SÜDKURIER 6. JAHRGANG Hisdiemt Dienstag, Donnerstag. Samstag. Adresse: Konstanz, Marktstätte 4 Telefon-Anschlüsse: Redaktion und Verlag Ni. 924, 925, 1130, 1510, 1511 Qfr uttaßQäogigr föritnaDritunp odtn iSdSrnfrr ’SAMSTAG/SONNTAG 14./15. JANUAR 1950 •• NUMMER 6 Bezug monatlich durch die Post DM 2.30, einschl. 27 Dpf Postzustellgebühr, durch Träger DM 2.10 einschließlich 25 Dpf Trägerlohn — Einzelpreis 20 Dpi 60 hoffen auf Rettung LONDON. Das britische 1575 Tonnen große Unterseeboot „Truculent“ ist nach Zusammenstoß mit einem schwedischen Tanker in der Themse-Mündung gesunken. Das U-Boot hatte über 60 Mann an Bord, von denen nach letzten Meldungen bisher 15, unter ihnen der Kommandant, von dem holländischen Dampfer „Almdijk“ geborgen werden konnten. Inzwischen werden fieberhafte Versuche zur Rettung weiterer Überlebender unternommen. Um die Rettung der eingeschlossenen U-Bootbesatzung bemüht sich zur Zeit eine der größten Rettungsflotten, die jemals von Großbritannien ausgerüstet worden ist. Taucher der britischen Marine, die das auf Grund liegende Boot erreichten, vernahmen deutliche Klopfzeichen. Von der eingeschlossenen Besatzung wurde eine Boje hochgelassen, um den Ort der Katastrophe für die Rettungsboote eindeutig sichtbar zu machen. Der Luftvorrat für die im U-Boot befindlichen Männer wurde im Freitagraorgen als ausreichend für noch 30 Stunden berechnet. Bruder und Sdiwester ÜLZEN. Ein Heiratsinserat führte kürzlich einen heimatlosen Rußlandheimkehrer mit seiner Schwester zusammen. Des Alleinseins müde, hatte der Heimkehrer in einer Wochenzeitschrift ein chiffriertes Heiratsinserat aufgegeben. Es entspann sich ein zarter Briefwechsel mit einem jungen Flüchtlingsmädel aus Suhlendorf im Kreis Ulzen. Der volle Name wurde wie üblich nicht genannt Beim ersten Treffen stand der Heimkehrer plötzlich vor seiner Schwester, von der er seit seiner Gefangennahme nichts gehört hatte. Von 1200 bestochen STUTTGART. (Tfz.-Eigenbericht.) Ein sensationeller politischer Korruptionsskandal ist in Stuttgart aufgedeckt worden. Nachdem der ehemalige Chefkläger der Zentralspruchkammer Ludwigsburg, Heinz May, vor kurzem wegen Bestechlichkeit verhaftet worden war, ergaben die weiteren Ermittlungen der württembergisch- --badischen Landespolizei, daß sich in den letzten Jahren um die Entnazifizierung in Württemberg-Baden ein Ring von Korrup- ticnsfällen ausgebreitet hat, in den nach bisherigen Schätzungen rund 1200 Personen verwickelt sind. Die Polizei hat bereits mehrere Verhaftungen vorgenommen. Italienische Regierung zurückgetreten ROM. Der italienische Staatspräsident Luigi Einaudi wurde offiziell von dem vollzogenen Rücktritt des Kabinetts de Gasperi unterrichtet. Einaudi berief die Parteiführer zu sich, mit denen er über die Neubildung der italienischen Regierung verhandeln wird. Gleichzeitig beauftragte Staatspräsident Einaudi Ministerpräsident de Gasperi, die Regierungsgeschäfte bis zur offiziellen Annahme des Rüdetritts weiterzuführen. Robert Schüman in Bonn eingetroffen Heute Empfang beim Bundespräsidenten — Sonntag Abreise des Außenministers nach Berlin BONN. (W.-Eigenbericht) Der französische Außenminister Robert Schuman ist am Freitagabend in der deutschen Bundeshauptstadt Bonn eingetroffen. Bei seiner Ankunft auf dem Bonner Hauptbahnhof wurde er von Bundeskanzler Dr. Adenauer, Vizekanzler Blücher und Verkehrsminister Dr. Seebohm begrüßt. Er begab sich sogleich anschließend im Wagen auf Schloß Erreich bei Remagen, dem Sitz des französischen Hohen Kommissars Frangois- Poncet. Heute Mittag wird er dem Bundesprä- sidenten Prof. Dr. Heuß auf Viktorshöhe einen Besuch abstatten. Man glaubt, daß sich Heuß vor allem bemühen wird, den ungünstigen Eindruck, der in Frankreich durch die falsche Wiedergabe seiner Äußerungen zur Saarfrage entstanden ist, zu verwischen. Der Bundespressechef Bourdain hiait am Freitagnachmittag kurz vor der Ankunft Schumans erklärt, die Aeußerungen des Bundespräsidenten deckten sich mit der Auffassung der Bnndesregierung, Das bedeute, daß nach Auflassung der Regierung fleuß wegen seiner Aeußerungen zu Unrecht in Frankreich angegriffen worden sei. Auf die Frage, ob die saarländische Regierung nach Ansicht der Bundesregierung berechtigt sei,'mit der'französischen Regierung über eine Angliederung an Frankreich zu verhandeln, erwideri: der Regierungssprecher, dies komme auf den Umfang der Verhandlungen an. Soweit es sich um eine wirtschaftliche Angliederung an Frankreich handele, könne die Bundesregierung keine Einwände erheben. Die weitere Frage, ob bei einer wirtschaftlichen Angliederung an Frankreich noch eine politische Verbindung mit der Bundesrepublik- möglich wäre, beantwortete Bourdain mit dem salomonischen Ausdruck: „Soweit man das Wirtschaftliche vom Politischen ^trennen kann, ja“ Bourdain bestätigte außerdem, daß die Saarfrage, eingebettet in das größere Problem des deutsch-französischen Verhältnisses überhaupt den Haupigegenstand der Besprechungen mit Schuman ausmachen werde. Im Anschluß an. den Besuch bei Heuß wird der französische Außenminister ins Palais Schaumburg fahren, wo der Bundeskanzler ihm in Anwesenheit der politischen Führer und Minister ein Frühstück geben wird. Nach verschiedenen Besprechungen wird der Bundeskanzler nachmittags im Bundeshaus in Anwesenheit eines größeren Personenkreises, auch aus der Wirtschaft und den Gewerkschaften, einen Empfang für Schuman geben. Am Sonntag wird der Außenminister zunächst mit dem Stab der französischen Hohen Kommission Zusammentreffen. Nach Kurz notiert Die deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat in den 85 Jahren seit ihrem Bestehen insgesamt 8823 Menschen aus Seenot gerettet. Journalisten aus Schottland und Holland, sowie Vertreter amerikanischer Luftfahrt- Gesellschaften sind in Baden-Baden eingetroffen, um den Schwarzwald und das Bodenseegebiet zu bereisen. Vom 1. Oktober 1948 bis zum 1. Oktober 1949 ist die Zahl der in Württemberg-Hohen- sollern zugelassenen Lastkraftwagen von 4635 *uf 6855 gestiegen. Der Vorkriegsstand an zugelassenen Lastwagen ist überstiegen. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, gerichtliche und notarische Urkunden künftig nicht mehr mit einem Farbdruckstempel, sondern — wie früher — mit *inem Prägsiegel zu siegeln. Ab sofort ist der Telegrammverkehr von Deutschland nach Bulgarien nnd Japan möglich. Damit verfügt die* Bundesrepublik über telegraphische Verbindungen zum gesamten Ausland. Der ehemalige General Rudolf Hübner, während des Krieges Vorsitzender des von Hitler eingesetzten „fliegenden Standgerich- i tes“, wurde von einer Münchener Soruch- kammer als Hauptschuldiger eingestuft. Der ehemalige Geschäftsführer der Hoover- Speisung in Heidenheim, Herbert Kirsten, der seit der Währungsreform 23 006 DM unterschlug, ist zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Auf der Autobahn zwischen Darmstadt und Mannheim fuhr ein mit fünf Personen besetzter Volkswagen In voller Geschwindigkeit Segen den quer auf der Fahrbahn stehenden Anhänger eines Lastzuges. Zwei Personen wurden getötet, drei schwer verletzt. Die in Göppingen stationierten US-Soidaten dürfen sich künftig nnr noch bis 31 Uhr in der Stadt aufhalten, da sich in letzter Zeit *»hlreiche Zwischenfälle mit der deutschen Zivilbevölkerung ereignet haben. Zwei Gangster drangen in die „Norddeutsche Kreditanstalt“ in Bremerbaven ein und raubten mit vorgehaltener Pistole 160 000 DM. Die Täter konnten unerkannt entkommen. In_ Frankfurt am Main ist ein „Aktionskomitee für den Frieden“ gegründet worden, das alle um den Frieden bemühte Menschen Msammenfassen will, am den „schönen Woreiner Pressekonferenz gegen Mittag will er nachmittags zum Abschluß seines Bonner Besuches noch einmal längere Zeit mit Dr. Adenauer Zusammenkommen. Am Sonntagabend reist Außenminister Schuman nach Berlin weiter. Die Ankunft in Mainz MAINZ. Der französische Außenminister Robert Schuman traf am Freitagvormittag auf dem Mainzer Hauptbahnhof zu dem angekündigten Deutschlandbesuch ein. Er wurde von dem französischen Hohen Kommissar Andre Frangois-Poncet, dessen. Stellvertreter Botschafter Berard und dem Oberkommandierenden der französischen Besatzungstruppen in Deutschland, General Guillaume, empfangen. Gleich nach seiner Ankunft schritt Außenminister Schuman die Front der Ehrenabteilungen marokkanischer. Schützen und einer Panzertruppe ab. Anschließend fuhr er durch die mit den Bundesfarben geschmückten Straßen zum Osteiner Hof, wo ein Empfang der Spitzen der französischen Behörden stattfand. Bei seinem Besuch in der Johannes- Gutenberg-Universität in Mainz hob Außenminister Schuman in einer auf deutsch gehaltenen Ansprache die Bedeutung hervor, die der Gründung dieser Universität in Frankreich beigemessen werde. „Unser Ziel ist, der Jugend weite Horizonte zu öffnen und damit ein geistiges Europa und einen europäischen Geist zu schaffen und zu konsolidieren. Wir wollen durch unsere Zusammenarbeit auf geistigem Gebiet dokumentieren, wie notwendig es ist, daß sich zwei Völker zu einem freundschaftlichen Werk im Dienste der Jugend zusammentun.“ Er selbst kenne als Grenzländer die Schwierigkeiten zwischen Deutschen und Franzosen. Man dürfe sie nicht vergessen, sondern müsse aus ihnen die Lehren fyr die friedliche Zusammenarbeit in der Zukunft ziehen. Dann werde alles, was Deutsche und Franzosen erlitten hätten, nicht umsonst gewesen sein. „Saar-Entscheid erst im Friedensvertrag" Bundespräsident Heuß warnt vor falschen Vorentscheidungen KOBLENZ. Im Anschluß an ein Referat über den besonderen Charakter des Landes Rheinland-Pfalz als Grenzland stellte Bundespräsident Prof. Heuß während eines Staatsaktes im Koblenzer Landtag fest, es gäbe stellenweise noch einen aggressiven und leichtverwundbaren See- leiizustand, den er „Grenzland-Nationalismus“ nennen möchte. Der Bundespräsident wandte sich ferner dem Saarproblem zu und erklärte, die Saarfrage könne erst endgültig im künftigen Friedensvertrag geregelt werden. „Dabei steht fest, daß das Land geschichtlich und ethisch deutsch ist. Wir wollen keine neuen Fehlkonstruktionen mit ungesicherten Fundamenten wachsen sehen. Wir erwirken mit der Beantwortung dieser Frage einen sehr wesentlichen Beitrag zur vollen Verständigung mit Frankreich, die uns der beiden Länder und Europas wegen am Herzen liegt.“ Am Schluß seiner Rede betonte Buhdespräsident Heuß, daß eine Vorentscheidung in der Saarfrage sachlich und psychologisch ungeschickt wäre und die positiven Funktionen der Saarproblematik in einer europäischen Gesamtschau erschweren müßte. Französische Kommentare Die französischen Zeitungen druckten die Saarrede des Bundespräsidenten an bevorzugter Stelle ab. Allerdings zitieren sie die Ausführungen von Prof. Heuß teilweise in nicht ganz sachlicher Weise. Die „Aube“, das Blatt des französischen Außenministers, weist den Bundespräsidenten sogar in sehr scharfer Form zurecht. Dieses Blatt meint, „wie das Dritte Reich Oesterreich forderte, so verlangt die junge deutsche Bundesrepublik das Saargebiet. Jedes Wort der Deutschen enthält eine Forderung“. Zum • gleichen Zeitpunkt, zu dem die „Aube“ den deutschen Bundespräsidenten scharf angreift, schreibt der linkssozialistische „Franc Tireur“ über die gegenwärtig zwischen Saarbrücken und dem Quai d’Orsay laufenden Verhandlugen der Saarkonvention. Danach soll die Saar Frankreich auf 25 bis 50 Jahren das Recht jui Auriweutung der Saargruben übereignen, die Saarirrijnen an das französische Eisenbahnnetz anschließen, die Wirtschaft, die Preise und Zölle an diejenigen Frankreichs angleichen. Deutschland-Konferenz im März LONDON. Eine Konferenz von Rechtssachverständigen der sechs westlichen alliierten Nationen wird im März zusammentreten, um die Möglichkeiten zur Beendigung des Kriegszustandes mit der deutschen Bundesrepublik zu erörtern, teilte ein Sprecher des britischen Außenministeriums mit. An der Konferenz werden die USA, Frankreich. Großbritannien und die drei Benelux-iStaaten Belgien, Holland und Luxemburg teilnehmen. ten für den Frieden endlich die Tat folgen zu lassen“. Der frühere deutsche Flugzeugkonstrukteur Prof. Messerschmidt, jetzt Hersteller von Fertighäusern, ist auf Einladung der indischem Regierung nach Bombay gereist, um Indien im Wohnungsbau and im Aufbau eines Luftverkehrsnetzes zu beraten. Die bekannten deutschen Kriegsfiieger Radel und Galland befinden sich seit einiger Zeit als Ausbilder von Düsenjäger-Piloten in Argentinien. Auch Prof. Tank, ehemals Chef- Konstrukteur der Focke-Wulf-Werke, arbeitet in Argentinien. Der Flüchtling Johannes Krijger ans Rötgen, Kreis Monschau, will mit seiner Fran und seinen vier Kindern zn Fuß nach Rom pilgern. Das jüngste Kind, das gerade sieben Monate alt ist, soll von der Frau im Wagen gefahren werden. Ost-Ministerpräsident Otto Grotewohl, der sich seit einiger Zeit znr Knr im Süden der UdSSR aufhält, wird wahrscheinlich im Februar nach Berlin zurückkehren. In Halle an der Saale verkehrt seit einigen Tagen ein Wagenzag der „deutsch-sowjetischen Freundschaft“, in dem die Fahrgäste Fragen der dentsch-sowjetischen Freiinds-*<"i f t diskutieren sollen. Die Bevölkerung erhielt eine Rüge, weil sie den „Freundschaftszug“ bisher nur sehr spärlich benützt hat. Vom schwedischen Hilfskomitee für deutsche Kinder wurden bisher 2330 Tonnen Kleider, Schuhe* Lebensmittel und Medikamente im Gesamtwert von nahezu 22 Millionen Schweden-Kronen nach Deutschland geschieht. Um die Führung des Wahlkampfes der Konservativen Partei zu übernehmen, hat Winston Churchill seinen Urlaub auf Madeira abgebrochen und ist nach England zurückgekehrt. Das Präsidium des Obersten Sowjet hat die Wiedereinführung der seit 1947 abge- i schafften Todesstrafe für „Verräter, Saboteure nnd Spione“ verfügt. Die ägyptische Regierung Sirry Pascha ist zurüchgetreten. Der Führer der im letzten Wahlkampf siegreichen WAF-Partel ist mit der Nenbildnng des Kabinetts beauftragt worden. Bis zum 30 . Jnni 1950 werden die USA insgesamt 4,1 Mrd. Dollar für Atomforschnngen ansgegeben haben. Eva Peron, die Gattin des argentinischen Staatspräsidenten, mußte in einem Krankenhaus in Buenos Aires am Blinddarm operiert werden. Spannungen zwischen Stalin undMaoTseTung? China-Kommunisten fordern Souveränität über die Mandschurei TOKIO. Der auffallend lange Aufenthalt Mao Tse Tungs in Moskau wird in politischen Kreisen Tokios auf eine Zuspitzung zurückgeführt, die eich aus den Gegensätzen zwischen Moskau und Peking in der Mandschurei ergeben. Mao soll von einem starken Flügel der kommunistischen Partei Chinas veranlaßt worden sein, bei Stalin eine eindeutige chinesische Souveränität über die Mandschurei einzuhandeln. Außerdem verlangt er von der Sowjetunion Flugzeuge, Kriegsschiffe, Lebensmittel, Munitions- und Oeilieferungen sowie Heeres- und Luftflotteninstrukteure. Stalin auf der anderen Seite wünsche außer einem starken Einfluß in der Mandschurei, der schon durch die gemeinsame Verwaltung von Port Arthur und der mandschurischen Eisenbahnen sowie durch den Freihafen Daireu gewährleistet wäre, Entgegenkommen in folgenden Punkten: Die chinesischen Kommunisten sollen das noch von den Natianalchinesen gehaltene Formosa im Frühjahr besetzen. Die chinesischen Uran- und Wolfram Vorkommen I sollen der Sowjetunion zur Verfügung stehen. Die amerikanische Nachrichtenagentur INS leitet bereits aus diesen Meinungsverschiedenheiten einen Bruch zwischen Stalin und Mao ab. Sie glaubt aus den Berichten herauslesen zu können, daß die kommunistischen Parteien Asiens sich in zunehmendem Maße weigern, von Moskau Befehle entgegenzunehmen. Acheson: Sowjetische Annexionswünsche WASHINGTON. Außenminister Dean Acheson erklärte, die bedeutsamste Entwicklung im Fernen Osten sei der Versuch der Sowjetunion, Chinas vier nördliche Provinzen abzutrenmen und der Sowjetunion einzugliedern. Er sagte: „Nachdem sie jetzt die Aeußere Mongolei und die Mandschurei haben, drücken sie auf Sinkiang (Chinesisch Turkestani und die Innere Mongolei“. Die sowjetische Chinapolitik dürfe aber nicht zu überstürzten Abenteuern der amerikanischen Politik führen, ln seiner Ansprache, mit der er zum drittenmal in drei Tagen Trumans Beschluß verteidigte, in Formosa nicht militärisch zu intervenieren, führte Acheson den Zusammenbruch der nationalchinesischen Regierung darauf zurück, daß das chinesische Volk Tsehiang- kaischek den Gehorsam aufgekündigt habe. Außerdem habe dieser einer überwältigenden militärischen Uebermacht weichen müssen. Landung auf Hainan? HONGKONG. — Verbände der chinesischen Kommunisten sind nach bisher unbestätigten Meldungen an der Südwestküste der Insel Hainan gelandet. Hainan und Formosa sind die letzten Inselbastionen Tschiangkaischeks, nachdem das chinesische Festland völlig unter kommunistischer Herrschaft steht Nationalchina verzichtet NEW YORK. Nachdem der Sowjetdelegierte im Sicherheitsrat zu Beginn dieser Woche beantragt hatte, Nationalchina nicht mehr als Mitglied des Sicherheitsrates anzuerkennen, legte der nationalchinesische Sicherheitsdelegierte, Dr. Tsiang, den Vorsitz im Sicherheitsrat nieder. Der Verzicht des nationalchinesischen Abgeordneten beruht auf einer Verfahrensregelung der UN, die vorsieht, daß der Vorsitzende sein Amt niederlegen kann, wenn er in einem zur Debatte stehenden Streitfall Partei ist. Der sowjetische Delegierte, Malik, der die letzte Sitzung des Sicherheitsrates aus Protest gegen Nationalchina verließ, hat nach dem Rücktritt Dr. Tsiangs seinen Sitz wieder eingenommen. Der Delegierte Nationalchinas betonte nach seinem Rüdetritt, die Eingabe des kommunistischen China um Anerkennung bei den Vereinten Nationen verrate die Propagandastimme der Sowjetunion. Bei der sogenannten „Zentralen Volksregierung der chinesischen Republik“ müsse beanstandet werden, daß kein einziges Regierungsmitglied vom Volke gewählt worden sei. Marsch auf West-Berlin Von Alfred Gerjgk „Was können die Amerikaner dagegen tun, daß die Werktätigen Westberlin erobern?“ Die Frage fiel dieser Tage (in einer ostberliner Versammlung, und sie könnte mehr von den Plänen östlicher •Politiker enthüllen als die etwas abgebrauchte Phrase auf den ersten Blick anzudeuten scheint. Seit einiger Zeit flüstert man viel von einem „Termin-Kalender für die Eroberung Berlins“, der in kommunistischen Kreisen aufgestellt und dessen Zweck es sein soll, die westlichen Besatzungsmächte in Berlin lahmzulegen, ohne daß die östliche Besatzungsimacht dabei überhaupt in Erscheinung tritt Eine ganze Anzahl Aktionen spielen in diesem Terminkalender eine Rolle. Zunächst eine Art „Marsch auf Berlin“, den die in der kom- munistisch geleiteten FDJ zusammengefaßten Jugendlichen der Ostzone unternehmen sollen. Sodann die Möglichkeit von Zusammenstößen zwischen diesen „friedlichen Demonstranten“ und der westberliner Polizei. Entrüstungs-Adressen ostzo- nalef Betriebe und Organisationen, die die Volkspolizei auflordern, den Schutz „bedrohter oder eingekerkerter Jugendlicher“ zu übernehmen. Und schließlich der Einmarsch eben dieser 'Volkspolizei unter der offiziellen Parole, nur ihre Schutzbefohlenen sichern zu wollen, aber mit der inoffiziellen Aufgabe, die westberliner Stadtverwaltung abzusetzen und eine Einheitsverwaltung zu proklamieren. Das alles, so heißt die Gedankenkette, die dem Terminkalender zugrunde liegt, wäre dann eine rein innerdeutsche Angelegenheit, in die einzugreifen die Sowjets bei etwaigen westlichen Protesten sich weigern würden, weil ja die ostzonale Pieck-Republik ein souveränes Gebilde sei. Man weiß nicht: Ist dieser Termin-Kalender wirklich die Grundlage eines bestehenden oder eines wieder fallengelas- senen Projektes? Oder wird er herum erzählt um Nervosität und Unsicherheit her- vorzurufen, Handelt es sich also um einen Schiachtplan oder um eine Nervenkriegs- Waffe? Die Atmosphäre dieser Stadt ist gegenwärtig von zwei einander widersprechenden Tendenzen gekennzeichnet: Einmal durch das Bestreben der durch die Russen eingesetzten sowjetzonalen Regierungsinstanzen den Eindruck zu erwek- ken, als sei der jetzige Stand Berlins und insbesondere Westberlins eine bereits überholte Erscheinung. Zum anderen durch die zweifellos fortlaufenden mehr oder weniger privaten Gespräche zwischen Ost und West, die auf ein gegenseitiges Abtasten der sowjetischen und der ame- rikandsch-englisch-französischen Zukunftspläne für Deutschland und für Berlin bestehen. „Glauben Sie doch nicht, daß irgendwer eine feste Konzeption in den deutschen Fragen hat — nicht einmal die Russen“, meinte ein nicht unwichtiger Repräsentant einer der westlichen Besatzungsmächte im Gespräch über diese eigentümliche, höchst unklare Atmosphäre. Nirgendwo spiegelt sich dieses Fehlen klarer Konzeptionen für die Entwicklung des ost-westlichen Kraftfeldes deutlicher ab als in Berlin. Immer noch ist hier ein Znsammenfließen diplomatischer Strömungen festzustellen, wie kaum irgendwo anders in Deutschland. Und aus allen diesen Strömungen und Gegenströmungen der Besatzungsinstanzen und der diplomatischen Repräsentanten, von denen die einen im westlichen, die anderen im östlichen Lager stehen —aus allen diesen Strömungen scheint hervorzugehen, daß man auf Entscheidungen aus den Hauptstädten wartet, ob Ausgleich oder verschärfter Konflikt bevorstehen. Der amerikanische Oberkommissar MtoCloy hatte seinen Berliner Aufenthalt als eine politische Geste gerade in die Tage des Jahreswechsels verlegt, weil diese Tage besonders günstige Gelegenheit bieten, durch diplomatische Empfänge oder durch programmatische Erklärungen der Gegenseite bestimmte Tatsachen ins Bewußtsein zu bringöl. Nicht ohne genaue Abstimmung mit Washington dürfte McCloy die politische Bedeutung'Berlins für die Westpolitik in diesem Stadium der Entwicklung so stark unterstrichen haben. Manche meinen, daß diese Heraushebung Berlins nicht nur für die Russen gemeint war, sondern auch für die leitenden Kräfte des westdeutschen Kernstaates, denen ins Bewußtsein gerufen werden sollte, daß ihre politische Rechtfertigung zum guten Teil von der Entschlösse:: heit und den Erfolgen gegenüber dem Osten abhängen werde. Jener weite diplomatische Kreis in Berlin, von dem schon die Rede war, neigt dazu, bei 'den Sowjets wie bei den Westmächten Tendenzen des Ausgleichs über die deutschen Angelegenheiten feststellen zu können. Daß die Russen nicht die Neigung haben, den kalten Krieg bis zu einem Punkt fortzuführen, daß die Hauptmächte des Westens, die USA, jetzt ebenfalls aus- gleichsbereit sein könnten, nachdem einmal ihre europäische Position sich gefestigt hat. Aber die gefährliche Frage entsteht: Wird ein solcher Ausgleich über Deutschland und über Berlin nur die Interessen Samstag'Sonntag, 14./15. Januar 1950 SÜDKURIER Nr. 6 / Seite 2 Btt: ifi: i:;j Ifp; II; der miteinander konkurrierenden, Großmächte, oder nur die deutschen Interessen berücksichtigen? Man sieht hier zwei Möglichkeiten: Die eine würde in dem west-östlichen Akkord enden, für ganz Deutschland, einschließlich der Ostzone, Wahlen zu veranstalten, die eine gemeinsame Nationalversammlung und infolgedessen auch eine neue gemeinsame Verfassung bringen könnte, unter Fortfall der legalen Bonner und der illegalen ostber- lirer Pieck-Verfassung. Die zweite Möglichkeit könnte in einer Anerkennung der vollendeten Tatbestände liegen, wobei der Osten die Bundesrepublik hinnimmt, aber der Westen ebenso die Pieck-Republik als Tatbestand hinnehmen müßte. Dann würde zwischen diesen beiden Gebilden Berlin liegen, für dessen Zukunft Grundlagen etwa im Sinne eirer freien Stadt zu schaffen wären. Die eine Möglichkeit enthält eine Lösung der deutschen Frage, die andere eine langfristige Aufspaltung Deutschlands mit sehr komplizierten staatsrechtlichen Konstruktionen. Die Sorgen jener Persönlichkeitein, die mit der sowjetischen Politik und ihren Methoden vertraut sind, bewegen sich um die Frage, ob der Westen in seinen Bestrebungen um eine Lockerung der europäischen Spannungen auf alle Eventualitäten östlicher Vertragsauslegung und Vertragsumgehung gefaßt sein wird. Käme man etwa zu einer Bestätigung der deutschen Spaltung, so taucht die Frage auf, ob das sowjetisch gelenkte Ostdeutschland nicht erst recht die Einheo.tsparole heraussteilen würde, während Westdeutschland — aus Mangel an Temperament oder aus Buchstabentreue gegenüber Abmachungen — in den international abgesteckten Gleisen weiter - gehen könnte. Hier noch einmal, und jetzt mit Bezug auf den ganzen deutschen Western gewinnt jene Frage Bedeutung: „Was könnten die Amerikaner dagegen tun, daß die Werktätigen Westberlin erobern?