Nummer 184 Verlagsort Offenburg Mittwoch, 5. November 1952 Ausgabe A 141. Jahrgang Eisenhower in Führung Bonn blickt nach Washington Von unserem Bonner Vertreter Noch nie dagewesener Andrang zu den Wahlurnen — Zwei Stunden na* Öffnung der Wahllokale bereits 25 Prozent der Stimmen abgegeben — Die ersten Ergebnisse New York. In den 48 Staaten der USA ging das amerikanische Volk am Dienstag zu den Wahlen. Es wählt nicht nur seinen Präsidenten für die nächsten vier Jahre, sondern auch das Repräsentantenhaus, ein Drittel des Senats und 27 Gouverneure. Es wird mit einer Rekordwahlbeteiligung von 55 bis 60 Millionen gerechnet. Die ersten Wahlergebnisse aus einzelnen kleinen Gemeinden geben im großen und ganzen das gleiche Bild wie 1948. Dies scheint das Urteil jener Beobachter zu bestätigen, die erklären, daß die Ereignisse der letzten Jahre und der turbulente Wahlkampf keine sensationellen Veränderungen im politischen Gefüge der USA bewirkt haben. Uebereinstim- mende Berichte aus New York, Minneapolis, Baltimore, Detroit, Philadelphia, Chikago, Ohio und anderen Städten bis zur Paziflkküste sprechen von einem noch nie dägewesenen Andrang zu den Wahlurnen. In Minneapolis, Baltimore und verschiedenen Stadtteilen New Yorks hatten schon zwei Stunden nach Oeffnung der Wahllokale 25 Prozent der eingetragenen Wähler ihre Stimmen abgegeben. Zu Hunderten warteten die Amerikaner in den frühesten Morgenstunden auf das Oeffnen der Wahllokale. Den bisherigen Wahlbeteiligungsrekord Je näher die Stunde der Entscheidung rückt, desto stiller wurde es um die vielen Vorhersagen über den Wahlausgang. Die Entscheidung werden die Millionen Wähler bringen, die bis zur letzten Minute schwankten. Nach seiner Stimmabgabe in der kleinen Ortschaft Half Day bei Chikago flog Stevenson nach Springfield, um dort die Wahlergebnisse abzuwarten. In der gleichen Stadt hatte Abraham Lincoln vor 92 Jahren die Nachricht von seiner Wahl zum amerikanischen Präsidenten entgegengenommen. Im Wahlbezirk Sapelo Island (Georgia) wurden 15 Stimmen für Eisenhower und 11 für Stevenson abgegeben. Teilergebnisse aus 247 der 2851 Wahlbezirke von Kansas ergaben 16 409 Stimmen für Eisenhower und 10 239 für Stevenson. Der entlegene Wahlbezirk Wash- woods meldete als erster Virginias 11 Stimmen für Stevenson und 0 für Eisenhower. Eine nichtamtliche Zusammenstellung von Teilergebnissen aus weit verstreut gelegenen Wahlbezirken ergab um 21.00 Uhr 8364 Stimmen für Eisenhower und 5479 für Stevenson. Unvollständige Ergebnisse aus zwei ländlichen Wahlbezirken bei Duncan (Oklahoma), die 1948 überwiegend für Truman gestimmt hatten, ergaben 182 Stimmen für Eisenhower und 136 für Stevenson. In drei Wahlbezirken von Colorado wurden nach bisher unvollständigen Resultaten 61 Stimmen für Eisenhower und 33 für Stevenson abgegeben. Eisenhower führt m sechs Wahlbezirken seiner Heimatstadt Abilene (Kansas) mit 860 Stimmen gegen 82 für Stevenson. Besorgnis in Bonn Kein Ersa^ für das EVG- Projekt Von unserer Bonner Vertretung hielt das Jahr 1940 mit über 49 Millionen Wählern. General Eisenhower und seine Frau Mamie gehörten zu den ersten, die morgens um 6.30 Uhr in Manhattan zur Wahl gingen. Am Abend fuhr Eisenhower in das Hauptquartier der Republikaner im Hotel „Commodore“ in New York, um dort die Ergebnisse abzuwarten. Truman stimmte mit Frau und Tochter Margaret in seiner Heimatstadt Independence für Stevenson. Gefragt, ob er auch für den Gewinner gestimmt habe, erklärte er: „Aber natürlich, darüber gibt es keinen Zweifel mehr. Dann bestieg Truman zum letzten Mal seinen Wahlkampfsonderzug, der ihn über 30 000 Kilometer kreuz und quer durch die USA geführt hat, und begab sich nach Washington zurück. In New York tauchten eine Reihe sehr prominenter Wähler recht früh in den Wahllokalen auf, darunter Kardinal Spellman, Ex-- Präsident Herbert Hoover und Bemard Baruch. Bonn. Am Tag der amerikanischen Präsidentenwahlen erklärt man in Bonn, man würde eine baldige Entspannung des amerikanischfranzösischen Verhältnisses im dringenden Interesse einer ungetrübten Fortsetzung der europäischen Integrationspolitik warm begrüßen. Jede Trübung der Beziehungen zwischen Paris und Washington sei von nachteiligen Rückwirkungen auf die noch in Aufarbeitung befindlichen europäischen Vertragsprojekte, namentlich auf den EVG-Vertragsentwurf, begleitet. Es liege freilich nicht nur bei den USA; Paris durch eine ruhigere Sprache wieder vertragsfreudiger zu stimmen. Auch in Paris selbst sollte man, so erklärt man in Bonn, nicht vergessen, daß es für den EVG- Vertrag kein Ersatzprojekt gibt, das seine Gegner aus der Schublade ziehen könnten, wenn der EVG-Text selbst von den Beratungstischen verschwunden sein werde. Die EVG-Gegner in 40-Millionen Kredit angeboten Br soll für wirtschaftliche Zwecke Verwendung finden — Aufbau der Landwirtschaftsverwallung vollzogen Drahtbericht unserer Stuttgarter Redaktion Dr. Stuttgart. Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier teilte am Dienstag in einer Pressekonferenz mit, daß dem Lande Baden-Württemberg ein Kredit von 40 Millionen DM angeboten worden sei, der zu wirtschaftlichen Zwecken verwandt werden soll. Ein Teil werde der Bundesbahn zur Fortführung der Elektrifizierung der Strecke Mühlacker — Bruchsal — Heidelberg — Mannheim zur Verfügung gestellt. Der Kredit ist mittelfristig, d. h. seine Laufzeit wird nicht über 5 Jahre hinaus gehen. Die Regierung glaubt, einen Teil des Kredits an die Bundesbahn weitergeben zu dürfen, weil diese sich bisher als zuverlässiger Schuldner erwiesen habe. Diese Mitteilung wirkte angesichts der bekannten Knappheit des Kapitalmarktes überraschend. Auf die mehrfach gestellte Frage, wer der Geldgeber sei, wurde keine Auskunft erteilt. Auch das Finanzministerium war nicht in der Lage den Geldgeber zu nennen. Das läßt die Möglichkeit zu, daß der Abschluß der Anleihe noch nicht vollzogen ist Vermutlich handelt es sich um öffentliche Gelder, also etwa um Guthaben der Sozialversicherung, für die sogenannte mündelsichere, gutverzinsliche Anlagen gesucht werden. Der Aufbau der Landwirtschaftsverwaltung ist jetzt vollzogen. Das hat u. a. dazu geführt, daß ein Landesamt für Umlegung und Siedlung errichtet ■ wurde, das dem Landwirtschaftlichen Ministerium unmittelbar unterstellt wird. In jedem Regierungsbezirk wird eine Forstdirektion errichtet. Die Frage der Errichtung einer Landwirtschaftskammer bleibt weiter offen. Ohne Zustimmung der Vertreter der Landwirtschaft soll eine Landwirtschaftskammer nicht geschaffen werden. Zum ständigen Vertreter des Regierungspräsidenten in Südbaden wurde Ministerialrat Arnold Köpfler ernannt, der bisher beim Finanzministerium in Freiburg tätig war. Der Finanzausschuß der Verfassunggebende Gebiete Bad Rappenau, Kehl, Breisach und Neuenburg, um sich von der Notwendigkeit der Bewilligung staatlicher Gelder für diese Städte zu überzeugen. Sektsteuei ermäßigung in Kraft getreten Bonn. Das Schaumweinsteuergesetz ist im Bundesgesetzblatt vom 3. November verkündet worden und bereits in Kraft getreten. Danach wird die Sektsteuer für die ganze Flasche (0,75 1) von drei Mark auf eine Mark herabgesetzt. * Frankreich seien eich untereinander auch keineswegs einig. Diejenigen, die heute erklärten, sie hätten sich vor zwei Jahren, als Ple- ven seinen Plan als Gegenprojekt gegen die amerikanischen Absichten vorbrachte, in der Furcht vor einer deutschen Nationalarmee geirrt, seien jedenfalls in der Minderzahl. Sie würden weder beim MRP noch bei den Sozialisten Anhänger finden. Man weist in Bonn ferner darauf hin, daß die Bundesrepublik sich wiederholt bereiterklärt habe, in allen europäischen Gremien das Prinzip unbedingter Parität anzuwenden, wie auch immer das materielle Gewicht verteilt sein möge. Dies hätte für Frankreich eine genügende Garantie dafür sein müssen, daß Deutschland nicht nach der Hegemonie in Europa strebe. Gerade in der Montanunion wäre es verständlich gewesen, wenn Deutschland für eine solche Verteilung der Stimmen und Mandatszahl eingetreten wäre, die der von ihm eingebrachten Wirtschaftskraft eher entsprochen hätte, als dies heute der Fall ist. Deutschland habe auch sein Einverständnis mit' dem EVG-Projekt erklärt, obwohl man in Frankreich offen zugegeben habe, daß dieses Projekt der Furcht vor der deutschen Nationalarmee seine Entstehung verdanke. Diesen Beweisen seines guten Willens habe die Bundesrepublik das Angebot einer Sechsmächtegarantie hinzugefügt, die Frankreich von der Fischt befreien sollte, die drei deutsch orientierten Saarparteien könnten die Frist bis zur endgültigen Europäisierung des Saar gebietes mit Hilfe irgendwelcher Bundesunter. Stützung zu einer hemmungslosen Rückgliederungskampagne ausnützen. Angesicht der für ganz Europa und die Freiheit der westlichen Welt schicksalhaften Entscheidung, vor der die Parlamente in Bonn und Paris stünden, würde man diese Beweise des deutschen guten Willens in Frankreich nicht in den Wind schlagen. Staatszuschuß für Lehrlinge gefordert Handwerk will fünf Millionen DM für Berufsausbildung Bonn. Rund fünf Millionen Mark für die Lehrlingsausbildung im Handwerk forderte am Dienstag in Bonn der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks, Richard Uhlemeyer. Insgesamt bildet das Handwerk im Bundesgebiet etwa 425 000 Lehrlinge aus. Uhlemeyer forderte einen jährlichen Staatszuschuß von zehn Mark je Lehrling für die Berufsausbildung. Die Förderung der Lehrlingsausbildung sei eine lebenswichtige Frage. Der Geschäftsführer des Zentralverbandes Dr. Wellmanns, teilte mit, daß der Zentralverband des deutschen Handwerks dem Bundesfinanzminister und den Bundestagsfraktionen gemeinsam mit anderen Spitzenverbänden der mittelständischen gewerblichen Wirtschaft Steuervorschläge unterbreitet habe. Bei der Einkommensteuer sollte es durch Wiedereinführung der teüweisen Steuerbefreiung des nicht entnommenen Gewinns auch den kleinen und mittleren Gewerbetreibenden erleichtert werden, die Leistungsfähigkeit ihrer Betriebe zu steigern. Außerdem sollten Ungerechtigkeiten bei der Besteuerung der Ehegatten beseitigt und das Sparen für die Altersversorgung gefördert den Landesversammlung besucht gegenwärtig' werden. Bei der Gewerbesteuer dürften die Einzeluntemehmer und Personengesellschaften nicht wie bisher gegenüber den Kapitalgesellschaften benachteiligt werden. SAweres Erdbeben registriert Auch im Taunus wahrgenommen Pasadena (Kalifornien). Kurz nach 18 Uhr wurde am Dienstag von mehreren großen »eis Biographischen Instituten ein außerordentlich schweres Erdbeben registriert, dessen Zentrum im pazifischen Raum gelegen haben muß. Das kalifornische Institut für Technologie in Pasadena meldete ein Erdbeben in etwa 7250 km Entfernung von Stärke 8, die es in eine Reihe mit den verheerenden Beben von San Franzisko im Jahre 1906 und von Tehachapi und Bakers field in Kalifornien im vergangenen Jahr stellen würdet Auch das Taunus-Observatorium auf dem Kleinen Feldberg hat am Dienstagabend ein sehr heftiges Erdbeben registriert. Die Instrumente waren bis 21.30 Uhr noch nicht wieder zur Ruhe gekommen. Rudolf Junges Wer in Bonn der politischen Maschinerie in diesen Tagen den Puls fühlte, stellte eine deutliche Verlangsamung des sonst sehr lebhaften Rotierens fest. Kein Wunder, denn wie von allen Hauptstädten der Welt blickt man auch von Bonn aus mit Spannung nach Washington, wo sich gestern entschieden hat, wer das politische Steuer der einen der beiden Weltmächte für die kommenden vier Jahre in seine Hände nimmt. Man erwartet von dem neuen Mann keineswegs eine Aenderung des leitenden Prinzips der amerikanischen Außenpolitik, der Verteidigung der Freiheit der westlichen Welt, Der neue Herr im Weifien Haus Wer wird es sein? — Eisenhower oder Stevenson? Zur Stunde, da die Mittwochausgabe die Rotationsmaschine verläßt, wissen wir noch nicht, wie gestern die 55 bis 60 Millionen Amerikaner entschieden haben, ob das Emigrantenkind mit der einst größten militärischen Machtfülle — der General — der einflußreichste Mann der Welt oder — hei der Wahl des Gouverneurs von Jllinois — das Weiße Haus ohne Erste Lady sein wird. Morgen aber werden es unsere Leser wissen, und dann wird sich ihnen der neue Herr im Weißen Haus in einer spannnenden Fortsetzungsreihe vorstellen. Sie werden seinen Werdegang, sein Leben, seine Neigungen und Abneigungen — kurz einen Großen der Welt „in Hemdsärmeln und Pantoffeln' 1 kennenlernen und auch einen Blich in die behüteten Räume des Weißen Hauses tun dürfen, von denen aus eine halbe Welt regiert wtrd. Wir versprechen nicht zu viel, wenn wir sagen: Bei aller M acht fülle sind a uch Präsidenten nur Menschen! wohl aber fragt man sich nicht ohne Besorgnis, wohin bei der Verfolgung dieses Prinzips der künftige Präsident das Schwergewicht seines persönlichen Krafteinsatzes verlagern werde. Man stellt sich in Europa diese Frage nicht etwa nur aus der Befürchtung, die amerikanische Außenpolitik könnte künftig wieder ihr Hauptziel in der Verstärkung ihres asiatischen Machteinsatzes unter gleichzeitiger Schwächung ihres Kraftpotentials in Europa sehen. Diese Gefahr sieht man fast für geschwunden an. Aber auch in Europa selbst könnte Amerika — nach den in den einzelnen Hauptstädten an- gestellten sehr unterschiedlichen Erwägungen — recht verschiedene Wege einschlagen. So könnte Washington, wenn man Pariser Befür- tungen Glauben schenken wollte, künftig allein auf das deutsche und das spanische Pferd setzen wollen, wobei sich für beide Möglichkeiten gute Gründe Vorbringen ließen. Man braucht zum Beweis dafür nicht erst auf die Madrider Meldung hinzuweisen, derzufolge das Abkommen zwischen den USA und Spanien über den Austausch spanischer Stützpunkte gegen amerikanische Wirtschafts- und Militärhilfe bereits perfekt ist. Man braucht auch nicht erst daran zu erinnern, daß das gerade heute wieder soviel umstrittene Projekt der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft vor zwei Jahren von dem Franzosen Pleven aus der Befürchtung heraus geboren wurde, die Amerikaner könnten sonst die Aufstellung einer eigenen deutschen Nationalarmee fördern. Daneben gilt es noch den Indochinakrieg und den Marokko- Tunis-Streitfall, um in der französischen Interessensphäre zu bleiben, sowie die Krisen in Persien und Aegypten, um zum britischen Interessenbereich überzugehen. Ferner gibt es die Wiedervereinigungsfrage und den Saarstreit, um in den Kreis der deutschen Probleme vorzustoßen. Schließlich harrt das große abendländische Schicksalsproblem der europäischen Integration der Entscheidung. In allen diesen Fragen wird der künftige Präsident einen ersten Schritt tun, ein ernstes Wort sprechen müssen. Die Spannung, mit der man auf der winzigsten Kursdrehung, die er am Steuer des amerikanischen Regierungsschiffs vollführt, namentlich in den Hauptstädten Europas entgegensieht, ist daher nur verständlich. In Bonn hofft man, daß der neue Präsident eine europäische Integrationspolitik unterstützt, die die Kräfte die für die Verteidigung der gemeinsamen Freiheit notwendig sind, nicht schmälert, andererseits aber allen Beteiligten die Furcht vor deutschen Hegemoniebestrebungen nimmt. Man will deshalb in Bonn aus dsr zwischen Paris und Washington wegen des j. »ynflikts eingetie'.snen scnar- > Mittwoch, 8. November 1881 Aussprache über EVG-Vertrag Blank bei Adenauer — Meinungsverschiedenheiten in der Dienststelle Rianlr fen Spannung keineswegs politisches Kapital schlagen, sondern wünscht, daß die ungewohnt erregte Sprache, die zur Zeit zwischen den beiden Hauptstädten geführt wird, bald wieder einem freundlicheren Klima weicht. Denn man weiß, daß jeder Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich von nachbarlichen Rückwirkungen für die Sache der Freiheit begleitet ist. Dies gilt nicht nur für die Fortführung des Indochinakrieges, sondern auch für die gerade von Bonn verfolgte Politik der europäischen Einigung. Sollte Washington daher Schritte tun, die das französische Prestige vor’ der Welt schonen und die Spannung abklingen lassen, so würde man dies in Bonn nur begrüßen. Man zweifelt nicht daran, daß in demselben Augenblick, da eine ruhigere amerikanische Sprache Paris auf die psychologisch verständliche Demonstration der „festen Haltung“ verzichten läßt, dort auch das Klima für die Ratifizierung des EVG-Ver- trages, für die Fortsetzung der europäischen Integrationspolitik und damit schließlich auch für die Bereinigung der Saarfrage wieder besser wird. König von Schweden soll vermitteln Bonn. Einen Vorschlag zur Entspannung der politischen Lage in der Welt unterbreitete der Präsident der Arbeitsgemeinschaft deutscher Friedensverbände, Professor F. Siegmund- Schultze auf einer Kundgebung der deutschen Vereinigung des „Internationalen Versöhnungsbundes“ in Bonn. Es sei ein Brief an den König von Schweden geschrieben worden mit der Eitte, im Ost-West-Konflikt zu vermitteln. Dieser Vorschlag sei von führenden Männern der Kirchen, darunter auch von dem Präses der evangelischen Kirche und ehemaligen Bundesinnenminister Dr. Gustav Heinemann, befürwortet worden. Der Inhalt des Briefes könne nicht mitgeteüt werden, bevor eine Antwort eingegangen sei. Erste Besprechungen über das Schreiben hätten im Auswärtigen Amt und mit deutschen Diplomaten stattgefunden. Professor Siegmund-Schultze erhofft eine Aussprache unter Beteiligung der vier Großmächte, die an der Besetzung Deutschlands beteiligt sind. Zu der Arbeitsgemeinschaft deutscher Friedensverbände gehören nach den Angaben Prof. Siegmund-Schultze Organisationen, darunter die Europaunion und die Pax-Christi-Bewe- gung, die sich allerdings nur mit den rein religiösen Fragen befasse. London. In einer glanzvollen, farbenprächtigen Zeremonie eröffnete Königin Elisabeth am Dienstag im Oberhaus die neue Sitzungsperiode des britischen Parlaments. Seit 66 Jahren war es das erstemal, daß eine Königin das Parlament eröffnete. 1886 hatte Königin.Viktoria diese Funktion ausgeübt. In ihrer Thronrede kündigte Königin Elisabeth an, daß Ihre Regierung die britische Wirtschaft konsolidieren und die Reprivatisierung des Straßentransportwesens sowie der Eisen- und Stahlindustrie gesetzkräftig machen wolle. Im außenpolitischen Teil ihrer Rede bekannte sich Königin Elisabeth zur UNO und zum Atlantikpakt. Großbritannien werde sich für eine gerechte Regelung des Problems der deutschen Einheit und für den österreichischen Generalvertrag einsetzen. In einer stürmischen Unterhaussitzung unmittelbar nach der Parlamentseröffnung durch Königin Elisabeth kündigte Churchill die Einbringung der Reprivatisierungsgesetze für den Femlastverkehr und für die Stahlindustrie an. Beide Gesetze sollen innerhalb 24 Ständen dem Parlament vorgelegt werden. Zu außenpolitischen Fragen wird, wie Churchill mitteilte, am kommenden Donnerstag Außenminister Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenauer hatte am Dienstag eine Aussprache mit dem Sicherheitsbeauftragten Theodor Blank über Probleme des Vertragswerks über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Wie in Bonn bekannt wird, ließ sich der Kanzler über den Stand der Pariser Beratungen des Interimsausschusses berichten, der bis zur Bildung des europäischen Verteidigungskommissariats technische Vorbesprechungen über das Anlaufen der Verteidigungsgemeinschaft führt. Auch dürfte sich Dr. Adenauer über den Stand der Beratungen im Sicherheitsausschuß des Bundestages erkundigt haben, die unter Vorsitz des CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten Franz Josef Strauß stattfinden. Außerdem sollen zwischen dem Kanzler und Blank personelle Fragen und die Aufgaben der Dienststelle Blank besprochen worden sein. In einem NWDR-Interview teilte Blank mit, daß vor einer militärischen Tätigkeit jeder Soldat und Offizier des deutschen EVG-Kon- tingentes einen staatsbürgerlichen Unterrichtskursus absolvieren müsse. „Wir werden dafür sorgen, daß insbesondere das künftige Offiziers- und Unteroffizierskorps die von uns .eingeschlagene Linie der Reform des inneren Dienstbetriebes befolgt.“ Die entsprechenden Gesetze und Vorschriften, wie die Disziplinarstrafordnung, das Militärstrafgesetz und die Vorschriften über die Rechte und Pflichten des Soldaten würden vom Bundestag und Bundesrat erlassen. „Ich kann mir nicht vorstellen, daß Bundestag und Bundesrat reaktionäre Gesetze beschließen.