F.B DVWSUStJtHIC 5. JAHRGANG • UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR DAS LAND BADEN • NUMMER 88 Erscheint Dienstag, Donnerstag, Samstag. Adresse: Konstanz, Marktstätte 4 F A V C T A nn VWfDCT * A «O TTTTT 1040 Bezug monatlidi durdi die Post DM 2.30 einschl. 27 Dpf Postzusteilgebiihr, Telefon-Anschlüsse: Verlag und Redaktion Nr. 924, 925, 1130, 1510, 1511 RONSIANZ UUlNJNliKbl AG 2 8. J U i-/ 1 1 .7 4 durdi Träger DM 2,10 einschließlich 25 Dpf Trägerlohn — Einzelpreis 20 Dpf SUDKURIER Kienzle: Teildemontage Schwenningen. Wie bei der Amtseinführung des neuen Schwenninger Oberbürgermeisters mitgeteilt wurde, hat die Uhrenfirma Kienzle den Demontagebe- fehl erhalten. Bis zum 30. September soll der auf 50 Prozent der Kapazität angeordnete Abbau durdigeführt sein. Wahitoto geplant München. Die „Arbeitsgemeinschaft auswärtige Presse” in München hat den bayerischen Regierungsstellen einen Plan für ein Wahlpreisausschreiben, das ähnlich wie der Fußballtoto durchgeführt werden soll, zur Genehmigung vorgelegt. Die Teilnehmer an diesem „Wahl - Toto” sollen bei einer Gebühr von 50 Pfg. pro Tipreihe die Anzahl der Sitze tippen, die däe einzelnen bayerischen Parteien bei der Bundestagswahl erhalten werden. Insgesamt sind sieben Gewinnchancen vorgesehen, bei denen die richtigen Tips in vier Rängen ausgezahlt werden sollen. Die Initiatoren des „Wahl-Totos" versprechen sich bei Durchführung ihres Planes eine wesentlich stärkere Wahlbeteiligung. „Mit sportlichem Wetteifer" Freiburg. Der südbadische Staatspräsident Leo Wohieb teilte auf einer Versammlung mit, die CDU wolle die Wahlkampagne nicht wie einen Kampf, sondern mit „sportlichem Wetteifer” führen. Es sei wichtig, daß die Bundeswahlen unter großer Beteiligung durchgeführt werde, denn es gelte den Kompromißrah- tnen des Grundgesetzes mit christlichem Geist zu füllen. Anschlag in Potsdam? Berlin. Eine starke Detonation war «m Montag in Potsdam zu hören. Wie die „Welt.“ dazu berichtet, soll auf das Marmor-Palais am Heiligensee bei Potsdam, in dem sich sowjetische Dienststellen und Kasinos befinden, ein Sprengstoffanschlag verübt worden sein. Etwa 20 Deutsche habe man in diesem Zusammenhang verhaftet. Das Marmor-Palais liegt gegenüber dem Schloß Babelsberg, dem Wohnsitz General Tschuikows, innerhalb eines sowjetischen Sperrgebietes. Von offizieller sowjetischer Seite wurde die Meldung über einen Sprengstoffanschlag bisher nicht bestätigt. Explosion in Tarancon Madrid. In der Nacht zum Dienstag explodierten in der Pulverfabrik Tarancon (Spanien) zahlreiche in der Fabrik gelagerte Geschosse, Die Explosion wirkte sich für den Stadtteil, der der Pulverfabrik benachbart ist, wie ein Bombenangriff aus. Infolge der im östlichen Zentraispanien eingeführten Stromsperre waren die Rettungsarbeiten außerordentlich erschwert. Die Zahl der Opfer beläuft sich bis jetzt auf 22 Tote und etwa 50 Leichtverletzte. Arbeitertrupps und M'litär forschen unter den Trümmern nach ■weiteren Vermißten. Der Platz, auf dem die Pulverfabrik stand, hat sich in einen mächtigen Krater verwandelt. Nach 40 Jahren im Eis aufgefunden Turin. Zwei auf dem Montblanc- Massiv aufgestiegene italienische Zollbeamte sahen bei einer Rast plötzlich unter dem Eis die Umrisse eines Mannes in ruhender Stellung. Sie hackten ihn mit ihren Eispickeln heraus und fanden eine vollkommen erhaltene Leiche in der Mode von vor vierzig Jahren gekleidet In der Jackentasche fanden sie eine Aoster Zeitung vom 10. Juli 1910. Andere Papiere in dsn Taschen ergaben, daß es sich um Guiseppe Gorrone, einen Volksschullehrer aus Äles- sandria handelte. Man stellte nachher fest, daß der junge Lehrer ein eifriger Bergsteiger gewesen war, der oft in dem damals noch großenteils unvermessenen Montblanc- Massiv herumauklettern pflegte. j Kurz notiert Zwei Transporte mit’ zusammen 2889 ehemaligen deutschen Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion traf in Frankfurt a. d. Oderein. IO* deutsche Kriegsgefangene ans Jugoslawien trafen am Mittwoch in Salzburg ein und werden nach München weiterfahren. In der Nähe von St. Peter im Schwarzwald stürzte ein Schweizer Privatflugzeug ab. Ein dreijähriges Kind wurde getütet, die übrigen fünf Passagiere erlitten schwere Verletzungen. Der neugewählte Bischof von Limburg, Dr. Wilhelm Kempf. ist in Wiesbaden von Ministerpräsident Christian Stock anf die hessische Verfassung und das Grundgesetz vereidigt worden. 29 westdeutsche Verwaltnngsbeamte werden zu einem einjährigen Studium an der Universität Syracuse (USA) eingeladen. Präsident Truman empfing in den Gärten des WeiBen Hauses 19 deutsche und 3 österreichische Journalisten, die auf Einladung der amerikanischen Regierung eine Studienreise durch die USA unternehmen. Das Obergericht der britischen Kontrollkommission in Braunschweig verurteilte einen Polen, der einen deutschen Polizisten erschossen hatte, znm Tode. Um sich für ihr Studium Geld zu verdienen, sollen 49 Hamburger Studenten während der Bayern in Konflikt mit der Militärregierung Eingriff in Verfahren gegen Loiitz veranlafit Justizminister zum Rücktritt München. (W. W.-Eigenbericht.) Der Vorsitzende der WAV (Wirtschaftliche Aufbauvereinigung), Alfred Loritz, verursachte jetzt eine ernsthafte Krise in den Beziehungen zwischen der bayerischen Staatsregierung und dem Landtag einerseits und der Militärregierung andererseits. Unmittelbarer Anlaß war eine für den 26. Juli anberaumte Verhandlung gegen Alfred Loritz vor einer Münchener Strafkammer, in der er sich wegen Beleidigung von bayerischen Justizbeamten verantworten sollte. ■Loritz halte wiederholt in der Oeffent- lichkeit behauptet, daß er bei seiner Strafhaft in Stadelheim schlechter als bei der Gestapo behandelt worden sei und daß man ihm sogar nach dem Leben getrachtet habe. Daraufhin stellte die bayerische Justizbehörde Strafantrag gegen Loritz. Der Bayerische Landtag hob die Immunität des Beschuldigten auf, die Gerichtsbehörden leiteten die Voruntersuchungen ein und setzten den Verhandlungstermin für den 26. Juli fest. Zwei Gesuche, die Loritz eingereicht hatte, um wegen der Wahlvorbereitungen eine Verschiebung des anberaumten Termins zu erreichen, wurden von dem Gericht abgelehnt. Daraufhin richtete Loritz über seinen Verteidiger eine Beschwerde an die Rechtsabteilung der Militärregierung, in der er behauptete, in seinen Grundrechten beeinträchtigt worden zu sein, da man seinen Termin beschleunigt habe, um ihn Während des Wahlkampfes zu behindern. Da das Gericht auf Durchführung der Verhandlung bestand, ließ die Militärregierung den bayerischen Justizminister Dr. Josef Müller am 25. Juli wissen, daß sie auf einer Verschiebung des Termins bestehe, bis von seiten der Rechtsabteilung der Militärregierung die Beschwerde Loritz' bearbeitet worden sei. Justizminjster Dr. Müller lehnte den Einspruch der "Militärregierung ab und kündigte in einem Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten am gleichen Tage seinen Rücktritt an, falls die Militärregierung auf ihren Forderungen weiter bestehe. Der Brief des Justrzministers wurde am selben Tage noch der Militärregierung zugeleitet, die am 26. Juli, dem Verhandlungstag gegen Loritz, in einem Brief an den bayerischen Ministerpräsidenten die Suspendierung der Verhandlung befahl. Daraufhin wurde durch die zuständige Strafkammer der Termin Loritz auf unbestimmte Zeit vertagt. Der Justizminister reichte seinen Rücktritt ein, mit ihm zwei leitende Beamte des bayerischen Justizministeriums. Am gleichen Tage noch gab der bayerische Ministerpräsident, Dr. Hans Ehard, vor dem Bayerischen Landtag eine Erklärung ab, in der er sich hinter den Justizminister stellte, seinen Rücktritt aber ablehnte. Der Bayerische Landtag billigte in einer bei drei Stimmenthaltungen einstimmig angenommenen Erklärung den S*andpunkt der Regierung und beauftragte das Präsidium des Landtages, gemeinsam mit der Staatsregierung den Standpunkt des Hauses gegenüber der Militärregierung mit allem Nachdruck darzulegen. Aus Protest gegen den Schritt der Militärregierung brach der Bayerische Landtag bis auf weiteres seine Tätigkeit ab. SK. Die grundsätzliche Frage nach den Rechten einer Besatzungsmacht wird hier erschwert durdi den Tatbestand, daß sie hier zugunsten eines Mannes eingriif, der offensichtlich auf den Spuren des „Führer- tums“ wandelt, der seit Jahr und Tag mit Erfolg bemüht ist, Deutschland im allgemeinen und Bayern im besonderen durch seine unglaublichen politischen Methoden lächerlich zu machen. Nun bat zweifellos auch eine solche Erscheinung das Recht auf Redvt, es fallt aber schwer, zu behaupten, es sei ihm vorenthalten worden. Schließlich hat die bayerische Justiz auch das Recht auf den Versuch, sich von den schweren Vorwürfen, die Loritz gegen ihre Gefängnisverwaltiung erhoben hat, im öffentlichne Prozeß zu reinigen. Die Unabhängigkeit des Gerichts ist eins der Fundamente eines demokratischen Staates. Selbst der moderne Inbegriff undemokratischen Preußentums, Friegrich der Große, wagte nur ln einem Fall in die Justiz einzugreifen, als er nämlich den Eindruck bekam, das Gericht habe zugunsten eines Adligen gegen einen Müller das Recht gebeugt. Und selbst Friedrich der Große hat damals einen leidenschaftlichen Protest der öffentlichen Meinung zur Kenntnis nehmen müssen! Wir meinen, die Rechte der Besatzungsmacht gingen völkerrechtlich über diejenigen eines Souveräns nicht hinaus, solange mindestens die Sicherheit nicht gefährdet ist. Sie scheint uns mehr durch Herrn Loritz gefährdet als durch die bayerische Justiz. Man kann Deutschland nicht zur Demokratie erziehen, indem man die Grundfesten der Demokratie, die Unabhängigkeit des Richters zerstört. Von Berlin nach Bonn Berlin. John McCloy, Amerikas Sachwalter in Deutschland, gab bekannt, daß gewisse Dienststellen der US-Militärregie- rung, die bisher in Berlin ihren Sitz hatten, in Zukunft von den amerikanischen Behörden in Frankfurt übernommen werden. Außerdem sei beabsichtigt, Behörden der Militärverwaltung nach Bonn, dem provisorischen Sitz der künftigen westdeutschen Bundesregierung zu verlagern. McCloy betonte, daß diese Maßnahmen keine Verlegung seines Hauptquartiers bedeute, denn er werde, genau wie sein Vorgänger, General Clay, sowohl einen Verwaltungssitz in Berlin als auch in Frankfurt unterhalten. Ruhrstatut - Europastatut! Arnold: „Schaffende Menschen aller Völker, findet euch zusammen" Bonn. (P. L. - Eigenbericht.) Für die „Europäisierung der europäischen Grundstoffindustrien“ plädierte Ministerpräsident Arnold von Nordrhein-Westfalen erneut vor Professoren und Studenten der Universität Bonn und bemängelte in diesem Zusammenhang das Ruhrstatut als „einseitige Maßnahme“, die nur Staaten und nicht die Eigentümer und Arbeiter als handelnde Faktoren berücksichtige. Er vertrat dabei die Auffassung, der Arbeitnehmer sei der berufene Träger einer gesamteuropäischen Produktionsorganisation. Sein Ruf dürfe daher heute nicht mehr „Proletarier aller Länder, vereinigt euch“ heißen, sondern müsse „Schaffende Menschen aller Völker, findet euch zusammen“ lauten. Als Folge einer solchen Entwicklung prophezeite Arnold „Wunder“ und das Ende der „manche- sterlidien Form des Privateigentums In seiner Auseinandersetzung mit dem Begriff Vaterland forderte Ministerpräsident Arnold die Völker Europas auf, Abschied zu nehmen vom klassischen Nationalstaat-Begriff und Europa die Bedeutung eines Vaterlandes au geben. Es läge darin keine Verletzung der nationalen Selbstachtung, denn auch im Grundgesetz sei bereits die Möglichkeit eines Verzichtes auf Hoheitsrechte verfassungsrechtlich nieder- gelatgt worden. Arnold zitierte dazu die Bereitschaft der USA, einer internationalen Heilsame Lehren aus blutiger Vergangenheit General Koenig über das deutsch - französische Verhältnis Baden-Baden. General Pierre Koenig, der französische Militärgouverneur, erklärte in einem Interview mit der Agentur France Presse, daß der Friede in Europa und die europäische Union abhängig seien von einer Verständigung zwischen Frankreich und Deutschland. Aus der blutigen Vergangenheit müßten heilsame Lehren gezogen werden, wenn man den totalen Zusammenbruch der alten europäischen Zivilisation verhindern wolle. Auf beiden Seiten seien die Hindernisse zahlreich. In Frankreich ist die Erinnerung Semesterferien als Urlaubsvertretung von Gefangenenwärtern in Untersuchungsgefängnissen beschäftigt werden. Ab 1. August wird in Italien die Rationierung endgültig aufgehoben. Der Gesundheitszustand Marschall Petains hat sich verschlechtert. Er ist außerordentlich schwach nnd hat während der letzten 48 Stunden kaum Nahrung zu sich genommen. Durch einen schweren Taifun, der die chinesische Küste beimsuchte, kamen in Schanghai 49 Personen ums Leben. In den Vororten der Stadt wurden über IN N9 Menschen obdachlos. Der US-Senat bewilligte gestern einstimmig 3 628 389 N9 Dollar für die Marshallplan-Hilfe 1949. Finanzminister Snyder ist nach seiner dreiwöchigen Europa- und Nahost-Reise in Begleitung des amerikanischen Gesandten in Griechenland nach Washington zarückgekehrt. Die britische Regierung hat die Garnison von Hongkong verdreifacht, so daB sie in absehbarer Zeit 35 9N Mann zählen wird. In Miami (USA) wurde eine Frau zu 15 Dollars Geldstrafe verurteilt, weil sie die Strafienlampe, die ihr ins Schlafzimmer schien, mit einem Gewehr aasgeschossen nnd den Schntxmsnn der sie deswegen aassefaalt, geschlagen hatte. an den letzten Krieg noch frisch und gewisse Verbrechen lassen eich nicht vergessen. In Deutschland liege das Haupthindernis für die Annäherung nicht in einer vorgefaßten Meinung der Bevölkerung, sondern vielmehr in dem Weiterbestehen gewisser alter Ideologien, die sich unter Hitler voll entfaltet haben. Seit einiger Zeit werde mit Beunruhigung das Wiederaufleben dieser Tendenzen beobachtet. „Bei einer großen Zahl Deutscher“, so erklärte General Koenig wörtlich, „habe ich gesunde, oft großzügige Ideen angetroffen, die geeignet sind, unser Werk zu ermutigen. Es ist jedoch immer schwierig, einer neuen Idee zur Anerkennung zu verhelfen, selbst wenn sie richtig ist Dies trifft in besonderem Maße für Deutschland zu, wo Tradition und Ideologie immer eine besonders starke Wirkung haben. Aus diesem Grunde ist eine zwar immer weniger fühlbar werdende aber stets wachsame Besetzung eine Notwendigkeit. Sie ist auch deswegen erforderlich, damit die heranwachsende Generation, die weniger von alten Vorurteilen erfüllt sind, eine Erziehung genießen können, die frei von Leidenschaft ist, und die sich in jener moralischen und geistigen Disziplin heranbil- den kann, ohne die ein Europa, wie wir es wünschen, nicht bestehen kann.