BADISCHES Verlag: Nordbadische Drude- und Zeitungsvertrieb G. m. b. H., Mannheim, S 3, 10. Fernruf Nr. 432 60. Redaktion: Mannheim, S 3, 10. Fernruf Nr. 415 85. Chefredakteur: Willy Grimm. Vertriebsfllialen: Mannheim-Neckarstadt, Mittelstr. 38, Ruf 509 35, Heidelberg, Rohrbacher Str. 13-15, Ruf 3421/25 - 01, Karlsruhe, Amalienetraße 69, Ruf 4023, Pforzheim, Westliche 77, Ruf 2596, Weinheim, Hauptstr. 88. Ruf 2419. Voiksxeitung für Baden Erscheint täglich, außer an Sonn- und Feiertagen. Bezugspreis DM 2,o0 einschl. Trägerlohn. Bei Postausteilung DM 2,05 zuz. DM —.54 Zustellgebühr. Bankverb.: Allg. Bankgesellschaft Mhm. .Kto.-Nr. 140 77, Städt. Sparkasse Mhm. Kto.-Nr. 227. Postscheckamt Karlsruhe Kto.-Nr. 429 39. Anzeigenpreis: Siehe Anzeigenpreisliste 3. Anzeigen werden entgegengenommen in Mannheim. S 3. 10, Ruf 432 60, und in den Vertriebsfilialen. fius dem fohath Kommunisten mit Wasserstoffbombe nicht einverstanden Das sind zwei Paar Stiefel „Dem Diktat Washingtons gefolgt" Truman zeigt sein Gesicht Jahrgang 5 / Nr. 33 Mittwoch, 8. Februar 1950 Preis 15 Pf. Max Reimann an Hamburgs Hafenarbeiter Weigert Euch Kriegsmaterial zu entladen! „Es genügt nicht, daß man den Frieden will, man muß um den Frieden kämpfen" Hamburg. (Eig. Ber.) Am Sonntag sprach vor der Betriebsgruppe der KPD, Hamburger Hafen, der Parteivorstand der KPD, Max Reimann. Ausgehend von der großen Bedeutung der Hamburger Parteiorganisation, wies er auf die besonderen Aufgaben der Betriebsgruppe Hamburger Hafen im Kampf am den Frieden bin. Die Hamburger Parteiorganisation ist neben unserer Partei im rheinisch-westfälischen Industriegebiet die entscheidende Säule in Westdeutschland. Das stellte bereits Ernst Thälmann fest, der aus Euren Reihen hervorgegangen ist. Neben anderen Großbetrieben in Hamburg hat der Hafen eine ganz besondere Bedeutung, er ist das Tor Deutschlands zur Welt. Durch dieses Tor kann der friedliche Handel des friedliebenden deutschen Volkes mit anderen Nationen vonstatten gehen und so die Existenz des deutschen Volkes sichern. Andererseits kann durch dieses Tor von den anglo-ameri- kanischen Imperialisten das Kriegsmaterial eingeschleust werden, das ffir die Verwirklichung der amerikanischen Kriegsziele gegen die Sowjetunion und die volksdemokratischen Länder benötigt wird. Darum haben die Organisationen Hamburgs und besonders die Betriebsgruppe Hamburger Hafen eine große Verantwortung gegenüber dem deutschen Volk und anderen friedliebenden Völkern. An Hand der Mitteilung Trumans über Antwort unseres Volkes auf die Adenauer- die Entwicklung der Wasserstoffbombe zeigte Max Reimann den grundsätzlichen Ünterschied zwischen den Kriegsplänen der anglo-amerikanischen Imperialisten und der Friedenspolitik der sozialistischen Sowjetunion auf. Die Kriegspläne der anglo-amerikanischen und deutschen Imperialisten bedrohen vor allem unsere Heimat mit der Vernichtung. Durch die Kriegspläne der anglo-amerikanischen Imperialisten, die von den verantwortlichen deutschen Imperialisten und ihren Politikern in der Adenauer - Regierung unterstützt werden, ist vor allen Dingen unser Volk und unsere Heimat von der Vernichtung bedroht. Wie furchtbar diese Bedrohung unserer Heimat und unseres Volkes ist, zeigt u. a. die Tatsache, daß Dr. Hurd, der Direktor des Pariser Nachrichtenbüros einer amerikanischen Zeitung, die sich zu deutsch „Christlich wissenschaftlicher Ratgeber“ nennt, folgende „Vorsichtsmaßnahmen“ von den amerikanischen Imperialisten verlangt. Er forderte, daß „jede dem Gegner nützliche Einrichtung zur Zerstörung mittels Sprengung durch einen Druck auf den Knopf vorbereitet sein muß und daß dies automatisch auf die Ruhrindustrie selbst dann Anwendung zu finden hat, wenn sie lediglich mit Friedensproduktion befaßt ist. Falls sie aber Waffen in Halb- und Fertigerzeugung herstellt, hätte 'dies, nachdem sie einmal in die Luft gesprengt worden ist, vermutlich keinen Wert für die Rüstung. Ein sofortiges grandioses Bombardement der Werke durch alliierte Bomben würde schnell eine wirkungslos gebliebene Sprengung ersetzen. Hier kommt der ganze tollwütige Ver- nichtungswflle der anglo - amerikanischen Imperialisten zum Ausdruck, die unsere Heimat zum Kriegsschauplatz und damit zur „verbrannten Erde“ machen wollen. Dies zeigt aber auch mit aller Eindringlichkeit, daß unser Volk nur leben kann, wenn der Frieden erhalten bleibt und wenn es seine Existenz sichern will, daß es um die Erhaltung des Friedens kämpfen muß. Alle friedliebenden Menschen müssen sich in einer mächtigen Front zusammenschließen. Die deutsche Arbeiterklasse, die deutsche Jugend, die Frauen und Mütter, die überwältigende Mehrheit unseres Volkes will keinen neuen Krieg, sie will den Frieden. Den Krieg will nur jene kleine Gruppe deutscher Imperialisten und ihre Politiker, die die Interessen unseres Volkes verraten. Das ist bewiesen durch die sehen Remilitarisierungspläne. Nachdem Max Reimann Beispiele für den auch in Westdeutschland sich entwickelnden Kampf zur Verteidigung des Friedens und der Herstellung der Einheit Deutschlands gebracht hatte, appellierte er an die deutschen Arbeiter, vor allem an die Hafen- und Transportarbeiter, Schulter an Schulter mit den französischen und italienischen Arbeitern die Entladung und den Transport von Kriegsmaterial abzulehnen. Montage von Panzern verweigert Turin. (EB) Die Arbeiter der Turiner Fiat- Werke haben die Montage von 500 Panzern und 200 Zugmaschinen für die italienische Armee verweigert. Die Hafenarbeiter von La Specia und Imperia haben beschlossen, ebenso wie ihre Kollegen in Genua, keine USA- Waffen zu entladen. Während dieser Situation traf der USA- Beauftragte für die Durchführung des sogenannten Waffenhilfsprogramms, Jacobs, ein. Wie ein Dieb bei Nacht wurde er unauffällig von Neapel nach Rom in die amerikanische Botschaft gebracht. Trotzdem wurde seine Ankunft bekannt und ganz Italien erlebte Protest gegen Trumans Atombomben-Politik London. (EB.) Es sei die Pflicht aller Menschen darauf zu dringen, daß jede Anstrengung unternommen werde, um die Wasserstoffbombe, diese „käufliche Waffe“ für völkerrechtswidrig zu erklären und sie unter eine internationale Kontrolle zu stellen, erklärte am Sonntag der Erzbischof von York. Er forderte, daß vor allen Dingen erneut versucht werden müsse, ein Abkommen der Organisationen der Vereinten Nationen über die Kontrolle der Atom-Energie zu erreichen. Der Rat der Vereinigung amerikanischer Wissenschaftler, der 1500 Wissenschaftler vertritt, hat am Montag Präsident Truman aufgefordert, eine Sonderkommission mit der Prüfung der Atomenergie-Politik der USA zu betrauen. Das amerikanische Volk sollte wissen, daß die Sowjetunion die Wasserstoffbombe, wenn sie in den USA gebaut wird, ebenfalls herstellen kann. „Die USA dürfen keine Illusionen über eine Sicherheit hegen, die auf das angebliche Monopol einer Super-Waffe gegründet ist.“ 159 prominente USA-Bürger, darunter der Historiker Sherwood und andere bekannte Schriftsteller, . Professoren und Rechtsgelehrte haben Präsident Truman in einem Schreiben aufgefordert, die sowjetfeindliche Politik aufzugeben und eine aktive Friedenspolitik zu betreiben. eine neue Welle von Demonstrationen. In Genua hißten Jugendliche unter dem Gesang der Garibaldi-Hymne, wobei sie besonders die Zeile „Hinaus aus Italien! Hinaus ihr Ausländer!“ betonten, die Fahne der Weltjugendbewegung. Im Kohlengebiet von Carbonia fand ein ganztägiger Generalstreik statt. Kasseler Betriebsräte folgen dem Beispiel Kassel. (EB) Die Betriebsräte- und Obleuteversammlung der Industriegewerkschaft Metall in Kassel hat beschlossen, auf breitester Basis ein Friedens-Komitee ins Leben zu rufen. Ein vorbereitender Ausschuß wurde zur Aufnahme der Verbindung zu allen Betrieben und demokratischen Organisationen der Stadt gewählt. In einer Entschließung, die angenommen wurde, heißt es, „daß die deutsche Arbeiterschaft mit Genugtuung festgestellt hat, wie ihre Arbeitsbrüder in Frankreich, Italien, England und Holland aktiv für die Erhaltung des Friedens eintreten, in dem sie sich weigerten Kriegsprodukte herzustellen oder zu transportieren.“ Gegen die westdeutschen Remilitarisierungsbestrebungen erhoben die Metallarbeiter Kassels den Ruf: „Die deutsche Arbeiterschaft will keinen Krieg!“ Polizeijagd nach Friedensflagblättern Hamburg. (EB) Im Büro der Freien Deutschen Jugend erschien Kriminalpolizei und beschlagnahmte etwa 3000 Flugblätter. Es war der Aufruf des Weltjugendkongresses des'Weltbundes der Demokratischen Jugend: „An alle, die den Frieden wollen!“ Eine Illustration für die Pressefreiheit in Westdeutschland und für die gesteigerte Nervosität der Feinde des Friedens gegenüber den Bestrebungen der Jugend, den Kriegstreibern aktiv entgegenzütreten. Der Strick am Hals wird weiter zugezogen Dr. Adenauer reicht die Hand zur Einstellung der Stahl- und Eisenlieferungen nach der Deutschen Demokratischen Republik Bonn. (EB) Bundeskanzler Dr. Adenauer bat die Einstellung aller Eisen- und Stahllieferungen nach der Deutschen Demokratischen Republik angeordnet. In den politischen Kreisen Bonns vermutet man. daß dies auf Grund von Anweisungen des von den USA zurückgekehrten Hohen Kommissars McCloy erfolgte. Man rechnet, daß McCloy in Washington die Weisung erhalten habe, ein Stahl-Embargo zu verhängen. Dr. Adenauer ist dieser Forderung von amerikanischer Seite prompt nachgekommen. Es ist erst wenige Wochen her, als der Ruhrindustrie die Annahme des Riesenlieferungsvertrages für Eisenbahnschienen nach China auf amerikanisches Betreiben untersagt worden ist. Zehntausende Arbeiter gingen damit für lange Zeit der Beschäftigungsmöglichkeit verlustig. Jetzt erfolgte das Verbot der Eisen- und Stahllieferung in die Deutsche Demokratische Republik. Damit werden erneut all die Schwierigkeiten größer, die das Arbeitslosenheer und das Elend so rapid in Westdeutschland anwachsen lassen. Wir wol- Anhaltende Kältewelle in den Nahostiändern Jerusalem. Die außergewöhnlich starke Kältewelle in den Nahostiändern dauert weiter an. In der syrischen Stadt Homs wurden eindringende Wolfsrudel mit Maschinengewehren bekämpft. Die Schäden in den Zitrus- und Dattelkulturen der Levante sind groß. Kairo meldet zwei, Alexandrien drei Grad unter Null mit Küstenstürmen von 100 st/km. Die Straßen nach Jerusalem sind durch Schneeverwehungen mit Schneehöhen bis zu 60 cm blockiert. Die Sitzung des israelitischen Parlaments mußte am Montag ausfallen, da die meisten Abgeordneten nicht in die Hauptstadt gelangen konnten. Obwohl mehrere Häuser durch die Schneelast eingestürzt sind, das Wasser in den Leitungen gefroren ist und sogar das Brot rationiert werden mußte, freut sich die Jerusalemer Bevölkerung über das ungewohnte Winterwetter. Jung und alt liefern sich Schneeballschlachten. (AFP) Geisteskranker wollte Lok führen Arbon (Schweiz). Auf der Station Arbon der Schweizer Bodenseestrecke drängte sich dieser Tage ein Bahnarbeiter auf die LoVo- motive eines gerade abfahrenden Zuges, stieß den Lokführer auf die Seite und übernahm die Führung der Maschine. Es gelang dem t.okpersonal bald, den Mann zu überwäili- ven, aus dessen verworrenen Reden hervorging, daß er geistesgestört war. Der Kranke wurde in eine Irrenanstalt überführt. Voller Stolz, daß sie unabhängig von Guiiiano ihre Bande führte Palermo. Als erste Frau unter den zahlreichen sizilianischen Bandenmitgliedern, die sich in der letzten Zeit freiwillig den Behörden auslieferten, hat sich am Montag die 35- jährige Francesca Spera der Polizei gestellt. Sie gab an, daß sie die Führerin einer Bande gewesen sei, deren Tätigkeitsfeld bei Palermo lag. Voller Stolz wies sie darauf hin, daß ihre Gruppe unabhängig von dem Banditenkönig Guiiiano und anderen großen sizilianischen Banden gearbeitet habe. (Reuter) Gangsterkrieg in Los Angeles Los Angeles. Hunderte von Einwohnern eines Villenortes in Los Angeles wurden von einer gewaltigen Detonation aus dem Schlaf geschreckt, die ihre Fensterscheiben zertrümmerte. Die sofort alarmierte Polizei stellte fest, daß die Detonation den Vorderteil der Villa des Gangsterkönigs Mickey Cohen fort- gerissen hatte. Anscheinend war dies ein neuer Anschlag einer feindlichen Gangsterbande auf das Leben Cohens, der jedoch in einem Hinterzimmer geschlafen hatte und unverletzt blieb Auf Cohen wurden schon mehrere Anschläge verübt. Das letzte Mal — im vergangenen Juli — wurde er und einige Begleiter aus einem Hinterhalt unter Feuer genommen. Cohen und drei seiner Begleiter wurden damals verwundet, einer davon tödlich. (INS) Fußballfanatiker griffen zu Gewalt Bari. Mit einer „bewaffneten Auseinandersetzung“ endete am Montag ein Fußballspiel zwischen den Mannschaften zweier Dörfer in der Nähe von Bari (Süditalien). Nachdem die Ortsmannschaft des Dorfes Carovino ihre 2:0^Niederlage gegen ein benachbartes Dorf als „unfaire Entscheidung“ bezeichnet hatte, griffen etwa 500 erregte Ca- roviner die abfahrenden Autobusse der Gastmannschaft mit Steinwürfen an. Die Insassen der Autobusse antworteten mit Pistolenfeuer. Dabei wurde einer der Angreifer getötet. Auf beiden Seiten gab es zahlreiche Verletzte. (Reuter) len in diesem Zusamemnhang nür daran erinnern, daß das durch die Demontage tödlich getroffene Watenstedt-Salzgitter für seine Bevölkerung allein nur aus den drei Vertragsabschlüssen mit der Deutschen Demokratischen Republik auf Eisenlieferungen Hoffnung schöpfte, eine Existenzgrundlage für die Zukunft zu haben. Auch diese Hoffnung ist nun zerstört worden durch eben den Bundeskanzler Dr. Adenauer, der es sonst nicht an der Versicherung angeblich tatkräftiger Hilfe für Watenstedt-Salzgitter fehlen ließ. Die Einstellung der Lieferung an die Deutsche Demokratische Republik, die er jetzt verfügte, zeigt, was von Worten aus Bonn zu halten ist. 2,5 Millionen Erwerbslose Bonn. (EB) In Westdeutschland, Westberlin eingerechnet, beträgt die Arbeitslosenziffer nunmehr rund zweieinhalb Millionen. Dem offiziellen Bericht nach befanden sich in den Westzonen Ende Januar 1,9 Millionen Arbeitslose, die in den letzen Tagen durch Kündigungen um schätzungsweise 200 000 vermehrt wurden. Die Westberliner Arbeitslosenziffer liegt in einer Höhe von über 300 000. Dr. Adenauer begrüßt Wasserstoffbombe Oberhausen. (EB) Dr. Adenauer begrüßte in einer Stellungnahme zu außenpolitischen Fragen den Entschluß von Präsident Truman, die Wasserstoff-Atombombe zu bauen. Er tat dies ausgerechnet auf einer Tagung der CDU-CSU-Sozialausschüsse. Bei Dr. Adenauer kann uns dies nicht überraschen. Je mehr zum Krieg gerüstet wird, um so schneller glaubt er, mit seinen west- teutschen Remilitarisierungsplänen zum Ziel zu kommen. Es liegt an uns, der breiten Masse der Bevölkerung, ihm einen Strich durch die Rechnung zu machen. Demonstration gegen US-Konsulat in Venedig Venedig. (EB) Zu Kundgebungen für den Frieden und gegen den USA-Imperialismus kam es am Sonntag vor dem amerikanischen Konsulat in Venedig. Die Hafenarbeiter von Civita Vochia beschlossen, keine Schiffe mit amerikanischem Kriegsmaterial zu entladen. Stalingrad-Feiern in der Deutschen Demokratischen Republik Berlin. (EB.) In allen Städten und Landkreisen der Deutschen Demokratischen Republik fanden am Tage von Stalingrad stark besuchte Veranstaltungen der Gesellschaft für deutsch-sowjetische Freundschaft statt, die den Sieg der sowjetischen Friedens- und Befreiungsarmeen über die faschistischen Kriegsbrandstifter und Unterdrücker feierten. Heimkehrer gaben Erlebnisberichte aus der Sowjetunion und beantworteten alle an sie gestellten Fragen, die ihr freundschaftliches Verhältnis zu den sowjetischen Schwestern und Brüdern betreffen. Der Innenminister des Landes Brandenburg, Lentsch, bezeichnete den Tag von Stalingrad als Leuchtfeuer des Friedens und der Freiheit für alle vom Faschismus und Imperialismus unterdrückten Völker. Westberlin hat über 300 000 Arbeitslose Berlin (EB). In einem amtlichen Bericht gibt die Westberliner Verwaltung bekannt, daß die Arbeitslosigkeit in Westberlin weiterhin katastrophal ansteigt. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich in den letzten 14 Tagen um 9920 Personen. