle enthüllt; aber wesentlicher als die Enthüllung selbst, deren Nachprüfung noch nicht erfolgt ist, erscheint die Atmosphäre gegenseitiger Anschuldigungen und Verdächtigungen, die eine einigermaßen einheitliche Politik fast unmöglich macht. In dieser Situation ist aber eine Verständigung über gewisse Grundlinien einer einheitlichen Politik immer rmentbehrlcher, da insbesondere die russischen Vorschläge über die Gestaltung der deutschen Verfassung mindestens eine Aussprache sämtlicher Parteien aus ganz Deutschland erfordern. Nach persönlichen Informationen sind auch bereits die Vorbereitungen für eine derartige Aussprache im Einvernehmen mit den Militärregierungen eingeleitet. Nach der Spandauer Brandjcatastrophe Berlin. 102 Vermißte sind bisher als vermutliche Opfer der Spandauer Brand- katastrophe bei der Kriminalpolizei namhaft gemacht worden. 81 Leichen wurden bisher aus den Trümmern des in der Nacht zum Sonntag ausgebrannten Cafes Loefoel geborgen, während sich in vier Spandauer Krankenhäusern noch insgesamt 40 Schwerverletzte befinden. Trans- Protestnoten gegen die Friedens Verträge Demonstrationen in Italien — Auch Jugoslawien nicht einverstanden portfähige Verletzte wurden inzwischen entlassen oder in andere Krankenhäuser j tagte sich dann die Versammlung für gebracht I Minuten Paris. Fünf von den Staaten, die die Verträge unterzeichnet haben, darunter drei ehemals feindliche, haben Bidault zur Weiterleitung an alle Signatarstaaten Schreiben ihrer Außenminister übermittelt, in denen die Gründe dargelegt werden, aus denen die von ihnen Unterzeichneten Verträge sie nicht befriedigenn. Ungarn, Bulgarien und Rumänien erklären fast auf dieselbe Art, daß gewisse Vertragsklauseln ungerecht und daß andere, besonders die wirtschaftlichen Klauseln, für ihre Wirtschaft äußerst kostspielig sind. Bulgarien beklagt sich, daß man ihm nicht die Eigenschaft de« „Mitkriegführenden,, zuerkannt habe, obwohl es doch ab September 1944 an dem Kampf gegen Deutschland teilgenommen hat. Es protestiert auch dagegen, daß ihm weder ein brauchbarer Zugang zum Aegäischen Meer gegeben, noch Westthra- zien „zurückerstattet" wird. Rumänien beschwert sich, obwohl es will, die Vertragsbedingungen loyal auszuführen, ebenfalls darüber, daß seine Schuldforderungen an Deutschland nicht anerkannt worden sind. Griechenland endlich beschwert sich darüber, daß keine Berichtigung «einer Grenze vorgenommen worden ist. während beispielsweise Bulgarien mit einer ansehnlichen Gebietsvergrößerung (Dobrudscha) aus dem Krieg hervorgehe. * Rom. In der italienischen Hauptstadt demonstrierte die Bevölkerung gegen die am vergangenen Montag erfolgte Unterzeichnung des Friedensvertrages in Paris. Bei Beginn und Beendigung der Arbeitseinstellung ertönten Sirenen. Auf der Piazza Venezia hatten ehemalige Soldaten und der allgemeine Art)eiterverband eine Massendemonstration ein'berufen. Kränze mit der Inschrift „Den Märtyrern Italiens” wurden am Grabe des unbekannten Soldaten niedergelegt. Fahnen und Banner von den Städten, die nach den Bedingungen des Vertrages an Jugoslawien fallen, wurden durch die Straßen getragen. Alle Schulen wurden zum Protest geschlossen. Demonstranten belagerten die jugoslawische Gesandtschaft in Rom. Dabei kam es zu Zusammenstößen, wobei eine Person getötet wurde. Der italienische Außenminister Graf Sforza erklärte vor der verfassungsgeben- dcq v<*r?~mmlung, daß es dem italienischen Vertreter bei der Unterzeichnung in Paris erlaubt worden sei, ein Schreiben vorzulegen, welches darauf hinweist, daß die Unterzeichnung des Vertrages durch Italien der Billigung durch die verfassungsgebende Versammlung unterliege. Als Protest gegen die Unterzeichnung ver- 30 Von Berlin. „Die Scheuerfrauen sehen jtets aus, als wollten sie uns ihre Wischlappen um die Ohren schlagen”, sagte ein paar Wochen nach seinem Amtsantritt einer der leitenden Männer der Berliner Stadtregierung. Und er deutete damit eines der Probleme an, die für Berlin am schwersten zu lösen sein werden: Die Heftigkeit des innerpolitischen Kampfes in dieser Stadt, verschärft dadurch, daß Verhalten und Verfahren jeder der vier Besatzungsmächte einen besonderen Anschauungsunterricht über vier Kultur- und Weltanschauungen liefert, hat tiefe Klüfte innerhalb der Berliner Bevölkerung und der Wählerschaft aufgerissen. Politik wird, wenn auch nicht unbedingt von den überlegenene leitenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, so doch von einem großen Teil der breiten Massen hier schon wieder mit religiöser Inbrunst empfunden. Die größte und maßgebende Partei sind die Sozialdemokraten. Sie stellten den Präsidenten des Stadtparlamentes und den Oberbürgermeister. Dr. Suhr ist ein hoch- begabter. mit großem Wissen ausgestat- teter Wirtschaftspolit^cer, der durch lange Zeit Berliner Mitarbeiter der Frankfurter Zeitung war. Dr. Ostrowski ist Philologe, dessen lange Auslandsaufenthalte und dessen Sprachkenntnisse in der Viermächtestadt sehr wesentlich sind. Ueber Parteien und über Stadtregie- rnng steht schließlich die Stadtkomman- dantur. Und sie hat v>r Häupter mit vier verschiedenen Weltanschauungen. Als kürzlich der Chef der amerikanischen Berliner Militärregierung. Oberst Howley. die deutsche Presse empfing, kehrte bei der amerikanischen Darlegung der eigenen Hauntmeinung die Wendung wieder: Das Die schwierige Stadt unserem A.-G. - Mitarbeiter Vernehmung festgehalten werden darf, weil' man Bagatellverbrecher nicht auf die Hochschule der Gewohnheitsverbrecher ins Gefängnis gehen lassen möchte. In anderen Sektoren besteht eine solche Verfügung nicht. Und so wachsen nach vier verschiedenen Methoden die jungen Leute in Berlin auf: In den westlichen Sektoren mit einem höheren Schulwesen, das mit der Sexta beginnt, in anderen Sektoren nach der Methode Einheitsschule, wie sie für die Ostzone geschaffen wurde. Werden die Schwierigkeiten dieser Stadt sich dadurch steigern, daß innerhalb der Jugend schließlich auch geistige Sektorengrenzen entstehen? Die wirtschaftlichen sind, so erklärte die amerikanische Militärregierung, nicht zu überwinden, solange es innerhalb Deutschlands Zonengrenzen gibt. Schuhe für Berlin oder Textilien für Berlin produzieren die russische und die amerikanische Besetzungszone. So wären auch die Sektoren Berlins, die sich in den Händen dieser beiden Mächte befinden, mit Schuhen bedacht worden. Die anderen gingen leer aus. Denn der Tauschverkehr, eine typische Erscheinung des Berliner Stadtlebens, ist zum Grundgesetz auch der Viermächte-Regierung dieser Stadt geworden. Aber was, so fragte Oberst Howley, soll etwa die amerikanische Zonenregierung im Austausch für Kohle der britischen Zone oder Lebensmittel der russischen Zone bielen? Bayern wirft nicht genügend Lebensmittelzuschüsse ab. Und wenn man in normalen Friedenszeiten, wie Oberst Howley scherzhaft meinte, zum Ausgleich bayerischen Ferienaufenthalt für Rheinländer. Mecklenburger oder Brandenburger bieten könnte, so gilt solches Entgegenkommen heute nicht als ausreichendes Kompensationsobjekt. Eine schwierige Stadt also, von welcher Seite man das Problem Note des Außenministers Rom. Der italienische Außenminister Graf Carlo Sforza hat den alliierten Nationen die an der Ausarbeitung des italienischen Friedensvertrages mitgearbeitet haben, eine Note zukommen lassen. In der Note wird erklärt,, die italienische Regierung wünsche durch die Unterzeichnung zu beweisen, daß sie redlich den schmerzlichen Tatsachen als dem einzigen Weg, einen konstruktiven Frieden in der Welt zu beschleunigen, ins Auge sieht. „Wir mögen alle sehr wohl die unzähligen Fehler der Vergangenheit zugeben,“ erklärte Sforza abschließend, „aber die Ungnade, in die dieses Volk bis zum Augenblick der Unterzeichnung gefallen war, war sehr schwer, daß wir alle als Italiener und Weltbürger eine Revision dessen erwarten, was das Leben von 45 Millionen Menschen, die auf einem Boden leben, der sie unmöglich ernähren kann, auflösen oder vergiften könnte.“ Belgrad. Der jugoslawische Außenminister übermittelte dem französischen Außenminister Bidault eine Erklärung zur Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Italien, in der es u. a v heißt: Die jugoslawische Regierung bedauere, daß die jugoslawischen Forderungen nicht in befriedigender Weise zum Ausdruck gebracht worden seien. Besonders sei Jugoslawien mit den territorialen Regelungen unzufrieden. Die jugoslawische Regierung müsse einen Vertrag unterzeichnen, der die nationalen Interessen Jugoslawiens auf das tiefste verletze. „Das jugoslawische Volk nimmt diese schweren Opfer nur auf sich, weil es in der gegenwärtigen Stunde keine Verantwortung übernehmen will, die Schaffung des Friedens unter den Nationen zu verhindern.” Finnland nimmt an Helsinki. Ganz Finnland hatte zur Unterzeichnung des Friedensvertrages Flaggenschmuck angelegt. Der finnische Staatspräsident gab anläßlich der Abreise des Chefs der sowjetischen Kontrollkommission ein Abschiedsessen. — Fragen, welche die finnischen Reparationsleistungen an die Sowjetunion betreffen, werden in Zukunft von der sowjetischen diplomatischen Vertretung in Helsinki bearbeitet werden. Botschaft des britischen Außenministers An die ehemaligen Feindstaaten London. Der britische Außenminister Bevin hat den Völkern, die während des Krieges auf seiten der Achsenmächte gekämpft haben und deren Vertreter am Montag in Paris ihre Unterschrift unter die Friedensverträge leisteten, eine Botschaft der - Hoffnung und des guten Willens übermittelt. Bevin wendet sich an das ungarische, italienische, rumänische und bulgarische Volk: „Dem ungarischen Volk möchte ich sagen: Der Krieg ist über ihr Land hinweggegangen und hat ihre Hauptstadt in Trümmer gelegt Sie haben jedoch mit Mut und Entschlossenheit bereits begonnen, ihre Städte und Dörfer wieder herzustellen und ein neues, schöneres Budapest aufzubauen. Wir in Großbritannien beobachten ihre Bemühungen mit Anteilnahme und wünschen ihnen den Erfolg, den ihre Arbeit verdient.“ „Dem italienischen Volk möchte ich folgendes sagen: 19 Jahrhunderte lang hat es zwischen der Bevölkerung unserer Insel und ihrer Halbinsel keinen Streit und keinen Krieg gegeben. Die heute erfolgte Unterzeichnung dieses Vertrages bedeutet den Abschluß dieses tragischen Abschnittes und die Wiederherstellung freundschaftlicher Beziehungen, wie sie von altersher bestanden haben Trotz des faschistischen Zwischenspieles, das hoffentlich für alle Zeiten begraben ist. können wir wohl daran erinnern, daß die italienische Tradition von Freiheit und Demokratie und der Solidarität mit den friedenliebenden Völkern der Web niemals wirklich erloschen war. Im letzten Abschnitt des Krieges sahen wir das wahre Italien, jenes Italien, das den Geist Mazzinis und Matteottis in sich trug, erwachen und sich erfolgreich gegen den Nazismus auflehnen.“ „Dem rumänischen Volk möchte ich sagen: Wenn sie freundschaftlich mit ihren Nachbarn und den anderen Völkern der Welt Zusammenarbeiten, dann tragen sie zu jenem schöneren und sicheren Leben bei, das die wahre Grundlage eines bleibenden Friedens ist.“ „Dem bulgarischen Volk möchte ich sagen: Nachdem nunmehr der Friedeniver- trag unterzeichnet ist. können auch sie zu jenem schöneren und sicheren Leben, das die Grundlage eines dauerhaften Friedens ist. dadurch beitragen, mit ihren Nachbarn und den Völkern der Welt in Freundschaft Zusammenarbeiten.