141. Jahrgang Dienstag, 14. Oktober 1952 Ausgabe / Nummer 166 Verlagsort Offenburg DGB-Bundeskongreß eröffnet Erhard und Storch bei den Gewerkschaftlern — Fette unterstreicht Neutralität der Gewerkschaften Von unserem nach Berlin entsandten Sonderberichterstatter Berlin, Unter überaus starker Beteiligung begann am Montag in zwei Ausstellungshallen in Berlin-Charlottenburg der zweite ordentliche Bundeskongreß des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Bei der Anfahrt der über dreihundertfünfzig Delegierten aus allen Teilen der Bundesrepublik hatte es auf dem Weg durch die Sowjetzone keinerlei Schwierigkeiten gegeben. Der feierliche Eröffnungsakt fand in der Ehrenhalle des Ausstellungsgeländes in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste aus dem In- und Auslande statt. So waren unter anderen die Bundesminister Anton Storch und Erhard, der Vorsitzende der SPD, Erich Ollen- hauer, und für die CDU der Bundestagsabgeordnete Dr. Pilimann erschienen. Für die Stadt Berlin war der regierende Bürgermeister Ernst Reuter anwesend. Christian Fette eröffnete den Kongreß mit einer groß angelegten Ansprache, in der immer wieder der Wunsch nach der Vereinigung ganz Deutschlands zum Ausdruck kam. „Wir wollen“, sagte er, „daß die Jugend der Sowjetzone mit uns in Freiheit und echter Demokratie leben kann. Unsere Forderung lautet daher: Freie, geheime, gesamtdeutsche Wahlen.“ Im weiteren Verlauf seiner Rede wandte sich der DGB-Vorsitzende gegen neofaschistische Auswüchse und betonte die positive Einstellung des DGB zum demokratischen Staat. Sein Bedauern sprach er darüber aus, daß das Betriebsverfassungsgesetz nicht die Lösung gefunden habe, die die Gewerkschaften gefordert haben. Christian Fette unterstrich unter starkem Beifall der Anwesenden die unbedingte Neutralität der Gewerkschaften in weit anschaulichen und religiösen Fragen. Das schließe aber nicht aus, daß der DGB, der sich keiner Parteipolitik hingeben werde, mit aller Deutlichkeit für die Belange des schaffenden Menschen eintreten werde. Der Kongreß selbst wurde am Nachmittag in der Danzighalle des Ausstellungsgeländes eröffnet. Er begann seine Arbeiten, die bis zum Freitag dauern werden, mit der Wahl des Kongreßbüros und der Kommissionen. Die Frage, ob Christian Fette weiterhin den Vorsitz im DGB behalten wird, ist noch nicht geklärt. Vom Bundesvorstand ist bisher ein entsprechender Vorschlag nicht gemacht worden. In Delegiertenkreisen wird staik die Kandidatur von Walter Freitag, dem Vorsitzenden der Industriegewerkschaft Metall, genannt. Zurückhaltung über neues Treffen Adenauer—Sdiuman Drahtbericht unserer Bonner Vertretung Bonn. Meldungen, die am Montagabend aus Paris in Bonn eintrafen, sprechen gerüchtweise von der Möglichkeit einer neuen Zusammenkunft zwischen Bundeskanzler Dr. Adenauer und Außenminister Schuman. Man nimmt diese Meldungen in Bonn mit Zurückhaltung auf läßt aber gleichzeitig durchblicken, daß die Möglichkeit eines solchen Treffens gelegentlich des Gesprächs des Bundeskanzlers mit Staatssekretär Hallstein am Montagabend behandelt worden sein könnte. Man hält es jedenfalls nicht für ausgeschlossen, daß der Bundeskanzler einer Einladung seines französischen Außenministerkollegen Folge leisten würde, wenn sie an ihn ergehe. Man hält es sogar für denkbar, daß die Initiative zu einem solchen Zusammentreffen auch von deutscher Seite ausgehen könnte. Verschwörung in Persien Zwei Generale und einige Parlamentsmitglieder wollten Regierung stürzen Teheran. Der persische Außenminister Hussein Fatemi gab am Montag in Teheran bekannt, daß eine Verschwörung gegen die persische Regierung aufgedeckt worden ist. Das Komplott sei von zwei Generalen und einigen Mitgliedern des Majlis (Parlament) angezettelt worden. Hinter den Verschwörern habe eine ungenannte ausländische Botschaft gestanden Einer der Verschwörer, General Hejazi, sei mit seinen drei Brüdern, bekannten Kaufleuten, verhaftet worden. Der andere General, Zahidi, ein ehemaliger Innenminister im Kabinett Mussadiq und Senator sei dagegen auf Grund seiner parlamentarischen Immunitäl nicht verhaftet worden. Eine Zeitung der Opposition hätte vor kurzem berichtet, Zahidi sei von dem Sprecher des Parlaments und geistigen Führer der Fadayan- Islam-Bewegung, Ayatullah Kaschani, für den Fall eines Regierungswechsel als Nachfolger Mussadiqs ausersehen worden. Diese Berichte wurden jedoch von Kaschani unverzüglich dementiert. Ebenso wies Kaschani alle Gerüchte über Meinungsverschiedenheiten mit Mussadic zurück. Außenminister Fatemi sagte, daß meh- Gaullisten nähern sich der Regierung Günstige Reaktion der Pariser Börse Drahtbericht unseres P ariser Korrespondenten rl. Paris. Die Pariser Beobachter sehen in der Schlußansprache des Generals de Gaulle vor dem Nationalrat der Gaullisten eindeutige Hinweise auf eine kommende Annäherung an die Regierungsmehrheit. De Gaulle erklärte, das Regime stehe heute der RPF näher als in dem Zeitpunkt, in dem de Gaulle von der Macht zurückgetreten sei. Er sprach von parlamentarischer Unterstützung und schlug eine auffallend versöhnliche Tonart gegenüber Pinay an. Es scheint, daß der Ministerpräsident auf die gaullistische Unterstützung in all den Fragen rechnen kann, in denen ihm die Sozialisten die Zustimmung verweigerten. Die neue Stellungnahme de Gaulles dürfte Pinay reichlich Möglichkeit zu parlamentarischen Manövern und zur Herstellung wechselnder Mehrheiten geben und ihm größere Bewegungsfreiheit insbesondere für die geplante Verfassungsänderung und für außenpolitische Aktionen verleihen. Man glaubt, daß die Aussichten der Ratifizierung des Vertrages der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft durch die Nationalversammlung sich durch die neue Haltung de Gaulles sehr stark verbessert haben. In politischen Kreisen wird die Toleranz des Generals auf die entschiedene Haltung des Ministerpräsl denten gegen Washington zurückgeführt. Es wird in Paris stark beachtet, daß am Wochenende ein Rückgang der Notierungen für Gold und Devisen eintrat. Das Kilogramm Gold wurde zum ersten Male seit Pinays Regierungsantritt mit weniger als einer halben Million Francs, der Louisdor, welcher den An- leihezeichnem mit 4000 Francs garantiert worden war, mit 3800 Francs angeboten. Der Dollar unterschritt auf dem freien Markt erstmals die Grenze von 400 Francs. Anschlag auf Rundfunksender Paris. In Tunis ist unmittelbar vor dem Zusammentritt der 7. UNO-Vollversammlung, auf der das Tunesien-Problem eine wichtige Rolle spielen wird, eine neue Attentatswelle angelaufen. In der Stadt Tunis kam es zu einem Anschlag gegen den Rundfunksender, ln der Stadt Bizerta wurde die Zentrale des Telegraphenamtes durch die Explosion einer Bombe mit Zeitzünder schwer beschädigt. Faruk soll wegen Hochverrat verurteilt werden Kairo. Exkönig Faruk soll, wie die Kairoer Zeitung „Al Akhbar“ am Montag behauptet wegen Hochverrats abgeurteilt werden. Die Anklage fuße auf einer Erklärung seines Kammerdieners, daß Faruk die britische Armee zur Intervention gegen den Staatsstreich General Nagibs aufgefordert habe. Die Zeitung erklärt, daß in dem Prozeß die Todesstrafe für den Exkönig gefordert werden könne. rere andere Abgeordnete, die unter dem Verdacht einer Beteiligung an der Verschwörung stehen, wegen ihrer parlamentarischen Immunität ebenfalls noch nicht verhaftet worden sind. Die Regierung solle sie jedoch zur Rechenschaft ziehen. Fatemi teilte nicht mit, welche ausländische Botschaft in das Komplott verwickelt ist. Ebenso verschwieg er Einzelheiten der Verschwörung. Er wies alle Personen die sich gegen den Staat verschworen, darauf hin, daß sie mit den schwersten Strafen zu rechnen hätten. Gleichzeitig mit der Bekanntgabe de6 Komplott® kündigte der Aftßenminister an, daß künftig nur noch Diplomaten nach vorheriger Anmel düng und Pressekorrespondenten mit besonderen Pässen in das Außenministerium vor gelassen würden. London lehnt Mussadiq-Vorschläge erneut ab London. In einer neuen Note Großbritanniens an die persische Regierung werden, wie am Montag von zuständiger Seite in London verlautete, die Vorschläge Ministerpräsident Mussadiqs zur Beilegung des Oelkonflikts erneut zurückgewiesen. Mussadiq hatte zuletzt als erste Abschlagszahlung auf angeblich rückständige Tantiemen der Anglo-Iranian Oil Company von insgesamt 49 Millionen Pfund Sterling einen Betrag von 20 Millionen Pfund gefordert und außerdem vorgeschlagen, daß eine Abordnung der AIOC mit vollen Verhandlungsvollmachten nach Persien kommen solle, um über eine Beilegung des Oelkonflikts zu verhandeln. ’ Jugoslawien soll 99 Millionen Dollar Wirtschaftshilfe erhalten Belgrad. Die USA, Großbritannien und Frankreich wollen Jugoslawien im neuen Finanzjahr 99 Millionen Dollar als Wirtschaftshilfe zur Verfügung stellen. Eine endgültige Vereinbarung über die Fortsetzung der Wirtschaftshilfe der Westmächte an Jugoslawien ist, wie am Montag in Belgrad bekanntgegeben wurde, am Wochenende zustande gekommen Kommunisten verloren ihre Siije Starke Verluste der christlich-sozialen Regierungspartei bei den Gemeindewahlen in Belgien Brüssel. Die belgischen Gemeindewahlen vom Sonntag werden in Belgien als ein eindeutiges Votum gegen die Regierung angesehen. Die christlich-soziale Regierungspartei hat zwar mit gewissen Einbußen gerechnet, ihre Verluste waren aber weit stärker als erwartet. Nach Ansicht politischer Beobachter waren vor allem die Maßnahmen der Regierung in der Frage der Militärdienstzeit, die Erhöhung der Lebenshaltungskosten und der Steuern und die Begnadigung ehemaliger Kriegsverbrecher, die zum Rücktritt des Justizministers Pholien führte, mitentscheidend für das Wahlresultat. Die Versuche der Regierungspartei im Wahlkampf, die Gemeindewahlen und die Kommunalpolitik von der großen Politik zu trennen, sind fehlgeschlagen. Die großen Gewinner bei den Wahlen in 2000 belgischen Gemeinden sind die Sozialisten. Ihre Fartei besitzt jetzt in zahlreichen Gemeinden die Mehrheit. In Brüssel und Antwerpen wurden die Sozialisten zur stärksten Partei. Die Christlich-Sozialen konnten sich zwar in den rein ländlichen Gebieten halten, mußten aber Verluste in Gegenden hinnehmen, die bisher als ihre Hochburgen galten, darunter in Ostflandern und in den Provinzen Namur, Antwerpen, Luxemburg und Limburg. Die Kommunisten erlitten einen fast völligen Zusammenbruch und verloren nahezu sämtliche Sitze in den Gemeindeparlamenten. Die liberale Partei Belgiens hat bereits am Montag die Konsequenz aus der Niederlage der Christlich- Sozialen Partei gezogen und Neuwahlen für das Parlament gefordert. In dem jetzigen Parlament verfügt die CSP über die absolute Mehrheit. In einem Schreiben an den Senatspräsidenten Paul Struye forderte der liberale Senator Buisseret eine Interpellation und die Anfrage an die Regierung, welche Schlüsse sie rus den Resultaten der Gemeindewahlen zu ziehen beabsichtigte. Die Sozialisten werden sich der Forderung auf Parlamentsauflösung anschließen. Mu& Europa umlernen? Von Henry Frank, Washington Die Amerikaner, die im letzten Sommer in hellen Scharen nach Europa reisten, fanden den alten Kontinent „quaint“, d. h. pittoresk, wunderlich und überaus anziehend. Sie freuten sich über den vielgerühmten „old world charm“, den Charme der alten Welt, bestaunten und photographierten Dinge, an denen der „Eingeborene“ achtlos vorübergeht, und fanden die Polizisten von Paris ihrer kurzen Mäntel wegen 'romantisch. Aber leben möchten sie nicht in Europa. Jene Dinge, die für den Amerikaner die Essenz des Lebens bedeuten, also das Geschäft und die Art, Güter zu fabrizieren und Geld zu verdienen, werden seiner Meinung nach auf vorsintflutliche Weise gehandhabt. Europa ist „quaint“, Amerika praktisch, Europa ist ein altes Kontor, wo man Briefe noch am Stehpult schreibt, Amerika hat „know how“, technisches Können, „weiß wie.“ Dies sind einige der eigentümlich vorgefaßten Meinungen, die aus der Vorstellungswelt einfach nicht wegzubringen sind. Die Amerikaner haben, in aller Freundschaft und Herzlichkeit, das bestimmte Gefühl, daß sie die meisten Dinge besser, billiger und vor allem praktischer machen könnten, als dies in Europa geschieht. Daher müssen sich die Europäer immer wieder allerlei gutgemeinte Ratschläge geben lassen, wie man die Arbeit „bei uns in Amerika“ anpackt. Uebrigens werden diese Ratschläge auch mit einem gewissen ungeduldigen Unterton verabreicht; denn der Amerikaner, der von sich selber beispielsweise als von dem Mann redet, der „eine Million Dollar wert ist“, betrachtet sich in erster Linie als Steuerzahler, der den Europäern den Luxus ihrer „quaintness“, also ihrer pittoresken Wunderlichkeit, bezahlt und der nun endlich einmal ein wenig Schneid in den Büros, Fabriken und Werkstätten des alten Kontinents sehen möchte! Ein gutes Beispiel dafür, wie ein amerikanischer Businessman das „know how“ doziert, lieferte kürzlich ein Artikel in der New York Times, dessen Verfasser, William H. Joyce, Direktor (man nennt dies hier „Präsident“) einer Schuhfabrik ist und der früher bei der Marshallplan-Verwaltung angestellt war. Die Quintessenz des Aufsatzes lautet: Europa könnte sehr wohl genügend Lebensmittel für den eigenen Bedarf erzeugen und darüber hinaus mit Volldampf aufrüsten, um die freie Welt zu verteidigen, wenn rationeller gearbeitet werden würde. Frankreich allein wäre angeblich, ohne neue Stahlwerke bauen zu müssen, in der Lage, um 20 Prozent mehr Stahl zu erzeugen, wenn die Betriebe nicht so altmodisch wären. Das Rezept: amerikanische Produktionsmethoden. Sie bringen einen höheren Lebensstandard durch höhere Produktion, niedrigere Preise und bessere Arbeitslöhne mit sich. Wenn die Früchte einer größeren Erzeugung gleichmäßig zwischen Arbeiter, Konsumenten und Arbeitgeber verteilt werden, dann geht das Lebensniveau automatisch in die Höhe, und es herrschen Bedingungen, die ihrer ganzen Natur nach dem Kommunismus entgegenwirken. Der bereits zitierte Artikel führt das Beispiel eines „Marshallplanlandes“ an, in dessen Hauptstadt ein führender Industrieller geäußert habe, er könnte seine Verkaufspreise um 30 Prozent reduzieren und trotzdem noch mit Gewinn arbeiten. Warum tut er es nicht? Weil auf diese Weise die Konkurrenz „erledigt“ würde. Warum kauft er denn die Konkurrenz nicht einfach auf? Weil er schon reich genug ist und man außerdem so etwas einfach nicht tut! „Eine derartige Theorie erlaubt das Ueber- leben des Untüchtigsten, begrenzt die Aktionsfreiheit des Tüchtigeren in bezug auf seine Preis- und Lohnpolitik und verunmöglicht es, auf dfn Weltmärkten konkurrieren zu können“, schreibt der Amerikaner, der in derartigen Konstellationen ein Problem angewandter Technologie, Psychologie, Politik und Sozialwirtschaft erkennt. Hier wird der Unterschied zwischen amerikanischen und europäischen Methoden am deutlichsten. Unrentable Geschäfte, also Betriebe, die für den Besitzer oder Aktionär nicht genügend Gewinn und der Belegschaft keine anständigen Löhne herauswirtschaften können, müssen aufgelöst werden. Aber eine Fabrik in einer europäischen Kleinstadt zu schließen, wäre eine Katastrophe; denn die Arbeiterschaft hat in den seltensten Fällen die Möglichkeit, andernorts nach Arbeit Ausschau zu halten oder den Wohnort mit jener Leichtigkeit zu wechseln, wie dies in Amerika geschieht, wo sehr oft ganze Arbeiterstädte über Nacht gegründet und wieder verlassen werden, und wo die Belegschaft zu jener Art Dienstag, 14. Oktober 1952 Kirkpatrick zur Kriegsverbrecherfrage Häftlinge in Werl genau geprüft — Mit neuen Entlassungen ist zu rechnen Drahtbericht unseres Stuttgarter Korrespondenten von Rohmaterial gehört, dessen Transport rentabel ist. In Amerika werden unrentable Betriebe geschlossen oder von rentablen Betrieben aufgekauft. Dadurch können die Verkaufspreise in den besser rentierenden Betrieben gesenkt werden. Dies wiederum bewirkt eine Erhöhung der Produktion durch rationelleres Arbeiten, und mehr Leute als zuvor sind in der Lage, die erzeugten Güter zu kaufen, was wiederum einer größeren Anzahl von Arbeitern Arbeitsplätze verschafft. Die anfänglichen Dislokationen werden von den Amerikanern in Kauf genommen. Die europäische Geschäftstradition steht einem solchen Vorgehen oft aus moralischen oder sentimentalen Gründen feindlich gegenüber. Außerdem hat man in Europa vielfach Angst, durch Ueberproduktion Stellung und Märkte zu verlieren, besonders seit die Amerikaner selbst zwar einerseits den freien Welthandel predigen, gleichzeitig aber sich an- «chicken, ihre eigenen Türen zu schließen. Zweifellos gäbe es in vielen europäischen Betrieben die Möglichkeit, den Maschinenmarkt und die vorhandenen Rohstoffe rationeller auszunützen. Auch könnte man in Europa etwas von den