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen beträgt damit 302 842. Hiervon beziehen 120 331 Arbeitslosenunterstützung, 88 282 Arbeitslosenfürsorge. Die Zahl der verkürzt arbeitenden Betriebe geht gleichzeitig in die Höhe. Sie beträgt heute 10 372. USA-Arbeitslosenzahl im Januar um fast eine Million gestiegen Washington. Um 991 000 ist die Zahl der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten allein im Monat Januar gestiegen. Damit erhöht sich die Gesamtarbeitslosenziffer der USA auf 4 480 000, eine Rekordhöhe seit Ende des letzten Krieges. Hanauer Stadtparlament an der Seite der Friedenskämpfer Hanau. (EB) In der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde eine von der Fraktion der KPD eingebrachte Entschließung einstimmig angenommen. Diese hat folgenden Wortlaut: „Mit großer Sorge verfolgen wir die ungeheure Aufrüstung in den USA und deren Bestreben, Westeuropa in ein Waffenlager für einen dritten Weltkrieg zu verwandeln. Wir sind tief erschüttert von der Nachricht, daß Präsident Truman den Auftrag zur Herstellung der Wasserstoffbombe gegeben hat, denn wir wissen aus der Geschichte, daß, Haftbefehl ist ungesetzlich! Abg. Lehmann protestiert bei der Hohen Kommission Hannover (Eig. Ber.) Aüs Salzgitter ging der Redaktion die Abschrift eines Schreibens zu, das-der Abgeordnete des Niedersächsischen Landtages, Robert Lehmann, an die Alliierte Hohe Kommission gerichtet hat. In diesem Schreiben heißt es: Am 25. Januar 1950 hat das Niedere Militärgericht zu Hannover einen Haftbefehl gegen mich erlassen. Das geschah unter Mißachtung der bestehenden parlamentarischen Immunität. Das Gericht hat nicht den Versuch unternommen, unter Bezugnahme auf di^ bestehenden Gesetze und Verordnungen die Rechtmäßigkeit der Anklageerhebung gegen mich, wie auch die Ausfertigung des Haftbefehls zu begründen. Eine solche Begründung unterblieb, weil dadurch die Ungesetzlichkeit und Willkür offenkundig geworden wäre. Dagegen habe ich in meiner Beschwerde vom 16. Januar 1950 an die Alliierte Hohe Kommission bewiesen, daß ein gewählter Abgeordneter gröblich seine Pflicht verletzt, wenn er vor einem Gericht erscheint (auch vor einem Militärgericht) ohne Aufhebung seiner Immunität durch Parlamentsbeschluß. Das Niedere Militärgericht zu Hannover hat die Unhaltbarkeit seines Standpunktes auch dadurch bewiesen, daß es den Haftbefehl für die Zeitdauer der Tagung des Niedersächsischen Landtages ausgesetzt hatte. Die Tätigkeit eines Abgeordneten beschränkt sich aber keineswegs auf die offiziellen Sitzungen. Die ständige Fühlungnahme mit der Bevölkerung und die daraus erwachsenden Verpflichtungen, ihre Interessen wahrzunehmen, sind zumindest ebenso wichtig, wie die offiziellen Sitzungen. Aus diesem Grunde sehe ich keine Veranlassung, meine Tätigkeit als Landtagsabgeordneter zu unterbrechen. Durch die Weiterführung der Demontage in Watenstedt-Salzgitter, insbesondere der Krupp-Renn-Anlage, halte ich es für meine wichtigste Pflicht, den Kampf der Arbeiterschaft, wie der Gesamtbevölkerung, in Watenstedt-Salzgitter um ihre Lebensexistenz zu unterstützen, statt einem rechtswidrigen Haftbefehl nachzukommen und mich verhaften zu lassen. Hiermit protestiere ich darum in aller Form gegen einen, vom Niederen Militärgericht zu Hannover gegen mich erlassenen Haftbefehl. Dieser Haftbefehl ist ungesetzlich, da ein gewählter Abgeordneter nicht verfolgt werden darf, solange seine Immunität nicht aufgehoben ist. Ich erwarte, daß die Alliierte Hohe Kommission Schritte unternimmt, die zur Aufhebung des Haftbefehls und damit verbundenen polizeilichen Verfolgung führen, damit ich ungehindert und ohne polizeilich verfolgt zu werden, meine Pflichten als demokratisch vom deutschen Volke gewählter Abgeordneter wahrnehmen kann.“ wenn Waffen erst einmal geschmiedet sind — und mögen sie noch so mörderisch sein — sich immer Kräfte finden: die den Einsatz durchsetzen. Wir wissen ferner, daß die Aufrüstung zu allen Zeiten mit der Sicherung des Friedens begründet wurde, während sie in Wahrheit der Vernichtung dient. Die Völker wollen aber nicht den Krieg, sondern Frieden. Wir begrüßen daher den Aufruf, den das Komitee der Friedensbewegung in Westdeutschland unter seinem Präsidenten, Dr. H. v. Hatzfeld, am 16. Dezember 1949 von Bad Godesberg aus an alle, die den Frieden lieben und ihn verteidigen, gerichtet hat. Weil der zweite Weltkrieg von Deutschland seinen Ausgang nahm und weil nach den klaren Absichten einiger Generalstabschefs Westdeutschland als Aufmarsch- und Kampfgebiet für einen dritten Weltkrieg vorgesehen ist, hat kein Volk mehr die Pflicht als das deutsche, gegen jede Remilitarisierung und für die Erhaltung des Friedens zu kämpfen. Den Beschluß des überparteilichen Frauenverbandes unserer Stadt zur Gründung eines Friedenskomitees begrüßen wir und ersuchen alle Personen und Organisationen, diese Bestrebungen zu unterstützen. Zugleich appellieren wir an alle Stadt-, Kreis- und Gemeindeparlamente, unserem Beispiel zu folgen und ihren Willen zum Kampf für die Erhaltung des Friedens zu bekunden, sowie die Bevölkerung, örtliche Friedenskomitees aufzurufen. Zu diesem Appell glauben wir uns als gewählte Vertreter der Bevölkerung berechtigt. weil unsere Stadt‘im zweiten Weltkrieg zu 84 Prozent zerstört und alle Kulturgüter vernichtet wurden und weil unsere Toten uns mahnen, für die Erhaltung des Friedens zu kämpfen.“ Naturfreundejugend beschickt Pfingst-Treffen Frankfurt. (EB) Die Naturfreundejugend teilt dem Landesvorstand Hessen der Freien Deutschen Jugend mit. daß laut einmütigem Beschluß ihrer Landesjugendleitung eine Abordnung der Naturfreundejugend offiziell am deutschen Jugendtreffen an Pfingsten in Berlin teilnehmen wird. Seite 2 Mittwoch, 8 . Februar 1950 Truman zeigt sein Gesicht Von Gustav Gundelach, Mitglied des Bundestages recht (Drudesache Nr. 216) geforderten Sofortmaßnahmen zugunsten des unter Artikel 131 GG fallenden Personenkreises umgehend durchzuführen.“ Am 5. Januar beschäftigte sich der Haushaltsausschuß mit diesem Antrag. Der Bundesfinanzminister Schäffer nahm auch in diesem Ausschuß persönlich gegen die Verabschiedung dieses Antrages des Beamtenrechtsausschusses Stellung. Er machte gel- Mit Anti-Gewerkschaftsgesetz gegen USA- Die sechs prozentise Gehaltskürzung mul) fallen! Bergarbeiter-Streik Washington. (Rdfk.) Unter Berufung auf das gewerkschaftsfeindliche Taft-Hartley- Die Verwaltungsangehörigen des Bundes- gekommenen Antrages des Beamtenrechts- ministers die vorläufige Zurückstellung des Gesetz hat Präsident Truman das Oberste dienstes und der früheren Verwaltung des Ausschusses verhindert. Dr. Vogel von der Antrages beschlossen, um erst eine Stel- Bundesgericht veranlaßt, eine einstweilige Vereinigten Wirtschaftsgebietes führen ei- CDU sprach sich gegen die sofortige An- lungnahme der Regierung zu den gesamten Verfügung gegen die 400 000 streikenden nen berechtigten Kampf für die Aufhebung nähme aus und beantragte die Zurückver- Fragen der Neuregelung der Rechtsverhält- Bergarbeiter zu entlassen, die diese verpflich- der 6 prozentigen Gehaltskürzungsverord- Weisung des Antrages an den Haushalts- nisse der Beamten abzuwarten. Der Be- - - _ ten soll, für die nächsten 80 Tage die Arbeit nung vom 1. Dezember 1930. Während ihre ausschuß. amtenrechts-Ausschuß hat sich mit dieser tend, daß es zweckmäßig sei, die Aufhe- wieder aufzunehmen. Kollegen, die im Landesdienst stehen, die Nachfolgend geben wir eine Uebersicht Stellungnahme des Ausschusses für Finanz- bung der Gehaltskürzungsverordnung im Nachdem die Bergarbeiter nur drei Tage Aufhebung der Brüningsehen Notverord- darüber, wie der Bundestag und die Bun- und Steuerwesen nicht einverstanden er- Zuge der allgemeinen Neuregelung der Ge- in der Woche aus Protest gegen den Nicht- nung bereits erreichten und seit Apri), be- destags-Ausschüsse zu der berechtigten For- klärt und entgegen dem Beschluß des Fi- haltsfragen für alle Beamten und Ange- abschluß der Arbeitsverträge arbeiten, dann ziehungsweise Oktober 1949, ihr volles Ge- derung der Beamten auf Aufhebung der nanzausschusses, auf der Grundlage des stellten des Bundes vorzunehmen, in Stärke von etwa hunderttausend in Voll- ha lt beziehen, vorenthält die Bundesregie- 6 prozentigen Gehaltskürzungsverordnung KPD-Antrages den Beschluß gefaßt, folgen- Dr. Schäffer wies dabei auf die ungeklär- streik getreten sind, kam es zum Streik von run S den im Bundesdienst stehenden Be- Stellung genommen haben: den Antrag dem Bundestag zur Stellung- ten Rechtsverhältnisse der Flüchtlings- 400 000 Bergarbeitern in den USA. Damit war ahnten die Anerkennung der rechtlichen Am 2. November 1949 stellte die KPD- nähme zu unterbreiten und zur Annahme beamten hin. Er sprach von der „Notge- der Bergbau lahmgelegt. Der sich .,gewerk- Gleichstellung der Beamten des Bundes. Fraktion im Bundestag einen Antrag auf zu empfehlen: meinschaft“ des deutschen Volkes und zog schaftsfreundlich“ gebärdende Präsident Besonders die große Zahl der unteren und Aufhebung der Gehaltskürzungsverordnung. „Die 6 prozentige Gehaltskürzung der daraus die Schlußfolgerung, daß die im Truman, hat jetzt von jenem gewerkschafts- mittleren Beamten ist durch das Verhalten In seiner Sitzung vom 10. November 1949 Beamten und Ruhestandsbeamten auf Staatsdienst beschäftigten Beamten zufeindlichen Gesetz gegen die Bergarbeiter der Bundesregierung hart betroffen, zumal überwies der Bundestag diesen Antrag an Gebrauch gemacht, das er bei der Präsiden- ^* r heutiges Gehalt der Gehaltsregelung aus den Ausschuß für Beamtenrecht, den Aus- dem Jahre 1927 entspricht. Keineswegs schuß für Finanz- und Steuerwesen und an, entspricht ihr heutiges Einkommen den ver- den Haushaltsausschuß. Der Beamtenrechts- änderten Verhältnissen gegenüber der Zeit Ausschuß beschäftigte sich in seiner Sitzung von 1927. Obwohl diese Tatsache besteht, vom 16. November 1949 mit dem Antrag der haben Bundesregierung und Rejcierungs- KPD-FraHtion, nachdem zuvor bereits der Parteien in der Sitzung des Bundestages Ausschuß für Finanz- und Steuerwesen da- vom 19. Januar die Aufnahme eines auf die zu Stellung genommen hatte. Letzterer Initiative der KPD-Fraktion zustande- hatte nach Ausführung des Bundesfinanz- tenwahl versprochen hatte, abzuschaffen. Trübe Aussichten der Briten in Burma London. (EB) der britische Handel in Burma geht zurück und die Einnahmen sinken, schreibt der ehemalige Abgeordnete Errol, der vor kurzem als Mitglied eines Parlaments-Ausschusses in Burma war. Die um die nationale Befreiung ringenden Kräfte Burmas behaupteten sidh in weiten Räumen des Landesinnern und beherrschten die wichtigsten Verkehrswege. Die Blei- und Silberminen der Burma-Corporation Kommunisten mit Wasserstoffbombe nicht einverstanden Noch einmal die Vergeltung der Geschichte herausfordern ist unser Untergang Stärker als alle Atom- und Wasserstoff- von Canterbury sagte zu der Entwicklung bomben ist der Wille zum Frieden, der in al- der „Super-Bombe“: „ich bedaure, das zu seien vom Anschluß an das Eisenbahnnetz len Völkern der Welt fest verankert ist. So- hören“. Der republikanische Abgeordnete abgeschnitten. Die Bergwerke von Mawhi gar die großmächtigen Herren, die den Auf- W. S. Cole erklärte, „der Präsident habe sich seien in der Hand der Karenen und die trag Trumans, die Wasserstoffbombe zu ent- widerrechtlich Befugnisse des Kongresses Zinn-Bergwerke von Tavoy seit Januar von wickeln, jubelnd begrüßten, wagten nicht angemaßt und sei der Chance verlustig ge- ihre wahren Absichten, die auf die Eroberung gangen, eine Bewegung gegen das sinnlose der Weltherrschaft gerichtet sind, offen aus- Rennen der Wissenschaft nach mehr und zusprechen. Heuchlerisch erklären sie, daß größeren Vernichtungswaffen zu führen.“ diese neue Waffe mit ihrer Vernichtungs- Nein, trotz der heuchlerischen Erklärunkraft dem Frieden dienen solle. gen: die Entwicklung eines neuen Instru- In Wirklichkeit glaubt man, die Sowjet- ments zur Zerstörung dient dem Frieden Union damit erpressen und, wie man sagt, ebensowenig, wie die beabsichtigte Remili- Grund der ersten Gehaltskürzungsver- gunsten der Flüchtlingsbeamten Solidarität ordnung vom 1. Dezember 1930 ist für die üben müßten. Das kommende Beamten- Verwaltungsangehörigen (einschließlich der gese tz werde, so führte er aus, der Be- Versorgungsberechtigten) des Bundes- amtenschaft schwere Opfer auferlegen. Er dienstes und der früheren Verwaltung des schwieg sich aus darüber, welche Pläne die Vereinigten Wirtschaftsgebietes mit Wir- Regierung in diesem Punkte hat. Leider kung vom 1. Januar 1950 aufzuheben. hat sich der Haushaltsausschuß in seiner Unabhängig davon wird die Bundes- Mehrheit, die durch die Regierungsparteien regierung ersucht, die durch Ziffer 3 des gegeben ist, die Auffassung des Bundes- Antrages des Ausschusses für Beamten- finanzministers zu eigen gemacht. Der Beamtenrechtsausschuß hat sich in seiner Sitzung am 12. Januar dieses Jahres auch gegen die Stellungnahme des Haushaltsausschusses ausgesprochen. Er beschloß mit Mehrheit, den früher bereits angenommenen Antrag an den Bundestag aufrecht zu erhalten. Partisanen besetzt. „Dem Diktat Washingtons gefolgt“ „Prawda“ zum Abkommen mit Bao Dai Moskau. (EB) Die Ratifizierung des Vietnam-Abkommens der französischen Regie- „Daß wir verkannt haben, daß wir mit einer dieser „Fronten“, der westlichen, das, Abendland zu verteidigen hatten und daß deshalb alles Trennende, alle Interessengegensätze und Schwierigkeiten in den Beziehungen zum Westen überwunden werden mußte und überwunden werden konnte: das war unsere Sünde an der Geschichte, für die sie uns nun büßen läßt... Noch einmal die Vergeltung der Geschichte herausfordern, hieße unseren Untergang besiegeln.“ Das heißt mit anderen Worten: daß sich die rung mit der Marionette Bao Dai durch die die „Sowjets zum Einlenken“ bewegen zu tarisierung Westdeutschlands oder die wei- westdeutsche Schwerindustrie entschieden * , _, conotn- lur^/rohnr, knW« , 4 oft rito *—. hat. mit den westlichen lmDerlalistischen In seiner Sitzung vom 19. Januar dieses Jahres hat dann der Bundestag den Bericht des Beamtenrechtsaüsschusses entgegengenommen. Als Vertreter der KPD-Fraktion sprach dazu der Abgeordnete Gundelach. Er prangerte die Absichten des Bundesfinanzministers an, die darauf abzielen, den im Bundesdienst Beschäftigten Ihre Rechte vorzuenthalten. Er wandte sich ebenso mit Nachdruck gegen die bisherige Verschleppung und sprach sich für die Annahme des Antrages des Beamtenrechtsausschusses aus. Hier war es, wie schon angeführt, Dr. Vogel von der CDU, der die sofortige Annahme des Antrages verhinderte und die Rückverweisung an den Haushaltsausschuß beantragte. Die KPD-Frak- tion beantragte daraufhin die namentliche Abstimmung über diesen Punkt, um alle Ab- daß die neue Waffe niemals angewendet Kriegsgefangene aus den Lagern der west- auch gegen das deutsche Volk, seine r reinen geordneten namentlich festzustellen, die werde.