“ In einer besonderen Botschaft an das finnische Volk erklärte Außenminister Bevin: „Dieser Vertrag gibt Finnland seine frühere volle Freiheit und Unabhängigkeit zurück und kennzeichnet damit ein wesentliches Stadium im Wiederaufbau und in der Neubildung Europas. Wir begrüßen Finnland nun in der Gemeinschaft der Völker und wünschen eine baldige Wiederherstellung jener Beziehungen, die wir vor dem Kriege mit dem finnischen Volk unterhielten.“ 99,29 Prozern M o 6 k a u. Der Moskauer Rundfunk gibt als endgültige Resultate der Wahlen für den Obersten Sowjet der Sowjetunion folgende Zahlen bekannt: Eingeschriebene Wähler: 59.391 191, abgegebene Stimmen: 59.341 928, d.h. 99,95 Prozent. Für den Block der Kommunisten und Parteilosen: 58.918 779, d.h. 99,29 Prozent. Gegen den Blöde: 420 359. d.h. 0,71 Prozent. Ungültige Stimmzettel: 2790. Offiziellen endgültigen Berichten zufolge ist Generalissimus Stalin einstimmig zum Abgeordneten in die Obersten Sowjets von folgenden Sowjetrepubliken am Sonntag, 9. Februar gewählt worden: Ukraine, Bjeloruß- land, Georgien, Armenien, Asserbeidschan und Litauen. Paris wieder ohne Zeitungen Paris. Paris ist zum zweitenmal in diesem Winter ohne Zeitungen. Außer den Druckern und Journalisten ist das gesamte Zeitungspersonal vom Botenjungen bis zum Kassierer in den Streik getreten. Alle Stenotypistinnen und das Personal, das den Zeitungsvertrieb besorgt, streiken, und die Telephonzentralen aller Zeitungen haben die Arbeit eingestellt. Die Zeitungen haben den Journalisten rückwirkend eine 12 j/prozentige Gehaltserhöhung bewilligt. alle übrigen Arbeiter und Angestellten aber unberücksichtigt gelassen — daher der Streik. Inzwischen drohen auch die Post- und Telegraphenarbeiter, am Freitag von 4.00 Uhr nachmittags bis 8.00 Uhr abends in den Streik zu treten. Deutschland leidet am meisten Hunger (Von unserem G. L. - Korrespondenten) ist meine Auffassung, aber es ffibt andere i auch anfassen maq. Aber zugleich eine Stadt, Auffassungen, über deren Richtigkeit sich ' die in der Verschiedenartigkeit des Schul- Picht cf-nei+en laßt. Xm amerikanischen Unterrichts, die in den Hemmungen gegen ,- iinni^r Jugend” 'her länger als 48 Stunden ohne Spiegelbild deutscher Schwierig’ -eiten wr-V München. Ueber die Besprechung Herbert Hoovers in Stuttgart mit den Emäh- rungsministern der amerikanischen und britischen Besatzungszone berichtete in einer Pressekonferenz der bayerische Er- rährungsminister Dr. Baumgartner. Der ehemalige amerikanische Präsident habe seine bisherigen Erfahrungen in der europäischen Ernährung in dem Satz zusam- gengefaßt: „Ich glaube auf Grund der Untersuchung, daß bis jetzt in Deutschland die Ernährungslage niedriger ist als in sämtlichen Staaten Europas.” Ihm sei vor allem die Unterernährung der deutschen Schuljugend und der Studenten aufgefallen, in deren Händen das zukünftige Geschick Deutschlands liegen werde. Hoover habe versprochen, sich besonders für eine der Emährungslage der britisch-amerikanischen Zone hingewiesen worden, die noch dadurch gesteigert seien, daß auf diesem engen Raum jetzt über 40 Millionen Menschen leben müßten. Ernste Bedenken seien von deutscher Seite gegen die Verminderung des Viehbestandes vorgebracht worden, durch die eine Besserung der Fettversorgung in der Zukunft gefährdet werde. Neue Maßnahmen seien einzuleiten. 7,5 Prozent des Viehbestandes müsse aus Futtermittelmangel geschlachtet werden. Nur 10 Prozent des früheren Normalverbrauches (24 kg pro Person im Jahr) können zugeteilt werden. Dringend müssen eingeführt werden: Brotgetreide, Saatgut und Düngemittel. Schweden habe bereits als Besserung der Ernährung dieser Jugend i Kompensation Fett gegen Kohle angebo- einzusetzen. I ten. Für 180 Millionen Reichsmark seien Von den Ernährungsministem sei Hoover | landwirtschaftVnhe Geräte und Maschinen im einzelnen auf die Schwierigkeiten in notwendig. Schicksal im Osten Von Dr. Robert Winzer Aus der scheinbaren Ruhe um das Jah resende ist da« Problem der Grenze im deutschen Osten durch die Londoner Konferenz wieder an die erste Stelle der internationalen Politik getreten und stellt die umstrittenste Frage dar, die im Lancaster House zur vorbereitenden Lösung gebracht werden soll. Der polnische Delegierte hat ein Memorandum eingebradit, in dem Polen weitreichende wirtschaftliche, territoriale und politische Ansprüche an Deutschland erhebt. In dem Memorandum wird die Oder-Neiße-Linie als die neue deutsch-polnische Grenze bezeichnet und darauf hingewiesen, daß Polen sich vorbehält, einen genauen Vorschlag über den Verlauf dieser Grenze zu unterbreiten. Washington hat am 6.2. in einer Antwort auf die Ausführungen des neuen polnischen Botschafters in London mit aller Deutlichkeit betont, daß die Grenzziehung an der Oder- Neiße-Linine »ach Wortlaut und Sinn des Potsdamer Abkommens eine vorläufige sei und die Festsetzung der endgültigen Grenzen Deutschlands im Osten der Friedenskonferenz Vorbehalten ble'ibt. Demgegenüber vertrat Molotow in seinen Erklärungen und auch Stalin in dem bekannten Interview die Auffassung, daß durch die polnische Besetzung Tatsachen geschaffen seien, die nicht mehr geändert werden gönnen. Die Stellung Polens in dieser Frage ist eindeutig; welche Gesichtspunkte hierbei auch eine Rolle spielen, ergibt sich aus her Erklärung des polnischen Wirtschaftsministers Hilary Mine gegenüber einem Vertreter der Schweizer „Weltwoche" im August vergangenen Jahres: „Vor dem Krieg betrug der Wert unserer jährlichen Industrie- und Bergbauproduktion pro Kopf der Bevölkerung 215 Zloty, sie wird sich, wenn wir alle Werke innerhalb der neuen Grenze wieder in Gang gebracht haben, um 96 % auf 423 Zloty steigern. Unsere Kohlen- produktion wird um 100 Millionen Tonnen pro Jahr anwadisen. Der Verlust der Petroleumquellen im Osten wird dadurch 25 fach aufgewogen. Die Leistung unserer Webereien steigt um 60 %, die der Leinenindustrie um 250“/«. Wir werden 60“/« mehr Zucker, 30 % mehr Zement, 40 % mehr Eisen und 100 % mehr Stahl produzieren. Die größeren Städte unserer verlorenen Ostgebiete boten Raum für 700 0000 Einwohner, die der gewonnenen Westgebiete, für eine Million mehr. Kurz, die Gewinn- und Verlustrechnung ergibt' eine geradezu ideale positive Bilanz, so ideal, daß manchen Polen yor der Götter Neid zu grauen beginnt, vielleicht ganz zu Unrecht." Ob und inwieweit sich die Hoffnungen durch die neugewonnenen Kapazitäten bei der wirtschaftlichen Struktur und dem Bevölkerungsaufbau Polens verwirklichen ließen, müßte offen bleiben. Einstweilen hat da« Wort von den blühenden Distelfeldern und den rauchlosen Schloten die Runde nicht nur durch die deutsche Presse gemacht. Nach vorliegenden Meldungen ist nun von amerikanischer Seite ein Plan ausgearbeitet worden, durch den die deutschen Grenzen bis zu 150 Kilometer nach Osten verschoben werden sollen. Wie es heißt, soll die USA bei den Friedensverhandlungen einen Plan vorlegen, der auch von England unterstützt wird und vorsieht, daß Polen die Industriegebiete Schlesiens, ferner Westpreußen mit Danzig und Ostpreußen - soweit es nicht Rußland zufällt - endgültig zugesprochen werden, während die übrigen Teile zurückerstattet werden. Begründet werden die angloamerikanisdien Vorschläge mit der Feststellung, daß Polen als Agrarland in jedem Falle über genügend Boden für seinen eigenen Bedarf verfügt und bereits heute wieder in der Lage ist, Lebensmittel auszuführen, während Deutschland durch die Grenzziehung auf kostspielige Einfuhren angewiesen ist. Die „Prawda" hat in einer der letzten Nummern in einem Leitartikel heftig gegen diesen Vorstoß Stellung genommen und erneut den russischen Standpunkt unterstrichen, daß der bestehende Zustand als endgültig zu betrachten ist und als Begründung u. a. auf Verschiebungen von Volksteilen verwiesen, die teilweise fast 1000 Jahre zurüddiegen. Das Problem des deutschen Ostens ist vielmehr ein wirtschaftliches und hat so gewaltige Ausmaße, daß seine Lösung eine Schicksalsfrage für unser ganzes Volk und gleichzeitig eine ernste Frage der Welt- wirtschaft darstellt Handelt es sich doch bei den zur Zeit abgetrennten Gebieten um knapp ein Viertel von Deutschland mit einer Einwohnerzahl von fast zehn Millionen. Diese Menschen sind praktisch ohne Habe in die restlichen Gebiet« geführt worden, die hierdurch eine Bevölkerungsdichte von 200 bis 220 Personen auf den Quadratkilometer haben. Demgegenüber beträgt die Bevölkerungsdichte in den abgetrennten Gebieten jetzt nach polnischen Angaben 25 Menschen auf di« gleiche Einheit. Diese weiten Länder warenn die Kornkammern Deutschlands typische Ueberschußgebiete, deren Fehlen sich in l ■! il T" .Irl: F tl I? ■: I i. 3 ! r f |i ; |s f r ! * 1 . [• ' 1 I ■ Seite 2 / Nr. 13 SÜDKITKIES Freitag, 14. Februar 194? der katastrophalen Ernährungslage, besonders in den Zuschußgebieten des Nordens und Westens und in Berlin auswirkt. Das Ausmaß der Fehlmenge veranschaulicht eine eingehende Untersuchung in der „Göttinger Undversitätszeitung", aus der sich bei den jetzigen Verhältnissen ein Einfuhrbedarf Deutschlands von jährlich 4 Millionen Tonnen Brotgetreide, 10 Millionnen Tonnen Futtergätreide und 800 000 Tonnen Oelsaaten iim Werte von über einer Milliarde Dollar ergibt, wenn man nur den auf die Dauer unzureichenden Bedarf von 2500 Kalorien täglich zugrunde legt. Das ist mehr als ein Drittel der Gesamtweltausfuhr an Weizen überhaupt und eine größere Menge als in manchen Jahren Argentinien und Australien zusammen lieferten. Ein neuer Bedarf in diesen Größenordnungen würde den Weltgetreidemarkt revolutionieren. Die zu seiner Bezahlung notwendige Ausfuhr von Industrieprodukten — wenn sie bei den vorhandenen und zugelassenen Kapazitäten überhaupt möglich wäre — würde zusammen mit den Einfuhrbedürfnissen an Rohstoffen und Fertigwaren zu einer Summe führen, die als Exportdrude um jeden Preis die gesamte Weltwirtschaft erschütterte. Man wird uns auf den Konferenzen in London und Moskau nicht um unsere Meinung fragen. Wir können nur öffentlich die Tatsachen aufweisen und hoffen, daß die nüchternen wirtschaftlichen Ueberlegungen bei der Lösüng dieses Problems im Vordergrund stehen werden und die Regelung Deutschland die im Potsdamer Abkommen festgelegten Lebensmöglichkeiten läßt. Die Londoner Konferenz Verfahrensfragen zum deut sehen Friedensvertrag London. Im Verlauf der Wochen erörterten die stellvertretenden Außenminister in London zunächst den österreichischen Friedens vertrag. Ueber 6 Artikel dieses Vertrages wurde eine Uebereinkunft gefunden: 1. Oesterreich soll demokratische Einrichtungen erhalten, denen ein allgemeines freies Wahlrecht zugrunde liegt. 