“ Neue Befugnisse für Deutsche Verantwortung für Satzungen politischer Parteien übertragen HERFORD. Die Verantwortung für die Satzungen politischer Parteien und Vereinigungen und für Versammlungen und öffentliche Aufmärsche im Bundesgebiet, soll deutschen Stellen übertragen werden. Der Rat der alliierten Hohen Kommission hat auf einer zwölften Routinesatzung juristische Sachverständige beauftragt, , «Inen entsprechenden Gesetzentwurf auszuarbeiten. In der Zwischenzeit werden die alliierten Stellen von ihren Befugnissen auf diesem Gebiet nur sparsam und unter besonderen Bedingungen Gebrauch machen. Außerdem beauftragte der Rat der Höhen Kommission juristische Sachverständige, Rechtsvorschriften über den Gebrauch von Feuerwaffen zu sportlichen Zwecken aus- zuarb eiten. Weg zur Abstimmung frei BONN. (W.-Eigenbericht). Der Weg für die Volksabstimmung über den Südweststaat liegt wieder frei. Das französische Hohe Kommissariat hat in einer besonderen Verlautbarung ausdrücklich festgestellt, daß die Grenzen im Südwestraum vor dem Friedensvertrag geändert werden können. Lediglich der Modus der Volksabstimmung bedürfe der Genehmigung durch die Hohen Kommissare. Mit dieser Erklärung, die nach einer Fühlungnahme der Bundesregierung mit der Hohen Kommission abgegeben worden ist. sind alle Gerüchte als dementiert zu betrachten, daß die Hohe Kommission den Artikel 118 des Grundgesetzes, der eine Neuregelung der Ländergrenzen im Südwestra'um vor dem Friedensschluß gestattet, suspendiert habe. Jagdwaffen eingetroffen FREIBURG. Die badische Landesforstver- waltung und das Landesjagdamt geben bekannt, daß in Freiburg französische Jagd- waffen und zwar Selbstspanner-Doppelfldm ten, Kaliber 16 und 12, eingetroffen sind. Dje, Jagdflinten, dje-337. DM kosten, können durch Vermittlung des Landesjagd- amtes erworben werden. Das Amt bemerkt jedoch, daß bis jetzt noch keine Waffenlizenzen erteilt worden seien. Anträge seien den zuständigen Dienststellen der Besatzungsmacht eingereicht, aber noch WETTERVORHERSAGE des amtlichen I.andesWetterdienstes Die Kaltluft ist nach Osten zurückgewichen, Übergang zu leicht unbeständiger Westwetterlage. Aussichten bis Montagabend: Zunächst Hochdruckwetter, über Niederungen verbreitet Nebel, sonst, leicht bewölkt und trocken. Nachts meist leichter Frost, tagsüber bis zu 5 bis 8 Grad über Null, später unbeständiges Wetter, weiterhin mild. Wintersport: Wesentliche Niederschläge sind vorerst nicht zu erwarten. Bei sehr guter Fernsicht bleiben die Sportmöglichkeiten an Nord- und Osthängen des Feldberggebietes noch gut bis mäßig. IM DM in Zürich: 13. 1. 78 sfr; 12. 1. 76 sfr. nicht erledigt. Es gäbe zwar in französischen Diensten stehende deutsche Jagdaufseher, die im Besitz einer französischen W.affenlizenz seien und daher auch eine Waffe kaufen könnten. Die anderen deutschen Jäger hätten aber noch keinen Waffenschein erhalten. Beschlüsse in Bonn BONN (W.-Eigenbericht). Der Bundesrat, die Vertretung der elf Länder in Born, hat am Freitag die Bundesregierung aufgefordert, ihre Bemühungen um die Rückkehr der Kriegsgefangenen zu verdoppeln. Unter Berufung auf die Genfer Konvention soll die Bundesregierung erneut an die Mächte herantreten, um die Rückkehr der restlichen Kriegsgefangenen zu erreichen. Das Gesetz zur Ratifizji.erung des Mar- hallplan-Abkommens wurde vom bundes- rat gebilligt. Es bedarf nun noch der Zustimmung des Bundestages. Die FDP- Fraktion des Bundestages hat einen Gesetzentwurf über die Aufwertung der Ansprüche aus Renten- und Pensionsversicherung jeder Art vorgelegt. Die Bundesregierung hat in einer Kabinettssitzung am Freitag einen Gesetzentwurf über Hilfsmaßnahmen zur Förderung der Berliner Wirtschaft verabschiedet, der eine Garantie des Bundes zur Deckung des Risikos beim Warenbezug aus Berlin vorsieht. Außerdem wurde ein Gesetzentwurf über die Anerkennung freier Ehen rassisch und politisch Verfolgter vom Kabinett genehmigt. Beide Gesetzentwürfe gehen nun zur Billigung an deni Bundesrat. Sowjetischer Bluff BERLIN. (A.G. - Eigenbericht.) Die Frage der Konzentrationslager in der Sowjetzone hat eine überraschende Entwicklung erfahren. Von, sowjetischer jjHd von ostzonaler deutscher Seite wenden _ Andeutungen' über bevorstehende Freilassung von Zivükiter- nierten gemacht, die „keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellem". Darüber hinaus wird von der bevorstehenden Auflösung der KZ-Lager Buchenwald und Sachsenhau aen gesprochen. Der Proteststurm gegen die Zurückhaltung vieler Zehntausender Kriegsgefangenen ln Rußland soll offenbar durch Propaganda mit der Freigabe einiger tausend Zivilinternierter übertönt werden. Seit Monaten liegen aber sehr genaue Nachrichten ffber den Abtransport vieler tau- serv von Zi/vilintemierten aus den Konzentrationslagern nach Rußland vor. * SK. Die Nachricht über die angeblich geplante Aufhebung der Konzentrationslager Buchenwald und Sachsenhausen durch die Sowjets muß mit großer Skepsis aufgenom- men werden. Wahrscheinlich sind cüv Sowjets die Namen Buchenwald und Sachsenhausen zu anrüchig. Die Gefangenen Schauspielabend im Deutschen Theater Tagore: „Das Postamt“ — Shakespeare: .Komödie der Irrungen“ Rabindranath Tagore, der indische Dichter, Philosoph und Menschenfreund, einer der großen Liebenden, deren Herz vor allem den Kindern gehört, Bruder im Geist eines Albert Schweitzer, ein reiner frommer Weltbetrachter, der seinen ererbten und erworbenen Besitz, die Erträgnisse seiner umfangreichen Schriften und den Nobelpreis, den er 1913 empfing, im Dienste der Menschenerziehung, als Leiter seiner religiösen Schule in Indien, anwandte — er war auch in Deutschland vor drei Jahrzehnten ein vielgelesener Dichter. Nach dem ersten Weltkrieg reiste er, der Freund des Mahatma Gandhi, durch Deutschland, besuchte die Universitäten, sprach zur Jugend, ein schöner, ehrwürdiger Greis; in der Tracht seiner Heimat ging er wie ein Märchen durch das erregte Leben des auch damals sehr unglücklichen Landes. Er erntete dafür viel Dank und Freude, neben Zeichen der Liebe aber auch Hohn und Spott der Verstockten, denen das Herz umso mehr sich verhärtet, je inniger es angerufen wird. Er war ein Gütiger, Weiser. Es konnte ihn nicht irre machen. In Indien starb er, als in Europa bereits der große Krieg wieder entbrannt war, im Jahr 1941 als Achtzigjähriger. Die Welt hatte nicht viel Zeit, sich um seinen Tod zu kümmern. Sein Geist aber wird dort, wo der große Geist der Liebe alle irdischen Gebrechen auslöscht, seine höhere Heimat gefunden haben. Das kleine lyrische Bühnenspiel Tagores mit dem Titel „Das Postamt“ läßt in seiner Zartheit an die lyrischen Dramen Hof- mannsfhals denken. Es trägt sich vor wie eine Märchenerzählung. Alle Dinge empfangen aus der Seele des Dichters den Glanz der Poesie. Die Milch in den Kannen des Milchverkäufers, die Blumen im Korb der Blumenverkäuferin, die Spielzeuge in den Händen der Straßenbuben, di« Uniform des Polizisten, die aufgeputzte Tracht des Dorfvorstehers — all das sind Bilder im Traum des kranken Knaben Amal, der im Leben nur noch Gast ist Seine Seele ist schon auf dem Weg, der .hinter die Dinge“ führt Die Sorge seines Pflegevaters, die Liebe eines alten Mannes, „Väterchen“ genannt, zum Märchensinn des Lebens, begegnen seiner heißen Sehnsucht in die Feme, bleiben aber hinter ihr zurück, als die Abgesandten des „großen Königs“ neben das Bett des Knaben treten. Vor dem Fenster, neben dem er fiebernd saß, steht das „Postamt“ des Königs. Briefe von dort zu empfangen und auszutragen von Tür zu Tür an alle, die darauf warten, ist der Ftebersehnsuchtstraum des Sterbenden. Des Königs „Brief“, eine gut- mütig-foppende Fälschung des Polterers Ortsvorsteher, verspricht Traumerfüllung. Kleine menschliche Bosheit, die sich selbst artslöscht dadurch, daß sie Wahrheit enthält. In der blumenhaften Welt des Knaben Amal wird auch sie zu einer Blüte im Teppich des Lebens. Ursula König, die den Knaben Amal beinah erschreckend echt, rührend wie ein fernes Volkslied, als kleinen Gefangenen im Käfig des Lebens zeichnete, brachte dafür die Erfahrung des pantomimischen Tanzes mit. Was ihre kindbafte Stimme nicht schlackenlos vermag, das bewältigte ihre mimische Kraft spielend: Darstellung des Entschweben« einer seligen Sehnsucht ins Reich der Erfüllung. Um sie die Figuren des Lebenstraumes: Eugen Bergen, der Adoptivvater, Heinz Miller, das „Väterchen“, Luziua Verseil, der Milchträger, ■Michael Grahn, der Polizist, Till und Hannes Bergen, die Knaben auf der Straße, Siegfried Cuno, der Arzt, Eleonore Schroth, das Blumenmädchen, Alfred Heldenmaier, der Dorfvorsteher, und das Paar aus dem Reich des großen Königs, Herold und Generalarzt: Ulrich Hofbhann und Horst Coblenzer. Ein sinnvoll schönes, einfaches werden dort verschwinden, um irgendwo anders im Osten ihr lichtloses Leben hinter Stadieldrahlt fortsetzen zu müssen. Todesurteil für KZ-Wächterin RASTATT. Das französische Gericht zur Aburteilung von Kriegsverbrechen in Rastatt, hat die 44jährige ehemalige Blockälteste im KZ-Lager Auschwitz-Birkenau, Klara Pförtsch, im Revisionsverfahren wegen Verbrechen gegen jflie Menschlichkeit zum Tode verurteilt. In der Urteilsbegründung heißt es, die Angeklagte habe durch Mißhandlungen der ihr unterstellten Häftlinge in drei Fällen den Tod von deportierten Frauen verschuldet. Außerdem habe sie bei Abwesenheit der SS-Lager- leitung Kollektivstrafen verhängt. Auch an der Ueberführung schwacher und kranker Häftlinge in die Gaskammer sei Klara Pförtsch beteiligt gewesen- Koch wurde ausgeliefert BERLIN. Der frühere Gauleiter von Ostpreußen, Erich Koch, ist von einer britischen Begleitmannschaft den polnischen Behörden übergeben worden. Er soll in Polen vor Gericht gestellt werden. Ihm wird vorgeworfen, daß er als Polizeichef von Bialystok in Polen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat. Koch, der, wie gemeldet, in den Hungerstreik getreten ist, traf am Donnerstag in Warschau ein und wurde ins Mo- | kotow-Gefängnis eingeliefert. Gegen allgemeine Amnestie FRANKFURT. Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy wandte sich in einem Schreiben an Bischof Muench gegen eine allgemeine Amnestie für die wegen Kriegsverbrechen verurteilten Deutschen. „Ich glaube nicht, daß diese Verbrechen beredte angemessen verbüßt sind oder daß das deutsche Volk sie jetzt schon vergessen dürfte. Alles, was nach einer allgemeinen Amnestie aussähe, würde, so fürchte ich, als ein Verzicht auf die Prinzipien aufgefaßt, die mit der Ahndung dieser Verbrechen aufgestellt wurden“. Das bedeute jedoch nicht, so versicherte McCloy, daß nicht in einzelnen Fällen eine Begnadigung begründet erscheinen könnte. Mörder schickt „herzliche Grüße 1- STUTTGART. Der 24 Jahre alte ehemalige DP Boris Jedlin, der im Februar vergangenen Jahres in einer Bar in Stuttgart einen 1 deutschen Polizeibeamten mit dessen eigener Dienstpistole erschossen hatte und später kurz hintereinander aus den Gefängnissen in Komwestheim und Paris entflohen war, hat vor einiger Zeit einem Inspektor der Stuttgarter Kriminalpolizei in einem Der Blickpunkt Die Konferenz der Commonwealth-Staaten in Colombo ist bisher ohne größere Überraschung geblieben, ln den beiden wichtigsten Einzelfragen, dem Verhältnis zum kommunistischen China und dem Friedensvertrag für Japan, haben sich die schon vorher erwarteten Ansichtsverschiedenheiten zwischen zwei Hauptgruppen herausgebildet. Bezüglich Chinas ist England mit den drei farbigen Dominien, Indien, Pakistan und Ceylon, der Auffassung, daß die Anerkennung Mao Tse Tungs das beste Mittel sei, um zu verhindern, daß China völlig in die Arme der Sowjetunion 1 getrieben werde. Die anderen vier Dominien halten , sich lieber auf der Linie der Vereinigten Staaten und wollen mit der Anerkennung noch warten. Dieser Konflikt dürfte sich aber vermutlich in naher Zukunft sehr einfach dadurch lösen, daß die USA ihrerseits sich zur Anerkennung der Regierung in Peking entschließen. Wenn nicht alle Anzeichen trügen, ist auch Außenminister Acheson der Auffassung, daß eine Anerkennung Maos die Bühnenbild Jan Schimbachs gab den Rahmen für das zarte Spiel, das Musik von Hans Werner Henze für Cello und Klavier (Albert und Lilly Loerkens) stilvoll untertönte. Hilperts Sprachregie zeigte sich in dieser Aufführung durch meisterliche Ausgewogenheit der Stimmen und der Stimmung. Ein „gedämpftes Saitenspiel“. Der Kraft des Poetischen im Wort entsprach die Beherrschtheit in Mimik, Geste und Bewegung, die von der Zentralgestalt auszustrahlen schien . auf alle Mitwirkenden. In eine extrem entgegengesetzte Welt tollen Spiels entführte die Zuschauer nach der Pause, ln einem Zug ohne Unterbrechungen gespielt, Shakespeares „Komödie der Irrungen“, nach Ludwig Tiecks Übersetzung. In atemraubendem Tempo eines Sprechens, das schon Zungenakrobatik voraus setzt, jagten die Verwechslungsszenen an Auge und Ohr des Zuschauers vorüber. Zwillinge hier, Zwillinge da, überall Zwillinge. Das Dienerpaar, das Herrenpaar, in allen Möglichkeiten der arithmetischen Reihe sich verwechselnd, vertauschend, Schicksal ln Schicksal verhaspelnd, in allen Möglichkeiten menschlicher Temperamente bald lachend und hüpfend, bald verblüfft und vexiert, bald schreiend und tobend, am Ende zu wohlgefälliger Ordnung sich entwirrend — das war in bestem Sinn tänzerisch beschwingtes Theater von hinreißender Wirkung. Hilpert zeigte damit, daß man auch die frühen Komödien Shakespeares, die Gun- dolf noch als Possen klassifiziert, als Theaterfeste inszenieren kann. Freilich bedarf es dazu einer pantomimischen Fantasie des Regisseurs, die vor der Häufung oft recht undifferenzierter Situationskomik nicht versagt Dann ergibt es sich auch ganz von selbst, dafi der dichterische Emst eines Shakespeare auch die rohesten Si- | tuationen durchleuchtet, aus allem Wirbel von Verwechslung und unfreiwilligem Sinnen- und Seelentrug schließlich rein be- Luftpostbrief aus Tel Aviv „die herzlichsten Grüße“ übermittelt. Der Briefschreiber meint: „Es wäre nett, wenn Sie sich mit mir in Verbindung setzten, denn ich habe Ihnen etwas Interessantes mitzuteilen.“ „Seien Sie mir bitte nicht böse, weil ich Ihnen durch die Lappen gegangen bin.“ Raffinierter Diebstahl DÜSSELDORF. Ein Mann, der bereits in der vergangenen Woche mit einer raffinierten Methode in einim Zigarettenladen in Aachen 4800 Zigaretten erschwindelte, hat seinen Trick mit Erfolg, in Neuß wiederholt. In einer Fabrikkantino ließ et sich 5000 Zigaretten eirupacken und ging mit der Bemerkung, daß er sie zu seinem in der Nähe parkenden Wagen bringen wollte. Währenddessen ließ er seine Brieftasche, auf dem Ladentisch liegen, aus der ein Bündel Zwanzig-Miarkscheine herausragte. Als er nicht mehr zurückkam, stellte die Verkäuferin jedoch fest, daß die Brieftasche keine Geldscheine, sondern Papierblätter enthielt, auf deren Kante dir Dieb abge- schnittene Zwanzig-Mark-Abschnitte aufgeklebt hatte. Dunkle Geschichten ZÜRICH. Großes Aufsehen, erregt hier zur Zeit eine Spionageaffäre, die noch nicht aufgeklärt werden konnte. Die Sicherheitsdienste einer Reihe von Staaten bemühen sich um das Auffinden von Konstruktionsplänen, die einem Oststaai ausgeliefert worden sein sollen. Es handelt sich dabei um Skizzen für ein Zielgerät der ehemaligen deutschen Luftwaffe, das selbst bei Geschwindigkeiten über 1000 Kilometer in der Stunde noch Treffsicherheit gewährleistet. Der kürzlich in Innsbruck ermordete Pressekorrespondent . Heinrich Witt soll diese Pläne nach Aussage seines Schwiegervaters dem Agenten eines Oststaats übergeben haben. Der Mörder Witte, der Briefmarkenhändler Herwig Spieß, endete durch Selbstmord. Tito verurteilt Kominform-Agent BELGRAD. Der Hauptangeklagte in dem Spionageprozeß vor dem Bezirksgericht in Skoplje (Jugoslawisch-Mazedonien), der jugoslawische Staatsbürger Sali Lisi, wurde wegen Spionage für Albanien und Organisierung von Terroristengruppen zum Tode verurteilt. Damit ist in Jugoslawien zum erstenmal ein Todesurteil gegen einen Kominformagen- ten ausgesprochen worden. Bei den übrigen neun Angeklagten, zum Teil albanische Staatsangehörige, erkannte das Gericht auf Zuchthausstrafen. Sämtliche Angeklagten hatten sich für schuldig bekannt, im Auftrag der albanischen Regierung Spionage getrieben ziu halben. Absicht der Westmächte, einer weiteren Expansion des Kommunismus in Südostasien einen Riegel vorzuschieben, eher dienlich als hinderlich sein würde. Auch bezüglich des japanischen Friedensvertrages dürften die -Gegensätze zwischen den beiden verschiedenen Auffassungen nicht sehr ernster Natur sein. Australien und Neuseeland, die am meisten gegen einen baldigen Friedensvertrag eingestellt sir/d, haben zu verstehen gegeben, daß sie ihre Bedenken fallen lassen würden, sofern die USA eine schriftliche Garantieverpflichtung zur Verhinderung einer Remilitarisierung Japans abgeben würden. Im übrigen hat Außenminister Bevin mit Recht darauf hingewiesen, daß selbst beim besten Willen der Westmächte das Zustandekommen des japanischen Friedensvertrages sehr schwierig sein würde, weil die Sowjetunion und China zu den Verhandlungen zugezogen werden müßten. Insgesamt hat man bisher den Eindruck, daß die wichtigeren Verhandlungen der Konferenzteilnehmer hinter verschlossenen Türen stattfinden, doch wird ein abschließendes Urteil erst nach Beendigung der Konferenz möglich sein. herrschend bleibt, was des Dichters tiefstes Anliegen ist: das Menschengesicht in allen Regungen des Denkens und Fühlens. Auf der Bühne, der Jan Schiubach ein bewegliches, allem Wandel der Situationen gerechtes Bild geschaffen hatte, fand ein edler Wettstreit in Turbulenz und Präzision des Spielens und Sprechens statt. Da war ganz in ihrem Element Margrit E n - singer als die eifersüchtige, zwischen Wut und Liebe hin und her gerissene „Adriana“, Gattin des „Antipholus zu Ephesus“, für den Ulrich Hofmann beherzt und sicher seinen Mann stand. Der Zwillingsbruder dazu, aus Syracus herbeigereist, von wirklich überraschender Ähnlichkeit: Horst Coblenzer, der das gute Bild vertiefte, das sein Debüt als Mortimer geboten hatte. Das Sklavenzwillingspaar der „Dromios“: Hannes Hauser und Lucius Verseil, zwei Mohren unter gewaltigen Turbanen, behend, tänzerisch sicher mit Sprüngen der Beine wie mit Läufen der Zunge. Eleonore Schroth, die sanfte und liebenswürdigere Schwester der eifernden Adriana; eine Überraschung: Elisabeth Müller als ,Kurtisane“; das ist ein neuer Farbton in der Ausdrucksskala dieser Schauspielerin. Die pantomimischen Leistungen Michael G r a h n s , als teufel- austreibender Arzt, und Eva-Maria Lette- rers, als „Lucie“ aus der Küche! Eugen Bergen, der Vater der edlen Zwillinge, würdig und brav. Margarete Andersen, seine verlorene Frau, die „Äbtissin“, die, den Knoten der Verwirrung lösend, sich selbst und all ihr Glück in seiner Mitte findet. Heinz Miller schließlich, der Herzog von Ephesus, viel belacht, sehr drastisch als Karikatur, die blendend durchgeführt wurde. Aber hier hat die Regie zu tief in die Karnevalskiste gegriffen. Dieser „Solirms“ ist immerhin ein Herzog, an dessen kriegerische Taten respektvoll gedacht wird, ein redlicher Pedant als Herr über Leben und Tod und entscheidend für den Höhepunkt des tol- Wir meinen: Die Zeit ist reit In Frankreich ist dieser Tage als letzter Überrest der Zwangsbewirtschaftung die Rationierung des Kaffees aufgehoben worden. Uns interessiert an dieser Tatsache weniger der Umstand, daß der nun „freie“ Kaffee teurer geworden ist, als vielmehr die Begründung für die Aufhebung der Rationierung. Es gebe, so lautet diese Begründung, kein Ministerium mehr, das die Rationierung überwachen könnte. In der Tat ist das französische Ernährungsministerium, das einst wie alle Behörden das Bestreben hatte, sich immer mehr auszudehnen, von einem Monat auf den andern immer mehr zusammengeschrumpft, bis es endlich gegen Ende des Jahres 1949 wirklich nichts mehr zu bewirtschaften hatte und seinen Geist aufgab. In Deutschland scheint es ähnlich zu gehen. Jetzt ist man endlich soweit, daß man alle Lebensmittel mit Ausnahme von Zucker freigegeben hat und es ist gar kein Geheimnis, daß auch die Zuckerrationierung in den letzten Zügen liegt. Trotzdem man jetzt also praktisch alles „ohne“ kaufen kann (wenn man Geld hat), wird vom Bundesemättrungsmini- sterium erklärt, daß der Kaufmann zwar keine Lebensmittelkarten mehr abzurechnen brauche, daß er sich aber strafbar mache, wenn er gewisse Lebensmittel ohne Marken abgebe. Glaubt man in Bonn oder in Frankfurt vielleicht, die Lebensmittelhändler würden zu ihrem Vergnügen nach wie vor Marken abschneiden und sie abends in stundenlanger Arbeit fern säuberlich auf Boger aufkleben, um sie dann feierlich in die Tiefen des Papierkorbs zu versenken? In Wirklichkeit ist es natürlich so, daß die Entwicklung schon längst über alle Rationierungsvorschriften, Markenabrechnungsbögen, Wirtschaftsämter und Wirtschaftsbürokraten hinweggeschritten ist. Wir warten jetzt nur noch darauf daß die Ämter, die sich bisher mit Markenzählen mühsam über Wasser gehalten haben, sich endlich selbst auflösen und den Etat der Gemeinden, der Kreise und der Länder nicht unwesentlich entlasten. Wir warten darauf, daß endlich auch in Deutschland niemand mehr da sein wird, der die letzten Reste der unnötigerweise noch verbliebenen Zucker- marken verteilt, überwacht und abrechnet, Die Zeit ist reif. Schweden Kronprinz Regent STOCKHOLM. Der kranke schwedische König Gustav V. hielt auf Schloß Drott- ningholm einen kurzen Kronrat. Es wurde beschlossen, daß der 64 Jahre alte Kronprinz Gustav Adolf während der Krankheit des hochbetagten Monarchen die Regentschaft übernehmen soll. König Gustav soll sich auf dem Wege der Besserung befinden, aber noch sehr schwach sein. Spannungen zwischen Stalin und Mao? Zeichnung: „Mannheimer Morgen“ SÜDKURIER Chefredaktion: Dr. Otto Hädcer. Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas. Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß Feuilleton: Ludwig Hmanuel Reindl. Heimat: Alois Beck. Friedrich Mundmg, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacob- sen. Verlag: Südkurier GmbH.. Konstanz. Marktstätte 4. Drude: Druckerei Konstanz- len Spiels —. aber kein „guter alter Schleh- wein“ und durch nichts im Text als trotteliger Lustgreis charakterisiert. Wie er gespielt wurde, hat er das Lachen auf seiner Seite, die Dichtung nicht Ein Gesamtlob für den „Goldschmied“ Josef R a - das, Friedrich Walter Lauffers .Kaufmann“ und, in ihren kleineren Rollen, Alfred Heldenmaier, Guido v. Kaulla, Helmut Ringelmann und Fred Mensdcrf. Musik, „der Liebe Sprache“, von H. W. Henze für das Violoncello von Albert Loerkens gab kraftvoll gespielt den Szenen ihr Geleit Das Theater war gut besucht, wenn auch nicht ausverkauft, wie früher bei Premieren. Die Operette am gleichen Abend im Konzil mag manches Interesse abgezogen haben. Auch scheiden sich bereits die Gei- ' ster, das Deutsche Theater erfährt, was Freunde in der Not sind. Die es sind, dankten Heinz Hilpert und seinem Ensemble mit stürmischem Beifall für beide Teile des Abends, den besinnlichen und den heiteren. L. E. Reindl KULTUR NACHRICHTFN Eine„Theodor-Heuß-Stiftung“ zur Förderung begabter Studenten hat der Senat der Hochschule für Politik in Berlin ins Leben gerufen. Der Bundespräsident hat bereits sein Einverständnis schriftlich übermittelt. Das Berliner Hebbel-Theater ist zu einem mehrtägigen Gastspiel in die Schweiz mit Günther Weisenborns „Ballade vom Eulenspiegel, vom Federle und der dicken Pompanne“ edncelactin worden. Mit diesem Stüde gastierte das Hebbel-Theater kürzlich erfolgreich in Bonn. Die F ü r s te n be rg i s die Sammlung aus Donauesdiingen wird gegenwärtig als Sonder schau neben Münchner Kunstwerken im Berner Kunstmuseum gezeigt. Eine weiter: Ausstellung „Kunst des frühen Mittelalters“, die ebenfalls zahlreiche in Deutschland beheimatete Kunstwerke umfaßte, ging am 8. Januar zu Ende. gamstag 'Sonntag, 14./15. Januar 1050 Nr. 6 ! SÜDKURIER Südweststaat-Debatte in Freiburg Haushaltsplan der Regierung mit 31:16 Stimmen angenommen FREIBURG (W. S.