ser 19«, ■ Kor Pe*» ge ay| ihte, ep. plotzfi* So wj«, in Got_ a bisfc* n zwi- ® nadj. Leber ßte. 1 n durch Heia. FWSDVKUeStRH SUDKURIER weiS£ 14, JAHRGANG • ÜBERPARTEILICHE INFORMATIONSZEIT ÜNG FÜR DAS LAND BADEN ung dg. Vtm» I Erscheint Dienstag, Donnerstag, Samstag. Adresse: Konstanz, Rosgartenstr. 12 tes. I Telefon-Anschlüsse: Redaktion und Verlag Nr. 924, 925, 1130, 1510, 1511 ilutsptf. ine wia or üngee forscher l **. die Bei ei- Leber* «1 de« en Ver. Nerven Ueber- erfolgt auf eine s Herzand die nregung aus. Lunsen hneiden 1 Nähr- . solches hlageo- „Atem- uerstsff ist die ium di« "ird das an Ver- ten sich t dem :u Hilfe fmangel en che- ten Un- emikeri toer che ndt dem blumea, irksai»- rz untf t Here- ;r Ver- nei am i. Denn e Leber ung des ^J alis eng : |j uribe- er Körr •z durch r ange- ider. Kurz notiert m Kolle- t gesw» ben, den haben? so stirht lot konn- n: „Ein herweiee eines Fe- sind ein e Hand- was des ten wSh- renn eile Manchall Sokolowskl richtete an die drei geellirhrn Militärgouvemeure ein Prot estsdi reiten ge9 en die Durchführung der Berliner Kom- ^analwaiden. Einige Angeklagte in Nürnberg wie Wilhelm Bohle, früher Aufienpolittscher Leiter der NS.- DAP, Hans Kebrl, ehemals Leiter des Rü- «bmgsamts bei Speer und der ehemalige Reichs- jgnanzminister Schwerin-Krosigk erhielten Ur- ^cb, um Famlllenaogelegenheiten zu ordnen. Die Spruchkammer Mlesbadi stufte im NachlaS- terfahren Heinrich Himmler in die Gruppe der Hanptschu digen ein und Verfügte die Einziehung «eines gesamten Vermögens. Der ehemalige deutsdraationale Innenminister Walter Keudell, wurde vom Entnazlflzierungs- zussdiufl Lüneburg als entlastet erklärt. 30 Schweizer Journalisten, die von einer Randreise durch Westdeutsch’and zurückkehrten, trafen in Frankfurt mit deutschen Pressevertretern zusammen, um über ihre Eindrücke zu berichten. Als erste einer Reihe neuer Provinzzeitungen erhielt in Wttrttemibenj-Baden (He „Heidenhelmer Zeitung” von der US-Milltärreglerung die Lizenz. Das belgische Kabinett sprach der Regierung Spaak mit sehr starker Mehrhei das Vertrauen aus. In Dünkirchen haben die Hafenarbeiter ihre Arbeit wieder aulgenommen. Die Streiklage in den französischen Häfen bessert sfdi weiter-. Prinzessin EMsabeth von England verfügte, da# Jeder Mutter eines enqilsrtien Kindes, das am 14. November, dem Geburtstag ihres Sohnes, geboren Ist, ein Lebensmittelpaket zugestellt wird AnBenminister Mrrsha’l befindet sich seit seiner Rückkehr aus Paris ln einem Washingtoner Krankenhaus. Der australisch» ITN-Del »Morte Wanren Autstln mufite steh einer Operation unterziehen. Der Präsident der französischen Republik, '-Vincent Auxio’. empfinn -den stet"vertretenden sowjetischen AuBenmfnister Wyschinski und Mitglieder der sowjetischen UN-Delegation zu einem Frühstück. Botschaft*- und Konsulatsmitglieder der USA in Nanking und Schanghai werden nach einem •örtlichen Kommunique nach Manila (Philippinen) evakuiert. V Die Ausrüstung und das Personal der Ver- jiwrgung'-basis der chinesischen Luftstreitkräfte wurde von Peking nach Formosa und Tsingtaiu verlegt. Bet Kairo stürzte ein Omnibus mit 31 Personen ln einen Nllarm. Etwa 36 Personen fanden dabei den Tod. Trotz einer Warnung der Besatzungsbehörden sind 140 000 japanische Bergleute in den Streik getreten. Die indische verfassumgsgebende Versammlung beschloß, die Aechtung der niedrigen Kasten ab- ttasdiaffen. Alle Diskriminierungen aus Gründen der Religion, der Kasten oder der Abstammung . werden verboten. Der FuBball-Länderkasnpf England — Schweiz, der gestern stattfinden seilte, kann wegen zu -«torfker NebeibUdung erst heute in London statt- ffcsden. Zum Widerstand entschlossen. Nanking. Aus den der National-Regie- rung nahestehenden Kreisen verlautet, daß Generalissimus Tschiang-Kai-Schek geäußert haben soll, er glaube zuversichtlich, Nanking drei Monate lang halten zu können. Gleichzeitig wird berichtet, daß der seit dem 9. November mit dem 7. Armeekorps eingekesselte General Huang Potao Selbstmord begangen hat. Das 7. Armeekorps ist nach allgemeiner Ansicht als völlig aufgerieben zu betrachten. KONSTANZ DONNERSTAG 2. DEZEMBER 1948 SED bricht Berliner Verfassung Theatercoup in der Staatsoper - Gegenmagistrat im Ostsektor gebildet Von unserem BerlinerA. G.-Korrespondenten NUMMER U0 Bezug monatlich durch die Poet DM 2.03. dazu 27 Dpi Postzusleügebühr, durch Träger DM 2.10 einschließlich 25 Dpf. Trägerlohn. — Einzelpreis 20 Dpi Berlin. Im sowjetischen Sektor Berlins ging -am Dienstagnachmittag der entscheidende Versuch der Kommunisten vor sich, entsprechend der Anweisung der sowjetischen Besatzungsmacht noch vor der Wahl des 5. Dezember die Stadt Berlin zu spalten. Vom Dienstagmittag ab ereignete sich folgendes: Eine sogenannte „Stadtverordnetenversammlung”, die von dem SED- Mann Ottomar Geschke einberufen wurde, erklärte den amtierenden Berliner Magistrat für abgesetzt .Die SED bildete zusammen mit den Splittergruppen der demokratischen Parteien einen Magistrat für den sowjetischen Sektor Berlins. Zum Oberbürgermeister wurde Fritz Ebert (SED), der Sohn des verstorbenen Reichspräsidenten, ernannt. Vor der Universität und im Lustgarten demonstrierten auf Befehl der SED Arbeiter und Schulkinder. Nachmittags: Sitzung des rechtmäßigen Berliner Magistrats. Stellungnahme der Besatzungsmacht: Versuch in der Staatsoper ohne jede Legalität. Erklärung alliierter Finanzsachverständiger: Für die Einführung der Westmark als alleinige Währung in den Westsektoren fallen jetzt wesentliche Hinderungspunkte weg. Dienstagnachmittag: Am Admiralspalast gm Bahnhof Friedriohstraße, der jetztigen Berliner Staatsoper, großes Aufgebot von Markgraf-Polizisten und Ordnern mit weißer Binde und Schirmmütze. Im Innern ein dreiviertel besetztes Haus, dicht gefüllt die ersten 15 Reihen des Parketts. Auf Vorschlag der SED und ihrer Splittergruppen erklärt man durch Handaufheben den verfassungsmäßigen Berli. ner Magistrat für abgesetzt. Fritz Ebert wird zum „Oberbürgermeister” ernannt. Geschke: „Ich verpflichte Sie als Beauftragter der Vertrauensleute der Berliner Bevölkerung durch Handschlag, daß Sie Ihre Aufgabe zum Wohl der gesamten Berliner Bevölkerung unparteiisch durchführen.“ Ebert: „Ich bringe die Kenntnisse aus der Arbeit in der sowjetischen Besatzungszone mit. Verlassen Sie sich darauf: Ich werde meine Arbeit entsprechend durchführen.” Die Demonstration vor der Berliner Universität verlief ruhig. 600 000 Demonstranten wurden erwartet, etwa 100 000 waren gekommen. Eine Kapelle der Markgraf-Polizei versuchte, die Demonstranten durch zackige Marschmusik bei Stimmung zu erhalten. An der Demonstration mußten die Schulklassen des Ostsektors geschlossen teilnehmen. Zehn- bis zwölfjährige Schulkinder trugen rote Fahnen und schrien: „Nieder mit dem Spalter-Magistrat-” Die Hälfte der Demonstranten verließ den Platz vor Beendigung der Kundgebung. Ais der Gewerkschaftler Chwalek die Magistratsnominierung im Admiralspalast durch Lautsprecher bekanntgab, blieb der offenbar erwartete Beifall aus. In den späten Nachmittagstunden war der rechtsmäßige Berliner Magistrat in der Wohnung der amtierenden Oberbürgermeisterin Frau Luise Schröder zusammengetreten. „Eine willkürlich gebildete Personengruppe”, so heißt es in einer Magistratserklärung, „hat sich ohne jede demokratische Vollmacht das Recht angemaßt, eine Stadtverwaltung einzusetzen. Der Magistrat stellt fest, daß lediglich die aus den Wahlen am 20. Oktober 1946 hervorgegangenen demokratischen Körperschaften berechtigt sind, im Namen der Stadt zu sprechen und zu handeln. Jeder, der sonst als Bürgermeister oder Stadtrat aufzutreten versucht, macht sich der Amtsanmaßung schuldig und wird von den ordentlichen Gerichten zur Rechenschaft gezogen werden”.. Hinter der Bildung des separaten Magistrats stehe eine Macht, welcher der strat wahrscheinlich gesetzmäßige Magi- aus dem Stadthaus werde weichen müssen, erklärte Bürgermeister Friedensburg, der während der Vorgänge im Admiralspalast sein Amt weiter im neuen Stadthaus ausübte. „Hoffentlich lernen auch die Alliierten daraus, daß man nicht eine deutsche Behörde schaffen kann, die keine Macht hat. Alle, auch die britischen und amerikanischen Polizeioffiziere, haben eifersüchtig darüber gewacht, daß der Magistrat über die Polizei nichts zu sagen hatte. Sie haben die Freude behalten wollen, selbst zu kommandieren und haben damit Markgraf das Spiel wesentlich erleichtert.” .Aktionen entbehren jeder Legalität" Die Stellungnahme der alliierten Stadtkommandanten, General Herbert: „Das im Ostsektor veranstaltete Theater bewegte sich in bekannten Bahnen. Wir erblicken darin den Gipfel der von den Sowjets inszenierten Versuche, der Stadt den Willen der kommunistischen Minderheit aufzuzwingen.” Oberst Howley: „Die Staats- operversammlung ist eine flagrante Verletzung der Berliner Verfassung. Ihre Aktionen entbehren jeder Legalität.“ — „Die französische Militärregierung hält sich an die Verfassung der Stadt Berlin und kann daher die Versammlung im Admiralspalast nur als eine Theatervorstellung bezeichnen”, erklärte der französische Stadtkommandant von Berlin, General Ganeval. Ottomar Geschke teilte den vier Stadtkommandanten schriftlich mit, daß' der amtierende Magistrat abgesetzt sei. Er hoffe, daß der neugewählte provisorische Magistrat bis zur Durchführung freier einheitlicher und demokratischer Wahlen in ganz Berlin die notwendige Unterstützung erhalten werde. Die Stadträte des Ost-Magistrats begaben sich am Dienstagabend in das Stadthaus im Sowjetsektor, um sich ihre neuen Diensträume anzusehen. «Sie erschienen teilweise mit ihren Frauen und Kindern und belegten nach eigenem Ermessen Diensträume, Bürgermeister Dr. Friedensburg, der sich in seine Amtsräume ins neue Stadthaus begeben wollte, wurde der Zutritt Ein letzter Vorschlag Bramuglias Militärgouverneure und Besatzungsstatut joetex « nwijtt, anntft irt» «* » enürf Frankfurt. Die drei Militärgouverneure Koenig, Clay und Robertson trafen «ich zu erneuten Besprechungen in Frank - furt am Main. Behandelt wurden im entliehen das Besatzungsstatut, über _ _ praktisch eine Einigung erzielt wurde, Undj^die Frage über die Errichtung eines .interalliierten militärischen Amtes zur Sing der Interessen der Besatzungsflächte. Ort, Ausmaß und Zusammen- «etzung dieses Amtes hätten keine konkreten Festlegungen gefunden. Einen breiten Raum haben die Verhandlungen über die strittigen Punkte des f Besatzungsstatutes eingenommen. Man j-rihoffe. daß die Verkündung dieses Statu- “ Ibas, das in Form einer Dreimä-chteprokla- töation erfolgen soll, noch vor der Fertigstellung des Bonner Grundgesetzes erfolgen könne. In diesem Besatzungsstatut •eien Paragraphen verankert, die es den [deutschen gestatteten, an internationalen Politischen Tagungen im Ausland teilzu- Behmen. Auch Au'ßenhandelssteilen in Pbrm von konsularischen Vertretungen •eien für die Deutschen vorgesehen. Francois-Poncet, der an den Besprechungen teilnahm, fügte hinzu, daß auch die Frage eines obersten alliierten Schiedsgerichtes behandelt worden sei, das die Aufgabe habe, deutsche Meinungsverschiedenheiten zu strittigen Fragen des Bestemgsstatutes entgeigenzunehmen und *ü entscheiden. Schließlich seien noch Meinungsvershie- ^enheiten bezüglich der Bezahlung der Besatzungskosten aufgetreten, die nicht , jjeigelegt wenden konnten. Clay und Ro- t “ertson betonten in ihrem Standpunkt, daß die Bundesregierung der drei West- *>nen einzig und allein die Besatzungs- ■oeten zu regeln habe und sttgti dafür ver- anrwortlich sei, daß den Ländern die Besatzungskosten anteilmäßig auferlegt würden. Der französische Standpunkt verlange, daß jedes Land für sich die Besatzungskosten zu zahlen habe und die neue westdeutsche Bundesregierung hier nicht eingeschaltet werden dürfe. Ministerpräsidenten bei Koenig Baden-Baden. Die Ministerpräsidenten der französischen Zone, Dr. Gustav Müller, Leo Wohieb und Peter Altmeier trafen sich Anfang der Woche zu einer regelmäßigen Besprechung mit General Koenig. Während der dreistündigen Konferenz, an der auch Botschafter