“ Außerdem würden 'das Bundeskabinet und die zuständigen Instanzen des Parlaments bei der Auswahl der höheren Offiziere mitwirken. Ueber die Planungen seiner Dienststelle äußerte Blank, daß von einer Gruppe in der militärischen Abteilung seines Amts eine Verfügung entworfen worden sei, die die technischen und organisatorischen Fragen für die Aufstellung der künftigen Lehrstäbe regelt. Diese Lehrstäbe sollen nach Inkrafttreten des EVG-Vertrages mithelfen, den deutschen Verteidigungsbeitrag zu verwirklichen. Zu den in seinem Amt entstandenen Meinungsverschiedenheiten über gewisse Formu- Eden sprechen. Die Debatte über die Thronrede der Königin zieht sich bis mitte nächster Woche hin. Zu stürmischen Unterbrechungen der Rede kam es, als Churchill Aenderungen der Gesetzesvorlage über die Reprivatisierung des Femlastverkährs ankündigte. Er rief zu den Labourbänken hinüber, er sei immer bereit zu lernen, nachdem er von langen und gründlichen Studien über viele schwierige Fragen gesprochen hatte. Als Churchill von dem Mühlstein der 300 Millionen Pfund sprach, der den Eisenbahnern um den Hals hänge, forderte ihn Morrison zu einer Erklärung heraus. Churchill meinte damit, den Preis, der den Aktionären bei der Verstaatlichung bezahlt wurde. Attlee forderte eine Verteidigungskonferenz der Commonwealth-Staaten. Das Hauptproblem Großbritanniens, spgte er, sei die Wirtschaftslage. Schatzkanzler Butler wisse selbst am besten, daß nur eine vorübergehende Besserung eingetreten sei. Die Thronrede Enthalte keine positiven Vorschläge und zeige keine politische Grundlinie zur Behebung dieser Schwierigkeiten auf. lierungen meinte Blank, daß sich diese auf die Personalauswahl für die Lehrstäbe und den allgemeinen Unterricht beziehen. Es habe in der Verfügung geheißen, daß „einheitliche“ Auffassungen in bestimmten politischen Fragen erarbeitet werden sollen. Mitglieder seines Amts befürchteten jedoch, daß der Ausdruck „einheitlich“ zu weitgehend ausgelegt werden könnte, und hätten daher vorgeschlagen, von „gemeinsamen“ Auffassungen zu sprechen. Saarvertreter bei Adenauer Bonn. Bundeskanzler Dr. Adenauer empfing am Dienstag die drei Vorsitzenden der deutschorientierten und zu den saarländischen Landtagswahlen nicht zugelassenen Saarparteien, Dr. Hubert Ney (CDU), Kurt Conrad (Deutsche Sozialdemokratische Partei im Saarland) und Richard Becker (Demokratische Partei des Saarlandes) zu einer Aussprache im Bonner Bundeskanzleramt. Unterrichtete Kreise nehmen an, daß Dr. Adenauer die Saarvertreter über den Stand der letzten deutsch-französischen Saarverhandlungen unterrichtet hat. Die Saarvertreter haben ihrerseits Dr. Adenauer über die Lage an der Saar in Kenntnis gesetzt. Politische Kreies nehmen an, daß der Kanzler und die Saarvertreter in der Hauptsache die Frage erörtert haben, welche Schritte von deutscher Seite in Anbetracht der saarländischen Landtagswahlen unternommen werden sollen. Es dürfte dabei geprüft worden sein, ob die Saarbevölkerung zur Stimmenthaltung bei den Landtagswahlen aufgefordert werden soll. Maßgebliche Kreise der Regierungskoalition wenden sich gegen eine solche Aufforderung, da die Aktion für Stimmenthaltung gründlich und lange vorbereitet werden müßte. Außerdem würde sich die Atmosphäre verschärfen. Erst Fühlungnahme mit Israel Drahtbericht unserer Bonner Vertretung Bonn. Zu dem Entschluß der arabischen Delegation, noch einige Tage in Deutschland zu bleiben, nimmt man in Bonn mit Zurückhaltung Stellung. Nach wie vor zeigt man sich äußerst interessiert ■ an einer Fortführung des Gesprächs mit den arabischen Staaten, erklärt aber, es liege in der Natur der Sache, daß zunächst eine Fühlungnahme mit Israel vorausgehen müsse. Die Aufnahme des Kontaktes mit Vertretern Israels sei bisher bedauerlicherweise nicht möglich gewesen, weil Israel seine bevollmächtigten Vertreter noch nicht nach Deutschland entsandt habe. Die israelische Delegation soll ihren Sitz bekanntlich in Köln nehmen. rl. Paris. Mehr als 50 Prozent der Ausgaben im französischen Haushaltsplan für 1953 sind nicht durch Einnahmen gedeckt. Verteidigungsminister Pleven gab 665 Milliarden Francs Defizit zu. Die Deckung dieses Betrages erfolgt, da Regierung und Nationalversammlung Steuererhöhungen nicht vornehmen wollen, buchmäßig durch Einspringen des Staatsschatzes. Dieses Verfahren wird von der Pariser Presse kritisiert. Die linksstehende imabhängige Zeitung „Combat“ erklärt es für reine Wechselreiterei, die ihre Urheber ins Gefängnis bringen würde, wenn es sich um einen Privatmann handele. In Bankkreisen kamen wiederum Gerüchte über eine bevorstehende Abwertung des Franc auf, und zwar mit der Begründung, daß der ständige Rück- Retes in Köne Bundeskanzler Dr. Adenauer hat an den Ehrenpräsidenten der Deutschen Akademie fQr Sprache und Dichtung, Dr. Rudolf Pechei, ein Glückwunschtelegramm zu dessen 71. Geburtstag gesandt. Dr. Adenauer gedenkt in dem Telegramm der groBen Verdienste, die sich Pechei in der Presse und ln der Literatur erworben hat. Nach seiner endgültigen Rückkehr aus den Vereinigten Staaten hielt der ehemalige deutsche Reichskanzler, Prof. Dr. Heinrich Brüning, an der Universität Köln seine erste Vorlesung über das Thema: „Verfassung, Verwaltung und Politik." Im Grenzdurcbgangslager Friedland bei Güttingen wurden im Oktober 723 Heimkehrer, Flüchtlinge und Umsiedler aufgenommen. Die im Juli in Nürnberg gebildete „Arbeitsgemeinschaft christlicher Volksdienst" hat sich unter der Bezeichnung „Evangelischer Volksdienst" als politische Partei konstituiert. I Eine Kammer des belgischen Staatsrates hat eine Verordnung des belgischen Wirtschaftsministeriums aufgehoben, durch die rückwirkend Höchstpreise für den Einzelverkauf von Kohlen festgelegt wurden. Die Kohleneinzelhändler hatten beim Staatsrat, der sich mit der RechtmäBigkeit von Gesetzen und Verordnungen zu befassen hat, Klage erhoben. Schweden wird als dritter Staat eine ständige Vertretung bei der Hohen Behörde der Montanunion in Luxemburg errichten. Der einzige Sohn des Oberbefehlshabers der dänischen Verteidigungsstreitkräfte, Qvistgaard, ist in Korea gefallen. Er kämpfte als Obergefreiter im VII. amerikanischen Marine-Infanterie-Regiment. Gegen Arbeitslosenversicherungspfiidit für Lehrlinge Köln. Gegen den Plan, die 1933 abgeschafft* Arbeitslosenversicherungspflicht für Lehrlinge wieder einzuführen, wendet sich am Dienstag die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels in ihrem Pressedienst. Eine derartig* einseitige Belastung des Arbeitgebers sei nicht geeignet, die Einstellung von Lehrlingen zu fördern. Der Lehrling sei während der Dauer seines Lehrvertrags vor Arbeitslosigkeit geschützt, wenn er nicht völlig versage. Außerdem wendet sich die Hauptgemeinschaft dagegen, daß Berufsschülerinnen während ihre» Arbeitszeit hauswirtschaftlichen Unterricht erhalten sollen. Ein solcher Unterricht dürft* nicht auf Kosten ihrer eigentlichen Berufsausbildung stattfinden. Bundesvorstand der FDP befallt sich mit Südwest-FDP Bonn. Der Bundesvorstand der FDP wird sich am 9. November in Bonn mit der Frag« des Zusammenschlusses der FDP-Verbände im neuen Bundesland Baden-Württemberg befassen. Der Sitzung des Gesamtvorstandes geht am Donnerstag eine Zusammenkunft des geschäftsführenden Vorstandes in Bad Godesberg voraus. . j* gang des Exports nur auf diese Weise anga- halten werden könne. Spanisch-amerikanisches Stütjpunktabkommen New York. Wie die New York Times auf Madrid berichtet, sollen die USA und Spanien übereingekommen sein, in Spanien drei größere und mehrere kleinere Luftstützpunkte zu schaffen. Ferner soll Cadiz in eine Flottengroßbasis umgebaut und der Hafen von Cartagena vergrößert werden. Alle Fragen der militärischen Zusammenarbeit beider Länder sowie Probleme der Wirtschaftshilfe sollen nach slebenmonatigen spanisch-amerikanischen Verhandlungen gelöst worden sein. Rückzugsgeplänkel und letzte Chanpe Die erneute Einladung des Volkskammerpräsidenten Drahtbericht unseres Berliner Vertreters Sdilossergeselle reiste als Kurier Der französische Leutnant und sein „Kuriergepäck" fielen den Zollbeamten auf Königin Elisabeth II. im Oberhaus Thronrede zur neuen Sitzungsperiode des britischen Parlaments — Churchill kündigt Reprivatisierung an Pinays Haushalt hat ein Loch Defizit für 1953 auf rund acht Milliarden geschäht — Gerüchte um Abwertung Drahtbericht unseres Pariser Korrespondenten Berlin. Der „Mahnbrief“ des Präsidenten der sowjetzonalen Volkskammer, Dieckmann an Bundestagspräsident Dr. Ehlers sei ein propagandistisches Rückzugsgefecht, äußern Berliner politische Kreise Andererseits gebe er dem Bundestag die letzte Chance, zumindest im Propagandawettstreit — der ja schließlich seine psychologische Wirkung kaum verfehlt habe — nicht den Kürzeren zu ziehen. Wenn man sich auch in Berlin bei der Befolgung der Einladung Dieckmanns keine besonderen sachlichen Ergebnisse verspricht, so wäre es nach Ueberzeugung prominenter Politiker der ehemaligen Rsichshauptstadt töricht, Pankow durch Schweigen einen guten Abgang von der Politik „Deutsche an einen Tisch“ zu verschaffen. Aus Pankower Regierungskreisen wird die Versicherung abgegeben, daß der Empfang der Bundestagssprecher in der Volkskammer und im Ostsektor Berlins nicht wie in Bonn mit faulen Tomaten, sondern in aller Ruhe vonstatten gehen würde. Im übrigen herrscht in diesen Kreisen die Ueberzeugung vor, daß — wie schon früher — Bonn auf diese Initiative nicht eingehen würde, wenn man auch Dr. Ehlers eine Ueberraschung zutraut. Nach einem zuverlässigen „on dit“ aus Pankow gedenkt man dort bei einer erneuten Ablage Bonns die Konsequenzen zu ziehen nachdem auf der bisherigen Basis eine Verständigung nicht möglich gewesen ist und man daher zu anderen Formen „im Kampf um die Wiedervereinigung“ greifen müsse. Das bedeutet sehr wahrscheinlich eine Umstellung der Politik des Schlagwortes „Deutsche an einen Tisch“ auf die Ebene des Untergrundkampfes und gleichzeitig der Verlagerung auf die höhere diplomatische Ebene, d. h. der Kreml wird sich in diesen Fragenkomplex mehr und energischer selbst einschalten. Daß diese Umstellung günstigere Tendenzen und Möglichkeiten bringt, wird in Berlin nicht angenommen Es wird eher das Gegenteil erwartet. Darum würde man in breiten Kreisen den Besuch einiger Bundestagsabgeordneter in der Leipziger Straße begrüßen, selbst wenn es „Reden zum Fenster hinaus“ werden sollten. Die Weihnachtszuwendungen im öffentlichen Dienst Stuttgart. Die Gewerkschaft O eff entliehe Dienste, Transport und Verkehr, hat am Montag den Verhandlungsergebnissen der gemischten Tarifkommissipn vom 22. und 23. Oktober 1952 über eine WeihnachtsZuwendung für alle Angestellten und Arbeiter des Bundes, der Länder und der Gemeinden zugestimmt. Nach Mitteilung der OETV beträgt die Weihnachtszuwendung für ledige Angestellte und Arbeiter des Bundes und der Länder 30 Mark und für verheiratete 50 Mark. Von den Angestellten und Arbeitern der Gemeinden erhalten ledige eine Weihnachtszuwendung von 40 Mark und verheiratete eine von 60 Mark. Darüber hinaus erhalten alle Angestellten und Arbeiter für jedes zuschlagberechtigte Kind einen Betrag von 15 Mark. Lehrlinge, die im Dienst der Länder und der Gemeinden stehen, erhalten 20 Mark. Nach Mitteilung der Gewerkschaft hat die OETV den Vereinbarungen deshalb zugestimmt, weil damit erstmalig eine Weihnachtszuwendung für die Angestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst gezahlt wird und weil diese Weihnachtszuwendung in keiner Weise Passan. Vor einiger Zeit fiel den Zollbeamten auf dem Passauer Hauptbahnhof der französische Leutnant Renö Jardin auf, in dessen „Kuriergepäck“ sich allerlei Schmuggelgut befand. Sie nahmen den schmucken Leutnant fest und sahen ihn sich etwas genauer an. Ihr Verdacht, daß da etwas nicht stimmen könne,, hat sich jetzt als richtig erwiesen: Der Festgenommene war weder Leutnant noch Franzose, sondern ganz einfach der Schlosser Leopold Au- inger aus Hofgastein (Oesterreich). Auinger hatte sich bei zahlreichen Grenzreisen als Kurier des französischen Militärgouvemeurs ausgegeben und die Zollbeamten durch die Uniform, das gebrochene Deutsch und die gefälschten Dienstausweise auch eine zeitlang täuschen können. Die Ermittlungen ergaben, daß Auinger mindestens 5 500 Kilogramm Kaffee im Wert von 90 000 Mark, 150 Fotoapparate und Nylonstrümpfe und andere Waren im Wert von mindestens 40 000 Mark geschmuggelt hat 47 „Kurierfahrten“ konnten ihm nachgewiesen werden. Explosion fordert drei Todesopfer Beckum bei Münster. Aus bisher ungeklärter Ursache explodierte am Dienstagnachmittag in der Molkerei in Beckum im Regierungsbezirk Münster ein großer Pasteurisierkessel. Dabei kamen der Elektromeister Benno Windhövel, der Elektrogehilfe Rudolf Zago und der Molkereigehilfe Hans Skiba, alle aus Beckum, ums Leben. Louis Verneuil verübte Selbstmord berthier“ und „Es bleibt in der Familie“ auch in Deutschland viel gespielt werden, ist am Montag mit durchschnittener Kehle im Badezimmer eines Pariser Hotels tot aufgefunden worden. Die Gründe für den Selbstmord des Schriftstellers, der erst vor kurzem aus den Vereinigten Staaten in seine französische Heimat zurückgekehrt war, sind noch unbekannt. Verneuils Selbstmord wurde entdeckt, nachdem sich der Schriftsteller auf telefonische Anrufe nicht meldete und auch sein Zimmer nicht verlassen hatte. Als der Hotelmanager die Tür aufbrechen ließ, fand man Verneuils Leiche im Bad. Neben ihm lag ein Rasiermesser. Verneuil, der Dramatiker, Schauspieler und Theaterdirektor war, hat die letzten beiden Schauspiele geschrieben, in denen Sarah Bernhardt aufgetreten ist. 1921 heiratete er die Enkelin der Künstlerin Lyslane Bernhardt. Wetterbericht Bel anhaltender Westwetterlage hat sich auf Mitteleuropa ein stärkeres Zwischenhoch aufgebaut, welches jedoch rasch wieder nach Osten abgedrängt wird. Eine neue, über die britischen Inseln und Frankreich ostwärts vorrückende Störung wird uns erneut Wetterverschlechterung bringen. Aussichten bis Donnerstagabend: Am Mittwoch noch Frühnebel, heiter bis wolkig und tagsüber meist trocken. Gegen Abend neuerliche Eintrübung mit nachfolgenden Regenfällen. Am Donnerstag wechselhaft mit einzelnen Schauern. Temperaturen zunärh-, ansteigend, später wieder leichte Abkühlung. Paris. Der französische Bühnenschriftstelle:' die Lohn- und Gehaltspolitik beeinflussen wird. Louis Verneuil, dessen Werke wie „Herr Lam- Bundeswettbewerb der Landjugend „Landjugendberatungsdienst" mit der Durchführung beauftragt Freiburg. (nn-Eigenbericht) Die Abwicklungsstelle des Badischen Ministeriums der Landwirtschaft und Ernährung hat dieser Tage über die Landwirtschaftsschulen die Landjugend des Landesbezirks Südbaden zur Teilnahme an einem „Kreis-, Landes- und Bundeswettbewerb für die Landjugend“ aufgerufen. Mit der Vorbereitung und Durchführung wurde in Südbaden der „Landjugendberatungsdienst im Landesbezirk Südbaden“ beauftragt. Zum Austrag kommen die Wettbewerbe „Leistungspflügen“ (für Burschen) und „Meine Arbeitskleidung“ (für Mädchen) sowie für Burschen und Mädchen die Wettbewerbe „Legehennenbeurteilung“ und „Rinderbeurteilung“. Für die ersten und zweiten Kreissieger wird der Landjugendberatungsdienst Preise zur Verfügung stellen. Als erste Preise beim Landesentscheid sind jeweils eine kostenlose Fahrt mit zweitägigem Aufenthalt zur DLG-Ausstellung 1953 in Köln und die Teilnahme am Bundesentscheid vorgesehen, der in Köln ausgetragen Wird. Die zweiten und dritten Landessieger werden mit Sach- preisen bedacht. Der Landjugendberatungsdienst arbeitet auf der Basis der Freiwilligkeit. Niemand wird zur Teilnahme gezwungen. Dem Landesausschuß des Landjugendberatungsdienstes, der die Arbeit durch beratende Tätigkeit fördern soll, gehören Vertreter und Vertreterinnen der Landjugendorganisationen, der Landwirtschafts-, Berufs- und Volksschulen an sowie Vertreter des Landwirtschaftsministeriums und der Landjugendberatung selbst. Mit der Einrichtung des Landjugendberatungsdienstes ist nun auch in Südbaden für die Landjugend eine weitere Möglichkeit geschaffen worden, Freude und Liebe zum Bauernberuf zu wek- ken und zu fördern sowie die fachlichen und handwerklichen Kenntnisse in einem maßvollen Leistungswettbewerb zu vertiefen. Junglehrer tagten in Bad Freyersbach Bad Peterstal. Etwa 45 südbadische Junglehrer, die der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft angehören, haben sich während einer zweitägigen Tagung im Kurhaus Bad Freyers- Lörrach. Die Zollfahndungsbehörden im deutsch - schweizerischen Grenzraum haben jetzt an der wichtigen Uebergangsstelle Lör- rach-Riehen bei Basel ein neues System entwickelt, um den motorisierten Kaffeeschmugglern auf die Schliche zu kommen. Es wurde eine betonierte Auto-Kontrollgrube angelegt, die es ohne Umständlichkeit gestattet, Kraftfahrzeuge auch von unten her genau zu „durchleuchten“. Bisher mußten die Kontroll- beamten bei schmuggelverdächtigen Kraftwagen sich meist auf das Abklopfen der Fahrzeugböden beschränken oder jeweils unter den Wagen kriechen. Die neue Kontrollgrube, die nach der Art von Reparaturanlagen in Kraftfahrzeug-Werkstätten konstruiert ist, ermöglicht es, auch große Latswagen von unten her genauestens zu durchsuchen und mit Hilfe von in der Grube angebrachten Lampen abzuleuchten. Zollbeamte in Montage-Anzügen führen die Kontrolle durch. bach in einer Entschließung gegen eine kon- fessionalisierung des Schulwesens sowie für ein sechssemestri ges Hochschulstudium für Lehrer ausgesprochen. Die Gemeinschaftsschule wird in der Entschließung als die einzig mögliche Schulform bezeichnet. Im Verlauf der Tagung, der auch Gäste der nordbadischen und der württembergischen Lehrerverbände beiwohnten, wurden eine materielle Besserstellung der Lehrer und vor allem ein Härteausgleich für Junglehrer gefordert, der in Südbaden, als einzigem Gebiet der Bundesrepublik, bisher nicht verwirklicht worden sei. Außerdem wurde auf die Nachwuchskrise hingewiesen, die durch die Verproletarisierung des Lehrerstandes hervorgerufen worden sei. Der Bau einer Kontrollgrube war vor allem deshalb notwendig geworden, weil die Kaffeeschmuggler an der deutsch - schweizerischen Grenze infolge starker Verluste durch die Zollfahnder in der letzten Zeit kaum mehr große und risikovolle Aktionen durchführten, sondern fast ausschließlich mit dem Geheimfächer-Trick operierten. Immer wieder fallen den Ueberwachungsorganen Fahrzeuge in die Hände, die in geschickt getarnten doppelten Böden und Seitenwänden, in Polstern, Benzintanks und sogar in den Autoreifen Kaffeemengen bis zu mehreren Zentnern unverzollt in das Bundesgebiet einzuführen versuchen. Meist handelt es sich dabei um große amerikanische Wagen mit Schweizer Nummern. Die Zollbehörden wollen jetzt den Kampf gegen den Kaffeeschmuggel in Geheimfächern mit allen Mitteln aufnehmen. In der Regel werden mit Hilfe der Kontrollgrube nur Fahrzeuge durchleuchtet, die aus dem einen oder anderen Grunde verdächtig erscheinen. Um die neue Untersuchungsanlage ist eine Ligusterhecke gepflanzt, die den Kontrollvorgang den Blicken Unbeteiligter, oft schadenfroher Grenzpassanten, entziehen soll. Noch immer Vogelmord am Bodensee Erreichte „Verbesserungen 1 ' sollen für diesen Winter und nächstes Jahr Fahrzeuge auf dem Präsentier-Teller Neuer Schlag der Zollbehörden gegen den motorisierten Kaffeesdimuggel Freiburg, Allen Bemühungen und Protesten zum Trotz wird die „Belchenschlacht“ am Bodensee auch in diesem Jahr wieder stattfinden, wenn auch in etwas gemilderter Form. Auf die völlige Beseitigung dieser Vogel-Treibjagd mit mittelalterlichen Methoden, die seit langem einen traurigen Ruf genießt, müssen die Tier- und Naturschutzfreunde weiter warten. Alljährlich am 26. November beginnt am Untersee, einem Teil des Bodensees, der an deutsches und schweizerisches Ufer grenzt, der Vogelmord. Auf ein Raketensignal setzt eine wilde Jagd mit Booten und Kähnen auf die Bläßhühner (Belchen) ein, die den See bevölkern. Die Tiere werden so lange gehetzt, bis sie vor Erschöpfung nicht mehr weiterfliegen können. Dann schießen die „Jäger“, aus acht schweizerischen und 13 badischen Ufergemeinden, mit Schrot auf die ermatteten Tiere und schlagen die Vögel, die sich ins Schilf geflüchtet haben, mit Knüppeln und Stöcken tot. Andere Tiere gehen an ihren Verletzungen elend zugrunde. Ueber zehntausend Vögel — nicht nur Belchen — sind alljährlich das Opfer dieser Abschlächterei, die sich bis Ende Februar hinzieht. Die „Jäger" behaupten, die Jagd sei nötig weil die Belchen den Fischfang am Untersee beeinträchtigen. Außerdem berufen sie sich auf alte verbriefte Rechte. Eine Urkunde über die Verleihung dieser Jagdrechte hat man allerdings bisher noch nicht gefunden. Seit Jahren bemühen sich deutsche, Schweizer und internationale Naturschutzvereinigungen um die Beseitigung dieses Vogelmordes. Aber selbst die Bestrebungen, die Jagd „humaner“ zu gestalten blieben lange Zeit erfolglos. Im