“ „Weil ich erneut von diesem Europa spreche, so muß ich hinzufügen, daß, wenn es entstehen soll, die Völker, aus denen Europa besteht, kein Gefühl der Beunruhigung, um nicht zu sagen der Furcht vor Deutschland mehr haben dürfen. Nur in der Form eines Bundes, und wenn ein jeder Staat dieses Bundes in der Lage ist, selbst ein Mittelpunkt des Lebens der Gemeinschaft zu werden, wird Deutschland vorbehaltlos in der Union dieser Völker Europas Aufnahme finden, mit denen es durch soviel Bande verknüpft ist,“ Kontrolle der Atomenergie unter Verzicht auf Hoheitsrechte zuzustimmen. Abschließend betonte Ministerpräsident Arnold, eine Europäisierung statt Nationalisierung würde dem westlichen Sicherheitsgefühl entgegenkommen, das auf diese Weise eine Ausnutzung der Industrien zu europawidrigen, d. h. zu kriegerischen Zwecken verhindern würde. Berlin muß Nebenkosten bezahlen Frankfurt. Der amerikanische und der britische Militärgouverneur in Deutschland haben angeordnet, daß die Luftbrük- ken-Nebenkosten vom Magistrat der Stadt Berlin rückwirkend seit Bestehen der Luftbrücke getragen werden müssen. In einem Schreiben des Zweimächte-Kon- trollamtes heißt es zu dieser Anordnung, die Gouverneure hätten diese Entscheidung getroffen, weil die entstandenen Nebenkosten bisher unterschiedlich verbucht und teilweise gar nicht bezahlt worden seien. Die Nebenkosten bestehen u. a. aus Lagergebühren und Ausgaben für die Rücksendungen von Packmaterialien. Die Zweizonenverwaltung für Wirtschaft hat einen Fond bereitgestellt, aus dem Berlin diese Kosten decken soll. Piälat Dr. Kreutz f Freiburg. Am Montagabend starb an einem Herzschlag der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Benedikt Kreutz. In St. Peter bei Freiburg am 15. Januar 1879 geboren, wirkte er nach seiner Priesterweihe im Jahre 1902 als Vikar in Birkendorf, und Durlach und sechs Jahre lang als Kooperator an St. Martin in Freiburg unter Pfarrer Hansjakob. Prälat Werthmann betraute ihn 1918 mit der Einrichtung und Leitung der Berliner Hauptverwaltung des Deutschen Caritasverbandes, zu dessen Präsidenten er 1921 gewählt wurde. Es ist das große Verdienst von Dr. Kreutz, diese große katholische Wohlfahrtsorganisation in 36jähriger Tätigkeit so ausgebaut zu. haben, daß sie zu einer umfassenden kirchlichen Einrichtung wurde. Der endlose Weg Von Konrad Gunst Es ist ein langer Weg von den Abmachungen von Teheran und Yalta, de den Russen die Bahn in das Herz Europas frei gaben, bis zum Atlantikpakt, der dieser Tage in Kraft tritt. An Eeinem Rande liegen Zusammenbruch, Not und Elend eines Volkes, dessen „Führer" einmal in frevlem Hochmut geglaubt hatten, Europa nach ihrem Sinn neu ordnen zu können, aber auch seltsame Irrtümer und Trugschlüsse der verantwortlichen Staatsmänner der Siegermächte. Bevin sprach dieser Tage im Unterhaus davon, daß die Forderung einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands von Roosevelt ausgegangen und daß der Beschluß ohne Rücksprache mit Großbritannien gefaßt worden sei. Und Churchill bedauerte, den Morgen- thau-Plan unterzeichnet zu haben, der glücklicherweise später mißbilligt worden sei. Diese späten Erkenntnisse sind zwar für den Historiker sehr interessant, entheben aber die heutigen Staatsmänner nicht der Notwendigkeit, Konsequenzen aus Entschlüssen zu ziehen, deren Tragweite seinerzeit nicht erkannt wurde. Es ist ein langer und dornenvoller Weg, der aus dem Dickicht der Irrungen und Wirrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit zum endlichen Frieden führen soll, und auch der Atlantikpakt ist nur eine Etappe auf ihm. Eine entscheidende Etappe freilich. Wir waren allerdings der Meinung, daß es nach dem furchtbaren Erlebnis des Krieges nicht Wichtigeres zu tun gegeben hätte, als die Waffen ■ niederzulegen und in friedlichem Wettbewerb dem Wiederaufbau der aus allen Fugen geratenen Welt zu widmen. Statt dessen sind neue, machtpolitische Blockgebilde entstanden und das Gefühl der Furcht vor kommenden bewaffneten Auseinandersetzungen liegt immer noch auf Millionen Menschen und lähmt Tatkraft und Unternehmungsgeist. Und wir suchen vergeblich nach jenem Geist eines ehrlichen Verständigungswillens und einer echten Friedensbereitschaft, den man auf die Dauer nicht durch Maschinengewehre und Atombomben ersetzen kann. Die Menschheit scheint noch nicht reif zu sein dafür. Denn auch der Atlantikpakt ist zunächst von machtpolitischen Erwägungen bestimmt. Niemand wird so naiv sein, zu glauben, die Vereinigten Staaten von Nordamerika hätten ihre „splendid isola- tion” nur der schönen Augen Europas wegen aufgegeben. Es sind zunächst sehr reale politische und wirtschaftliche Ueber- legungen, die sie zur Durchführung des Marshallplanes wie zur Annahme des Atlantikpaktes veranlaßt haben. Amerika sieht in ihnen wichtige Faktoren im Zuge der machtpolitischen Auseinandersetzungen mit Sowjetrußland, das sich andererseits auch wieder seine Positionen in Osteuropa und in Asien gesichert hat. Für die westeuropäischen Länder aber ist die amerikanische Hilfe letzen Endes bestimmt von der Notwendigkeit, „die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation ihrer Völker, die auf den Prinzipien der Demokratie, der Freiheit des Einzelnen und der Rechtsordnung beruhen, sicherzustellen”, wie es in der Präambel des Atlantikpaktes heißt. Ganz nüchtern gesehen heißt das, daß durch die völlige Zerstörung der deutschen Wehrmacht im Osten ein gefährliches Vakuum entstanden ist, das nur mit Hilfe Amerikas notdürftig ausgefüllt werden kann Der Atlantikpakt ist ein Verteidigungspakt zur Sicherung des Friedens in Europa. Der französische Ministerpräsident Queuille hat dies noch im vergangenen Frühjahr sehr deutlich ausgesprochen. Europa, so sagte er, müsse mit der absoluten Gewißheit rechnen können, daß eine genügend große Streitmacht in jedem Augenblick bereit stehe, um Rußland ein Ueber- schreiten der Elbe verwehren zu können. Es dürfe nicht zu einem Einbruch aus dem Osten kommen, denn wenn erst eine militärische Hilfe im Augenblick eines Angriffs jenseits des Atlantik organisiert werden müsse, dann würden die Befreier zu spät kommen. Die Westeuropäer wären inzwischen tot und ihre Kultur wäre ausgelöscht. Wie stellt sich Deutschland zum Atlantikpakt? Unsere Lage ist durch die Paktsysteme im Westen und im Osten eindeutig gekennzeichnet Wir sind sozusagen Niemandsland zwischen den Fronten geworden. In allen von Sowjet-Rußland abgeschlossenen Pakten — es sind im ganzen 28 — wird als möglicher Angreifer Deutschland „oder ein mit ihm verbündeter Staat” genannt. Es ist selbstverständlich, daß sich dieses östliche System gegen einen Zusammenschluß des europäischen Westens richtet und daß der Atlantikpakt die Folge der aus dem Osten drohenden Gefahr ist. Wenn der Atlantikpakt dazu beitragen kann, die aus der Politik von Teheran und Yalta entstandenen Entwicklungen aufzuhalten und die kulturellen, politischen und Wirtschaft-’ Donnerstag, 28. Juli 1949 SÜDKURIER Nr. 88 / Seite 2 Sehen Voraussetzungen für die Rettung «nd den Wiederaufstieg Europas zu schaffen, dann stehen wir mit ganzem Herzen zu ihm, auch ohne daß wir direkt in das westliche Paktsystem eingeschaltet werden. Die französische Zeitung „Le Monde” schrieb kürzlich, daß man vom deutschen Volk in seiner heutigen Lage keine Entschlüsse oder Bindungen verlangen dürfe, die die Möglichkeit einschlössen, daß einmal Deutsche auf Deutsche schießen müßten, ohne daß ihnen die Wahl gegeben würde, als Volk und Staat sich frei zu entscheiden, für welche Menschheitsziele sie das letzte Opfer bringen wollen. Und der französische Sozialist Grumbach bestätigte diese Auffassung noch vor wenigen Tagen, als er darauf hinwies, daß Deutschland weder für die einen noch für die andern zu einem befestigten Vorfeld zukünftiger Kämpfe werden dürfe. Aber hängt dies von uns ab? Deutschland spielt in allen diesen machtpolitischen Erwägungen nur eine passive Rolle. Daß es trotzdem eine entscheidende Aufgabe beim Wiederaufbau des neuen Europas zu erfüllen habe, ist uns immer wieder gesagt worden. Wir können dies allerdings nicht tun ohne die Hilfe und die Sicherheit, die uns die andern Staaten zu bieten bereit sind. Deutschland will für den Frieden arbeiten, für einen Frieden, der nach einem Wort des Präsidenten Truman nur gesichert werden kann „durch die vereinten Anstrengungen vieler Völker, die bereit sind, Opfer für die Sache der Freiheit zu bringen”. Ein gutes Wort — aber wir glauben trotzdem, daß der Weg dahin noch sehr lang und sehr steinig sein wird. Sdiwarzrotgold - die „niditexistente Flagge" Deutsche Bundesfarben in Dornbirn wieder eingeholt Dornbirn. (Gr.-Eigenbericht). Die Meldung der „Salzburger Nachrichten“, daß auf der Dombirner Export- und Musterschau zum erstenmal auch die deutsche Bundesflagge gehißt worden sei, war der Anlaß für das Einschreiten alliierter Kreise. Nachdem die Fahne vier Tage, vom Donnerstag, den 21., bis zum Sonntag, den 24. Juli, dem Eröffnungstage, geweht hatte, wurde sie eingezogen, und zwar sowohl auf dem Flaggenturm wie auch auf dem Deutschen Pavillon. Der Interalliierte Kontrollrat in Wien hat sich nicht mit dieser Angelegenheit befaßt. Die Affäre lief über das Wiener Innenministerium. Die Erregung in den Kreisen der 20 deutschen Aussteller war beträchtlich. Von seiten des Lindauer Kreispräsidenten Zwis- ler wurde beruhigend eingewirkt, und die deutschen Aussteller erklärten sich damit einverstanden, daß statt der schwarzrotgoldenen deutschen Bundesflagge die Länderfarben der Aussteller, das bayerische Blau-Weiß, das württembergische Schiwarz- Rot und das badische Gelb-Rot-Gelb aufgezogen wurden. Bei den österreichischen Behörden fand man zu dem Zwischenfall die formaljuristische Beruhigungsformel, daß der Deutsche Bund noch nicht von den Alliierten anerkannt sei und die Flagge deshalb ja noch gar nicht existiere, wenigstens noch nicht im Auslande, wo das Hissen vor den Bundestagswahlen nicht möglich sei. Radio-Imperialismus Zürich. Zu dem unter Ausschluß Deutschlands in Kopenhagen aufgestell- tem Wellenplan erklärt die Schweizer Zeitung „Die Tat”, der moderne Imperialismus habe viele Formen, die Austreibung von Millionen aus ihren Heimstätten, die Demontagen und der Patentraub seien aber nur die augenfälligsten. „Im Vergleich zu diesen neuesten „Errungenschaften” mag der Raubzug auf die deutschen Radiowellen relativ bedeutungslos erscheinen, aber es ist ein Symptom für das System internationaler Rechtlosigkeit, dem Deutschland unterliegt. In Kopenhagen fand bekanntlich vor einiger Zeit eine internationale Konferenz statt, die in das Wellenchaos einige Ordnung bringen sollte. Der neue Wellenplan, der im nächsten März ln Kraft treten wird, hat diese Aufgabe tatsächlich gelöst — aber einseitig auf Kosten Deutschlands, das seine einzige Langwelle verliert und auf acht Sender von je 70 Kilowatt (zwei für jede Besatzumgszone) reduziert wird.” „Während andere Nationen ihre Sende- Wfc T TEK VORHERSAGE Das hochsommerlich warme und trockene Wetter in unserem Gebiet dauert noch an. — Aussichten bis Freitag: Anfangs noch vorwiegend heiter oder nur leicht bewölkt, trok- ken und sehr warm, später zeitweilig aufkommende örtliche Gewitter mit nachfolgender leichter Abkühlung. 10# DM in Zürich: 27.7. 71/25 sfr; 26.7.71/15 sfr stärke und damit die Reichweite ihrer Radiopragramme systematisch heraufsetzen, erhält Deutschland ein Rundfunknetz, das im Ausland kaum mehr oder doch nur in den Grenzgebieten zu hören sein wird. Das geht soweit, daß es außerordentlich zweifelhaft wird, ob unter der neuen Regelung die westdeutschen Sender überhaupt in Ostdeutschland empfangen werden können (und umgekehrt). Es gibt für ein solches Vorgehen nur ein Wort: „Radio-Imperialismus”. Kandidaten für die Bundeswahl Villingen. Die fünfte Partei Badens, die „Sammlung zur Tat", hat ihre Kandidaten auf der Landesergänzungsliste be- kanntgegeben: 1. Dr. Mattes, Finanzminister a. D.; 2. Karl Steinfeld, Vorsitzender der „Sammlung zur Tat“, Villingen; 3. Alfons Woiick, Flüchtlings Vertreter, Ue'ber- lingen. Tübingen. Die „Sammlung zur Tat” hat zusammen mit den Körperbeschädigten und den freien Wählern ihre Kandidaten für das Land Südwürttemfoerg- Hohenzollem nominiert: 1, E. J. Drae- ger, Wasserburg, erster Vorsitzender der „Sammlung zur Tat”, 2. Karl Weng, Fliegengeschädigter, Reutlingen; 3. Josef Payart, Körpertoeschädigter, Rottweil. Notstand in England aufgehoben London. Im englischen Parlament wurde eine Botschaft des Königs verlesen, in der dieser den zur Bekämpfung des Dockarbeiterstreiks erlassenen Notstand aufhebt, da seiner Ansicht nach ein Notstand nicht mehr besteht. Atlantikpakt in Paris ratifiziert Frankreichs Politiker vertrauen Truman und Acheson Pari#. Nach langer Debatte hat die französische Nationalversammlung (gestern mit 398 gegen 187 Stimmen den Atlantik- pa l kt ratifiziert Kurz vor der Ratifikation des Paktes hatte der Abgeordnete Capitant noch einen Abänderungsantrag eingereiehit, in dem er verlangte, die Ratifizierung des Paktes erst dann durchzuführen, wenn die französische Regierung von den USA die zur Erfüllung der im Pakt gewollten Verteidigung®- und Beist andsverpf lä chtungen notwendigen Mittel erhalten würde. Die Nationalversammlung lehnte jedodi diesen Abänderungsantrag mit überwältigender Mehrheit ab. Hierzu schreibt unser Pariser Korrespondent; Die große Mehrheit, mit der die Ratifikation des Atlantikpaktes von der französischen Nationalversammlung beschlossen worden ist, zeigt deutlich, daß die Einfügung Frankreichs in das westliche Staatssystem allgemein als eine Notwendigkeit empfunden wird, ein Eindruck, an dem auch die heftige kommunistische Opposition nichts ändern kann. Fraglich schien nur, ob die Rechtsopposition der de GauUe'schen Sammelbewegung diese Einmütigkeit aller Nichtkommunisten schwächen würde, denn es hatte sich in den Wandelgängen des Parlaments das Gerücht verbreitet, de Gaulle werde darauf drängen, das Inkrafttreten des französischen Beitritts zum Atlantikpakt solange zu vertagen, bis die Vorbereitungen zur militärischen Zusammenarbeit der Mächte des Westblocks in ein Stadium der praktischen Wirksamkeit getreten seien. Ein in diesen Tagen veröffentlichter Artikel der „New York Daily News“ hatte derartigen Bedenken neue Nahrung gegeben, weil er von Europa als einem „Sammelsurium erschöpfter und zusammenbrechender Länder“ sprach, die sich „während des Krieges jämmerlich benommen hätten“. Wenn der Atlantikpakt trotz aller Bedenken von der französischen Nationalversammlung mit einer so starken Mehrheit ratifiziert worden ist, so beweist dies, daß die Mehrheit der Politiker Frankreichs in Tnuman und nicht zuletzt in Acheson das Vertrauen setzt, der Isolationspolitik nicht naichizugeben, die in Pressestimmen wie bei der „New York Daily News“ ihre Aeuße- run|g! findet. Die Aufrüstung der Paktstaaten Zunächst Waffenlieferungen im Werte von einer Milliarde Dollars Washington. Nach der Ratifizierung des Atlantikpaktes durch den Senat steht der weiteren Behandlung des Programms für die Aufrüstung der Atlantikstaaten nichts mehr im Wege. Eine Botschaft Präsident Trumans an den Kongreß erstreckt sich nicht nur auf die Bewaffnung der* Staaten des Atlantdkpaktes, sondern auch auf Griechenland, die Türkei und Südkorea. Nach den hierüber vorliegenden Andeutungen werden wenigstens 845 Millionen Dollars für Waffenlieferungen angefordert, die noch im Laufe dieses Jahres erfolgen sollen. Dabei handelt es sich um die Aushändigung von vorhandenen Waffen und Ausrüstungsgegenständen, die nur zu etwa 10 Prozent ihres ursprünglichen Herstellungapreises angerechnet werden. Kritik im Senat Die Betonung der Kollektivsicherheit, so erklärte der republikanische Senator Van- denberg, sei gesund. Sein erster Eindruck sei jedoch der, daß das Programm neu ausgearbeitet und beschnitten werden müsse. Die Erklärung des Präsidentea Truman lege zu viel Betonung auf Waffen. 250000 Mann gegen Tito? Auch deutsche „Polizeiformationen” stehen zum Einsatz bereit Z ü r i ch. Die Nachrichten in der Weltpresse über eine militärische Intervention sowjetischer Truppen gegen Marschall Tito wollen nicht verstummen. Gleichzeitig mit der Pariser Außenministerkonferenz seien in Moskau verschiedene Konferenzen abgehalten worden, die sich, so schreibt die Züricher „Weltwoche“, mit den militärischen Balkanplänen befaßt hätten. U. a. hätten Molotow, Malenko, der Vorsitzende der Kominform, Susslow, der Sowjetbotschafter in Belgrad, Lawrentiew. sowie die Marschälle Konjiew, Tolbukin und Wassi- liewski an diesen Konferenzen teilgenommen. Dabei sei beschlossen worden, daß eine Offensivaktion der „Großmazedonischen Liga“ zusammen mit albanischen Truppen und griechischen Aufständischen einen festen Verbindungsweg schaffen solle, der von Bulgarien nach Albanien verlaufe. Die Zürcher Zeitung beziffert die Zahl der auf dem Balkan stationierten Rotarmisten auf 240 000 bis 260 000 Mann. Die Zahl der in der Donauebene untergebrachten Sowjettruppen habe sich in den letzten zehn Monaten fast verdoppelt. Insbesondere steige die Zahl der russischen Truppen in Albanien. Dorthin würden auch Teile von Torpedobooten gebracht, die dann zusammengesetzt werden. Eine Kominform-Armee, deren Stärke zur Zeit 150 000 Mann betrage, werde in Bulgarien unter der Leitung von Marschall Konjiew aufgestellt. Der Kern dieser Armee, so berichtet die Schweizer Zeitung weiter, werde von russischen Einheiten gebildet, doch solle die Armee international werden und enthalte bereits deutsche „Polizeiformationen“. In Ungarn würden die Straßen für den Transport intensiv ausgebaut, da täglich große Ladungen Kriegsmaterial über die Donau kämen. Auch die Bahngeleise würden mit russischen, besonders starken Schienen erneuert. Die Waffenlieferungen nach Bulgarien, in der Hauptsache Schnellfeuerwaffen, Schnellfeuergewehre, leichte Artillerie. Flammenwerfer und Panzerwagen, hätten in großem Umfang eingesetzt In tschechoslowakischen Werken werde weiteres Kriegsmaterial bestellt Das von ihm vorgelegte Programm stelle im wesentlichen an den Kongreß die Forderung, mit Bezug auf die Außenpolitik abzudanken und das Staats- und Verteidigungsministerium zu ermächtigen, auf der ganzen Welt Allianzen einzugehen und Amerika in jede Form von Krieg, irgendwo in der Welt, zu verwickeln. In ähnlichem Sinne äußerten sich die republikanischen Senatoren Taft und John Foster Dul- les. Japans „verlorene Armee" Tokio. Das Geheimnis der „verlorenen Armee“ Japans wurde durch die Heimsendung der ersten 500 Gefangenen der früheren Kwangtung-Armee aus der Sowjetgefangenschaft gelöst. Von dieser Elite-Armee war seit der Sowjetbesetzung der Mandschurei nicht 'ein einziger Mann gesehen worden und kein Familienangehöriger in Japan hatte je Post von diesen Soldaten bekommen. Als jetzt die ersten 500 Angehörigen der „verlorenen Armee“ heimkehrten, wiesen sie auf dem Ankunftsbahnhof ihre weinenden Familienangehörigen zurück und schlossen sich sofort einer vor dem Bahnhof versammelten kommunistischen Begrüßungskundgebung an. Die Heimkehrer machen kein Geheimnis daraus, daß sie vier Jahre lang intensiver kommunistischer Schulung unterworfen wurden und daß die Heimkehrerlaubnis als Voraussetzung die Verpflichtung für „gute Parteiarbeit“ hatte. Die meisten der Männer haben Japan seit 10 und mehr Jahren nicht gesehen und wissen über die Entwicklung in ihrer Heimat nur. was ihnen in der Sowjetunion erzählt wurde. KP-Versammlung gesprengt E s c h w e g e. Rußlandheimkehrer, die sich gegenwärtig zur Erholung auf Schloß Wolfsgrund im Kreis Eschwege aufhalten, sprengten in Frieda eine KP-Versammlung. Die ehemaligen Kriegsgefangenen unterbrachen den KP-Referenten mitten in seiner Rede und riefen ihm zu, noch imrner müßten Tausende deutscher Gefangener in sowjetischen Bergwerken schmachten und deutsche Frauen Sklavendienste in der UdSSR verrichten. Während der Gefangenschaft hätten deutsche Kommunisten ihre Kameraden in der Sowjetunion für ein Stück Brot verraten. Die Versammlung mußte wegendes von den Kriegsgefangenen herbeigeführten Tumults abgebrochen werden. tV/r meinen: Weimar und Buchenwald Thomas Mann geht nach Weimar, um dort den Goethe-Preis der Ostzone In Empfang zu nehmen. „Es wäre“, so sagte er, „eine unschöne Geste gewesen, wenn ich das Volk der Ostzone hätte links liegen lassen.