BADISCHES '“ta*! Nordbadische Drude- und Zeitungsvertrieb G. m b. H„ Mannheim. S 3, 10. Fernruf Nr. 432 60. Redaktion: Mannheim. S 3. 10 Fernruf Nr. 415 85. Chefredakteur: Willy Grimm. Vertriebsfilialen: Mannheim-Neckarstadt. Mittelstr. 38, Ruf 509 35. Heideibers, Rohrbacher Str. 13-15. Ruf 3421/25 - 01 Karlsruhe Amalienstr. 69. Ruf 4023. Pforzheim. Westliche 77 Ruf 2596, Weinheim. Bauptstr. 88. Ruf 2419. VoTksxeitun g für Baden Erscheint täglich. außer an Sonn- und Feiertagen. Bezugspreis DM 2.50 einschl. Trägerloha Bei Postzustellur.g DM 2.05 zur DM -.54 Zustellgebühr. Bankverb.: Allz. Bankgesellschaft Mhm. Kto.-Nr. 140 77 Stadt. Sparkasse Mhm. Kto.-Nr. 227. Postscheckamt Karlsruhe Kto.-Nr. 429 39. Anzeigenpreis: Siehe Anzeigenpreisliste 3. Anzeigen werden entgegengenommen in Mannheim. S 3. 10. Ruf 432 60. und in den Vertriebsfülalea flus dem Jnhati Das ganze Deutschland muß es sein! Die Staatsschuld des Bonner Spalterkabinetts KPF gegen Saar-Annexion Gewerkschaftler, seid auf der Hut Jahrgang 5 / Nr. 9 Mittwoch, 11. Januar 1950 Preis 15 Pf. Ueber die Ziele der Nationalen Front Wilhelm Koenen sprach vor Pressevertretern Berlin. (EB) Ueber Aufgaben und Ziele der Ausschüsse der nationalen Front des demokratischen Deutschlands äußerte sich der Versitzende des Sekretariats der nationalen Front, Wilhelm Koenen, in Berlin vor in- und ausländischen Journalisten. Koenen teilte mit, daß die Umwandlung der Ausschüsse der Volkskongreßbewegung in Ausschüsse der nationalen Front nunmehr in allen Orten und Städten der Deutschen Demokratischen Republi'verfolge. Zugleich wachse der Kreis der Deutschen an, die sich der nationalen Front anschließen und zwar aus der Erkenntnis heraus, daß nur durch die nationale Front die berechtigten Forderungen nach Einheit und Frieden verwirklicht werden. Vor dieser nationalen Kampffront werde auch die westdeutsche Separatregierung kapitulieren und dem deutschen Volk den Weg in eine glücklichere Zukunft freimachen müssen. Propst Grüber bleibt dabei Bielefeld. Propst Grüber hat sich einem Vertreter des evangelischen Pressedienstes gegenüber geäußert, daß er keine Veranlassung sehe, zu den vielen Zeitungsartikeln über seine Schilderung des Weihnachtsbesuches im Konzentrationslager Sachsenhausen Stellung zu nehmea „Ich kann nur die Bitte wiederholen, den ganzen Bericht zu lesen“, sagte er. „Ich habe mir oft die Frage vorgelegt, was die Interviews, um die man mich in dieser Sache anging, bezweckten. Ich bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß der größte Teil nicht die Tendenz hatte, den Internierten zu helfen und den Angehörigen ein beruhigende? Wort zu- sagen.“ Hermann Röchling angeklagt Paris. Der deutsche Industrielle Hermann Röchling, der während der Nazizeit Beauftragter für Eisen und Stahl für die besetzten Gebiete war, ist durch die Stahlwerke bei Nancy unter Anklage gestellt worden Er soll 1940 Eisen- und Stahlprodukte ohne Entschädigung in Besitz genommen und Angestellte des Werkes, diö Widerstand dagegen leisteten, ins KZ eingeliefert haben. Der Prozeß soll am 9. Februar vor einem Gericht in Nancy beginnen. Privater Handel zwischen Großbritannien und Sowjetunion nimmt zu Obwohl kein neues britisch-sowjetisches Handelsabkommen zustande kam, hat der Handel der Sowjetunion mit britischen Geschäftsleuten auf privater Grundlage einen Aufschwung genommen. Die Russen kaufen die Maschinen und elektrische Einrichtungsgegenstände von britischen Privatfirmen und liefern Getreide und Bauholz nach Großbritannien. Im November wurden allein 70 000 t sowjetisches Getreide in britischen Häfen gelöscht. Auf Anfragen amerikanischer Stellen, die trotz ihres Eintretens für liberale Wirtschaftsprinzipien diesen privaten Handel als unvereinbar mit den Zielen des Marshall-Planes bezeichneten, bemerkten britische Handelsexperten hierzu, die britische Regierung könne keine Kontrolle ausüben, um diesen privaten Handel zu unterbinden. Sollen wir weiter dafür bluten ? 20,2 Milliarden Besatzungskosten bis zum Dezember 1949 — Fordert Abzug der Besatzungsmächte Vom 1. April 1950 an werden die Besatz ungskosten vom Haushalt' des westdeutschen Bundes getragen. Die Höhe der Besatzungs kosten wird für das Jahr 1950/51 auf etwa 4,5 Milliarden DM geschätzt, das wird etwa 50 Prozent des Haushalts des westdeut sehen Separatstaates ansmachen. Diese, der westdeutschen Bevölkerung Die Besatzungskosten bilden eine un- durch die Besatzung aulerlegten Lasten erträgliche Belastung für die westdeutsche belaufen sich bis zum Dezember 1949 auf Bevölkerung. Allein die angeführte Summe etwa 20,2 Milliarden Mark. (Von 1945 bis von 20,2 Milliarden Mark übersteigt die März 1949 wurden 17,2 Milliarden Mark er- Summe der gesamten Lieferungen der USA rechn£\) Das ist aber nicht alles, was die an Westdeutschland — ERP-Lieferungen westdeutsche Bevölkerung aufbringen muß, und Garioa-Lieferungen bis zum Dezember weil noch immer kein Friedensvertrag mit 1949 in Höhe von 13 Milliarden Mark — um Deutschland zustande gekommen ist und mehr als 7 Milliarden Mark. Wir haben also immer noch die Besatzungstruppen in Deutschland stehen. In der Zeitschrift schon 20,2 Milliarden Mark an Besatzungs - kosten bezahlen müssen und 13 Millarden Mark für die sogenannte amerikanische „Hilfe“ müssen wir noch bezahlen. Zahlen müssen wir auch weiterhin die Besatzungskosten. die allein in diesem Jahre, wie schon bemerkt, 4,5 Milliarden DM ausmachen. Diese enormen Summen bezahlen die Werktätigen Westdeutschlands mit ihrem niedrigen Lebensstandard, dabei wächst unsere Verschuldung an das Ausland von. Tag zu Tag. Nie und nimmer darf sich die Bevölkerung in Westdeutschland mit diesen Kolonialmethoden einverstanden erklären. „Frankfurter Hefte“ vom Januar 1950 schreibt Rüdiger Proske: „Schließlich ist zu erwähnen, daß nicht unbeträchtliche Ausgaben der Kreise und der Gemeinden von ihren Haushalten nicht auf das Besatzungskonto der Länderhaushalte übertragen werden dürfen, obgleich es sich tatsächlich um Be- satzugskosten handelt. Wie groß jener Teil ist, der nicht bei den Besatzungsfolgekosten geführt wird und daher bei der Gesamtsumme der Besatzungslasten von 17,2 Milliarden RM/DM nicht in Erscheinung tritt, ist unbekannt.“ „Die zusätzlichen Lasten, die der deutschen Volkswirtschaft allein in der französischen Zone durch die Handelsgeschäfte des „Oficomex“ entstanden sind, werden bis zum 31. März 1948 auf 123 Millionen Dollar geschätzt.“: Millionen für Ministergehälter Allein Heuß und Adenauer schlucken 429 000 DM im Jahr Bonn. (Nach dpa) Das Bonner Kabinett, einschließlich der Gehälter, Aufwandsentschädigungen und sonstigen Geldsummen, die den: westdeutschen Präsidenten, dem westdeutschen Kanzler und den westdeutschen Ministern nach dem Haushaltsplan ausgezahlt werden, kostet die westdeutsche Bevölkerung rund eine Million DM im Jahr. Der westdeutsche Kanzler Dr. Aden- darüber hinaus nach dem Haushaltsplan a u e r erhält ein Jahresgehalt von 45 000 Anspruch auf eine komplett ausgestattete DM. Daneben stehen ihm für „besondere Dienstwohnung. Die westdeutschen Mini- Aufgaben" eine Aufwandsentschädigung von ster verfügen über ein Jahresgehalt von je 24 000 DM, ein Dispositionsfonds von 50 000 36 000 DM. Ihnen stehen ferner eine Auf- DM und ein Verfügungsfonds von 100 000 Wandsentschädigung von je 7200 DM und DM zur Verfügung. Der westdeutsche Prä- ein Wohnungsgeld von 3600 DM zur Ver- sident Dr. Heuß bezieht ein Jahresgehalt fügung. Die westdeutschen Staatssekretäre von 50 000 DM. Ihm stehen außerdem eine bekommen ein Gehalt von je 2000 DM im Aufwandsentschädigung von 100 000 DM Monat. Hinzu kommt eine Aufwandsent- und ein Dispositionsfonds von 60 000 DM Schädigung von 400 DM und ein WohnungS- zur Verfügung. . Heuß und Adenauer haben g'eld von 200 DM im Monat. —• Colombo-Konferenz eröffnet Nehru über das neue China Colombo. (EB) Der indische Ministerpräsident Nehru erklärte, es habe schon immer eine „dringende Notwendigkeit“ für einen Regierungswechsel in China bestanden.. In gewisser Weise seien in China schon jetzt zum Teil die Anforderungen der sozialen Gerechtigkeit erfüllt worden, die in ganz Südostasien durchgeführt werden müßten. Nehru wandte sich gegen die in Europa von anglo- amerikanischer Seite verfolgte Politik des kalten Krieges. „Die Politik des kalten Krieges in Europa werde möglicherweise nicht geeignet sein, um mit den Problemen im fernen Osten fertig zu werden.“ Es wäre unklug, der kommunistischen Welt gegenüber eine völlig negative Haltung einzunehmen. Der kanadische Außenminister Pearson ließ die bevorstehende Anerkennung der chinesischen Volksregierung durchblicken, als er in seinen Ausführungen darauf hinwies, daß Kanada nicht, in allem der USA-Politik folgen würde. Drei entscheidende Fragen für unser Volk - -4 Der Demontagestop-PrpzeR in Hannover geht jeden Deutschen an Hannover. (Eig. Ber.) In Hannover stehen bekanntlich acht Deutsche vor dem Militärgericht, die für einen Aufruf verantwortlich gemacht werden, der die Meinung aller Deutschen znm Ausdruck brachte, daß die Arbeiter nicht länger ihre eigenen Arbeitsplätze demontieren dürfen. In einer Stellungnahme des Verteidigungskomitees im Demontagestop-Prozeß heißt es: „In dem Demontagestop-Prozeß gegen acht Deutsche werden drei entscheidende Fragen aufgeworfen, die für das ganze deutsche Volk von großer Bedeutung sind: 1. Haben die Alliierten heute noch das Recht, Demontagen zu befehlen? 2. Sind die im Grundgesetz verankerten Grundrechte bindendes Gesetz? 3. Genießen die vom deutschen Volke gewählten Abgeordneten die Immunität? Hierzu wird festgestellt, daß für die Demontage keine Rechtsgrundlage besteht. Im Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 mußten alle Demontagen bis spätestens 2. Februar 1948 abgeschlossen sein. In diesem Abkommen heißt es: „Der Umfang der als Reparationen aus den westlichen Zonen zu entfernenden Anlagen muß spätestens in sechs Monaten festgesetzt sein.“ „Der Abtransport von Anlagen der Großindustrie soll sobald wie möglich beginnen und zwei Jahre nach dem in Paragraph 5 bezeichneten Zeitpunkt beendet sein.“ Das Verteidigungskomitee stellt weiter fest, daß das Recht der freien Meinungsäußerung und das Recht auf Immunität im Grundgesetz verankert sind. Diese „unveräußerlichen Menschenrechte als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft" müssen auch für die Angeklagten Gültigkeit haben. Der niedersächsische Landtag schloß sich einstimmig dieser Auffassung an. Die britische Militärregierung, so wird festgestellt, setze somit die Bestimmungen des Bonner Grundgesetzes über die Grundrechte des deutschen Volkes außer Kraft und verurteile dasselbe, zu einem Schattendasein. Der Prozeß geht jeden Deutschen an. Mit den acht Angeklagten sitzt das deutsche Volk auf der Anklagebank und hat sich zu verantworten. Es stehen ernste demokratischen Rechte und Freiheiten der deutschen Bevölkerung auf dem Spiel. Verantworten heißt: „Sich verteidigen“. Die Verteidigung der acht angeklagten Deutschen muß die Sache des ganzen deutschen Volkes sein. Jeder muß deshalb die Verteidigung unterstützen. Alle Stellungnahmen und Zuschriften sind zu richten an das Niedere Militärgericht in Hannover und an das Verteidigungskomitee in Hannover, Rosenstraße 7. Spenden sind zu richten an den Verteidigungsfond Hannover (Postscheckkonto 106 699, Robert Lehmann — für Verteidigungskomitee). Nicht aufzuhalten! „The New Yorker" über die Freiheitsbewegung in Südostasien New York. (EB) Das Anwachsen der Freiheitsbewegung in den Ländern Südostasiens läßt sich nicht mehr eindämmen, erklärt die Londoner Zeitung „The New Yorker“ in einem Kommentar zu der Colombo-Konferenz, auf welcher die Außenminister der Common wealth-Staaten wie gemeldet u. a. auch Maßnahmen gegen die ständig anwach- sendc Freiheitsbewegung in Südostasien erörtern wollen- Das Blatt weist darauf hin, daß die Aufständischen in Burma den großen Teil des Landes beherrschen und daß es den Briten in dem seit 8 Monaten gegen die Freiheitsbewegung des malaischen Volkes geführten Krieg nicht gelungen ist, diese Bewegung auch nur irgendwie zu schwächen. Karte Bao Dai sticht nicht Kämpfe in Indochina gehen weiter Saigon. (Rdik.) Die Kämpfe in Indochina dauern mit, unverminderter Heftigkeit weiter an. Zwei etwa hunctert~Ktiomgter-~y pw ~~ Saigon entfernte stark besetzte Stützpunkte der französischen Kolonialtruppen werden seit geraumer Zeit von Verbänden der vitna- mesiseben Freiheitskämpfer belagert. Die französischen Kolonialtruppen erlitten Verluste in Höhe von 450 Mann. Trotz Verstärkung durch Fallschirmjäger gelang es ihnen bisher nicht, aus den belagerten Stellungen auszubrechen. ' Tschu En-Lai an Bevin Hongkong (E.B.) Die Volksrepublik China sei bereit, diplomatische Beziehungen zur Regierung von Großbritannien auf der Basis der Gleichberechtigung und der gegenseitigen Achtung des Gebietes und der Souveränität beider Länder aufzunehmen, erklärte Tschu En-Lai in seiner Antwort auf das Schreiben des britischen Außenministers Bevin über die Anerkennung der chinesischen Volksregierung durch Großbritannien In Metallarbeiter-Demonstrationszug gefeuert Acht Tote und über 100 Verletzte in IVfodena — Generalstreik gegen Polizeiterror Modena. (ELB.) Anf einen Demonsira tionszug von 10 000 Metallarbeitern eröffnete die Polizei in Modena am Montag das Feuer, um die Arbeiter auseinanderzutreiben. Nach den bisher vorliegenden Meldungen wurden acht Arbeiter getötet. Die Zahl der Verletzten beziffert sich anf über 100, wovon 30 Menschen schwer verletzt sind. Als Antwort auf das brutale Vorgeben der Polizei haben die Gewerkschaften für das gesamte Gebiet von Modena den Generalstreik bis D ienstagabend aasgerufen. Ausbrecher kehrte freiwillig zurück Hamburg, (dpa) Der letzte der fünf Ausbrecher, die am Sonntagabend aus dem Lazarett des Untersuchungsgefängnisses Hamburg geflohen waren, meldete sich am Sonntag vor Mitternacht freiwillig bei einem Polizeirevier in Hamburg. Zwei andere Flüchtlinge waren von der Polizei bei einer Großfahndung im Botanischen Garten in Hamburg ergriffen worden. Ein vierter Häftling war von Justizbeamten festgenommen worden. Der fünfte wurde beim Fluchtversuch erschossen. Die fünf Häftlinge hatten die mehrere Meter hohe Gefängnismauer überstiegen. 