Herbst vergangenen Jahres konnte die damals noch amtierende badische Regierung wenigstens erreichen, daß ein Jäger am ersten Tage der n werden „Belchenschlacht“ nicht mehr als 30 Tiere erlegen darf, daß die Jagdzeit am Eröffnungstag auf drei Stunden am Vormittag beschränkt und daß die Nachtjagd in den Wintermonaten bis Februar verboten wurde. Durch die staatliche Neuordnung in Süd Westdeutschland wurden weitere Verhandlungen für viele Monate verhindert. Erst Ende Oktober fand eine neue Besprechung zwischen Vertretern von Baden- Württemberg und dem Schweizer Kanton Thurgau statt. Man beschloß, die im vergangenen Jahr erreichten „Verbesserungen" auch für diesen Winter und für die nächsten Jahre beizubehalten, bis sie durch eine grundsätzliche Neuregelung ersetzt werden. Auf deutscher Seite ist man bestrebt, den Vertrag zwischen Baden und der Schweiz aus dem Jahre 1897, der die Jagdordnung am Bödensee und Rhein enthält, abzuändern. Als Mindestforderung wurde beantragt, den östlichen Teil des Untersees als Vogelreservat aus der „Belchenschlacht“ herauszunehmen, und die Jagd auf die Zeit vom 26. November bis Ende Januar zu beschränken, so daß die kleinere Belchenjagd im Konstanzer Gebiet, die zwischen Mitte September und Ende Oktober stattfindet, nicht mehr möglich wäre. Es wäre allerdings zu wünschen, daß es gelingt, wenigstens auf deutscher Seite die „Belchenschlacht“ überhaupt zu unterbinden. bl. Auswanderung um jeden Preis Lörrach. Wegen illegalen Grenzübertritts in die Schweiz wurden drei aus der Sowjetzone stammende Flüchtlinge festgenommen und in das Gerichtsgefängnis Lörrach eingeliefert. Angeblich wollten die drei zunächst nur eine Möglichkeit erkunden, das Bundesgebiet über die Grüne Grenze zu verlassen. Nach ihren Angaben sind sie dabei, ohne es zu wissen, auf eidgenössischen Boden gelangt. Dr. Marcello zu 200 DM verurteilt Renchen (el). Das Amtsgericht Kehl in Ren- chen hatte sich unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsrat Dr. Bändel mit einer Klage des ehemaligen ersten Beigeordneten der Stadt Kehl, Dr. Gerold, gegen Bürgermeister Dr. Marcello wegen Beleidigung zu befassen. Der Beschuldigte hat am 8. und 10. März 1952 in badischen Zeitungen eine Notiz veröffentlichen lassen, daß sich Dr. Gerold nicht gescheut habe, ihm aus öffentlichen Mitteln der notleidenden Stadt Kehl einen Betrag von 15 000 DM anzubieten, falls er seinen Posten als Bürgermeister aufgebe. Aus Schreiben Dr. Gerolds an den Bürgermeister ging hervor, daß das Angebot einer Geldabfindung für den Fall seines Rücktritts vom Stadtrat gebilligt worden sei. Dr. Marcello hätte sich in einer Unterredung mit dem Bundestagsabgeordneten Fritz Maier eine Bedenkzeit erbeten und keinesfalls das Angebot des Stadtrates zurückgewiesen. Die Zeitungsnotiz war irreführend und Dr. Gerold fühlte sich beleidigt. Der Staatsanwalt trat dafür ein, daß die im Strafbefehl verhängte Strafe in Höhe von 300 DM, im Unbeibringungsfall 15 Tage Gefängnis, aufrecht zu erhalten sei. Der Verteidiger plädierte auf Freispruch. Das Gericht kam jedoch zu einer Verurteilung des Angeklagten. In seiner Begründung führte der Richter aus, daß man bei einem Stadtoberhaupt und Volljuristen einen anderen Maßstab in der Berichterstattung anlegen müsse, als bei einem Durchschnittsbürger. Mit den bbiden Zeitungsnotizen wollte Dr. Marcello seinen stärksten Gegner iip Stadtrat, Dr. Gerold, verächtlich machen. Die Strafe wurde auf 200 DM festgesetzt oder für je 10 DM ein Tag Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens gehen zu Lasten des Angeklagten. Der Beleidigte' erhielt die Befugnis, das Urteil innerhalb vier Wochen auf Kosten von Dr. Marcello zu veröffentlichen. Glockengeläut am Volkstrauertag Karlsruhe. Der Bischof der Evangelischen Landeskirche Baden, D. Bender, hat alle Gemeinden der Landeskirche angewiesen, den Volkstrauertag mit einem Glockengeläut von 12.00 bis 12.10 Uhr einzuläuten. Das Glockengeläut soll die Gemeindemitglieder an die Töten und Vermißten erinnern und zum Gebet auf rufen. Förderungsmittel für sozialen Wohnungsbau Freiburg. Die Förderungsmittel für den sozialen Wohnungsbau in Südbaden für das Baujahr 1953 werden demnächst in Freiburg auf die einzelnen Kreise und Städte aufgeschlüsselt. Nach Angaben des Leiters der Bauabteilung im Regierungspräsidium in Freiburg, des Ministerialrats Friedrich Leiser, sind etwa 30 Millionen Mark für den sozialen Wohnungsbau und weitere 16 Millionen Mark für den Bau von Umsiedlerwohnungen vorgesehen. Wirth will erneut nadi Ostberlin reisen Freiburg. Der ehemalige Reichskanzler Dr. Joseph Wirth kündigte am Montagabend in Freiburg an, daß er, sofern es seine Gesundheit erlaube, am Mittwoch wieder nach Ostberlin reisen werde, um an einer „internationalen Konferenz zur Lösung der deutschen Frage“ teilzunehmen. Wirth sprach auf einer Kundgebung des kommunistischen „Arbeitskreises für deutsche Verständigung“. Der Saal war mit Spruchbändern im Stil der Sowjetzone geschmückt, auf denen für dem „Frieden und die Einheit Deutschlands“ geworben wurde. Als während der Rede Wirths verschiedene Zwischenrufe laut wurden, sprangen sofort zahlreiche im Saal anwesende Kommunisten, darunter auch der ehemalige Leiter der KP in Südbaden, Erwin Eckert, und der Freiburger KP-Stadtrat, Hans Schäfer, auf und drohten, die Zwischenrufer aus dem Saal hinauszuwerfen. Auch die Eintrittskarten am Saaleingang wurden von Kommunisten verkauft. Voraussiditltdie Wetterentwidclung Mitgeteilt vom Wetteramt Freiburg Auch im Monat November wird die Neigung zu recht wechselhaftem, regnerischem Wetter anhalten. An 16—21 Niederschlagstagen dürften im Landesdurchschnitt über dem langjährigen Durchschnittswert liegende Niederschlagsmengen zusammenfallen. Im ganzen wird der Monat etwas wärmer werden als es der Norm entspricht. Im ersten Monatsdrittel ist mit recht wechselten!, zeitweise stürmischem Wetter mit weitere nNiederschlägen zu rechnen; doch werden die Temperaturen im allgemeinen für die Jahreszeit zu hoch liegen. Während kurz dauernder Wetterverbesserungen ist vorübergehend mit einem Temperaturrückgang zu rechnen un in besonders frostgefährdeten Lagen können Nachtfröste auftreten. In den ersten Tagen des 2. Monatsdrittels wird ein beständigerer und niederschlagsarmer Zeitraum erwartet, dem sich etwa ab 14./15. ein weiterer wechselhafter, aber vermutlich kälterer Witterungsabschnitt anschließen dürfte. Nach einer weiteren Wetter besser ung, die sich zu Beginn des letzten Monatsdrittels einstellen dürfte, ist etwa ab 23. erneut mit einem unbeständigen, aber relativ milden Witterungsabschnitt zu rechnen. Märkte in Baden Karlsruher Schlachtvieh markt vom S./4. Nov. Auftrieb: 346 Rinder. 303 Kälber, 53 Schafe. 108* Schweine. Preise: Ochsen A 84—95. B 82, Bullen A 85—95, B 84, Färsen A 86—96, B 75—85, Kühe A 74—78, B 120—134. C 100—115. D 95. Schafe 75. Schweine A 120 bis 128. Bl 122—128, B2 122—130, C 120— 128. D 118 bis 120, E—F 114—125. Gl 105—117. Marktverlauf: Rinder langsam, Ueberstand, Kälber belebt, ger„ Schweine langsam, geräumt. Karlsruher Mosaik Große Pläne der einstigen Landeshauptstadt — Die Siemens-Stadt wächst Die Intendantenkrise Die in den ersten Novembertagen zu Ende gegangene Karlsruhe Ausstellung „Sport, Gesundheit, Erholung“, in der die badischen Sportverbände in einer interessanten Schau einen Ueberblick über ihre Aufgabengebiete gaben, hat wieder einmal deutlich gezeigt, wie dringend notwendig Karlsruhe eine moderne Ausstellungshalle benötigt. Die als Ausstellungsraum in Anspruch genommene Holzbaracke ist wenig repräsentativ für eine Stadt mit mehr als 200 000 Einwohnern. Das hat selbst der Karlsruher Stadtrat eingesehen und einen Ideenwettbewerb für eine neue Karlsruher Ausstellungs- und Kongreßhalle ausgeschrieben. Mitte Dezember liegt das Ergebnis dieses Wettbewerbs vor, und dann will man noch in den Wintermonaten mit dem Bau einer großen Halle am Festplatz beginnen. Die neue Halle soll auf dem Ruinengrundstück der ehemaligen Festhalle mit Erweiterung nach dem Stadtgarten entstehen und zur Therapiewoche im September 1953 fertiggestellt sein. Mit den Aufräumungsarbeiten auf dem ehemaligen Festhalle-Gelände ist vor einiger Zeit begonnen worden, und damit verschwinden die aus dem Bombenkrieg übrig gebliebenen Ueber- reste der Festhalle, der einstige Mittelpunkt des geselligen Lebens der Stadt Karlsruhe. In der Festhalle rollte ein Stück Geschichte der einstigen Landeshauptstadt ab mit den gesellschaftlichen Veranstaltungen, Konzerten und Bällen als Höhepunkt. Die nach dem Krieg entstandene Stadthalle ist längst kein Ersatz für die abgebrannte Festhalle geworden, in der 3000 bis 4000 Menschen Platz hatten. Der erste Bauabschnitt für die neue Ausstellungs- und Kongreßhalle umfaßt die Arbeiten für eine Halle mit 3200 qm überdachter Fläche und verschiedenen Nebenräumen (Cafö, Restaurant, Büroräume). In dieser Halle sollen auch sportliche Großveranstaltungen stattfinden. Da Karlsruhe, am Eingang zum Schwarzwald, als Tagungsort schon immer sehr beliebt war, wird mit Unterstützung der Stadt im kommenden Jahr ein sechsstöckiges Hotel mit geräumigem Kongreß-Saal gebaut, so daß die Unterbringungsmöglichkeiteo wesentlich verbessert werden. Bereits im März 1953 wird Karlsruhe eine Internationale Plakat-Ausstellung in seinen Mauern haben, an der bedeu-l tende Künstler aus der Bundesrepublik, vor allem aber auch aus der Schweiz teilnehmen. Die Therapiewoche 1953 wird ein internationales Gesicht haben. Karlsruhe bemüht sich schon immer von einer Beamtenstadt allmählich zu einer Industriestadt zu werden. Seit 1945 haben sich in Karlsruhe eine Reihe bedeutender Unternehmungen neu angesiedelt, von denen hier nur die Siemenswerke genannt werden sollen. Draußen im Westen der Stadt zwischen Knielingen, Mühlburg und den alten Kasernen entsteht ein vollkommen neuer Stadtteil, der vor allem aus Wohnungen für die Arbeiter und Angestellten der Siemenswerke besteht. Man kann jetzt schon von einer Siemensstadt an der Peripherie von Karlsruhe sprechen. Auch im Rheinhafengebiet siedeln sich immer mehr neue Unternehmungen an, so daß der Umschlagverkehr des Karlsruher Rheinhafens wieder annähernd 2 Millionen Tonnen jährlich beträgt Das ist noch lange nicht die friedensmäßige Umschlagsziffer, aber man hofft, da mit dem Bau eines Groß-Kraftwerkes am Rheinhafen bereits begonnen worden ist, neue Industrieuntemehmungen anzulocken. Das Badische Staatstheater hat in den Nachkriegsjahren Staat und Stadt immer wieder erhebliche Sorgen bereitet, denn der finanzielle Zuschuß ist von Jahr zu Jahr größer geworden. Das Niveau des einst igen Hoftheaters, an! dem einmal Feiix Mottl den Dirifle&teustockl schwang und Künstler von Ruf tätig waren, ist noch längst nicht wieder erreicht worden. Mitten in die Aufbauarbeit hinein ist durch einen schweren persönlichen Angriff einer Karlsruher Tageszeitung gegen den Staatsintendanten H. W. Wolff eine Intendantenkrise entstanden, da man dem Intendanten grobe personelle Fehler vorwirft und einen Wechsel in der Leitung des Badischen Staatstheaters wünscht. Dieser Feldzug gegen den Intendanten hat außergewöhnlich scharfe Formen angenommen, so daß man im Interesse einer ruhigen Entwicklung des einst durch seine Leistungen so geachteten Theaters eine baldige Klärung wünscht. Ein von Vertretern von Staat und Stadt gebildeter Untersuchungsausschuß soll feststellen, ob die Vorwürfe gegen den Intendanten berechtigt sind. Von dem Untersuchungsergebnis wird es abhängen, ob in absehbarer Zeit ein Wechsel in der Leitung des Badischen Staatstheaters notwendig ist er.- Versorgungsanstalt nimmt Arbeit auf Karlsruhe. Die Versorgungsanstalt (Zusatzversicherung) des Bundes und der Länder, dM in der vergangenen Woche von Amberg (Ober# Pfalz) nach Karlsruhe umgezogen ist, hat ihrl Arbeit aufgenommen. Die Versorgungsanstalt ist ln Karlsruhe in dem wiederaufgebauten Haus des ehemaligen Generalkommandos untergebracht TliUwocIi, 5. November 1S02 Es gilt den Pariser Schock zu überwinden Das 30. Fußball-Länderspiel gegen die Schweiz am Sonntag in Augsburg Kadi dem Kriege haben Deutschlands Fußballer nach jahrelanger Isolierung verhältnismäßig rasch wieder einen beachtenswerten Rang im europäischen Fußball einnehmen können. Er wurde allerdings aus der Substanz heraus erreicht. Die reichlich überalterte Nationalmannschaft erlitt beim letzten Ländertreffen in Paris einen bösen Schock. Es zeigte sieb, daß die Erfahrung der Jahre an der physischen Ueberlegenheit einer jungen, kampffreudigen Mannschaft scheiterte. Die Gründe für diese in ihrem Ausmaß unerwartete Niederlage wurden ausgiebig besprochen. Das am kommenden Sonntag bevorstehende Länderspiel, das 30. in der langen Reihe mit den Eidgenossen, wird unter der Devise stehen: Wiedergutmachung der Pariser Niederlage. Gebt den Alten noch eine Chance Bundestrainer Herberger hält trotz alledem an seiner alten Marschrichtung fest. Es gibt der Meinun gen viele, die noch einmal die „Pariser Elf“ eingesetzt sehen wollen, „auf daß sie sich rehabilitiere“. Aber was nützt das schon? Die Schweiz ist nicht Frankreich und ein wahrscheinlicher Erfolg in Augsburg darf den Blich nicht trüben. Die unabdingbare Forderung lautet: Neues Blut in die Nationalelf, junge Spieler, die sich vor den bevorstehenden schweren Kämpfen (21. Dezember gegen Jugoslawien und 28. Dezember in Spanien) die Sporen verdienen. Auf weite Sicht gesehen, ist es immer noch besser, mit einer steigerungsfähigen Nationalelf eine Niederlage hinzunehmen, als nur aus Furcht vor einer Niederlage die natumotwendige Verjüngung immer weiter hinauszuschieben. Eines Tages muß eine Neuformation vorgenommen werden. Augsburger Mannschaften noch nicht nominiert Das Augsburger Treffen ist die dritte Begegnung mit der Schweiz nach dem Kriege, das 30. gegen die Eidgenossen überhaupt. Die Bilanz der bisherigen 29 Spiele ist für Deutschland stark aktiv: 18 Siege, 4 Unentschieden, 7 Niederlagen, 76:44 Tore. Am 22. November 1951 in Stuttgart siegte Deutschland mit 1:0, am 16. April 1951 ln Zürich blieb Deutschland mit 3:2 (1:1) im Vorteil. Man darf damit rechnen, daß nach hartnäckigem Kampf die deutsche Mannschaft auch in Augsburg siegen wird. Die Deutschen haben das größere Spielerreservoir, auch wenn es nicht in dem erwarteten Maß ausgenützt wird und Herberger den Kreis seiner Kandidaten nur zögernd erweitert. Die endgültige Besetzung beider Mannschaften liegt noch nicht vor. Deutschland hat 14 Spieler nominiert, wobei sich folgende Elf als wahrscheinlich herauskristallisiert: Turek Retter Kohlmeyer Eckel Posipal Schanko Klodt Morlock Otmar Walter Fritz Walter Schäfer Allerdings wurde Eckel, dessen Natlonal-Debut mit Spannung erwartet wird, in Kaiserslautern verletzt und Kohlmeyer soll nicht in besonderer Form ■ein. In Reserve stehen Bögelein (Torwart), Streitle (Verteidiger und Läufer) sowie Röhrig (Stürmer und Läufer). Möglicherweise wird Streitle als Stopper spielen, falls sich Eckels Verletzung als schwerwiegend heraussteilen sollte. Auch die Schweizer haben Sorgen Bei den Eidgenossen drängen ähnliche Probleme zur Lösung, nämlich die Formation einer verjüngten Mannschaft. In zwei Probespielen, in Bern gegen Norditalien und ln Paris gegen eine Städteelf zeigten die vorgeschlagenen Schweizer nicht die Form, die Verbandskapitän Rappan die Sorgen nehmen würde. Vor allem der Pariser Probegalopp (2:5 für die Franzosen) zeigte Mängel auf. Die Pariser Stadt- elf, mit Cisowski, der auch gegen Deutschland spielte und dem frisch importierten Brasilianer Amalfi, sprengte den berühmten Schweizer Riegel nach Belieben auf und distanzierte die Schweizer. Die jungen Franzosen waren bedeutend schneller und clever genug, um den behäbig wirkenden Schweizern eine ordentliche Lektion zu erteilen, die nicht alltäglich ist. Nun braucht man allerdings ein Trainingsspiel — zumal ein Nachtspiel — nicht allzu tragisch zu nehmen. Schon immer haben die Schweizer ihren Mann gestanden, wenn es wirklich galt. So wird es auch in Augsburg sein. Voraussichtlich spielt die Schweizer A-Elf mit: Jucker Froslo Bacquet Antenen Eggimann Casali Bader T ammini Friedländer Fatton Hägi Das Spiel, das um 14.30 Uhr beginnt, wird von dem italienischen Schiedsrichter Orlandlni geleitet. Der Deutsche Rundfunk überträgt die zweite Halbzeit ab 15.20 Uhr, wobei Herbert Zimmermann die Reportage gibt. Der Nachswuchi spielt ln Basel Die Begegnung mit der Schweiz ist zu einem Zweifrontenkampf ausgeweitet. Die Nachwuchsmannschaften beider Länder treten in Basel an. Die beiden vorangegangenen Begegnungen endeten 0:2 . für die Schweiz in Karlsruhe, und 2:0 für Deutschland in Basel. Beiderseits legt man Wert darauf, hier den repräsentativen Nachwuchs zu erproben. Herbergers Kandidaten für Basel sind sehr zahlreich. Man darf annehmen, daß Liebrich, wenn er gesundheitlich auf der Höhe ist und Preißler als „Korsettstangen“ eingesetzt werden. Der Offenbacher Weber, zur Zeit in überragender Form, wurde dem Bundestrainer besonders nahegelegt. Man hält folgende Formation für wahrscheinlich: Kubsch-Katernberg; Deinert- Berlin; Bauer-München; Sommerlatt-Mtlhlburg; Lieb- rich-Kaiserslautern (oder Schäfer-Siegen), Harpers- Sodingen; Gerritzen-Münster, Preißler-Dortmund, Schröder-Bremen; Weber-Offenbach; Flügel-Dortmund. Viele Kenner plädierten für die vier Offenbacher, Weber, Preißendörfer, Schreiner, Kaufhold, die ln letzter Zeit unter Oswalds Anleitung ganz groß in Fahrt sind. Der Belgier Bauwens, der das Länderspiel Luxemburg — Deutschland leitete, amtiert in Basel als Schiedsrichter. — Die Schweizer Mannschaft ist noch nicht nominiert. Aus den früheren Begegnungen weiß man, daß die Männer mit den roten Hemden keineswegs unterschätzt werden dürfen. Die Altnationalen in München Im Rahmen der deutsch-schweizerischen Fußballbegegnungen muß auch das Treffen der Altnationa- len erwähnt werden, das bereits am Samstag in München stattfindet. Hier gut es für die Deutschen, die jüngst in Zürich erlittene 0:2-Nlederlage auszumerzen. Das Vorspiel bestreiten In München die Sportpressemannschaften von Nürnberg u. München. Benniahier auf Sizilien-Dampfer verladen Mittelmeer-Rundfahrt mit fünf Deutschen — Weltmeister Müller am Start Italiens Radsportfreunde fiebern Jener ersten Radrundfahrt um den „Großen Mittelmeer-Preis“ entgegen, die vom 8. bis 16. November durch Italien und Sizilien zum Austrag gebracht wird. In einem Lande, wo man Bartall und Coppi als Helden feiert und ihnen von seiten der Regierung hohe Orden für -ihre radsportüchen Erfolge verleiht, sieht man dem Start einer „gemischten Mannschaft“ Deutschland — Holland mit großem Interesse entgegen. Befindet sich doch in dieser Equipe der Straßen-Welt- meister Heinz MiUler (Deutschland). Mit den Holländern fahren die Deutschen Heinz Müller, L. Hörmann, Pfannenmüller, Schwarzenberg und Sauer- bom, Erstklassige internationale Equipen aus allen europäischen Radsportländem nehmen ab 8. Nov. das 10-Etappen-Rennen über insgesamt 1718 Kilometer auf: 8.11. : 1. Etappe: von Neapel nach Foggia 180 km. 9.11. : 2. Etappe: Mannschaftsrennen gegen die Uhr: von Foggia nach Barl 120 km. 10.11. : 3. Etappe: von Bari nach Tarent 180 km. 11.11. : 4. Etappe: von Tarent nach Cosenza 205 km. 12.11. : 5. Etappe: von Cosenza nach Reggio Calabria 230 km. 13. 11.: 6. Etappe vormittags, lOO-km-Fahrt: von Messina nach Catania. . . 