“ Sein Besuch gelte ja Deutschland als Ganzem und keinem Besatzungsgebiet. Dieses Bekenntnis war wohl auch der Anlaß zu einem offenen Brief an den Dichter, in dem Dr. Rainer Hildebrandt als Leiter der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ Thomas Mann auffordert, auch dem unter sowjetischer Verwaltung stehenden Konzentrationslager Buchenwald einen Besuch abzustatten. In allernächster Nähe von jener Wirkungsstätte Goethes, die Thomas Mann in einer bewundernswerten Darstellung habe lebendig werden lassen, befinde sich, so heißt es in dem Brief, das von sowjetischer Hand wieder errichtete ehemalige Nazi-KZ-Lager Buchenwald, das gegenwärtig mit rund 12 000 Häftlingen belegt, sei. Mehr als die Hälfte der bisherigen Insassen seien nach übereinstimmenden Zeugenaussagen von Buchenwaldhäftlingen zu Tode gehungert worden, darunter 14-, 15- und 16iährige Kinder. Mehr als die Hälfte der Ueberleben- den sei an offener Tbc erkrankt. „Sie, der zu den Wenigen zählt, die das Erbe Goethes zu tragen wissen, werden sicher auch für jenen dem Leben zugewandten Teil der Erbschaft Goethes Verständnis haben, der meine Bitte berechtigt macht“, heißt es am Schluß des Briefes. Jeder muß es begrüßen, daß durch diese Bitte wieder einmal der Finger auf eine dm Herzen von Deutschland blutende schlimme Wunde gelegt wurde. Es ist eine Wunde, an die immer wieder erinnert werden muß. Wir wissen nicht, ob Thomas Mann dieser Bitte entsprechen kann, ob man ihm überhaupt Gelegenheit dazu geben wird. Wir wissen nur, daß Thomas Mann aus dem Geist der Menschlichkeit und Gerechtigkeit heraus, der aus allen seinen Werken spricht, rieh gegen alles wendet, was der Menschenwürde Abbruch tut. Wir hoffen, daß er sich in Weimar, auch als Gast der Ostzone, erklären wird oeaen Verbrechen, öle auch heute noch in Buchenwald geschehen, —• er, der in seinem Dr. Faustus die Weimarer Bürger der Mitschuld an den Nazigreueln bezichtigen läßt, „die in scheinbaren Ehren ihren Geschäften nachgingen und nichts zu wissen versuchten, obgleich der Wind ihnen den Stank verbrannten Menschenfleisches von dort her in die Nasen blies.“ Dieser Wind weht noch immer. Müßten die Zwölftausend im KZ Buchenwald nicht verzweifeln, wenn sie in den sowjetisch lizenzierten Blättern von den Goethe-Tagen und dem Besuch Thomas Manns in Weimar lesen — und es würde nichts erfolgen, nichts sich ändern? Im Besuch Thomas Mains scheint uns eine Hoffnung für jene Unglücklichen zu liegen. Möge sie nicht trügen. KPD grüßt Thomas Mann Frankfurt. In einem von Max Reimann Unterzeichneten Schreiben begrüßt die Westzonen-KPD Thomas Mann, „als den mutigen Deutschen, mit dem wir uns auf das Engste verbunden fühlen im Kampf für die Erhaltung des Friedens und den Fortschritt der Menschheit“. SÜDKURIER Verlag: Südkurier G. m. b. H. Konstanz. Redaktion: Verantwortlich Herbert C. Gold- scheider. Politik Hermann Dörflinger (krank), Herbert C. Goldscheider, Konrad Gunst. Wirtschaft Dr. Gustav Adolf Groß. Kultur Friedrich Munding, Ludwig Emanuel Reindl; Heimat: Willy Häusler i. V., Herb. Steinert; Sport: Alfred Strobel. Verlag und Redaktion Konstanz. Marktstätte 4. Druck: Druckerei Konstanz. Fiscbmarkt 5. Beiträge, die Verfassernamen tragen, stellen nicht unbedingt die Meinung des SÜDKURIER dar. Für unverlangte Manuskripte wird Gewähr auch dann nicht übernommen wenn Rüdeporto beiliegt. Goeths - es ist ein Wunder Von Thomas Mann Der wunderbare Mensch, den vor zweihundert Jahren ein deutsches Weib zur Welt gebar, und dessen leuchtender Lebensbogen nicht nur am deutschen Himmel steht, sondern überall auf Erden staunendes Schauen auf sich zieht — Goethe — was, so könnte man fragen, lehrt und rät uns sein Werk, was hat er gelehrt und verkündigt? Nichts und alles. Wie die Natur, wie eines Götterbildes stilles, von keinem Streit berührtes, auf allen Streit ironisch herabblickendes Sein, Preis dem achtzehnten Jahrhundert, das den „großen Mann“ deutscher Nation, den Uebermen- schen, dies eine Mal, in höchster, weltgewinnender Liebenswürdigkeit hervorbrachte, als Dichter und Weisen, als Lebensfreund, Friedenshelden, als Gesegneten der Natur und des Geistes, als Liebling der Menschheit — so ist man zu sagen versucht angesichts der reinen und einmütigen Sympathie, mit der buchstäblich die ganze bewohnte Erde die hohe Wiederkehr seiner Epiphanie begeht. Ich brauche dies Wort, das die Ankunft, Herniederkunft, das Erscheinen eines Gottes auf Erden bedeutet, denn noch einmal; etwas Göttliches war es mit ihm, dem ironisch- liebevoll, kühl-majestätisch-grundgütig Allumfassenden seines Wesens — und etwas Dämonisches doch auch an dunkler Getrie- benheit, naturelbischer Vieldeutigkeit, vitalem Magnetismus, in Geist aufflammen- der Lebensgewalt, die seit Jugendtagen bis ins hohe Alter ausgegangen sein muß von seiner zuletzt übergroßen, nivellierenden, zu staunender Unterwürfigkeit nötigenden Persönlichkeit. • Was wir von Vorstellungen von Harmonie, glücklicher Ausgewogenheit und Klassizität mit Goethes Namen verbinden, war nichts leichthin Gegebenes, sordern eine gewaltige Leistung, das Werk von Charak- teiikräften, durch welche dämonisch-gefährliche und möglicherweise zerstörerische Anlagen überwunden, genützt, verklärt, versittlicht wurden, zum Guten und Lebensdienlichen gewendet und gezwungen. • Wir wollen nicht die populäre und schon abgeschmackte Unterscheidung mitmachen zwischen einem „bösen“ und einem „guten“ Deutschland und das erhabene Geburtstagskind als den Repräsentanten des „guten“ propagandistisch herausstellen. Großes Deutschtum hat von Gutheit so viel, wie Größe überhaupt davon haben mag, aber das „böse“ Deutschland ist immer auch in ihm, und den Helden des Tages sehen wir, glaube ich, in wahrem Licht, wenn wir einen Ausbruch großen Deutschtums, eine Erscheinung deutscher Gewaltigkeit in ihm sehen — allerdings die sublimste, humanisierteste, gebändigtste Abwandlung davon — den “olympisch gebildeten Titanen — es ist ein Wunder! * Die Zeitgenossen hat oft genug ein zum Scheiden und Werten unwilliger Objektivismus — der Objektivismus der Kunst und NatuY, verschüchtert, der sein Wesen war, ein Element umfassenden Zweifels, das ihn, wenn wir seiner Umgebung glauben dürfen, gern Sätze sprechen ließ, die gleich den Widerspruch auch schon enthielten, und: „Er hat sein Sach’ auf nichts gestellt“ ist das moralisch beklommene Wort, in das Schillers Frau, Charlctte, diese Erfahrungen zusammenfaßt. Aber dieses „Nichts“, es ist ein anderer Name für .Alles“, für das Menschlich-Umfassende, die tausendfache Lebendigkeit, den Proteus, der in alle Formen schlüpft, alles zu wissen, alles zu verstehen, alles zu sein, in jeder Haut zu leben verlangt. Nichts und alles sind da eins, wie Mephistopheles und Faust eins sind in der Person ihres Schöpfers, der sie ihren Pakt schließen läßt auf dem Grand einer tota-- len, das Höllische ins Allmenschliche umdeutenden Lebenshingegebenheit. „Mein Busen, der von Wissensdrang geheilt ist, Soll keinen Schmerzen künftig sich verschließen, Und was der ganzen Menschheit zugeteilt ist, Will ich mit meinem Innern selbst genießen, Mit meinem Geist das Höchst’ und Tiefste greifen, Ihr Wohl und Weh auf meinen Busen häufen Und so mein Eigen selbst zu ihrem Selbst erweitern.“ Ist das ein Teufelspakt? Bekenntnis zum Nichts? Es ist höchste Lebensbereitschaft, der höchste, opferwillige und freilich auch zum Hinnehmen von Opfern willige Anspruch auf Menschheitsrepräsentanz, höchster Humanismus. * Das Deutsch-Volkhafte und das Mediterran-Europäische in vollkommen zwangloser und einleuchtender Synthese, in einer Verbindung, die im Wesen dieselbe ist wie die des Geniehaften und des Vernunft vollen in ihm. des Geheimnisses und der Klarheit, des Tiefenlautes und des geschliffenen Wortes, des Dichters und des Schriftstellers, der Lyrik und der Psychologie — noch einmal, es ist ein Wunder. • Das „Gute Deutschland“, das ist die Kraft, gesegnet durch musische, gesittete Größe. So konnte ein Deutscher musterhaft werden, Vorbild und Vollender seines Volkes nicht nur. sondern der Menschheit, zu deren Selbst er sein Selbst erweiterte. (Aus Thomas Manns Frankfurter Goethe- Rede, deren voller Text demnächst in einer Buchausgabe erscheinen wird.) Musikdirektor Georg Ludwig Jochum, der Leiter des Bamberger Symphonieorchesters, dirigierte in Paris im Palais de Chaillot vor 3000 Zfrhörem das zweite Beethoven-Konzert. KULTURNACHRICHTEN WISSENSCHAFT Eine Fortbildungswoche für Fachärzte findet gegenwärtig in der Universitäts-Hautklinik in Freiburg statt. Es nehmen etwa 120 Gäste aus dem In- und Ausland teil. Ein Zoologenkongreß, zu dem etwa 200 Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet werden, soll Anfang August in Mainz abgehalten werden. Ein neuer kleiner Planet, dessen Bahn der Sonne näher liegt als d : e irgend eines anderen, bisher bekannten Himmelskörpers, wurde vom technologischen Institut in Kalifornien entdeckt. THEATER UND FILM „Egmont” wurde zur Feier des Goethe-Jahrs in Rio de Janeiro als erstes Werk Goethes in der brasilianischen Landessprache (portugiesisch) aufgeführt. Vorher fanden neun Faust-Aufführungen in Rio de Janeiro und zwei Faust-Aufführungen in Sao Paolo in deutscher Sprache statt. Die Aufführungen standen unter der Regie des nach Brasilien emigrierten Deutschen Dr. Haffmann-Harnisch. Albert und Else Bassermann werden mit Ibsens „Gespenster” am 9. September im Badischen Staatstheater Karlsruhe gastieren. Hilde Krahl erhielt bei den Filmfestspielen in Locarno den Sonderpreis für die beste schauspielerische Leistung für ihre Darstellung der Frauengestalt in dem Film „Liebe 47” Den Großen Prris von Locarno erhielt Frankreich für „La ferme des sept peches”. Den Preis für den wertvollsten Film über ein menschlich aktuelles Thema erhielt Italien für den Film „Fahrraddiebe” von Vittcrio de Sica. Hitlers letzte Tage sollen in einem Film des österreichischen Regisseurs G. W.. Pabst gezeigt werden. Der Film soll in Berlin und Wien gedreht werden und Berichte von Ueberlebenden aus dem „Führerbu'nker” als Grundlage benützen. Greta Garbo, in Cherbourg eingetroffen, erklärte, sie werde während ihres Frankreich-Aufenthaltes in einem neuen Metro-Goldwyn-Mayer-Film spielen. UNIVERSITÄTEN Prof. Dr. Ernst Kretschmer, der Direktor der Universitäts-Nervenklinik Tübingen, wurde zum Ehrenmitglied der „Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft” ernannt. Prof. Henry Siedentopf, zuletzt in Jena, wurde zum außerordentlichen Professor für Astronomie an der Universität Tübingen ernannt. Dr. Alexander Makrow, Honorarprofessor an der Universität Tübingen für ausländisches und internationales Privatrecht, wurde zum korrespondierenden Mitglied der bayrischen Akademie der Wissenschaften gewählt.. „Die Amnestierten”, tein neues Göttinger Studenten-Kabarett, das sich aus politisch amnestierten Studenten zu- sammensetzt, hatte bei- seinen ersten Aufführungen so großen Erfolg, daß es in den Semesterferien nach der Teilnahme an der Studiobühnentagung zu Erlangen eine Gastspielreise nach Düsseldorf, Berlin und Schweden unternehmen wird. Prof Dr. Leo Brauner, der Direktor des Botanischen Instituts der Universität Istanbul, wird bis zum Ende des Sommersemesters als Gastprofessor an der Universität Tübingen Vorlesungen über die physikalische Chemie der Pflanzenfette halten. LITERATUR Im Roseggerhaus in Krieglach (Steiermark) wird zur Zeit ein Rosegger- Museum eingerichtet. „Zehn Jahrhunderte französischer Buchkunst” heißt eine Ausstellung, die gegenwärtig kn Luzemer Kunsthaus gezeigt wird. Donnerstag, 28. Juli 1949 SÜDDEUTSCHER HEIMATKURIER Nr. 88 / Seite 3 : Breisach - gestern und heute In Gaststätten und im Wartesaal werden Kinder unterrichtet Nodi ganz befangen im Erlebnis, von der aus der Landschaft um den Tuniberg und dem Kaiserstuhl strömenden Lebensfreude und frohen Zuversicht, empfindet der Besucher um so bewußter den ungeheuer kontrastvollen und traurigen Anblick der zerstörten Stadt Breisach. Vom Schloßberg aus blickt er in ein ödes Ruinenmeer. Gerade die um den Berg dichtgedrängte Altstadt ist am schwersten gestroffen worden. Insgesamt beträgt das Ausmaß der Gebäudeschäden, die Breisach erlitten hat, ungefähr 80°/o — ein für süddeutsche Verhältnisse unwahrscheinlich hoher Grad der Vernichtung. Noch in der letzten Phase des Krieges, nachdem die Stadt in den vorhergehenden Jahren schon schwere Wunden empfangen hatte, stellte man in den letzten Wochen des Krieges auf dem Münsterplatz Geschütze auf und besiegelten damit das Verderben von Breisach endgültig. Jetzt sind alle großen, stattlichen Gebäude auf dem Schloßberg, Schule, Amtsgericht, Geschäftshäuser, Kloster der Ur- sulinerinnen. usw. völlig ausgebrannt und zerfallen. Am Eingang zum Schloßgarten fordert eine offenbar schon sehr alte Tafel auf, sorgsam die Anlagen zu pflegen; aber Wege, Rasen, Sträucher sind verwildert, keine Bank ladet zum Verweilen, und vom schlanken Tullaturm fallen Steine und Mörtel. Glücklicherweise blieben die alten Tore, wenn auch zum Teil stark beschädigt, alle erhalten, so daß sich der mittelalterliche Charakter des Städtchens doch wird erhalten lassen können. Vor 1939 kamen viele Fremde in das aufstrebende Breisach, das „Kleinod des Breisgaus“, das vor Jahrhunderten einmal 30 000 Einwohner gezählt haben soll, und dessen Antlitz durch eine überaus reiche und wechselvolle Geschichte geprägt worden war. Der Krieg zwang die Bevölkerung dreimal zur Evakuierung. Als die Breisacher 1945 zurückkehrten, standen sie vor dem Nichts. Daran hat sich bis heute noch nicht viel geändert. In den Straßen begegnet man nur wenigen Menschen. Kinder spielen, vom Verkehr kaum behelligt. Wo und wie die Menschen, die man sieht, wohnen, ist selbst für den Einheimischen mitunter ein Rätsel. Von Wohnungsnot kann schon gar keine Rede sein: es ist ein ausgesprochenes Wohnungselend. Eine „Wohnung“ ist heute mit durchschnittlich 7 Personen, d. h. mehr als zwei Haushaltungen, belegt. In der näheren und weiteren Umgebung der Stadt warten aber noch über 1000 Breisacher auf die Rückkehr in die Heimat. Die Stadt zählt heute nur noch 2250 Einwohner gegen annähernd 4000 vor dem Kriege. Die seit jeher landwirtschaftlich und industriell gemischte Struktur der Stadt ist durch die Kriegseinwirkungen ebenso hart getroffen worden wie die Gemeinde selbst. Die früher zahlreich vertretene Beamtenschaft fehlt fast ganz, der sogen. Mittelstand ist stark zurückgegangen. Die meisten selbständigen Geschäftsleute haben ihre Existenz verloren und stehen, ebenso wie die früheren Hausbesitzer und alten Leute, vor der Tatsache, daß sie zum großen Teil von der Fürsorge leben müssen. Trotzdem regt sich hier und dort in kleinem Maßstab neues Leben: die wichtigsten Betriebe, Tapetenfabrik. Weberei, Schaumweinkellerei, Kaffeerösterei, beschäftigen wieder über e’n Drittel der früheren Belegschaft. Der Rheinumschlaghafen und die kleine Werft sollen wieder in Betrieb genommen werden. Aber in erster Linie wird es auf den Willen und die Initiative der Bevölkerung selbst ankommen durch Selbsthilfe die Wiederherstellung erträglicher Zustände so schnell wie möglich vorzubereiten. I Dies gilt insbesondere auch für den Wiederaufbau, dessen Finanzierungsmöglichkeiten in Südbaden sehr schwierig sind. Immerhin haben die Breisacher Handwerker, Geschäftsleute und Arbeiter aus eigenen Kräften 7°,» der zerstörten Häuser wieder aufgebaut bzw. nahezu fertiggestellt. Eine durchgreifende Aenderung und Besserung der Verhältnisse ist jedoch ohne Hilfe von außen nicht zu erwarten. Besonders schlimm sind die Zustände in den Breisacher Schulen, die alle durch den Krieg vernichtet worden sind. Die weit zerstreuten Unterrichtsräume befinden sich nun in Gastwirtschaften, Barak- ken, im Sitzungszimmer der Sparkasse, im Bahnhofswartesaal, in einem von einem Betrieb zur Verfügung gestellten Durchgangs-, Umkleide- und Waschraum sowie in Privaträumen. Wie es da in den vielfach engen, düsteren, ungeeigneten Räumen um den Unterricht bestellt, wie die Stimmung von Schülern und Lehrern beeinflußt sein mag, kann man sich denken. General Koenig hat nun für den Wiederaufbau des alten Schulhauses 60 000.