“ Alle diese Aeußerungen entnehmen liehen Alliierten in den verschiedensten For- un d Unabhängigkeit. Und das deutsche Volk g e g en d j e Aufhebung der Gehaltskürzungs- wir der amerikanischen Zeitung in Deutsch- mationen und Kontingenten unter fremdem hat sich seiner eigenen Haut zu wehren, seine Verordnung sind. Wieder war es die Mehrland, „Die Neue Zeitung“ vom 2. Februar Befehl in Uebersee eingesetzt. Dienen sie dort eigenen Interessen wahrzunehmen, und me- ^eit des Bundestages, die Abgeordneten der , 1950, und glauben, daß die erbärmliche dem Frieden? Nein, sie werden eingesetzt mals einen Zweifel daran zu lassen, daß es- Regierungsparteien, die gegen eine nament- Moskauer Werkes Elektro Sawod, das im Heuchelei der amerikanischen Kriegstreiber gegen die um ihre nationale Selbständigkeit bereit ist, für seine friedliche und demokra- Wahlbezirk Stalins gelegen ist, versammel- darin offen genug zum Ausdruck kommt. kämpfenden Völker. Und nicht zuletzt tische Zukunft zu kämpfen. E. M. ten sich am Samstag in der festlich ge- Für diejenigen, die mit der neuen Auf- kämpfen diese Völker darum, sich der Front schmückten Fabrikhalle, um ihren Kandi- rüstung nicht einverstanden sind, hat die des Friedens einreihen zu können. für den Obersten Sowjet der UdSSR „Neue Zeitung“ den Sammelbegriff „Kom- Hat Deutschland ein Interesse daran, den L? munisten“ gefunden. Unter der Ueberschrift .Imperialisten zu helfen, die nationale Unter- „Kommunisten nicht einverstanden“ berich- drückung vieler Völker aufrechtzuerhalten? tet sie unter anderem, daß „Rabbi Dr. Abba Im Gegenteil, das deutsche Volk kämpft Hillel Silver“ zu dem Entschluß, Wasserstoff- selbst um seine nationale Freiheit und muß sen, Stalin zu bitten, die Zustimmung zu bomben zu produzieren, feststellt, daß dier ein enges Freundschaftsband herstellen zu seiner Aufstellung als Kandidat zu erteä- - - - ■ .. ~ ^ französische National-Versammlung zeige, daß jetzt die Regierungsmehrheit in der Na- tional-Versammlung wieder einmal dem Diktat Washingtons gefolgt hat, schreibt die „Prawda“. Wahlkampagne in der Sowjetunion begann Moskau (EB). Ueber 8000 Arbeiter des können. Senator McMahon „hofft“, daß die tere Werbung deutscher Söldlinge von den hat, mit den westlichen imperialistischen „Super-Bombe“ dem Weltfrieden dienen Agenten aus sechs Ländern (darunter auch Kriegstreibern in einer Front gegen den wird. Senator Tom Conally nannte den Ent- das faschistische Spanien), die zu einer An- Osten zu marschieren. Aber der Angriff der Schluß des Präsidenten „weise und sehr be- frage der Kommunistischen Fraktion im Kriegstreiber richtet sich nicht nur gegen die deutungsvoll“. Scott W. Lucas hofft auf die Bundestag an die Regierung führte. Sind Sowjetunion und die Länder der Volksdemo- „Vernunft der Menschheit und betet zu Gott, doch bereits weit über 100 000 ehemalige kratien, sondern er richtet sich vor allem - - - ‘ ‘ auch gegen das deutsche Volk, seine Freiheit Schluß mit Werbung für Fremdenlegion! liehe Abstimmung waren. So beschloß dann der Bundestag die Rückverweisung des Antrages an den Haushaltsausschuß. Der Haushaltsausschuß muß nun zum zweiten Male zu dem Antrag des Be- Arbedter Maslow schlug unter dem großen Beifall der Versammlungsteilnehmer J. W. Stalin vor. Es wurde einstimmig beschlos- Berlin (EB). Die sofortige Einstellung der amtenrechtsausschusses Stellung nehmen. Es Agenten- und Werbetätigkeit für die fron- besteht die Gefahr, daß der Haushaltsaus- zösische Fremdenlegion in Westdeutschland schuß die erneute Behandlung solange hi- fordert die IG Energie in einem Aufruf, nauszögert, bis das vom Bundesfinanzmini- Darin wird festgestellt, daß das deutsche ster Schäffer angekündigte, der Beamten- len: “Auch 1 StBÜngrad' die ersten Wahlversammlungen statt. Ne- Nobel-Preisträger, bedauert den Entschluß Vorbereitungen. Das Organ der Industrieiben der einmütigen Nominierung Stalins und meint, „daß alles getan werden müßte, len an Rhein und Ruhr, der „Industrieais ersten Kandidaten wurden seine eng- um zu verhindern, daß eine derartige Waffe Kurier“ schrieb am 17. Dezember 1949 über sten Kampfgenossen aufgestellt. jemals zur Anwendung kommt“. Der Dekan den Kampf gegen zwei Fronten: Das sind zwei Paar Stiefel Im Separatstaat findet man sich mit mehr als zwei Millionen Arbeitslosen ab — In der Deutschen Demokratischen Republik: In sechs Monaten keine Arbeitslosen mehr Adenauers Verkehrsminister Dr. Seebohm sich bereits seit der Währungsreform die Produktion kaum mehr gestiegen; zu dieser Stagnation kam die Verschuldung durch den nichtausgeglichenen Außenhandel. Die Ein- bezeichnete die Arbeitslosigkeit als struk- wirtschaftliche Situation in Westdeutschland turell bedingt. Strukturell, d. h. natürlich verschärft und zur Krise entwickelt hat. im Sprachgebrauch der Adenauer, daß West- Die Arbeitslosigkeit ist in Westdeutschland fuhr überstieg in den ersten elf Monaten des deutschland, der „kleine Lebensraum“ der von 442 000 im Juni 1948 auf 743 000 im De- Jahres 1948 die Ausfuhr um 1.1 Milliarden deutschen Monopolkapitalisten, „an Ueber- zember 1948; 1,2 Millionen im Juni 1949 und Mark; in den ersten elf Monaten 1949 be völkerung“ leidet. Das sagte schon Hitler 1,7 Millionen im Dezember 1949 gestiegen auf Geheiß der rüstenden Monopolisten — (inzwischen sind weitere 200 000 Arbeitslose und Millionen Deutsche kamen bei dem hinzugekommen). Die registrierte Arbeitslo- Raubzug auf neuen „Lebensraum“ ums Le- sigkeit in Westdeutschland hat damit die ben. Aber für die Adenauer Regierung sind trotzdem noch einige Millionen zu viel. Das jedenfalls ist der Sinn eines von ihr verfaßten Memorandums an die Marshallplan- Verwaltung, aus dem kürzlich in einem Artikel der britisch kontrollierten Zeitung „Die Welt“ zitiert wär. Diesem Artikel zufolge ist in dem Memorandum der Adenauer Regierung zum Ausdruck gebracht. trug der Einfuhrüberschuß 2.9 Milliarden Mark. In den ersten zehn Monaten 1949 kamen 40 Prozent der eingeführten Güter aus den Vereinigten Staaten, während in dersel- Durchschnittshöhe der Arbeitslosigkeit der ben Zeit nur 5 Prozent nach den USA aus- Krise von 1929-32 erreicht, in Westberlin mit 300 000 — das sind 32 Prozent der Erwerbstätigen — sogar den Höchstpunkt der damaligen Krise. (Hinzu kommen die Hunderttausende nicht registrierter Arbeitsloser ohne festen Wohnsitz in ganz Westdeutschland). Gleichzeitig ist seit Dezember 1948 praktisch ein Lohnstop eingetreten, dem jedoch kein Opfer auferlegende, neue Be- vorliegen wird. In diesem neu- natürlichen Bundesgenossen sieht. „Zehn- en Beamtengesetz wird vermutlich die Brü- tausende junger Deutscher sind bereits auf nlngsehe Gehaltskürzungs-Verordnung auf- den Schlachtfeldern Vietnams gefallen und gehoben, dafür aber der Beamtenschaft lm. noch zehntausenden droht der Tod in die- Zeichen der „Notgemeinschaft“ die bereits sem verbrecherischen Krieg der Imperia- angekündigten schweren Opfer auferlegt listen gegen die Volksrepublik“, heißt es werden. in dem Appell. „Unser Aufruf geht mit Aus dieser Darlegung wird allen Beamten der Stellungnahme der Regierung der ersichtlich, daß Regierung und Regierungs- Deutschen Demokratischen Republik an alle parteien den Beamten im Bundesdienst nicht deutschen Soldaten der französischen Ko- nur 05 ■?! T lionen Arbeitslose. Die Stabilität der Preise und Währung würden gefährdet werden, ist in dem Memorandum der „Welt“ zufolge weiter gesagt, „wenn größere Beträge für den Wohnungsbau und andere Arbeitsmöglichkei- gesunken. „Für den industriellen Interessenten“, Aufbaus schreibt der sozialdemokratische „Telegraf“ Währungsgewinnler und Großgrundbesitzer geführt werden konnten (gegenüber 8 Prozent des Jahres 1936). Einfuhrüberschüsse aber bedeuten im Falle Westdeutschland Verschuldung. Ins- UiV . , gesamt beträgt sie 13 Milliarden Mark. Das für eine Wiedervereinigung. Im Kopf der ren zum richtigen Preis und mit der nchti- ist die Frucht der Marshallisierung, die ja Volksmassen waren Einheit und Nationale gen Verkaufstaktik anbieten“, der amerika- eigentlich schon lange vor der Inkraftsetzung Front bisher kommunistische Ziele, eine nlsche Markt sie aufnehmen würde, des Marshallplans begonnen hat mit der Situation, die sich gegen die Westmächte »The Observer , London Politik der Handelsbeschränkungen, so auch und die demokratischen Deutschen auswir- Unterdrückung der einzige Ausweg der Beschränkung des Handels -und Wandels ken wird, wenn Deutschland vielleicht wie- Bedeutung dieser Maßnahmen (der der mit dem Osten unseres eigenen Vaterlandes, der vereinigt Ist. Tatsächlich scheint in den französischen Regierung gegen die demokra- Die Unterbindung des Handelsverkehrs mit Beratungen der Hohen Kommission ~ eine tischen Organisationen. D. Red.) ist klar. Un- den Ländern der Volksdemokratie und der Tendenz festzustellen zu sein, die nicht nur fähig, die Bewegung eines ganzen Volkes zu Sowjetunion wirkt sich auf die westdeutsche die Anziehungskraft des Einheitsgedankens spa iten oder zu schwächen, das gegen ihre Wirtschaft verhängnisvoll aus. auf den Durchschnittsdeutschen gering- Politik des Verrates, des Elends und des Die Politik des friedlichen demokratischen schätzt — möglicherweise, weil Dr. Adenauer Krieges eng Zusammensteht, über die Ent- ohne Monopolisten, Kriegs- und den Hohen Kommissaren erklärte, daß sie rüstung des Landes angesichts der Skandale am 22. 1. 1950, „ist diese Massenarbeitslosigkeit gleichbedeutend mit niedrigen Löhnen, _ und von diesen erhofft er in erster Linie die ten* & bereit^ gesteilt" würden'"Es”°müßten Möglichkeit zu einem sozialen Dumping, um nämlich mehr Rohstoffe und auch Lebens- Weltmarkt konkurrenzfähig zu mittel eingeführt werden, wenn die jetzt , Arbeitslosen beschäftigt würden und somit P ad e * S1< * weniger um die „Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt“ handelt, beweist das Verhältnis Löhne - Profite. Das Verhältnis von Löhnen und Profiten in der Gesamtindustrie betrug im Juni 1949 83 Prozent für Löhne und 17 Prozent für Profite, im März 1949 39 Prozent für Löhne und 61 Prozent für Profite. Es hat sich also beträchtlich zugunsten der Profite entwickelt. Aehnlich wie in den Kolonien ist in Westdeutschland eine Steigerung der Arbeitsleistung allein durch Mehrarbeit uncj nicht — die Politik der Freundschaft mit den Kräften des Friedens und des Sozialismus haben nicht besteht —, sondern auch die Tiefe des ( vor allem des Korruptionsskandals Revers- Wunsches nach der Beendigung der Basat- Mast D. Red.) die sie deckten, und über die zung ... Verfaultheit ihres eigenen, dem Tode geweihvielleicht mehr Essen, mehr Textilien und mehr Schuhe kaufen könnten. Für die Einfuhr von mehr Lebensmitteln und mehr Textilrohstoffen fehlen aber die Dollars. Die Maßnahmen der Arbeitsbeschaffung • seien daher nicht möglich“. Bleibt arbeitslos und hungert weiter! Das also ist der Sinn von Adenauers Memorandum. In der. Deutschen Demokratischen Republik ist man anderer Meinung. Der Leiter des Amtes für Informationen. Gerhard E i s- durch Verbesserung der Maschinen usw. er- ler, erklärte vor ausländischen Pressever- folgt. In einer Veröffentlichung der Berliner tretem: • Zentralbank (im westlich lizenzierten „Ku- „In sechs Wochen kann die Arbeitslose- rier“ vom 21. 1. 1950) wird ganz offen zuge- keit in Westberlin und in sechs Monaten in geben, daß diese erhöhte rücksichtslose Aus- Westdeutschland beseitigt werden, wenn beutung der Arbeitskraft das Heer der Ar- die Einheit Deutschlands auf demokrati- beitslosen ständig vergrößert. Danach ist der scher Grundlage hergestellt ist“ Zuwachs an registrierten Arbeitslosen „zu 19 Die Politiker und Wirtschaftler der Deut- bis 21 Prozent auf bessere Ausnutzung der sehen Demokratischen Republik können eine Arbeitskräfte zurückzuführen“ Das bedeu- solche Behauptung aufstellen, denn sie ha- tet aber außerdem noch, daß die moderne In- ben dafür den Wahrheitsbeweis in der Wirt- dustriearbeiterschaft Deutschlands ihre Qua- schaft der Deutschen Demokratischen Repu- lifikation unter der imperialistischen Kolo- blik — die frei von Krise, Verschuldung und nialpolltik verliert. Ein deutlicher Beweis Arbeitslosigkeit ist — angetreten. dafür ist das geringe Lehrstellenangebot für Professor Kuczynski bewies vor den Schulentlassene, von denen der größte Teil Pressevertretern an Hand offizieller Zahlen ohne fachliche Ausbildung bleiben wird, aus Westdeutschland und Westberlin, daß Seit Februar 1949 ist die westdeutsche Krisen und Arbeitslosigkeit bewahrt. Dort ist im Volkswirtschaftsplan 1950 sogar noch eine Erhöhung der Beschäftigten um 250 000 vorgesehen. Dort werden Lehrstellen und Ausbildungsmöglichkeiten für die Jugend die Deutsche Demokratische Republik vor Der Fortschritt der Bewegung zur Erreichung ten Regimes auf geschreckt, sehen diese trau- TW* dieser Ziele hängt vorwiegend von den ^n Personen, die uns regieren, nur noch Handlungen der Sowjetunion ab. Anzeichen einen Ausweg. Dieser Ausweg ist die Unterdeuten darauf hin, daß sich die Russen ihrer drückung, der Bruch ihrer eigenen Legalität, gnstigen Position bewußt sind und eine gute der Gehorsam gegenüber dem Diktator- Gelegenheit abwarten, um ihr Angebot zu Lehrling (de Gaulle. D. Red.) für den Fall, vermehrt. Deshalb ist unumstößlich wahr, machen. Dies wird, wann immer es geschehen daß es sich als notwendig erweisen sollte, die was Professor Jürgen Kuczynski auf der ma g, eine größere Krise in der deutschen ungenügende Polizeigewalt durch den faschi- Pressekonferenz — von den ausländischen Politik zur Folge haben. „New York Times“ s ti s dien Terror zu vervollständigen. Pressevertretern unwiderlegt — sagte: ^ , , _ .... ,,, . 1‘Humanitä Paris. „Wenn wir ein unabhängiges und einheit- Amerikanischer Boykott breitischer Waren »* «umanite, Paris. lidies Deutschland haben, werden alle ent- Der Fall des Kraftwerkes ln Seattle, für USA verlieren Prestige scheidenden Schwierigkeiten in West- den zwei englische Voranschläge zugunsten ß| e Aussichten auf eine Uebereinstim- deutschland und Westberlin beseitigt wer- eines teureren amerikanischen zurückgewie- mung in der britischen und amerikanischen sen wurden, ist nicht das erste Beispiel für Politik hinsichtlich Chinas scheinen immer das Bestreben der Amerikaner, die Briten schlechter zu werden, während die Verein- zu hindern, stärker auf dem amerikanischen nigten Staaten in eine Position hineinkom- Markt Fuß zu fassen. Die amerikanischen men, aus der sie sich fast unmöglich ohne Textil-, Spielzeug- und Lederindustrien ha- einen schweren Prestigeverlust zurückzie- ben seit Wochen eine „Anti-Import“-Kam- pagne durchgeführt, die mindestens ebenso hefüg war, wie die unsrige, die Exporte nach den Dollarländern zu erhöhen. Britische Spielzeuge wurden von der jährlichen Spielzeugmesse in New York ausgeschlossen, und den können.“ W. F. C. Von der Einfuhr „Eiserner Lungen“ unabhängig geworden Leipzig. (EB) Die erste von der Leipziger Firma E. Zimermann hergestellte Eiserne Lunge wurde vom Minister für Arbeit und Gesundheitswesen, Luitpold Steigle, in einer Leipziger Poliklinik besichtigt. Minister Steigle dankte den Leip- hen können. „The Economist“ Vertrauen rar Wirtschaft in der Deutschen Demokratischen Republik Wenn alle Nahrungsmittel mit Ausnahziger Konstrukteuren für ihre bedeutsame es wurde ihnen Reklameraum in den ame- me von Fleisch und Fett dieses Jahr frei Leistung auf dem Gebiete des Gesundheitswesens. Steigle wies darauf hin, daß die Neukonstruktion alle bisher bekannten in- und ausländischen Fabrikate dieser Art übertrifft und betonte, daß die Deutsche Demokratische Republik bei der Bekämpfung der Kinderlähmung von der Einführung Eiserner Lungen unabhängig geworden ist. rikanischen Fachzeitschriften versagt. Ganz- zu haben sein werden, gibt es wenig Anseitige Anzeigen von Handelsgesellschaften laß die optimistische östliche Voraussage zu begannen in amerikanischen Fachzeitschrif- bezweifeln, daß die „freien“ Preise in den ten zu erscheinen, die die Amerikaner vor HO-Läden irgendwann im Jahre 1931 von einer drohenden Invasion fremder Waren ihrer augenblicklichen „grauen Markt“- warnen, die als „eine Gefahr für den ameri- Höhe auf ein Niveau herunterklettern, das kanischen Lebensstandard und ein Schlag dem Lohnniveau der Ostmark besser ange- gegen die Kaufkraft des Volkes" gekenn- paßt ist zeichnet werden. „The New Statesman and Nation“ Die deutsche Jugend kennt keine ^Zonengrenzen Blick in die Welt Der preisgekrönte Hund Als sich unlängst in New York Einbre- Berlin. Zu dem großen Friedenstreffen der Friedenspreise gestiftet für die Kultur- und zu gestatten. Die Eissporthalle auf dem Ge- zu, daß diese 50 000 westdeutschen Jugend- eher tfiit dem Silbergeschirr und den deutschen Jugend Pfingsten 1950 in Berlin Sportwettbewerbe beim Deutschlandtref- lände des Zentralviehhofs und zahlreiche liehen unter allen Umständen in Berlin sein Schmucksachen aus der Wohnung aes kaui- ewa ” l ® e Vorbereitungen im Gang. Der fen. Außerdem wird der Weltbund der De- Sportplatz-Bauten und Vergrößerungen würden. „Wir erwarten, daß die Westbehör- manns Horton Brown entfernten, scniug d^r ^Freien Deutschen Ju- mokratischen Jugend den erfolgreichsten werden jetzt durch den Einsatz jugendlicher den die nötigen Interzonenpässe ausstellen“, sein preisgekrönter irischer Setter ment an ~ Aktivisten in Angriff genommen. Bereits sind die ersten 1000 Jugendlichen in Berlin eingetroffen. Große Projekte sind noch zu verwirkli- . — VJT , «vutavuvu v**- mvÄAUMovtivii «Ußciiu UCil gena nat in allen Teilen Deutschlands eine Ländern im Kampf um den Frieden Fahnen große Aktivität entfaltet, um das Treffen zu des Weltbundes verleihen, einem überwältigenden Erfolg werden zu lassen. Die großen Sportkämpfe Der Montag ist auch der Tag der großen ch en Die Jugend hat sich das Ziel gesetzt fÄÄ .an denen jlOOOO aktive B er Un b!s zuThrem Kampf- und festtag 1 schöner zu gestalten denn je. Neben Wohnhäusern wird das Stadion Mit- Vorbereitungen in Westdeutschland In Westdeutschland wurde vor wenigen Sportler teilnehmen werdem So'sind vorge- zu eectalten denn Tagen das zentrale westdeutsche Komitee sehen: ein großer leichtathletischer Wett- groUer una schoner zu gestalten denn zur Vorbereitung des Deutschlandtreffens bewerb, Schwimmkämpfe, Wassersportver- der Jugend gegründet. Ihm gehören die Ver- anstaltungen, Radsport, ein internationales treter der verschiedensten Organisationen Fußballspiel, ein großer Staffettenlauf durch an. Daneben bestehen bereits in allen Län- ganz Berlin, eine Motorsteinfahrt und eine dem und Kreisen Westdeutschlands über 60 Radrundfahrt durch alle Teile Deutschlands, vorbereitende Landesausschüsse. über die Wie wir erfahren, sind an die Behörden von sich die Organisierung der Fahrt der west- Westberlin Anträge gerichtet worden, die deutschen Jugend nach Berlin abwickeln Benutzung des Olympia-Stadions für die wird- große Veranstaltung der deutschen Jugend Die Freie Deutsche Jugend selbst hat in Westdeutschland einen Plan aufgestellt, der die größte Unterstützung des Deutschlandtreffens zum Ziel hat. In einer groß angelegten Werbeaktion ihrer Gruppen wird sie die westdeutsche Jugend gewinnen für die Fahrt nach Berlin. Bereits ist eine große SolidaritätsAktion der FDJ-Mitglieder im Gang. In allen Grup- Schuhe zu schieben. pen werden Sparkarten ausgegeben, für die Diesem dreisten Schwindel steht jedoch die Jugendfreunde freiwillig Sparmarken die Tatsache gegenüber, daß es gerade die te für 70 000, das Eissportstadion für 10 000, der Sportplatz der Cantianstraße für 12 000 Zuschauer hergerichtet werden. „Mit oder ohne Interaonenpaß“ Aus Westdeutschland werden in Berlin zum Deutschlandtreffen 50 000 junge Menschen erwartet. Erich Honecker erklärte daerklärte Erich Honecker. „Im übrigen, die deutsche Jugend kennt keine Zonengrenzen. Seien Sie versichert, die deutsche Jugend wird nach Berlin kommen, mit oder ohne Interzonenpaß.