50 Polizisten. 4 Radiostreifwagen, zwei Scheinwerferwagen und Kriminalbeamte waren zur Verfolgung eingesetzt worden. US-Kraftwagen tötet drei Fußgänger Kusel (Pfalz). Drei Menschen wurden in der pfälzischen Ortschaft Miesau im Kreis Kusel getötet, als ein amerikanischer Personenkraftwagen mit hoher Geschwindigkeit in eine Fußgängergruppe fuhr. Zwei Hüttenarbeiter, waren auf der Stelle tot. Die siebenjährige Tochter des einen starb im Krankenhaus an den Folgen eines Schädelbruchs. Drei andere Personen wurden verletzt. Erdbeben in Calais Calais. Calais wurde von einem heftigen Erdbeben heimgesucht. Die Erdstöße dauerten vier Sekunden. Innerhalb weniger Sekunden waren die Straßen der Stadt mit schreckensbleichen Leuten angefüllt, die vom Abendessen auf die Straßen gestürzt waren. (Nach Reuter) Hakenkreuz über dem Maximilianeum München. Ueber dem bayerischen Land- tigsgebäude, dem Maximilianeum, zeichnete ein Flugzeug nicht feststellbarer Nationalität mit Kondensstreifen ein großes, seitenverkehrtes Hakenkreuz. Verschiedene Abgeordnete hatten gegen 14.30 Uhr fast zehn Minuten lang dem Manöver des Flugzeuges zugesehen. Die Kondensstreifen lösten sich innerhalb von kurzer Zeit wieder auf. Sogar 40 Tote. Davenport (Iowa). Die Gesamtzahl der Todesopfer, die die Brandkatastrophe in der Irrenanstalt in Davenport am Samstag forderte. hat sich auf 40 erhöht. Unter den Toten befindet sich eine Krankenschwester, alle anderen sind Patientinnen. (N. Reuter) Komplice Guilianos erschossen Palermo. Einer der gefährlichsten Komplicen des Räuberhauptmanns Guiliano wurde nach einstündigem Gefecht mit der Polizei in einem Vorort von Palermo erschossen. Dem getöteten Banditen Caloeero Ciaccio werden 11 Morde und 17 andere Verbrechen zur Last gelegt. Er ging der Polizei in eine Falle. (Nach Reuter) Giuliano findet Nachahmer Rom. Ein italienischer Industrieller in Rom erhielt einen Drohbrief, in dem ei aufgefordert wurde, drei Millionen Lire an einem bestimmten Platz zu hinterlegen. Der in ungelenker Handschrift geschriebene Brief drohte ihm und seiner Familie den Tod an, wenn er nicht zahlen sollte und trug die Unterschrift „Giuliano“ Der Industrielle ließ sich aber nicht einschüchtern und ging zur Polizei. Noch in der gleichen Nacht konnte der eifrige Giuliano-Lehrllng verhaftet werden. Es war ein 23-Jähriger, der in der Nachbarschaft des Industriellen wohnte. Tausende von Werktätigen gaben am Montagabend auf einer Massenkundgebung auf dem größten Platz Modenas ihrer Empörung über den Polizeiterror Ausdruck. In Gewerkschaftskreisen Roms wird allgemein damit gerechnet, daß sich die Protestwelle gegen das Blutbad von Modena über das ganze Land ausbreiten und einen Generalstreik für ganz Italien nach sich ziehen wird. Der. Exekutivausschuß des italienischen Allgemeinen Gewerkschaftsbundes ist am Montagabend zu einer Sondersitzung zusammengetreten. um einen zusammenfassenden Bericht über die blutigen Ereignisse ln Modena entgegenzunehmen und einen Beschluß über geeignete Protestmaßnahmen zu fassen. Auch die Vorstände der Kommunistischen Partei und der Sozialistischen Partei Italiens haben Besprechungen über eine gemeinsame Protestaktion aufgenommen. Innenpolitik radikal ändern! Di Vittorio zum Polizeiterror in Modena Modena. (E.B.) Eine radikale Aenderung der von der italienischen Regierung verfolgten Innenpolitik forderte der Generalsekretär des italienischen Gewerkschaftsbundes, Di Vittorio, auf einer Pressekonferenz, in der er zu dem Feuerüberfall der italienischen Polizei auf demonstrierende Arbeiter in Modena Stellung nahm. Statt zwischen Arbeitern und Unternehmern zu vermitteln, sagte Di Vittorio. schicke die Regierung de Gasperi die Polizei gegen die Werktätigen vor. Di Vittorio gab seinem Wunsche Ausdruck, daß die Protestaktionen der italienischen Werktätigen gegen die Terrorherrschaft der Scelfaa-Polizei in Ruhe und Disziplin durchgeführt werden. Niemand solle sich jedoch einbilden, sagte Di Vittorio, daß die Arbeiterklasse sich mit leeren Redensarten abspeisen lassen werde. Hafenarbeiterstreik verschärft Sydney. (Rdfk.) Der Proteststreik der Hafenarbeiter von Syndey gegen die Entlassung von 200 ihrer Kollegen und gegen die Einstellung von gewerkschaftlich nicht- organisierten Arbeitern hat sich trotz Drohungen der Regierung auf die übrigen Häfen Australiens ausgedehnt. Allein im Hafen von Sydney liegen 51 Schiffe, darunter 39 Ueberseedampfer fest. Die Zahl der Streikenden im Hafen von Sydney erhöhte sich auf 6000. Kohlenarbeiterstreik lebt auf Pittsburg (EB.) Tausende von Bergarbeitern, die in Gruben Virginias und Pennsyl- var.iens beschäftigt sind, haben die Arbeit ein gestellt, so daß sich zur Zeit 37 000 Bergarbeiter in diesen beiden USA-Staaten im Streik befinden. Es wird allgemein mit einer Ausdehnung der Streikbewegung auf die Kohlengruben im Staate Ohio gerechnet. Polizei erschießt kurzerhand Unschuldigen Haltlose Anschuldigung waren Anlaß für das unerhörte Vorgehen Trier. (E. B.) Ein unglaublicher Skandal- fali ereignete sich in Trier. Die Polizei hat den 25jährigen Karl Peiker, einen völlig Unschuldigen, im Laufe einer Fahndungsaktion gegen eine „Räuberbande“ erschossen. Die Kriminalpolizei von Cochem hatte über eine zweifelhafte Frau die Angabe erhalten, daß ihr eine Räuberbande“ bekannt fei und sie ein Verhältnis mit dem Bandenführer „Woithe“ habe. Die Cochemer Kripo fuhr nach Trier, machte sich mit der dortigen Polizei auf die vermeintliche Spur nach den Verbrechern. Es erfolgte die Absperrung des Geländes um das Amphitheater und der Kaiserthermen, wo sich angeblich der Schlupfwinkel der Banditen befinden sollte. Die schwindelhafte Denunziantin war bei dieser Razzia anwesend, wo allerdings nichts entdeckt wurde. Die Polizei war schon im Aufbruch, als ihr in einer angrenzenden Straße ein Radfahrer entgegenkam.- Dieser wurde von der Denunziantin Rosa Schneider einfach als der Bandenführer „Woithe“ bezeichnet Ein diensteifriger Polizeihauptwachtmeister schrie sofort: „Hände hoch oder ich schieße!“ und obwohl der völlig überraschte und unschuldige Karl Peiker sofort Anstalten machte, zu halten und sein Rad an die Straßenkante lehnen wollte, schoß der Polizist auf den Angerufenen und traf ihn in den Unterleib. Der lebensgefährlich Verletzte wurde nun noch dazu in der rigerosesten Weise auf den Polizeiwagen geworfen. Am nächsten Tage starb er. Inzwischen mußte die Polizei feststellen, daß alle Angaben der Denunziantin Erfindungen und Lügen waren, und daß es sich bei dem Erschossenen um einen harmlosen jungen Trierer Bürger handelte. Zehnjährige Taschendiebin Sie ernährte allein ihre Familie Hamburg. Rund 150 Taschendiebriähle mit einer Gesamtbeute von 5000 Mark, gestand eine zehn Jahre alte Schülerin aus Hamburg- Rahlstedt ein. die von der Hamburger Polizei auf dem Wochenmarkt ertappt wurde. Das Mädchen hat mit den Diebstählen eine dreiköpfige Familie ernährt. Den Tip zu seinen Diebereien will das Mädchen von einer gleichaltrigen Freundin erhalten haben. Schon der erste Versuch hatte ihr eine Geldbörse mit 70 Mark eingebracht. Sie lieferte die Beute ihrer Mutter ab, die über das Talent ihrer Tochter, nach Angaben der Polizei, sehr erfreut war. Seite 2 Mittwoch, 11. Januar 1950 Das ganze Deutschland muß es sein Ein historischer Beschluß: Sekretariat der Nationalen Front des demokratischen Deutschland konstituiert Von Dänemark und Israel anerkannt Berlin. (E. B.) Das Sekretariat der Deutschen Volkskongreßbewegung nahm am 7. Januar 1950 Stellung zu der aus allen Kreisen der Bevölkerung erhobenen Forderung, die Volksausschüsse für Einheit und gerechten Frieden in Ausschüsse der Nationalen Front umzuwandeln. Als Ergebnis dieser Beratung faßte das Sekretariat folgenden Beschluß: Durch das Manifest für die Schaffung der Nationalen Front des demokratischen Deutschland hat der Deutsche Volksrat in seiner letzten Sitzung einen entscheidenden Schritt zur Steigerung des Kampfes für die Einheit Deutschlands und einen gerechten Frieden getan. Der Aufruf für die Nationale Front findet in Ost und West immer stärkeren Widerhall. Immer lebhafter werden die Rufe nach einer festeren organisatorischen Zusammenfassung. Neue Kräfte aus allen Schichten, insbesondere aus den Reihen der Intelligenz, der früheren Pg’s und der Unternehmer haben sich für die nationale Zusammenarbeit mit den Volksausschüssen ausgesprochen und in Gruppen und Zirkeln zusam- meijgefunden. Immer dringlicher wird daher das Verlangen der Volksausschüsse für Einheit und gerechten Frieden, ihre Tätigkeit nunmehr auf höherer Stufe, als Ausschüsse der Nationalen Front des demokratischen Deutschland weiter entfalten zu können. Die Remilitarisierung, die Schaffung eimes friedlichen, demokratischen Deutschland einsetzen, denn die Wiedergeburt Deutschlands ist nur auf demokratischer Grundlage möglich. Das ganze Deutschland muß es sein, für das wir den Frieden gewinnen. Die Nationale Front des demokratischen Deutschland wird diese historischen Aufgaben lösen. Wilhelm Koenen, Vorsitzender des Sekretariats; Paul Merker, SED; Georg Dertinger, CDU; Dr. Karl Hamann, LDP; Friedei Malter, nationale Politik mit allen Kräften für die FDGB; Vincenz Müller, NDP; Paul Scholz, der Nationalen Front des demokratischen Deutschland zu konstituieren. Damit wird zugleich dem Verlangen der Volksausschüsse zugestimmt, als Ausschüsse der Nationalen Front des demokratischen Deutschland aufzutreten. Diese Landes-, Kreis- oder Ortsausschüsse der Nationalen Front des demokratischen Deutschland werden nicht nur die bisher von ihnen als Volksausschüsse für Einheit und gerechten Frieden geleistete Arbeit für den nationalen Aufbau verstärkt fortsetzen, sondern sich durch eine noch breitere trotzdem auch für ihren Abzug aus Deutschland. Die Zeitungen hier schreiben jeden Tag, Berlin. oifgenoffenfd]nftcn in beir B3>R Schwerin. In immer stärkerem Maße erkennen die Bauern in der Deutschen Demokratischen Republik die Bedeutung der Dorfgenos- senschaften. Dies wird durch die bisherige Entwicklung der Dorfgenossensdiaften eindeutig unter Beweis gestellt. So gehören heute z. B. von den rund 8600 Alt- und Neu- __j- *|. u „ bauern des Kreises Schwerin über 4500 Bauten entspricht. Die Londoner Familie zahlt für „„„ A ____, , ihre Wohnung 25 Schilling in der Woche, was ^ einer Arbeitszeit von siebeneinhalb Stunden entspricht Viele Londoner Arbeiterfamilien wohnen aber teurer, je nach Alter und Beschaffenheit des Hauses. In Polen liegen die Mieten zwischen 5 und 12 Prozent des Einkommens, dagegen nehmen sie in England bei älteren Wohnstätten 10 bis 15 Prozent, bei modernen Häusern 15 bis 25 Prozent des Einkommens in Anspruch. Dazu kommt ein wesentlicher Unterschied bei Heizung und Licht. Der Londoner Arbeiter rechnet für wöchentlich 15 Schilling, während der Pole 100 Zloty dafür ansetzt was dem Lohn für 32 Minuten Arbeit entspricht. Dieser polnische Arbeiter bekommt zwar von seinem Werk für die Heizperiode 5 Tonnen Kohle zusätzlich, aber die durchschnittlichen Ausgaben für Heizung und Licht betragen, wie der Korrespondent versichert, in allen Volksrepubliken annähernd die angegebene Summe. Was m England jeden Tag passiert, ist jedenfalls in Polen unmöglich: daß ein Arbeiter eine neue Wohnung deshalb nicht mieten kann, weil die Miete zu hoch ist Bezahlter Urlanb Ein anderes Beispiel für den Unterschied der Lebenshaltung gibt der Urlaub. Die meisten britischen Arbeiter unternehmen in diesem Jahr keine Urlaubsreise, weil sie ihnen zu kostspielig war. Unter 35 Pfund kann ein Ehepaar mit zwei Kindern auch bei bescheidenen Ansprüchen nicht aut zwei Wochen verreisen. Die polnischen Eltern schickten ihre beiden Kinder für zwei Monate in ein Erhohmgs r heim. Der Spaß kostete sie je Kind und Woche 900 Zloty oder 3600 Zloty insgesamt, etwa die Hälfte eines Wocbenlohnes. Die Eltern aber gingen für die zwei Wochen des — natürlich bezahlten — Urlaubs in das Ferienheim des Betriebes, das ehemals der Wohnsitz eines polnischen Magnaten gewesen ist. Für den zweiwöchigen Aufenthalt zahlte der Mann als Betriebsangehöriger 2800 Zloty, für seine Frau den doppelten Preis, insgesamt 8400 Zloty oder einen Wochealohn. Als Lohnarbeiter erhielt der Mann die Eisenbahnfahrt frei, während seine Frau zum halben Preis fahren durfte. Unter diesen Verhältnissen wundert sich der britische Berichterstatter nicht mehr, daß die polnische Arbeiterfamilie Geld für Kleider, Möbel und andere Bedarfsgegenstände die nicht zur täglichen Notdurft gehören, ohne besondere Schwierigkeiten zurüdcleqen kann, was dem britischen Arbeiter meistens mißglückt. s Es ist aber kein Druckfehler Nicht herangezogen sind die .indirekten* Vergünstigungen, die der britische Arbeiter -überhaupt nicht kennt. Die Krankenversorgung ist in Polen kostenlos, in der Fabrik gibt es Kaffee nach Belieben, Mehrleistungen des Arbeiters finden ihren Niederschlag in entsprechend höheren Entschädigungen. Und der Korrespondent verläßt seine Warschauer Arbeiterfamilie, um ein Beispiel aus dem Leben des tschechoslowakischen Bergarbeiters zu erzählen. Wenn dort der Kumpel sein Jahressoll erreicht hat, dann erhält er am .Tag des Bergarbeiters* ein Viertel seines Jahreseinkommens als Sonderzuwendung. .Ihr sollt nicht denken, daß es ein Druckfehler ist*, setzt er für seine englischen Leser hinzu, »ich habe wirklich ein Viertel des Jahreseinkommens gemeint*. - Die Zahl der indirekten Vergünstigungen aber, schreibt er zum Schluß, ist sozusagen endlos. Btn Bieter erzeugt 2350 t • Bifcn überplanmäßig Moskau. Die Werktätigen der sowjetischen Eisenhüttenindustrie begehen das neue Jahr mit großen Produktionserfolgen. Viele Betriebe der Eisenhüttenindustrie haben nicht nur ihre Jahres-, sondern auch die Fünfjahrespläne erfüllt Hervorragende Arbeitserfolge erzielten die Woroschilow- Hüttenwerke, die als erster Betrieb dieser Art im Süden der UdSSR den Produktionsplan für 1950 vorfristig beendet und damit den Nachkriegsfünfjahrplan um fast 13 Monate unterboten haben. Dieses