-Eigembericht). Nach der Etatrede von Finanzminister Dr. Eckert, über die wir bereits in der letzten Ausgabe berichteten, begann im Ba- • dis eben Landtag die Generaldebatte über den Haushalt. Der Sprecher der CDU, Abg. Anton Dichtei, stimmte der Vorlage zu. Er sagte, eine Steuerreform mit dem Ziel einer entscheidenden Entlastung der Bevölkerung sei unbedingt erforderlich. Außerdem empfahl er, beim Landwirtschaftsund Wirtschaftsministerium so schnell wie möglich die letzten Schlacken der übriggebliebenen Bewirtschaftung zu beseitigen. Zur Frage der Kriegsopferrenten sagte er: „Wir sind im Begriff, den sozialsten und fortschrittlichsten Etat in ganz Westdeutschland zu verabschieden.” Abg. Paul Waeldin (FDP) meinte, der Ueberschuß im ordentlichen Haushalt sei sehr problematisch. Die Sachlage zwinge zur Sparsamkeit und Verminderung der Zahl der Ministerien. Es sei aber geradezu erschütternd, daß im außerordentlichen Haushalt 183 Millionen Ausgaben für Besatzungskosten nur 15 Millionen Ausgaben für Flüchtlinge gegenüberstünden. Angesichts der Not der deutschen Menschen müsse man die Besatzung auffordern, sich zu mäßigen und anzupassen. Die Regierung habe den Landtag in der Südweststaatfrage mangelhaft orientiert. Der Staatspräsident persönlich sei absolut integer, er-' glaube deshalb nicht, daß er Hand in Hand mit Frankreich arbeite. Trotzdem aber sei festzustellen, daß er in dieser Frage Wege gehe, die an den Absolutismus erinnerten. „Wohieb und seine Ur-Badener” Auch Abg. Jäekle (SPD) legte das Schwergewicht seiner Ausführungen auf das Südweststaatproblem. Die Stellungnahme des französischen Hohen Kommissars habe „Wohieb und seinen Ur-Bade- ner-Stab” aus einer unmöglich gewordenen Situation herausgeholfen. Die Anmaßung des obersten Richters des Landes, Dr. Zürcher, eine Kundgebung der Altbadener eine „illegale Nationalversammlung” zu nennen, könne nicht ohne schärfsten Protest hingenommen werden. In der anschließenden Einzeldebatte wurde immer wieder das Südweststaatproblem angeschnitten. Abg. Schneider (Konstanz) verteidigte die Regierung in allen angerührten Fragen der Verwaltung, Finanzgebarung und Gesetzgebung, meinte allerdings, daß die „illegale Nationalversammlung” der Altbadener und die Neujahrsansprache des Staatspräsidenten nicht gut gewesen seien. Er warf der Opposition vor, grundsätzlich keinerlei Leistungen der Regierung anzuerkennen. Wenn man selbst mitarbeite, so sagte er, höre das Kritisieren schneller auf. Der Staatspräsident erwiderte Staatspräsident Wohieb, der später selbst in die Debatte eingriff, sagte, die Aeußerungen des Abg. Schneider hätten bewiesen, daß in der CDU Kritik geübt werden dürfe. Zur Südweststaatfrage könne er im Augenblick nichts Neues sagen. Er freue sich, daß der Standpunkt der badischen Regierung jetzt dem Anschein nach auch von Tübingen gebilligt werde. Wenn man dem Ministerpräsidenten in Stuttgart zubillige, daß er für den Südweststaat eintrete, so müsse man ihm gestatten, daß er für die Erhaltung Badens kämpfe. Aus Staatsmitteln habe die „Arbeitsgemeinschaft der Badener” keine Gelder bezogen. Er bat die Abgeordneten, bei den Verhandlungen sachlich zu bleiben. Wenn man kein gutes Haar an der Regierung lasse, so heiße das, Demokratie in den alten, ausgefahrenen Gleisen zu betreiben. Für die Erhaltung der Simultanschule Bei den Einzeldebatten, die bis zum Freitagabend andauerten, griffen die Oppositionsparteien u. a. das Zentralabitur beim Kultusministerium und die Haltung der CDU-Regierung in Konfessionsfragen an. Der Konstanzer Abgeordnete Schneider setzte sich für die Herabsetzung der Schülermeßzahl ein. Die Frage der Besetzung der Direktorenstellen an den Höheren Schulen müsse geklärt werden, da es unhaltbar sei, daß alle Stellen katholisch besetzt seien. Die Simultanschule müsse erhalten bleiben. Man müsse unter allen Umständen den Konfessionsfrieden anstreben. Dabei sei erforderlich, daß die Konfessionsfragen nicht mit den parteipolitischen verquickt würden. Staatspräsident Wohieb antwortete in seiner Eigenschaft als Kultusminister, daß als Mitbegründer der CDU sein ganzes Bestreben dahin gehe, alle Vorwürfe der Benachteiligung des evangelischen Volksteils aus der Welt zu schaffen. Der südbadische Landtag nahm schließlich den von der Regierung vorgelegten Haushaltsplan für das Jahr 1848/49 in namentlicher Abstimmung in erster Lesung mit 31:15, in zweiter Lesung mit 31:16 Stimmen an. Gegen den Vorschlag stimmten die Sozialdemokraten, die Freien Demokraten und die Kommunisten. Badischer Klerus neutral FREIBURG. Weder der Oberhirt der Erzdiözese Freiburg, Erzbischof Wendelin Rauch, noch andere kirchliche Behörden haben sich bisher offiziell in irgend einer Form zu der Frage der Ländergrenzen in Südwestdeutschland geäußert, teilte das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg mit. Eine Stellungnahme sei auch in Zukunft nicht zu erwarten. Nach Ansicht der kirchlichen Behörde solle sich jeder Katholik individuell zur Südweststaat-Frage entscheiden, zumal es sich hierbei um eine politische Frage handle, in der die Kirche den Geistlichen und Gläubigen das Recht der freien Entscheidung überlasse. Der kranke Süden Italiens Landhungrige Bevölkerung ergreift von brachliegendem Boden Besitz Vor kurzem zogen über dreihundert Bauern aus dem Orte Melissa in der Landschaft Kalabrien, welche die Spitze des italienischen Stiefels ausfüllt, auf ein großes Gelände in 12 Kilometer Entfernung und besetzten es. Als die Carabinieri erschienen und die Bauern aufforderten, das Feld, das zu den Besitzungen des Barone Ber- lingieri gehörte, wieder zu räumen, antworteten diese mit Handgranatemwürfen und Gewehrschüssen. In dem folgenden Feuergefecht wurden zwei junge Bauern getötet und sechzehn verletzt. Die Polizei hatte vier Verletzte. Die Erregung griff auf die ganze Umgebung über, doch konnte der sofort danach awsgerufene Generalstreik verhindert werden. Bald darauf zogen fünfhundert Bauern mit Frauen, Kindern und Mauleseln aus der Umgebung der sizilianischem Hauptstadt in einer endlosen schweigsamen Karawane nach den Abhängen des palermita- nischen Berglandes, besetzten dort die unbebauten Ländereien von sieben ausgedehnten Gütern und begannen bei Tagesanbruch, den Boden au umbrechen. Während die Männer arbeiteten, hielten die Frauen, von denen viele ihre Kleinkinder stillten, im weiten Umkreise Wache. Diese Vorkommnisse sind nur Episoden, diie sich seit Jahren in Süditalien wiederholen und die Oeffentlichkeit des In- und Auslandes von Zeit zu Zeit daran erinnern, daß die Zustände in der süditalienischen Landwirtschaft bis auf den Kern ungesund sind. Die Unruhen von Melissa aber haben den Stein jetzt ins Rollen gebracht: unter rhrem Eindruck hat .iie römische Regierung die Bodenreform praktisch in Angriff genommen, die seit langem gefordert und versprochen, ausgearbeitet und immer wieder aufgeschoben worden ist. Ministerpräsident de Gasperi begab sich selbst in jene Provinzen, um die notleidende und landhungrige Bevölkerung der Hilfe und des Verständnisses der Regierung zu versichern. Alle Parteien und Schichten der Bevölkerung — mit Ausnahme der unmittelbar Betroffenen— billigen die Maßnahmen der Regierung. Der Standpunkt der Großgrundbesitzer, die weite Teile ihrer riesigen Besitzungen brach liegen und ihre elend bezahlten „braccianti“ (Tagelöhner), in menschenunwürdigen Verhältnissen leben lassen, die sich kaum jemals auf ihren Gütern sehen lassen und ihre jährlich in die Millionen gehenden Renten in Rom oder Paris, Palermo oder Neapel ausgeben, findet im ganzer' Lande keine Verteidiger mehr. Die Regierung ihrerseits bemüht sich mit allen Mitteln, die Aufteilung des Schlecht bewirtschafteten Großgrundbesitzes in Ruhe und Ordnung vorzunehmen und unter allsn Umständen zu verhindern, daß sidi die wilden Landbesetzungen durch die „picchettatori” („Pflödtestecker”) wiederholen: das Ansehen der Staatsgewalt müßte schweren Schaden nehmen, wenn die süditalienischen Bauern den Eindruck gewönnen, daß ihr gewaltsames Vorgehen nachträglich gesetzlich gebilligt werde und die Regierung sich überhaupt unter Drude setzen lasse. Es ist auch klar, daß in einem Lande wie Italien, wo es nicht eine Landwirtschaft, sondern ein Dutzend Landwirtschaften in allen Formen gibt, die gleichen Maßnahmen nicht auf alle Provinzen angewendet werden können. Voreilige und improvisierte Zerschlagungen gut arbeitender Großgrundbesitze müßten zu. Störungen größeren Umfanges führen. Die Landschaft Kalabrien, in der man den Anfang der Bodenreform macht, gehört zu den rückständigsten Gegenden des italie- nischen Südens, der an dem industriellen und (landwirtschaftlichen Aufschwung des mittleren und nördlichen Italiens in den letzten Jahrzehnten keinen oder einen nur sehr geringen Teil genommen hat. Die große Masse auf dem Lande lebt in unvorstellbarer Armut, 48 Prozent sind nach den letzten Erhebungen Analphabeten (im Trentino 2 Prozent). Die Bauemhütten sind aus rohen Steinen errichtet, die Innenräume kahl wie Grabkammem, und Menschen und Tiere leben unmittelbar nebeneinander. Aus den dunkelhäutigen, (knochigen und faltigen Gesichtem starrt eine finstere Hoffnungslosigkeit. Der schwarze tabarro (Mantel) und der breitkrempige Hut unterstreichen diese Stimmung. Die Kinder haben häufig die geschwollenen Bäuche der Malariakranken. Vor dem Weltkriege wanderten die aktiven Elemente nach dem mittleren und nördlichen Italien in die Industrien ab, gingen in die afrikanischen Kolonien ala Siedler oder gründeten sich eine neue Existenz in Nord- oder Südamerika. Der Krieg hat diese Abflüsse verstopft. Seitdem ist die Misere schlimmer denn je. In den ersten Jahren nach dem Kriege wurden große Teile der süditalieniscben Bevölkerung buchstäblich durch die Pakete der amerikanischen Verwandten ernährt. Die eingeleitete Bodenreform wird manches bessern, aber die Umwandlung der „terra nuda“ (nackte Erde) in „terra bonificata“ (urbare Erde) und die Auflösung des extensiven Großgrundbesitzes mit dreijähriger „Rotation“ (Getreide — Weide — Bohnen) in intensive Kleinwirtschaft kann das schwierige Problem allein nicht lösen. Der kapitalarme, industrielose italienische Süden ist vor allem heillos übervölkert, und seine Gesundung setzt die Wiedereröffnung der Auswanderung voraus. Es handelt sich - hier nicht nur um ein italienisches, sondern um ein europäisches Problem. Alfred Botnnk. Das Ist Tabak . und wimer bekömmlich ZnkuDftsaufgaben der Landwirtschaft ite.. J'f'^ r ; £ m ■ Kr IslH Os Sä Was geschieht nach dem Ablaufen des Marshallplanes im Jahre 1952? Die deutsche Landwirtschaft wird alle Maßnahmen zur Planung und Förderung ihrer künftigen Produktion in die großen wirtschaftlichen Gesamtzusammenhänge hineinstellen müssen, die sich durch das europäische Wiederaufbauprogramm und den Marshall-Plan ergeben, und gleichzeitig das mögliche Ende dieses amerikanischen Kapitalzustromes mit seinen Rückwirkungen in Rechnung setzen müssen, wenn sie nicht vor ein bitteres Erwachen gestellt zu werden wünscht. Das Einfuhrvolumen der landwirtschaftlichen Produkte, die — für die ersten Jahre ohne Bezahlung — aus den amerikanischen Mitteln zur Verhütung von Seuchen und Unruhen hereinkamen, stellte sich auf rd. 600 Mill. Dollar, und 1952 wird es bis zu 1,2 Milliarden Dollar steigen. Damit werden 90 Prozent der Vorkriegsernährung kalorienmäßig gedeckt sein, wobei allerdings der Ausgleich bei Fett darunter liegen wird. Da die deutschen Exporterlöse jedoch zum Zahlungsausgleich nicht ausreichen, wird bei Aufhören der Marshallplan-Hilfe im Jahre 1953 ein Defizit von jährlich 500 Mill. Dollars, davon 300 Mill. in'echten Dollars, entstehen, und Westdeutschland wird sich einer schwierigen Situation gegenübersehen. Man wird damit rechnen können, daß dies sich bereits in der zweiten Hälfte des neuen Jahres auswirkt, zu welchem Zeitpunkt vermutlich die Subventionierung der Lebensmitteleinfuhren eingestellt wird und die Bestände aus der guten Ernte des verflossenen Jahres wie aus den verspätet angelaufenen Marshallplan- Importen verbraucht sein werden. Vor dem Kriege führte Deutschland jährlich 2,5 Mill. Tonnen Getreide ein. Die 50 Millionen Bewohner der Westzonen einschließlich West-Berlins benötigen jedoch, da die Agrarüberschußgebiete Ostdeutschlands fehlen, jährlich eine zusätzliche Einfuhr von 5 Mill. Tonnen. Man wird die uns in einigen Jahren nur noch gegen Bezahlung liefern. Die traditionelle Anschauung, Deutschland könne mit ausländischem billigem Futtergetreide das Schwergewicht auf Veredelungswirtschaft legen, läßt sich in der alten Form nicht mehr halten, denn die USA sind nicht darauf angewiesen, ihre Getreideüberschüsse an uns zu exportieren, sie bauen vielmehr selbst die Veredelung im eigenen Lande immer mehr aus. Zwei Auswege bieten sich dar: die Einfuhren aus anderen Ländern als den USA im Austausch gegen Industrieprodukte zu vergrößern und die deutschen Getreideerträge zu erhöhen. Wieweit Ost- und Südosteuropa dafür in Frage kommen, ist zunächst schwer zu übersehen. Dagegen bietet sich Frankreich mit seinen nordafrikanischen Besitzungen als Exportland für Getreide, Schweine und tierische Erzeugnisse in steigendem Maße an. Die zu erwartende Liberalisierung des europäischen Handels wird der Versorgung Deutschlands mit Nahrungsmitteln sicher einen Auftrieb geben, die Lage der deutschen Landwirtschaft aber erschweren. Das entscheidende Hauptaugenmerk wird dabei auf die deutsche Getreideproduktion und -Wirtschaft zu richten sein. Hier muß die westdeutsche Landwirtschaft vor allem die Erträge von den vorhandenen Flächen steigern. Verstärkte Düngung mit bis zu 140% des höchsten Vorkriegsvarbrauches als optimaler Größe und der Anbau zweckmäßiger Sorten sind geeignete und durchaus gangbare Wege zu diesem Ziel. Die Mehrkosten kann man auf jährlich 250 Mil 1 . DM ansetzen. Eins Erweiterung der Anbaufläche durch Heranziehung eines Teiles der S Mill. ha Grünland, die — auf Getreidoweri umgerechnet — einen Mindarert-ag von jährlich 2,5 Mill. Tonnen ergeben, ist eine andere Mehr Sorgfalt bei Ausstellung von Arbeitsbescheinigungen Unterstützung häufig verzögert durch Un Vollständigkeit der Angaben Die in allen Bezirken merklich ansteigende Arbeitslosigkeit erfordert eine rasche und zielbewußte Arbeit bei den für die Unterstützungsberechnung und Auszahlung zuständigen Arbeitsämtern. Es muß nun leider des öfteren die Beobachtung gemacht werden, daß sich die Auszahlung der Unterstützung verzögert. Die Arbeitslosen und weite Kreise sind in solchen Fällen mitunter allzuschnell bereit, die Schuld hierfür den Behörden zuzuschieben. Tatsächlich liegen aber in aller Regel die Fälle so, daß die für die Gewährung der Unterstützung erforderlichen Unterlagen imvollständig vorgelegt werden. Insbesondere gilt dies für die Arbeitsbescheinigungen. Zur Ausstellung der Arbeitsbescheinigungen ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet. Er kann im Weigerungsfälle sowohl von dem Arbeitslosen beim Arbeitsgericht auf Ausstellung der Bescheinigung verklagt werden, wie er dazu auch im Wege des Ordnungsstrafverfahrens von den Arbeitsämtern angehalten werden kann. Wesentlich ist, daß der Arbeitgeber die Bescheinigung in allen Punkten genau ausfüllt. Dabei darf nicht übersehen werden, daß vorsätzlich falsche oder unvollständige Angaben nicht nur zum Schadenersatz verpflichten, sondern auch mit erheblichen Strafen bedroht sind. Entsprechendes gilt für fahrlässiges Handeln. Da von der Angabe des Arbeitsentgelts die Höhe der Unterstützung abhängig ist, muß auf genaue Angaben in dieser Richtung größtes Gewicht gelegt werden, damit Schädigungen des Arbeitslosen oder des Unterstützungsfonds vermieden bleiben. Dabei ist darauf zu achten, daß die Lohnangaben sich auf die letzten 13 Wochen, bzw. 3 Monate vor Beenidgung des Arbeitsverhältnisses beziehen. Liegen innerhalb dieser Zeit Tage, für die der Arbeitnehmer wegen Krankheit, unbezahlten Urlaubs oder imbezahlten Aussetzens kein Entgelt erhielt, so ist die Entgeltsangabe um diese Zeiträume nach rückwärts zu verlängern. Wichtig ist auch die Angabe von eventuellen Sachbezügen (freie Wohnung, Kost, Deputate usw.). Dabei muß aus der Arbeitsbescheinigung ersichtlich sein, ob das angegebene Entgelt den Wert der Sachbezüge bereits enthält. Für Zeiten, in denen aus Arbeitsmangel verkürzt gearbeitet wurde, ist das verminderte Arbeitsentgelt in der hierfür vorgesehenen Spalte besonders anzugeben. Die Frage nach der üblichen Zahl der Arbeitsstunden pro Woche ist eindeutig zu beantworten, dg dies zur Feststellung eventueller Versicherungsfreiheit wesentlich ist, wie überhaupt auf die Beantwortung sämtlicher in der Arbeitsbescheinigung enthaltenen Fragen nicht verzichtet werden kann. Die Krankenkasse, bei der der Arbeitnehmer versichert war, hat die vom Arbeitgeber angegebenen Arbeitszeiten zu bestätigen. Um Verzögerungen in der Unterstützungsberechnung zu vermeiden, empfiehlt es sich für den Arbeitslosen, bei Abweichungen von den Angaben des Arbeitgebers eine Klärung vor Abgabe der Bescheinigung beim Arbeitsamt herbeizuführen. Unabhängig davon ist die Arbeitslosmeldung. Die Arbeitslosen müssen bemüht sein, für alle Zeiten ihrer Beschäftigung der letzten 2 Jahre vor der Arbeitslosmeldung Nachweise beizubringen. Auch ist es sehr wesentlich, Nachweise über versicherungsfreie oder selbständige Tätigkeiten, über Krankheitszeiten, Schwangerschaft, Wochenbett, Lehrgänge, Anstaltsverwahrung, über Zeiten fürherer Arbeitslosenunterstützung, falls der neue Antrag bei einem anderen Arbeitsamt gestellt wird, und über Zeiten des Bezugs von Fürsorgeunterstützung beizubringen. Die Unterstützungsdauer ist von der Dauer der versicherungspflichtigen Beschäftigung abhängig. Dies ist um so mehr zu beachten, als nach Ablauf der Arbeitslosenunterstützung die Arbeitslosenfürsorge von einer Bedürftigkeitsprüfung abhängig ist, die unter Umständen zur Versagung der Unterstützung führt. nötige Maßnahme. Bei Bereitstellung staatlicher Mittel für Umbruch, Entwässerung, Düngung und Einsaat {*n Höhe von rd. 900 Mill. DM) sind etwa 1 Mill. ha noch für den Getreideanbau zu gewinnen. Ohne Unkosten möglich und daher sofort in Angriff zu nehmen ist Futtergetreideeinsparung durch bessere Ausnutzung der vorhandenen Futterstoffe (Silage, Heuwerbung), Verbesserung der Fütterungsmethode und Verstärkung des Zwischenfrucht- lind Ackerfutters. 750 Millionen für den Wohnungsbau Von der ernährungswirtschaftUchen Seite wird an eine Verminderung des Getreideverbrauchs für Pferde und Geflügel heranzugehen sein. 300 C00 Arbeitspferde können durch Schlepper mit einer Gesamtleistung von 1,5 Mill. PS zum Preise von 450 Mill. DM ersetzt werden und damit nicht nur die Ernährungssituation erleichtern, sondern die betriebswirtschaftliche T age der Landwirtschaft erheblich verbessern. Die gegenwärtige Roheinnahme der westdeutschen Landwirtschaft beläuft sich im Jahr auf 3,3 Milliarden DM. Mit dem Ertrage hieraus und den aus den Gegenwerten für die laufenden amerikanischen Einfuhren sich ansammelnden Summen, die nach amerikanischer Absicht in größerem Maße gerade der deutschen Landwirtschaft zugutekommen sollen, wird und muß sich in den nächsten Jahren eine fühlbare Ertragssteigerung in der westdeutschen Landwirtschaft durchführen lassen. C. Um das Mitbestimmuiigsredit Bonn. (W.-Eigenbericht.) Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat maßgeblichen Bundestagsabgeordneten in der Bundesregierung drei Gesetzentwerfe des wirtschaftswissenschaftlichen Instituts der Gewerkschaften übergeben, die als Grundlage für die gesetzliche Regelung des Mitbestimmungsrechts der Arbeitnehmer dienen sollen. Im ersten Entwurf, der die Mitbestimmung in der Selbstverwaltung der Wirtschaft behandelt, wird die Bildung eines Bundeswirtschaftsrates nach dem Vorbild des früheren Reichswirtschaftsrates vorgeschlagen. Der Bundeswirtschaftsrat soll sich nur mit Fragen der Gesamtwirtschaft befassen und aus 50 Mitgliedern bestehen, von denen nur die Hälfte von den Arbeitgeberverbänden und vom Deutschen Gewerkschaftsbund der Bundesregierung zur Ernennung vorgeschlagen werden. In den einzelnen Branchen sollen Fachräte geschaffen werden, die sich ebenso wie der Bundeswirtschaftsrat zusammensetzen. Schließlich wird die Bildung von Bezirks- wirtschaftskammern und Produktiorisaus- schüssen empfohlen. Bonn (W.-Eigenbericht). Die ersten 750 Millionen DM für den Wohnungsbau stehen bereit, und da das Wohnungsbaugesetz der Regierung auch fertiggestellt ist, kann im Frühjahr der Wohnungsbau in größerem Umfang beginnen. Dieses wurde in Bonn nach einer Sitzung des wirtschaftspolitischen Ausschusses des Kabinetts bekannt. Das Wohnungsbaugesetz, das noch in dieser Woche dem Kabinett zugeleitet werden soll, unterscheidet zwischen dem frei finanzierten und dem öffentlich geförderten Wohnungsbau. Die von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellten Mittel dürfen ausschließlich nur für den sozialen Wohnungsbau verwandt werden, in erster Linie zugunsten der Flüchtlinge und Vertriebenen. Die Fläche der Wohnräume beim öffentlich geförderten Wohnungsbau soll zwischen 32 und 65 qm liegen. Die Miete soll nicht höher sein als die ortsübliche Miete für Wohnungen, die mit öffentlichen Mitteln gefördert und nach der Währungsreform fertiggestellt sind. Bei der Vergebung dieser Wohnungen sichert das Gesetz dem Bauherren das Recht zu, innerhalb einer angemessenen Frist aus einer Vorschlagsliste des Wohnungsamtes seine Mieter auszuwählen. Der frei finanzierte Wohnungsbau soll frei von der Zwangswirtschaft sein. Wer ohne öffentliche Zuschüsse baut und auf Erlaß der Grundsteuer verzichtet, soll die wirkliche Kostenmiete erheben dürfen und bei der Vergebung der Wohnungen freie Hand haben. Den Hauptteil der Finanzierungslast, die auf 2,3 Milliarden DM für die im ersten Jahr geplanten 250 000 Wohnungen geschätzt wird, soll der Kapitalmarkt mit 650 Millionen tragen. Aus öffentlichen Mitteln sollen 300 Millionen beigesteuert werden, aus Arbeitgeberdarlehen, Mieterzuschüssen und Baugenossenschaften werden 400 Millionen erwartet, aus der Soforthilfe 100, aus dem Arbeitslosenstock 100, den Umstellungsgrundschulden 270 und aus dem DM-Gegenwertfonds 250 Millionen DM. Wohnbauförderung in Sfidbaden F r e i b u r g. Eine Anordnung der süd- badischen Landesregierung vom 30. Dezember 1949 regelt die Anwendung des Landesgesetzes über die staatliche Wohnbauförderung. Die Anordnung besagt, daß eine Finanzierungshilfe für die Wiederaufbauarbeiten und für die sonstigen Maßnahmen zur Erstellung von Wohnraum in Form zunächst unverzinslicher Zwischenkredite gewährt wird. Überteuerungsdarlehen zur teilweisen Deckung der unrentierlichen Baukosten können pro Dreiraumwohnung (Küche und zwei Wohnräume) bis zu 5000 DM betragen. Die Landeskreditanstalt hat bisher für den Wohnungsbau in Südbaden insgesamt 21,3 Mill. DM bereitgestellt. Bis zum 30. November wurden hiervon rund 10 Mill. DM zum Neu- oder Wiederaufbau von 3147 Wohnungen ausgegeben. Das badische Innenministerium hat, wie während der Beratung des Haushaltplans 1949/50 im badischen Landtag bekanntgegeben wurde, im laufenden Haushaltsjahr insgesamt 9 Mill. DM zur Förderung des Wohnungsbaus an die Landeskreditanstalt überwiesen. Schutz der heimischen Erzeugung Der zweite Entwurf, eine Art Betriebsrätegesetz, gilt nur für die kleineren und mittleren Betriebe. Hier sollen Produktionsausschüsse gebildet werden, deren Zusammensetzung wiederum wie im Bundeswirtschaftsrat, paritätisch sein soll. Die Funktionen des Ausschusses, der sich mit allen wichtigen wirtschaftlichen Fragen des Betriebes befassen soll, sind nach dem Gewerkschaftsentwurf nur beratender Natur. Dabei wird auf das Beispiel der eisenschaffenden Industrie hingewiesen, in der sich das System in den letzten Jahren bewährt habe. In dem dritten Entwurf wird das wirtschaftliche Mitbestimmungsrecht für die großen Betriebe geregelt. Danach soll in den Aufsichtsrat großer Industriewerke ein Teil des Betriebsrates aufgenommen werden. Hier beanspruchen aber auch die Gewerkschaften bestimmte Mitwirkungsrechte, während bei den kleinen und mittleren Betrieben grundsätzlich die Mitbestimmung auf die Betriebsangehörigen beschränkt bleibt. In einem Kommentar zu den drei Entwürfen hebt der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundes hervor, daß eine nur teilweise Regelung der Mitbestimmung, wie sie von Industrie und Handelstag vorgeschlagen worden war, für die Gewerkschaften unannehmbar sei. Die Entwürfe werden, wie von seiten der Unternehmer nach Abschluß der in Hattenheim beendeten ersten Besprechungen über das Mitbestimmungsrecht bekanntgegeben wurde, die Grundlage für weitere Verhandlungen zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaften bilden. Frankfurt. Delegationen der Bundesrepublik und der Schweiz haben in den letzten Wochen als Ergebnis gemeinsamer Beratungen festgestellt, daß es bei den besonderen Verhältnissen der Landwirtschaft Westdeutschlands und der Schweiz zur Zeit nicht zweckmäßig ist, die Kontingentierung für Lieferungen von Agrarprodukten abzuschaffen. Der Handelsvertrag vom August 1949 soll in seiner bisherigen Form bestehen bleiben, weil die schweizerischen Kontingente an Käse, Trockenmilch, Zuchtvieh und Früchten noch nicht erschöpft sind und der deutsche Markt gegenwärtig mit diesen Produkten übersättigt ist. Schutzzölle für Weinbau bleiben Bonn. Zur Sicherung der wirtschaftlichen Existenz der deutschen Winzer und des Weinhandels ist das Bundesernährungsministerium bemüht, die Einfuhr von Trinkweinen möglichst niedrig zu halten, obwohl bestimmte Handelsverträge — zum Beispiel mit Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland und Portugal — nur bei gleichzeitigen Weineinfuhren in das Bundesgebiet möglich sind. Ernährungsminister Niklas betonte zu dieser Frage, daß in erster Linie Industrie- und Verschnittwein eingeführt werden. Die Bundesregierung beabsichtige, die bestehenden Schutzzölle für den deutschen Weinbau aufrecht zu erhalten .und die Unterschiedsbeträge in Zukunft wieder zu erheben. Die Ausschreibungen für Importweine sind bisher meist um ein Vielfaches überzeichnet worden. Handel über den Bodensee Tübingen. Die regen Handelsbeziehungen zwischen der Schweiz einerseits und Polen und der Tschechoslowakei andererseits haben im Dezember den Trajektverkehr Friedrichshafen—Romanshorn günstig beeinflußt. Insgesamt wurden in diesem Monat 1277 beladene Wagen (im Vormonat 923) in beiden Richtungen übergesetzt. Im Verkehr nach der Schweiz wurde die Tschechoslowakei erstmals von Polen aus ihrer bisherigen Spitzenstellung verdrängt. Den Hauptanteil des Verkehrs aus der Schweiz hat dagegen die amerikanische Zone an sich gezogen, wobei vor allem die Einfuhr von X64 Waggons spanischer Orangen ins Gewicht fiel. Vieh- und Schweinemärkte Hilzingen. Der letzte Markt war mit 63 Ferkeln beschickt, von denen 25 verkauft wurden. Die Preise schwankten zwischen 100 und 140 DM für das Paar. Minister Kirchgäßner zur Freigabe von Milch und Butter Freiburg. Zur Lockerung der Lebensmittel-Zwangsbewirtschaftung erklärte der südbadische Landwirtschaftsminister, daß in Südbaden Milch und Butter nach den bisherigen Feststellungen zu normalen Preisen verkauft würden. Im Augenblick scheinen die Vorräte auszureichen. Auch die Pflicht zur Markenrückgabe für Zucker werde voraussichtlich bald aufgehoben werden können, nachdem bereits heute ganze Wagenladungen Zucker frei geliefert würden. Die Aufrechterhaltung der Ernährungsämter ist nach Ansicht des Ministers überflüsig geworden. Für die Auflösung dieser Aemter seien jedoch die Stadtverwaltungen und Landkreise zuständig. In seinem eigenen Mi- Zollhaus-Blumberg. Der am Mittwoch stattgefundene Schweinemarkt war nicht, wie die vorhergehenden, so stark beschickt. Etwa 40 Ferkel und Läufer waren aufgetrieben. Die Preise bewegten sich für Ferkel von ca. 6 Wochen zwischen 60—80 DM und für solche von ca. 10 Wochen zwischen 100 und 120 DM. Das Angebot hielt der Nachfrage stand. G r i e ß e n. Auftrieb auf dem letzten Schweinemarkt 83 Stück, von denen 60 verkauft wurden. Die Preise bewegten sich zwischen 90 und 140 DM. Der Markt nahm einen lebhaften Verlauf. Schopfheim. Der Schweinemarkt am vergangenen Mittwoch hatte eine Anfuhr von insgesamt 36 Schweinen zu verzeichnen. Die Preise beliefen sich für 6—7 Wochen alte Schweine auf 55—60 DM und für 7—8 Wochen alte Schweine auf 65 bis 70 DM je Stück. 