100 km; — 7. Etappe: nach,Disco Volonte" so schnell wie der 300 SL? Immer schärfere Sportwagen-Konkurrenz für die Untertürkheimer Innerhalb Jahresfrist hat sich die Situation im in-nicht an, sondern suchte neue Wege. Allein die teroationalen Automobilsport wesentlich verändert. Der Rennwagensport verlor an Gewicht, seitdem einige große Firmen (wie Daimler-Benz und Alfa Romeo) sich am Grand-Prix-Sport desinteressiert zeigten und mit aller Macht mit dem Bau super- schneller Sportwagen begannen. Mit der Verbannung des Kompressors zeichnete sich ein Umschwung •b, der in seiner Auswirkung noch gar nicht zu übersehen ist. Man darf kurz daran erinnern: Italien (durch Alfa Romeo) und Deutschland haben bis zum Ausbruch des Krieges den internationalen Rennwagensport maßgebend beeinflußt. Die seit 1947 bis 1953 gültige Formel (drei Hubraum-Klassen) brach mit einem Schlag die Vorherrschaft der seit 1934 dominierenden deutschen Kompressorfahrzeuge (Mercedes/Benz und Auto-Union). Als die deutsche Industrie wieder so weit war, sich am Grand-Prix-Sport zu beteiligen, ■teilte sich heraus, daß sie andere Vorstellungen vom Rennwagensport hatte als die Länder, die nach dem Kriege die Geschehnisse bestimmten. Die Ausschaltung des Kompressors und die wesentliche Beschränkung des Hubraums der Rennmotoren machte die Investierung der erheblichen Geldmittel illusorisch. Vergeblich bemühte sich bei den Formelgesprächen der FIA die deutsche Delegation um eine Verlängerung der Formel I (4,5 L ohne Kompressor bzw. 1,5 L mit Kompressor) um zwei Jahre, da nach Ansicht deutscher Experten die Möglichkeiten vor allem hinsichtlich des 4,5 L ohne Kompressor noch keineswegs erschöpft schienen. Alfa Romeo zog sich vom Rennsport zurück, Daimler-Benz fing erst gar italienischen Ferrari-Wagen beherrschten die Grand- Prix-Rennen, die sämtliche nach Formel II ausgeschrieben werden mußten, da für Formel I keine Wagen da waren. Es bestätigte sich das damals scharfe Urteil: Pariser Beschlüsse bedeuteten Todesstoß für Rennwagensport. Kurz entschlossen unternahmen die Untertürkheimer Daimler-Benz-Werke den Schritt zum Sportwagen. Aus der inzwischen angelaufenen Produktion der neuen schweren Gebrauchsfahrzeuge wurde der 300 SL entwickelt, der mit seinem Auftreten den internationalen Sportwagen-Wettbewerben einen gewaltigen Auftrieb gab. Der Siegeszug der „Silberpfeile“ in allen von ihnen bestrittenen internationalen Prüfungen war erfreulich für die Deutschen und alarmierend für das Ausland. Grand-Prix-Ren- nen ohne Mercedes/Benz und Alfa Romeo sind nur eine halbe Sache. Mit einem Schlage rückten die Sportwagenrennen in den Vordergrund. Den deutschen Sportwagen 300 SL eifern auch andere führende europäische Firmen nach. Die englischen Jaguar und Aston Villa, die Italienischen Ferrari-Sportwagen, haben durch die vom Tourenwagen-Motor kommenden deutschen „Silberpfeile“ schärfste Konkurrenz erhalten. Alfa Romeo baute ebenfalls 3-L-Sportwagen, den „Disco Volante“, der noch leichter als der Mercedes/Benz, ähnliche Spitzengeschwindigkeit erreichen soll. Nun baut auch das französische Werk von Gordinl einen 3-L-Sport- wagen, der 215—230 PS haben und eine Spitze von 270 st-km erreichen soll. mittags: gegen dl« Uhr: von Catania nach Syrakus 68 km. 14.11. : 8. Etappe: von Syrakus nach Enna 230 km. 15.11. : 9. Etappe: von Enna nach Sclaccla 165 km 16.11. : 10. Etappe: von Sclaccla nach Palermo 240 km. Vom Golf von Neapel geht es quer „durch den Stiefel“ hinüber nach der Adria. Durch Apulien windet sich die Radfahrer-Schlange dann nach Tarent, wo der dortige Golf zum Ausruhen und vielleicht sogar noch zu einem späten Bad einladet. Von dort ist eine Steigung nach Cosenza zu erledigen, bis man in Reggio Calabria den Südgipfel Italiens erreicht hat. Mit Dampfern geht es über die Meerenge von Messina, qm am Vormittag des 13. November am 3279 m hohen Aetna vorbei eine 100-km- Etappe zu erledigen, ehe in Einzelstarts gegen die Uhr nach Syrakus gefahren wird. Kurvenreiche Bergstrecken führen dann vom Ionischen Meer hinüber nach Enna und Sclaccla am Mittelmeer. Ein Triumphzug dürfte die Schlußetappe nach Palermo bilden, wo man sich an Gestaden des Tyrrhenischen Meeres endgültig ausruhen darf. Wenn, ja wenn man sich vorher genug Lire zusammengespurtet hat, um nach den Strapazen der 1718 km einige Tage der Ruhe zu pflegen. Diese interessante Streckenführung der neugeschaffenen Mittelmeer-Radrundfahrt garantiert allen europäischen Rundfahrt-Spezialisten reiche Abwechslung. Die Italiener machten es noch spannender, als sie Sonderwertungen für die Etappen auf Italiens Festland und auf den Sizilien-Etappen ansetzten. Der „Gran Premio del Mediterraneo“ hat bereits durch die geschickte Reklame der italienischen Zeitungen die Erwartungen ln Süd-Italien und in Sizilien aufs höchste gesteigert. , .Signor Müller“, der Mann mit dem Regenbogen-Trikot, wird in allen Situationen der letzten Starts dargestellt. Auch sein Unfall wird besprochen und man hofft aufrichtig, daß sich seine Verletzungen und sein Krankenhaus- Aufenthalt nicht sehr nachteilig auf seine Form aus- gewirkt haben. Neuhaus blieb Doppelmelster Heinz Neuhaus (Dortmund) verteidigte am Sonn* tag in der Westfalenhalle seine Europa- und Deutsche Meisterschaft im Schwergewichtsboxen durch einen k.o.-Sieg in der vierten Runde über Wilson Kohlbrecher (Osnabrück). Unser Bild zeigt Kohlbrecher k.o.-gesehlagen am Boden. Seine Sekundanten und Neuhaus versuchen ihn hochzuheben. Kampfpause für Neuhaus Box-Europameister im Schwergewicht Heinz Neuhaus (Dortmund), wird in diesem Jahr nicht mehr kämpfen, erklärte Veranstalter Göttert am Montag in Dortmund. Auf die Frage, ob nach der erfolgreichen Titelverteidigung über Wilson Kohlbrecher nunmehr eventuelle Amerikapläne für Heinz Neuhaus akut würden, teilte Göttert mit, daß Neuhau* seines Wissens gar nicht an irgendwelchen Kämpfen in Amerika interessiert sei. Es sei zwar schwierig, einen Gegner für Neuhaus zu finden, jedoch gäbe es in Karel Sys (Belgien), dem nunmehr ins Schwergewicht übergewechselten Don Cockell (England) und dessen Landsmann Johnny Williams auch noch europäische Gegner von Klasse. Verhandlungen mit einem der vorgenannten Boxer seien im Augenblick noch nicht aufgenommen worden. Johnny Williams scheide aber wohl aus, weil er voraussichtlich t nur einen Zehnrundenkampf akzeptieren würde. Seinen nächsten Kampf soll Heinz Neuhaus voraussichtlich im Februar oder März nächsten Jahres bestreiten. 23 Sonderzüge nach Augsburg Schon seit Wochen ist das erste Länderspiel zweier A-Nationalmannschaften auf Augsburger Boden Gesprächsthema Nummer 1 in der Fuggerstadt. Die Beschaffung der Eintrittskarten für das Spiel Deutschland — Schweiz beschäftigt die Einwohner, weil sie nur 10 000 Karten erhalten sollen. Am 4. November beginnt in zehn Vorverkaufsstellen der freie Kartenverkauf. Die Augsburger sagen: „Da findet ein Länderspiel vor meiner Haustür statt, und ich kann es mir nicht einmal ansehen.“ Im Rosenau-Stadion wird am Donnerstag das Dröhnen der Hämmer nicht mehr zu hören sein. An diesem Tag werden die Montagearbeiten an den Stahlrohr-Tribünen beendet, die das Fassungsvermögen von 52 000 auf 65 000 erhöhen. Die Schweiz entsendet drei Rundfunksprecher, die das Spiel in deutscher, ln französischer und in italienischer Sprache übertragen. 23 Sonderzüge sollen am 9. November in Augsburg eintreffen, darunter zwei aus der Schweiz. Insgesamt werden 15 000 Schweizer Zuschauer erwartet. Sport - ganz kunterbunt Das neue Budapester Stadion zwischen Ostbahnhof und dem Hungaris-Ring der Metro gelegen, wird am 4. April 1953 mit einem anfänglichen Fassungsvermögen für 80 000 Besucher eröffnet. Später soll das Neps-Stadion auf 175 000 Zuschauer erweitert werden. Damit würde es dann das größte Stadion Mitteleuropas sein. In der letzten Runde der Billard-Weltmeisterschaft im Dreibandspiel in Buenos Aires verlor der Düsseldorfer August Tledtke am Montagabend sein Spiel gegen den Argentinier Leopoldo Carrera, der durch diesen Sieg Weltmeister wurde. Tledtke unterlag mit 36:50 Bällen. Endstand: 1. Carrera (Argentinien) 18 Punkte; 2. Tledtke (Deutschland) und Friedenthal (Argentinien) je 16; 4. Slguret (Frankreich) 13; 5. Titelverteidiger Vingerhoedt (Belgien). Aegyptens Fußball-Nationalelf mußte auf ihrer Europareise schwere Niederlagen einstecken. Auf die 1:6-Niederlage in Bari gegen Italien B folgte in Belgrad eine 0:5-Schlappe gegen Jugoslawien. (Beim Olympiaturnier hatte Aegypten bekanntlich gegen Deutschland 1:3 verloren). Spartak Moskau gelang es nicht, das „Double“ zu schaffen, Der diesjährige Fußballmeister der Sowjetunion wurde im Pokalendspiel von seinem Lokalrivalen Torpedo Moskau 1:0 geschlagen. Der EV Füßen und der SC Riessersee haben sich für das Endspiel um den Martin Leinweber-Pokal am 19. November qualifiziert. Sie schlugen Preußen Krefeld 16:5 bzw. 9:4. West/Süd-Block Endgültige Quoten ZwBlferwette: 1. Rang: 69 Gewinner mit ]• 7274,80 DM; 2. Rang: 1450 Gewinner mit je 345,80 DM. 3. Rang: 14 821 Gewinner mit Je 33,70 DM. Zehnerwette: 1. Rang: 387 Gewinner mit je 962,90 DM; 2. Rang: 7776 Gewinner mit je 47,70 DM. 3. Rang: 63 236 Gewinnet mit je 5,70 DM. \ die 'TTAI4 vom Alle Recht« Vorbehalten bei Li tag, westendorf/Tirol GRUTSCHHOF Elisabeth Pichlet 82. Fortsetzung Jetzt läßt sich Gabriele schwer ln den Sessel fallen. „Und Sie, Frau Sybille, warum sind Sie gekommen? Was wollen Sie mir sagen?“ „Ich wollte das Gewehr holen!“ erwidert Sybille. „Nun bin ich zu spät gekommen. So sage ich nur, daß keiner Ihrer Söhne am Leben bleibt, wenn man mir den Christoph nimmt. Und wenn man midi selbst hängen müßte!“ Gabriele fährt vor dem Ausdrude im Gesicht der anderen zurück, in ungläubigem Entsetzen. „Ich lüge nicht . . . was ich sage, wird geschehen“, setzt Sybille hinzu. „Ich will alles tun, um Ihren Sohn zu schützen“, sagt Gabriele matt „Ich bin nur eine Frau. Ob ich genug Kraft haben werde?“ „Ich bin auch nur eine Frau“, droht Sybille. «Und ich habe viel Kraft im Leben haben müssen. Damals, als Sie mir den Alphons Wegnahmen ...“ „Sie müssen endlich die Vergangenheit vergessen“, bittet Gabriele. „Die Vergangenheit vergessen?“ Sybille bricht in ein höhnisches Lachen aus. „Soll ich den Tag vergessen, an dem mir Ihr Mann den Brief aus Holland brachte? In dem Brief stand, daß mein süßes, kleines Seppele gestorben war, das er zu einer Frau Hofden gegeben hatte. Ich kann kein Vergessen finden, für das, was Alphons mir angetan hat. Zu einem standesgemäßen Leben wollte der Utrediter mein Kind erziehen. Reich und angesehen hätte der Bub werden sollen. Das hat er mir vorgegau- kelt, ihr Mann.“ „Vielleicht hat er es ehrlich gemeint ...“ Gabriele müht sich, die andere zu beruhigen. „Glauben Sie nicht, daß er es tun wollte?“ „Einem Utrechter glaube ich nichts mehr“, erwidert Sybille dumpf. „Nichts . . . nichts ... hören Sie . . . nichts! Sie hätten das Seppele sehen sollen. Wie ich den Buben geliebt habe! Daß ich ihn mir habe von Ihrem Mann abschwatzen lassen, das war meine Schuld. Bei mir wäre er nicht gestorben!“ „Ich bin unschuldig an den Sünden meines Mannes“, sagt Gabriele leise. „Aber Ihretwegen hat dies alles sein müssen“, schreit Sybille auf. „Wer weiß, zu welchem Engelmacher Alphons das Kind gegeben hat!“ Ihr Kinn schiebt sich trotzig vor, ihre Augen werden unstet. „Ihretwegen hat Alphons meinen Mann verfolgt, weil der Kloß gewußt hat von dem Kind und einmal im Gasthaus im Rausch darüber gesprochen hat Und jetzt? Fast hätte Ihr Sohn meinen Christoph in den Tod gejagt, die Rotwand hinunter! Und schon läuft Vitus mit dem Gendarmen herum, hat ihm das Gewehr gegeben.“ „Was ist mit dem Gewehr?“ fragt Gabriele mit angstbebender Stimme. „Das Gewehr hat der Christoph getragen, seit er aus dem Gefängnis geflohen ist in das ihn Ihr Sohn gebracht hat.“ Gabriele fühlt, wie der Sturm Ihren Körper durchschüttelt wie es in ihren Nerven zittert. Sie fühlt ihre Ohnmacht gegenüber dieser Schicksal vollen Verkettung von Schuld und Leid. Sie fühlt, wie sehr die äußeren Umstände gegen Vitus sprechen. Sie weiß nicht, daß gerade Vitus den Christoph schützen wollte. Er ist der Sohn, und er will und muß seinen Vater rächen, denkt sie. Und er weiß mehr, als er mir gegenüber angegeben hat Diese Frau lügt nicht jetzt nicht. In stummer Qual ringt Gabriele mit sich und ihren Gedanken. Wie kann ich all dem Grauenvollen ein Ende bereiten? Wie kann ich diesem Menschen den Haß aus dem Herzen reißen? Ich bin zu schwach dazu. Sybille ist die Mutter des Vitus, ich hätte es dem Vitus gesagt . . . hätte ihm gestanden, welchen Blutes er ist. Aber jetzt? Wenn doch Sybille von dem Mord an seinem Vater weiß? Dann zerbricht Vitus. Und Gerhard liebt Korda ...! Ich muß schweigen. Muß so lange schweigen, bis jeder Verdacht von Sybille gefallen ist. Und das Schweigen bringt den Haß dieser Menschen zu neuem Aufglühen. Das Schwelgen hält Vitus nicht zurück, den Mörder zu suchen. Es gibt keinen Ausweg! „Ich will Vitus vor die Wahl stellen“, sagt Gabriele endlich. „Entweder, er läßt jede Verfolgung Ihrer Familie, oder er verliert mich . . . seine Mutter!“ Ihre Stimme klingt auf einmal rauh. Der Ton trifft Sybille ins Innerste. Sie preßt ihre Lippen zusammen. „Vielleicht wollen Sie das wirklich“, sagt sie tonlos. „Aber Sie werden nicht die Macht dazu haben. Vitus ist ganz der Sohn seines Vaters. Er hat so wenig von Ihnen, fast nichts.“ In dem seltsamen Dämmerlicht der Jagdstube mit ihren grünen Vorhängen verschwimmen die Umrisse ihres Gesichtes. Nur die dunklen Augen glänzen nach wie vor. Dicht nebeneinander stehen die Frauen da, nach Atem ringend. Sybille blickt Gabriele unsicher an. Sie hat das Gefühl, dieser Frau Utrechter Unrecht tan zu haben. Aber es ist nichts gegenüber ihrem Haß auf die Utrechters, wer immer diesen Namen trägt. „Verlangen Sie nichts, von mir nichts, Frau Utrechter“, sagt sie rasch. Sie fühlt, wie ihr Herz stürmisch klopft. „Selbst meinen eigenen Vater habt ihr mir abspenstig gemacht. Auch er beginnt an mir zu zweifeln. Und er ist mir mehr wert, als alle anderen Menschen auf der Welt, meine Kinder ausgenommen. Von dem einen weiß ich noch nicht einmal, ob er am Leben bleiben wird. Verlangen Sie keine Gnade, wenn Ihr Sohn verraten wird, wie er das Gewehr bekommen hat!“ „Und wem gehört das Gewehr?“ fragt Gabriele mit atemloser Stimme. Sybille ist schon an der offenen Tür. Eine Sekunde lang bleibt sie stehen und sieht Gabriele starr an. Bevor sie die Türe zuschlägt, ruft sie das furchtbare Wort der anderen zu: „Mir . . .!“ ♦ Gerhard sitzt auf einer kleinen Waldbank neben Korda. Von hier aus hat man einen weiten Blick ins Tal und am jenseitigen Hang auf den Straßenbau. Man sieht, wie sich einer Raupe gleich eine Reihe kleiner Bergwagen zur Baustelle hinaufschlängeln- Vom Straßenbau dringt ein dumpfes Donnern herüber. Man hat gesprengt. Ein Hagel von Steinen stürzt den Hang hinab. Geröll und Sand rieseln nach. Der hellgraue Streifen der Straße wächst mit jedem Tag höher hinauf in den Hang. Man sieht die feinen Staubwolken, die über den grünen Matten schweben. Eine Schüttelrutsche befördert den Schutt langsam über die Stützmauer hinweg. Es ist ein ständiges Krei* sehen und Rollen, das von dem Klopfen der Preßlufthämmer wie Maschinengewehrfeuer Fortsetzung folgt ge-1 übertönt wird. foltemkUw (dis tiseidiowets KoM utk Die Küchenkünste eines Präsidentschaftskandidaten — Entspannung an Bratpfanne und Koditopf Sollte General Eisenhower als Präsident ln das Weiße Haus einziehen, dann ist gewiß nicht nur sein Ruhm als Kriegsheld oder seine erhoffte politische Begabung daran schuld. Wahlsiege haben oft überraschende Hintergründe, und besonders der amerikanische Wähler erteilt seine Stimme nicht immer nach politischen Gesichtspunkten, sondern auch auf Grund persönlicher Sympathien. Sicher aber werden viele amerikanische Frauen Eisen- bower wählen, weil er so gut — kochen kann. Es hat sich allmählich herumgesprochen, daß der US-General mit dem deutschen Namen ein ausgezeichneter Koch.ist. Bewiesen hat er das tum letztenmal, als er kurz nach seiner Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner den Rat guter Freunde befolgte und sich mit Senator Nixon und anderen abgekämpften Politikern zu einem kurzen Ur laub in die Berge von Colorado zurückzog, um dort beim Fischfang neue Kräfte zu sammeln. Hier — wohin sich fast nie eine Frau eine Entspannung. „Im Kriege hatte ich oft große Entscheidungen zu treffen“, erklärte er, „konnte aber noch nicht absehen, was daraus werden würde. In solchen Situationen bin ich, wenn möglich, in die Küche gegangen und habe eine Kleinigkeit gekocht. Ich buck einige Kekse, und in mir renkte sich alles von selbst wieder ein.“ Auch Ikes wirtschaftliches Denken beweist sich in der Küche. Er ist ein Feind der Verschwendung. Jede Kartoffel, jedes Stückchen Fleisch, jede Krume Brot wird restlos verwertet. Noch genießbare Abfälle gibt es bei ihm nicht. „Schon seit meiner Kindheit ist es mir eine Selbstverständlichkeit“, sagt er, „daß das Wegwerfen von Lebensmitteln ein Verbrechen ist.“ Vielleicht wäre es sogar für das so reiche Amerika gar nicht so schlecht, wenn es einen derart sparsamen Präsidenten bekäme. Verschwendung wird in den USA heute noch groß geschrieben. Wer sich von Eisenhowers Kochkunst praktisch überzeugen möchte, der probiere die nachstehenden Original-Rezepte des Generals aus, die zu seinen Spezialitäten zählen: Kartoffelsalat: Man zerkleinere Zwiebeln und kalte Kartoffeln und lege sie in Essig, möglichst eine ganze Nacht lang. Dann verfahre man wie üblich. Pfannkuchen: Man lasse das Mehl über Nacht mit einer Prise Salz in saurer Milch ziehen. Am nächsten Tage schmecken die daraus gebackenen Pfannkuchen bedeutend besser als nach der üblichen Methode. Spezial-„Ike-Steak“: Man nehme ein Lendenstück — genau so lang wie breit, kehre es in Salz, Pfeffer und Knoblauchpulver und werfe es dann direkt auf ein Holzkohlenfeuer. Das Feuer scheint den Knoblauch zu absorbieren, aber man wird erstaunt sein, welchen phantastischen Geschmack es dem Steak vorher noch verliehen hat. „Die einzige Möglichkeit, morgens mal richtig ausschlafen zu können!“ (H. öundfüß in „frankfurter illustrierte“ Heft 45) Der Leibjäger des Exkönigs Exkönig Leopold von Belgien hat für seine Jagd ln Hinterriß (Tirol) als Leibjäger den ehemaligen Forstbeamten Joseph Weber angestellt, der im Küßwetter-Prozeß wegen der Brandstiftung an einer Berghütte zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt worden ist. Augenscheinlich hat Joseph Weber seipe Strafe aber nicht mehr angetreten, denn er jagt jetzt auf österreichischem Boden im Dienste des Exkönigs. — Unser Bild zeigt den Leibjäger Joseph Weber mit einer frisch erlegten Gemse vor dem Jagdhaus Exkönig Leopolds. verirrt, wohnte er mit seinen Freunden in einem einsamen Blockhaus und kochte das Essen für die ganze Gesellschaft. Es hat allen geschmeckt — nicht nur aus politischen Gründen. Topfgucker raus „Ike“ Eisenhower war schon als Kind ein „Küchenjunge“. Als Sprößling einer großen und armen Familie mußte er mit seinen fünf Brüdern schon früh zum mütterlichen Küchendienst antreten. „Ich wollte lieber kochen als Geschirr spülen“, hat Ike später erzählt. Das Tellerwaschen ist ihm auch heute noch ein Greuel. Und noch eine Eigenart sagt viel über den Menschen Eisenhower aus: Wenn er kocht, wirft er jeden Neugierigen zur Küche hinaus. Topfgucker kann er nicht leiden. „Schon als Kinder haben wir Eisenhowers oft im Freien kampiert“, sagt er, „dabei lernten wir, unser Futter allein zu schmoren.“ Diese Küchenerfahrungen waren dem General auch in seiner militärischen Laufbahn sehr nützlich. „Für mich ist die Moral die wichtigste Voraussetzung, um Schlachten zu gewinnen“, erklärte er einmal. „Und ich weiß daß man die Moral der Truppe am besten durch gute und schmackhaft zubereitete Mahlzeiten steigern kann.“ Nach diesem Grundsatz hat er als Armeeführer stets gehandelt. Seine Frau „Mamie“ — die natürlich auf die Kochkunst ihres Mannes sehr stolz ist — erklärte uns dazu: „Ike besuchte immer zuerst die Küche, wenn er eine Kaserne oder ein Truppenlager besichtigte.“ Er begann mit dieser Methode vor etwa 40 Jahren im Truppenlager Dietrich in San Antonio. Seine wohlgenährten Soldaten beweisen die Richtigkeit dieses Prinzips. Gemüsesuppe braucht zwei Tage Sämtliche Mahlzeiten des Kochs Eisenhower enden mit dem Hauptgang. Ike ist der Auffassung, daß nichts mehr folgen darf, wenn das Fleisch mit seinen Zutaten gut geschmeckt hat. Welch ein Zeichen für männliche Haltung! Ikes Gewissenhaftigkeit und Ordnungsliebe kommen bei seiner sagenhaften Gemüsesuppe zur Geltang. Er braucht zwei Tage, um sie auf den Tisch zu bringen. „Es ist gar kein Geheimnis, gut zu kochen“, erklärt er lächelnd. „Man lasse sich nur Zeit und gebe sich Mühe, das ist alles.“ Für ihn bedeutet das Kochen Geologenfahrt in die Schweiz Gedanken au! einer Fahrt zum Schweizer Jura / Von Ludwig Zind Die Lehrer der Naturwissenschaften an den 'Höheren Schulen Südbadens hatten kürzlich Gelegenheit, in Freiburg an einem geologischen Kursus teilnehmen, der von dem Direktor des Geologischen Instituts, Prof. Dr. Pfannenstiel geleitet wurde. Anschließend unternahmen sie eine Exkursion in den Schweizer Jura, auf der die Baseler Professoren Dr. Fosseler und Dr. Erzin ger die notwendigen Erläuterungen gaben. Nachstehende Abhandlung unterrichtet nun über Ergebnisse und Erkenntnisse der Geologenfahrt. D. R. „Erde, schöner, farbiger, runder Stern, der du uns fest und sicher durch die Räume der Leere und des Todes dahinträgst, und deckst gnädig mit Luft und Wasser den schwarzen Abgrund, drehst uns der Sonne zu, daß wir warm und satt würden, daß wir mit offenen Augen über deine Fluren wandern, und deine Herrlichkeit schauen, und drehst uns wieder fort von der allzu Glühenden, daß wir in Dunkel und Kühle ausruhen möchten von des Lebens Hitze und täglicher Last. Wir Menschen sind es, die leben und um das Leben kämpfen, die anderes Leben mehren oder mindern, um das eigene zu füttern. Tausend andere Zeiten waren vor uns, tausende werde nach uns sein. Tausend und abertausend Mal hat dieselbe alte, geduldige Erde ihr wachsendes Leben der wärmenden Sonne hingehalten, daß es gedeihe und sich wandle, daß es zergehe und neuem und anders geartetem Raum, Licht und Nahrung überlasse. Ruhelos wie des Meeres bewegliche Flut hat sie selbst sich gewandelt, hat Länder aus Meeren gehoben und Berge getürmt, die zerfallenden wieder hinabgeworfen ins Meer. Eine Jahrmilliarde lang ist unsere gute Erde blind und stumm dahin gerollt. Diesen ungeheueren Zeitvorrat hat sie verbraucht, um aus Pflanze und Tier über ein Millionenheer unfertiger Versuche hinaus das Organ zu bilden, durch das die Erde sich selber erkennen wird. Eine Jahrmilliarde lang hat der Geduldige Dokumente gehäuft und mit Zeichen und Bildern beschrieben.