Fran$ois- Poncet und der politische Berater General Koenigs, de Saint Hardouin, teilnahmen, wurde das Betriebsräteproblem besprochen. General Koenig Stellte hierzu für die nächsten Tage eine französische Stellungnahme in Aussicht. Im Zusammenhang mit einer eingehenden Behandlung der finanziellen Lage der drei Länder der französischen Zone teilte General Koenig, wie bereits gemeldet, mit, daß französischerseits die notwendigen Maßnahmen für eine 25%ige Herabsetzung der Besatzungskosten getroffen worden seien. Der General gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Ministerpräsidenten ihrerseits alles tun werden, um die Einnahmen ihrer Länder zu steigern und die Ausgaben zu verringern. Zur Verfügung des französischen Oberbefehlshabers über die Schaffung des Südwestfurik-Status versprach der General den Ministerpräsidenten, den Paragraphen über den Verwaltungsrat dahingehend abzuändem, daß den Ländervertretem im Verwaltungsrat des Südwestfunks eine breitere Beteiligung eingeräumt werde. Paris. Bramuglia hat einen von den neutralen Mitgliedern des Sicherheitsrates ausgearbeiteten neuen Vermittlungsvoir- schlag in der Berliner Frage den Großmächten zur Stellungnahme übermittelt. Die neue Formel überträgt die Verantwortung für die Lösung des Berliner Währungsproblems einer au® neutralen Mitgliedern des Sicherheitsrates zu bildenden Experten-Kommission. Dadurch soll ver, mieden werden, daß sich die Westmächte gezwungen sehen, unter dem Blockadedruck zu verhandeln, was sie bisher stets abgelehnt haben und woran sie nach wie vor fenthalten. Bramuglia ist der Ansicht, daß sein neuer Plan auch nach dem Aufhören seines Mandats als Präsident des Sicherheitsrates durchgeführt werden kann und der bevorstehende Wechsel im Präsidium hierauf keinen Einfluß habe. Der von Bramuglia gemachte Vorschlag ist von Wyschinski und den Westmächten angenommen worden. In Kreisen der Vereinten Nationen ist man jedoch angesichts der jüngsten Vorgänge in Berlin einigermaßen skeptisch, was die Aussichten dieser neuesten Vermittlungsaktionen Bramuglias angeht Man hat hier den Eindruck, daß die von den Russen ergriffenen Maßnahmen, insbesondere das von Marschall Sokolowskl angenommene Projekt für eine Stadtverwaltung im Ostsektor Berlins, die noch bestehenden schwachen Aussichten für die Lösung des Berliner Konflikts durch den Sicherheitsrat sehr verschlechtert haben Man sieht in dem Vorgehen der Russen ein neues Manöver, um die Situation in Berlin weiter zu erschweren und dort die Position der Westmächte unhaltbar zu machen. Wirtschaftsrat dreimal vertagt Fernspruch unseres J. F.-Korreepondenter. Frankfurt. Die 26. Plenarsitzung des Wirtschaftsrats begann nach dreimaliger Vertagung erst in den späten Abendstunden, da es trotz mehrtägigen interfraktionellen Besprechungen bis zum Dienstagnachmittag nicht gelingen wollte, über den Paragraphen 18 dieses Gesetzes, der die Höhe der allgemeinen und der Sonderbesteuemng betrifft, eine Einigung zu erzielen. Die CDU-CSU, der zur Durchbringung ihrer Auffassung mit Hilfe der PDP und der DP der knappe Sieg sicher war, bemühte sich dieses Mal um die Zustimmung der SPD unter allen Umständen. Tatsächlich gelang es in den späten Abendstunden, sich über die strittigen Punkte des Lastenausgleiches einig zu werden. Danach sollen die Abgaben von Vermögen bis zu 15 000 Mark 2 Prozent und von Vermögen über 15 000 Mark 3 Prozent betragen. Die vielfachen Aenderungen des ursprünglichen Gesetzes textes haben den Erttwcref in seinen Grundzügen wesentlich geändert. Das bezieht sich sowohl auf die Vorauszahlungspflicht, die terminlich vom 10. November auf den 10. Januar verschoben worden ist, als auch auf die Neubewertung des Betriebsvermögens, Definition des Begriffs Flüchtlinge (keine politischen Flüchtlinge) und schließlich auf den Kreis der Unterhaitsempfänger, der nun auch auf alleinstehende Frauen mit drei Kindern, Vollwaisen usw ausgedehnt ist. Neuer britischer Deutscfalandminister London. Das britische Außenministerium gab bekannt, daß der bisherige britische Staatssekretär für Deutschlandangelegenheiten, Sir William Strang, am 1. Februar 1949 als Nachfolger von Sir Orme Bargant den Posten des Staatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten übernehmen wird. Staatssekretär für Deutschlandangelegenheiten wird Sir Ivonn Kickpatrick, der zurzeit den Poeten eines stellvertretenden Staatssekretärs inne hat in das Häus verwehrt. Fünf Offiziere der Ostsektoren-Polizei stellten sich ihm entgegen und verweigerten ihm den Zutritt. Der Magistrat von Berlin hat inzwischen alle seine Dienststellen in die Westsektoren verlegt und die Angestellten durch die Tagespresse aufgefordert, sich dort zur Arbeit einzufinden. * SK. Das Ergebnis wochenlanger, von mancherlei hoffnungsfreudigen Kommen: taren begleiteten Verhandlungen vor und' hinter den Kulissen ist — Berlins Spaltung. Der alte Ebert, erster Präsident der Deutschen Republik, würde es nicht fassen, können, wenn er noch erleben müßte, wie sein Sohn sich zum Spalter Berlins und damit Deutschlands hergibt und sich durch Handaufheben zum Oberbürgermeister „wählen” läßt. Das Erschütterndste an diesem furchtbaren Schauspiel ist, daß sich Deutsche- dazu hergeben, Rußlands politische Geschäfte zu besorgen. Nicht weniger erschütternd, daß die Westmächte noch immer in dem Roosevelt’schen Wahne leben, Stalin sei im Grunde doch ein guter braver Mann. Der ehemalige USA-Bot- schafter in Paris, Bulitt, berichtet in seinen Erinnerungen, wie Roosevelt ihm einst sagte: „Bill, ich diskutiere nicht Ihre Tatsachen, eie sind richtig. Aber ich habe nun einmal den Tick, daß Stalin nicht so ist, wie Sie ihn schildern. Ich glaube, daß, wenn ich ihm alles gebe, was ich kann und nichts von ihm dafür verlange, nobles- se oblige, er nicht versuchen wird, fremde Länder zu annektieren und mit mir zusammen für eine demokratische Welt und den Frieden arbeiten wird.” Mit diesem Tick begann so manches, auch der Fall Berlin. Nebel verhindert Luftbrücke Berlin. Seit 24 Stunden ist die Luftbrücke unterbrochen, teilten die britischen Behörden mit Der dichte, seit Montag über Berlin liegende Nebel mache jegliche Landung, selbst tnit Hilfe des Radargerätes unmöglich. Die Leitung des britischen Flugplatzes Berlin-Gatow erlaubte am Dienstagnachmittag sieben viermotorigen Flugzeugen die Landung, sie mußte jedoch erneut jeglichen Verkehr unterbrechen. Man muß wissen^.. „Man muß wissen, was man will: entweder Europa aufbauen oder Deutschland lähmen. Es geht nicht darum, ob diese Feststellung für Frankreich bitter ist, sondern ob sie stimmt. In der Politik zählen nur die Tatsachen. Solange es in Deutschland drunter und drüber geht, wird Europa keine Ruhe finden: der Wiederaufbau Deutschlands ist untrennbar mit dem Wiederaufbau Europas verbunden.” Die Pariser Zeitung „LE MONDE”, welche diese Feststellung trifft, fordert, daß man aus der Erkenntnis die Schlußfolgerung zieht: „Es wird ohne eine französisch-deutsche Allianz kein Europa geben. Wenn man diese Allianz für unmöglich ansieht, sagt man mit andern Worten, daß Europa unmöglich ist und uns nur zwei Wege offen stehen: entweder wir werden ein Vasallenstaat von der Art der Philippinen oder der Balkandemokratien — wenn wir nicht ganz einfach eine Sowjetrepublik werden —, oder wir entwickeln uns zum 50. Staat der Vereinigten Staaten von Amerika.” Das Pariser Blatt, das zu. den angese- hensteh Frankreichs gehört und dessen gute Beziehungen zur französischen Regierung und besonders zum Quai d'Orsay bekannt sind, hat in den letzten Wochen und Monaten mehrfach einer realen Europa-Politik das Wort geredet. Dieser Tage noch griff es in die Ruhrdebatte mit der mutigen Darlegung ein, daß die Sicherheitsfrage nicht richtig gestellt und in Zukunft genau so wenig wie vor 1939 eine im Ruhrgebiet betriebene deutsche Wiederaufrüstung verheimlicht werden könnte. Eine Garantie und Sicherheit könne nur durch den engen Zusammenschluß der Ruhrindustrie mit der gesamten westeuropäischen Industrie erreicht werden, wodurch die heute soviel besprochenen Kontrollen sich von selbst nicht nur auf Deutschland, sondern auf alle beteiligten Länder erstrecken würden. Der Vorstoß der „MONDE”, der von Maurice Duverger gezeichnet ist, führt eine Reihe von Argumenten an. Die wesentlichsten Stellen des Artikels lauten: „Man kritisiert den Marshall-Plan und findet diese Almosen demütigend. Wenn aber einmal die Zeit der Pressekonferenzen vorbei sein wird, muß man sich Rechenschaft darüber ablegen, daß Europa ohne die amerikanische Hilfe erst dann auskommen kann, wenn seine Industrie wieder hergestellt sein wird, wobei die deutsche Industrie eine entscheidende Rolle spielt. Und wenn man davon spricht, den europäischen Kontinent gegen einen möglichen Angriff von außen militärisch verteidigen zu wollen, muß man sich darüber klar sein, daß diese Worte die Wiederherstellung der deutschen Armee gleichzeitig mit der französischen zur Vorraussetzung haben. Denn es gibt auf dem Kontinent nur zwei militärische Nationen: Deutschland und Frankreich. Eine europäische Armee wäre in ihren wesentlichen Bestandteilen eine deutsch-französische Armee. Ich bin mir völlig klar darüber, daß diese Worte wie ein Sakrileg klingen und einen Skandal hervorrufen. Weil Frankreich einen deutschen Angriff fürchtet, will es die deutsche Industrie schwächen. Damit aber verdammt es Europa und sich selbst zu einem armseligen Dasein, ohne dafür eine wirkliche Sicherheit §inzuhandeln. Denn selbst ein geschwächtes Deutschland mit 70 Mill. Einwohnern müßte eine Drohung für ein Frankreich mit seinen 40 Mill. sein. Es gibt nur eine Lösung: schon den Gedanken an einen neuen deutsch-französischen Krieg muß eine so enge Verbindung zwischen den kontinentalen Völkern unmöglich machen, daß ein europäischer Konflikt ebenso undenkbar wird, wie heute ein französischbelgischer Krieg oder ein Krieg zwischen England und Amerika unvorstellbar ist. Bis zur Erreichung einer solchen Föderation müßte eine sehr genaue und sichere Garantie, die sich die Alliierten geben, jede unangenehme Ueberraschung während der Entwicklungszeit unmöglich machen. Das gegenwärtige Ruhrproblem gehört gar nicht in den Rahmen der französischdeutschen Beziehungen, sondern geht die Beziehungen Europas mit Amerika an. Die angelsächsische Entscheidung ist nicht deswegen so schwerwiegend, weil sie zum Schaden der französischen Macht Deutschland zu stärken trachtet, sondern weil sie auf dem Wege der allgemeinen Entwicklung zur Abhängignjachung des Kontinents liegt. Angesichts der innerfranzösischen Wirren könnte Deutschland bei der militärischen Organisation des Westens unter amerikanischer Führung bald eine erste Rolle spielen. Nichts ist natürlicher, als daß die Franzosen über diese capitis diminutio einen gerechtfertigten Unwillen empfinden. Am bedauerlichsten wäre aber nicht dieser Wechsel in der Gunst Amerikas, sondern die Tatsache, daß sich Europa immer mehr von seiner eigentlichen Aufgabe in dieser Stunde der Geschichte entfernt, nämlich eine vermittelnde Stellung zwischen den beiden rivalisierenden Riesen einzunehmen. Seine Aufgabe ist nicht, die Avantgarde im Dienste des einen der Seite 2( Nr. 110 SÜDKURIER B Donnerstag, 2. Dezember 194 § beiden Rivalen zu sein. Man tötet die Idee Europas, wenn man darunter die militärische Verlängerung Amerikas versteht. Es kann nur ein freies Europa geben, das aber auch nur, wenn die Völker des alten Kontinents ihren Streit begraben statt ihn immer wieder anzufachen, und ganz besonders, wenn Deutschland und Frankreich endlich ihre Jahrhunderte alte Zwietracht beenden, und zwar nicht nur auf dem Papier von Verträgen, sondern im Herzen ihrer Völker. Man muß zugeben, daß man sich kaum auf diesem Weg befindet, und heute die leidige Ruhraffäre wie vor 25 Jahren das tragische Mißverständnis zwischen zwei Völkern vergrö Bert, die sich schon längst verstanden hätten, wenn man auf der Hut gewesen wäre, daß sich der Haß nicht zwischen sie schiebt. Endlich müßten Deutschland und Frankreich sich darüber klar werden, daß die Frage ihrer Allianz