4—6 Wochen alte Schweine kosteten 45—55 DM und 8 Wochen alte Schweine 80 DM. Der Marktverlauf war etwas flau und am Schluß gab es einen geringen Ueberstand. Qar Spialar A) vom Cftodansaa Roman von Sebastian Bargelin rsSsiiti Als die Kugel zum einunddreißigsten Spiel, von Guska als Beginn der zweiten Halbzeit bezeichnet, ihren Lauf begann und Irene, Meßmer und Guska gesetzt hatten, war Guska sich seines Sieges schon ziemlich sicher. Wenn sein Vorsprung vor Irene auch nicht sehr groß war — Meßmer mit seinen nur neun gewonnenen Spielen rechnete er nicht mehr ernsthaft als Konkurrenten — so hoffte er doch, daß ihm sein Glück treu bleiben und Irene ihn nicht mehr einholen, höchstens noch einen Gleichstand mit ihm erreichen würde. Aber selbst wenn ihn Irene noch überflügeln sollte, so schien Guska das auch nicht so. aufregend, denn als Siegerin hatte sie — wie sie sich ausbedungen hatte — das Recht, über ihren Gewinn frei zu verfügen. Guska zweifelte nun gamicht mehr daran, daß sie ihm dann den Koffer gehen werde. In diesem Augenblick wurde Guska aus seinem hoffnungsvollen Träumen durch die Stimme des Croupiers gerissen, der „Zero“ rief. Also hatte die Null gewonnen. Guska hatte auf diese Nummer gesetzt. Irene und Meßmer hatten das Spiel verloren. Und auch im nächsten Spiel kam für die Drei das gleiche Ergebnis heraus. Irenes und Meßmers Einsätze strich der Rechen des Croupiers als Gewinn für die Bank ein, Guska indes hatte gleich auf zwei Feldern gewonnen. Irene erschrak. Auf einmal besann sie sich darauf, daß sie hier am Roulettetisch nicht saß, um den Nervenreiz des Spiels zu genießen. Es ging um mehr, als nur darum, ein paar Mark zu gewinnen. Und nun verlor sie immer. Auch Meßmer, während Guska Glück zu haben schien. Das durfte nicht sein, daß er als Triumphator den Saal verließ. Denn gewann er, dessen wurde sich Irene wieder bewußt, dann hatten sie und Meßmer nicht nur einiges Geld verloren und nicht einmal der Verlust des Koffers schien ihr dabei das Wichtigste. Was hier in diesem Augenblick sich vorbereitet, sagte sie sich, ist mehr, das ist eine ganz persönliche Niederlage, der Kocnrad und ich entgegengehen. Eine nervöse Unruhe befiel sie. Der Croupier forderte zu einem neuen Spiel auf. Irene, die sah, daß Meßmer und Guska noch nicht gesetzt hatten, erhob sich rasch entschlossen, nahm ihre Spielmarken in die Hände und ging eilig um den Tisch zu Guska. „Ich möchte eine Pause machen, Herr Guska”. sagte Irene, als sie bei ihm war. „Ich muß mich etwas erfrischen, die Luft hier ist mir zu drückend.” Guska, etwas erstaunt, war trotzdem sofort bereit: „Bitte, gnädige Frau, selbstverständlich könen wir ein wenig aussetzen. Darf ich Sie zu einem Glas Sekt einladen?” „Nein, danke“, sagte^Irene. „Ich möchte lieber einen Kaffee trinken, ich bin jetzt nicht in der Laune für Sekt.” „Oh, Sie sind nervös, gnädige Frau”, sagte Guska, als er sah, wie Irene unruhig an ihrer Tasche herumnestelte. „Haben Sie Angst, zu verlieren?” fragte er boshaft. Irene gab ihm keine Antwort mehr, sondern wandte sich Meßmer zu, der jetzt zu ihnen herangetreten war. „Conny, ich muß mit dir reden, ohne daß die anderen es hören”, sagte sie flüsternd und schnell zu ihm. Meßmer gefiel das nicht, er nickte nur mit dem Kopf. „Hier, Conny, steck bitte einstweilen meine Spielmarken ein, meine Tasche ist zu klein.” Meßmer, noch immer ohne ein Wort zu sagen, steckte die Jetons in seine Hosentasche. Dann drehte er sich um und ging zum Ausgang. Irene blieb neben ihm, während Guska, der Gutfleisch verständigt hatte, mit ihm zusammen folgte. „Sag, Conny, was ist eigentlich los? Wir scheinen auf dem besten Weg zu sein, das Spiel zu verlieren.” „Ach, das beunruhigt dich?“ fragte Meßmer. „Schade, schade, daß du aufgehört hast”. „Ich hielt es einfach nicht mehr aus, Conny. Beim Tanzen vorhin hast du gesagt, Guska werde verlieren, so oder so. Und jetzt? Guska gewinnt und wir hängen hintendran.” „Ich sage nur: schade, Irene. Jetzt muß ich von vom anfangen und mich doppelt anstrengen. Dabei war ich gerade so schön im Zug.” „Du?“ fragte Irene ganz erstaunt. „Du verlierst doch mehr, als du gewinnst Ich verstehe dich nicht.” „Nein“, sagte Meßmer, „du kannst mich natürlich nicht verstehen. Aber ich habe dir doch gesagt, daß wir gewinnen. Hast du so wenig Vertrauen zu mir?” „Doch, Conny, schon, aber...” „Also nicht. Noch einmal sage ich: schade. Aber ich will versuchen, nachher es noch besser zu machen.” Sie waren im Restaurant angekommen. Guska bestellte eine Flasche Sekt und lud die ganze Tischrunde ein. Irene bestellte sich einen Kaffee und auch Meßmer lehnte den Sekt ab. Gutfleisch verbreitete sich lärmend über das Spiel und bedauerte lebhaft, daß er mit niemanden wetten konnte. Im übrigen tippte er, zur Verwunderung Guskas, auf Meßmer. Der hörte gamicht hin und rührte nachdenklich in seinem Kaffee. Ganz in sich gekehrt saß er da, sein Gesicht war wie eine Maske. Irene stupste ihn unter dem Tisch mit dem Fuß, weil er sich so abwesend verhielt. Als er garnicht reagierte, gab sie es auf, ihn ins Gespräch zu ziehen. Und dann dachte sie wieder nur an das £piel. Während sie vorher noch ängstlich und nervös gewesen war, wurde sie jetzt einmal ganz ruhig, ja sogar zuversichtlich. Sie begriff ihren Kleinmut von vorhin nicht mehr. Ja, dachte sie, Conny hat recht. Ich muß ihm vertrauen, ich muß ihm vertrauen. Sie wiederholte sich diesen Satz noch ein paarmal, als ob er ein Zauberspruch wäre. Und wie wenn er es geahnt hätte, ergriff Meßmer plötzlich ihre Hand und sagte leise: „Es ist gut, Irene. Alles geht gut.“ Guska sah es und ärgerte sich. Dann winkte er dem Kellner, zahlte und stand auf. „Haben Sie sich erholt, gnädige Frau?” fragte er Irene. „Dann schlage ich vor, wir spielen weiter.” Irenes Platz am Spieltisch war besetzt. Sie stellte sich auf einen Wink Meßmers auf die gleiche Seite wie vorher neben den Croupier, der die Spielmarken austeilte und einzog. Meßmer fand wieder gegenüber dem Kugelcroupier eine Lücke, in die er sich schob. Guska folgte ihm und drängelte solange, bis ein Spieler widerwillig Platz machte. Meßmer war die Tuchfühlung, mit der er nun neben Guska stand, ausgesprochen unangenehm, aber er konnte es nicht ändern. Gutfleisch hatte sich hinter Irene postiert. Als beim ersten Spiel die Kugel in die Scheibe fiel, hatten nur Irene und Guska gewonnen. Meßmer sah lachend zu Irenen dann, als der Croupier die Kugel wieder aus ihrem Gehäuse entließ, beobachtete er aufmerksam die Scheibe. Irene setzte, ohne sich um die andern zu kümmern, ruhig und mit fast heiterer Gelassenheit ihre Spielmarken. Sie hatte dabei das Gefühl, als ob eigentlich gar nicht sie selber es sei, die die Nummern auswählte. Jedesmal, wenn die Kugel zu rollen anfing, wartete sie einen Augenblick, bevor sie ihre Jetons auf die Felder schob und doch hatte sie nach acht Spielen achtmal gewonnen, Guska nur zweimal, während Meßmer zu Gutfleischs Kummer alle acht Spiele verloren hatte. einunddreißig gewonnenen, Guska schon sehr nahe gekommen, der mit dreiunddreißig gewonnenen Spielen ihr nur noch mit vier Pluspunkten voraus war. „Die letzte Runde zu zehn Spielen beginnt”, flüsterte Gutfleisch Irene zu, als der Croupier von neuem aufforderte, das Spiel zu machen. Diesmal gewannen alle drei. Das zweiundfünfzigste Spiel verloren Irene und Meßmer, Guska hatte wie- lOisscH Sia jatzt sakon wer die roten Briefe schreibt? Achten Sie bitte recht sorgfältig auf die Hinweise in den nächsten Fortsetzungen. Bald sollen Sie Ihre Lösung einsenden! der gewonnen. Aber während nun Irene alle Spiele bis zum Schluß gewann, gelang es Guska nur noch in drei Spielen, Pluspunkte zu sammeln, und Meßmer verlor alle restlichen Spiele. Als das sechzigste Spiel vorbei war, gratulierte Gutfleisch Irene überschwenglich, da sie mit einundvierzig gewonnenen Spielen gegen achtunddreißig von Guska gesiegt hatte. Meßmer hatte es nur auf zwanzig gebracht. Weiter ging das Spiel. Und als sie es fünfzigmal gespielt hatten, war Irene mit Als die Gesellschaft wenige Zeit später im Taxi vor Gutfleischs Haus vorfuhr — Meßmer hatte während der Fahrt kein Wort gesprochen und sich wie erschöpft an die vor Glück strahlende Irene gelehnt, während Guska nun voller freudiger Spannung war, weil er sicher hoffte, daß Irene ihm den Koffer geben würde, zumal sie noch im Casino die Bemerkung von einem Trostpreis fallen ließ — wurde sie an der Haustüre nach heftigem Klingeln Gutfleischs von seiner Tochter Hanna empfangen. nisterium sei diese Entwicklung beschleunigt worden. Bereits vor einem Vierteljahr habe er die Ernährungsabteilung aufgelöst. Baden sei damit den anderen Bundesländern vorangegangen. 4 \ (Fortsetzung folgt) ■och größeres Buch herunter und sagte mit fürchterlich ernster Karli: „Da hast du deine Keile wieder, gib acht, daß dies nicht 0“ g n> 3. ^ < h- d p- A ö S-ft 0 - g a » C ^ C Sp ■* N ^ 8 c! 2. 7 S- Sajmstag'Sonntag, 14./15. Jarnuar 1950 Unterhaltung^ * Nr. 8 / Seite Der Firneis kann alles brauchen Erzählung von Friedei Margraf Wir Kinder hielten große Stücke auf fhn, denn er kannte nicht nur eine Un- jahl der lustigsten Geschichten, sondern er wußte auch die ersten Weidenkätzchen, (he reifsten Heidelbeeren und schmackhaftesten Krebse zu finden. Die Erwachsenen dagegen — so glaubte ich — achteten ihn nicht besonders hoch. Im dörflichen Kreis wird einer zunächst nach seinem Besitz eingeschätzt Und was die Habe des Fimeis anbetraf, die hätte gut und gern auf einem mittleren Handkarren' Platz gefunden. Aber obwohl die Bauern also dem von fremdher Zugereisten nicht- sonderlich gewogen waren, überließen sie seinen ungemein geschickten Händen gern allerlei Arbeiten für die ihnen die Zeit oder die Geduld fehlte. Der Firneis besorgte sie unverdrossen und nahm dankbar auch den bescheidensten Lohn dafür hin. Er mußte es wohl, denn in seiner Stube wuchs ein ganzes Rudel Kinder heran, das alle Tage satt werden wollte, und die Ziegenmilch allein tat’s auch nicht. Das Futter für die beiden wackeren Milchspenderinnen durfte der Firneis den ganzen Sommer lang in unserem großen Grasgarten schneiden. Stieß er dabei dann und wann — ganz von ungefähr, versteht sich — an einen der schwer tragenden Apfel- oder Frühbirnenbäume, so daß ein Kegen reifer Früchte niederging, so rutschten die wohl noch als Zugabe — ganz von ungefähr, versteht sich — in seine weiten Hosensäcke. Wir stellten uns blind und freuten uns von Herzen darüber, daß die Fimeiskinder ein saftiges Vesperbrot bekamen. Zuweilen nahm der Firneis auch ein Stüde alten Hausrats mit sich fort, das meine Mutter ihm geschenkt hatte. Ei konnte einfach alles brauchen, und es belustigte und rührte uns zugleich, mit welcher Freude er sich dieser Dinge bemächtigte, die in unseren Augen längst müllreif waren. So hatte er nach und nach unsere himmelblaue Kinderbadewanne gekapert, ein altes Ofenrohr, den Lehnsessel mit den drei Beinen, einen Blumentisch, an dem der Rost nagte, und schließlich unsere Kuckucksuhr, die der Uhrmacher nicht mehr hatte zum Leben erwek- ken können. Im Doktorhaus hatten sie eine Magd, deren kräftigen Zugriff selten ein Tiegel oder Teller auf die Dauer Widerstand zu leisten vermochte; die Doktorin rang die Hände, aber der Firneis schmunzelte und schleppte Stüde um Stück in seinen Fuchsbau. Aber er nahm anderswo auch Strohhülsen, leere Faden- epulen und etwa noch einen Stapel bunter Flicken an, die bei einer Hausnäherei abgefallen waren. Die wohlhabenden Bauern machten sich ruweilen lustig und hänselten ihn gern mit seinem eigenen Leibspruch: „Immer her damit — der Fimeis kann alles brauchen!“ Er lachte gutmütig dazu und ließ 6ich nicht beirren. Da standen die Trümmer einer gemauerten Scheune mitten im freien Feld — der Besitzer war zu gleichgültig, sie sauber abtragen zu lassen. Eines Tages kam der Firneis zu ihm mit demütig gezogener Kappe und erbot sich, die Reste niederzulegen und den ungenutzten Wiesenfleck zu säubern. Aber man mußte ihm die Steine dafür überlassen! Ja, die könnte er gern haben. . Einige Wochen später war die Scheune verschwunden, aber hinter der Holzschupfe des Firneis war ein kleiner Berg sauber abgeklopfter Ziegelsteine aufgewachsen. Das darauffolgende Frühjahr brachte uns ein schlimmes Hochwasser. Das Floß, ®uf dem die Badehütten verankert waren, riß sich los und tanzte in wilden Schwüngen den Fluß hinunter. Am Pfeiler der großen Brücke zerschellte das ganze Holzwerk in tausend Trümmer, Bretter und Balken reisten getrennt weiter, um sich endlich da und dort in dem breit überfluteten Wiesental wieder zu sammeln. Da lief der Firneis schnell zum Bürgermeister; ob denn das schöne Holz nutzlos verteilen sollte? Der zuckte die Achseln. Das •ei eine langwierige und zudem nicht ungefährliche Arbeit, zuletzt komme die Brühe teurer als der Braten zu stehen. Wenn aber er auf eigene Rechnung und Gefahr sich daranmachen wolle... Ja, natürlich wollte der Fimeis! Als die Wasser sich verlaufen hatten, trocknete heben dem Steinhaufen ein hoher Stapel tdeer geschichteten Werkholzes für den Fimeis in der Frühiingssonne. Im Sommer mähte der Firneis wieder in unserem Garten. Wir spürten gleich, daß etwas an ihm anders war als früher. Ernster, gestraffter, besinnlicher erschien uns als vordem Wir quälten ihn mit «usend neugierigen Fragen, aber er lä- ™elte nur und schwieg sich aus. Erst als meine Mutter hinzutrat, hielt er mitten im Schwung inne, richtete sich ganz gerade •“f und sagte leis: „Die Gemeinde hat hür gestern den Blutacker geschenkt — im Hertost fang’ ich an zu bauen!“ Der Blutacker war ein steiniges Niemandsland am Rande des Dorfs, von Golddisteln und Sanddorn überwuchert. An jedem Abend konnte man nun den Firneis mit seinen ältesten Kindern dort Steine klauben und Disteln stechen sehen. Ehe das Kom reif war, lag der kleine Fleck gesäubert und geglättet da. Einige wenige ließen sich nun doch von dem beharrliehen Fleiß dieses armen Menschen rühren und halfen dazu, die Mängel, die sich immer wieder einstellen wollten, freundnachbariich zu glätten. Und so kam wirklich der Tag, an dem das Haus des Fimeis stand. Eingadig zwar nur und mit einem Dach aus Schilf — aber doch eine Heimat für seine Kinder. Wir, als seine besonderen Vertrauten, durften es als die ersten betreten. Kein persischer Fürst mag den Gästen die Kostbarkeiten seines Palastes mit tiefergewurzeltem Stolz zeigen! Wir fanden unsere Badewanne wieder; glänzend vom frischen Lack prunkte der Blumentisch am Fenster, über und über mit jungen Geranien bestellt, Doktors bunt bemalte Teller füllten, säuberlich gekittet, das Bordbrett an der Wand, und in einem wiedergenesenen Tiegel dampfte der erste Grützbrei auf dem eigenen Herd. Die Fadenspulen hatten sich in lustige Brummkreisel verwandelt, die die Kleinsten auf den Fiecklesteppichen tanzen ließen, die aus den Flicken entstanden waren. Und gerade, als wir die Stube betraten, fuhr unser alter Freund, der Kuk-* kuck, gesund und stimmgewaltig wie nur je, aus seinem Uhrkasten. Wir schwiegen ehrfürchtig vor Staunen; meine Mutter reichte dem wackeren Mann die Hand und sagte, selbst bewegt: „Firneis, wenn es mehr von Ihrer Sorte gäbe, dann stürbe die Armut bald aus in der Welt!“ Nun, es gab wohl schon dazumal mehr als einen Fimeis, und es wird ihrer immer welche geben. Aber man pflegt sie nicht laut zu rühmen und hat ihrer nicht sonderlich acht. Und sie wallen ja auch gar nicht anders wirken als in der Stille ihrer vier Wände. Ein Tag im Leben des Firneis aber soll noch der Vergangenheit entrissen und ihm ewig unvergessen sein: der Tag nämlich, an dem die kleine Lisa- beth vom Bürgermeister von Haus zu Haus angeboten wurde. Die Lisabeth war ein Findelkind, das man ein Jahrzehnt zuvor unter einer Haselhecke aufge.esen hatte. Nun war die alte Frau, die sie um Gotteslohn aufgezogen hatte, gestorben, und keiner mochte das zarte, schmächtige Ding, das wohl nicht zur Bauemarbeit geschickt war, haben. Und da stand sie nun inmitten eines Kreises von Menschen, die sie kopfschüttelnd und geringschätzig betrachteten als ein mißratenes Stück Natur, und zitterte wie eine Kerze im Wind vor dem Ungewissen, das ihr die Zukunft bringen würde. Da kam ums Zwölfeläuten der Firneis seines Wegs, im kalkbespritzten Arbeitskittel, ahnungslos, worum die Rede ging. Als er es aber begriffen hatte, trat er rasch in den Kreis der Gaffer, legte dem fremden Kind seine schwere Hand auf den Scheitel und sagte munter: „Immer her damit — der Fimeis kann alles brauchen! Zwar bin ich der Aermste von euch, aber der Schlechteste vielleicht doch nicht. Komm, Lisabeth — wo sechse satt werden, wird das siebente wohl auch nicht Hunger leiden müssen“. Stumm und verlegen blickten die Bauern ihm nach, wie er so fröhlich mit dem Heckenkind abzog. Er hielt seinen Verspruch treulich, und sein tapferes Werken schien von diesem Tag an doppelt gesegnet: die Firneiskinder wuchsen als tüchtige Menschen heran. Ich möchte wohl wünschen, daß der Firneis noch lebt und dieses Blatt Papier in die Hand bekommt Freilich wird er, so wie ich ihn kenne, selbst diese seine Lobpreisung nicht ungenutzt in einer Schub-, lade gilben lassen, sondern etwa ein Schiffchen für seinen Enkelsohn daraus zurechtfalten und vom Rest sich ein Paar Einlegesohlen für den Winter schneiden. kommen zu lassen, denen nicht der fiebrig unruhige Geist des Abendländers gegeben ist. „Ist es möglich, daß wir diese Menschen ausbeuten, ohne ihnen Aerzte und Medikamente zu geben?“ so hatte er gefragt und sich nicht gescheut, von der schweren Schuld zu sprechen, die auf der weißen Rasse aller Nationen wegen des Unrechts laste, das den Schwarzen angetan wut de. Der schwarze Mensch, das war für Schweitzer der arme Lazarus vor der Tür Europas. Aber kaum konnte er ahnen, in welchem Ausmaß in Europa aller Fortschritt in Technik und Wissenschaft nicht nur dienen und zum Segen gereichen, sondern auch zuim gegenseitigen Verderben benützt werden sollte. Und wie man hier eines Tages die Einheit des menschlichen Geschlechtes, die Einheit der weißen Rasse selbst, in mörderischer Selbstzerfleischung zerbrechen würde. In jenen Jahren, in denen man nicht mehr zu wissen schien, daß wahre menschliche Größe still und schlicht über die Erde geht, war Schweitzer bei uns fast vergessen. Nur noch mit Hilfe amerikanischer Spenden konnte se ; n Urwaldlazarett erhalten werden, und eine Fülle von Publikationen erschien über Schweitzer in England und Amerika. Was die Angelsachsen an Schweitzer anzog, war sein Optimismus, sein Pioniergeist, der lihn Wälder roden ließ, und sein Christentum, das, gleich dem angelsächsischen, wie wir es etwa von den Quäkern kennen, die Hauptbetorung au! christliches Handeln, legt. Die Frage aber, ob unser moralisches Tun in der Welt etwas vermag, vereint Schweitzer und läßt all unser Tun nur als Gebet gelten. Wir aber, blättern wir in seinen Schriften, lesen schmerzlich bewegt von der Rolle, die er im menschlichen Leben noch der Vernunft zuweisen möchten. Wir spüren seine rührende Gläubigkeit an den Menschen und sind beschämt von dem Beispiel, das er gab. Dieses Beispiel der Tat ist es. von dem her allein Wort und Geist ihre Bedeutung wiedererlagen könne» in einer Zeit, da fast alles, was sich als tieferer Lebensinhalt anbieten will, so sehr seines Sinnes entleert erscheint, daß wieder das Christuswort führen muß „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Schweitzer gab das Beispiel der Tat, daß jeder nach seinen Kräften Hand anlege, und wir im Deutschland der Flüchtlingslager brauchten nicht einmal nach Afrika zu gehen, um den armen Lazarus vor der Tür zu finden. W. Quenzer Die Akkorde im Osten Anekdote von Peter Aumüller Albert Schweitzer Zu seinem 7 5. Geburtstag am 14. Januar Albert Schweitzer, der Kulturphilosoph, Urwaldarzt und Musiker, begeht seinen 75. Geburtstag am 14. Januar in Lambarene, in dem von ihm geschaffenen Urwaldkrankenhaus im tropischen Afrika. Nach zehn Jahren Afrika-Aufenthalt erst hatte er seinen letzten Europa-Urlaub genommen, und selbst da noch war er zwischendurch von seinem Heim in Königsfeld im Schwarzwald nach Amerika gefahren, um in Aspen, bei den Feiern des Goethe-Jahres in USA die Festrede zp halte». Dann kehrte er, in der Mitte seines achten Lebensjahr - zehntes stehend, noch einmal in den Urwald zurück, um weiterzuarbeiten an seinem Werk, das als eines der schönsten Zeugnisse echter Menschenliebe der Geschichte angehört. Vor nunmehr über vierzig Jahren nahm es seinen Anfang. Damals war Schweitzer wohlbestallter Theologieprofessor, anerkannter Bibelspezialist ; berühmter Organist und hatte ein Buch über Johann Sebastian Bach geschrieben, das in der Aesthe- tik einen der seltenen Glücksfälle darstellt, die die Kluft zwischen Kunstphilosophie und ausübendem Künstlertum manchmal überbrücken. Als Dreißiger nahm er sich plötzlich vor, Leben und Stellung den kranken Menschen Afrikas und der Bekämpfung der Schlafkrankheit zu widmen. Er begann Medizin zu studieren. Als er nach fünf Jahren Arzt und Chirurg war, verlobte er sich mit der Tochter eines Straßburger Historikers, und seine Freunde frohlockten. Nun würde er wohl wieder „zur Vernunft kommen“. Allein das tapfere Mädchen war bereit, ihm in den Dschungel zu folgen, urd wurde Krankenschwester. Frau Schweitzer hat nun fast ih ganzes Leben an der Seite ihres Gatten in den Tropen verbracht. Am Karfreitag 1918 reiste Schweitzer zum erstenmal mit ihr nach Cap Lopez in Französisch-Südafrika und von dort den Ogowefluß hinauf bis zum Stationsposten Lambarene, in ein Gebiet, verseucht mit Tsetsefliegen, in dem der Tod jahraus jahrein reiche Ernte hielt. In einem Zelt begannen die beiden ein altes Feldbett, mit fn ; scher Wäsche belegt, wurde erster Operationstisch. Heute steht in Lambarene ein modern eingerichtetes Krankenhaus mit ekligen hundert Betten. Von Zeit zu Zeit fuhr Schweitzer nach Europa, bereiste, immer in einfacher dritter Klasse, den halben Kontinent, in billigen Hotels übernachtend um mit Orgelkonzerten für seine Afrika-Arbeit zu sammeln und zu werben. Für eine Arbeit, die über Menschenkräfte au gehen scheint, denn nebenbei schrieb Schweitzer noch seine Bücher, als echter Arzt auch um die Gesundung der Seelen bemüht, um die Gesundung der Seelen Europas. Als Schweitzer nach Afrika ging, war er davon überzeugt, daß all der Fortschritt an Technik und Wisser echaft uns dazu verpflichte, die Früchte auch