2. Oesterreich soll die Menschenrechte garantieren, 3. Oesterreich soll die Friedensverträge mit den sogenannten Satellitenstaaten anerkennen, 4. Oesterreich soll die Auflösung des Völkerbundes anerkennen, 5. Oesterreich wird sechs Monate nach Inkrafttreten des Staatsvertrages von den Alliierten benachrichtigt werden, welche der von diesen Mächten mit Oesterreich vor dem Anschluß abgeschlossenen Verträge in Kraft bleiben. Ueber die Klauseln, wonach Oesterreich das Verbot einer wirtschaftlichen und politischen Vereinigung mit Deutschland anerkennen soll, wurde dagegen eine Einigung nicht erzielt. Die Sonderbeauftragten in London begannen auch mit den Besprechungen über zwei neue Pläne zum Verfahreneverlauf in der Vorbereitung des deutschen Friedensvertrages. Es handelt sich hauptsächlich um die Frage, in welchem Ausmaß die kleineren Alliierten, die gegen Deutschland Krieg führtgn, zu Worte kommen können. Das britische Memorandum sieht vor, daß die Außenminister der großen Vier eine allgemeine Konferenz von 18 kleineren Staaten einberufen, die dann Gelegenheit hätten, ihre Ansichten darzulegen. Das sowjetische Memorandum dagegen sieht vor, daß einer deutschen Zentralverwaltung die Möglichkeit gegeben werden sollte, ihre Ansichten bei einer allgemeinen Friedenskonferenz darzulegen. Nur 12 kleinere alliierte Länder sollen an diesen Besprechungen teilnehmen dürfen. Der Sicherheitsrat New York Die Sitzung des Weltsicherheitsrates erbrachte keine Aenderung des amerikanischen und sowjetischen Standpunktes in der Abrüstungsfrage. „Wir sind im Kompromiß soweit wie möglich gegangen", erklärte der amerikanische Delegierte Warren Austin, „aber wir können nun nicht mehr weiter gehen." Austin brachte erneut die Forderung der USA vor, daß sich der Abrüstungsausschuß nicht mit Fragen der Atomenergie befassen dürfe. Die USA könnten es nicht zulassen, daß die Sowjetregierung der Abrüstungskommission vielleicht neue Vorschläge über Atomwaffen unterbreite. Die Einholung von Informationen über Atomwaffen sei ausschließlich dem Atomenergieausschuß Vorbehalten, dessen Arbeit nicht von der Abrüstungskommission durchkreuzt werden dürfe. Der Weltsicherheitsrat beschloß eine „Allgemeine Abrüstungskommission" zu schaffen, deren Aufgabenbereich von dem der Atomenergiekommission getrennt sein soll. Der Beschluß wurde mit 9 Stimmen angenommen. Die Sowjetunion und Polen enthielten sich der Stimme men droht, beseitigt wird, daß offensichtliche Fehlentscheidungen richtig gestellt und die ganze politische Säuberung so bald wie möglich zu Ende geführt wird. Das Volk erwartet ein strenges aber gerechtes Gericht gegen die Schuldigen und Verständnis für die Mitläufer. Zu Gunsten der Mitläufer, die nur ein geringes Einkommen und nur ein kleines Vermögen | besitzen, ist eine weitgehende, alsbaldige : Amnestie unerläßlich. | Tillessenprozeß am 25. Februar { in Konstanz Konstanz. Der Termin für den Tillessen-Prozeß wurde endgültig auf den 25. Februar festgesetzt. Die Verhandlungen finden im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Konstanz unter dem Vorsitz von Landgerichtsdirektor Heneka statt. Da nur eine beschränkte Zahl von Plätzen zur Verfügung steht, ist der Zutritt nur mit Platzkarten gestattet. Der Prozeß gegen das Rottenburger Gefängnispersonal Rastatt. Vor dem Hohen Gericht in Rastatt begann der Prozeß gegen das Persona! des Rottenburger Gefängnisses. Die ersten Tage waren ausgefüllt durch die Vernehmung der Belastungszeugen. Es traten Franzosen und Deutsche in den Zeugenstand und machten Aussagen über die einzelnen Angeklagten, insbesondere über den Gefängnisarzt. Dr. Büttgen und den Vorsteher des Krankenreviers Walter. Dr. Büttgen wird als Arzt bezeichnet, der in keiner Weise seine Plicht erfüllt, sondern in leichtfertiger Weise Todkranke zur Steinbrucharbeit geschickt hatte, bis sie eines Tages starben. Der Angeklagte Schwarz, der als Gefängnisdirektor in Rottenburg tätig war, wird von den Zeugen genau so beschuldigt wie der Leiter der Krankenstube Walter, Häftlinge unmenschlich geschlagen zu haben. Die Anklagen wegen unzureichender Ver- | pflegung wirken besonders eigenartig unter dem Gesichtspunkt, daß die Strafanstalt über eine ausgedehnte Landwirtschaft mit über 100 Stück Vieh verfügte. Die Meinung der Parteien Sozialdemokratische Partei Deutschlands Ein unhaltbares Verfahren Staatskonunissar Streng zur politischen Säuberung Freiburg. Der Staatskommissar für | Widerspruch zu den Vorschlägen der Unpolitische Säuberung, Richard Streng, nimmt in einem sehr bemerkenswerten Artikel in der ,-Südwestdeutschen Volkszeitung” Stellung zu schwebenden Entnazifizierungsfragen. In Südbaden, so schreibt er u. a., wird die politische Säuberung im Verwaltungsverfafaren durchgeführt. Bei uns wird jeder einzelne Fall durch die in allen 21 Kreisen gebildeten örtlichen Untersuchungsausschüssen untersucht und durch in Freiburg bei den einzelnen Ministerien gebildeten Reini gungskommissio- nen entschieden. Es ist klar, daß nur die bezirklichen Untersuchungsausschüsse die zu prüfenden Personen aus eigenes Anschauung kennen und beurteilen können, daß jedoch die Reinigungskomimissionen nur auf Grund der Akten entscheiden. Ein verständnisvolles Zusammenarbeiten zwischen den Untersuchungsausschüssen und Reinigungskommissionen war die Voraussetzung für ersprießliche Arbeit. Pflicht der Reinigungskommissionen wäre es gewesen, den von den Untersuchungsausschüssen in mühevoller, oft tagelanger Arbeit festgestellten Tatbestand ihren Entscheidungen zugrunde zu legen. Diese Pflicht haben aber besonders die beim Wirtschaftsministerium gebildet«! Reinigungskommissionen so sehr vernachlässigt, daß ihre Entscheidungen oft in krassem tersuchungsausschüsse stehen. Verärgert über die geringe Einschätzung ihrer Arbeit haben unsere Untersuchungsausschüsse ihre Tätigkeit eingestellt. Im ganzen Lande haben die zum großen Teil stark übertriebenen Entscheidungen auf dem Gebiete der Wirtschaft Unruhe und Bestürzung hervorgerufen. Allgemein fragt man sich, ob einzelne Demazifizierungsfa- natiker das Recht haben, die kärglichen Reste der Wirtschaft, die uns noch verblieben sind, völlig zu zerschlagen. Ein besonders schwieriges Gebiet ist die Uefoerprüfung der Aerzte. Hier machen 6ich Imponderabilien geltend, die nicht übersehen werden dürfen. Von verschiedenen Bezirken, Gemeinden, politischen Parteien, Gewerkschaften und Betriebsräten wurden in' der letzten Zeit bei dem politischen Konti ollaussdraß gegen das Berufsverbot einzelner Aerzte Stellung genommen und verlangt, daß diese Aerzte, zu denen man nun einmal Vertrauen habe, ihre Praxis weiterführen dürfen. Diesen Forderungen kann man vom menschlichen Standpunkte aus eine Berechtigung nicht ab sprechen. Auf Grund solcher Erfahrungen muß gefordert werden, daß die auf allen Gebieten des öffentlichen und privaten Lebens immer stärker in Erscheinung tretende Unruhe,, die jede Initiative zu läh- Der Gaupropagandaleiter in Baden und im Elsaß, Adolf S ch m i d , ist in dem fran- zösischen Kriegsgefangenenlager Bourges entdeckt worden. , Antitrust-Gesetze Berlin.. Von der amerikanischen Miilitär- regierrung wurde ein Awt&tru&'t-Ge’&eiz erlassen, , d*ats deutschen S laetea ngehörigen und deutschen G-eseffll'Schalten die Beteiligung an intema'tiori prozenfige Lohnerhöhung bisher abgelehnt hat Industrieausrüstungen im Werte von 35 Mii'l. Dollar werden die USA an die Sowjet union liefern. Es handelt sich dabei ran Einrichtungen Für Oedfekier und um eiektro technische Anlagen, di« von Rußland schon vor Beendigung d«s Leih- tmd tahtebkomsBen* bestellt wurden. Zwischenrufe Ein kleiner Umweg Wie sind «2« Abgebrannte und Ausge wiesen« aus dem Osten nach Konstanz verschlagen worden. Wir haben alles verloren. Womit wollen wir uns kleiden? Also auf! Wo — wie — wenn bekommen wiir einen Bezugschein? Di« «rate Stell« war nicht zuständig. Ein Leidensgefährte verweis* uns an das richtige Amt. Ein freundlicher junger Mann sagt uns, daß es heute keimen Aniragsdiedn gibt, weil gerade Lebensrnttte 1 umt- ken ausgegeben werden. Das war Ende Oktober. Um es kurz zu machen: Anfang November bekommen wir einen Schein für dre ganze Familie. Am 11. November: Der Schein wird angenommen. Mitte Dezember: Schüchtern« Rückfrage, vielleicht reicht« noch bis Weihnachten? Antwort: Es Helgen über 3000 Anträge vor, wenn's soweit ü«t, gibt's Nachricht. 3. Januar: Der Herr Amtsleiter ist da, al*er kein Bezugschein, Kommen Sie nächste Woche wieder! Die Hoffnung auf einen Bezugschein habe ich auch heute noch nicht aufgegeben. Inzwischen habe ich einen anderen Amte weg beschütten: Mein Bruder in Wesermünde hai'f mir dabei. Alles ganz ordnungsgemäß: Antrag — Bezugschein — Ware ... Es waren ein Paar Schuhe. Und sie sind schon hier! Au-s Werermünde! Pr, Konstanz. Ei, ei, Frau Apotheker! Wenn ein Selbstversorger ein« Sa.!be für Mensch odeT Tier benötigt, wind er vom Apotheker in emem benachbarte« Städtchen aufgefordert, Schwenreefeöt zu bringen. Es sei nämlich' kein Fett da. Hat er sednen Tribut entrichtet, so erhält er seine Saf.be’ — ordmuigsgemäß wie im Frieden aus Vaseline zubereitet. Von Schweinefett keine Spur. Wo mag dieses himgekommen sein? Böse Zungen behaupten, es sei in den Kochtopfen der Frau Apothekerin gelandet. Wir woölen nicht gleich nach dem Kadi rufen. Für heute dürfte es genügen, daß di« verehrliche Kundschaft die nötigen Rückschlüsse zieht. Und daß die Oeffenlüchksit wachsamer werde! A. H., Gnmholz. Nicht alle waren in „ 9tolzer Trauer" Seit ba-’d zwei Jahren erhalten die meisten Kriegshinterbliebenen keine Witwen- oder Waisenrente mehr. Ist es nicht unberechtigt, daß jene Frau, die zum Arbeiten geht, keine Rente bekommt, wenn sie mehr als 3 (1) RM monatlich verdient? Für Kinder über 16 Jahre wird en Betrag von 25 RM, für Kinder unter 16 Jahre ein Betrag von 16 RM hinzugerechnet. Manch politisch Be’asteteter wurde durch die Spruchkammer zurückgesrtuft und darf monatlich nur noch 400 RM- Gehalt beziehen (Gottaiadingezi: 40 000 RM im Jahr! Die Red.) Solange man früheren aktiven Nazis für ihre beschlagnahmten Wohnungen eine monatliche Entschädigung geben kann, nehme ich an, daß auch für uns Kriegshinterbliebene noch Mittel Vorhemden stad. Jede 'Hinsteifoltebene opferte ihren Mann und Ernährer der Familie für den Staat. Wenn auch die damaligen Staatsmänner Verbrecher waren, so wollen doch wir nicht allein die Folgen dieses Krieges tragen, während die wirklich Schuldigen meist heute schon wieder ein behagliches Leben führen Nicht alle waren in „stolzer Trauer", es gab auch solche, die sich weigerten dem NSKOV bei zu treten. Man sollte das nidr vergessen. E. S., Singen. Süddeutsche Rundschau Der Fastenhirteilbrief des Freiburger Erzbischöfe Freiburg i. Bt. Erzbischof Dr, Conrad Gröber hat zur bevorstehenden Fastenzeit an die Katholiken der Erzdiözese Freaburg ein Har- lenschreiben gerichtet das in seinem 1. Teil am vergangenen Sonntag von den Kanzeln der Kirchen verlesen wurde und dessen weiter« Teile am 16, und 23. Februar den Gläubigen zur Kenntnis gebracht werden. Der Hirtenbrief behandelt ausschließlich inner kirchliche Probleme, insbesondere das Verhältnis zwi-sdien PriesteT- tum und christlichem Volk. Die Aufrollung dieses Problems wurde durch eine Veröffentlichung in einer Zeitschrift ausgelöst, in der eine Reihe guter Katholiken Anschuldigungen gegen den Priesterstand der katholischen Kirche erhoben hatte. Erzbischof Dr. Gröber nimmt in seinem Hiirtenschreiiben in eingehender Weise gegen diese Anschuldigungen Stellung, um — wie es heißt — die entstandenen Mißverständnisse raschesten? au beseitigen, „denn ka,ujn je war die Zeit zu Vorwürfen und Hader im eigenen Hause so wenig geeignet wie gerade jetzt, wo sie prall angefüi’it ist mit Elend und Not." Erste deutsche Frau auf internationaler Frauentagung Karlsruhe. Als erste deutsche Frau nahm Dr. Gabriele Strecker auf Veranlassung der Militärregierung an der internationalen Frauentagung in Amerika teil, bei der 55 Länder der Erde durch 200 Frauen vertreten waren. Auf Einladung des überparteilichen Frauenausschusses Karlsruhe berichtete sie übeT ihre Eindrücke, die zu der Hoffnung auf Zusammenarbeit aller Frauen der Erde im Interesse des Wiederaufbaues berechtigen. L. Dunkle Geschäfte mit Ilse