amerikanischen Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern lernen (obwohl sich hier Amerika oft zu Unrecht mit seiner Fortschrittlichkeit brüstet; denn die immer wieder vorkommenden Streiks sind nicht gerade ein Beweis der freundschaftlichen Gefühle, die man diesseits und jenseits des Direktorenpultes füreinander hegt). Auch ist man in Europa noch weit davon entfernt, Arbeitgeber und Arbeitnehmer spüren zu lassen, daß jeder einzelne Mensch ein Teil der „community“, der Gesamtheit ist und somit ein vitales persönliches Interesse an der Zusammenarbeit hat. Aber das amerikanische „know how“ kann nicht wie ein Universal-Schrauben-Schlüssel an alle europäischen Wirtschaftsprobleme angesetzt werden, eine Tatsache, die viele Europa bereisende Amerikaner einfach nicht begreifen wollen, ganz abgesehen davon, daß man in Europa trotz zweier Weltkriege nirgends beim Jahre 1912 stecken geblieben ist. Ein „sozialer Friedensplan" (Drahtbericht unserer Bonner Vertretung) Bonn. Zu einer lebhaften Aussprache zwischen christlichen Arbeitgebern und Arbeitnehmern kam es gelegentlich der Sozialtagung der Abendländischen Aktion am Wochenende im Adam-Steger-Waldhaus in Königswinter Die Abendländische Aktion, die unter Leitung des Fürsten von Waldburg zu Zeil und des ehemaligen CSU-Abgeordneten im Parlamentarischen Rat, Dr. Gerhard Kroll-München, steht, stellte bei dieser Gelegenheit erstmals ihren „sozialen Friedensplan“ zur Diskussion der „einen Dauerfrieden zwischen Unternehmer und Arbeitnehmerschaft“ anstrebt und Machtkämpfe in der Wirtschaft durch eine -gerechte Ertragsverteilung zu überwinden Sttght . Einen breiten Raum der Diskussion nahm die Aussprache über die Gewinn- bzw. Ertragsverteilungssysteme ein, die in einer Reihe von Betrieben in verschiedenen Formen bereits angewandt werden. Der soziale Friedensplan ist ein Teil des sogenannten „Ordnungsbildes der Abendländischen Aktion“, das den Staat als eine „natürliche Schöpfungsordnung“ anerkennt, den „modernen Vielparteien- stgat“ jedoch ablehnt. Im rechtmäßigen Staatsoberhaupt erblickt die Abendländische Aktion njfht nur den Hüter der Gerechtigkeit, sondern auch den Repräsentanten göttlicher Macht Dr. Stuttgart. Der Hochkommissar Ivone Kirkpatrick, der anläßlich der Englischen Woche in Stuttgart weilt, äußerte sich bei einem Presseempfang über die Kriegsverbrecherfrage Sie müsse nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und Menschlichkeit gelöst werden. Er habe die Fälle der in Werl internierten Häftlinge genau geprüft und festgestellt, daß manche von ihnen „Berufsverbrecher“ und deshalb schon früher von deutschen Gerichten wegen Raub und anderen Verbrechen verurteilt worden seien. Einer von ihnen sei schon elfmal durch deutsche Gerichte vorbestraft. Eine ganze Anzahl habe sich in Konzentrationslagern gegen die Gesetze der Menschlichkeit vergangen. Manche Fälle seien allerdings schwierig zu beurteilen. Eis sei empfehlenswert, sie von einem deutsch-alliierten Kollegium nachprüfen zu lassen. In den letzten sechs Monaten seien viele Häftlinge entlassen worden. Nach Prüfung der weiteren Fälle sei mit neuen Entlassungen zu rechnen. Auf die Frage, ob es zutreffe, daß der Bund Deutscher Jugend auch in Schleswig-Holsteir hervorgetreten sei, erwiderte der Hochkommissar, auf Grund der musterhaften Zusammenarbeit der englischen Militär- und Zivilbehörden könne er sagen, daß diese Jugendorganisation in der britischen Zone überhaupt nicht bestehe. Ueber die englische Deutschlandpolitik sagte der Hochkommissar, im Potsdamer Abkommen sei festgelegt, daß ein einiges Deutschland mit demokratischen Grundsätzen geschaffen Bonn. Die Bundesregierung hält nach Mitteilung unterrichteter Bonner Kreise eine acht- zehnmonatige Militärdienstpflicht für das deutsche Kontingent der europäischen Streitkräfte für ausreichend. Wenn von französischer Seite eine zweijährige Dienstzeit gewünscht wurde, so sei dies aus der Tatsache zu erklären, daß Frankreich besondere militärische Verpflichtungen besitze. Frankreich habe im Rahmen der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) 14 und die Bundesrepublik 12 Divisionen zu stellen. Wenn französische militärische Stellen glaubten, daß die als Mindestdienstzeit im EVG-Vertrag vorgesehene Wehrpflicht von 18 Monaten nicht ausreichen würde, um 14 Divisionen aufzustellen, stehe es Frankreich frei, die Dienstzeit auf zwei Jahre zu verlängern. Das Problem der Dienstzeit der europäischen Streitkräfte wird im Interimsausschuß in Paris beraten, der die Arbeit der künftigen Organe der EVG vorbereiten soll. Bisher konnte eine Uebereinstimmung über eine einheitliche Dienstpflicht — wie sie der EVG-Vertrag im Grundsatz vorschreibt — nicht erzielt werden, da insbesondere die Beneluxstaaten Einwände gegen Verlängerungen ihrer Militärdienstzeiten erhoben. Während Frankreich und Italien bisher eine Dienstzeit von 18 Monaten besitzen, beträgt sie in Belgien schon 21 und in Holland 20 Monate. Der Lenkungsausschuß des Interimsausschusses wird seine Beratungen in dieser Woche in Paris fortsetzen und dabei auch Ausrüstungswerden solle. Wegen der Widerstände, die sich dem entgegenstellten, habe man 1946 die politische und wirtschaftliche Vereinigung der amerikanischen und englischen Zone in die Wege geleitet. Auf dieser Linie werde konsequent weitergearbeitet. In bezug auf die Schaffung eines vereinten Europas ist der Kommissar der Meinung, daß es zweckmäßig sei, „langsam vorwärtszugehen“. Alle in Betracht kommenden Staaten seien mit anderen Ländern vertragliche Bindungen eingegangen, die sich nicht von heute auf morgen lösen lassen. Vor Schaffung einer europäischen Verfassung müsse man sich darüber klar werden, wie diese vertraglichen Bindungen abzuwickeln seien. Die Schaffung def Vereinigten Staaten von Nordamerika sei leichter zu erzielen gewesen, da es sich dort um Länder gehandelt habe, die keine außenpolitischen Bindungen, aber eine einheitliche Sprache hatten. Am Montagabend gab die badisch-württem- bergische Regierung einen Staatsempfang. Bei dieser Gelegenheit führte Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier in Begrüßung des englischen Hochkommissars aus: Menschen, die im politischen Leben ständen, seien sich darüber klar, daß die Formen der Demokratie, die wir heute anstreben, ihren Ursprung in Großbritannien hätten. Im Wirken der beiden Häuser des Parlaments habe dort die Demokratie das Höchstmaß an Vollendung erreicht. Der englische Parlamentarismus sei zum allgemein verbindlichen Vorbild demokratischer Gestaltung überhaupt geworden. und Bewaffnungsprobleme erörtern. In Bonn wird ausdrücklich betont, daß diese Beratungen die Entscheidung des Bundestages, Bundesrates und Bundesverfassungsgerichts nicht präjudizieren. Zweijährige Dienstzeit und Wehrsteuer (Drahtbericht unseres Pariser Korrespondenten) rl. Paris. Bei Verfolgung der Politik starker nationaler Selbständigkeit scheint nach in Pa- l is umgehenden Meldungen die Regierung Maßnahmen zur Aufrüstung aus rein nationalen Quellen in Betracht zu ziehen. Marschall Juin forderte bereits die Verlängerung der jetzt 18monatigen Dienstzeit auf zwei Jahre. Die Finanzierung der Rüstung soll mit Hilfe einer Wehrsteuer oder durch Auflegung einer Rüstungsanleihe aufgebracht werden. Pius XII.: Vatikanstadt. Fast 500 000 Menschen drängten sich am Sonntagabend auf dem Petersplatz in Rom, um eine Rede von Papst Pius XII. zu hören. Die meisten waren Mitglieder der „Katholischen Aktion“, die am Sonntag den 30. Jahrestag ihrer Gründung feierte. Außerdem waren rund 60 000 Besucher aus Uebersee in der Menge. Papst Pius sagte in seiner Rede- „Die Welt ist bedroht, ich muß nicht erst sagen wer der Gegner ist. Er ist überall zwischen uns, heimlich und gefährlich. Die ganze Welt ist in Gefahr, verseucht zu werden.“ Papst Pius warnte die Christenheit vor allen Versuchen kirchenfeindlicher staatlicher Autoritäten, die Neues in Kürze Bundeswirtschaftsminister Dr. Ludwig Erhard kündigte am Sonntag in Hamburg an, daß in Kürz® wieder klare Rechtsgrundlagen im Handel mit den lateinamerikanischen Staaten geschaffen sein werden. Staatssekretär Prof. Walter Hallstein unterrichtet# Bundeskanzler Dr. Adenauer am Montag in dessen RhSndorfer Heim über die laufenden Angelegenheiten der auswärtigen Politik. Der stellvertretende amerikanische Wirtschaftsminister Willard L. Thorpe ist am Montag in Bonn angekommen und mit dem amerikanischen Hohen , Kommissar Donnelly zusammengetroffen. Der Berliner Senat beschloß am Montag, das Notopfer Berlin vom 1. November bis zum 31. März nächsten Jahres in Berlin um SO Prozent zu erhöhen, um besonders bedürftige Arbeitslose verstärkt unterstützen zu können. Auf einem Staatsakt zum „Tag der Aktivisten* in der Sporthalle in Ostberlin zeichnete Volkskammerpräsident Johannes Dieckmann am Montag 53 Männer und Frauen aus Sowjetzonen-Betrieben mit dem Titel „Held der Arbeit“ aus. Zur Teilnahme an der heute beginnenden T. Vollversammlung der vereinten Nationen sind etwa 1000 Delegierte aus 60 Staaten in New York eingetroffen. Die vorläufige Tagesordnung umfaßt nahezu 71 Punkte. In der libanesischen Hauptstadt rechnet man mit einem Besuch des spanischen Staatschefs General Franco in den Nahostländern zu Beginn des kommenden Jahres. Mit diesem Besucb solle die Fühlungnahme und die Zusammenarbeit fortgesetzt werten, die de*- spanische Außenminister Martin Artajo zu Beginn dieses Jahres auf seiner Reise durch die arabischen Hauptstädte begonnen hatte. Die erste große Winteroffensive dieses Jahres, die die französischen Truppen ln Indochina iun Freitag gegen die Vietminh-Aufständischen einlefteten, ist nach Mitteilung aus militärischen Kreisen ln Hanoi fehlgeschlagen. Etwa ESO 000 japanische Bergarbeiter in fast sämtlichen großen Kohlenbergwerken Japans sind am Montag in einen zweitägigen Streik getreten, um ihre Lohnforderungen durchzusetzen. Wieder leichte Erdstöße im Elsaß Straßburg. Im Raume von Weißenburg aa der elsässisch-pfälzischen Grenze wurden am Wochenende erneut leichte Erdstöße verspürt. Das geologische Institut in Straßburg hat bei Oberbetschdorf einen Seismographen aufgestellt, um im Falle weiterer lokaler Stöße di« genaue Lage des Erdbebenherdes feststellen zu können. Gleichzeitig hat das Institut alle Erdbebenwarten Europas aufgefordert, die bei den letzten heftigen Beben im Unterelsaß registrierten Feststellungen mitzuteilen. Die Schäden, die das Beben in der vergangenen Woche verursachte, verteilen sich auf einen größeren Raum und sind unbedeutend. Trotzdem haben die anhaltenden Erdstöße in der unterelsässi- schen Bevölkerung eine leichte Beunruhigung ausgelöst. In einer Erklärung weist die Straßburger Erdbebenwarte darauf hin, daß es sich bei den neuerlich verzeichneten Stößen vermutlich nur um ein Abklingen der in der Vorwoche aufgetretenen Serie leichter Nahbebea handelt. Glaubensfundamente zu erschüttern. „In vergangenen Jahren suchten die Feinde auf den Gebieten des Intellekts, der Gesellschaft und der Moral die Einheit in Christus zu zerstören. Sie verlangten Natur ohne Gnade, Verstand ohne Glauben, Freiheit ohne Autorität und manchmal Autorität ohne Freiheit. Es ist ein Feind, der täglich stärker auftritt... Zuerst sagt er: Christus ja, aber die Kirche nein. Dann Gott ja, aber Christus nein, und schließlich schreit er die Parole hinaus: Gott ist tot“. Die Hunderttausende bereiteten dem Papst stürmische Ovationen, als er auf seinem Thronseseel durch ihre Mitte getragen wurde. Amerikaner zur Geheimorganisation 18 Monate Dienstpflicht ausreichend Lenkungsausschuß setjt Beratungen fort Die Welt ist in Gefahr" Die Untersuchungen der deutsch-amerikanischen Kommission vorübergehend unterbrochen Für 70 Millionen fingierte Aufträge Der deutsch-dänische Heeresbekleidungsschwindel Heidelberg. Eine abschließende Stellungnahme zu der Tätigkeit der in Hessen aufgedeckten Geheimorganisation wird von amerikanischer Seite nicht gegeben werden, bevor der deutsch-amerikanische Untersuchungsausschuß über die angeblich illegale Tätigkeit der von Erhard Peters geführten Gruppe seine Untersuchungen abgeschlossen hat und die Untersuchungsergebnisse geprüft worden sind. Dies verlautete am Montag von amerikanischer Seite in Heidelberg. Um möglichen falschen Interpretationen von Erklärungen yorzubeu- gen, die bisher zu diesem Thema vorliegen, wird von der gleichen Seite jedoch festgestellt, daß kurz nach dem kommunistischen Ueberfall auf Südkorea mit Kenntnis der amerikanischen Behörden und im Rahmen der europäischen Verteidigung eine Gruppe von möglichen Widerstandskämpfern durch Peters aufgestellt worden ist. Die Gruppe sollte im Falle eines sowjetischen Angriffs auf Westeuropa versuchen, gewisse gesicherte Gebiete zu schaffen, um abgeschossenen Luftwaffenangehörigen oder abgeschnittenen Truppen hinter den sowjetischen Linien zu helfen. Die weltpolitische Situation habe sich durch das Wirksamwerden der NATO und die damit gleichlaufende Verstärkung der westlichen Verteidigung in Deutschland sowie durch die Unterzeichnung der deutsch-alliierten Verträge später jedoch so gebessert, daß ein Bestehen der Organisation von Peters überflüssig und nicht mehr wünschenswert erschien. Die zuständige amerikanische Behörde habe daher vor sechs Monaten die Anweisung gegeben, die Arbeit der Gruppe zu beenden und die Gruppe selbst aufzulösen. Diese Aktion habe im Mai 1952 begonnen und sei am 1. September 1952 beendet gewesen. Die Ende September erfolgte Verhaftung mehrerer Mitglieder der Peters- Organisation und die Sicherstellung von Dokumenten, die sich in ihrem Besitz befanden, deuten nach Ansicht der gleichen amerikanischen Kreise darauf hin, daß einige Mitglieder der Organisation in eine illegale Tätigkeit verwickelt waren, indem sie Informationen über die SPD sammelten und eine sogenannte „schwarze Liste“ von SPD-Mitgliedem aufgestellt hatten. Diese vermutete illegale Tätigkeit sei von den amerikanischen Behörden weder angeregt noch geduldet worden. Sie sei den Amerikanern im Gegenteil bis nach den kürzlich durchgeführten Verhaftungen in Hessen völlig unbekannt gewesen. Die Sitzungen der deutsch-amerikanischen Kommission sind am Montag vorübergehend unterbrochen worden. Wie der hessische Ministerpräsident Georg August Zinn mitteilte, hat das amerikanische Hohe Kommissariat den Wunsch geäußert, daß die bisherigen Ermittlungsergebnisse mit ihm besprochen werden. NP. Berlin. Das Zeitalter der Zeppeline ist noch nicht vorbei, meint der 71jährige Berliner Albert Simon. Nach ganz neuen Plänen baut er in seinem Atelier ein Luftschiff dieses Typs, zunächst als Modell. Simon ist ein Mann vom Fach, denn während des ersten Weltkrieges war er als Zeppelin-Konstrukteur tätig. Sein Zeppelin würde, so berichtet Simon, Luft- ieisen nach jedem Punkte Europas zum Preise einer Eisenbahnfahrt 3. Klasse ermöglichen. Für sein erstes Luftschiff benötigt er nur noch etwa 50 000 DM. Eine internationale Gesellschaft soll den Betrieb durchführen. Albert Simon sieht, wie er unserem Reporter berichtete, eine Wiederkehr des Zeppelins voraus. Er habe ein Verfahren erfunden, das Landemasten und umfangreiches Bodenpersonal für Zeppeline überflüssig mache. Sein neues Luftschiff könne sowohl auf dem Lande als auch auf dem Wasser landen und benötige nur eine kleine Landefläche. Simons Konstruktionspläne sehen die Unterbringung von 96 Fahrgästen, doppelt soviel wie der LZ „Hindenburg“ befördern konnte, Kopenhagen. Vor einem Gericht in Kopenhagen begann am Montag die Vernehmung des Dänen Vagn Helge Landby, der beschuldigt wird, dänischen Textilfabrikanten fingierte Aufträge zur Lieferung von Uniformen für die künftigen deutschen Truppen in der Europa- rrmee gegeben Zu haben. Landby behauptete, die Aufträge seien von deutschen Geschäftsleuten ausgegangen, die er in der Bundesrepublik kennengelernt habe. Diese Geschäftsleute, die aus verschiedenen Gründen ihre Namen nicht hätten nennen wollen, hätten er- in einem Luftschiff vor, das nur ein Drittel des Fassungsraums der „Hindenburg“ hat. Das Schiff könne senkrecht wie ein Hubschrauber lenden. Wenn er Europa mit Passagier-Luft- > chiffen versorgt hat, will Simon Fracht-Zeppeline bauen. Albert Simon hat sich auch an britische Interessenten wegen einer etwaigen Beteiligung an seiner geplanten internationalen Zeppelin- Gesellschaft gewandt. Auf dem Papier sind seine Pläne fertig. Ob sie sich verwirklichen lassen, muß sich erst erweisen. Sowjetischer Generalstabschef in Ostberlin? Bern. Der Generalstabschef der Sowjetarmee S. M. Schtemenko soll sich nach Berichten Schweizer Morgenblätter vom Montag zur Zeit in Ostberlin aufhalten. Er soll den Auftrag haben, in Besprechungen mit Vertretern Karls- horsts und Pankows die Angleichung der kasernierten Volkspolizei