BADISCHES flus dem Inhalt: Sollen wir wegen Sabotagepolitik im Elend versinken? Entscheidung über zwei Wege bei der Bundestagswahl Von Willy Grimm Freudloses Leben der Kriegsbeschädigten „Mein Haus ist ein Bethaus.. WOCHENBLATT DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI D E UTS C H LAN D S / LANDESBEZIRK BADEN Jahrgang 5 / Nr. 29 Freitag, 22. Juli 1949 Preis 15 Pfg Mannheimer Oberbürsermeisterwahl enthüllt Doppelspiel Die Oberbürgermeisterwahl stellt die Mannheimer Wählerschaft vor die Entscheidung, zwischen Erwin Eckert und Dr. Heimerich zu wählen. Wem von beiden soll sie die Stimme geben, wer von beiden soll Oberhaupt unserer Stadt werden? Das ist die Frage. und DVP in Mannheim das unmögliche Kunststückchen fertig brachten, sich am 31. Juli hundertprozentig selbst verleugnen zu können, bleibt doch ihre sich verheerend auswirkende Politik im gesamten Westdeutschland bestehen, die weitgehend den Rahmen der Gemeindepolitik mitbestimmt. Der Mannheimer SPD-Vorstand mutet der Bevölkerung aus Anlaß der Wahl des Oberbürgermeisters reichlich viel politische Naivität oder Dummheit zu. Beiden werden hoffentlich bei der Oberbürgermeisterwahl nicht allzuviele zum Opfer fallen. Darum also keine Beantwortung unseres Briefes? Nach dieser Sachlage der Dinge hat der Mannheimer SPD-Vorstand genau gewußt, warum er den Vorschlag der KPD auf einen gemeinsamen Kandidaten auf der Grundlage eines Minimalprogramms nicht beantwortet hat. Er konnte ja nicht antworten, vielleicht, weil er noch nicht einmal Herr seiner eigenen Entschlüsse war und vielleicht ebensowenig wie wir weiß, worin die Vereinbarungen Dr. Heimerichs mit der CDU und DVP bestehen. Wir halten es für möglich, daß jede Vereinbarung bestritten wird. Dann also ein prinzipienloses Bündnis für die Oberbürgermeisterwahl, bei dem CDU und DVP umso besser im Trüben glauben fischen zu können. Mit Erwin Eckert gegen Dunkelmänner und Profitjäger Und da mutete man der Kommunistischen Partei zu mitzumachen? Ein reichlich starkes Stüde. Zu einer solchen Politik gibt sich die Kommunistische Partei nicht her. Die Oeffentlichkeit soll wissen, was gespielt wird, vor ihr sollen die Karten offen liegen. Darum sah die KPD in Erwin Eckert den Mann, den sie gegenüber der Bevölkerung mit reinem Gewissen als Kandidat zur Oberbürgermeisterwahl vertreten kann. In Mannheim gilt es, bei der Oberbürgermeisterwahl die Arbeitermehrheit zu verteidigen, damit nicht über CDU und DVP sich im Mannheimer Rathaus der Geist der Dunkelmänner und Profitjäger ausbreitet. Die Hälfte des Mannheimer Etats Besatzungskosten Die KPD lehnt ab — Wahlbündnis SPD mit CDU und DVP wirkt sich bereits aus — KPD-Anträge niedergestimmt Die Kommunistische Stadtratsfraklion hat als einzigste den Haushaltsetat der Stadt Mannheim für das Rechnungsjahr 1949 '50 abgelehnt. Der ordentliche Etat sieht Ausgaben und Einnahmen in der runden Höhe von 122 Millionen DM vor. Von den Ausgaben werden fast die Hälfte, nämlich 60,25 Millionen DM durch die Besaizungskosten verschlungen. SPD, DVP, CDU lehnten alle Anträge der Kommunistischen Partei ab, die zum Ziele hatten, durch Streichung überhöhter Posten Mittel freizumachen, um sozialen Zwecken zugeführt zu werden. Sollen die, die im vergangenen Jahr auf der Grundlage des Minimalprogramms der Arbeitermehrheit mit Dr. Cahn - Garnier über den CDU-Kandidäten Braun siegten, nunmehr hinter Dr. Heimerich hertraben, der erst von der CDU und DVP erkoren und dann der Sozialdemokratie aufoktroiert wurde? Die Umstände, die zur Kandidatur Dr. Heimerichs führten, würden allein genügen, ihn abzulehnen. Muß sich nicht jeder Wähler in Mannheim fragen, für welche Politik entscheidet er sich bei der Wahl Dr. Heimerichs, für die der SPD oder für die der CDU und DVP? Oder gibt es gar keinen Unterschied in der Politik dieser Parteien? Was stimmt bei der Kandidatur Dr. Heimerichs nicht? Vor Jedem in Mannheim steht die Frage, was stimmt bei der Kandidatur Dr. Heimerichs und dem Wahlbündnis der SPD mit CDU und DVP nicht? Ist die Sache nicht faul, wenn zur gleichen Zeit der Oberbürgermeisterwahl in Mannheim die Wahlschlacht um das westdeutsche Bundesparlament tobt und die SPD, die besitzbürgerlichen aPrteien CDU und DVP verantwortlich macht für den Raubzug am kleinen Mann durch die Währungsreform; wenn sie diese beschuldigt, die politischen Einpeitscher des Plünderungsfekizuges der Unternehmer gegen die Arbeiter durch hohe Preise und niedere Löhne zu sein? Kann es stimmen, wenn die SPD in der CDU und DVP die Parteien sieht, die den Kapitalismus „Frankfurter Observanz“ in Westdeutschland in den Sattel gehoben haben, die jede Mitgestaltung und Bestimmung der Arbeiterschaft in der Wirtschaft ablehnen und als Feinde einer wirklichen Sozialpolitik bezeichnet werden, daß sie dann mit diesen zusammengeht? Wahrhaftig, da stimmt etwas nicht. Warum haben CDU und DVP Dr. Heimerich auf ihren Schild gehoben, nachdem diese doch von den Industrieherren finanziert werden; 4 DM pro Kopf der Belegschaft sind unsere Kapitalisten bereit, diesen Parteien für ihren Wahlfond zu geben Warum können CDU und DVP, die ausgehalten sind vom Kapital, ihr Vertrauen Dr. Heimerich geben? Wollen sie in der Mannheimer Gemeindepolitik durch Dr. Heimerich Zins und Zinseszinsen wieder hereinbekommen? Ein Geheimnis, hinter das niemand kommt! Sind CDU und DVP Förderer des gemeinnützigen Wohnungsbaues? Sind sie Fürsprecher einer sozialen Mietpreisgestaltung? Nein, das sind sie gewiß nicht! Oder sind sie für einen wirklichen Lastenausgleich, der den Kriegs- und Währungsopfern Genugtuung gibt und ihr Elend mildert? Nach der Praxis dieser Parteien darf es kein Mensch mit gesunden Sinnen annehmen. Hinter das Geheimnis, warum dies offenbar der SPD-Vorstand in Mannheim möglich hält, sind wir noch nicht und wird kein Mannheimer Wähler kommen. Ein bißchen viel Zumutung Sind es zwei Paar Stiefel nh man 7nr “ v “ “““““““«“uä ucncuiien, ist eme ges una der jsmscnucmerung werden ange- Ciwecxen zu miuoraucnen. Wahl für das Gemeindeparlament oder zur tti s<*werwiegendsten VerfolgungsmaB- wandt, um Millionen Katholiken am Kampf Den Millionen gläubigen Katholiken, die Wahl dfs Bundestag?:Stet? Na* dlm ^ * 5 * l es Pasttums. für eine von ihnen als gerecht und mit das Wort ihres höchsten Kirchenfürsten was in Mannheim durch das widematür- dUr< vj, d politischen den tiefsten Forderungen ihres Glaubens ehren, erklären wir: die Weisung des liehe Bündnis zwischen CDU DVP und SPD ac ^L.^ er un< * „! e Übereinstimmung erkannte Sache zu Papstes kann Gültigkeit haben nur für den bei der Oberbürgermeisterwahl geschieht Hierarchie endgültig auf die hindern. Der reaktionäre Sinn dieser Maß- religiösen Glauben, aber sie hat keinerlei könnte man das innehmcmMan wä^Tge- wa ^ d k fP ltahstlschen na hme wird allein dadurch gekennzeichnet, Gültigkeit für die politische Entscheidung aas anne ™en. Man wäre ge- Welt des Profits, der Ausbeutung und des daß der Papst die Führer des Faschismus, und für das politische Handeln 2U glauben, daß ein und Krieges. Sie nehmen Partei für die Re- die für das Völkermorden und die Gas- d3S polltlsche Handeln, diese bc Partei bei der emen Wahl für und aktion und gegen die Sehnsucht und die kammern von Auschwitz und Maidanek oei der anderen gegen die Interessen des Hoffnung der arbeitenden Menschheit auf verantwortlich zeichneten, nie exkommuni- Volkes zu handeln vermögen. Der Wolf im eine bessere und gerechtere Gesellschaft ziert hat, hier aber den Bannfluch gegen Schafspelz bleibt es am 31. Juli wie er es und auf den Frieden. Millionen einfacher, ehrlicher, gläubiger am 14. August sein wird. Und wenn CDU Mit diesem Dekret erweist der Papst der Menschen schleudert. Die vom Papst angedrohten Verfolgungen werden nicht verhindern, daß die Menschheit vorwärtsschreitet auf dem Wege So hatte beispielsweise die Kommunistische Partei den Antrag gestellt, die Polizeipferde abzuschaffen, um die eingesparten Mittel und den Erlös aus dem Verkauf der Pferde zur Verbilligung der Bunkermieten verwenden zu können, die teilweise um das Dreifache über dem normalen Mietpreis liegen. An dem sehr stark angestiegenen Polizeietat, verursacht durch die Neueinstellung von weiteren 140» Verwaltungsbeamten, hatte die KPD-Fraktion eine Kürzung um 100 000 DM beantragt. Das freiwerdende Geld sollte zur Verbilligung der Mieten der Neubauwohnungen verwandt werden, denn wie die Erfahrung gezeigt hat, sind die am schlechtesten Wohnenden in Mannheim vom Bezug der Neubauwohnungen im wesentlichen ausgeschlossen, da sie die hohen Mietpreise nicht zahlen können. Eme Einsparung um 1/10 Prozent verlangte die KPD bei den allgemeinen Verwaltungskosten, damit zur Finanzierung der Lernmittelfreiheit an den Volksschulen erhöhte Mittel zur Verfügung stehen. Daß auch die SPD mit der CDU und DVP gemeinsam diese Anträge ablehnte, dürfte bereits ein eindeutiger Beweis für die unheilvolle Auswirkung ihres Bündnisses mit diesen Parteien aus Anlaß der Oberbürgermeisterwahl sein. Die Redner aller Parteien konnten sich nicht genug tun in den Versicherungen, daß die Stadt Mannheim alles tun werde, um den Wohnungsbau voranzutreiben. Im Kontrast zu diesen Versicherungen stand die Tatsache, daß im außerordentlichen Haushaltsetat keinerlei Mittel für den Wohnungsbau vorgesehen waren. Die Kommunistische Partei verlangte die Einsetzung von 2 Millionen DM. Auch dieser Antrag wurde mit einer fadenscheinigen Begründung abgelehnt. „Wenn im außerordentlichen Haushaltsetat die von der KPD beantragte Summe von 2 Millionen stehen würde, sei sie ja doch nur eine Fiktion“, meinte Bürgermeister Trumpfheller. Er sprach sogar auA davon, daß dies nur Zukunftsmusik sei, vergaß dabei zu sagen, daß dies dann überhaupt auf jeden Posten im außerordentlichen Haushalt zutrifft. Die Verwaltung, die hei dem diesjährigen Haushaltsetat sehr weitgehend das Bestreben zeigte, die Rechte des Stadtrates zu schmälern, will bei den anfallenden Geldern für den außerordentlichen Haushaltsetat nicht auf den sozialen Wohnungsbau festgelegt sein und, soweit doch etwas in dieser Richtung unternommen wird, die Kontrolle des Stadtrates ausgeschaltet haben. Die Entschließung der KPD gegen die der Stadt entstehenden Verwaltungsgebühren von 300 000 DM für das Besatzungskostenamt zu protestieren und ihre Uebemahme durch das Land zu fordern, konnte sich der Stadtrat nicht entziehen. Alle Parteien stimmten für den kommunistischen Antrag. (Ueber die