“ Welcher deutsche Junge, welches deutsche Mädel möchte nicht diese herrlichen Tage miterleben. Deutsche Jugend, mehr denn je: Auf zum Deutschlandtreffen der Jugend, Pfingsten 1950 in Berlin! Berlin ist und bleibt die deutsche Hauptstadt! Für Frieden, nationale Einheit und Unabhängigkeit! Prof, 3 lachett antwortet den Atombomben-Hetzern Die westlich orientierte Presse bemüht sich krampfhaft, die Verantwortung für den Beschluß der USA, die Wasserstoff-Atombombe herzustellen, der Sowjetunion in die Vorschläge der Forderung nach einer angemessenen Ueberwachung aller nationalen Atomenergie-Anlagen durch eine internationale Kontrollbehörde Rechnung tragen, tritt in den einzelnen Abschnitten der sowjetischen Gegenvorschläge klar zutage. Das Personal der Kontrollkommission sollte auf in- „Wer sagt, daß Wyschinskis Appell russische Propaganda sei, zeigt damit, daß er ein Opfer der schlimmsten Art amerikanischer Propaganda geworden ist, deren Technik darin besteht, solange wie möglich vorzutäuschen, als ob die Russen nichts böten. Die weitgehenden Angebote der Sowjetunion einkleben. Damit wird durch eine gemein- Sowjetunion war, die sich ununterbrochen ternationaler Basis ausgewählt werden, un- s j n d sicherlich ausreichend, um von einem same Aktion aller Jugendfreunde, gleichgül- bemüht hat, ein Verbot und eine Vernich- ter anderem Zutritt zu allen Bergwerken, tig, ob sie selbst mitfahren können oder ver hindert sind, die Friedensfahrt der westdeutschen Jugend nach Berlin finanziert. Als nächste Etappe in der Vorbereitung des Deutschlandtreffens ist für Westdeutschland am 25. u. 26. Februar eine Funktionärkonferenz der FDJ. vorgesehen, die die bisherigen Ergebnisse der Vorbereitung zusam- hätte, die Vernichtung der amerikanischen menfassen soll. Außerdem wird sie sich auch mit dem Aktionsprogramm der FDJ in Westdeutschland beschäftigen, das momentan als Entwurf Gegenstand wichtiger Diskussionen ih den FDJ-Gruppen ist. tung der Atombomben und zu diesem Zweck Betrieben und Lagern haben und diese regelein internationale Kontrolle herbeizuführen, mäßig kontrollieren. Der Kommission selbst Um diesen sowjetischen Vorschlägen auszu- sollte das Recht eingeräumt werden, in dem weichen, haben die USA den sogenannten zur Ausübung ihrer Positionen erforderli- Baruchplan ausgedacht, der an Stelle einer chen Ausmaß Forschungsarbeiten zu betrei- internationalen Kontrolle ein amerikani- ben und sich über den. Produktionshergang sches Welt-Atomenergie-Monopoi errichtet zu orientieren . . Staatsmann, der den ehrlichen Wunsch hat, die Kriegsgefahr zu verringern, in Erwägung gezogen zu werden . . . Die normalen und anständigen Amerikaner erkennen, daß die Sowjetunion in keiner Weise auf einen Krieg hinarbeitet.“ Dafür zerriß er jedoch dem am Tatort zwecks Aufnahme von Recherschen erscheinenden Polizisten die Hose in Fetzen. Verräterische Eitelkeit Ein Bankräuber in Kanada wurde in einem Steckbrief als 40 bis 45 Jahre alt beschrieben. Darob entrüstet wandte er sich in einem Brief an die Zeitung und teilte mit, er sei nur 34 Jahre alt und sehe keinen Tag älter aus. Mit Hilfe dieses Briefes konnte er verhaftet werden. , „Förderer“ des Humanismus Der amerikanische Jurist G. Armstrong bot kürzlich einem Gymnasium in Washington 50 Millionen und einer methodistischen Universität in Dallas (Texas) fünf Millionen Dollar als Unterstützung an, wenn diese Institute in ihrem Lehrkörper nur Personen angelsächsischer Abstammung beschäftigen und Juden vom Besuch der Vorlesungen ausschließen würden. Die Institute sollen die „Schenkungen“ abgelehnt haben. 51 Kandidaten für Nobelpreis 51 Kandidaten sind für die beiden in diesem Jahre zu verleihenden Literatur-Nobelpreise vorgeschlagen worden. Wie der Sekretär des literarischen Nobelkomitees, Dr. Anders Oesterling, mitteilte, erklärt sich die hohe Zahl der vorgeschlagenen Kandidaten dadurch, daß das Vorschlagsrecht auf den Kreis der Preisträger, den Penclub und auf nationale Schriftsteller-Vereinigungen ausgedehnt wurde. Im Vorjahre waren 38 Vorschläge eingegangen, von denen jedoch keiner die Majorität der achtzehn schwedischen Akademiker auf sich vereinigen konnte. Atombomben aber nicht vorgesehen hatte. Der berühmte englische Atomphysiker und Nobel-Preisträger Prof. P. M S. Blackett, der zugleich während des zweiten Weltkrieges hohe militärische Funktionen bekleidete und Die sowjetische Regierung forderte, daß mit der Aechtung der Atomwaffen der erste Schritt zur Einführung einer Kontrolle getan werde und daß erst dann die Errichtung eines Kontrollsystems erfolgen solle . .“ Diesen Ausführungen eines objektiven ... und das Programm in Berlin Die ersten Meldungen über das vorgesehene Programm in Berlin haben bei der westdeutschen Jugend stürmische Begeisterung das Deutschlandtreffen der Jugend wirklich zu dem bisher größten Ereignis in der Geschichte der deutschen Jugendbewegung werden wird. Eingeleitet werden die Festtage durch die lin 90 MUL Rubel für t&ergarbeiter-Gigenheime Das gewaltige (JÜohnbauprogratnnt der Sowjetunion Die Sorge für den Wohlstand der Bevöl- Moskau haben bereits im Laufe der vier die militärpolitischen Zusammenhänge wie unparteiischen englischen Wissenschaftlers kerung ist oberstes Gesetz der sowjetischen Nachkriegsjahre neue Wohnungen bezogen, kaum ein zweiterkennt, hat in seinem Buch wollen wir noch zwei weitere Stimmen von •Wirtschaftsplanung. Die Ausgaben für die Aber ein Bauprogramm größten Ausmaßes J x,ist in der Hauptstadt der"Sowjetunion jetzt im Gange, das in großzügiger Weise die Wohnbedürfnisse dieser Weltstadt erfüllen wird. Die sowjetische Bauindustrie hat sich dabei für die Ausführung von Standardpro- ,.Militärische und politische Folgen der vielen aus dem nichtkommunistischen La- Hebung des Lebensstandards der Werktätt Atomenergie“ aus der internationalen Dis- ger hinzufügen, die die Heuchelei der ame- gen ge b en j m sozialistischen Staat vor allen kussion genau diese Schlußfolgerungen gezo- rikanischen Propaganda kennzeichnen. Das anderen öffentlichen Ausgaben. Für die Lei- _ z — r»i _ -i_ _ j. j. >.i ; - -3 —1: »i. _. _.i.... A „„1, a 131 »44 C4/\a1fU/\1 mm s . .. ausgelöst. Heute schon kann man sagen, daß gen. Professor Blackett ist, wie der amerika- bürgerliche schwedische Blatt „Stockholms stungen) die die Sowjetunion seit Kriegs J — - J —.-,- 11 -.- -i-k. Tidningen“ schrieb am 27. September 1949: ende auf dem Geb i et des Wohnungsbaue: „Wäre der Abschluß eines solchen Ueber- vo ii br acht hat, gibt es in der ganzen übrigen jekten entschlossen, die bei Anwendung fort- einkommens, wie es Wyschinski vorgeschla- Welt deinen Vergleich. schriftlicher Arbeitsmethoden eine außer- gen hat, nicht ein Gewinn? Das könnte nie Nicht nur in den vom Kriege zerstörten ordentliche Beschleunigung der Errichtung _„_ uc*. »—/ . würde sich schaden, höchstens vielleicht denen, die in westlichen Ländern gibt es heute Woh- von großen Wohnhäusern ermöglichen. Die Eröffnung der „Republik der Kinder“, einem ein Land, wie die Sowjetunion, welches ver- gesteigerten Aufrüstungen auf allen Gebie- nungsno t un d Wohnungselend, auch in Ame- Bauzeit für die Errichtung von fünfstöckigroßen Zeltlager für 20 000 Kinder im Alter suchte, Atomenergie zu einer Kraftquelle zu ten das Mittel sehen, einen Krieg zu ge- rika das fern vom Kriegsschauplatz lag, gen Häusern konnte in Moskau durch die von 12—14 Jahren in der Wuhlheide bei Ber- entwickeln — selbst wenn dies zu durchaus winnen . . .“ hausen Hunderttausende in Slums und Ba- Verwendung neu konstruierter Spezialma- Der Labour-Abgeordnete D. N. Pritt raC k env ierteln, leben Millionen in den Groß- schinen und Geräte auf 90 Tage, das ist ein schrieb in der englischen Wochenzeit- stadten zusammengepfercht aus Mangel an Viertel der vorher notwendigen Zeit, ver- schrift „News Statesman and Nation“ am wohnraum. Aber in keinem der kapitalisti- kürzt werden. nische Professor an der Columbia-Universität, Rabi, feststellt, „ein Engländer mit gutem wissenschaftlichem Ruf". Er kommt zu den' folgenden Schlußfolgerungen: „(Nach dem Baruch-Plan) Am Pfingstsamstag erfolgt der feierliche Empfang der ausländischen Gäste. Aus mehr als 80 Nationen haben bereits die Vertreter der demokratischen Jugend ihr Kommen zugesagt. Mit besonderer Spannung wird die Delegation der sowjetischen Jugend, des großen Komsomol, und des befreiten China erwartet werden, die die Ankunft einer großen Volkstanz- und Kulturgruppe angekündigt hat. Weiter wird der Präsident des Weltbundes der demokratischen Jugend, Guy de Boisson, anwesend sein. Am selben Tag wird die deutsche Jugend am Ehrenmal der Sowjet-Armee im Trepto- friedlichen Zwecken geschähe — des Vergehens einer „vorsätzlichen Einmischung in den Tätigkeitsbereich der Behörde“ schuldig machen und sich damit unmittelbar den für solche Fälle vorgesehenen Strafmaßnahmen aussetzen. Der Baruch-Plan hätte ein Programm zur Verbesserung der sozialen Lage zu einem internationalen Verbrechen gestempelt . 8 . Oktober 1949: Evangelische Kirche wünscht Leipziger Bachkantaten Der württembergische evangelische Lan- Die Durchführung einer derart uneinge- deskirchentag hat den Intendanten des Süd- pitalistischen Regierungen. sehen Länder konnte bisher der Wohnungs- Ein grandioses Bauprogramm verwirk- not entschieden gesteuert werden. Im Ge- licht die Sowjetunion gegenwärtig in den genteil, das Wohnungselend der Massen hat großen Kohlengebieten, in den Städten des sich überall vergrößert. Profitwirtschaft und Donezbeckens, des Kusnezbeckens. des Urals Rüstungswahn verhindern jede durchgrei- und des Moskauer Kohlenbeckens. Ueber fende soziale Maßnahme von seiten der ka- 1 600 000 Quadratmeter Wohnraum sind Anders in der allein im Jahr 1949 für die sowjetischen schränkten Kontrolle hätte den Aufsichtsbeamten der UNO — und folglich dem amerikanischen Generalstab — eine fast vollständige Liste aller lohnenden Angriffsziele in der Sowjetunion geliefert — wenn eine Sowjetunion. Bergarbeiter gebaut, Hunderte neuer Kul- Die Bevölkerung des Sowjetlandes hat seit turpaläste, Schulen, Warenhäuser. Restau- Kriegsende bis 1949 mit Hilfe großzügiger rants, Kinos, Krankenhäuser und Kinderstaatlicher Kredite und auf Initiative der gärten sind in den Städten der Kohlenre- staatlichen Unternehmen und örtlichen So- viere der Sowjetunion neu errichtet wor- deutschen Rundfunks, der die Bachkantaten aus Leipzig als einziger Sender in der westdeutschen Bundesrepublik nicht übertragen will, dringend gebeten, diese Sendungen - -—«... . - auch zu übernehmen. Die Uebertragung sei . . . . . .. wer Park zu Ehren der gefallenen sowjeti- solche Kontrolle nicht überhaupt zu einem fü r den deutschen Rundfunk eine politische wj et Verwaltungen 72 Millionen Quadratme- den, und in zahlreichen Gebieten entstan- schen Soldaten Kränze niederlegen. vollständigen militärischen und industriel- Aufgabe ersten Ranges. In der Entschlie- ter Wohnraum neu erbaut beziehungsweise den neue Bergarbeiterstädte. 90 Millionen len Spionagesystem ausgebaut worden wäre. ß un g des Landeskirchentages wird die Ab- wiederhergestellt. In dieser Zeit wurden 2,3 Rubel gewährte der Sowjetstaat allein im Der Aufmarsch der 500 000 Friedenskämpfer In einem Dokument des amerikanischen sicht der übrigen westdeutschen Sender be- Millionen Häuser aufgebaut oder wiederher- Jahre 1949 den Bergarbeitern für den Bau Am Pfingstsonntag geht das Deutschland- Kriegsministeriums, das im Frühjahr 1947 grüßt) die Kantaten aus Leipzig zu überneh- gestellt. von Eigenheimen, die zu Tausenden aus dem treffen seinem ersten Höhepunkt entgegen. dem Kongreß vorgelegt wurde, finden wir men> Ueber eine halbe Million Einwohner von Boden wachsen. Am Morgen wird der große „Kongreß der die Bemerkung, daß erst nach Ablauf von —C. 10 000 jungen Friedenskämpfer“ beginnen. Während derselben Zeit Werden Hunderte von Jugendaktivgruppen mit zusammen 20 000 Teilnehmern in ganz Berlin eine große Werbeveranstaltung für den Frieden, für die Einheit Deutschlands und seiner Hauptstadt durchführen. Höhepunkt des Deutschlandtreffens der Jugend wird am Nachmittag des Pfingstsonntag der große Aufmarsch der 500000 Friedenskämpfer im Lustgarten sein. Dort werden der Präsident des bare 5 Jahren (!) nach der Errichtung einer internationalen Kontrolle die Vernichtung des amerikanischen Atombomben-Vorrats in Frage kommen könne .. . Es ist interessant, die Frage aufzuwerfen, „Jnsel der Verzweiflung“ in blühendes Cand verwandelt Weit östlich von Moskau, vor der pazifi- schwach entwickelt. Abgesehen von einigen ist es zu verdanken, daß der Skorbut, der . sc hen Küste Sibiriens, liegt die tausend elend dahinvegetierenden Siedlungen war früher hier eine wahre Geißel war, gänzlich was geschehen wäre, wenn die Rollen von Kilometer lange Insel Sachalin, deren Ge- die Insel, die an Größe dem vierten Teil verschwunden ist. Die Ernten werden stän- Amerika und der Sowjetunion vertauscht sta j t an e i nen riesigen Fisch erinnert. Deutschlands gleichkommt, völlig unbe- dig größer. So wurden zum Beispiel 1934 worden wären . . . Nehmen wir an, die So- . _ wohnt Als die unfähige zaristische Regie- durchschnittlich 35 Doppelzentner Kartof- wjetunion hätte nun einen Kontrollplan, wie ,I m Jabre . machte die zaristische Ke- rung 1905 j m Kriege gegen Japan unterlag, fein je Hektar geerntet. Vier Jahre später den Baruch-Plan —, aber mit vertausch- gierung Sachalin zürn Verbannungsort. Der g j n g die Hälfte von Sachalin ver- waren es schon 95 Doppelzentner, und im ten Rollen — vorgeschlagen, wobei unmittel- große russische Schriftsteller A. P. tsaie- i oren wodurch Rußland der Ausgang zum vergangenen Jahr ernteten die meisten internationale Eigentumsrechte, Ver- *°w, der die Insel vor 60 Jahren besuchte, Pazifik versperrt wurde. Kolchosen auf der I galten aem. uvu wwuc n uw .riasiueilt utrs nene niwiuau _ .- . T- eö l . .........—.. —. —. Insel 150 bis 160 Doppel' Weltbundes der Demokratischen Jugend, waltungs-und Kontrollkommission vorgese- “ at lr }. s ® in ®? 1 c!?" 113 }, Bald nach der Oktoberrevolution wurde zentner vom Hektar, obwohl auf Sachalin Guy de Boisson. die Vertreter der interna- hen, die Aechtung und Zerstörung der Born- Sachalin die schrecken aer zansusenen Nordsachalin von japanischen Intervent- manchmal im Mai und Juni noch Schnee tionalen Jugendbewegung, die ausländischen ben jedoch noch um einige Jahre aufgescho- ^wangsarDMtauider„insej aer veraweu- onstruppen besetzt. Die Japaner hausten fällt. Delegierten und die Vertreter der Nationalen ben und selbst dann im wesentlichen von der ««« .mH ÄrhPit «ir die auf der Insel volle fünf Jahre und beuteten Im September 1945 vertrieben die So- Front des Demokratischen Deutschland so- Zustimmung der Sowjetunion abhängig ge- ^ucnxigungen unu schwerste moeu. iui ui ihre Reidjtümer rücksichtslos aus. Nach ih- wjettruppen die japanischen Imperialisten wie der Regierung der Deutschen Demokra- macht worden wären. Wenn sich die Ereig' tischen Republik zur deutschen Jugend spre- nisse so abgespielt hätten, würden dann die chen. 500 000 Friedensfackeln Abends beginnt im Treptower Park das Fest der Jugend, bei dem die 500 000 Friedensfackeln aufleuchten werden und ein großes Feuerwerk abgebrannt werden wird. Am Montag findet das Fest der Jugend seine Fortsetzung. Auf allen Plätzen und Straßen, in den Theatern und Kinos werden umfangreiche Kulturveranstaltungen für die Jugend abgehalten werden. Werbeaktivs der FDJ entfalten ihre Aufklärungsarbeit. Gäste aus allen Erdteilen wohnen dem großen Kul- turwettstreit der FDJ bei. Der Weltbund der Demokratischen Jugend hat zwei wertvolle Westmächte einen solchen Plan als „eine der großzügigsten Gesten aller Zeiten“ begrüßt haben? . . . Die Annahme des Baruch-Planes hätte, dazu geführt, daß jede tatsächliche oder vermeintliche Verletzung des Abkommens hätte zum Anlaß genommen werden können, um durch einen Mehrheitsbeschluß einen dritten Welkrieg zu entfesseln .. . Nachdem sich die Vereinten Nationen im Prinzip für eine internationale Kontrolle entschieden hatten, gingen die besagten Kreise (der USA) offen dazu über, eine vollständig einseitige und deshalb für die Sowjetunion unannehmbare Form der Kontrolle zu fordern .. . Wie weit die endgültigen sowjetischen rer Vertreibung begann die umfassende und aus Südsachalin und gaben damit der Heirationelle Nutzbarmachung der Natursdiät- m at altes russisches Land zurück. Die Im- ze von Sachalin. Im Rahmen der Stalin- perialisten hatten in den vierzig Jahren, die sehen Fünfjahrpläne setzte im nördlichen S i e Südsachalin besetzt hielten, wie Räuber Teil der Insel ein rastloser sozialistischer au f de r Insel gehaust, nach dem Grundsatz Aufbau ein. Schon 1880 hatte man auf Sa- „Nimm die Gelegenheit beim Schopfe!