als Kern der zukünftigen sowjetzonalen Nationalarmee an die sowjetische Armee zum Abschluß zu bringen. klärt, sie seien beauftragt, Waren für künftige deutsche Heereskontingente aufzukaufen. Schriftliche Aufträge seien von den Deutschen mit dem Hinweis, daß das Vorhaben „äußerst geheim“ sei, nicht gegeben worden. Daraufhin, sagte Landby, habe er sich mit seinen deutschen Geschäftspartnern geeinigt, die für die Aufträge in Dänemark erforderlichen Unterlagen zu „fabrizieren“. Die Aufträge, di« Landby an dänische Textilfabriken weitergab, beliefen sich auf 70 Millionen Kronen. Ein Teü der Waren im Wert von 80 000 DM war Anfang dieses Jahres bereits nach Deutschland geliefert und im Hamburger Freihafen beschlagnahmt worden. Landby wurde Mitte Mai nach einem illegalen Grenzübertritt an der deutschdänischen Grenze von den dänischen Behörden verhaftet. In der Vernehmung am Montag hob l andby hervor, er habe nicht in betrügerischer Absicht gehandelt. Er sei zunächst von der Echtheit der Aufträge überzeugt gewesen. Verheerende Dürre in Südafrika Pretoria. Südafrika wird gegenwärtig von einer Dürrewelle heimgesucht, wie sie seit 25 Jahren nicht verzeichnet worden sein solL Hunderte von Rindern sterben täglich an Hunger und Durst, und die Tabakemte in Transvaal und die Zuckeremte in Natal sind gefährdet Wetter bericht Ein Sturmtief zieht über Südengland in nordöstlicher Richtung zur südlichen Nordsee. Es führt uns feuchte, anfangs noch recht milde Meeresluft zu. Der Einfluß des Tiefs wird erst zur Wochenmitte durch Drudeanstieg etwas zurückgedrängt werden. Aussichten bis Dienstagabend: Wechselnd bewölkt und zeitweise böig auffrischende südwestliche Winde. Am Mittwoch etwas längere Aufheiterung. Berliner will Zeppelin bauen Nach ganz neuen Plänen — So billig wie die 3. Klasse der Eisenbahn Dienstag, 14. Oktober 1958 Kundgebung für Jugendzahnpflege Die Bedeutung des Zahnarztes im Gesundheitswesen Freiburg. Im Rahmen der großen Tagung, die die Zahnärztekammer Südbaden in der Zeit vom 9. bis 11. Oktober in Freiburg veranstaltete, fand am Schlußtage eine Kundgebung für Jugendzahnpflege in den „Kurbel“- Lichtspielen statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das großangelegte Referat von Dr. Erich Müller-Altona über „Die Bedeutung des Zahnarztes im Gesundheitswesen“. Erst im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich der Zahnarzt im öffentlichen Gesundheitswesen eine Stellung erarbeitet, die ihn gleichberechtigt neben den auf demselben Aufgabengebiete tätigen Arzt stellt. Heute stehen einer Zahl von 33 000 Kassenärzten nicht weniger als 22 000 Kassenzahnärzte bzw. -dentisten gegenüber. Das Gesetz über die Ausübung der Zahnheilkunde vom Jahre 1952 stellt die Zahnheilkunde gleichberechtigt neben die Allgemeinmedizin, beseitigt die bisher bestehende Kurierfreiheit und wird zu einer Vereinheitlichung der Berufsstände der Zahnärzte und Dentisten führen. Die Entwicklung der Zahnheilkunde ist durch die Sozialversicherung sehr stark gefördert worden. Der Grundsatz, daß Vorbeugen wichtiger als Heilen ist. gilt für alle Gebiete der Medizin, für keines aber besteht so sehr die Möglichkeit, ihn in die Tat umzusetzen, wie für das der Gebißerkrankungen. Es ist ein Zeichen eines krankhaften Zustandes, wenn die Entwicklung in den beiden letzten Jahrzehnten dahin geführt hat, daß die Aufwendungen der Krankenversicherungsträger für Leistungen, zu denen sie gesetzlich verpflichtet sind, gemessen am Beitragsaufkommen geringer wurden, während die Ausgaben für sog. Kann-Leistungen sich sprunghaft gesteigert haben. Vom Standpunkt der Volksgesundheit aus gesehen bedeutet dies, daß die Ausgaben für zahnerhaltende Behandlung unzureichend sind und daß wegen des ungenügenden Ausmaßes dieser Leistungen damit zwangsläufig die Ausgäben für Zahnersatz sich steigern müssen. Es ist daher notwendig, eine grundlegende Reform durchzuführen, derart, daß der vorbeugenden Zahngesundheitspflege und der Frühbehandlung die nötige Aufmerksamkeit zugewendet wird. Dies setzt voraus, daß auch die erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen. Sie sollten ausreichen, um den Erkrankungsherd im Frühzustand bei der Karies zu beseitigen, während unter den jetzigen Verhältnissen in den meisten Fällen nur Spätschäden bzw. schmerzhafte Zustände be^ handelt werden können. Die deshalb absolut unzulänglichen und schlechten Gebißverhältnisse der deutschen Bevölkerung können nur durch eine weitsichtige Gesundheitspolitik gebessert werden. Dazu gehört vor allen Dingen die Intensivierung der Jugendzahnpflege unter Beteiligung der Kommunen, der Länder und der Versicherungsträger. Der Gesetzgeber muß daher die Initiative zu einem Bundes-Jugend- zahnpflegegesetz ergreifen und dafür sorgen, daß unsere Jugend grundsätzlich mit gesundem Gebiß die Schule verläßt. Das Bonner Grundgesetz hat den Fragen der Volksgesundheit genau so wenig Beachtung geschenkt, wie es die Weimarer Verfassung tat. Die Ausgaben für die kurative Medizin, d. h. für das Heilen aufgetretener Wendungen für präventive medizinische Maßnahmen. Die Erfahrungen der letzten Jahre zwingen uns dazu, erneut die Forderung zu erheben, alle gesundheitspolitischen Zielsetzungen, Aufgaben und Maßnahmen in einem Bundesgesundheitsministerium zusammenzufassen. Frau Dr. Weigand-Köln, beschäftigte sich in ihrem Referat „Kariesverhütung durch Aufklärung“ mit der wichtigen Frage, die Kenntnis von der Bedeutung der Jugendzahnpflege der Allgemeinheit nahezubringen. Die beste Propaganda wird die Persönlichkeit des Zahnarztes bilden. Gerade bei der Kinderbehandlung ist das psychologische Eingehen auf den Patienten von entscheidender Wichtigkeit. Daneben muß eine allgemeine Aufklärung über den Wert des Gebisses, die Folgen des Zahnverlustes und der Gebißerkrankungen in Vorträgen vor den Schülern aller Schularten einhergehen. Diese Aufklärung darf nicht nur auf die Schulen beschränkt werden, sondern muß auch in den Gesundheitsämtern, den Beratungsstellen, bei den Krankenkassen und im Sprechzimmer erfolgen. Das Ziel einer solchen j Aufklärung wird volksgesundheitlich und : volkswirtschaftlich gleich bedeutungsvoll sein.' Schweizer Journalisten in Breisach Keine Überraschung bei den Parteien Fraktions- und Landesvorsitjende der SPD, CDU und FDP zur Gründung des »Heimatbundes Badener Land" (Drahtbericht unseres ce-Korrespondenten) Karlsruhe. Die am Samstagabend in Karlsruhe ins Leben gerufene neue politische Bewegung der Altbadener „Heimatbund Badener Land“ beschäftigt jetzt sehr lebhaft die politischen Parteien Baden-Württembergs. Man erwartet, daß die drei großen Parteien CDU, SPD und FDP in den nächsten Tagen in ihren Fraktionssitzungen sich mit diesem badischen Heimatbund und seinem Landesrat, der sich „Badisches Schattenparlament“ nennt, noch mehr befassen müssen. Unser Karlsruher ce-Korrespondent hat die Fraktions- bzw. Landesvorsitzenden dieser Parteien um eine erste Stellungnahme gebeten. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Möller erklärte: „Ich bedauere diese Gründung, die sich gegen unser neues Bundesland Baden-Württemberg richtet. Sie beweist aber sehr eindringlich, daß es richtig war, keine Regierungskoalition mit Abgeordneten einzugehen, die eine Auflösung unseres neuen Bundeslandes anstreben.“ Der CDU-FraktionsVorsitzende und Landesvorsitzende der CDU Nordbadens, der Karlsruher Stadtkämmerer Dr. Gurk, äußerte sich sehr zurückhaltend und verwies auf die am Donnerstag in Stuttgart stattfindende Fraktionssitzung der CDU. Er betonte aber mit Nachdruck, „daß die unstaatliche RegierungS' art in Stuttgart diese neue badische Bewegung' immer mehr fördern werde.“ Der zweite Landesvorsitzende der FDP/DVP, der Karlsruher Rechtsanwalt Dr. Kessler, sieht in der Gründung des ‘badischen Heimatbundes eine „natürliche Liquidationserscheinung der altbadischen Bewegung" und mißt diesem „Schattenparlament“ überhaupt keine politische Bedeutung bei. Justizminister Renner über Aufbau der Justizverwaltung Baden-Baden. In einem Gespräch mit dem Südwestfunk erklärte der Justizminister von Baden-Württemberg, Viktor Renner, am Montagabend, der Aufbau der Justizverwaltung im neuen Bundesland sei so gut wie abgeschlossen. Aufgaben, die nicht zentral erledigt werden müßten, könnten den Oberlandesgerichten übertragen werden. Auf die Frage, ob die viel Oberlandesgerichte in Karlsruhe, Freiburg Stuttgart und Tübingen bestehen bleiben, sagte Minister Renner, das sei noch heißes Eisen, er wolle aber mit einem klaren „nein“ antworten. Die Neueinteilung der Gerichtsbezirke ir Baden-Württemberg bedürfe einer gründlicher Vorbereitung. Badens ältester aktiver Feuerwehrmann Maurermeister Wilhelm Lamm in Kappelrodeck 75 Jahre alt Kappelrodeck (ed). Am Dienstag erreicht der Maurermeister Wilhelm Lamm das 75. Lebensjahr. Er ist noch so rüstig, daß er Tag für Tag der Arbeit am Bauplatz nachgeht. Im Dorf und in der Nachbarschaft ist er als der Tambourmajor der Freiwilligen Feuerwehr eine bekannte Persönlichkeit. Seit 59 Jahren steht er in den Reihen der Kappler Wehr. Soviel bekannt, ist er der älteste aktive Feuerwehrmann Badens. Sein Vater August, der Ende der zwanziger Jahre im Alter von 84 Jahren gestorben ist, hat der Freiwilligen Feuerwehr gleichfalls über fünfzig Jahre angehört. Um die Jahrhundertwende war die Ausrüstung der Wehr noch äußerst bescheiden. Sie bestand in der Hauptsache aus einem Pumpwagen, der von Krankheiten, stehen in einem geradezu gro-lacht Mann bedient wurde; das Wasser wurde tesken Verhältnis zu den öffentlichen Auf-1 in Feuereimern aus dem Bach und den Brun- Verbandstag der Gipser und Stukkateure Die augenblickliche Lage im Gipsergewerbe — Organisatorische Regiearbeit wirkt sich nachteilig aus Triberg. (er) Am Samstag fand hier die Verbandstagung des Fachverbpndes Südbaden der Gipser und Stukkateure statt, die mit einer Besprechung der Obermeister und Delegierten eingeleitet wurde. In der Vollsitzung konnte Verbandsvorsitzender Flad, Freiburg, die führenden Persönlichkeiten des Verbandes und die Berufskollegen begrüßen. Nach einer Totenehrung referierte der Verbandsvorsitzende über die derzeitige Lage im Gipsergewerbe, wobei er erwähnte, daß die Tagung aus Gründen der Zweckmäßigkeit mit der Mitgliederversammlung der Einkaufsgenossenschaft zusammengelegt worden sei. Er streifte die Lohnbewegungen im letzten halben Jahre, die durch geschickt geführte Verhandlungen den Arbeitsfrieden erhalten habe. Obwohl das Handwerk in den letzten Jahren eine gute Konjunktur aufzuweisen hatte, so machen sich heute doch die zahlreichen Sied- lungs- und Genossenschaftsgesellschaften durch Vorratsfertigung und sonstige organisatorische Regiearbeit für den selbständigen Handwerker nachteilig bemerkbar. Dazu komme noch die immer mehr um sich greifende Schwarzarbeit, die das steuerzahlende Handwerk schädige und energisch bekämpft werden müsse, ebenso die Preisunterbietung durch auswärtige Firmen auf Kosten der Facharbeitsqualität, die das Vertrauen zur Handwerkerschaft beeinträchtige. Die Heranbildung des Berufsnachwuchses müsse mit allen Kräften gefördert werden. Der 2. Verbandsvorsitzende, Gipsermeister, Gewerberat Indlekofer, Lörrach, beleuchtete aktuelle berufliche und fachliche Fragen. Verbandsgeschäftsführer Dr. Ettwein, Baden-Banen geholt. Mann, Frau und Kind bildeten eine Kette, durch die die Eimer von Hand zu Hand wanderten; der letzte Mann im Glied schüttete den, referierte über das Betriebsverfassungsgesetz, das als sozialpolitischer Faktor gesetzlich verankert sei. Eine gemeinsame Zusammenarbeit sei im Interesse des Betriebes von ausschlaggebender Bedeutung. Rat und Auskünfte in allen Rechtslagen können die Mitgliedsbetriebe durch den Verband erhalten.! Anschließend erteilte Dr. Ettwein den Geschäftsbericht. Die Neuwahlen ergaben in der Gesamtverbandsverwaltung keine Veränderung. Gewerberat Indlekofer regte an, daß der neu in Vorlage gebrachte Entwurf für das Bundeshandwerkergesetz aus praktischen Gründen nicht vor dem Inkrafttreten des Generalvertrages verwirklicht werden solle. Verbandsvorsitzender Rank, Stuttgart, gab der Hoffnung Ausdrude, daß nach sorglicher Ueber- prüfung der Sachlage einem Zusammenschluß badischer und württembergischer Verbände nach geraumer Zeit kein Hindernis im Wege stehe. Anschließend tagte die Einkaufsgenossenschaft des Verbandes, bei der finanzielle und einkaufstechnische Fragen erörtert wurden. Nachdem am Samstagnachmittag seitens der städtischen Kurverwaltung den Tagungsteilnehmern die Sehenswürdigkeiten der Kurstadt gezeigt wurden, fand am Abend im Kurtheater ein gemeinsamer Familienabend statt, dem sich am Sonntag ein Besuch des Heimatmuseums anschloß. Die Kurstadt Triberg verabschiedete sich am Sonntagvormittag mit einem Platzkonzert duiv'i die Stadt- und Kurkapelle von den Gästen. Aufn.: Dietmeler In 13 Omnibussen auf einer Dreiländerfahrt durch die Schweiz, Elsaß und Baden kamen 380 Schweizer Journalisten am Sonntag nach Breisach, wo sie von Bürgermeister Bueb herzlich begrüßt wurden. Mit kurzen Worten schildert« er den ausländischen Besuchern die Geschieht« seiner schwergeprüften Grenzstadt. Die neuerrichteten Gebäude gaben beredtes Zeugnis von dem zähen Lebenswillen des im Laufe der Jahrhunderte zehnmal zerstörten Städtchens. In den Tod gefahren B ü h 1 (f). Am Samstagabend ist der 24 Jahre alte Josef Schemel aus Bühl-Kappelwindeck in großem Tempo die abschüssige Kappelwindeckstraße in Riegel hinabgefahren. Dabei fuhr er gegen ein unbeleuchtetes Fuhrwerk. Er kam zwischen die Kühe und prallte auf die Deichsel auf. Mit einem schweren Schädelbruch wurde er in das Krankenhaus Aehern verbracht, wo er seinen Verletzungen erlag. Jäckle legt auch Stadtratsmandat nieder Singen. Der ehemalige Vorsitzende der badischen SPD, Richard Jäckle, hat dieser Tag« sein Mandat als Stadtrat in Singen niedergelegt. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister der Stadt begründete Jäckle seinen Entschluß damit, daß ihm der Verlust seiner Existenz und die damit verbundene beruflich« Veränderung die Ausübung des Mandats nicht mehr erlaube. Basler DMark-Notierung Große und kleine Noten: Ankauf 90,5, Verkauf 93,5. Aufnahme: Photo-Dietmeier das Löschwasser in die Pumpe. Jetzt verfügt die Kappler Wehr über eine elektrische Motorspritze und ein anderes Fahrzeug. Städt. Bühnen Freiburg Großes Haus: Dienstag „Es bleibt in der Familie (Komödie von Vemeuil); Mittwoch 20 Uhr „Rigoletto“ (Oper von Guiseppe Verdi); Donnerstag 20 Uhr „Das Leben ist ein Traum“ (Schauspiel von Pedro Calderon de la Barca); Freitag 20 Uhr „Der Zigeunerbaron“ (Operette von Johann Strauß); Samstag 20 Uhr „Rigoletto“; Sonntag 20 Uhr „Der Zigeunerbaron“. Kammerspiele: Dienstag 20 Uhr „Bemarda Albas Haus“ (Tragödie von Federico Garcia Lorca); Mittwoch 20 Uhr „Ingeborg“ (von Curt Goetz); Donnerstag 20 Uhr Eurythmie-Gast- spiel; Freitag 20 Uhr „Antigonae“ von Sophokles); Samstag 20 Uhr: „Antigone“ (von Jean Anouilh); Sonntag 20 Uhr „Ingeborg“. Theater der Stadt Baden-Baden Mittwoch 20 Uhr „Ein idealer Gatte“ (Schauspiel von Wilde); Donnerstag 20 Uhr „Der Richter“ (Schauspiel von Calderon de la Barca); Samstag 20 Uhr „Ein idealer Gatte“; Sonntag 20 Uhr „Eine schöne (Komödie von Albert Husson). Badische Märkte Freiburger Schlachtviehmarkt vom Montag Auftrieb: 11 Ochsen. 18 Bullen, 43 Kühe, 20 Färsen, 154 Kälber (33 Ueberstand). 393 Schweine (6t Ueber- stand), 71 Schafe (6 Ueberstand). — Preise: Ochsen A 90—100, B 75—85, C und D nicht notiert; Bullen 2 St. Spitzenklasse 95, A 90—93, B 85—90, C und D nicht notiert; Kühe A 80—90, B 72—80, C 55—To, D 44—55; Färsen A 98—105, B 86—00, C und D nicht notiert; Färsen, 1 St., Spitzenklasse 107; Kälber A 126—140, B 121—125, C 100—120, 1 St. Spitzenkl. 145; Schweine A 136—138, Bl 134—138, B2 135—140, C 133—138, D 133 bis 138. E und F nicht notiert; Sauen Gl 120—128, G2 und H nicht notiert; Lämmer A 85, B 80, C nicht notiert; Schafe A 75, B und C nicht notiert. — Marktverlauf: Großvieh ruhig, Kälber schleppend, Schweine langsam, Schafe ruhig. Markt mit Großvieh geräumt. Mannheimer Schlachtviehmarkt vom Montag Auftrieb: Großvieh 750. Kälber 285. Schafe 63, Schweine 1946. — Preise: Ochsen A 80- 94, B 7; ! 