- Steine beginnen zu reden. Ruhendes, längst Erstarrtes wird Bewegung. Erdschichten wurden Geschichte, und vom Zauberschlaf der Ewigkeit erlöst steigt aus dem schwarzen Schacht der Vergangenheit des Lebens bunter Reigen ans Licht der Gegenwart.“ (Hans Cloos, Die Erde). Mit diesen Gedanken läßt der naturliebende Mensch all die bunten Bilder an sich vorüber gleiten, wenn er von Offenburg, am Rande des Schwarzwaldes entlang, nach Süden fährt. Vor vielen Millionen Jahren haben sich Schwarzwald und Vogesen, damals ein zusammenhängendes Gebirge, gebildet. Große Gletscher flössen über seine alpinen Höhen talwärts. Wie von einer Riesenfaust gepackt steigen die steinernen Wogen in einem Faltenkleid auf und nieder, die nackte Erde verhüllend. Wieder später stehen dampfende Vul kanriesen in gerader Reihe, wie eine Orgel, auf der der Atem der Erde seine brausende Weise bläst. Hegau und Kaiserstuhl sprechen eine beredte Sprache. Eines Tages aber schüttelt und rüttelt sich die Erde, das Gebirge bricht auseinander, der Schwarzwald bleibt im Osten, die Vogesen bleiben im Westen als Horste stehen, und in der Mitte wird eine rie sige Spalte der Oberrheintalgraben angelegt. Noch verspüren wir in unseren heutigen Tagen die letzten Zuckungen dieses Vorganges, wenn Erdbeben größeren oder kleineren Ausmaßes unser südwestdeutsches Land durchzittern Später frißt sich der deutsche Schicksalsstrom von den Alpen bis ins Meer. Er nagt in die neue Oberfläche und trägt seine steinernen Zeugen von den Alpen nach Norden, von Neuem das Werk der Zerstörung beginnend. Vor Emmendingen ist die Erde rostrot gekleidet und verrät dem kundigen Auge magere Eisenerze, die in kurzen Abständen in langen Zügen nach Norden rollen, um dort dem Menschen der jüngsten Eisenzeit seine mehr oder weniger friedlichen Werkzeuge zu formen. Ein Blick durch ein Fenster der Erde, ein Steinbruch oder ein Aufschluß, zeigt uns den seltsam rhythmischen Wechsel der Schichten aus den zu Stein gewordenen Meeren der Jurazeit. Hell und dunkel, dick und dünn, hart und weich, bilden sie im Erzählerton ein Stück der irdischen Geschichte. Zu Stein gewordene Zeugen aus dem vielgestaltigen Pflanzen- und Tierreich der damaligen Zeit sind die Begleiter des Doggereisens. Ein unendlicher Formenreichtum aus den Familien der Seelilien, Seesterne und anderen ist in diesem jahrmillionenalten Friedhof des Lebens versammelt. Es sind die tausendfältigen Urahnen der heute noch lebenden botanischen und zoologischen Familien. Bei Buggingen zwischen Freiburg und Basel, liegt tief im Schoße der Erde das Kalisalz, ebenfalls ein Produkt eines einstmaligen Bin General Coleman beschenkt Flüchllingskinder General Coleman, der britische Stadtkommandant von Berlin, hat aus Armeebeständen mehrere hundert Decken, Matratzen und andere Gebrau hsgegenstände ft)r Berliner Flüchtlingslager freigegeben und die Spenden dem Flüchtlingsheim es Deutschen D den Kreuzes am Karlsbad übergeben. Unser Bild zeigt General Coleman bei der Uebergabe der Spenden, nenmeeres, das abgeschnürt vom großen. Meer ■langsam eindunstete. In geregelter Ordnung folgen die bunten Schichten aufeinander, ein wechselvolles Farbenspiel darstellend. Endlos scheinen uns heute die Zeiten, die nötig waren, um diese riesigen Wassermassen zu verdunsten und diesen natürlichen Reichtum zu bilden. Neues Leben spenden wir heute mit den Kalisalzen der Pflanzenwelt. Ewiges Werden und Vergehen, Geburt und Tod sind die Gesetze, die die lebende und tote Materie beherrschen. Bei Rheinfelden gewinnt die Technik aus dem Salz ein gefährliches, giftiges Gas, das Chlor, das dem Menschen wiederum zwei Wege offen läßt, die friedliche Ausnutzung bei der Bildung der Kunststoffe, damit den Fortschritt der Menschheit fördernd oder den Weg der Zerstörung, die dem Giftgas als natürliche Eigenschaft innewohnt. Wir verlassen bei Basel das Rheintal und überqueren, nach Süden uns wendend, den Strom. Zur Linken blickend, türmt sich vor uns der Schweizer Jura, zur Rechten breitet sich der Sundgau aus. Im Tafeljura wiederholt sich das Bild im großen, das sich uns bereits am Westrand des Schwarzwaldes im kleinen, in örtlich eng begrenzten Teilen geboten hat. Jetzt bietet sich uns das Faltenkleid in seltener Schönheit. Unschwer erkennen wir die mächtigen Gewölbe, die jene Riesenfaust zusammengeschoben und aufgebaut hat. Zum Teil sind sie in sich zusammengestürzt, die tiefer liegenden Geheimnisse der Erde preisgebend. Wir sehen iw Gedanken wiederum das alte, gleiche Meer, das schon am Rande des Schwarzwaldes seine zu Stein gewordene Zeugen hinterlassen hat. Es ist die gleiche Tier- und Pflanzenwelt, die hier wie im Rheintal und an anderen Stellen, besonders im schwäbischen Jura, ihr Grab gefunden hat. Im malerischen Birstal liegen die alten, wehrhaften Jurastädtchen der Eidgerfp.s- sen. Französisches Sprachgebiet wechselt mit deutschem. Wie Spielzeuge sehen wir ab und zu die Anlagen des Schweizer Befestigungssystems in die mächtigen Jurafelsen eingelassen als der letzte Weltkrieg über fast alle Länder unseres Kontinentes hinwegbrandete, die Eidgenossen aber verschonte. Ein Basler Urtiversitätsprofessor meint im freundlichem Schweizer Dialekt: „Diä Milliarde Fränkli, die mir do verbaut hän, verdanke mir nur eurem Führer.“ Durch die Reisegesellschaft geht ein Raunen von Ohr zu Ohr, im Widerstreit der Meinungen entzünden sich die Leidenschaften und lassen für kurze Zeit die uns verbindenden Naturschönheiten vergessen. Irgendeiner findet plötzlich einen herrlich blühenden, blauen Enzian und ruft damit die entflammten Geister wieder in stillere, friedliche Betrachtungen zurück. Ueber Laufen erreichen wir schließlich Delemont (Dölsberg) und verweilen auf jungen Ablagerungen, wo der Mensch dereinst noch mit dem Höhlenbär zusammen hauste und dem Rentier auflauerte. Ein Stück Urgeschichte wird in uns lebendig. Wir sehen, uns in jene Zeiten zurückversetzend, in der Hand des Menschen den Faustkeil und das Steinbeil, von geübter Hand geformt, das Material besonders harten Einlagerungen, den Absatzgesteinen entnommen. Es sind die beherrschenden Werkzeuge jener Zeit, deren Reste uns die Erde gnädig hinterlassen hat. Wir lesen und deuten sie. Der Kampf um die nackte Existenz, die harte Auseinandersetzung mit der Natur waren wohl die beherrschenden Faktoren im Leben unserer ältesten Urahnen. In der Birskluse, ein tief in den Kettenjura eingeschnittenes Tal, bewundern wir die weinenden Felsen, „les roches bleureuses“, und machen uns nochmals die unendlich langen Zeiträume deutlich, in denen diese heutigen Naturschönheiten gebildet werden konnten. Bei Solothurn stehen wir in einem Gletschergarten einmaliger Schönheit. Wie ein Parkettboden haben Eis und Grundmoränen die rauhen Kalksteine glatt geschliffen' und hie und da in Kugelmühlen ausgekolgt. Auf den Erdmoränen der erdgeschichtlich gesehen jungen Gletspher stehen heute malerische Marktflecken. Nach einem Aufstieg auf den 1300 Meter hohen Weißenstein, dem höchsten Punkt des Schweizer Jura, belohnt uns ein umfassender Blick aus der Vogelschau für unsere Mühen. Ausgebreitet wie ein Teppich liegt das Land der Eidgenossen vor uns. Eiger, Mönch und Jungfrau gipfeln majestätisch in den Himmel und schließen das bunte Mosaik am Horizont. Ein kleiner Ausschnitt aus den zweieinhalb Milliarden Jahren Erdgeschtfchtö liegt vor uns. Eine Nebelwand steigt auf und verhüllt mit ihrem weißen Schleier die von Gott g egnete Landschaft. Glücklich, wer mit ihr sprechen und sie lesen darf. Aus der Welt der Technik FORSCHUNG UND BERICHT In aller Stille: Experimente mit Atom-Motoren Atom-U-Boot und -Flugzeug geben Probleme aut — Auch Henry Ford II ist. Interessiert — Erstes Atom-U-Boot bestand Jungfernfahrt. In der letzten Zeit fanden sich wiederholt Meldungen in der Presse, aus denen' hervorging, daß sich Wissenschaftler und Techniker der verschiedensten Länder intensiv mit der Ausnützung atomphysikalischer Kräfte für das Verkehrswesen beschäftigen. Der nachfolgende Bericht gibt einen zusammenfassenden Ueberblick, wie weit diese Projekte inzwischen verwirklicht wurden. < Vor ein paar Wochen tauchte zum ersten Male der Name eines gewissen Kapitän Rickover in der Oeffentlichkeit auf. Aus New York wurde gemeldet, daß besagter Kapitän durch Admiral Chester Nimitz bereits im Jahre 1947 beauftragt worden sei, den Plan eines mit atomarer Energie betriebenen U-Bootes zu verwirklichen. Fünf Jahre lang hatte Rickover vor dieser Auftragsabteilung vergeblich die Kriegsmarine mit seinen Vorschlägen bestürmt. Man hielt den Mann, der von der Idee seines Atom-U-Bootes geradezu besessen gar, für verrückt. Heute kann als erwiesen geilen, daß das erste Versuchs-Atom-U-Boot seine Jungfernfahrt bestanden hat Der „verrückte“ Kapitän Rickover, jahrelang das Schreckgespenst aller Vorzimmer der US-Marine, hatte auf der ganzen Linie gesiegt! Wenn das Atomflugzeug abstürzt Nun gaben auch die USA-Luftstreitkräfte bekannt, daß in Kalifornien mit dem Bau eines Flugzeugrumpfes für das erste mit Atomkraft betriebene Flugzeug begonnen worden sei. Der Motor selber, so hieß es, sei schon seit längerer Zeit den General Electric-Werken übertragen worden. Dieser moderne „Ikarius mit Betonpanzer“, so genannt nach der Betonabschirmung gegen die radioaktiven Strahlen, kann theoretisch ebenso wochenlang, ohne jemals tanken zu müssen, in der Luft bleiben wie das Atom-U-Boot unter Wasser. „Auch sein •Aktionsradius ist praktisch unbegrenzt“, so lauteten die ersten optimistischen Urteile. Inzwischen sind sachlichere Informationen bekannt geworden. Es wird heute von einer Flugzeit von rund 120 Stunden gesprochen, die ein mit einem Atommotor ausgerüsteter Großbomber bewältigen soll. Auch das Problem der radioaktiven Strahlung soll für die Besatzung gelöst sein; sie kann ein solches Flugzeug bedienen, ohne gesundheitlich Schaden zu erleiden. Jedoch ist hier, wie auch beim Atom-U-Boot, noch eine Frage ungeklärt: Was geschieht, wenn eine Havarie eintritt, wenn ein solcher betongepanzerter Ikarus abstürzt? Entfesseln sich dann die im Atommotor gebändigten Gewalten gleich der Explosion einer Atombombe? Kein Geld für zivile Projekte Nachdem der Atommotor nach all den bisher vorliegenden Informationen damit offenbar schon lange konstruiert ist, stünde er auch allen anderen Verkehrsmitteln zur Verfügung — wäre dieser ganze Komplex nicht vorerst noch „strengstens geheim“. Versuche sind in aller Stille jedoch genügend im Gange, vornehmlich mit Atomkraft-Lokomotiven. Vor Newyorker Ingenieuren erklärte der amerikanische Professor J. A. Wheeler schon vor zwei Jahren, daß mit der Konstruktion einer solchen Atom-Riesen-Lokomotive „Atomic 484“ begonnen wäre. Dieses Monstrum sollte damals 45 Meter lang und 2000 Tonnen schwer werden und auf der Strecke Newyork-Chicago eine Art „Ultra-Expreß“ verwirklichen. Seither hörte man nichts mehr davon; statt dessen munkelte man über Henry Ford II, daß dieser eine ganze Reihe namhafter Atomwissenschaftler engagierte, um mit einem „Atom- Ford“ eine „neue Aera der Motorisierung“ einzuleiten. Erst kürzlich veröffentlichte die amerikanische Presse das angebliche Modell eines solchen mit Atomenergie getriebenen Autos, das auf drei Rädern laufe und nicht schwerer als ein normaler, größerer Wagen sein solle. Ganz abgesehen von der Gefahr, die sich auch hier bei Unglücksfällen durch radioaktive Strahlung ergeben könnte, dämpfte jedoch der Direktor der amerikanischen Kommission für die Entwicklung von Atomkraft alle diesbezüglichen, optimistischen Kommentare. Er erklärte, daß die Atomenergie wegen ihrer hohen Kosten vorerst unmöglich für zivile Projekte ausprobiert werden könnte. Lutz Veith (prd) 1500 Bilder in der Sekunde Janssens „photographischer Revolver“ Ursprünglich nur ein amüsantes Unterhaltungsmittel, ist der Film in den letzten Jahrzehnten zu einem immer vielseitigeren Instrument geworden. Heute spielt er auch als Mittel wissenschaftlicher Untersuchungen eine wichtige Rolle. Dabei ist es eine besonders bemerkenswerte Tatsache, daß kinematographisdie Aufnahmen bereits lange vor der Erfindung der eigentlichen Kinematographie für eolehe Zwecke hergestellt worden sind. Im Jahre 1874 konstruierte der Astronom Janssen einen „photographischen Revolver“, mit dem er den Venus-Durchgang aufnahm. Die dabei benutzten Reihenbilder wurden auf einer ruckweise bewegten photographischen Platte gewonnen. Im Jahre 1894 gelang es dann dem Franzosen Jules Marey, die berühmten Bilder von der „fallenden Katze“ aufzunehmen. Hierbei wurde ein Fümband verwendet, das — wie bei kine- matographischen Aufnahmen üblich — in der Kamera ruckweise bewegt wurde. Auf diese Weise konnten 120 Bilder in der Sekunde erzielt werden. Für noch höhere Aufnahmegeschwindigkeiten ist die ruckartige Filmbewegung unzweckmäßig. Die dabei auftretenden Beschleunigungen und Verzögerungen sind so außerordentlich groß, daß Hirn und Mechanismus sie nicht vertragen. Infolgedessen ging man im Jahre 1894 dazu über, den ruckweise bewegten Film durch einen gleichförmig weitergetriebenen zu ersetzen, wobei natürlich dafür Sorge getragen werden mußte, daß das vom Objektiv entwor - Aach die Zeitlupe hat Ihre Geschichte fene Bild während der Dauer der Aufnahme auf dem Filmband relativ zu diesem ruht. Die Art und Weise, wie man auf dem bewegten Film die darauf entstandenen Bilder durch Bewegung optischer Teile festhält, bezeichnet man als optischen Ausgleich. Dr. Lehmann, Dresden, war der erste, der im Jahre 1916 Zeitlupenaufnahmen herstelite. Die mit seiner Kamera erzielte Geschwindigkeit betrug bei Handantrieb 300 und bei Motorantrieb 500 Bilder in der Sekunde. Schon während des ersten Weltkrieges wurde die Zeitlupe wiederholt für militärische Zwecke benutzt. Im Laufe der Jahre stellten sich als Nachteile die Größe und das Gewicht, der zu dieser Aufnahmemethode notwendigen Kamera heraus, das mehrere Zentner betrug. Unter diesen Umständen mußte man daran denken, das Gerät weitgehend zu vereinfachen. Dies gelang, indem man zunächst an Stelle des Außenspiegelkranzes einen Innenspiegelkranz setzte, bei dem die Reflexionsflächen der Spiegel nach innen gerichtet sind. Es bestand nun die Möglichkeit, die Filmspulen und die gesamte Filmbewegung innerhalb des Spiegelkranzes anzuordnen. Man kam auf diese Technik legt den Menschen in Fesseln Wie eine Vision aus dem Jahre 2000 sieht dieser Testpilot der amerikanischen Boeing Flugzeugwerke ln einer neuen Strato-Kombination aus, die den Piloten in großen Höhen gegen Druckschäden sichern soll. Diese Anzüge können bei Ausfall der Ueberdruckanlage durch die wulstartigen Schläuche an der Seite aufgeblasen und auch beheizt werden. Die Helme haben ebenfalls elektrisch beheizbare Scheiben, so daß auch bei Vereisung freie Sicht für den Flieger bleibt. Weise zu einer sehr viel kleineren Form und erzielte ein Gerät, das nicht wesentlich größer war, als eine gewöhnliche Aufnahmekamera. Zudem erreichte man durch Vereinfachung des Getriebes den weiteren Vorteil, daß man die Bilderzahl erheblich steigern konnte. So ist es mit dem neuesten Modell gelungen, die Aufnahmezahl auf nicht weniger als 1500 Bilder in der Sekunde zu steigern. Gegenüber den 120 Bildern des Franzosen Marey bedeutet dies natürlich einen ungeheuren Fortschritt. So ist die Zeitlupe zu dem „Wunderinstrument“ geworden, das uns im Kino die geheimsten Naturvorgänge näherbringt und nicht nur dem Gelehrten, sondern auch dem Laien die tiefsten Räteei des Werdens und Vergehens entschleiert 75 Jahre Fernsprecher in Deutschland die Tonspracfae mit Hilfe der Elektrizität in die Ferne mitzuteilen..." Drahtloses Telefon für Kraftfahrer Umfangreiche Versuche der Bundespost auf dem Gebiet des UKW-Telefonverkehrs Die umfangreichen, seit über zwei Jahren unternommenen Versuche der Bundespost auf dem Gebiete des drahtlosen UKW-Telefonverkehrs sind so weit fortgeschritten, daß für 1954 mit der Aufnahme des drahtlosen Autofernsprechverkehrs auf einigen Teilstrecken der Autobahn gerechnet werden kann. Wie das Fernmeldetechnische Zentralamt in Darmstadt mitteilte, sind keinerlei grundsätzliche technische Schwierigkeiten mehr Vorhemden. Lediglich die elektrischen Messungen zur Einrichtung der sogenannten UKW-Landfunk- stationen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen. in der Praxis wird es für den westdeutschen Kraftfahrer von 1954 an möglich sein, bei einem Unfall oder einer schweren Panne auf der Autobahn direkt vom Wagen aus telefonisch Hilfe anzufordern, falls er glücklicher Besitzer eines UKW-Telefons ist. Das UKW Telefon wird aus einem Sender und einem Empfänger bestehen. Hält sich der Inhaber einer solchen Anlage im Bereich einer UKW- Landfunkstelle auf, so kann er jederzeit mit dem nächsten Fernamt verbunden und ihm von dort aus jeder Telefonanschluß im Bundesgebiet vermittelt werden. Landfunkstelle wird also künftig nur Kraftfahrzeuge ansprechen, die sich im Umkreis von etwa 50 km aufhalten. Daher muß eine erhebliche Anzahl solcher UKW-Funkstellen im Bundesgebiet aufgestellt werden, falls alle Verkehrswege erschlossen werden sollen. Man spricht von etwa 60 Sende- und Empfangsstationen. Aus finanziellen Erwägungen wird man sich zunächst jedoch auf die Hauptverkehrsstrecken beschränken. In den nächsten Jahren sollen LandfunksteUen vor allem an der Autobahn Frankfurt—Köln—Düsseldorf eingerichtet werden. Dort sei der größte Autoverkehr zu bewältigen und voraussichtlich das größte Bedürfnis vorhanden. Die Kosten des künftigen UKW-Telefons für Autofahrer sind noch nicht bekannt Man ist bei der Post der Meinung, daß die Höhe des Preises weitgehend von der Nachfrage abhängig sein wird. Gottfried Schemm APD. — Es wäre müßig, Untersuchungen darüber anzustellen, was die Welt ohne das Telefon wäre. Das „Hallo“ als das typischste Merkmal der „Quasselstrippen“ wäre vermutlich nie geboren worden. Und Schlagerkomponisten hätte es an zügigen Texten gemangelt „Nachts ging das Telefon...“ kam nicht von ungefähr. Die Betrachtungen, was wäre, wenn.... würden ins Uferlose führen. Geschäfts- und Wirtschaftsleben, das Nachrichtenwesen schlechthin, Zeitungen und Presseagenturen. Kurzum, der biedere Lehrer Philipp Reis ahnte nicht welch 1 sensationelle und tatsächlich das Leben der zivilisierten Menschheit umwälzende Erfindung er gemacht hatte, als es ihm im Jahre 1860 als ersten gelang, „Töne aller Art durch den elektrischen Strom in beliebiger Entfernung wiederzugeben.“ Zu jener Zeit wurde zwar auch in anderen Ländern an der Erreichung dieses Ziels gearbeitet, aber Philipp Reis gebührt dennoch die Palme des Siegers, der praktische Erfolge zuerst errang.