Werner Heidelberg. In Mi che'Stadt im Odenwald trat ein Konzertagent auf, deir Plakate für ein Ilse Werner-Gastspiel anschlug. Noch am selben Abend waren fünf bunte Abende aus verkauft. Andern abends warteten die Micheistädter jedoch vergebens auf Ilse Werner. Der smarte Manager war ein paar Stunden vorher mit einer Börse von elitauserad Mark verschwunden und das Gastspiel natürlich Schwindel. -oe- Nazi-Hochburg — Internierungslager Darmstadt. Der „Mannheimer Morgen" veröffentlicht den Bericht eines entlassenen Häftlinge aus dem Nazi-Intem.ienmfjslager Darmstedt. Nach der Schilderung dieses Gewährsmannes sei die Lagerselbstverwaltung mit hohen SS-Führern, Ritterkreuzträgern u«w. besetzt, die einen gut funktionierenden Spürdienst aufgezogen hätten, Einsicht in die geheimen Akten gewännen und in besonderen Fällen Schwerbelastete der Aburteilung zu entziehen vermöchten. Das „Führerkorps" in Darmstadt habe eine F.xiröküche” unterhaäten und werde dabei dick und fett. In der Lager- schneiderei ließen sich die Nazigrößen aus Decken schicke Straßeramärrtel und Anzüge „bauen" und die eigene Färberei wende mit Sonrierwünschen überlaufen. Amerikanische Fallschirmjägerschuhe. die für Beinbehinderte zur Verfügung gestellt waren, seien innerhalb de* Führerkorps verschoben worden. — Ueber ähnliche Veuhäitndsse berichtet ein Journalist aus dem Internierungslager in Luriwigsburg bei Stuttgart Dort seien von den insgesamt 11400 Internierten im den vier Monaten unter deutscher Verwalung bisher lediglich 16 Fälle ab- geUTteiit worden -oe- 800 Stangen Zigaretten Frankfurt a. M. Die Polizei kam durch die Entdeckung von PadtmaterialabfäSen in einer Hausruine auf die Spur einer fünfköpfigem Bande, die als Angestellte der amerikanischen Postoffice seit einem halben Jahre Pakete und Postsäcke ausraubten. Es konnte ihnen der Diebstahl von Lebensmitteln, Kleidungsstücken und mehr als 800 Stangen amerikanischer Zigaretten nachgewiesen werden, von denen noch ein großer j Teil sichergesteWt wurde. - oe - Der weinende Saal Frankfurt a. M. Bei der Aufführung von Strimdbergs „Rausch" im Kleinen Theater im Frankfurter Zoo kam es zu einem Zwischenfall, der zum Abbruch des Spieles führte. Im Saal brach nämlich einer nach dem andern der Zuschauer in Tränen aus und als danach auch im zweiten Bild eden Darstellern die Tränen über die Backen rollten und ein großer Teil der Zuschauer, ein Trl^engasattentat befürchtend, das Theater fluchtartig verfließ, mußte mitten in der Szene der Voihamg heruntergelassen weiden. Die Untersuchung ergab dann, daß ein Feuerschutzmittel, mit dem deT Saal tagsüber gestrichen worden war, die tränemtreibende Wirkung hatte. - oe - Epp gestorben München. Unter der Rutbrik „Wer ist im München gestorben?" im „Münchner Sladtan- . zeiger" vom 5. Februar, finden wir folgende Notiz: „Franz Xaver Ritter von Epp, General der Infanterie a. D., 78 Jahre." Totbringende Hochzeit Feuchtwangen. Auf einer Hochzeit wurde Schnaps vom Schwarzen Markt gereicht. Der cfualvolle Tod eines jungen Hodizeitsgastes Meß die bestürzte Festtversammlung erkennen, daß der Mann an einer Vergiftung durch Methylalkohol gestorben war, - gl - Die „UNRRA" bestohlen Traunstein. Bei einem Angestellten der UNRRA Traunstein, der dort seit 18 Monaten beschäftigt war und großes Vertrauen genoß, sind kürzlich 14 000 amerikanische Zigaretten, 100 Stück Seife (davon 15 Stück zu je 500 Gramm), 25 Kilo ErdnußbutteT. 50 Pfund Schokolade. 45 Kilo Mehl und andere Lebensmittel in kleineren Mengen gefunden worden. Auch über die Herkunft einiger tausend Stark Bargeld konnte der inzwischen Verhaftete keinen klaren Aufschluß geben. Es Hegt der Verdacht vor, daß er mit den gestapelten Waren Schwarzhandel betrieben hatte. - Ks - Kampf um die Zonenliga-Führung Zonenliga Gruppe Süd: VfL Konstanz — VH. Freiburg; Biberach — Schwerrndngen; Rastatt — Offenburg; ReutHng-en — Friedridishaien. — Der Kampf ran die alleinige Tabe&entfühnmg ia der an Ueberras-chungen reichen und in der Leistung ziemlich ausgeglichenen Gruppe Süd kann am kommenden Sormteg eine Scheidung der Favoriten bringen. Die Paarungen sind auf jeden Fall so interessant angelegt, daß sowohl Ueberrascbimgen wi« „normale" Ergebnisse eine ^ Klärung bringen können. Konstanz. Schwenningen und Rastatt stehen im Vordergrund und mit der geringsten Verlustpuniktzahl lauert Friedxichs- hafen auf die kommenden Entscheidungen. In Konstanz erwartet man einen Erfolg des VfL a!s Wiederholung des semeraeft-igen Pokelspielsieges gegen den Namensvetter aus Freäbujg. Rastatt darf ebenfalls ais Sieger über Offenburg bezeichnet werden, und dde Papierform spricht auch für Schwenningen, wenngleich gegen den Außenseiter Biberach auf dessen Platz schwer zu gewinnen ist. Friedrichshafen geht nicht ohne Chance nach Reutlingen, wenngleich die Platzelf nach dem Freiburger Sieg als Favorit b e ze i c h net werden muß. Gruppe Nord: Mainz 05 — FC Kaiserslautern? Tus Neueadorf — FC Saarbrücken; Phönix Lud- wigshafen — VfB Neimkirchen; Wormatia Worms — VfR TrieT. — Di« beiden Titelanwärter, FC Kaiserslautern und FC Saarbrücken, haben also schwere Auswärtsspiele, Kaisersfiautem konnte am letzten Sormtag nacht überzeugen. Mainz betrachtet sich selbst noch als Titelanwärter und Neuendorf ist zu Hause besonder«; gefährlich. Knappe Gastsäoge in Mainz und Neuendorf und klare Heimsiege ia den beiden anderen Spielen wären normal. — Landeslira — Süddeutsche Oberliga Staffel Ost: Die Staffel Ost nimmt nach 14 tägiger Pause den Spielbetrieb mit einer Begegnung wieder auf. Es spielen Gottmadn- gen — Neustadt. Oberliga Steffel Süd: Wyh’.en — I stein, Waldshut — Fahrnau, Wehr — Trauringen. Obeiligaspiele Staffel West: Lahr — Ober- kirch; ASV Freiburg — Emmendinge«; Fortuna Frei-burg. — Riegel. Landesliga Stidwürttemberg Gruppe Nord: Schramberg — TutlUngen; Trossingen — Tailfingen; Hechingen — Ebingen ;* Tübingen — Pfullingen; Metzingen — Birkenfeld. Süddeutsche Oberliga: Karlsruher FV — FSV Frankfurt; Phönix Karlsruhe — BC Augsburg; Schwaben Augsburg — Bayern München; Of- ferrbacher Kickers — VfB Stuttgart. Im Eiltempo über deutsche Fußbalifelder Tabellenerster der Landesliga Baden Gruppe Nord ist Mannheim mit 26 Punkten vor V'ern- heion mit 24 und Friedrkhsfekl mit 24 Punkten. Die Favoriten der Gruppe Nord MühlbuTg und Pforzheim liegen mft 32 bzw. 31 Punkten an der Spitze. — Die Spitzenmannschaften Westdeutsch. Lands blieben am Sonntag in den meisten Falten ohne Niederlagen. Fortuna Düsseldorf steht am Niedenrhein in der Gruppe Berg. Mark nach einem 3:0 - Sieg über den Lokaägegner BV 04 a Antwerpen erntete 6:3. Die Schweizer Bishodtey-Ländennannschaft verlor in Basei gegen Schweden 9:5. In Flensburg fand in voller Harmonie em Handballspiel zwischen einer'dänischen und einer nordwestdeutschen Mannschaft statt. Neuer französischer Halbschwergewichtsmeister wurde Victor Buttin; er schlug in Straßburg Charles Rutz durch technischen k. o. Im Endspiel um den Tisch tennis-Europa-Cup der Damen gewann in Newcastte England gegen Schottland 8:1. Präsident Trumann (fiant die Gründung eines amerikanischen ..Komitees für Leibesübungen", um die Breitenarbeit im Sport zu fördern. SODKURIEB Verantwortlicher Redakttensausachuß: Hermann Dörflinger (CSV) Rudi Goguel (KPD) Herbert Goldsc beider (SPDI Friedrich Munding (DPI Hermann Fiebing — Verlag Südkurier-Verlag GmbH - Drjidc: Druckerei Konstanz Fischmarkt S Für unverlangt eingeeandte Manuskripte übernimmt die Redaktion keinerlei Heftuna Freitag, 14. Februar 1947 HEIMAT mmm KURIER Nr. 13 / Seite 5 SüOroeftDeutfdie Chronik Bauernregeln im Februar Merklich längen eich im Hornung die Tage, und wenn nach einer Bauernregel die Tageslänge an Weihnachten um einen Mük- kensdiritt, an Neujahr um einen Hahnentritt, an Dreikönig um einen Hirschsprung zunimmt, so macht ein Lichtmeß dieses Wachsen schon eine Stunde aus. Schon regt sich leises Frühlingsahnen, und an sonnigen Hängen zeigen selbst in Gebirgstälern die Ha- selsträucher schon kleine Würstchen. Sie vermögen den Bauern aber nicht zu frühem Experimentieren zu verlocken, denn: „Kommt der Lichtmeßtag herbei, ist der Winter erst halb vorbei." Mit seinen Futter- tmd Brotfruchtbeständen wird der Bauer also noch sehr haushälterisch umgehen, um von Mensch und Vieh die Not zu bannen. Er weiß: „Der schlimmste Monat im ganzen Jahr noch immer der kleine Hornung war." Der Bauer will, daß im FebruaT die Stürme „fackeln". Sie sind ihm willkommene Helfer beim Entrümpeln in Garten und Wald. Auch hat er es gern, wenn über die Felder sich noch das schützende Laken des Schnees ausbreitet: „Viel und langer Schnee gibt viel Frucht und Klee.“ Und Nordwind im Hom, so meint er, treibt ins Land das Korn. Der Februar hat für den Bauern noch genügend Arbeit in Haus und Hof, in Stall und Wald, und es ist allerhöchste Zeit, an die letzten Vorbereitungen für die Frühjahrsbestellung zu gehen. An Mattheis (24. Februar) ist wohl der Winter noch nicht herum, aber sein Spiel ist doch verloren: j „Nach St, Mattheis geht kein Fuchs mehr aufs Eis.“ Größere Menschen Nach Untersuchungen von Prof. Dr. de Rudder, dem Leiter der Frankfurter Kinderklinik, beschleunigt sich seit drei Jahrzehnten das Wachstum der Kleinkinder in • deutlichem Maße. Vor Gleichaltrigen der j letzten Generation haben einjährige Kin- ; der einen Vorsprung von drei Zentime- i tem, Achtjährige bereits einen solchen von | 8 Zentimetern. Diese Unterschiede stei- j gern sich in solchem Maße, daß heute ; Schulentlassene bereits einen zweijährigen Entwicklungsvorsprung gegenüber den Altersgenossen etwa des Jahres 1916 haben. Natürlich setzt auch die geschlechtliche Reife früher ein. Als Ursache dieses rascheren Wachstums wird eine stärkere Er- j regung der Sinnesorgane, verursacht durch ! das Zeittempo und die nervöse Lebensart, j vermutet und die Wissenschaftler erwarten, daß sich aus diesen Gründen auch das Durchschnitts-Lebensalter bald verkürzen wird. Kriegsgefangene roeröen Kurgäfte Biber ach. Der Gedanke, daß man die aus der Kriegsgefangenschaft Entlassenen durch ärztliche Pflege und zusätzliche Verpflegung wieder auf die Beine bringen muß, ehe man ihnen wieder die Pflichten des normalen Lebens aufbürdet, stammt vom Internationalen Roten Kreuz. Nachdem die Besatzungsmacht dem Plan ihre Zustimmung gegeben hatte, hat das Interationale Rote Kreuz zusammen mit den Nachfolgeorganisationen des Deutschen Roten Kreuzes in der französischen Zone das Erholungsheim für entlassene Kriegsgefangene in Biberach-Lindle eingerichtet, das am 15. Februar eröffnet wird. Dieses Heim ist eine rein zivile Angelegenheit, seine Atmosphäre wird sich also wesentlich von der Lageratmosphäre unterscheiden, die der Kriegsgefangene bis zu seiner Entlassung genossen hat. Schon dieser Umstand wird als aktiver Faktor der Wiederaufrichtung der Gesundheit der Heimkehrer eine wichtige Rolle spielen. Die Männer können sich hier wieder ohne innere Hemmungen als freie Menschen fühlen, die zudem für die Dauer ihres Aufenthaltes aller materiellen Sorgen enthoben SiridT ' Die Aüfpäppeäungskur dauert zwei bis drei Monate und ist völlig kostenlos. Jeder entlassene Kriegsgefangene, der in Südwürttemberg oder in Südbaden ansäßig ist und dem sein Hausarzt oder sonst ein Arzt, der ihn gerade behandelt, bescheinigt, daß er wegen Unterernährung, Ernährungsstörungen, Herabsetzung des körperlichen Kräftezustandes, wegen innerlicher Erkrankungen oder wegen der Folgen einer