3' Bullen A 88—89, B 80—85; Kühe A 70-85, B 60—70, C 54—62, D bis 54; Färsen A 83—106, B 75—86; Kälber A 150—158, B 135—148, C 125—133, D bis 105; Schafe 70—80; Schweine A 127—132, Bl 126—132, B2 125—132. C 122 bis 132, D 120—129, E 115—121. Gl 113—120. — Marktverlauf: Großvieh schleppend, großer Ueberstand, Kälber flott, ausverkauft; Schweine langsam, Ueberstand. Bfibler Schweinemarkt vom Montag Anfuhr: 82 Ferkel und 21 Läufer. Verkauft 45 Ferkel und 12 Läufer. Preise: 45 und 90 bzw. 100 und 210 DM das Pasr. Baslacher Schweinemarkt vom Montag Auf gefahren: Ferkel 260 Stück: Preis 12—25 DM: Läufer 18 Stück; Preis 40—50 DM. Marktverlauf langsam. Baslacher Obstmarkt vom Montag Aepfel 16—42. Birnen 28—26 pro Kilo; Mostobst 6 bis 8 DM pro Zentner; Landkraut 6.50 DM pro. Ztr. Dienstag, 14. Oktober 1952 Volkswagen erobern den Weltmarkt In Wolfsburg erwartet man 1952 einen Export von 45000 Wagen — Kanada wünscht Omnibusse als Wohnwagen — Neues Synchrongetriebe »Der Wunsch und Drang zum Automobil bat ungeheure Ausmaße angenommen. Viele Arbeiten sind heute ohne dieses moderne Fortbewegungsmittel gar nicht mehr denkbar.“ Diese Worte sprach Generaldirektor Dr. Ing. Heinz Nordhoff beim Presseempfang des Volkswagen-Werkes in Wolfs- burg. Der Chef dieser riesigen Automobilfabrik, die rund 17 00« Mann beschäftigt nnd erst in den letzten sechs Monaten 3000 neu eingestellt hat, konnte deshalb mit großem Optimismus in die Zukunft blicken. Er sagte: „Wenn wir die erste halbe Million des Volkswagens schon in relativer Nähe vor uns sehen, so sehen wir auch die zweite halbe Million sich klar abzeichnen.* Man denke, in Wolfsburg werden heute Ul Wagen pro Tag hergestellt und die Rationalisierung ist so weit gediehen, daß 1952 nur 120 Mann 1000 Wagen pro Jahr schaffen, während 1 MT noch 024 Mann dazu notwendig waren! VW-Anteil am deutschen Markt: 30 Prozent In der Bundesrepublik laufen zur Zeit 1,4 Mill. Personen- und Lastkraftwagen. Der Anteil der Volkswagen beträgt bei den Pkw 21 Prozent, der VW-Anteil am deutschen Markt ist aber ca. 39 Proz. und bei den Lieferwagen 13,3 Prozent. Ein Absatzproblem gibt es nicht und in Wolfsburg betrachtet man den innerdeutschen Markt als noch lange Zeit aufnahmefähig. Das Verträumt der Käufer ist vor Markt noch immer völlig verschlossen und der Zugang nach Frankreich. Italien und Spanien nahezu unmöglich gemacht ist! Umso erfreulicher die Entwicklung in anderen Ländern. In Schweden laufen beispielsweise zur Zeit rund 20 000 VW, Belgien wünscht eine eigene VW-Fabrik, der Absatz nach Indonesien ist angelaufen, und demnächst will Generaldirektor Dr. Nordhoff auf Einladung der japanischen Regierung nach Tokio fliegen und versuchen, in diesem noch sehr schwach motorisierten Land allem darauf zurückzuführen, daß im Laufe der Jahre die Grundkonstruktion stetig weiter entwickelt wurde. Von den rund 4000 Teilen des VW entspricht heute kaum noch ein einziges hinsichtlich Material, Toleranzen und Formgebung dem Ursprungs-Wagen. Das Wolfsburger Werk konnte kürzlich an die 2000 „Hunderttausender“ zusammenführen, also Volkswagen, die mehr als 100 000 km ohne Motorenüberholung laufen. Wenn man weiß, daß auch die Zahl „Zweihunderttausender“ in schnellem Anwachsen ist, dann bekommt man eine Ahnung von der Güte und der sauberen Entwicklungsarbeit am Volkswagen. Ein weiterer Grund für diese Qualitätsproduktion ist die weise Beschränkung auf die Ein-Liter-Klasse, von der man in Zukunft nicht abgehen wird. SO Prozent Exportsteigerung in einem Jahr Trotz wesentlich härterer Konkurrenz ist gegenüber dem Vorjahr eine Exportsteigerung von 50 Prozent zu verzeichnen. Und das, obwohl der englische Das neue Synchron-Getriebe Das neue VW-Synchron- Getriebe, schrägverzahnt. Unser Bild zeigt die Sperrsynchronisierung des zweiten, dritten und vierten Ganges. einen neuen Markt für den VW zu erschließen. Während die Dollarländer im Export noch sehr nachhinken, wurde in Kanada inzwischen eine eigene VW- Gesellschaft auf die Beine gestellt. Trotz eines gegenüber der englischen Konkurrenz höheren Preises sind die ersten paar hundert Volkswagen in Kanada bereits an den Mann gebracht worden. Der VW-Om- nibus in seiner heutigen Form scheint gerade in Kanada, dem Land der Wohnwagen, der Reisewagen der Zukunft zu werden. „Eine Reverenz vor dem schönen Geschlecht“ Gerade im Ausland wurde es zuweilen als nachteilig empfunden, daß der Volkswagen noch kein syn- chronisches Getriebe besaß. Dort sitzen mehr noch als in Deutschland Damen am Steuerrad. Darum bezeichnet« man es als „eine artige Reverenz vor dem schönen Geschlecht“, als das Werk nun das Exportmodell mit dem neuen geräuscharmen Synchrongetriebe ausrüstete. Da das Verhältnis zwischen Export- und Standard-Modell seit zwei Jahren 75 Prozent zu 26 Prozent beträgt, ist diese Neuerung doppelt bemerkenswert. Außerdem werden seit I. Oktober am neuen Export-Volkswagen noch folgende Neuheiten verwandt: moderner Solex-Vergaser mit Einspritzpumpe, weichere und bessere Torsionsstab- Federung, 15-Zoll-Großvolum-Reifen, beliebig regulierbare Heizung, Schwenkfenster zur zugfreien Durchlüftung, veränderte Armaturentafel u. a. Der neue Vergaser beispielsweise erlaubt eine Kaltstartfähigkeit selbst bei allertiefsten Temperaturen von minus 50 Grad Celsius, so daß man etwa in Lappland seinen VW ebenso leicht starten kann, wie in Afrika bei größter Wärme. Für den Käufer ist bei dieser Weiterentwicklung bemerkenswert, daß trotz einer Materlalkostensteigerung von nahezu 600 DM der bisherige Preis geblieben ist. Aiuk ,,£dekkatdgm* Bes M afkak tu t Nach „Erlenkind“, über deren Fall am 5. November ein belgisches Gericht verhandeln wird, wurde nunmehr auch deren Mutter „Erlenkönigin“ (früher Eastern Bell); auf Antrag des Baions Maurice de Rothschild beschlagnahmt. Die Stute, die sich im Besitz der Gebrüder Rösler (Krefeld) befindet, sollte am vergangenen Samstagabend im Gestüt Schlender- han gedeckt werden, als Beauftragte der britischen Besatzungsmacht erschienen und sie „verhafteten*. Das Pferd ist vermutlich bereits nach Belgien übergeführt worden, Genaue Informationen über den Verbleib der Stute liegen beim Direktorium für Vollblutzucht und Rennen in Köln bisher nicht vor. „Erlenkönigin“, die während der deutschen Besetzung nach Deutschland gebracht wurde, unterlag zwar den Restitutionsbestimmungen, doch überrascht in deutschen Rennsportkreisen, daß die Stute zu einem so späten Zeitpunkt beschlagnahmt wurde. Di« Rückführungen sollten nach einer Erklärung von alliierter Seite bereits 1950 abgeschlossen sein. Kluge vor Wünsche in Casablanca Mit einem doppelten DKW-Erfolg endete das Ren. nen der 350er Klasse bei einer internationalen Motorradveranstaltung auf dem ANFA-Rundkurs in Casablanca am Sonntag. Sieger wurde Ewald Klug« in 1:11:56 Stunden gleich 115 km-st für 138 km vor Siegfried Wünsche. Das Rennen der 500-ccm-Klasse gewann der Engländer Reg Armstrong auf Norton mit der Rekordzeit von 1:22:07 Stunden gleich 115,* km-st für 161 km vor Auguste Goffin (Belgien), Pa. gani (Italien) und Wood (England) alle auf Norton. Die Seitenwagenklasse sah den Engländer Erix Olt. ver auf Norton über die 69-km-Strecke in 40:07 Minuten gleich 103 km-st vor Drion (Frankreich) auf Norton erfolgreich. Zwei Frauen verblülien die Weit Zum Saison-Ausklang noch neue Weltrekorde für die UdSSR und Australien Kurz vor Schluß der Saison verblüfften zwei Leichtathletinnen noch die Welt durch Weltrekorde, Aus der Sowjetunion kam die Kunde, daß die russische Olympiasiegerin im Kugelstoßen, Galina Zy- bina, in der Kirgisistan-Stadt Frunse, unterhalb der Alexander-Kette und in der Nähe des Balchachsees, ihre Leistung von Helsinki von 15,2* m auf 15.37 m steigern konnte. Außerdem stellte Australiens zweifache Goldmedaillengewinnerin, die am 13. September volljährig gewordene Marjorle Jackson, in Japan mit 11,4 Sekunden einen neuen 100-m-Weltrekord auf. Schauplatz dieses Rekordlaufes war die Stadt Gifu, die zwischen Tokio und Okayama in der Nähe des Biwako-Sees gelegen ist. Ein Dank an den Bürgermeister Marjorie Jackson hat sich durch die vielen Ehrungen und das noble Geschenk ihrer Heimatstadt Litt* Dreiteilung des Handbaliieldes? Bewährung bereits bestanden — Das Spiel wird noch schneller Bei den Vorschlußrundenpsielen um den Deutschen Handballpokal wurde am Sonntag zum ersten Mal versuchsweise die Dreiteilung des Spielfeldes angewandt, di« Deutschland im Aufträge des Internationalen Handballverbandes erproben soll. Wider Erwarten hat sieh diese Neuregelung bereits in den ersten Spielen bewährt, da offensichtlich die Kämpfe einen flüssigeren Verlauf nahmen. Der Fortfall der Wir drehen den Fufiboil-GIobus „Betonmauer“ machte sich besonders auffallend bemerkbar und schien auch bei den Zuschauern starken Anklang zu finden. Mit der Neuregelung, daß nur jeweils sechs Spieler im letzten Drittel vordem Tor erscheinen dürfen, gab es kaum Schwierigkeiten denn Im Berliner Treffen brauchten der Schiedsrichter nur einmal wegen Uebertretnng dieser Bestimmung einzugreifen. Die Spieler achteten im übrigen sehr genau auf diese Regel und fanden sich gut damit ab. Allem Anschein nach wird die Dreiteilung dazu führen, daß auch das Feldhandballspiel noch schneller wird und ähnlichen- Charakter wie das Hallenhandball annehmen wird. gow nicht den Kopf verdrehen lassen. Sie dachte nur daran, wie sie Bürgermeister Tony Luchetti und ihrer kleinen Heimatstadt für die Ueberreichung eines Perlenkolliers und des goldenen Schlüssels der Stadt ihren Dank zollen könnte. Ihr fiel nichts an- deres ein, als durch eine neue große Leistung dies wieder wettzumachen. Und in Gifu gelang dies Marjorie durch ihren famosen Weltrekord. 35 Frauen blieben unter 12 Sekunden Von 1937, als die Holländerin Tollten Schuurman erstmals mit 11,9 die 12,0-Sekunden-Grenze unterbieten konnte, bis zum Olympiajahr 1953 zählt man 35 Frauen, die weniger als 12 Sekunden für die 100- m-Strecke benötigten. Deutschland mit den Sprinterinnen Krauß, Doliinger, Petersen, Klein, Sander, Albus, Kühnei, Möller und Preibisch, ist dabei nicht weniger als neunmal vertreten und steht damit an der Spitze. An zweiter Stelle folgt die UdSSR mit sechs vor USA mit fünf. Australien mit vier und Holland mit drei Läuferinnen. — Die Liste der besten Sprinterinnen lautet: l. Jackson-Australien 11,4; 2. Stephens-USA und Blankers-Koen (Holland) Je 11,5 3. Walasiewiczowna-Polen 11 , 6 ; Khnikina-UdSSR und Moreau-USA je 11,7: 5. Krauß, Doliinger, Petersen Klein, Sander (alle Deutschland) je 11,8. Von Grete Heublein bis Zybina Im Kugelstoßen der Frauen kam man von 1931, al» die Deutsche Grete Heublein in Bielefeld mit 13,70m einen neuen Weltrekord aufstellte, bis zum Rekordwurf in Frunse von Galina Zybina nur' um 1,67 m weiter. Von 15 Athletinnen, die die Kugel weiter als 13,61 m stießen, sind neben der Weltrekordlerln Zybina sieben weitere aus der Sowjetunion. Wieder* o’ungsspiel Südbaden—Süd west in Oüenburg? England: Gegen den „Foliceman-Stopper“ wandte sich in einem Interview der bekannte englische Internationale Stanley Matthews. Er ist der Ansicht, daß durch dessen allein auf Zerstörung abgestellte Spiel weise jedes schöne Match unmöglich werde und empfahl die Einführung des Angriffs- Mittelläufers nach österreichischem und italienischem Beispiel. Frankreich: Der Liebling des französischen Fußballpublikums ist seit geraumer Zeit der Schwede Gunnar Andersson, der an der Spitze der Torschützen der Nationaldivision A steht. Gunnar’s kleine Leidenschaften, die in der Liebe zu seinen „Haustieren“ bestehen, haben ihn noch populärer werden lassen. Der Schwede, der bei Olympique Marseille spielt, hält sich in seinem Heim im Marseiller Vorort Montolivet drei Hunde, drei Katzen, vier Hühner, 22 Hasen und 18 Tauben. Andersson hat neben seinem Beruf als Fußballer und seiner Tierpflege noch Zeit, um jede Woche für die schwedische Zeitung „Amais Tidningen“ einen Fußball- Kommentar, eine Filmkritik und Artikel über das Leben in Marseille zu schreiben. Belgien: Am Ende der laufenden Saison will der Verband der am 1 anständigsten spielenden Mannschaft eine „Standarte der Fairneß“ überreichen. Die Grundlage soll eine Straftabelle «ein, in dar aa für alle Grade der Verfehlungen Strafpunkte gibt. Die Tabelle beginnt mit dem einfachen technischen Foul das einen Strafpunkt einbringt und endet mit Spielabbruch wegen Tätlichkeit, für den es 50 Strafpunkte gibt. Schweiz: Das Land der Eidgenossen wird nach Plänen des SFAV im Jahre 1954 bei der Durchführung der Weltmeisterschaft sechs Plätze für 40 000 bis 75 000 Zuschauer aufweisen. In Zürich soll nach Bewilligung des erforderlichen Bundeskredites das Limmatstadion für 75 000 Besucher erstehen, in dem dann auch das Endspiel am 4. Juli 1954 vor sich gehen wird, Basel wird mehr als 50 000 Zuschauern Platz bieten und die Stadien von Bern, Lausanne, Lugano und Genf sind für «ln 40 000-Mann-Publikum gut. — Italien: CeretH von AS Roma ist einer der besten Fußball-Masseure Italiens. Nach seiner Ansicht sind diejenigen Spieler, die sich leicht massieren lassen, auch die besten auf dem Spielfeld. Dagegen können solche Fußballer, die so gut nicht massierbar sind, niemals überragende Spieler werden. Ceretti ist in d^r Lage, seine Behauptungen an Hand vieler Beispiele zu beweisen. Die Toto-Quoten West—Süd-Block (Vorläufige Gewinnquoten) Zwölferwette: 1. Rang: 1* Gewinner mit je 26 500; 2. Rang: 539 Gewinner mit je 930; 3. Rang: 7270 Gewinner mit je 68 DM. — Zehnerwette: 1. Rang: 187 Gewinner mit je 1615 DM; 2. Rang: 5970 Gewinner mit je 52 DM; 3. Rang: 56 551 Gewinner mit je 5 DM. Nord—Süd-Block Eiferwette: 1. Rang: 46 Gewinner Je 10 34S DM; 2. Rang: 1163 Gewinner je 409 DM; 3. Rang: 13 823 Gewinner Je 34,4* DM. — Norddeutsche Achter-Aus- wahlwette: 1. Rang: 275 Gewinner je 242 DM; 2. Rang: 3754 Gewinner je 17,7# DM. — Niedersächsische' Achterwette: 1. Rang: 5* Gewinner je 840,5* DM; 2. Rang; 795 Gewinner Je 52,58 DM. — Internationale Kurzwette (Bayern): 1. Rang: 762 Gewinner je 33,68 DM; 2. Rang: 6406 Gewinner je 3,60 DM. Die Deutsche Presse-Agentur scheint in ihrem Be- rieht über das Spiel Südwest — Südbaden in unserer Montagausgabe vor lauter Beinen nicht mehr das Richtige herausgefunden zu haben, sonst hätte sie im Eifer des Gefechtes den Offenburger Spieler Ra. bold nicht mit dem rechten Verteidiger der süddeutschen Auswahl, Müller, verwechselt. Denn nicht Ra. bold, sondern der Gutacher Müller war der Unglücksrabe, der einen Ball zum zweiten Treffer für den Südwesten ins eigene Tor abfälschte. In diesem Zusammenhang soll nicht unerwähnt bleiben, daß sich die in die südbadische Auswahl berufenen Spieler des Meisters FV Offenburg: Ra- bold, Bittner und Kopp bravourös geschlagen haben. In fast allen Kritiken der Fachpresse wurde der linke Flügel mit Kopp und Bittner als das Prachtstück der südbadischen Mannschaft bezeichnet. Ra- bold bildete im Verein mit dem ViUinger Stopper Grammel und dem Baden-Badener Torhüter Mitzel der ruhende Pol in der Hintermannschaft. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, bemüht sich die Geschäftsleitung des OFV, das Wiederho. lungsspiel nach Offenburg zu bekommen. Sofern die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, stände Offenburg ein Fußballereignis bevor, wie es sich nur alle paar Jahre einmal bieten würde. Es ist deshalb zu hoffen, daß die Bemühungen der OFV-Vorstandschaft von Erfolg gekrönt sein werden. *r AU« Rechte Vorbehalten bei Li tag, Westendorf/Tirol DIE i *TA 14 VOM GRUTSCHHOF Roman von Elisabeth Pichlei 14. Fortsetzung „Was führt Sie hierher? Bringen Sie etwas Neues?“ „Eigentlich nicht, Herr Utrechter. Wir werden natürlich ein wachsames Auge auf die Gegend haben. Den Röck haben die Herren vom Gericht ja sofort freigelassen. Es hat sich kein Anhaltspunkt dafür gegeben, daß er zur Zeit der Tat wirklich im Hochangertal war. Auch war sein Gewehr in Ordnung, und es war nicht das Gewehr, aus dem geschossen wurde. Wir haben es natürlich behalten.“ „Soll der Mord an meinem Vater ungerächt bleiben?“ Vitus reicht dem Gendarmen sein Zigarettenetui. „Wir können nicht jedem Gerücht, das uns in die Ohren geblasen wird, blindlings nachlaufen, Herr Utrechter. Man zerreißt sich ohnedies mehr Schuhsohlen, als uns Vater Staat bezahlt Wo nicht einmal der Richter zugreift, müssen wir erst recht die Hand davon lassen.“ „Ein Gramm Unschuld wiegt mehr als ein Zentner Schuld, Herr Utrechter!“ Der Gendarm rückt auf seinem Sessel unruhig hin und her. Vitus reicht ihm Feuer. Auer ist froh, sich mit der Zigarette beschäftigen zu können. „Und nun wird nichts mehr geschehen?“ „Das will ich nicht gesagt haben, Herr Utrechter. Wir haben ein wachsames Auge. Auf allerhand. Früher oder später verrät sich ja doch der Schuldige oder Anstifter. Dann strek- ken wir den Arm des Gesetzes aus, bis zwischen den Fingern der arme Sünder zappelt.“ „Oder die arme Sünderin, Herr Auer.“ „Was?“ Der Gendarm fährt herum. Vor Schredc steht sein Mund offen. „Wie haben Sie das gemeint, Herr Utrechter?“ „Nur so im allgemeinen, Herr Inspektor. Ich werde mich auch selbst ein wenig in der Gegend umsehen. Sie wissen ja, daß ich die Straße baue.