oder ihrer Rivalität weit mehr als nur sie allein angeht, und daß Europa nach den zwei letzten Kriegen, die man sich am Rhein geliefert hat, im Sterben liegt.” Diese mutigen Worte Maurice Duvergers werden vom deutschen Volk in ihrer ganzen Tragweite verstanden werden. Gerade in der letzten Zeit haben mehrere verantwortliche deutsche Politiker im gleichen Sinne ihre Stimme erhoben. hington heraus gegebenen Dementi erklärte Saenger, daß er nie behauptet habe, d'Alquen sei Angestellter des amerikanischen Außenministeriums. • SK. Während Herr Kempner noch in Nürnberg wirkt und man in Landsberg auf Grund teilweise recht zweifelhafter Gerichtsverfahren laufend Menschen hängt, stellt man sich in Washington auf Goebbels um. 1945 war nur ein Deutscher, der im KZ gesessen hatte, vethandlungs- fähig, heute sind • Strasser und das „Schwarze Korps” den: letzte Schrei. Sind wir Deutschen wirklich die einzigen Dilettanten auf dem Gebiet der Politik? Die Holzeinschläge in Baden Telegramm unseres W. Freiburg. Die in der letzten Nummer des „Südkurier" bereits ausführlich behandelte Denkschrift des südbadischen Finanzministeriums über die „Zwangsleistungen des Landes Baden auf Grund von Anordnungen der Besatzungsmacht" enthält eine Reihe von interessanten Einzelab- sdmitten, unter denen derjenige über die Holzeinschläge für die badische Bevölkerung von besonderem Interesse sein dürfte. Nach der Denkschrift gliedern sich die auferlegten Hiebumlagen in Normal- und Zusatzhiebe, wobei die erste Gruppe durch Arbeitskräfte der badischen Verwaltung aufgebracht wird, während die zweite ausschließlich durch ausländische Arbeits- kolcmnen eimgeschlagen wird. Die Normaleinschläge betrugen gegenüber einem jährlichen Höchsthieb von 1,8 Mill. Festmeter im Jahre 1946 2,6 fm und im Jahre 1947 2,5 fm. Von diesen Einschlägen wurden in den beiden Jahren insgesamt 236 715 fm mit einem Wert von 6,6 Mill. Mark exportiert, davon 212 000 fm in die Schweiz und 23 000 fm ins Elsaß. Hervorzuiheben ist da,bei, daß die große Masse des im Rahmen der Normaleinschläge nicht exportierten Rohholzes der einheimischen Sägeindustrie zugeführt wurde, dann aber auf eine Anordnung der Militärregierung hin als Halbfabrikat-Schnittholz ins Ausland gelangte. Die Verfasser der Denkschrift weisen darauf hin, daß Fertig- fabrikate durchschnittlich den zehnfachen Wert de s Schnittholzes besitzen und daß dadurch auch in diesem Falle erhebliche Devisenverluste eingetreten sind. Ferner dienten die in Baden verbliebenen Schnittholzmassen zum überwiegenden Teil der Durchführung der Fabrikationsprogramme der Militärregierung, die den größten Teil der Fabrikate ausführte. Die Gesamtumlage der seit dem Sommer 1946 in den Waldungen des Landes von ausländischen Finnen durchgeführten Zusatzhiebe der sog. Export- und Frankreich-Hiebe beträgt 4 150 000 fm Nadelhölzer! davon sind bisher 2 500 000 fm ein- g@sdilagen worden. Der Wert der Gesamtumlage beträgt bei einem Durchschnittspreis von 19 RM pro fm 78,85 Mill. IRM; davon bezahlte Oficomex bisher 17,3 Millionen RM. Durch ausländische Kolonnen wurden 1946/47 147 280 fm von der Schweiz, 1947 28 090 fm von Italien, 1947/48 100 000 fm von Holland und 1948 138 000 fm von Italien geschlagen; die Sonde reinschlä^e betragen also insgesamt 4»13 370 fm. Die Denkschrift setzt für das exportierte Holz einschließlich des unmittelbar verursachten Schadens beim Einschlag de® Holzes einen Wert von 95,96 Mill. RM fest, betont aber, daß die Schäden unberücksichtigt blieben, die durch che in Baden WETTERVORHERSAGE Das Hochdruckgebiet verlagert sich nur zögernd südostwärts. Danach ist mit einer Milderung des Frostes in den Tälern erst gegen Wochenende zu rechnen. Aussichten bis Freitagabend: In den Tälern Zunächst weiterhin neblig, trüb und mäßig, starker Frost. Später Auflockerung des Nebels und Nachlassen des Frostes auf den Bergen, heiter und mild, später leicht bewölkt. ’. S. - Korrespondenten längst nicht mehr üblichen Nutzungsformen der E- und F-Hiebe im Groß kahlschlag durch die Beeinträchtigung der Wohlfahrtswirkung des Waides und durch die künstliche Niederhalturug der Holzpreise im Vergleich mit den Weltmarktpreisen oder denen der Bizone entstanden sind. In diesen Mengen, ist allerdings das „Käferholz" enthalten, es bleibt aber der finanzielle Schaden durch die Exportpreisgestaltung. „Schwarzes Korps" in Washington Hamburg. Die „Neue Ruhizeitung“ behauptet, daß der Hauptschriftleiter der Zeitung der ISS, „Das Schwarze Korps“. Günter d'Alquen, als Berater für Propaganda im amerikanischen Außenminister!, um in Washington tätig ssi. Wie DPD hierzu mittsilt, seien außer d’Alquen noch andere Mitglieder der ehemaligen SS in Washington tätig, so Toni Winkeinkemper und ein Freund d’Alquens, Rockmann. Sie hielten sich seit mehreren Monaten in Washington auf, was aus Briefen hervorgeht, die über ihre Tätigkeit berichten. Auf diese Behauptung hin erklärte das Staatsdepartement in Washington, daß auf der Personalliste des Amtes keine Person dieses Namens verzeichnet sei. Es sei jedoch möglich, daß ein Individuum dieses Namens von den amerikanischen Behörden in Deutschland engagiert worden sei, aber bestimmt nicht als Funktionär des Staatsdepartements. Ner Chefredakteur des DPD in Hamburg, Fritz Saenger, erklärte, daß sich umfangreiches Beweismaterial in seinen Händen befinde und er sogar eine Fotografie, auf der d’Alquen vor dem Weißen Haus in Washington abgebildet ist, gesehen habe. Zu dem von einem Sprecher des amerikanischen Außenministeriums in Was- Mänchen. Am Ende des zweiten Verhandlungstages brach der Angeklagte Lo- ritz, der schon während der Sitzung mehr und mehr seinen schwer gefährdeten Gesundheitszustand als Hauptargument seiner Verteidigung benutzte, zusammen und erklärte sich außerstande, der Verhandlung weiter zu folgen. Es war verständlich, da die Aussagen seiner Mitangeklagten ihm schwer zusetzten. Seine mit Ueber- zeugung aufgebaute Verteidigung brach zusammen und immer .mehr verdichtete sich die Gewißheit, daß Loritz tatsächlich die ihm zur Last gelegten Vergehen begangen hatte. Der Eindruck, daß es sich bei der ganzen Affäre Loritz viel mehr um ein politisches Manöver als um eine strafrechtliche Angelegenheit handele, wurde wiederum in den Vordergrund gerückt, als ein Mitarbeiter von Loritz zwei Mitangeklagte beschuldigte, sie hätten selbst ohne Wissen von Loritz üble Schwarzmarktgeschäfte getrieben und vor allem dem Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden des deutschen Blocks in Bayern, Karl Meißner, Noch 300000 Kriegsgefangene in Rußland Berlin. Zuständige Beamte der amerikanischen Militärregierung bestätigten in Berlin, daß gegenwärtig noch mindestens 280 000 deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion sein müßten. Bei dieser Zahl seien die in den letzten offiziellen sowjetischen Angaben genannten Entlassungen berücksichtigt. Die Zahl deckt sich auch mit den Aeu- ßerungen des SED-Vorsitzenden Grote- wohl, der nach seiner Rückkehr aus Moskau ebenfalls von 330 000 Kriegsgefangenen in Sowjetrußiand sprach. Wie DPD dazu weiter meldet, wurden nach amerikanischen Unterlagen bisher monatlich etwa 45 000 deutsche Kriegsgefangene aus der . Sowjetunion • entlassen. Bei dieser monatlichen Quote ist es nach amerikanischer Ansicht nicht möglich, alle deutschen Kriegsgefangenen in Rußland noch vor dem kommenden Frühjahr zurückzuführen. Himichtungen in Japan verschoben Tokio. Der amerikanische Oberbefehlshaber in Japan, Gerneral Mc Arthur, hat die Hinrichtung der sieben zum Tode verurteilten japanischen Kriegsverbrecher „auf unbestimmte Zeit” verschoben. Zwei der zum Tode verurteilten, General Kenji Doihara und der ehemalige Ministerpräsident Koki Hirota, haben in einer Bittschrift an das Oberste Bundesgericht der UlSA um eine nochmalige Ueberprüfung des Urteils ersucht. Die Verschiebung der Hinrichtung wurde bekanntgegeben, nachdem ausländische Korrespondenten im Hauptquartier General Mc Arthurs angefragt hatten, ob die Hinrichtungen durchgeführt würden, bevor das Oberste Bundesgericht eine Entscheidung gefällt hat. Mc Arthur soll diese Frage verneint haben. In juristischen Kreisen Washingtons ist man allerdings der Ansicht, daß das Oberste Bundesgericht sich als nicht zuständig erklären wird. vorwarf, er habe ein Komplott gegen Loritz getrieben und die Anklage durch falsche Zeugen zustande gebracht. Loritz selbst rief mit Emphase aus: „Ich bin dem Canaris-Kreis 100 falsche Zeugen wert, wenn er mich vernichten kann.” (Der bayerische Justizminister Dr. Josef Müller war bekanntlich während des Krieges als Mitarbeiter des Admiral Canaris im Abwehrdienst des OKW tätig.) Auch für den unbefangenen Zuhörer ergibt sich immer mehr und mehr der Ver-i dacht daß hinter dem Fall Loritz mehr steckt, als die dürren Worte der Anklage dem WAV-Führer vorwarf. In manchen Augenblicken des Prozesses wird schlaglichtartig der Hintergrund der großen Politik sichtbar, ohne daß sich jetzt vielleicht genügend Material ergäbe, am schärfere Umrisse und. Tatsachen erkennen zu können. Demonstrativ sind die Anhänger von Loritz in der Dienstag-Verhandlung für den Angeklagten eingetreten. Es kam zu wüstenRadauszenen und die Polizei mußte die Demonstranten mit Gewalt aus dem Gerichtssaal entfernen. Angeklagter Loritz zusammengebrochen Fernspruch unseres C. S. - Kor r es p o n d en te n J P. Hebel und H. Zschokke Unter den Schätzen echten und wehr- schaften, blutvollen und warmherzigen deutschen Volksschrifttums haben die Werke Heinrich Zschokkes, der vor hundert Jahren starb und dessen Heimgang in der deutschen Kulturwelt aufrichtig betrauert wurde, einen Ehrenplatz, obwohl sie heute nur noch einem kleinen Kreis von Lesern bekannt sind. Seine „Stunden der Andacht“ gehören zu den besten Erbauungs- büchem in ihrer frischen weltfrommen Art, der freilich konfessionelle Bindung fremd war. Sie standen einmal auf den Bücherbrettern vieler alemannischer, aber auch norddeutscher Bürgerhäuser. Heinrich Zschokke war zu Magdeburg 1771 geboren, kam aber jung nach der Schweiz, in der er seine Wahlheimat fand. Der auch als Politiker und Staatsmann vielfach Beschäftigte entfaltete als Volks- schriftsteller eine selten fruchtbare und erfolgreiche Tätigkeit. Seine erzählenden wie geschichtlichen Bücher vermitteln beste Lesekost. Seine Zeitschriften und Kalender, vor allem der „Schweizer Bote“, gelten mit Recht als* Meisterleistungen einer Volksaufklärung, die weder sentimental, noch pathetisch, weder geschwätzig noch moralisierend ist. Kein Wunder, daß vor allem Johann Peter Hebel Heinrich Zschokke hochschätzte und sich ihm freundschaftlich verbunden fühlte. Als Zschokke heiratete, hatte Hebel auf Veranlassung eines Basler Buchhändlers dem Hochzeiter ein köstliches alemannisches Glückwunschpoem gewidmet, für das sich Zschokke herzlichst bedankte. Das war 1805. Aua dem gleichen Jahr ist ein herrlicher Brief des ,.Rheinländischen Hausfreundes“ an den „Schweizer Boten“ bekannt, der hier als „Erinnerungsblatt an Heinrich Zschokke“ folgen mag: „Verehrtester Herr und Freund! Ich komme von einer Ferienreise zurück, die nicht weit reichte, aber die Phantasie von Wünschen unterstützt, hatte sie zum Voraus zu'einem weiten und schönen Traum ausgedehnt. Ich wollte vor den Grenzen der Schweiz und etwas darüber hinein die Festtage des Frühlings feiern. Da fand ich die Möglichkeit leicht, einen Streifzug in das Aargau zu machen und Sie in Biberstein (wo Zschokke lebte) zu besuchen, oder wenn mir der Zufall hold wäre, Sie etwa in Basel zu finden. Wenigstens wollte ich von dort aus, wohin ich mir manches Angenehme schon in Gedanken zusammentrug, auch das Vergnügen haben, an Sie zu schreiben. Aber es blieb bei Straßburg zwischen Kanonen und Bajonetten und guten fröhlichen Menschen, die sich gottlob um jene nicht mehr viel ^bekümmern. Empfangen Sie also, zwar später als sichs ziemte, aber aus innigem Gefühl meinen Dank für Ihr schätzbares Schreiben, für das liebe und schöne, was Sie mir darin bieten, und ich freudig ergreife, Ihre Freundschaft, und für die Gelegenheit, die Sie mich finden ließen, Ihnen sagen zu dürfen, daß ich Sie schon lange als Mensch und Volksfreund und als den Vertrauten einer schönen Muse innig hoch schätze und liebe. Wenn es mir wirklich gelungen ist, dem Gedicht, das Jhnen Herr Flick (der Buchhändler in Basel), überreichen ließ, etwas mehr Gehalt zu geben, als man Gelegenheitsgedichten sonst zumutet, so war diese Liebe die Muse, die mach begeisterte. Möge Ihnen, verehrtester Freund und Ihrer edlen Gattin, die ich von Herzen grüße, in das neue lange Jahr Ihres Ehelebens viel lieber warmer Sonnenschein und alles Gute zu Teil werden, was gute Menschen wert sind! — Behalten Sie denn in wohlwollendem Andenken Ihren ergebensten Freund und Diener J. P. Hebel.