Ergebnis ist um so höher zu bewerten, als das Werk während des Krieges fast völlig zerstört der Dorfgenossenschaften hat sich seit Mai 1949 von 36 auf 57 erhöht. Bei dem Mißtrauen, das die Bauern nach 1945 in vielen Fällen der genossenschaftlichen Arbeit entgegenbrachten, ist dies gewiß ein Erfolg. Die Bauern haben erkannt, daß die Arbeit der Dorfgenossenschaften ihren eigenen Interessen dient und daß es ihnen nach den demokratischen Rechten und den entsprechenden Satzungsbestimmungen jederzeit möglich ist, ein entscheidendes Veto einzulegen, wenn gefaßte Beschlüsse oder Anordnungen ihren Interessen zuwiderlaufen. Trotz der kurzen Zeit des Bestehens sind die Dorfgenossenschaft schon heute in der Lage, einen ordnungsmäßigen Geld- und Warenverkehr abzuwickeln. Bei den Arbeiten der Erfassung waren vorerst nur 12 Dorfgenossenschaften tätig, da die übrigen Genossenschaften noch nicht über den genügenden Lagerraum verfügten. Dagegen konnten sämtliche 57 Dorfgenossenschaften in die Aufgaben der Versorgung mit Saatgut, Futtermitteln, landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten, Düngemitteln und zu einem großen Teil auch in den Aufkauf freier Spitzen mit eingeschaltet werden. Eine der größten Schwierigkeiten, um die Dorfgenossenschaften zu voll arbeitsfähigen Organen zu machen, fst der Mangel an Lagerräumen, über die bisher nur 15 Dorfgenossenschaften verfügen. Es ist daher für 1950 geplant, für 22 weitere Genossenschaften, die verkebrsmäßig zentral günstig liegen, Lagerräume für Dünger und -Getreide zu bauen; Diese Angelegenheit ist ein sehr dringendes Problem, und es wird mH-aller Aktivität an- die Lösung dieser Frage herangegangen. Sehr zu begrüßen ist die Selbstinitiative einiger Dorfgenossenschaften, die Lagerräume durch entsprechende Behelfsbauten schaffen wollen. Von besonderer Wichtigkeit im Kampf um die Erreichung der Friedenserträge ist. daß zu den bisherigen 14 Saatreinigungsanlagen in diesem Jahr 12 weitere Anlagen mit Beizvorrichtungen hinzukommen werden. Hierdurch wird es möglich sein, daß im Kreis Schwerin bei den nächsten Bestellungsarbeiten kein ungeheiztes Saatgut mehr in die Erde kommt. Weiter ist die Beschaffung von Drillmaschinen zur genossenschaftlichen Nutzung und der Einbau von drei Fuhrwerkswaagen bei den zentral gelegenen Dorfgenossenschaften an Verladestationen geplant. Wie sehr sich die Dorfgenossenschaften bereits in verschiedenen Bezirken das volle Vertrauen der Bauern erobert haben, beweist die Tatsache, daß beispielsweise im Arbeitsbereich der Plater Genossenschaft sämtliche Bauern Mitglieder sind. Um dies erstrebenswerte Ziel in allen Bezirken des Kreises Schwerin zu erreichen, werden in den kommenden Wintermonaleu in verstärktem Maße Bauernversammlungen 1 und Mitgliederversammlungen in den Landgemeinden stattfinden, auf denen die beute noch abseits stehenden Bauern für die Mitgliedschaft und Mitarbeit in den Dorfgenossenschaften gewonnen werden sollen. Je stärker die Mitgliedersäule der Dorfgenossenschaften wird, um so nutz-: bringend« wird sich die genossenschaftliche Arbeit im die Bauern, die Landwirtschaft und schließlich für die gesamte Volkswirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik aus- wirken ttene Kroftnjngentgpen Moskau. In den Straßen der sowjetischen Hauptstadt erschienen neue Typen von Elektromobilen, die vom wissenschaftlichen Forschungsinstitut für Automotoren konstruiert wurden. Die Kraftwagen haben eine Tragfähigkeit von 0,5 bis 1,5 Tonnen. Durch Versuche wurde festgestellt, daß die Elektromobile die sonst üblichen Ausgaben für Kraftwagen um 15 bis 25 Prozent verringern. Das neue Transportmittel ist für kleine Frachten und Beförderung von Post in Städten bestimmt. düng seiner Jugendlichen steht. Dazu hilft,mit die Jugendgruppe der FDJ, der alle Jurfgens und Mädels mit Begeisterung angehören. Mögen die Reaktionäre in Westdeutschland toben und Gift und Galle gegen die fortschrittliche Arbeit der FDJ speien. Hier haben sie , verloren. Und diese Jugend werden sie nicht 'noch einmal als Kanonenfutter für ihre verbrecherischen Ziele auf die Schlachtfelder treiben. In den Gruppenabenden der FDJ werden die Probleme des Betriebes besprochen. Und die jungen Aktivisten zeigen sich hier manchesmal ihren älteren Kollegen in Diskussion und Tatkraft überlegen. Aber auch die Fragen des politischen und wirtschaftlichen Lebens spielen in den Aussprachen und Ausbildungsabenden eine entscheidende Rolle. Denn Wissen ist Macht, und niemand hat dies besser erkannt, als die von einem vorbildlichen Bildung.drang besessene Jugend der Deutschen Demokratischen Republik. Irbeiterk : nder werden Ingenieure Der Kulturdirektor des Betriebes — noch vor „einem Jahr hatte er in Westberlin eine eigene Schneiderwerkstätte, die er infolge des Zusammenbruchs der Westberliner Wirtschaft durch die verbrecherische Politik der westdeutschen Spalter schließen mußte — hat die Jugend besonders in sein Herz eingeschlossen. Er schildert, wie es das Bestreben der Betriebsleitung ist, hier eine der vorbildlichsten Lehr- und AusbildUngsschulen zu errichten. Seine Führung bringt uns auch dorthin, wo emsige Hände beschäftigt sind, eine neue Fach- und Ingenieurschule des volkseigenen Betriebes zu errichten. Wie staunen wir, a]s wir diesen Baukomplex betreten. Mehrere langgezogene Bauten, die durchschnittlich 100 Meter lang sind, stehen vor der Vollendung oder sind schon bewohnt. Sie werden die neuen Lehrwerkstätten sein. Sie werden aber auch eine Schule des Betriebes aufnehmen, in der fortschrittliche und begabte Arbeiter auf Kosten des Betriebes bis zu den höchstenAus- bildungsfächern entwickelt werden können. Schon sprachen wir die Schüler eines zwei Jahre währenden Ingenieur-Lehrganges. Sie wohnen und leben ganz in der Schule. Nebenan führte gerade die Betnebs- Gewerkschafts-Leitiing einen Sechs-Wochen- r ohrjang für Betriebsfunktionäre durch. Daß Wohnräume für rund 60 Lehrlinge eingerichtet werden, in denen im besonderen Kinder von Umsiedlerfamilien untergebracht werden sollen, zeigt, daß der von den Werktätigen gelenkte und geleitete Betrieb an alles denkt Die Erträge der Weil den Schaffenden Es dunkelt bereits, als wir ti§f beeindruckt von dem Erlebten Henningsdorf verlassen. Wie haben wir hier bei unserem Besuch die Kraft des neuen, schaffenden Deutschlands verspürt. Wie haben wir gesehen, was alles aus den Erträgen unserer Arbeit, wenn sie im Dienste des Volkes steht, geleistet werden kann. Während früher Flick und seine Direktoren den Mehrwert der unermüdlichen Arbeit der schaffenden Menschen in Saus und Braus verprassen konnten, dienen heute die Arbeit und ihre Früchte der Hebung der Volkskultur, der Schaffung eines besseren und sorgenfreien Lebens für alle Werktätigen. „Hlte Not gilt es zu zwingen“ Das Stahl-Walz-Werk Henningsdorf ist nur ein Betrieb unter den vielen volkseigenen Betrieben der neuen Wirtschaft der Deutschen Demokratischen Republik. Doch so wie wie in Henningsdorf gearbeitet wird, so haben wir auf unserer Fahrt durch die Länder des gegenwärtigen Hoheitsbereiches der Deutschen Demokratischen Republik gesehen, arbeiten auch die vielen anderen volkseigenen Betriebe, die heute unter der Verwaltung des Volkes und der Werktätigen stehen. Noch haben unsere Brüder und Schwestern schwer um ihre, und damit auch zugleich um unsere Zukunft zu kämpfen. Viele Schwierigkeiten stehen noch im Wege, Die Reaktion gibt sich noch nicht geschlagen. Mit Hetze und Verleumdungen, mit Drohungen und Sabotage versucht sie das Aufbauwerk zu stören. Doch mehr denn je beseelt die Werktätigen heute in der Deutschen Demokratischen Republik der Wille zumSieg. Und wir nahmen ein Stück dieses Kampfeswillen mit nach dem Westen. Wir fühlten die große Verantwortung, die auf unseren Schultern liegt, im Kampfe um den Frieden nicht zu erlahmen. Aber wir hatten auch bei unserem Abschied den bedeutsamen Inhalt der Deutschen Nationalhymne verstanden, den wir so oft von den Lippen lachender junger Menschen hörten: .und es wird uns doch gelingen, daß die Sonne schön wie nie, über Deutschland scheint!" » Friedei Janecek ^fdjen, tttafd]fnei(lrom*Cnnb ^nnfctien «upijrat tw6 Tigris / X>xm ft. 0tnpat] mit Erde beladene Schaufel beben kann. Bagdads enge gewundene Hauptstraße ist die „Scharia-el-Raschid“. Von früh bis spät drängen sich darauf Wasserträger, Milchverkäufer und Kupfergeschirr-Händler zwischen den hupenden Autos und Lastwagen. Die Männer tragen europäische Anzüge und hauptsächlich Frauen und Kinder verwandt, weil ihr Lohn doppelt so niedrig ist wie der eines Mannes. Ein Kontrolleur beaufsichtigt sie Es gibt weder Bänke noch Tische in diesen Zelten: alle sitzen in worden war. Heute sind dort 60 Prozent langen Reihen auf der Erde und arbeiten „Die zwei Brüder“ nennen die Bewohner des Zwei-Strom-Landes den Euphrat und Tigris. Die beiden Flüsse vereinigen sich bei der kleinen arabischen St^dt Gurna, dort, wo der wasserreiche Schat-el-Aral entspringt An seinen Ufern wird die Dattelpalme arigebaut, deren Ertrag eine jährliche Ausfuhr von 200 000 Tonnen ermöglicht Sie könnte eigentlich für die Bewohner des Süd-Iraks eine Quelle des Wohlstands sein, wenn nicht ausländische —■ größtenteils englische — Gesellschaften und inländische Großgrundbesitzer das Monopol für diesen Export besäßen. Die Fellachen, die arabischen Bauern, sind daher im Norden wie im Süden des Landes gleich arm. Sie arbeiten als Taglöhner. Im September, bei Beginn der Dattelemte, erklettern sie den glatten Stamm und schneiden die schweren goldenen Datteltrauben. Die halbe Bevölkerung Basras und die meisten Dorfbewohner Süd-Iraks leben zu dieser Zeit ganz in den Palmenwäldern. Sie wohnen dort in Zelten aus Palmenzweigen, sogenannten „Tschardas“, unter denen auch das Sortieren und Verpacken der Früchte scher Sitte im Cafe den größten Teil ihres vor sich geht. Für diese Arbeit werden Lebens verbringen. stand. Früher von Tamarisken, lästen und Kunststätten rauschten hier Wälder Pappeln und Plantanen. Mit Erlaubnis der ottomanischen Regierung begannen jedoch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts englische Handelsgesellschaften, die herrlichen Stämme als Schiffsholz und Brennschwarze Kappen, die Frauen sind von Kopf holz zu fällen. Not und Elend waren die bis Fuß tiefschwarz verhüllt. Dazwischen Beduinen in dekorativen Umhängen aus Kamelhaarwolle und dem kunstvoll geschlungenen Turban, schlanke muskulöse Bergbewohner in weiten Pumphosen und ärmellosen Kitteln, Syrier, Inder, Iraner... Sie eilen auf den Markt, der noch ganz orientalisch anmutet: In langen Reihen stehen, handelnd und ihre Waren laut ausschreiend die Verkäufer von Teppichen. Geschirr, Stoffen, die Schneider und Kupferschmiede. Der betäubende Duft von Moschus und Kardamon, von arabischem Kaffee und Tabak aus Isfahan mischt sich mit den Gerüchen von Hammelfett und Sesamöl. Dicht daneben befinden sich die Bankgebäude und die Cafes voller Käufer und Börsenmakler, Kommissionäre und müßiger Stadtbewohner, die nach orientali- Der Tigris teilt die Stadt in das eigent- Folge. Schwere Sandstürme verwüsteten das in eine Steppe verwandelte Land. In einem einzigen solchen Wirbelsturm kamen einmal allein in den Vorstädten Bagdads 200 Menschen um, wie die dortigen Zeitungen berichteten. Die Zahl der getöteten Dorfbewohner und Beduinen ist unbekannt Mit der Vernichtung der Wälder ging das Sterben der Tiere Hand in Hand. Babylon: das sind verödete Straßen voller Wüstensand, die sich irgendwo in den Sanddünen verlieren, Ruinen von Häusern und Säulengängen und Erdhügel, die bei den Ausgrabungen aufgeschüttet wurden. Englische, französische und deutsche Archäologen holten aus Babylon und den übrigen alten Städten Iraks alles nur irgend Wertvolle und Transportable heraus, Statuen, bemalte Kacheln, Reliefs, Steintafeln mit Keilschriften, ganze Paläste und Tempel, gar nicht zu reden von den kostbaren Bronzen, den Silber- und Goldgeräten, „Ausbeuter der Arbeiterklasse“ seien, doch seien sie ebenfalls notwendige Verbündete und Teilnehmer bei der heutigen grundlegenden Aufgabe. Jetzt, wo der Staat die riesigen alten Monopol-Unternehmen der Kuomintang besitzt und Arbeiter und Bauern den Staat verwalten können, meinte Tschen, die Geschäftsleute weit weniger über die Politik bestimmen, noch den Forderungen der Gewerkschaften Widerstand leisten oder über die Arbeiterschaft herrschen. Fragt man Tschen, ob er. wirklich glaube, daß seine Klasse jetzt die Oberhand hat dann antwortet er geduldig mit der Aufzählung von Tatsachen: Was für Studenten können Verwaltungsund technische Schule bei staatlicher Bezahlung aller Auslagen und Erhaltung ihrer Familien in der Zwischenzeit besuchen? Von ihrer Gewerkschaft geschickte Arbeiter, von denen bereits 4000 in der Mandschurei zu Ingenieuren und Beamten ausgebildet worden sind. Welche Gebiete werden bei der Errichtung neuer Schulen bevorzugt? Arbeitergegenden und Bauerndörfer. Zu wessen Vorteil dient das jetzt auf Produkte gegründete Lohnsystem, das mit eiserner Sicherheit gegen Währun®s?chwan- kungen geschützt ist? Gewiß nicht zu dem der Unternehmer und Geldspekulanten. Keine Angst mehr vor Arbeitslosigkeit Vor Arbeitslosigkeit hat Tschen jetzt keine Angst mehr. Es gibt noch welche, gewiß aber seine Gewerkschaft hat sich verpflichtet dem Auftrieb von Produktion und Wiederaufbau ihre Unterstützung zuteil werden zu lassen, so daß es in fünf Jahren in ganz China keine Arbeitslosigkeit mehr geben wird. Wenn das ursprüngliche, ackerbautrei- liche Bagdad und die Vorstadt Karch. Die wurden ins Ausland verschleppt Erst vor bende Volk Chinas die Tore aus der Vergan- aller Schaffenden Stachanow-Arbeiter. Insgesamt wurden bisher über 500 Rationalisierungsvorschläge eingereicht deren Verwirklichung die Einsparung von über vier Millionen Rubel ermöglichte. Die Abteilungen des Werkes sind mit den neuesten Maschinen ausgestattet Die Stahlgießer haben über 1200 Schmelzungen nach einem bestimmten Schnellverfahren durchgeführt, wobei der beste Stahlgießer des Werkes, Iwan Tschetkow, im Arbeitswettbewerb mit dem Ural-Meister W. Amossow 2350 Tonnen Eisen überplanmäßig