“ „Natürlich weiß ich das“, bekräftigt der Inspektor. „Wüßte Ich es nicht, die überlaut ein- berufene Bauemversammlung würde es mich lehren. Da gibt es gewisse Elemente, die überall dort auftauchen, wo es einen Streit zwischen den Landgemeinden und dem Staat gibt. Sie macht uns genug Sorgen, die neue Straße.“ „Aber doch weniger als ein Mord?“ Der Gendarm bläst den Rauch der Zigarette nachdenklich vor sich hin. „Es kommt immer erst darauf an, ob ein Mord vorliegt. Das Wildem ist hier in den Bergen nun einmal so eine besondere Sache. Da sind eigentlich beide Teile in der Notwehr. Oder sagen wir, in der Notwehrüberschreitung. Nur daß eben das Recht auf seiten des Jagdbesitzers oder des Pächters ist Wenn man jedem Schuß nachlaufen müßte, der von den Felswänden widerhallt . . „Also doch die abgetretenen Schuhsohlen, Herr Inspektor?“ Auer sieht Vitus prüfend an. Er weiß nicht recht, ob dies ein Scherz oder ein Tadel sein soll. „Wir sind vier Mann im Postenkommando, Herr Utrechter“, sagt er ausweichend. „Ständig zwei davon im Dienst Zwölf Stunden am Tag oder in der Nacht. Und immer bergauf und bergab. Glauben Sie nicht, - daß wir unsere Pflicht leicht nehmen." Das habe ich gewiß nicht sagen wollen, Herr Auer. Im Gegenteil, ich bewundere Ihre Arbeit. Und immer in Gefahr. Man braucht ja nur in den Zeitungen zu lesen, wieviel Gendarmen das Opfer ihres Berufes werden. Ich wollte nur sagen, daß ich selbst hinter dem Mörder einher sein werde. Tag und Nacht. Und wenn er sich mir entgegenstellt, dann gilt es eben: sein Leben oder meines.“ Vitus steht jetzt auf und reicht dem Gendarmen die Hand. „Sie entschuldigen, Herr Inspektor, meine Zeit ist knapp.“ 8. Kapitel Gerhard schreitet mit Korda über den Wiesenweg, der von Noth nach der Riedleiten führt, auf welcher der Grutschhof liegt. Der süße Duft frischen Heues schlägt ihnen entgegen. Schmetterlinge flattern über den Weg. Der Frieden der Gegend tut Gerhard unendlich wohl. Gerhard macht die Entdeckung, daß zwischen dieser Landschaft und- dem eigenen Empfinden eine tiefe, geheimnisvolle Verwandtschaft besteht. Korda beginnt schneller zu atmen, ein helles Rot fließt über ihre Wangen, ein triumphierendes Lächeln umspielt den fein geschnittenen Mund. „Jetzt hast du nicht gemerkt, daß wir den falschen Weg gegangen sind“, frohlockt sie. „Anstatt zum Angerbach hinüber kommen wir hier zu unserem Hof.“ „Ich war ganz in Gedanken“. Gerhard nimmt das Mädchen bei der Hand. „Du hättest mit mir jetzt sonstwo hingehen können, ich hätte nichts gemerkt. Ich muß immer denken, daß diese Tage hier bald vorbei sein werden. Und ich möchte nie mehr fern sein von dir!“ Das Mädchen empfindet bei diesen Worten ein starkes Glücksgefühl. Eine Weile gehen die beiden jungen Menschen schweigend nebeneinander den Wiesenweg entlang. „Vitus würde es gern sehen, daß ich in Vaters Baufirma eintrete“, sagt Gerhard. „Er meint, sie sei sonst verloren.“ „Das kannst du doch nicht über dich bringen?“ Korda sieht ihn aus ängstlichen Augen an. „Natürlich nicht, Liebes. Nie werde ich das können. Da mag Vitus sagen, was er will.“ „Und warum wünscht es Vitus?“ „Er fürchtet, Mutter müßte sich zuviel Einschränkungen auferlegen, wenn ich das Studium fortsetze. Aber er kennt mich nicht. Ich werde es auch ohne Mutters Geld schaffen. Ich werde mir durch Musikstunden das Geld zum Studium selbst verdienen. Ich fühle, daß meine Liebe zu dir mir Kraft geben wird.“ Korda sieht Gerhard bewundernd an. Es ist ihr, als müsse sie stolz auf ihn sein. Am Wegrain stehen blaue Glockenblumen. Sie bückt sich und pflückt einige von ihnen. Dann reicht sie ihm die Blumen. „Wirst du manchmal an mich denken, wenn du draußen in der Welt bist?“ fragt sie leise. „Ja, Korda“, erwidert er. „Ich werde viel an dich denken. Immer . . .“ Korda schließt die Augen. „Das Heu duftet so stark, es macht mich fast benommen.“ Auch auf Gerhard wirkt die starke, würzige Luft des Heues. Dazu kommt die Nähe des Mädchens, der feine, zarte Duft, der aus ihren weichen, blonden Haaren aufsteigt. Er legt den Arm um ihre Schulter. Korda wehrt sich nicht. Sie fühlt sich so geborgen. Ihr Kopf sinkt unmerklich tiefer, bis er an seiner Schulter lehnt. So stehen sie lange schweigend. ForiieUung folgt. C «B Mb uni) artm »&iM3an:iu:i l | 4;aK i l |aimagidm:a:n\ii4«viiiM4aii{ita»a4KMrii:«ui4: Bauernsprüdie im Oktober Im Oktober Sturm und Wind, uns den frühen Winter kündt. Oktoberschnee tut Pflanzen und Tieren weh. Fallen Eicheln und Bucheckern in großer Menge, wird der Winter sehr gestrenge. Je rauher der Hase, desto kälter die Nase. Wenn der Zugvogel im Oktober zeitig geht, naher Winter vor der Türe steht. Viel Nebel im Oktober, viel Schnee im Winter. Kartoffelkraut hat hohen Dungwert Kartoffelfeuer sind ein Verstoß gegen die Wirtschaftlichkeit des Betriebes. Kein Bauer würde so frevelhaft sündigen, wenn er wüßte, welchen Düngerwert das Kartoffelkraut hat! ln 70 dz Kartoffelkraut, das ist die Menge, die etwa je ha anfällt, sind in der Trockenmasse (15 dz) enthalten: rund 8 dz Humus, 50 kg Kali, 8 kg Phosphorsäure und 40 kg Kalk. Verbrennt man, wie allgemein heute noch leider üblich, auf dem Felde das Kraut, so werden an dieser Stelle nicht nur die Bodenbakterien zerstört, sondern es gehen Kohlenstoff und Stickstoff im Werte von etwa 50 DM verloren. Abgeemtetes Kartoffelkraut soll daher dem Betrieb nutzbar gemacht werden, und zwar durch flache Unterbringung in den Acker. Ein vorheriges Zerklei- rern mit der Telleregge ist natürlich erforderlich. Damit ersparen wir fast eine halbe Stall- düngergabe. Eine gute Verwertung wird auch im Tief- und Laufstall erzielt, wodurch wir gleichzeitig Stroh einsparen. Auch zum Abdek- ken der Wiesen und Weiden eignet sich Kartoffelkraut. Man erzielt hierdurch einen fast ebenso guten Graswuchs wie bei einer Stallmistrabe. Abschied vom Zier- und Blumengarten Aber schon heißt es an morgen denken Unsere Blumenecke im Garten, die uns ein ganzes halbes Jahr erfreute und so manchen bezaubernden Strauß schenkte, stirbt jetzt. Die kalten Nächte, die häufigen Nebel und Stürme sind nichts für die Blumen. Dahlien und Gladiolen sind bereits von den ersten Nachtfrösten getroffen. Dort, wo noch kein Frost vorhanden ist, lassen sie in ihrer Entwicklung nach, so daß wir sie jetzt an einen frostsicheren Ort bringen müssen. Das Laub wird bis auf einen handbreiten Stumpf entfernt. An diesem befestigen wir das Namensschüd. Dann werden die einzelnen Knollen in einen luftigen Keller zum Ueberwintem gebracht. — Die abgeblühten Einjahrsblumen sowie das Laub der verblühten Staudengewächse werden ebenfalls entfernt. Nur Herbstastem und Chrysanthemen blühen noch. Der Garten wird weiterhin von Unkraut sauber gehalten, alle Beete werden umgegraben. Der Rasen wird noch einmal kurzgeschoren. — .Auf die Rosenbeete bringen wir jetzt gut verrotteten Stalldung, der leicht untergegraben werden muß. Ende des Monats müssen wir die Staudenrabatte säubern und dabei alles abgestorbene Kraut entfernen. Es ist ratsam, die Rabatte mit Komposterde zu überstreuen. Alle immergrünen Gehölze werden vor dem Winter sehr gründlich (Gießrand) gewässert — Wir beschaffen Tannen- oder Fichtenreisig, um damit die Rosen gegen Frost schützen zu können. Ein besonderer Schnitt Johannisbeeren einmal ganz anders Es soll hier eine Schnittmethode bei Johannisbeeren wiedergegeben werden, wie sie in England, dem klassischen Land des Beerenobstes, neuerdings üblich ist. Ein Obstbauer, der einige Jahre als PoW in englischen Obstbaubetrieben gearbeitet hat, wendet diesen Schnitt schon seit einigen Jahren in seiner Anlage mit bestem Erfolg an. Die Schnittmethode ist äußerst einfach, sie ist in wenigen Minuten von jedem Laien zu erlernen. Alle Seitentriebe einer Rute werden auf eine Länge von 2—3 cm eingekürzt. An diesen Stummeln entwickeln sich ganze Büschel von Trauben, die auch nebenbei bemerkt, sehr schnell zu pflücken sind, da man mit einer Hand einen ganzen Ballen Früchte Die Obstmarktlage im Herbst 1952 Erlöse deckten zeitweise nicht entfernt die Gestehungskosten Schon die Frühobsternte stand in diesem Jahr völlig unter dem folgenschweren Einfluß unserer Bundeswirtschaftspolitik. Während Weichobst (Beeren) noch zu tragbaren Preisen abgesetzt werden konnte, waren die Frühzwetschgen bereits in Mittelbaden starken Preisschwankungen unterworfen. -Der Laie könnte nun annehmen, die Handelsvertragspartner seien keine Fachleute gewesen, als sie die Sperrfristen für Frühobstimporte aus Holland und Italien festleg cen. Niemand aber konnte im vergangenen Winter voraussehen, daß die diesjährige Trockenheit bei uns einen früheren Erntebeginn für Frühzwetschgen verursachen würde. Obwohl die diesjährigen Erträge nur ein Viertel der vorjährigen ausmachen, war wegen umfangreicher Importe aus Italien dennoch ein starkes Ueberangebot vorhanden. Ferner ließen einige Hundert Waggons mit italienischen Weintrauben die Zwetschgenpreise auf den Tiefstand von 10 Pfg. pro Pfund am 7. August bei den mittelbadischen Absatzgenossenschaften herabsinken. Teilweise ging die Eigenerzeugung nur noch als Brennware ab. Wenn jedoch der Durchschnittserlös trotzdem um 4 Pfg. höher als im Vorjahr lag, so ist dies durch die geringere Ernte hinreichend begründet. Die erste Augusthälfte indessen bewies klar, daß die Kauflust für Bühler Frühzwetschgen mit dem Eintreffen ital. Weintrauben und Pfirsiche schwand. Vom 1. Juni bis 24. September rollten allein über München 11041 Waggons mit je 100 Zentner Obst. Folgende Tabelle möge dies veranschaulichen: Monat Erdbeeren Kirschen Pflaumen Pfirsiche Aprikoser Äpfei Hirnen Trauben insgesamt Waggon Juni 160 1152 298 43 121 32 19 1834 527 1339 484 332* 90« S 3488 August 68 1680 1017 660 677 4102 Sept. 402 68 78 1069 1617 ■>. 169 1152 893 3364 605 1449 1657 1752 11041 (Veröffentlicht von der zentralen Markt- tmd Preisberichtsstelle der Deutschen Landwirtschaft G. m. b. H. Bonn). Es dürfte jedem Einsichtigen klar sein, daß diese Importe nicht ohne Einfluß auf die Preisgestaltung auf unserem Obstmarkt waren, zumal der Deutsche noch immer glaubt, ausländisches Obst sei besser als einheimisches. Gewiß ist der Einwand berechtigt, daß mancher deutsche Obsterzeuger auf Sortierung und Aufmachung nicht den nötigen Wert legt und seine Ware daher nicht immer konkurrenzfähig auf den Markt kommt. Fest steht, daß wir mit unserer Obstsortierung noch lange nicht den Qualitätsstand des Jahres 1939 erreicht haben. Unseren Absatzgenossenschaften wird hier eine wichtige Aufgabe zufallen, um die Konkurrenzfähigkeit des deutschen Obstes zu gewährleisten. Drakonische Maßnahmen gegen alle, die den Ruf des deutschen Erzeugnisses schädigen, werden notwendig sein. Es gibt jedoch auch eine beträchtliche Anzahl Obsterzeuger in unserem Heimatland, die seit langem konkurrenzfähiges, d. h. sorgfältig gepflücktes, sortiertes und verpacktes Obst zum Landwirte sollten jedoch aus dieser Lage end lieh einmal die Konsequenzen ziehen, aus der Erkenntnis heraus, daß im heutigen Wirtschaftssystem nur Block gegen Block ringen kann. Ein Gebot in letzter Stunde sollte es für jeden denkenden Landwirt Und Obsterzeuger sein, daß ein Abseitsstehen aus politischen und sonstigen Gründen der Selbstaufgabe gleichkommt. Wer weiterexistieren will, muß sich im Bauernverband organisieren, um dadurch die Front nach außen zu verstärken, und nur dann, wenn alle Berufsangehörigen hinter der Organisation stehen als tätige Mitglieder, wird es möglich sein, den Vorstandsmitgliedern das Rückgrat so zu stärken, daß sie imstande sind, für die bedrohten Rechte jener Minderheit zu kämpfen, welche dem Volksganzen immer noch die Hälfte aller Nahrungsmittel garantiert! Gg. König, Bezirksvorstand des BLHV, Mitglied der Verfassunggebenden Landes versamm v»ng in Stuttgart. abziehen kann. Auf dem Bild sind zur besseren Ansicht nur zwei Ruten gezeigt, alle übrigen hängen genau so voll. Der Strauch auf dem Bild steht erst im dritten Jahre, daher sind die Ruten noch kurz, der Ertrag steigt natürlich mit der Länge, der Ruten. Da bei dieser Schnittmethode alles Seitenholz fehlt, ist die Belichtung viel besser und demnach auch die Ausbildung der einzelnen Beeren und Trauben. An älteren Sträuchern von 10 bis 15 Jahren können ohne weiteres 12 und mehr Ruten stehen. Eine Verjüngung des Holzes ist auch bei dieser Schnittmethode leicht möglich und macht weniger Schwierigkeiten, als dies bei dem bisher üblichen Schnitt der Fall ist. Wenn die Länge der Trauben nachläßt, ein sicheres Zeichen für die nötige Verjüngung, läßt man 2—3 kräftige Triebe von unten nachwachsen. Diese müssen aber zwecks besserer Seitenholzbildung wenigstens um ein Drittel eingekürzt ■werden. Dieser Punkt darf auch bei älteren Trieben nicht übersehen werden. Die erwähnte Schnittmethode wurde bisher bei den Sorten: Erstling aus Vierlanden, rote Holländer und Heros angewandt, Fay‘s Fruchtbare zeigte keinen Erfolg. Markt bringen und dennoch nicht einmal 50 Prozent des Ladenverkaufspreises für ihre Mühe erhalten, obwohl die Kosten für eine sachgemäße Baumpflege so hoch sind, daß von einem Gewinn oft nicht mehr die Rede sein kann. Im übrigen muß darauf hingewiesen werden, daß südwestdeutsches Obst, was das Aroma betrifft, dem ausländischen weit überlegen ist, mag es zuweilen auch nicht so sehr ins Auge fallen. Gerade unscheinbar aussehende Früchte überraschen oft beim Essen angenehmer als die buntesten Prachtexemplare. Aber noch immer lassen sich die unerfahrenen Käufer dazu verleiten,, die Größe und Farbe dem Geschmack vorzuziehen. Es wäre für manchen Verbraucher sicher interessant, sich einmal mit den Handelsspannen zu beschäftigen und nachzuprüfen, was der Erzeuger tatsächlich für seine Ware erhält. Eine befriedigende Lösung dieses Problems steht noch immer aus. Die gegenwärtige Lage an un- sem Obstmärkten ist unhaltbar, und wir fragen uns, ob man sich bei dem gegenwärtigen geringen Erlös beim Obstverkauf noch die Qualitätsförderung mit Schädlingsbekämpfung und der teueren Düngung zumuten kann. Qualitätsförderung kann jedoch nur dann durchgeführt werden, wenn der Erzeugerpreis wenigstens die Gestehungskosten deckt. Noch vieles wäre hierzu anzuführen, aber es würde zu weit führen, auf Einzelheiten einzugehen. Sicher ist jedoch, daß der Landwirtschaftssausschuß bei der Verfassunggebenden Landesversammlung in Stuttgart einmütig und geschlossen die Regierung ersuchte, Maßnahmen in unserem Sinne in Bonn voranzutreiben. Unsere Regierung hat insofern ein Recht dazu, weil im vereinigten Baden-Württemberg ein Drittel der Bundesobsternte erzeugt wird, vornehmlich in Mittel-, Klein- und Kleinstbetrie- ben. Zehntausende von Kleinbauern sind auf diese Obsterträge als Zusatzeinnahme angewiesen, denn wie sollte auch sonst eine Familie mit vier und mehr Personen bei der südwestdeutschen Parzellenbewirtschaftung auf Betrieben von 3 bis 4 ha existieren können? Für dieses Jahr verspreche ich mir keinen Erfolg mehr, zumal in kürzester Frist die letzten Importschranken fallen und die unge-J durchweg nur durch Pressen gewonnen wurde, hemmte Einfuhr wieder einsetzen wird. Wir" wobei die bekannten Oelkuchen mit 7—8 Pro- Mehr Holz aus dem Ausland Die Holzeinfuhr der Bundesrepublik hat sich im ersten Halbjahr 1952 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres mengenmäßig fast verdoppelt. Die Ausfuhr ging gleichzeitig auf ein Drittel zurück; sie macht mengenmäßig nur 5 % der Einfuhr aus. Damit hat Deutschland seine traditionelle Stellung als Holzeinfuhrland wieder gewonnen. Blattläuse enthalten Wuchsstoffe Nach neueren Untersuchungen enthalten Blattläuse ganz erhebliche Mengen Wuchsstoffe. An sich ist die Tatsache, daß sich aus Blattläusen Wuchsstoffe gewinnen lassen, der Wissenschaft schon seit längerer Zeit bekannt. Ungeklärt ist aber noch die Frage, ob der Wuchsstoff im Darm der Blattläuse selbst gebildet wird oder ob er aus den Siebröhren der Pflanzen stammt, da diese sehr oft von den Blattläusen angestochen werden. Flaues Einkellerungsgesdiäft Kartoffeln teurer als Brot und Mehl Die Diskussion über die Aufhebung der Kartoffelzölle, die besonders in der Tagespreise der Großstädte einen breiteren Raum einnahm, und in manchen Blättern sogar zu irreführenden Erklärungen über die künftige Preisentwicklung führte und die Ankündigung von Importen aus Holland und Dänemark sind nicht ohne Wirkung auf das Einkellerungsgesdiäft geblieben. Der Verbraucher erwartet offenbar von der Aufhebung der Zölle, daß das Preisgefüge für Speisekartoffeln auf weite Sicht erschüttert wird und er sich deshalb noch nicht zu bemühen braucht. Wahrscheinlich wird daher in diesem Jahr der Umfang der privaten Winterbevorratung wohl nicht den bisher gewohnten Umfang erreichen, zumal der Kartoffelpreis im Vergleich zum Nährwertpreis für Brot und Mehl höher liegt. Die Kartoffelzölle sind bis zum 31. 12. 