denen zugute Das Fest auf dem Landsitz des Freundes hatte zu lange gedauert, als daß der nun heimkehrende Graf Pocci mitten in der Nacht noch einen Fiaker nach Wien hätte haben können. Wae blieb ihm darum anderes übrig, als in einem Gasthof des Vororts nach einem Lager zu fragen, um dem neuer Tag wenigstens einigermaßen ausgeschlafen ins Angesicht blicken zu können. Das nächstgelegene Gasthaus machte in der spärlichen Beleuchtung zwar keinen besonderen Eindruck, doch da der Graf zu müde war, noch nach anderen Möglichkeiten zu suchen, schritt er kurz entschlossen darauf zu und kam gerade zurecht, als der Kellner mit einem Herrn im Gespräch unter der Tür stand. Die Unterhaltung der beiden war so lebhaft, daß er unschwer verstehen konnte, um was es ging: Der andere wollte ebenfalls zur Nacht bleiben. Darum, wie nun der Kellner sagte: „Mein Herr, ich habe aber nur noch ein Zimmer mit zwei Betten zur Verfügung, alle anderen sind schon belegt, und es kann durchaus sein, daß noch ein Schlafgenasse kommt, mit dem Sie das Zimmer teilen müssen”, trat der Graf hinzu und sagte, sich vorstellend: „Der zweite Schlafgenosse ist schon da und bittet um gütigste Erlaubnis, das noch freie Bett benützen zu dürfen.” Zwar warf ihm der andere, dessen Name so undeutlich vorhin ausgesprochen worden war, daß er ihn unmöglich verstehen konnte, einen drohenden Blick aus seinen Feueraugen zu, aber dann sagte er doch: „Wir wollen nicht viel Umstände machen, mein Herr: ich denke, wir werden uns vertragen.” Damit schritt er voraus mit einer Sicherheit, als wäre ihm die Oertlichkeit von früheren Besuchen her bekannt, trug seine kräftige, untersetzte Gestalt die Treppe emoof, wo ihnen der Kellner das Gpmach anwies, und begann sich ohne Umstände sofort zu entkleiden. Dennoch lag der Graf als erster im Bett, denn der andere hatte noch erst ein Täfelchen aus der Tasche gezogen und leise vor sich hinbrummend eilige Notizen gemacht. Dann blies er das Licht aus und warf sich aufs Lager. Aber kaum war es einige Zeit still, da sprang der Unbekannte schon wieder auf, zündete umständlich die Kerze an und holte neuerdings das Schreibtäfelchen hervor. Unter ständigem Brummen krizelte er mit schnellen Handbewegungen darüber hin; dem Grafen war es, als schlüge er den Takt zu einer unhörbaren Musik. So müde er auch war, er ließ den Eifrigen gewähren, weil ihm das originelle Gehaben des Fremden gefangen nahm. Der aber tat, als wäre er allein im Zimmer. Mit raschen Schritten ging er zum Fenster, riß es auf und atmete hörbar befreit dem leise AUF DER STRASSE Von Walter Bauer*) Abends glänzen schön die Fenster, golden wie die Stemenwelt. Und ich stehe auf der Straße. Keines ist für mich bestellt. Einmal war ich auch dadrinnen, saß am Tisch bei Trank und Brot. Bin verwiesen aller Orten. Mein Besitztum ist die Not. Eine Frauenstimme hör' ich, sie spricht leis mit einem Kind. Und ich hör’ die'Quell ei rauschen, draus der Abendfrieden rinnt. Möcht mich gerne niederbeugen, Kühlung trinken, Frieden, Schlaf. Doch ich bin ein Fremdling worden, den Verbannung traf. Leise lös ich mich vom Hellen. Schlaft, ihr Lieben, schlafet ein. Will die weiten Felder suchen, überglänzt vom Stemenschein. Sterne sind ja auch wie Fenster einer ungeheuren Stadt, und sie leuchten: Wir sind He’mstatt dam, der nichts mehr hat. *) Aus dem Gedichtzyklus „Hoffnung und Entsagung", Südverlag Konstanz. eich andeuteoden Morgen entgegen. Im Luftzug, der kühl über die Betten fuhr, zitterte das Kerzenlicht und warf hüpfende Schatten an die Wände, bis der am Fenster Stehende sich umwandte und die Flamme zwischen den Fingern erstickte. Als hätte er etwas zu versäumen, griff er dann nach Hut und Mantel und stürzte zur Tür. Da wurde es aber dem hellwachen Grafen doch zu bunt: mit energischer Stimme rief er dem Davoneilenden nach: „Was haben Sie vor, mein Herr, daß Sie die Nacht zum Tage machen?” In der Türe blieb der Angerufene stehen: „Lassen Sie sich nicht stören, schlafen Sie ruhig weiter. Ich muß Ideen schöpfen! Der Morgen kündigt sich an, schon leuchtet der Horizont.” „Sie haben aber noch nicht eine Stunde geschlafen, Sie sollten noch ruhen”, gab der Graf zurück. „Ich kann nicht schlafen, wenn die Sonne aufgeht. Hören Sie die Akkorde im Osten?!” Mit diesen Worten stürmte der Fremde davon. PALMOLIVE Der Graf hörte die schweren Schritte die Treppe abwärts poltern und wie das Tor unten aufgeschlossen wurde. Dann war es wieder still, köstlich still. Er vergrub sich tief in die Decke und sann' über seinen seltsamen Schlafgenossen nach.. Mietet da ein Zimmer, zahlt im voraus "und läuft dann davon, ohne geschlafen zu haben. Mit diesen Gedanken schlief der Graf endlich /ein und schlief bis in den frühen Tag & '4 Beim Frühstück fragte er den Kellner beiläufig: „Sagen Sie einmal, wer war denn der sonderbare Herr, der da mit mir im gleichen Zimmer übernachtete? Der Kellner sah den Frager ungläubig an, ob die Frage Ernst oder Spaß sei. Dann sagte er: „Was, Sie kannten den Herrn gar nicht? Da muß ich Sie aber sehr über raschen: Das war der berühmte Ludwig van Beethoven! Die lustigen Bildergeschichten von Vater und Gezeichnet von e. o. plauen 15. Geschichte: Lehre von der Hilfsbereitschaft oder Trau, Sohn schau wem onneusseire — sollte ^ ftfause fehlen MIT PALMEN- UNO f!OLIVENÖLEN HERGESTELLT Samstag / Sormtag, 14./15. Januar 1S50 SODKURIER Nr. 6 > Seite | .S ■ '.'l "■ ir Ir ■ r ; 1 t Der Herr über Leben und Tod hat heute meinen lieben, herzensguten Mann, Schwager und Onkel Wilhelm Gaiser Reg. -Oberinspektor im Alter von 62 Jahren wahlvorbereitet in die Ewigkeit abberufen. Konstanz, Friedrichstraße 31. den 13. Januar 1950 In tiefer Trauer: Clara Gaiser und Anverwandte Die Beerdigung findet am Montag, den 16. Januar 1950, 14.30 Uhr, statt. Statt Karten! Unerwartet verschied am hl. Dreikönigstag unsere liebe Schwester und Tante Josefine Schnopp geb. Vogel Im Alter von 68 Jahren. Wir haben sie, nach ihrem Wunsch, in aller Stille zur letzten Ruhe gebettet. Für erwiesene Anteilnahme danken wir herzlich. Konstanz, Petershauser Straße 22, den 11. Januar 1950. Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Martina Riether. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns beim Heimgang meines lieben Gatten und guten Vaters Johann Knittel Rentner zuteil wurden, sagen wir allen ein herzliches Vergelts Gott. Ebenso danken wir all denen, die ihm während seiner Krankheit so viel Gutes getan haben. Konstanz-Wollmatingen, den 13. Januar 1950. Sophie Knittel und Tochter Mathilde DANKSAGUNG Für die überaus zahlreichen Beweise mitfühlender Anteilnahme, die uns beim Hinscheiden meiner lieben Frau, unserer unvergeßlichen Mutter, Schwiegermutter, Oma, Schwägerin und Tante Margarete Kretz geb. Finsterwald schriftlich und mündlich entgegengebracht wurden, sagen wir allen ein herzliches Vergelts Gott. Besonderen Dank für die große Teilnahme an der Beerdigung sowie allen Spendern der Kränze und Blumen, mit welchen der lieben, allzufrüh Verstorbenen gedacht und ihr die letzte Ehre erwiesen wurde. Konstanz, den 10.. Januar 1950. In tiefer Trauer: Gustav Kretz mit Kinder und Anverwandten. * DANKSAGUNG Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Heimgang meines lieben, unvergeßlichen Mannes, unseres guten Vaters, Großvaters, Schwiegervaters, Bruders, Onkels und Schwagers Hermann Konradi danke ich herzlich. Besonderen Dank dem Vetter, Herrn Pfarrer Conradi, Meersburg, für die tröstenden Worte, der Schwester Emmi für ihren liebevollen Beistand, Herrn Dr. Schumann für den ehrenden Nachruf der Bad. Handwerkskammer, der Freiw. Feuerwehr, den Kranzspendern und all denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen haben. Konstanz, Wollmatinger Straße 123, im Januar 1950. Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Anna Konradi, Witwe. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Mannes Wilhelm Thomas und für die vielen Kranz-, Blumen- und sonstigen Spenden danke ich allen recht herzlich. Konstanz, Münzgasse la, den 13. Januar 1950 Gattin Anneliese Thomas nebst Anverwandte :\& a Unser lieber Joachim hat ein gesundes Schwesterchen bekommen. In dankbarer Freude! Resle Mayer, geb. Glöggler z. 2t. Frauenklinik Kurt Mayer, Redakteur Alter Graben 19 Konstanz, den 11. Januar 1950 Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigien: Horst Diether v. Zittwitz genannt v- Wedel und Frau fosefine, geb. Boiim Konstanz, Schubertstraße 3 14. Januar 1950 Wir haben uns verlobt: Rest Huchler Werner Reimann Konstanz. Januar 1950 Brauneggerstr. 54, Turnierstr. 29 Buchhalter{fn) jüngeren, perL in Abschluß-, Bilanzarbeiten u. Korrespondenz, vertraut mit der Bearbeitung von Devisenangelegenheiten. sucht Textilfabrik in Konstanz. Bewerbungen mit Lebenslauf u. Zeugnisabschr. unter 5256 Südkurier Konstanz Bezirksvertretung einer bek. Fabrik f. Schaufensterfiguren u. Dekorationsmaterial für den dortigen Bezirk bei Prov. und Reisekostenzuschuß zu vergeben. Ausführl. Angebote unt. A 3087 an RAT und TAT, Stuttgart. Gute Existenz Verkauf wegen Krankheit kompl. Einrichtung zur Herstellung von LAMPENSCHIRMEN zum Preis von 800 DM. Rasch entschlossene Käufer richten Ihre Angebote an S 9496 ZEITSCHAU GmbH., Anz.-Verm., Schwenningen/N., Marktpl. 15 Maßgebende Likörfabrik sucht für Südwürttemberg und Südbad-en einen gut eingeführten Vertreter Zuschriften mit Referenzen u. 2728 Südkurier Konstanz. Gottesdienst« Evangelische Gottesdienste Konstanz. Lutherkirche: Samstag, 20 Uhr, Christenlehre. Sonntag 9.30 Uhr Gottesdienst. Pfr. Lorenz; 10.45 Uhr (Kindergottesdienst. Montag 7.30 Uhr Morgenwache. Dienstag 20 Uhr Frauenabend. Donnerstag 20 Uhr Bibelstunde. — Pauluskirche: Sonntag, 15. Jan. 9.00 Uhr Gd., (Notopfer), Koch; 10 Uhr Kgd. — Allmannsdorf (im kath. Pfarrhaus) 15 Uhr Gd., Koch Dienstag, 17. 1., 20 Uhr, Frauen- und Mütterabend im Konf.-Saal der Pauluskirche. Mittwoch, 18. 1., 16.30 Uhr, Bibelstunde im Konf.-Saal der Pauluskirche, Müsken. — Konstanz-Wollmatingen: 10 Uhr Hauptgottesdienst; 11 Uhr Kindergottesdienst. — Heilanstalt Reichenau: 9 Uhr Hauptgottesdienst (Kollekte). Ev. Stadtmission (Gemeinschaft), Konstanz, Schottenstraße 19. 10.45 Uhr Sonntagsschule; 15 Uhr Predigtgottesdienst; Mittwoch, 20 Uhr, Bibelstunde. Alt-Kath. Gottesdienste. Christuskirche, Münsterplatz 8. Sonntag: 9.30 Uhr Amt mit Predigt. Die Christengemeinschaft, ; Kon- stanz, Mangoldstraße 9., Sonntag, 9.30 Uhr, Sonntagshandlung für Kinder; 10 Uhr, Menschenweihie- handlung. Mittwoch, 9.30 Uhr, Menschenweihehandlung. Donnerstag, 20 Uhr, Abendveranstaltung. Stellen-Angebote Bürokraft mit guten Kenntnissen in Durchschreibe-Buchführuiig sowie in Stenografie und Maschine sofort gesucht. Bewerbungen mit Gehaltsforderungen unter 5247 Südkurier Konstanz. Schneidergeselle, ein tücht. Großstückarbeiter, z. sofortigen Eintritt wird gesucht. Erhard Rees, Schneidermeister. Offenburg (Baden), Wilhelmstraße 21. Elektromechaniker (Ankerwickler) gesucht. Schriftliche Bewerbung. Zuschr. u. 56 736 Südk. Konstanz. Hilfskraft, erfahrene, sorgfältig, arbeitende, wochentags v. 8—11 Uhr für kinderlosen Haushalt gesucht. Kein Kochen, keine schwere Arbeit, keine Verpflegung. Angenehme Dauerstellung für ältere Persönlichkeiten. Zuschriften mit Gehaltsansprüchen an Postfach 206 Konstanz. Schriftstellerin(nen) (Begabung) je eine, Bildhauerin, Malerin (Zeichnen, Fotografie, Kunstgewerbe), evtl. Schauspielerin, nicht über 29 J., gesucht für sofort oder später. Lebenslauf erwünscht. Foto zurück. Bewerbungen unter 2789 Südkurier Konstanz. Haushalthilfe. stundenweise, mehrmals wöchentlich in kleinen gepflegten Haushalt Kstz.-Petershausen gesucht. Zuschriften unt. 56 676 Südkurier Konstanz. Haushalthilfe täglich (außer Sonntag) ca. 8—14 Uhr in Konstanz (Stadtmitte) auf 1. Febr. gesucht. Zuschr. u. 56 717 Südk. Konstanz. Haushalthilfe für kinderlos. Haushalt (Allmannsdorf) von 2—6 Uhr gesucht. Zuschr. unter 56 668 Südkurier Konstanz. Hausgehilfin, selbständig, tüchtig, sauber u. solid, in Arzthaushalt mit 3 Kindern nach Konstanz ges. Zeugnisse erwünscht. Zuschrift. u. 2658 Südk. Konstanz. Mädchen, schulentlassenes, für Haus u. Landwirtschaft gesucht. Karl Böhler. Allensbach, Kait- brunner Straße 5. 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Haushälterin, tüchtig, jung, ehrlich, sucht sich zu verändern, frauenloser Haushalt bevorzugt. Zuschr. u. 74 576 Südk. Meersburg. Fräulein sucht 1- bis 2mal wö cbentlich nachmittags Arbeit, am liebsten zu Kindern. Zuschr. u. 56 667 Südkurier Konstanz. Mädchen, schulentl., sucht Stelle in Haushalt. Zuschr. unt. 68 077 Südkurier Stock ach. Mädchen, 23 Jahre, sucht Halbtagsbeschäftigung für Haushalt, Kinder, Büro oder Verkauf. Zuschriften u. 2656 Südk. Konstanz. Frau, saubere, übernimmt Büroputzen. Zuschr. u. 56 696 Südk. Konstanz. Frau, gebild., 40 Jahre, sucht Stellung in kinderlosem Haushalt oder auch bei einzelnem Herrn. Zuschr. an Frieda Schellschmidt, Lieh über Elsdorf (Rheinland). Putzfrau sucht Beschäftigung für Samstag. Zuschriften unter 2664 Südkurier Konstanz. Vertreter Reise-Inspektor von erster Sachversicherungsgesellschaft für das Bodenseegebiet gesucht. Gehalt, Reisespesen nach Vereinbarung. Zuschr. u. 56 674 Südk. Konstanz. Vertreter (Fahrzeugbranche) ln ungekündigter Stellung, eigener PKW, sucht sich zu verändern (auch andere Branche). Zuschr. unter 42 025 Südkurier Singen. Vertreter, branchekundigen, rührigen. der intensiv Malermeister bearbeiten kann, für die Kreise Konstanz, Stockach, Ueberlingen, Ravensburg, Lindau etc. v. Lack- Farben- u. Kittfabrik (u. Großhandlung) gesucht. (Vorläuf. auf Provision). Nur Herren mit Erfahrung und Eignung wollen sich melden. Zuschr. u. 2793 Südkurier Konstanz. Provisionsvertreter, im Friseurgie- werbe gut eingeführter, für lukrativen Markenartikel gesucht. Zuschr. u. 5235 Südkur. Konstanz. Bezirksvertreter in den Bezirken Singen, Konstanz, Radolfzell, Ueberlingen gut eingeführt, sof. von bekannter Ma^kenartikelfa- brik gesucht. Herren mit eig. Fahrzeug bevorzugt. Zuschriften mit Lichtbild u. 10 691/5 an die Süd-Annonce, Konstanz, Obere Laube 79. Vertreter, tüchtiger, für neuartigen Schnellkoch topf nach amierik. Muster, konkurrenzlos, bei hoher Prov., sofort gesucht. Zuschrift, u. 56 739 Südkurier Konstanz. Tierarzneimittelfabrik sucht für dien Verkauf hochwertiger Präparate an die Landwirtschaft Vertreter für eingeführtes Gebiet. Bewerbungen Erbeten unter S R 5029 an WEFRA, Frankfurt a. M., Untermamkai 12. Vermietungen Stellen-Gesudie Damenschneidermeister, selbst., früher Zuschneider in la Gesch. Prag, Karlsbad, sucht umständehalber in Damensalon Zuschneideposten für Kostüme u. Mäntel (Uz. vorh.). (Bedingung: Wohnungstausch Tegernsee, 2 Pers. oder Wohnung geb.) Zuschrift. u. 2764 Südk. Konstanz. Kaufm. Angestellter, Siidd., bilanzsicher, organisations- u. verhandlungsgewandt, arbeitsfreudig, sucht neuen Wirkungskreis, mögl. entwicklungsfähige Stellg. in Fabrikations- oder Handelsbetrieb. Zuschriften unter 56 684 Südkurier Konstanz. Akkordeonspieler frei. Böhringer, Konstanz, Tägermoosstraße 33, II. Gärtner sucht Dauerstellung in Villa oder Parkanlagen in Konstanz oder Umgebung. Zuschr u. 56 588 Südkurier Konstanz. Bürogehilfin, tücht., Kenntnisse in Stenografie und Maschinenschreiben und tüchtige Damenschneiderin suchen Stelle, wenn möglich auf 15. Febr. in Konstanz oder Umgebung. Zuschriften unt. 56 633 Südkurier Konstanz. Säuglingsschwester, erfahrene, in ungekündigtem Arbeitsverhältnis sucht auf 1. April passende Tätigkeit. Erika Hassert, Gottma- dingen, Industriegebiet 2. Servierfräulein mit Kenntnissen, sucht Stelle in gutem Caf6 oder Speiserestaurant. Gute Zeugnisse. Zuschr. u. 56 732 Südk. Konstanz. Zimmer, möbl., heizbar, sopnig, Sta, sowie Bohrfutter liefert preiswert H. Lehmann, Maschinen und Zubehör, Lörrach. Beteiligungen Beteiligung, aktive u. finanzielle, wird offeriert an seriös. schäftsuntemehmen. Keine Sa. nierung. Zuschriften an Postfach 22, Beuron/Hohenzollern. Heiraten Mädchen, aus gutem Hause, 25 j. kath., 172 groß, blond, -mit schö^ ner Aussteuer sucht auf diesen* Wege die Bekanntschaft eines so. liden Herrn in sicherer Position zwecks Heirat kennen zu lernen, Verschwiegenheit wird zugesichert. Nur ernstgemeinte Zuschr. erbe, ten unt. 73 812 Südkur. Tribej-g. Handwerker, 40 Jahre, mit eige. nem Haus und kl. Landwirtschaft in der Bodenseegegend, sucht braves Mädchen in den 30er Jafa. ren zwecks Heirat kennenzulesr. nen. Absolute Diskretion zuges. Bild erwünscht (sofort zurück). Freundi. Zuschr. u. 56 722 Südku. rier Konstanz. Wer möchte meinem 7jäihr. hüb. sehen Kind lieber Vati und mir echter Lebenskamerad sein? Bin schuldlos gesch., 28 J. alt, 1,72 groß, dunkelblond, aus guter Fa. milie. Vollkommene, vornehme 3-Zimmerausstattung vorhanden. In Frage käme nur wirklich ge. bildeter Mann mit aufrichtigem, vornehmem Charakter im Alter von 35—45 Jahren. Möglichst Waagte-G eto oren er. Witwer mit Kind oder Kriegsversehrter angenehm. Zuschr. u. Konstanz. 56 723 Südkur; Bäckermeister, tücht., strebsam; kath., im Alter von 26—32 Jahrenj ist Einheirat in Bäckerei mit Ko.' lonialw. auf dem Lande geboten- Nur ernstgemeinte Bildzuschr. u* 71127 Südkurier Ueberlingen. Um den Lebenskameraden zu finden, wünsche ich mir Briefwechsel mit Herrn bis zu 50 Jahren — auch Witwer. Beste Familie, gesicherte Lebensstellung, Gesundheit, feine Gesinnung, Liebe zur Natur und vielseitige Interessent sowie Achtung vor der Frau dürften entscheidend sein. Ich bin 43 Jahre alt, evg., alleinstehend," berufstätig und ohne Gelegenheit, auf andere Weise jemanden kennen zu lernen. Zuschr. unter 5223 Südkurier Konstanz. Landwirt, tücht., mit mittelgroß. Hof, sucht tücht. kath. Land wirtStochter, 35—40, zwecks Heirat kennen zu lernen. Zuschriften unter 84 876 Südk. Lindau. Evangelische Ehewillige all. Kreise wenden sich vertrauensvoll an den „Treuhand-Briefbund“ (Wilhelm Danler) München 13 (Kennzeichen) Georgenstr. 73. Auskunft kostenlos. 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Eine dankbare Aufgabe, denn der Staub drang ungehindert in das offene Büchergestell und der Kanonenofen in der Ecke hatte ein Jahr hindurch reichlich auch noch für Ruß gesorgt. Mein Freund räumte inzwischen das obere Schrankfach aus, wo normalerweise die Hüte hineingehören. Da er ein solches Besitztum nicht sein eigen nannte, hatte er alles Andere hineingestopft. Es kamen in der Hauptsache Briefe zum Vorschein. Er überflog sie schnell noch einmal. Bei einigen wurde er rot, bei anderen bleich. Die bleichmachenden zerriß er, die anderen hob er auf. Ein Sektpropfen kollerte auf die Erde. Seliges Angedenken. Weniger selig machte ihn die Steuerkarte, die ihm in die Hände fiel. „Da ist er!“ rief er plötzlich. „Wer?“ fragte ich. „Der Vergaser, den ich mir seinerzeit von Meier geliehen habe für mein Motorrad, bis ich Ersatz hatte“ „Ach so, ja, ich weiß, du hattest damals behauptet, du hättest ihn zurückgegeben und darum den Krach bekommen mit Meier!“ Er wurde ganz verlegen, schob den Vergaser unter den Schrank und schwur die Sache heute noch in Ordnung zu bringen. Beim Weiterwühlen fand er einen Rasierapparat. „Hier, den habe ich von Franz zu Weihnachten bekommen“. „Ja, den kenne ich, den habe ich Franz zum Geburtstag geschenkt!“ Als der Schrank aufgeräumt war, begann mit der Kommode die gleiche Prozedur. Es gab einen großen Berg Papierabfall. Endlich war es geschafft. Dann machten wir mit dern Papier Feuer, daß das Ofenrohr glühte und setzten Wasser auf. „Schnell, hol den Tee“, sagte ich, „das Wasser kocht“. Er riß den Kleiderschrank auf..; aber da war aufgeräumt. „Meine Güte, wo hab ich nur den Tee hingesteckt?“ Er hatte ihn gut weggetan. An Ort und Stelle, wo er von Rechts wegen hin gehörte. Aber wo war das nur? Ich dachte, ob es nicht allen so geht bei der Inventur. FrieÖhofeerroeiterung hat begonnen Nächste Arbeit: Herstellung der Hauptwege Mit der vom Stadtrat genehmigten und dringend benötigten Erweiterung des Friedhofs nach den Plänen des Städt. Hochbauamtes wurde bereits begonnen. Im vergangenen Herbst ist das gesamte dafür in Betracht kommende Gelände eingezäunt worden. Zu beiden Seiten des Zaunes wurden junge Hainbuchen gepflanzt, so daß auch dieser Friedhofstedl später von einer dichten Laubgehölzhecke eingefaßt wird. Bei der Anpflanzung wur de auf einer in jeder Beziehung fachgerechte Ausführung Wert gelegt. Man kann nur hoffen und wünschen, daß die dort gesetzten jungen Gehölze von den Vorübergehenden nicht mutwillig beschädigt werden. Diese Heckenpflanzen sollen zu aller Freude wachsen und bald einen dichten, grünen Hag bilden. Alle Arbeiten führten ortsansässige Firmen aus; für die pflanzliche Ausgestaltung wurde Gartenarchitekt Lesser als Mitarbeiter hinzugezogen. In den nächsten Monaten wird mit der Herstellung der Hauptwege, der Be- und Entwässerung sowie mit etwa notwendigen Erdarbeiten angefangen, damit iim Herbst weitere Anpflanzungen folgen können. Obwohl der Gesamtbau der Friedhofserwed- •terung sich über längere Zeit erstrecken wird, hofft man doch im Verlauf dieses Jahres bereits das erste neue Grabfeld in Benutzung nehmen zu können. Tuberkulinprobe bei dei^ Schulkindern Die Schularztstelle beim Staatlichen Gesundheitsamt macht darauf aufmerksam, daß lm Laufe der nächsten Monate die Tuberkulinprobe bei den ersten, vierten und achten Volksschulklassen in Konstanz im Rahmen der allgemeinen Tuberkulosebekämpfung durcbgietführt wird. Die Tuberkulinprobe ist als solche völlig harmlos und ungefährlich. Den Kindern wird auf der Brust ein mit Percutan-Tuberkulin- satbe versehener 2 cm langer Leukoplast- Streifen befestigt, der nach 24 Stunden entfernt wird. Nach weiteren'24 Stunden erfolgt die Kontrolle durch den Schularzt. Die Eltern werden gebeten, die Kinder während dieser Zeit nicht zu baden, damit der Erfolg der Probe nicht gefährdet wird. Bei positivem Ausfall erfolgt kostenlose Durchleuchtung auf der Tuberkiulosenfür- sorgestelle des Staatlichen Gesundheitsamts. Und das noch heute! Jemand muß ms Krankenhaus gebracht werden. Die Angehörigen erhalten darauf nachstehende, für die heutigen Ernährungs- verhältnisse unverständliche Aufforderung: Der Oberbürgermeister 12. 1. 