“ Einer der so schönen Briefe des „Rheinländischen Hausfreundes“, gleich liebenswert als Schöpfung des Briefsdireibers wie als feinsinnige Charakterisierung des Empfängers. Heinrich Zschokke verschied 1848 in Aarau. Noch bis über die Jahrhundertwen. de hinaus erschienen immer wieder Neuauflagen seiner Erzählungen wie der „Stunden der Andacht“, die übrigens erst ohne Nennung des Verfassers herauskamen und als deren Autor sich Zschokke erst wenige Jahre vor seinem Tode bekannte. Mehr und mehr gerieten die Werke dieses einzigartigen Volksschriftstellers in Vergessenheit. Sie hätten indessen auch unserer Zeit noch mancherlei zu sagen, vermöchten einen schätzenswerten Ausgleich zu geben gegenüber Unrast und Sensationsgier der Gegenwart ... O. E. S. Radolfzeller Musikfestwoche Vom 16. bis 28. November wurde in Radolfzell eine Musikfestwoche veranstaltet, die allgemeine Anerkennung verdient. Und zwar nicht nur, weil es gelang in sechs Konzerten eine Zahl von 3000 Besuchern zu erreichen. Verpflichtet hatte man nicht einfach bekannte Künstler von auswärts, sondern alle Darbietungen erwuchsen aus dem wirklichen Musikleben der Stadt selbst Im Mittelpunkt standen das Jugendordiesuer — das einzige seiner Art in Südbaden — und das ebenfalls aus Liebhabern zusammengesetzte Städtische Orchester von Radolfzell, beide geleitet von Kapellmeister Fritz Ruf. Eine Reihe von jungen Radolfzeller Künstlern, aus örtlicher Schulung hervorgegangen, bestritten den solisti- schen Teil der Abende; so Studenten der Musikhochschule Trossingen, die einen Kammermusikabend gaben, die junge Chopin-Interpretin Ruth Ruf, die begabte Geigerin Rita Ruf, oder als Begleiter eines Liederabends der namhafte Radolfzeller Pianist Werner Maurer vom Südwestfunk. Wenn immer wieder festgestellt wird, das das kulturelle Lieben Deutschlands seinen besonderen Charakter durch die hohe Musikkultur unseres Landes erhält, so sollte man nicht nur an die glänzenden Namen und Orchester der großen Städte denken. Zu leicht übersieht man das stille Wirken der vielen privaten Musikiehrer, die mit ihrer Musikerziehung in der Oeffentlidb- keit mithelfen, die breite Grundlage dieser Musikkultur — Nachwuchskräfte und Konzertpubli- kum — zu sichern. Für das kulturelle Lebräi am Untersee, das schon früher mit einer Schubertwoche von sich Teden gemacht hatte, bedeutete diese Musikfesitwoche, die durch die Initiative aolcher Musikiehrer zustande kam, einen vielversprechenden Neubeginn nach der Währungsreform. -qu Es bleibt ein Fehlbetrag Der langfristige Wiederaufbauplan für die französische Zone Baden-Baden. Wie die Wiitechaftsabtei- fting der französischen Militärregierung bekanntgab, hat die Delegation der französischen Zone bei der Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit -Europas (OECE) in Paris am 16. November das langfristige Programm der Zone überreicht, al s einen Teil des europäischen Wiederaufbauplanes, der bis zum Jahre 1952 zu eineT ausgeglichenen, von jeder auswärtigen Hilfe unabhängigen europäischen Wirtschaft führen soll. Der langfristige Plan für die französische Zone wurde in Uebereinstimnrung mit den deutschen Behörden ausgearbeitet und’ ist als Teil des Gesamtplanes für Westdeutschland zu betrachten. Seine Ziele sind im wesentlichen folgende: 1. Hebung des Lebensstandards der Bevölkerung. 2. Ansammlung von Ersparnissen, die Investierungen 0 ermöglichen, wie sie für ein normales Wirtschaftsleben erforderlich sind. 3. Ausgleich y der Zahlungsbilanz oder wenigstens eine möglichst starke Herabsetzung des Defizits im Zahlungsverkehr mit den Ländern des Dollarblocks. Die Mittel, die zur Erzielung dieset Ergebnisse vorgesehen sind, 6ind folgende: 1. Intensive Ausnützung der vorhandenen Hilfsquellen, und zwar a) der landwirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten: Hier ist der durchschnittliche Ertrag der Jahre 1934/38 anzustreben? - b) der forstwirtschaftlichen Produktionsmöglich- keiten: Der Holzeinschlag ist bis zu dem Höchststand aufrecht zu erhalten, der mit der Schonung des in der Forstwirtschaft angelegten Kapitals gerade noch vereinbar ist. 2. Höchstmögliche Ausnutzung der vorhandenen Industriekapazität durch: a) den höchstmöglichen Arbeitsertrag bei besserer Ernährung; b) erweiterte Ausrüstung im Interesse einer im Vergleich mit dem. Jahre 1936 gesteigerten Produktion auf folgenden Teilgebieten: Chemie 143 1 /*. Stromerzeugung 126*/«, Steine und Erden 112*/», Panier-, Textil- und Nahrungsmittelindustrie 100—110*V Diese Erhöhungen «ollen einen Ausgleich für die Stillegung der Rüstungs-Industrie und eine leichte Steigerung der P r odu'ktion um 3 # /« gegenüber 1936 ermöglichen, 3. Wiederaufbau de* Verk°brswesen's, ^«besondere durch Erhöhung des Bestände* en Güterwagen von letzt 26 000 auf 36 000 : tt> Jahre 1 Q 52. 4. Steigerung de r Ausfuhr h ? « auf e'nen Wert von 250 Millionen Dollar. DeT erhebliche Verhüt an Hilfsquellen, der sich für die fr*nzä«i*rire Zone au« ihrer Abtrennung vom Osten ergibt, bedingt Erfuhren aus dem 3. Da« Verbrauchsniveau wird infolge der erhöhten Bevölkerungszahl urH der notwendigen Investierungen nicht über 80% des Standes von 1936 hinausgehen. Diese Resultate können jedoch nur unter folgenden Voraussetzungen erzielt werden: 1. Gesicherte Absatzmärkte für die ausfuhr- fähigen Erzeugnisse, eine strenge Währungspolitik und eine scharfe Kontrolle der Wirtschaft zur Aufrechterhaltung des Verbrauchs innerhalb der vorgesehenen Grenzen. 2. Finanzielle Maßnahmen,. durch die die Bildung von Sparkaoita 1 begünstigt wi r d. 3. Fortdauer deT ERP-Hilfe in dem erforderlichen Umfang sowohl durch Warenlieferungen a r s auch durch Mitwirkung bei der Bildung von Sparkanital. Die Politik der Sparsamkeit und die Anstrengungen zur Verwirklichung des Wiederaufbau- p1ane n selten schönes Buch der Erinnerungen aus den letzten 50 Jahren, vom alten und vom letzten Kaiser, von Ebert, von Menzel, Mommsen, H»ri nack, Hauptmann, Sudermann, Wedekind a® die Leute vom 20. Juli 1944, deren Ende da» Ende des alten Deutschlands und auch des stigen Berlin war. Nur das äußerliche Ende, denn schon vorher waren Deutschland und f :er " lin nicht mehr „gewachsener Boden", sondern die Arena zerstörender, unbewußt auf das Chaos hinzielender Kräfte, Die einfache, warmherzig; Schilderung Fechters läßt dieses alte Deutschland noch einmal aufleben. Umso niederd rückender wirkt sein Verfall und sein Ende. Ein historisches Dokument, ein künstlerischer Genuß dur® die Darstellung! -M*?' Friedrich Hebbel „In Paris". (Sv-" verlag, Konstanz). Gerhard F, Hering hat ® : Gewissenhaftigkeit alles Äsammengetragen, Hebel in Briefen, Tagebüchern und Gedichten über Paris niederschrieb. Damit tritt nicht ot ‘ der Charakter Hebbels in ein besonders mte r * essantes Licht, auch das Bild der Stadt Pat !t ' der damaligen Stadt Paris tritt in einem Giod®^' schein vor unser Auge, der in Hebbels. W® „Paris ist keine Stadt, sondern eine Welt" nen prägnanten Ausdruck fand. Der behutsa^ Norddeutsche schwärmte für Paris, man spu- 1 wie ihre leichte Atmosphäre »ein Gemüt befre - so schwer sein Leben gerade in der Pariser Ze^- auch war. Ein genaues Register macht das besonders wertvoll, das zudem vorzüglich gestattet ist. -M-a- Golder, fler Meisterschmi’ed, Oscar Paret. (Die Bücher der neuen Runde, Aue ^ Bonz u. Co., Stuttgart). Darstellung eines ^ finderschicksales vor 2500 Jahren im G®®*. zwischen Waldshut und dem Asperg. Die JufPfj;' erfährt von einem Fachmann, in welchem hinter den schönen goldenen Dingen, die in Hünengräbern fand, aber auch hinter uns he«' 111 ii3tucuyiauciu louu, uot. auut cv*-, te selbstverständlich Erscheinendem, wie ° . Wagen, echte erfinderische Leistung steckt e, erhält so Sinn für das Handwerk, Zeichn ung)* erläutern den Text, '" rT Auslande in Höhe eines beträchtlichen Prozent, satzes des Volkseinkommens, die durch gesteigm. te Exporte ausgeglichen werden müssen. Die Aus! fuhren sollen 11 '/» des Brutto-Produktionswert« der Industrie (gegenüber rund 8'/* vor dem Kriege) und 130 */« des Wertes der Ausfuhr vom Jahre 1936 erreichen. Das Haupthindernis für die Lebensfähigkeit der französischen Zone ist die Einschränkung des Güteraustausches «mit den Län- dem Ost- und Südosteuropas. Diese Beschränkung zwingt die Zone, auf teurere und in DoIl*r s bezahlende Bezugsmöglichkeiten zurückzugreifen Die Ergebnisse des langfristigen Planes werden daher folgendermaßen begrenzt bleiben; 1. Es bleibt ein Fehlbetrag von rund 10 Millionen Dollar, der durch Kapitalbewegungen der öffentlichen Hand oder privater Natur ausgeglj. chen werden könnte. Die Herabsetzung des Defi. zits gegenüber den Ländern des Dollarblocks wirj nur teilweise möglich sein und sich auf eine Verminderung um 30 ,r . des für das laufende Haushaltsjahr vorgesehenen Fehlbetrags beschränken. 2. Die Ergänzung der Ausrüstung soll im Rah. men der Ersparnisse erfolgen, die im Jahre 1952 nicht über 8 ,; . des Sozialproduktes hinausgehen werden. te TU»* * ^eruiert Von 1 ;*ehtes nacl -abere ipg den ^aren jgoftsh, pem - aandher Updesj ggr Seit pjen 1 Ammei fe Jug 1; - berj un< dei Zu Schon fcre Ju de Stac «ein z- töomen, tragen, neuer J £0haib neu, w< gben S fiir die den in feeit gr» durch der Flä Die r. Karlsriu Bause » durch t sehen F Srholur gendhei eingeric Nbvem.1 senweis gehn T. hier in fasft zu fcäg gel men, di betrüge len auc ffofeei < ln j* der de: bis m | beim. 1 Zweite I Eänenal l dem s verrate präge ruckeli wagen, Jugenc iäödlic Grtafl Kurvie 1 ten S1 I ten ur I Vfflens Der tuen gi I fcktor I kraft ; I dem c alpine: I haben angetr 1 Bautei guten, Am ir | ten K Ort bi aus b tteilei Ahsin 1 öehmi | durch etwa genon etwa J®>er, [ Hygic Das [der c ( deinei | mit ä «fette tanzi Badei toriui hohe komn große •pielt •ein^ *rmö| TOfei klar «ad Anne fc d- gsst r 194( Prozent. e Steiger. 5ie Au*, iswertes • Kriege) n Jahre rtie Le- die Ein- en Län- ränkinig '!*r s zu ^greifen. werd ea 10 Mil. gen der lusgegü. ies Defi. de? wird ine Ver. e Haus* kränken, im Rah. dre 1952 usgehen der er- r end:gea des von nter fei- susfuhr- ingspoli- “haft zur talb der die Bil- erforder- Ferungen ung von Anstren- raufbau- iie fran- brauchen twendig- n, wenn ■ Gleich- riegszer- rgeudun- ;ln fahren •vertrage ti abzu« •Agentur ung Vorverträge von dem eilt, und iführung stag, 2. Dezember 1948 SÜDDEUTSCHER HEIMATKURIER Nr. 110/Seite 9 igendwandern - Jugendherbergen Ein »Weihnachtsgrosdien** zum Wiederaufbau der Jugendherbergen . die ein- zone bis von 5*A t auf das 1 dieser am Ende ilt. Die hen Er* »res über rer Aus* er ande* ; r I n- )ie Nft- n deut- des eiben gewäb- gewährt inahmen, die Mieter drei eutschen retellung eut sehen Lik and npolitik: Konrad Heimat* Vertag? >ruckerei rhängnfe dien 2u- iter i%Von Konstanz bis Wertheim fand die 4ywlerlustige Jugend vor dem Kriege ein ~.tes Netz von Jugendherbergen vor, die nach frohem Tagesmarsch billige und |&)ere Unterkunft gewährten. Der Krieg Sl dem Jugendherbergswesen mit der jjßeren Organisation auch die Unter- "ihäuiser und Raststätten genommen. Landesverband Nordbaden des Ju- [herbergswerkes in Karlsruhe trat der :jugendherberg.sausschuß in Freiburg Seite, der die Jugendherbergen in Stadien betreut. Schon im vergangenen gramer haben einige Jugendherbergen 0 e Jugend wieder mit offenen Armen gnpfangen. Schritt für Schritt die alten Herbergen wieder der Jugend zu erschließt und neue Herbergen einzurichten, ist fgte der großen Aufgaben der Gegenwart «td Zukunft. Schon im nächsten Sommer sollen weitere Jugendherbergen bereitstehen. Und jg Stadt und Gemeinden mit ihren Mithin z. Zt. keine große Hilfe gewähren können, will die Jugend selbst dazu bei- ttagen, dem Jiugendwandem wieder zu Kuer Blüte zu verhelfen. Man darf es 4 jghalb als Selbsthilfe der Jugend bezeich jjen, wenn sie jetzt überall in den badi- gjien Schulen einen „Weihnachtsgroschen“ fiir die Jugendherbergen opfert. Beson. fcre in den Städten ist die Gebefreudigen groß, und auch die Industrie hilft durch Geldspenden zur Verwirklichung der Pläne. Die nordbadische und vor allem die Karlsruher Jugend, die immer dort zu Bause war, hat bereits in diesem Sommei durch das Entgegenkommen der südbadi- «dien Regierung wieder auf dem Sohlberg Erholung finden können. Die dortige Ju- gsndherberge wurde als Landschulheim eingerichtet, und monatelang bis Anfang Itovember fuhr Karlsruher Jugend klassenweise mit ihren Lehrern für jeweils iehn Tage hinauf a.