— DM zur Verfügung gestellt. Um weitere Mittel flüssig zu machen, sollen in allen badischen Schulen nach der Idee einer Breisacherin Postkarten als Bausteine für die Breisacher Schule verkauft werden. Die benachbarten Gemeinden haben 6000 1 Wein gestiftet. Ihr Erlös wird ebenfalls für diesen Zweck zur Verfügung stehen. Die Gemeindeverwaltung hofft, daß in einem Jahr die Kinder wieder in einigen Schulsälen unterrichtet werden können. Wenn es dann noch gelingen könnte, Krankenhaus und Altersheim wieder zu erstellen, so wären die in kultureller und sozialer Hinsicht schlimmsten Lücken geschlossen. Es gab einmal eine Zeit in unserer Heimat, in welcher der Reisende mit der Postkutsche, wenn er nur in den Hegau hinunter oder in den nahen Schwarzwald hinüber wollte, an manchem Schlagbaum vorüberfuhr und manchen Gulden Zoll zu entrichten hatte. Es war die Zeit, in der die Landkarte unserer Heimat noch gar viele Fürstentümer, Grafschaften und sonstige kleinere Herrschaften aufzuwei- sen hatte. Als im Jahre 1803 auf Anregung Napoleons der Reichsdeiputations- Hauptschluß in Regensburg dieser Kleinstaaterei ein Ende bereitete und unsere Heimat dem Lande Baden zuteilte, sind wohl die meisten der Schiagbäume und Schlagbäumchen hinfällig geworden. Und als erst im Jahre 1833 der Deutsche Zollverein gegründet wurde, fielen die letzten Zollschranken innerhalb der deutschen Lande. Und doch hat nach dieser Zeit in Immendingen der Reisende, der seinen Weg in den Hegau nehmen wollte, seinen Zoll entrichten müssen, und wenn es nur ein Brückenzoll gewesen ist. Wenn man von der Hauptstraße aus den Weg nach Engen einschlägt, überschreitet man am südlichen Ortsausgange nahe des ehemaligen unteren Schlosses die beiden Donaubrücken. Sie sind in stabilem Holzbau ausgeführt ohne die im Donautale übliche Holzüberdachung. Die Unterhaltung dieser Brücken hat der Gemeinde in früheren Jahren manche Sorge bereitet und große Ausgaben verursacht. Denn in der Zeit, als das Dampfroß noch nicht durch das Donautal zog und der gesamte Verkehr sich auf der Landstraße abwickelte, wurden die Brük- ken weit stärker in Anspruch genommen wie heute. Es war schon im Jahre Gleichsam als Symbol eines neuen Anfanges ragt allein das Münster aus deren Trümmern empor. Es war 1945 in Gefahr, zerstört zu werden: die beiden Türme abgeschossen, der Dachstuhl ausgebrannt, Fenster und Gewölbe zertrümmert, die Orgel verbrannt. Glücklicherweise trieb der Wind die Flammen nach rechts und links durch die langen Fenster hinaus, so daß das Schongauer’sche Fresko mit dem richtenden Christus auf der Westseite zwar beschädigt und verrußt, aber doch erhalten blieb. Auch der wertvolle Lettner (Chorgitter) ist unversehrt geblieben, und der berühmte Breisacher Hochaltar war rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden. Da alle wesentlichen Teile des Münsters zum Glück erhalten aber doch beschädigt waren, begann man gleich 1945 mit dem Neuaufbau. Die Bevölkerung räumte zuerst 500—600 Wagen Schutt weg, dann wurden die beschädigten Mauern und der Dachstuhl ausgebessert und wiedererrichtet. Unter großen technischen Schwierigkeiten gelang es, den gotischen, gespaltenen Südturm mit einem Gerüst zu versehen und gegen das Auseinanderfallen zu sichern. Inzwischen ist unter Mithilfe von Professor Karl Gruber, Darmstadt, einem Kenner der mittelalterlichen Baukunst, die Wiederherstellung des Turmes im wesentlichen vollendet und auch mit dem Wiederaufbau des Turmhelms begonnen worden. Der romanische Nord- und Glockenturm dagegen ist noch zerstört. Zum Stadtpatrozinium am 19. Juni wurde der von von Restaurator Hübner erneuerte Breisacher Altar wieder zurückgebracht. Die Bevölkerung hängt mit großer Liebe an ihrem Münster und spendet allmonatlich ihren Beitrag zur endgültigen Wiederherstellung des großartigen Gotteshauses. Obwohl auch hier noch Zuschüsse erforderlich sind, ist doch die erste und wohl auch schwerste Etappe des Wiederaufbaues überwunden. H. B. 1780, als der damalige Gemeinderat auf den Gedanken kam, zur Deckung der hohen Unkosten einen Brückenzoll zu erheben. Man trat an die Behörde heran mit der Bitte, ein „Brücken- und Chausseegeld'’ erheben zu dürfen. Erst nachdem das Schmelz- und Hüttenwerk in Bach- zimmern, die spätere .Amalienhütte”, errichtet war und die beiden Brücken deshalb eine stärkere Benützung erfuhren, wurde der Gemeinde im Jahre 1821 das Recht zugestanden, einen Brückenzoll erheben zu dürfen. Für jedes Stück Zugvieh vor einem beladenen Wagen mußte ein Kreuzer entrichtet werden. So floß doch mancher Kreuzer in die leere Gemeindekasse. Im Jahre 1828 schon war die Gemeinde imstande, mit den so gewonnenen Mitteln die beiden Brücken gründlich erneuern zu lassen. Doch die Erhebung des Zolles brachte der Gemeindeverwaltung auch manche Unannehmlichkeiten, und die Besoldung des Zollerhebers verschlang wieder einen Teil des eingenommenen Geldes. Im Jahre 1848 ging man dazu über, die Erhebung des Zolles an den Meistbietenden zu versteigern, bis man endlich im Jahre 1868 die Entrichtung des Brückengeldes wieder völlig aufhob. Im Jahre 1857 waren die Brücken wieder in sehr schlechtem Zustande und sollten dringend erneuert werden. Man trug sich damals sogar mit dem Gedanken, die Brücken in Steinbauweise ausführen zu lassen. Der Plan scheiterte jedoch an der Höhe der Kosten. So wurden sie abermals in Holz erneuert. Zur Zeit ist die Gemeindeverwaltung daran, die beiden Brücken, die durch die lange Kriegszeit und die Kriegsereignisse stark gelitten haben, in guten Zustand zu setzen. E. O. Als man in Immendingen Brückenzoll erhob Aus der Geschichte einer alten Holzbrücke Eine Universität baut auf Von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Vor kurzem konnte zum 4. Male seit Kriegsende im Institutsviertel der Universität Freiburg Rieh.fest gefeiert werden. Im Gegensatz zu den übrigen bereits wieder aufgebauten Instituten handelte es sich bei diesem Fest um die Weihe eines Neubaus. Die Anlage läßt bereits etwas mehr von den weitschauenden Plänen der Universitätsbauleitung erkennen, die keineswegs beabsichtigt, einen bloßen „Wiederaufbau“ durchzuführen. Nach dem Kriege hatte die Universität nahezu 60 Prozent ihrer Gebäude verloren. Besonders schwer war das Institutsviertel getroffen. Man half sich hier, indem die Institute, Kliniken und Laboratorien provisorisch in allen möglichen Gebäuden in und bei Freiburg untergebracht wurden. Viele Studenten und Dozenten müssen so bis zu 12 km täglich zu rück- legen, um ihr Arbeitspensum bewältigen zu können. Jedermann wird die Auswirkungen einer solch starken Zerrissenheit und der dadurch bedingten physischen und zeitlichen Beanspruchung auf geistige Arbeit vorstellen können. Die Zerstörungen waren aber für die Bauleitung der Universität auch eine Verpflichtung: sie will einen Rahmen schaffen, in welchem die Teile des großen Verbandes der Universität richtig aufgehen können, eiten — wie Baurat Linde formulierte — „wahrhaften Lebensraum, der den Geist der Universitas, der alle Wissenschaft mit der Pflege des rein Menschlichen vereint, wieder entstehen läßt.“ Es geht also darum, auch im Architektonischen die Verhängnis-* volle Erscheinung des Spezialistentums, des punktuellen Denkens zu überwinden. In Uebereinstimmung mit den Plänen der städtischen Behörden soll nun das Gelände zwischen Sautier- und Stefan-Maier- Straße, zwischen Johanniter- und Albert- straße im Universitätsbesitz vereinigt und zu einem Parkgelände umgestaltet werden, in welchem die Institute, umgeben von Grünanlagen, sich unter wechselseitigem Kontakt und geistigem Austausch entwickeln können. Besondere Aufmerksamkeit der Bauleitung gilt insbesondere der Herstellung einer lebendigen, eindeutigen Verbindung d?r verschiedenen Zentren der Universität untereinander. Der Wiederaufbau der Neuen Kliniken wird von einem staatlich-städtischen Büro geleitet. Demnächst wird ein Teil der Neuen Medizinischen Klinik fertiggestellt sein. Hier ist infolge der Entwicklung der modernen Medizin eine weitsichtige Raumund Bauplanung besonders wichtig. Vor allem müssen hier die vielen noch verlagerten Kliniken: Zahn- und Kieferklinik, Tuberkulosestation, U ni versitä t s-Fr auen- klinik wieder konzentriert werden. — Das Universitätsgebiet in Herdern mit vier Kliniken und dem Botanischen Garten bietet gegenwärtig trotz einiger Zerstörungen wenig Aufbauprobleme. — Schließlich ist noch — ein Projekt für die weitere Zukunft — geplant, beim Universitätssportfeld entlang der Dreisam, eine Wohngemeinschaft für junge Studierende zu errichten. Ein wenig bekannter Erfinder Vor 10 Jahren, am 30. Juli 1939, starb in Stuttgart Dr. Ing. e. h. Dipl.-Ing. Prosper L’Orange, der Erfinder des kompressorlosen Dieselmotors. Durch die Spannung jener Vorkriegstage und den anschließenden Ausbruch des Krieges ist | das Werk dieses genialen Erfinders da- I mals wenig beschrieben worden. Prosper L’Orange hat zuerst im Jahre 1908 als Versuchsleiter bei der Firma Gasmotorenfabrik Deutz und dann im Jahre 1909 als Direktor der Firma Benz & Cie. in Mannheim die beiden Wege gefunden und sofort in Versuchsmotoren verwirklicht, auf denen es gelang, das Diesel-Verfahren durch Weglassen des Kompressors so zu vereinfachen, daß es für Schneilauf, kleine Zylinder und damit für das Fahrzeug anwendbar wurde. Kurz vor seinem Ableben ernannte ihn die Technische Hochschule in Karlsruhe zu ihrem Ehrendoktor (die einzige solche Anerkennung, welche die Technische Hochschule in Karlsruhe während des Dritten Reiches vorgenommen hat). Die Ernennung ist in der Urkunde begründet mit dem Satze: „Er hat die Aufgabe der Anwendung des Dieselverfahrens für schnellaufende Motoren und damit für den Fahrzeugbetrieb auf der Straße, in der Luft und auf dem Wasser von der ersten Erfindung über den Versuchsstand bis zur breitesten Anwendung ln Großserie und für alle Anwen- dungsarten durchgeführt.” Der Abordnung der Technischen Hochschule Karlsruhe, welche ihm die Ehrendoktor-Urkunde übeibrachte, zeigte er seine jüngste Schöpfung, die letzte Vereinfachung des Dieselmotors, nämlich den pumpenlosen Dieselmotor. Prosper L’Orange, aus einer Hugenotten-Familie stammend, hat er die meiste Zeit seines schöpferischen Wirkens in Mannheim bei der Firma Benz (später aufgeteilt in Motorenwerke Mannheim AG. und Daimler- Benz AG.) verbracht. Nach seinem Ausscheiden aus dieser Firma widmete er sich in Stuttgart Spezialfragen des Dieselmotors, insbesondere den zugehörigen Einspritzgeräten. Sein Grab ist in Stutt- I gart auf dem Waldfriedhof. Südwestdeutsche Umschau Bauemtag auf der Schrotzburg Radolfzell. Der Bad. Landwirtschaftliche Hauptverband veranstaltete auf der Schrotzburg bei Schienen auf der Höri den ersten Bauemtag für die Kreise Konstanz, Ueberlingen und Stockach. Uber 4000 Bauern waren erschienen. Fachkundliche Vorführungen von Erntemaschinen und Zuchttieren ergänzten die Feierlichkeiten. Besuch aus der Schweiz Ueberlingen. Nach monatelangem Bemühen des Bürgermeisteramtes und der Schweizer Bundesbahnen ist der Verkehr der Schweizer Schiffahrtsgesellschaft mit Ueberlingen im beschränkten Umfang zugelassen worden. Das erste Schweizer Sonderschiff wird am Donnerstag, 28. Juli in Ueberlingen anlegen. 3 Tote durch Blitzschlag Tuttlingen. Einige Ausflügler aus Böttingen wurden im Walde von einem Gewitter überrascht. Sie suchten unter einer Buche Schutz. Durch einen Blitzschlag wurden drei Burschen im Alter von 17, 19 und 21 Jahren getötet und drei andere verletzt. Einer von ihnen mußte ins Krankenhaus gebracht werden. 10 000 Flüchtlinge für den Kreis Waldshut. Der Kreis Waldshut mit 50 000 Einwohnern muß insgesamt etwa 10 000 Flüchtlinge auf nehmen, d. h. jede Gemeinde hat 20°/« ihrer Einwohnerzahl zusätzlich unterzubringen. Bis jetzt sind 4761 Flüchtlinge im Kreis eingetroffen. Wertvolle Urkunden als Schmnggelgut L ö r r a ch. Durch schnelles Zupacken der Kriminalpolizei ist es gelungen, eine größere Anzahl wertvoller Bücher und Dokumente noch rechtzeitig sicherzustellen, daß sie nicht mehr in die Schweiz verschoben werden konnten. Eine mit der Schmuggelaffäre in Verbindung stehende Frau wurde festgenommen. — Es handelt sich bei den Büchern um wertvolle Dokumente, die von Berliner Archivstellen während des Krieges in den Salzbergwerken von Staßfurt eingelagert, aber 1945 gestohlen wurden und deren Verschwinden einen schweren Verlust bedeutet hätte. Fachärztewoche in Freiburg Freiburg. In der Zeit vom 28. bis 31. Juli findet in der Universitäts-Hautklinik unter dem Vorsitz von Professor Dr. Stübmer eine Fortbildungswoche für Fachärzte statt. Es werden 120 Gäste aus dem In- und Ausland daran teilnehmen. Stenographentag Freiburg. Zu dem bevorstehenden ersten südwestdeutschen Stenographentag in Waldkirch haben sich bereits annähernd 500 Wettschreiber für das große kurzschriftliche Leistungsschreiben angemeldet. Insgesamt werden etwa 1000 Teilnehmer erwartet. Auch die Schulen werden Gelegenheit haben, an den stenographischen Leistungswettbewerben teilzunehmen. Die Universitätskirche wird überdacht Freiburg. Die Trümmer der zerstörten Universitätskirche in der Berthold- straße werden beseitigt. Die Kirche erhält ein Dach, um die Restmauem des wertvollen Braockbaues vor der völligen Vernichtung zu retten. Kein Nachlassen der TB-Erkrankungen Freiburg. Nach einem Bericht der Gesundheitsabteilung des badischen Innenministeriums war im zweiten Vierteljahr 1949 in Südbaden ein befriedigender Gesundheitszustand der Bevölkerung festzustellen. Die wesentlich gebesserte Er- nährungelage hat sich auch in einem weiteren Rückgang der Epidemien bemerkbar gemacht, allerdings ist ein Nachlassen der TB-Erkrankungen kaum festzustellen. Die Zahl der Todesfälle durch Tuberkulose betrug in der Berichtszeit 129 gegenüber 169 in der gleichen Zeit des Vorjahres. Schwierigkeiten bereitet nach wie vor die Unterbringung von offenen TB- Erkrankten. Angesichts der weit verbreiteten Rindertuberkulose und der damit verbundenen Ansteckungsmöglichkeiteil für den menschlichen Organismus, insbesondere hei Kindern, wird darauf hingewiesen, daß Milch jeder Art, auch pasteurisierte, eine Gefahr darsteiit und es In jedem Fall zweckmäßig ist, sie vor Genuß abzukochen. Vier Schulhäuser werden gebaut Ulm. Der Stadt Ulm ist es gelungen, zur Behebung der Schulraumnot einen Zuschuß in Höhe von einer Million DM zu erhalten, so daß mit verstärkter Initiative an die Abdeckung der seit der Währungsreform entstandenen Baukosten und an den Bau neuer Schulhäuser gegangen werden kann. Vorgesehen ist, eine Volksschule sowie drei kleinere Schulen zu erstellen. Ferner sollen die in Kasernen untergebrachten Schulräume verbessert werden. Neue Hütte des Alpenvereins Ulm. Dem Alpenverein. Sektion Ulm, gelang es, am Südabhang des Talkessels der Aach bei Weiler, inmitten des Ulmer Klettergartens, im Blautal eine geräumige Hütte zu erstellen. Sie trägt den Namen „Uli-Wieland-Hütte“ zum Gedenken an den Ulmer Bergsteiger Uli Wieland, der vor 15 Jahren mit der deutschen Himalaya- Expedition am Nanga Parbat tödlich verunglückte. Weitere Triebwagenverbindung geplant Tübingen. Nachdem seit dem 15. 6. bereits ein zweites Eilzugpaar zwischen Tübingen und Friedrichshafen verkehrt, ist, wie das Innenministerium, Abtlg. Eisenbahnen, in Tübingen mitteilt, in Kürze mit einer weiteren Triebwagenverbjindung im Raum Friedrichshafen zu rechnen, die zur Befriedigung des Fremdeverkehrs im Bodenseegebiet dienen soll. Sie kannten keine Bäume Tübingen. Beim ersten Flüchtlingstransport, der von Schleswig-Holstein nach der französischen Zone kam. befanden sich Kinder, die noch keine Bäume, Kühe und Berge gesehen hatten. Ihnen kam nach den vier Jahren auf der kahlen Insel Sylt das deutsche Festland wie ein Märchenland vor. Ihr größtes Erlebnis nach Ankunft in der neuen Heimat war das Besteigen eines waldigen Höhenrückens bei Bad Niedernau. Keiner mit sehr gut Tübingen. Von 100 Kandidaten, die sich im Frühjahr und Sommer 1949 in Tübingen der ersten juristischen Staatsprüfung unterzogen, fielen 19 durch. Von den 81 Prüflingen, die das Examen bestanden, erhielten 11 das Prädikat „gut“ (Ilb), 43 „befriedigend“ (lila) und 27 „ausreichend“ (IHb). Die Note „sehr gut“ konnte keinem der Kandidaten erteilt werden. Für 3 000 DM Zinn entwendet Tübingen. Einer Firma aus der Nähe Tübingens wurde für 3 000 DM Zinn entwendet. Mißglückter Raubüberfall Tübingen. In der Nacht zum 15. Juli wurde vor dem Bahnhofsgebäude in Tübingen auf einen Mann aus Untertürkheim ein Raubüberfall versucht, dem sich aber der Ueberfallene durch Flucht entziehen konnte. Tragisches Ende eines Ausfluges Munderkiögen. Bei einem Motorradausflug an den Bodensee kam die Frau eines Ehinger Zahnarztes auf tragische Weise ums Leben. In der Nähe von Meersburg stieß der Motorradfahrer Dr. Kerner, Chefarzt vom städtischen Krankenhaus Munderkingen, mit einem Motorrad zusammen. Dabei erlitt Dr. Kerner einen komplizierten Oberschenkelbruch und die Beifahrerin, Frau Anneliese Weiß geh. Friedmann, einen schweren Schädelbruch, an dessen Folgen sie starb. Der Gatte der tödlich Verunglückten hatte auf | einem andern Motorrad an dieser Fahrt i teilgenommen. Mit ihm trauern nun vier I Kinder um die allzu früh verstorbene Mutter. Seenachtsfest in Lindau Lindau. Die Stadt Lindau veranstaltet am 31. Juli, erstmals nach Kriegsende wieder ihr traditionelles Seenachtsfest aui dem Bodensee. Nach der Ausfahrt der Sonderschiffe folgt die Ausfahrt der Wassersportabteilungen der WSG Lindau mit anschließender Festbeleuchtung, Gondelkorso und Feuerwerk. Das weiche Wasser des Steinbachs Ziegelhausen lebt Der Steinbach, der vom Peterstal herab kommt und bei Ziegelhausen in den Nek- kar mündet, führt ein besonderes Wasser. Während normales Wasser stark kalkhaltig ist und dementsprechend zwischen 25 und 50 Härtegrade hat ist das Wasser des Steinbachs nahezu kalkfrei. Aus dieser Gegebenheit hat sich ein ganzes Gewerbe entwickelt. Ziegelhausen, das vor den Toren der Stadt Heidelberg liegt, ist das Dorf der Wäschereien. Um 1800 fingen die Ziegelhäuser schon damit an, sich das weiche Wasser des Steinbaches zunutze zu machen. Sie wuschen nicht nur ihre eigene Wäsche in dem leicht schäumenden Wasser sondern übernahmen es, auch den Leuten in der Stadt zu waschen. Es sprach sich in kürzester Zeit bis nach Mannheim herum, daß sich die Ziegelhäuser dabei besonderer Methoden bedienten, denn von keiner Wäscherei wurde so blütenweise Wäsche geliefert wie von Ziegelhausen. In wenigen Jahren war es so weit daß die Heidelberger und Mannheimer in Ziegelhausen waschen ließen. Bereits 1895 standen 362 Einwohner an der Waschbütte. 