I i ‘ SÜDKURIER 6. JAHRGANG Erscheint Dienstag. Donnerstag. Samstag. Adresse: Konstanz, Marktstätte 4 Telefon-Anschlüsse: Redaktion und Verlag Nr. 924, 925, 1130, 1510, 1511 mt unflütiönaiöf Ifcriranbrituua um ißnDrairr DIENSTAG 14. FEBRUAR 1950 •• N U M M E R 19 Bezug monatlich durch. die Post DM 2.30, einschl. 27 Dpf Posteilst-eWg©böhr, durch Träger DM 2.10 einschließlich 25 Dpf Trägerlohn — Einzelpreis 20 Dpi \ fir Weniger Besatzungskosten ? BONN. Vom ersten Juli an werden nur noch Angehörige der alliierten Streitkräfte auf Besatzungskosten leben. In einer Verlautbarung der alliierten Hohen Kommission heißt es, daß alle anderen alliierten Staatsangehörigen von diesem Termin an die Wohnung, Dienstdeitung usw. selbst bezahlen müssen. Ein alliierter Sprecher erklärte dazu, daß sich dadurch die Besatzungskasten verringern werden. Von Husum nach Südbaden HAMBURG. Das Ergebnis der Kopen- hagener Flüchtlingsverhandlungen ist, wie der schleswig-holsteinische Sozialminister Walter Damm sagte, der erste konstruktive Beitrag, um die Flüchtlingsfrage in Schleswig-Holstein zu lösen. Die dänische Regierung hat sich verpflichtet, von Anfang März bis Dezember ständig zwei Eisenbahnzüge ohne Lokomotiven zur Verfügung zu stellen, um beim Abtransport von Flüchtlingen aus Schleswig-Holstein zu helfen. Die dänische Regierung wird die Kosten für die Verpflegung der rund 30 000 Flüchtlinge übernehmen, die von den beiden dänischen Zügen befördert werden sollen. Der erste Transport dieser Umsiedlungsaktion gebt am 13. März von Husum nach Südbaden. Dertinger unter Bewachung BERLIN. Nach einer Information des Westberliner „Tagesspiegel“ wird der sowjetzonale Außenminister Georg Dertiir- ger in seiner Wohnung in Klein-Machnow beii Berlin von vier Beamten des „Staats- sicherheitsdienstes“ bewacht. Eine sowjetische Untersuchung gegen Dertinger habe Fluchtpläne nach Westdeutschland aufgedeckt. Dertinger wird laut „Tagesspiegel“ auch vorgeworfen, Akten über Verhandlungen mit den Sowjets „derart leichtfertig“ aufbewahrt zu haben, daß Außenstehende Zugang zu ihnen erhielten. Berlin als Schicksalsfrage BERLIN. Zum Abschluß seines Berlin- Besuches erörterte der amerikanische -Kcmmisaar MeCloj mit führenden Berliner Politikern aktuelle Probleme der Stadt. Dabei betonte MeCloy, daß die Bundesregierung und der Bundestag sich künftig mehr als bisher ihrer besonderen Verpflichtung gegenüber der deutschen Schicksalsfrage, die Berlin heiße, bewußt sein müßten. Die Deutschen und die Alliierten müßten alles tun, um die Demokratie gegenüber jedem totalitären Ansturm zu verteidigen. In Berlin habe sich ein echtes Nationalgefühl entwickelt. Banknoten-Regen NIZZA. Das fröhliche Faschingstreiben in Nizza erfuhr am Sonntag eine nicht ganz alltägliche Ueberraschung. Während sich jung und alt mit Blumen, Konfetti und Papierschlangen bewarf, regnete es aus einem Fenster in der Avenue des Baumettes Banknoten. Madame Pepizew- nitsch ließ abwechselnd französische und holländische Banknoten auf die Straße hinabflattem und warf, als der Vorrat erschöpft war, noch ihr Sparbuch über 200 000 Francs hinterher. Die Polizei konnte noch 103 000 Francs sicherstellen. Madame Pepizewnitsch muß sich jetzt auf ihren Geisteszustand untersuchen lassen. Adenauer mit Bundestag unzufrieden Abgeordnete fehlten bei wichtigen Debatten — Protestfahrt der Kraftfahrer kein gutes Beispiel BOCHUM. Bundeskanzler Dr. Adenauer eröffnet^ am Sonntag in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der CDU im britischen Besatzungsgebiet mit einem Bericht zur politischen Lage in Bochum den Wahlkampf seiner Partei für die kommende Landtagswahl in Nordnhein-Westfalan. Für