52 aufgehoben worden. Offerten aus den benachbarten Lieferländern sind bereits eingeholt, die günstigsten lauten aus Holland mit 5,25 DM je 50 kg, während Dänemark für lose Ware 5,50 DM ab Grenze fordert. Mit den Einfuhren aus Holland wüd vor allem das westdeutsche Industriegebiet mitversorgt werden, das am frachtgünstigsten liegt. Das dänische Anerbieten kommt Hamburg zugute, da ein Franko-Preis Hamburg von 6,30 DM bei der gegenwärtigen Preislage im Handel mit deutschen Kartoffeln nicht diskutabel erscheint. Die Lage an den Kartoffelmärkten zeigte in der ersten Oktoberwoche infolge verstärkter Rodungen und geringer Aufnahmefähigkeit des Konsums eine leicht fallende Tendenz. Die Situation ist undurchsichtig, der Handel urd auch die Erzeuger haben abwartende Haltung eingenommen. Es ist nicht zu übersehen, daß die bevorstehende Einfuhr hier wie da zu einer allgemeinen Beruhigung der Geschäftsstimmung beigetragen hat. Ueber die Entwicklung des Speisekartoffelmarktes läßt sich z. Zt. wenig sagen, alles hängt davon ab. welches Ausmaß die Winterbevorratung annehmen wird. 8 Liter Wein im Jahr Deutschland ist eines der wenigen weinbautreibenden Länder der Welt, in denen der Wein verzehr sich in den letzten 2 Jahren erhöhte — es konnte,- wie Bundesminister Niklas kürzlich auf dem großen Weinbaukongreß erklärte, erreicht werden, den Weinverzehr auf ungefähr nun 8 Liter je Kopf und Jahr zu steigern. Damit ist aber die Aufgabe nicht als gelöst zu betrachten. Die letzten beiden Jahre brachten mit 3,5 Millionen Hektoliter 1950 und 3,1 Millionen Hektoliter 1951 Rekordernten. Hinzu kommt 1951 die Einfuhr von rund 1 Million Hektoliter ausländischer Weine. Der Ertrag der Weinernte 1952 wird voraussichtlich ungefähr 70 Prozent des 1951ers sein Im Durchschnitt aller Weinbaugebiete dürften sich heute noch 40—50 Prozent des vorjährigen Herbstes in den Kellern befinden, teüweise bedeutend weniger, teilweise aber auch, besonders an Mosel und Saar, erheblich mehr. An sich ist diese Situation, abgesehen vom Weinbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer, durchaus normal; denn bei vernünftigem Ausbau wird der 1952er nicht vor Februar 1953 sauber und gepflegt zum Konsumenten kommen. Bis dahin aber wird der 51er dann ausreichend geräumt sein, wenn die inzwischen stattgefundene Deutsche Weinwoche zum Erfolg führt. Fett zum Milch viehfutter? Ein besonderer öizusdiuß wird als notwendig bezeichnet Die Versorgung unseres Milchviehs mit Fett Zugabe eine Jodzahl von 29,9 und die Butter war im Laufe der vergangenen Jahre großen und ungünstigen Wandlungen unterworfen. Um eine günstige Ausnutzung des Gesamtfutters zusammen mit einer guten Butterqualität zu erreichen, muß die Kraftfuttermischung etwas Jett — mindestens 4—5 Prozent — enthalten. In den Nachkriegsjahren ist der Fettgehalt in unseren Futtermischungen durchweg ungünstig gewesen, denn Oel ist teuer und die Oelmühlen versuchen das meistmögliche aus den Oelsaa- ten herauszubringen. Während früher das Oel zent Fett als Abfallprodukt entstanden, wird heute das Fett fast nur durch das Extraktionsverfahren gewonnen, wobei nur 0,5 bis 1 Prozent Fett im Abfallprodukt, im Oelkuchen- schrot, zurückbleibt. So . wird heute praktisch nur Extraktionsschrot angeboten! Zur Klärung dieser Fragen wurden auf dem dänischen Gut Trollesminde unter Leitung des Staatslaboratoriums den letzten Winter hindurch Fütterungsversuche mit Zusatz von Raps- öi und Sojaöl zum Futter durchgeführt. Der aus Sojaschrot, Erdnußsfhrot, Sonnenblumenschrot und Leinsamenschrot bestehenden Futtermischung wurden 4 und 5 Prozent der beiden Oele und der aus Leinsamenschrot, Roggenkleie und Mengkom bestehenden Futtermischung wurde 1,5 bis 2 Prozent Oel beigemischt. Butter guter Konsistenz soll eine Jodzahl von rd. 29 oder darüber haben. Während die Butter der Kontrollgruppe eine Jodzahl von 25,9 zeigte, hatte die Rapsölgruppe mit 117 g Oel- der Sojaölgruppe mit 91 g Oelzugabe eine solche von 28,9. 100 g Oel täglich je Milchkuh wirken wahre Wunder. Die Milchmenge ist für die Kühe mit Oelzugabe etwas höher als für die der Kontrollgruppe, während der Fettgehalt etwas geringer ist. Vor allem lehren diese Fütterungserfahrungen, daß die Futtermischung Fett — möglichst 4 bis 5 Prozent — enthalten muß. Bei der Fütterung der extrahierten Oelschrote kommen wir in der Praxis nicht um einen besonderen Oel- zuschuß herum. — Den Einfluß des-Fettes der einzelnen Futtermittel und der Kraftfuttermischungen haben viele Forscher eingehend untersucht und dargelegt. Lediglich Heu-, Klee- und Grünfutter sollen hier einmal als wichtige Milchproduktions-Futtermittel betrachtet werden. So kann auf gewöhnliche Weise getrocknetes Heu (Bodentrocknung) nur in sehr geringem Umfange zur Bildung von Milchfett beitragen. Ganz anders verhält es sich mit dem frischen Weidegras, mit Klee- und Grünfutfer. Nimmt eine gutleistende Milchkuh täglich 60 bis 70 kg Klee und Grünfutter auf, so erhält sie durch 400 bis 500 g Futterfett, und diese Menge geht zu rd. 60 bis 70 Prozent in die Milch als Milchfett über. Im künstlich getrockneten Grünfutter bleiben so gut wie alle Nährstoffe der grünen Masse. Auch heute noch gilt die von Prof. Nils Hansson aufgestellte Forderung, daß das Milchvieh-Kraftfutter rd. 5 bis 6 Prozent Fett enthalten muß. Jede Futtermischung müßte mi4 Angabe des Fettbildungsvermögens versehen sein. Dienstag. 14. Oktober 1958 I M 'ZEITGESCHEHEN fjfituftttiutfi Mut dtu Mteis ö££tuMutu Im Verlag Christian Schömperlen, Nachfolger Hermann Haßlar, in Lahr, erschien im Jahre 1899 ein 560 Seiten starker Band „Der Schulkreis Offenburg, Heimatkunde auf Anregung und unter Leitung des Großherzoglichen Kreisschulrats P. Schenk nach Beiträgen sämtlicher Lehrer des Schulkreises bearbeitet von J. J. Hoffmann, Hauptlehrer in Schapbach“. Das den Betrachter der Gegenwart etwas „unbeholfen“ anmutende Werk vermittelt zunächst einen Einblick in die Geschichte, in die Geographie und Statistik des Gesamtgebiets und behandelt dann die Gemeinden der ehemaligen Amtsbezirke Wolf ach, Offenburg, Oberkirch und Achern. In einem zweiten Teil findet man Mitteilungen über Trachten, Sitten und Gebräuche in der Ortenau und im Kinzigtal nebst einem Abschnitt über Sagen in den vier erwähnten Amtsbezirken. Wenn schon der stattliche Band heute überholt ist, so greift der Heimatfreund doch immer gern noch nach dem „Schulkreis Offenburg“. Insbesondere eines läßt dieses Buch inne werden, daß man vor einem halben Jahrhundert Heimatpflege noch mit fühlbarer Hingabe und großem Ernst betrieben hat. Vor allem den Jahresbänden der „Badischen Heimat“, für die man dem leider so früh da- hingegangepen Hermann Eris Busse über das Grab hinaus zu Dank sich verpflichtet fühlt, blieb es Vorbehalten, Wege zur Heimat zu weisen und die Liebe zur Heimat anzusporneo. Freilich, diese schönen und schätzenswerten Bände lassen sich z. B. nur bedingt für den Heimatunterricht der Schulen benützen. Immer deutlicher ist in den jüngsten Jahren die Lücke in Erscheinung getreten, die hinsichtlich geeigneter Veröffentlichungen für die Unterweisung der Heranwachsenden auf dem Boden der Heimat besteht. In dem einen oder anderen Kreis ist denn auch bereits damit begonnen worden, diese Lücke zu schließen. So ist vor kurzem für Lahr ein sehr brauchbares, mit Bedacht und Absicht straff gehaltenes Heimatbuch erschienen, für das der kundige und schätzenswerte Emil Bader verantwortlich zeichnet. Entsprechend dem Wesen unserer Zeit, beschränkt sich dieses Buch auf die Anführung und Deutung von Erscheinungen und Gegenständen, mit denen unter allen Umständen bekannt sein muß, wer von der Heimat eine einigermaßen klare, erfühlte Vorstellung gewinnen will. Wie im „Offenburger Tageblatt“ in der Ausgabe vom 9. Oktober bereits mitgeteilt wurde, hat die Kreisversammlung bei ihrer Sitzung am vergangenen Mittwoch beschlossen, auch für den Kreis Offenburg ein Heimatbuch herauszubringen. Man wird diesen Beschluß mit uneingeschränkter Zustimmung begrüßen können. Es handelt sich auch bei diesem Heimatbuch mehr um einen Leitfaden als um eine erschöpfende und umfassende Darstellung unseres Kreises. Freilich beabsichtigt man, und das wird besonders gutzuheißen sein, neben der knappen Darstellung der topographischen, geologischen, zoologischen, botanischen, politischen, kulturhistorischen usw. Schilderung der Welt des Kreises und der stichwortartigen Charakterisierung der einzelnen Gemeinden auch reichhaltige Quellenhinweise dem Büchlein anzufügen. Es wäre zu wünschen, daß die Veröffentlichung, mit der sich die Kreisversammlung ein rühmenswertes Denkmal setzen wird schon bald herauskäme. L. K. Damit die Krankenhäuser nicht leer werden Wochenende der Verkehrsunfälle Immer wieder das leidige Überholen — Fahrerflucht wurde verhindert Am Samstag wurde ein Hilfsarbeiter aus Gengenbach der abends mit seinem Fahrrad von Offenburg nach Ortenberg fuhr, kurz vor Ortenberg von einem in gleicher Richtung fahrenden Dreiradlieferwagen überholt und dabei am linken Ellenbogen gestreift. Er mußte sich m ärztliche Behandlung begeben. Der Fahrer des Lieferwagens fuhr ohne anzuhalten weiter, konnte jedoch dann in Ortenberg gestellt werden. Ebenfalls am Samstag ereignete sich zwischen Fußbach und Gengenbach ein Verkehrsunfall. Der Fahrer eines Pkw aus Baden-Baden wollte in verkehrswidriger Weise einen Lkw aus Malsch überholen. Der Pkw-Fahrer l.am über die linke Fahrbahnseite hinaus und stieß gegen eine Telegraphenstange. Sein Wagen wurde stark beschädigt. Noch ein Verkehrsunfall am gleichen Tage ereignete sich auf der Bundesstraße 3 in Hofweier. Der Fahrer eines Pkw aus Baden-Baden fuhr beim Ueberholen eine Radfahrerin aus Ottenhofen an. Die Radfahrerin fiel zu Eoden und wurde verletzt. Am Sonntagmittag kam es in der Ortsmitte Griesheims zu einem Verkehrsunfall. Der Fahrer eines Kraftrades aus Kehl wollte zwei Fuhrwerke überholen, als ihn ein entgegenkommender anderer Kraftradfahrer an- fuhr. Der Fahrer aus Kehl kam zu Fall und mußte mit erheblichen Verletzungen nach dem Krankenhaus Kork verbracht werden. Der andere Fahrer entzog sich der Feststellung seiner Personalien durch Flucht, konnte jedoch infolge der sofort eingesetzten Fahndungsmaßnahmen in Offenburg festgenommen werden. Er ist aus Hostenbach (Kreis Saarlouis). Führerschein und Kraftrad wurden sichergestellt. Bei Entnahme einer Blutprobe wurde festgestellt, daß er unter Alkoholeinwirkung gestanden hatte. Am Sonntagabend passierte auf der Bundesstraße 3 in Hofweier dadurch ein Verkehrsunfall, daß der Fahrer eines Pkw aus Ebringen bei dem Ueberholen eines Kraftradfahrers aus Bleichheim diesen streifte. Die Ehefrau des Kraftradfahrers erlitt eine Gehirnerschütterung. Dem Fahrer des Pkw wurde der Führerschein entzogen und eine Blutprobe vorgenommen. Polizeibericht der vergangenen Woche In der Berichtswoche haben sich sechs Verkehrsunfälle ereignet, die teils durch Nichtbeachtung der Vorfahrt teils infolge zu hoher Geschwindigkeit und wegen Außerachtlassens 'der nötigen Vorsicht verursacht wurden. Es entstand dabei Personen- und Sachschaden. Von einem Kraftradfahrer, der sein Fahrzeug in betrunkenem Zustand steuerte, wurde eine Blutprobe entnommen. Ein Büroangestellter gelangte wegen fahrlässiger Brandstiftung zur Anzeige, Er rauchte im Bett eine Zigarette und schlief dabei ein, so daß durch den brennenden Stummel das Bett in Brand geriet. Es entstand erheblicher Sachschaden. In einer Wohnung in der Okenstraße explodierte infolge Ansammelns von Kohlenoxydgas ein Ofen. Sieben Personen gelangten wegen groben Unfugs zur Anzeige. — Zwei Fahrräder wurden entwendet und eines aufgefunden. Bausparen - der sicherste Weg zum Eigenheim Aufklärungsvortrag der Deutschen Bausparkasse (DBS) Im Rahmen einer Reihe von Versammlungen hielt die Deutsche Bausparkasse (DBS) Darmstadt, Ortsgemeinschaft Offenburg im „Lau- benlindle“ eine gut besuchte Werbeveranstal- tung ab. Als Hauptredner war der hier nicht unbekannte Landrat a. D. Dr. Bernheim; Heidelberg, gewonnen, der in seiner Funktion als Beauftragter der Bausparkasse für das ganze Land Baden der richtige Mann war, um in tiefschürfender Weise und hohem Verantwortungsgefühl über Sinn und Ziel des Bausparens, die damit verbundenen Steuervergünstigungen und die Auswertung der Bausparprämien zu sprechen. Je nach Höhe des Bausparbeitrages und des Familienstandes kann der Bausparer bis zu 35 Prozent (Höchstbetrag DM 400,—) Bausparprämien vom Staat geschenkt erhalten, ein Betrag, den er sich sonst mühsam zusammensparen müßte. An Stelle der Bausparprämie können auch steuerliche Vergünstigungen bei der Einkommens- und Lohnsteuer in Anspruch genommen werden, es lohnt sich daher schon, einen Bausparvertrag abzuschließen, um in den Genuß dieser Vorteile zu kommen und als Endziel das langersehnte Eigenheim zu besitzen. Der Redner konnte bei einem kleinen historischen Rückblick mitteilen, daß in England jeder 11. Einwohner Mitglied einer Bausparkasse ist, während in Deutschland erst 500 000 Eausparer vorhanden sind. Die Bundesregierung unterstützt das Bausparen mit allen Mitteln, wie auch aus der kürzlichen Gründung eines besonderen Aufsichtsamtes hervorgeht. Mit einem deutlichen Hinweis auf die Handhabung in Offenburg bezeichnete Dr. Bernheim es als wünschenswert, daß die öffentlichen Gelder aus der Soforthilfe, die Landeskreditgelder, nicht nur den Baugenossenschaften, sondern auch dem privaten Bauwilligen als Neues Offenburger Filmprogramm Häseken ist wieder da! Sonja Henie, Star der blitzenden Schlittschuhe auf dem blanken Eis, Star der Leinwand in fröhlichen, unbeschwerten Centfox-Filmen. Ab heute läuft „Adoptiertes Glück“ im Park- Lichtspieltheater. Er r ringt beschwingte Rhythmen, die Glenn Miller mit seinem Schauorchester in aller Welt populär gemacht hat, er bringt bezaubernden Eistanz in höchster Vollendung, die groteske Tanzakrobatik der Nicholas Bros, und — nicht zuletzt — Lieb’ und Leid mit Sonja Henie im Skiparadies. Die Stadthalle -Lichtspiele zeigen den ersten argentinischen Film in deutscher Sprache: „Mord in Rio“. Ein hochinteressanter Stoff wird mit beachtlicher filmischer Sorgfalt zu einer überaus spannenden Handlung gestaltet. Die schauspielerischen Leistungen dieses Films brachten dem Film außergewöhnliche internationale Anerkennung ein. Nachdem die 20th Century-Fox Jesse James wildes Leben mit seinen Triumphen, mit seinen bitteren Enttäuschungen und seiner hinreißenden Verwegenheit verfilmt und der Streifen seinen Siegeszug um den Erdball angetreten hatte, geschah etwas Ueberraschendes. „Was wurde aus Frank James?