-ohne Telefon heute undenkbar. Sicher, das Gerät, das der Erfinder im „Physikalischen Verein“ zu Frankfurt/M. am 26. Feuer aus der Luft Wiesbadener Feinmechaniker erhielt Goldene Medaille ln Lnxembnrg Besondere Vorteile ergeben sich daraus zweifellos auch für Fernverkehrs- und Reise- untemehmen. Während einerseits der Fahrer eines Fahrzeuges mit Telefonanschluß im Bereich einer UKW-Landfunks teile jederzeit wichtige Mitteilungen an das Unternehmen geben kann, wird das Unternehmen das Fahrzeug ohne größere Schwierigkeiten unterwegs erreichen und gegebenenfalls zu einem neuen Zielort dirigieren können. Die Vorzüge eines direkten Telefonverkehrs von Lastzügen oder Personenwagen aus sind so Tnannigfaltig, daß sie sich im einzelnen kaum aufzählen lassen. Die Bundespost hat schon seit längerer Zeit mehrere Personenwagen zu Versuchszwecken mit dem künftigen Autotelefon ausgerüstet. Versuche wurden außerdem mit einer provisorischen Landfunkstelle in Frankfurt unternommen. Sie sind inzwischen erfolgreich abgeschlossen worden. Zwei neu« Landfunk- Stellen wurden auf dem Feldberg im Taunus Und auf dem Königstuhl bei Heidelberg eingerichtet. Die Reichweite der Ultra-Kurzwelle entspricht ungefähr der Sichtweite. Eine DKW- Eine Hülse aus Leichtmetall, halb schwarz, halb messingfarben. Man nimmt den oberen Teil herunter, und es erscheinen zwei Zacken in einer Höhlung, die mit etwas Aehnlichem wie Watte ausgefüllt ist. Dann bläst man hinein oder schwenkt das Ganze zehn Zentimeter durch die Luft — ja, dann kann man sich seine Zigarette anzünden. Dieses raffinierte Feuerzeug, das mit dem Sauerstoff der Luft „betrieben“ wird, das also bei Sturm nur um so stärker brennt, nennt sein Erfinder „Airflam“ und es ist gegenwärtig auf der Frankfurter Herbstmesse zu sehen. Dort hat der Wiesbadener Karl Kratzenberger einen eigenen Stand, der ständig dicht umlagert ist. Das ist auch kein Wunder — ein Feuerzeug ohne jede« Brennmaterial im üblichen Sinn, ohne Feuerstein, ohne Schraube, ohne rußende Flamme (sie leuchtet bläulich-weiß, und man sieht sie kaum) — nun, ein solches Feuerzeug ist immerhin schon eine kleine Sensation. Seine Wirkung beruht auf einem chemisch- katalysatorischen Vorgang, den sein Hersteller begreiflicherweise nicht verrät. Derzeit ist er damit beschäftigt, einen Feuerspender für den Haushalt zu konstruieren, der nach dem gleichen Prinzip arbeitet; desgleichen einen für den Autofahrer, den er an der Windschutzscheibe befestigen kann. Die Ersatzhülse für das Feuerzeug mit dem Spezialbrennstoff ist billiger als ständiger Benzinverbrauch, und das ganze Feuerzeugehen an sich ist schon nicht teuer. Karl Kratzenberger gewann mit ihm in Luxemburg auf der Internationalen Messe vom 12. bis 27. August eine Goldmedaille für Deutschland — genau an dem gleichen Tag, als in Helsinki Deutschlands Boxer Basel um die Goldmedaille kam. Das ist ein kleines Spiel des Zufalls; den Karl Kratzenberger war bis 1939 in Wiesbaden ein bekannter Amateur-Boxer, der zahlreiche Ringschlachten siegreich überstanden hat. An seiner Erfindung ist das Ausland stark interessiert. Anfragen aus Holland, Belgien, Frankreich, der Schweiz, Schweden, USA und Kanada gehen ständig bei ihm ein. „Feuer aus der Luft“ — das ist kein Schlagertitel, aber vielleicht nimmt sich ein Textdichter seiner an, wenn er die Wiesbadener Erfindung in Gebrauch genommen bat. rhw Oktober 1861 erstmalig vorführte, war weit davon entfernt, allen Anforderungen zu entsprechen. Aber der elementarste Anfang, der erste praktische Schritt, war getan. Reis verkaufte seine Versuchsgeräte in alle Welt. Zweifellos fanden hierdurch zahlreiche Interessenten, die auf dem fraglichen Gebiet ebenfalls arbeiteten, erwünschte Anregungen. Leider erkrankte Philipp Reis im Jahre 1873 schwer. Seine Lehrtätigkeit in Friedrichsdorf (Taunus) mußte er im gleichen Jahre, 39 Jahre alt, aufgeben. Ein altes Lungenleiden machte ihm wieder schwerer zu schaffen. Und nur wenige Wochen später, am 14. Januar 1874, schloß Reis seine Augen für immer. Was er aber der Welt an technisch Neuem, Einmaligem, hinterließ, lebte fort. Erst nach seinem Tode wußte man seine Schöpfung gebührend zu würdigen. Die Ehren, die die Welt Philipp Reis während seines Lebens vorenthielt, wurden ihm jetzt zuteil. Leider zu spät. Obwohl man endlich erkannt hatte, daß sein Werk die Welt bewegen werde. Ebenfalls einem Lehrer, dem von Schottland nach Amerika ausgewanderten Taubstummenlehrer Alexander Graham Bell, gelang es, den Fernsprecher derart weiterzuentwickeln, daß er für den praktischen Betrieb ganz allgemein verwendet werden konnte. Am 26. Oktober 1877, als vor genau 75 Jahren, prüfte der Generalpostmeister Stephan, der Gründer des Weltpostvereins, den Fernsprecher und erklärte dann mit bewegter Stimme, eingedenk der Bedeutung des Tages, daß man sich den 26. Oktober 1877 als Geburtstag des Telefons in Deutschland merken müsse. Flüssiger Kunststoff „Lockfoam“ ist die Handelsbezeichnung für einen neuen flüssigen Kunststoff, der vielseitige Verwendungsmöglichkeiten besitzt und bereits in der amerikanischen Flugzeugindustrie mit großem Erfolg als Isolations- und Schalldämpfmaterial benutzt wird. Der neue Kunststoff wird in flüssigem Zustand verarbeitet und ist nach Angaben der Herstellerfirma (Lodeheed Aircraft Corp.) nicht nur sehr leicht und stabil, sondern auch ungewöhnlich dauerhaft. Er eignet sich besonders zum Ausfüllen von Hohlräumen oder Gießj formen. Bei der Erhärtung dehnt er sich, äh^jl lieh wie Kuchenteig, aus und füllt sämtliche strukturellen Hohlflächen, in die er gegossen wird. Mittwoch, 5. November 1952 Wann wird der Waldbach verlegt? Erwiderung der Stadtverwaltung auf diesbezügliche Frage aus Zell-Weierbach ZEITGESCHEHEN Begrenzungsleuchten bei Krafträdern mit und ohne Beiwagen Für Krafträder ohne Beiwagen sind Begrenzungsleuchten nicht vorgeschrieben. Krafträder mit Beiwagen brauchen nur eine Begrenzungsleuchte auf der äußeren Seite des Beiwagens zu führen (§ 51 Abs. 1 StVZO). Dennoch werden bei einer größeren Anzahl von Krafträdern mit und ohne Beiwagen Begrenzungsleuchten geführt, die in der Kegel Bestandteil der Scheinwerfer sind. Hierzu wird unter Bezug auf die Vorschrift des Bundesverkehrsministeriums bemerkt, daß Bedenken gegen die Verwendung dieser nicht vorgeschriebenen Begrenzungsleuchten nicht bestehen. Es widerspricht auch nicht dem Zweck der Vorschrift des § 51 Abs 1 Satz 4 StVZO, wenn die Begrenzungsleuchten bei Fern- und Abblendlicht nicht ständig leuchten und unabhängig davon geschaltet werden können, da bei Fahrzeugen mit nur einem Scheinwerfer ein vom Fahrer unbemerkter Ausfall der Fahrbahnbeleuchtung nicht eintreten kann. Die modernen Zeitkrankheiten Im „Offenburger Tageblatt“ Nr. 178 vom 28. vor. M. ist unter der Ueberschrift „Wann wird der Bach verlegt?“ aus Zell-Weierbach gegen die Stadtverwaltung Offenburg der Vorwurf erhoben worden, daß sie seit nahezu zwei Jahren zur Verlegung des Waldbachbettes von der Gemarkungsgrenze ab, vom Pfarrhaus Weingarten bis zum Gewann „Blöchle“ nichts getan habe. Hierzu wird von der Stadtverwaltung festgestellt: Das Bürgermeisteramt Zell-Weierbach hat unterm 14. 11. 1951 bei der Stadtverwaltung angeregt, die Bachsohle des Waldbaches tiefer zu legen oder aber den Waldbach überhaupt zu verlegen. Bereits 14 Tage später fand eine Besichtigung der beteiligten Grundstückseigentümer an Ort und Stelle mit Vertretern der zuständigen Behörden (Landwirtschaftsamt, Wasserwirtschaftsamt, Gemeindeverwaltung Zell-Weierbach und des Stadtbauamtes) statt. Bei dieser Tagfahrt haben die beteiligten Grundstückseigentümer und die Vertreter der Gemeinde Zell-Weierbach angeregt, das Waldbachbett in die Talmulde zu verlegen, damit neben anderen Verbesserungen auch die jetzt versauerten Wiesen wieder einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden können. Der schätzungsweise Aufwand für diese Bachverlegung würde ca. 12 000 DM betragen. Zu diesem Aufwand wird die Stadt Offenburg nach einem Stadtratsbeschluß von Mitte Januar einen Beitrag von 6 000 DM leisten. Die Gemeinde Zell-Weierbach will 1000 DM zuschießen, aus Beihilfen des Landes erhofft man einen Zuschuß von 2 500 bis 3 000 DM zu erlangen. Es besteht also ein ungedeckter Rest von 2 000 DM zum Gesamtaufwand. Ueber die in dem angeführten Artikel erhobene Behauptung, daß zur Behebung des schon lange bekannten Mißstandes von seiten der Stadtverwaltung nichts getan worden wäre, kann nunmehr jeder Leser sich seine Meinung bilden. Die Stadtverwaltung hat nach dem Gesagten zur Verwirklichung der geplanten Bachverlegung durch die Uebernahme der erheblichen Summe von 6 000 DM neben dem Aufstellen von Plänen und Voranschlägen für dieses Vorhaben das Ihrige getan: wenn die Finanzierung bis heute noch nicht gesichert ist, so ist das nicht ihre Schuld.“ Mozarts: „Requiem" Eine Werkbesprechung Es ist schon wiederholt an dieser Stelle auf die heutige Aufführung des Requiems von Mozart hingewiesen worden, das zu einem Höhepunkt in der diesjährigen Konzertsaison zu werden verspricht. Die heutigen Zeilen seien einer kurzen Werkbesprechung gewidmet, die einem besseren Verständnis dienen möge. Der erste Teil des Requiems ist von einer tiefen Trauer erfüllt. Nach der klagenden Einleitung der dunklen Holzbläser setzen die Chorstimmen mit einem düsteren Forte ein, bis sie den Höhepunkt im „Et lux perpetua“ erreichen, um wieder in klagendes Piano zu versinken. Kraftvoll und von barocker Empfindungskraft getragen ist die großartige Chor-Doppelfuge des „Kyrie“ und „Christe eleison“. Die wechselnden Bilder der Sequenz, zum größtenteil erschütternde Schilderungen des Jüngsten Gerichts, sind als Aufgaben auf den Chor und das Soloquartett verteilt. Stellen von majestätischer Größe wechseln mit innig-flehendem Gebet. Das „Offertorium“ „Domine Jesu Christe“ erreicht seinen Höhepunkt in der Chorluge „Quam olim Abrahae“, die nach den feierlichen Klängen des „Hostias“ wiederholt wird. Von knapper Form, aber gesteigert im Ausdruck ist das Sanctus, gegensätzlich hierzu die verhaltene Innigkeit des „Benedictus“ (Soloquartett). Tiefste Frömmigkeit spricht aus dem abschließenden „Agnus Dei“-Satz. Die große Doppelfuge des „Kyrie“ bildet auf den Text der „Communio“ „Cum sanctis tuis“ den machtvollen Abschluß des Werkes. Von den Höhen des Schwarzwalds bis zum Rhein: Malerfahrten in die Ortenau Am Donnerstag, den 6. November 1952, abends 20 Uhr, spricht im Saale des „Römischen Kaiser“ Dr. Bassemir, Facharzt für innere Krankheiten, Chefarzt des Sanatoriums Bad Peterstal, über das Thema „Die modernen Zeitkrankheiten, ihre Ursachen, ihre Verhütung und Heilung durch naturgemäße Lebensweise“. Die Frage, wie es zum Anwachsen der Herzerkrankungen, zu so großer Häufigkeit der Angina pectoris und zu all den vielen Kreislaufstörungen heute kommt, wird beantwortet werden. Warum werden heute die Menschen von Nervosität, Schlaflosigkeit und Genußsucht geplagt? Wodurch entstehen Krampfadern, Thrombosen, Nervenentzündungen und offene Beine’ Alle diese Fragen finden in dem Vortrag ihre Erklärung und Erläuterung. Diese Krankheiten sind vermeidbar und kön- ,nen auch geheilt werden. Also verspricht dieser Vortrag viel Interessantes, und werden alle Mitglieder, Freunde und Gönner der Kneipp- schen Lehre eingeladen. Interessante Aquarell-Ausstellung von Peter Valentin im Europahaus Vor einem Kreis geladener Gäste wurde gestern nachmittag im Europahaus eine Ausstellung von Aquarellen des Offenburger Malers Peter Valentin eröffnet. Seiner Ausstellung schickte der Künstler einige Bemerkungen über das Wesen seiner Kunst und der ausgestellten Bilder voraus. Die Arbeiten sind das Ergebnis von Wanderjahren Peter Valentins und liegen drei Jahre zurück. Die letzte Ausstellung des Künstlers fand 1948 statt. Sie zeigte in der Hauptsache Porträts und Landschaften in Oal. Wenn nun Peter Valentin mit dieser Schau ausschließlich Aquarelle zeigt, so beweist er mit ihr, daß er damit über eine nicht weniger starke Seite seiner vielseitigen Kunst verfügt. Peter Valentin hat sich schon früh mit der Aquarellmalerei befaßt und mit ihrer besonderen Anwendung auseinandergesetzt. Au-h für ihn ist die Aquarelltechnik das Gegebene, Sksdub plant neues Sportheim Aus der Generalversammlung des Skiclubs Offenburg Am 30. 10. 52 hielt der Ski-Club Offenburg im Hotel „Union“ seine diesjährige Generalversammlung ab, die leider nicht so besucht war, wie dies eigentlich für die Diskussion und Beschlußfassung über wichtige, für den Club geradezu entscheidende Dinge erforderlich gewesen wäre. Zu Beginn gab der 1. Vorstand Hornung den Rechenschaftsbericht über den Ablauf des vergangenen Vereinsjahres und stattete den Mitgliedern des Vorstandes, den Sachbearbeitern und einzelnen Referenten seinen Dank ab für die geleistete Arbeit, die im gesamten gesehen dem Club auf allen Gebieten des Wintersports einen beachtlichen und erfreulichen Fortschritt gebracht hat. In den anschließenden Rechenschaftsberich ten der Sachbearbeiter stellte der Sportwart Roll fest, daß sich die Skischule mit ihren unter Leitung von bewährten und erfahrenen Skilehrern durchgeführten Slflkursen zu einer für den Club entscheidenden Einrichtung entwickelt hat, ohne welche die so erfreuliche Breitenarbeit nicht möglich gewesen wäre. Aus dem Bericht des Hüttenwarts Sattler ging hervor, daß die Skihütte Ladstatt am Brend im Laufe der Sommermonate durch freiwülige Helfer einer gründlichen Renovierung unterzogen wurde. Einen vollen Erfolg konnte der Tourenwart G r u b e r auf zeigen, der mit seiner Tourengruppe aus dem Tourenwettbewerb des Skiverbandes Schwarzwald als erster Sieger in Klasse B hervorging. Wie schon berichtet erwarb sich Gruber im Rahmen dieses Wettbewerbs das Tourenleistungsabzeichen in Silber. Nach diesen Rechenschaftsberichten und der Entlastung des Gesamtvorstandes wurde der Vorstand wie folgt neu gewählt: 1. Vorstand: Hornung; 2. Vorstand: Hugelmann; Schriftführer: Frau Kiesewetter; Sportwart: Olli Grimm; Kassenwart: Möllinger; Tourenwart: Gruber; Hüttenwart: Sattler; Jugendwart: Stickel; Präsident der Skischule: Busam. Nach dem Dank des 1. Vorsitzenden Hornung für das durch den Beschluß der Versammlung bewiesene Vertrauen, gab er einen Plan bekannt, wonach die Durchführung eines über den ganzen Winter andauernden sonntäglichen Ski-Kurses vorbereitet wird, der Jugendliche im Kindesalter erfassen soll, die ganztägig unter Betreuung einer verantwortlichen Leitung des Clubs stehen werden. In der nun folgenden Diskussion unterbreitete Justizrat Busam einen im Vorstand gefaßten Plan zum Bau eines neuen Sportheimes in der Gegend von Schönwald, das im Gegensatz zu der zu klein gewordenen und ungünstig gelegenen Hütte Ladftatt allen Erfordernissen des immer weiter in die Breite sich entwickelnden Skisports im Rahmen des Offenburger Clubs Rechnung tragen könnte. Darüber entwickelte sich eine erfreuliche sachliche, lebhafte Diskussion, nach deren Beendigung dem Vorstand die Genehmigung erteilt wurde, den Plan im Interesse des Clubs in der bereits begonnenen Richtung weiter zu treiben. Der Vorschlag des Hüttenwarts zu einer geringfügigen Erhöhung der Uebemachtungs- gebühren wurde angenommen. Die Rennmannschaft als Ausdruck eines der vornehmsten Ziele des Clubs, der Erzielung von Spitzenleistungen würde weiterhin die volle Unterstützung durch den Club zugesprochen. Ihr interner Aufbau und die organisatorischen und technischen Erfordernisse werden von dieser selbsttätig wahrgenommen. Mit dem Aufruf an alle befähigten Kräfte, im Interesse des herrlichen Skisports und des Clubs, sich in der kommenden Saison mit neuem Schwung und derselben Tatkraft wie letztes Jahr zur Verfügung zu stellen, wurde die Versammlung vom 1. Vorstand geschlossen. um auf Wanderfahrten angewandt zu werde i. Kreuz und quer ist er durch das heimische Land gewandert und hat sich aus ihm seine schönsten Motive geholt. Er hat diese Landschaft in allen Jahreszeiten durchstreift. Nicht nur die Reize des reifen, trächtigen Sommers, nicht nur die reizvollen Blütenfeste des Frühlings oder die gewaltige Farbenmalerei des Herbstes hat es ihm angetan, vor allem ist es auch der Winter der ihn zu Fahrten verlockte. Es waren nicht die schlechtesten künstlerischen Erlebnisse, die er dabei gewann und in seinen Aquarellblättem niederlegte. Peter Valentin selbst nannte seine Winterlandsehaften ein „Steckenpferd“. Von den Höhen des Schwarzwaldes zog es den Künstler immer wieder in die Ebenen des Rheins und umgekehrt. So entstanden atmosphärisch dichte Bilder vom Oberrhein, vom Altrhein, so entstanden Landschaften aus der Ortenau: Blicke ins Nordrachtal, von Fessenbach bis nach Offenburg hin, auf Gengenbach oder auf die unvergleichliche Gegend des Brandenkopfs. Reizvolle Landschaften entstanden um den Feldberg oder den Belchen. Der Künstler hat sehr viel die Wolkenbildungen und das Wässer studiert und seine Erkenntnisse in wirkungstiefen, gehaltvollen Landschaften einzufangen., vermocht.- Es ist eine ungemein reiche- Anzahl von Bildern, die in der Ausstellung Peter Valentins (deren Besuch wie alle Ausstellungen im Europahaus — man muß es immer wieder sagen! — eintrittsfrei ist) zu sehen sind. Sie vermitteln den Einblick in die Kunst eines Malers, der nicht zuletzt auch aus dem Herzen heraus seine Bilder schuf, sich selbst und nicht zuletzt den anderen zur Freude. Wir hoffen, daß auch diese Ausstellung ebenso wie die vorausgegangenen, ihre Beachtung bei den kunstsinnigen Offenburgern finden und auch für den Künstler zu einem Erfolg wird, um so mehr als es ein Sohn der Stadt ist, der hier seine Bilder zeigt. Zum Gedenken an Gerhart Hauptmann Monatsversammlung der Landsmannschaft Sdilesien Im neuen Vereinslokal, dem Saal der „Zauberflöte“, vereinigten sich die Mitglieder der Landsmannschaft Schlesien mit ihren Angehörigen zur Monatsversammlung, die eine Gedenkfeier war für den am 15. November 3862 geborenen großen schlesischen Heimatdichter Gerhart Hauptmann. Nach dem Gesang des Liedes „Nach der Heimat möcht ich wieder“ erinnerte Vorsitzender Jaritz an die am Tage Allerheiligen 1951 erfolgte Weihe des Ostkreuzes auf der Lindenhöhe und gedachte dann der Toten in der schlesischen Heimat. „Ihre Gräber können wir zu Allerseelen, wie das Ostkreuz, nicht mit Blumen schmücken; sie sind von Unkraut überwuchert und meist dem Erdboden gleichgemacht worden. Aber in unseren Herzen bleiben unsere Toten unvergessen.“ Dann zeichnete Landsmann Schuster ein Lebensbild von Gerhart Hauptmann, dem schlesischen Dichter, der in der neuen deutschen Literatur den hervorragendsten Platz einnimmt. Die bekanntesten Werke des Dichters wurden skizziert und Teile aus ihnen von Mitgliedern der Jugendgruppe eingeschaltet. Besondere Beachtung wurde dem Urteil Gerhart Hauptmanns über die Vernichtung der Stadt Dresden im Februar 1945 geschenkt, die er in einem Briefe, der zur Verlesung kam, als eine Kulturschande allergrößten Ausmaßes bezeichnet hat. In treuem Gedenken stand die Versammlung im Geiste am Grabe dieses Dichters auf Hiddensee, dem auch schlesische Erde beigefügt worden ist. Im geschäftlichen Teil wies der Vorsitzende auf den vor einiger Zeit erfolgten Zusammenschluß aller Schlesier im neuen Bundesland Baden-Württemberg hin, sowie die Bundes- Volksgruppen-Abgabe der schlesischen Landsmannschaften, die dazu dienen soll, den ideellen Kampf um die Heimat tatkräftig zu fördern. — Am 29. 11. findet in Rammersweier ein „Bunter Abend“ der Jugendgruppen aller ostdeutschen Landsmannschaften statt. Die Weihnachtsfeier ist am 28. 12. im „Römischen Kaiser“, Offenburg. Des weiteren kam zur Sprache, das Scha denfeststellungsgesetz zum Lastenausgleich. Zur Ausfüllung der komplizierten Fragebogen werden zu gegebener Zeit im Bedarfsfälle vorgeschulte Personen zur Verfügung stehen. Aufgefordert wurde zum Erwerb eines Sondersparbuchs (Reisesparmarken der „Gesorei“) für das Schlesiertreffen 1953 in Köln und zur Beteiligung an der Paketaktion für diejenigen Schlesier, die noch in Schlesien wohnen und deren Adressen dem Vorstand bekannt sind. R. K. Die Freiwillige Feuerwehr führte gestern abend die für diese Woche angekündigte Alarmübung durch. Sie fand am Schillerplatz statt. Die Weckerlinie rückte bereits drei Minuten nach dem Alarm aus. Das Interesse an der Aufführung des Requiems, die der weithinbekannte Kirchenchor zum III. Kreuz, Offenburg, in Verbindung mit dem Orchesterverein heute Mittwoch, 20 Uhr, in der Stadthalle unter der Leitung von J. M. Fasbender herausbringt — als Ergebnis einer monatelangen intensiven Arbeit der Sänger und Instrumentalisten — ist sehr rege. Die Veranstaltung verdient weitgehendste Beachtung aller am kulturellen Leben unserer Stadt interessierten Kreise. Unsere Leser fragen: Mieterhöhung um 15 Prozent? Erlauben Sie, wenn ich eine Bitte an Sie richte. Wären Sie nicht so freundlich und würden Sie im redaktionellen Teil nochmals genau Auskunft über die vom Bundestag beschlossene Mieterhöhung geben. Viele Vermieter sind der Ansicht, daß Sie die Miete nicht um 10 Prozent, sondern sogar um 15 Prozent erhöhen dürfen. Ein großer Teil der Hausbesitzer hat bereits schon ab Monat Juli, die Miete um 5 Prozent erhöht und verlangt nun ab 1. Oktober nochmals eine lOprozentige Erhöhung. Was ist nun. richtig? Dürfen die. Hauseigentümer tatsächlich die Miete um 15 Prozent erhöhen? Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie im Interesse der Vermieter und Mieter in Ihrer Zeitung Auskunft geben würden. n. * Die Verordnung der Bundesregierung vom 27. 9. 1952 gibt dem Vermieter das Recht, den Mietzins für alle bis zum 1. 4. 