erzeugte. von Sonnenaufgang bis Mitternacht. Trotzdem verdienen sie sich kaum den Lebensunterhalt, da ihr Tagesverdienst nur den zehnten Teil eines Brotes beträgt. Die Scheiche besitzen zwei Drittel des Bodens, so daß die Landbevölkerung eng zusammengepfercht in den Dörfern leben muß und nur auf schmalen Feldstreifen etwas Weizen und Hafer anbauen kann. Von der dauernden Unterernährung ist sie so geschwächt, daß ein Arbeiter, wie ein englischer Ingenieur bei dem Bau einer Eisenbahn erzählte, nur mit größter Mühe eine Brücke, die beide verbindet, ist 1948 historisch geworden. Dort fand die „große Schlacht“ statt, in der demonstrierende Arbeiter, Handwerker und Studenten die Polizeiketten durchbrachen und durch ihr Er- kurzer Zeit richtete man in Bagdad ein kleines Museum ein, das einige der in Irak verbliebenen Gegenstände minderen Werts immerhin ausstellen darf. . . , „ . . Zurück blieben nur die schweigenden scheinen vor dem Regierungsgebäude den Straßen, der „heilige Weg" mit seinen brei Regenten Emir Abdullah zwangen, ein in Portsmouth getroffenes Abkommen mit den Engländern zu annullieren, das Irak dem englischen „ Wirtschaftseinfluß preisgeben sollte. Drei Stunden Bahnfahrt von Bagdad entfernt liegt Euphrat die. Stadt Hilleh. Von dort ist es nicht weit zu den Trümmern von Babvlon. Einige Hügel erheben sich noch an der Stelle, wo vor 2500 Jahren v Chr die menschenreiche Stadt mit Märkten, Paten Steinfliesen und dem riesigen Standbild des Einhorns vor dem Tor der Göttin Ischtar und der steinerne babylonische Löwe, der wuchtig über einem am Boden liegenden Menschen steht. Zurück blieben weiter die Armut eines entrechteten und immer weiter ausgebeuteten Volkes, das aber mit orientalischer Geduld und verbissenem wortlosem Trotz auf den Tag der Befreiung wartet Aus dem Russischen: Liselotte Remane genheit aufgestoßen hat so kann doch nur er 4er Arbeiter, es auf dem modernen Wege in das neue Leben führen. Ultrafdiolfgcrät auf 6er £cip?iger UTeffc Leipzig. Neben anderen modernen Verfahren der Hochfrequenztechnik wird die Technische Messe Leipzig 1950 (5. bis 12 März) auch die praktischen Anwendungs- mögltchkeiten der Ultraschalltechnik vorführen. Bekanntlich sagt man dieser Technik nutzbringenden Einsatz, z. B. in der Medizin und der Nahrungsmittelchemie, voraus. ( Mittwoch, XI. Januar 1950 iEOEEjEBGEil Im Reiche des Obermagiers Zu einem Besudle im Reiche des Obermagiers lud Heidi Dreher-Clausen am Sonntagnachmittag nochmals ein. Was sie mit ihrer Tanzgruppe darbot, zeugte von tänzerischem Können und eindrucksvoller Gestaltungsgabe. In drei Bildern zog das • Märchen an den Augen der Zuschauer vorüber, jeweils von Ehmann mit einigen erläuternden Worten eingeleitet. Anmutvoll brachte die Prinzessin Rosemarie Boppels die Abwehr des Magiers und das Warten auf den Befreier zum Ausdruck. Unheimlich realistisch daneben Heidi Dreher-Clausen selbst als Obermagier, der, in grotesken Tänzen um die Prinzessin wirbt. Margot Merdes wußte den Jüngling in wirkungsvollem Gegensatz zu dem düsteren Magier zu gestalten. Die komische Seite verkörperten mit guten Leistungen Hildegard De- vies als Morenkönig und Gertrud Winkel als der andere unwillkommene Freier. Die Gruppe der jüngsten Tänzerinnen schwebte als Blumen und Sternchen graziös über die Bühne und der Kater Pipifax gesellte auch dabei. Paragraphen machen n‘cht satt Gegen ungerechte Rentenverrechnung „Ich will keine Fürsorge, ich will nur das, was mir zusteht!“ erklärte ein alter Arbeitsinvalide, als er uns seinen Fall vortrug. Er ist 69 Jahre alt, hat sein Leben lang bei der Eisenbahn gearbeitet. 1927 erlitt er dort einen Unfall, aus dem ihm eine monatliche Rente von 33 Mark zufloß. In seinem 61. Lebensjahr wurde er infolge schwerer Erkrankung 70 Prozent arbeitsunfähig geschrieben und bekam nun zu der Unfallrente noch die Invalidenrente, doch wurden ihm 24 Mark der Unfallrente an dieser in Abzug gebracht. Insgesamt bezog er für sich und seine Frau die horrende Summe von 57 Mark monatlich. Endlich kam die lang erwartete Rentenerhöhung. 15 Mark sollte sie betragen. Aber welche Enttäuschung harrte seiner! Die Landesversicherungsanstalt rechnete ihm aus, dr.ß er nach den Paragraphen soundso und sonstigen Bestimmungen — sie waren alle fein säuberlich aufgezählt — nicht 15 Mark mehr bekomme, sondern lediglich 6 Mark, da jetzt die vollen 33 Mark Unfallrente bei der Invalidenrente in Abzug kommen müßten. Mit Recht wies der alte Mann darauf hin, daß dies einen reinen Betrug bedeute, denn er habe sein Leben lang auch nach dem Unfall, seine Invalidenmarken geklebt und verlange nun auch gemäß seinem einbezahlten Geld die ihm damit garantierte Invaüden- bzw. Altersunterstützung. Da er durch den Unfall noch heute körperbehindert ist, gebührt ihm darüber hinaus noch die Unfallrente, denn viele Altersrentner die ihre gesunden Glieder behalten haben, sind in der Lage sich zu der kärglichen Rente noch eine Kleinigkeit durch Gelegenheitsarbeiten hinzuzuverdienen. Dies ist ihm nicht möglich „Die Anrechnung der Unfahrente ist zwingend“, steht gleich vorsichtshalber vorgedruckt auf dem Formular, Man hat anscheinend Erfahrung mit diesen „unbelehrbaren“ Rentnern, die wie in unserem Falle immer wieder erklären, sie wollten nichts weiter als das was ihnen zusteht.“ Im Geschäft bekommt man für sein Geld seine Ware, beim Staat erhält man für seine Beiträge keine Gegenleistung. „Paragraphen machen nicht satt. Wenn die einmal mit den paar Mark auskommen müßten, dann würden sie andere Gesetze machen!“ meinte ganz richtig unser Altersrentner. öl altn v 'lOächt&i de6 döi WeZt Tod durch Fahrer-Rücksichtslosigkeit Vom amerikanischen Lkw angefahren — Frau verstorben Die beim Ueberschreiten der Käfertaler Straße in der Nähe des VfR-Platzes von einem amerikanischen Fahrzeug angefahrene und schwer verletzte Frau ist nunmehr ihren Verletzungen, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, erlegen. Leider konnte die Nummer des amerikanischen Lastkraftwagens bis zur Stunde noch nicht festgestellt werden. Wer kaufte derartige Kalender? In den Monaten Oktober und November 19$9 erschien in Mannheim ein etwa 45 Jahre alter Mann, der in zahlreichen Fällen Bestellungen für Adventskalender zum Preise von 0,85 DM entgegennahm und sich in den meisten Fällen den ausmachenden Betrag gleich bezahlen ließ. Die Lieferung der Kalender, die vereinbarungsgemäß etwa 10 Tage später erfolgen sollte, blieb hingegen aus. Personen, die auf diese Weise geschädigt wurden, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in L 6, 1, Zimmer 118a, oder über Fernsprecher 45031, Klinke 8121, in Verbindung zu setzen. Im Schutze der Dunkelheit Bei der Rückkehr zu seinem Personenwagen, den er in der Nietzschestraße für kurze Zeit abgestellt hatte, mußte ein Handelsvertreter leider feststellen, daß unbekannte Diebe seine Abwesenheit dazu benützt hatten, um seinen Wagen gewaltsam aufzubrechen und auszurauben. Zwei Aktenmappen und ein Liederkoffer, die mit Textilmustern gefüllt' waren, nahmen die Diebe mit. Sie wollten auch mal zapfen Bei einem überraschenden Zugriff der Polizei wurden in einer Wohnung der Schwetzinger-Vorstadt 15 gefüllte Kanister mit Benzin sichergestellt, das von den Fahrern amerikanischer Autobusse von ihren Fahrzeugen abgezapft worden war und Gew er kschaftliche D eie Jierten-V ersammlung Vor den gewerkschaftlichen Delegierten Mannheims sprach am Montag der erste Vorsitzende des südwestdeutschen Landesbezirks im DGB, M. Schleicher. Die Versammlung fand im „Rosengarten" statt und war gut besucht. Der Redner befaßte sich ausführlich mit dem organisatorischen Aufbau der Gewerkschaften seit 1945 und ging dabei insbesondere auf die Neugestaltung der Gewerkschaftspresse seit dem 1. Januar ein. Jeder objektive Beobachter hatte den Eindruck, daß mit der Behandlung solcher Fragen vor den Delegierten, die zu dieser Versammlung die Arbeitsstätte früher verlassen haben, nicht das -richtige gewählt war. Für alle Gewerkschaftler, die im Betrieb stehen, sind die wichtigsten Probleme des Augenblicks die Aufgaben im Kampf um höhere Löhne und das Mitbestimmungsrecht. Als Schleicher während seiner Ausführungen kurz auf diese Frage zu sprechen kam, brach er die Ausführungen darüber kurz mit dem Bemerken ab, er sei etwas vom Thema abgeschweift. So war es auch kein Wunder, wen» das Interesse für seine Ausführungen besonders gegen Schluß immer geringer wurde. Schleicher selbst bezeichnete die Situation im Kampfe um das Mitbestimmungsrecht als bitter ernst. Er sieht die Gefahr für eine gesetzliche Regelung auf der Bundesebene darin, daß kein Süddeutscher in der Körperschaft des DGB vertreten sei, die an der gesetzlichen Regelung des Mitbestimmungsrechts arbeite. Auf den Streik der Daimler-Benz-Arbeiter um das Mitbestimmungsrecht ging er mit keinem einzigen Wort ein. Man kann nicht sagen, daß Schleicher mit seinen Ausführungen Gedanken und Empfindungen der Masse der Gewerkschaftler wirklich ausgedrückt hat Ein Diskussionsredner bezeichnete die Rede Schleichers als gewerkschaftliches Referat im alten Stile. Eröffnung der Schwetzinger Abendakademie Eröffnung der Schwetzinger Abendakademie Am Freitag abend wurde die Abendakademie und Volkshochschule in Schwetzingen in einer Feierstunde in der Aula des Hebel- Realgymnasiums eröffnet. Erfreulicherweise war der Saal dicht besetzt, so daß es Bürgermeister Dusbergerin seinen Begrüßungsworten nicht schwer fiel, festzustellen, daß die Abendakademie ein gutes Fundament besitzt. Gerade die schnellebige und hastige Zeit, die an uns vorüberzieht, gebe nur den Besten eine Chance des Vorwärtskommens. Professor Arnold, der Leiter der Abendakademie, dankte der Stadtverwaltung für die bisherige Unterstützung und wertete den guten Besuch als ein günstiges Vorzeichen für die künftige Entwicklung und Gestaltung der neuen Volksbildungsstätte.Wir Lebenden freuen uns, mit Menschen arbeiten zu können, die nicht kommen müssen, sondern die kommen wollen. Im Arbeitsplan seien rund 30 Lehrgänge vorgesehen, welche nichts mit schulmeisterlichen Methoden zu tun haben. Die Schüler sollen selbst sagen, was sie wollen und nur so wird volles Vertrauen zwischen Lehrenden und Lernenden zustande kommen. Es ist verständlich .daß die Berufsfortbildung bevorzugt wird. Die Abendakademie stehe jedem offen. Veranstaltungen der KPD Weinheim Mittwoch, 11. Januar: Stadtgruppe Innenstadt Schulungsabend; das Thema läutet: Resolution der 14. Tagung des Parteivorstandes der KPD über die ideologische politische Festigung der Partei. Beginn 19.00 Uhr im Alten Rathaus. Referent: Genosse W. Ebert. verkauft werden sollte. Durch die sofort einsetzenden Ermittlungen konnte festgestellt werden, daß sich die Beteiligten schon seit März vorigen Jahres mit der unberechtigten Entnahme von Benzin aus den Tanks amerikanischer Omnibusse befaßten und auf diese Weise im Laufe der Zeit^ine beträchtliche Benzinmenge auf die Seite schafften. Gegen die Windschutzscheibe! An der Straßenkreuzung Güterhallenstraße — Verl. Jungbuschstraße wurde ein Maurerlehrling auf seinem Fahrrad ziemlich unsanft von einem entgegenkommenden Lieferwagen angefahren, so daß der Lehrling gegen die Windschutzscheibe des Fahrzeuges flog und sich verschiedene Kopfverletzungen und Schnittwunden zuzog, die seine sofortige Aufnahme ins Städtische Krankenhaus erforderlich machten. Rotes Kreuz-Suchdienst Wir suchen die Angehörigen eines Oskar Wagner, Beruf Metzger, Mannheim oder Umgebung: die Angehörigen eines Josef Gohl aus Mannheim; einen Willi Walter aus Mannheim, Jahrgang 1924, ledig, hellblond, mittelblond, mittelgroß, Lager 7424/7, bzw. dessen Angehörige. Wir suchen Angehörige eines Georg Bocksheimer, etwa 1926 geboren, aus Mannheim oder Feudenheim. Wer kann Auskunft geben über einen Gerhard Mattem, geb. 27. 9. 1911 in Berlin, FP-Nummer 07170 A. Für öffentliche Behandlung Zu der Bekanntgabe, daß die Oeffent- lichkeit von der heutigen Stadtratssitzung ausgeschlossen sein soll, erfahren wir aus der kommunistischen Stadtratsfraktion, daß sie eine öffentliche Beratung über das auf der Tagesordnung stehende Theaterproblem beantragen werde. Es liegen keinerlei Gründe vor, diese Frage unter Ausschluß der lebhaft interessierten Bevölkerung zu verhandeln. Es sei auch nicht einzusehen, warum man hier anders verfahren müsse als in Heidelberg. Dort finden die Beratungen in öffentlicher Sitzung statt. Versammlungen der KPD Mannheim Innenstadt-Ost und -West: Mittwoch, 11. Januar 1950, 19.00 Uhr im Lokal „Schützenhof“, S 3, 11, Funktionärsitzung. Jugendschulungskurs des Kreises Mannheim am Donnerstag, 12. Januar 1950, 19.30 Uhr, in S 3, 10. Thema: „Die kapitalistische Gesellschaftsordnung“. Plankstadt: Donnerstag, 12. Januar 1950, 20.00 Uhr, im Lokal „Eichbaum“, Ludwijf- straße 2, Mitgliederversammlung. Lnzenberg: Donnerstag, 12. Januar 1950, 19.00 Uhr, Luzenbergschule, Funktionärsitzung. Die unter dieser Rubrik veröffentlichten Einsendungen unserer Leser decken sich nicht in jedem Falle mit der Auffassung der Redaktion Ein christliches Krankenhaus? Ich bin wegen eines Blasenleidens operiert. Nach einiger Zeit brach die Narbe plötzlich auf und Urin und Eiter durchnäßten meine Wäsche. In diesem sehr gefährlichen Zustand habe ich das Theresien-Krankenhaus in Mannheim aufgesucht. Der Chefarzt, der die Notwendigkeit meiner Aufnahme ins Krankenhaus sofort einsah, schrieb eine entsprechende Einweisung aus. Es wurde jedoch die Aufnahraebestätigung der Ortskrankenkasse verlangt. Ohne daß mir durch Anlegung eines Notverbandes irgendeine Hille geleistet wurde, habe ich mich mit Unterstützung fremder Personen zur Ortskrankenkasse begeben. Die Krankenkasse konnte meine Aufnahme ins Krankenhaus nicht bestätigen, da ich sie nach den Vorschriften nicht in Anspruch nehmen konnte. Ich habe mich dann wieder zum Theresien-Krankenhaus geschleppt, wo man erklärte, dann könne man mich nicht aufnehmen und ich müßte ins Städt. Krankenhaus. Auch dann hat man mich nicht ins Städt. Krankenhaus gefahren oder sonst eine Hilfe geleistet. Inzwischen bin ich aus dem Städt Krankenhaus entlassen und die Krankenhauskosten werden