1950 Emährungsamt Sie werden gebeten, die Lebensmittel-, Eier-, Kartoffel-, Milch-, Raucher-, Kleiderund Haushaltskarten (Schiuihausbesserungs- schißin sowie das Haushaltsblatt) für. beim Emährungsamt, Abteilung Sammel- verpflegfe — Verkehrsamt — abgeben zu wollen. gez. Unterschrift Die 8 Dpf. Postgebühren bezahlt der Empfänger, die Notopfermarke die Stadtverwaltung. Außerhalb des Krankenhauses und der Frauenklinik aber fragt man nicht mehr nach der Lebensmittelkarte. Am Donnerstag wurden wegen Ueber- tretung der Straßenverkehrsordnung 24 Personen gebührenpflichtig verwarnt. Zur Kenntnisnahme „Südkurier“ und „Deutsche Bodensee-Zeitung“ haben in Anbetracht der zahlreichen in Aussicht stehenden Fasnachtsbälle und Bunten Abende (im Konzil allein über 20) vereinbart, nur über die Veranstaltungen der Konstanzer Narrenvereine und -gesellschaf- ten zu berichten. Die Narrenvereine werden allgemein als die eigentlichen Träger der Fasnacht in althergebrachtem Sinne betrachtet. Außerdem ist es beiden Zeitungen aus technischen Gründen nicht möglich, über alle Fasnachtsveranstaltungen zu berichten. Wir nehmen an, daß die Vereine Verständnis für diese Maßnahme haben. Die Lokalredaktion Bund der Besatzungsgeschädigten abgelehnt In Konstanz sollte eine „Interessengemeinschaft der Besatzungsgeschädigten“ ins Leben gerufen werden. Den Satzungen lag der Gedanke zugrunde, die Interessen von Mitgliedern, deren Häuser, Wohnungen, Hausrat und sonstiges Eigentum für Zwecke der Besatzung beschlagnahmt wurden, gegenüber den Behörden und Gerichten zu vertreten. Das Hohe Kommissariat für die französische Besatzungszcxne hat nun die geplante Vereinsgründung untersagt, da diese mit dem Besatzungsstatut unvereinbar sei. Es könne keine Gruppierung zugelassen werden, die sowohl durch ihre Benennung, wie auch durch die Art ihrer Forderungen das Ansehen der Besatzungsmächte schädige. Das Hohe Kommissariat weist auf die Einrichtung der Entschädigungsgerichte hin, bei dem die Beschwerden über Besatzungsschäden eingebracht werden könnten. Außerdem hätten die Betroffenen die Möglichkeit, sich einzeln und direkt in ihren Anliegen an die Besatzungsbehörde zu wenden. Gläserner Zug bekommt Verspätung Die Bemühungen des Eisenbahnverkehrsamtes Konstanz, im neuen Freimden- verkehrsjahr 1950 den „Gläsernen Zug rund um den Bodensee“ als einen weiteren Anziehungspunkt einzuführen, sind leider gescheitert. Sonderrundfahrten rund um den Bodensee sind vorerst wegen der noch immer bestehenden Schwierigkeiten des Grenzübertritts unmöglich. Die Bundesbahn bemüht sich, als Ersatz für das nicht zu verwirklichende Vorhaben, zwischen Konstanz und Lindau einen Triebwagen einzusetzen. Wer hat ärztlichen Sonntagsdienst? Ärztlichen Dienst versieht am Sonntag, den 15. Januar, Dr. Bundschuh, Schützenstraße 20, Telefon 60. Von den Apotheken bat die Tiergartenapotheke Sonntagsdienst und in der kommenden Woche Nachtdienst. — Bereitschaftsdienst der Garagen am 14./15. Januar Adam Müller, Bodanplatz 3, Telefon 485. Laftroageti ftürzte t>on öer Fähre in Öen See Ein in seiner Art noch nie dagewesener Unfall ereignete sich Mittwoch nacht auf der Fähre: Bei der letzten Fahrt von Meersburg nach Staad machte sich ein Lastwagen selbständig und stürzte vom Heck in den See. Hierzu erfahren wir: Auf der Fähre befand sich außer dem Lastwagen noch ein Personenwagen. Der Lastwagen war ziemlich mittschiffs aufgestellt. Auf dem Hauptverdeck hielten sich keine Personen auf, so daß die Fahrzeuge unbeaufsichtigt waren. Etwa 200 m vom Ufer entfernt hörte der Schiffsführer einen Krach und spürte eine Erschütterung des Schiffes. Er ließ sofort halten; bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß der Lastwagen verschwunden war. Wie nachträglich festgestellt wurde, stand der Lastwagen mit geöffneter Bremse und ohne Einschaltung eines Ganges auf dem Verdeck. Durch die Bewegung des Schiffes ist der Wagen wahrscheinlich ins Rollen gekommen, hat rückwärtsfahrend die beiden ziemlich starken Absperrketten zerrissen und ist In den See gestürzt. Personen kamen nicht zu Schaden, da der Fahrer nicht beim Wagen war. Das Fährepersonal trifft keine Schuld, da das Auto ohne angezogene Bremse vom Fahrer verlassen worden war. Bei dem im Bodensee versunkenen Wagen handelt es sich um einen Fünf-Tonner Krupp-LKW, der aus Nürtingen stammte und nach Säckingen unterwegs war. Der Wagen hatte keine Ladung. Der Unfall ereignete sich ziemlich an der gleichen Stelle vor Meersburg, an der im letzten Sommer ein Motorboot unterging. Der See dürfte dort eine Tiefe von 80—100 Meter haben. Die Wasserschutzpolizei stellte am Donnerstag die notwendige Untersuchung an; sie konnte die Unfallstelle feststellen und markierte sie mit einer Boje. Es ist das erstemal, daß sich auf der Fähre seit der Inbetriebnahme vor 20 Jahren ein solcher Unfall ereignete. Wie fteht es um Öas Konftanzer Theater? Lösung vielleicht schon auf 1. Februar — Ein Kino für Petershausen? Das Interesse eines großen Teils der Konstanzer Bevölkerung gilt nach wie vor der Theaterfrage. Auch die Stadtverwaltung hat sich — wie aus einer Besprechung mit Oberbürgermeister Knapp hervorging — in der letzten Zeit wieder eingehend mit diesem Problem beschäftigt. Eigentlich ist die Theaterfrage bei der Stadtverwaltung nie zur Buhe gekommen; sie ist in der einen oder anderen Weise immer wieder aufgetaucht. Der Oberbürgermeister wird in der nächsten Stadtratssitzung eingehend über den Stand der Angelegenheit berichten. Heute sei nur gesagt, daß sich der Kulturausschuß bereits in zwei Sitzungen näher mit dem Theater beschäftigt hat. Unter Umständen kann sogar damit gerechnet werden, daß der Vertrag mit Heinz Hilpert auf den 1. Februar im gegenseitigen Einvernehmen gelöst wiird. Falls dies der Fall sein sollte, würde sehr wahrscheinlich der bisherige stellv. Intendant Dr. Arthur Schmidham- mer -die Leitung des Theaters und auch das Ensemble übernehmen, soweit es nicht mit Heinz Hilpert nach Göttingen geht. Der Oberbürgermeister vertritt allerdings die Meinung — und er findet damit die Zustimmung weiter Bevölkenungs- kreise — daß auch Oper und Operette zu Wort kommen sollen, und zwar unter entsprechendem Einsatz des Städtischen Orchesters. Die größten Schwierigkeiten bereitet beim Theater nach wie vor die Frage der Finanzierung. Es wird hier gemeinsamer Anstrengungen bedürfen, wenn dieser schwierige Punkt überwunden werden soll. Man denkt dabei allerdings auch an die Mithilfe der Konstanz benachbarten Städte, in denen das Konstanzer Theater in verstärktem Maße gastieren will, wenn die finanziellen Voraussetzungen geschaffen sind. Man hat schon, früher von einem Städtebundtheater gesprochen. Etwas ähnliches sollte auch in der Zukunft für das Theater in Konstanz möglich sein,! Gibt es Grenzerleichterungen? Eine Frage, die die Konstanzer fast noch mehr bewegt, wie das Theater sind die Erleichterungen im kleinen Grenzverkehr. Es ist eine bekannte Tatsache, daß Konstanz die Stadt ohne Hinterland ist Mitten durch die Stadt gehen die Grenzpfähle und schneiden damit den Weg nach Süden ab. Früher spürte man diese Enge nicht. Grenzformalitäten gab es so gut wie keine. Die Zollbeamten interessierten sich nur für Waren, von den Menschen nahmen sie keine Notiz. Heute ist es umgekehrt. Leider können örtliche Stellen diesseits und jenseits der Grenze in dieser Frage nicht entscheiden. Aber 4V* Jahre nach dem Krieg sollte es doch möglich sein, daß die Grenzen sich allgemein unter gewissen Vora us Setzungen und ohne großen Papierkrieg für die Einheimischen, wieder öffnen. Wie der Oberbürgermeister herverhob, ist die Stadt seit langem bemüht, im Grenzverkehr gewisse Erleichterungen zu erreichen. Wer von den früheren gegenseitigen guten Beziehungen hüben und drüben weiß, glaubt dies ohne weiteres. Aber wie gesagt, hier spielt die hohe Politik mit und damit sind die Befugnisse einer Stadtverwaltung ziemlich am Ende. Eine Hoffnung hat sich bisher leider nicht erfüllt. Auf Grund des angespannten Voranschlages konnten bisher Mittel für die Bautätigkeit nicht zur Verfügung gestellt werden. Dagegen wird die sogenannte freie Bauhilfe der Konstanzer Einwohner in absehbarer Zeit einen Neubau ermöglichen. Die Stadt beabsichtigt, ein Wohngebäude zu erstellen, dessen Grundstein eine Liste derjenigen Bürger enthalten soll, die zur Errichtung des Gebäudes, Beiträge, gleichgültig ab wenig oder mehr, gegeben haben. In der Sportplatzfrage wird es in absehbarer Zeit ebenfalls eine Aenderung geben. Es ist auf die Dauer unhaltbar, daß eine Stadt wie Konstanz mit einem so regen sportlichen Leben nur eine repräsentative Sportstätte hat, deren Fußballfeld sich zu dem in einem verheerenden Zustand befindet. Die Vorarbeiten für eine Verbesserung des Spielfeldes im Stadion sind erfreulicherweise im Gange. Allerdings das wieder instandgesetzte Spielfeld be- das wieder instandgestzte Spielfeld benützt werden kann. Die Pläne für weitere Sportplätze sind ausgearbeitet. Die günstigste Lösung wären jedoch Sportplätze auf ■ dem alten Exerzierplatz bei Stromeyersdorf, weil dort die Boden Verhältnisse am geeignetsten sind. Auch die Verlegung der Tennisplätze am Gütle ist für dieses Jahr in Aussicht genommen. Grünanlagen werden hergerichtet Was besonders die Einwohner des großen Stadtteils Petershausen interessieren wird: Ueber dem Rhein soll ein Fiitothea- ter erstehen. Pläne dieser Art sind schon vorhanden. Infolge der Zeitereignisse wurden sie immer wieder in den Hintergrund gedrängt. Die Initiative liegt hier in erster Linie auf privater Seite. Schwierigkeiten bilden hier nur die Platzfrage. Die Stadtverwaltung wird selbstverständlich ihr Augenmerk darauf richten, daß der Stadtteil Petershausen eine würdige Ausgestaltung erfährt, so daß die bisherigen günstigen Anfänge nicht "estört werden. Das gilt vor allem für den Geb- hardplatz. Der Platz soll auch äußerlich einen entsprechenden Rahmen bekommen, wie er diesem Stadtteil zukommt. — In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, daß die bauliche Umgestaltung des Bahnhofplatzes in Bälde Tatsache werden wird. Mit den entsprechenden Arbeiten soll am 1. März begonnen werden, damit Konstanz auch nach dieser Richtung hi'n für den Fremdenverkehr 1960 gerüstet ist. Fremde und Einheimische gemeinsam erfreuen sollen aber die Grünanlagsh der Stadt, die auf das Frühjahr hin im ganzen Stadtgebiet durch die Stadtgärtnerei wieder in Ordnunq gebracht werden. Fleißige Hände sind jetzt schon am Werk, soweit es die Witterung erlaubt, die notwendigen Arbeiten auszuführen. Verbesserungen sind vorgesehen im Stadtgiarten, am eilten Rathaus auf dem Fischmarfct, bei der Ueber- füthnmg an der Rhetalbrüdke und dann vor allem in der Sesstraße, die im letzten Jahr ziemlich verwildert war. Kinderspielplätze fehlen! Auch an die Kinderspielplätze wird gedacht werden, denn in Konstanz gibt es glücklicherweise noch viele kleine Kinder, die sich freuen — und die Eltern mit ihnen — wenn sie sich ungefährdet auf einem Spielplatz mit viel Sand — das ist wichtig für Kinder — tu mm eln können. Die Stadtverwaltung betrachtet gerade die Frage der Kinderspielplätze als eine sehr wichtige Aufgabe und die zuständigen Aemter haben sich schon eingehend mit diesem Problem beschäftigt. Aber gerade in der Altstadt zeigt sich die Enge der Stadt, so daß immer wieder Schwierigkeiten eintreten, denn es sollen ja nicht nur Kinderspielplätze, sondern auch Parkplätze 'geschaffen werden. Nach dem Voranschlag des laufenden Jahres befragt, bemerkte Oberbürgermeister Knapp, daß nach wie vor äußerste Sparsamkeit notwendig sei, wenn die Aufstellung eines Nachtragshaushalts vermieden werden soll. Es räche sich jetzt, daß mancher Posten zu knapp engesetzt worden sei, denn die Verhältnisse hätten sich seit der Aufstellung des Voranschlags wesentlich geändert. Die Stadtverwaltung hofft aber mit den im Haushaltsplan aufgestellten Beträgen, auszukommen. —de „Der Dritte Mann" Erstaufführung im „Gloria” Ein gewaltiger Ruf geht diesem Film aus der britisch-amerikanischen Gemeinschaftsproduktion von Alexander Korda und David P- Selznick voraus. Cannes hat ihn im Vorjahre durch Verleihung des Großen Preises für den besten Film von 1949 erklärt; inzwischen ist er von der Auslandskritik bereits zum überhaupt besten, vollendetsten Film der Welt erhoben worden. Gestern durften fünfzig Städte unserer Westzonen gleichzeitig (Berlin und — Ravensburg bereits ein oder zwei Tage früher) die deutsche Erstaufführung des Werkes erleben. Verdient -Der dritte Mann“ seinen einmaligen internationalen Ruf? Der englische Regisseur Carol R e e d hat sich neuerdings wiederholt schon als Film- Meister ersten Ranges erwiesen. Man entsinnt sich seines „Odd man out“ („Ausgestoßen“); da wurde ein flüchtender irischer Widerstandskämpfer fast zwei Stunden lang durch die nächtigen Straßen Dublins verfolgt, und man ward nicht müde, dieser Flucht “öd Jagd durch die schwarze Nacht gespannt ünd zugleich gebannt, bezaubert von den tausendfältigen Licht- und Schattenkontrasten d«r Aufnahmen, zuzuschauen. Reeds neiie Schöpfung überwältigt durch einen noch bestechenderen Reichtum erlesenster Schwarz- Weiß-Wunder. Freilich (um den „Wallenstein“ su varüeren): Nacht muß es sein, wo Carols Sterne strahlen; aus dem Dunkel holt Reed auch hier seine blendendsten Effekte, und .wieder wird ein Mann, diesmal ein weniger e hrenwerter, ein Gangster von drüben, durchs dunkle Nachkriegs-Wien bis in die Tiefen uuter der Erde, durch Kanäle und Katakom- u^n, verfolgt. Wien war nachts immer schon eine dunkle Stadt; 1918 wurde es noch schwär- - - 2 e r, unfi 1943 ( w0 der Film spielt) war es ganz finster. Doch Carol Reeds Kamera übersteigert nie, sie bleibt stets sachlich wahr, gedämpft, und schildert das geliebte alte Wien, das seit dreißig Jahren nicht recht •eben und, gottlob, auch nicht sterben kann, mit seinen Schrecken und seinen Schönheiten, die wie der Steffl immer noch in den blauen Himmel steigen; sie zeigt neben Trümmern edle Brunnengestalten, streicht über kühngeschwungene Barocktreppen, die auch unter den Stiefeln von vier Militärmächten ihre Haltung nicht verlieren. Dieses halb zerbröckelnde, verwitterte alte Wien mit seinen rührenden Gassen und Gäßchen wird wunderbar lebendig, und den Ruhm darf man der neuen Reed-Schöpfung wirklich ohne weiteres zusprechen: es ist der bestphotographierte Film, den man je gesehen hat. Die äußeren Dinge werden unter der Einstellung dieser Kamera geradezu verinnerlicht, sie strahlen eine Stimmung aus, die nur ein Dichter oder Maler so zu finden und zu treffen vermag. Soweit ein Kriminalfilm Dichtung sein kann, ist dies auch ein filmisches Gedicht. Der britische Schriftsteller Graham Greene hat auf Grund eigener Studien in Wien den Roman geschrieben, aus dem das Drehbuch hervorging. Allerdings: ausgesprochener Kriminalfilm ist und bleibt „Der dritte Mann“. Der Titel meint den dritten jener Männer, die den angeblich überfahrenen Harry Lime an den Straßenrand getragen haben. Der dritte Mann ist verschwunden, und seine Aussage wäre doch so wichtig. Limes bester Freund, Schriftsteller aus Kanada, glaubt nicht recht an dessen Tod, glaubt noch weniger, daß er ein Gangster in Wien geworden ist, kann aber auch aus dessen schöner Freundin die Wahrheit nicht herausbekommen. Bis sein ganzer Freundschaftstraum zusammenbricht: Harry Lime (von Or- son Welles dämonisch verkörpert) ist wirklich ein Verbrecher und lebt noch (begraben wurde ein „Ersatzmann“), und der Schriftsteller selber (männlich echt und schlicht Joseph Cotten, Sprecher: Wolfgang Lukschy), unterstützt vom britischen Polizeichef (mit Schneid Trevor Howard. Sprecher: Hans Nielsen), verfolgt den Freund bis in die Abwässerkanäle und erschießt ihn, verliert freilich dadurch auch die Freundin des Verlorenen, die er selber lieben gelernt hat (kein Wunder bei der ernsten, edlen Schönheit der in Hollywood verpflichteten Italienierin Alida Valli). Ihr Abgang über die endlose, kahle, gekappte Allee ist ein wundersam tragischer Ausklang. An diesem in der Tat internationalen Film wirken auch deutsche und österreichische Schauspieler mit: Erich Ponto, Ernst Deutsch, Siegfried ~ Breuer sind drei dunkle Nachkriegstypen, jeder auf seine besondere hintergründige Art, die große Hedwig Bleibtreu von der Burg eine unheimlich tückische, lamentierende alte Wienerin, die bessere Tage gesehen und sich die „Befreiung“ ganz anders vorgestellt hat. Der gute Paul Hörbiger als recht grantiger Hausbesorger muß es sich gewiß zum erstenmal im Film gefallen lassen, ermordet zu werden. Und die Musik? Ein Wien-Film ohne Musik? Kein Orchester geigt, keine Operette oder Oper, geschweige symphonische Musik wird gespielt, aber, anfangs zögernd und fast zitternd, klingt eine einzige — Zither auf. Kaum vernimmt man sie, fällt einem Sievering ein, der Wiener Vorort im Grünen, wo, anders als im allzu berühmten Grinzing, es noch ganz stille Heurigenkneipen gibt, wo ein oder zwei Männer eine sehr leise, innige Abendmusik zusammenklimpern. Dieses hörte Carol Reed, der Regisseur, nahm sich den Zitherspieler sofort mit nach London, und dort ist Anton Karas alsbald ein berühmter Mann geworden; über eine halbe Million Platten seiner „Dritte - Mann“ - Musik für Zither sind längst verkauft. Der beste Film der Welt? Das wäre etwas übertrieben; wenn wir der unvergeßlichen „Besten Jahre unseres Lebens“ gedenken, wissen wir, daß dieser amerikanische Film mit seiner tröstlichen Lebensfülle den „Dritten Mann“ als menschliches Dokument überragt; auch unsere „Ehe im Schatten“ und „Affäre Blum“ möchten wir unter den besten Bildstreifen genannt wissen. Rein als filmisches Kunstwerk aber steht heute der Reed-Film an der Spitze, und seine genialste Idee ist wohl diese zarte, aparte, bescheidene und doch auch Schicksalstöne anschlagende Zithermusik aus einer grünen Laube in Sievering. Dr. Carl Weichardt „Gräfin Mariza" im Konzil Gastspiel des Neuen Theaters Villingen Man hätte dem operettenbegeisterten Konstanzer Publikum kaum eine größere Freude machen können, als dies durch die zweimalige Aufführung der „Gräfin Mariza“ im oberen Konzilsaal geschehen ist. Kalmans zügige Erfolgsoperette repräsentierte sieh nach 12jähriger Emigration vor allem dem naiveren Musikgefühl in unverwelkbarer Frische und mit jenem sinnlichen Überschwang des szenisch-musikalischen Kolorits, der das sentimentale und amüsante Element der Darstellung zu einer vom Publikumsgeschmack immer wieder geforderten reißerischen Gesamtwirkung zusammenfließen läßt. Das routinierte Regisseurtalent von Max Schwarze gab der hiesigen Aufführung durch das Gast-Ensemble des Villinger Neuen Theaters (das wir zum erstenmal hier begrüßen durften) mit dem untrüglichen Instinkt für breite theatralische Wirkungen ganz diese Ausrichtung. Ohne Zweifel aber werden, auf die Dauer gesehen, die Textbuchschwächen, die schwülstigen Redewendungen, die schematisierten Charaktere und vor allem die dramaturgischen Entgleisungen im dritten Akt des Werkes unaufdringlicherer Praktiken bedürfen, um zugedeckt, anstatt aufgedeckt zu werden. Die Fieberkurven des Ungarweins, die im schwelgerisch-spritzigen Klangprofll der Musik auf- und absteigen, verlangen weniger den lärmenden und getreuen bombastischen Bühnenreflex, als eine visuell überhöhte und retuschierte Nachzeichnung des szenischen Ablaufs, der zurückhaltenderen Glanz, mehr Esprit und eine feinere psychologische Dynamik der operettenmäßigen und kabarettistischen Mittel sehen lassen muß. Damit ist jedoch der sorgfältig ausgearbeiteten und während des Spiels durch die drei Akte hindurch glutvoll wachsenden künstlerischen Gesamtgestaltung des Villinger Ensembles kein Vorwurf gemacht, sondern nur ein Korrektiv für Übertreibungen gegeben. Die Aufführung war gut! In seiner impulsiv einfühlenden Art zeigte Kapellmeister Hans Kennerknecht mit dem ihm bekannten und ..griffgerecht“ liegenden Städt. Orchester, daß ihm Kalmans Musik in Melos, Rhythmik und den pulsierenden ungarischen Paprikaakzenten auf den Leib zugeschnitten ist. Der behelfsmäßigen „Bühne“ des Konzilsaals ein anziehendes, bildtechnisch geschickt gebautes Gesicht verliehen zu haben, war dem Können Alfred Fahnhachs zuzuschreiben. Die Chöre waren sauber einstudiert. Dem reizvollen Einklang zwischen tänzerischer Exaktheit und anmutiger gesanglicher Linienführung wurde durch die balletistische Soloeinlage von Margot Hermes und Emil Michutta ein graziös mondänes und wolkenleicht fließendes Spitzengewebe aufgesetzt, das wir in der Kostümierung der Mariza und der oft schablonenhaften gesellschaftlichen Gruppierung der Hauptdarsteller da und dort vermissen mußten. Sehr erfreulich wirkte das bis zum Schluß durchhaltende feine Crescendo in Sprache, Spiel und Gesang der Hauptdarsteller. Die dramatische Qualifikation Brigitte Molken- thins als Gräfin Mariza war trotz der unterstrichenen soubrettenhaften Beimischung in Stimme und Gebärde echt und überzeugend und lockerte sich zusehends auf. Dem frisch blühenden Naturtenor Philipp Sonas (Tassilo) hätten wir im Sprachstil etwas, weniger Mannheimer Dialektfärbung gewünscht. Beide Darsteller sind beachtliche Begabungen und versprechen eine dementsprechende Entwicklung. Ernst Will Würges und Hb. Schubert (Baron Zsupan und Lisa) zeigten im Spiel eine spritzige Cocktailmischung von Temperament und drastischer Buffokomik, zu der Willi Schmitt als Fürst Dragomir _ ebenfalls einen individuell ausgelebten und ‘ sehr bemerkenswerten Beitrag lieferte. Wir fügen als ebenbürtige Leistungen diesem leuchtkräftigen Reigen die ganze Kammerdiener- und Großtantenkomik mit ihren schmissig und frech hin- und herfunkelnden Improvisationen hinzu, und wir wollen auch keineswegs das entzückende und stimmlich ausgezeichnete Zigeunermädchen und den leidenschaftlich geigenden Zigeunerprimas vergessen, die weit über eine bloße Anpassungsfähigkeit hinaus einen sehr persönlichen Eindruck hinterließen. Die Darsteller aller dieser Rollen (Mandy Burchhardt, Käthe Seidl, Erika Haug, Günther Epperlein, Emil Mi- chutta, Heinrich Luckhardt und Carlo Bordin) verhalten mit dem überall locker und leicht mitgehenden Orchester der Aufführung zu einem vollen und allseitigen Erfolg, der sich im herzlichen und dankbaren Beifall der überaus zahlreichen Besucher eindeutig aussprach. Dr. G. Lenzingei V Samstag'Sonntag, 14./15. Januar 1950 SÜDKURIER K Nr. 6 ! Seit:? 10 Winterfportgebfet Heiöen freigegeben Auch Konstanzer können jetzt zum Skifahren Das Wintersportgebiet bei Heiden ist nunmehr für die gesamte Konstanzer Bevölkerung freigegeben worden. Zur Freude der Konstanzer Skihasen wird das Eisenbahn-Verkehrsamt Sonderfahrten nach Heiden veranstalten. Sobald die Schnee- verhältnisse es erlauben, wird sonntags ein Sonderschiff von Konstanz nach Ror- echach mit unmittelbarem Anschluß nach Heiden in folgendem Fahrplan verkehren: Konstanz ab 6 Uhr, Heiden an 8.30 Uhr, Rückfahrt ab Heiden 17.50 Uhr, Konstanz an 20.35 Uhr. Die Einreisegenehmigung nach der Schweiz, die vom Eisenbahn-Verkehrsamt Konstanz besorgt wird, erfordert daß die Anmeldungen jeweils acht Tage vor Beginn der Sonderfahrt (Samstag 19.30 Uhr) am Hafenschalter unter Vorlage der Kennkarte erfolgt sein muß. Der Fahrpreis von Konstanz nach Ror- echach und zurück, einschließlich der Gebühren für die Zollabfertigung, beträgt 3.— DMj Hierzu kommt noch 1.— sfr. für die einfache Fahrt von Rorschach nach Heiden, die Rückfahrt Heiden-Rorschach würde ebenfalls 1.— sfr. erfordern. Die Teilnehmer dürfen 5.— DM mitnehmen, die z. Z. zu einem günstigen Kurs umgerechnet werden, so daß der Fahrpreis für die Bahnfahrt ohne weiteres davon bestritten werden kann und auch ein kleiner Betrag für persönliche Bedürfnisse zur Verfügung steht. Nähere Bestimmungen werden rechtzeitig bekanntgegeben. Verhandlungen über Grenzanlagen Vertreter der zuständigen Schweizer Behörden und der Stadtverwaltung Konstanz trafen sich am Donnerstagnachmittag im Konstanzer Rathaus, um gemeinsame Besprechungen über die zukünftige Gestaltung der baulichen Verhältnisse an der deutsch-schweizerischen Grenze zu führen. Auf Schweizer Seite wird zunächst am Kreuzlinger Tor mit dem Bau von neuen Zollgebäuden begonnen. Die Bauten sollen so ausgeführt werden, daß sie von beiden Ländern benutzt werden können. Die notwendigen deutschen Ergänzungsbauten dürften früher oder später kommen, damit man ein abschließendes Gesamtbild erhält. Am Emmishofer Tor war von jeher eine gemeinsame Bauausführung vorgesehen. Die Stadt Konstanz hat bei diesen Projekten vor allem Aufgaben zu erfüllen, die mit der Umgestaltung der Straßen im Zusammenhang stehen. &ui$e Stflbtnadjrtdjten Der bisherige Vorstand des Telegrafenamtes Konstanz, Postamtmann Max Munk, tritt demnächst in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Telegrafen-Oberinspektor Karl Trenkle. Das Fest der goldenen Hochzeit feiern heute, Samstag, Josef Keller und Frau, Moosbruggerstraße 1. — 70 Jahre alt werden heute Postassistent i. R. Sigmund Fehrenbach, Allmannsdorfer Straße 54 und Frau Rebholz, Witwe, Reichenauer Str. 4. Morgen Sonntag wird in Neustadt im Schwarzwald die größte deutsche Natur- sprmjgschanze eingeweiht. Aus diesem Anlaß wird von Konstanz aus ein Winter- sport-Sonderzug geführt. Konstanz ab 5.25 Uhr, Petershausen 5.31 Uhr, Allensbach 5.42 Uhr. Rückfahrt ab Neustadt 19.20 Uhr, Konstanz an 22.20 Uhr. — Ab Montag verkehrt von Radolfzell ab täglich, außer samstags, um 20.13 Uhr ein Zug bis Sch wackenreute (an 21.08 Uhr). — Die Anwohner aus jenem Gebiet können sich infolgedessen eine Stunde länger in Konstanz aufhalten. (Konstanz ab 18.35 Uhr.) An der Ecke Stephansplatz-Untere Laube stieß ein Kraftrad mit einem PKW zusammen, weil letzterer dem Motorradfahrer das Vorfahrtsrecht nicht eingeräumt hatte. Personen wurden nicht verletzt. — An der Ecke Braunegger—Gartenstraße stieß ein Dreirad - Lieferwagen, der in Richtung Schlachthausstraße fuhr, mit einem Motorradfahrer zusammen. Die Schuld an., dem Zusammenstoß hatte der Fahrer des Lieferwagens, weil er das Vorfahrtsrecht ' nicht beachtete. Es entstand größerer Sachschaden; Personen wurden nicht verletzt. Schöne Weihnachtsbescherung !m Gefängnis zu Konstanz saß seit einiger Zeit ein lang gesuchter Verbrecher, der in Kürze zur Aburteilung vor Gericht gestellt werden sollte. Eines Tages stolperte er, als er die Steintreppe am Gefängnis- eingang heruntergeffuhrt wurde, stürzte und verletzte sich einen Rückenwirbel. Weil er sich angeblich nicht mehr aufrecht halten konnte, wurde ein Sanitätswagen geholt, der ihn zur Untersuchung ins Krankenhaus brachte. Dort legte man dem schweren Jungen einen ebenfalls schweren Gipsverband um den Leib und verwahrte ihn in einem Einzelzimmer. Es wurde angeordnet, daß er am nächsten Morgen per Krankenauto nach Freiburg zu überführen sei. Pünktlich stand am folgenden Tag der Wagen vor dem Krankenhaus. Die Träger gingen mit ihrer Bahre zum Zimmer des Verletzten. Als sie jedoch an sein Bett Dae Tee=El Eine wahre Geschichte aus Konstanz Die Sache fing eigentlich an mit dem Christkind. Das hatte nämlich der Flüchtlingsfrau ganz überraschend neben anderen guten Dingen ein ansehnliche» Päckchen echten Tee beschert. Nun galt es, dem edlen Getränk Ehre anzutun. Wie konnte das am besten geschehen, da es doch an der Teekanne und dem übrigen Drum und Dran fehlte? ..Halt, ich kaufe mir ein Tee-Ei”, überlegte die Frau, „so ein nettes, blank verchromtes Ding.” Mit der richtigen Teemenge in seiner kleinen durchlöcherten Kapsel kann ich den Tee in jeder beliebigen Tasse aut- brühen, auch ohne Kanne. Vermutlich hatte die