“ chalin Erdöl entdeckt, aber erst in der So- Ohne wirtschaftliche Rücksichten beuteten wjetzeit wurde mit seiner Förderung be- de i Japaner die Fischbestände aus, holzten gönnen. Heute gehören die Erdölvorkom- sie die Wälder bis zur Wurzel ab, rotteten men auf Sachalin zu den bedeutensten in sie die Robben und Seehunde aus. Gleich der ganzen Sowjetunion. Hier gibt es die nach der Befreiung Südsachalins strömten modernsten technischen Anlagen, und Tau- zahlreiche neue Siedler aus den zentralen sende von Erdölarbeitern aus anderen Tei- Gebieten der Sowjetunion nach der InseL Polens Stellung zur DDR „Das wichtigste Greignis in Guropa“ Die Erdölförderung auf der Insel Sachalin ist nicht so schwierig wie unser Bild zeigt. Dort wird das Oel vom festen Boden ans gefördert. Die Bohrtürme, die auf unserem Bilde wagemutig ihre schlanke Silbouette aus dem Wasser emporsteigen lassen, stehen im Kaspischen Meer, wo, wie wir unlängst berichteten, kühne sowjetische Forscher, Ingenieure und Arbeiter die gewaltigen Erdölvorkommen unter dem Meeresgrund erschließen len des Landes haben ihre wertvollen Erfahrungen auf die Insel mitgebracht. Die fast überall auf Sachalin festgestellten Steinkohlenlager, die besonders hochwertige, verkokbare Kohle enthalten, ermöglichten es, hier ein gewaltiges Kohlen' In den freien Ländereien ließen sich viele Tausende von Bauernfamilien aus der Gegend von Kursk, den Wolgagebieten und Westsibirien nieder. Der Staat unterstützte die neuen Siedler in großzügigster Weise. Jeder erhielt eine Kuh, ein Schwein und Der polnische Premier-Minister Cyran- k i e w i c z sprach auf der 75. Sitzung des gesetzgebenden Sejm über die innen- und außenpolitische Situation Polens sowie über seine wirtschaftlichen Erfolge. Hierbei unterstrich der polnische Premierminister die Stellung des polnischen Volkes zur Deut- Dieses Ereignis — fuhr Cyrankiewicz fort revier entstehen zu lassen. Mehr als die zwei Schafe. Die neuen Siedlungen erhiel- Hälfte der Insel ist mit Urwald bedeckt, ten Bretter und Balken für den Hausbau, Diese Wälder werden heute unter Verwen- Maschinen, Sämereien. Futtermittel und düng von Maschinen für die arbeitsintensi- landwirtschaftliche Geräte. Nach vier Jah- ven Prozesse planmäßig nutzbar gemacht, ren hatten die Kolchosen festen Boden un- E 9 sind zahlreiche Säegewerke und mehrere ter den Füßen und jetzt stehen sie in voller deutung, denn die Deutsche Demokratische Republik stellt eine der wichtigsten Garantien dar für die friedliche Entwicklung der polnisch-deutschen Beziehungen. Das polnische Volk, das von seiten der Hitler-Ag' ist für Polen von ganz besonderer Be- Deportierten, diebische zaristische Beamte, Papierfabriken entstanden, die Papier von Blüte. Ihre Zahl vermehrt sich von Jahr zu " '*•■“ Tv,,.*«.»,«» Hunger und Schmutz, die Deportierten vorzüglicher Qualität liefern. Jahr. Die Kolchosbauern haben sich Zucht- mandimal fünfundzwanzig Jahre lang mit Die Ge wässer um Sachalin sind sehr ^. eh und Bienenstände anschaffen können. Händen und Füßen an die Karren ge- fischreich. Wehn die Lachse oder "Heringe ^ ie zuch ten Obstbaume und Wassermelonen schmiedet... kommen, gleicht das Meer einem brodeln- P.' e ,,^ rd ? v ? n Sachalin ist reich, und die Als die zaristische Regierung Sachalin den Kessel. Tausende von Fischfangbriga- s,edler ln den Kolchosen können alle ihre schen Demokratischen Republik. Cyrankie- gressoren so furchtbare Verluste erlitten hat, zum Zuchthaus machte, verfolgte sie damit de n fahren dann aufs Meer hinaus. Ihre Kräfte spielen lassen. wicz sagte: ist sich der Notwendigkeit eines friedlichen das ziel, die Insel zu besiedeln. Nach Ab- reidien Fänge laden sie täglich an den Än- Die Insel Sachalin in der Zarenzeit ein „Die Bildung der Deutschen Demokrati- Zusammenlebens mit dem deutschen Volke i au f ihrer Strafzeit sollten die Deportierten legestellen der Fischkombinate aus, die ge- kulturell besonders vernachlässigtes Rand- schen Republik war das wichtigste Ereig- bewußt, und hegt die Ueberzeugung, daß es a i s landwirtschaftliche Siedler auf der Insel salzene, geräucherte und gefrorene Fische gebiet ist heute mit einem diditen Netz nis des Vorjahres auf dem europäischen Kon- den demokratischen Kräften Deutschlands, bleiben. Aber das war ein Versuch mit un- j m Werte von vielen Millionen Rubeln und von sieben und zehnklassigen Schulen be tinent. Dieser historische Akt ist die Ant- mit der Fortsetzung ihrer bisherigen Arbeit tauglichen Mitteln. „Von hier laufen sie alle zahllose Büchsen mit erstklassigen Fisch- deckt. Auch mehrere technische Lehranstal- wort des deutschen Volkes auf die Politik gelingen wird, das deutsche Volk im Geiste fort, die Sträflinge, die Siedler und die Be- und Krabbenkonserven liefern. Im Zuge ten sind vorhanden auf denen die Fach- der USA, die darauf abzielt. Deutschland in des Friedens und der internationalen Zu- amten“, sagte der Gouverneur der Insel zu de r Stalinschen Fünfjahrpläne sind an vie- kräfte ausgeBildet werden die die verschie- a!h 1»»1 AM 1 »1 AM TXT.* m4aaL A^4A«tfAV«Ai l«M«l Mai« «AMXMAMnaLAti Ml A MM« aI* AM fK M -Ja » aIa AAMA TV A ..MX.! AAAM J AM M A M« >41 A a!» AM « „ • • i M • »MM *■ _ _ . ... ! ** “"tiW ein koloniales Wirtschaftsgebiet und zur Basis eines künftigen Krieges umzuwandeln. Im Gegensatz hierzu findet die auf das Fotsdamer Abkommen gestützte, konsequente Politik der Sowjetunion ihren Ausdruck in der Ausrottung der Wurzeln der Eroberungssucht in Deutschland, in der tatsächlichen Demokratisierung Deutschlands sammenarbeit zu erziehen. Die Tatsache, daß es auf der anderen Seite der Oder und Neiße die deutsche Republik gebildet wurde, die als einen ihrer ersten politischen Schritte und als Antwort auf die Die unwissenden zaristischen Jen Küstenpunkten Schiffswerften entstan- denen Industriezweige Sachalins benötigen -- = _ jeamten wiesen den Siedlern de n, auf denen Fischdampfer für die Fi- der Fischfang und die Fischverarbeitung’ Boden zu, der für landwirtsdiaftliche schereikolchosen gebaut werden. der Bergbau und die Oelraffinerien, der Zwecke ungeeignet war. Als landwirtschaft- Eine der großartigsten Leistungen der Schiffsbau und die Papierfabriken. Ferner ,---- liehe Gerate dienten in der Hauptsache Pik- Sowjetmenschen war die umfassende Ent- gibt es eine pädagogische Fachschule. Die revisionistischen und Revanchepläne des ken, Hacken und von Flerden gezogenen w icklung der Landwirtschaft auf Rarhaiin Akademie der Wissenschaften der UdSSR Herrn Adenauer und Konsorten, als Antwort ^ ^ Die Sowjetmenschen haben durch die Pra- hat auf Sachalin einen Stützpunkt. Den — -- ,-„ t : cnwietitrhen und nnti nnlni Siedler sidi ein paar Jahre abgequalt hat- xis bewiesen, daß man fast überall auf der Inselbewohnern stehen zahlreiche Biblio- und m der Festigung des Friedens. Md der die antisowjetischen und anti-polnl- ten, fluchteten sie aufs Festland. Das Ver- Insel Landwirtschaft treiben kann. Die theken, Klubs, Theater und Zeitungen zur Bildung der Deutschen Demokratischen sehen Auslassungen der Herren aus Bonn, sagen dieser Zwangskolomsierung ließ die wichtigsten Kulturen sind Hafer Kartoffeln Verfügung. Republik hat das deutsche demokratische d i e Anerkennung unserer Westgrenze als bis Oktoberrevolution vorherrschende und Sommergetreide. Fast die gesamte Die Sachaliner führen heute ein frohes -- - - “ Sadialln Sei keiT,e Saatfläd5e w * d mit Hilfe der Maschinen- Leben in WohlsLnd und Sr. Mit ihrer Landwirtschaft möglich. und Traktorenstationen bearbeitet. Eine schöpferischen Arbeit haben sie die Insel Trotz der gewaltigen Naturreichtümer große Rolle spielt auf Sachalin der Gemüse- der Verzweiflung" in ein blühendes "Land war Sachalin in der zaristischen Zeit sehr bau. Dem Ueberfluß an frischem Gemüse verwandelt. pi n _ Lager einen wichtigen Schritt getan und ge- _ . , _ , , , ,. zeiit daß es auf dem Wege ist. aus den bri- Friedensgrenze ausgesprochen hat - diese den Weltkriegen die richtigen Konsequen- Tatsache ist für das polnische Volk von hi- zen zu ziehen. storischer Bedeutung.“ * 9 \ ,platx für Körperbehinderte — qu Ueberall dort, wo wir uns öffentlicher Verkehrsmittel bedienen, begegnen wir diesem Hinweis. Irgendein rühriger Zeitgenosse hat einmal die mahnungs- vollen Worte an die Scheiben und Wände der Abteile geklebt, damit sie seine Mitmenschen übersehen. Es ist aber auch wirklich unangenehm, sagt sich der geruhsame Spießbürger, wenn man sich aus seiner gemütlichen Ecke erheben soll. Ist einmal Gefahr im Anzug, d. h. sichtet er auf der Plattform ein paar Krücken oder einen Stock, so verschanzt er sich sofort taktisch hinter der „Neuen Zeitung“ und vertieft sich aufmerksam in einem Artikel „Ueber die Sorgen und Nöte unserer Kriegsbeschädigten“. Er findet es in seiner bürgerlichen Behäbigkeit offensichtlich nicht angebracht, auf kleine Bequemlichkeiten des täglichen Lebens zu verzichten, nur weil ein anderer das „Pech“ hatte, sein Bein einmal ausgerechnet in eine blödsinnige Schußrichtung gehalten zu haben. Aehnlich ergeht es in ihrem krankhaften Phlegma unseren „Damen“, dig der Meinung sind, daß es auch für unsere Krüppel eine Ehre bedeuten muß, Kavalier der Nachkriegszeit zu spielen. Außerdem liest lieh der „Liebes- und Leidensweg der Mrs. X“ für 30 Pfennige angenehmer im Sitzen, als in diesem belästigenden Gedränge unter den stehenden Fahrgästen. Sie machen sich *eigentlich genau so wenig Gedanken über die stille Mahnung dieser drei Worte und betrachten sie irgendwie in selbstherrlichen Augenblicken als Belästigung. „Mein Herr“, funkeln dann ihre hochmütigen Blicke, „was erlauben Sie sich, unter den Folgen des Krieges leiden wir schließlich alle. Mein Mann, ein ehemals stolzer Offizier, ist heute ruiniert. Wir beziehen eine bescheidene Rente“. Beschämt ob solchem „großen Elend“ tritt der plötzlich gesund Gewordene bescheiden den Rückzug an und wundert sich selbst über die Sinnlosigkeit der Inschrift „Platz für Körperbehinderte“. Ja, wir leben eben in einer verkehrten Welt. Deshalb macht sich heute auch kjäin Mensch mehr ernstlich Gedanken über die zerschossenen Knochen seines Mitmenschen. Oder bis du, lieber Zeitgenosse, anderer Meinung? Hast Du schon einmal in einem öffentlichen Verkehrsmittel an die gedacht, für die irgendwo ein bestimmter Platz reserviert ist? Es genügt nicht allein, daß die Verkehrsmittel mit dieser Berücksichtigung unseren Aermsten entgegenkommen, wir müssen auch etwas dazu tun und nicht nur in großspurigen Redensarten den äußeren Rahmen bewahren. Doch glücklicherweise gibt es auch noch andere. „Sofortmaßnahmen“ nach dem Unfalltod Es gibt eine Verantwortlichkeit auch jenseits von Sachverständigengutachten und Vorschriften Ein ausführliches Referat Bürgermeister Trumpfhellers leitete den Punkt der Tagesordnung ein, der sich in der gestrigen Stadtratssitzung mit dem entsetzlichen St r a ß e n- bahnunglück am 26. Januar 1950 in der Karl-Benz-Straße beschäftigte. Es war teilweise eine aktenmäßige Rekapitulation der bereits in der Oeffentlichkeit bekannten Ereignisse und Fesstellungen und teilweise eine Art geschichtlicher Rückblick auf Verhältnisse bei der Straßenbahn aus der Vorkriegszeit, die für die Erfordernisse von heute nicht einmal mehr als Vergleichsmaßstab Gültigkeit haben können. Wieviel schöner wäre es doch gewesen, wenn die sechs unserer Mitbürger, die jetzt der kühle Rasen deckt, gesund und munter als Zuhörer bei der allgemeinen Straßenbahn-Debatte im Stadtrat hätten teilnehmen können. An einer Debatte, die nicht erst durch ein so schauerliches Unh_il verursacht werden mußte. Was nützt es den Toten und den Angehörigen der Verunglückten, daß der Sprecher der CDU - Fraktion die Erschütterung seiner Fraktion zum Ausdruck brachte? Was soll hier die Betonung selbstverständlicher Maßnahmen, um die Not der vom Unfall Betroffenen zu lindern? Was soll hier die Verschanzung hinter Sachverständi- gen-Gutachten und das Abwarten, bis die Gerichtsverhandlung Klarheit geschaffen habe, wie es der Sprecher derSPD-Fraktion proklamierte? Wenn in dieser Stadtratssitzung das furchtbare Straßenbahnunglück auf die Tagesordnung gesetzt wurde, dann konnte das doch nur den Sinn haben, die Frage zu klären, ob von allen verantwortlichen Stellen — den Stadtrat eingeschlossen — alles getan worden ist, um eine Wiederholung des Unfalls vom 29. November 1949 an der gleichen Stelle zu verhüten und ob die erforderlichen und möglichen Vorbeugungsmaßnahmen zur Verhütung weiterer Unfälle an der .gleichen Stelle rechtzeitig erkannt und getroffen worden sind. Und diese Frage konnte geklärt ... werden, ohne daß auf technische Einzelheiten Gerichtlichen des Unfalls, auf alle Sachverständigen-Aus- „eichen sagen und auf die gerichtliche Klärung über die unmittelbare Schuld beim Vorgang selbst gewartet zu werden brauchte. Es war wirklich — „erschütternd“ — um die Worte des CDU-Sprechers zu verwenden, daß nur Stadträtin Langendorf für die gebene Anweisung, die Einhaltung der vorgeschriebenen Fahrgeschwindigkeiten schärf- stens zu kontrollieren. Bürgerm. Trumpfheller hat in diesem Schreiben betont, daß die Verwaltung die schwersten Vorwürfe im Stadtrat zu erwarten habe, wenn nochmals etwas derartiges passieren würde. Wo blieben nun gestern diese schweren Vorwürfe im Stadtrat — abgesehen von der Sprecherin der KPD-Fraktion? Konnte man den Eindruck haben, daß es sich hier um einen der schwersten Verkehrsunfälle handelte, um einen Unfall dazu, bei dem nur ein gütiges Geschick es ver- t hindert hat, daß an Stelle von einem halben Dutzend, vielleicht viele Dutzende von Toten zu beklagen gewesen'wären. Nein, diesen Eindruck hatte man bestimmt nicht und es scheint, daß der Wert von Menschenleben auch seit Kriegsende noch nicht sehr im Kurs gestiegen ist. Bürgermeister Trumpfheller hat in seinem Bericht erwähnt, daß er gleich nach dem Unfall an Ort und Stelle als „S o - fort maß nähme“ die Vorverlegung der Haltestelle vor die Kurve verfügt habe. Eine sehr richtige Maßnahme, leider aber als „Sofortmaßnahme“, wie viele Sofortmaßnahmen unserer hohen Behörden, zu spät, denn da lagen schon sechs Tote gräßlich verstümmelt in ihrem Blut. Warum wurde die Haltestelle nicht gleich nach dem ersten Unfall an die jetzige Stelle gelegt, wo sie übrigens schon früher ein- Nationaltheater Mannheim Am 1. März wird Fritz Kortner nach Mannheim kommen. Er und Maria Wimmer werden in Strindbergs packendem Schauspiel „Der Vater“ gastieren. Das Schauspiel bereitet zur Zeit „Die Geisterkomödie“ von Noel Coward (Bearbeitung Kurt Götz), die mittlerweile in München, Hamburg und Berlin das Publikum entzückte, vor. (Inszenierung Hans Becker.) In dieser Komödie wird die spiri- mal war. Bürgermeister Trumpfheller ant- tistische Geisterbeschwörung einmal von der wortete, daß es nach den Vorschriften bei 15 Kilometer Fahrgeschwindigkeit nicht nötig gewesen wäre. Demgegenüber aber steht die unumstößliche Tatsache, daß das Unglück nicht passiert wäre, gar nicht hätte passieren können wenn der Fahrer nicht mit 15 oder 20 Kiloheiteren Seite genommen. Ein Ehemann wird durch die Geister seiner zwei Frauen in eine wenig beneidenswerte Lage versetzt, denn es stellt sich heraus, daß es leichter ist, Geister zu rufen, als los zu werden. Daneben wird Kleists „Zerbrochener meter in die Kurve gehen, sondern vor der Krug“ neu einstudiert mit Ernst Langheinz Haltestelle vor der Kurve die Fahrgeschwindigkeit notgedrungen frühzeitig hätte bremsen müssen, wenn die Bremse in Ordnung war. Warum tat man vorher nicht, was nachher der Bürgermeister als Sofortmaßnahme anordnete — als das Unheil schon geschehen war. Diese Frage konnte der Stadtrat behandeln — auch als „Sofortmaßnahme!