Haushaltsberatungen in Mannheim wird noch ein ausführlicher Bericht folgen.) Hamburger Werftarbeiter gegen Demontage Gegen den Abbau der Reiherstieg-Werft und gegen die Sprengung der Helgensohlen bei Blohm & Voß führten die 8000 Hamburger Werftarbeiter am Dienstag dieser Woche einen viertelstündigen Proteststreik durch. Die Sprecher der Werftarbeiter kündigten weitere Maßnahmen an, wenn mit der Demontage lebenswichtiger Betriebe nicht aufgehört wird. Kurzarbeit bei Daimler-Benz Gaggenau Die Daimler-Benz-Werke in Gaggenau haben für die Arbeiter die 36-Stunden-Woche eingeführt. An zwei Tagen der Woche wird nicht mehr gearbeitet. Absatzmar^l kt die Ursache der Kurzarbeit, von der etwa 3500 Arbeiter betroffen werden. Autoreifen — Dumping der USA 50 000 Arbeiter der westdeutschen Gummiindustrie haben einen Streik für den Fall angedroht, daß steuerfreie amerikanische Autoreifen nach Deutschland eingeführt werden. Diese Einführung würde die Schließung deutscher Gummifabriken bedeuterr und 45 000 bis 50 000 Personen arbeitslos machen. Wieder tausend brotlos Die Optischen Werke Steinheil & Söhne in München haben rund tausend Arbeitet und Angestellte entlassen. Als Grund für diese Maßnahme wird die anhaltende Absatzkrise bezeichnet. Päpstlicher Mißbrauch der Religion zu politischen Zwecken Erklärung der KPD zum Exkommunizierungsdekret des Papste»* Das Dekret des Papstes, das die Exkom- Kirche und dem Christentum einen schlech- welcher Seite er auch kommen möge, die munikation aller Katholiken anordnet, die ten Dienst. Die Mittel des Gewissenszwan- Religion und die Kirche zu politischen sich zum Kommunismus bekennen, ist eine ges und der Einschüchterung werden ange- Zwecken zu mißbrauchen. Der Frankfurter Hunserdoktor Von Fritz Salpi, MdL. Die das Vergnügen hatten, während des Dritten Reiches Bekanntschaft mit dem Gefängnis zu machen und dort gar noch krank zu werden, kannten ihn wohl und hatten ihre Bedenken ob seines Heilverfahrens. Er war keine Einzelerscheinung, seine Gesundungspraktiken waren allgemeine Gefängnismethode: Man nannte ihn den Hungerdoktor, denn seine Medizin war der Nahrungsentzug. Der Hunger ist dem deutschen Volke verordnet. Die Doktoren der „Freien Wirtschaft“, die Erhard, Pünder und Schöningen, haben die Formen des Entzugs der notwendigen Lebensmittel für die Arbeiterfamilie mit der Währungsreform zwar geändert, doch der Entzug selbst blieb. Prof. Erhards „soziale Marktwirtschaft“ hat das Obst in diesem Jahre in Fülle auf die Märkte gezaubert, aber zu unerschwinglichen Preisen für den mageren Geldbeutel der Arbeiterfrau. Eßt Obst, eßt frische Butter und Ihr bleibt gesund, schrie früher die Reklame — iß drei Tage nichts und Du wirst gesund, ordnete der Hungerdoktor im Gefängnis an! Was tuts, daß die Statistik nachweist, daß die Lebenshaltungskosten im Verlauf des Jahres 1948 von 125,4 Prozent auf 144,1 Prozent des Standes von 1937 gestiegen sind und weiterhin in die Höhe klettern? Was tuts, wenn die Preise immer weiter den Löhnen davon laufen, wenn nach der Berechnung des statistischen Amtes vom Juli 1949 eine Familie von vier Köpfen eine monatliche Summe von 352,26 DM benötigt, um auch nur das Notwendigste zum Leben kaufen zu können, während der Monatsbericht der Bank deutscher Länder nachweist, daß der qualifizierte Industriearbeiter nur netto 200 DM verdient und dem Erwerbslosen der gleichen Lohnklasse mit Frau und zwei Kindern 120 DM Unterstützung zur Verfügung stehen? Was tuts, daß Professor Erhardts Prophezeiung der Beendigung der Klettertour der Preise im Frühjahr dieses Jahres und die Voraussage des Preisabbaues wieder einmal nicht eintrafen und die Preise für die wichtigsten Lebensmittel wie Fleisch, Gemüse, Kartoffeln und Eier sich seit Frühjahr wiederum bedeutend erhöht haben und auch die Kosten der Bekleidung sich nach oben bewegen? Was tut dies alles, wenn der Hunger gesund macht! „Nie ist das deutsche Volk gesünder gewesen, als augenblicklich, früher hat es zuviel gegessen“ erklärte der Direktor für Ernährung Schlange-Schöningen auf einer Hausfrauentagung in Frankfurt. Sie mögen sich trösten, die Arbeitslosen, die Invaliden und all die Elenden beim Anblick der unerreichbaren Genüsse in den Schaufenstern: Laßts den anderen, laßts denen, die durch Euer Elend reicher wurden und Ihr werdet Eure Gesundheit erhalten. Die Verordner des Hungers verspotten ihre Opfer. Sie kennen wohl die erschütternden Ergebnisse der Untersuchungen der Schulkinder, sie wissen genau um das Ausmaß der Mangelkrankheiten in den Arbeitervierteln. Stieg doch allein in Nordbaden die Zahl aktiver Fälle der Lungentuberkulose vom März 1947 bis März 1949 von 9154 auf 17 479 an. die der Kinder bis zu 15 Jahren von 1702 auf 5071 Erkrankungen. Schreckliche Beweisziffern der Verelendung! Wie war die Zusamensetzung dieser Frauentagung in Frankfurt, daß nicht ein Sturm des Entsetzens den feudalen Spötter vom Rednerpult fegte? Die Frankfurter Hungerdoktoren haben dem deutschen Volke den Hunger verordnet, denn Hunger macht gesund. Das Elend der Massen ist die Voraussetzung für den weiteren Gesundungsprozeß des Profits der Gauner und Spekulanten. Die Politik der Pünder, Erhardt und Schöningen in der Vergangenheit hatte darin ihre Zielsetzung und ihr politischer Auftrag für die Zukunft liegt ebenda. zum Kommunismus, auf dem Wege zu einer besseren Gesellschaftsordnung. Sie werden nicht verhindern, daß Millionen Katholiken in den Kommunisten weiterhin die besten schaltet und dieses undemokratische Verhal- ,,_ er ten als „Wahlerfolg der SPD“ in die Welt Y er£ ®^? t „ er ,^ er Sacte des Volkes, der Sache der Mühseligen und Beladenen, der Sache des Friedens erblicken, und daß ihrer immer mehr werdeh. Wenn der Papst und die Sinkende Lebenslust in Italien Der große Mitläufer Wen nimmt es noch wunder, _ hört, daß Dr. Hilgenberg, früher General- hinausposaunt, direkter bei Krupp. Zeitungs- und Film- gewaltiger in der Weimarer Republik, Minister Hitlers, von einer Berufungskammer als Aus Italien wird berichtet, daß sich in katholische Hierarchie sich auf Gedeih und Mitläufer eingestuft worden ist. Der deutsch- den größeren Städten eine wahre Selbst- Verderb mit den Mächtigen und Reichen nationale Hugenberg wurde Mitläufer ohne mordepktemie ausbreite. An der Spitze stehe Hiespr Welt wrhiinden wollen «n ist das Vermögenssperre und Berufsbeschränkung. Rom, wo die Selbstmordwelle den Behörden .hre Sadie Aberdann müßtet rie folgere Entnazifizierungsgesetze sind doch ein erhöhte Schwierigkeiten mache. Italienische rif“L ™ sonderbares Netz. Die kleinsten Fische wur- Zeitungen haben beschlossen, Selbstmorde richtig auch den Christus der Bergpredigt den mit ihm gefangen, aber es läßt jeden nur noch dann zu verbreiten, wenn sie von und die mittelalterlichen Heiligen, exkom- großen Haifisch durch. öffentlichem Interesse sind. munizieren, die den Geist des Kommunis- Wie' ein Betriebsrätewahlerfolg der SPD „Russen mißhandelten niemanden“ den® G^ben'emeTleden^nerdeiftuA aussieht „Ueber den Kraftfahrer Otto Schmitz aus in Zu kunft den Glauben aller Katholiken Bei den kürzlich in den Essener Krupp- Munchen-Gladbach, ein Militarist echt preu- unseren Reihen resDektieren Wir wen- werken durchgeführten Betriebsrätewahlen Bischen Schnittes, der in russischer Kriegs- ® '^ lno " JS,'Versm* erzielte die KPD einen großen Erfolg. Trotz gefangenschaft seine_ Mitgefangenen auf das ° en 11118 ledoch gegen jeden Versuch, von der vom sozialdemokratischen Parteivorstand Schlimmste —s “’ mißhandelte, wurde aus Anlaß erzwungenen Aufstellung von Parteilisten zu seiner Verurteilung zu zehn Jahren Zucht- ,,_... _____ , Gewerkschaftswahlen erhielt die KPD 37,7 haus die übliche Hetze in der Presse ge- KaiuOilKen gegen aen V ailKdll Prozent aller abgegebenen Stimmen und startet. Der Staatsanwalt hatte entschieden _. frankfurter Rundschau“ berichtet wurde damit die stärkste Partei. Die Zu- gegen die Sensationspresse protesiert. Die Dl ® vSm.iT nähme ihrer Wähler beläuft sich gegenüber Zeugen hätten eindeutig ausgesagt, daß russi- daß in Dusseldorf-Wersten eine Versamm- dem Vorjahr auf 11 Prozent. sehe Offiziere und Mannschaften sich an kei- lung von etwa 120 katholischen jungen Män- Wie der SPD-Vorstand den Willen des nen Exzessen beteiligt haben. Es war be- nern unter der Leitung von Kaplan von DGB mißachtet und keine parteipolitisch zeichnend, was der Offizialverteidiger zur (j er Loo stattgefunden hat, bei der sich neutralen Betriebsratswahllisten aufstellt, so Entlastung seines Mandanten anfuhrte. „Auch sämtliche Anwesenden gegen das Exkom- mißachtet er auch den Willen der im Krupp- in sogenannten guten Zeiten war der ausge- m , m izierune b“ko^t, r Tsdüang- d i e _. P ° lit _ i ! i ...^L. V f5; SÜY" SPD-Pol_itiker_sein vyahres _Ge- ker in jhrem__ Haß _ gegen _die^Ostzone_ und d atten e f nige wMerspriädie zwisdien def aw£ Wichet hnhiTMariht lind Führung Y altung f . ür wirtschaft darauf gerichtet ist, sicht. Die Ministerpräsidenten und Mitglie- gegen die Sowjetunion ihre Pflicht gegen- sagen Adenauers und Dr. Pünders „keine er KalSulcK naDe WlcQCr jviacnx unu rul U 5 ( 4 p n 7 ufPtiahrPcnlan Hpr no+fpno 711 VPrhin- Hpr Hoc ParlflmpntQri'cphpn • T?q+Oo hahpn ühpr Hov» HontcHhon Wi‘rte/»ho#t «ipht prfnllf UnhliAkA __ behaupten, „objektiv benditet zu haben. Und nun haben sie, von den Militär- weil die Warenlisten nicht da waren, weil wachsen des irregulären Interzonenhandels * m Verborgenen zu fein Gesponnenes doch an Führung und Machtübernahme bezog sich g ouverne uren gestellt, zugegeben, daß alle das Globalabkommen nicht abgeschlossen ist der Beweis für das selbständige Han- auf die Bildung eines zwolfkopfigen Ober- Besprechungen, die von der Verwaltung werden konnte oder weil keine Einigung in dein der Wirtschaftler gegen die Bestre- Indiskretion an der Sache Schuld hat So wurde sten Rat der Kuomintang, dessen Vorsitz für -Wirtschaft bisher geführt wurden, nur der Verrechnungsmethode erreicht wurde.. bungen der Verwaltung für Wirtschaft. denn auch die Szene des Untersüchungsaus- Tschiangkaischek für Nationaldiina über- die Sabotagepolitik der SPD . und CDU- Jetzt sind die wirklichen Gründe, nämlich * ctpllvprtrp+prlH „ Sses mehr zum Tr^unallür die befden nommen hat. Es wird nur bei dieser Gele- Führungen verdecken sollten. Schon vor der Wille zur Sabotage, herausgestellt. _ ,5. stellvertretende Vorsitzende der Journalisten als für Herrn Dr. Pünder. Man genheit vergessen zu erläutern, welch ban- einigen Tagen inszenierte Professor Erhard Rein politische Motive sind ausschlag- putschen Wirtschaftskommission, Fritz versuchte mit allen Mitteln die beiden Zeugen kerotter Laden heute die Kuomintang ist den Auftakt zu diesem Gaukelspiel. Erhard gebend für den Abbruch der Interzonenhan- Selbmann, hat nach dem Abbruch der von der Presse zur Preisgabe ihrer Informa- und was man sich noch unter Nationaldiina beklagte sic h bei den Gouverneuren delsbesprechungen durch die westdeutschen Interzonenhandelsbesprechung er- tmnsquelle zu veranlassen Ist es denn m.sol- vorzustellen hat. McCloy und Robertson über die niedrigen Katastrophenpolitiker. Der Leiter des Inter- Wart. „Wir müssen es den westdeutschen dje i n f orma tion J n f orma ti° nen der KPD Hessen* sehr viele reine Profite ahne Mühe gemacht seit Jahr und Tag schon die Produktion dau- Zeitungen stehen. Tschiangkaischek war auf Lehenshaltungskosten längst zu eirfer «e- benchten > • gegen die Adam Opel A.