1940 waren es 1200 und heute gehen von 7000 Einwohnern 2000 dem Wäschereigewerbe nach. Zunächst genügte der Handbetrieb vollauf. Die Wäschestücke wurden im Steinbach eingeseift, gewaschen und geschwenkt und hernach auf den Neckarwiesen zum Bleichen ausgelegt Später von der Wäscherei nahm man die Maschine zur Hilfe. Heute verfügen Hunderte von Wäschereien über einen ansehnlichen Maschinenpark. Die größeren Betriebe haben Lieferautos laufen, die in Heidelberg und Mannheim die Wäsche sammeln und blütenweiß wieder zurückbringen. Aber daneben tragen heute wie je die Ziegelhäuser Wäscherinnen die gereinigte Last in großen Körben auf ihren Köpfen balancierend ihrer Stadtkundschaft zu. Das Waschen ist in Ziegelhausen nicht nur eine Angelegenheit der Frauen. Auch die Männer befassen sich damit Wer ein zünftiger Wäscher werden will, benötigt eine Lehrzeit von drei Jahren, die mit einer Gesellenprüfung abgeschlossen wird. Aber erst die Meisterprüfung eröffnet den Weg zu einem selbständigen Betrieb. Daneben haben sich eine Reihe von Nebenberufen gebildet. Die Dampfwäscherei benötigt neben technischem Personal auch Heizer, und zur Pflege der Wäsche gehören Plätterin und Weißnäherin. Wenn Waschtrommel und Bügelmaschine reibungslos arbeiten sollen, muß man auch etwas von ihrer Technik verstehen. In Ziegelhausen wird von be- rufswegen schmutzige Wäsche gewaschen. Wenn sie blütenweiß an der Leine flattert, versteht man, daß sich die Ziegelhäuser weit über ihre Gemarkung hinaus für Reinlichkeit und Sauberkeit verantwort* lieh fühlen. Gc. '■ Donnerstag, 28. Juli 1949 SÜDKURIER V Nr. 88 / Seite 4 Bregenz - Illusion und Wirklichkeit See und Stadt als Rahmen der Festspielwochen 1949 Nachdem wir die Grenze H'nter uns haben, sieht die Umgebung plötzlich ganz anders aus. Spruchbänder mit Begrüßungsworten über den Straßen, Flaggen wehen und Wimpel flattern, das tiefe Rot der Fahnen, das satte Grün der Berge und Matten, Girlanden und Kränze, heraus- staffierte Menschen und Häuser — so liebe Bekannte sind darunter — Deutsche, Schweizer, Tiroler und Wiener sind nach Bregenz gekommen. Bauersfrauen und Mädchen, die echte Trachten aus ähren Truhen und bemalten Schränken holten, mit Gcldfaaüben und schwarzse,’ denen Kopftüchern — sie alle sind hier in der Festspielstadt eingezogen, die ganz im Zeichen bedeutsamer kultureller Veranstaltungen steht. 14 Tage wird sich hier ein reiches vielgestaltiges Programm, wunderbar in die Landschaft gestellt, entrollen. Helge Roswaenge, Esther Rethy, Hilde Längauer, Clemens Krauß, die Wiener Symphoniker, das Schneiderhan- Quartett, das Burgtheater und das Pfund- mayer-Ballett vermitteln vor einem inter-: nationalen Publikum österreichisches, oder besser gesagt Wiener Kunstschaffen, das, wie der Ehrenprotektor der Festspiele, Bundesminister Hurdes, bei den Eröffnungsfeierlichkeiten sagte, eine Brücke schlagen soll von Herz zu Herz, von Bregenz nach Konstanz, in die Schweiz und nach Frankreich. Das nächtliche Spiel auf dem See mit der Strauß’schen Operette „1001 Nacht“, die Aufführung von Grillparzers „Medea", Konzerte der Wiener Symphoniker und Ausstellungen runden das Bild der Festwochen ab. Von bezwingender Stimmung getragen waren die Eröffnungsfeierlichkeiten, bei welchen Bundesminister Hurdes in bemerkenswerter Rede besonders die deutschen Nachbarn begrüßte und in seiner geistvoll und immer persönlichen Art zu ihnen sprach. * Daran hat sich in Bregenz nichts geändert: Seine unvergleichlich schöne Lage am Bodensee. die Berge und das Grün der Wälder, sie sind von unverändertem Zauber und wenn man nach mehrjähriger Abwesenheit zum erstenmal wieder unter dem Gebhardsberg steht, so hat man wohl zunächst dasselbe Gefühl, wie wenn man nach langen Jahren seine alte Schule wieder sieht. Abgesehen von ein paar Häusern und Gebäuden, welche in den Apriltagen 1945 zerstört worden waren, sieht alles äußerlich noch ziemlich genau so aus wie früher. Ein gütiges Geschick hat, wie vielen Städten am Bodensee, auch Bregenz in der Blütezeit seiner patrizischen Entwicklung Baumeister und Künstler geschenkt, welche die Erscheinungsformen bürgerlichen Lebens in Meisterwerken festgehalten haben, die das Auge immer wieder erfreuen. Selbstverständlich gibt es in den heimeligen Weinstuben auch noch den Tiroler Wein, kein Mensch fragt nach Karten, in den Cafes gibt es Cremeschnitten mit Sahne und die Pfänderbahn fährt wieder. Die Auslagen der Bregenzer Geschäfte vermitteln köstliche Impressionen der Wiener Mode und Goldschmiedekunst, in den Straßen herrscht Leben und Treiben, die Autos aus der Schweiz dominieren, Polizisten in elegant geschnittenen Uniformen regeln höflich und mit gewohnter Eleganz an den Straßenkreuzungen den Passantenverkehr. Alles ist ohne große Hast und Eile. Aus allen Winkeln Quellen die schönen weichen und beruhigenden Vokale des österreichischen Dialekts. Nein — daran hat sich nichts geändert. Aber sonst? * Damals, das war kurz nach dem ersten und vor dem zweiten Weltkrieg, damals führe« Bergsteiger, Skifahrer und Ferienreisende aus dem Bodenseegebiet in den Bregenzer Wald oder auf den Arlberg. Die sportlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen dem Land vor dem Arleberg und den Uferstaaten des Bodensees waren sehr eng. Damals war das Leben in Vorarlberg sehr billig. Sein Fremdenverkehr lebte vcm süddeutschen Raum. Dem entsprach auch das gegenseitige Weltgefühl und die Landesgrenzen waren beinahe nur eine symbolische Fiktion. Das hat sich heute alles geändert. Nicht so sehr wegen der Formalitäten, die man zuvor aufwenden muß, um die Grenze überschreiten zu können, sondern wegen des tatsächlichen Wechsels in der Sicht, die dem Reisenden bereitet wird. * Der Unterschied gegenüber der Vergangenheit ist verblüffend. Vorarlberg ist für den deutschen Besucher sehr teuer geworden. Der amtliche Währungskurs für eine Mark beträgt drei Schillinge’. Allerdings bekommt man von privater Seite und in den Gaststätten mitunter auch vier Schillinge für die sehr begehrte D-Mark. MÄRCHENZAUBER AUS „1001 NACHT“ Österreich leidet an einer außerordentlichen Geldverknappung und an einem Überangebot an Waren. Das Essen in den Gaststätten, Schuhe, Anzüge, Elektrogeräte, alles ist um einiges teurer als bei uns. Daß die Waren teuer sind, was tut das, wenn sie ein Geschäft bringen? Auch die Wirte lassen sich nicht lumpen. Die Festspiele sollen Geld bringen. Nur immer her mit den Franken und der D-Mark — auch Geschäfte mit den Fremden sind Geschäfte und nicht die schlechtesten. Der Besucher aus Deutschland, der für die 40 Mark, welche er über die Grenze mitnehmen kann, 105 Schillinge bekommt, tut darum gut, sich zuvor mit etwas Proviant zu versorgen. * Die Vorarlberger behielten die Hände trotz aller wirtschaftlicher Depressionen nicht in den Taschen. Die Bregenzer Festspiele sind nicht nur künstlerisch, sondern auch organisatorisch eine Leistung, die gerade für die deutschen Fremdeaverkehrs- crte ein anspomendes Beispiel sein sollten. Man hat der Operette „1001 Nacht“ zu einem ebenso bezaubernden wie sinnvollen Lagunendasein verholfen und die glückliche Idee, dieses Werk auf einer im Wasser errichteten dreiteiligen Pfahlbau- und Floßbühne vor einem am Ufer versammelten Publikum zu spielen, sollte auch in Konstanz, Überlingen oder Radolfzell lebhaftes Interesse finden. D’e hundert Meter lange Zuschauertribüne kann bis zu 7000 'Menschen aufnehmen. So warteten die Stadtväter über dem See nicht, bis die Wiener oder Innsbrucker Regierungsstellen ihnen Arbeit und Verdienstmöglichkeiten zuleiteten. Sie hatten selbst Ideen, die stärker waren als alle politischen Bremsen und wirtschaftliche Handicaps. Bregenz ist sauberer und aufgeräumter geworden. Es wird verputzt, gemalt, gebaut, und für den Gast wird viel getan. Wie sah doch einst der Stadtgarten so traurig verwahrlost aus! Heute belebt ihn ein säulengeschmückter Musikpavillon inmitten gepflegter Blumenbeete. Ein Schmuckstück wurde geschaffen, das sich die Bürgermeister und Gemeinderäte unserer Städte doch einmal anschauen sollten. Auch die Konstanzer könnten hier noch manches lernen. Und alles hat den Anschein, daß das, was getan wurde, nicht eine Art Komödie ist, die das Ungesunde verschleiern soll. Was da geschieht, was da gearbeitet wurde und wird, auf Baugerüsten, in Büros und Amtsstuben ist mehr als ein Wunschtraum und eine Erinnerung an vergangene Zeiten, Sn denen Österreich noch vermögender gewesen ist. Die geschäftstüchtigen Vorarlberger scheinen aus Erfahrung zu wissen, das Bluff kein Baugrund ist für neue Beziehungen. * Aus der Fülle der Bregenzer Veranstaltungen sei das Spiel auf dem See „1001 Nacht“genannt, indem sich die großartige Musik von Johann Strauß rryt der Vorstellung von einer wunderbaren Märchenwelt verbindet. Die große bühnenbildnerische Kunst des Schweizers Max Röthlis- berger hat ein richtiges Stück Lagunenstadt in der landschaftlich so schönen Bucht in etwa 50 Meter Entfernung vom Ufer hingezaubert, mit romantischen Kanälen und Brücken, die im magischen Licht der Scheinwerfer einen bunten zauberhaften Anblick bieten. Das Ganze ist eine großartige Leistung des Regisseurs Adolf Rott und des musikalischen Leiters Anton Paulik. Eine farbenfrohe Symphonie des Balletts, gute Stimmen, lebendige Darsteller, vergnügliche Komiker, ein gut geschulter Chor, dazu ein säuberlich musizierendes Orchester erweisen Johann Strauß die gebührende Referenz unter dem unendlichen abendlichen Himmel. Unter der funkelnden Pracht von Myriaden von Sternen ist das Ganze ein Stück Werbung für jenes unsterbliche Wien, das sich immer wieder die Welt erobert. Man will bis zum 6. August die Walzermelodien in der Bucht von Bregenz erklingen lassen. Möge den bisher mit größtem Beifall aufgenommenen Märchen- Nächten auch weiterhin ein freundlicher Himmel beschieden sein. rt. Bild: Risdi-Lau, Bregenz Die Flößerei auf dem Hochrhein „ Heute ist die Flößerei, die einmal vom 14 Jahrh. bis zur Mitte des 19. Jahrh. eine sehr große Bedeutung hatte, gänzlich außer Gebrauch gekommen. Mit dem Bau der Eisenbahnen (der Eröffnung der Strecken von Basel nach Waidshut am 30. Oktober 1856 und von Konstanz nach Waldshut am 13. Juni 1863) schlug das letzte Ständlein der ehemals blühenden Hohrheinflößerei, die schon zu Zeiten der Römer und Alemannen infolge des Fehlens guter und brauchbarer Straßen betrieben woc- den war. Mehrfach hat hierbei auch das heute immer noch ergebnislos diskutierte Probiem der Schiffbarmachung des Rheins vom Boaensee bis zum Meer ernsthaft die Gemüter bewegt. Zum erstenmal zu Anfang des 17. Jahrh., als die Regierung alles in ihren Kräften Stehende versuchte, das Los der Bevölkerung durch Hebung von Handel und Wandel zu bessern. Damals, 1609, wollte eine Gesellschaft belgischer Kaufleute die Rheinfälle bei Schaffhausen, Tiengen, Laufenburg und Beuggen auf eigene Kosten schiffbar machen; aber der bald darauf ausbrechende Dreißigjährige Krieg verhinderte diese Pläne. Dann versuchten 1827 eine Sädcinger, 1833 eine Schiltacher Firma, die alten Rheinregulierungspläne wieder aurzu- nehmen; aber diesmal scheiterte das Vorhaben an der Unvernunft: die Fischer erhoben gegen das Projekt Einspruch. Typisch und wichtig für die Hochrheinflößerei war das Flößereirecht der Laufenburger Schiffer. der sog. Laufenknecht«. Das Recht verdankt seine Entstehung den Laufenburger Stromschnellen. Hier mußten alle talabwärts fahrenden Schiffe und Flöße am „Gießen", dem oberhalb der Stadt am linken Ufer gelegenen Landungsplatz, anhalten, um von dort nach dem anderen Landungsplatz unterhalb des Laufens, dem sog. „Schäffigen”, befördert zu werden. Die Flöße ließ man frei über den Laufen; sie mußten eben im Schäffigen wieder aufgefangen und zusam- In eingebunden werden. Waren und kleinere Schiffe wurden, wie das weiland schon die Wikinger praktiziert haben, früher auf sog. Karren vom oberen bis zum unteren Landeplatz gebracht; diese Beförderung nannte man „Reiten". Wenn es der Wasserstand erlaubte, ließ man die Schiffe an Seilen den Laufen herab; die mühsame und gefährliche Arbeit wurde von beiden Ufern aus von jeweils 15 und mehr Männern geleistet. lies uaieA „uejjoi" rapo ajtpaurjuajnei at a altersher in der Laufenburger Schifferzunft zu- sammengesdüossen: ihnen stand das alleinige Recht zum Durchlaß sowie einige andere Befugnisse Vir Befahrung des Rheins bei Laufen- burg zu. Die „Löffen” waren außerdem noch Holzhändler und verkauften gelegentlch auch Schiffe an die Basler Sdiifferzunft. Ihre Rechte und Pflichten sind in der „Laufenknechteordnung" von 1577 aufgezeichnet. Das Verhältnis der Laufenknechte zu den Schiffern von Sädcingen regelten die sog. „Maienbriefe" der Rheingenossenschaft, welche sich von Sädcingen bis nach Basel erstredete. Der Genossenschaft gehörten Sädcingen, Wallbach, Wehr, Schwörstadt, Riedmatt, Karsau, Warmbach, Grenzach, Kaiseraugst, Rheinfelden, Ryburg, Oberwallbach und Mumpf an. Ihre Rechte wurden zum letztenmal im Jahre 1767 von der Kaiserin Maria Theresia bestä- tgt, blieben jedoch als „Neue Ordnung’' noch bis in die Anfänge des 19 Jahrh. in Kraft. Die sog. „wilde Flößerei" wurde auf der Alb, Murg und Wehra betrieben, und zwar hauptsächlich das Flößen von Kohlholz für die Eisenwerke in Gutenburg, Albbrudc, Unteralpfen und Wehr. — Zwichen 1852 und 1859 haben durchschnittlich jährlich über 2 570 Flöße den Laufen bei Laufenburg passiert. Herbert Berner Das Säckinger Agnesenkreuz Im neuesten Heft der „Urschweiz“ (La Suisse Primitiv) beschreibt Dr. A. Reinle-Stein-Säckingen die im Säckinger Vortragskreuz befindlichen beiden antiken Gemmen amhand ausgezeichneter großer Lichtbilder. Das Hauptinteresse kann die große 5 cm hohe und 4,4 cm breite Abraxasgemme beanspruchen, die hier mit der zweizeiligen Inschrift „Anna“ versehen ist, also einem mystischen Wort, das sich von vorn und hinten gleich liest. Auf der Gemme ist ein Fabelwesen mit menschlichem Körper, einem Hahnenkopf und Sch^angenfüßen dargestellt, das in der einen Hand einen Schild, in der andern eine Geißel h«. Ein Hund versucht zur schildbewehrten Hand hin- aufziispringen und soll wohl mit der Geißel abgewehrt werden. Die Darstellung ist künstlerisch ganz hervorragend gelungen. Das Material der Gemme ist ein Karneol, der in der Schweiz gefunden werden kann und es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Gemme auch in der Schweiz verfertigt wurde. Die Mutmaßung zweier Freiburger Forscher, die in der Gemme eine Fälschung vermuten, die im 18. Jahrhundert hergestellt worden sei, ist umso unwahrscheinlicher, als der Bruch der Gemme uralt ist, daß der Bruch eine Patina besitzt, die eine moderne Fälschung des 18. Jahrhunderts niemals besitzen kann. Zu beachten ist ferner, daß die Gemme früher verkehrt in der alten Fassung saß und erst nach dem Russendiebstahl im Münster richtig in die Fassung gesetzt wurde. Man hat also bei der Herstellung des Kreuzes den mythologischen Sinn der Gemmendarsteilung wohl verstanden und die Gemme deshalb auch verkehrt eingesetzt. Die zweite Gemme ist die bekannte Alsen- gemme des Agnesenkreuzes, über die früher schon viel geschrieben worden ist. Das Material der Gemme ist ein spätrömischer zweifarbiger Glasfluß, wie ihn die 6pätantiken Glasbläsereien im Rheinland hergestellt haben und die bisherige Literaturangabe eines Lapislazuli ist zu berichtigen. Der Härte des Rohmaterials entsprechend ist die Dreimännergravierung auf der Gemme auch sehr primitiv ausgefallen. Diese Alsen- gemmen sind germanischen Ateliers entsprossen. Die Dreimännerdarstellung auf der Gemme, die wohl aus dem 7. oder 8. Jahrhundert stammen wird, erinnert viel an die nordischen