Verwundung noch zusätzlicher Ernährung oder Pflege unter ärztlicher Aufsicht bedarf, ist Kurgast-Anwärter. Der Rahmen der Erholungsbedürftigen wurde absichtlich weit gesteckt, weil man möglichst vielen Heimkehrern diesen Kuraufenthalt zukommen lassen will. Dabei ist es für die Aufnahme ins Biberacher Heim gleichgültig, aus welcher Gefangenschaft einer zurückgekehrt ist. Mit der ärztlichen Bescheinigung reicht der zukünftige Kurgast bei seinem Bürgermeisteramt einen kurzen Antrag ein (für Heimkehrer, die sich vorerst noch in einem Krankenhaus befinden, macht das die Krankenhausverwailtung). Er erhält schriftlich Bescheid, wann er seinen Erholungsaufenthalt beginnen kann. Terminwünsche wrden entsprechend berücksichtigt. Mit der Zeit wird dieses Heim bis zu 1500 Kurgäste aufnehmen können. Der Verpflegungssatz, der der Krankenhausverpflegung entspricht, erhöht sich noch durch hochwertige Lebensmittelspen- den des Internationalen Roten Kreuzes, der Irland- und der Schweizer-Spende sowie der caritativen Organisationen. Auch «ine Spende der deutschen Kriegesgefangenen in USA ist bereits eingetroffen. Die Sache ist richtig, kann man da nur sagen. Hoffentlich bleibt sie auch so. Es wäre den Heimkehrern zu gönnen. bin. I Die Regierung dankt der Stadt Freiburg Freiburg. Die Freiburger Stadtratssitzung vom 11. Februar 1947 erhielt ihre besondere Bedeutung durch den Besuch des Präsidenten des Badischen Staatssekretariats. Leo W o h 1 e b und des 9 Staatssekretärs des Innern, Nordmann. Präsident Woblefo richtete eine kurze Ansprache an die Stadträte, in der er dem Oberbürgermeister und dem Stadtrat für die herzliche Aufnahme dankte, die die vorläufige badische Regierung in der Hauptstadt des französisch besetzten Teiles von Baden gefunden habe. Ferner wolle er durch seinen Besuch zum Ausdruck bringen, daß die Regierung an der besonderen Lage der Stadt teilhabe und alle Schritte unternommen werden, um diese zu ändern. Auch den Wiederaufbau der Stadt wollte die Regierung fördern, soweit «s in ihren Kräften stehe. Staatssekretär -ordmann betonte, am altbewährten Prinzip der Selbstverwaltung solle festgehalten werden, denn auf ihr beruhe der Wert der Gemeinde und jeder demokratische Aufbau. Oberbürgermeister Dr. Hoffmann dankte Präsident Wohieb für den Besuch *md für die der Stadt zugesagte Hilfe seitens der Regierung. In der Sitzung des Stadtrates, wurde der Haushalt für das Jahr 1946/47 ( 1 . 4. 46— 31. 3. 47) einstimmig angenommen, nachdem nach einer längeren Debatte der Antrag der Christlich Sozialen Volkspartei, den Hebesatz für die Grundsteuer nur um 50 Prozent anstatt der vorgesehenen 100 Prozent zu erhöhen, mit großer Mehrheit | gebilligt worden war. Der Haushalt weist ! an Einnahmen 19 394 300 RM.. an Ausgaben 23 146 900 RM. auf. so daß sich ein Fehlbetrag von 3 752 600 RM. ergibt. A. Einkaufszentrale für Büchereien Reutlingen. Zur Versorgung der öffentlichen Büchereien der drei west- I liehen Besatzungszonen ist in Reutlingen j eine „SüdwestdeutscheEinkaufszentrale für Büchereien G.m.b.H.“ gegründet worden, die die Aufgaben des früheren Einkaufshauses für Büchereien in Leipzig übernimmt. Die Lage im Braugewerbe Reutlingen. Wie der Brauerbund für das französisch besetzte Gebiet von Württemberg und Hohenzotlem. Reutlingen, der 211 Betriebe betreut, bekanntgibt, haben sich die Zukunftsaussichten für das Braugewerbe gebessert. Bei den letzten Verhandlungen in Baden-Baden hat. ..die französische Militärregierung für 75 Prozent der Betriebe die Wiederaufnahme der Arbeit grundsätzlich genehmigt. Zur Verarbeitung wurden 894 Tonnen Malz und 59,6 Tonnen Hopfen freigegeben. Ein Drittel der benötigten Gerste wurde den Mälzereien bereits zugewieseri, die Zuweisung de? zweiten Drittels soll bereits im März und die des letzten Drittels rechtzeitig erfolgen. Hochschule für Musik in Trossingen Trossingen. Das staatliche Musikinstitut für Musikerziehung Trossingen (Wttbg.), das unter der Leitung von Prof. Emst-Lothar v. Knorr steht, vermittelt begabten jungen Menschen eine umfassende Berufsbildung auf der Grundlage neuzeitlicher Musikerziehung. Die Ausbildung geht in folgenden Abteilungen vor sich: Abteilung für Schulmusikerzieher. Ziel: Staat! Prüfung für das künstlerische Lehramt an höheren Schulen. ‘Abteilung für Privatmusikerzieher. Ziel: Staatl. Privatmusiklehrerprüfung. Abteilung für so- listisch konzertierende und schaffende Künstler. Ziel: Künstlerische Reifeprüfung. Abteilung für Kirchenmusik. Ziel: Staatl. Organisten- und Chorleiterprüfung. Die Ausbildung liegt in den Händen bewährter Spezialkräfte. Die 1945 entstandene Musikerziehungsstätte sieht ihre besondere Aufgabe darin, altbewährtes Gedankengut einer jahrhundertealten Musikerziehungstradition lebendig zu halten, sich darüber hinaus allen gegenwärtigen und zukünftigen Problemen der Musikerziehung vorurteilslos zu öffnen und an ihrer Lösung mit Nachdruck zu arbeiten, i Man hofft, damit einen Beitrag zu einem | neuen Aufblühen deutscher Musik im öf- i fentlichen Leben in Schule. Kirche und I Haus zu leisten Wie wird der Jahrgang 1946? Koblenz. In den Kellern der Winzer von Rhein, Mosel, Pfalz und Main geht der junge Wein des Jahres 1946 seiner Reife entgegen. Soweit man bisher feststellen konnte, steht er dem als vorzüglich bekannten 1945er nicht nach. An der Mosel | hat sich der junge Wein allenthalben ge- i klärt und probiert sich bereits ganz vorzüglich. Die Haltbarkeit ist durch die har- , monische Zusammensetzung gesichert. Am j Rhein ergeben die Frühlesen einen brauch- ! baren Mittelwein, während die Trauben, i die in der zweiten Oktoberhälfte geerntet wurden und Mostgewichte bis 95 Grad ! erreichten, zu einem sehr guten Wein wer- | den. In der Pfalz ist man mit der Güte ; des 46 er sehr zufrieden, auch am Main ist : der 46 er ein guter reifer Jahrgang, der bei j sachkundiger Pflege einen vollgelungenen ! harmonischen Wein erwarten läßt. Die i Preise der Moste waren im Maingebiet je nach Lage und Gemarkung 200 bis 250 RM. Arbeit für Öen Frieöen I Freiburg. In den letzten Januartagen ' brachten Kraftwagen der Quäker Friedens- I freunde des Auslandes, Franzosen, Engländer, Amerikaner, Dänen. Niederländer und Schweizer, nach Freiburg, die mit gleichgesinnten Freunden Holz für bedürftige alte Leute aufbereiten. Die 13 Mitglieder des 1920 auf Anregung eines Deutschen ins Leben gerufenen „internationalen freiwilligen Friedensdienstes" möchten während ihrer Ferien (es sind vor allem viele Studenten dabei) durch ihrer Hände Arbeit einen praktischen Beitrag für den Frieden und für die Verständigung der Völker untereinander leisten. Eine „Schwarzwald-Gewerbeschau" in Neustadt Neustadt. Auf Anregung des neuen Landrates des Kreises Neustadt, Dr. Ballweg, soll im Mai dieses Jahres in Neustadt eine „Schwarzwald-Gewerbeschau", eröffnet werden, in der alle Produkte der heimischen Industrie und des heimischen Gewerbes ausgestellt werden sollen. Da der Landkreis Neustadt während des Krieges durch Zuzug fremder Industrien einen beachtlichen Strukturwandel erlebte, kann dieser Ausstellung besondere Bedeutung zugemessen werden. Der Wiederaufbau Freudenstadts Freudenstadt. Der Wiederaufbau Freudenstadts, über dessen Planung wiederholt berichtet wurde, nimmt nun greifbare Formen an. In einer Gemeinderatssitzung wurde das Ergebnis aller Planungen und Beratungen in einstimmig gefaßten Entschlüssen festgelegt. Danach soll die alte Straßen- ■ führung beibehalten werden. Die Straßen werden nur verbreitert. Professor Schmitt- henner und Regierangsbaumeistei GableT wurden beauftragt, den Stadtplan mit dem Motto „altes Stadtbild — neues Wohnen" zur.Vorlage in Tübingen fertigzustellen. Ausbau eines Lehr- und Forschungsinstituts Neustadt a.d.Haardt. Die Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt für Wein- und Obstbau in Neustadt a. d. Haardt ist durch Beschluß des Oberregierungspräsidiums mit Zustimmung der Militärregierung wesentlich ausgebaut worden. Die Anstalt wurde durch das Fachgebiet „Gartenbau" erweitert und gleichzeitig zu einer höheren Lehranstalt erhoben. Sie wird dadurch zu einer Fachschule, die ihre Schüler zur ersten staatlichen Fachprüfung vorbereitet und nach entsprechender praktischer Tätigkeit der Techniker die zweite staatliche Fachprüfung de« Prädikats „staatl dipl. Weinbauinspektot bezw. Obst- und Gartenbauinspektor" berechtigt. Weiter wurde ein pädagogisches Seminar eingerichtet, nach dessen erfolgreichen Besuch zusammen mit der zweiten staatlichen Fachprüfung die Prüfung zur Erlangung der Lehrbefähigung durchgeführt 1 wird. R- Ein oergeffenee Dorf in öer Pfalz Dae einzige Tropenhranhenhaue Deutfchlanös Tübingen. Nachdem das Tropeninstitut in Hamburg durch Fliegerangriffe fast völlig zerstört worden ist, ist das Tropengenesungsheim in Tübingen zur Zeit das einzige Institut dieser Art in Deutschland. Das Hamburger Tropenheim befindet sich zur Zeit im Wiederaufbau. So wenig wie die alte Universitätsstadt Tübingen hat auch das auf dem Höhenzug nördlich der Stadt gelegene Tropengenesungsheim unter den Kriegseinwirkungen gelitten. Von stolzer Höhe geht hier der Blick weit nach Süden auf die Berge der Schwäbischen Alb, und das für Tropenkranke recht günstige Mittelge- birgsklima von Tübingen tut das Seinige. um gute Heilwirkungen zu erzielen. Das Unternehmen steht unter der Leitung und Verwaltung des Deutschen Instituts für Aerztliche Mission. Leitender Arzt und Direktor ist Dr. Müller. Zur Zeit befinden sich im Tübinger Tropenheim 75 Erwachsene und 40 Kinder, meist Angehörige evakuierter Missionsgesellschaften, die nach dem Zusammenbruch Deutschlands aus China, Südafrika und den Ländern des Vorderen Orients ausgewiesen worden sind. Zur Zeit wird ein Transport Evakuierter aus Australien erwartet. Aber auch Privatpersonen und tro- penkanke ehemalige Soldaten haben dort Aufnahme gefunden. Neben Malaria wird dort unter der sachkundigen Leitung mehrerer Aerzte vor allem die in den Tropen so weit verbreitete Amöbenkrankheit behandelt. Einrichtungen zur wissenschaftlichen Erforschung von Tropenkrankheiten besitzt das Tübinger Heim nicht. Diese wird vielmehr in dem im Aufbau begriffenen Hamburger Institut wieder aufgenommen. Neustadt. An einer der verkehrsreichsten Straßen der Pfalz, der Staatsstraße Bad Dürkheim—Ludwigshafen, liegt die Siedlung ..Hundertrnorgen“. Durch einen alten Rechtsstreit zweier Nachbargemeinden kam es, daß das auf eine Einwohnerzahl von 1100 Menschen angewachsene Dorf von niemandem betreut wurde. Der Volks- mund spricht vom „sündigen Dorf“, denn in einer Eingabe an die Regierung gibt es selbst zu, daß die Bevölkerung wie Diebe bei Nacht und Nebel im Wald herumstrolcht, um Brennholz zu schlagen. „Dorf ohne Friedhof“, ist ein zweiter Beiname der Siedlung, da es von der Gnade und Barmherzigkeit benachbarter Bürgermeister abhängt, ob ein Toter auf einem Friedhof beigesetzt werden kann. Tatsächlich geschah es infolge dieses Notstandes, daß Tote im Garten des Eigenheimes begraben wurden. Auch kein Schulhaus ist vorhanden. Seit 3 Jahren sind die Dorfkinder ohne Unterricht, da niemand für die Schulkosten aufkommen will. Zehn- und elfjährige Analphabeten sind keine Seltenheit. Lange Eingaben, ausführliche Beschwerdeschriften, geharnischte Resolutionen häuften sich zu dicken Akten in den Amtsstuben der beteiligten Gemeinden, Landkreise, der Regierung und aller möglichen Behörden und Instanzen. Geschehen ! ist bis jetzt nichts. Eine