-G. werden... ernd zurückgeht und die Arbeitslosigkeit steigt, den Philippinen und hat dort mit dem Chef bie terischen Notwendigkeit geworden. Rüsselsheim den Spruch, den zu Unrecht Allgemein gesprochen, ist der oberfiädi- der der Regierung, Quirino, über einen antikom- Reichten doch die kümmerlichen Renten der entlassenen Maschinenschlosser Kurt > Ebert, liehe Beweis vorhanden, daß zur gleichen Zeit, einführung der Freiwirlschaft in USA im Juni munistischen Femostpakt verhandelt. Es Mehrzahl der Rentenempfänger nicht aus, der als Delegierter zum dritten deutschen ; n de r die deutschen Löhne ungefähr ein Drit- 1946 der Produktion nicht mehr gewachsen ist! hätte näher gelegen, wenn die Presse be- um auch nur die primitivsten Lebensbedürf- Volkskongreß gefahren war, wieder einzu- tel, höher als in den Jahren 1938 liegen die Erhöhte Produktion hätte aber zwangsläflg verrichtet hätte, daß er sich dort ein Asyl nisse zu befriedigen. stellen. Die Firma muß die Verfahrens- üli mehrten Export zur Folge und damitweitere Erhöhung des Dollar-Defizits der Marshallplan- Länder. In diesem Kampf gegen- soviele Fronten und Gegner^ selbst im eigenen Lager, ha! unter den Füßen. Vorläufig soll der be- nicht mehr angewendet werden. Es war tatrühmte Pakt „Nationalchina“, die Phiiippi- sächlich so, daß die Rentenempfänger bei nen und flüdkivea umfassen, dem sich an- diesen Rentensätzen zum langsamen Hun- zuschließen die übrigen Femoststaaten auf- gertod verurteilt waren. Deshalb wurde von gerufen wurden. Die Marionetten der impe- den Fürsorgeämtem- vielfach noch eine zu- rialistischen Mächte planen einen Pakt, der sätzliche Unterstützung gewährt. Es ist nur zwar keine Macht, sondern nur Ohnmacht zu verständlich, daß die angekündigte Er- repräsentiert, weil die Vertragschließenden höhung der Rente von den Rentenbeziehern .... selbst keine haben, aber sie setzen darauf, lebhaft begrüßt wurde. Die Hoffnung auf der Kirche Gottes!“— so wird der Bannstrahl Wirtschaftskrise verfolgt werden... Gehör und Gefallen zu finden, wenn sie den eine baldige Auszahlung wurde jedoch bit- begründet- Er Wird bel vlelen gläubigen enr - Pakt mit dem Vorzachen ..Antikormmum- ter enttäuscht. Fast ein halbes Jahr ver- Widerspruch stoßen, die heute im Westen nicht vielleicht'auch ein sehr großer Jurist. Wir sind blss^en“^ Anführer“ wd VortämpteT* wählen stisch versehen. Unter den.amerikanischen ging, bis das Gesetz am 1. Januar wukuch weniger feindliche Kräfte sehen als im Osten nichtsdestoweniger sicher, daß er in Fragen konn t e Erhard ist der Bannerträger der Ko- Senatoren gab es prompt wieder einige, die zur Ausführung kam. Und nun folgt für und die jede Kreuzzugsparole deshalb ableh- der internationalen Politik noch zu lernen hat. lonlalperlöde Deutschlands und auf diesem erneut mit Plänen der Finanzierung viele die zweite, noch größere Enttäuschung, nen, weil sie der Ansicht sind, daß die Fron- Als er General Tschuikow verließ, war Mc- Banner saSlte neben den Symbolen Kreuz und Tschiangkaischeks zur Aufrichtung der Von den Fürsorgeämtern (Mannheim ist ten heute quer durch alle Völker und Bewe- Cloy entzückt. General Tschuikow war es nicht Dollarzeichen noch der Satz stehen: „Laß betantikommunistischen Front im fernen Osten ausgenommen) wurde die bisher gewährte SimSen laufen. Rhein-Neckar-Zeitung. weniger. Le Monde. Paris teln sie geh’n, wenn sie hungrig sind“. In bereit sind. Die USA-Regierung hat wohl, zusätzliche Unterstützung um denselben Be- Ein zweischneidiges Schwert r , . , , ... .. diesem Zeichen wollen sie siegen. Werden sie, um diese Dränger los zu werden, die Ver- trag gekürzt, wie die Rente erhöht wurde. Die Exkommunikation ist ein zweischneldl- Y? end eln , e V ?'? ni * tul ? R , hat . ten die deutsches Volk? öffentlichung eines Weißbuches über China praktisch gingen also ein großer Teil der ges Schwert. Es ist möglich, daß Heinrich Grüjider des Atlantikpaktcs nie vor Wer auf Pump lebt, lebt teuer angekündigt, das der amerikanischen Oef- Rentenempfänger leer aus, kam nicht in den nach Canossa wallfahrt, es ist aber auch mög- Eine Redlichkeit, die an Haisstarrigkeli infolge der Anwendung des 30-Cent-Kurses fentlichkeit beweisen soll, wie viel Geld auf Genuß einer Erhöhung. Damit ist eigent- lieh, daß das weltliche Schwert siegt. grenzt, bringt Senator Taft oftmals, ln be- bei den Weizen-Importen aus den Vereinigten die Karte Tschiangkaischek schon gesetzt lieh dpr Sinn de«: Gesetzes ins Gegenteil vpr Mannheimer Morgen zus auf die Außenpolitik, in eine Stellung, die Staaten ab 1. Juli 1949 wird bekanntlich das ££ ÄreftfciMg kehrt Ä MASTÄ Ä 5* Ä rÄÄÄfS »ivendi ndt Mao T s .-Tu» f to?» *” «oi»°dpr e Außenministerkonferenz teilgenommen hat, kurzerhand das weg. was sie si* in langen priateure“ durchzuführen, um dann die kelo- talistis*e geworden, denn au* jetzt wird na* ii sten - in . enthüllte in der Senatsdebatte über den Zeiträumen dur* s*amlose Ausbeutung und nial- bzw. Kolbkolonlalvölker von den impe- kapitalistischen Grundsätzen produziert, wofür den 7 ..,, rnm Wprnatt„ nS Atlantikpakt, daß die USA-Delegation in sonstige „Kulturmethoden“ angeeignet bzw. rialistis*en Ketten zu befreien. Aber in die- s*on die Herren Direktoren alle Gewähr bie- pg- dl - erkannt haben wprdpn r !!i' Paris schwerwiegende Geheimberatungen den schaffenden Massen erpreßt haben: Die sem Punkte scheint eben Karl Marx ni*t auf ten. Das ist alles. Und trotzdem Ist es ein ' . . „ ,, au ®., en floca SLlS habe Die Delegation^ ^be die Betriebe, die in das Eigentum des Volkes die verrückte Idee gekommen zu sein, daß für Forts*ritt. der zwar ni*ts mit Sozialismus zu nar “ <*“ Sozialismus fuhrt, der •p nu or. TOrortrrtBfti o ÜbrÄehen und den Großgrundbesitz, der die entscheidende Schichten der Werktätigen tun hat, auch wenn man dies den Arbeiter- a ® er nicht gepflastert ist mit ..kulturellen“ r rage erörtert, oo es ment zw g , ^nsiedlung zahlreicher Bauemfamilien dienst- „westliche Kultur“ und ..Freiheit der Person“ massen weis zu machen versucht, aber im- un< * «freiheitlichen“ Sprühen westlicher Ob- aie internationale bpannung Kunstücn noen- bar gemacht wird. Eine Entschädigung an die mehr bedeuten, als der Verlust der kapitall- merhin ein Schritt, der jedoch das Gefüge der servanz sondern der unumgänglichen No twenzuhalten, um die Billigung des Noraatlantik- bisherigen Besitzer wird nicht gewährt. Prak- «tischen Sklavenketten. kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschafts- digkeiten Marxscher und Leninscher Erkennt- paktes durch den Senat zu erreichen. tisch bedeutet das, daß die Reaktionäre wirk- In England nun. wo die Larbour-Party seit Ordnung nicht von Grund auf umwälzt, aon- nisse Rechung trägt. h St « t reitag, 22. Juli 1949 Badisches Volksecho Seite 3 Die Zwecklüge zur Oberbürgermeisterwahi Eine Lüge wird durch ihre Wiederholung nicht zur Wahrheit. Diese Feststellung muß man gegenüber dem Zweckmanöver machen, das von den Interessenten der Kandidatur Dr. Heimerichs zur Oberbürgermeisterwahi in Mannheim von Anbeginn in Szene gesetzt war. Daß die lizenzierte Presse den Vorschlag Dr. Heimerichs lancierte, ist Ungutes Recht. Auch ist nichts dagegen zu sagen, daß sie sich in Spekulationen erging, wie wohl die einzelnen Parteien dazu stehen werden. Für eine später auftauchende Behauptung aber, sowohl in der Rhein-Neckar- Zeitung wie im Mannheimer Morgen, daß alle Parteien — also auch die KPD — für die Kandidatur Dr. Heimerichs seien, ist sie jeden Beweis schuldig geblieben. Sie hat damit öffentlich' gemacht, was wohl als Verwirrungsmanöver durch Flüsterpropaganda auf die Anhänger der Kommunisten berechnet war. Den Vogel schießt aber der sozialdemokratische „Volkswille“ ab. Unter der Ueber- schrift „KPD nominiert Erwin Eckert — was haben wir dazu zu sagen“ versucht er in einer seltenen Selbstgefälligkeit gleich eine Reihe von Lügen über die Geschichte der Kandidaturen zur Mannheimer Oberbürgermeisterwahl zu geben. Es wird in dem Artikel behauptet, daß „mündliche Aussprachen mit den Vertretern aller politischen Parteien in Mannheim zu dem Ergebnis führten, die in Aussicht genommene Kandidatur des ehemaligen Oberbürgermeisters Dr. Heimerich allseitig zu unterstützen“. Wir stellen dazu fest, daß keine Verhandlungen zwischen Beauftragten der Parteien stattgefunden, an denen KPD-Vertreter teilgenommen haben. Im Anschluß an eine Stadt- ratssitzung hatte Bürgermeister Trumpfheller die Fraktionsführer der vier Mannheimer Parteien zu einer Besprechung gerufen. Dort stellte er die Frage der Kandidatur zur Oberbürgermeisterwahl una meinte, ob es nicht an der Zeit wäre, dem Rätselraten in der Presse dadurch ein Ende zu machen, daß sich die Fraktionsführer zur Kandidatur Dr. Heimerichs äußern. Kuhn (CDU) erklärte sich sofort für dessen Kandidatur, mit der von uns bereits gebrachten Begründung, daß an Dr. Heimerich eine „Wiedergutmachung“ durchzuführen sei, eine Ansicht, der sich der Fraktionsvorsitzende der DVP sofort anschloß. Frau Anette Langendorf (KPD) erklärte in dieser Besprechung, daß ihre Partei zur Kandidatenfrage und damit auch zu Dr. Heimerich noch nicht Stellung genommen habe und sie es ablehnen müsse, daß in dieser Besprechung eine Festlegung getroffen werde. Stadtrat Sommer (SPD) versicherte seinerseits, daß er zu einer Festlegung deshalb nicht in der Lage sei, weil allein über diese Frage die Funktionärversammlung der SPD zu entscheiden und diese noch nicht stattgefunden habe. Anderntags kam in der Mannheimer Presse die Mitteilung: „Alle Parteien für Dr. Heimerich.