“ Ueber die übrigen Punkte der Stadtratsitzung berichten wir in der nächsten Ausgabe. Staatsanwalt interessiert sich für Amend Kriminelle Vergehen vermutet Der Korruptionsfall des nordbadischen Finanzpräsidenten Amend hat eine neue Note bekommen. Wie verlautet, sind die Akten des Falles der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Bis jetzt handelte es sich lediglich um ein Disziplinarverfahren, das wegen der Beschuldigung, Staatsgelder für persönliche Zwecke verschleudert zu haben, eingeleitet wurde. Die Uebergabe der Akten an die Staatsanwaltschaft läßt die Vermutung zu, daß es sich in diesem Falle um mehr als ein dienstliches Vergehen handeln müsse, denn dieses würde zu einer Strafverfolgung kaum aus- In unterrichteten Kreisen spricht man von verschiedenen Verfehlungen im Amt, die weit über die ihm zur Last gelegte Mißwirtschaft beim Bau seiner Wohnung hinausgehen. Auch tauchte die Vermutung auf, kens hinstellen möchte. Allerdings weist die CDU diese Auslegung energisch zurück. Bei der bekannten Einstellung der badischen CDU dürfte allerdings der Gedanke einer Maßregelung in diesem Falle auch sehr abwegig sein. Merkwürdig ist, daß erst nachdem die Oeffentlichkeit wiederholt sich mit Amend und seinem luxuriösen Leben befaßte, seine Vorgesetzte Behörde sich veranlaßt sah, nachzuprüfen. Der Fall ist dem Ministerpräsidenten Maier zugeleitet worden, der bis Ende der Woche dann darüber zu entscheiden hat, ob ein Dienststrafverfahren eingeleitet werden soll. Dies dürfte, nachdem j^zt auch die Staatsanwaltschaft sich für den Fall interessiert, keine Frage mehr sein. KPD-Fraktion diese Frage zur Debatte daß die Verfehlungen etwa aufjlem Gebiete stellte, ob auch der Stadtrat alles getan * . ' ’ ’ habe, um nach dem ersten Unfall für die Sicherheit der Fahrgäste zu sorgen. Bürgermeister Trumpfheller verlas eine von ihm nach dem ersten Unfall an der Karl-Benz- Straße an die Direktion der Straßenbahn ge- als Märtyrer des badischen Staatsgedan- des Württemberg - badischen Totos liegen könnten, das in seinen Händen ist. Dr. Amend selbst weiß angeblich von nichts. Er versucht, den ganzen Fall auf ein politisches Geleise zu schieben, indem er sich Industrie- und Handelskammer will der Jugend „helfen” Wie sie sich das vorstellt / Versuche, die auf Krücken gehen / Brennende Probleme am grünen Tisch Mannheim, -qu- Um es vornweg zu nehmen, die Presse war nicht eingeladen. Ja, sie war geradezu unerwünscht. Um so wertvoller wußten wir es zu schätzen, daß uns die Putzfrau der Industrie- und Handelskammer, Frau Horch am Schlüsselloch, freundlicherweise folgenden interessanten Bericht von der nichtöffentlichen Sitzung sandte: „Am Montag-Nachmittag brüteten Spitzen der Industrie- und Handelskammer im Sitzungssaal derselben im Verein mit den Vertretern der Mannheimer Jugendorganisationen über dem Thema „Jugendschutzgesetz“, und bekamen viel Bauchweh dabei. Die ersten hatten die letzteren eingeladen. Der Zweck der Sitzung sei, so erklärte man, auf dieser Ebene den Versuch einer Verständigung bei den dringenden Problemen des Jugendschutzes anzubahnen. Dr. Schoeller von der Kammer leitete das „ungezwungene Gespräch über Jugendschutz“ ein. Er möchte so gerne wissen, wo den Jugendlichen der Schuh drückt und was er dabei tun könnte. Es sei bei den Jugendlichen viel von schlechter Behandlung der Lehrlinge die Rede. Doch die Worie hier sollten nicht auf die Waagschale gelegt werden. Die ganze Einleitung ging auf die letzte Protestkundgebung des Jugendrats zurück. Diese war angeblich zu impulsiv verlaufen. Wer etwas vorzubringen hätte, fragte Dr. Schoeller. Er mimte den Lehrer in der Schule. Der Vorsitzende des Jugendrats, V öhrin g e r, • wurde um seine Meinung gebeten. Er begrüßte zunächst die Initiative der Industrie- und Handelskammer. Seine Ausführungen waren bedauerlicherweise eine einzige Schmeichelei und Entschuldigung. Nicht der Industrie- und Handelskammer habe man auf der Kundgebung den Marsch blasen wollen, sondern vielmehr der Handwerkskammer. Er entschuldigt sich, daß die erstere überhaupt zur Protestversammlung eingeladen wurde. Anschließend Dr. Schoeller über die Unternehmer: Es gäbe nur große Unternehmer. Der Begriff dürfe nicht zu weit gefaßt werden. — Daraufhin entschuldigt sich VBhringer nochmals. Es wäre keine Spitze oder Propaganda gegen die Unternehmer gewesen. „Wenn auch manche spitze Zunge geführt wurde.“ (FDJ). „Wir werden das abstellen, damit in Zukunft keine Differenzen mehr entstehen.“ Hoffentlich wird ihm der Jugendrat dabei etwas auf die Finger klopfen. Der Jugendsekretär der Gewerkschaften, Hoimann, nahm zur Fragebogen-Aktion Stellung und stellte fest, daß 50 Prozent der Unternehmer die Jugendlichen übervorteilen. Auch daß die Berufsschulzeit — besonders den jugendlichen Hilfsarbeitern — nicht bezahlt wird, ist einwandfrei fest- gestellt. Dr. Schoeller: „Hat man die Fragebogen, ./ zu seinem Tariflohn von 50 Pfg. forderte. Er war der einzige Ernährer seiner Familie. Die Industrie ist nicht interessiert daran, Jugendliche einzustellen, die noch die Schule besuchen,“ erklärte Jugendsekretär Hofmann sehr deutlich. Dr. Schoeller: „Wir wissen von den Vorfällen nichts.“ Es klang wenig überzeugend. Er warf eine Packung Zigaretten in die Runde. „Wenn die Herrn rauchen wollen, wir sind ja unter uns.“ Hofmann: „Welche Garantien hat der Jugendliche gegen Entlassungen? Was kann die Kammer dagegen tun?“ — D r. K r i e - g e r von der Kammer fühlte sich angesprochen. Er hielt sich im wesentlichen an den Lehrvertrag und wies jeden Vorwurf zurück. „Heraus mit diesen Fällen an die Oeffentlichkeit...“ „Halt...“ warf da Dr. Schoeller ein. „Nicht an die Oeffentlichkeit..., an uns.“ Dann fuhr er fort: „Ich habe das Gefühl, die Frage der Jugendlichen hat auch etwas mit Leistung und Führung zu tun.“ Er erzählt dann von einem Fall, wo sich ein Lehrling einen Diebstahl zuschulden kommen ließ. Wenn Dr. Schoeller glaubt, mit diesem an den Haaren herbeigezogenen Beispiel alle Jugendliche taxieren zu können, so ist es mit seinen Bemühungen etwas für die Jugendliche zu tun, von vornherein schlecht bestellt. Im übrigen brach er natürlich eine Lanze für die Unternehmer. Ein beigezogener Schulmann behauptete sehr gewagt, ein Fünftel der Jugendlichen seien „angekratzt“. Daraus zog er dann zweifelhafte Rückschlüsse. Auch er machte genau wie sein Vorgänger in einigen mysteriösen Fällen. Dr. Schoeller: „Warum sollen wir die Arbeitsgerichte füttern ...?“ — Die Jugendlichen könnten fnit ihren Anliegen doch ebenso gut zunächst zu ihm kommen. Da aber bekanntlich die Industrie- und Handelskammer in erster Linie die Interessenvertretung der Unternehmer ist, kann man es den Jugendlichen nicht verdenken, wenn sie doch lieber das Arbeitsgericht vorziehen. „Trotzdem verstehe ich nicht, warum wir nicht an die Oeffentlichkeit treten sollen“, bemerkte der Vertreter der FDJ mit Nachdruck. „Es geht hier um die Rechte der Jugend, und es ist eine bittere Tatsache, daß viele Jugendliche Angst haben, aus Ihrer Arbeitsstelle zu fliegen. Wie viele Lehrlinge haben den Mut, sich ihrem Arbeitgeber gegenüber zu äußern? Hier kann die Presse sehr fruchtbar wirken.“ Dr. Schoeller mit allem Nachdruck: Wir wollen das nicht, es könnte entstellt werden.“ — Ein Vertreter der Ev. Jugend sprach sehr lau.' Er schmeichelte der Kammer und trieb im Uebrigen üble Spaltungsversuche innerhalb des Jugendrates. Vöhringer sprach dann über das Gespenst der Arbeitslosigkeit und zeichnete deren rücksichtslose Ausnützung durch die Unternehmer in der Frage der Einstellungen und Entlassungen. „Wir müssen Maßnahmen dagegen treffen...“ Dr. Schoeller sehf überlegen: „Wir wollen keine Schlagworte prägen. Im Uebrigen ist die Wirtschaft nicht pessimistisch, sondern lediglich skeptisch. Die Arbeitslosigkeit ist saisonbedingt“ (?). Dann sprach er vom Bauen... Dadurch würde die augenblickliche Depression überwunden und damit der „Auslösungsprozeß“ (sprich Arbeitslosigkeit) aufgehoben. Hof mann bedauerte noch einmal, daß die Handwerkskammer nicht anwesend ist. Auch Vöhringer stellte fest: „Wir müssen an sie herantreten.“ Daraufhin meinte Dr. Schoeller besorgt: „Aber schießen Sie nicht gleich scharf bei der Handwerkskammer.“ Noch ein besonderes Wort an die Berufsschulen. Stadtschulrat H e 1 m u t h versprach sein möglichstes zur Klärung der Differenzen zwischen Berufsschulen und Jugendlichen zu tun. In Zukunft will man diese Sitzungen in der Industrie- und Handelskammer vierteljährlich wiederholen. „Aber wenn es einmal brennt, soll sofort gelöscht werden.“ Positive Ergebnisse der Sitzung waren im wesentlichen nicht zu verzeichnen. Die gespannte Atmosphäre konnte nicht geklärt werden. Familienregister für Flüchtlinge Das Innenministerium Württemberg-Baden hat angeordnet, daß die im Landesbezirk Württemberg-Baden seßhaft gewordenen Familien der Flüchtlinge deutscher Volkszugehörigkeit, in das Familienregister des Standesamtes ihres Wohnortes eingetragen werden. Im Falle des Nichtvorhandenseins der für die Eintragung notwendigen Urkunden, können eidesstattliche Erklärungen abgegeben werden. Wenn ein Arbeitsloser ein Sparguthaben bat Mannheim. Sparguthaben von Arbeitslosen werden, was eigentlich eine Selbst- ■verständlichkeit ist, da es sich um eine Versicherung handelt, auf die Arbeitslosenunterstützung nicht angerechnet. Aber auch für Arbeitslosen - Fürsorgeempfänger bleiben kleinere Vermögenswerte, insbesondere die Ersparnisse des Arbeitslosen und die seiner Angehörigen unberücksichtigt, bei Gewährung der Fürsorge. Doch in diese Verlegenheit dürfte wohl kein Arbeitsloser kommen, denn wer von ihnen kann die 26 Wochen Arbeitslosenunterstützung durchstehen, ohne sein angebliches Sparguthaben aufgezehrt zu haben? Wohl keiner. als Dorfrichter Adam. Inszenierung: Helmute von Scheven. Dazu wird der als Schnitzlers gelungenstes Bühnenwerk berühmte, aber selten gespielte Einakter „Der grüne Kakadu“ gegeben werden. In einem wahrhaft dämonischen Zwielicht zwischen Spiel und Wirklichkeit ereignet sich in diesem Einakter der Durchbruch der großen französischen Revolution. Februarheft des Verkehrsvereins Mannheim. Nun ist auch die Februarausgabe des Veranstaltungsprogramms der „Rhein-Neckar-Stadt Mannheim“ auf Initiative der Mannheimer Stadtreklame in Verbindung mit dem Verkehrsverein erschienen. Endlich konnte man den Wünschen der Fremden gerecht werden, indem ein übersichtlicher Stadtplan in dem Prospekt enthalten ist. Weiterhin wurde, soweit Meldungen beim Verkehrsverein eingegangen sind, ein Kalender der hiesigen Karnevalsveranstaltungen beigefügt. * Dampfbad filr Frauen Mannheim. Einem allgemeinen Wunsche nachkommend, ist mit Wirkung vom 5. Februar 1950.jeden ersten Sonntag im Monat das Dampfbad nur für Frauen von 9-13 Uhr geöffnet. Kassenschluß 11 Uhr. Aus der Städtischen' Kunsthalle ’ Mannheim. Die Kunsthalie zeigt in den Räumen des Erdgeschosses ab Sonntag, den 5. Februar eine Auswahl ihrer Sammlung „Moderne Plastik“. Scfaacbfreunde Schachmeister Wotkowsky spielt am Mittwoch, den 8. Februar 1950. an 30 Brettern Simultan. Interessenten sind freund« liehst eingeladen. Lokal zum „Pfingstberg“. Eintritt frei. Mannheimer Industrie- und Handelskammer protestiert gegen Fernsprechanleihe Mannheim. (Lwb.) Die Industrie- und Handelskammer Mannheim hat gegen die Absicht der deutschen Bundespost, die Fernsprechteilnehmer an den Kosten für den Wiederaufbau der Fernsprechanlagen zu beteiligen, schärfsten Protest eingelegt. Die Industrie- und Handelskammer stellt fest, es handle sich bei dieser Angelegenheit um eine Zwangsanleihe, da die wenigsten Fernsprechteilnehmer ihre Anschlüsse ohne Gefährdung der Existenz aufgeben könnten. Durch diese Pläne würde die Kapitallenkung einseitig zugunsten der Post beeinflußt. Deutsche Friedensgesellschaft Karlsruhe. Am Donnerstag, den 9. Februar 1950, um 19.30 Uhr, findet im Lokal „Weißer Berg“, Erbprinzenstraße, ein Vortrag überdas Thema: „Der Weltfrieden und die Wiedervereinigung Deutschlands sind gesichert, wenn ...statt. Freunde und Interessenten sind dazu herzliehst eingeladen. Die Firma wollte seine Leistungen kritisieren Wiedereinstellung des Klägers wurde erwogen — „Sticheleien“ mit dem Taschenmesser Nützliche Winke für Renten-Antragsteller Es gibt heute eineinhalb Millionen Versicherte und über 200 000 nach dem KB Leistungsgesetz Betreute, denen es nicht immer leicht fällt, beim Einreichen der Rentenanträge den richtigen Weg zu finden. Wir geben daher nachstehend einige Hinweise. Rentenanträge von Pflichtversicherten u. freiwillig Versicherten der Invalidenversicherung, die das 65. Lebensjahr vollendet haben oder länger als 26 Wochen krank bezw. dauernd invalide sind, ebenso von Anträge von Körperbeschädigten oder von Kriegshinterbliebenen nach dem KB Leistungsgesetz müssen schriftlich oder mündlich bei den örtlichen Dienststellen, der Landesversicherungsanstalt direkt oder deren Zweigstelle eingereicht werden. Werden gleichzeitig Ansprüche aus der AngestelltenMannhelm. -bü- Lediglich unbeabsichtigt habe er seinem Arbeitskollegen mit dem Taschenmesser ins Bein geritzt, wollte der Kläger H. wissen, der wegen tätlicher Auseinandersetzung aus der Firma S. entlassen worden war und nunmehr gegen diese Entlassung vor dem Arbeitsgericht Einspruch erhoben hatte. H. erklärte, er sei beim Vesper auf dem Boden gekniet und habe dabei das Messer senkrecht nach oben gehalten. Vor ihm stand eine Flasche Bier. Als sein Kollege vorbeiging, habe dieser die Flasche umgeworfen und sei so dummerweise in das aufgeklappte Taschenmesser gestolpert. Doch die Gegenseite warf anderslautende Argumente ins Treffen. Erstens sei H. wegen ähnlicher Delikte vorbestraft, habe einen Lehrjungen ge- ohrfeigt, einem älteren Belegschaftmitglied einen Hammer an den Kopf geworfen und schließlich auch in der Straßenbahn einen Schaffner tätlich verletzt. Des weiteren habe der angeblich unbeabsichtigte Messerstich des H. eine Drüsenschwellung und fünfwöchige Arbeitsunfähigkeit des Betroffenen nach sich gezogen. Ueberhaupt sei H. immer schnell mit dem Messer bei der Hand gewesen und habe vorher schon sein Opfer spaßhalber durch öftere „Sticheleien“ in dessen Hinterteil gereizt. Unfsr diesen Umständen bestehe also die Entlassung mit Fug und Recht. Da die Beklagten darauf hinwiesen, gegebenenfalls durch eine Reihe von Belastungszeugen diese Angaben noch erhärten zu können, wählte H. den besseren Teil und gab nach. Die Klage wurde zurückgezogen. Wesentlich anders lagen die Verhältnisse in der Verhandlung des Schlossers K. gegen dieselbe Firma. Hier hatte sich die letztere scheinbar vorher genauestens über die Privatverhältnisse des Klägers informiert. K. war in die Firma im Mai 1948 eingetreten und sollte vor kurzem wegen Auftragsmangel und einschneidender Produktionsbeschränkung entlassen werden. Dies faßte K. als eine unbillige Härte auf und verklagte die oder Invalidenversicherung erhoben, so ist Firma vor dem Arbeitsgericht Er gab an, bei denselben Stellen ein besonderer Lei- eine Familie mit fünf Kindern versorgen zu stungsantrag einzureichen. müssen, was ihm jedoch vom Anwalt der Ge- Anträge auf Witwenrentenabfindung im genseite sofort dahingehend berichtigt Witwen, Witwern und Waisen sind bei der Falle der Wiederverheiratung sind bei der wurde, daß vier der Kinder noch aus erster der von ihm zu beanspruchenden Fuhrlohn- forderungen angeklagt hatte, wickelte sich sehr rasch ab. Nachdem R. den in echt Mannheimer Mundart vorgebrachten Wortschwall seines Gegenspielers mit der freundschaftlichen Frage, ob er selbst denn eine Drehorgel oder einen Pfarrer auf der Kanzel vor sich habe, unterbrochen hatte, erklärte er sich ohne Umschweife bereit, die geforderte Entschädigung von 100 DM zu bezahlen. „So ist‘s recht“ meinte der Richter lobend, als er befriedigt die Aktendeckel zuschlug und die beiden Streithähne einmütig den Richtertisch verließen. Polizeistreiilicliter „Kavalier“ entriß die Handtasche Angeblich wollte der 26- bis 28jährige junge Mann eine in der Oststadt wohnende Frau nach Hause begleiten. Daß das aber nicht seine wirkliche Absicht war, sollte die Frau selbst feststellen. Im Luisenpark entriß der feine „Kavalier“ seinem ausersehenen Opfer die Handtasche, in der sich die Personalpapiere und 14 DM Bargeld befanden, und sprang in Richtung Kutzer- Weiher davon. Noch mal gut abgegangen In den Nachmittagsstunden versuchte in der Sophienstraße ein 5jähriger Junge vor einem parkenden Personenkraftwagen über die Fahrbahn zu springen. In diesem Augenblick wurde er von einem Motorrad erfaßt und zur Seite geschleudert. Der Junge erlitt eine leichte Gehirnerschütterung und einige Gesichtsverletzungen. Der Motorradfahrer selbst, der ebenfalls von seinem Rad stürzte, kam unverletzt davon. Wer wurde noch von Wechselgeldbetrügern geschädigt? In Mannheim und Umgebung sind in den Monaten Dezember 1949 und Januar 1950 zwei Wechselgeldbetrüger vorwiegend in Rauchwarengeschäften aufgetreten. Sie haben sich auf betrügerische Art Beträge bis zu DM 50.