üf den Sohlberg, um hier in 850 Meter Höhe die frische Bergluft zu genießen. Daß dies mit gutem Er folg gelang, beweisen die Gewichtszunahmen, die in zehn Tagen bis zu vier Pfund betrugen. Diese Zehntageaufenthalte sollen auch im Winter durchgeführt werden, wobei ein Skilehrer die Jugend im Freien betreuen soll. Das Mannheimer Stadtschul amt hat die Wertheimer Jugendherberge zum Landschulheim gemacht und dort die gleichen guten Erfolge erzielt wie die Karlsruher auf dem Sohlberg. Landauf und landab ist man in Baden dabei, der Jugend wieder Herbergen zu geben. Auf dem Gelände deT HeU- und Pflegeanstalt in Wiesloch entstand mit Unterstützung der amerikanischen Militär, regierung eine Zeltlagerstadt, die in den Sommermonaten vor allem Kinder aus Mannheim und Heidelberg aufnahm. Auch die Jugendherberge in Walldürn ist wieder geöffnet, die Freigabe der romantischen Jugendherberge auf dem Dilsberg im Neckartal und der 450 Meter hoch gelegenen Jugendherberge Reisenbach im Odenwald wird angestrebt. Mit besonderem Eifer hat sich Weinheim der Errichtung einer Jugendherberge angenommen. In Mannheim ist die ursprüngliche Jugendherberge in Feudenheim zum Gasthaus geworden, doch haben die Amerikaner ein neues Heim zur Verfügung gestellt. Auch in Heidelberg wird die Jugend bald wieder im Handschuhsheimer Schlößchen, das bisher die Zentralmarkt, halle beherbergte, Einzug halten können. Bruchsal will in einem Torturm eine Jugendherberge errichten, und auch in Karlsruhe hofft man, bis zum Frühjahr wiedei eine Jugendherberge zu haben. Die bereits mit achtzig Betten eingerichtete Jugendherberge im ehemaligen Flughafengebäude firnißte im letzten Augenblick vorübergehend für andere Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Wenn dann im Frühjahr, wie man hofft, auch die Karlsruher Jugendherberge benutzt werden kann, wird die wandernde Jugend von der hessischen Grenze bis Karlsruhe Unter- k-unftsstätten vorfinden, die sie in Tagesmärschen erreichen kann. Diese Wanderroute bald auch in den Schwarzwald und an den Bodensee fortsetzen zu können, ist einer der sehnlichsten Wünsche der Jugend Nordbadens, und heute schon sammeln die Karlsruher Kinder mit ihren bescheidenen Mitteln über den Weihnachtsgroschen hinaus, um im Frühjahr das Geld für die Omnibusfahrt auf den Sohlberg bereit zu haben. M. L. Ein modernes Heilbad Bad Dürrheim, die Stadt der Sole, will wieder Kurstadt werden ln jenem Ausläufer des Schwarzwaldes, der den Namen „Die Baar“ trägt, liegt 700 bis 800 m über dem Meeresspiegel Europas höchst gelegenes Solbad: - Bad Dürr- beim. Dem Ankömmling fällt sofort die Zweiteilung dieses reizvollen Ortes auf. Banal hat er das Gesich.t eines Dorfes, dem saubere, einen gewissen Wohlstand »erratende, bäuerliche Anwesen das Gepräge geben. Ueber Katzenkopfpflasterung juckelt der von Rindern gezogene Leiterwagen, und die stämmige, pausbäckige Jugend verrät auf den ersten Blick die ländliche Herkunft. Neue Häuser und Grünflächen bilden den Uebergang zum Kurviertel, das mit seinen schönen, brei- jten Straßen, modernen Pensionen, Gär- und Vorgärten den Charakter einer [enstadt hat. Der Kurort Bad Dürrheim verdankt sei- guten Namen seinem wichtigsten Kur. >r, der Sole, deren segensreiche Heil- :t sich erhöht im Zusammenwirken mit durch die Alpennähe bedingten subalpinen Klima. Naturgegebene Vorzüge Aäben also seine Entwicklung schnell vor- angetrieben, und die modernen Kurheime, Bauten und Pensionen sprechen für den guten, hier herrschenden Geschäftsgeist. Am meisten haber haben die gut geleiteten Kinderheime dazu beigetragen, den Ort bis üjper die deutschen Grenzen hinaus bekanntzu machen. ^Bedauerlicherweise schrieb der Krieg der •teilen Aufwärtsfcurve dieses Bades ein Absinken vor. Die jahrelange Inanspruchnahme aller Unterkunftsmöglichkeiten durch Bombenflüchtlinge war dem Fremdenverkehr ebenso abträglich wie die heutige Aufteilung der Unterkünfte, indem atwa 70 Prozent von der Besatzung eingenommen werden, was einen Ausfall von etwa 1200 Betten bedeutet. Ganz gleich •her, wo der Kurgast Aufnahme findet, ob im großen Kurheim, im Hotel oder in irgendeiner der vielen Fremdenpensionen, tewner begrüßt er die zum Kurerfolg notwendige, stets vorhandene Bequemlichkeit, Hygiene und gute Verpflegung. Das Wahrzeichen Bad Dürrheims ist weder der großartig angelegte Kurpark mit •einem übermütigen Springbrunnen, den ®it künstlerischer Wandbemalung ausge- •tetteten Kolonnaden und der schönen Tanzfläche, noch sind es die modernen Badehäuser oder das tempelartige Inhalatorium. Diesen Anspruch erhebt allein der hohe Schornstein der Saline, dem die Ankommenden aus allen Richtungen auf große Entfernungen zustreben. Seine verspielte Rauchfahne kündet das Inbetrieb- •ein ^dieser modernen Einrichtung, die es Ermöglicht, Tag und Nacht das Salz den, Tiefen des Bergwerkes abzugewinnen. In •öerschöpflicher Fülle kommt es kristallklar zutage. Die Sole kann den Kurheimen knd Hotels direkt zugeleitet werden, eine Annehmlichkeit, die heute aus Sparsamkeitsgründen nicht ausgenützt wird. Sie ist Jedoch leicht zu missen, weil jeder Kurgast fe den gut eingerichteten Badehäusern zu .•einem Bad»kommt. , L Ein Kunstwerk moderner Architektur ist .fes Kurhaus. Der akustisch ausgezeichnete Kursaal besitzt eine große Bühne Tüer sorgen gastierende Theatergruppen A®d Konzertkünstler in schneller Abwechslung dafür, den anspruchsvollen Kurgast zu unterhalten. Das Bad Dürrheimer jEurtbeater erfreut sich großer Beliebtheit. -Deutsche und französische Filme laufen [Jtt kurzen Spielfristen. Darüber hinaus ■Chen einige Bibliotheken Bücher aus, Cafehausbetriebe geben Gelegenheit zum gemütlichen Beisammensein, und ist Bad Dürrheim auch noch immer durch den Ausfall der vielen Unterkünfte in seiner Entfaltung eingeengt, so ist ihm doch eine' Bedeutunig zuzusprechen, auf die es stolz sein kann. Charlotte Flachs Spielbank für Wiesbaden genehmigt Die hessische Staatsregierung hat die Konzession zur Errichtung einer Spielbank in Wiesbaden erteilt. Da vorerst keine (geeigneten Räume zur Unterbringung der Spielbank zur Verfügung Stehen, hat die hessische Staatsregieriung die Genehmigung gegeben, vorerst ein sogenanntes Kugelspiel nach dem System „ökulus", ein rouletteartiges Beobachtumgsspiel, zuzulassen. Hierfür sind Räume im Taunushotel vorgesehen. Schwarze Schweine in Rheinhessen Wie das Bezirksemährungsamt Rheinhessen mitteilt, wurden in einer kleinen Gemeinde Rheinhessen in 73 landwirtschaftlichen Betrieben *133 nicht gemeldete Schweine festgestellt. Von dem Ablieferungssoll für Roggen und Weizen in Höhe von 36 284 Tonnen ist bis jetzt nur ein Drittel abgeliefert worden. Aus diesem Grunde mußten bereits 3000 Tonnen ausländisches Getreide eiregeführt werden. Einheitliche Meisterprüfung für die drei Westzonen? Der Arbeitsausschuß des Berufsbildungtausschusses der Arbeitsgemeinschaft des Handwerks für das vereinigte Wirtschaftsgebiet, dem in der französischen Zone die Handwerkskammern Mainz und Freiburg angehören, beriet am Donnerstag in Oppenheim eine einheitliche Meisterprüfung für alle drei Westzonen. Auf der Tagung waren die Handwerkskammern Mainz, Wiesbaden, Augsburg, Düsseldorf, Hannover und Hamburg sowie der Geschäftsführer des Handwerkkammertages der britischen Zone vertreten. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Fachverbände für die Doppelzone hatte einen Delegierten entsandt. Wie verlautet, hat die Aussprache zu einer grundsätzlichen Einigung geführt. Das sinkende Dorf Im Dorf Waldalgesheim in Rheinhessen, genannt „Das sinkende Dorf", ist der südliche Teil infolge der Ausbeutung der Män- ganerzgrube erneut gesunken. Nachdem bereits vor Jahren die evangelische Kirche abgetragen werden mußte und inzwischen durch einen Neubau ersetzt wurde, ist nun die Erhaltung der katholischen Kirche in Frage gestellt. BLICK 'ÜBER DIE GRENZEN Frauenfeld. Die Teuerungszulagen für die Lehrer des Kantons Thurgau wurden denen des Staatspersonals angeglichen. Der Kanton subventioniert die Teuerungszulagen je nach der finanziellen Lage der Gemeinden mit 10—85 Prozent, und bringt eine Mehrbelastung von 40 000 Franken. St. Gallen. Der Regierungsrat hat die Einsetzung einer Expertenkommission aus den Kreisen der Steuertoürgersctoaft zur Vereinfachung der Steuerformulare beschlossen. St. Gallen. Nachdem telefonisch die Ankunft von Fleischimporten aus Südamerika angekündigt worden war, beschlossen die St. Geller Metzger, sofort die Preise für frisches Rindfleisch zu senken. Auch auf dem Kälbermarkt ist eine Besserung des Auftriebs eingetreten, so daß auch hier eine Preissenkung möglich tet. Aarau. In einem Leitartikel des „Aargauer Tagblatts" schreibt ein Schweizer Rückwanderer: „Nachdem der interalliierten Flüchtlingsorganisation ein Vorschuß von 20 Millionen Franken auf den zu erwartenden Liquidationserlös der deutschen Werte in der Schweiz bereits gewährt worden ist, hoffen 6ie, daß den eigenen bedrängten Bürgern, die zum großen Teil auch total kriegsgeschädigte Flüchtlinge sind, ein ähnliches Entgegenkommen nicht länger verweigert wird. Basel. Drei Knaben, die durch Manipulationen an den Schalthebeln eine im Depot abgestellte Straßenhahn in Gang gesetzt hatten, die Adventsbrief aus Lahr Nun hängen wieder die Adventskränze in den Stuben der Stadt Lahr und des Geroldsecker Landes. Früh beginnen die Abende. Man liest im Kalender. Die Jugend bastelt Krippen. Eine Weihnachtsund Krippenausstellung wird im „Haus der Jugend“ .eröffnet. Das Rote Kreuz verschickt Pakete an jene Landsleute, die immer noch in Kriegsgefangenschaft weilen. Weihnachtlich eingestellt sind die Geschäfte der Stadt, die einen freundlicheren Anblick gewähren als ehedem. Auch die kulturellen Veranstaltungen stehen teilweise im Zeichen der nahenden Feste. Der Freiburger Bachchor bringt am 4. Dezember in der Stiftskirche das „Weihnachtsoratorium“, von Joh. Seb. Bach zur Aufführung. Die Lahrer Laienbühne bereitet die Aufführung von Humperdanks „Hansel und Gretel“ vor. Der Märchenonkel dies Südwestfunk kommt am 9. Dezember nach Lahr, Im Rahmen eines großen Bunten Nachmittags wird er an 50 Lahrer Kinder Preise für 'das letzte große Kinderpreisrätsel verteilen. Ein Ereignis war die Aufführung von Zuckmayers Drama „Des Teufels General“ durch die Freiburger Städt Bühnen. Eine Reihe von Kammermusik- abpnden veranlaßt die Stadtverwaltung im Laufe des Winters. Das „Lahrer Haus“, seit einem Jahr ein kultureller Mittelpunkt der Stadt, hat sich in eine weihnachtliche Bilderstube verwandelt. Lahrer Künstler und Künstlerinnen: Wilhelm Wicke rtsheimer, Hans Reif und Edith Sauerbier zeigen die Heimat im Bild.