Feleenbil- der. Emil Gersbach. Ermahnungen statt Verbote Jetzt zu Beginn der Wander- und Reisezeit wird man in Wald und Flur leider audi wieder den traurigen Spuren solcher Menschen begegnen, die die köstlichen Gottesgaben der Natur und ihre Bestimmung mißachten. Eine zwangsläufige Folge dieses Mißverstehens sind die zahlreichen Verbotstafeln, mit denen Behörden und auch Privateigentümer die Natur vor Verschandelung durch gedankenlose Ausflügler zu schützen suchen. Bei dem Widerspruchsgeist aber, der nun einmal vielen Menschen zu eigen, erreichen solche Tafeln, vorausgesetzt, daß nicht eine Uniform dem Verbot unmittelbaren Nachdruck verleiht, meist das Gegenteil. Denn gemäß einer viel verbreiteten Auffassung sind Verbots Stuttgarter Kinderheim am Bodensee Statt „Hallberger Haus” Kinderheim Kreßbronn fr. Die Verwaltungs- und Sozialabteilung des Stuttgarter Gemeinderats hat anläßlich einer Unterprüfung von sozialen Einrichtungen beschlossen, auf der Höhe von Kreßbronn beim Gut Neuberger Hof ein Kinderheim zu erbauen, wenn die Wasserverhältnisse dies ermöglichen lassen. Die Technischen Aemter wurden beauftragt, sofort in eine Prüfung der Wasserversorgung einzutreten. Die Stadträte warea sich darin einig, daß kaum ein schönerer Platz, der nur 20 Minuten vom Bodensee entfernt liegt, für ein Kinder-Erholungs- heim gefunden werden könne, als diese Höhe mit ihrem Fernblick über den Bodensee. Warum dieser Plan? Die Stadt Stuttgart besaß in Friedrichshafen. Werastraße 23, ein Kinderheim mit Park, 102 Ar groß, das im Bombenkrieg total zerstört worden ist. Dieses Heim wieder aufzubauen, ist nicht angebracht, zumal die Stadt Friedrichshafen nach ihren Aufbauplänen eine neue Verkehrsstraße durch den Park vorgesehen hat. Das zerstörte Haus gehörte dem Lehrerinnen-Verein und wurde 1920 von der Stadt für 320 000 Mark gekauft un4 als Kinderheim eingerichtet. Das Geld dafür stammte aus einem Vermächtnis, aus dem 1918 auch das 14 Hektar große Gut Heuberger Hof bei Kreßbronn für 150 000 Mark gekauft worden war. Am 18. Juli 1915 war in Tutzing Gräfin Gabriele von Landberg-Hallberger, geschiedene Eichhorn, geboren 15. Mai 1850, als Tochter des Kommerzienrats von Hallberger, gestorben. In ihren testamentarischen Verfügungen von 1905 und 1913 hat sie aus ihrem Vermögen von einer Million Mark der Stadt Stuttgart ein Vermächtnis gestiftet mit der Verpflichtung, eine Kinder-Ferienkolonie am Bodensee unter dem Namen „Hallberger-Haus'’ zu errichten. Die Stadt nahm am 28. September 1915 die Erbschaft an. Zu einem Neubau eines Kinderheimes kam es infolge der ungünstigen Wirtschaftslage nicht, es wurde nur das Kinderheim in Friedrichshafen eingerichtet. Im Januar 1937 wurde dieses Haus der NSV zur Verfügung gestellt. 1943 wurde es infolge der Fliegerangriffe geräumt und dann am 18. März 1944 total zerstört. Das Nebengebäude wurde beschädigt und wird jetzt von einigen Mietern bewohnt. Die Stadt Stuttgart steht nunmehr vor der Frage, das Vermächtnis aus der testamentarischen Verfügung zu erfüllen. Die Meinung des Gemeinderates geht' dahin, das Grundstück in Friedrichshafen zu verkaufen und neben dem Gut Heuberger Hof das neue Kinderheim „Hallberger-Haus” erstehen zu lassen. Damit würde nicht nur das Vermächtnis erfüllt, sondern die Stuttgarter Jugend erhielte eine Erholungsstätte, wie sie nirgends schöner angelegt werden könnte. Man darf hoffen, daß die wassertechnischen Untersuchungen zu einem befriedigenden Ergebnis führen und der Gemeinderat dann recht bald zu Entschlüssen kommt, die ohne lange Verzögerung dann auch verwirklicht werden. hn Herrliche Trachten in Dornbirn Trachten aus Süddeutschland waren auch dabei li. Anläßlich der Eröffnung der Export- und Musterschau hatte die Textilstadt zu einem Landestrachtenfest eingeladen, zu dem 2000 Trachtenträger aus Oesterreich, Deutschland und der Schweiz mit 55 000 Zuschauern erschienen waren. Leider mußten zahlreiche Autos aus dem Allgäu an der österreichischen Grenze umkehren, weil der Uebertritt nicht bewilligt würde. Der Höhepunkt war ein Festzug durch die Straßen von Dornbirn, der von Reitern, Musikkapellen, einem prachtvollen Blumenwagen und den Wappen der Vorarlberger Orte eröffnet wurde. Dann folgten die auswärtigen Gäste, voran einige deutsche Gebirgstrachten und die berühmten schweizerischen Fahnenschwinger vom Vierwaldstättersee, die ihre Flaggen in hohem Bogen durch die Luft wirbelten. Sie wurden von Trachtengruppen aus Ambauen und Frauenfeld begleitet. Mit leo- haftem Beifall begrüßten die Vorarlberger die Trachtengruppen vom deutschen 3o- denseeufer, aus Ueberlingen, Hagnau, Alt- Konstanz und Meersburg — eine malerische Bereicherung des farbenfreudigen Bildes, das sich mosaikartig entwickelte. Ehe die Vorarlberger selbst in Erscheinung traten, hatten ihre Gäste aus Innerösterreich den Vortritt. Es waren oberösterreichische Trachten aus Wels da, dessen Frauen die wundervollen Goldhauben trugen, aus dem lustigen Innviertel mit dickbäuchigen Regenschirmen, aus dem Lande BLICK ÜBER Aarau. Im Aargau hatte ein Dieb arges Pech. Er war einem Landjäger ausgerissen, der ihn verhaften wollte und dabei einen Schuß auf ihn abgegeben hatte. Da ihn die Verletzung schmerzte. hielt er ein Autq an, doch befanden sich darin zwei Landjäger in Zivil, die den steckbrieflich verfolgten Dieb gleich erkannten und in Gewahrsam nahmen. Zürich. Sir Stafford Cripps, der völlig abgearbeitet in der Privat-Klinik Dr. ßircher-Benner auf dem Zürchberg eingetroffen, ist, wird von der ausländischen Presse ununterbrochen mit Anfragen wegen seines Gesundheitszustandes bestürmt und sah sich deshalb zu der Erklärung veranlaßt, daß eingehende ärztliche Untersuchungen im Gange seien, deren Ergebnis jedoch erst in ein bis zwei Wodien feststehen würde. Zürich. Der Schweizerische Bühnen-Verleger- verband, der seine Jahresversammlung abhielt, eben da, um übertreten zu werden. Vielleicht ist es weit wirksamer, an SteKe solcher nüchterner Verbote, sich witziger Ermahnungen zu bedienen, ■die dem Menschen mit einer Ironie oder mit Humor, oft auch in drastischen Worten das Unangebrachte »einer Handlungsweise vor Augen führen, die fast unbewußt an das Gute in ihm appellieren und die deshalb wohl in den seltensten Fällen ihre Wirkung verfehlen werden. Eine Reihe solcher, erfolgversprechender Ermahnungen. seien hier wiedergegeben: Im Wald und auf der Heide da suchst du deine Freude mit Blumenknicken, Wild verhetzen, mit Tabaksqualm, Papieresfetzen? Solch Treiben ist, das merk dir Bube, ein Zeichen schlechter Kinderstube! StuKenpapier und Eierschalen bereiten dem Naturfreund Qualen, drum vergnüglich hier deine Mahlzeit kaue doch nicht mit den Resten die Gegend versaue. Wem das Großstadtleben die Nerven zernagt, wen Kummer und schlechte Laune plagt, der sucht hier Ruhe, der haßt Gebrüll: drum haltet den Mund und wandert still. Und dem größten Feind des Wlaldes, dem fahrlässigen Brandstifter, ward angesichts einer riesigen, verbrannten Wa’dflache, daraus nur mehr verkohlte Baumstümpfe aufragten, folgende eindringliche Ermahnung: Betrachtet diesen wüsten Ort: Hier warf ein Mensch sein Streichholz fort und ward durch dessen Funken Fahrlässig zum Halunken. Denjenigen, die in Parks und öffentlichen Anlagen allzu gern Weg und Rasen vertauschen, redet die Ermahnung so ins Gewissen: Lieber Wanderer, merk dir das, geh' auf dem Weg und nicht im Gras, damit man leicht und ohne Müh’ dich unterscheiden kann vom Vieh. Recht drastisch' erwehrt sich ein Bauer solcher Zeitgenossen, die ihm aus Unvernunft über die junge Saat laufen und ihn so um die Frucht seiner fleißigen Hände zu bringen drohen: Hier steht Korn, Du Ochsenhorn Und willst du es genießen, so tritt es nicht mit Füßen. J. L. Salzburg und die Tiroler in ihren legendären Uniformen der Schützenkompagnien von 1809 und mit einer Kanone, die fauchend Böller abschoß. Der Zuschauer erkannte, wie vielfältig und nach Talschaf- ten geordnet selbst im kleinen Vorarlberg die Tracht der Großväter und Urgroßmütter gewesen ist. Eine gewisse Einheitlichkeit weisen unter sich die Montafoner an der Liechtensteiner-Grenze, dann die Bre- genzerwäldler aus dem östlichen Gebirge, die Kleinwalser und die Großwalser auf, während im Rheintal die stolz-vornehme Bürgertracht der Städte Bludenz, Feldkirch, Dornbirn und Bregenz vorherrschte. Dornbirn selbst hatte daneben noch eine Gruppe kämpfender Frauen aus dem Schwedenkriege im 17. Jahrhundert gestellt. Der Festzug wurde von wundervollen Alpenblumenwagen unterbrochen, auch sorgten die 20 Musikkapellen teilweise in Tracht, für ein pausenlos klingendes Spiel, das den Donner eines gottlob nur trockenen Gewitters übertönte. Nach dem einstündigen Festzug, den sich' der österreichische Unterrichtsminister Dr. Hurdes und Handelsminister Dr. Kolb aus Wien, der Chef der französischen Mission Vorarlberg, Oberstleutnant d'Audibert, Landeshauptmann von Vorarlberg Ilg, der Lindauer Kreispräsident Zwisler und der Schweizer Konsul Bitz aus Bregenz ebenfalls ansahen, besichtigten die Trachtenträger die Export- und Musterschau, die an diesem Sonntag von 55 000 Personen besucht wurde. DIE GRENZEN befaßte sich besonders mit den andauernden Schwierigkeiten bei der Transferierung der Tantiemen für die ausländischen Aufführungen von Schweizer Bühnen werken. Die Versammlung erwartet von den eidgenössischen Behörden, daß sie in den Verhandlungen, insbesondere mit den zuständigen Stellen in Deutschland, die Interessen der schweizerischen dramatischen Autoren und Verleger mit Nachdruck vertreten werden. Bern. Auch die welsche Schweiz wird nun einen neuen Sender mit einer Stärke von 100 bis 200 Kilowatt erhalten. Ein neuer Gebäudeflügel des Senders Sottens ist kürzlich beendigt worden. Am Ausbau der Inneneinrichtung wird noch gearbeitet. Luzern. Der Große Stadtrat genehmigte den Voranschlag für das Stadttheater und bewilligte eine Subvention der Stadtgemeinde in Höhe von 315 000 Franken. Luzern. Ein Mann, der fn völlig zerrütteter Ehe lebte, hatte dem Essen dann und wann Mäusegift beigemischt. um seine Frau zu beseitigen. Die Frau entdeckte jedoch das Gift und ließ es vom Kantemchemiker untersuchen, der feststellte, daß es nach längerer Verabreichung tödlich hätte wirken können. Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte den Mann wegen Tötungsversuchs zu drei Jahren Zuchthaus. Bern. Die schweizerische Wohnbevölkerung, die 1930 rund 4 Millionen und nach der letzten Volkszählung von 1941 4,265 Millionen betrug, bat seitdem erheblich zugenommen. Sie zählte nach den Schätzungen des eidgenössischen Statistischen Amtes zu Anfang des Jahres 1948 4 588 Mill. und zu Ende bereits 4 630 Millionen. Die Bevölkerung wächst also rasch, zumal die Schweiz einen Geburtenüberschuß von rund 40 000 hat. Solothurn. Zum 450. Gedenktag der Schlacht von Domach, in der am 22. Juli 1499 die Schweizerische Eidgenossenschaft endgültig ihre Unabhängigkeit vom Deutschen Reich erkämpfte, wurde unmittelbar neben der Kirche in Arles- heim-Dornach ein monumentales, 25 m langes und 3,5 m hohes Denkmal eingeweiht, bestehend aus 36 rötlichen Solothurner Steinen, die zusammen 50 Tonnen wiegen. Der Schöpfer des Denkmals, der aus Baselland stammende angesehene Bildhauer Jakob Probst, stellt in zeitlos einfacher Stilisierung eine von Hodlerscher Kraft erfüllte kleine Schweizer Gruppe im Entscbeidungskampf qegen die Reiterschar des Kaisers Maximilian dar. Bildhauer Probst, der bei Genf wohnt, arbeitet auch an einer vier Meter hohen Ferdinand- Hodler-Statue, durch welche die Stadt Genf den großen Maler ehren will. Wien. Unter großer Beteiligung von Ehrengästen aus ganz Oesterreich und in Gegenwart des 'Bundesministers Dr. Krauland, sowie der nieder- österreichischen Landesregierung wurde eines der modernsten Großhotels Oesterreichs, das früher schon berühmte Haus Panhans am Semmering. wiederöffnet. Auch das Höhenstrandbad ist wiederhergestellt worden. Damit haben im Kurort Semmering fünf Hotels, wie auch zahlreiche Pensionen, den Betrieb wiederaufgenommen. Wien. Seit 1945 hat die Zivilbevölkerung in ganz Oesterreich bis zum 1. Januar 1949 (furch Einwirkung im Gelände zurückgebliebener Kriegsmunition nicht weniger als 1477 Todesopfer uni 2644 Verletzte zu beklagen. Der Entminungs- dienst hatte im gleichen Zeitraum 14 Tode« opfer und 4 Verletzte. 'Donnerstag, 28- Juli 1949 SÜDKURIER Nr. 88 / Seite 5 Kommt die Freigabe des Zuckers? Import läge erzwingt Bewirtschaftung — Einfuhren aus der Ostzone? Als die bizonale Verwaltung für Ernährung und Landwirtschaft für den Monat April Üe markenfreie Abgabe für Marmelade ge- Itattete, „um den Verderb eines Teiles dieser Erzeugnisse zu vermeiden”, gab es keinen Zweifel darüber, daß sie zwar einen be- (eits bestehenden Zustand legalisieren mußte, jidi aber durch Weisungen des Zweimächte- kontrollamtes gebunden sah, die Zuckerbe- irirtschaftung beizubehalten. Niemand hatte »rwartet, daß es ihr gelingen würde, im Mai |ie Zuckerbewirtschaftung wieder einzufan- jen. So gelang das denn auch nur in einem lehr begrenzten Umfang auf Kosten der Nachträge. Der Zuckerindustrie und dem Handel hoffte sie den entstandenen Absatzrückgang iadurch versüßen zu können, daß sie vom l. 7. ab die Industrie mit Gesamtzuweisungen lusstatten wollte. Dabei sollte unter Um- itänden sogar eine Kürzung der Mund-Zuckerration in Kauf genommen werden. Auch die- ler Plan der Verwaltung für Ernährung und Landwirtschaft wurde von der Militärregierung abgelehnt. Dadurch ist heute der Zustand entstanden, Äaß die Zuckerwarenindustrie durch das Festhalten an der Bewirtschaftung schwersten Gefahren gegenübersteht. Durch den immer stärker nachlassenden Markenrücklauf' hat der Fabrikant keine Möglichkeiten, seine Zuckervorräte für die Weiterführung der Produktion gegen Bezugscheine zu ergänzen. Es bleiben also nur zwei Möglichkeiten: Entweder die Produktion aus Rohstoffmangel in Kürze stillzulegen, oder ohne Bezugsrecht Zucker auf dem „freien” Markt zu kaufen. Der Handel kann für diese Verhältnisse nicht verantwortlich gemacht werden, da er sich einer starken Konkurrenz von ambulanten und fliegenden Händlern in Buden, Kiosken, auf Messen und Ausstellungen gegenübersieht, die Süßwaren ohne Marken hergeben. Der Verbraucher will seine Süßwaren ohne Markenabgabe kaufen, und es gelingt ihm auch mühelos, sei es auch nur gegen einen entsprechenden Preisaufschlag. Die Zuckerabschnitte dienen heute vielfach nur noch dazu, die Ware zu verbilligen, d. h. zum normalen Preis abzusetzen. Man hört heute oft fragen, warum Zucker überhaupt noch bewirtschaftet wird, obwohl genaue Erhebungen ergeben haben, daß der pro Kopf- Verbrauch nicht mehr unter dem der Vorkriegsjahre liegt. Die Versorgungslage in Zucker ist aber zur Zeit durchaus nicht günstig. Wir sind auf Importe angewiesen. Zum Anschluß an das neue Zuckerwirtschaftsjahr fehlen 71 000 t. Da die zugesagten 95 000 t Rohzucker aus Cuba ausbleiben, sah sich die VELF gezwungen, die Zuckerbevorratung des Handels von 8 auf 4 Wochen zu kürzen, um die Zuckerration nicht verringern zu müssen. Versorgungslücken können also jederzeit entstehen. Darüber darf das gegenwärtige reichliche Angebot nicht hinwegtäuschen. Die unsichere Importsituation macht die Haltung der Militärregierung verständlich, Zucker nicht aus der Bewirtschaftung zu entlassen. Zum Beginn des neuen Zuckerwirtschaftsjahres am 1. Oktober zeichnen sich allerdings nunmehr unerwartete Möglichkeiten ab, eine wesentliche auch offizielle Lockerung zu verantworten. Grund zu diesen Hoffnungen geben die Handelsbesprechungen zwischen Ost- und Westdeutschland über die Ausgestaltung des Interzonenhandels. Die geplante Einfuhr von 200 000 t Zucker aus der Ostzone würde ausreichen, Marmelade wieder freizugeben, wobei allerdings noch zu fragen wäre, ob nicht die Importe aus dieser Zone zu Lasten der dortigen deutschen Bevölkerung gehen. Beispiele schrecken! —w. Kurzmeldungen Nach einer Schätzung der US-Landwirt- schaftsverwaltung wird die diesjährige Welt- Wollerzeugung über der Vorjahresproduktion liegen und nahezu wieder die Vorkriegshöhe erreichen. Der Versand von 15 t italienischer Wolle im Werte von 250 000 Dollar auf dem Luftwege nach den USA, die bisher größte Warensendung in einer einzigen Luftfracht von Europa nach Amerika, wird in amerikanischen Wirtschaftskreisen als ein Ereignis angesehen, das die zunehmende Bedeutung der Luftfracht im internationalen Warenverkehr unterstreicht. Die neuesten Schätzungen der westeuropäischen Getreideernte lauten dahin, daß die Brotgetreideemte um rund 5% kleiner aus- fallen dürfte als 1948, und um 10% kleiner als im Vorkriegsmittel. Unter dem Namen Tauscher-Hudson- Strumpffabrik beabsichtigt eine amerikanische Firma in der Nähe von Stuttgart mit 500 deutschen Arbeitern und Angestellten eine Fabrik zu errichten und im Spätherbst mit der Produktion zu beginnen. Die Kapitalfülle in der Schweiz ist so groß, daß die Rendite der Staats- und Bundesbahn- Schuldverschreibungen bereits auf 2%% gefallen ist. 57 Millionen Autos gibt es in der Welt Vorsprung der USA — Aufholung der Kriegsverluste in Europa