Stelle schiebt die Verantwortung der anderen zu, keine der zuständigen Behörden hat sich bisher ernstlich mit einer Lösung des Problems | befaßt. Eine jetzt erfolgte Besichtigung der Siedlung durch Vertreter d^ beteiligten Gemeinden und Landratsämter, durch Kreistagsmitglieder, Landtagsabgeordnete und andere Persönlichkeiten brachte sämtliche Teilnehmer zur einmütigen Ueberzeu- gung, daß die unwürdigen Zustände nun endlich beseitigt werden müssen. Kontrolle der Tabakdörfer Lahr. In den letzten Wochen mußte ver- ! schiedentlidi von Kontrollen, Beschlagnahme beträchtlicher unrechtmäßig zurückgehaltener Tabaksmengen und Bestrafung der Anbauer ! berichtet werden Von vornherein war kein ! Zweifel darüber gelassen worden, daß auch ! in Südbaden das gesamte Ergebnis der Ta- I bakernte 1946 beschlagnahmt ist. Von Un- Dae Wolfacher Fürftenberg=Schloß Das 500 Jahre alte Fürstenberg- Schloß in Wolfach - Sitz des Landratsamts - wurde durch ein Großfeuer zum großen Teil zerstört. ~ Das Stadtbild der alten Flößerstadt Wol- j fach im Kinzigtai erhält sein besonderes Gepräge durch das gewaltige Fürstenberger Schloß. Es nimmt fast die ganze Südseite der Stadt ein und bildet einen mächtigen Talriegel. Die Geschichte de s Schlosses ist eng verbunden mit jener der Stadt Im Wolftal, oberhalb des Städtchens, stand die Wolfacher Burg, der Stammsitz der Ritter von Wolfach. Da das Wolfacher Rittergeschlecht ! gegen Ende des t3. Jahrhunderts in der | männlichen Linie erlosch, kam die Burg I durch Heirat in den Besitz der Fürstenber- i ger. Diese erbauten in der nahen Stadt i eine Tiefburg, aus der da s Schloß hervor- j ging. Die erste sichere Nachricht über das- I selbe stammt aus dem Jahre 1447. Sie rührt her von dem Fürstenbergischen Schreiber Michael Spieser, welcher mitteilt, daß Graf Heinrich VI. das „Hau s zu Wolfach gebaut und erneuert" habe. Wir dürfen annehmen, daß von Heinrich VI. wesentliche Erweiterungsbauten stammen. So gern Heinrich VI. in Wolfach weilte, so wenig kümmerten sich die meisten seiner Nachfolger um diesen Sitz. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts diente das Schloß Elisabeth von Solms, der Gattin des 1509 verstorbenen Grafen Wolfgang von Fürstenberg als Witwensitz. In der Zimmer- schen Chronik wird berichtet, daß die liebenswürdige und geistvolle Frau von ihren Kindern und Verwandten oft besucht wurde. Nach dem Westfälischen Frieden wurde das Schloß, das im 30 jährigen Krieg großen Schaden geLitten hatte, durch den Grafen Maximilian Franz umgebaut und erneuert. Er schuf u. a. den gegen den Berg liegenden Flügel. Ihm hat das heutige Schloß im wesentlichen sein Aussehen zu l verdanken. Er erwarb 10 Bürgerhäuser, um , Platz zum Ausbau zu gewinnen. Der be- j träditlidi aus der Mitte der Fassade ge- | rückte Turm und der Hungerturm in der < Westecke geben dem Schloß das Gepräge ; der Renaissance, während sich das heran- i j nahende Barock, wie Tschira bemerkt, in 1 der großen Ausdehnung der Anlage, in der | Betonung der Ecken durch die aufgesetzten 1 Giebel ankündigt. Das Portal des Schlosses, ] reich mit Wappen geschmückt, trägt die . Inschrift M. F. L G. Z. F. m Maximilian Franz Ludwig / Graf zu Fürstenberg. Er j konnte den begonnenen Bau selbst nicht vollenden. Für ihn hatten u. a. gearbeitet ’ der Steinmetz Hans Brächet aus Radolf- i zell, der Maurermeister Johannes Mathias, : j sowie der Schreinermeister Jakob Glöckler i | aus Waldshut. Die Portale des Schlosses i sind markante Beispiele für den Knorpel- ! ! Stil, den Uebergangsstil von der Renais- ; sance zum Barock. Der große Rittersaal im Westflügel war erst im Rohbau fertig, da der Bauherr starb. Unter den Nachfolgern wurde der Ausbau vollendet. Nachdem Wolfach 1806 badisch gewor- j den war, überließ der Fürst das Schloß j pachtweise dem badischen Staat, der es : für Amtsräume und Beamtenwohmmgen verwendete. 1867 bot die Standesherrschaft | dem Staat das Schloß zum Kaufe an, doch i kam eine Einigung nicht zustande. Erst im Jahre 1921 erwarb die Stadt den Ostflügel, ! im Jahre 1928 den Westflügel des Fürstenbergschlosses. j ..Der Zusammenklang von Landschaft und Schloß, die Unterstreichung der na- ! tiirlichen Talenge durch den gewaltigen j Bau gibt dem Wolfacher Stadtbild das besondere Gepräge." (Tschira). Neuer Geist in der Studentenschaft Vom 31. Dezember bie 6. Januar fand in Münster in Wesfcf. ein internationaler Sfudenten- kongreß christlicher Studenten statt. Hier trafen I sich die Delegierten der deutschen Hochschulen, , die mit den ausländischen Vertretern aus Frank- j reich. England, der Schweiz und Dänemark be- ■ müht waren, im Geäste der Verständigung gemeinsam einen Weg zu finden, der aus diesem Chaos heraus und wieder zu einer gemeinsamen friedlichen Zusammenarbeit führt. Die Delegationen von Frankreich. England und der Schweiz waren je 20 Abgeordnete stark, während von jeder deutschen Hochschule mir zwei Vertreter anwesend waren. Man wohnte gemeinsam, speiste zusammen und diskutierte über die brennendsten Probleme der Zeit, und schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit wich die abwartende Haltung einer wirklich regen und herzlichen Teilnahme und einem aufrichtigen Interesse für den anderen Es war erstaunlich, mit welcher Offenheit über die heikelsten Dinge gesprochen wurde. Die au sianxhsdseii Studenten, die zum ersten Male nach diesem Kriege deutschen Boden betraten, kamen mit einer eigenen Vorsrtreijhmgs- weH von der deutschen Jugend, von dem „neuen Deutschland" und von dem „anderen Deutschland'’ und glaubten eine geistig und moralisch verkommene Jugend anzutreffen. Die Schweizer waren besonders kritisch und g a-ubten unbelehrbare, die Fehler der Vergangenheit nicht eirasebende Studenten vorzufinden. Sie waren sichtlich überrascht, eine aufgeschlossene und kritische Jugend, die ethisch vöHdg gesund ist, zu finden Gerade hier konnte man erkennen, wie notwendig, bitter notwendig es ist, daß der deutschen Jugend endlich die Möglichkeit gegeben wird, sich selbst zu entwickeln und m't dem Ausland in persönliche Fühlung zu treten im Sinne einer wirklichen, sauberen Verständigung, und um durch die Fühlungnahme von Mensch zu Mensch wieder zu gegenseitiger Achtung zu kommen. Was am tiefsten beeindruckte, war. der einheitliche Wille zu einer neuen Lebensform, die unser aller Leben wieder lebenswert macht. Am Schlußtag der Konferenz bekundeten die ausländischen Delegationsfübrer, daß es in diesen Tagen zu einer wirklichen Resonanz gekommen. und daß das Mißtrauen dem Vertrauen gewichen sei. Der französische Delegationsführer betonte, daß in Frankreich heute weit bessere Voraussetzungen für eine Verständigung vorhanden seien aus nach dem eisten Weltkrieg. So hat diese Tagung bewiesen, daß sich der deutsche Student trotz der großen Sorge seines Alltags neben seinem Studium die Zeit dafür aufbringt, sich mit großem Ernst und ganzer Energie für Dinge einzusetzen, die über sein studentisches Leben hinausgreifen und dazu beitragen, die Zukunft Deutschlands neu zu gestalten. Emst Neukaum. wettern, wie sie in Mittelbaden einen Teil der Tabakfelder zerschlugen, abgesehen, war man, waditstumsfördernde Witterungen vorausgesetzt, berechtigt, mit einer Ernte von 70 000 Zentnern zu rechnen. Die Schätzung der amtlichen Stellen blieb hinter dieser Rechnung allerdings um etwa 43 Prozent zurück. Diese Schätzung scheint erfreulicherweise nicht unbedeutend von dem tatsächlichen Ernteergebnis übertroffen zu werden. Erzeuger, die ihrer Pflicht nicht genügen, laufen Gefahr, daß sie nicht nur bestraft werden, sondern auch die Genehmigungn zum Tabakanbau entzogen bekommen. Auch die Kleinpflanzer scheinen zu einem Teil ihrer Ablieferungs- oder Umtauschpflicht nicht nachgekommen zu sein. Es besteht die Gefahr, daß die Zollbehörde den Anbau von Kleinpflanzertabak in Gegenden mit besonders schlechter Ablieferung in diesem Jahre nicht mehr gestatten wird. ßoöenlee * Rhein • Donau Radolfzell. 300 evangelische Kinder von hier und aus einer größeren Anzahl Orten der Hörn und des Hegaus erhielten von der schweizerischen Gemeinden Berlingen die Einladung, auf einen Tag zu Gast zu kommen. Tuttlingen. Die erste Bundesgeneralversamm- lurng der Gewerkschaften Südwürttembergs und Hohenzollems findet am Samstag und Sonntag, den 15. und 16 Februar in Trittlingen statt. Es werden Generalgouvemeur Widmer-Tttbingen, Vertreter der Militärregierung in Baden-Baden, Staatsrat Schmid, die Landesdirektoren für Arbeit und Vertreter der Gewerkschaften und Kreiskarteläe des Landes anwesend sein. Die Landesbeauftragten der Gewerkschaften werden verschiedene Referate halten Reute bei Waldsee Der Superior der Barmherzigen Schwestern von Reute, Franz Josef Keller, erhielt die Ernennung zum Päpstlichen Geheimkämmerer mit dem Titel Monsignore. Furtwangen. Auf der Bregtalhahn wurde mit sofortiger Wirkung der Sonntags-Zugverkehr eingestellt. Freiburg. Nach den letzten statistischen Erhebungen in der Stadt Freiburg kommen auf 1000 Männer 1420 Frauen Die Gesamtbevölke- rung zählt zur Zeit 96 451 Personen die etwa der Zahl des Jahres 1933 entspricht. Freiburg. In einem Holzlager in der Eich- stetterstoaße brach dieser Tage ein Großfeuer aus, das in dem aufgestapelten Holz rasch um sich griff. Zwei Löschzüge waren bis in die Morgenstunden mit der Bekämpfung des Brandes beschäftigt Der angelichtete Schaden beläuft sich auf etwa 40 000 RM Karlsruhe. Um zur Schaffung von Wohnraum beizutragen, wurde von der Stadtverwaltung zusammen mit der Städtischen Sparkasse, der Karlsruher Lebensversicherung und den gemeinnützigen Wohnungsvereindgungen eine Neu- bürgersaedhmg G.m.b.H gegründet Als erstes Ziel ist die Errichtung eines Laubenganghauses mit zwölf Drei-Raum-Wohnungen im Dammerstock geplant Karlsruhe. Das Hiifswerk der evangelischen Kirche in Deutschland will, wie der Evangelische Presseverband Baden mitteilte, für die Dauer von drei Monaten Speisungen für 40 000 Kinder entrichten Verhandlungen über Gewährung von Zursatzmahlzeiten an weitere 60 000 Kinder stehen vor dem Abschluß Heidelberg. Der Professor an der Hölderlin- Schule. Dr Theodor Buri, wurde beim Ueber- queren des Fahrdammes von einem amerikanischen Auto erfaßt und getötet, Buri ist durch zahlreiche Veröffentlichungen über geologische Formationen, sowie über die Thermen und Mineralquellen Deutschlands bekannt geworden. Mannheim Mich dem -enuß von Fleischbrühe aus einer Metzgerei erlitten in Hockenheim 150 Personen Vergiftungserscheinungen — Bei einem Mannheimer Konditormeister fand man 25 000 Mark in Kleingeld, außerdem erstaunliche Mengen von Kaffee, Obst und Konserven — In einem hiesigen Hause wurden zwei Frauen ermordet aufgefunden Näheres darüber, ist noch nicht bekannt. Tübingen. Von der Tübinger Kriminalpolizei wurde jetzt ein Fall umfangreicher Schwarz- sdrlachtung aufgedeckl. Sämtliche Täter konnten ermittelt und in Haft genommen werden. — Die Strafkammer Tübingen verurteilte eine Näherin aus Oeschingen zu 2 Jahren 4 Monaten Gefängnis. weil sie ihr neugeborenes Kind erwürgt hatte. — Das Mittlere Militärgericht verurteilte einen Chemiker zu einem Jahr Gefängnis, weil er entgegen einem Verbot geheime Dokumente seiner Firma in der Wohnung bearbeitete. — Eine Bande von vier Jugendlichen wurde vom Militärgericht zu hohen Freiheitsstrafen verurteilt. Die Burschen besaßen die Frechheit, in ein französisches Polizeibüro einzuibrechen. Der Anführer der Bande erhielt 5 Jahre Gefängnis. Kaufbeuren. Eine