- Ein« weitere Ausstellung, „'Lahrer Handwerk und Kunsthandwerk“, wird am 4. Dezember eröffnet. Wöchentlich wechselnde Ausstellungen zeigt seit kurzem die neugestaltete Eingangshalle des Gouvernement Militaire in der Schillerstraße. Es werden fesselnde Einblicke gegeben in das kulturelle Schaffen Frankreichs, wie in jenes des Landkreises Lahr. Gern besucht wird, zumal an den Sonntagen, das. wiedereröffnete neugestaltete Heimatmuseum, dessen Kustos, Gymnasiumsdirektor Dr. H. Steurer, sein 75. Lebensjahr vollendete. Steurer erwarb sich auch als Leiter des Historischen Vereins für Mittelbaden große Verdienste um die Heimatforschung der gesamten Ortenau. Sein 50jähriges Dienstjubiläum beging dieser Tage Oberbaurat Nägele. -Mit großer Umsicht leitete er ein halbes Jahrhundert das Bauwesen der Stadt. Auch die Wiederaufbaupläne liegen in seiner Hand. Wenige Tage nach seiner Pensionierung starb Kirchenrat Demut, der ein Vierteljahrhundert die Stiftkirchenpfarrei betreute. Landesbischof Dr. Bender würdigte bei der Trauerfeier die Verdienste des Verstorbenen. Reges kulturelles Leben herrscht auch in den Dörfern rings um Lahr. Wieder- erstanden sind allenthalben die Mannerchöre. Jener von Allmannsweier ist durch seine Darbietungen im Südwestfunk weit über den Kreis hinaus bekannt geworden. Eine gute Laienspielschar besitzt Kippen- beim, wo kürzlich, unter Leitung von Pfarrer Heß, der „Totentanz“, von Alois Lippl, dargeboten wurde. Gute Kirchenkonzerte hört man regelmäßig in der Stiftskirche, wo Wilhelm Neck als Organist und Leiter des Kirchenchors wirkt, aber auch auf dem Land, so in Meißenheim, dem Friederikendorf. Im Goethejahr 1949 soll dort in einer Feierstunde der Bedeutung Friederikens im Leben und Schaffen Goethes gedacht werden. -r. Pressestreik in Lindau Bei der ersten Sitzung des neuen Landauer Stadtrates am Donnerstag, in der die Bürgermeister-Wahl vorgenommen wurde, waren der Presse trotz ordnungsgemäßer Einladung keine Plätze zugewiesen worden. Die Vertreter der vier Lin datier Zeitungen verließen deshalb die Sitzung geschlossen und haben in den Samstagausgaben auch nicht über den Sitzungsverlauf und das Wahlergebnis berichtet. Der Zuhörer raum war während der Sitzung überfüllt. dann führerlos gegen einen Tramzug stieß, wurden von der Jugendstrafkammer freigesprochen, da sie ohne Voraussicht dessen, was geschehen konnte, gehandelt hatten und voraussetzen durften. daß der abgestellte Wagen stromlos sei. Solothurn. Der kantonale Militärdirektor, Regierungsrat Dr. Stampili, erklärte zu den letzten Manövern, wenn da und dort der Unwille und Groll vereinzelter Mannschaften sich in Disziplinwidrigkeiten geäußert habe, so müsse er eindeutig feststellen, daß es sich dabei nicht um einen verwerflichen Mangel an Einsatzbereitschaft gehandelt habe. Im Gegenteil sei immer wiedei zum Ausdruck gekommen, „daß unsere entschieden wehrfreudigen Soldaten, wenn es sein muß, bereit sind, eine an die Grenzen menschlichen Vermögens reichende Anstrengung auf sich' zu nehmen, wenn ihnen deren Sinn und die unbedingte Notwendigkeit erkennbar gemacht werden kann“. Lugano. Da mit einer weiteren Preissenkung nicht gerechnet werden muß, sieht die italienische Fleischkonservenindustrie mit Hoffnung in die Zukunft und glaubt, in der Schweiz jährlich 20—25 000 Doppelzentner Salami absetzen zu können. Lugano. Im Tessin ist in den letzten 60 Jahren die Landbevölkerung um 15 000 Personen zurückgegangen. F r e i b u r g. Unter Leitung von Bischof Char- riöre fand unter Beteiligung von 15 internationalen Verbänden eine Konferenz statt, die sich die Koordinierung der katholischen Hilfswerke für Heimatlose und Flüchtlinge zum Ziel gesetzt hat. Aus Nordamerika, Südamerika und Australien nahmen katholische Fachleute für-Einwanderungsfragen an den Beratungen teil. Biel. Auf Anregung des Gemeinderates der Stadt Blei, der sich gegen anstößige Kinoreklamen und gegen die in den Texten enthaltenen maß- und geschmacklosen UebeTtreibungen gewandt hatte, hat die Direktion des Gemeindewesens sämtliche Amlsanzeiger des Kantons Bern ersuchet, alle das Sittlichkeitsgefühl und den öffentlichen Anstand verletzenden Anzeigen zu- Tücfczuweisen. Wien. Es hat sich jetzt herausgestellt, daß die Siegerin'im österreichischen Derby 1948 nicht die dreijährige Stute Heda war, sondern deren 4jährige Stallgenossin Lydia. Der tschechische Rennstallbesitzer hat also unrechtmäßigerweise die 50 000 Schilling gewonnen. Er will angeblich von dieser Unterschiebung keine Kenntnis gehabt haben. Wien. Wegen der Auslieferung von weiteren Lokomotiven und Waggons an die Russen muß mit einer über die Verkehrsstufe 1 hinausgehenden Einschränkung des Eisenbahnverkehrs gerechnet werden. Wien. Durch die Einführung des Rauchverbotes in der Straßenbahn ist ein erheblicher Rückgang des Umsatzes von Tabakwaren eingetreten. Die zuständigen Stellen tragen sich daher bereits mit dem Gedanken, eigene Raucherwagen einzuführen, um die staatlichen Finanzen nicht zu schädigen. Graz. Aus Mitteln des Marshallplanes wurden 4,4 Millionen Dollar bewilligt, um Donawitz zu einem „ultramodemen" Stahlwalzwerk zu machen. Die monatliche Stahlausbeute soll 40000 Tonnen betragen. Durch die Modernisierung sollen 14 Prozent der Gestehungskosten und 16 Prozent an Arbeitskräften eingespart werden. Südwestdeutsche Umschau * Konstanz. 8 000 Besucher wurden in den vier ersten Tagen auf dem „Weihnachtsmarkt am Bo- densee" gezählt.Das reichste Warenangebot brachte bisher gute Geschäfte, dagegen ließ auf der „Konradimesse" die Kauflust allgemein zu wünschen übrig. — Ein französischer Motorradfahrer stieß, vom Inseihotel kommend, mit einem Personenauto zusammen und mußte mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Vincentiushaus ein- geliefert werden. — Als ein Postschaffner seine Wohnung betrat, kam ihm ein Mann mit seinem ganzen Silberbesteck entgegen. Durch einen im selben Haus wohnenden französischen Offizier wurde der Dieb festgenommen. Er entpuppte sich später als ein bereits mehrfach vorbestrafter 36- jähriger Artist aus Konstanz Radolfzell. Ein 18j Ihriger Banklehrling aus Radolfzell hat innerhalb von 8 Wochen 20 000 D- Mark unterschlagen. Er hob das Geld jeweils von den Konten verschiedener Personen ab und zahlte es dann unter dem fingierten, Namen „Gier" bei anderen Banken ein. In einem Fall beauftragte er seinen Komplizen mittels einer Vollmacht 9 000 D(M bei einer Bank in Konstanz abzuheben. Zuvor rief er als Herr Gier die beDas schönste Buch Es gehört zu dien ältesten Gesellschaftsspielen, sich auszuknobeln, welches Dutzend Bücher man in eine Verbannung auf eine einsame Insel mitnehmen würde — obwohl vielleicht in unseren gesegneten Zeiten eine solche „Umsiedlung“ gar nicht mehr als Verbannung empfunden würde. Der Skeptiker mag ferner bemängeln, daß auf eine solche Frage hin jeder Angesprochene gerne als furchtbar „gebildet“ gelten möchte und daher jene berühmten Bücher von hohem Klang aufzählen wird, die er — gar nicht kennt! Aber sehen wir einmal von solchen Einwänden ab, glauben wir den liebenswürdigen Spielern, daß sie Homer und die Bibel, Dante und Shakespeare, den Faust von Goethe und den von Thomas Mann, das „Glasperlenspiel“ und die „Duineser Elegien“ für ihre Robinsonade einpacken würden, oder Boccaccio und Cervantes, oder Erich Kästner und das Drehbuch zum tanzenden Kongreß — ich, wenn ich das bescheidentlich sagen darf, ich würde das jeweils neueste Kursbuch auf jene romantische Südeee-Insel mitnehmen: es ist das schönste, reichhaltigste und unterhaltsamste Buch der Weltliteratur, zudem all- halbjährlich in einer Neufassung vorliegend! t Welch eine Unsumme von organisatorischem, wahrhaft künstlerischen — und sogar echt friedlichem Geist gehört dazu, um dieses Hohe Lied des Verkehrs zu dichten! Gewiß: es ist „nur“ ein Sammelwerk (was man übrigens auch von der Bibel und von Homer und dem Nibelungenlied behauptet!) — ein einzelner Geist, und wäre es der universellste vom Rang eines Goethe, wäre niemals imstande, ein solches allumfassendes Kunstwerk zu fügen. Die D-Mark ist rar und ich kann mir kein großes Kursbuch leisten (zumal ich Neffen und Nichten auf Weihnachten mit Goethe und Shakespeare und Rilke beschenken muß...!), aber es genügt mir schon der schlichte „Amtliche Taschenfahrplan“, einer, „meiner“ Eisenbahndirektion, um mein Herz höher schlagen zu lassen und mich tagelang zu beschäftigen. Da liegt er vor mir, dieser Fahrplan („Fahrtenplan“ sagte man in meiner Jugend und sprach es „Vaterplan“, was höchst kuriose Vorstellungen in meinem Knaben- und Sohnesherzen entzündete!), grün umrandet, quadratischen Formats, so rund anderthalb Hundert Eisenbahnstrecken meines südwestdeutschen Win- reise — und überall wird vielleicht ein Abenteuer auf mich warten. — Aber muß es denn so großartig sein? Was für entzückende Kleinbahnstrecken sind doch in meinem bescheidenen Fahrplan (und das alles um 60 deutsche Pfennig!) aufgezählt: Namen wie aus dem Märchenbuch — von Pfullendorf nach Schiwackenreute, von Acfaern nach Kappelrodeck, von^Crauchen. wies nach Josefslust, von Laupheim nach Schwenidi, von Neckarbischofcheim nach Hüffenhardt! Wie beruhigend klingen schon diese Laute, nicht wahr?! Ja: hier darf ich noch Hirtenlieder und naturselige kels aufzeigend. Jeder der unzähligen j Anakreontik lesen und verzichte dafür Züge besitzt eine Nummer, einen Namen ! v °n Herzen gern auf die „große“ Epik sozusagen wer lüftet als Laie da s Ge- ! und Dramatik unseres Atom-Zeitalters..! heimnis dieser Zahlen?! Und welche Fülle von Zeichen, Ornamenten, Arabesken enthalten che Fahrtafeln! Schlangenlinien, Kreuze, Striche, geometrische Figuren, Hieroglyphen (ein Bett, gekreuzte Messer und Gabeln!) — ein Bilderbuch als Zugabe zum Text! Ein Busch-Album des Verkehrs! Ein guter Teil dieser Strecken bin ich schon oft gefahren, ich kenne alle die Stationen. Und ich liebe alle diese heimeligen Namen, von denen die Hälfte auf ,,-ingen“ endigt... Ein Strom von Erinnerungen aus Jahrzehnten durchflutet mich, lese ich sie: Metzingen, Ulm, Freiburg, Tübingen, Urach, Hoßkirch, Lindau, Heilbronn, Kleinengstingen, Memmingen, Is- ny, Basel Badischer Bahnhof — usw.! Jeder dieser Namen: Pünktchen im Mosaik meines Lebensfahrplans .... Das also ist de» realistische Einschlag bei der Kursbuch-Lektüre. Aber noch tiefer ans Herz rührt ihre magische Romantik: ich reise nämlich auf dem Papier! Kenne keine Zonen und Grenzen. Ich male mir aus (und nehme dazu das Verzeichnis der Fernverbindungen, die vorne drin stehen), wie ich eben mal mit dem Nachtschnellzug (Schlafwagen 1. Klasse) von München nach Paris, von Basel nach Stockholm, von Stuttgart nach Den Haag Lieber kleiner „amtlicher Taschenfahrplan“ — laß dirs halt gefallen, daß ich dich ein bißchen „angedichtet“ habe! Der Geist der Poesie ströme aus deinen eigenen Blättern.... Wendelin Ueberzwereh Kulturnachrirhten Weihbischof Dr. Burger in Freiburg wurde zum Generalvikar für Baden der Erzdiözese Freiburg ernannt, und Prälat Dr. Roesch zum Generalvikar für Hohenzollern bestätigt. Die evangelische-theologische Fakultät der Universität Tübingen gedachte in einer Feierstunde des 100. Geburtstages des Professors Theodor Häring, der 26 Jahre in Tübingen gewirkt hat und in dem Jahre 1928 verstorben ist. Professor Köberle würdigte das Werk des bekannten Theologen. Der Dekan der Fakultät, Professor Dr. Bauernfeind, gab am Schluß der Feier bekannt, daß die evangelisch-theologische treffende Bank an, die das Geld tatsächlich ausbezahlte. Neustadt. Durch Raubbau und die zur Käferbekämpfung notwendig gewordenen Holzhiebe ist bereits der zehnte Teil des Waldbestandes der Stadt Neustedt abgeholzt worden, so daß man sich ernsthafte Sorgen um die Wiederaufforstung macht. Sigma ringen. Das württembergische Volks- hodischulheim in Inzighofen wiTd über di« Weihnachtsfeiertage 50 Flüchtlinge, die keine Angehörigen besitzen, als Gäste bei sich sehen. Offenburg. Der praktische ATzt Dr. Georg Bächle wurde wegen seiner großen Verdienste um das Gesundheitswesen der Gemeinde zum Ehrenbürger ernannt. Tübingen. Im Oktober wurden in Südwürttem- berg 2358 strafbare Handlungen begangen; an denen 2149 Deutsche beteiligt waren. Gegenüber dem Vormonat September beträgt die Zunahme 162. Bemerkenswert ist, daß die Diebstähle um 128 Fälle Zunahmen. Die Wirtschaftsvergehen erhöhten sich von 93 im September auf 199 im Oktober. Waldsee (Württbg.). Eine Verkehrsstreife beschlagnahmte 200 Zentner Kartoffeln aus Bayern, (die ohne Transportgenehmigung nach Freiburg ausgeführt werden sollten. Wangen i.