die CDU gelte der Grundsatz, sagte er, keine gehässige Propaganda zu treiben. Es gehe darum, der christlichen Weltanschauung zum Siege zu verhelfen. Er sei fest davon überzeugt, daß nur diese Weltanschauung Europa und die Welt retten könne. Die Vorgänge bei den Bundestagssitzungen am vergangenen Donnerstag und Freitag hätten die Problematik unserer Zeit und Situation gezeigt. Sie seien wichtig und interessant nicht nur wegen des behandelten Stoffes — Arbeitslosigkeit und Treibstofffrage —, sondern vor allem wegen der Art, in der die Themen behandelt worden seien. Die über zehnstündige Sitzung über das Arbeitslosenproblem sei nicht dazu angetan gewesen, vor allem junge Menschen mit Achtung vor der Demokratie zu erfüllen. Der Oppositionsredner Prof. Nölting habe keinen einzigen konstruktiven Gedanken vorgebracht. Im Sitzungssaal habe über die Hälfte der Abgeordneten gefehlt. Wenn die Arbeitslosenfrage so behandelt werde, dann zeige der Bundestag, daß er die Bedeutung dieses Problems nicht voll erkannt habe. Vier schwerwiegende Probleme Dr. Adenauer betonte, daß die beiden letzten Bundestagssitzungen vier außerordentlich schwerwiegende Probleme gezeigt hätten: 1. die Frage der Stellung des Bundesrates, 2. die Frage, ob es vereinbar sei, Bundesminister und Bundestagsabgeordneter zugleich zu sein, 3. das Problem der öffentlichen Sicherheit, der Polizei, und 4. das Problem des Verantwortungsbewußt- sedns der Abgeordneten. Eines der Grundproblezne des Grundgesetzes und des Staatslebens der Bundesrepublik sei che Stellung des Bundesrate*. Er habe als BuiideskanzlA fein Gutachten, über Rechte und Aufgaben der Bundesratsmitglieder angefordert. Künftig dürfe die Zugehörigkeit zum Bundesrat nicht parteipolitisch genutzt werden, wie es am vergangenen Donnerstag in der Bundestagssitzung geschehen sei. Restloses Versagen habe die Polizei der einzelnen Länder bei der Protestfahrt des Kraftfahrzeuggewerbes gezeigt. Die Ministerpräsidenten der Länder hätten diesen Versuch, auf die Beschlüsse des Parlaments etozu wirken, unterbinden müssen. Was heute den Kraftfahrern billig sei, stehe morgen den Arbeitslosen, den Vertriebenen, den Kommunisten und schließlich Streikenden zu. Wenn solche Aktionen Uebung würden, müsse tun die Grundlage der Bundesrepublik gefürchtet werden. Er wolle bei den Hohen Kommissaren darauf hinweisen, daß die gegenwärtige Ordnung des Polizeiwesens in der Bundesrepublik, die der Bundesregierung keine Polizeigewalt zugesteht, völlig unmöglich sei. Der wirtschaftliche Wiederaufbau Dr. Adenauer sprach seine Ueberzeugung aus, daß die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten erheblich gemildert werden Kurz notiert Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, und der Leiter der deutschen Verbindungsstelle zur alliierten : Kommission, Blankenborn, sind zu Ver- 1 handlungen nach der Schweiz gereist, die mit der Aufnahme der Bundesrepublik in ; den Europarat in Zusammenhang stehen. Neun deutsche Politiker sind vom britischen Außenministerium für zehn Tage nach England eingeladen worden, um den Ablauf der britischen Parlamentswahlen zc studieren. Knrt Frank ans Römhlld in Thüringen wurde zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, weil er Nachrichten westdeutscher Rundfunksender über die Lage in der Sowjetzone weitererzählte. Bei einem Großfener in Lüdingworth im Kreis Land Hadeln kamen bei einem Brand eines Bauernhofes vierzig Stück Großvieh um. Die ersten vierhundert von insgesamt dreitausend fabrikneuen Doppelflinten für die Jäger ans Rheinland-Pfalz sind ans Frankreich in Koblenz eingetroffen. Die Bildung einer neuen europäischen Rnndfnnknnion wurde anf einer