Während in Deutschland das Auto infolge seines hohen Preises, des teuren Benzins und der Steuern zu einem Luxusgegenstand geworden ist, machte die Motorisierung der Welt in den letzten Jahren einen weiteren Sprung nach aufwärts. Ende des vergangenen Jahres gab es in der Welt über 57 Millionen Autos, genau 57 502 898. Im Vergleich zur Vorkriegszeit ist der Weltbestand an Kraftfahrzeugen um rund ein Drittel gestiegen, denn im Jahre 1938 waren rund 43 Millionen Autos vorhanden. Die Aufwärtsentwicklung in der Motorisierung der Welt hat durch den Krieg nur eine kurze Unterbrechung erfahren, um sich in den letzten Jahren in beschleunigtem Tempo fortzusetzen. Von den über 57 Millionen Autos in der Welt besitzen allein 40 671 942 die Vereinigten Staaten, darunter 33 Millionen Personenwagen. Damit zählt man einen Wagen auf vier Einwohner in den USA. Ein Auto ist in den Vereinigten Staaten ein Massenprodukt, das sich bei einem Preis von etwa 1500 Dollar für einen Durchschnittswagen auch der kleine Mann leisten kann. In Kanada hat sich Erneute Fleischeinfuhren Schweine aus der Schweiz gegen Zuchtbullen und Weidehammel aus Württemberg Aus Mexiko werden rund 600 t Gefrierfleisch im Werte von 354 000 Dollar erwartet. Das Fleisch, das schon in den nächsten Tagen angelandet werden soll, wird voraussichtlich der Versorgung der Bergarbeiter zugeführt werden. Die Schweiz wird außerdem für 178 500 Dollar frischgeschlachtete Schweine liefern. Der Gegenwert soll in Form von Zuchtbullen und mageren Weidehammeln aus Württemberg geliefert werden. Schafdärme und Rinderkranzdärme sollen für 550 000 Dollar bezogen werden. Zehn Länder, nämlich Holland, Iran, Italien, Aegypten, Jugoslawien, England, Schweden, Chile, Belgien und Indien werden untereinander konkurrieren, um auf den deutschen Markt zu kommen. Mit allen diesen Ländern sind innerhalb der einzelnen Abkommen Wertgrenzen für die Einfuhr von Därmen festgelegt worden. Aus Jugoslawien sollen Innerhalb der Wertgrenzen für 5 000 Dollar trockene Blasen bezogen werden. Für Iran wurde vereinbart, daß 80% der Ware im Lande und 20% nach Eintreffen der Ware in Westdeutschland bezahlt würde. England soll für 3 500 Dollar Zuchteber liefern. Auch in diesem Falle handelt es sich um die Abwicklung eines alten Kontraktes. Keine Umlagen für Gerste in Südwürttemberg Im neuen Getreidewirtschaftsjahr bleibt, wie das südwürttembergische Landwirtschaftsministerium mitteilt, die bisherige Regelung der Brotgetreidebewirtschaftung im wesentlichen unverändert. Die landwirtschaftlichen Betriebe erhalten wiederum ein Ablieferungssoll in Brotgetreide. Dagegen wird für Gerste und Hafer keine Umlage festgesetzt. Der Versorgung der Verarbeitungsbetriebe (Brauereien, Nährmittelfabriken) kann durch unmittelbaren Einkauf beim Erzeuger oder durch Genossenschaften und Handel erfolgen. Hofgüter Ein dem südbadischen Landtag zur Verabschiedung unterbreitetes Gesetz über die Wiedereinführung des Rechts der geschlossenen Hofgüter bedeutet die Wiederherstellung alten Landesrechts. Die Notwendigkeit zur Wiederherstellung der geschlossenen Hofgüter ist — wie es in der Begründung zu dem Gesetzentwurf heißt — deshalb gegeben, weil bei den klimatischen und Bodenverhältnissen des hohen Schwarzwaldes nur die Bewirtschaftung zusammenhängender und ungeteilt bleibender Grundstücke wirtschaftlich vertretbar ist. Außerdem sollen auch die sog. Taglöhnergütchen vor einer Zerreißung geschützt werden, da ihre Bewirtschaftung nach einer Verteilung unter mehrere, unter Umständen weit entfernt wohnende Eigentümer, ganz besonders unrentabel wäre. Die Hofbauern des Schwarzwaldes wünschen selbst ausnahmslos die Geschlossenheit ihres Grundbesitzes, wie es jahrhundertealter Brauch gewesen ist. der Bestand an Automobilen von 1,4 Millionen Stück im Jahre 1938 auf rund zwei Millionen Ende 1948 erhöht, so daß ein Wagen auf sechs Einwohner kam. In ganz Nord- und Südamerika waren Ende 1948 44,1 Millionen Automobile vorhanden. Die Krisgsverluste in Europa konnten verhältnismäßig rasch aufgeholt werden. Ende des vergangenen Jahres waren in Europa bereits 13 Prozent mehr Autos vorhanden als vor dem Kriege. Für die Sowjetunion liegen keine genauen Zahlen vor, doch schätzen amerikanische Sachverständige den sowjetischen Autopark Ende 1948 auf 3 Millionen Einheiten, davon 2 250 000 industrielle Fahrzeuge. Hinsichtlich der Gesamtzahl der Autos kommt die Sowjetunion unter den europäischen Ländern an die erste Stelle. Großbritannien erhöhte seinen Autobestand auf 2,7 Millionen, darunter rund 2 Millionen Personenautos. Frankreich zählte Ende 1948 1,7 Millionen Wagen, darunter etwa eine Million Personenautos. Der Vorkriegsstand von 2,25 Millionen Autos konnte in Frankreich noch nicht wieder erreicht werden. In der Bizone waren im Jahre 1946 nur noch 142 500 Autos im Verkehr. Im Jahre 1947 stieg diese Zahl bereits auf 371 000 Fahrzeuge und Ende 1948 auf 504 890 Wagen, darunter rund 200 000 Personenwagen. Inzwischen ist eine weitere Erhöhung eingetreten. Ende 1938 waren in dem damaligen Reichsgebiet insgesamt rund 2 Millionen Autos zum Verkehr zugelassen, darunter 1,4 Millionen Personenwagen und über 0,4 Millionen Lastkraftwagen. h. G. Jiunn clia Hausfrau sparen ? 20 Familien einer mittelgroßen Stadt des Westens mußten nach einem Bericht der „Selbstverwaltung”, dem Organ des Deutschen Landkreistages, vom Tage der Währungsreform an Haushaltsbücher führen und jeden Pfennig Ausgaben aufzeichnen. Alle haben die Ersparnisse verloren. 10 sind Ausgebombte, 4 Flüchtlinge. Die Einkommen der Haushaltungsvorstände schwanken zwischen 175.— und 690.— DM. 6 Familien, unter ihnen die 4 Flüchtlingsfamilien, haben Schulden gemacht, um die Kosten der Ernährung zahlen zu können. 4 weitere Familien haben im August 1943 ihre Ausgaben für Lebensmittel gesenkt, 6 Familien machten einige Wochen Schulden, ehe sie sich zu Sparmaßnahmen entschlossen. Nur 4 Familien hatten Einnahmen und Ausgaben stets im Gleichgewicht. Im Durchschnitt wurden ausgegeben: 45% für Ernährung, 20% für Miete, Licht und Heizung, 6% für Wiederanschaffungen von Hausrat, 9% für Kleidung, 9% für Steuern, 10% für Verschiedenes und nur 0,06% wurden als Ersparnisse zurückgelegt. —w. Sportdienst des Südkurier Am Rande der Deatschlandfahrt Schweizer Sportkameraden grüßen Deutschlandfahrer (RV.-Eigeribericht.) Auf dieser Deutschlandfehrt haben wir in den Westzonen an der holländischen Grenze in dem Städtchen Bocholt geweilt, sind den Rhein entlang durch den Schwarzwald nach Waldshut, an die Schweizer Grenze gekommen. sind zuletzt im Berchtesgadener Gebiet entlang- der österreichischen Grenze gefahren. Vom Sadner Land nahmen wir Abschied in Singen und am Bodensee, und immer auf allen Etappen vom SchwarzwaLd nach den bayerischen Bergen hörte man Vergleiche mit der Organisation und Aufnahme ziehen, und da kam der Schwarzwald hervorragend weg. In Singen, das alles ausgezeichnet vorbereitet hatte, waren Schweizer Kameraden über die Grenze gekommen, um die Deutschlandfahrer zu begrüßen. Das Ehrenmitglied des Schweizer Radfahr- und Motorsportbundes, Hödes, aus Winterthur überbrachte in Singen die Grüße der Schweizer Sportkameraden und gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Beziehungen zwischen beiden Ländern bald' wieder aufgenommen werden könnten. Der Leiter der Deutschlandfahrt, Hermann Schwartz. wies auf die langjährigen Beziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz hin und man war sich einig in der Hoffnung, daß im nächsten Jahre wieder Deutsche in der Schweiz und Schweizer in Deutschland starten werden. Schwarzwald übertraf alles Wir sind vom Schwarzwald in die bayerischen Berge gefahren und waren am Samstag in München, einer Stadt mit unheimlich viel Menschen, aber es fehlte die Herzlichkeit und Wärme. «die im Schwarzwaid die Deutschlandfahrer angetroffen hatten. Immer wieder sprachen am Ende dieser Deutschlandfahrt Organisationslei- turug, Fahrer, Film, Funk und Presse von den Tagen im Sdhwarzwald. die alles überstrahlten. Da erinnerte man sich mit Dankbarkeit der letzten Etappe Waldshut-Singen, mit einer Begeisterung ohnegleichen an Schwenningen, Trossingen Und in den Hegaustädtchen und Dörfchen. Eines sieht fest, der Schwarzwald wird bei der Deutsch- landfahrt 1950 bei der Streckenführung wiederum eine große Rolle spielen, ais Dankbarkeit für die Herzlichkeit der Aufnahme der Deutschlandfahrer. Allgäu • Erinnerungen Das kleine Städtchen Wangen im Allgäu, das als Etappenziel die Deutschlandfahrer eine Nacht beherbergte, bleibt allen in angenehmer Erinnerung. Hier traf man noch eine natürliche Ea» geisterung für den Radsport an. und selten wurde ein Etappensieger so gefeiert, wie der kleine Kölner Peter Schulte, der al« erster in Waagen durchs Ziel gefahren war. Bevölkerung und Stadtmusik standen bei der Abfahrt auf dem entzückenden Marktplatz und man spürte, daß allen Deutschlandfahrern der Abschied von diesem kleinen Allgäu-Städtchen sehr schwer fiel, trotzdem am Abend Garmisch-Partenkirchen als nächstes Elappenziel winste. Prämiensegen in Garmisch-Partenkirchen Das erfreulichste dieser Deutsdhlau#dfahrt 1949 war der große Prämiensegen, der sich über die Deutschlandfahrer ergoß, so daß mancher wochenlang benötigt, um seine Erholungsaufenthalte, die er sich im Schwarzwald und in den bayerischen Bergen im Kampf um die Prämien erworben hat, abzusitzen. Auch da war das Bad- ner Land von Mannheim bis Singen in der Stiftung. von Prämien vorbildlich. Aber auch Garmisch-Partenkirchen zeichnete sich durch ein^ außergewöhnlich große Zahl von Prämien für diC Deutschlandfahrer aus, die schmunzelnd die Groß Zügigkeit des weltberühmten Wintersportplatzes anerkannten. Einer der Aktivisten, dem Werden- felser Land und Garmisch-Partenkirchen wieder seinen Platz an der Sonne zurückzuerobern, ist Hans Kilian, der einstige Boxweltmeister und Olympiasieger, der als Präsident an der Spitze eines Sportkomitees steht, das für den kommenden Winter große Pläne hat. Deutschlandfahrt-Film entsteht Schon Anfang August wird in München der Deutsehlandfahrtfilm uraufgefüihrt werden, der in diesen zwei Wochen auf der Fahrt „Quer durch Deutschland’* entstanden ist. Einer, der uns echon manchen prachtvollen Sport- und Kulturfilm beschert hat, der Münchener Produktionsleiter und Kameramann Boemisdh, war mit den Deutschlandfahrern zwei Wochen unterwegs, hat nicht nur den Kampf um den Sieg mit der Kamera eingefangen, sondern vor allem auch Landschaft und Menschen, die zu Millionen am Straßenrand standen. Daraus wird ein Film von etwa 500 m Länge entstehen, der das Geschehen wählend der Deutschlandfahrt 1949 auf der Landstraße in Sonnenglut, Staub und Regen, aber auch während der Ruhetage in Frankfurt, vor allem in dem prachtvollen Waldshut vermitteln wird. „Deutsche Leichtathletik im Vormarsch“ ..Idrottsbladet" Stockholm, das führend« Sport- blau der nordischen' Länder, veröffentlichte eine Europa-Rangliste der Leichtathletik nach dem letzten Stand, deren zehn Bestleistungen aller Gebiete mit einer Kationenwertung verbunden wurden. In dieser von Schweden angeführten Rangliste steht Deutschland jetzt an fünfter Stelle, was in dem Kommentar des schwedischen 'Blattes als ein „sentationeller Vormarsch“ bezeichnet wird. Die Rangliste der Nationenwertung lautet im einzelnen: 1. Schweden 149.75. 2. Frankreich 127,50, 3. Finnland 119,50, 4. England 107,50. 5. Deutschland 106,35, 6. Rußland 94,70, 7. Italien 65,25, 8. Tschechoslowakei 41,00, 9. Belgien 32.00, 10. Ungarn 27,00, 11. Norwegen 25.75, 12. Jugoslavien 24,00, 13. Island 19,10, 14. Polen 15,60. 15. Rumänien 12,50, 16. Schweiz 10.75, 17. Dänemark 7.50, 18. Irland 2,50, 19. Oesterreich 0,75. Weltrekord im Speerwerfen Im Verlauf der Leichtathletik-Länderkämpfe zwischen Rußland und der Tschechoslowakei, den die Gastgeber mit 194:119 P. gewannen, stellte die Russin Natalie Sirmitskaya mit einem Wurf von 49,59 m einen neuen Weltrekord im Speerwerfen auf. Rekordinhaberin war seit dem 12. September 1948 die Österreicherin Herma Bauma mit 48,68 m. Im 5000-m-Lauf schlug Emil Zatopek den Russen Karantsov in 14:29,0 Minuten. Der Russe benötigte eine Zehnteisekunde mehr. Internationales Bodensee-Tennisturnier Vom 5. bis 7. August veranstaltet der Tennisclub Konstanz ein internationales Tennisturnier, zu dem bereits die Ausschreibungen ergangen sind. Es werden neben vorzüglichen deutschen Tennisspielern auch Vertreter des „Weißen Sports“ aus der Schweiz und aus Frankreich erwartet. Alle Anzeichen deuten daraufhin, daß die Veranstaltung zu einer großzügigen Sportveranstaltung in Konstanz wird. In wenigen Zeilen Mit einem 3:2-Sieg gegen Frankreich qualifizierte sich Italien für das Davispokal-Interzonen- finale gegen Australien. Der französische Rückenschwimmer George Vallery stellte über die 100-m-Stroöce im Kampf gegen den Amerikaner Allan Stack in 1:04,9 Minuten einen europäischen Rekord über diese Distanz auf. Der Amerikaner benötigte eine Zehntelsekunde mehr. Die deutsche Rückenmeisterin Gertrud Herrbruck (Blauweiß Pirmasens) kam bei den Pfälzer Schwimm-Meisterschaften in Neustadt zu einem Doppelsieg über 100 m Kraul (1.15,0 Min.) und ’ 100 m Rücken (1:20,0 Min.). Die beste Leistung bei den Männern sah man im 200-m-Kraul« Schwimmen durch- den Pirmasenser Justus mit 2:27,2 Min. Der Sieg in der „Tour de France“ brachte dem italienischen „Campionissimo“ Fausto Coppi etwa eine Million Franken eis Siegespreis. Hinzu kommen noch Sonderprämien für drei Etappeneiege und die 'Bergwertungen. Der FC Luzern (Schweiz) hat Fritz Hack (VfL Konstanz) eine Trainer-Offerte für die kommende Spielzeit' gemacht.' / - Sportliteratur Sprachführer für den Sportsmann. Jetzt, da der «deutsche Sportbetrieb dabei ist, wieder international zur Geltung zu kommen, und da der Verkehr mit Sportvertretern der Besatzungsmächte sicherlich intensiver wird, scheint es angebracht, daß Sportsleute und 'vor allem auch Offizielle und Funktionäre sich der internationalen Sportswoche bedienen können. Ein wertvoller Helfer ist der Langenscheklt’-sch'e Sprachführer für den Sportsmann, der uns in einer deutsch-französischen und in einer deutsch-englischen Ausgabe vorliegt. Die beiden Bücher sind aus der Praxis für die Praxis entstanden. Kein Lehrbuch vermag so ausreichenden Aufschluß über die Sportausdrücke und spezifischen Redewendungen des Sports zu geben, wie diese beiden Werkchen. Die Auswahl des Stoffes erfolgte nach rein praktischen Gesichtspunkten. Die übersichtliche Einteilung in Gruppen und Untergruppen der verschiedenen Sportarten gewährleistet die leichte Handhabung dieses Sprachführers, der auch Runüfunkleuten, Dolmetschern, Uebersetzern usw. wertvolle Dienste leisten kann. (Bezug: Auroro-Publikation, Mün- I chen 27, Mauerkircfrerstraße 13). Das Geheimnis t) der Fliegen Kriminal-Roman von Karl Bachfer „O, Sie sind ärgerlich? Das tut mir leid. Wir Kriminalisten sehen die Menschen, wie eie sind, nicht wie rosiger, aber wirklichkeitsfremder Idealismus sie gerne sehen — möchte.” Freemans Gesicht zeigte Verachtung. „Von solcher Warte aus mag das Leben als eine recht simple Formel erscheinen.” „Sie irren, Mr. Freeman. Es erscheint im Gegenteil ungeheuer kompliziert. Gerade von solcher Warte aus. Lassen Sie sich aber von meiner schlechten Meinung über meine Mitmenschen bitte nicht beirren, sondern erzählen Sie weiter! Sie kamen also — es war immer noch vor Mitternacht, nicht wahr? — hierher zurück.” „Mr. Barry war bereits zu Bett gegangen. Er rief mich in sein Schlafzimmer. Er bat mich, das Licht auszuschalten und das Fenster bis auf eine Handbreit zu schließen. Dann ging ich nachhause.” „Wie spät war es da?” Freeman dachte nur kurz nach. „Als Ich ein paar hundert Meter gegangen war, schlug es gerade Mitternacht.” „Das genügt, Mr. Freeman. Bitte halten Sie sich nebenan im Arbeitszimmer auf, bis ich Sie wieder rufe!” Mr. Freeman verbeugte sich kühl und ging. Chef-Inspektor Campbell blickte ihm einen Augenblick sinnend nach. • * * ,Hallo, Inspektor!” „Hallo, Storfer! Schon zurück? Haben Sie die Flasche untersuchen lassen?” Kriminalassistent Storfer nahm die Flische aus seiner Aktenmappe und •teilte sie auf den Tisch. „Fingerabdrücke?” fragte Campbell. „Welcher Verbrecher hinterläßt heute noch Fingerabdrücke!” lachte Storfer. „Aber der Doktor hatte recht. Das Giftgas ist in der Tat in dieser Flasche erzeugt worden. Durch Uebergießen einer chemischen Substanz mit einer anderen. Verstehe nichts davon, Chef. Aber hier auf dem Zettel steht die genaue Analyse.” Campbell nahm dem Assistenten das Blatt Papier aus der Hand und vertiefte sich in die Formeln, die darauf verzeichnet waren. „Keine alltägliche Methode”, sagte er, „fachmännisch, raffiniert. Stellen Sie die Flasche hinter den Kaminschirm zu den anderen. Aber merken Sie sie sich!” Storfer stellte die Flasche zu den übrigen elf. „Keine Sorge, Chef. Verwechslung ausgeschlossen. Sind Sie inzwischen wei- tergekommen?” „Denken Sie Storfer, der Privatsekretär, Mr. Freeman, besitzt ausgedehnte chemische Kenntnisse.” Storfer pfiff durch die Zähne. „Und sonst?” ..Sonst? Nichts. Gar