eigene große Gablonzer Siedlung. ist hier im Entstehen begriffen. Zahlreiche Betriebe haben hier die Arbeit aufge- nonunen. Seite 6 Nr. 13 SGDKUS 1 E* Freitag, 14. Februar IMF Deutsche Flurbereinigung DeT französi-sdie Plan für die Verfassung Deutschlands läßt einen Bilde auf die derzeitige Struktur des „Vier-Zonen-Reiches" an- • gebracht erscheinen, um so mehr, als sich in diesem ersten Gestal'twandel vom „Reich” zum „Staaitenbumd” wesentliche Grundlinien der zukünftigen Gestalt a-bzeidmen dürften. Nach dem Zusammenbruch des kaiserlichen Reiches wurde eine „deutsche Flurbereinigung” ein vielbesprochener Begriff. Gemeint war eine Neugliederung Deutschlands: Zusammenlegung kleiner ehemals fürstlicher Bundesstaaten und Aufteilung Preußens in eine Reihe von Ländern. Vielleicht wäre die Entwicklung der Weimarer Republik anders verlaufen, wenn vor allem diese letzte Aufgabe gelöst worden wäre; sie wurde aber nie ernsthaft in Angriff ge- , nommen. Junkertum, Generalität und Berliner Hodibürokratie wußten eg zu verhindern. Die älteren Badener aber werden sich daran erinnern, daß in jener Zeit auch die heute wieder aktuelle Frage einer Vereinigung von Baden und Württemberg lebhafte Diskussionen auslösie. Die einzige bedeutendere Flurbereinigung war die Bildung des Landes Thüringen. Die „Reichs- und Länderreform" blieb unerledigt. Das Reich der Diktatur hat aus dem Wust von Akten dieser steckengebliebenen Reform einige innerdeutsche Territorialprobleme bereinigt; im übrigen war ihm die Zentralisierung in der Struktur der Gau- Verwaltungen wichtiger. Wie steht es nun heute mit der Struktur Deutschlands? Mancher wird erstaunt sein zu hören, daß seit Kriegsende eine Reihe sehr bedeutungsvoller „Flurbereinigungen” durchgeführt wurden. Daß sie im allgemeinen nicht besonders beachtet werden, hat seine Gründe in dem wichtigsten Ereignis deutscher territorialer, verwaltungsmäßiger und schließlich auch politischer Aufspaltung: in der Zonenbildurtg und der gegenseitigen Absperrung, die jede Zone zu einer Art von „partikularistdschem Ausland" machte. Die erste Reform bildete eine Verschmelzung der preußischen Provinz Erfurt und des Kreises Schmalkalden mit Thüringen; vorübergehend gehörten auch der Regierungsbezirk Zwickau und Teile der Bezirke Chemnitz und Leipzig dazu. Diese sind aber mit dem Wechsel der Besatzungsmacht an Sachsen zurückgegeben worden. Thüringen erhielt dafür einen Teil des Landkreises Nordhausen. Ursprünglich sollten auch bayrische Gebiete - Coburg, das erst 1920 bayrisch geworden war, Kulmbach, Hof und Zeitz, Teile von Weißenfels und Eckartsberga zu Thüringen kommen. Die früher preußische Provinz Sachsen erhielt Anhalt eingegliedert. Vorpommern wurde mit Mecklenburg zusammengelegt und ist ein Land. Die Mark Brandenburg ist ebenfalls Land mit eigener Regierung und Parlament. Die Sonderstellung von Berlin erscheint verfassungsrechtlich und verwaltungsrechtlich noch nicht völlig geklärt, aber jedenfalls bildet es ein selbständiges Ganzes, unbeschadet der ihm eigenen Zonenaufspaltung. n der britischen Zone sind ebenfalls wichtige Länderreformen erfolgt. Die alte preußische Verwaltungsgliederung und die noch bestehenden Kleinstaaten sind aufgehoben worden. Dies geschah dadurch daß die Provinz Westfalen und die Regierungsbezirke Düsseldorf, Aachen und Köln zu einem neuen Land Nordrhein-Westfalen zusammengefaßt wurden. Hannover, Lippe, Braunschweig, Oldenburg sind ebenfalls ein neues Land geworden: Niedersachsen. Am zufriedensten können die Schleswig- Holsteiner sein, denn ihr Wunsch „up ewig ungedeelt” zu sein, ist nun erfüllt worden. Dafür gibt es dort allerdings wieder andere territoriale Probleme, die mit seiner dänischen Minderheit Zusammenhängen. . Hamburg gilt wieder als Reichsstadt, und Bremen hat neuerdings den Charakter eines Landes, und zwar als eine Art Exklave der amerikanischen Zone. Innerhalb der US-Zone sind ebenfalls wichtige Reformen durchgeführt worden: ob man allerdings hier, wie auch z. T. in der französischen Zone immer von Flurbereinigungen sprechen darf, ist recht problematisch. So ist zweifellos die Zusammenlegung von Nord-Baden und Nord-Württemberg - als Teillösung - das Gegenteil einer Flurbereinigung. Dagegen erscheint die Ausgliederung der linksrheinischen Pfalz aus Bayern ebenso zweifelsfrei vernünftig wie die Bildung des neuen Landes Großhessen. Das alte Bayern, das im wesentlichen blieb, wie es war, hat durch den Verlauf der französisch-amerikanischen Zonen nur unwesentliche Veränderungen erfahren; so nimmt der Kreis Lindau eine Sonderstellung ein. Audi von dem neuen Land Großhessen - Kurhessen, Hessen- Nassau, Hessen-Starkenburg, Rheinhessen, ehemals preußische Gebiete um Frankfurt- Wiesbaden - wurde ein Teil abgesplittert, nämlich die vier Westerwälder Kreise, die jetzt den Regierungsbezirk Montabaur in der französischen Zone bilden Es ist eigenartig, daß selbst in den einzelnen Teilen der eigenen Zone oft wenig bekannt ist, welche Veränderungen sich unfern vollzogen haben. So hat durch die Bildung von Rheinland-Pfalz das „linksrheinische Bayern" aufgahörf zu sein; München hat in diesem Gebiet nichts mehr zu melden. Zu dem neuen Land gehören ferner das früher linksrheinische Hessen - Worms, Mainz - und Teile des ehemaligen preußischen Moselgebietes von Koblenz bis Trier. Einge Teile sind aber hiervon dem Saargebiet angegliedert worden. Die Spaltung des badischen Landes in Einheit und Der amerikanische Journalist Walter Lippmann hat unlängst ausgeführt, die französische These stimme im wesentlichen überein mit der der westlichen Nachbarn Deutschlands. Man könne Deutschland nur dann auf dem Wege zu einer neuen „Prosperität” stützen, wenn es keine zentrale Regierung besitze. Nur dann, wenn die Macht der großen Industriekonzerne gebrochen sei, könne an die Herstellung einer wirtschaftlichen Einheit bei politischer Dezentralisierung gedacht werden. Dieser Typus sei genau das, was die Amerikaner in ihrer Besatzungszone zu schaffen begonnen hätten. Deshalb sollten - so meint Lippmann - auch die USA. für Deutschland als Ganzes diesen Standpunkt einmehmen. Sobald man Deutschland wieder gestatte, zur ersten Großmacht Europas zu werden, wurde es sich unweigerlich sofort wieder(?) an Rußland anzulehnen versuchen, um von diesem die im Osten verlorenen Gebiete wieder zu erlangen. * Edouard Herriot, jetzt Präsident der französischen Nationalversammlung hat ln der Debatte um die französische Verfassung seinerzeit darauf hingewiesen, man solle die j Form einer Verfassung nicht überschätzen, j Entscheidend sei vor allem ihr . Geist. ! Braucht man deshalb heute darauf hinzu- I weisen, daß die Beschränkung der Amts- I dauer eine^ Staatspräsidenten >, nicht unbedingt einen prohibitiven Einfluß auf die | Kontinuität der Politik eines Landes haben j muß, wenn man an das Schweizer Beispiel i denkt oder an die Verfassung der Berliner ' Kommandantur, deren Spiize ja alle paar , Wochen im Turnus wechselt? Sogar Regie- j rungen können alle paar Monate kommen j und gehen und doch eine große Nation ] repräsentieren. Andererseits gibt es eine föderalistische sozialistische Union, die eine Großmacht ist, obwohl einzelne Föderativstaaten sogar eigene Außenminister oder Vertretungen in der UNO haben, und deren Selbständigkeit verbrieft sogar so- , weit geht, daß sie auf Wunsch aus der Uni- I on auszutreten vermögen. I Nord- und Südbaden und ebenso die würt- tembergische Trennung dürfte bei vielen Leuten in Norddeutschland nicht ganz klar sein, und zumal nicht die eigenartige Tatsache, daß das Band zwischen Stuttgart und Tübingen nicht so zerrissen ist wie das zwischen Karlsruhe und Freiburg. Die einstige badische Residenz ist nur noch ein Anhängsel von Stuttgart, die „legitime” badische Regierung sitzt in Freiburg: hier liegen die Ursachen für die Kräh- winkeliade, die vor einigen Monaten zwischen Freiburg und Stuttgart gespielt wurde, und über die inzwischen durch den großzügigeren neuen „Staatspräsidenten" Dr. Wohieb mit alemannischer Vernünftigkeit der Vorhang süddeutscher Nächstenliebe gezogen wurde. Weniger bekannt ist aber auch, daß Südbaden wie Südwürttemberg noch keine „Länder” sind mit Regierungen und den sich daraus ergebenden staatsrechtlichen Folgerungen, etwa einer Ministerverantwortung dem „Parlament" gegenüber, sondern sozusagen problematische Gebilde zwischen Gestern und Morgen. Auch daß die alte. Streitfrage Hohenzollern-Sigma- ringen — Preußen an der Donau — gelöst wurde, mag manchem im nicht mehr vorhandenen Preußen unbekannt oder unbeachtet geblieben sein . . . Item: man kann sagen, daß die gegenwärtige Landkarte Europas, wo man mit einiger Wahrscheinlichkeit Deutschland vermutet, nicht eben konstruktiv klar erscheint, ganz zu schweigen, daß jenseits Oder-Neiße Deutschland aufgehört hat zu sein. Was übrig geblieben ist von dem Machttraum eines Gro&deutschland ist ein unklares Rumpfdeutschland, für das so bald wie möglich eine wirkliche Flurbereinigung notwendig wäre. R. G. H. Sicherheit Auch eine aus Delegierten einzelner Länderregierungen gebildete Zentralinstanz eines Ressorts kann eine wirksame Politik führen: Das beweist der Fall des Zwei-Zonen-Verwaltungsamtes für Wirtschaft in Minden, das jetzt eine dieser Körperschaft konforme Struktur, Spitze und damit Wirkungsmöglichkeit erhielt, weil trotz verschiedener parteipolitischer Struktur der einzelnen Regierungen in sämtlichen Ländern das Wirtschaftsressort sich in den Händen einer und derselben Partei befand. Andererseits würde man bei sehr verschiedener Einstellung der einzelnen Föderativstaaten vermutlich in Zukunft bei der jeweiligen Regierungsbildung von vornherein darauf bedacht sein, eine bestimmte Wirkung in der Zentralinstanz zu erreichen, was praktisch auf dasselbe hinauslaufen könnte, wie wenn die Zentralinstanz aus allgemeinen demokratischen Wahlen hervorginge. Würde man jedoch die Gebiete der einzelnen Länder so konstruieren, daß eine möglichst uneinheitliche Zusammensetzung einer Zentralstelle zu vermuten wäre, so würde man eine Unveränderlichkeit politischer Willensbildung auf weite Sicht unterstellen, die keineswegs unter allen Umständen garantiert ist. Würde man aber kleinere relativ in sich geschlossene Wirtschaftsräume bilden, — wir lassen es dahingestellt, ob das möglich wäre —, dann würde das zu einem gefährlichen Autarkiedenken ' führen, das doch eben um größerer Einheiten willen zu überwinden die Welt sich anschickt. Bliebe schließlich die mehr oder weniger starke Abtrennung von Randgebieten an den Grenzen des einstigen Reiches, so erhöbe sich das Problem, wie der Rest mit sich und den an ihn gestellten Anforderungen fertig werden sollte. Jedenfalls steht eins fest: je größer die Not ist, mit umso größerer Intensität wird der Gedanke eines Zusammenschlusses zu größeren Bereichen Fuß fassen, ob es sich nun um kleinere oder größere Bezirke handelt. Wohlhabenheit korrumpiert leicht und läßt einen darbenden Nachbarn im Stich Und der, der einen Anschlußwunsch im Herzen trägt, will in der Regel etwas davon haben. Wie dem auch sei, es scheint fast, als ob jede der möglichen Lösungen ihre besonderen Tücken hat. * Nur eine möglichst reibungslos arbeitende und nicht ständig quietschende Maschinerie könnte bei einem Minimum von Aufwand ein Maximum von Effekt ergeben: je leistungsfähiger jemand ist, desto zahlungsfähiger ist er auch. Die Verbindung von möglichster Schwäche mit möglichster