Konferenz in England beschlossen, an der 29 Nationen teilnshmen. Anf einem Flugplats in der Nähe von Graz landete ein jugoslawisches Militärflng- seug. Die Insassen der Maschine, ein Major der jugoslawischen Armee nnd seine Frau, ersuchten die britischen Behörden um Asyl- recht. Bei einem Grnbenbrand auf der Schachtanlage Karoline in Bochum-Harpen worden drei Bergleute durch Brandgase getötet. In einer Hamburger Zeitung war zu lesen: »Wird an einer Straßenkreuzung der Verkehr polizeilich geregelt, so darf der Kraftfahrer. der einbiegen will, den Schutzmann erst dannn überfahren, wenn das Zeichen für freie Fahrt gegeben ist." Die neugebildeten Vereinigten Staaten von Indonesien werden von der amerikanischen Exportbank eine Anleihe in Höhe von 160 Millionen Dollars erhalten. Die amerikanischen Südstaaten wurden am vergangenen Wochenende von schweren Tornados heimgesucht. - Nach bisher vorliegenden Meldungen sollen in Lonisana, Texas und Arkansas 40 Personen ums Leben gekommen sein. Im Robineaux-Prozeß in Stettin beantragte der polnische Staatsanwalt gegen die beiden angeklagten Franzosen langfristige Freiheitsstrafen. Zehn Tote and vierzig Verletzte forderte ein Zusammenstoß von swei Arbeiterzügen in der Nähe von Toulouse. Bei Aufmärschen nnd Kundgebungen, die die Kommunisten am Sonntag in mehreren französischen Großstädten durchführten, wurden 35 Polizisten zum Teil schwer verletzt. Die Ministerpräsidenten Dänemarks, Schwedens, Norwegens nnd Finnlands werden gemeinsam nach den Lofoten reisen, nm den dortigen Fischfang za studieren. In einer schwedischen Stadt mußte ein Mann zehn Kronen Strafe zahlen, weil er verbotenerweise vor der Polizeiwache geparkt hatte. Er zahlte and fuhr weg. Daß der Wagen gestohlen war, merkte die Polizei erst hinterher. Der 2 000 Tonnen große finnische Frachter „Kargulas“ sank am Sonntag vor der holländischen Küste. 16 Angehörige der Besatzung, darunter zwei Deutsche, konnten gerettet werden. Argentinien wird zur Zeit von einer großen Dürre heimgesneht. Seit fünf Monaten ist in den reichen Getreideanbau- und Viehzuchtgebieten des Landes kein Regen mehr gefallen. Ein überaus korpulenter Engländer wollte durch strenges Fasten ln 100 Tagen 40 Kilo abnehmen. In 91 Tagen hatte er sein Ziel erreicht. Eineen Tag später war er tot. könne. Sie sei allerdings angesichts der Vertriebenen- und Heimkehrermh.len und des Zustroms Arbeitssuchender aus der So- wjetzone nicht völlig zu beseitigen. Mit der Bereitstellung von fast 3,5 Milliarden DlM zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei die äußerste zu verantwortende Grenze erreicht worden. Zum wirtschaftlichen Wiederaufbau sei die Export- und Wettbewerbsfähigkeit gegenüber dem Ausland erforderlich. Mit sehr viel Geduld und der Mithilfe der deutschen Arbeitnehmer aller Berufe werde es gelingen, Deutschland wieder in die Höhe zu bringen. Dr. Adenauer gab einen Beschluß der CDU-Frektion des Bundestages bekannt, wonach verschiedene Ausschüsse radikal zusammengelegt werden sollen. Die jetzt bestehenden 39 Bundestagsausschüsse und acht Bundesratsausschüsse hemmten die praktische Arbeit der Regierung. Auch die Trennung Frankfurt-Bonn störe noch. Zur Saarfrage sprach Dr. Adenauer die Hoffnung aus, daß sich die französische Regierung ebensowenig wie die beiden anderen westlichen Regierungen der Ansicht verschließen werde, daß die europäische Frage sehr viel wichtiger sei als die Saar- fragie. US-Hille gegen Arbeitslosigkeit WASHINGTON. Me amerikanische Mar- shallplanverwaltung (ECA) will versuchen, der Bundesrepublik bei der Lösung des Arbeitslasenproblems zu helfen, teilte Marshallplan-Administrator Paul Hoffman nach einer