von der Städt. Fürsorge übernommen. Das wäre ohne Zweifel doch auch im Falle der Aufnahme im The- resienkrankenhaus geschehen. Oder hat ein christliches Krankenhaus nicht wenigstens die moralische Verpflichtung, Menschen in le- bensoefphriiehem Zustande aufzun^men und zu behandeln? Karl Reffert. FILMTHEATER Das Film-Ereignis, das ein Erlebnis bedeutet: ^ „Ilnd]tn>nctje" O 3, 6 lelaphon 4444? Luise Ul! rieb, Renö Deltgen, Hans Nielsen Täglich: 14.00 - 16.00 - 1S.15 - 20.30 Uhr Voranzeige ab Freitag: Die große europäische Gemeinschaftsproduktion .Der dritte Mann“ Nur noch bis einschl. Donnerstag! Der große Erfolg .GroOe Freiheit Nr. 7“ »»* fta Meßpialz ielephon 511 86 Voranzeige ab Freitag! tt ii Das <$el)eümH0 fces fjotjen f ulken Der neueste deutsche Gebirgsfilm aus dem Karwendel Beginn: 14.00 - 16.30 - 19.00 und 21.00 Uhr Donnerstag letzter Tag! Das berühmt. Drama aller Zeiten in deutsch. Sprache pp i etteStr.11.1 icl.phon 446 5t Hamlet“ Nw «gl. 3 Vom. Beginn: 14.00 — 17.00 — 20.00 Uhr Nur vorm. 10.00 und 12.00 Uhr täglich 2 Sondervorstellungen: Die Filmoperette „Wo die Cerehe singt“ Voranzeige ab Freitag! Deanna Durbin in dem Groß-Farbfilm „Das Lied des Wilden Westens“ (Schluß) Die klare Fortsetzung der Politik des Friedens und der Freundschaft dem deutschen Volk gegenüber, kam besonders stark zum Ausdrude in dein Telegramm Stalins vom Oktober 1949 anläßlich der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik. Dieses Telegramm zeigt gleichzeitig die große geschichtliche Bedeutung der Schaffung einer Deutschen Demokratischen Republik für die Kräfte des Fortschritts und des Friedens der Welt. Frieden — der Hauptinhalt der sowjetischen Außenpolitik Das Telegramm Stalins hat nichts gemein mit ■ den glatten Phrasen sogenannter Höflichkeitsbezeugungen diplomatischer Würdenträger in den kapitalistischen Staaten. Die Begrüßungs- Stalin —- das ist Lenin von heute Worte Stalins sind ein Programm für alle fortschrittlichen Kräfte Deutschlands und darüber hinaus ganz Europas in ihrem Kampf um Frieden, Fortschritt und Demokratie. Sie bilden eia wichtiges Glied in dem Kampfe der Sowjetunion um den Frieden. Der Kampf der Sowjetunion für den Frieden der ganzen Weit und die erbitterte Feindschaft gegen alles, was den Frieden der Welt gefährdet, war und ist der Hauptinhalt der Außenpolitik der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Die Sowjetunion braucht den Frieden, denn die gigantische Aufgabe des allmählichen Uebergangs vom Sozialismus zum Kommunismus, die notwendige gewaltige Erhöhung der Produktivität der Arbeit, der Uebergang zu einem Leben in Wohlhabenheit und Kultur ist nur möglich, wenn der Friede der Welt gesichert ist. Im Gegensatz zur Sowjetunion werden die imperialistischen Kräfte der Welt durch die Krise ihres gesellschaftlichen Systems immer in einem Krieg das einzige Mittel sehen, um aus ihren Schwierigkeiten noch einmal herauszukommen. Deshalb sind diese Kräfte im Gegensatz zur Sowjetunion an einem Krieg interessiert. „Der Friede stärkt die Position des Sozialismus wirtschaftlich, politisch, moralisch und kulturell, während der Krieg die Entwicklung zum Kommunismus unterbricht und verzögert. Das Lebenselement der imperialistischen Staaten dagegen ist die Ausbeutung, die soziale und nationale Unterdrückung und schließlich der imperialistische Krieg.' Der zv/eite Weltkrieg konnte verhindert werden Es liegt im Lebensinteresse der Sowjetunion: den Weltfrieden zu erhalten. Als die faschistischen Mächte daran gingen, den Weltkrieg zur Eroberung der Weltherrschaft vorzubereiten, versuchte die sozialistische Sowjetunion eine gewaltige Front aller friedliebenden Kräfte herzustellen, an der jeder Versuch, den Frieden zu brechen, zerschellt wäre. Da die herrschenden Kreise des imperialistischen Englands und Frankreichs aber kein Interesse an der Organisierung einer mächtigen Friedensfront hatten und die Gelüste der faschistischen Machthaber in Deutschland, Japan und Italien förderten ln dem Glauben, den Angriff dieser Länder gegen die Sowjetunion richten zu können, konnte der Weltkrieg nicht verhindert werden. Auch nach dem zweiten Weltkrieg steht die Sowjetunion an der Spitze des Kampfes um den Frieden. Auf allen internationalen Konferenzen ist die Sowjetunion unter der Führung der KPdSU und des Genossen Stalin die stärkste und führende Kraft im Lager des Friedens und des Fortschritts, sie ist der Wächter des Friedens der Welt. StoSm ~ (Lek dCehtek. deh, WehtääjUqm deh. qan&m QjOeSt Man kann nicht über den Genossen Stalin sprechen, ohne seinen Einfluß auf die internationale Arbeiterbewegung zu erwähnen. Die Kommunistische Internationale wuchs und entwickelte sich unter der Leitung der großen Führer Lenin und Stalin. Wie die Geschichte der I. Internationale unzertrennlich mit den Namen Marx und Engels verbunden ist, so bleibt die Geschichte der III., der Kommunistischen Internationale, für immer mit den Namen. Lenin und Stalin verbunden. Lenin und Stalin legten das Fundament der Kommunistischen Internationale und führten sie in der ersten Periode ihres Bestehens in den stürmischen Nachkriegsjahren. Stalin verteidigte die Kommunistische Internationale vor den Angriffen aller F einde des Leninismus. Das große Beispiel In Stalin sehen die Arbeitermassen der kapitalistischen Länder ihren Führer, der das große und die revolutionäre Energie des Genossen Stalin klar zutage. Das gesamte Wirken Stalins ist für uns ein Musterbeispiel der Vereinigung gewaltiger theoretischer Kraft mit einer in ihrem Umfang und Ausmaß außergewöhnlichen praktischen Erfahrung des revolutionären Kampfes. Die Kraft der Stallnschen Logik Alle kennen. die unwiderstehliche, unwiderlegbare Kraft der Stalinschen Logik, die kristallene Klarheit seines Verstandes, seinen stählernen Willen, seine Ergebenheit für die Partei, seinen glühenden Glauben rn das Volk und seine Liebe zum Volk. Allen ist seine Bescheidenheit, Einfachheit, Feinfühligkeit gegenüber den Menschen und Schonungslosigkeit gegen die Volksfeinde bekannt Alle kennen seine Unduldsamkeit gegen Schreihälse, gegen Phrasendrescher und Schwätzer, gegen Flenner und Panikmacher. Stalin ist weise und bedachtsam bei der Entscheidung schwieriger politischer '^niutiHiHiiiiDimmnniHiiHnimmiiiiinuüiimuüuuiiimiiüuitiminmummuummmitimnmnmtuntniuumijnunimmniimiumimnTtimnninuiimniitiiimMiiEmmmiimHi i | €in Wendepnnkt in der Qesehichte Europas I Die Gründung der deutschen demokratischen friedliebenden Regierung Ist ein Wendepunkt 1 ln der Geschichte Europas. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Existenz eines friedlle- = I benden demokratischen Deutschlands neben dem Bestehen der friedliebenden Sowjetunion, dl# 5 | Möglichkeit neuer Kriege In Europa ausschUeßt, dem Blutvergießen ein Ende macht und die | 1 = Knechtung der europäischen Länder durch die WeltimperiaUsten unmöglich macht. s Die Erfahrung des letzten Krieges hat gezeigt, daß das deutsche und das sowjetische Volk | ln diesem Krieg die größten Opfer gebracht haben, daß diese beiden Völker die größten 5 Möglichkeiten ln Enropa zur Vollbringung großer Tater von Weltbedeutung besitzen. Wenn 1 ü diesf beiden Völker im Kampf am den Frieden Entschlossenheit zeigen nnd mit der glel- g I chen Anspannung ihrer Kräfte kämpfen, mit der sie den Krieg führten, dann kann man 3 1 den Frieden in Europa für gesichert halten. (Aus dem Stalin-Telegramm) g I | Schiff des Sozialismus im Interesse der Befreiung des Proletariats und der Werktätigen der ganzen Welt weise lenkt. In Stalin sehen die Millionen Arbeiter ihren Lehrer, aus dessen klassischen Werken sie lernten und lernen, wie man erfolgreich gegen den Klassenfeind kämpft, wie die Voraussetzungen für den Endsieg des Proletariats geschaffen werden. Der Einfluß Stalins, das ist der Einfluß der großen, ruhmreichen bolschewistischen Partei, in der die Arbeiter der kapitalistischen Länder lie vorbildliche Partei der Arbeiterklasse sehen, die der Nachahmung würdig ist. Unter Führung dieser Partei, der Partei vom neuen Typus, wurde nicht nur der Kapitalismus gestürzt und die proletarische Diktatur errichtet, sondern auch der Sozialismus in der Sowjetunion aufgebaut. Mögen die Herren Reaktionäre es versuchen, den Arbeitern den Wunsch auszutreiben, dem Beispiel dieser Partei zu folgen. Einheit von Theorie und Praxis Das Leben und Wirken des Genossen Stalin ist unzertrennlich mit dem Wirken W. I. Lenins, mit der Geschichte der heroischen bo cfaewisti- sehen Partei verbunden. In den harten Jahren der Illegalität, im Kampfe für den Sieg der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, im Bürgerkrieg, im Kampf gegen die Volksfeinde, gegen die Feinde des Sozialismus, im Kampl für die Errichtung und Festigung der sozialistischen Gesellschaft traten der stählerne Wille Fragen dort, wo eine allseitige Erwägung aller Für und-Wieder notwendig ist Zugleich ist Stalin der größte Meister kühner revolutionärer Entscheidungen und schroffer Wendungen. In zahlreichen Sprachen wird Stalin von den Völkern der Sowjetunion in Liedern besungen. Diese Lieder sind der Ausdrude der großen Liebe und grenzenlosen Ergebenheit der Völker der Sowjetunion tür ihren F ührer, Lehrer und Freund. Rnl zum Kampl um das Glück der Völker „Die Namen Lenins und Stalin erwecken in allen Ecken und Enden der Welt lichte Hoffnungen und erschallen wie ein Ruf zum Kampf für den Frieden und das Glück der Völker, wie ein Ruf zum Kampf für die völlige Befreiung vom Kapitalismus.* (Molotow) Der Sozialismus hat in der Sowjetunion gesiegt und erringt neue Siege, weil die gesamte Arbeit und der Kampf von dem ^roßten Menschen der Gegenwart, dem treue i Fortsetzer des Werkes Lenins, von Josef Wissarionowitsch Stalin geleitet werden. Einmütig ist der Gedanke, aus tiefstem Herzen kommt der Wunsch der Werktätigen der Sowjetunion und der ganzen Welt: Möge unser geliebter, unser großer Stalin noch viele Jahre in Gesundheit leben und schaffen! Es lebe das große, anbesiegbare Banner von Marx-Engels-Lenin-S talin! y- Mittwoch, 11. Januar 195(i Seite 5 Religion im Rahmen sowjetischer Kulturpolitik Bericht des Professors der Theologie Fasch er vor westdeutschen Studenten r l r0fe ^ or Fascher, Professor für evange- Das Eigentum der Kirche wurde 1917 talistisch orientierte Ausland intervenierte lische Theologie an der Universität Halle, Staatseigentum, die Kirchen aber stets auf und seine Expeditionsheere russischen Bo- uer als Landesvorsitzender der CDU in Antrag der Gemeinden den Gläubigen zur den verwüsteten und russische Menschen Sachsen-Anhalt keinegswegs auf dem Bo- unentgeltlichen Benutzung überlassen. Die- mordeten. Die fortschrittliche Geistlichkeit, den des Marxismus steht, hielt kürzlich vor ses Gesetz wurde im Laufe der Zeit noch die sich von diesen Elementen distanzierte, den Studenten der Universität München auf mehrfach geändert, so z. B. durch das De- bekannte sich ohne Vorbehalt als Teil des Einladung der „Gesellschaft zum Studium kret vom 8. 4. 1929 und die Verfassung von sowjetrussischen Staates. Neben den Ander Kultur des Ostens“ im Schloßsaal einen 1936. Die Kirchen rückten mehr in den hängem der christlichen Religion stehen außerordentlich bemerkenswerten Vortrag Vordergrund und schließlich wurden den noch die der islamitischen und buddhisti- tiber die Stellung der Religion im Rahmen einzelnen Religionsgemeinschaften beson- sehen Religion und andere religiöse Sekten, der sowjetrussischen Kulturpolitik. Profes- dere Grundrechte zugestanden. Die UdSSR Alle diese Religionsgemeinschaften sind an- sor Fascher war Ende 1949 als Mitglied erwartet als rationaler Staat von den Kir- erkannt und ihnen stehen bestimmte ge- einer deutschen Kulturdelegation mehrere chen Toleranz als Ausdrude einer neuen sellschaftliche Rechte zu. In Zeitschriften Wochen Gast in der Sowjetunion und hatte Zeit. So war auch das Verhalten der Re- und in Büchern, von denen eins mit dem Gelegenheit, diese Frage an Ort und Stelle ligionsgemeinschaften im Krieg gegen Hit- russischen Literaturpreis ausgezeichnet zit studieren. 1er, dem großen vaterländischen Kriege, wie wurde, sprechen sie von Gott. Bei ihrer Ankunft wurde die Kulturdele- er in der Sowjetunion bezeichnet wird, mit- gation überaus herzlich von Professoren der entscheidend dafür, daß der Staat mehr und Moskauer Akademie der Wissenschaften mehr eine positive Haltung zu ihnen einempfangen. Junge Dozenten und Studenten nahm. der Hochschule Moskaus dienten den Dele- In der UdSSR befinden sich drei Priester- Eindrucksvoll war für die Angehörigen der deutschen Kulturdelegation, als sie in der Patriarchen-Kathedrale in Moskau unter 4000 anderen Religiönsanhängern nach gationsmitgliedern als Führer und Dolmet- akademien und zwölf Priesterseminare, in ,, Rlt f H s scher. Von vornherein muß gesagt werden, denen junge Geistliche herangebildet wer- RaS daß in der Sowjetunion Staat und Kirche den. Sicher hat jener deutsche Wissen- getrennt sind; durch das Dekret vom 23. 