- und DM 100.- in jedem einzelnen die die Industrie- und Handelskammer be- Ortsbehörde für die Arbeiter- und Ange- Ortsbehörde oder bei der Landesversiche- Ehe stammten und bei der geschiedenen Frau Falle erschwindelt. Da die vermutlichen Tä- treffen und die für die Handwerkskammer zuständig sind, getrennt? Wir wollen uns beschränken auf die Industrie- und Handelskammer.“ H o f m a n n : „Sie sollten nicht so ungeduldig sein Herr Dr.“ — Er stellte dann fest, daß auch bei der Industrie- und Handelskammer dieselben Zustände vorherrschen, wie oben. Mit Schulzeit, Urlaub und tariflicher Entlohnung sehe es sehr faul aus. Ein Jugendlicher, der mit 33 Pfg. pro Stunde entlohnt wurde, wurde 'auf die Straße gesetzt, als er die restlichen 17 Pfg. stelltenversicherung (im Mannheim im Gebäude der AOK), direkt bei der Landesversicherungsanstalt in Karlsruhe (Kaiserallee 8) oder bei der für die Bezirke Mannheim und Heidelberg zuständigen Zweigstelle der Landesversicherungsanstalt in Heidelberg (Plöck 79) einzureichen. Bei der Einreichung der Anträge sollen nach Möglichkeit die von der Landesversicherungsanstalt ausgegebenen Vordrucke benutzt werden. rungsanstalt oder deren Zweigstelle unter Vorlage einer Heiratsurkunde einzureichen. Auf Beitragserstattungen im Falle der Wiederverheiratung weiblicher Versicherter besteht bis auf weiteres keine Aussicht. Heilverfahrensanträge in der Rentenverlebten-und er für diese insgesamt monatlich nur 60 DM an Unterstützung bezahle. (Bei seinem Verdienst allerdings sehr viel, d, R.) Des weiteren versuchte der Vertreter der Firma die beruflichen Leistungen des Angeklagten zu kritisieren. Durch die Aussagen des ebenfalls anwesenden Betriebsrates ter nunmehr festgenommen werden konnten und sich in deren Besitz ein größerer Geldbetrag befand, werden diejenigen Personen, bei denen die Betrüger erschienen sind und bisher noch keine Anzeige erstattet haben, gebeten, sich mit der Kriminalpolizei in Mannheim, L 6, 1, Zimmer 117, in Verbindung zu setzen. Sicherung der Arbeiter und Angestellten werden bei der zuständigen Krankenkasse konnten diese Behauptungen jedoch entkräf- bezw. bei Nichtmitgliedem bei den Ortsbe- tet werden. Schließlich wurde die Wiedereinhörden der Arbeiter- und Angestelltenver- Stellung des Klägers zwecks Uebemahme in 5000 DM-für die Volkshochschule Ruhegeldanträge von Pflichtversicherten Sicherung gestellt. Bei Kindern ist das Ju- einen anderen Beschäftigungszweig erwogen. Karlsruhe. Der Stadtrat beschloß der oder freiwillig Versicherten der Angestell- gendamt zuständig, bei Tbc-Kranken kann Die Verhandlung wurde daraufhin vertagt. Volkshochschule zur Förderung und Pflege tenversieherung werden ebenfalls bei den auch das Gesundheitsamt die Anträge ent- Das Verfahren M. gegen R., in dem der des Volkshochschul-Gedankens einen Barzu- obengenannten Instanzen eingereicht. gegennehmen. erstere den letzteren wegen Nichterstattung schuß von 5000 DM zu bewilligen. - I * „‘Pressefreiheit” in den USA Wie fortschrittliche Kräfte in den Vereinigten Staaten mundtot gemacht werden _ Kürzlich ließen wir eine bekannte holländische Vortragskünstlerin, die eine Reise nach Amerika gemacht hatte, über die Lage der Künstler im „freien“ Amerika zu Wort kommen. Sie berichtete nicht nur über die Not der Künstler und Künstlerinnen in den USA, sondern auch davon, daß der Schriftsteller sein Stück oft verschiedenen Aktionären vorlegen muß und ihren Einwendungen Rechnung zu tragen hat. Heute möchten wir zitieren, was Robert Jungk in der Schweizer Zeitschrift „Die Tat“ über die „Pressefreiheit“ in den Vereinigten Staaten berichtet. Robert Jungk setzt sich damit auseinander, daß dem amerikanischen Volk zum Beispiel die Entwicklung besonders in China vollkommen verschwiegen wurde, so daß die amerikanischen Zeitungskönige jetzt nach dem völligen Sieg der Volksrepublik in eine schwierige Lage gekommen sind. Er schreibt dazu: Die Nachrichten-Agenturen, die Zeitungskonzerne, die Wochen- und Monatszeitschriften mit enormen Auflagen, die Radio-Sendestationen, die Kino-Wochenschauen, sie alle haben die erste Pflicht ver- achl&ssigt: Die Wahrheit zu sagen. In seinem Buch „China schockiert die Welt“, schreibt der bekannte Berichterstatter Jack Beiden, daß er von der Wochenzeitschrift „Colliers“ nach China geschickt m „Man sagt, daß er an der Seite der Russen gekämpft hat.“ wurde. Die Hauptredaktion fand die Briefe, die er schrieb, „außergewöhnlich interessant“. Aber veröffentlicht wurden sie nicht. Die „Saturday-Evening-News“ verfügte unter ihren Redakteuren über einen der besten Kenner des neuen China, Edgar Snow, Man zahlte ihm reichlich, aber er durfte nichts über die Ereignisse schreiben, die die Welt erschüttern sollten. Die großen Zeitschriften „Time“ und „Life“ hatten in China eine ganze Reihe glänzender Berichterstatter. Aber ihre Briefe nach New York wurden nicht veröffentlicht, oder sie wurden so entstellt, daß Theodore White, ein Mitarbeiter der „Time“, folgenden Spruch auf seinen Schreibtisch stellte: „Sogar die geringste Ähnlichkeit zwischen dem, was hier geschrieben wird, und dem was später in der „Time“ gedruckt wird, ist reiner Zufall.“ In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung von Bill Mauldin interessant. Dieser geschickte Zeichner hatte sich in drei Kriegsjahren zu einem sozialen Kritiker entwickelt. In teils milden, teils sarkastischen Karikaturen hatte er aufgezeigt, wie durch Bürokratie und Hochmut das an sich schon schwere Soldatenleben noch schwerer gemacht wurde. Nach einem Jahr der Demo- bilisation war der soziale Kritiker bereits durch die Zeitungskönige „gezähmt“. Was mag geschehen sein, daß Bill Mauldin, der im Krieg so scharf in seinen Zeichnungen zu spotten verstand, so schnell zahm geworden war? Nach seiner Rückkehr in den Vereinigten Staaten zeigte er die Schwierigkeiten der Heimkehrer auf. Es war weder für Wohnungen, noch für Stellungen gesorgt. Die Mieten waren erschreckend hoch und von keiner Seite wurde Hilfe geboten. Und dann die „Rote Gefahr“. Als Soldat hatte er mit den "Sowjets gekämpft, und jetzt sollte sie plötzlich politisch die ärgsten Feinde sein. Der Spott der Karikaturen von Mauldin wurde stets beißender. Er kämpfte gegen den Ku-Klux-Klan, gegen bekannte Politiker, gegen die Scheinwelt der Filmstadt und gegen die „besseren Leute“, die stets den Mund voller Mitgefühl hatten, aber nichts taten, um die oft verzweifelte Lage der Demobilisierten zu verbessern. Und nicht zuletzt nahm er gegen die Rassendiskrimination gegenüber den Negern Stellung. Aber Mauldin, der all diese unhaltbaren Zustände nicht vom Klassenstandpunkt aus beurteilte, war nicht fähig, seinen Weg als Kritiker konsequent zu Ende zu führen. Die amerikanische Presse war nicht gewillt, seinen spitzen Wahrheiten Platz einzuräumen. Man machte ihn zunächst lächerlich, nahm seine Zeichnungen entweder nicht mqhr an oder veränderte die dazugehörigen Texte. Mauldin hat vor dem Druck seiner mächtigen Auftraggeber kapituliert und den Kampf aufgegeben. Selbst bürgerliche Menschen, die aufgeschlossen das heutige Amerika qnd seine Entwicklung betrachten, müssen erkennen und zugeben, daß „etwas faul im Staate Dänemark“ ist. Doch auch sie sehen, wenn sie nicht gar völlig kapitulieren, nur die halbe Wahrehit. Wenn zum Beispiel Robert Jungk davon spricht, daß die amerikanischen Beherrscher der öffentlichen Meinung „die erste Pflicht vernachlässigt“ haben, „die Wahrheit zu sagen“, so erkennt er nicht, daß es sich hier nicht um eine Vernachlässigung der Pflichten, sondern um bewußte Absicht handelt, die Gehirne der Werktätigen zu vernebeln und hinter ihren Lügenmeldungen und bewußten Verfälschungen des tatsächlichen Geschehens die neue Kriegsvorbereitung zu tarnen. Sobald die kritischen Beobachter Amerikas dies erkannt haben, werden sie auch den einzig richtigen Weg gehen: Sich einzureihen in die millionenstarke Weltfront der Friedenskämpfer. G. G. Seitte Majestät der Kaugummi Von 6 gon Crwin Kirne k Die Kaugummifabrikanten behaupten: Zentralamerikas Ureinwohner hätten die harzartige Absonderung des Sapotillbaumes (Achras sapota) auf ihren Jagdzügen im Munde gehalten, um die Speichelbildung zu fördern und solcherart den Durst zu überwinden. Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist vielmehr, daß in keinem Bericht der spanischen Konquistadoren eine ähnliche Beobachtung vermerkt wird, und daß gerade in jenen Gegenden, wo diese Kiefer wächst, die kauende Seuche bis zum heutigen Tag kein Opfer gefunden hat. Wahrscheinlicher ist die andere Entstehungsgeschichte: Einem Kaufmann in New York war aus Mexiko eine Schiffsladung dieses „Chicle“-Harzes mit der Bestimmung zugekommen, es zu Gummi verarbeiten zu lassen. Dies erwies sich als unmöglich, weil das Material nichts weniger als widerstandsfähig war. Was aber sollte nun mit der Sendung geschehen? Der Empfänger — wohl jener Mr. Thomas Adams, den die Kaugummi- Industrie zum größten Wohltäter der Nation zu stempeln bereit ist — war Anhänger der amerikanisch-theologischen Naturbetrachtung: Nicht deshalb, kalkulierte der Yankee, wächst in China der Reis, weil ihn die Chinesen gerne essen, sondern weil in China der Reis wächst, ist er das Nahrungsmittel der Chinesen; nicht deshalb kommen Eisbär und Seehund in der Arktis vor. weil sich die Eskimos gern mit einem weißen Fell bekleiden und mit Tran salben, sondern umgekehrt. Also, schloß Mr. Thomas Adams messerscharf — also werden die Amerikaner mein „Chicle"-Harz einfach aus dem Grunde fressen müssen, weil es da ist! Wozu haben wir die Reklame. Mitte des vorigen Jahrhunderts begannen die Plakate zu schreien: Tabak zu priemen ist giftig und unhygienisch! Kaut Chiclegummi! Kaugummi reinigt die Zähne! Kaugummi desinfiziert die Mundhöhle und den Gaumen!!! Kaugummi macht die Zähne blitzblank!!!! Wer Chicle kaut, bekommt sofort einen wohlriechenden Atem!!!! Kaugummi befördert die Verdauung — daher nach jeder Mahlzeit ein Kaugummi!!!! Wollen Sie gesund und schön sein? Dann müssen Sie Gummi kauen!!!! Wer wollte nicht gesund und schön sein? Das erwachsene Amerika kehrte zum Gummilutscher zurück. Bei den besonderen intimen Beziehungen, die zwischen Unternehmern und Behörden in Amerika bestehen, ist durchaus anzunehmen, daß die Rauchverbote in der Straßen- .bahn und in der Untergrundbahn von der Kaugummi-Industrie angeordnet wurden. Automaten sind da: Einwurf ein Cent, Auswurf ein Kaugummi. Solch ein Stückei Chicle reicht bis zur zwanzigsten Haltestelle. Hurra — alles kaut. In den neunziger Jahren, als die Allgegenwart der Bazillen entdeckt und gleichzeitig der Glaube an die Heilwirkung von Pfefferminz und Krauseminz Mode wurde, setzte der große Aufschwung ein. Eilig wurden den Kaugummiplätzchen diese Ingredienzien beigemengt, und sie gingen nun als Bazillentöter reißend ab. Der Hauptgrund für den Erfolg lag im amerikanischen Volkscharakter, der zu rasend geschäftigem Müßiggang neigt. Immerfort wird etwas getan—und nichts geschieht, fleißig ist man beschäftigt — und nichts wird gearbeitet, große Bewegungen werden entfesselt, auf daß alles beim alten bleibe, die „headlinl“, die Riesenüberschrift aller der Vereinigten Staaten auf Mexiko geschürt werden von Mr. Wrigley und den übrigen Kaugummifabrikanten. * Vorläufig sind die Lieferanten des Rohstoffes noch Ausländer, heißen „Chicleros“ und leben in den mexikanischen Kiefernforsten davon, mit Riesenmessern die Baumrinde zu ritzen, das Harz, das zur Heilung der Wunde herausquillt, zu sammeln und, in Jute verpackt, auf Schiffe zu verfrachten. Da liegt nun das zukünftige Kaugummi Zeitungen^ wird heute^ leidenschaftlich dis- auf Long Island City, jedes Stück sieht einem Baumstrunk gleich und enthält genau so viel schweren Unrat, als man in gerinnendes Harz hinzustecken vermag, um das Maximum an Gewichtserhöhung zu erzielen ... Davon und überhaupt gereinigt, in handliche Stücke zerschnitten, geknetet, in Platten gegossen und filtriert, tropft die Materie ein Stockwerk tiefer hinab, wo die Mischmaschinen stehen; verblüffenderweise nicht kutiert, um morgen total vergessen zu sein. Der Mann in der Subway oder auf der Fähre spricht mit dem Freund von irgend etwas, liest dabei in der Zeitung irgend etwas anderes, denkt wahrscheinlich an irgend etwas drittes, es sei denn, daß er das Kreuzworträtsel löst, streckt dem Schuhputzer die Beine hin — damit auch Zähne und Zunge auf ähnliche Weise vom Faulenzen abgehalten werden — kaut er Gummi. Im Automatenrestaurant verschlingen die New Yorker binnen fünf Minuten ihre Mahlzeit, um dann stundenlang die Wälder von Mexiko zu zerbeißen und zu zerlutschen. Beim Raspeln von Süßholz, beim Kauen der Betelnuß, beim Priemen von Tabak, beim Zermalmen der Sonnenblumenkeme erntet man einen Geschmack. Der des Kaugummis geht jedoch nach einer Minute verloren, und für den Rest der Stunde bleibt nur ein klebriger Klumpen im Mund. Die Kaugummi-Erzeugung ist die nationalste Industrie von USA. Seit dem Weltkrieg ist sie besonders gewachsen: als Soldat auf den Märsdien und guf den Wachen hat sich jeder Amerikaner das Kauen angewöhnt und ganze Landstriche Europas für diese Tätigkeit erobert. Während vor dem Kriege nur 74 Fabriken mit einer Belegschaft von 2689 Personen und 1 648 000 Dollar Jahreslohn ein Rohmaterial von 322 000 Dollar zu einem Produkt von 17159 000 Dollar verarbeiteten, zahlt heute der amerikanische Konsument bereits 150 Millionen Dollar jährlich, ohne daß sich die Zahl der Fabriken und der Belegschaften auch nur in annähernder Relation erhöht hätte, da alles maschinell erzeugt wird. In den riesigen Fabrikhallen der American Chicle Company . auf Long Island bekommt man ' wenig Menschen zu Gesicht, und nur in den Versandräumen und in den Sälen der Fehlerkontrolle funktioniert ein Heer von Frauen, die immer noch billiger sind als die billigste Maschine, in weißen Kitteln und mit weißen Hauben zu Hunderten am laufenden Band. Die Laboratorien kann man nicht besichtigen. Wie man den Geschmack von Ananas, Zitrone, Orange und Nelkenwurzelöl erzeugt, bleibt sekret und ebenso die Farben. Und außerdem wird dort um das Geheimnis gerungen, den Rohstoff synthetisch zu fabrizieren. Hat doch 1914 der kriegerische Konflikt mit Mexiko die furchtbare Gefahr hf raufbeschworen, Nordamerika könnte eines Tages ohne Kaugummi dastehen! Ein Versuch mit dem aus Borneo eingeführten „Pontianac“-Harz hat sich ebensowenig bewährt wie die Versuche, den Chicle künstlich herzusteiler. Daher ist die Behauptung eines sozialistischen Kongreßmitgliedes glaubhaft, daß die imperialistischen Gelüste amerikanischen Ursprungs, sondern von „Werner Pfleiderer, Cannstatt-Stuttgart“. Dick und süß von Zuckerstaub ist die Luft in dieser Mischhalle. Dem Chicle wird hier der feingemahlene Zucker zugesellt, die Salben für die unterschiedliche Geschmäcke und die Oele für die unterschiedlichen Gerüche der einzelnen Sorten. Die Arbeit an den glühend fauchenden Pfannen, das Losreißen der Klumpen von den Walzen und die neuerliche Behandlung der Masse ist die schwerste; kein Amerikaner leistet sie, nur Italiener und Juden sind in der Kesselstraße am Werk. iDas Resultat: Teig. Der geht automatisch weiter, durch Räume mit künstlicher Luft und besonderer Konsistenz, durch Schneidemaschinen, Ausroll- und Formapparate, worin er zu Prismen, Stangen und Kugeln wird. Zweihundert schräggestellte Kupferpfannen routieren im Coating departement, welches in einer deutschen Kaugummifabrik „Dragierabteilung“ heißen würde (der Verfasser weiß es aus der Pralinenindustrie). In den bewegten Pfannen rattern rauhe Kugeln, in manchen rauhe Prismen. Sie reiben sich einander, sie schmiegen sich zueinander, sie stoßen sich durcheinander, bis sie glatt sind, poliert und blitzblank leuchten. Selbige höchst symmetrischen Körperchen mit den bunt strahlenden Reflexen sind also identisch mit den dreckbeschwerten Klötzen, die wir aus Mexiko ankamen sahen, und bald werden sie auch identisch sein mit dem schleimigen Klümpchen, das irgendein Bursche unter seinen Stuhl pickt, nachdem er es stundenlang im Mund hin und her gewälzt hat. So freundlich und unschuldig und verlockend sehen die kaubaren Kügelchen, Würfelchen und Plätzchen aus, sie sind fertig und rollen schnurstracks in die Kartonie- rungs-, Expeditions- und Verladeräume, wo die Maschinen individuell und vielseitig arbeiten, de Menschen aber mechanisch und eintöng. Seine Majestät der Kaugummi . . . “Damals war pabian noch anständig Von Nationalpreisträger Semhard Kellerntann Fabian war in kurzer Zeit eine Macht in der Stadt geworden, aber es muß gesagt werden, daß er seinen großen Einfluß auch für seine Freunde geltend machte, wo es nötig war. So vergaß er auch nicht den verehrten Sanitätsrat Fahle in Amselwies. Er hatte in letzter Zeit häufig mit Professor Sandkuhl, dem Direktor des Städtischen Krankenhauses zu sprechen, da eine Verlegung der Anstalt außerhalb der Stadt geplant war. Dabei lenkte er gelegentlich das Gespräch auf den verdienten Schöpfer des Röntgeninstitutes und brachte die Wünsche Fahles vor. Es handle sich, wie er verraten könne,, um eine epochemachende neue Erfindung des weltbekannten Gelehrten. Professor Sandkuhl war nur schwer für die Wünsche Fahles zu gewinnen. „Fahle wird mir die unersetzlichen Apparate zerstören“, sträubte er sich. „Als Jude ist er von angeborenem Haß erfüllt. Lesen Sie bitte mein Buch. Die Bibel berichtet in hundert Fäl- wie sehr ich überlastet bin.