Unterredung mit dem zur Zeit in Washington weilenden deutschen Vizekanzler Franz Blücher mit. Diese Hilfe solle vor allem durch Freigabe zusätzlicher Mittel aus dem Gegenwertfonds erfolgen, die dann für Wohnungsbauprojekte in Deutschland Verwendung finden könnten. Ueber die Höhe des freizugebenden Betrages machte Hoffman keine Angaben. Wie Hoffman dem Vizekanzler gegenüber erklärte, ist die steigende Arbeitslosigkeit „eines der ernstesten und brennendsten Probleme der Bundesrepublik“, das durch die Rückkehr der Kriegsgefangenen, das Einströmen von Flüchtlingen aus dem Osten und der Mangel an eigenem Investitionskapital noch weiter erschwert wird. Hoffmap wies darauf hin, daß die Frage der Investierungen in erster Linie von den Deutschen in die Hand genommen werden muß, und daß die Bundesrepublik geeignete fiskalische Maßnahmen zu treffen habe. Sdilange-Schöningen na* USA BONN. (W.-Eigenbericht.) Die Bundesregierung hat den früheren Direktor der Zweizonenverwaltung für Ernährung und Landwirtschaft, Reichisminister a. D. Dr. Hans Schlange-Schöningen, zum Deutschen Generalkonsul in Washington bestellt. Das amerikanische Außenministerium hat sich mit der Ernennung des bekannten CDU-Politikers einverstanden erklärt. Der frühere Stellvertreter Schlange-Schöningens, Ministerialdirektor Hans Podeyn, weilt bereits als stellvertretender Leiter der deutschen Marshallplan-Mission in Washington. Allerdings wird davon gesprochen, daß er vom Kabinett zurückgerufen werden soll. Die Leitung der Washingtoner Marshallplan- Mission wird voraussichtlich in Kürzeder Frankfurter Völkerrechtler Prof. Meyer übernehmen, der vor 1933 bereits im Auswärtigen Dienst des Reiches stand und nachher als Emigrant in den Vereinigten Staaten dozierte. Stahllieferungs-Stop nur befristet Sowjetzone Im Rückstand mit Lieferanten von Zacher nnd^Renzin DÜSSELDORF. Me Einstellung der Stahillieferungen aus der Bundesrepublik nach der Sowjetzone soll, wie aus zuverlässigen Kreisen der Eisen- und Stahlindustrie verlautet, nur bis zum fünfzehnten März gelten. Außerdem dürfen Lieferungen, für die bereits Warenbegleitscheine vorliegen, noch abgewickelt werden. Das Verbot bezieht sich grundsätzlich nur auf neue Zuteilungen. In Kreisen des Bundeswirtschaftsmini- steriums wird der vorläufige Stahlstop damit begründet, daß achtzig Prozent aller genehmigten Lieferungen an die Sowjetzone bis zum Ende des vorigen Jahres auf Eisen und Stahl entfielen. Das Interzonen- abkommen dagegen sieht vor, daß nur 33 Prozent der Einfuhren Stahl sein sollen. Einen anderen Grund für den Stahllie- ferungsstop sehen unterrichtete Kreise darin, daß die im Abkommen festgesetzte Stahlquote bereits im März erfüllt wäre, wenn die Stahllieferungen im bisherigen Tempo fortgesetzt würde. Das Abkommen läuft aber bis Ende Juni. Es werde daher befürchtet, daß die Sowjetzone, nachdem sie den ganzen Stahl erhalten hat, an den übrigen Lieferungen nicht mehr interessiert sein könnte. Die Sowjetzone ist ferner iim Rückstand mit der Lieferung von Zucker und Benzin. Es wird daher angenommen, daß Stahl aus der Bundesrepublik wieder geliefert werden kann, wenn dieser Rückstand aufgeht oder genügend Nichtstahlwaren von der Sowjetzone abgenommen worden sind. Es hänge daher von der Sowjetzone ab, daß der Interzonenhandei wieder in Gang komme. Erste Fühlungnahme BERLIN. Dr Leopold, Leiter der Treuhandstelle für Interzonenhandel der Bundesregierung in Berlin und Josef Orloff (SED), eowjetzonaler Regierungsbevoll- mächtigter für innerdeutschen Handel, hatten in Berlin Besprechungen. Auskunft über diese Unterredung wurde nicht erteilt. Aue amerikanischen Kreisen verlautet, daß eine Aufhebung der Sperre von Stahillieferungen an die Sowjetzone nicht unmöglich sei. Die westlichen Kommandanten von Berlin haben beim sowjetischen Kommandanten Koti'kow gegen eine Sperre von Schrott-Transporten nach der Bundesrepublik protestiert. Die Kommandanten bezeichnen diese Maßnahmen der Sowjets als eine Verletzung des Pariser Abkommens. Die Kommandanten verlangen ferner die Freigabe der ungesetzlich von den Sowjets beschlagnahmten Schrottladungen von elf Lastwagen aus den Berliner Wesl- sektoren. Gegen Vorurteile FREIBURG. (W.S.