> Allg. Mit Baumateial aus den ehemaligen Friedrichshafener Domierwerken ließen zwei Bauern der Gemeinde Deuchelried eine 1330 Meter lange Drall (.Seilschwebebahn für den Milchtransport von ihren Höfen nach der Molkerei errichten. Die Anlage kann 500 Kilogramm Nutzlast befördern. Calw i. Schw. In dem Dorf Würzbach' wurde ein schlafender Bauer kurz nach Mitternacht durch einen Bauchschuß schwer verletzt. Die Kugel drang durch das mit Laden verschlossene Fenster ein. Man vermutet, daß es sich um ein veriri*es Geschoß von Wilderem handelt. Schaobcide und Schaubühne Nun kamen sie auch nach Baden-Baden mit ihrer ,,S eh a u b u d e", die Bumm Krüger, Ursula Herking, Helmuth Krüger, Christel Ebling, Monika Gerwdng und so weiter Sie waren nicht gut beraten, daß sie den Großen Bühnensaal — noch dazu ohne Lautsprecher — auswählten: so ging leider viel von den Wirkungen dieser pointierten Kleinkunst verloren. Aber man lachte, man schmunzelte trotzdem, denn was e» da in dieser Bude zu schauen und zu hören gab, in , Prosa, Poesie, Tanz und Musik, war erstklassiges politisches Kabarett — leider stark auf bizonale Satire abgestimmt. Es wurde trotzdem verstanden. Im Theater kam man, wiederum sehr heiter, mH der Erstaufführung des musikalischen Lustspiels — eine allzu anspruchsvolle Terminologie — von Gustel Giaepp und Rudolf Rieth, mit Musik von Edmund N i de heraus: „Karussell-Karussell“ nennt sich die vergnügte Szenenfolge. Regisseur war Heinz Menzel, und das bedeutete im Voraus eine schmissige Sache. Ausstattung: Heinz Küpferle. Musikalische Leitung: Albert Schönemann, Tänze: Senta Rammelt. Alle drei mit lustigem Können. Die Handlung" muß man sehen und hören: viel Fakultät Prälat Professor Walter Buder-Münster, de f. ® van |i heitere "Bonmots,” vergnügte~Szenen, witzige Ein- * ~ ‘ *■" ' fälle in Darstellung, Maske und Maskierung — amtes in Ulm, die Würde eines Ehrendoktors der Theologie verliehen hat. Der Direktor des Instituts für physiologische Ghemie an der Universität Tübingen und Di- ektor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biochemie, Professor Adolf Butenandt, hat einen Ruf an die Universität Basel erhalten. Ihm ist ein großzügiges Angebot gemacht worden, das auch seinen Mitarbeiterstah betrifft. die Burleske spielt am Fasching, eine etwas verfrühte Premiere, scheint uns. Es gab immer wieder Applaus auf offener Szene, mit gutem Recht, denn nur wenn dieses Karussell sich so beschwingt dreht, wie im Reigen des wieder mal in heiterster Form spielenden Ensembles, kann man dies „Lustspiel“ lustig finden. RGH. Belte 4 /Nr. WO SÜDKURIER r Donnerstag, 2. Dezember M4g Frankreichs Long-Term-Plan 40*/* mehr Produktion, 75 '/. mehr Export bis 1932 Wie alle anderen an der Europa-Hilfe beteiligten Länder, darunter die Bi 2 one, hat auch Frankreich jetzt dem Ausschuß für innereuro- päische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) «einen Wirtscfaaftep-lan eingereitht, der da« Land in den nächsten vier Jahren wirtschaftlich auf eigene (Beine stellen und von der amerikanischen Dollarhilfe unabhängig machen will. Seit jeher hat Frankreich eine passive Handelsbilanz gehabt und seinen Einfuhrüberschuß früher durch Zinsen der großen im Ausland angelegten Kapitalien n-nd die Einnahmen aus Fremdenverkehr und Schiffahrt ausgeglichen. Schon der erste Weltkrieg hat drei Fünftel der im Ausland investiert«! Gelder vernichtet, der zweite Weltkrieg hatte 65*/® der französischen Handelsflotte zerstört, den Fremdenverkehr auf Jahre zum Erliegen gebracht und einen großen Teil des industriellen Potentials lahmgelegt. Dazu kommen die in die Milliarden, gehenden Kriegeschädten. Die französische Wirtschaft konnte daher nur durch große Ausländsanleihen am Leben gehalten werden. die Ausfuhr sank auf etwa. 1 Milliarde Dollar jährlich, die jährlichen Einfuhren betrugen etwa 2 1 /* Milliarden, und für das Defizit kommt der MarshaJlplan auf. Dies soCl bis 1952 anders werden. Der 1947 aufgestellte Monnet-Flan zur Modernisierung der französischen Industrie und Landwirschaft und Steigerung der Produktion soll ausgebaut werden. In der französischen Wirts diatt&st ruktur müssen weitgehende Aenderungen eintreten. Wein, Liköre, Textilien, Parfüms und Luxusartikel genügen nicht mehr als- Basis des Exports. Landwirtschaftliche Produkte, Mineralien, Stahl und Che- mikaüen sollen an ihrer Stelle den ersten Platz einnehmen. Zum erstenmal ist in größerem Stil ein Export agrarischer Ueberschüsse geplant. Die industrielle Planung hat ihr Schwergewicht in dem Ausbau der Kapitalgüterindustrie, die 80*/® des französisdien Exports bestreiten soll. Die Eisen- erzförderung soll erhöht werden, um die Stahlproduktion anzukurbeln, die Erzeugung von Energie durch Wasserkraft wird gesteigert und 6 oll die chemische und Alumindumindustrie beflügeln. Im ganzen «oll die industrielle Produktion um 40 9 /*, die landwirtschaftliche Produktion um 26'/® des jetzigen Standes erhöht werden. Die überseeischen Gebiete Frankreichs sollen durch erhöhte Lieferung von Rohstoffen ihTe passive Handelsbilanz in eine aktive verwandeln. Bis 1952 soll die Ausfuhr auf 1983 Millionen Dollar gesteigert, die Einfuhr auf 2117 Millionen reduziert werden. Kohle und andere industrielle Rohstoffe weiden den Schwerpunkt der Einfuhr bilden. Die geplante Ausfuhnsumme liegt Immer noch unter der Rekordausfuhr von 1928/29. Die noch bleibende Lücke in deT Handelsbilanz soll durch den Fremdenverkehr und die Schiffahrts- einnahmen ausgeglichen werden. Die veränderten Außenhandelsverhältnisse werden bis 1952 auch eine geographische Verlagerung des französischen Außenhandels mit sich bringen. Die Einfuhren aus den USA, die heute fast die Hälfte aus- machen, sollen auf 30*/® zusammiensdirümpfen. Die französische Ausfuhr wird in erster Linie zu 810 Millionen Dollar in die anderen Marshail- planländer gehen, zu 385 Millionen Dollar in die Länder des Sterlingblodcs. Das Volkseinkommen wird nach diem Long- Te-rrn-Plan in den nächsten vier Jahnen um 30*/® zu steigern 6 ein. Die Kosten für die Durchführung ' des Planes 'werden auf insgesamt 5 760 Milliarden Francs geschätzt. Davon sollen 790 Milliarden aus der Dollarhilfe des Marshallplans kommen, der Rest muß in Frankreich 6 e‘.bst aufgebracht werden. Die übrigen Ausgaben der öffentlichen Hand müssen sich dafür eine starke Kürzung gefallen lassen. Ein großes Maß von staatlicher Kontrolle und staatlicher Planung ist für die Durchführung unerläßlich. In den Kreisen der OEEC hält man den Kan für theoretisch gut fundiert, ist aber skeptisch in bezug auf die Möglichkeiten seiner praktischen Durchführung. Drei Außenhandels-Experten Im Zuge der Umgestaltung der Außenhandels, besümmungen der französischen Zone ist die Ernennung von besonderen Außenhandelsexperten für jedes Land geplant. Nach der Zusammenlegung von JEIA und OFIOOMEX zieht im übrigen die Außenhandelssteile der französischen Zone eine Verlegung ihres Hauptsitzes nach Frankfurt in Erwägung, falls dies im Interesse einer reibungslosen Abwicklung der Geschäfte notwendig werden sollte. Günstigeire Wlagenlage der Eisenbahn In der Gesamtiwagenlage ist eine erfreuliche Entspannung eingetreten. Zwar wurde in der französischen Zone mit 25 449 Waggongestellungen. in der Berichtowoche nicht ganz der bisher höchste Stand von Ende September erreicht, doch kann wegen besonderer Anforderungen der Be- satzungsmacht ein Vergleich nur bedingt gezogen werden. Die Umlaufzeit lag mit durchschnittlich 6,4 Tagen etwas höher als die entsprechende Zahl der Bizone, doch ist die Tendenz fallend. Dollars rollen, damit Oel fliefjt USA soll Einfuhrland von Erdöl werden — Hilfe mit Erdgas Aus Amerika kommen erneut Stimmen, die eine Weltknappheit an Erdöl während des kommenden Winters ankündigen, an erster Stelle wegen des starken Ansteigens des USA- Bedarfs an Erdöl für Heizzwecke. Unter Berufung auf die Bedürfnisse an Treibstoff zur Aufrechterhaltung der Berliner Luftbrücke haben sich, aber auch die Vertreter der Armee und der Luftwaffe gemeldet und damit gedroht, eine absolute Priorität für ihre eigenen Bedürfnisse zu verlangen. Infolge der Luftbrücke erhöht sich der Bedarf der nordamerikanischen Luftwaffe an dem hochwertigen Treibstoff „100/130 Oktan“ im zweiten Halbjahr 1948 um ca. 160 000 t. Hinsichtlich der Mengen als auch der Preise sind die meisten anderen Länder der Welt auf absehbare Zeit von den USA abhängig. Die Welterzeugung von Erdöl hat zwar von 1938 bis 1947 um über 60 Prozent zugenommen; im gleichen Zeitraum ist aber der US-Ver- brauch um 75 Prözent gestiegen. Für das erste Vierteljahr 1949 wird eine weitere Verbrauchssteigerung um sieben Prozent gegenüber der gleichen Zeit von 1948 vorausgesehen. Deshalb wenden sich die Blicke erneut den Möglichkeiten zu. die in der Erdölgewinnung aus dem Mittleren Osten gegeben sind. Schon ist die Rohölgewinnung in diesem Gebiet um 50 Prozent gegenüber 1947 gestiegen; aber noch fehlt es sehr an Arbeitskräften, an Raffinerie- und Transportmög- lichkeiten für das Erdöl. Seit Januar 1948 sind die USA zu einem Einfuhrland für Erdöl geworden. Die einheimischen Erdölvorkommen würden nach Berechnungen nur noch 12 Jahre ausreichen, um den ungeheuer gestiegenen Bedarf der Vereinigten Staaten zu decken. Es würde allerdings 50 Jahre dauern, bis der Rest der unter der Erde befindlichen Erölvorkommen im Gebiet der USA zu Tage gefördert sein werde. In den politischen Kreisen der USA nimmt man an. daß der Kongreß schon bald nach seinem Zusammentritt anfangs des nächsten Jahres sich mit einem umfassenden Programm für die Gewinnung von synthetischem Treibstoff beschäftigen wird. Aus Verteidigungsgründen werde diesem Programm eine besondere Dringlichkeit beigemessen und es würden zunächst 9 Mrd. Dollar hierfür eingefordert werden. Ölschiefer, Kohle und Erdgas werden als die hauptsächlichen Quellen des synthetischen Treibstoffes für die USA genannt. Allerdings wären fünf bis zwanzig Jahre nötig, um diese Industrie der Produktion von synthetischem Treibstoff voll zu entwickeln. 3 cbm Erdgas für 1 Cent Erdgas mit einem Heizwert von ca. 200 Mill. t Kohle wird von 1949 oder 1950 an durch das nordamerikanische System von Röhrenleitungen aus dem Staat Texas (die Bohrungen gehen bis zu 5700 Meter Tiefe) und den angrenzenden Gebieten nach allen Teilen der USA gepreßt werden, die Länge dieses Netzes von Pipelines (230 000 Meilen) für Naturgas reicht fast an die Länge der nordamerikanischen Eisenbahnen (250 000 Meilen) heran. Sowohl in San Franzisko, Philadelphia, Boston oder New York wird das Erdgas Kohle und Erdöl ersetzen und als sauberer, rauchloser Brennstoff in der Industrie und in Privathaushalten für Heizung und Kraftgewinnung Verwendung finden. Schon jetzt beträgt das jährliche Volumen des auf diese Weise Verwendung findenden Erdgases ca. 150 Mrd. cbm mit einem Heizwert von 170 000 t Kohle, etwa doppelt soviel, wie die gegenwärtige Förderung im Ruhrgebiet. Die Nachfrage nach dem Erdgas ist außerordentlich groß. Der niedrige Preis von 5—10 Cents je 1000 Quadratfuß (für 1 Cent kann man etwa 3 cbm Erdgas beziehen) hat nach Ansicht von Sachverständigen auch Schattenseiten, da er zur Verschwendung führt und sich der Verwendung von Nebenprodukten in den Weg stellt, die mit Vorteil gewonnen werden könnten. Allein mit Erdgas ist es nicht getan. Die USA legen aus begreiflichen Gründen großen Wert darauf, ihren riesigen Erdölbedarf, den sie im eigenen Lande nicht mehr decken können, zunächst einmal aus solchen Quellen zu befriedigen, die sich in ihrer eigenen Hemisphäre, in Amerika, befinden. So werden jetzt Millionen Investitionen von Nelson Rocke- feller in latein-amerikanischen Ländern, besonders Brasilien und Venezuela gemeldet, die auf dem Weg über die International Basic Ecconomy Corporation erfolgen und sich zum Ziele setzen, die Landwirtschaft dieser Länder, auch gegen den Widerstand konservativer Unternehmer, gründlich zu reformieren. Dies ist eine andere Seite der Dollar-Expansion, die nicht ausschließlich kommerziellen Zwecken dient. Und die