“ Der Vorstand der Kommunistischen Partei hatte inzwischen dem sozialdemokratischen Vorstana den Vorschlag gemacht, unter Schaffung eines Minimalprogramms einen gemeinsamen Kandidaten wie im Falle Dr. Cahn- Oarniens aufzustellen. Der Vorschlag blieb unbeantwortet, denn die kommunistische Partei hatte nicht ohne Bedacht daran die Bedingung einer Abgrenzung gegenüber der CPU geknüpft, die ja Dr. Heimerich der SPD oktroyrt hatte. Wenn jemand erwartet oder durch taktische Manöver glaubte die KPD ins Schlepptau der CDU zu bringen, dann hatte er sich verrechnet. Daß der SPD-Vorstand nicht antwortete, konnte in jenem Stadium auf zweierlei Art erklärt werden. Erstens, der SPD-Vorstand wollte seine Bindung an die CDU nicht mehr brechen und zweitens, er rechnete bei seiner Verzögerungstaktik, daß die Frist zur Bewerbung mittlerweile ablaufen könnte Im letzteren Falle hatte er sich verspekuliert wenn er des Glaubens gewesen sein sollte, euf diese Art die KPD schachmatt zu setzen und erzwungener Weise zum Nachtrab der CDU machen zu können. Die Kommunistische Partei hat in einer Funktioriferversammlung zur Oberbürgermeisterwahl Stellung genommen und in der Kandidatenfrage entschieden. Es gab einen Tag vor dieser Funktionärsitzung im Rosengarten bei der Siegesfeier für den VfR zwischen dem Vorsitzenden der KPD und Stadtrat Maier SPD eine rein zufällige Diskussion, in der dieser entsetzt war, daß der SPD-Vorstand auf den Vorschlag der KPD noch nicht geantwortet habe, nachdem dieser längst den Auftrag zu einer Beantwortung gegeben habe. Nach einer Rücksprache Stadtrat Maiers mit Bürgermeister Trumpfbeller kam die Versicherung, daß die KPD Freudloses leben der Kriegsbeschädigten Gleichgültigkeit und Unverständnis, aber keine Hilfe Am massiven Betonklotz des Ochsenpferchs von trauriger Berühmtheit, an der Nordseite, zu Beginn der Fröhlichstraße klebt eine halbzerfallene Baracke von Miniaturgröße. Ueber den vernagelten Fenstern hängt ein primitives Schild. Schwarze Lettern auf Holz gemalt verkünden: Schwerbeschädigten - Betriebsabsatzgenossenschaft In dieser Inschrift schon liegt die ganze Tragik der Versehrten unserer Zeit. Sie müssen arbeiten, um das lieben zu fristen, die staatliche Rente schützt nicht vor dem Verhungern. Die verwitterte, windschiefe Hütte hat einen schmutzigbraunen Anstrich. Ein zerfallenes Dach deckt sie, mit Dachpappe notdürftig geflickt und abgeschirmt gegen Regenfälle, Wände mit Löchern, durch die man bequem den Kopf hindurchstecken kann, das ist die Werkstatt der Genossenschaft der Schwerbeschädigten, mehr hat der Weststaat, dessen Verfassung so schön von der Würde des Menschen deklamiert, nicht für sie übrig. Im Innern der Werkstatt Drinnen herrscht ein Armenhaushalbdunkel, welches durch das Tageslicht, das durch die Ritzen fällt, nur spärlich erhellt wird. Ein paar Hobelbänke sind das Inventar, alte Möbel, halbzerbrochen, zum Teil wieder geflickt, Strandgut des Krieges, ein Antiquariat der Armut türmt sich rings bis zur Decke. Fleissige Hände schaffen, sieben Kriegsbeschädigte mit 50 bis 70prozentiger Erwerbsminderung führen Rauhbank, Hobel und Stemmeisen, daß der Schweiß von der Stirne trieft, sie schaffen, leisten produktive Arbeit, während SS-Generale Pensionen einstecken. Diese Unglücklichen schaffei täglich neun Stunden, um ihre Genossenschaft, die finanziell auf wackligen Füßen steht, über die Krise hinwegzubringen, machen alte Möbel neu. „Wir sind ein Kollektiv“, sagt ein Schwerbeschädigter mit einem von einer Granate zerfetzten Gesicht zu mir. „Wir sind eine freiwillige Organisation der Selbsthilfe. Jeder von uns zahlt einen Anteil in die Genossenschaft von 200 DM, deshalb die eine Mehrstunde täglich, wodurch wir unseren Anteil ableisten. Mit nichts haben wir angefangen, das heißt mit einem Darlehen von 500 DM, das uns das Wohlfahrtsamt gegeben hat. Ihr Genosse, der ehemalige Arbeitsminister Kohl, hat uns sehr unterstützt, auf sein Betreiben sind die Genossenschaften erst entstanden." Beschämende Gleichgültigkeit von Stadt und Staat Diese elende Baracke, ehemals Kriegsgefangenenküche (als der Ochsenpferch noch Gefangenenlager war) hat die Stadt großmütig diesem Kollektiv überlassen. Damit erschöpfte sich die Hilfe. Fürsorgeamt. und Arbeiterwohlfahrt sind die Abnehmer der Möbel. Mit dem Fürsorgeamt besteht übrigens ein Liefervertrag, bei den Lieferungen gehen jeweils 10 Prozent ah für das Darlehen. Die Möbel sind billig, ein Bett mit Rost kostet beispielsweise nur 35 DM. Interessant dabei ist zu wissen, daß der Geschäftsführer des Flüchtlingsverbandes, der Möbelgroßhändler Hofrichter, sich seinerzeit in den Vertrieb einschalten wollte, mit einem Saumseligkeit der Behörden gefährdet Menschen Warum wird den beiden Flüchtlingsfamilien im Waldschlößchen „Sorgenfrei“ in Mauer nicht geholfen? Seit 1946 leben in Mauer im Waldschlößchen „Sorgenfrei“ zwei kinderreiche Familien in Notwohnungen, in denen es kein Wasser gibt, so daß es 200 Meter und bei Frost im Winter sogar 400 Meter entfernt hergeholt werden muß. Beide Familien sind Flüchtlinge. Die untere Familie leidet an einer schweren Lungentuberkulose. Die fünf Kinder der gesunden Familie werden durch Auswurf, starken Husten und hygienisch undiszipliniertes Verhalten ständig auf das Schwerste gefährdet, zumal beide Familien gemeinsam eine im Freien stehende Latrine benutzen müssen. Wiederholt wurde festgestellt, daß dieser Ort und die dorthin führenden Wege mit blutigem Auswurf bedeckt waren. Die Gefahr der Ansteckung ist also groß und tatsächlich ist auch bereits ein Kind der gesunden Familie erkrankt und befindet sich in einer Lungenheilstätte, fällt also der staatlichen Gesundheitsfürsorge zur Last. Weder der Bürgermeister von Mauer, der Landrat von Heidelberg, der Präsident des Landesbezirks Baden in Karlsruhe, noch das Gesundheitsamt in Heidelberg haben bisher auch nur die geringsten Versuche unternommen, diese Bedrohung einer gesunden Familie zu beseitigen, obwohl sie vor einigen Monaten davon unterrichtet wurden. Muß erst die ganze Familie erkranken, ehe endlich Abhilfe geschaffen wird? Müssen erst der Gesundheitsbehörde neue Lasten erwachsen für die Heilung weiterer kranker Kinder, die jetzt noch gesund sind, bis das Erforderliche getan wird? Wenn jetzt geholfen würde, wären weniger Kosten aus öffentlichen Mitteln erforderlich. Der vorliegende Fall beweist wieder einmal mit Eindringlichkeit, daß in den Behörden nicht die Einstellung herrscht, die man voraussetzen müßte. Statt im vorliegenden Fall schleunigst Abhilfe zu schaffen, wie es der gesunde Menschenverstand und das soziale Empfinden verlangen, wird die Angelegenheit auf die lange Bank geschoben. So' erleidet die betroffene Familie Schaden und der Allgemeinheit entstehen Kosten. Mit nur einem Teil dieser Kosten hätte die notwendige Aenderung geschaffen werden können. g. k., Mauer/Hdbg. . . Als ob es keine Frauen- und Jugendschutzbestiminungen gäbe! Arbeitszeit ohne Grenzen bei zwei Mannheimer Firmen Recht sonderbare Zustände herrschen bei der Firma Otto Christ — einer Drahtwarenfabrik in Käfertal. Die Arbeiter werden dort täglich 12 Stunden beschäftigt, darunter ein schwerasthmakranker Junge von 15 Jahren mit ebenfalls 72 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit. Der Inhaber der Firma glaubte in der Aussprache mit den Vertretern des Industrieverbandes Metall die Sache mit der Entschuldigung abtun zu können, daß die Mutter des Jungen mit dieser langen Arbeitszeit einverstanden sei Vielleicht ist es aber auch so gewesen, daß man die Mutter vorher fragte, ob ihr Junge im Interesse der Firma länger arbeiten könne? Darüber hinaus wurde uns von anderer Seite bestätigt, daß man sogar versucht hat, diesen Jungen zur 12stündigen Nachtarbeit heranzuziehen. Otto Christ ist jedoch kein Einzelfall, denn bei der Firma „Süddeutsche Drahtindustrie Mannheim-Waldhof“ liegen die Verhältnisse nicht anders. Dort wurden ohne Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Frauen in Wechselschicht täglich 12 Stunden lang beschäftigt. Auch mehrere Arbeiter mußten wochenlang 12 Stunden am Tag arbeiten. Die Zustände in diesen Firmen erinnern an jene der Jahrhundertwende, als noch keine Schutzbestimmungen für Frauen und Jugendliche bestanden. Die Unternehmer setzen sich rücksichtslos über bestehende Gesetze hinweg. Das alles wäre noch länger möglich gewesen, hätte sich nicht im ersten Fall die Nachbarschaft über die nächtlichen Ruhestörungen beim Amt für öffentliche Ordnung und Sicherheit beschwert, wodurch diese Zustände erst ans Tageslicht gefördert wurden. Von den Beschäftigten selbst war bisher nichts dagegen unternommen worden. Wie hätten sie es auch tun sollen, wenn sie noch nicht einmal gewerkschaftlich organisiert sind? -o- bestimmt am nächsten Morgen die Antwort des SPD-Vorstandes in der Hand haben werde. Das war nicht der Fall. Man mag aus der Schilderung dieses Ablaufs ermessen, wie groß die Lüge ist, wenn der „Volkswille“ schreibt: „Auch die Vertreter der KPD gaben eine zustimmende Erklärung ab. Der Vorstand der SPD Mannheim sah in dieser mündlichen’ Ansprache den an ihn gerichteten Brief der KPD als genügend beantwortet.