-Eigenberkht.) In einem Vortrag über die deutsch-französischen Beziehungen sagte der Generalsekretär des französischen Komitees für den Austausch mit Deutschland, P. Grosser, in Frankreich sei es wichtiger, über das deutsche Flüchtlingsproblem als über Goethe zu sprechen. Ohne Ueberwindung des deutsch-französischen Gegensatzes, der im wesentlichen geistiger und psychologischer Natur sei, könne es kein Europa geben. Me wichtigste Aufgabe für die Förderung des gegenseitigen Verstehens sei die Selbsterziehung jedes einzelnen gegenüber Ressentiments und Vorurteilen jeder Art Die Saarfnage bezeichnete der Redner als nebensächlich. Me deutsche Pressekampagne in der Saarfrage anläßlich des Deutschland- Besuches von Außenminister Schuman habe jedoch dem Ansehen des französischen Außenministers sehr geschadet. Auch die Arbeitslosenfrage sei ein deutsch-französisches Problem. Man sehe in Frankreich immer mehr ein, daß der Wiederaufbau der deutschen Industrie entscheidend für die Beseitigung des Arbeitslosenheeres sei. Zur Verteidigung ihres Glaubens Vatikan wünscht katholisch-protestantisch-islamische Front gegen Kommunismus VATIKANSTADT. Der Vatikan will nach Ansicht unterrichteter Kreise eine gemeinsame Front der Katholiken, Protestanten und Anhänger des Islam bilden, um der kommunistischen Gefahr entgegenzutreten. Die ersten Schritte zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Katholiken und Protestanten sollen noch im Februar durch neue Anweisungen des Papstes an die katholischen Bischöfe in aller Welt eingeleitet werden. Es wird damit gerechnet, daß diese päpstlichen Instruktionen die bisherige Zurückhaltung gegenüber dem Protestantismus auflockern und Anregungen für Konferenzen zwischen Theologen beider Konfessionen über unmoralische und soziale Gegenwartsprobleme enthalten. Besprechungen zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Katholizismus und Islam sollen bereits im Vatikan stattgefunden haben, jedoch noch nicht abgeschlossen sein. Wie verlautet, ist der ägyptische Botschafter beim Heiligen Stuhl Wortführer für den Islam. In Vatikankreisen schätzt man, daß eine gemeinsame katholisch - protestantischislamische Front rund 840 Millionen Menschen zur Verteidigung ihres Glaubens gegen den materialistischen Kommunismus vereinigen könnte. Nach vorliegenden Statistiken gibt es zur Zeit in der Welt 423 Millionen Katholiken, 207 Millionen Protestanten und 209 Millionen Mohammedaner. Ihnen stehen rund 750 Millionen Menschen (darunter 50 Millionen Protestanten und Katholiken) in den Ländern Osteuropas und Asiens unter kommunistischer Beherrschung gegenüber. Das Mitbestimmungsrecht Von Konrad Gunst Daß die neuerdings fast zu Schlagworten gewordenen Begriffe „Liberalisierung der Wirtschaft“ oder auch „freie Marktwirtschaft“ nicht etwa die Rückkehr zu kapitalistischen Wirtschaftsformen früherer Zeiten bedeuten können, ist jedem klar, der sich der entscheidenden Tragweite der jetzt zu fassenden Beschlüsse über den Wiederaufbau unserer Wirtschaft bewußt ist. Die Arbeitnehmerkreise aller politischen Richtungen drängen nach Mitbestimmung und Mitverantwortung und es