1. schaftler an der Universität Greifswald, ein 1918 kann sich ieder Bürser zu ieder belie- Marxist, recht, wenn er säet daß das Chri- ^ ac ^ en unkomp.izierten Menschen von Chn- stus sprach. Die UdSSR tritt bewußt für die Pflege 1918 kann sich jeder Bürger zu jeder belie- Marxist, recht, wenn er sagt, daß das Chri- bigen Religion bekennen oder auch keiner stentum an der marxistischen Fragestellung Religionsgemeinschaft angehören. Die freie gesunden kann. Wenn in den Zeiten der Ausübung religiöser Kulturhandlungen ist Oktoberrevolution in der UdSSR Geistliche alten kirchlichen Religionsgutes ein. Für sie gewährleistet. Die Religionsgemeinschaften inhaftiert wurden, so darf nie vergessen ist die Kirchengeschichte ein Stück ihrer sind nicht juristische Personen, sondern werden, daß jene damalige Geistlichkeit vaterländischen Geschichte, ein Teil der private Gemeinschaften. Kirche und Schule zaristisch-feudalistisch eingestellt war und russischen Kultur überhaupt. Die ältere sind ebenfalls getrennt, jedoch steht es je- dem Sowjetstaat feindlich gegenüberstand. Kirchenhistorie ist für Sowjetrußland ein dem frei, im privaten Kreise am Religions- Nicht zuletzt war es dem Wühlen dieser Teil russischer Historie. Wertvolle alte Ge- unterricht teilzunehmen. Geistlichkeit zuzuschreiben, wenn das kapi- mälde, biblische Stoffe darstellend, werden , in den Museen gezeigt, und dienen in den Kunstakademien als Anschaubilder den jungen Künstlern; Archäologen graben vergessene Kultstätten aus den Anfängen christlicher Zeit aus; hinter meterdicken Stahl- und Betonwänden in wohltemperierten Räumen werden von Kultursachverstän- Luxusvillen und Betonkästen Architektur im Amerika-Haus mmMMä Auch die Baukunst spiegelt den Zustand nichts übrig geblieben zu sein. Diese end- einer Gesellschaft. Im Amerika-Haus in losen Wolkenkratzer und weißen Beton- . ... ... Berlin findet man zur Zeit eine Foto-Aus- kästen könnten genau so gut in Melbourne dl ^f n , a ^ christliche Handschriften aufbe- stellung amerikanischer Architektur. Man oder Rio de Janeiro stehen. Sie sind der j u a Bies a .. s war aus “H 11 hat imposante Aufnahmen zusammenge- Triumpf kalter, toter Materie über die Kul- Munde des Professors für evangelische tragen, um, wie man sagt, einen Einblick tur. Bleibt zum Schluß das eine Fazit: dem ^ an , cler Universität Halle, in das Bauwesen der USA in den letzten wirklichen Amerika ist es verwehrt, sich in Jahrzehnten zu geben. Bilder von Miets- der modernen Architektur auszudrücken. kasernen und Massenquartieren hat man bei dieser Auswahl „fortschrittlicher Baukunst“ schamhaft zu Hause gelassen, weil dies laut Begleit-Katalog, „den Wert der Ergebnisse beeinträchtigt hätte.“ So dürfen denn die deutschen Bewohner der zerbombten Städte den überdimensionalen Luxus eines Landes bewundern, dessen herrschende Schicht es sich nach zwei Kriegen, die ein riesiges Geschäft waren, wohl sein lassen kann. Viele Anregungen finden sich zweifellos: eine großzügige, lichte, auf dem höchsten Stand der Technik fußende Bauweise mit übersonnten Terrassen, treppenlosen Estraden, Ganzglaswänden und exotischen Dachgärten. Manches ist kitschig, so die eingebauten Wasserfälle, romantische Backsteinkamine und künstliche Pfahlbauten. Bei den spärlichen Massensiedlungen dagegen, die spärlich gezeigt werden, herrschen Baracken, dürftige Holz- häuserJuöd rhotiötene Steinquader vor. Noch eins ist charakteristisch: von der einstmals markanten nationalen Eigenart der amerikanischen Architektur scheint 'iS - ’ Professor Fascher zu hören. Professor Fascher schloß seinen Vortrag mit den Worten, die ihm auf dem Flugplatz von Moskau, als er schon die Rolltreppe betreten hatte, die russische Dolmetscherin, eine junge Dozentin der Universität, zurief, daß trotz entgegengesetzter Weltanschauung man sich auf der Grundlage der Menschlichkeit treffen könne. Dürften diese Worte nicht auch für manchen engstirnigen Politiker des westdeutschen Separatstaates geprägt sein? Zeno Aufnahme aus einem Moskauer Park im Herbst 1949 Nadeshäa s. mit ihren Zwillingen hat sich von dem schönen Wetter ins Freie locken lassen. Ihre Schwester, die kurz vor dem Abschluß des Studiums steht, leistet ihr Gesellschaft. Beide Frauen- haben Muse zum Plaudern und zum Lesen. Ein Bild friedlichen Lebens in einem friedlichen Lande. Was die !hau besonders. interessiert Besserer Lebensstandard — mehr Geburten In Budapest steigt die Zahl der Geburten Die Weinbauern Der bekannte sowjetische Bildhauer L. Dubinowskij vollendet eine Arbeit an einer Sie intwicklunq. det sowjetischen Filmkunst Die Geschichte des sowjetischen Films ist Spielfilme haben nicht einzelne Daten oder seinen Stempel auf. Dieser Kampf war auch eng mit der Sowjetunion, mit der Ge- Geschehnisse, sondern ganze Zeitabschnitte ein Kampf der neuen sozialistischen Kunst schichte des Kampfes um den Sozialismus, in der Entwicklung des Sowjetstaates und gegen formalistische Strömungen. Wie ln mit der Entwicklung der sowjetischen Kul- der -sowjetischen Gesellschaft Bedeutung, der Politik und in der Wirtschaft entstand tur verbunden. Mit dem ganzen Sowjet- Die ersten Jahre nach der großen sozialisti- auch in der Kunst die Frage: Wer bleibt volk haben die sowjetischen Filmschaffen- sehen Oktoberrevolution bis zum Ende der Sieger? Wird die bürgerliche Kunst siegen, den durch ihre künsterische Tätigkeit am zwanziger Jahre bilden’ die erste' Periode, öder wird die Kunst des sozialistischen Aufbau __des . Sozialismus teilgenommen. Die die mit der ersten Phase .der Entwicklüpg Proletariats, die dem Volke so nahe steht, sowjetische Filmkunst war bestrebt, dem des Sowjetstaates zusammenfällt. ' Sieger werden. Volk im Kampf um die neue gesellschaft— Stalin schrieb dazu: Die erste Phase ist ln den Jahren des Bürgerkrieges, als alles liehe Ordnung zu helfen. Der Kampf um d j e Periode von der Oktoberrevolution bis auf den Kampf gegen die Intervention und me neue Kunst, um die Kunst des sozia- zur Liquidierung der Ausbeuterklassen. Die die Weißgardisten ausgerichtet war, nahm hstischen Realismus, hat sich hohe Ziele Grundfrage dieses Zeitabschnittes bestand der Film an der Mobilisation des Volkes gesteckt. Wenn man die Frage der Perio- in der Beseitigung des Widerstandes der durch schlagkräftige, geistreiche Kurzfilme disierung der sowjetischen Filmkunst un- gestürzten Klassen in der Organisierung und durch Dokumentarfilme teil, die untersucht, so kann man vier grundlegende der Verteidigung des Landes gegen einen mittelbar stattgefundene Ereignisse wider- Abschmtte, die mit denen der Entwicklung Ang riff der Interventen im Aufbau der In- spiegelten. In diesen Jahren der ersten des Sowjetstaates Zusammenhängen fest- dustr ie und der Landwirtschaft, in der Vor- Periode tritt naturgemäß die Chronik und stellen. bereitung von Bedingungen zur Liquidie- Publizistik in den Vordergrund der sowje- Der Spielfilm hat nicht den operativen run 8 kapitalistischer Elemente.“ tischen Filmkunst. nTn jlhru^sl'proz^rBesonderffnX Holzgruppe, die er betitelte »Die Wein- Charakter wie der Dokumentarfilm, der Der Klassenkampf des Proletariats für „.für die^nächste, Periode der Sowjetismen nen Jahr um 35 Prozent. Besonders in den Arbeitervierteln ist die Steigerung der Geburten festzustellen. Sie ist zurückzuführen auf den verbesserten Lebensstandard der arbeitenden Bevölkerung. Eine königliche Kommission stellt fest . . „In England werden zu wenig Kinder ge boren. Großbritannien wird in den nächsten bauern — die Sieger auf den Kolchosen- alle Möglichkeiten hat, unmittelbar die Er- die sozialistische Gesellschaft drückte der Filmkunst ist die zweite Phase der Ent- Feldern“. Foto: Illus-SNB. eignisse des Lebens festzuhalten. Für die Kunst, also auch der Filmkunst jener Jahre Wicklung des Sowjetstaates ausschlaggebend. / „Die zweite Phase“ — schrieb Stalin — „ist der Zeitabschnitt von der Liquidierung ka- Arbeiter-Literatur aus Schweden Landes bis zum 'endgültigen Sieg des sozialistischen Systems der Wirtschaft und bis Wir wissen in Deutschland leider bisher Literatur und Kunst, Wissenschaft und For- land gearbeitet; kannst du mir einige zur neuen Verfassung.“ Die Filme dieser . , so gut wie nichts von der schwedischen Ar- schung aus aller Welt unserem Volk nahe- Adressen geben?“ zweiten Periode spiegeln das Leben des rnr beiterliteratur, von den Dichtern und gebracht werden. Dabei dürfen die Arbei- „Solltest du damit nicht bis nach der Volkes wider, sie sind Themen der sozia- wohlhabende Familien können es sich lei- Schriftstellern des werktätigen schwedi- terdichter Schwedens, unter denen es be- nächsten Reichstagswahl warten können?“ listischen Arbeit gewidmet. In ihnen wer- S, Ktotez» SSs ,?ne SSinS- Volte. Die zwäll Jahre der vom relta einige gibt, die viele, mit der Kun.t meinte, der FldHer- „»jeher. „Wir habe» tatdi.^robl- »B^ liehe Kommission vor einiger Zeit fest. Dritten Reich erzwungenen Isolierung ba- des großen dänischen Arbeiterdichters und die Möglichkeit, einen Konservativen aus- m ... . di breiten Volksmassen aus- Diese Sorge wäre man los, wenn man Löhne ben uns von allem, was fortschrittlich in Freund des deutschen Volkes, Martin An- soSemokraSe* TrbeiSriei° n auf grarbeftet. Während in der ersten Periode und Preise m ein erträgliches Verhältnis der Welt war, ferngehalten. Jetzt aber wer- dersen Nexö, gemeinsam haben, nicht feh- den ’^ GoSbänken sitzen zusehen wenn die Revolution als ein elementares Aufsetzte. den von der Deutschen Demokratischen Re- len. In Kürze werden im Dietz-Verlag nicht die stimmen zersplittert werden “ bäumen des Volkes gegen die jahrhunderte- Raisam“ für ihre Möbel Publik die Brücken zu allen Freunden und einige Werke schwedischer Autoren in „,JL Kandidaten t’ Dem lange Knechtschaft, Ausbeutung und Skla- Heißec rlUföi\fndTlntin rei Brüdern im Kampf um Frieden und Fort- deutscher Sprache erscheinen, Werke, die ke ™ e do ™ euren Kandidaten! Dery ver |j wieder g e geben wurde, so wird jetzt nigtIhre Möbel wain^ie auf lTiter Was- schritt in allen Ländern neu geschlagen das Leben und den Kampf der schwedi- Auge dihckllf ^armt” er nfc^ ei^usel?' im Film die organisatorisch ideologisch se?3 Eßlöffel Leinöl und 1 Eßlöffel Ter- und die fortschrittlichen Schöpfungen von sehen Werktätigen und Bauern schildern. Au g f| o„^d SteenTachend. !vielle!*tsome £°,. l! pentin nehmen und kräftig mischen. Ist die Misriiung abgekühit, s° drückt man einen Man sollte es wirklich mal versuchen weichen Lappen in der Lösung aus und reibt damit eine kleine Fläche des Möbel- Aus dem Boman „Die weiße Landzunge“ von Ture Erikson Mutter Verheiratet sich‘ sofort S mit” efnL^anderen ebenfalls wd- An den Sonntagabenden versammelte sich dann würde bald etwas Schuß in die Po- _. ” autobio2raDhisdie Roman von Moa chen^Lappen^bzutnxkne™’ KesPwiederholt gewöhnUcheinkleinerKreis vonStein- litik hieran diesem weltverlorenen Winkel Grundlage der sowjetischen Filmkunst - - arbeitem, Fischern und den einen oder kommen. Tsin-rirnni ’ . noc+oroK+ianH hPdirmt Die Jahre des Krieges bilden die dritte anderen Kleinbauern in Onkel Steens Dach- i >iIch werde nie ein Reformist werden!“ dem Tage an dem ihre Mutter die Dienst- Periode in der Geschichte der sowjetischen karamer. Während der Rauch aus sauren Onkel steen spuckte das Wort aus, als ob rnaed und Fabrikarbeiterin Hedwig sich Filmkunst. In den Filmen wird die patrio- Tabakpfeifen zur Decke aufstieg, wurden ihm etwa s Ekelhaftes über die Zunge ge- Erheiratet um ihrem unehelichen vieriäh- tische Bewegung der Sowjetumon geschil- saftige Geschichten erzählt oder die grauen kroc h en wäre, und der „Flößer“ wurde rig en Töchterchen einen Vater wenigstens dert> die sozialistischen Eigenschaften des Bekümmernisse des Tages erörtert. Ake ärgerlich . einen StMvaterzu geben. Die FamilE zieM sowjetischen Patriotismus, die geistigen Kann man Europa mit einem einzigen Blick ^her rfwh nhht^assen^die » Daß Syndikalisten immer so dickschädelig von einer Wohnung und von einem Ort K ^ a . f * e ^®L^™^volkes gezeigt, überschauen? Das ist keine Scherzfrage. Es ist k ° nnte e l- abe » dc *? 1 1 » ’ » sein müssen! Es traf sich gut, daß du von zum andern, je nach der Arbeit, die Mutter , D e v jerie Periode m der Entwicklung auch nicht ein Blick auf die Landkarte oder Bodentreppe hinaufzusehleichen und den Bredvika for t zo gst. Jetzt sind die Arbeiter oder Vater zufällt. Bald ist dieser Acker- de f sowjetischen Filmkunst sind die Nadi- auf den Globus gemeint. Wir haben heute Ge^prachen^ zu ^fo gen. . ^ in al i e kommunalen Aemter und Verwal- oder Pferdeknecht, bald Fabrikarbeiter, ^ sagie unsei ateen lacnena. „vieneicnt some m.» „ ».rkl,* mlt to Kommunisten ver- S U ’sS„'Ä%SSS5? Ä suchen.“ Kronstadt“, „Der große Patriot“, „Lenin im Oktober“, „Lenin 1918“, „Der Mann mit dem Gewehr“). Der sozialistische Realismus wird in der zweiten Periode zur man, bis das ganze Stück gereinigt ist und poliert dann die gesamte Oberfläche kräftig nach. Blick über Europa schon die technischen Mittei, um fast den gan- Flöfter'^^Das war Ä fcS ÄÄÄS X ft Prötoii Piirrlr,« »in» »in. kanntenkreis bildete der „Flößer . Das _war . . » , ua h r]inh „rWcW tv» M„t+»r a rV,»it»t Wiederaufbau der Volkswirtschaft, für die zen wirklichen Erdteil Europa auf eine einzige Fotoplatte zu bannen. Es gibt bekanntlich Forschungsraketen, die mit automati- an teftiga Ä L ,S, o d i' V S t“^.'= «u. SU,» „te soino K?“m SÄ SSE auf dem Wege zum Die Geschichte der sowjetischen Film- Boden verloren’ orte wegen, oft'monatelang keine Schule fahren und bei fünfunddreißig Grad Kälte mentarismus überall an aoaen verloren. >““= u ‘‘ .‘T“‘ C “Ü * * * * S sozialistischen Realismus ausgelegt werden in Block- und Erdhütten gehaust hatte, war Daß die Arbeiter über radikal eingestellte besuchen. Der Stiefvater stammt aus einer Dah ß man die erste Erscheinungs- so recht etwas für Inselbewohner, die noch Gewerkschaften verfügen, reicht nicht aus.“ sogenannten ..anstanrhsen Familie und die . nie etwas anderes zu sehen bekommen „Da siehst du es! hatten, als ausgetrocknete Bäche. Der Weg zeigt uns die Sozialdemokratie!“ form des sozialistischen Realismus im Film Den einzig sicheren „^bildete“ Verwandtschaft schaut verächt- aufmerksam ver foieen lieh auf ihn herab. Er ist ein schwacher aurm erKsam verioigen sehen Fotogerüten ausgerüstet sind, km g^äftigmiggn ausgeübt hatte. Daß er auf „Du hast schon recht, nämlich, daß wir Bas Kind ist tagelang sich selbst über- . ß .. Djngen a j s d ; e der Sd a^'dies'er Hlhe'TuÄen mache“ Flößen die wildesten Ströme Nordlands be- auf Grund unserer Einstellung zum Paria- iassen und kann, der wechselnden Wohn- Entstf>h „ ne und Entwi cklune der Methode Würde man eine solche Raketenkamera 130 km hoch über Europa in die Luft schicken, so hätte ihr Linsenauge eine Sichtweite von mehr als 1300 km. Das bedeutet aber, daß man . , _ _ _ _ __—- _ _ aus dieser Höhe etwa zwei Drittel von Europa Flößer ließ^icrniriangeTötigenT und *so- "'Iben^dsman weifle^khTwas 1 '“wir brau- Charakter und würde gänzlich zum Lum- Zu diesen ^sten Werken kann man den wohl alltags wie sonntags trug er einen chen, ist eine revolutionäre Partei, die sich penproletaner herabsinken, wenn ihn nicht ^f ar » n no !