“ Der Artikel im „Volkswille“ trägt die Unterschrift „SPD Mannheim“. Wir fragen den Vorstand der SPD Mannheims, ob das sein verantwortliches Zeichen ist Wenn ja, bezichtigen wir ihn der bewußten Lüge. - ym - Genosse Ludwig Montag zum Gedenken Einer unserer Besten, Gen. Ludwig Montag, ist für immer von uns gegangen. Sein Leben gehörte der Sache der Werktätigen in den Reihen der Kommunistischen Partei, dem revolutionären Vortrupp der Arbeiterklasse, der er seit 1924 angehörte. Schlosser von Beruf, Mitglied des Metallarbeiterverbandes und dessen langjähriger Kassier, war er beim Reichs- bahnausbesserungs-Werk Schwetzingen tätig, das er 1933 als aufrechter Kommunist verlassen mußte. Mitbegründer der Freien Sportvereinigung 1906 in Ketsch, schenkte er dem Arbeitersport seine unermüdliche Initiative, die ihn zur Roten Sporteinheit führte. Im Dritten Reich war Gen. Montag ein unverzagter und aufopferungsvoller Mitkämpfer der illegalen Kampfgruppe der KPD. Am 18. Juli hörte sein Herz auf zu schlagen. Wir stehen trauernd an seiner Bahre und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren. Kommunistische Partei Deutschlands Ortsgruppe Ketsch. Die „Falken“ mußten kürzer treten Die sozialdemokratische Jugendorganisation Falken mußte in der letzten Jugendratsitzung am Donnerstag, dem 14. Juli, ihre gegen die Freie Deutsche Jugend gerichtete „Protestresolution“ zurückziehen. Diese in der vorletzten Tagung des Jugendrates behandelte Entschließung nahm eine gegen Westberliner Falken durchgeführte Gerichtsverhandlung (wegen Verbreitung illegaler Hetzschriften) im Ostsektor Berlins zum Anlaß, „demokratische Freiheit“ und „Brechung des Monopols der FDJ“ in der Ostzone zu verlangen. Es war klar, daß die Kampagne der „Jungsozialisten“ auf den Ausschluß der FDJ aus dem Jugendrat abzielte. Der Jugendrat lehnte die Annahme einer solchen Entschließung ab. Eine neue Resolution der Falken wurde in der letzten Sitzung eingebracht. Diesmal richtete sich der Angriff nur gegen die angeblich unmenschliche Art der Prozeßführung. Die Falken wollten in Erkenntnis des Zusammenbruchs ihrer Aktion wenigstens nicht ganz leer ausgehen. Die Abstimmung über ihren Antrag ergab einen knappen Sieg der Falken. Mit ihnen stimmten Naturfreunde, Pfadfinder und katholische Jugend für die Annahme der Resolution, die FDJ dagegen, während Gewerkschaftsjugend und Sportjugend sich der Stimme enthielten. Insgesamt wurden zehn Stimmen für die Entschließung abgegeben bei sieben Gegenstimmen oder Enthaltung. Nach der Abstimmung sprach ein Vertreter des Stadt. Jugendsekretariats über die Neuwahl der Jugendvertreter am 1. Oktober. Die einzelnen Organisationen werden entsprechend ihrer Mitgliederzahl demokratisch gewählte Vertreter in den Rat entsenden. Die nächste Sitzung des Jugendrates findet am 6. Oktober in der Wohlgelegenschule statt. Achtung, WN-Mitglieder! Wir weisen nochmals auf die am kommenden Freitag, 22. Juli, 18.30 Uhr, in den Motorenwerken stattflndende Mitgliederversammlung hin. WN Kreisstelle Mannheim. Frauen urteilen über Männer ... George Sand: Ein Mann, der von der Liebe geistreich spricht, ist ein mittelmäßiger Liebender. Christine von Schweden: Wenn die schwachen Männer manchmal niederträchtig sind, so deshalb, weil sie beweisen wollen, daß sie stark sind. Madame du Deffand: Für die Männer gilt das Gegenteil wie für die Statuen: Aus je weiterer Distanz man sie betrachtet, desto größer sind sie, je mehr man sich ihnen nähert, desto 1 mehr schrumpfen sie zusammen — meistens bis zum Nichts. Madame d'Agoult: * Um ein großer Mann zu sein, muß man große Dinge vollbracht haben; aber es genügt nicht immer, große Dinge vollbracht zu haben, um ein großer Mann zu sein. Madame d’Arconville: Die Mehrzahl der Männer liebt uns viel häufiger aus Gewohnheit und Tradition als aus Geschmack und Wahl. Ihr Benehmen beweist alle Tage diese Wahrheit; aber beinah keine Frau will es für wahr halten. dkitsprechenden Aufschlag von. 10 DM pro Bett, die als Rebbach in seine eigene Tasche fließen sollte. Stadt und Staat halten eisern die Taschen zu. Der Betrieb könnte rationeller arbeiten, wenn Maschinen vorhanden wären. Eine Bandsäge ist da, von der Hauptfürsorgestelle Karlsruhe gestiftet und eine Kreissäge. Sie können aber nicht aufgestellt werden, weil kein Stromanschluß vorhanden ist. Es mangelt an Geld und niemand hilft. Gibt es ein beschämenderes Zeugnis der Gleichgültigkeit behördlicher Stellen gegenüber den körperlichen Wracks des Krieges? Aus eigener Kraft kann sich die Genossenschaft nicht helfen. Die spärlich fließenden Einnahmen aus den Verkäufen gehen restlos drauf für ‘die schmalen Tariflöhne. Wie könnte geholfen werden? Der kommende Winter, dessen Kälte durch Luken und Wände dringen wird, stellt die Genossenschaft vor ein unlösbares Problem. Sie hat versucht im Haus des Roten Kreuzes in R 5 unterzukommen, bisher vergebens. Sie braucht Holzbearbeitungsmaschinen, Raum für ein Materiallager, Raum für ein menschenwürdiges Arbeiten. „Die Stadt könnte uns helfen“, meint der stellvertretende Leiter Ott, „wenn die Stadt fünf Anteilscheine zu je 1000 DM zeichnen würde, wären wir mit einem Schlage nicht nur aus der Klemme heraus, sondern wir könnten noch ein paar Schwerbeschädigte einstellen.“ Neben der Baracke ist noch ein kleiner Anbau, dessen Beschaffenheit ein würdiges Gegenstück zu ihr bildet. Es ist die Werkstatt des Polsterers. „Wenn die Sonne scheint, arbeite ich im Freien“, sagt der Mann. „Wenn es aber regnet, verziehe ich mich nach innen find ziehe eine Schwimmweste an“, setzt er mit einem Anflug von Galgenhumor hinzu. Tapfere Menschen sind es, diese Sieben von der Genossenschaft. Sie haben ihre zerschossenen Körper herübergerettet aus dem Inferno des letzten Krieges, herübergerettet ins zivile Dasein und aus eigenen Kräften den Weg zur Gemeinschaft gefunden, den Weg ins Leben. Ihnen zu helfen ist einfache Menschenpflicht, sie im Stiche zu lassen, Grausamkeit -m- Die unter dieser Rubrik veröffentlichten Einsendungen unserer Leser decken sich nicht in jedem Falle mit der Auflassung der Redaktion. Zu „Gorkis Nachtasyl in Mannheim“ Den Artikel „Gorkis Nachtasyl in Mannheims Bunkern Wirklichkeit“ in der Nr. 27 Ihres Blattes habe ich -mit großem Interesse gelesen und kann Ihnen sagen, daß ich über die hohen Mieten, welche ausgerechnet Flüchtlingsfamilien für solche Betonkammern zahlen müssen, sehr empört bin. Ich selbst bin in der glücklichen Lage, eine Zweizimmerwohnung in der Schönau für meihe fünfköpfige Familie zu haben, die mich monatlich 35.— DM kostet, die ich auch nur mit Mühe aufbringen kann. Um so mehr bin ich darüber aufgebracht. daß eine Familie von sechs Köpfen im Ochsenpferch, wie Sie schreiben, 55.— DM monatlich -für zwei Bunkerräume hiniegen muß. Das schlägt wirklich dem Faß den Boden aus. Ich habe auch einen Bunkerbewohner in meinem Bekanntenkreis, einen jungen Arbeitskollegen, der im Tiefbunker bei der Kunsthalle haust und dort 22.50 DM monatlich für ein Bett in einer kleinen Zelle- zahlen muß. Zu zweien liegen da die Insassen in einer Zeile, so daß im Monat 45.— DM für einen solchen Raum vereinnahmt werden. Es wohnen übrigens in diesem Bunker ca. 150 Menschen, Arbeiter, die beim Amerikaner ihr Brot verdienen, und auch einige DP.s. Begründet werden diese hohen Mieten, wie überall. mit dem Stromverbrauch, der natürlich, da der ganze Tag das Licht brennt und elektrisch gekocht wird, enorm ist. Wann geht die Stadtverwaltung endlich dazu über, für die Bunkerbewohner verbilligten Strom zu liefern, wie ihn die Industrie bekommt, oder sind die Bunkerbewohner Menschen zweiter Klasse? W.W., Mhm.-Schönau Wenn wenige Monate genügten, um der Collie Cigarette einen täglich immer größer werdenden Kreis treuer Freunde zu ge* winnen, so verdankt sie dies ebenso sehr der in ihr zur Vollendung gebrachten Geschmacksrichtung wie ihrer gleichbleibenden Güte. 1 Collie-Cigaretten verdanken ihre Kraft und Würze der glücklichen Vereinigung zweier Croßprovenienzen • Virginia und Orient. Seite 4 Badisches Volksecho Entscheidung über zwei Wege bei der Bundestagswahl Radioansprache über Stuttgart des Kandidaten der KPD Willy Grimm, Mannheim, zur Bundestagswahl „Manna vom Himmel“ Warum nicht auch für uns? Je größer die Dollarknappheit in England ist, desto mehr wachsen auch die Bestrebungen vernünftiger Wissenschaftler, die Handelsbeziehungen zu den Ländern zu erweitern, die im Austausch gegen Lebensmittel und Rohstoffe Produkte der britischen Fertigwarenindustrie eintauschen können. Das Handelsabkommen mit Argentinien war nur ein erster Schritt, der Diktatur des Dollars zu entrinnen. Nun sind Bemühungen im Gange, vor allem mit den die britische Wirtschaft ergänzenden Ländern Ost- und Südpsteuropas ein großes Geschäft zu machen. Beamte des britischen Handelsministeriums gaben bekannt, daß sie hoffen, in kurzer Zeit mit der Sowjetunion, Jugoslawien, Ungarn, und der Tschechoslowakei Handelsverträge abzuschließen, die einen Austausch von Waren im Werte von 1 Milliarde Dollars vorsehen. Das Angebot, das von den osteuropäischen Ländern ausging, wird in einem Londoner Bericht der „Associated Preß“ angesichts der Notlage der britischen Wirtschaft als „Manna vom Himmel“ bezeichnet. Der Berichterstatter hat völlig Recht. Der Ausbau des Ost-Westhandels ist der entscheidende Schritt, um das britische Volk vor einem weiteren Ansteigen der Arbeitslosigkeit, vor einem noch stärkeren Sinken des Lebensstandards und die britische Wirtschaft vor Konkursen und weiterer Abhängigkeit von der Wallstreet zu bewahren. Könnten aber nicht auch wir Deutsche etwas von diesem „Manna vom Himmel“ gebrauchen? Leidet nicht auch unsere Wirtschaft darunter, daß uns die JEIA gewaltsam von unseren traditionellen Absatzmärkten in Ost- und Südosteuropa abschnürt? Steigt nicht auch bei uns die Arbeitslosigkeit, weil uns die Rohstoffe zur Herstellung unserer Qualitätserzeugnisse vorenthalten werden und wir satt dessen Kohle und Stahl exportieren müssen? Eine Alternativfrage Der Wahlaufruf der Kommunistischen Partei Deutschlands schließt mit zwei Fragen an das deutsche Volk. „Wollt Ihr“, ist die erste Frage, „mit den Führern der bürgerlichen Parteien und der SPD über Ruhrstatut, Grundgesetz und Besatzungsdiktat den Weg der Kolonisierung Deutschlands und damit der Demontage, der JEIA- Politik, der Betriebsstillegungen, Arbeitslosigkeit und Riesen Verschuldung in die unausbleibliche Katastrophe, in Verelendung und Krieg gehen?“ Die zweite Frage lautet: „Oder wollt Ihr mit den Kommunisten käifipfen für die Schaffung einer nationalen Front aller Deutschen für ein geeintes, starkes und unabhängiges Deutschland, für einen gerechten Friedensvertrag, für den Abzug aller Besatzungstruppen, für das Selbstbestimmungsrecht unseres Volkes in allen Fragen seines staatlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens, für Frieden und Völkerverständigung?