nichts, Storfer. Vermaledeite Geschichte! Was nützen Vermutungen? Was nützt ein Verdacht? Aber, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Es ist mir schon manchmal bei solchen undurchsichtigen Sachen so gegangen. Manchmal muß man warten, bis einem der Täter selber weiterhilft'.” „Das ist reichlich viel verlangt, finde ich!” „Haben Sie noch nichts von der beinahe sprichwörtlichen Mörderdummheit gehört, Storfer?” ..Schon, — aber dieses Verbrechen sieht gar nicht besonders dumm aus.” „Gerade das macht mich zuversichtlich. Gerade bei feinster Voraussicht, Vorbereitung und Ausführung einer Tat liefert gewöhnlich irgendeine Unvorsichtigkeit den Täter fast regelmäßig in die Hände der Polizei!” „Und wie wollen Sie so was erklären, Inspektor?” „Ziemlich einfach. Passen Sie mal auf, Storfer. Zur Planung und Ausführung einer Tat hat der Täter Zeit, mit seinem Verstände jede Einzelheit gewissermaßen vorzukalkulieren. Alles klappt wie am Schnürchen. Aber — wenn dann die Tat geschehen ist, dann ergibt sich eine ganz neue, besondere Seelenlage, die nicht zu berechnen war. Die Schockwirkung der vollbrachten Untat ruft unkontrollierte Reaktionen hervor, die aus dunklen, unbewußten Bezirken der Seele zum Licht aufsteigen.” „Ich verstehe, was Sie sagen wollen, Inspektor. In großer Erregung tut ein Mensch zuweilen Dinge, von denen er nachher nichts mehr weiß, und die ihn einfach überwältigt haben, nicht wahr?” „Richtig, Storfer! Erinnern Sie sich nicht noch an den Mörder, der ausgerechnet die Visitenkarte des Geliebten seiner Schwester am Tatort zurückließ? Solche „Zufälle” hat man so oft beobachtet, daß es einem schwer fällt, nicht an eine gewisse Gesetzmäßigkeit zu glauben.” „A'so trüge eigentliche jede Untat ihre Strafe schon im Keime in sich?” „Wenn es auch seltsam klingt: Es ist so.” „Eine seltsame Erscheinung.” „Oder — ein Massenmörder wählte zum Schauplatz seiner Greueltaten ein überfülltes Mietshaus. Er ließ die Leichen herumliegen oder warf sie in den nahen Fluß. Die Kleider seiner Opfer verkaufte er in der nächsten Umgebung. Ein anderer spielt geradezu Katze und Maus mit der Polizei. Es begann mit selbstangefer- tigten Briefen mit Tatort-Skizzen und Mitteilungen von Einzelheiten und endete mit klarem Selbstverrat.” „Und jetzt glauben Sie, Inspektor, daß auch unser Mörder?” ... Campbell lächelte. „Ich hoffe es, Storfer. Ich hoffe es. Aber nun wollen wir einmal den Neffen unter die Lupe nehmen! Mrs. O’Cormick!” Mrs. O’Cormick erschien in der Tür, nun schon wieder gepflegt und gut anzu- sehen. „Ich freue mich, Sie so gut erholt zu sehen, Mrs. O’Cormick”, lächelte der Inspektor. Ich möchte Sie noch etwas fragen. Mr. Walter Barry, der Neffe des Toten, wohnt schon lange hier im Hause?” „Ja. Aber er ist in den letzten Janren viel unterwegs. Auch gestern kam er erst in der Nacht ganz unerwartet zurück.” „Das ist interessant, Mrs. O’Cormick. Und wann erschien er im Hause?” „Gegen ein Uhr.” „Mr. Freeman war also schon aus dem Hause?”, warf Storfer ein. „Natürlich”, antwortete Mrs. O’Cormick. ,?Ueber eine Stunde.” „Erzählen Sie doch bitte weiter, Mrs. O’Cormick!”, ermunterte Campbell „Mr. Walter Barry war im Auftrag seines Onkels nach Washington gereist, um ein Geschäft zuende zu führen.” „Und gestern kam er zurück. In der Nacht. Unerwartet sagten Sie?” „Allerdings. Mr. Barry und Mr. Freeman haben mehrfach davon geredet, daß Mr. Walter Barry kaum vor dem nächsten Wochenende zurückzuerwarten sei.” „Dann hat sich das Geschäft in Washington aber verdammt schnell abgewik- kelt!” meinte Storfer. „Ich wundere mich nur”, fuhr Mrs. O’Cormick fort, „daß Mr. Walter Barry zurückkam, ohne sich vorher telegraphisch oder telefonisch anzumelden.” „Tat er das sonst?“ „Eigentlich immer”. „Storfer!” rief Campbell dem Assistenten zu, „kommt um Mitternacht ein Zug aus Washington hier an. Sie wissen das doch!” Storfer schüttelte den Kopf. „Der letzte Zug läuft bereits um 21 Uhr in Philadelphia ein.” Campbell nickte. „Ich habe mir so etwas gedacht. Also hat Mr. Walter Barry in Philadelphia noch etwas anderes zu erledigen gehabt, bevor er hierher k3m!” „Vielleicht wollte er abwarten, bis der Sekretär aus dem Hause war?” gab Storfer zu bedenken. ,.Hm”, brummte Inspektor Campbell, „sagen Sie, Mrs. O’Cormick, wie vertrugen sich Mr. Freemann und Mr. Walter Barry miteinander?” „O, soweit ich es beurteilen kann, ausgezeichnet. Sie waren sozusagen Freunde.” „Wußten Sie, Mrs. O’Cormick, daß diese beiden Herren sich in die eine Hälfte des großen Vermögens von Mr. James Barry teilen werden, während die andere Hälfte einer wohltätigen Stiftung zufällt?“ „Ja. Mr. James Barry hat nie ein Hehl daraus gemacht. Er schätzte beide Herren als Mitarbeiter hoch. Mr. Freeman war aber sein eigentlicher Vertrauter, während er mit seinem Neffen Walter zuweilen Auseinandersetzungen hatte.” „Ach”; sagte Campbell, „Wissen Sie, welcher Art diese Auseinandersetzungen waren?” „Mr. James Barry mißbilligte die etwas lockere Lebensführung seines Neffen.” „Näher können Sie uns das nicht erklären?” „Nein, das kann ich wirklich nicht.” „Na schön”, bog Campbell ab, „Walter Barry kam also gegen ein Uhr nachhause. Hat ep in der Nacht noch mit seinem Onkel gesprochen?” Mrs. O’Cormick verneinte. „Wo denken Sie hin, Inspektor! Mr. Barry schlief doch schon. Und sein Schlaf war uns allen heilig. Auch Mr. Walter wollte gleich zu Bett gehen. Als er sich nach seines Onkels Befinden erkundigte, erklärte ich ihm, daß der alte Herr bereits schlafe lind mit Mr. Freeman eine lange anstrengende Konferenz bis gegen Mitternacht gehabt habe. Daraufhin begab er sich sofort in sein Zimmer.” (Fortsetzung folgt) «k/oTRl i Donnerstag, 28. Juli 1949 SÜDKURIER F Nr. 88 / Seite 8 für Geschirr und Besteck für Hausund Küchengerät für stark verschmutzte Arbeitswäsche HENKEL’S das llHj£irtw«£ Reinigungsmittel fr« meersburger Sdiloßbeleuditung Samstag, 30. Juli 1949 t Am 25. Juli 1949 verschied unerwartet im Alter von 78 Jahren mein lieber Schwager und unser guter Onkel Alfred Fettig Apotheker 1. R. Konstanz, den 25. Juli 1949. Heidelberg, Steubenstr. 44. Karlsruhe. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ida Fettig Wwe.. geb. Amann, Ottilie Herdt, geb. Fettig, Gertrud Fettig, Karl Herdt Abt.-Präsident. Beerdigung Donnerstag 14.30 Uhr. Nachruf Unser langjähriger Grundbuchhilfsbeamter Herr Reinhard Bohnert Verw.-Oberinspektor i. R. ist am 2. ds. Mts. in Eimeldingen plötzlich verstorben, nachdem er sich nur kurze Zeit im Ruhestand befand. Herr Bohnert hat über 43 Jahre lang mit großem Fleiß und ausgedehnter Sachkenntnis seine Arbeitskraft der Stadt Lörrach für das wichtige Gebiet des Grundbuch,wesens zur Verfügung gestellt. Für diese vorbildliche' Treue und Hingabe dankt ihm die Stadtverwaltung und wird ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Lörrach, im Juli 1949. Bürgermeisteramt: B raye f ' GESCHÄFTS-ERÖFFNUNG! PF*3II^ NEOLER t... m:i_« Typ „Milan” Das sdiöne, billige Geschenk für Kinder Das neuartige Sportgerät für alle Am 31. Juli 49 „ScUfott Aussicht düMiftfyeft" Das große Feuerwerk der 1. Augustfeier in Basel sehen Sie im Garten der »Schönen Aussicht“. Es ladet ein: Familie Wöchner Vii« .. ■■■. f Wessenbergstraße 37 Heute * Wiedereröffnung Stellen-Angebote Müller, Jüngerer, kräftiger, kann sofort eintreten. Kunstmühle Auberer, Altstetten b. Meßkirch. Köchin für Kantinenbetrieb, tägl. 5 Stunden bei guter Bezahlung sofort gesucht. Zuschr. unt. 82 186 Südkurier Villingen. Hauswirtschafterin, für größeres Landhaus am Ueberlinger See gesucht. Verlangt wird erstklass. Kraft für Küche und Haus über 30 Jahre. Geboten wird selbst. Vertrauensstellung auf lange Sicht bei guter Bezahlung. Bewerbungen mit Referenzen unter 14 795 Südk. Konstanz. Hausgehilfin bei guter Bezahlung und Verpflegung sofort gesucht. Kurhaus Viktoria, Schönwald/ Schw., Tel. 548 Triberg. Mädchen, * ehrl., selbständig, für Geschäftshaushalt gesucht. Zuschriften u. 42 590 Südk. Stockach. Mädchen, älteres, selbst., das gut kochen kann, in 3-Personenhaus- halt (Erwachsene), am liebsten in Dauerstellung gesucht. Beste Behandlung und guter Lohn. Schönste Lage in klein. Schwarzwaldstadt. Zuschr. u. 42 853 Südk. Triberg. Mädchen, kath., 16 Jahre, als Hauswirtschaftslehrling gesucht. Zuschriften unter 30 085 Südk. Donaueschingen. _Stellen-Gesuche_ Landarbeiter mit Frau und 2 erwachsenen Kindern, alle arbeitsfähig, suchen Dauerstelle auf Landwirtschaft. Zuschr. u. 52 300 Südkurier Konstanz. Kontoristin sucht geeigneten Arbeitsplatz, evtl. Mithilfe im Haushalt. Zuschriften unter 80 421 Südkurier Donaueschingen. Fräulein, älteres, sucht Stelle ln Haushalt bei Dame oder Herrn. Zuschr. u. 83 051 Südk. Stockach. Mädchen, 22 Jahre, bis jetzt im Haushalt tätig, sucht Stelle, am / liebsten i. Geschäftshaushalt. Zuschrift. u. 23 702 Südkur. Stockach. Verkäu te 1 Schreibmaschine, Continental, Bü- romodell. mit Schreibmaschinentisch und Hektographiermasch., Marke Roto-Centograph, Großformat (DIN A 3), gegen Angebot zu verkaufen. Zuschriften u. 24 332 Südkurier Singen. Getreideableger, guterh., sowie Kuhkummet, kompl., verkauft. Josef Jäger, Bauer, Münchhöf üb. Stockach. Pfaff-Nähmaschine, versenkbare, neu, zu verkaufen oder gegen Schreibmaschine zu tauschen gesucht. Zuschr. u. 42 596 Südkurier Stockach. Möbel, gebrauchte, großes Küchenbüfett, Tisch und Hocker, Bettstätten und Nachttische, sowie Küchenherd zu verkaufen. Donaueschingen, Lehenstr. 25. Futterstroh, größ. Quant., Ernte 1949. zu verk. Klengen, Haus 120. Handwebstuhl. 80 cm breit, 35 DM, Gartenliegestuhl mit Fußstützen, 28 DM zu verk. Anzusehen 12—14, 18—20 Uhr. Wiedemann, Villingen, Scheffelstr. 10. Kinderwagen, guterhalten, billig zu verkaufen. Behla, Haus 11. Leiterwagen, 50 Ztr. Tragkr., mit Benne, preiswert abzugeben. Zuschriften u. 80 415 Südk. Donaueschingen. Leiterwagen (kpl.), mit 35—40 Ztr. Tragkr.; Leiterwagen (kpl.), mit 45—50 Ztr. Tragkraft, zu verkauf. Die Wagen befinden sich in einem sehr • guten Zustand. Wilh. Nägele, Landwirt, Bonndorf (bad. Schwarzwald), Gartenstraße. _ __ Kautgasuche _ Heidelbeeren, Himbeeren. Blaubeeren kauft sofort zu jeweiligen Tagespreisen. Ketterer, zum Ochsen, Vöhrenbach, Tel. 24. Herrenfahrrad zu kaufen gesucht. Klengen, Haus 4. _Kraftfahrzeuge_ Motorrad (Ardie) 200 ccm, Sport- modell, generalüberholt, umständehalber zu verkaufen. Zuschr- u. 83 833 Südkurier Radolfzell. Motorrad, 200—250 ccm, in bestem Zustand gegen Barzahlung zu kaufen gesucht. Zuschr. u. 81041 Südkurier Tiengen. NSU-Motorrad, 200 ccm, Modell 38, zu verkaufen oder Tausch gegen neuwertig. Klein-Motorrad. Laufenburg. Landstraße 12. Motorrad, 250—350 ccm, neuw., zu kaufen ges. Evtl. NSU. 200 ccm, Baujahr 38, zum Tausch geboten. Zuschr. u. 82 187 Südk. Villingen. BMW, 200 ccm U. DKW 200 ccm, prima Zustand sof zu verkaufen. Rudolf Staiger, Schmied, Weiler b. Königsfeld. DKW Hansa-Lloyd, 1100 ccm, Limousine, generalüberholt, in erstklassigem Zustand, zu verk. Zuschrift. u. 42 553 Südk. Konstanz. LKW, i^-Tonner. Kastenwagen, Adler Standard, Motor einwandfrei, sowie sechsfach sehr gut bereift, preiswert abzugeben. Erwin Wiek, Metzgerei, Donaueschingen. _Immobilien_ Bauplatz, 1800 qm, in Immenstaad zu verk. Näheres Franz Kugler, Immobilien, Markdorf, Tel. 431. Wohnhaus, 2stöckig, neuw., 2X3 Zimmer und Küche, beziehbar, in Markdorf zu verk. Preis 18 000.- DM. Anzahlung 15 000.- DM. Näh. Franz Kugler, Immobilien, Markdorf, Tel. 431. Wiesen- und Ackerland 32 Ar und 40 Ar ln nächster Nähe der Stadt Richtung Allmendshofen zu verkaufen. Zuschr. u. 80 427 Südkur. Donaueschingen. _ _ Heiraten _ Dame, 39 Jahre. 160 groß, ev„ blond, vielseitig interessiert, angenehme Erscheinung mit vollständiger Möbel- und Wäscheaussteuer, Haus- und Grundbesitz, wünscht Wiederverheiratung mit gut ausseh. Herrn in entsprech. Position. Bildzuschriften unter 52 375 Südkurier Konstanz._ _ Vermischtet _ Erholungssuchende! Frdl. Aufnahme bei guter Kost, Seegegend, 2 Bettzimmer, Pension DM 5.-. Zuschrift. u. 78 846 Südkur. Ueber- lingen. Qualitäts-Möbel in großer Auswahl immer noch zu besonders herabgesetzten Preisen Möbelfabrik und Einrichtungshaus o,b,. TREFZGER GmbH. KONSTANZ, BodanstraBe 19/21 r - DEUTSCHES THEATER IN KONSTANZ LEITUNG HEINZ HILPERT EINLADUNG ZUR STAMM SITZ MIETE FÜR DIE SPIELZEIT 1949/1950 Die Spielzeit 1949/1950 wird Mitte August eröffnet werden. Wir bitten unsere Stammsitzmieter, ihre bisherigen Stammsitzmieten für die nächste Spielzeit zu erneuern. Das Stammsitzbüro (Theaterkasse) ist werktäglich von 9—13 und von 16—19 Uhr für unsere bisherigen Stammsitzmieter geöffnet. Ab Sonntag, den 7. August, bittep wir neu hinzukommende Stammsitzmieter, die gewünschten Plätze zu mieten. Das Stammsitzbüro (Theaterkasse) ist ab Sonntag, den 7. August werktäglich von 10.39—13 und 17.30—20 Uhr, sonntags von 10.30—12 und 18.30—20 Uhr geöffnet. Schriftliche Bestellungen können an das Stammsitzbüro gerichtet werden. Das Werbeheft des Deutschen Theaters ln Konstanz bitten wir in den üblichen Kassenstunden an der Theaterkasse in Empfang zu nehmen. V__^ DIE WEISSE KUGEL ROLLT täglich von 17—19 Uhr + 21-0.30 Uhr I ^ N©TE1 WBENSIRInlOlF I Billige Sonderfahrt am 3. August 1949 zur Bregenzer Festwoche u. Dombirner Exporfsdiau Fahrpreis für Hin- u. Rückfahrt 5.— DM einschl. der Einreisegebühr (1.50 DM). Kinder von 4—10 Jahren halber Fahrpreis. Fahrplan 8.30 Uhr ab Konstanz an 22.30 Uhr 10.30 Uhr an Lindau ab 20.30 Uhr 12.00 Uhr ab Lindau an 19.40 Uhr 11.20 (MEZ) an Bregenz ab 18.20 (MEZ) Anmeldung und 'Auskunft am Hafenschalter in Konstanz. Anmeldungen werden bis 30. 7. 1949 angenommen. Beschränkte Teilnehmerzahl. Beliebte fllusfluosjtelß: Gasthaus „Zum Fischer“ Hammereisenbach Gute Küche Gute Weine Fremdenzimmer Gasthaus „Waldblick“ Aufen Gute Küche Gute Weine Ausflugsmöglichkeiten Gasthaus „Sternen“ Unterbränd Telefon: Löffingen 199 Gute Küche Gute Weine Vespermögl.chkeilen Badegelegenheit im Stausee Gasthaus z. „Rössle“ Dittishausen Gute Kiicbe, gute Weine, Vespermöglichkeiten. Fremdenzimmer Mit Antos und Motorräder 5 Minuten vom Stausee Unterbränd entfernt Restauration „Zum Falken“ Oberbränd Das ideale Ausflugsziel Herrlicher Rundblick zum Feldberg und den Alpen Schollach Gasthof u. Pension Schneckenhot J Gute Küche, gute Weine. Fremdenzimmer. Angenehmer Sommerund Winteraufenthalt. Eigene Landwirtschaft. Tel. Eisenbach 71 Verlag kath.Wochenschrift sucht per sofort gewissenhafte und zuverlässige Bezieherwerber Ausführliche Angebote mit Referenzen, Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Lichtbild erfolggewohnter Herren (kath.) erbeten unt. 16144 Südkurier Konstanz. Ford Taunus der geräumige rod wirtschaftliche Gebraodis- wagen jetzt billiger Standard a.W. DM 8500 Spe’ial a.W. DM 74) Kastenwagen, qnm- dierta.W. DM4500 Verlangen Sie bitte ttn- Terbindllthes Angebot o. Probefahrt Gebr. Keller Engon/Hagau VHIIngan *80 Ul. 2«M Sfiesse EL SeifMJahren universalu.intemafional 30. August bis 4.Sept1949 Auskünfte erteilt die zuständige Industrie-und Handelskammer oder die Handwerkskammer Steilen-Angebote Existenz, selbständ.. mit dauernd steigenden Einkommen durch Uebernahme des Bezirksalleinvertriebes chem. Massenartikel bietet Chem. Fabrik R. Schneider, Wiesbaden 132. Hausgehilfin, zuverl., selbständ., möglichst mit einigen Näh. und Kochkenntnissen, in Arzthaushalt mit 2 Kindern gesucht. Gutes Gehalt nach Vereinbarung, eigenes Zimmer, Familienanschl. Praxis nicht im Hause. Bewerbungen an Frau Grete Lah- meyer. Wildbad, Schwarzw. sLfoflnu* JÄ. PULVER Erfolg 1 Es rtgnata nur so von den Ttotn horab. Wir sind oufe Dost« zufrioden. CA und E.LO. 1« Orogtrian und Focbgoschöftanl CEU GmbH» MG&HBM/RHBN Vertretet Vertreter, geeigneter, von westdeutscher Textilwaren-Großhand- lung gesucht. Zuschr. u. 1157 An- zeigenvermittlung Mork, Viersen •(Rhld.) Kraftfahrzeuge Opel-Super t, Cabriolet, viersitzig, vierfenstrig, in tadellosem Zustand, neuw., verkauft Konrad Martin, Opel-Händler, Stockach, •Tel. 470. 1 PKW. Mercedes-Nürburg, 7-Sit- zer, sehr schönes Fahrzeug, für Mietwagen geeignet: I geschloss. Anhänger, Einachser, 20 Ztr. Tragkraft: gebrauchte Ersatzteile von GMC, 5 t. S-Achser-LKW, zu verkaufen. Anton Ball, Transportunternehmen, Memmingen, Riedbacher Straße 58, Tel. 2840. Automatische Wasserversorgungen für Hans, Gartenbau, Laad Wirtschaft. Beregnungsanlagen — Wasserschläuche — Gewächshäuser — Heizungsanlagen liefert u. installiert kurzfristig J. Schroff & Co., K.G. Reichenau (Baden). Beratung und Voranschläge * kostenlos. ■ SnShrartrhula M.MMaitM»aiiuMiia 1 »pvilicriUllll® Sorgt. Erzishung u. Ausbild, v, 14 Jahr ab ■ F«|uff . f _j_ Sondsrfclets« ffir Abiturienten I Schwarzwild Mw- m. Umschulung u. Kriegsteilnehmern Geschäftliche Empfehlungen Neuer Adressenkatalog mit I Million Adressen, gebietsunterteilt, für Handel und Industrie kosten- * los durch Merkur. Einbeck 2S2. 1 „Fftray* zu DM 4.50 ist die Selbstmach-Dauerwelle für SIE. I Verlangen Sie sie in der Apotheke oder guten Drogerie! 'Kit* 40 p/oA I köKo! gehallt: ‘’MMvkel ihn mÄfei#,, cdkA,--ire£eluiÄfiiC),!'' M. Vi KRUG Mr DM. ■SEmueB.