^^ VP r^hfä»n» spitzigen, eingebufften Schlapphut, um dar- aber nicht nur an die Industriearbeiter die uneimudliche. fleißige und durch keinen den alten F ‘ zutun, daß er nicht der erste beste war. wendet, sondern sich auch auf die Fischer Schicksalsschlag zu beugende Mjitter Mias Fehler vorhanden. Sei e rei e Form er- _. Onkel Sten legte großen Wert auf seine und die armen Kleinbauern stützt. Von den halten und stützen würde, dem Abwasch ihren dreikaratigen Diamant- F reundscka ft, aber in ihren Gesprächen Tagelöhnern und dem Gutsgesinde gar ring. Vor der Rontgenlampe wurde es klar, wurden sie oft uneins . nicht erst zu reden.“ Stücks erspäht und 6 * * * * vereinnahmt m hatte. S Jimmy „Na, hast du noch kein Leben in eure „Verdammt nochmal! Du bist Kommu- wurde sofort auf Rhizinusdiät gesetzt. Bislang Sozialdemokraten gebracht?“ fragte Onkel nist geworden, seit du im Steinbruch auf- konnte ihm aber der Stein nicht entlockt wer- Onkel Steen eines Morgens, als der\,FIoßer gehört hast. Daher» den. — Für Jimmy wird es allmählich unge- z« ihm kam, um sich ein Stuck Werkzeug Onkel Steen lachte trocken. _ . m uaneK t mütlich, denn er darf keinen Schritt ohne Ein- auszuborgen. „Ich weiß wirklich nicht, ob die Komrau- Lehrer. „Warum nennt willigung seiner Eltern unternehmen. Nicht „Zum Herbst planen wir wieder Ver- nisten dieselben Ansichten haben wie ich spracne Muttersprache, dinmal mehr dorthin, wo sonst jeder allein Sammlungen. Wenn du dich bloß wieder ent- — aber das werde ich noch festxustellen Schüler: „Weil Vater nie hinzugehen pflegt. schließen könntest, zu uns zu kommen, suchen. Du hast ja drüben auf dem Fest- kommt! überblicken könnte. Jimmy darf nicht allein Fau Dovonan aus London vermißte nach Durch sie kommt er zur Einsicht, tritt langte der sozialistische Realismus erst in den dreißiger Jahren, in der zweiten Periode der sowjetischen Filmkunst, die wie- dann der Gewerkschaft bei und lehnt es V ”~' ~ " LV™;7"J^. voller Stolz ab, Streikbrecher zu werden. t » a ^ Sowjetstaates entsprach, m der die sozia- listische Gesellschaftsform den endgültig«! Sieg davon getragen hatte Durch die Anwendung der Methode des unsere sozialistischen Realismus haben die, sowjetischen Filmschaffenden mit ihren Filmen „Weil Vater nie zu Worte wahre Kunstwerke geschaffen, die in aller Welt Erfolge erringen. SVZ Seite 6 Mittwoch, 11. Januar 1950 i Sind Volksschüler unwürdig, Meisterwerke zu hören? Um den Sitz des Bundesgerichtes Unverständliche Ablehnung des Karlsruher Stadtschnlamtes Karlsruhe. Am Freitag besichtigte Bundesjustizminister Dr. Dehler, die für die Unterbringung des Bundesgerichtes von der Stadtverwaltung in Vorschlag gebrachten Gebäude. Es handelt sich dabei um das frühere Großherzogliche Palais, die frühere Landeshauptkasse, das Finanzministerium und das alte Rathaus. Neben Karlsruhe bemühen sieh bereits Köln, Berlin, Kassel, Hamburg, Frankfurt und Wiesbaden um das Projekt. Die „Atmosphäre“ der Stadt Karlsruhe be- zeichnete Dr. Dehler als sehr günstig. Den Aufwand an Personal bezifferte er mit 120 Angestellten und Beamten, darunter 50 Richter. Da das Bundesgericht bereits bis zum April d. J. seine Tätigkeit aufnehmen soll, muß der Entscheid über den künftigen Sitz in nächster Zeit erfolgen. In der Zwischenzeit wird sich der „run“ der verschiedenen Stadtverwaltungen um das begehrte Objekt noch verschärfen. Wer beim Endspurt schließlich den längeren Atem oder „oben“ den längeren Arm haben wird, bleibt noch abzuwarten. -ä- Aus tierghauseti In seiner 48. und zugleich letzten Sitzung für 1949 stellte der Gemeinderat eine neue Satzung über das Bekanntmachungswesen auf, di© ab 1. Januar 1950 in Kraft tritt. Danach werden alle amtlichen und privaten Bekanntmachungen in 14, an verschiedenem Ortsteilen angebrachten Aushängekasten veröffentlicht. Das Ausschellen durch den Ratsdiener erfolgt nur noch’ in besonders." dringenden Fällen. Der frühere Dorfbabier, Carl Gröhbühl, hat .nach Vollendung seines 81. Lebensjahres dem Dienst als Leichenschauer niedergelegt. Dieses Amt bekleidete er ununterbrochen 51 Jahre lang. Als sein Nachfolger übernimmt der Friedhofwärter, Wilhelm Sambel, ab 1. 1.1950 diesen Dienst. Der Bürgermeister sprach zum Schluß der Sitzung allen Gemeinderäten den Dank aus für ihre aufopfernde Mitarbeit im vergangenen und die Hoffnung auf eine gute und erfolgreiche Arbeit im neuen Jahr. Bilanz des Friedensgerichtes Linkenheim. Seit dem 8. Juli 1949, dem Zeitpunkt der Aufnahme seiner Tätigkeit, wurden vor dem Friedensgericht folgende Fälle bearbeitet und entschieden: 57 Verkehrs- Übertretungen, 3 Jugendschutzsachen, 9 Nichtbesitz (Fälle) gültiger Personalausweise, 5 Forst- und Felddiebstahle, 8 sonstige Verfehlungen, 4 Zivilsachen. Auf Grund der zahlreichen Verkehrsübertretungen beabsichtigt der Gemeinderat im Ortsblatt unter dem Motto: „Was viele nicht wissen — oder nicht wissen wollen" eine Aufklärungskampagne zu starten. Wasser statt Benzin gekauft Schwäbisch Hall (hvb). Dieser Tage wollte ein Autofahrer an einer Haller Tankstelle Benzin kaufen. Da sich nach längerem Läutein niemand meldete, war der Autofahrer schnell bereit, einem jungen Mann einen Kanister Benzin abzukaufen, den dieser ihm ohne Marken anbot. Unterwegs mußte der Fahrer zu seinem Entsetzen feststellen, daß er Wasser statt Benzin gekauft hatte. Veranstaltungen der KPD Karlsruhe — Veranstaltungen der KPD Karlsruhe Innenstadt-West. Am Freitag, dem 13. Januar 1950, um 20 Uhr, im Parteibüro Jahreshauptversammlung. Südstadt. Am Freitag, den 13. Januar 1950, um 20 Uhr, im „Auerhahn“ Jahreshauptversammlung. Karlsruhe. Es ist zwar schon eine beträchtlich© Zeit her, daß von seiten der Orchester- leitung der badischen Konzertkapelle Karlsruhe beim Kultusministerium der Antrag eingereicht wurde, durch eine Konzertreihe der Karlsruher Schuljugend eine Einführung in die Werke großer europäischer Komponisten zu vermitteln. Inzwischen sind acht Monate verflossen, bis die hob© Ministerialbürokratie endlich ihre Genehmigung erteilte. Ganz ohne Einwendungen ging das natürlich nicht. So würden von den neun in Vorschlag gebrachten Konzerten lediglich sechs genehmigt. Außerdem waren noch einige andere Bedenken zu überwinden. Di© Kürzung der vorgesehenen Konzerte erscheint uns um so unverständlicher, als mau zwar immer von allerhöchster Stelle sein Bedauern über die geistige Verwahrlosung der Jugend kundtut, andererseits aber jegliche Initiative durch solche bürokratischen Amts- schimmeieiem hemmt. Während die Teilnahme der höheren Schulen (von der- Untertertia ab) an dem Konzertzyklus zugesagt wurde, ist dies© für da© siebte und achte Klasse der Volksschulen, nicht gestattet worden. Diese Entscheidung traf das Stadtschulamt Karlsruhe mit der mehr ais merkwürdigem Begründung, daß diesen Schülern di© notwendige „sittliche Reife“ fehle. Wozu auch die Allgemeinbildung der Volksschüler erhöhen, dachte vermutlich das Stadtschulamt, als es sich zü dieser Entscheidung entschloß. Wir sind der Meinung, daß eine Einführung in die Kunst der Musik, wie auch in alle anderen Künste zumindest vom .zwölften Lebensjahr ab gerechtfertigt erscheint. Somit hätte bei den höheren Schulen ab Quarta und bei den Volksschulen von der siebten Klasse ab di© Teilnahme an den Konzerten genehmigt werden können. Daß dies nicht geschehen ist, beweist, wie wenig man in den Schulämtern und Behörden vom nun einmal ausgetretenen Pfad abzuweiehen gewillt ist, denn in alten Bahnen läßt sichs bekanntlich gut wandeln. Neue Wege zu gehen, erfordert Lösung von starren Gewohnheiten, und das ist bekanntlich für Menschen, die dem allgemeinen Trägheitsgesetz unterworfen sind, ein Greuel. Schullandheim geplant Karlsruhe. Wie wir erfahren, wurde vom Karlsruher Stadtschulrat die Errichtuug eines Schul-Landheimes in Herrenalb vorgeschlagen, das der Mittelstufe aller Karlsruher Volksschulen zur Verfügung stehen soll. Den Eltern wird Gelegenheit gegeben, ihre Kinder an Samstagen dort zu besuchen. Zweck der Einrichtung ist, dem Heimatkunde-Unterricht eine anschauliche Grundlage 39.SSl>S®k,<Ü!B Ba??iderJ>emifctelte Teil unserer Stadtkinder sonst entbehren muß, ganz abgesehen von den gesundheitlichem Vorteilen eines Schwarzwaldaufenthaltes. Mehrere Bauräte haben für die Durchführung dieses Unternehmens ihre kostenlose Schwein gehabt Neckarge'münd. Der mit Ausbesserungsar- beiten auf dem Dache eines dreistöckigen Wohnhauses beschäftigte Installateur Robert Hoffmann rutschte plötzlich auf den mit Reif belegten Ziegeln aus und stürzte etwa 12 m in die Tiefe, Ein Seil, das unten im Garten des Hauses gespannt war, hemmte jedoch seinen Fall. Der Verunglückte wurde dadurch in eine andere Richtung geschleudert und fiel auf weichen Gartenboden. Er brach sich lediglich einen Arm und erlitt leichte Schürfungen am Kopfe. Ohne das rettende Seil wäre er unmittelbar auf einen Stapel Balken gestürzt und völlig zerschmettert worden. \ - Hilfe zugesagt. Die bisher aufgestellten Berechnungen schätzen den nötigen Aufwand für dieses Projekt auf 120—150000 DM ein. Letztem Endes hängt die Verwirklichung dieses Gedankens vom Interesse der Elternschaft ab, da die Mittel aus Spenden der Karlsruher Bevölkerung beschafft werden sollen. Wir hoffen aber, daß auch die Stadtverwaltung hierbei ihre soziale Einstellung unter Beweis stellt. F ortbildungskurse der Karlsruher Volkshochschule Anmeldungen für das 1. Trimester 1950 vom 9. bis 14. Januar im Gebäude der Goetheschule, Renckstraße 2, Zimmer 9, von 11—13 Uhr und 15—18 Uhr. Der genaue Lehrplan liegt dort aus. Das Trimester beginnt am 16. Januar 1950 und läuft über 10 Wochen bis zum 24. März 1950. Folgende Kurse sind vorgesehen: Staats- künde, Bürgerliches Recht, Sozialethik, Volkswirtschaft, Sozialfürsorge, Kunstgeschichte, Literarische Kulturkunde, Gutes Deutsch, Gedächtnisschulung, Englisch, Französisch, Italienisch, Algebra, Mathematik, Physik, Chemie, Länderkunde, Handelsrecht, Betriebswirtschaftslehre, Steuerkunde, Kaufmännisches Rechnen, Buchführung, Verkaufsschulung,Plakatschrift, Stenographie, Zeichnen und Aquarellieren, technisches Zeichnen und ein Volksliederkreis. Die Gebühr beträgt bei den meisten Kursen 0,50 DM für eine Doppelstunde. Begabten Berufstätigen gibt die Abendoberschule die Möglichkeit zur Vorbereitung auf die Reifeprüfung. Hochschnlnachrichten ausKarisruhe Karlsruhe (lwb). Der Präsident des Landesbezirks Baden ernannte Dr. Ing. Walter Barth unter Zuweisung zur Fakultät für Maschinenwesen zum Honorarprofessor an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Dr. Barth vertritt das Lebrgebiet Strömungslehre und Maschinenzeichnen. MordalfaireDr. Marum vor der Spruchkammer 10 und 5 Jahre Arbeitslager für die Hauptangeklagten Karlsruhe. Wegen Beteiligung an der Ermordung des ehemaligen Staatsrats und Reichstagsabgeordneten Dr. Ludwig Marum reihte di© Zentralsprüchkammer Nordbaden in Karlsruhe am Samstag Karl Sauer mit 10 Jahren Arbeitslager und Einzug des Vermögens sowie Heinrich Stix mit 5 Jahren Arbeitslager und Einzug des Vermögens in di© Gruppe der Hauptschuldigen ein. Das Verfahren gegen Otto Weschenfelder, der ebenfalls wegen Beihilfe an der Ermordung Dr. Marums vor der Zentralspruchkammer stand, wurde abgetrennt und auf einen späteren Termin festgelegt. Von den drei Betroffenen waren im Jahre 1948 wegen des gleichen Delikts Sauer bereits zu lebenslänglichem Zuchthaus, Stix zu drei Jahren und Weschenfelder zu 15 Monaten Zuchthaus von der Strafkammer Karlsruhe verurteilt worden. Dr. Ludwig Marum wurde in der Nacht zum 19. April 1933 in der damaligen Strafanstalt Kislau in seiner Zelle ermordet. An der Ermordung nahmen Sauer und Stix direkt teil, während Weschenfelder sich auf der Wache aufhielt. Wie wir hierzu ergänzend erfahren, hat nach Aussagen des Klägers, Karl Sauer den Mord geplant und sorgfältig vorbereitet und hierauf mit Stix dessen Ausführung bis ins einzelne durcbgesprochen. Stix übernahm während der Tat di© Rolle des Aufpassers. Weschenfelder, so erklärte der Staatsanwalt, sei ebenfalls wegen Beihilfe zum Mord zur Verantwortung zu ziehen. Der ebenfalls als Mittäter in Frage kommende Paul Heupel war lediglich als Zeuge anwesend, da sein Entnazifizierungsverfahren noch nicht abgeschlossen wurde. Als „einen charakterlich einwandfreien Kameraden“ bezeichnet© ein Entlastungszeuge den Hauptangeklagten, ebenso betonte ein ehemaliger Insasse des Lagers Kislau, daß Sauer das Los der Lagerhäftlinge nach Kräften erleichtert habe. Der Verteidiger Sauers, ein Kriegskamerad des Angeklagten, sprach sich ebenfalls in diesem Sinne aus. Insbesondere forderte dieser für seinen Mandanten! eine Beschränkung der Rechtsprechung auf jene Punkte, aus denen klar hervorgehe, daß Sauer den Nationalsozialismus gefördert und ihm Beistand geleistet habe. Heinrich Stiix, der sich selbst verteidigte, erklärte, es sei ihm unmöglich gewesen, anders zu handeln, als er es getan habe. Der Verteidiger Otto Weschenfelders, bezeichnet© die Tat der Angeklagten als hinreichend durch das verhängte Strafmaß gesühnt. Er forderte daher die Abtrennung des Falles Weschenfelder vom Hauptverfahren. Angeblich gute Verbindung zum Pfandhaus Heidelberger Garderobedieb könnte Kleiderladen eröffnen Heidelberg. Mit der Festnahme des langgesuchten Garderobendiebes Hans Meixner hat di© Heidelberger Kriminalpolraei einen ausgezeichneten Fang gemacht. Es kostete die Beamten erhebliche Zeit, all die Mäntel, Anzüge und sonstige Kleidungsstücke zu sortieren, die Meixner gestohlen und in Landau sichergestellt hatte. Neben diesem „Kleiderladen“, der sich im Polizeirevier auftürmtc, sah man eine Unzahl verlockender Schnapsflaschen, eine Schreibmaschine, drei Radies und verschiedene Uhren, die alle in Heidelberg gestohlen waren und nunmehr ihren Besitze™ zurück- gegeben werden können. Der größte Teil des Diebesgutes dürfte damit sichergestellt sein. Der mit mehreren Vorstrafen behaftete Kleiderdieb leugnet nach wie vor. Die Heidelberger Kriminalpolizei hofft jedoch binnen kurzem auch den Rest der Diebesbeute wieder zurückgeben zu können. Einen Teil seiner Beute hatte Meixner schon weiterverkauft. Seine Kunden hatte er mit der Erklärung zu beschwichtigen versucht, er habe gute