“ Ausgerechnet die vielgelästerten Kommunisten Mit den Fragen wird unterstellt, daß die Führer der bürgerlichen Parteien und auch der SPD das Selbstverständliche für Deutschland nicht wollen und daß es ausgerechnet die vielgelästerten Kommunisten sein sollen, die das, was dem deutschen Volk in Gegenwart und Zukunt not tut, auf ihre Fahne geschrieben haben. Ein Schauspiel zur Täuschung der Wähler Dr. Schumacher hat doch den Kampf zur Bundestagswahl mit einer wütenden Attache gegen Adenauer, Prof. Erhard, gegen die Frankfurter bürgerlichen Mehrheitsparteien, gegen die Schildknappen des „Kapitalismus Frankfurter Observanz“ eröffnet und die CDU hat nicht weniger wild darauf reagiert. Und trotzdem nennen wir Kommunisten sie alle in einem Atemzug? Das tun wir und tun es mit Recht. Alles, was dem deutschen Volk zum Verhängnis gereicht und im Parlamentarischen Rat in Bonn im Vollzug nicht deutscher Interessen ausgebrütet wurde, hat jene in trauter Gemeinschaft gezeigt. Den Weg, der zum Separatstaat Westdeutschland führte, sind sie gemeinsam gegangen. Daß es dabei taktische Nuancen und Finessen unter ihnen gegeben hat, stellte nur das notwendige Täuschungsspiel für die Oefferrtlichkeit und die Wähler dar. Am Ende: Wieder zusammen im Koalitionsbett In Mannheim wird gegenwärtig sehr grell beleuchtet, was von der angeblichen Gegnerschaft zwischen SPD und bürgerlichen Parteiführern zu halten ist. Vierzehn Tage vor der Bundestagswahl wird in Mannheim die Neuwahl des Oberbürgermeisters durchgeführt. Auf den Kanditaten Dr. Heimerich haben sich SPD, DVP und CDU geeint. Dr. Schumacher’s Feldgeschrei gegen die Parteien des Besitzbürgertums erfährt dabei eine Untermalung, wie wir sie uns nicht schöner wünschen können. Es wird so sinnfällig gemacht, daß getrenntes Marschieren dieser Parteien nur zeitweilige Taktik, vor allem nur Wahltaktik ist Am Ende der Wahlen zum Bundestag wird es wieder die Vereinigung der feindlichen Brüder im berühmt gewordenen Koalitionsbett geben. Dr. Schumacher und Dr. Adenauer sind dann wieder, wie sich’s gehört, recht manierlich zueinander. Da macht die KPD nicht mit! Die Kommunistische Partei macht bei dieser Politik nicht mit, sie spricht offen aus, wessen Gegner und wessen Freund sie ist. Sie überläßt es den anderen, nach dem fragwürdigen Beifall aus dem Ausland zu schielen. Ihre Politik ist bestimmt von den Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes. Sie ist nicht in dem Netz schuldhafter Verstrickung gefangen, das mit Ruhr- und Besatzungstatut von den westlichen Besatzungsmächten geflochten wurde. Das große Ja, und dann . . . Man kann nicht im Großen die Politik des Westblocks, Weststaats, Ruhr- und Besatzungsstatuts verfechten, um dann Einzelheiten und Auswirkungen zu kritisieren Die Opfer der Währungsreform gehen auf das Konto dieser Politik. Der imgleiche Wettlauf zwischen Löhnen und Preisen ebenso, der auf der einen Seite zu schneller Reichtumshäufung, auf der anderen zu einer schamlosen Ausplünderung der Volksmasse, insbesondere der Arbeiter und Angestellten, Rentner und Kriegshinterbliebenen führte. Versprechungen, schön zu hören, nichts mehr! Es wird von den Parteiführern und Verfechtern des Weststaates gegen die hohen Steuern gewettert und uns in der Wahl einiges versprochen, das sich sehr schön anhört. Kann es ernst gemeint sein? Haben sie nicht selbst geholfen, den Zustand zu schaffen, der die hohen Steuern nötig machte? Reden sie nicht davon, daß die Besatzungszeit recht lange dauern möge und wie groß sind die Summen, die wir als Besatzungskosten zahlen müssen? Ich erinnere mich, daß dieser Tage bei den Haushaltsberatungen der Stadt Mannheim der „Mein Haus ist ein Bethaus, ihr habt ei zur Mördergrube gemacht“ Auch wir Deutsche wollen an diesem „Manna vom Himmel“ unseren Anteil haben. So gut uns in der Zeit der schlimmsten Krise und Arbeitslosigkeit anfangs der dreißiger Jahre die Handelsverträge mit der Sowjetunion vor noch Schlimmerem bewahrten, ebenso könnten sie heute die Existenz unserer Wirtschaft und damit das Leben unseres Volkes sicherstellen. Damit Viele einfache Katholiken fragen sich, warum wohl der Vatikan erstmals in seiner Geschichte die automatische Exkommunikation aller katholischen Anhänger des Kommunismus befahl. Sie stellen diese Frage umso vernehmlicher, als sie nie etwas darüber hörten, daß etwa die Faschisten Hitler, aber auch wir von diesem „Manna vom . Mussolini oder Franco, die die größten Ver- Himmel“ Anteil nehmen können, ist es not- brechen an Millionen unschuldiger Frauen wendig, den Politikern der SPD, der CDU und der FDP den Rücken zu kehren, die die Wiederaufnahme unserer Handelsbeziehungen zu unseren Brüdern im Osten unserer Heimat und zu den Ländern Ost- und Südosteuropas sabotieren. Wenn wir alle, gleichgültig welcher Partei wir angehören, in einer breiten nationalen Front zusammenstehen, um die Not unseres Volkes zu .bannen, dann werden auch wir von diesem „Manna vom Himmel“ etwas abbekommen. F.U. Wieder deutsches Land im Westen wegsenommen Ohne jegliche Benachrichtigung einer deutschen Stelle wurde an der holländischen Grenze bei Aachen durch die Holländer erneut ein Stück deutsches Land genommen. Es ist die Ortschaft Finkenrath, sowie eine Straße in Herzogenrath. Die neuerliche Grenzveränderung sei von der internationalen Grenzkommission beschlossen worden, berichtet die britische Militärregierung in Aachen, nachdem die bereits im' April vorgenommenen Aenderungen noch nicht endgültig gewesen seien. und Kinder begingen, aus der katholischen Kirche ausgeschlossen wurden. Ein Blick in das Handbuch der italienischen Aktiengesellschaften dürfte manchem katholischen Arbeiter und Angestellten, manchem katholischen Bauern und Flüchtling die Augen darüber öffnen, warum der Vatikan den Kommunismus haßt. In diesem Handbuch steht zu lesen, daß der päpstliche Finanzberater Bemadino Nogaras nicht nur Präsident des Vorstandes der Aktiengesellschaften für Immobilien und den Bau von städtischen und landwirtschaftlichen Unternehmen ist. Er ist außerdem noch Präsident des Vorstandes eines großen Trusts von Hausbesitzern und Stahlbauuptemehmen, der Societä Quartiert Occidental!, ferner der Hypothekenbank einer Gesellschaft für die Beleihung von Immobilien. Neben dem Vorsitz in einer großen Zahl anderer kapitalistischer Unternehmen ist Nogaras noch Vizepräsident der Banca d’Italia Com- merciale und was besonders beachtenswert ist, Vertreter der Interessen des Vatikans im Vorstand der Aktiengesellschaft des Casinos von Monte Carlo, dieser größten internationalen Spielhölle. Der Neffe von Papst Pius XII., der die Exkommunizierung anordnete, Marc Antonio Pacelli, ist Präsident des Vorstandes des Mühlen- und Teigwaren-Trusts Pantaila. Er steht ferner an der Spitze einer Reihe wei- Oie Finanzverflechtungen des Vatikans terer Aktiengesellschaften, wie der italienischen Aktiengesellschaft für rationelle Volkskohlengewinnung, der Baugesellschaft Frascati Nuova, der italienischen Eisenbahn- Ak^engesellschajlt des Südostens und anderer monopolitischer Unternehmen. Wir glauben, daß viele katholische Arbeiter und Angestellte, und viele katholische Bauern und Flüchtlinge mit einem Kommentar der „Berliner Zeitung“ einig gehen, die hierüber schreibt: „Viele ehrliche katholische Christen sind darüber besorgt, daß der Vatikan um seiner Geschäfte willen das Schicksal der Kirche an eine ungerechte untergehende Sache kettet. Sie wissen, wie Christus mit den 'Wechslern verfuhr, die den Tempel durch Geschäfte entweihten. Sie fragen sich mit Bitterkeit und Scham: Was würde Christus, käme er wieder, zu den ökonomischen und politischen Geschäften des Heiligen Vaters sagen?“ Zum 20. Juli „Die Schüsse des 20. Juli waren das Grabgeläut des Dritten Reiches“, weiß der „SPD-Pressedienst“ vom 13. Juli zu melden. „Warum haben die Generale nicht Schluß mit dem Hitlersystem gemacht? Die Beseitigung des Regimes wäre nur auf revolutionärem Wege möglich gewesen. Revolution ist Umschlagen der Quantität in eine Qualität. Der Teil der Generalität, der bereit war, die Naziherrschaft zu stürzen, bedurfte also der Massen, in diesem Fail zunächst der Masse der Truppen, darüber hinaus die Massen des Volkes“, schreibt dagegen der ehemalige Generalleutnant, Paul Mahlmann, in der „Stuttgarter Zeitung“ vom 7. Juli 1949. Konnte denn diese Handveil Generale eine Revolution des Volkes gegen das Naziregime entwickeln? Nein, sie dachten an das Volk in letzter Instanz. Sie rechneten in nüchternen Zahlen mit Armeen und Regimentern, die auf Befehl dorthin Oberfüllte Klassenzimmer und zu wenig Lehrer Fortsetzung: Streiflichter aus Mannheims Volksschulen maschieren sollten, wo sie die Generale und ihre Auftraggeber, nämlich der Teil der deutschen Monopollisten — der den Zu- sammbruch vor Augen, sich zum Teilen des Raubes mit ihren westlichen Kollegen bereitfanden — hindirigieren wollten, nämlich gen Osten. Aber diese Generale wußten noch nicht einmal, ob ihre Soldaten marschieren würden. „Eine Truppe mit einheitlicher Opposition, die die Kraft revolutionären Willens in sich trug, gab es aber nicht. Sie war auch schwer zu schaffen.“ „Stuttgarter Zeitung“ vom 7. Juli 1949. Sie konnten ihren Truppen kein revolutionäres Kampfziel, keinen Frieden, keine revolutionären Freiheiten geben, denn auch sie wollten die deutschen Soldaten für die Erhaltung des Kapitalismus in den Tod jagen. Die Soldaten und letzten Endes das Volk konnten nur Mittel, aber nicht Träger dieser Aktion sein; deshalb konnte es kein revolutionäres Bündnis zwischen Soldaten, Volk und Generalität, sondern nur den Befehl geben. Aber dieser Befehl war für die Soldaten ohne Inhalt und ohne Beziehung, unpersönlich wie alle anderen Befehle im Interesse einer Clique. In der Humboldtschule Der Rektor gestattet mir keinen Rundgang durch die Klassenzimmer, er gibt mir lediglich die Zahlen. Die Knabenabteihmg ist ausgebombt, 923 Schüler sind in der Mädchenabteilung in 15 Klassenräumen zusammengepfercht. Vor der Währungsreform sollte die Knabenabteilung wieder hergestellt werden, seit dem Erscheinen der DM ist es im Hinblick auf den leeren Stadtsäckel Zukunftsmusik geblieben. Die Klassenverbände sind'bis zu 51 Kindern stark, der Durchschnitt liegt bei 44 Schülern. Seitdem die Hilda-Schule durth Bomben vernichtet wurde, sind in Neckarstadt-West nur noch die Humboldt- und die Neckarschule vorhanden. Der Zuzug von außerhalb durch das Rückströmen der Evakuierten macht sich ebenfalls fühlbar, es waren in diesem Jahre 70 Kinder, die in die ohnedies überfüllten Klassenzimmer noch hineingepfropft werden mußten. Im neuen Schuljahr wird sich das noch unangenehmer bemerkbar machen, ■da der Zustrom nicht abreißen wird. Folge der Wohnungsnot sind bedenkliche Zeichen sexueller Frühreife bei den Mädchen, ferner Erkrankungen, ein Mädchen der 7. Klasse, deren Familie im Keller haust, ist beispielsweise an Rheuma erkrankt. „Besäße sie nicht eine so gesunde Natur, wäre sie schon längst tuberkulös, meinte der Rektor. Ich inspiziere auf eigene Faust die Klassenzimmer und stelle fest, daß in einigen Räumen die Fußböden fehlen, der -nackte Zement schaut heraus. In der Neckar-Schule „Wo ist der Vater, ist die Ehe zerrüttet, wie* ist die materielle Seite, wie die Wohnung beschaffen, hat das Kind ein Bett? Das sind die Fragen, die uns bewegen, und so gehen wir an die Erziehung heran, sagt Herausgeber: KFD Nordbaden, Mannheim, S S. 10. Verantwortlich für den Inhalt: Willy Grimm. Mannheim, S 3, 10. Tel, 432 60. - Vertrieb- und Anzeigenabteilung: Nordbadische Drude- und Zeitungsvertriebs-G m.b.H., Mannheim, S 3, 10. Mit Genehmigung der Nachrichtenkontrollabtel- lung für Württemberg-Baden. — Druck: Mannheimer Großdruckerei, Mannheim, R 1. 