Übernahme von einer Viertel Million Dollar Obligationen der Royal Dutch Shell Erdölgesellschaft durch ein Konsortium nordamerikanischer und kanadischer Versicherungsgesellschaften ist die bedeutendste Operation dieser Art, die jemals zwischen amerikanischen und englischen Gesellschaften abgeschlossen worden ist. Londoner Finanzzeitungen heben gleichzeitig hervor, daß die Royal Dutch Shell-Gruppe, die bereits im Laufe dieses Jahres an den englischen und holländischen Kapitalmarkt appelliert hat, ohne einen entsprechenden Beitrag Nordamerikas nicht in der Lage wäre, ihre weltweit gespannten Aufgaben zu erfüllen. Die jetzigen Investitionen, die die politische Seite dieses Problems berühren, werden vor allem dazu dienen, die von der Shell Caribbean Petroleum Company betriebene Erdölförderung in Südamerika und Kanada zu intervenieren. Auf längere Zeit gesehen werden sie dann zu dieser Bedarfsdeckung mehr den Mittleren Osten heranziehen, wo ebenfalls außerordentliche Investierungen erfolgen. Insgesamt sollen sich die Kapitalaufwendungen der internationalen Erdölindustrie bis j zum Jahre 1952 auf 13 Mill. Dollar belaufen. Nordamerikanische Industriefirmen fangen i Schattenseite von Benelux: jetzt an, in England Filialbetriebe einzurichten und werden dieses Verfahren möglicherweise auf den europäischen Kontinent ausdehnen. Die Gewinne werden zwar in Dollars nach den USA abgeführt werden, aber der Nutzen für die betreffenden Länder dürfte wahrscheinlich größer sein als dieser Nachteil, da dadurch vielleicht große Dollarbeträge bei der Einfuhr gespart werden können. Ob dies im Zeichen internationaler Zusammenarbeit geschieht, bleibt eine Frage. Auf jeden Fall beschreitet die Dollar-Expansion auch noch andere Wege als die, die sich auf den Gebieten der Erdölindustrie und des Marshallplanes finden. —h PipelinB nach der Schweiz? 'Die Pläne zur Schaffung eines neuen europäischen Erdölzentrujn 9 in der Po-Ebene nehmen konkrete Formen an. Mittelpunkt der Versuchsbohrungen ist die südlich, von Venedig gelegene Provinz Emilia, deren Oelreserven zwar mengenmäßig nicht sehr umfangreich, dafür aber qualitativ außerordentlich hochwertig sein sollen. An den Bohrungen, die von der Societä Petrolifeia Italiana, einer Gründung der Standard Oil of New Jersey, vorgenommen werden, sind ausgewählte amerikanische Fachleute der bekannten „Western Geophysical Company" maßgebend beteiligt. Neben der Gewinnung des Erdöls ist die Schaffung einer Pipeline nach den europäischen Abnehmerländern die wichtigste Aufgabe, die von den beteiligten amerikanischen und italienischen Gesellschaften angestrebt wird. Auch die Schweiz ist an dieser Pipeline interessiert, die das Oel zuerst von Italien nach der Schweiz schaffen soll, um von dort auf dem Wasserwege nach Mittel- und Nordeuropa gebracht zu werden. Das Leben in Holland wird teurer Von unserem Amsterdamer « In der sonst so ruhigen Beamtenstadt Den Haag zogen kürzlich die unzufriedenen Frauen zur Wohnung des Ministerpräsidenten, um gegen die Teuerung zu protestieren. Die holländische Regierung hat nämlich beschlossen, die bisher auf Lebensmittel und Treibstoffe gezahlten Subventionen zu vermindern bzw. abzuschaffen. Bei den Subventionen geht^es um Zuschüsse an die Privatwirtschaft in Höhe von jährlich 330 Millionen Gulden, die ab 8 . November nicht mehr gezahlt werden Infolge des Ausfalles dieser Zuschüsse werden eine Reihe von Lebensmitteln nicht unerheblich im Preis steigen. Brot im Gewichte von 800 g wird um 4 Cent teurer werden, das Kilo Zucker um 17Cent, Schweinefleisch je Kilo um 40, Butter je 250 g um 25, Anthrazit je Ztr. um 60. Hingegen werden die Preise für Margarine, Rindfleisch und Käse die bisherigen bleiben, der Preis für Milch wird um 1 Cent je Liter herabgesetzt. Die Zwangsverteilung von Brot und Zucker soll binnen kurzem abgeschafft werden. Gleichzeitig mit der Aufhebung eines großen Teils der staatlichen Zuschußzahlungen für wichtige Lebensmittel veröffentlichte die Regierung eine Art „Haushalt- büchlein“, mit dem nachgewiesen werden sollte, daß eine „normale“ Arbeiterfamilie, die aus Mann, Frau und zwei Kindern besteht, mit einem Gulden Lohnzusdidaq pro Woche die* Preiserhöhungen auffangen könne. Allerdings müsse eine solche Familie auf teure Butter, Weißbrot und Schweinefleisch verzichten und sich statt dessen mit Margarine, Schwarzbrot mit Kartoffelmehl-Zusatz und Rindfleisch begnügen. Trotz diesen Einschränkungen stellt j man fest, daß der wöchentliche Lohnzu- : schlag von einem Gulden nicht ausreicht. Denn auch Konfitüre, Seife, Tee, Gas, elektrischer Strom und vieles andere sind teurer geworden. Eine „dritte Lohnrunde“, i wird behauptet, wäre erforderlich gewesen. I Die Regierung hat sich zu diesen Maßregeln im wesentlichen auf Grund der mit Belgien getroffenen Absprachen entschlossen. In Belgien sind die Subventionen für Lebensmittel und erste Verbrauchsgüter seit langem abgeschafft. Würde man in Holland Lebensmittel und Verbrauchsgüter weiterhin staatlich subventionieren, so würden die betreffenden Güter in Holland gegenüber denen in Belgien preismäßig im Vor- Dr.-H,-Korrespond enten teil und die Gleichschaltung der belgk ch- niederländisdien Wirtschaft auf diesem Sektor unmöglich sein. Die aus der Abschaffung der Subventio- nenn folgende Verteuerung bestimmter lebensnotwendiger Güter soll in Holland durch eine allgemeine Erhöhung der Löhne wettgemacht werden. Die Regierung hat bestimmt, daß alle Arbeitnehmer unter 23 Jahre, deren Wochenlohn sich unterhalb 71 Gulden hält, einen wöchentlichen Lohnzu- schlaq von 1 Gulden erhalten müssen-, bei Arbeitnehmern über 23 Jahre und einem Monatslohn unterhalb 308 Gulden beträgt der monatliche Zuschlag 4,50 Gulden. Aus dieser Regelung ist zu ersehen, daß die bisherigen Subventionis-Ausgaben des Staates auf das private Wirtschaftsleben abqewälzt werden. Der Staat profitiert damit nach verschiedener Richtung. Die Abschaffung der Zwangszuweisung von Brot und Zucker bedeutet gleichzeitig die Ab- sfcbäffung des dafür eingesetzten Verteilungsapparates, was eine Ersparnis mit sich bringt, die in die Millionen Gulden geht. Die Abschaffung der Subventionen bedeutet eine Ersparnis in Höhe von 330 Millionen Gulden. Die Einführung der Lohn- Zuschläge wird für den Staat eine Erhöhung der Einnahmen aus- Lohn- and Umsatzsteuer mit sich bringen. So unvermeidlich die getroffenen Maßregeln sind, bedeuten sie doch ein Wegziehen des Schleiers, der durch den Zuschuß der staatlichen Subventionen über aas holländisch© Wirtschaftsleben gebreitet war. Die Verarmung der niederländischen Volkswirtschaft wird nunmehr auch weiteren Kreisen sicht- und fühlbar. Die Zeitungen ermahnen darum das Publikum zur allergrößten Sparsamkeit. Andererseits erinnern sie daran, daß man diese Abwälzungstaktik nicht bis ins Unendliche fortführen kann. „Keine wirtschaftliche Beherrschung der Wirklichkeit kann dauernd dartamf beruhen, schrieb das „Allgemeen Handelsblad“, daß man die Lasten einfach auf andere abwälzt. Es wäre eine Täuschung, zu meinen, man könne die allgemeine Wohlfahrt dadurch steigern, daß man das private Wirtschaftsleben auf Kosten des öffentlichen in einem Maße überlastet, daß e 9 nicht mehr produktiv funktionieren kann.“ Ziele des englischen Plans 50•/• mehr Export, 33•/• mehr Produktion al, 19J| Der englische Long-Term-Plan, den die Londoner Regierung der OEEC, dem Aussdmfi für inner europäische wirtschaftliche Zusamroenarbeft in Paris, vorgelegt hat, unterscheidet sich von des gleichzeitig vorgelegten langfristigen Plänen anderer europäischer Länder durch ein klares und genaues Programm, das nicht wie bei anderen europäischen Ländern an viele Vorbedingungen und Vorbehalte geknüpft ist. Die bisherigen Grundsätze der britischen Wirt- | schaftspolitik nach Kriegsende wenden beibehalten. Englands Wirtschaftsleben wird weiterhin in Zeichen der Kontrollen der Bewirtschaftung vor, Mangelwaren, der Knappheit an Luxusgütern der hohen Besteuerung und die antiinflationi- stischen Politik hoher Budgetübersdmisse stehen Auf diesem Wege soll bis 1952(53 das Ziel erreicht werden, England von amerikanischer Do], lar'ni'fe unabhängig zn machen. Das chronische Defizit der englischen Handelsbilanz soll bis der Zahl von 1947 : zu steigern, insgesamt auf 7 400 Millionen Dollar j zu denen etwa 1000 MüCionen Dollar Einnahmen 1 aus der Schiffahrt, ‘ dem Fremdenverkehr, den | Versicherungen und anderen Quellen des „an- j sichtbaren Exportes" kommen. Innerhalb der Aus. ; fuhr soll mehr als bisher die Maschinenindustrie ] an der Spitze stehen und 40*> der gesamten Steigerung absorbieren. Die Einfuhren im Jahre 1952/53 sollen sich auf etwa 8000 Millionen. Dakar belaufen, das ist etwas mehr als die Zahl von 1947, aber unter Anrechnung der gestiegenen Weltmarktpreise mengenmäßig immer noch nicht unerheblich wcenigier wie vor dem Kriege. Vor al- lern die Einfuhren aus der „westl. Hemisphäre" werden weiter verknappt werden müssen, um die verdeckte passive Zahlungsbilanz mit Amerika, zu beseitigen. Das Dollardefizit, 1947 noch 2 748 Millionen und 1948 auf 1 572 Mllionen Dollar ge- schätzt, so® bis 1952/53 auf 291 Millionen Dollar reduziert werden. Die immer noch verbleibende Lücke wird durch die Ueberschüsse aus dem englischen Außenhandel, vor altem mit dien euro- : päischen Ländern, ausgeglichen werden. Eine i strenge Einfuhrkon^rolle soll — ohne atlzuviel Rücksicht auf die Ausfuhrbedürfnisse der anderen ■ Marshallplan-Länder, wie man in Paris meint — diese Ueberschüsse erzwingen. | Die geplante Produktionssteigerung wird Ka- j Pit®‘Investitionen in Höhe von 8 500 Millionen Dollar verlangen. Der Lebensstandard Englands wird 1952 15—20*'* höher sein als beute. w. Mechanisierung und Gewerkschaften In einem Teil der Londoner Hafenanlagen sind vor kurzem über dreihundert Dodcer | m den Aussfand getreten, um gegen die Ver- 1 Wendung einer neuartigen Entlade-Vorrich- i ‘«Hg- für Seeschiffe zu protestieren.. Diese , Maschine hat nur 7 Mann zu ihrer Bedienung : nötig und leistet die Arbeit von 21 Dockern, so daß 14 Mann überflüssig werden. Auch in Liverpool. Bristol und den West-India-Docks von London werden Versuche mit dieser Einrichtung vorgenommen. Das englische Transportministerium hat nunmehr einen Ausschuß eingesetzt, der in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften versuchen soll, eine Lösung für diesen Konflikt zu finden. Gleichzeitig ist aus den Vereinigten Staaten über einen analogen Fall berichtet worden, der unter Umständen noch weiterreichende Folgen haben kann. Es handelt sich um ein Bagger- und Schürfgerät für die Verwendung in den nordamerikanischen Kohlenbergwerken, das ganz außerordentliche Leistungen vollbringen soll. Wenn dieses Gerät, das schon praktisch erprobt ist, in den USA- Bergwerken allgemein eingeführt werden sollte, würde dadurch die Hälfte aller Bergleute in den Vereinigten Staaten, mehrere hunderttausend, ersetzt werden. Nach den vorliegenden Berichten hätten die Vertreter der nordamerikanisdjpn Bergarbeiter-Gewerkschaften, im Gegensatz zu ihren englischen Kollegen, keine Einwendungen gegen die Einführung dieser Maschinen erhoben, allerdings unter der Voraussetzung, daß die dadurch freiwerdenden Bergleute nicht einfach auf die Straße geworfen werden dürfen, sondern daß die Maschinen in irgendeiner Form den Bergleuten zugute kommen müssen. Erste Tee-Einfuhr aus Indien Die erste größere Teemenge für Deutschland seit dem Krieg ist in Indien zur Verschiffung gelangt und wird in Kürze in der Bizone erwarte 5 ! teilte die JEIA am 15. November mit. Es handelt siech um einen Teil einer Lieferung im Werte von 750 000 Dollar, die die JEIA unter dem Handelsabkommen mit Indien im engen Einvernehmen mit den deutschen Behörden gekauft hat. Amtliche Bekanntmachung 1 .1 1 ■ 1 1 ■ ■ ■ 1 ■ — ■ ^ .1——Jfc—— 3 *u>riiuagt» »cm garte» »sl aeiilicfwc Xiere«. ha unkte 3udjdmelji>etjfctgeruitgen toegeit bet 2RauI. wnb fttoueirjoudje Bis auf meiteies ausgs|eist »etfcen muffen, metbeit gejörte gatten unb metblidje Tiere (Äii|e. 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