1924 bezugsfertig gewordenen Wohnungen ab 1. Oktober um 10 v. H. zu erhöhen. Diese 10 Prozent dürfen nur von der Miete erhoben werden, auf die die 5 Prozent Zuschlag für Mehraufwendungen (Wdssergeld usw.) und die Untermietzuschläge noch nicht zugeschlagen sind. Die Mietpreiserhöhung um 10 Prozent für Altwohnungen, die eine Verordnung auf Bundesebene darstellt, und die 5prozentige Erhöhung für Mehraufwendungen ab 1. Juli d. J., die auf Grund einer amtlichen Bekanntmachung der örtlichen Preisbehörde erfolgt ist, sind voneinander zu trennen. Sie stehen in keinem direkten Zusammenhang und dienen verschiedenen Zwek- ken. Im Endeffekt bedeuten sie jedoch einen Mietaufschlag von insgesamt 15 Prozent für Altwohnungen. D. Red. Das Wasserstraßenamt (früher Rheinbauamt) Offenburg zieht am Freitag, 7. November, von seinen jetzigen Räumen Blumenstraße 3 in sein neues Dienstgebäude Sofienstraße 31 um. „Woche des Berufes“ Mittwoch, 5. November 1952, 20 Uhr, Musiksaal der Volksschule Jugendversammlung „Schutz der jugendlichen Arbeitskraft“ Donnerstag, 6. November 1952, 20 Uhr Schaufensterwettbewerb der kaufm. Lehrlinge des Einzelhandels Freitag, 7. November 1952, Aula der Mädchenvolksschule, 15 Uhr für Knaben, 17 Uhr für Mädchen „Jugend- und Berufsberatung“ Filmvorstellung für Entlaßschüler Samstag, 8. November 1952, 10 Uhr, Römischer Kaiser Freisprechung der Gesellen Industrie- und Handelskammer 14 Uhr, Europahaus Ausstellung der Arbeiten aus dem Leistungsvergleich der Lehrwerkstätten Sonntag, 9. November 1952, 9 Uhr, Handelsschule 4. Berufswettkampf der Deutschen Angestellten 10 Uhr, Römischer Kaiser Meisterfreisprechung Handwerkskammer Mittwoch, 5. November 1252 Wäre nidit ein neues Postamt fällig? Das Postamt Gengenbadi genügt nidit mehr den Anforderungen Gengenbach. (L. K.) Das kraftvolle Wachstum des ehemaligen Reichsstädtleins, das sich in den letzten Jahren mächtig auszudehnen angefangen hat, beeinflußt natürlich auch den Verkehr der Bundesbahn, wie der Bundespost. Erfreulicherweise verjüngt sich unser Bahnhof, der es allerdings sehr nötig hat, Zug um Zug. Augenblicklich wird der Wartesaal erneuert. Man muß es dem Bahnhofsvorstand Theopont S c h m i d, der auch der berufene Leiter unserer rührigen Verkehrsgemeinschaft ist, lassen, daß er unablässig bemüht ist, in seinem Bereich, soweit es sich nur ermöglichen läßt, Verschönerungen vorzunehmen. In Verbindung mit der Stadt sind die Grünplätze rechts und links des Gebäudes entstanden. Kurz, man darf hoffen, daß der Bahnhof bald dem wirtschaftlichen Ansehen des regsamen Städtleins entsprechen wird. Auch der Postamts-Vorstand Kopf läßt es sich angelegen sein, dem erweiterten Aufgabenkreis seines Amtes Rechnung zu tragen. Nur — ist das „Postämtlein“ nicht längst zu eng geworden? An Tagen, an denen Renten ausbezahlt werden, aber auch häufig sonst drängt sich der Verkehr vor den Schaltern so sehr, daß eine rasche Abwicklung zwangsweise hintangehalten wird. Es will scheinen, als solle die zuständige Bundespost-Behörde den Wünschen Gengenbachs nach einem Postamt, das geräumig genug ist, endlich einmal näher treten. Es wäre wahrscheinlich sehr interessant, an Hand der Umsätze des Postamtes festzustellen, wie sehr sich das wirtschaftliche Wachstum in den Kassen des Postamtes auswirkt. Wenn nicht von heute auf morgen, so doch nicht erst am St. Nimmerleinstag möchte man das Richtfest für ein neues Postamt erleben.... Bestandene Prüfungen Ohlsbach (ü). Postjungbote Josef Buss, Sohn des Oberpostschaffners Alfred Buss, hat nach Beendigung der Ausbildungszeit die Abschlußprüfung mit gutem Erfolg bestanden und wurde zum Hilfspostschaffner ernannt. — Desgleichen unterzog sich Josef Rösch mit gutem Erfolg der kaufmännischen Gehilfenprüfung, nachdem seine Lehrzeit in der Firma Dold beendet war. Beiden jungen Männern beste Zukunftswünsche. Zum Revierförster ernannt Ohlsbach (ü). Der bisherige Forstwart Wilhelm Vetter hat soeben einen Revierförsterlehrgang an der badischen Forstschule in Karlsruhe mit guter Abschlußprüfung beendet und wurde zum Revierförster ernannt. Sein Forstdienstbezirk umfaßt 567 Hektar Wald, in den sich die Gemeinde (311), die evangelische Stiftungsverwaltung (111) und die bäuerlichen -Betriebe (145) teilen. Die Gemeinde, in deren Wirtschaftsführung der Wald der Lebensnerv ist, besitzt in Revierförster Vetter einen umsichtigen und fachlich bestausgebildeten Forstmann. Wir gratulieren dem Manne im grünen Rock, der seit 1945 hier Dienst tut und aus dem benachbarten Berghaupten stammt, herz- lichst zur Beförderung! An Allerheiligen vom Tode überrascht Ortenberg, (s) Der Landwirt Karl Frei in Käfersberg starb unerwartet rasch am Allerheiligentag, als er im Begriffe war, zum Gottesdienst zu gehen. Er stand im 77. Lebensjahr und war verheiratet mit Maria Mägda- lene Sieferle, mit der er am 20. November 1950 seine goldene Hochzeit feiern konnte. Karl Frei war ein rechtschaffener, fleißiger Mann, allgemein beliebt und geachtet. Für seine Familie war er ein treusorgender Vater, 11 Kinder sind aus seiner Ehe hervorgegangen, von dehen 6 noch am Leben sind. Am Montag wurde der Verstorbene zur letzten Ruhe bestattet. Der Cäcilienverein ehrte ihn als Grün- und der Kirchenchor nahm Abschied mit einem Trauerchor. Den Angehörigen auch unsere herzliche Anteilnahme. Geburtstagsfeier Ortenberg, (s) Cäcilie Sieferle geb. Leitermann, Landwirtswitwe in Käfersberg, vollendet am 5. November ihr 77. Lebensjahr. Unsere herzliche Gratulation. Auszug aus dem Standesamtsregister Zunsweier, (f) Das Standesamt meldet im Oktober: Geburten: Bernhard Josef, V.: Karl Adelmann, Lokheizer; Konrad Josef, V.: Sixtus Anselment, Arbeiter; Edeltraud Elisabeth, V.: Franz Josef Anselment, Arbeiter. — Heiraten : Karl Anton Ruf, Landarbeiter und Monika Mayer, Hausgehilfin von Ober- kirch; Matthias Hilberer, Hilfsratschreiber, und Renate Christa Schmelz, ohne Beruf; Kurt Adolf Schüly, Postfacharbeiter, und Olga Hanna Teschner, Verkäuferin; Wilhelm Markus Soth, Arbeiter, und Priska Mafia Rosenstiel, Zigarrenarbeiterin; Gustav August Hertwig, Bäcker, und Erna Maria Gresbach, ohne Beruf. — Sterbefälle: Susanne Wetzel, geb. Schimpf 82 Jahre alt; Anselm Scherer, Landwirt, 68 Jahre alt. Sdiulkinder von Hofweier singen und spielen im Südwestfunk Hofweier. Seit einigen Jahren singt unsere Schule von Zeit zu Zeit im Südwestfunk. Am nächsten Freitag um 17 Uhr machen sie ; n der Sendung „Wir Lüt uf em Land“ den Ver such, ihre Lieder von den seit einem Jahr bestehenden Schulmusikgruppen begleiten zu la^ sen. Sie bringt eine Folge von Liedern und Gesprächen aus dem ländlichen Leben, z. T. begleitet von Lauten, Blockflöten, Geige, Glok- kenspiel und Triangel. Neben der Freude, die sie dem Kinderfreund bereiten wollen, möchten diese Sendungen dem erzieherisch Interessierten zeigen, in welcher Weise man heute auch in einfachen Verhältnissen mit Kindern musizieren kann. Vielleicht wird dem Hörer, trotz der bescheidenen technischen Leistungen, auch spürbar, wieviel kindliche Hingabe und Aufgeschlossenheit ein solches Singen zu wek- ken vermag, einen Wert, den wir unsem Kindern nicht vorenthalten sollten. Leiter .und Sprecher der Sendung ist Lehrer Albert Braunstein. Erst im Zuge der Elektrifizierung Vorerst Wiederaufbau des Appenweierer Bahnhofes nicht zu erwarten Appenweier, (f) In den letzten Tagen wurde das Obergeschoß der Bahnhofsruine wegen Einsturzgefahr abgebrochen und der Schutt weggeräumt. Die Annahme, daß damit der Wiederaufbau des Bahnhofsgebäudes beginnen würde, trifft jedoch nicht zu; vielmehr soll dieses erst im Zuge der Elektrifizierung der Rheintalbahnlinie in Angriff genommen werden. Auf der Ostseite der Bahnlinie ist der Bau eines Ueberholungsgleises und die damit verbundene Verlegung der Renchtalgleise projektiert. Ob das Aufnahmegebäude weiter östlich erstellt wird und wie die Bahnanlagen gestaltet werden sollen, ist noch nicht festgelegt. Die Finanzlage der Bundesbahn wird hierbei den Ausschlag geben. Ehrlicher Finder Appenweier, (f) Ein Postbeamter fand ein Sparkassenbuch von erheblichem Wert, das ein Junge verloren hatte," als er auf der Bank Geld abheben sollte. Der ehrliche Finder brachte das Buch sofort seinem Besitzer. Er erhielt eine Belohnung. Geburtstagskalender im November Appenweier, (r) Lechleiter Ottilie geb. Kurfürst, wird am 15. 11. 73 Jahre, August Ernst, Metzgermeister, zum „Hanauer Hof“, am 12. 11. 79 Jahre, Barbara Morgenthaler geb. Spring, Kaufmanns Witwe, am 23. 11. 81 Jahre, Katharina Bollack geb. Bohnert, Land- wirtswitwe. am 14. 11. 72 Jahre, Föll Luise geb. EU, Landwirtswitwe, am 14. 11. 72 Jahre, Barbara Koger geb. Jehle, Zimmermeistersehefrau, am 30. 11. 72 Jahre, Katharine Wächter, Leichenfrau, am 25. 11. 71 Jahre, Brudy Ignaz, Landwirt und Gemeinderat, am 30. 11. 72 Jahre, Franz Föll, Küfermeister, am 14. 11. 81 Jahre und Josef Kranz, Rentner, am 2. 11. 73 Jahre alt. Allen Jubilaren herzliche Glückwünsche. Keine Geburten im letzten Monat Appenweier (r). Das Standesamt meldet im Oktober: Geburten: keine. — Eheschließungen: Postschaffner August Oskar Emst und Anna Margarethe Armbru- ster; Maschinenschlosser Rolf Albert Lambart. und Lioba Anna Föll, Näherin. — Sterbefälle: Maria Hätty, geb. Müller, Bahnhof- str. 9, 52 Jahre; Elektroschweißer Franz Hermann Föll, Dorf Straße 152, 47 Jahre alt. Tabakverwiegung Urioffen, (f) Dieser Tage fand hier die Ver dungsmitglied mit einer Kranzniederlegung wiegung von etwa 100 Zentner Tabak statt; Käufer für die Sorte Havanna war die Firma Wieck, Heidelberg; für die Sorte Geudert- heimer die Firma Vogelsang, Bremen. An Bahnübergängen abblenden Urloffen. (f) In letzter Zeit wurde beobachtet, daß Kraftfahrzeuge, die an geschlossenen Bahnübergängen halten müssen, nicht abblenden, so daß' wiederholt entgegenkommende Kraftfahrzeuge infolge Blendung des Lenkers in die geschlossene Schranke fuhren und in Todesgefahr gerieten. So fuhr in der Nacht zum Montag ein Motorradfahrer mit Beifahrer aus Legelshurst infolge Blendung in die geschlossene Schranke des Renchtalbahnüber- gangs und knickte dieselbe. Glücklicherweise gab es nur Materialschaden. Gottesdienstordnung Gengenbach. Donnerstag: 6.00 Uhr hl. Messe für Helene Riehle; 7.15 Uhr 3. Opfer mit Seelenamt für Georg Bischler, Bermersbach; 18.00 hl. Stunde mit Herz-Jesu-Liebeswerk.— Freitag: 6.00 Uhr hl. Messe für Eugen Häußler, Hauptwachtmeister; 6.35 Uhr hl. Messe für Krieger Josef und Karl Benz, Reichenbach; 7.10 Schülergottesdienst, Herz- Jesu-Amt für Uffz. Severin Müller, Berg- ach. — Samstag: 6.00 Uhr hl. Messe für Andreas Groß und Ehefrau, Wolfach; 7.13 Uhr Gemeinschaftsmesse des kath. Müttervereins und 3. Ordens mit Gebet und Segent 9.30 Uhr Trauung mit Amt (Kurat-Lienhard); 18.00 Uhr Rosenkranz. Nordrach. Donnerstag: 7.15 Uhr Jahftagssee- lenamt für Luise Welle; Kolonie: 7 Uhr für verst. Eltern Friedrich und Luise Speck. — Freitag: 6.30 Uhr hl. Messe für Karl Oberle und Ehefrau; 7 Uhr Herz-Jesu-Amt mit Segen für Helene Trayer. — Samstag: 6.45 Uhr hl. Messe für Georg Baumann und Sohn Ludwig; 7 Uhr Priester-Samstagsmesse für Theresia Baumann. Zell a. H. Freitag: S.45 Uhr hl. Messe für Walter Bea und Großeltern -von Zell 7.15 Uhr Herz-Jesu-Amt für Karl Hacker von Un- terharmersbach-Hinterhambach mit Opfergang für das Herz-Jesu-Liebeswerk, zugleich Schülergottesdienst. — Samstag: 6.45 Uhr hl. Messe für Wendelin Matt und Luise geb. Huber von Zell; 7.15 Uhr hl. Messe für verstorbene Angehörige der Familien Schwarz von Unterharmersbach u. Bracher, Oberentersbach; 14 und 17 Uhr Beichtgelegenheit; 18 Uhr Rosenkranz mit Segen. Evangelische Kirche Gengenbach: Samstag: 20.00 Uhr Wochenschlußfeier. Keine Sterbefälle im Oktober Zell-Weierbach (k). Standesamtsauszug Monat Oktober: Geburten: Christa Gerda, V.: Walter Stumpf, Arbeiter; Johann Karl, V.: Albert Duffner, Landwirt; Anton, V.: Theodor Fey, Rebarbeiter. — Eheschließungen: Artur Bieser, Automechaniker und Maria Margareta Eichner, Krankenschwester; Wilhelm Elsner, Glasschleifer, und Theresia Meliert, ohne Beruf; Paul Hubert Becker, Uhrmacher und Klara Marie Sester, Kontoristin, beide au* Kehl a. Rh. — Sterbefälle: keine. Auf „Herz und Nieren" geprüft Urloffens Wasserversorgungsanlage hat Bewährungsprobe bestanden Urloffen. (h) Der Erbauer der Wasserversorgungsanlage in Urloffen, G. H. Stierhof, hat bei der seinerzeitigen Uebergabe der Wasserleitung an die Gemeinde erklärt, daß die Pumpenanlage das Herz einer Wasserversorgungsanlage sei. Die Zeit der außerordentlichen Trockenheit dieses Jahres hat erfreulicherweise den Beweis erbracht, daß dieses „Herz“ gesund und voll leistungsfähig ist und auch die Erwartungen erfüllt hat, die an ein modernes Pumpwerk gestellt werden könnten. Die vor kurzem stattgehabte Prüfung der Pumpenanlage durch den technischen Ueber- wachungsverein Freiburg hat sich daher vor allem mit dem komplizierten Mechanismus und der Leistungsfähigkeit der nach den Berechnungen und Plänen von Ing. Stierhof eingebauten Apparate befaßt. Anwesend waren außer Bürgermeister Schmidt und Ing. Stierhof u. a.: Vom Technisch«! Ueberwachungs- verein Ing. Sauter, Dipl.-Ing. Krameich von der Baudirektion des Finanzministeriums Freiburg, ferner Ing. Wagner, Ravensburg, sowie Vertreter der am Bau des Pumpwerkes beteiligten Unternehmen. Die beiden von Freiburg entsandten Prüfungsingenieure haben es an einer genauen Untersuchung der elektrischen Anlage auf „Herz und Nieren“ nicht fehlen lassen. Nachdem auch die Motore, die Steuerungsanlage und die Druckkessel der Prüfung standgehalten hattet!, wurde noch eine Probe der Funktionsbereitschaft der Alarmanlage vorgenommen, deren pünktliche Auslösung allgemein Zufriedenheit über die Zuverlässigkeit der Konstruktion auslöste. Alles in allem haben die den ganzen Tag beanspruchenden Messungen von der klaren Planung, Konstruktionsdurchbildung und präzisen Ausführung überzeugt. . In einer kurzen Mittagspause, zu der Bürgermeister Schmidt alle Beteiligten im Gasthof „Adler“ eingeladen hatte, gab Herr Schmidt in einem Trinkspruch seiner Freude und dem Dank Ausdruck dafür, daß Urloffen nun im Besitze einer so vortrefflichen und modernen Wasserversorgungsanlage ist. Wir ehren das Alter Griesheim. (1) Am 30. 10 konnte Martin Wacker, Eisenbahner i. R., auf 76 Lebensjahre zurückblicken. Frau Elisabeth Oberle Ww., geb. Baumann, wurde am 2. 11. 1952 74 Jahre alt und am gleichen Tage vollendete Frau Katharina Ockenfuß Ww., geb. Müller ihr 71. Lebensjahr. Den drei Geburtstagskindern gratulieren wir und wünschen ihnen für ihren Lebensabend alles Gute. Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Wettschein des Württembergisch-Badischen Totos im West-Süd-Block bei. Wir empfehlen die Beilage Ihrer besonderen Aufmerksamkeit. Bedeutung der handwerklichen Berufsausbildung Eine Betrachtung zur „Woche des Berufes" Wer mit aufmerksamen Augen die heutige Jugend beobachtet, muß feststellen, daß sie in beruflicher Hinsicht eine Gleichgültigkeit und Müdigkeit zeigt, und daß sie vielfach ihr Interesse Dingen zuwendet, die sehr zu Sorge Anlaß geben. Mag man auch diese Erscheinung mit dem Wesen der Jugend, insbesondere mit den durch Krieg und Nachkriegszeit verursachten Störungen und Unregelmäßigkeiten während der Reife- und Entwicklungsjahre entschuldigen, so muß man sich doch ernstlich Gedanken darüber machen, wie diese Teilnahme- und Interesselosigkeit überwunden werden kann. Kann man diese Lethargie ausschließlich als krankhafte Zeiterscheinung bezeichnen und kann man die Jugend allein dafür verantwortlich machen? Liegt die Schuld nicht auch bei der älteren Generation, bei den Eltern und auch beim Lehrmeister? Der Handwerksmeister, der einen Lehrling einstellt, muß wissen, daß es heute mehr denn je Geduld, Opfer und auch Liebe bedarf, aus dem jungen Menschen sowohl fachlich wie charakterlich etwas Rechtes zu machen. Sein ganzes Mühen wird aber vergebens sein, wenn er die Mitarbeit der Eltern vermissen muß. Es soll nicht in Abrede gestellt werden, daß mancher Handwerksmeister allzusehr vom heutigen Zeitgeist befallen ist. Wer arbeitet noch zur Ehre Gottes und zu Nutz und Frommen der Mitmenschen! Man ist gezwungen, des Geldverdienens wegen zu arbeiten. Aber färbt diese rein materialistische Einstellung zur Arbeit nicht auch auf den Jugendlichen ab? Des Meisters Klagen über die durch den Krieg, die Flucht, die Währungsreform verlorenen Werte, über die Steuergesetzgebung, über die Härte des Existenzkampfes, sind wenig dazu angetan, die Jugend günstig zu beeinflussen und in ihr' die Liebe zum Beruf und damit das Mühen um die Weiterbildung zu fördern. Kann der junge Mensch da überhaupt noch daran glauben, daß sein Beruf ihn glücklich machen oder zumindest befriedigen könne? Dieser Erscheinungen und dieser Schwierigkeiten ist sich der handwerkliche Berufsstand bewußt. Er kennt seine sittliche Verpflichtung und hohe Verantwortung den ihm anvertrauten Lehrlingen gegenüber, was aus der Tatsache hervorgeht, daß der überragende Teil der großen Zahl handwerklicher Lehrverhältnisse vertragsmäßig und ohne besondere Zwischenfälle beendet wird, und daß 70 Prozent aller gewerblichen Lehrlinge im Handwerk ausgebildet werden. Das Handwerk weiß auch, daß es nicht nur das Recht und die Pflicht hat, sich seinen Nachwuchs zu erziehen und auszubilden, sondern daß ihm auch die Aufgabe zugefallen ist, in nicht unbedeutendem Umfange der Industrie zu einem Facharbeiterstamm zu verhelfen. Um die große Bedeutung des Handwerks für den eigenen Nachwuchs und für den der Industrie richtig zu bewerten, darf nicht an der Tatsache vorbeigegangen werden, daß der heutige Handwerksbetrieb kaum noch vergleichbar ist mit dem früherer Zeiten. In den letzten Jahren hat vornehmlich durch die Verwendung des Elektromotors der Handwerksbetrieb eine strukturelle Wandlung erfahren, die in der Handwerksgeschichte einmalig ist. Auch dem kleinsten Betrieb ist die Verwendung von Maschinen, insbesondere von Werkzeugmaschinen ermöglicht worden, was ursprünglich mehr oder weniger das Privileg der mit Dampfmaschinen ausgerüsteten Industriebetriebe war. Die Maschine dient aber dem Handwerker nicht zur Massenfertigung, sie hilft ihm lediglich präziser, rationeller und erleichtert arbeiten. Mag der Handwerksbetrieb noch so modernisiert sein, seine Struktur gestattet nicht die einseitige Ausbildung von Spezialisten, deren Verwendungsmöglichkeit beschränkt ist. Das schließt aber nicht aus, vielmehr sind die Voraussetzungen dafür gegeben, daß der junge Handwerker sich zu einem hochqualifizierten Spezialarbeiter in einem Industriebetrieb weiterentwickeln kann. Trotzalledem ist der handwerkliche Geist, der es in der Blüte des Handwerks vermochte, diesem einen goldenen Boden zu verleihen, im wesentlichen erhalten geblieben. Die Bande, die Lehrling, Geselle und Meister umschließen, konnten nicht zerrissen werden. Auch heute noch steht der Meister, sei es am Schraubstock, auf dem Baugerüst oder in der Friseurstube neben seinen Gesellen und Lehrlingen. Noch immer muß der selbständige Meister seine berufliche Laufbahn als Lehrling begonnen haben. Er weiß darum auch viel mehr um die Sorgen und Anliegen seiner Betriebsangehörigen als der Fabrikherr darum wissen kann. Ist es da nicht begreiflich, daß sich das Handwerk gegen Einflüsse wehrt, die seinem Wesen nach fremd sind, denen es vielleicht auch schon gelang, in den Bereich des Handwerks einzudringen, weil sie Vorgaben, zwischen den Sozialpartnern einen Ausgleich herbeizuführen, wo dieser doch schon immer bestanden hat. Nicht jeder, der hn Handwerk als Lehrling beginnt, wird Gelegenheit haben können, als Meister einen selbständigen Handwerksbetrieb zu führen, sei es, daß ihm hierzu das nötige Kapital fehlt oder sei es, daß ein, mangelndes Bedürfnis hiervon abhält, es wird auch nur ein verhältnismäßig kleiner Teil als Handwerksgeselle eine Lebensexistenz finden können. Aber dennoch braucht es grundsätzlich einem jungen, tüchtigen Handwerker wegen seiner Zukunft nicht bange sein. Nicht nur die Industrie, auch andere Wirtschaftszweige, ja sogar Behörden, haben für Arbeitskräfte mit fachlichem Niveau und handwerklicher Gesinnung ein vielfältiges Verwendungsfeld. Es ist eine der Hauptaufgaben der handwerklichen Selbstverwaltungsorganisation, den Leistungsstand des Nachwuchses zu heben. Es wurden fachliche Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesens mit Berufsbildern für die einzelnen Handwerkssparten ausgearbeitet, „Lehrlingshöchstzahlen“ haben die Anzahl der Lehrlinge je Betrieb zu begrenzen, dem Lehrling ist zur Pflicht gemacht, wöchentlich einmal Eintragungen in das Werkstattwochenbuch zu machen, dem Lehrlingswart jeder Innung obliegt es, dem Lehrling helfend und beratend zur Seite zu stehen, die Ablegung und die Abnahme von Gesellen- und Zwischenprüfungen ist geregelt und garantiert eine objektive Durchführung usw. Nicht unerwähnt darf in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit und die hohe Bedeutung bleiben, die den Gewerbe- und Fachschulen beÄder Vermittlung des theoretischen und fachlichen Wissens zufällt. Aber all diese Maßnahmen und alles Mühen des Meisters und der Schule werden nur Erfolg haben, wenn der junge Mensch selbst die rechte Einstellung zum Beruf hat und bereit ist, Opfer zu bringen für seinen Beruf und zweitrangige Interessen zurückzustellen. Möge doch die Jugend erkennen und begreifen, daß von ihrem Beruf ihre Existenz und damit ein-* mal das eigene Glück abhängt. Mittwoch, 3. November 1952 Windschläg plant Kanalisation Die Pläne liegen im Rathaus zur Einsichtnahme auf Windschläg, (st) Die Gemeinde will die Entwässerung mittelst Kanalisation durchführen, und zwar für die Abwässer der Kinderschule, der geplanten Waschanstalt sowie der Badeanstalt. Ferner soll die Entwässerung der Hauptstraße in Hinkunft durch einen geschlossenen Kanal nach dem Dorfbach vorgenommen werden, um den bei langanhaltenden und bei starken Regengüssen im Unterdörf jeweüs auftretenden Ueberflutungen zu begegnen. Zum Abfluß kommen nur Regen- und Abwässer aus den Haushaltungen. Fäkalien dürfen nicht eingeleitet werden. Die entsprechenden Pläne liegen zwei Wochen im Rathaus zur Einsicht der Beteiligten offen, um etwaige Einwendungen geltend machen zu können. Altersjubilare in Windschläg Windschläg, (st) Am 1. 