4—6. — Auflage: 28 700. der R^tor der Neckar-Schule und schildert mir «nen besonders krassen Fall. Eine Familie von 11 Köpfen haust in zwei Räumen vop 40 und 80 qm, darunter 7 schulpflichtige Kinder, die in dieser Enge niemals schulgerecht ihre Aufgaben machen können. In den Sonderklassen, wo die Zurückgebliebenen geschult werden, befinden sich die meisten Vaterlosen. 1 Die Mitte liegt bei 20 Prozent und erreicht sogar in einer Klasse 40 Prozent. Also nicht Mangel der Intelligenz oder Lerneifer, sondern das Zuhause ist entscheidend und wirft seinen verderblichen Schatten in die kindliche Seele. Im ganzen sind es 1200 Kinder, welche die Neckar-Schule bevölkern. Ein summender Bienenkorb, dem gegenüber stehen nur Tjheater und CfJime Querschnitt des Filmes der Woche Eine interessante Untersuchung des Payne- Trusts förderte zutage, in welchen Bahnen das. amerikanische Filmschaffen zur Zeit wandelt. Danach befassen sich 75—80 Prozent der filmischen Produktion mit kriminellen bzw. sexuellen Themen. Das Thema Pflichterfüllung gerät sehr in den Hintergrund und nimmt den achten Platz ein. In 115 Filmen sind von den Heldinnen 33 Prozent, von den .Schurken 34 Prozent, den „Vamps“ 63 Prozent reich oder Millionäre, Arme gibt es nur 5 Prozent. Es werden 54 Morde begangen, 59 Tätlichkeiten, 36 Raubüberfälle und 21 Kindesentführungen (die .Kidnappers") — dies alles ln nur 115 Filmen. Bei der ungeheuerlichen Breitenwirkung des Filmes und der neuerlichen Ueber- flutung des westdeutschen Marktes mit den Erzeugnissen der amerikanischen Filmkonzerne (Metro-Goldwyn-Mayer, MPEA) wirken diese Tatsachen alarmierend und erhöhen die Aufmerksamkeit der Presse, die sich hier kontrollierend zwischen Kinobesitzer und Produktion einschalten muß. Sensation, Nervenkitzel, Spekulation auf Menschlich-Allzumenschliches. sexuelle Anomalie sind die filmischen Drogen, die in raffinierter Dosis (Aufmachung und Verwendung schauspielerischer Ente) dem Publikum verabreicht werden. Es ist klar, daß in der kapitalistischen Ordnung die FilmhersteUung, welche ihrer Struktur gemäß eine Industrie ist, den gleichen Bedingungen unterliegt, wie jede andere Industrie. Der Geschäftsmann spielt eine primäre, 20 Klassenräume für 25 Klassen bei 22 Lehrkräften. Der Durchschnitt der Klassenverbände liegt ungefähr bei 48 Kindern. Ein abscheuliches Bild entwirft der Rektor von einigen ihm bekannten Fällen kindlicher Demoralisierung, wo das soziale Elend Fürsorgeempfänger in den Sumpf abgleiten ließ und die moralische Vergiftung Kinder im frühesten Alter der Prostitution aussetzte. Die Oberschule leidet nicht unter diesen Begleiterscheinungen, sie hütet eifersüchtig ihre „Exlusivität“, von keiner sozialen Misere gehemmt, auf ihr humanistisches Bildungsideal pochend, das in diesem Kriege die Bewährungsprobe nicht bestand. -n- der Künstler eine sekundäre Rolle. Durch jahrzehntelanges, systematisches Herunterdrücken des Publikumsgeschmacks, das mit Sensationen und Traumfabrikaten narkotisiert wurde, ist der Kunstfilm selten ein Geschäft, jedenfalls immer ein Risiko. Hin und wieder gelingt es einer Künstlerpersönlichkit im kapitalistischen Westen, ihre Intentionen durch- zudrücken und dann wird es meistens ein Wurf. Solch ein Wurf ist der im filmischen Kaleidoskop der Woche aufgetauchte Film mit dem gängigen Titel „Klara Schumanns große Liebe“ („S o n g o f L o v e“) deklarierte Bildstreifen der Metro- Goldwyn-Mayer (Alster-Lichtspiele). Das Leben des großen deutschen Romantikers der Tonweit, Robert Schumann, an der Seite der Klara Wieck, sein blühendes Schöpfertum und langsames Verlöschen in geistiger Umnachtung ist die Story, die aus dem Geist der Musik geboren ist. Aus der Fülle des aus musikalischen Begabungen so unendlich reichen 19. Jahrhunderts ragen hervor Franz Liszt und einer, der sie später alle überschatten sollte: Johannes Brahms. Die filmische Gestaltung des Stoffes durch den Regisseur Clarence Brown, die in liebevollen Details aus der Häuslichkeit Schumanns eine Atmosphäre der großen Boheme schafft, ist stilecht und hat jenen großen Bogen, welcher den Film ln die Bezirke der Kunst hebt. Die herbe, durchgeistigte Fraulichkeit der Frau Dr. Catherine Hepbum, vor kurzem noch „unamerikanischen Verhaltens“ angeklagt, hascht durch die Räume des Schu- mannscherf Hauses als der gute Geist seines Lebens, Kameradin, Mutter und Künstlerin mit beseelten Händen am Piano konzertierend. Die Hintermänner des 20. Juli haben die Nachkriegszeit nicht ungenutzt gelassen. Die pausenlose antikommunistische Hetze, der kalte Krieg und die koloniale Unterwürfigkeit sozialdemokratischer Führer haben — ihrer Meinung nach — die Masse genügend verblendet, um die echten nationalen und freiheitlichen Werte verfälschen zu können und vergessen zu machen, daß das revolutionäre Bündnis der freiheitlichen Völker der Sowjetunion und der heutigen Volksdemokartien unter Führung der Kommunisten nicht nur der Todesstoß für das „Dritte Reich“, sondern für jedwede koloniale, imperialistische Unter- irückung ist. „Kampf um Jlmmy“, der Eagle Lyon im Palast ist die wirklichkeitsnahe Fassung eines alltäglichen Schicksals, die leider einer weiteren sozialen Beleuchtung entbehrt. Eine junge Mutter, Opfer eines Bigamisten, muß unter drückender Armut qualvoll auf ihr Kind verzichten und in fremde Hände geben, um später mit Entsetzen feststellen zu müssen, daß ihr eigen Fleisch und Blut von ihr weg zu den Pflegeeltern zurückstrebt. Konflikt, Spannung und Entspannung sind klug durchgeführt, Typisierung und milieueeht, Patrizia Roc ist eine ergreifende Mutter. „Ist dies auch Tollheit, hat es doch Methode“ möchte man mit Polonius kopfschüttelnd sagen, wenn man diese neueste IFA-Tollheit, „D a s unheimliche Lied“ sieht, die gegenwärtig im Capitol gezeigt wird. Das dominierende Lied ist gar nicht unheimlich, sondern ein klangvolles, liebenswürdiges Chanson, das in mystischer Verbundenheit mit „exzellent“ durchgeführten Morden an jungen Mädchen ' steht. Ein spannend gemachter Reisser, bei dem auch Shakespeare-Monologe aus dem „Hamlet“ und dem „Othello“ deklamiert werden. Marlene Dietrichs klassisches Vampgesicht tauchte noch einmal in einer Reprise von Renä Claircs „Die Abenteuerin“ in den Müller-Lichtspielen auf. Was diese Frau einmalig macht, ist ihre ewige Jugend, die wohl ein Geheimnis ihrer Toilettenkünste und des Maskenbildners ist. Der Film ist eine nette Parodie der guten Gesellschaft in New Orleans vor hundert Jahren, die von einer abenteuernden, galanten Schönen genasführt wird. Mit viel Freitag, 22. Juli 1949 Gesamtetat mit 120 Millionen beziffert wurde, wovon allein 60 Millionen auf die Besatzungskosten der Stadt Mannheim entfallen. Wahrhaftig, eine Riesensumme, die zuvor durch Steuern aufgebracht werden muß. Wann sind Freiheit und Demokratie fragwürdig? Wer für das Verbleiben der Besatzungsmächte in Deutschland ist und einer langen Besatzungsdauer das Wort redet, sollte vorsichtig im Gebrauch der Worte von Freiheit und Demokratie sein. Unter Besatzungsmächten ist beides fragwürdiger Natur. Wenn Freiheit und Demokratie in den wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen unseres Lebens eine so äußerst schmale Basis haben, bleiben sie leere Worte. Die wirtschaftliche und soziale Gestaltung Deutschlands ist durch das Ruhrstatut und die JEIA dem Ausland Vorbehalten. Die Demontagen fallen in das gleiche Kapitel. Dies allein würde genügen, um uns die Bestimmung über das eigene Schicksal zu nehmen, die die Voraussetzung wirklicher Freiheit und Demokratie ist. Es kommen aber noch das Besatzungsstatut und die Hohen Kommissare hinzu, um sie für uns Deutsche noch illusorischer zu machen. Die Charta für die Hohe Alliierte Kommission wurde von der „New York Times“ als „Status einer Kolonie mit einer sehr beschränkten Autonomie“ bezeichnet. Wir Kommunisten haben frühzeitig gewarnt und immer wieder darauf hingewiesen, daß die Durchführung der Londoner Empfehlungen genau den Zustand in Westdeutschland schaffen werden, den die „New York Times“ so treffend charakterisierte. Die Verantwortlichkeit! Verantwortlich für den Zustand, in dem wir heute leben, ist nicht nur unsere Vergangenheit, sind nicht nur die Besatzungsmächte, sondern es sind dies auch die Weststaatparteien und -Politiker, denn der Inhalt ihrer Politik hat darin bestanden, zu ermöglichen, daß der „separate Kolonialstaat Westdeutschland“ aus der Taufe gehoben werden konnte. Wer kein geteiltes Deutschland will, wer ablehnt, in kolonialer Abhängigkeit zu leben, wer für Selbständigkeit und eigene Bestimmung über Deutschlands Wirtschaft und Politik ist, der entscheidet sich für die Kandidaten der Kommunistischen Partei zum Bundestag. Beispiele des Gesinnungsterrors Katholische Kirche verfolgt Protestanten Im selben Augenblick, in dem der Vatikan seine Gläubigen, die ihre Sympathien zum Kommunismus aufrechterhalten wollen, mit der automatischen Exkommunikation bedroht, wird dem Vatikan auch von protestantischer Seite Gesinnungsterror nachgewiesen. Daß diese Vorgänge in der uniformierten westdeutschen Presse verschwiegen werden, ist nicht erstaunlich. Die „New York Herald Tribüne“ berichtet jedoch über die Tagung des Weltkirchenrates in Chichester, auf der am 14. Juli eine Resolution gefaßt wurde, in der festgestellt wird, daß in Spanien von der katholischen Kirche Gesinnungsterror ausgeübt und andere religiöse Gemeinschaften unterdrückt werden. Der Weltkirchenrat stellt weiterhin fest, daß auch in Südamerika Verfolgungen von Protestanten stattfinden und forderte vom interamerikanischen Evangelisten-Kongreß, der diese Woche in Buenos Aires stattflndet, Hilfe für die drei Millionen Protestanten in Südamerika Diese Stellungnahme des Weltkirchenrates bestätigt die früheren Meldungen über Gewaltakte gegen protestantische Gottesdienste und über das Verbot ihrer öffentlichen Ankündigung in Spanien. Sie läßt auch die Meldungen über die antisemitische Tätigkeit des wegen staatsfeindlicher Handlungen verurteilten Kardinals Mindszenty im richtigen Lichte erscheinen. Im Gegensatz zur intoleranten Haltung des Vatikans stellt der Weltkirchenrat in seiner Resolution selbstkritisch fest: „Die Kirchen müssen selbst keinen kleinen Anteil an Schuld für die Mißstimmung tragen, die unter den nichtbevorrechteten Massen der Bevölkerung der Welt herrscht, da ihre eigenen Anstrengungen, die Brüderschaft aller Menschen zu verwirklichen, so schwach gewesen sind.