“ erkundigten sich die Kinobesucher aus aller Welt. „Rache für Jesse James“ gibt die Antwort. Frank James, der sich unter falschem Namen auf einer abgelegenen Farm verborgen hielt, trat, als man seinen Bruder ermordet hatte, wieder in Erscheinung, um dessen Tod zu sühnen. Auen dieser Füm basiert auf authentischen Ueber- lieferungen. Mit der dramatischen Schilderung einer Gerichtsverhandlung wird beispielsweise einer jener Korruptionsfälle aufgerollt, der die Gemüter damals aufs höchste erregte. Der Film läuft ab heute in den „Dreikönige“- Darlehen zur Verfügung gestellt werden, wie dies auch in anderen badischen Kreisen der Fall sei. Dr. Bernheim konnte in seinem Referat darauf hinweisen, daß die Bausparverträge nicht nur zum Hausbau, sondern z. B. auch für Hauskauf, Erbauseinandersetzung u. a. verwendet werden können. Ein besonderes Werbemoment für die BDS ist die niedrige Verzinsung des unkündbaren Baudarlehens mit nur 4 Prozent gegenüber anderen Bausparkassen und die rasche Auszahlung auf Grund der Handwerkerrechnungen. Bezirksleiter Haberer, Offenburg, teilte in seinen Schlußausführungen, die mit einem Dank an den Redner verbunden waren, mit, daß der Gedanke der DBS im Kreis Offenburg immer mehr Freunde gewinne, was das Vorhandensein von ca. 200 DBS-Eigenheimen beweis® Die Stadtkapelle konzertierte Am Sonntagvormittag konzertierte di* Stadtkapelle unter Leitung von Stadt. Musikdirektor Lehmann aus Anlaß der Herbstmesse im Städt. Krankenhaus. Bereits im Sommer war für die Patienten schon dort gespielt worden, denn die Kapelle hat das Erfreuen der Kranken mit gelegentlichen Standkonzerten ebenfalls in ihren Aufgabenbereich einbezogen. Auch bei den Veranstaltungen während der Herbstmesse war die Stadtka- Color Arbeiten ßrimfl 1 *", pelle öfters zu hören, so vor allem bei der Eröffnungsfeier der Messe mit feierlichen Klängen aus Werken von R. Wagner und L. v. Beethoven. Zum ersten Messesonntag spielte die Kapelle morgens am Weinbrunnen und nachmittags anschließlich an den Festzug fröhliche Weisen für die auswärtigen Besucher und weinfrohen Gäste. Für die selbstlose Mitwirkung bei der Ausgestaltung des Festes gebührt der Stadtkapelle und ihrem Dirigenten, Herrn Musikdirektor Lehmann, der Dank der hiesigen Bürgerschaft. China zwischen gestern und morgen" Die Deutsche Angestelltengewerkschaft führt im Winterhalbjahr 1952/53 eine Vortragsreihe über aktuelle Themen durch. Der erste Vortrag findet am Freitag, den 17. Oktober, um 20 Uhr, im Musiksaal der Knabenvolksschule statt. Es spricht der bekannte Chinareisend* Fürholzer zu dem Thema: „China zwischen gestern und morgen“. Der Vorverkauf findet im Europa-Haus und durch die Vertrauensleute der DAG statt. Sie werden ins Berufsleben entlassen In einer Feierstunde, die am Mittwoch um 11 Uhr im Paul-Gerhardt-Haus stattfindet, wird ein Teil der Schüler der Nachschulkurse des Evangelischen Lehrlingsheims in das Berufsleben entlassen. Hierzu sind die Eltern und Freunde der Schüler herzlich eingeladen. Kleine Stadtdironik 76 Jahre alt Lerchenrain. wird heute Frau R u d o 1 1 , Der Touristenverein „Die Naturfreunde“ hält am Samstag, 18. Oktober, abends 20 Uhr, seine Monatsversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. den jedes Mitglied stark berührenden Punkt eines evtl. Haus- kaufes. Die Wichtigkeit gerade dieses einschneidenden, wie auch für die Aufbauarbeit so wichtigen Punktes dürfte das Erscheinen eines jeden Mitgliedes erwarten lassen. Sind Ihre Öfen in Ordnung? Die Heizperiode hat bereits begonnen — Rationelle Feuerung spart Geld Die letzten kühlen Tage haben uns deutlich daran erinnert, daß der Winter vor der Türe steht und wir in wenigen Wochen unsere Wohnräume werden ständig heizen müssen. Um sich Aerger zu ersparen, ist es angebracht, sich schon jetzt davon zu überzeugen, ob die Oefen in Ordnung sind und ob die zu beheizenden Zimmer nicht schlecht schließende Fenster und Türen aufweisen. Heizung ist teuer und so wird jede Hausfrau an der Heizung sparen, ohne doch der Familie zumuten zu wollen, in einem nur leicht überschlagenen Zimmer sitzen zu müssen. Ehe ein Ofen in Betrieb genommen wird, sollte kontrolliert werden, ob er nicht schadhafte Stellen aufweist. Wurde der Ofen im Frühjahr nach Abschluß der Heizperiode gerußt und wurden eventuelle Schäden vom Fachmann repariert, dann kann man den Wärmespender ohne weiteres in Betrieb nehmen. Meist ist es jedoch so, daß die Oefen mit dem Ausgehen des letzten Feuers im Frühling sozusagen in Vergessenheit geraten. In diesem Fall muß man sich jetzt um sie kümmern. Schließt ein Ofen nicht mehr richtig, weil vielleicht die Ofentüre nicht in Ordnung ist oder die Abdichtungen abgebröckelt sind, sollte man einer. Fachmann kommen lassen. Diese Ausgabe lohnt sich. Ausströmende Kohlengase können bekanntlich lebensgefährlich werden. Ist ein Ofen mit Schamottsteinen ausgelegt, was bei guten Oefen ja der Fall ist, dann sehe man auch nach, ob sie noch ganz sind. Sie werden häufig durch zu kräftiges Stochern mit dem Schürhaken beschädigt. Auch der Rost muß festsitzen und in Ordnung sein. Daß die Ofenrohre gerußt sein müssen, versteht sich von selbst. Wird ein Ofen viel ge- Lächtspielen“. (Ab Freitag: „Triumphbogen“ ) heizt, muß er im Laufe des Winters unbedingt noch einmal ausgerußt werden. Verrußte Oefen brennen nicht nur schlecht, sie nutzen auch das Heizmaterial nicht aus. Das bedeutet aber bei den hohen Preisen für Heizmaterial eine nicht zu verantwortende Verschwendung. Undichte Fenster und Türen, die sich „geworfen“ haben und somit nicht mehr gut schließen, verursachen einen um 20 Prozent höher liegenden Brennstoffverbrauch. Man kann die Fenster mit Filzstreifen und die Türen mit Leisten abdichten. Bei größeren Schäden hole man den Handwerker. Die kleine Ausgabe ist durch rationelle Feuerung rasch wieder eingespart. Daß die verschiedenen Brennmaterialien verschieden behandelt sein wollen, weiß jede Hausfrau. Doch viele Hausfrauen neigen dazu, dem Feuer zu viel Zug zu geben, wodurch das Geld buchstäblich zum Schornstein hinausfliegt. Briketts sind nur zum Anhalten, man gebe ihnen also möglichst wenig Zug. Sie geben auch nicht mehr Wärme, wenn man sie rasch abbrennen läßt. Holz, Torf, Steinkohlen und Eierbriketts brauchen nach dem Auflegen erst einmal kräftigen Zug, damit sie anbrennen. Ist dann eine kräftige Glut vorhanden, droßle man den Zug ab. Man vergesse auch nicht, vor dem Auflegen die Asche in den A^chekasten zu rütteln. Man vermeide aus Sparsamkeits- und Gesundheitsgründen das Ueberheizen der Zimmer. 18 oder 19 Grad Wärme genügen. Wer sich einen neuen Ofen anschafft, sollte nicht nach dem billigen Typ greifen. Ein guter Ofen macht sich immer bezahlt. Was man nämlich an Anschaffungskosten spart, muß man im Winter doppelt und dreifach für die Feuerung ausgeben. Erhalten Sie immer OSRAM-Lampen, wenn Sie OS RAH verlangen? Daraal m&fiten Sie achten, der Qualität wegen, OSRAM Dienstag, 14. Oktober 1952 Die Vergangenheit wurde lebendig Ortenberger Dorfabend mit Filmen aus deni Gemeindeleben Gengenbacher Bilderbogen Gengenbach, (a) Der Sohn Josef des hiesigen Schreinermeisters Friedrich Rapple hat vor der Handwerkskammer die Gesellenprüfung iim Schreinerhandwerk mit gutem Erfolg bestanden. Am kommenden Mittwoch öffnet die Gen- genbacher Volkshochschule wieder ihre Pfor- -ten für ein neues Wintersemester. Der Eröffnungsabend in der Aula der Pädagogischen Akademie wird von Chören des Studentinnenchores umrahmt. Bürgermeister Schrempp wird das Wintersemester mit einer Ansprache eröffnen. Den Festvortrag hält der Initiator der Volkshochschule, Otto Ernst Sutter; der Vortrag ist dem größten Amerikaner deutscher Herkunft, den Revolutionär, Staatsmann und Menschenfreund Carl Schurz gewidmet. Das in Gengenbach bereits bekannte und beliebte Berliner Modenhaus Mme Jacqueline Jarrot wird am Dienstagabend in Verbindung mit dem Gengenbacher Modehaus I. C. Wölber, im Löwensaal seine neuesten Herbst- und' Wintermodelle vorführen. Durch die Assistenz bekannter Gengenbacher Firmen bekommt auch diese Modenschau wieder ihren heimatlichen Charakter. Die charmante Berliner Mo- deplauderin Vera Rudolph wird auch dieses Mal die Modelle mit all ihren reizenden Kleinigkeiten ins rechte Licht setzen. Zu Grabe getragen Ohlsbach, (ü) Der im Alter von 78 Jahren verstorbene Schmiedemeister Adolf Bruder wurde unter außergewöhnlicher Anteilnahme zu Grabe getragen. Der Gesangverein „Liederkranz“ ehrte den dahingeschiedenen Sangesfreund durch geschlossene Teilnahme am Leichenbegängnis und dem Vortrag eines tiefempfundenen Grabliedes. Vorstand Alfons Bruder sowie ein Sprecher der Schmiede- hmung Offenburg legten mit ehrenden Worten einen Kranz nieder. Ein selten guter Mensch und aufrichtiger Christ ist für immer aus unserer Mitte geschieden. Junghandwerker Ohlsbach, (s) Willi Echle, der bei Schreinermeister Josef Huber in Ohlsbach in der Lehre stand, hat die Gesellenprüfung bestanden. Ebenso Hubert Bauer, der bei Wagnerinnungsmeister Gaum, Offenburg, seine Lehrzeit absolvierte. In Herbert Kiefer und Gerhard Huber stellen sich zwei Bauschlosser gesellen vor. Der erste war bei Louis Burg, Offenburg, der andere bei Gustav Riehle, Offenburg in der Lehre. — Bruno Lehmann bestand die kaufmännische Prüfung. Er absolvierte seine Lehre auf dem Büro des Zementers Schwarz. Lehrherren ünd Gesellen unsere Anerkennung und beste Wünsche. Aus dem Harmersbachtal Unerwartete Todesnachricht Zell' a. H. (s) Völlig überraschend traf die Nachricht ein, daß Dr. rned. Paul W ö s s n e r int Alter von 69 Jahren am Mittwochabend in seiner Heimatstadt Villingert unerwartet rasch vei schieden ist. "Über 30 Jahre schon übte der Verstorbene in unserem Städtchen seinen verantwortungsvollen Beruf aus und war ob seiner Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue außerordentlich geschätzt. Vor wenigen Monaten mußte er sich eines schweren Leidens wegen einer Operation unterziehen und weilte zuletzt zur Erholung irt seiner Heimat, wo er in wenigen Tagen einer Lungenentzündung erlag. Dr. Wössner wurde dort in aller Stille im Familiengrab beigesetzt. Ortenberg (s). Der Bürgermeister hatte die Einwohnerschaft zu einem Dorfabend auf Sonntag in den Saal der Brauerei Härter ein- geladen. Nach der Begrüßung gab er die m - .t dem Abend verbundene Absicht bekannt. Ein Heimatfilm ließ die Vergangenheit wieder lebendig werden. Man sah die Bauarbeiten für die Siedlung 1937 im Gange und mit welchem Eifer man am Aufbau arbeitete. Ferner den Obstgroßmarkt in der Vorkriegszeit mit seinem lebhaften Marktbetrieb, das 75jährige Stif • tungsfest des Gesangvereins „Sängerbund' 1 . Dann die Dorfbewohner bei der Arbeit, besonders bei der Ernte auf dem Acker und in den Reben. In schönen Bildern zogen die Winzerfeste der vergangenen Jahre an den Augen der Anwesenden vorüber. Zum Schlüsse sah man Doch das Landestumfest in Offenburg mit dem gi oßartigen,Festzug und den glänzenden tur- Dundenheim. (s) Zu einem Abschiedsabend im „Schützen“ hatten vergangenen Samstag Schuhmacher Michael Weißmüller und seine Frau eingeladen, die am heutigen Dienstag Dundenheim verlassen, um überm „großen Wasser“ in Nordamerika eine neue Heimat zu finden. Seit 15. Januar 1949 war die Familie Weißmüller hier ansässig und erfreute sich großer Wertschätzung. Die Vorfahren von Herrn Weißmüller stammten aus Schwaben, während diejenigen seiner Frau aus Baden waren und vor etwa 180 Jahren ins Banat aus- wanderten. Ende 1944 begann ihr Flüchtlingsschicksal. Sie mußten die Heimat verlassen, und konnten nach vielen Irrfahrten und Notjahren endlich hier einen festen Wohnsitz finden. Eiserner Fleiß und unbeugsamer Wille ließ sie eine Existenz als Schuhmacher finden, und schon Ende Dezember 1950 konnten sie in ihr Eigenheim, ein schmuckes, Riehle- Holzhäuschen, einziehen. Nun verlassen sie uns, um in Salmon-Arn in Britisch-Columbien eine neue Heimat bei Verwandten zu finden. Eine Gruppe des Männergesangvereins „Ein- Kittersburg., (m) Der erste Vorsitzende des Eezirksimkervereins Goldscheuer konnte im „Rössel“ eine gut besuchte Versammlung begrüßen. Seine besonderen Grüße galten dem Ehrenvorsitzenden des Landesvereins, Oberlehrer i.R, Josef. Klemm, und dem Redner des Tages* Bienenzn^itberatgr -Vetter- ana Haslaeh,. t Die letzten Bekanntmachungen und Anordnungen des Landesvereins wurden durch Vorstand Hauptlehrer Jäger verlesen und erläutert. In umfassenden und leicht verständlichen Ausführungen sprach er über die Geschichte der Milbenseuche, die großen Schäden, die sie besonders in den südlichen Teilen unseres Landes verursacht hat und die weiteren Auswirkungen, die sie haben.wird, wenn sie nicht bald mit allen Mitteln • bekämpft wird. Er führte die Mittel auf, die bisher ohne durchschlagenden Erfolg angewendet wurden. In tierischen Leistungen und Vorführungen. Anschließend fand dann in der Weinstube Schilli eine gemütliche Unterhaltung bei Musik und Gesang statt. Es war wieder ein schöner Abend, den man in der Dorfgemeinschaft verleben konnte. Geburtstagsfeier Ortenberg (s). Lorenz Schmieder im Gasthaus „Zum Ochsen“ feierte am 13. Oktober die Vollendung seines 78. Lebensjahres. Er ist immer noch in seinem Berufe als Küfer tätig. Unsere herzlichsten Glückwünsche. Silberne Hochzeit Rammersweier. Die Eheleute Wilhelm Gnädig und Frau Sofie geb. Litterst feiern am 15. Oktober das Fest der silbernen Hochzeit. Herzlichen Glückwunsch. tracht“, die Vertreter der Gemeinde, sowie die Freunde der Familie waren zu einer gemütlichen Abschiedsstunde zusammengekommen, in der sich Herr Weißmüller in beredten Worten von seinen Dundenheimern verabschiedete. Auch Bürgermeister Hertl widmete dem scheidenden Ehepaar freundliche Worte des Abschieds. Ein Flüchtlingsschicksal in seiner ganzen Härte zog in dieser Abendstunde nochmals an uns vorbei. Gute Fahrt in die Neue Welt, sowie eine glückhafte Zukunft ist unser aller Wunsch für das scheidende Paar. Winterboten Altenheim. (r) _ Schon seit einigen Tagen sind bei uns Schneegänse eingetroffen und erfüllen die Luft mit ihrem ohrenbetäubenden Lärm. Während sie früher nur seltene Gäste bei uns waren bleiben sie schon seit drei Jahren den ganzen Winter in unserer Gegend. Es scheint dies mit dem veränderten Klima zusammenzuhängen. den beiden letzten Jahren hatte die Bekämpfung der Seuche auf biologischer Grundlage durch das Brutentnahmeverfahren diese eingedämmt. Dieses Mittel erfordet jedoch viel Arbeit und Geld. Dem Leiter des Bienenwissenschaftlichen Instituts Dr. Kaeser ist es nun nach langen. Forschungen gelungen, ein chemisches Mittel („Delacan“) zusammenzustellen, das die Milben im Volk restlos beseitigt, für die Bienen aber unschädlich ist. Mit diesem Mittel sollen alle Bienenstämme im Herbst oder im kommenden Frühling saniert werden, hierzu ist der Einsatz gewissenhafter Helfer •in jedem Ort erforderlich. Der Redner führte die Bekämpfungsweise an seine Rede anschließend praktisch vor. Der Vorsitzende dankte dem. Redner für seine klaren Ausführungen. Er forderte insbesondere die Vertrauensleute der einzelnen Ge- Neue Heimat in der Neuen Welt In Dundenheim heimisch gewordene Flüchtlinge wandern nach Britisch- Columbien aus Kampf gegen die Milbenseuche Der Imkerbezirksverein Goldscheuer tagte 85 Jahre alt Diersburg (s). Am 15. Oktober kann .der von Berlin nach hier zugezogene Klempnermeister Hermann Tritschler in körperlicher und geistiger Frische seinen 85. Geburtstag feiern. Der Jubilar stammt aus einer alten Uhrmacherfamilie aus Furtwangen und ist durch den Krieg wieder m die Heimax seiner Anneu verscnla- gen worden. Seit 1944 ist er hier wohnhaft und hat auch hier im vergangenen Jahr seine Gattin durch den Tod verloren. Wir wünschen dem Jubilar, daß er noch viele Jahre in Gesundheit in dem schönen Diersburger Tal verbringen kann Silberne Hochzeit Zunsweier (f): Einen 25jährigen gemeinsamen Lebensweg haben am 15. Oktober die Eheleut« Franz Weghaupt, Lederarbeiter, und Sofie geb. Lienhard, Schwarzwaldstraße, zurückgelegt. Wir entbieten dem Jubelpaare zu seinem Ehrentage die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Ständchen Zunsweier (f). Anläßlich des 80. Geburtstages ehrten der „Sängerbund“ und der Kirchenchor den „Kronen“-Wirt Adolf Möschl« mit je einem wohlgelungenen Ständchen. Scfaacfalehrabend Schutterwald (j). Am Mittwochabend veranstaltet der Schachklub Schutterwald im „Schut- terwälder Hof“ einen Lehrabend. Für Freund« und Gönner des Schachspiels dürfte dieser Abend aufschlußreich werden. Hierbei werden die bekanntesten Eröffnungen des königlichen Spiels gezeigt. | ; . ' i ."n ii j " "l i ' ' ! ' . —■ ." ■' l.liiMhl 1 meinden zur gewissenhaften Durchführühg der Bekämpfungsmaßnahmen, die von der Versammlung einstimmig gebilligt wurden, auf. Anlage eines Sportplatzes Goldscheuer (m). In Goldscheuer wird in diesen Wochen mit der Anlage eines neuen Sport- vnd Festplatzes begonnen. Zur Förderung der Bienenzucht erklären sich die Imker der Gemeinde Goldscheuer bereit, freiwillig bei der Anlage von zwei Reihen Akazien auf dem Platz mitzuarbeiten. Sport in der Heimat Erste Niederlage der OFV-Reserve Ettenheim — Offenburg II 1:0 (0:0) (hv) Audi die OFV-Reserven büßten nunmehr die ersten Punkte ein, nachdem sie in fünf Spielen .ungeschlagen geblieben waren. Die Einheimischen, die in ihrem Mittelläufer und Halbrechten die besten Kräfte hatten, begannen mit gefährlichen Angriffen, Jedoch war die Hintermannschaft der Gäste auf der Hut. Allmählich kamen auch die Offenburger ins Spiel, die sich mit dem kleinen und vor allem unebenen Platz nur schlecht abfinden konnten. Doch gelang es bei keinem der oft gefährlichen Angriffe,' die sicher arbeitende Abwehr der Platzherren zu überwinden. Da auch diese mit ihrem Sturm nicht recht zum Zuge kamen, ging es torlos in die Pause. Nach dem Wechsel wurde auf beiden Seiten mit mehr Einsatz, aber auch mit mehr Härte gespielt. Bei einem Ettenheimer Angriff konnte der Mittelstürmer nur noch unfair gebremst werden. Der fällige Elfmeter brachte das einzige Tor des Spieles. Offenburgs Reserve setzte nun alles auf eine Karte und belagerte fast dauernd das gegnerische Tor. Ihre Bemühungen schienen auch zum Erfolg zu führen, als ihnen ebenfalls ein Foulelfmeter zugesprochen wurde. Der junge Halblinke setzte ihn jedoch in der Aufregung neben den Pfosten. Alle weiteren Bemühungen scheiterten an der massierten Abwehr der Einheimischen, die oft mit der gesamten Mann- schaft ihren knappen Vorsprung hartnäckig verteidigten und so zu einem glücklichen Sieg kamen. Schutterwalds Sturm ohne Schußstiefel FV Schutterwald I — SV Waltersweier I 1:1 (0:1) Schutterwald II — Waltersweier II 11:5 Schutterwald B-Jgd. — Elgersweier B-Jgd. 4:1 (j) Dieses Spiel war ein Lokalkampf im wahrsten Sinne des Wortes. Schutterwald dominierte im ganzen Spielgeschehen: hierfür spricht das Eckballver- hältnis von 16:2. Der Sturm von Schutterwald spielte zu zaghaft, eine Erscheinung, die bei allen Spielen zutage tritt. Vor dem Waltersweierer'Tor war es in der ersten Halbzeit mehr als brenzlig, aber Schutterwald fehlte der Torschütze. Ein Durchbruch der Gastmannschaft und schon kam Meyer zum Torerfolg. Nach Wiederbeginn wurde das Spiel schwungvoller. Waltersweier versuchte den Torstand sichtlich zu verbessern. Die Gegenangriffe von Schutterwald vereitelte in letzter Sekunde die gegnerische Hintermannschaft oder wurden eine Beute des sicheren Torhüters. Die zahlreichen Ecken schufen zwar gefahrvolle Szenen vor dem Gästetor, aber sie brachten nichts ein. Albert Broß blieb es schließlich Vorbehalten, einen Fernschuß zum verdienten l:l-Aus- gleich in die Maschen zu setzen. Zwei Minuten vor Schluß verhängte der Schiedsrichter einen Elfmeter nach vorausgegangenem Hände gegen Schutterwald, doch Walter Ley klärte sicher. Beide Mannschaften waren froh, einen Punkt gerettet zu haben. Klarer Erfolg von Zunsweier SV Zunsweier — SV Ortenberg 6:0 ( 3 : 0 ) (ä) Im Treffen gegen den Nachbarrivalen mußte die einheimische Mannschaft anfänglich gegen die Sonne Jpielen, konnte aber schon zu Beginn deutliche Vorteile im Feldspiel erzielen. Die , Gäste wurden über weite strecken in die Defensive gedrängt und lagen nach 20 Spielminuten durch Tore von Maier und Komann. schon mit 2:0 im Rückstand.