emsige deutsche Nachkriegsindustrie sich schon längst dieser Erfindung von neuem bemächtigt, und der Wiederbeschaffung stand somit nichts im Wege. Oder doch? Die Frau — nennen wir sie einmal Regine — schaute besorgt m ihren Geldbeutel, sagte sich dann aber: „Nein, das kann nicht alle Welt kosten” und machte sich kurz ent- schlossen,*«f den Weg. Ihr war ganz erwar- tungsvolFzumute. Eine Frau ist immer glücklich, wenn sie irgend einen Gegenstand kaufen kann, auch wenn es sich nur um ein Tee-Ei handelt. Selbst die Sonne, die nach Konstanzer Tradition wochenlang einen Winterschlaf hinter dichten Nebelwolken gehalten hatte, war anscheinend diesem Unternehmen günstig gesinnt, denn an diesem Januar- Vormittag leuchtete sie schleierlos vom blauen Himmel herab. Der Käuferstrom der Weihnachtstage war ln den Geschäften verebbt. Schnell breitete daher die gewandte, junge Verkäuferin das Verlangte vor Frau Regine aus: ein versilbertes Tee-Ei in Löffelform, etwas wacklig in den Gelenken, sonst aber recht ansehnlich, zum Preise von DM 2,70. Ob sie nicht etwas Billigeres hätten? Nein, leider nicht, dafür wäre es ja aber auch versilbert, die verchromten, die wären natürlich preiswerter, aber eben nicht am Lager. Worauf Regine unverzagt den nächsten Laden ansteuerte .,Tee-Ei in Löffelform, ja natürlich führen wir das”, beeilte sich der Verkäufer zu sagen, „hier, bitte sehr, 3.10 DM das Stück”. — Sie meinen, das sei teuer, nein, das ist kamen, larg, darin nur noch eine leere Hülle aus Gips, die ungefähr die Form seines Oberkörpers hatte. Der Vogel war aus dem Ei gekrochen und fröhlich da vongeflogen. Ob der Gipsoberkörper als corpus delicti der Staatsanwaltschaft übergeben wurde, ist nicht bekannt. So geschehen zu Konstanz um Weihnachten 1949. Scbweinediebstähle - weitere Verhaftungen Im Zusammenhang mit den seit einigen Jahren im Kreis Ueberlingen ausgeführten Schweinediebstählen befinden sich, wie berichtet, seit einiger Zeit sechs Personen in Konstanz in Haft. Auf Grund weiterer Untersuchungen der Kriminalpolizei Konstanz und der Gendarmerie Ueberlingen wurden in den letzten Tagen Schwester und Bruder des Haupttäters in Mimmenhausen ebenfalls verhaftet und nach Konstanz überführt. Bei der Haussuchung fand man noch einen zertrümmerten gestohlenen Radioapparat, einen größeren Karton mit Glückwünschkarten, die ebenfalls aus Diebstählen herrührten, sowie einen Mantel, der bei den Schweinediebstählen benutzt wurde. Um das Mitbestimmungsrecht Vor einem größeren Zuhörerkreis sprach Dr. Haunz in St Johann über das Mitbestimmungsrecht (Entproletarisierung). Die Mitbestimmung soll sich auf den sozialen, personellen und wirtschaftlichen Sektor erstrecken. Von kirchlicher Seite wird vor allem der Persönlichkedtswert in den Vordergrund gestellt. Die Einräumung eines Mi tbestimmunjgs rechtes erfordert auch die Übernahme einer Mitverantwortung durch die Arbeitnehmer. Nur durch Personen, die eine große Verantwortungsbereitschaft, Unbestechlichkeit und charaktervolle Haltung besitzen, kann diese Aufgabe für beide Teile befriedigend und etappenweise gelöst werden. Von der Diskussion wurde reger Gebrauch gemacht. Die volle Verantwortlichkeit der Arbeitnehmer kam übereinstimmend zum Ausdruck. Kollege Brigl, der die Versammlung leitete, bat um die Zustimmung der Anwesenden, den Bundestagsabgeordneten Schüttler dahingehend zu bitten, daß in dem kommenden Bundesmitbestimmuingsrecht-Gesetz das südbadische Betrietosrätegesetz eingebaut werden müsse. Mit Dankesworten an Dr. Haunz und mit dem Hinweis, daß am 16. Januar der nächste Vortrag „Eigentum eine ordnende Macht” stattflndet, schloß der Versammlungsleiter. bestimmt preiswert für ein Tee-Ei, es ist doch v e r ch r o m t!” Die Tee-Ei-Aspinantin seufzte leise, reichte das Erzeugnis zurück und pilgerte weiter. Aber die verchromten Eier zeigten sogar eins steigende Preistendenz, von DM 3.10 kletterten sie auf 3.40 und 3.50. In einem Geschäft waren wiederum nur versilberte vorrätig für DM 3.70, in guter Ausführung, was man nicht einmal beanstanden konnte, wenn man erlebte, daß Im nächsten Laden, nur schräg über die Straße weg, dieselben versilberten DM 6.50 kosteten. Jeder Verkäufer war natürlich von der Preiswürdigkeit und Güte seiner Erzeugnisse zutiefst überzeugt, und wer nur versilberte führte, hielt nichts von der Qualität der verchromten. Frau Regine, die so arglos und wohlmeinend ihre Unternehmung begonnen hatte, fing an, sich allmählich ihre eigenen Gedanken zu machen, die sich weniger um die technische Bearbeitung der Löffeloberfläche als um die moralischen Hintergründe der Angelegenheit bewegten. DM 3,70 in dem einen Geschäft, DM 6.50 in dem nächsten für den gleichen Gegenstand! Das war doch ein zu krasser Unterschied! So stimmte es doch, was Fremde mit Warenerfahrung und Fachkenntnissen immer wieder behaupteten, wenn sie Konstanz besuchten: Daß die Preise hier viel zu hoch und überdies oft ganz willkürlich festgesetzt seien. Auch die Preisangebote in den Anzeigen der Zeitungen aus anderen Teilen Westdeutschlands bewiesen das immer wieder; Regine hatte es selbst oft genug verwundert, gelesen. Nur der Lokalpatriotismus und die Liebe zu dieser Stadt, die im Herzen einer Zugewanderten — mögt ihr es mm glauben oder nicht — eben so fest sitzen kann, wie bei den Einheimischen, hatten es bisher nie recht wahrhaben wollen. Jetzt aber sprachen die Tatsachen eine zu beredte Sprache. Wenn nun, folgerte Regine weiter, in manchen Fällen wirklich nicht die Konstanzer Geschäftsleute, sondern Groß- und Zwischenhändler von anderswo diese Preistreiberei auf dem Gewissen hatten, so war damit die Sache selbst doch nicht aus der Welt geschafft. Wo war die sprichwörtliche Rechtschaffenheit, die absolute Zuverlässigkeit des deutschen Kaufmanns geblieben, die früher das Ansehen des deutschen Handels weit Aus Rußland kehrten heim In dieser Woche kamen zurück: S ch i n d- ler Kurt, Petershauser Straße 25, Lager- Nr. 7280/9, Feldpostnummer nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: 2. Panzer-Rgt., 6. Komp. — Brandt Josef, Friedneh- Pecht - Weg 14 (bei Butzengeiger), Lager- Nr. 7395/12. Feldpost-Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: 3. Geb.-Div., Rgt. 138. — Grob Wolfgang, Blarerstraße 22, Lager-Nr. 7181/3, Feld post-/Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: 282. Inf.-Div., Rgt. 282, 5. Batl. — Mauch Rudolf, Kon- radigasse 31, Lager-Nr. 7100/6, Feldpost- Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: SS-Jg. A. u. E. Batl. 1, Breslau - Lissa. — Ritter Werner, Stadelhofgasse 9, Lager- Nr. 7885, Feldpost-Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: Panzer-Gren.-Div. Groß- Deutschland. — Meßmer Karl, Fohrenbühlweg 1, Lager-Nr. 7168/11, Feldpost- Nr. 05 529. — D u 11 y Alfred, Brauneggerstraße 40, Lager-Nr. 7168/11, Feldpost-Nr. 31 238. — Ehrhardt Werner, Konstanz- Staad, Schiffstraße 20, Lager - Nr. 7467, Feldpost-Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: Luft-Nachr.-Rgt. 11, Hamburg- Heidenau. — Kreibig Hermann, Hinden- burgstraße 6, Lager-Nr. 7424/8, Feldpost- Nr. 40 879. — Schweikart Josef, Mangoldstraße 19, Lager-Nr. 7892, Feldpost- Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: 8. Komp. Jäger-Rgt. 204, 97. Jäg.-Div. — Eismann Karl, Schulthaisstr. 2, Lager- Nr. 09 496 D. — Knopf Karl, Zogelmann- straße 17, Lager-Nr. 7395/1, Feldpost-Nr. 11120. — Hummel Moritz-Adolf, Hüet- linstr. 5, Lager-Nr. 7435/3, Feldpost-Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: Panzer - Gren. E. u. A. Batl. 10, Frankstadt - Mähren. — Reichel Helmut, Brauneggerstraße 15, Lager-Nr. 7108/1, Feldpost- Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: Batl. Hauptmann Burgmüller. — Gutmann Ernst, Hohenhausgasse 9, Lager- Nr. 7238/22, Feldpost-Nr. L 53 804. — Backrock Karl, Sigismundstr. 15 (bei Hahn), Lager-Nr. 7185, Feldpost-Nr. nicht mehr bekannt. Offene Anschrift: Stab 93. Inf.-Division. Vergeßt nicht öie Frauen*Ern>erbehilfe! Aus der Arbeit des Lyceumklubs In den Räumen des neuen Europahauses in der Mainaustraße hielt dar deutsche Ly- ceumclub Konstanz seine erste Hauptversammlung ab. Einleitend sprach die Präsidentin des Clubs, Frau Elsa Behrend, und zwar berichtete sie zunächst über die in den letzten zwei Jahren erfolgtan Wiedergründungen deutscher Lyceumclubs, die alle während des Naziregimes geschlossen worden waren. Der Konstanzer Lyceumclub, der eine Neugründung ist und heute bereits rund 250 Mitglieder zählt, wurde am 11. März 1949 ins Leben gerufen. Er hat seit kurzem dank dem Entgegenkommen des Kreisdelegierten Noel und Oberbürgermeister Knapp im Europahaus seine Heimstätte, in dem Haus also, das der Pflege der Beziehungen zwischen Angehörigen verschiedener Nationen zu dienen bestimmt ist. Gerade das gehört aber zu den wesentlichsten Aufgaben, denen sieh alle in der internationalen Vereinigung der Lyceumclubs zusammengeschlossenen nationalen Frauenclubs seit ihrem Entstehen widmen. Als Ausdruck der internationalen Verbundenheit werden alle drei Jahre Weltkongresse abgehalten. Der letzte tagte 1935 in Berlin. Im Mai dieses Jahres wird der erste Nachkriegs-Weltkongreß in Rom stattfinden. Alle Mitglieder sind, worauf die Präsidentin ausdrücklich hinwies, teilnahmebe-echtigt. Nach der Ansprache der Präsidentin wurden Berichte verlesen über die abgehältenen Veranstaltungen, über die Errichtung eher — leider noch sehr kleinen — Jugendgruppe, es wurde der Kassenbericht und der Prüfungsbericht erstattet und dem Vorstand Ent. lastung erteilt. Dann gab es noch einem Bericht über die Frauen-Erwerbshilfe. Atls ihm wurde deutlich, wie wichtig diese Einrichtung des Clubs zur Vermittlung von Heimarbeit (Flick-, Stopf-, Strick-, Näharbeit usw.) in einer Notzeit wie der unsrigen heute schon ist und noch mehr werden kann, wenn sie erst einmal in breiteren Kreisen bekannt wird und Unterstützung findet. Denn täglich fragen arbeitswillige, bedürftige Frauen dort — Marktstätte 2, die Frauenerwerbshilfe ist aber wieder auf Lokalsuche — nach Heimarbeit. Manch eine von ihnen mußte bisher aber bedauerlicherweise noch wegen Mangel an Aufträgen fortgeschickt werden. Das offizielle Programm der Hauptversammlung enthielt statutengemäß als letzten Punkt die Wahl der Präsidentin und zweier weiterer Vorstandsmitglieder; alle drei wurden einstimmig wiedergewählt. In ihren Schlußworten zitierte die Präsidentin Sätze aus einer Rede der Schweizer Präsidentin der Internationalen Vereinigung der Lyceumclubs, die noch einmal die internationale Verständigung der Frauen über nationale Grenzen hinweg als das große Ziel hinstellten, das anzustreben sei, damit es den vereinten Anstrengungen der Frauen doch vielleicht gelänge die Barrikaden, die den internationalen Frieden hemmen, hinwegzuräumen. — Ein geselliges Beisammensein der sehr zahlreich erschienenen Mitglieder beschloß den Abend. EH Konftanz - Öie Maufefalle Konstanz ist eine Art Mausefalle. Die Mäuse sind Vagabunden, Diebe, Hochstapler, Einbrecher und Betrüger. Der kostenlose Speck ist die Schweizer Grenze. Da kommen sie sogar unter dem eisernen Vorhang hervorgekrochen, die Mäuse, aus Hamburg kommen sie, wie aus Bayern, mit Vorliebe aber aus dem Rheinland. Unterwegs wird da uhd dort ein „Ding gedreht“ — wie es in der Fachsprache heißt. — In Konstanz bleiben sie hängen, weil der liebliche Duft des Grenzspecks sich als trügerisch herausstellt. Vielleicht finden sie sich bald beim %is ber 9ta Der Ruderverein „Neptun" eröffnet heute abend im Konzil die Konstanzer Fasnecht 1950 mit einer großen Veranstaltung, die unter dem Motto steht „Die Nacht ohne Bremse". Der Ste- nografeirvezein Konstanz hält am Samstagabend ;m St. Johann einen Lichtbildenvortrag ab mit dem Thema „Zauber der Bergwelt", außerdem ist Preisverteiiung für das Herbstwettschreiben. Musikalische Darbietungen und Tanz ergänzen dieses Wintervergnügen. — Der Arbeiterbil- dungsverein Konstanz hält heute Samstagbend ftn Vereinshaus seine Jahres-Hauptversammlung' ab. — Der bekannte Zauberer Sutterini, der bisher mit seinen Gastspielen in den Nachbarstädten große Erfolge hatte, gastiert am Sonntag und Montag in Konstanz in St. Johann. Bemstag'Sormtag, 14./15. Januar 1S50 SÜDKURIER Nr. 6 / Seite 11 f Katholischer" Staat oder gemeinsame Aufgabe Die bekannten Ausführung«» des Präsidenten der Evangelischen Kirche von Hessen, D. Niemöller, die er u. a. der „New York Herald Tribüne“, dem „Wiesbadener Kurier“ und der „Neuen Zeitung“ gegenüber machte, haben ein ungewöhnlich starkes Echo innerhalb und außerhalb Deutschlands gefunden. Niemöller hatte in diesen Interviews erklärt, daß sich das deutsche Volk niemals mit einer Trennung in zwei Staaten atbfinden werden und, vor die Wahl — Trennung oder Einheit — gestellt, notfalls che Einheit selbst uim den Preis einer kommunistischen Diktatur wählen würde. Der Kirchenpräsident hatte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, daß des evangelische Element einen schweren Schiag erlitten halbe. Deutschland habe dadurch seine frühere Stellung als stärkste Macht auf dem europäischen Kontinent verloren; der westdeutsche Staat („in Rom gezeugt und in Washington geboren“). Niemöller betonte, daß er sich daher auch an den Wahlen zum westdeutschen Bundestag nicht beteiligt habe. Die Reaktion in der Presse und in der Oeffentlichkeit war zum allergrößten Teil ablehnend. Der württembergisdie evangelische Landesbischof D. Dr. Hau j bezeich- nete die Aeußerungen des hessischen Kirchenpräsidenten als eine „Weihnachtsüberraschung von besonderer Art“. Die Gebietsverluste im Osten, die ohne Zweifel für die evangelische Kirche einen schweren Schlag darstellen, seien kaum auf konfessionelle Erwägungen zurückzuführen. Wenn man schon von einer „verlorenen Schlacht“ reden wolle, so sollte man besser sagen: Mit dem vorrückenden Osten bis über die Mitte Europas hinaus haben beide christlichen Kirchen schwere Einbußen erlitten. Wenn der katholische Bevölkerungsteil, obwohl er auch heute noch in Westdeutschland zahlenmäßig unterlegen sei, in der Bonner Regierung unverhältnismäßig stark vertreten sei, so sollte dies den evangelischen Volksteil anspornen, sich lebhafter und geschlossener um die öffentlichen Angelegenheiten zu kümmern. Der bayerischen evangelischen Landeskirche nahestehende Persönlichkeiten sprachen die Befürchtung aus, daß derartige persönlich gefärbte Meinungen der Oef- femtlichkeit ein mißverständliches Bild der Auffassung der Kirche von der Situation der Zeit gebe. — Bundesabgeordneter Johannes Kunze, der Leiter der bekannten „Betheler Anstalten“, richtete in der „Welt“, Hamburg, ein „ernstes Wort an Niemöller“: Mit dem Hinweis auf das konfessionelle Debakel habe Niemöller „weder der evangelischen noch der christlichen Sache genützt. Wohl aber haben seine temperamentvollen Marginalien das Erbe des gemeinsamen Kirchenkampfes angetastet und die Tatsache verleugnet, daß die Christen im heutigen politischen Raum zu unabläßigem gemeinschaftlichen Handeln genötigt sind.“ Der bekannte evangelische Theologe Professor D. Dr. Helmut Thielicke (Tübingen.) nimmt im „Tagesspiegel“ betont von der theologischen Seite her Stellung und bemerkt zunächst, daß Niemöller, wenn er die westdeutsche Bundesrepublik als einen „katholischen Staat“ bezeichnete, „zweifellos richtige Tendenzen“ beobachtet habe.. „Die Aemterbesetzung in den Ländern und im Bund verraten ein mehr als deutliches Gefälle im Sinn einer katholischen Kon- fessionalisienung. Auch die konfessionellen Proportionen der CDU bis in die Bundesfraktion hinein reden eine klare Sprache. Selbst die Kommunalpolitik ist dieser planvollen und energischen Strategie einer konfessionell bestimmten Aemterbesetzung nicht entzogen. Trotzdem erscheinen mir die Niemöllerschen Formulierungen zur Sache verhängnisvoll und abwegig... Ich meine, die evangelische Kirche sollte sich ganz schlicht fragen, ob hier nicht statt einer raffinierten Fernstrategie ein Schaden am eigenen Organismus zum Ausdruck komme, wenn sie sich derart in konfessioneller Hinsicht überfahren wä’hnt. Nicht nur ich, auch viele andere werden zugeben müssen, daß in nicht wenigen Fällen einer Aemterbesetzung bloß ein katholischer und eben kein evangelischer Kandidat zur Verfügung stand und daß das Uebergewidit des Katholizismus in der Personalpolitik — gerade seit 1945 — schwer denkbar wäre, wenn der Protestantismus die gleichen personellen Reserven gehabt hätte. Im übrigen sollte man das Geheimnis des Reiches Gottes und das Geheimnis jener Ebene, auf der seine Schlachten geschlagen werden, deutlicher bezeugen, als es in jenem allzu weltlichen Wort Niemöllers von der „verlorenen Schlacht“ des Protestantismus geschah. Was Frucht und was Segen ist, könne kartographisch nicht erfaßt werden. Von seiten der SPD, die mit den Aeußerungen Niemöllers ülber das katholische Uebergewicht in der westdeutschen Bundesrepublik weitgehend übereinstimmen dürfte, wie die bekannten Aeußerungen des der SPD angeboren d-em Ministers Pastor Albertz u. a. zeigten, liegen kaum Stimmen zu den Erklärungen des Kirchenpräsidenten vor. Dies wird u. a. damit in Zusammenhang gebracht, daß die SPD die andere These Niemöllers von der selbst um den Preis einer bolschewistischen Vorherrschaft anzustrebenden Einheit Deutschlands entschieden ablehnt. Von katholischer Seite wurden die Aeußerungen Niemöllers im großen und ganzen zurückhaltend kommentiert. Man bedauert jedoch, daß Niemöller nicht die gemeinsamen Verluste der Christenheit gegenüber dem vordringenden Bolschewismus gesehen habe und daß er der katholischen Kirche direkt oder indirekt die Schuld an Zuständen in die Schuhe schiebe, unter der sie selbst am schwersten leide. Durchwegs werden die Aeußerungen Niemöläers als unmotiviert zurückgewiesen. Zwischen Freiburg und Kempten Keine Schweizer „fahrenden Läden“ Frei bürg. Entgegen anderslautenden Meldungen wird vom Freiburger Wirt- schaftsministerium festgestellt, daß ein Plan der Schweizer Migros-Gesellschaft, ihre Absatzorganisation der „fahrenden Läden“ auf Südbaden auszudehnen, in unterrichteten südbadischen Wirtschaftskreisen nicht bekannt ist Gastspiele in Freiburg und Baden-Baden Freiburg. Das „Ttoeatre des Mathu- rins“ gab im wiederhergestellten Großen Haus der städtischen Bühnen Freiburg als einmaliges Gastspiel Molieres „Tartuffe“ in der Neuinszenierung von Jean Marchat, die bereits in Paris großen Erfolg hatte. Die Titelrolle des Tartuffe spielte Jean Marchat. Die ausgezeichnete Aufführung fand beim Publikum großen Beifall. Jean Marchat gastierte mit seinem Ensemble auch in Baden-Baden. Erstmals landwirtschaftliche Arbeitstagung Karlsruhe. Nachdem sich bereits im ■Laufe der letzten zwei Jahre die Landesverbände der Lehrkräfte an landwirtschaftlichen Berufsschulen in Nord- und Südbaden, sowie in Nord- und Südwürt- temberg konstituiert hatten, fand am 30. Dezember 1949 in Karlsruhe die erste gemeinsame Arbeitstagung statt, zu der Vertreter der Landesverbände von Nordwürttemberg, Nord- und Südbaden erschienen waren. Die Notwendigkeit gewisser Neuregelungen im Berufsschulwesen im Hinblick auf die zunehmende Bedeu- Aits der christlichen Welt Die tage des Katholizismus in Deutschland In seiner Neujahrsproaigt beklagte der Bischof von Fulda, Mgr. Dletz, den Zerfall des Glau- benslebens unter den Katholiken selbst. Das Verflochtensein sowohl in libexalistische als auch in sozialistische Begriffe sei besonders bei der Gestaltung der öffentlichen Angelegenheiten festzusteilen. „Niemand von jenen Katholiken, die heute die liberalistische wie die sozialistische Weltanschauung direkt oder indirekt unterstützen, darf sich in seinem Gewissen beruhigen und bei unchristlichen Maßnahmen sagen: .Ich habe das nicht gewollt.' Entscheidend ist nicht, was der Wähler gedacht hat, sondern wie diese Weltanschauungen beschaffen sind." Unter Hinweis auf den Ruf Pius'XlI. zum Heiligen Jahr forderte Mgr. Detz einen, großen Zusammenschluß der Christen im öffentlichen Leben, einen unüberwindbaren Zusammenhang aller Kräfte, den es gelte, der Oeffentlichkeit, vornehmlich auf den Gebieten der Politik, der Kulte und der Erziehung zu verwirklichen. Besonders das christliche Mannestum in Deutschland müsse mutig ans Werk gehen. Neue Moskauer Kampfparolen In der Moskauer Zeitschrift „Wissenschaft und Leben", dem Organ der Sowjetischen Gesellschaft für die Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse, fordert F. N Oleshehuk dazu auf, in breiter Front einen neuen Propagandafeldzug für den Atheismus durchzuführen Ohne Anwendung von Zwang oder Verboten müßten die Massen davon überzeugt werden, daß die Religion eine reaktionäre Ideologie sei und die Entwicklung des Kommunismus behindere. Bedauerlicherweise gebe es im heutigen Rußland noch gottgläubige Menschen, und selbst unter der Jugend seien Kirchembesucher zu finden. Jede Verteidigung der Religion aber weiche von der echten marxistisch-leninistischen Haltung ab. Nicht zufällig habe Marx die Religion mit dem Opium verglichen. Für Heima^pternreeht and Familie Eine vom kirchlichen Außenamt einbecufene Kommission von 20 führenden evangelischen Theologen und Juristen beschloß auf einer Tagung m Frankfurt, den Weltkirchenrat in Genf zu bitten, er möge sich um die Ergänzung, bzw. Abänderung des UNO-Entwurfs über die Men- i schenrechte bemühen. U. a. wurden Bestimmungen angeregt, die das Recht des Menschen auf Verbleib in seiner angestammten Heimat, das Recht der Eltern, die religiöse Erziehung ihrer Kinder selbst zu bestimmen, sowie die Eigen- sändigkeit der Familie gegenüber dem Staat sicher stellen. Deutsch-französischer Gottesdienst Ravensburg. In der Liebfrauenkirche in Ravensburg fand ein gemeinsamer deutsch-französischer Gottesdienst statt, bei cem der fran- zössche Feldprediger Maurice Lasnier und der katholische Stadtpfarrer Nieder predigten. Auf Anregung des französischen Feldgeistlichen sollen solche gemeinsamen Gottesdienste auch in anderen Städten der 'Diözese Rottenburg abgehalten werden. 80 deutsche Journalisten beim Pressekongreß Köln. An dem vom 16. bis 19. Februar in Rom stattfindenden Internationalen Kongreß der katholischen Presse werden im Rahmen eines Pilgerzuges katholischer deutscher Publizisten 80 deutsche Journalisten teilnehmen Sprecher der deutschen Delegation in Rom, die von der Arbeitsgemeinschaft West katholischer Publizisten ernannt wird, ist der bekannte Zeitungswissenschaftler Prof. Emil Dovifat Berlin . Ungarische Krankenhäuser ohne Nonnen Stockholm. Die ungarische Regierung forderte laut „Svenska Dagbladet" kurz vor Weihnachten alle in ungarischen Krankenhäusern tätigen Nonnen auf, ihre Ordenstracht abzulegen, wenn sie weiter in der Krankenpflege arbeiten wollten. Während der Weihnachtsfeiertage haben darauf die katholischen Schwestern 6ich aus 15 großen ungarischen Krankenhäusern zurückgezogen. Nach der gleichen Quelle wurden während der Festtage zahlreiche Nonnenklöster von kommunistischen Behörden und Jugendorganisationen übernommen. tung der Landwirtschaft, wurde dabei allgemein unterstrichen. Ferner der Grundsatz herausgestellt, daß die Landwirtschaftliche Ber, ügsehule die Heranbildung eines freien, selbständig denkenden Menschen, der über die für den Beruf notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügt, zum Ziele ihrer Eriehungsarfoeit gesetzt hat. Erfolgreiche Fahndung Tübingen. In Zusammenarbeit mit der neuerrichteten zentralen Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge in Bielefeld wurden im Dezember 73 Fahndungen nach abhandengekommenen Kraftfahrzeugen erfolgreich abgeschlossen. Auf Württemberg-Hohenzollern entfallen allein 45 erfolgreiche Ermittlungen. Wie die Abteilung Straßenverkehr des Innenministeriums von Württemberg-Hohenzollern mitteilt, gingen bisher insgesamt 2800 Anträge auf Fahndung nach abhandengekommenen Kraftfahrzeugen bei den Kraftfahrzeug-Zulassungsbehörden der Bundesländer ein. Vereitelte Raubzüge Kempten. Eine sechsköpfige Diebesbande von Ausländern, die mit Pistolen und Maschinenpistolen bewaffnet war, wollte aus dem Lager Altenstedt einen Raubzug auf ländliche Darlehenskassen und Käsereien unternehmen, bei denen gegenwärtig die Milchgelder liegen. Die Bande verfügte über einen leichten amerikanischen Lastwagen und hatte vor, die Darlehenskasse Lengenwang zu überfallen. Den Raubzug machte die Kriminalpolizei von Markt Oberdorf zunichte, die das Lager seit langem überwachte. Bei den Verhör stellte sich heraus, daß die Absicht bestand, bei den Überfällen etwaigen Widerstand mit der Waäe zu brechen und alle Telefonkabel von einem besonderen Trupp öurchschneiden zu lassen. Tolle Szenen im Gerichtssaal Kempten. Vor dem Schöffengericht bekam ein 32 Jahre alter Sittlichkeitsver- breciier aus Düsseldorf einen Tobsuchtsanfall. Mit einem Hechtsprung wollte er sich auf den Vorsitzenden werfen, doch konnte ihn der Protokollführer im Handgemenge noch zu Boden reißen. Der Tobende raffte sich wieder auf und drang auf die beiden Zeugen ein, denen er zurief: „Ihr beide kommt mir nicht mehr mit dem Leben davon!