“ Wir Kommunisten werden uns, trotz des päpstlichen Dekrets, nicht davon abhalten lassen, für die Interessen des Volkes, auch für die der armen und entrechteten Katholiken, einzutreten. Diese mögen aber an den Aeußerungen ihrer protestantischen Glaubensbrüder erkennen, daß Toleranz und Demokratie von ihren Kirchenfürsten ver-f letzt werden. Charme gemacht, doch ohne jede tiefere Bedeutung. In den Palast-Lichtspielen kommt ab Freitag, 22. Juli, der Bavaria-Film „3x Komö- d i e“ mit Ferdinand Marian zum Einsatz. Am gleichen Tag läuft in den Müller-Lichtspielen als Reprise der Metro-Goldwyn-Mayer-Film „Die Entscheidung“ mit Greer Gar- son an. Modernisiertes Capitol-Filmtheater - Das Capitol, seit 1929 traditionsbelastete Stätte der flimmernden Leinwand mit zum Teil unvergeßlichen Mannheimer Premieren von Spitzenfilmen wie „Der Mörder Dimitri Karamasoff“ und „Schiffbruch der Seelen“, erfährt im Innern eine Modernisierung durch ein neuzeitliches Verfahren der Bautechnik. Das Verfahren besteht in einem neuartigen Verputz, der ein Gemisch von Glaswatte, Leim und Farbe ist und einer außerordentlichen Verbesserung der Tonakustik dient. Die mächtige äußere Kuppel mit 550 Quadratmeter Flächeninhalt ist fertiggestellt, die Balkonkuppel ist im Werden. Etappenweise wird der neue Verputz angebracht, bis das ganze Theater damit versehen ist. Demnächst läuft im Capitol der vielbesprochene Meisterfilm der DEFA, „Ehe im Schatten“ an, der bei Preise und Publikum überall ein starkes Echo fand. Franz Mohr Das Theater des Volkes Das Theater des Volkes bereitet zur Zeit die Operette „Die Dollarprinzessin“ von Leo Fall vor. Die Premiere findet am Samstag, 23. Juli 1949, um 22.15 Uhr, im Ufa-Palast statt. V u. i Badisches Volksecho Seite 5 1\. KARLSRUHE Im Jahre 1929 wurde das Rheinstrandbad Rappenwört fertig- gestellt. Gleich im ersten Jahr fanden dort 365 000 Besucher Erholung in Licht. Luft, Sonne und Wasser. Rappenwört wurde das „Lido“ der Karlsruher. Es war aber auch eine Perle unter den Strandbädern mit seinen schönen Anlagen und Liegeplätzen, mit seinem Badebacken und seinem Hheinstrand, mit den Spiel- und Sportplätzen, von denen die Ringtennisplätze eine besondere Erwähnung verdienen, weil von hier aus dieses Spiel sich zu emnem weit über die Grenzen Deutschlands hinaus volkstümlichen entwickelte. Durch den Krieg wurden die Strandbadanlagen sehr stark mitgenommen. Bunker und Verteidigungsanlagen waren entstanden, die gesprengt und, soweit es möglich war, weggeräumt werden mußten. Viel Mühe hat sich die Badeverwaltung der Stadt Karlsruhe gemacht, die Strandaniagen wieder instand zu setzen. Die großen Rasenflächen wurden neu angelegt, das Badebecken entschlammt, die Uferpflasterung erweitert, die Schwimmstrecke im Rhein wie früher mit Anschwimmstellen und Sprungbretten in Betrieb genommen, — Strandbetten Stehen wieder zur Verfügung und auch Sport- und Spielgeräte für Ringtennis, Tischtennis, Fußball, Kegelspiele. Barren. Reck. Schaukeln. Rhönräder und viele andere gibt es wieder. Ein gutes Kasperltheater Scheint die Sonne aucQ noef) so §eiß immer erfrischt das Wagner-Eisl Mehrere Verkaufsstände i. Strandbad Auslieferungslager für Karlsruhet Kreuzstraße 20, Ruf 5771 STUTTGART-S Danneckerstr.2 WAG N ER u.CO S Eiskremfabrik ^füfirend in 'jü d w «.s / d (> u l ,s r / a n d ! SINNER BIER 20 Jahre Rheinstrandbad Rappenwört * »**-. ( ft ..i ' IM !^||li§iS p38^$g Strandbad - Restaurant Gute KUche u. Getränke - GemUtl. Räume f. Gesellschaften - 01(0 Lull, Tel, 2140 Sommerfest in Rappenwört am Sonntag, dem 24. Juli 1949, Beginn 1« Uhr, anläßlich des 20jährigen Bestehens des Bheinstrand- bades, veranstaltet von der städtischen Badverwaltung Karlsruhe untei Mitwirkung zahlreicher Sportvereine mit sportlichen Vorführungei. Außerdem: Tombola, Japan. Fadenziehen, Krabbelsack, Kasperltheater, Shetland-Pony-Kutsch- fahrten und Reiten, sowie Kinderbelustlgnngen aller Art. — T a n z an verschiedenen Stellen. Kapellen: Peter Kallenbach mit seinen Solisten. Artur Jung. Lautspreche ranlage: Ansage: Karl Fischer. Keine Zuschläge auf die normalen Eintrittspreise. (Erwachsene 0,20 DM, Kinder 0,15 DM). Straßenbahn-Linie 2 bis zum Strandbad; 10-Minuten-Verkehr bis 23 Uhr mit Anschluß an die Stadtlinien. Nach 23.00 Uhr bis Ende der Veranstaltung Sonderwagen alle 15 Minuten. Kraftwagenverkehr über Waldweg u. Hochwasserdamm. Parkplatz für Kraftwagen u. Fahrräder. Städt. Badverwaltung. den Provianf für das Wochenend im Strandbad liefert: Feinkost-GÖrger, Haiserstr. 135, Jet. 510*1 spielt für Erwachsene und Kinder und zwei Shetlandpony sind zum Reiten und Kutschwagenfahren eingesetzt. Rappenwört erstrahlt also wieder in neuem Glanz und ist auf dem besten Weg, seinen Ruf als Sehenswürdigkeit und Musterstrandbad wieder zu erringen. Es ist daher zu wünschen, daß dieser Erholungsort der Bevölkerung wieder so besucht wird wie in früheren Jahren, zumal er ja jetzt wieder mit der Straßenbahn erreicht werden kann und die billigen Gemeinschaftskarten — Straßenbahnfahrt eittschl. Badebesuch — wieder eingeführt wurden. Anläßlich des 20jährigen Bestehens des Rheinstrandbades Rappenwört veranstaltet die Badeverwaltung am Sönnntag. dem 24. Juli 1949. ein großes Sommerfest mit Sportvorführungen aller Art: Schwimmen, Ringtennis. Tischtennis. Boxturnieren, Turnen, Jiu-Jitsu, mit Lampion-Kanufahrten, Fischerstechen und dergl.. Kinderbelustigungen. Tombola. Konzert und Tanz an verschiedenen Stellen. Die neuhergerichtete Strandbadwirtschaft wird dabei mit ihrer Filiale am Rheinstrand für des Leibes Atzung sorgen und Speiseeisverkaufsstellen bieten ihre erfrischenden Vorräte an. Wer Natur und Frohsinn liebt, wird bestimmt auf seine Rechnung kommen und eine angenehme Erinnerung auch von dieser Veranstaltung, wie von jedem Besuch des Strsfndbades mit nach Hause nehmen. Zur Erfrischung nach Spiel u. Spori utieS&i 9?e Bonbon* ZUCKERWAREN.FABRIK EBERSBERGER &REES££ KARLSRUHE i.B. GEGRÜNDET 1862 Wilhelm Kiefer Elektromeister Das Facßgescßäfl für Elektroinslallalionen Beleuchtungskörper Elektrokühlschränke Elektroherde Elektrogeräte zu jedem Zweck Karlsruhe, Adlerstr.2a Telefon 6928 Apparate! Alle bekannten Marken nunmehr in bequemen Teilzahlungen! 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Die Gnädige packt ihre Koffer, gibt den Dienstboten die letzten Befehle und schaukelt elegant im Schlafwagen an die blaue Adria oder sonst ein mondänes Seebad, wo „man“ unter sich ist. „Wer Geld hat, auch Ehr’ und Anseh’n in der Welt hat,“ meinte einmal melancholisch Heine. Der kleine Mann jedoch im schnittigen Konfektionssakko aus bester Holzfaser besteigt beschwingt die flinke kleine Barkasse, die ihn den viel besungenen Strom hinaufträgt und findet dort draußen, am Strandbad, den Mannheimer Lido, seine sommerlichen Freuden... Hier bin ich Mensch... Man taucht kopfüber in die Flut, taucht wie ein Torpedo und landet pfeilschnell zwischen den behaarten Beinen eines massiven Endvierzigers. „Verzeihung, Herr Nachbar!“ Puh, man hätte sich gerne einen wonnigeren Ankerplatz gewünscnt, ein Meermädchen oder vielmehr eine von den goldgelockten Rheintöchtem. Man geht wieder an Land und hält Umschau. Es ist alles da, ein Gewimmel und ein Getümmel, schlanke Jugend und etwas in die Breite gehende ältere Semester, süße Grazien und wandelnde Mehltonnen, daß man wieder mit Heine ausrufen möchte: „Diese schönen Gliedermassen kolossaler Weiblichkeit“. Mitunter sieht man auch eine ausgesprochene Badeschönheit, die siegesbewußt auf Strandschuhen vorüberwippt, aber sehr reserviert tut, d. h. es käme mal auf die Probe an. Am meisten Spaß machen jedoch die vielen, lieben, kleinen Nackedeis, die lustig krähend einem zwischen die Beine geraten, von den vielgeplagten, besorgten Müttern verfolgt, die sie nach aufregender Jagd wieder einfangen. In den langgestreckten Bauten des Nord- und des Südrestaurants sitzen in der Eisbar und im Cafe die Genießer, mustern mit Kennerblicken das vorübergehende Ewig-Weibliche, und in dem sommerlichen Basar in beiden Restaurants ist alles zu haben, von der Briefmarke bis zur Badeausstattung, von den seligsten Torten und Kuchen bis zum kompletten Menu. Die Liebesinsel Im Süden des Strandbades, hinter den Fahrradständern, wo das Ufer in einem Bogen vorspringt, ist die sagenumwobene LiebesinseL Hier gibt es verschlungene Pfade und diskretes Weidengebüsch für verliebte Pärchen. Ja. der Gott, der Bub und Mädchen schuf, er kannte gleich den edelsten Beruf, auch selbst Gelegenheit zu machen. Und hier ist Gelegenheit in reichem Maße vorhanden. Hier wird geküßt und geliebelt, wie nur je seit Adam und Eva, und man hört zärtliches Geflüster und kleine erschrockene Schreie, wenn man unversehens dazu kommt. Und über alle dem spannt sich ein blauer Himmel, lacht eine goldene Sonne, rauscht der Strom sein uraltes ewiges Lied, -m- Am 1. September 1949 erscheint das Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands „Freies Volk“ _ Die Zeitung, auf die alle Deutschen seit langem warten Sei BesMei des düHi Uten schlechtem Schlafen, Schwindelanfällen, nervösen Kopf-, Herz- und Magenbeschwerden erweist sich - wie zahlreiche Dankschreiben u. klinische Gutachten belegen - der echte Klosterfrau-Melissengeist als zuverlässiges Hausmittel. Erhältl. in Apoth. u. Drog. Klosterfrau, Melissengeist-, Schnupfpulver- und Puderfabrik, Kölnr«j.Bhai* Theater des Volkes Mannheim Telephon 48B28 Samstag, 23. Juli, 22.15 Uhr, Im Ufa - Palast Mannheim Premiere! Premiere! Die Dollarprinzessln Operette in 3 Akten von Leo Fall Wiederholung: Samstag, 3 0. Juli, 22.15 Uhr Vorverkauf: Bekannte Vorverkaufsstellen und Theaterkasse im Ufa-Palast von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Telephonische Kartenbestellungen unter Tel.-Nr. 438 28 erbeten. Nach Schluß der Vorstellungen Straßenbahnverbindung nach . allen Richtungen. 20 Neu! Neu! Neu! Neu! 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