-Die Ortenberger Hintermannschaft setzte sich zwar nach Kräften zur Wehr, und Vollmer im Gästetor machte sogar einen Elfmeter unschädlich. Dennoch gelang es den Gastgebern im Anschluß an einen Eckball durch' Hilberer noch vor der Pause auf 3:0 zu erhöhen. Da der Ortenberger Angriff auch nach dem Wiederanspiel recht ungenau operierte und die einheimische Abwehr nicht vor allzu schwere Aufgaben stellte, hielt die Ueberlegenheit der Gastgeber auch in der zweiten Spielhälfte an. Nachdem Hilberer auf 4:0 erhöht hatte, kamen die Gäste zwar etwas besser ins Spiel, doch konnten sie nicht verhindern, daß gegen Ende des Treffens die Gastgeber wieder das Gescheten bestimmten. Nach zwingenden Kombinationen war Maier noch zweimal erfolgreich und erhöhte das Resultat auf 6:0. Durch das sichere Abwehrspiel der einheimischen Hintermannschaft blieb den Gästen selbst der Ehrentreffer versagt. Im Vorspiel der Reserven blieben die Gastgeber mit 2:1 Toren erfolgreich. OFV III setzte sich durch OFV III — SV Bohlsbach I 3:2 (2:2) (st) Gleich vom Anspiel weg brachten die Gastgeber einige schöne Züge in das Spiel. Wenige Minuten später vergab Bohlsbachs Rechtsaußen eine todsichere Chance, als er die einheimische Hintermannschaft stehen Heß und nur die Latte traf. In der 12. Minute hieß es aber schon 1:0 für Offenburg, als ein Gästeläufer ein Eigentor fabrizierte Nun bekamen die Platzbesitzer etwas Aufschwung. Sie bedrängten jetzt zeitweise das Gästetor, es wurde aber zu wenig geschossen. . Aber auch die Gäste kamen durch ihren wieselflinken Sturm gefährlich vor das einheimische Tor. Eine schöne Kombination Leisentritt—Müller—Groß brachte den Einheimischen jedoch die 2:0-Führung". Im Gegenzug konnte Bohlsbachs Halblinker einen verunglückten Bali des Torhüters zum 2:1 eindrüeken. 10 Minuten später nützte Krämer ein Zögern der einheimischen Hintermannschaf taus und schoß an dem herauslaufenden Torwart vorbei zum 2:2 ein. In der zweiten Halbzeit drängten die Offenburger auf das Führungstor. Als Groß einen Ball .zugespielt bekam,-nahm er denselben direkt Auf und schoß aus 25 Meter zum 3:2 ein. Jetzt waren die Gäste wieder an der Reihe. Sie schnürten jetzt zum Teil die Einheimischen in die eigene Hälfte ein. Bohlsbach hätte noch kurz vor Schluß Gelegenheit gehabt, wenigstens ein Unentschieden mit nach Hause zu nehmen. Krämer schoß einen Foulelfmeter hoch über das Tor. Die Gastgeber verteidigten jetzt mit 7 Mann, um den glücklichen Sieg zu halten. Ebersweier vom Pech verfolgt SV Ebersweier I — TUS Lautenbach I 1:3 (t:2) (e) Wieder waren die Gastgeber gezwungen mit Ersatz zu diesem schweren Punktekampf anzutreten. Es entwickelte sich sofort ein sehr temperamentvolles, abwechslungsreiches Spiel. Während Ebersweier etliche gute Chancen tm Eifer vergab, gelang den Gästen in der 30. Minute durch überraschenden Scharfschuß die Führung, die sie kurz darauf durch ein vermeidbares Tor noch ausbauen konnten. Nach dem Wechsel lag Ebersweier durch Umstellung wesentlich mehr im Angriff, der Halblinke brachte durch Flachschuß den Gegentreffer an. Von nun an kämpften die Grün-Weißen stark um den Ausgleich, ab es wollte einfach nicht glücken. Eine kleine Unachtsamkeit ausnützend, schoß der mitgestürmte gegnerische Mittelläufer ■ zum entscheidenden Siegestor ein. Ebersweier hätte ein Unentschieden verdient gehabt. Ebersweier Jgd. — OFV A III Jgd. 1:4 (0:0) OFV-Jugendmannschaften siegten daheim und auswärts OFV A-Jugend — Bohlsbach A-Jugend 14:0 (9:0) OFV AH-Jgd. — Schutterwald Jgd. 3:1 (0:0) Ebersweier Jgd. — OFV AUI-Jgd. 1:4 (0:0) Besuch nicht zu bereuen. Sämtliche Spiele des Tage« — insgesamt 15 — standen im Zeichen kämpferischen Einsatzes und hervorragenden Könnens. Der Ver* banüligist Schuttem war zusammen mit dem FC Sochaux — Meister der Provinz Sochaux Cotc — von vornherein Favorit des Pokals, wenn Sochaux gegen Ende der Kämpfe etwas nachließ, so ist das zum einen auf Konditionsschwäche, zum andern auf di* zunehmend harte Spielweise der französischen Gäste zurückzuführen, obwohl der Internationale Pluen im Tor und der internationale Mitteläufer Parot — bekannt durch den Länderkampf in Ludwigshafen — das Rückgrat der Elf bildeten. Die Ueberraschung des Tages bildete der verdiente zweite Platz des TV Meißenheim, erkämpft durch eine spritzige Mannschaftsleistung. Auch Racing Strasbourg trat durch eine feine Mannschaftsleistung in den Vordergrund, und war zudem noch die fairste Elf des Turniers, während der FV Offenburg wohl ausgezeichnet im Feld operierte, aber — durch vierfachen Ersatz geschwächt — die nötige Schußkraft vor dem Tor ver- (gu) Eine einseitige Angelegenheit war das Spiel —ptrCi mit ripp französischen Gästen ist (lif ,L ab p lle ri n - dif^nÄfÄ H„v, t uhop^pJ ll hpffmm?t reltS ct’o 1 !! i ag ® n aus positiv auszulegen, was Ergebnisse und Tabel- Bohlsbacher hoffnungslos mit 9:0 im Rückstand. Daß, i pnst and schon aus sich selbst besagen. wp/tp C p ^, erT J, Wec j isel J? han -n " ur fünf ( Di e Ergebnisse: Schuttem — Meißenheim 5:3; weitere Treffer für die spielerisch und körperlich, Schlittern — Sochaux 1:2; Schuttem — Lahr 5:0; überlegenen OFVler gab, lag an der Verspieltheit der Offenburger und an dem ungebrochenen Kampfgeist der Gäste. Am besten wird die Offenburger Ueberlegenheit dadurch gekennzeichnet, daß sogar Offenburgs Torwart (!) zu Torehren kommen wollte, indem er einen Elfmeter schejß. Allerdings brachte erst der Nachschuß des Mittelstürmers das 8. Tor. da der Ball vorher an die Latte geprallt war. In einem mäßigen Spiel blieb die OFV AH-Jgd. glücklicher Sieger gegen die abwehrstarken Schut- terwälder. Nach einer torlosen ersten Halbzeit drückte der OFV-Mittelstürmer einen prächtigen Eckball zum 1:0 ein. Doch wenig später glich der Gästehalb- linke aus. als Offenburgs linke Deckungsseite zu weit aufgerückt war. Fast wäre Schutterwald noch das 2:1 geglückt, aber Offenburgs Torwart stand zweimal gerade da. wohin der Ball des freistehenden Rechtsaußen kam. Erst kurz vor Schluß stellten der Rechts- und Linksaußen des OFV mit satten Schüssen innerhalb einer Minute den 3:1-Endstand her. Mit 4:1 Toren erkämpfte »ich die AUI-Jgd. in Ebersw'eier den ersten Sieg der Saison. Ortenberg Jgd. — Berghaupten Jgd. 4:9 (2:9) (a) In einem flotten und ideenreichen Spiel gelang es unserer Jugendmannschaft, die Gäste aus Berghaupten mit 4:0 Toren abzufertigen. Beiden Mannschaften muß für ihr faires und kameradschaftliches Verhalten volle Anerkennung gezollt werden. Hoffen -Wir, daß gerade in der Jugend dieser Geist gefördert und in der Zukunft beibehalten wird. Handball: Schuttem holte sich Schwarzwald-Pokal vor Meißenheim und FC Sochaux (ehe) Die zahlreichen Zuschauer, die sich auf der I ahrer Klostr- " -vt’-* das internationale Schwarzwald- Fokalturnier nicht entgehen ließen, brauchten ihren Schuttem — Strasbourg 3:1; Schuttem — OFV 3:2; Meißenheim — Sochaux 4:0; Meißenheim — Lahr 2:0; Meißenheim — Strasbourg 2:1; Meißenheim gegen OFV 1:3; Sochaux — Lahr 1:3^ Sochaux gegen OFV 4:0; Sochaux ■ OFV 1:0; ^Strasbourg - - Lahr 4:1; OFV — Lahr 1:1. SV Schutfem 5 4 0 1 17:8 8 * TV Meißenheim 5 3 0 2 12:9 6:4 FC Sochaux 5 3 0 2 8:8 6:4 Racing Strasbourg 5 2 0 3 7:7 4:« FV Offenburg 5 1 1 3 6:10 3:7 TV Lahr 5 1 1 •3 5:13 3:7 Schutterwald Ib — Hofweier Ib 8:7 (4:3) Schutterwald. Jugend — Hofweier Jugend 11:5 CIs) Die beiden Neulinge der Bezirksklasse Offenburg lieferten sich einen harten und temporeichen Kampf, der erst in der Schlußminute zugunsten der Einheimischen entschieden wurde. Die Gäste, die nicht ohne Siegesaussichten nach Schutterwald kamen, hatten eine verstärkte Elf zur Stelle, die in allen Belangen gut gefiel. Besonders angenehm fiel die gute Ballbehandlung und das schnelle Stürmerspiel auf. In der Deckung waren sie konsequent und sicher. Im Gegensatz hierzu fiel der einheimische Sturm durch sein engmaschiges Klein-Klein-Spiel etwas ab. Die Vernachlässigung der beiden Flügelstürmer hätte bei einem stärkeren Gegner schlimme Folgen haben können. Wäre der einheimische Torwart dieses Mal nicht so überragend gewesen, hätte es zu eihem knappen Sieg nicht gereicht . War das Spiel bis zur Halbzeit noch ausgeglichen, so übernahm Hofweier nach der Pause das Kommando und schaffte sich bis 10 Minuten vor SchluB eine 7:6-Führung. Es bedurfte einer Gewaltanstrengung der'' Eiiiheimiichen, den Vorsprung nicht nur auszugleichen, sondern hl letzter Minute den Sieg sicherzustellen. Im Vorspiel sicherte sich Schutterwalds Jugend gegen seinen alten Rivalen Hofweier durch einen 11-5- Sieg nicht nur zwei Punkte, sondern auch die klar« Dienstag, 14. Oktober 1952 Heimatliche Fremdenwerbung Die Schönheit des Schwarzwildes kann nie genug gepriesen werden Der gastliche, wunderschöne Schwarzwald, das ausgesprochene Ferien-, Erholungs- und Reiseland bietet unendliche Möglichkeiten der Fremdenwerbung. Und zwar hat es dabei der Schwarzwald nicht nötig, daß Unbedeutendes hervorgehoben wird, weil es so viel Bedeutendes gibt, daß, in Wort und Bild geschildert, eine Generation nicht daran satt wird. Ein Menschenleben lang kann man sich die dunklen Tannen und Höhen, die stillen Seen und schwer träumenden Häuser am Hang und im Tal, die uns auf Photographien und Gemälden, in Zeitungen, Zeitschriften und in Filmen begegnen, betrachten, ohne daß man dessen müde wird. Und alles atmet noch nicht den Duft der Wälder und Wiesen und Wässerlein. Und dabei hört man .noch nicht die tausend Vogelstimmen und das Summen der Bienen und Käfer. Und man fühlt noch nicht die wohltuende Stille oder den säuselnden Wind. Aber man ahnt dies alles und fühlt sich geborgen dort, wie in einem warmen Tuche eingehüllt. Wie gesagt, in Bild und Wort wird nie zuviel die Schönheit des Schwarzwaldes gepriesen. Am geeignetsten (so schreibt Karl Erhard Wagner in Waldshut in der Freiburger Monatsschrift „Der Lichtgang“), das Bild des Schwarzwaldes zu vermitteln und hinauszutragen, ist der Film. Ich denke dabei an die zahlreichen Filme, die bayrische Geschichten zum Gegenstand oder bayrische Landschaft als Hintergrund haben. Aber nicht nur wegen des in den Filmen immer wieder Gesehenen drängt sich mir Bayern immer wieder in den Vordergrund meiner Feriengedanken, sondern weil man dort tatsächlich auf Schritt und Tritt bayrischer Eigenart begegnet: den Krachledernen, Wadenstrümpfen, dem grünen Hut mit dem Gemsbart, dem Schuhplattler, der Blasmusik, dem Bauerntheater. Jedes Einrichtungsstück in den Lokalitäten ist dem Lande eigen: der Maßkrug, das Schnapsgläschen mit seinen Handmalereien, die Stühle mit den ausgeschnittenen Herzchen. Und selten ist die Bedienung ohne Tracht oder Trachtenteil. Das ist es, was die Fremden lockt und sie sofort aus dem Alltag lös und froh und frei macht, dann wird sie unbedingt erhalten bleiben. Und alles das sollte in unseren Schwarz- walddörfem, in unseren Gaststätten, Hotels und Pensionen gepflegt werden. Der Schwarzwald muß ganz und gar Schwarzwald sein, nicht nur landschaftlich. In erster Linie sollten in Gasthäusern und Hotels als den Konzentrierpunkten des Fremdenstroms, Be- dienungs- und Zimmerpersonal nur in heimischer Tracht auftreten. Man darf versichert sein, daß die Besucherzahl dann spürbar zunimmt. Es sollte selbstverständlich sein, daß Frau Wirtin in der Ferienpension im Schwarzwald eine Schwarzwälderin ist und keine Einheitszivilperson wie die Zimmervermieterin in Die Einkellerung der Kartoffeln Was dabei zu beachten ist Unsere gute alte Kartoffel, die unser wichtigstes Nahrungsmittel darstellt, darf bei der Einkellerung keineswegs lieblos behandelt werden, denn ihr Geschmack und ihre Haltbarkeit sind von der richtigen Einlagerung abhängig. Bevor die Wintervorräte eingelagert werden, müssen die Kellerräume unbedingt sorglich gereinigt und gelüftet werden. Daß die Kartoffelkisten ausgescheuert werden müssen, sollte jeder ordnungsliebenden Hausfrau Selbstverständlichkeit sein. Diese Arbeit nimmt man am besten noch während der letzten sonnigen Herbsttage vor, damit die Kisten gründlich austrocknen können. Hamburg oder sonst wo. Die gelegentlichen örtlichen Feste und Feiern reichen nicht aus, Fremden und Besuchern einen Gesamteindruck zu vermitteln. Ihnen haftet das Fluidum des „Aufgezogenen“ an, was nicht so befriedigt wie die selbstverständlichen Begegnungen und Berührungen mit dem täglichen Leben des Landes. Man sollte sich öfter auf den Straßen, Wegen und Plätzen der Trachten erfreuen dürfen. Gerade von den Fremden wird es am meisten bedauert, daß die heimische Kleidung, die zum Lande gehört wie die Berge und Bäume und Bäche, mehr und mehr aus dem allgemeinen Bild verschwindet. Sie muß wieder heraus aus den Schränken und getragen werden, damit das Bild wieder bunt und belebt wird, das matt und farblos zu werden droht. Es sollte wieder eine ganze Industrie damit beschäftigt sein, diese Kleidung herzustellen. Ein leistungsfähiges Trachtenhandwerk sollte dafür sorgen, daß die Tracht zeitgemäß geschneidert wird, daß sie bequem und gut sitzt und den Anforderungen der Hygiene entspricht. Wenn die Mädchen und Frauen erst wieder einmal Spaß an einer schönen und den fraulichen Formen angepaßten Tracht haben, dann wird vieles gewonnen sein. Die Kartoffelkisten werden stets auf vier Mauersteinen aufgestellt, damit sie vom Boden aus keine Feuchtigkeit aufziehen. Besser noch als gewöhnliche Kisten sind große Lattenkisten mit Rutschvorrichtung geeignet. Durch die häufige Bewegung der Kartoffeln wird das vorzeitige Keimen verhindert. Um zu verhüten, daß die Kartoffeln grün werden, muß man die Kisten so aufstellen, daß sie nicht von der Sonne beschienen werden. Der Aufbewahrungsraum muß trocken und frostfrei gelegen sein. Die Kartoffeln kann man auch neben den Kohlenvorräten auf bewahren, das schadet jhnen durchaus nicht, doch würde es zu warm werden, wenn man die Kartoffeln direkt im Heizungskeller einlagerte. Man kann sie aber auch ohne Kisten einlagern, doch soll man sie nicht direkt auf den Fußboden schütten, sondern stets eine Bretterlage darunterlegen. Welche Kartoffelsorte und wieviel einzulagern sind, hangt allein von dem Geschmack und dem Bedarf der Familie ab. Jedenfalls ist stets anzuraten, nur eine gesunde Kartoffelsorte einzunehmen. Die einzulagernden Kartoffeln müssen unbedingt trocken sein. Auch müssen sie gründlich ausgelesen werden, damit faule Kartoffeln die Vorräte nicht verderben. Ebenfalls Augen auf im Straßenverkehr! ist es wichtig, jede Sorte gesondert zu lagern, weil sich die verschiedenen Sorten ganz verschieden kochen. Um sich vor Verlust zu schützen, ist es wichtig, die Kartoffeln im Laufe des Winters durchzuschauen. Man nehme die Kartoffeln auch niemals zu zeitig ein, denn nur gut ausgereifte Kartoffeln sind haltbar und auch schmackhaft. Würde man die Kartoffeln allzuspät einkellem, dann könnte es Vorkommen, daß sie auf dem Transport Frost bekommen. Angefrorene Kartoffeln gefährden die Vorräte. Es ist nicht anzuraten, Kartoffeln in Säcken aufzubewahren. Wer jedoch einen eigenen Garten hat, der lagere sie in Mieten, denn sie halten sich darin vorzüglich, besonders dann, wenn die Miete fachmännisch angelegt ist. Oflenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig Verantwortliche Redaktion: Adolf Ktmmlg (Politik); Franz Josef Mayer (Badner Land); Karl Gles (Kultur, Unterhaltung und Heimatbeilage); Alois HSrth (Sport); Herbert Buhles (Allg. Beilagen); Walter Pichert (Landw. Beilage); Heimatteil: Dr. Alfred Gailer. Druck und Verlag: A. Reiff