Reparationsfähigkeit scheint ein fast unlösbares Problem zu sein. Es käme, möchten wir meinen, wohl darauf an, den elenden Partikularismus zu überwinden, im Kleinen wie im Großen, das Autarkiedenken kleinerer Gebilde zu ersetzen durch einen weltoffenen Geist, der nicht nur den eigenen Kirchturm, der nicht nür den eigenen Stamm oder das eigene Volk, sondern die Welt sieht und überall da zupackt, wo Kriegsschäden zu reparieren sind. * Indessen erhebt sich, mit Recht, die Frage nach der Sicherheit. Die bloße Existenz eines Volkes ist keine Bedrohung an sich, und kein Kelloggpakt und kein Nürnberg verbietet das . . . Leben. Deshalb kann Sicherheit nur militärische Sicherheit heißen. Und diese wäre sehr leicht zu erreichen: Aufrüstung im Zeitalter der Maschinen ist niemals geheim durchführbar. Würde man auf nur den leisesten Versuch einer Wehrerfassung, und sei es nur auf dem Wege über Ehrenkreuze für Kriegsteilnehmer des zweiten Weltkrieges oder über Volkszählungen, die Antwort geben: „Paci- fication by bombing", dann wäre das Problem mit einfachsten und billigsten Mitteln gelöst. Eine alte Atombombe wird sich schon noch irgendwo finden lassen. Auf den Versuch einer Verkündung einer irgendwie gearteten Wehrpflicht: Dieselbe Antwort. Auf „Rheiniandbesetzungen": Dasselbe. Statt Londoner Flottenverhandlungen, statt Godesberg, statt München: Immer wieder dasselbe. Ein einfaches Rezept. das in jedem Falle prophylaktisch wirkt. Besonders dann, wenn als einziges Ziel durch einfache Vereinbarung das ausgemacht wäre: ein Internat, irgendwo in schöner Landschaft imAusland, meinethalben in der Schweiz oder im Vatikan, in dem die Kinder oder die Enkel aller Präsidenten und Minister, aller höheren Regierungsbeamten und Abgeordneten sich abwechselnd zur Erholung aufzuhalten hätten. Die Einhaltung dieses Abkommens ließe sich leicht überwachen. Dieses Mittel wäre ... wirksam! Vielleicht wäre das Sippenhaftung. - Aber sie braucht ja nicht vollstreckt zu werden. Und verhütet würden Krieg und Nachkriegsnot. - Und das ist ja audi Sippenhaftung. Aber die wird vollstreckt. Auch an Unschuldigen und Kindern Vielleicht ließe sich dieses einfache Verfahren, den Frieden zu sichern, zum Segen aller Völker sogar verallgemeinern. F. New York. Henry Wallace schreibt in seiner „New Republic" in einem offenen Brief an Geneial Marshall: „Wir haben durch unsere Unterlassungen die Führung der Sowjetunion überlassen. Wir haben den Russen erlaubt, vor den Kolonialvölkern als die einzigen Feinde des „Imperialismus” zu paradieren. Wir haben sozusagen kampflos den Russen das Vertrauen von Millionen Arbeitern und Bauern in Europa überlassen, weil sie glauben, daß die Russen und nicht wir ihre einzigen Garanten- gegen Hunger und Krieg sind. Wir müssen handeln im Geist der Atlantic-Charta, wir müssen den Kolo- nialvölkern in ihrem Kampfe um die Selbstbefreiung helfen. Wir müssen überall herausfinden. welche Aenderungen in den zerstörten Gebieten der Welt nötig sind, um die Mägen zu füllen und die Völker zur Arbeit anzuspornen. Wo immer wir in Europa auf Rußland stoßen, ist nicht Rußland der Feind, sondern die Zerstörung an sich.” - Jenseits von Paragraphen Chesterton hat einmal gesagt, Demokrat tie sei ein Risiko. Wie England dieses Risiko bewältigt, zeigt uns Adolf Schröter ia seiner Schrift „So regiert sich England” (Verlag Georg Westermann, Braunschweig, Berlin, Hamburg). Meisterhaft wird hier eine staatliche Struktur enthüllt, die im Grunde allein nach dem Prinzip der Freiheit funktioniert, und deren Kernsatz lauten könnte: „So wenig Staat wie möglich". Die englische Verfassung ist nicht nach einem Gesamtplan ersonnen, sie ist in über 700 Jahren erlebt und erkämpft worden. Dennoch ist sie das Muster vieler Verfassungen geworden, die in Wochen oder Monaten niedergeschrieben wurden. , Englands Verfassung ist weder verbrieft noch versiegelt, sie ist ein ungeschriebenes Gewohnheitsgesetz, kein Papier- und dar- um auch kein Fetzen Papier. Recht steht nicht unter der Macht des Staates, sondern dieser "unter der Macht des Rechtes. In England herrschen allein die Gesetze, doch ist Gesetz nur, was das Parlament beschlossen hat, und vom Richter kraft des Rechtes durchgesetzt werden kann. Das Parlament könnte niemals seine Vollmacht, die das Volk ihm gab, an König oder Regierung weitergeben, wie dies bei uns 1933 durch das Ermächtigungsgesetz Paris. Von 6700 zerstörten Brücken sind 5886 wieder aufgebaut. Fast sämtliche 2600 zerstörten Eisenbahnbrücken wurden wiederhergestellt. Die Leistungsfähigkeit der Eisenbahn hat den Stand von 19-36 wieder erreicht. Doch es fehlt an Kohle. geschah. Da« wäre ein Bruch mit der Ge- i wohnheit, den der Richter nicht durchsetzen ; kann. Denn der Richter, nicht der Para- | graph entscheidet. Auch nicht die Nützlich- ! keit oder die Anschauung der jeweils ! mächtigsten Partei. j Uebrigens: Da alle kleinen Streitigkeiten ■ und auch Straftaten big zu 6 Monaten Ge- j fängnisstrafe von den Friedensrichtern, die i Laien sind, beurteilt werden, so kommt I England mit rund 150 juristisch gebildeten j Richtern aus. Das bedeutet, daß die Richter sich nicht an Lappalien zerreiben. Nur solche Gesetze dürfen im Parlament beschlossen werden, welche die Parteien im Wahlkampfe erwähnten - man vergleiche das mit der Gesetzesmacherei bei uns zwischen 1933 und 1945. Was aber während des Wahlkampfes versprochen wurde, mu6 auch als Gesetzesvorschlag eingebracht werden. Darüber wacht die Gewohnheit, j deren Sprachrohr die Presse ist. Hier regiert das Volk also wirklich, es gibt seinen Abgeordneten keine Blankoschecks - auch daher wäre ein Ermächtigungsgesetz in England nicht möglich. Im Kabinett herrscht seit 1782 das Einhelligkeitsprinzip. In ihm abzustimmen und Mehrheitsbeschlüsse zu fassen, wird al* peinlich empfunden. Daher gibt es auch kein Mißtrauensvotum des Parlaments gegen einzelne Minister, sondern nur gegen da* gesamte Kabinett, wenn auch der Premier • in der Lage ist, einzelne Kollegen auszubooten. Mißtrauensvotum gegen die- Regierung bedeutet aber die Auflösung des Hauses und Neuwahl, von deren Ausgang es abhängt, ob die Regierung zurücktreten muß. Siegen die Kritiker, so müssen sie zeigen, daß sie es besser können. Der Bürger denkt nicht nur an die eigen« Freiheit, sondern achtet auch die der anderen. Selbstbeherrschung jedes einzelnen, „seif control", ist die Voraussetzung dazu, Frage der Erziehung, Bei dieser kommt eg auf die Charakterbildung an, nicht auf die Menge deg Wissens. Nur dies ist wahre ..Bildung". Der „vielwissende Ungebildete” jedoch ist Deutschlands weitestverbreitester Typ. Sogar die Opposition besitzt in England* Parlament eine offizielle Funktion, ihr Leiter sitzt mit am Regierungstisch. Kritik ist Verpflichtung, sie ist das Gewissen der jeweils Regierenden - nicht ihr Feind. Für Hitler aber war das Gewissen „eine jüdische Erfindung, eine Verstümmelung de« Menschen wie die Beschneidung”. HCG KONSTANZ Stafettfcatec kaufte«], gieitaa., 14. 2.. 1« UJr (2. Stj. III) „Sabel-, 3am-i- taq. IS. 2., 18 Ui)r (2. 3tf. IV) „Sa* bei". Sannto». 16. 2.. 14.30 Ulji (atiB. «tonn.) „Sie Gutfityraag aas Dem Se.eil“ (9?alt »am 11. 2., geleite garten bebalten ©ültigleii.). iS U&t (aug. Storni.) „Sie 6ntfiil»e««g aas bem Serail-. Sienteg, 17. 2. 20 uijt (ge;djiofi. SoriteUune für bie (5e= merljibaften): „Sabel“. Bienstag, 18 2 18 Ubt (aug. Sbonn.) „Sie b»nit>fton]trt Des oet[täillcn £täbtiicr|ensbiftmng im Alter b : - }■.! 40 fahren unt. 3 2083 An}.* B. m ^urt BJnfenborf, iftaumimig (Saale), Rintenrtng 20. Ueierje^er, afab. geprüfte, eif., für tcraiii'dic unb unffenidjaftlidje Seite aus bem ^tan3. ins Xcutidie bei * 0 - f)cm <&cf)aU non fran}. £ienftiteUe gei. i)?artin, Scnautseg, 1—3, Sciben^Sab-n Aetiementenr. erfahrener, aus bet 3^' geieimafhinenbrandte als OTaidüncn^ meiiter oon lübbeutidjent 3 lc 9 cia,ct * gefudn Sctoerbungen rortt Lebenslauf unb SehaHsanfprüdjen unter 1110$) An}.*13ÜT0 ijadert, §eilbronn/9t. UbmadjergeljiifeK, rührig, tel&ftanfru fath., Icbig, bietet Üh Gelegenheit nah gut. 3u!s. 3 U hr. unt. 57 $43 3üM. 5riebrid)s&afcn. 1. Xheatemaltr (Ardnte!iur*3Ralen, jo» rote roeitete Xfcatermaler. ©eroanb-- meifter, Xbeatermcijter gei. Crfte Äräjte poHrild) unbelastet, roouen jth mit aus* fiihrlidhen Lebenslauf unb 3* u 0 n *fi cn melben bei: SBürtt. Staatstöeater, Stuttgart. 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Äft.> Sambnrfrtscheptar, junges, tidj-tiges, aus bem Shmat^tBalb. i n aßen ftctb: unb Aitalbarbciten beroanbett. jud>t Stelle auf tjoj ober ($ut entroeber ’,ur jclb* ftanbtgen Rührung in Bäht ober jur 2K:thiIfe. 3u.hr. unt. 60 .*>95 cüMur. Äonftanä. OIEN SUCHDIENST 3nf.*9legt. 14. Sturm*(5rcn. Alois Sin* ger, geh. 3. 7. 24 in Xepli$*chönau. leit ben Kämpfen am 22. 3uni 44 ?Q tm narbaftl. Crfha (Cftfront) als ocr* mißt gemeltet. ©Item Alois u. Anna Singer. (16) (gdmeisbah 9lr 41. Ärcts ftulba. £>cji«n. 9Ufc[aubbeii*tebrer! 3Bcr fann Auskunft geben über Unteroffizier HBolfgang non Alettemihr (Einheit 21103, »ermißt April 44 in Beffatabien, ater (SinhcM 58 560 A —(£, »ermtfet Xejcmter 44. in 3ugoUai»ten. Freifrau f>ebroip con SKeticrnih, (21a) tBchrben/Bje'^ BSeftialen. Uff}. Croalb grijhbier. geh. 28. 3. i-% letzte 5lahriht »om 2. 12. 42 aus beut ftüume »an Stalingrab. }ultt$t mahn* öaft in ftriebrihshafen. 3am. ttnttl ^riihbiet. (37b) Buggingen üb« rbfufl» heim (Baben). Ansfnnft itb. Bectnigic ab. ©efangene in rufi. Agf'h. (Äahforihungen i. b. ». 9 comj.-Beb. nargeih*. ftotm) eth. c &h. Grmitilungsbienft Onfatma. . ** Franz. Boftfah. Angehitige bet tKarfheinbeit. bU am 25. 3. 45 »on ftantern bei Lotrah r.ah Xrentjhin (I'hed»a[lomafei) in SRarh gefeßt mutte: B3er fann Ausfunft .t«* ben über Cbergefr. Äarl SBal$? Aßa*S, A?:mien bei 3®tei a fon, Ä«is 2Rn»* (ingen (SBürttemberg), Bbotographm, lüdjnge, clbjt arbeitenb im Atelier, 'Jleptobuftions unb Amateurfad) mochte jth »eränbetn. 3 u ’h? unter 60 506 Sübfurier Äanftan}. Lebrjteflc i H defirotedm. ab medwn. 2Berfftatu, auf bem Lante geluht f- lTfähr. fraft. Jungen, mit Äoft unb Atahnung. 3ujhr. u. 18 771 Sübf. Sonjlan}. VERTRETER Bertretungen Ieiftungsfähiger firmen in Berbr.*2Rotören aßet Art für Jnbu* ftrie unb Öanbmirticbah. 9lußfahr)eu* gen unb 3ubei)är übernimmt noch !ül Baben unb ^Württemberg langjährig erfahr.. »erhanbiungsgeroanbtcT ?Jah' Jng. BX3. 3^ r ht. unt. 60 503 Sübf Äonftanz. 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Johann, ©eotg; Blähtet Bfaria. 54 3.. geft. 11. 2. 47. Ziefenftein: Kathberger. BSalbutga geh. 3 nwt - 47 3.. geft. 6. 2. 47. Xiengett: Sutter. Äar-l. 51 3.. geft 31. 1. 47. Ueberltngen*Sec: Häring, Clga, geb Brenbcr. 53 , te 5.. geft. 6. 2. 47. Bißingen: Sonrabs. ^ugo. 63 5.. g*ft. 5. 2. 47. SBatierfeingen: Bfeftmct. Uri ule, geb 9larfb*rf: Sieber. 5oief. 18 3., 32* jtorben 5. 2. 47. «öftrIngen: Aßeiftmann. $>cbrotg. 23 geft. 5. 2. 47. ttenbingem: £>ctmann Berta, 59 3 . geft. 2. 2. 47. 9Heberefdteh: Cterger. Aoia. geb. perb. 64 !/ ! geft. 1. 2. 47. Cefingen: Äohier. Johannes. 44 5 . geft. 12. 1. 47. AtetHparten: Bur. So.a. geb. Sdjmtö 52 5.. geft. 3. 2. 47; Zoß. §ilba. geb. Sattele. 35 5.. geft. 8. 2. 47. SBeUmetl: Aägelc, Berta, geb. Buhe 65*/# 3., geft. 4. 2. 47. Seiterbingen: ©ohl. Auguft, 74 3.. geft. 1. 2. 47. ABielabingem: ©erpatft, 9to:a aeb. ShäuMc. 73 3.. geft. 25. 1. 4*. Aßor ( *!ingen: Auer Johann, 86 X, geft. 2. 2. 47. 5$**u&orf: Wuffler. 3Kathi«s 32 0 .. geft. 7. 2. 47.