Beziehungen zum Heidelberger Pfandhaus und könne dort sehr günstig ein- kaufen. Neben der Festnahme des Gardecobendic- bes ist es der Heidelberger Kriminalpolizei außerdem gelungen, einen Automarder zu verhaften, der sich insbesondere darauf spezialisiert hatte, durch Demolieren der Wagenschlösser und Aufschneiden der Verdecks in parkende Autos einzubrechcn. Obwohl auch bei ihm ein großer Teil des gestohlenen Gutes in seiner Wohnung sichergestellt werden konnte, wies er ebenfalls alle Anschuldigungen von sich. Nächste öffentliche Stadtratssitzung Heidelberg. Am Donnerstag, den 12. Januar 1950, findet um 17 Uhr, im Saal des „Prinz Carl“ eine Sitzung des Heidelberger Stadtrates statt. Auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung stehen folgende Punkte: 1. Nachtragshaushalt 1949, 2. Uebernahmc der Ausfallhaftung durch die Stadtverwaltung Heidelberg für das Darlehen der Bad. Landeskreditanstalt für Wohnungsbau Heidelberg, an Bauhütte Heidelberg, Gern. Wohnungs- und Siedlungsge- nossenschaft eGmbH., Heidelberg, Heiliggc-ist- straßc 17, 3. Beteiligung der Stadt bei der Großmarktgesellschaft Heidelberg eGmbH., 4. Ergänzung des Schulausschusses, Verwaltungsausschusses und des Wohlfahrtsausschusses (für Dr. Kaufmann-Bühler), 5. Allmende in Wieblingen und Kirchheim, 6. Bericht über das amerikanische Wohnungsbauprogramm, 7. Bericht über die Lage der Städtischen Bühnen. Universitäts-Nachrichten Heidelberg. Dem wissenschaftlichen Assistenten an der psychiatrische^ und neurologischen Klinik, Privatdozent Dr. Carl-Friedrich! Wendt, und dem wissenschaftlichen Assistenten an der Ludolf-Krehl-Klinik, Privatdozent Dr. Peter Friedrich Büchmann, wird für die Dauer der Zugehörigkeit zum Lehrkörper der Universität Heidelberg die Amtsbezeichnung außerplanmäßiger Professor verliehen. Th. Th. Heine-Gedächtnisausstellung eröffnet Heidelberg (lwb). Im kurpfälzischen Museum in Heidelberg wurde am Sonntag eine Gedächtnisausstellung des bekannten Zeichners Thomas Theodor Heine eröffnet. Th. Th, Heine, der besonders durch seine Zeichnungen im „Simplizissimus“ bekannt geworden ist, verstarb 1948 kurz nach Vollendung seines 80. Lebensjahres in Stockholm. Die Ausstellung gibt mit mehr als 200 Zeichnungen und einigen Oelbildem einen umfassenden Ueber- blick über das Lebenswerk des Künstlers. Mozart-Abend Heidelberg. Im Rahmen des dies aeädemieud veranstaltet das Kulturreferat im ASTA der Universität Heidelberg am 12. Januar um 20 Uhr einen Musikabend mit Liedern, Arien und Motetten von Mozart. Es singt Ursula Krieg, am Flügel begleitet von Werner Wolz. Unkostenbeitrag 0,80 DM, für Studenten 0,20 DM, Rattenbekämpfungswoctae Heidelberg. In der Zeit zwischen dem 9. und 14. Januar soll in Heidelberg eine Ratten^ bekämpfungsaktion durchgeführt werden. Die Stadtverwaltung ruft dazu die Bevölkerung und vor allem die Hausbesitzer auf, diese Aktion gründlich durchzuführen. Von seiten der 'Abteilung Landwirtschaft werden Kontrollen über die sachgemäße Durchführung der Ah? tion vorgenommen, wozu die Haushaltungen als Beleg die Quittungen über erhaltene Rattenvertilgungsmittel vorzulegen haben. Es liegt im Interesse aller Hausbesitzer, bei den Drogerien und Apotheken rechtzeitig die Bekämpfungsmittel anzufordern. Veranstaltungen der KPD Mosbach Mosbach. Am Freitag, den 13. Januar 1950, um 19.30 Uhr, im Lokal „Odenwald“ öffentliche Versammlung. Es,spricht der frühere Arbeitsminister Rudolf Kohl. Neckargerach. Am Freitag, den 13. Januar 1950, um 19.30 Uhr, im „Grünen Baum“, öffentliche Versammlung. Es spricht Erwin Holzwarth (Mitglied des Landesvorstandes). Obrigheim. Am Freitag, den 13. Januar 1950, um 19.30 Uhr, im „Anker“ öffentliche Versammlung. Es spricht Karl Weber (Mitglied des Landesvorstandes). JACQUES ROUMAIN VERLAG VOLK UND WELT BERLIN 14. Fortsetzung Ein rascher, weicher Lufthauch ließ ihn aufsehen zu einem vorbeifliegenden Schwarm Holztauben. Er verfolgte ihren Zug, bis sie verstreut auf der nächsten Höhe einfielen. Plötzlich wurde er von einem Gedanken gepackt, der. ihn auf fahren ließ: „Holztauben brauchen Wasser. Caramba, wenn das ein Zeichen des Himmels wäre...?“ Er lief beinahe den Berg herunter. Das Herz klopfte ihm in schweren Schlägen. Was fällt dir eigentlich ein, Manuel? fragte er sich. Man könnte meinen, du gingest das erstemal zu einem Mädchen. Dein Blut kocht ja. Eine sonderbare Angst schnürte ihm die Kehle zu. Ich habe Furcht, daß es wieder ein Irrtum und eine Enttäuschung wird wie bisher noch immer, und ich fühle, wenn ich diesmal nichts finde, werde ich den Mut verlieren. Ich werde mir wohl sagen: nun gut, dann eben nicht. Nein, das ist nicht möglich. Kann man die Erde verlassen, kann man ihr den Rücken kehren, kann man sich von ihr trennen, ohne damit das Recht zum Leben zu verlieren — und den Gebrauch seiner Hände — und die Freude am Leben? Doch, er würde wieder anfangen zu suchen, er wußte es genau, das war seine Sendung und seine Pflicht. Die Bauern von Fonds Rouge, diese Dickschädel diese cabezes aus Stein, mußten Wasser haben, um die brüderliche Freundschaft wiederzufinden, um das Leben wieder zu dem zu machen, was es sein soll: eine gutwillige Hilfsbereitschaft unter Menschen, die gleich sind aus Notwendigkeit und Schicksal. Er überquerte die Ebene, er ging schnell, er hatte Eile, er war ungeduldig, und es schien ihm, daß sein Blut sich staute und ausgepreßt werden sollte durch das dumpfe Pochen in der Tiefe seiner Brust. > Dort hinten sind die Tauben eingefallen. Ein dichtbewachsener Berg, sogar , Mahagoni wächst dort, und das graue Laub, das in der Sonne ganz silbern aussieht, ich täusche mich nicht, das sind Trompetenbäume, und Gummibäume fehlen natürlich auch nicht, aber von welcher Seite könnte ich eindringen? Sein Ohr leitete ihn mehr als sein Auge. Bei jedem Schritt, für den er sich in dem Flechtwerk von Bäumen und Schlingpflanzen mit dem Buschmesser erst Bahn schaffen mußte, erwartete er, das erschreckte Auffliegen der Tauben zu hören. Er hieb seinen Weg quer durch, in das dichteste Dickicht hinein. Schon früher hatte er diese Stelle bemerkt, diese düstere Anhäufung, wo die Bäume sich zusammenballten zu einer dunklen Masse im grellen Licht Ein steiler Absturz öffnete sich vor ihm. Er stieg ihn hinab, sich an den Sträuchem festhaltend. Die unter ihm abrollenden Steine verursachten sofort ein lautes Flügelschlagen, die Tauben hatten sich von den Zweigen erhoben, und durch die Lücken im Blätterwerk sah er, wie sie sich in alle Winde zerstreuten. Sie waren weiter oben; es saßen welche auf dem verfluchten Feigenbaum dort. Manuel befand sich in einem schmalen Gang, der noch mehr eingeengt wurde durch die Lianen, die in dichten Büscheln von den Bäumen herabhingen. Ein feuchter Hauch strömte hindurch, daher kam es wohl, daß die wirren Schlingpflanzen so stark und dicht wuchsen. Er stieg zu dem Feigenbaum hinauf; um ihn war tiefes Schweigen, er trat in ein grünes Halbdunkel ein, und sein letzter Messerhieb öffnete ihm ein felsumschlossenes Plateau, über dem sich die mächtigen Formen des Feigenbaumes erhoben. Die von hängendem Moos bedeckten Aepte überdachten den Boden mit ehrwürdigem Schatten, und seine ungeheuren Wurzeln streckten besitzergreifende Hände über das Geheimnis dieses Erdwinkels. Manuel blieb stehen; er traute kaum seinen Augen, und seine Knie begannen zu zittern. Das kam, als er Malangas sah; er berührte eines ihrer glatten, wie übereisten Blätter, — und die Malangas sind Pflanzen, die in Gemeinschaft mit Wasser Vorkommen. Er schlug das Messer in den Boden, er wühlte in heftiger Aufregung weiter, und das Loch war noch nicht einmal sehr tief und breit, als in der kreideweißen Erde das Wasser schon anfing aufzusteigen. Dann versuchte er es ein Stück weiter, er stürzte sich auf die Malangas, er riß sie büschelweise ab, er kratzte sie mit den Nägeln aus dem Boden; jedesmal gab es ein Sprudeln, das sich zu einer kleinen Pfütze ausdehnte und ein helles Auge bildete, sobald es zum Stehen kam. Manuel warf sich bei der Quelle auf die Erde. Er schmiegte sich an sie. „Sie ist da, die Liebe, die Gütige, die Strömende, die Singende, die Kühlende, die Segnende, die Lebenspenderin.“ Er küßte die Erde, und er lachte. IX Hast du auf unseren Manuel geachtet? Seit zwei Tagen ist es, als ob er in einen Ameisenhaufen gefallen wäre. Er ist hier, er ist da, aber niemals auf der gleichen Stelle. Er geht auf die Landstraße, er sitzt vor dem Hause, er steht wieder auf. Du rufst ihn an, er scheint aus einem Traum aufzuwachen: ja. was ist, fragt er, aber du merkst, er hat dir gar nicht zugehört. In der Nacht höre ich, wie er sich im Bett herumwälzt, er sucht den Schlaf und findet keinen. Heute, am frühen Morgen habe ich gehört, wie er ganz für sich allein lachte, als er sich hinter dem Hause wusch. Ist etwa sein Geist verwirrt? Bien- aime, mein Alter, antworte mir doch, Bien- aime.“ „Was soll ich dazu sagen“, antwortete der Alte übelgelaunt Manuel ist eben ein lebhafter Mensch, ein beweglicher Mensch; es gibt Leute, die sind langsam von Natür.und andere sind rasch wie der Blitz. Was soll daran merkwürdig oder beunruhigend sein? Du möchtest, daß er immer in deinen Rockfalten steckt wie ein kleiner Junge, und daß er zu dir sagt: Mama, ich hab dies — und; Mama, ich hab das, — als wenn er nicht groß geworden wäre, als wenn er nicht ein ausgewachsener Mann wäre, mit eigener Vernunft und eigenem Urteil. Also laß ihm doch seine Freiheit; die jungen Füllen müssen über die Savanne galoppieren können. Gib mir ein Stück Kohle, damit ich meine Pfeife anzünden kann. Hast du dich nicht gestern darüber aufgehalten, daß er immer unterwegs ist?“ „Ich? Wann denn?“ Der Alte tat erstaunt. „Suchst du Streit mit mir, Delira?“ „Und der Spaten, den er gestern in der Stadt gekauft hat, willst du mir mal sagen, wozu er den braucht, und warum er diesen Morgen mit ihm in die Berge gegangen ist, und warum, als er nach Hause kam, eine ganz weiße Erde daran klebte, wie sie hier herum gar nicht vorkommt?“ „Aber wie soll ich dir denn auf all diese Warums antworten? Frag mich doch mal nach dem Grund, weshalb der Mond an manchen Tagen aussieht wie eine Melonenschnitte, und an anderen ist er rund wie ein Teller. Ja, Delira, du kannst einen wirklich zur Raserei bringen. Warum versetzest du mir den ganzen lieben langen Tag Rippenstöße mit deinen Fragen? In deiner Jugend warst du eigentlich eher schweigsam, man müßte dir die Worte erst mühsam herausziehen. Wenn ich die Wahrheit sagen soll: ich wünsche mir manchmal, daß es jetzt noch so wäre.“ Er kauerte sich knurrig und mißvergnügt auf seinem Stuhl zusammen, die Lippen fest um das Mundstück der Pfeife geschlossen. Ein Unglück kommt nie allein. Es heißt, wenn ein Mensch Pech hat, kann er sich an geronnener Milch den Schädel einrennen. Die gescheckte Färse hatte sich in den Strick verwickelt und einBein gebrochen. Dormeus hatte sie behandelt für drei Piaster, der Halsabschneider, aber sie wollte noch nicht gesund werden, und Bienaime mußte mit dem Verkauf warten. Lherisson war fortgegangen, um in der Nähe von Croix-des-Bouquets in einer Straßenbaukolonne zu arbeiten. Andere dachten daran, seinem Beispiel zu folgen und sogar daran, Fonds Rouge für immer zu verlassen. Und nun das mit Manuel, der sich aufführte, als ob er vom Vetstanz befallen wäre. Wann endlich, beim Barte des Heiligen Geistes — Herrgott im Himmel, Ich habe gelästert, ich werde es nicht mehr tun, mea culpa —, wann endlich wird dieser Scheißdreck aufhören? Und da erschien auch noch die Gevatterin Destine. Wie macht sie es bloß, all ihr Fett zu behalten, fragte sich Bienaime. Ihr breites, schwarzes Gesicht glänzt wie blankgewichstes Leder. „Ich wollte dir nur mal guten Tag sagen, Delira. Guten Tag auch, Bienaime.“ „Guten Tag, Destine*, antwortete der Alte. Und dann stellte er sich schlafend. Er batte keine Lust zu sprechen. Delira hat Destine einen Schemel hingeschoben. Sie selbst bleibt stehen. Destine breitet sich auf dem Schemel aus und hängt an allen Seiten über. „Wie geht es?* fragt sie. „Die Quälerei geht weiter*, seufzt Delira. Sie weist mit einer Kopfbewegung auf die Felder und erhebt die Augen zum unbarmherzigen Himmel. Es ist die heißeste Zeit des Tages, nicht mehr Mittag, so gegen zwei Uhr, wenn die Erde anfängt zu dampfen, die Luft zitternd tanzt, daß man die Lider zusamenkneifen muß so blendend ist das. Aus den Bayahondas ertönt das traurige Gurren der Turteltauben, und der Täuberich antwortet mit rauhem Lockruf. Aber ihr Zwiegespräch unterbricht nicht die Stille, es begleitet sie und macht sie schwerer und fühlbarer^ „Ich werde nun auch fortgehen*, erklärte Destine. „Sag das nicht.. .*, ruft Delira entsetzt aus. „Ja, Liebste, es ist so. Wir werden das Land unserer Väter verlassen, Joachim und ich. Wir haben Verwandte in der Nähe von Boucan Corail, es sind nur entfernte Verwandte, aber vielleicht werden sie uns gegenüber so barmherzig sein und ein Stück Land herqeben, auf dem, wir uns eine Ajupa bauen können und einen kleinen Garten anpflanzen. Für Gotteslohn, Delira, aber da doch die Not so groß ist.* Sie weinte: die Tränen zogen schmutzige Furchen über ihre Wangen. Das Leben war erloschen in Fonds Rouge. Man brauchte nur dem Schweigen zu lauschen, und man hörte den Tod, — sich nur dieser Mattigkeit zu überlassen, und man fühlte sich begraben. Das regelmäßige Stampfen der Stößel in den Mörsern war zum Schweigen gekommen, es gab nicht mehr ein Körnchen Hirse, und fern lag die Zeit der gemeinsamen Arbeit, des lauten, freudigen Gesanges der Männer, des blinkenden Schwunges der Hak- ken, dia. glückliche Zeit unseres Tanzes unter den Lauben, zu dem die sorglosen Stimmen der jungen Negerinnen ertönten, wie das Rieseln eines Brunnens in der Nacht. Lebt wohl, ich sage: lebt wohl, ihr Zeiten der Gnade und des Erbarmens, lebt wohl, lebt wohl, wir gehen, es ist zu Ende. Oh, ihr Loa, meine Loa Guineas ihr habt die Arbeit unserer Hände und unse* Teil an der Not nicht richtig gewogen, eure vr aage hat falsches Gewicht, und darum sterben wir ohne Hilfe und ohneHoffnung; ist das gerecht? Antwortet irr r doch. Nein, wahrhaftig, das ist nicht gerecht.