11. wurde Franz Paul Wiedemer, Landwirt, 78 Jahre; am 4.11 wurde Andreas Rendler, Gastwirt, 72 Jahre; am 16.11. wird Jos. Kauimann, Bahnarbeiter a. D., 75 J.; am 20. 11. Franz Nock, Rangieraufseher a. D., 73 Jahre; am 22. 11. Andreas Vogt, Maurer, 78 Jahre, und am 25. Katharina Lurk geb. Kempf 76 Jahre alt. Keine Sterbefälle im Oktober Windschläg (st). Standesbuchauszüge Monat Ortsvorstände des VdK treffen sich Zell a. H. (s) Am Sonntag, den 9. November, um 9 Uhr, hält der Verband der Kriegsbeschädigten, Hinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands im Gasthaus „Zur Sonne“ eine Kreis-Konferenz ab, bei der als Delegierte die Ortsvorstände sämtlicher Ortsverbände des Kreises Wolfach teilnehmen werden; im Mittelpunkt der Tagesordnung steht ein Referat eines Vertreters der Rechtsschutzabteilung des Landesverbandes. Ab 13.30 Uhr findet dann im „Bad. Hof“ eine Versammlung sämtlicher Mitglieder des hiesigen und der umliegenden Ortsverbände (Steinach, Biberach, Nordrach, Unter- und Oberharmersbach) statt, bei der ebenfalls der Vertreter der Rechtsschutzabteilung sprechen wird. Der zweite Teil des Nachmittags wird der gemütlichen Unterhaltung, Aufführung eines Einakters, Auftreten des bekannten Jongleurs Erpesto Nevada usw. gewidmet sein. Erfinder der V 2 spricht Zell a. H. (s) Das Jugend- und Volksbildungswerk veranstaltet am Donnerstag, 6. November, um 20 Uhr im Hirsch-Saal einen Licht' bildabend des Erfinders* der V2 Dipl.-Ing. Rudolf Nebel unter dem Titel „Vorstoß in den Weltenraum“; Jugendliche unter 14 Jahren haben keinen Zutritt. Aus der Familienchronik Zell a. H. (s) Am 4. November beging Friedrich Kussi, Jahnstraße, bei guter Gesundheit seinen 70. Geburtstag. — Am heutigen Mittwoch feiern die Eheleute Adolf Schoch und Cäcilie geb. Schmider das Fest der silbernen Hochzeit. Wir gratulieren Oberharmersbach, (m) Frau Luise Häfele geb. Person konnte am 4. November ihren 81. Geburtstag begehen. Der Landwirt Josef Isenmann von der Wittum konnte am gleichen Tag seinen 75. Geburtstag feiern. Beide Altersjubilare sind noch sehr rüstig. Soldatengräber frisch hergerichtet Nordracfa. (s) Auf Allerheiligen wurden hier die französischen Kriegergräber von einer deutschen Firma frisch hergerichtet. Schöne Grabeinfassungen umgeben jetzt die einzelnen Gräber, auf denen gediegene Eichenkreuze angebracht sind. Auch unsere Soldatengräber waren über Allerheiligen würdig und schön geschmückt. Oktober 1952: Eheschließungen: Karl Friedrich Birk, Former und Anna Barbara, geb. Dierle; Wilhelm Falk, Portier und Erna Maria geb. Anselment von Zunsweier. — Geburten: Gerhard, V.: Franz Anton Werner, Arbeiter; Michaele, V.: Franz Anton Schaub, Maschinist; Margaretha Klara, V.: Hermann Fehrenbach, Arbeiter, wohnhaft in Homberg. — Sterbefälle: keine Geburten überwogen Schutterwald, (j) Auszug aus dem Standesregister vom Monat Oktober: Geburten: Claudia Walburga, Vater: Rudolf Armbruster, Kraftfahrzeugmeister; Emma Theresia, V.: Unsere Leser schreiben: Franz Josef Lipps, Bauhilfsarbeiter; Stefan Wilhelm, V.: Otto Josef Junker, Schmied; Siegfried Wilhelm, V.: Kurt Heppner, Elektromonteur; Barbara, V.: Alfred Seigel, Kraftfahrer; Gerhard Josef, V.: Erwin Gütle, Bahnarbeiter; Heribert Franz, V.: Hans Roser, Praktikant; Wolfgang Rudolf, V.: Rudolf Junker, Schlosser. — Eheschließungen: Hugo Oß- wald, Landwirt, und Maria Magdalena Isenmann; Erich August Deicke, Arbeiter, und Helga Inge Sexauer, Lahr. — Sterbefälle: Wilhelm Schmidt, Bahnarbeiter a. D.; Lorenz Braun, Gerber, Bahnhofstr. Altersjubilare in Höfen Höfen, (j) Heute, 5. November, vollendet die Witwe Viktoria Braunstein geb. Rudolf das 84. Lebensjahr. Mit dem 6. November wird Eisenbahner a. D. Michael Hansert 70 Jahre alt. Eine Erklärung der Fliegergeschädigten Kritik der Fliegergeschädigten" im Gengenbacher Stadtrat Zur In Ihrer Nr. 178 v. 28. 10. 52 bringen Sie einen Bericht über die öffentliche Stadtrats' Sitzung in Gengenbach. Zu dem Absatz „2?ur Kritik der Fliegergeschädigten“ geben wir fol gende Erklärung ab, die wir zu veröffentlichen bitten. Die in der Mitgliederversammlung vom 4. ltf. 52 beanstandete verspätete Ausgabe der amtlichen Formulare zum Feststellungsgesetz seitens der hiesigen Stadtverwaltung war keine unsachliche Polemik, sondern eine be rechtigte Kritik an der Mißachtung der Belange der Kriegsgeschädigten auf Grund der folgenden objektiven Feststellungen: 1. In der öffentlichen Stadtratssitzung am 11. 9. 52 gab der Herr Bürgermeister die Erklärung ab, daß die Ausgabe der ein gegangenen Formulare aus arbeitstechnischen Gründen noch nicht erfolgen könne, sondern erst eine zusätzliche Kraft für diese Aufgabe eingestellt werden müsse. Er werde in der nichtöffentlichen Sitzung dem Stadtrat die entsprechende Vorlage machen. Eine ähnliche Erklärung wurde unserm Vorsitzenden am 10. 9. 52 mündlich auf dem Rathaus auf seine Anfrage gegeben. 2. Die Begründung, daß am 8. 9. .52 noch nicht alle Formulare verfügbar gewesen seien, wurde erst in der Stadtratssitzung am 23.10. 52 herangezogen, aber am 11. 9. 52 mit keinem Wort erwähnt. Diese Begründung ist auch nicht stichhaltig, da nach unsem Feststellungen auch heute noch an manchen Tagen das eine oder andere Formular nicht greifbar ist und die Geschädigten den Weg zum Rathaus mehrmals machen müssen. 3. Uns ist keine Gemeinde des ganzen Landkreises bekannt, die nicht unmittelbar nach Eintreffen der Formblätter mit deren Ausgabe begonnen hätte. Der Hinweis auf die Bekanntmachung der Stadt Lahr in der Ausgabe vom 21. 10. 52 „Das Volk“ ist eine bewußte Irreführung der Oeffentlichkeit, da diese Bekanntmachung nicht die Ausgabe der Formblätter, sondern die Entgegennahme der Anträge behandelt. 4. Bürgermeister und Stadtrat haben nicht das Recht, entgegen dem Willen des Gesetzgebers, von sich aus einen Termin zu bestimmen, an dem sie den Geschädigten die amtlichen Formulare zugänglich machen wollen. 5. Die Geschädigten können von ihrem Bürgermeister und Stadtrat als den beruflichen Dienern der Einwohnerschaft verlangen, daß früh genug notwendige Maßnahmen getroffen werden. 6. Ausgleichsleistungen aus dem L.A. mit Rechtsanspruch bedingen die Schadensfeststellung. Ab Mitte November ist mit der Ausgabe der Antragsformulare für Ausgleichsleistungen aus dem L.A. zu rechnen. Für das 1. Halbjahr, also bis 31. 3. 53 sind rund 1,4 Milliarden bereits zur Verfügung gestellt. Wer verspätet seinen Schaden zur Feststel- Hanauerland und Ried Jahr der Gegensätze Altenheim, (r) Als Jahr der krassesten Gegensätze wird das Jahr 1952 in die Geschichte eingehen. Nachdem es zuerst eine furchtbare Dürre und anschließend Hagel gebracht hat, ist es jetzt infolge der schweren Regenfälle fast eine Unmöglichkeit, die Kartoffeln vollends zu ernten und die Wintersaat zu beenden. Wegen der großen Nässe fällt auch die Weißrübenemte fast völlig aus; somit wird die Futtemot mit jedem Tage größer. Dies ist um so schlimmer, als die Landwirte jetzt schon das überständige Vieh zu immer geringer werdenden Preisen absetzen müssen. Rheinwärterhaus erweitert Marlen, (k) Das nach dem Kriege neu erbaute Rheinwärterhaus in Marlen, das durch Kriegseinwirkung völlig zerstört worden war, wurde durch einen Anbau mit zwei Räumen erweitert. Der eine Raum dient als Aufenthaltsraum für die Rheinbauarbeiter, um sie gegen die Unbilden der Witterung zu schützen. Bisher hatte ein derartiger Raum gefehlt. Das Wasserbauamt Offenburg hat hierdurch einem lang gehegten Wunsch der Rheinbauarbeiter Rechnung getragen. Im andern Raum werden die Geräte aufbewahrt, die für die Rheinbauarbeiten benötigt werden. Todesfall Marlen, (k) Am Sonntagmorgen starb unerwartet Frau Lina End geb. Hiegel aus Marlen Im 31. Lebensjahr. Sie hinterläßt ihrem Ehemann zwei kleine Kinder. Der Familie wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Hohes Alter Marlen, (k) Frau Josephine Feyle, Witwe ; geb. Blaise in Marlen, von Kehl evakuiert, vollendet am 8. November ihr 80. Lebensjahr. — Frau Katharina Kruß aus Goldscheuer wird am gleichen Tag 70 Jahre alt, während Frau Katharina Klem, Witwe, geb. Kern aus Goldscheuer am 9. November auf 83 Lebensjahre zurückblicken kann. Die Jubilarin konnte im Jahre 1938 ihre goldene Hochzeit feiern. Herzliche Glückwünsche! Vom Ichenheimer Standesamt Ichenheim (r). Das hiesige Standesamt hatte im Oktober folgende Eintragungen zu verzeich nen: Geburten: Inge Emma, V.: Landwirt Max Josef Fäßler; Wendelin, V.: Landwirt Friedrich Wilhelm Jäger; Peter Michael, V.; Schreiner Albert Jakobi. — Eheschließungen: Wilhelm Heinrich Wendle mit Annemarie Jäger, Franz Josef Mühlberger von Ottenheim mit Hildegard Jäger; Gerhard von Kalinowski mit Ursel Hedwig Fiedler. Sterbefälle: Schlachthofverwalter Carl Albert Hetzel, im 78. Lebensjahr; Frieda Wurth, geb. Jägle, mit 62 Jahren. Offenburger Tageblatt Chefredakteur: Adolf Kimmig Verantwortliche Redaktion: Adolf Klmmlg (Politik); Franz Josef Mayer (Badner Land); Karl Giet (Kultur, Unterhaltung und Heimatbeilage); Alois Hörth (Sport); Herbert Buhles (Allg. Beilagen); Walter Plcbert (Landw. Beilage); Helmattell: Or.Alfred G aller. Druck und Verlag: A. Reiff & Cie., Offenburg Für unverlangte Beitrage wird keine Gewahr übernommen. Jung anmeldet, kann also auch erst später eine Berücksichtigung erwarten. Verspätet zum Zuge zu kommen, dürfte aber für manchen Geschädigten schon einen erheblichen Verlust bedeuten. Ganz abgesehen von den vielen anderen Schadensmöglichkeiten bei verspäteter Schadensanmeldung. Nur Nichtkenner der Materie und der Not der Geschädigten können von „Zeit genug“ reden. 8. Der Vorwurf, den unsere Mitglieder in ihrer Versammlung am 4 10. 52 gegen Bürgermeister und Stadtrat erhoben hat, könnte nach den Feststellungen unter Nr. 3 noch erweitert werden. Unsere Mitglieder lassen sich durch eine solche Öffentliche Verwahrung seitens des Stadtrats, bzw. des Herrn Bürgermeisters nicht beirren oder mundtot machen. Ortsverein Gengenbach im Zentralverband der Fliegergeschädigten, Evakuierten und Währungsgeschädigten Stuttgart Ist dein Fahrrad verkehrssicher? Während einer im vorigen Jahr durchgeführten Aktion zur Verhütung von Radfahrer-Unfällen haben zahlreiche Betriebe der gewerblichen Wirtschaft während der Arbeitszeit die abgestellten Fahrräder ihrer Belegschaft überprüft. Die Zentralstelle für Unfallverhütung hat nunmehr an Hand der Berichte einiger hundert größerer Betriebe festgestellt, daß 50 Prozent der überprüften Fahrräder nicht den Anforderungen der Verkehrssicherheit genügten. Man kann also in Anbetracht der großen Zahl überprüfter Fahrräder schließen, daß von rd. 15 Millionen Fahrrädern im Bundesgebiet 7,5 Millionen unfallfördernde Mängel aufweisen. Nachprüfungen der bei der Betriebskontrolle beanstandeten Fahrräder haben ergeben, daß etwa drei Viertel aller Mängel auf Grund der Beanstandung nachträglich behoben worden sind. Neues Heiligtum im Renchtal Nußbach, (b) In jenen bitteren Tagen des Frühjahrs 1945, da die Kriegsfront mit ihren Stahlgewittern über den Rhein herüber in die Renchtalheimat rückte, gelobten die Einwohner der Pfarrei Nußbach — Bottenau dem hl. Apostel Judas Thaddäus, dem Freund und Helfer in aller Not, bei Verschonung des Dorfes aus Kriegsgefahr eine schlichte Kapelle zu errichten. In den Oktobertagen dieses Jahres wurde dies Gelöbnis erfüllt. Unweit der vielbesuchten Wallfahrtskirche Aufnahme: R. Gotscho St. Wendel, an der Wegekreuzung Herztal — Meisenbühl, wo der „Ortenauer Weinpfad“ vorbeiführt, entstand in landschaftlich herrlichster Umgebung diese einzigschöne Flurkapelle. Fromme Stifter aus der Gesamtpfarrei und Wendelinuspilger brachten die milden Gaben zusammen, die das Werk ermöglichten. Der kunstfertige Meister Heinrich Sallmann aus München, seines Zeichens Architekt, Bildhauer, Maler und Baumeister zugleich, führte die Planung und künstlerische Gestaltung der Kapelle aus. Nicht weit von ihr liegen heute die Trümmer der Westwallfestung Meisenbühl, wo einst schwere Ferngeschütze ihre tod- und verderbenbringenden Schlünde drohend erhoben. Seinen Verlegungen erlegen Steinach, (nt) Wie schon gemeldet, stürzte am vergangenen Mittwochabend, unterhalb* dir Kinzigbrücke, Richtung Biberach, ein Motorradfahrer auf bis jetzt noch ungeklärte Weise und zog sich eine leichte Gehirnerschütterung zu. Im Krankenhaus in Zell a. H. ist der Verunglückte inzwischen an einer Gehirnblutung gestorben. Der Verstorbene ist in Lehengericht beheimatet. Normalgewicht Sie werden schlank ohne zu hungern, wenn Sie täglich Ihr Täfichen RICHTERTEE trinken. Er schmeckt gut u« ist so gesund. Erhältlich auch als DRIX-DRAGEE& 3,48,25lPM iApotlukJfregi Drogerie M. Gorski, Weingartenstr. 37 Zwan<-sver Steigerung Donnerstag, 6. Novemb. 1952, um 10.00 Uhr, werde ich in Windschläg an Ort und Stelle mit Zusam menkunft beim Rathaus, gegen bare Zahlung im Vollstrek- kungswege öffentlich versteigern: 1 Tabakrösttrommel, Fabrikat Heine, 1 Tabakpaketiermaschine, Josef Lang, Mannheim, 1 Tabakschneidemaschine, Berghag, I Tabakrippenwalzmaschine. Klaiber, Gerichtsvollzieher Haarausfall, Schuppen? dann Dr. Buflebs bewährten Brennesselspiritus, große Flasche 2.50 DM. Schwarzwald-Drogerie A. Zeitz, am Stadtbuchei Stellensuchende die sich auf Stellenangebote im Offenburger Tageblatt bewerben, fügen oft Originalzeugnisse und andere wertvolle Dokumente der Bewerbung bei. Die Prüfung einer Bewerbung nimmt oft längere Zeit in Anspruch. Der Bewerber muß daher manchmal lange warten, bis er seine Papiere zurückerhält Ir jedem Falle sollten der Bewerbung immer nur Abschriften als Unterlager mitgegeben werden. Gerade im richtigen Augenblick in der vitamin» und sonnenarmen Zeit bringt Sanella eine wertvolle Bereicherung für Ihre Ernährung: für die schwerarbeitenden Männer SANELLA mit Aufbau- Vitaminen WACHSTUMSVITAMINE A fördern Wachstum und Gedeihen steigern die Widerstandskraft. SONNENVITAMINE D fördern kräftigen Knochenbau, geben feste Zähne für die vielgeplagten Hausfrauen flSANEtlA Nur vollwertige Nahrung erhält frisch und leistungsfähig! Es ist wissenschaftlich erwiesen, daß zu einer vollwertigen Nahrung Nährstoffe und Wirkstoffe, d. h. Vitamine, gehören. Deshalb bringt Sanella jetzt außer ihren reinen', nahrhaften Fetten noch wertvolle Aufbau-Vitamine. Streichen Sie täglich Sanella aufs Brot, geben Sie auch reichlich Sanella ans Essen: Sie schenkt Ihnen und Ihrer Familie, ohne Extrakosten, tagtäglich neue Kraft und Lebensfrische. Täglich Sanella — täglich Vitamine! SePT Mittwoch, 5. November 1952 Sport in der Heimat Kantersieg Uber den Tabellenletzten Dundenheim I — Oberweier 1 S:* Dundenheim Jugend — Oberweier Jugend 1:3 (rr) Einen hohen Kantersieg errang Dundenheims •rste Mannschaft über den Tabellenletzten Oberweier. Vom Anspiel weg zeigte es sich, daß die Einheimischen den Gästen überlegen waren. Leider hatten die Gäste auch noch das Pech, daß ihr Torwart bereits in der dritten Spielminute verletzt wurde und für eine Viertelstunde ausscheiden mußte. Sein Vertreter hielt sich gut, konnte aber die zwei in dieser Phase erzielten Tore nicht verhindern. Bei einer heftigen Debatte ließ sich der tadellos leitende Schiri Stürzei (Zunsweier) nichts vormachen, denn der schärf geschossene Ball sprang vom Netz wieder ins Feld zurück. Außer zwei gefährlichen Durchbrüchen in der ersten Viertelstunde zeigte der Gästesturm fast gar nichts. Bei der Pause stand das Spiel 4:0, und bei etwas mehr Schußglück hätte das Ergebnis schon höher stehen können. Nach dem Wechsel schoß Dundenheim noch fünf Tors und vergab noch einen Elfmete« Waltersweier in Schußlaune Waltersweier I — Auenheim I 6:2 Waltersweier II — Auenheim II 3:1 (ls) In einem überaus fairem Kampf zeigten sich die einheimischen Stürmer in der ersten Halbzeit in bester Schußlaune, denn mit 5 Toren in der ersten Halbzeit war das Spiel ziemlich für den Gastgeber entschieden. Schon in der ersten Minute erzielte Hofmann das Führungstor, gut unterstützt durch das gute Aufbauspiel der Läufer, brachte es dann jeder Stürmer zum sicheren Torschuß. Auenheim war wohl technisch etwas unterlegen, jedoch an Kampfkraft und Energie gleichwertig. Zwei Minuten vor Halbzeit konnte dann der Halbrechte ein verdientes Tor für die Gäste anbringen. Nach dem Wechsel legten die Gäste mächtig los, drängten zeitweise die Platzherren in ihre eigene Hälfte zurück und konnten auch dann einen scharfen Schuß sicher in die Maschen setzen. Aber auch ihr schnelles Tempo ließ dann wesentlich nach, nach verteiltem Feldspiel brachte der einheimische Linksaußen 10 Minuten vor Schluß den 6. Treffer an. Die OFV A-Jugend erzielte das 5«. Tor Windschläg A-Jgd. — OFV A-Jgd. 0:12 (0:5) (gu) Bereits im siebten Spiel hat die OFV A-Jgd. die 50-Tore-Grenze überschritten. Sie liegt mit 14:0 Punkten und 55:2 Toren klar an erster Stelle. Die körperlich schwachen Windschläger hatten gegen Offenburgs ausgezeichnete Elf nie etwas zu bestellen. Zwar konnten die Gastgeber 15 Minuten lang ein 0:0 halten, dann aber setzten sich die OFV-Stürmer durch. Nach dem 1:0 durch den Linksaußen folgten bis zur Pause noch vier weitere Tore. Offenburgs Feldüberlegenheit hielt auch in der zweiten Hälfte an, und bald hieß es 6:0. Das siebte Tor, das zugleich auch den 50. Treffer für die A I-Jgd. bedeutete, erzielte der Halblinke Frey nach einem prächtigen Alleingang. Hatten es die Offenburger vorher nicht richtig verstanden, die gegnerische Hintermannschaft auseinanderzureißen, so wirbelten sie nun umso mehr die Gastgeberabwehr durcheinander. In regelmäßigen Abständen schraubten sie das Ergebnis auf 12 : 0 . Kraftsport: Gerechtes Unentschieden (th) Zum Verbandsringkampf trafen sich in der Volksschule die Ringermannschaften Altenheim und Appenweier. Die Ergebnisse lauteten: Fliegengewicht: Walter König (A) gegen Emst Vollmer (App); Sieger: König. — Bantamgewichts Gerhard Waldmann (A) gegen Oswald Flözer (App); Sieger: Waldmann. — Federgewicht: Edgar Gäns* mantel (A) gegen Robert Wiedemer (App): Sieger: Gänsmantel. — Leichtgewicht: Ernst Baumgärtner (A) gegen Emil Kornmeier (App); Sieger: Kommeier. Weltergewicht: Willi Speck (A) gegen Robert Hättig (App); Sieger: Hättig. — Mittelgewicht: Willi Uebel (A) gegen Albin Schneider (App); Sieger: Schneider. Halbschwergewicht: Hans Baumgärtner (A) gegen Hermann Sester (App); Sieger Baumgärtner. — Schwergewicht: Heinz Fink (A) gegen Alfred Föll (App); Sieger: Föll. — Somit endete die mit Spannung erwartete Begegnung mit 4:4-Siegen, einem Resultat, das auch dem Verlauf der Kämpfe entspricht. Mehrfach wurden die Entscheidungen de« Schiedsrichters stark kritisiert. „Erscheinungen der Wechseljahre: Schwindelgefühl, heftige Kopfschmerzen, Hitzewellen usw. machten mir lange zu schaffen. Vor rund einem Jahr nahm ich erstmals Klosterfrau Melissengeist: ich kann Ihnen die Versicherung geben, daß schon nach dem ersten Gebrauch eine wesentliche Besserung eintrat! Heute ist Klosterfrau Melissengeist für mich und meine Familie das unersetzliche Hausmittel!“ So schreibt Frau Marta Katten- dahl, Kapellen Krs. Mors, am Silbersee. Es ist schon so: der ecfate Klosterfrau Melissengeist, der ist und bleibt das Hausmittel für Alle! Heute — wie seit 125 Jahren! 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