“ „Papa und wir alle“, entgegnete Marion, „sind rechtschaffen unglücklich, daß die Umstände es Ihnen nicht erlauben, zu uns zu kommen.“ „Die Umstände?“ Marion lachte. „Weshalb tun Sie so erstaunt? Wir sind Juden, um es ganz offen zu sagen.“ Fabian erhob sich. „Wollen Sie mich vet- letzen, Fräulein Marion?“ erwiderte er. „Ich kümmere mich nicht im geringsten um diese lächerlichen Dinge. Am kommenden Sonntag, um fünf Uhr, bin ich bei Ihnen, werde ich nicht stören?“ Marion klatschte in die Hände. „Herrlich!“ rief sie lachend aus. „Sie werden glückliche Menschen sehen!“ Nun aber wollte sie gleich aufbrechen, um die beiden Freudenbotschaften nach Hause zu bringen. Fabian aber ließ sie nicht gehen, er unterhielt sich mit len von Heimtücke und Betrug. Ist nicht die ihr noch eine Viertelstunde, obgleich sein Mentalität Judiths Beweis genug?“ Wartezimmer voller Leute war. Marions fro- Sandkuhl hatte kürzlich ein Buch über die hes Lachen erfüllte sein Büro. „Psychologie der Juden“ veröffentlicht, das von blindem Haß diktiert war. Fabian bot seine ganze Ueberredungskunst auf, und endlich fand sich Sandkuhl bereit, eine Ausnahme zu machen. Er erklärte: „Vorausgesetzt, daß Sie die volle Bürgschaft übernehmen und mir diese Bürgschaft schriftlich geben, bin ich gewillt, Fahle jeden Sonntag von zehn bis acht Uhr im Institut arbeiten zu lassen.“ Fabian gab die Bürgschaft schriftlich. Er stille, bat Marion telefonisch in sein Anwaltsbüro und teilte ihr die gute Nachricht mit. Das schöne Mädchen jubelte hell auf und fiel ihm augenblicklich um den Hals. „Gott im Himmel!“ rief Marlon lachend aus, während Tränen in ihren schwarzen Augen glänzten. „Papa wird überglücklich sein und Ihnen ewig danken.“ „Grüßen Sie Ihren Vater tausendfach“, sagte Fabian. „Ich wäre ja selbst mit Freuden nach Amselwies hinausgekommen, aber Sie wissen, Als sie sich verabschiedete, bat sie lachend und errötend, ihm zum Dank für seine Güte die Hand küssen zu dürfen. Dabei standen ihre schwarzen Augen wieder voll Tränen. Fabian verweigerte es lachend. „Das wäre ja noch schöner!“ sagte er. Zum Dank bitte ich meinerseits um eine Gunst, schöne Marion.“ Und er küßte sie auf die Stirn, sie verweigerte es ihm nicht, sondern hielt ganz „Das war mein Dank, Marion!“ Marion lachte laut auf. „Was für Einfälle Sie doch haben!“ rief sie aus, noch immer tiefrot. Sie streckte ihm lachend die Hand hin. „Am Sonntag!“ Als sie durch die Büros zurückging, dachte Fräulein Zimmermann: Wenn ich so lachen könnte wie sie und so schön wäre, dann könnte ich meinetwegen auch Jüdin sein. (Aus „Totentanz“ Copyright Aufbau-Verlag.) Miau Copyright Pietz-Verlag Berlin Roman von LUDWIG TUREK DIE üOLOENE KdflGEL' W f _ 3. Fortsetzung Der lange, hagere Upton Britten trug seinen Strohhut hoch über den Köpfen der anderen Straßenpassanten den Broadway entlang. Bill hatte ihn trotz des Gewimmels sofort entdeckt. Er sprach ihn an. „Sie sind Upton Britten, wir haben alles von Ihnen gelesen. Was meinten Sie mit dem Wunder, von dem Sie in der „Rojas Bar* sprachen?“ Der Dichter hielt es nicht für notwendig, sich den Sprecher an seiner Seite zu betrachten. Sein Indianergesicht mit der großen Nase blieb schweigend geradeaus gerichtet. Sin aber sah, daß die Antwort auf die Frage darin bereits im Entstehen ycar. Nach sieben Schritten sagte Britten: „Ich denke, daß wir Besuch kriegen, Gäste empfangen, Nachbarn zu bewirten haben.“ Bill schob ruckartig die Blondhaare aus der Stirn: „Sie glauben, daß der Le-Jeune-Planet bewohnt ist?“ Der Dichter lächelte und sah jetzt zum erstenmal zu seinen Begleitern hinunter. „Ich glaube es nicht, ich denke es.“ „Aber die Astronomen sagen, er wird auf den Mond fallen, der Mond zieht ihn schon jetzt an, sagt das Radio.“ „Was die Astronomen sagen, wissen Sie nicht, und es sagt Ihnen keiner, auch nicht die Zeitungen “ Jetzt begann Bill zu poltern: „Britten, Sie haben recht Es ist eine Riesenschweinerei. Ich schreibe für die „New York Herald Tribüne* und bin jetzt in dieser Stunde vollkommen überflüssig. Sie schmieren sich alles selbst zusammen, so wie sie es brauchen.“ Britten soll jetzt reden, dachte Sin und stellte ihm die Frage: „Meinen Sie nicht auch, daß eine schreckliche Erregung unter den Menschen herrscht?“ Der Dichter nickte. „Sie fühlen die Ereignisse voraus mit dem Instinkt der Büffelherde vor dem Steppenbrand und es ist köstlich zu sehen, wie sie auch ohne die lange Peitsche der Zeitungen in Bewegung geraten.“ Britten war bei seinem Wagen angelangt. Er sagte freundlich: „Wollen Sie mehr hören, dann kommen Sie mit.“ Sin war beglückt, und Bills schwitzendes Gesicht nahm den Ausdruck angestrengter Arbeit an. Der Wagen kroch langsam aus Manhattan heraus. Ungeheure Menschenmassen bevölkerten die Straßen. Da, wo die Häuserfronten den Blick zum Mond frei ließen, drängten sich die Massen zu einem dickflüssigen Brei zusammen. Alles starrte in den Himmel. Rufe entzückter und zugleich verängstigter Menschen wurden laut, deren Augen und Seelen die erste Berührung mit dem rotglühenden Himmelsfunken hatten, der in einer knappen Stunde seine gigantische Kräfte mit dem Monde messen sollte. Aus Millionen Kehlen kamen, wie das Brausen einer fernen Meeresbrandung, eifernde Dispute. „Wird der alte Freund der Menschheit, der Mond, diesem Ansturm widerstehen?" „Der Planet ist zu klein, um ihn ernstlich zu gefährden.“ „Ist denn eine Revolverkugel in deinem Kopf größer?“ „Ein Jammer, daß man das Aufschlagen nicht sehen kann. „Wieso Jammer? Das Jammern kommt erst, wenn die Lampe da oben kaputt geht.“ „Früher waren es zwei Monde. Als der erste herunterfiel, hatten wir die Sintflut.“ „Hallo, Phillipin, hast du noch einen Platz in deiner Jolle?“ „Und ich sage dir, sie wissen einen Dreck.“ „Wetten wir, daß er vor 0 Uhr 40 dran ist?“ „Herr Jesu Christ, nimm uns zu dir“, sang die Heilsarmee tirilierend in einer dunklen Ecke. Es war kein Durchkommen mit dem Wagen. Britten bog in eine beschattete Seitenstraße ab. Viel besser war es auch dort nicht. Unzweifelhaft, ganz New York war auf der Straße. 0 Uhr 20 Minuten stoppte das Auto vor einer Villa, wo der Dichter offenbar schon erwartet wurde. Eine kleine Gesellschaft von einem halben Dutzend meist jüngerer Menschen war auf der breiten Balkonterrasse an einem etwa zwei Meter langen Fernrohr versammelt. „Wir Astronomen werden nicht mehr gebraucht, wir irren uns unentwegt, wir bitten den Dichter an das Rohr“, sagte ein alter, würdiger Herr, der trotz der mitternächtlichen Stunde in Hemdsärmeln war. Britten nahm unverzüglich Platz am Rohr und sagte wie nebenbei: „Ich habe dir zwei junge Freunde mitgebracht.* Willings schien Bill und Sin kaum zu bemerken. Der Planet hatte den linken Rasd der Mondscheibe fast erreicht „Phantastisch!“ rief der Dichter entzückt und sah zu dem Alten auf. „Nein, nein, mein lieber Britten, von Ihnen erwarten wir e'n anderes Wort. Aber lassen Sie sich erst einmal sagen, daß es dem Jungen da oben gar nicht in den Sinn kommt auf den Mond zu fallen und sich den Hals zu brechen. Er ist dabei, einen Spaziergang drum herum zu machen.“ Der Alte strich sich durch die langen schneeweißen Haare, ging aufgeregt einige Schritte hin und her und sagte: ..Ich jedenfalls komme mir vor, als stünde ich köpf und sähe mit den Hühneraugen in das Rohr. Es käme wahrhaftig auf dasselbe heraus.“ Eine alte Dame hielt sich das spitze, behaarte Kinn, vervielfältigte die Runzeln auf der Stirn durch den Ausdruck des Unwillens und sagte mit tiefer, rasselnder Stimme:' „Aber Bernd, wie sprichst du denn?“ —i Der Alte reagierte sauer: „Wie ich spreche, wie ich spreche, ja, was kann man denn noch sagen? „Ich . . . was mich betrifft .... ich bin vollkommen am Ende.“ Britten hatte sich erhoben. Er legte dem Astronomen die Hand auf gie Schulter: „Nicht am Ende, Willings, am Anfang sind wir!“ Ein Diener trat auf die Terrasse: „Buster Horn von der Yerkes-Sternwarte ruft an.“ Willings rannte mit komischen Bewegungen, wie ein großer Vogel, der das Fliegen verlernt hat, ins Haus. Langsam folgte die Gesellschaft nach. Bill ging als letzter und machte Notizen. „Ich will nicht widersprechen, nein, nein! Ich wüßte ohnehn nichts zu sagen“, rief Willings am Telefon und horchte Nach einer Weile sagte er: „Ich muß mich zuerst mal setzen, einen Moment bitte.“ Der Diener brachte eben noch zur rechten Zeit einen Stuhl, auf den der Telefonierende sich kraftlos fallen ließ. Sin merkte jetzt, warum die alte Dame ihr Kinn nicht aus der der Hand ließ. Sie hielt daran ihren Kopf fest, was ihr nach der Aufregung ihres Gatten am Telefon nicht mehr recht gelingen wollte. Das Schütteln war stärker als ihre alterschwache Hand. „Sagen Sie das Upton Britten noch mal“, sagte der Astronom und reichte den Hörer zu Kitten hin. Der Dichter hörte, lächelte, nickte und sagte: „Sagen Sie bitte dasselbe meinem jungen Freund von der ,New York Herald Tribüne“ noch mal.“ Bill sprang vor, klatschte seinen Block auf den Tisch. Sein Gesicht straffte sich zu einer fanatischen Grimasse Sin bekam einen freudigen Schreck. Sie hatte zum erstenmal Bills Gesicht ohne Sommersprossen gesehen. Bill notierte: „Der Le-Jeune-Planet ist ein mit unvorstellbaren Energien geladenes Weltenraumfahrzeug. Dieses hat soeben den Mond erreicht und segelt in 18 000 Meter Höhe mit 40 000 Stundenkilometer über dessen Oberfläche dahin. Wahrscheinlich wird der Bote aus fernen Welten auch unserer Erde einen Besuch abstatten." Willings hatte sich soweit erholt, um seinen Gästen diese neueste Meinung seines Freundes von der Yerkes-Sternwarte bekanntzugeben. Für einige Sekunden erstarrte die Gesellschaft vor Staunen. Dann ging man lebhaft diskutierend zum Fernrohr zurück. Bill bat, telefonieren zu dürfen. Er hclte sich nach einigen Mühen Parker an den Apparat. Sin blieb an seiner Seite. „Hallo, Jimmy! — Du bist zu Hause? — Krach mit Betsy? — Höre! Ich habe vor zwei Minuten mit Yerkes-Sternwarte gesprochen. Le-Jeune-Planet ist kein Planet, ist ein Weltenraumfahrzeug Macht Kurve um Mond und . . . Was? — Interessiert dich nicht? — Du bist besoffen heute . . . Jetzt besoffen? — Langweilst dich? — Der Alte will nicht? — Du bist tatsächlich besoffen! — Hallo, Jimmy — Hallo ...!*' Parker hatte den Hörer aufgelegt. Jetzt ließ sich Bill auf den Stuhl fallen. Sin richtete ihn mit sanfter Hand wieder auf. Sie gingen hinaus auf di» Terrasse. Ein neues Phönomen r ar aufgetaucht. Am westlichen Horizont schoß in regelmäßigen Abständen ein breiter greller Lichtstr'hl in den Himmel. Es unterlag keinem Zweifel hier wurden dem Weltenraun,schiff Signale gegeben. Telefonische Anfragen, die Bill in der Richtung de’’ Erscheinung anstellte, brachten die Bestätigung. Aus tau enden schleunigst zu- sammeneeholten Armeescheinwerfern wurde gemorst. Britten lächelte verächtlich: „Ihre goldgierige Hand greift in den Himmel. Aber sie werden sich di: Finger verbrennen. Die Kraft, die es ermöglich!, durch den Weltenraum zu schwingen, wird sich ihren Intere-scn nicht gefügig zeigen.“ Willings hatte gerechnet. Mit Enttäuschung in der Stimme sagte er: „Alles, was wir vor einer Stunde zu wis- str glaubten, war falsch. Augenscheinlich hat Buster Horn recht, ’ nd wenn er sich nicht geirrt hat. kann das Wunder noch vor dem Morgen geschehen.“ Sin sah, wie dem alten Professor die Augen feuclt wurden. Er nahm das Taschentuch unJ sagte: „Britten, Sie haben eine große Aufgabe, passen Sie gut auf “ Er wandte sieh an BJli. „Ab - auch Sie, jung r Mann, sind daran beteiligt; denn was Sip In dieser Nacht zu Papier bringen, wird wahrscheinlich Geschichte machen.“ Bill biß die Zähne zusammen und dachte an Parker. I » Kurz notiert Wieder ein Todesopfer durch Gas Heidelberg (Lwb). Eine 87jährige Flau aus Keidelberg-Rohrbach wurde in den frühen '••orgenstunden des Montag in ihrem Badezim- ‘er tot aufgefund.’n. Wie die Kriminalpolizei ■ litteiit, handelt es sieh dabei wahrscheinlich deht um einen Selbstmord, sondern um einen _nglücksfall. Die Greisin hatte vermutlich vergessen, den tfaswärmeofen abzusteilen. Mit diesem UnglüeksfaH hat sich die Zahl der durch Gasvergiftung in den letzten fünf Tagen in Heidelberg ums Leben gekommenen Personen auf sechs erhöht. Und noch ein Gas-Selbstmordversuch Heidelberg. N’uch sechs Opfern durch Gastod hätte der Sonntagnachmittag beinahe ein siebentes Opfer gebracht. Ein 19jähriges Madien versuchte während der Abwesenheit der Eltern Selbstmord durch Einatmen von Leuchtgas zu begehen. Nach der Rückkehr ihrer Eltern wurde das bereits schon bewußtlos gewordene Mädchen zum Arzt gebracht, dem es glücklicherweise gelang, ihr Leben zu retten, A.O.K. wird langsam wieder Herr im eigenen Hanse Heidelberg. Bisher waren im Gebäude der Heidelberger Ortekrankenkasse 12 Räume allein durch die amerikanische Besätzungsmacht beschlagnahmt. Nun sind von ihnen 8 Räume zurückgegeben worden, so daß sie also immer noch,vie ; r beschlagnahmt halten. Nach Mitteilung der Leitung der A.O.K. sollen die freigegebenen Räume mit der ärztlichen* Dienststelle der Landesversicherungs- anstalt Baden und einem Vertrauensarzt belegt werden. Für die Körperbeschädigten und Invaliden wird sich dadurch eine Vereinfachung bei der Abwicklung ihrer Erledigungen ergeben. Universitäts-Nachrichten Heidelberg. Dem Privat-Dozenten Dr.Hans- Joachim Rauch wird für die Dauer seiner Zugehörigkeit zum Lehrkörper der Universität Heidelberg die Amtsbezeichnung „außerplanmäßiger Professor“ verliehen. Professor Rauch ist Dozent für Psychiatrie und Neurologie. Protest gegen Orchester-Abbau Heidelberg. Anläßlich des Symphonie-Konzerts des Stadt, Orchesters am Montagabend kam es zu demonstrativen Protesten gegen den beabsichtigten Abbau des Stadt. Orchesters, wie es in der Sitzung des Stadtrats der vergangenen Woche besprochen wurde. -Bekanntlich entschied man sich im Stadtrat dahingehend, daß im kommenden Jahr der Spielplan der Stadt. Bühnen nur noch mit Schauspiel und Operette bestritten werden soll, wozu das gegebenenfalls erforderliche Orchester ausgeliehen werden soll. Die Teilnehmer des Symphonie-Konzerts schienen offenbar die Meinung c|er Stadtväter nicht, zu teilen. «> : i • . Besichtigung der Milehzeutrale Heidelberg. Der Heidelberger Hausl'rauen- Verband will am Mittwoch, den 8. Februar d. J., eine Besichtigung der Heidelberger Milch- zentrale durchführen. Treffpunkt um 15 Uhr vor der Milchzentrale. Die Hausfrauen Heidelbergs sind dazu berzlichst eingeladen. Waldarbeiter klagten gegen Stadtverwaltung Mosbach. Das Landesarbeitsgericht Heidelberg hatte dieser Tage in Mosbach die Klage von 23 Waldarbeitern gegen die Stadtverwaltung Walldürn zu verhandeln. Dinen war die monatliche Kinderbeihilfe seit 1948 u cht ausbezahlt worden. Es konnte zwischen den Parteien ein Vergleich erzielt werden, und die 23 Waldarbeiter erhalten etwa 6000 DM naeh- .bezahlt. Die vom Krieg schwer Gezeichneten Beioverletzte protestieren gegen mangelhafte Versorgung Aus dem JUvUeMeAw Heidelberg (EB). Von alten Leiden, die der tung der Berufs- und Familienfürsorge, ge- gefunden haben, sind • entschlossen, all den Krieg den Menschen zufügte, ist die Hirnver- setzliche Maßnahmen zwecks bevorzugter be- dunklen Plänen der Feinde der Jugend, des letzung eines der schwersten und tragisch- ruflicher Unterbringung sowie kostenlose Er- Friedens und der Einheit Deutschlands, entstell. Nicht nur Schäden des Denk- und Be- holungskuren in den Fällen, in denen Bade- schlossenen Widerstand entgegenzusetzen.“ haltungsVermögens, werden durch solche Ver- kuren oder stationäre Behandlung nicht' im Die Jugend Heidelbergs wird aufgerufen, wundungeu hervorgerufen, sondern ebenso er- Vordergrund stehen. zur Ueberwindung der gegenseitigen Schran- geben sich eingreifende Veränderungen in der