“ Beide trieb er durch den Gerichtssaal. Auf die Anklagebank wieder zurückgebracht, versuchteer den Richtertisch umzustürzen und auf das Gericht einzudringen. Seibst als er mir Hilfe eines zweiten Wachtmeisters gefesselt worden war, warf er mit einem Tintenfaß und versuchte, auf einen Wachtmeister mit dem Stuhl emzuschlagen. Rache des Lehrlings Kempten. Da ein Mechanikerlehrling aus Nesselwang sein Gesellenstück nicht auf den bestimmten Termin hatte anfertigen können, weil i)im, seiner Ansicht nach, sein Meister nicht genügend geholfen habe, zündete er das Anwesen seines Lehrherren an, so daß Wohnhaus, Werkstätte und Stall vollständig verbrannten und ein Schaden von 46 000 DM entstand. Er wollte den Termin für die Gesellenarbeit hinausschieben und seinem Meister gleichzeitig einen Denkzettel verabreichen. Dafür wurde er nun zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt Motorisierte Schilfrohremte am Bodensee VL; X, Bild: D. Pankow Eine Neuerung des Bodenseegebietes, der Lindau er Amphibienmäher, ist ein aus Leichtmetall gebauter Schilfmäher, der von Diplom-Ingenieur Brutscher (Bildmitte) konstruiert und mit Ingenieur Mutze zusammen in einem Jahre gebaut wurde. Angetrieben wird das neuzeitliche Gerät von einem Volkswagenmotor; es ist in der Lage, täglich eineinhalb Hektar in Sumpf und Wasser stehendes Schilf abzumähen. Nach Beendigrung der Ernte bei Lindau wird der leicht bewegliche Anvphibienmäher zwischen der Rheinmündung bei Bregenz eingesetzt werden. Weitere große Schilfflächen gibt es auf der Insel Reichenau im Untersee und bei Wollmatingen-Konstanz. Die rechtliche Stellung der Besatzungskinder Mit der rechtlichen Stellung der Besatzungskinder in der französischen Zone befaßte sich am Mittwochabend Dr. Franz Flamm in einer Sendung des Südwest- funks. Nach deutschem Unehelichen-Recht entstehen durch die Anerkennung der Vaterschaft keine familienrechtlichen Bande des Kindes zum Vater. Nach dem französischen Unehelichen-Recht nähert sich die Stellung des vom Vater anerkannten Kindes fast der des ehelichen Kindes. So erwirbt das uneheliche Kind die französische Staatsangehörigkeit, den Familiennamen des Vaters, weitgehende Unterstützungsansprüche und ein beschränktes Erbrecht. Das Kind tritt auch unter die elterliche Gewalt des Vaters. Voraussetzung für diese Rechte des Kindes ist jedoch, daß der Erzeuger seine Vaterschaft vor einer Behörde offiziell anerkennt. Wenn die Mutter vor einer väterlichen Erklärung eine offizielle Erklärung über ihre Mutterschaft abgibt, sichert sie ihren rechtlichen Einfluß auf das Kind. In diesem Fall hat das Kind die deutsche und die französische Staatsangehörigkeit. Es wird jedoch, solange die Eltern nicht heiraten und Mutter und Kind in Deutschland leben, als deutsches Kind behandelt. Die Rechte des Kindes, insbesondere die Staatsbürgerschaft, kommen erst zur Geltung, wenn der Vater das Kind zu sich nach Frankreich nimmt. Nicht so weitgehend sind nach den Erklärungen von Dr. Flamm die rechtlichen Folgen, wenn der Vater nur eine Unterhaltsverpflichtung anerkennt. Dann entsteht die sogenannte Zahl-Vaterschaft. Wenn der Vater des Kindes sich seiner Verpflichtungen ganz entziehen will, kann die Mutter wohl versuchen, die Unter- haltsverpflichtang gerichtlich einzuklagen. Verfahren gegen Besatzungsangehörige müssen jedoch vor den Militärgerichten ausgetragen werden. Sie werden unter Umständen sogar an em Gericht in Frankreich am Wohnsitz des Beklagten überwiesen. Selbst wenn es bei einem solchen Prozeß zu einem für Kind und Mutter günstigen Urteil kommt, stehen der Vollstreckung große Schwierigkeiten im Wege. Als dritte und letzte Lösung nannte Dr. Flamm den rechtskräftigen und endgültigen Verzicht der Mutter auf ihr Kind. Eine besondere Dienststelle bearbeitet die Anträge deutscher Mütter, die bereit sind, ihre unehelichen Kinder französischer Väter der Obhut der französischen Behörden zu übergeben. Die Trennung von der Mutter ist jedoch in diesem Falle absolut. Die Mutter darf keine Verbindung mit dem Kind unterhalten und erfährt niemals seinen Aufenthalt. Das Kind behält jedoch, wenn es in Deutschland geboren wurde, die deutsche Staatsangehörigkeit. Trotz der scharfen Trennung wird diese Lösung, so erklärte Dr. Flamm, manchen in schwierigen Verhältnissen lebenden alleinstehenden Frauen eine Hille bringen. Blick über die Grenzen Zum RaubUberiall auf ein Postamt St. Gallen. Da* Polizeikomunando St. Galten und das für die Untersuchung zuständige Bezirksamt in Uznadi teilen mit, daß in Zusammenarbeit mit den übrigen inländischen wie auch austendschen Pobzeistellen alles vorqekebrt worden ist, was zur Aufklärung dies Raubüberfalls auf das Postböro Rapipenswil zweckdienlich sein kann. Weitere Pressemeldungen müssen zugunsten einer störungsfreien Fahndung*- und Unter- suctamgsarbeit bis auf weiteres unterbleiben. Bel 4,3 Milliarden Franken Notenumlauf 6,2 Milliarden Goldbestand Z ü r i ch- Nach dem ersten Ausweis der Schweizerischen Naitionallbamk im neuen Jahr hielt der Zuwachs der Wänxunqsreserven weiterhin an, indem der Goldbestand auf 6,2 Milliarden Franken stieg. Der Notenumlauf betrug nur 4,3 Milliarden Fr. Die Ehescheidungen in der Schweiz Z ü r i ch . Nach dem neuen Statistischen Jahrbuch sind im Jahr 1948 in der Schweiz 4292 Ehen geschieden worden, kn Jahre 1B4? gab es 4280 Scheidungen, 1946 wunden 4296 Ehen geschieden, — seltsam, daß durch dnei Jahne hin- dmirch die Zahl der Scheidungen sich) immer auf einer fast gleichen Höhe hielt- Auf den allge- meinen Scheidungsgrund der „tiefen Zerrüttung” der Ehe kommen die meisten Fälle, nämlich 3158. Unter den speziellen Scheddungsgründen steht Ehebruch auch- diesmal mit 809 Fällen weit obenan. Zwei Pferde durch elektrischen Strom getötet Luzern. Im nahen Malters hat sich ein seltsamer Unfall zugetragen. Zwei Pferde, die ein Knecht vor die Scheune geführt hatte, um sie vor einen Wagen zu spannen, stürzten plötzlich zu Boden und wurden starr. Der herbeigieeilte Besitzer spurte, daß der Boden elektrisch geladen war, und ein Elektriker stellte fest, daß sich an der Stelle im Boden die Erdplatte eines Elektromotors befand, die infolge eines Defektes Strom führte. Die Tiere sind verendet. Gesteigerter Transitverkehr Bern- Die Transportmenge des durch die Schweiz gegangenen Transitverkehrs betrug im November 151 278 t. d. h. 123 Prozent mehr ails im gleichen Monat 1948. In der Süd-Nord-Rich- tung rollten vorwiegend Lebensmittel, besonders Südfrüchte, flüssige Brennstoffe und Phosphate- Die Zahl der Lebensmittelzüge, die ziemlich gesunken war, stieg wieder erfreu!ich an. In der Nord-Süd-Riditung liefen hauptsächlich Saarkohle und Bisenschrott durch. Zum erstenmal seif langer Zeit erhielt Italien wieder Rührkohle, die ihren Weg durch die Schweiz über Dcwno- dossola nimmt. Der Güterverkehr über den Bodensee erfuhr seit November ebenfalls eine merkliche Belebung. Es überquerten Rieh timg Fried-ndishafen—ftomanshorn täglich bis zu 60 beladene Wagen den See, vorwiegend mit Kohle aus Polen, Sammelwagen und Zucker aus der der Tschechoslowakei, in umgekehrter Richtung 10 bis 15 beladene Wagen. Vergrabene Uhren wiederentdeefct Frei bürg (Schweiz). In der Nacht zum 18. Dezember erbrachen Einbrecher ein Schaufenster der Bijouterie (Richard am Boulevard de Perolles, um Waren für 3000 Fr. zu entwenden. Die Polizei hat die Schuldigen, zwei in Freiburg wohnhafte Burschen dm Älter von 20 und 23 Jahren, jetzt feistgestellt und verhaftet. Sie hatten die Diebesbeute in Blechbüchsen verpackt und bei der Mafgrauge an der Saane vergraben. Sämtliche gestohlenen Uhren sind in gutem Zustande wieder gefunden worden. Die Inseln von Brissago Brissago (Tessin). Wie seinerzeit gemeldet, sind die vordem in Privatbesitz gewesenen Inseln von Brissago durch den Kanton Tessin und verschiedene Ufergemeiaden am Lago Maggiore sowie vom Heimat- und Naturschutz gekauft worden. Dem Verlangen des Heimahschutzes entsprechend, dürfen im Gebäude der Hauptinsel kein Tanz- oder Nachtlokal und keine Spielsäle eingerichtet werden. Die Inseln so 11 en weder für ein Strandbad noch industrielle Zwecke zur Verfügung stehen. Die Tessiner Regierung übernahm den mit dem Pflanzen.wuchs der Borroimei- schen Inseln wetteifernden Garten in eigene Regie und unterstellte ihn einer botanischen Kommission mit Prof. IDt. Däniker (Zürich) an der Spitze. Mit dem Hotelierverein Brissago-Ascona wird wegen kollektiver Ueberoahme des Wirtschaftsbetriebes verhandelt. Die Schiffahrtsgesellschaft' des Langeusees will einen Landungssteg für die großen Dampfer anlegen. Drei bekannte Architekten schaffen die Innenausstattung des Inselhauses. Für das Publikum sollen zu Ostern dieses Jahres die Inseln geöffnet werden. Gleichzeitig wird eine Ausstellung der Hauptwerke des bekanntesten Tessiner Malers des 17. Jahrhunderts, Serodine, veranstaltet- Auch ein Teil der großen musikalischen Frühlingsfestwoche in As- cona wird auf die Inseln verlegt, die im künftigen Bädeker gewiß, gleich der lsola Bella, einen Stern bekommen werden. Köstlicher Kaffee im Nu-mit NESCAFE. Kein Zeitverlust! Einfachste Zubereitung! Feinstes Aroma! DEUTSCHE A.G. FÜR NESTLE ERZEUGNISSE LINDAU-BODENSEE ■ VERKAUFSABTEILUNG EISENHARZ POST ISNY/ALLGXU .. h«M«s Wan« ihr Kaff«« ist fertig 5 has "amstag'Sonntag, 14./15. Januar 1950 SUDKURIER Nr. 6 ' Seite 11 Irr Hafenftraße Nr, 5 Konftanz Ein Besuch auf der Schiffswerft Audi Schiffe haben in unserer unruhi- I lancieren wir uns zum Steuerhaus auf gen Zeit ihre besonderen Schicksale. Als im Jahre 1935 das große Motorschiff „Baden“ vom Stapel lief — es war für 800 Fahrgäste berechnet und das einzige Schiff der Bodenseeflotte mit freiem Umlauf auf allen Decks —, da konnte natürlich niemand ahnen, daß neun Jahre später das stolze Schiff zusammen mit der „Höri“ ein Opfer des Krieges werden würde. Im Juli 1944 aber wurde es, im stillen Ludwigshafen vor Anker liegend, bei einem Tiefangriff durch Bordbeschuß schwer mitgc- nctnmaen. 440 Einschüsse durchsiebten Deck- und Schiffswände, ja, durchschlugen sogar das Prcpellergehäuse. Lange Jahre lag dann die „Baden“, notdürftig wieder- hergestellt, vor dem Inselhotel, so daß zu den Kriegsschäden die der Witterung kamen. Von der Besatzungsmacht der Bundesbahn zurückgegeben, soll nunmehr das Schiff nach gründlicher Erneuerung wieder in den Oberseeverkehr eingestellt werden. So statteten wir unter sachkundiger Führung dem 620 Bruttoregistertcmnen umfassenden Patienten in seinem Sanatorium, der Konstanter Schiffswerft, einen Besuch ab, um uns vom Fortschreiten seiner Gesundung zu überzeugen. Er ist zunächst einmal aufs Trockene gesetzt und nimmt, auf dem Aufzugswagen ruhend, mit seinen 52,5 m Länge fast den ganzen Raum der großen Werkhalle ein. Sehr einladend präsentiert sich der kranke Riese nicht; denn die ganze Inneneinrichtung, einschließlich aller Wandverkleidungen, ist demontiert. Es müssen allein rund 300 qm polierter Fläche für die Fahrgast- räume geflickt, erneuert, foumiert und frisch poliert werden, Kirschbaum-, Rüster- und Eichenholz. Dabei sind zum Polieren eines einzigen Quadratmeters acht bis neun Arbeitsstunden erforderlich. In der Schreinerei und im von ihr getrennten Polierraum herrscht so ein emsiges Schaffen. Erfahrene Fachleute sind am Werk; denn es soll in jeder Beziehung handwerksgerechte Arbeit geleistet werden. Insgesamt sind 52 Mann auf der Werft eingesetzt, von denen der weitaus größte Teil sich um die „Baden“ bemüht. In die durchlöcherten Eisenplatten der Schiffsschale werden neue Stücke eingeschweißt. Während der Motor unverletzt blieb, müssen die beiden Propelleraggre- gate, von denen jedes 4,2 Tonnen wiegt, ausgeibaut und überholt werden. Es handelt sich um Voith-Schneider-PihpeHer, die diem Schiff erhöhte Manövrierfähigkeit geben, was bei den zum Teil recht kleinen Hafenbecken von größter Bedeutung ist. Wir stehen unter dem Bauche der „Baden“, deren sanft geschwungener, sorgfältig gereinigter Unterleib gerade mit roter Bleimennige gestrichen wird, um später zwei Unterwasserspezialanstricbe zu erhalten. Durch ein Gewirr von bloß' gelegten Kabel«,' Brettern, Druckluftschläuchen, Eimern und Farbtöpfen hadern Oberdeck des Schiffes hinauf. Hier arbeitet man mit Spritzlackfarbe, und der Meister hält uns ein kleines Privatissimum über die komplizierte Prozedur der Verschönerung. Nach dem Entlaugen und Entrosten wird Mennige aufgetragen, dem der erste Weißanstrich folgt Dann wird die Fläche mehrfach mit Spachtelkitt geglättet, hierauf mit Wasser und Bimsstein abgeschliffen und schließlich dreimal angestrichen, das letzte Mal mit Spritzlackfarbe. Selbstverständlich müssen auch die Fenster und die Heizungskörper erneuert, eine neue Radioanlage eingebaut und einzelne Deckplanken eingezogen werden. Es gibt also noch reichlich zu tun, wenn das Schiff bis zum Inkrafttreten des Sommerfahrplanes am 15. Mai fertig werden und wieder fröhliche Feriengäste über den blauen Bodensee tragen soll. Wir werfen noch einen Blick auf die „Karlsruhe", die auch zum Frühjahr neu gestrichen wird, auf die kleine schnittige „Reichenau“, deren Motor überholt wird, sowie das gleichfalls reparaturbedürftige Kohlenschi ff „Schwalbe“ und wenden uns dann der guten alten „Zähringen“ zu. Man erkennt sie kaum wieder. Gleicht sie doch in ihrem jetzigen Zustand mehr einem Wrack als einem Schiff, mehr einem Haufen durcheinander geworfenen Schrotts als einem schmucken Bodenseedampfer. Und immer noch wühlt der blendende Feuerstrahl des Acetylengebläses in ihren Ein- gewedden. Sobald alle Teile ausgebaut sind, kommt der Veteran des Bodensees nach Kreßbronn, um auf der dortigen Werft verjüngt zu werden. Jedenfalls verdient das Bestreben der Bundesbahn, den Schiffspark des Bodensees laufend zu erneuern und zu ergänzen, den Dank und die Anerkennung nicht bloß aller Seehasen, sondern auch der Feriengäste von nah und fern, die wir für 1950 in hoffentlich wieder großer Zahl an unserem schönen Bodensee erwarten. 6iUm>eftbeittfcf)e tttttföoit Gfttottife oorn Bobettfee Schweizer linBw*es erhält: Emil Mülle, RoxgeaSries, Amt Stock ach. Nachruf Nach längerem Leiden verschied heute Wilhelm Gaiser Regierungsoberinspektor Der Verstorbene war 45 Jahre im Staatsdienst tätig Mi- seit dem Jahre 1936 beim Landratsamt Konstanz beschäftigt. Durch seinen außerordentlichen Fleiß und seine treue Pflichterfüllung besaß er die besondere Achtung seiner Vorgesetzten und seiner Mitarbeiter. Das Landratsamt und seine Mitarbeiter werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Konstanz, den 13. Januar 1950 Landratsamt. Dr. Beizer Für die lieben Beweise herzlicher Anteilnahme, die uns beim Hinscheiden meines lieben Mannes und guten Vaters Xaver Freistetter zuteil wurden, sprechen wir unseren tiefgefühlten Dank aus. Besonders danken wir der ehrw. Schwester Mein- rada für ihre aufopfernde Pflege. Konstanz, 14. Januar 1950 Hussenstraße 43 Bmilie Freistetter mit Angehörigen. Für die vielen Glückwünsche und Geschenke anläßlich meines 70. Geburtstages sage ich allen, besonders auch dem Kirchenchor St. Gebhard für den schönen Gesang, meinen besten Dank. /ulms von KMan mit Fiau Eleonore Konstanz, den ’3. Januar 1950 Schreibarbeiten aller Art durch Schreibbüro Hanna Mohr, Konstanz, Bodan- ? platz 16, Eingang Hüetlinstraße HE In dem soeben erschienenen Januarheft der ERZÄHLUNG S beginnen zwei bedeutsame und spannende Abdrucke: E Der Lebensroman des Begründers des Roten Kreuzes Es Martin Gumpert, der Arzt und Dichter, hat in seinem == neuen Werk „Dunant“ der tragischen Figur dieses noch s immer zu wenig bekannten Humanitären ein groß- = artiges literarisches und menschliches Denkmal gesetzt. =s wie es neuerdings auch in dem faszinierenden Film = „Von Mensch zu Mensch“ geschah. 1 Der große Liebesroman von Claire Sainte-Soline S Die berühmte Schriftstellerin gestaltet in ihrem er- — greifenden Roman „Belle“ das Leben einer naturhaften — Frau, die nach dem Tode des Mannes, den sie nicht selbst ss zur Ehe erwählt hatte, nun als reifer Mensch das Glück ss der Liebe nach eigenem Herzen sucht und findet. Es Das Januarheft der unterhaltenden Zeitschrift DIE zs ERZÄHLUNG bringt weiter erzählerisch-dichterische = Beiträge von Albrecht Schaeffer, Viktor Mann, Rudolf sz Hagelstange (Meersburger Elegie, ein großes Gedicht), HE Marie Luise Kaschnitz, Friedrich Förster, Alexander = M. Frey. Dazu Begegnungen mit Menschen: Elisabeth = Flickenschildt als Bühnenautorin und Regisseurin und -s Erinnerung an Georg Kolbe in Wort und Bild. Ferner ~ Besprechung neuer wesentlicher Bücher, graphische S Beiträge namhafter Künstler und fotografische Bildnisse. I “Z ) IE gRZAHLUNG ~ .reden Monat ein umfangreiches Heft in großem Format £: für 1 Mark. Zu beziehen durch Jede Buch- oder Zeit- = Schriftenhandlung. Bestellungen auch beim Postamt = oder Briefträger und bei den Boten des Südkurier. | SCDVERLAC KOSSTAXZ nllllllllllilllilllllllllllllllllllllllllllllltlllllllllllllllllillllllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll,-. 9 KW J*- Die MUCH. 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(Bin weitelies Vorrundenspiel führt den VfL Schwenningen imd den Namensvetter aus Konstanz zusammen. Zweifellos haben die Kon- stanzer ein technisches Plans aufzuweisen, dem steht jedoch gegenüber, daß Schwenningen in letzter Zeit eine auffallende Fonnverbessenung eufzuweisen hat. Der SSV Reutiiingen siteht in Friedrichshafen zwar vor einer lösbaren, aber nicht 2 >u unberschätaenden Aufgabe. Die Platzbesitzer errangen den Großteil ihrer Punkte aus ffeimsipielen. Erfolge der gastgebenden Mannschaften eind in den Begegnungen SV Rastatt — ASV Ebingen und Eintracht Singen — FV Lahr zu erwarten. Während die Singtener Eintracht schon infolge ihrer größeren Durchschlagskraft im Vorspiel zum Sieg kam, hat Rastatt die 0:3- Schlappe vom vergangenen Semi)tag gegen den gleichen Gegner zu korrtigieren- Der SV He dringen wird wohl den Abstieg kaum vermeidien können. Selbst wenn gegen den SC Freiburg ein Teilerfolg gelingen sollte. Als offen sind die Begegnungen SpVgg Trossingen — SV Kuppenheim und SpVgg Offenburg — FC Villingen an Zusehen. Südliga: FC Freiburg — SV Tübingen (Vorrunde), VfL Schwenningen — VfL Konstanz (Vorrunde), Eintracht Singen — FV Lahr (Vorrundenspiel endete 3:1), SV Rastatt — ASV Ebingen (0:3), SG Friedrichshalfen — SSV Reutlingen (1:1), SpVgg. Offeniburg — FC Vifllingen (0:6), SpVgg Trossingen — SV Kuppenheim (1:2), SV Hechiingen — SC Freiburg (2:6). Nordldga; 1. FC Kaiserslautern — FSV Trier-Kürenz, VfL Neustadt — SpVgg. Andernach, FV Engers — ASV Oppau, Phönix Lu-d- wig-shafen — VfiR Kiirn, ASV Landau — FK 03 Pirmasens. — Privat: 1. FC Saarbrücken — Eintracht Frankfurt, VfB Neunkirchen — W-ormatia Worms. Oberliga Süd: BC Augsburg. — SpVgg Fürth, 1. FC Nürnberg — Bayern München, Kik- kers Offenbach — VfB Stuttgart, Stuttgarter Kik- kers — Scttwaben Augsburg- — Rückrunde: Regensiburg — VIR Mannheim (1:1), Schweinfurt — VfB Mühlburg (2K», 1860 München — SV Waldhof (4:5). Oberliga West: Borussia Dortmund — STV Horaf/Emscher, SpVgg Erkenschwick — Hamborn 07, Preußen DeÜlbrück — Duisburger SV, | Rot weiß Essen — Rhenama Würselen, Schalke 04 — Rotweiß Oberhausen, Preußen Münster — 1. FC Köln, Vohwinkel 80 — Alemannia Aachen, Duisburg 08 — Arminia Bielefeld* Oberliga Nord; Eintradit Rraiunschweig — HSV, St. Pauli — Arminia. Eimbüttel —• Hannover 96, Bremer SV — VfL Osnabrück, Bremerhaven 93 — Conoordia, Herburger TB — Werder, Göttingen — Holstein Kiel, VfB Lübeck — VfB Oldenburg. Landesliga Südbaden: ASV Freiburg — Ottenau, Stockach. —• Goitmadingen, St. Georgen — Rotweiß Lörrach. Rheinfeldei? — Baden- Baden, Schopfheim — Furtwangen, Aachern — Blauweiß Fnsiiiburg, Emmendingen — Gutach. Südbadische Ringer-Oberldga : SV Tuttlingen — ASV Lahr, Blauweiß Freiburg —- Spfr. Freiibuirg^St. Georgen, SV Homberg — KSV Konstanz. Südwest-Auswahl gegen Hamburg Für die Vorschf.iußrundeaibegegnung um den Länderpokal gegen Hamburg, die am 22. Januar im Ludwigshafener Stadion stattfindet, hat der Südwestdleutschh Fußball-Verband folgende Mannschaft aufges teilt: Adam: Basler, Kohlmeyer (alle 1. FC Kaiserslautern); Laag (FK Pirmasens), Liebdch LI, Gawliczekj; Grewenig, Fritz Walter, Otmar Waller (alle Kais er slautem), Blankenberger, Müller (beide Wormati-a Worms). Ersatzspieler; Fischer, Selbert (Wormatia Worms), Daffinger (Phönix Ludwigshafen). Ueberraschungen im englischen Pokal Die sieben Wiisdterholungsspiele der dritten engliisdnen F (eqüeiu.veH ■ft* And fettig! Unser* 3-stufig*, vBlllg neuartig« Aufschließung der Rohstoffe und 121 Jahre Kaffeemittelerfahrung garantieren die Llnde's - Qualität. Darum schmeckt Linde'« morgens, mittags und abends auch so gut. ftnöes ip» ft i ft 4 ft 4 ft 4 ft 4 ft 4 ft 4 ft 4 Steinmarder bi, DM 11«.- Kaufe laufend, (auch 1. Fleisch) Bezahlung sof., oder zuerst Gebot. Großhandel ln Wildrohfellen Hugo Kleferie, Randegg (Hegau). 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Jan. 1930, 9 Uhr, bei HESSEN-TOTO A 36 Kaatraltaiarfce B 36 KealraDauite C 36 Keatrelhaaike _ 21./22. 1. 58 21./22, 1. S9 21. 22. 1. 5« Nr. Club 1 | Club 2 2 Tips 1 DM 4 Tips 2 DM 6 Tips 3 DM Nr. 1 2 Tips 1 DM 1 4 Tips 2 DM 6 Tips 1 DM Nr. 2 Tips 1 DM 4 Tips 2 DM 6 Tips 3 DM 1 layera da Mladiea) Nletersacksea 1 1 2 Malz da Laäwlgskal.) -Haaikar, 2 2 3 FSV Fraakfart Stattaarler Kldten 3 3 4 1. FC NirAerg Eiatradt Fraakfart 4 4 5 VIB MaBahrin VfB Miklbarg 5 5 e VI» Statt,art Jaks Begeasbarf 6 e 1 Frta|ei Dellkritk - Stkalke 84 7 7 8 Bai-Welk Fraaktart - 1. FC BMelkela 8 8 9 Barassia FaMa SV Wleskatea 9 9 10 Haaaaver 96 Helslela Kiel 10 10 tl Hanl Ensdier Spvg,. Erkennkwltk u 11 12 CSC « Kassel KSV Hessea-Jtatsel 12 12 13 Haiti Nie*errat SC Danut. Aibeilgea 13 13 M Vakwlokel 8« Bai-Welk Euea 14 • 14 Han« Rnllor Hauptstelle Offenbacba.M. UQIltf DUUvl Humboldttrafi« 49, tiogetroftaii Mia* Eigenheim: Ja — nein Samstag'Sonntag, 14./15. Januar 1950 SÜDKURIER Nr. 6' Seite OPEL OLYMPIA 1950 DEUTSCHES THEATER Konstanz, Leitung: Heina Hilpert und abends ins CIOIRISIO Das Postamt Die KomBdie der Irrungen Sa, 14. 1 aufu Ab. Heute und folg. Tage: ..Verzeihung, wenn ich rase vor Begeisterung über diesen vollkommenen Film“ — schrieb ein englischer Kritiker. — Es wird Ihnen allen genau so ge hen, denn dieser in Cannes preisgekrönte Film ist EIN MEISTERWERK Heute u Tage- Die bekannte und amüsante Geschichte von der Jagd nach einem verschwundenen Riesen vermögen Das Postamt Die Komftdie der Irrungen So. 15.1. St. B. Das gute Abendlokal Die beliebte Unferhaltungsstätle Wir bringen Ihnen jeweils Samstag und Sonntag ein auserlesenes Kabarett-Programm Zum Tanz spielen täglich die Red Boys Eintritt tägl. 50 Dpt., Samstag u. Sonntag I DM. Tischbestell. Ruf 865 Offene Weine, Kaffee, Bier bei mäßigen Preisen Das Postamt Die Komödie der Irrangen Mo.16.1, St. A Peter Voss, der Millionendieb mit Victor de Kowa, Else v. Möllendorf, K. 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Dieser Film ist so ungewöhnlich, wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel! — Dazu: Fox Tönende Wochenschau WO: 15, 17.30, 20 SO: 14,16, 18. 20 Hotel Halm Jeden Sonntag von 16 bis 19 Uhr Tanztee. Eintritt DM 1.20 »Obere Sonnt Samstag ab 20 Uhr Sonntag ab 19.30 Uhr TANZ Alemanne Samstag und Sonntag TANZ Bauhof Sonntag Zanzab*nd Saas tag gesddosseae Gesellschaft Burghofkeller Allmannadorf Sonntag abend Burgerverein Bodan, Konstanz iu2e.v. Samstag, 14. Januar, 20 Uhr, im Bürgersaal Farblichtbildervortrag von Karl Nägele Thema: Bergfahrten um Oberstdorf Königsschlösser Mitwirkende: Das Bodan-Doppelquartett Die verehrten Mitglieder, sowie Freunde des Bodan sind hierzu freundlichst eingeladen. Eintritt —,50 DM. Märchenfilm im CAPITOL Freitag, Samstag, Montag Jeweils 14 Uhr, Sonntag um 11 Uhr Der neue deutsche Märchen- Spielfilm HANS IM GLUCK mit Erich Ponto, Jacob Tiedt- ke, Gunnar Möller. Ein prachtvoller Film für groß u. klein! Kulturfilm im GLORIA Samstag 22 Uhr, Sonntag 11 Uhr Deutschlands berühmtester Kulturfilm. das preisgekrönte Werk Svend Noldans WAS IST DIE WELT? Ein Film von den packenden Rätseln, von den geheimnisvollen Wundem um uns, ein Film von Erde, Meer und Sternenhimmel und dennoch „spannend wie ein Abenteuer“ t VORANZEIGE Wir bereiten den 1. Kappenabend in Petershausen vor für Sonntag, den 22. Januar 1950 Gasthof.Sdiaulnsland'' Werner Ebert Flotte Tanzkapelle (3 bis 4 Mann) für Fasnacht gesucht. Zuschir. unt. 56 669 Südkur. Konstanz. J^bmijeTaq v. 2. bis 17. Jan. 1950 ca. 20% Preisnachlaß auf Anzüge Färberei E. Schindler Konstanz Färberei Haas Überlingen cHotel CiM.de BODMAN Heute Samstag daemusik Tone Sonntagnachmittag Fön luhr-Tee Musik ab 18 Uhr Samstag, den 21. 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