dürfte heute schwer, wenn nicht unmöglich sein, sich ihrem berechtigten Verlangen zu versagen. Ueber die Notwendigkeit neuer Wirtschaftsformen und der Neuordnung des Verhältnisses zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist man sich schon längst einig geworden. Man hat nicht nur auf sozialistischer Seite schon ganz bestimmte Vorstellungen davon, sondern auch in den christlich eingestellten Arbeitnehmerkreisen, die in den Sozialprogrammen ihrer Kirchen Richtlinien für die Neuordnung der Wirtschaft und der sozialen Verhältnisse haben. Das zeigte sich dieser Tage wieder auf der Tagung der Sozialausschüsse der CDU'CSU in Oberhausen, die unter dem Leitwort „Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ unter Beteiligung von 600 Delegierten stattfand. Dem Leitwort entsprechend fiel, politisch gesehen, besonders das eindeutige Bekenntnis zur Schicksalsgeraeinschaft mit dem deutschen Osten sehr eindrucksvoll und eindeutig ins Gewicht. Me Tagung wurde zu einem auch in der Form sehr wirkungsvollen Bekenntnis zur deutschen Einheit. In sozialer Hinsicht aber trat die Debatte um das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer in der Wirtschaft in den Vordergrund. Sie war ebenso wie die Beschlüsse über die Einhaltung des Ahle- ner Programms der CDU, der Düsseldorfer Leitsätze und der Grundsätze des Bo- chumer Katholikentags ein Beweis dafür, wie sehr es der christlichen Arbeiterschaft Emst ist mit einem sozialen Programm, das zwar die von aufgestellte Klassenkampftheorie ablehrt, sich aber mit allem Nachdruck um eine soziale Neuordnung bemüht. Man wird nicht behaupten können, daß man sich in der Frage des Mitbestim- miungsrechtes nicht ujn eine für beide Seiten annehmbare Lösung bemüht hätte. Die Diskussion hierüber hat gerade in christlichen Kreisen schon seit Monaten heftige Wehen geschlagen. Man hat jetzt in Oberhausen offenbar Formulierungen gefunden, die Wege zu einer Verständigung und zur praktischen Verwirklichung weisen. Arbeit und Kapital sollen' in gleicher Weise Verantwortung tragen als gleichberechtigte Faktoren im Wirtschaftsprozeß. Sie haben, wiie die neuen Ober- hausener Richtlinien sagen, gemeinsame Aufgaben, Pflichten und Ziele. Sie tragen beide Verantwortung und Risiko und deshalb müsse auch die Ungleichheit der Rechtsstellung in der Wirtschaft überwunden werden. Die politische Demokratie soll durch die IJemokratie in der Wirt- scbaftsgesellschaft ergänzt werden. Me Sozialausschüsse verlangen deshalb das volle Mitbestimmungsrecht ln personellen und sozialen Fragen. In wirtschaftlichen Fragen' müsse das Mitbestimmungsrecht den Notwendigkeiten einer rationellen Betriebsgestaltung entsprechen. Es läßt hier die Initiative der Betriebsleitung und stellt ausdrücklich fest, daß die Un- ternehmerfunktion im wirtschaftlichen Bereich gewahrt werden müsse. Eine gesetzliche Regelung des Mitbestimmungsrechtes auf Bundesebene soll angestrebt werden. Den Forderungen nach Sozialisierung Stelen die Sozialausschüsse die Forderung nach Schaffung von freien Genossenschaften gegenüber, die wichtige gemeinwirtschaftliche Aufgaben zu erfüll ein haben urd „ein wirksames Korrektiv und eine geeignete Sicherung gegen liberal-kapitalistische Tendenzen der Wirtschaft“ darstellen sollen. Neben den auf breitester Basis — unter Beteiligung von Bund, Ijändern und Gemeinden — anzustrebenden gemein- wirtschaftlichen Formen „ist es ein dringliches Erfordernis, daß insbesondere die Arbeitnehmer sich in verstärktem Maße für eine freie Gemeinwirtschaft innerhalb der Marktwirtschaft mit allen Kräften ein- setzen“. Me freien Genossenschaften — also Verbraucher-, d. h. Wohnungs- und Konsumgenossenschaften —, sollen „weder dem Staat noch dem Kapital, weder der privaten Produktion noch dem privaten Handel dienstbar sein, sie haben allein dem Verbraucher zu dienen“. Hier wird allerdings noch vieles zu küren sein, bevor der Plan praktisch verwirklicht werden kann. Bemerkenswert an der Tagung ist noch der sehr entschieden zum Ausdruck gekommene Wille zum Festhalten an der Einheitsgewerkschaft unter der Voraussetzung der unbedingten politischen und rligiösen Neutralität. Am gleichen Tag versammelte sich in Wiesbaden der Haiuptausschuß der „Freien Demokratischen Partei“. Auch er nahm zur Frage des Mitbestimmungsrechtes Stal-* 4 Dienstag, 14. Februar 1950 SÜDKURIER Nr. 19 < Seit« | lang und es ist bezeichnend, daß hier unter Mitwirkung der Vertreter des Unternehmertums eine Formulierung gefunden wurde, die eine Verständigung mit den Arbeitnehmern zum mindesten nicht ausschließt. Der stellvertretende Bundespräsident Hermann Schäfer betonte die Notwendigkeit der Schaffung eines Vertrauensverhältnisses zwischen den beiden Faktoren. Dem Liberalismus von heute falle die Aufgabe zu, die Massen der Arbeitnehmer davon zu überzeugen, daß ihm „abseits vorsintflutlicher kapitalistischer Vorstellungen, aber auch marxistischer Klassenkampfparolen“ Ideen innewohnen, deren Verwirklichung dazu beitragen würde, den berechtigten Interessen der Arbeitnehmer wie der Arbeitgeber zu dienen. Audi hier wird allein die Tat ausschlaggebend sein und es ist anzunehmen, WIEN. (Eigenbericht.) Der sowjetische Einfluß auf die innerpoiitische Entwicklung in der Tschechoslowakei soll sich in den letzten Wochen außerordentlich verstärkt haben. Nach außen treten zwar die Russe© nach wie vor nicht in Erscheinung, woraus man den Schluß zieht, daß andere Methoden wie in Polen angewandt werden und die totale Gleichschaltung auf kaltem Wege verwirklicht wird. Aus vertrauenswürdiger Quelle hört man, daß seit Dezember im Prager Kriegsmindste- rium acht sowjetrussische Oberste sitzen. Sie tragen Zivil und ihre Anwesenheit ist nur wenigen Leuten bekannt. Bei diesen hohen russischen Offizieren handelt es sich keineswegs nur um bloße Ratgeber, sondern sie sollen wichtige Funktionen bei der Erfüllung innenpolitischer Aufgaben haben. So erfährt man, daß die aus 12 Abteilungen bestehende Staatspolizei vollständig von der NKWD kontrolliert wird. Die Abteilung 7, die besonders delikate politische Fälle bearbeitet, steht seit vier Wochen unter direkter russischer Leitung. Das Vernehmungs- und Haftsystem wird seit kurzem nach sowjetischen Vorschriften durchgeführt. So erhalten die Verhafteten, die jetzt in das zum Gefängnis gemachten Kloster der Grauen Schwestern in Prag eingeliefert werden, am ersten Tage ihrer Festnahme andere Namen, um Verbiindiuingsmöglichkeiten! zu Verwandten und Freunden, sowie jede andere Nachforschung unmöglich zu machen. Auf sowjetische Anordnung erfolgte vor kurzem die Verhaftung aller jener ehemaligen Offiziere, die während des Krieges mit den westlichen Alliierten kämpften und die vor einem Jahr aus diesem Grunde aus der Armee entlassen worden waren. Die meisten dieser ausgeschiedenen Offiziere hat- . ten irgendwelche Stellungen in Industrie und Handel angenommen, ohne eine feindliche Haltung gegen das Regime eingenommen oder sich sonst politisch exponiert zu: haben. Sie befinden sich jetzt als potentielle Gegner in Haft. Eine einheitliche organisierte Widerstandsbewegung, die der jetzigen Regierung gefährlich werden könnte, scheint nicht mehr zu bestehen. Es existieren WETTERVORHERSAGE Die lebhafte Westwetterlage hält immer noch an. Aussichten bis Wochenmitte: Bei lebhaften, in Höhenlagen stürmischen Südwest- bi* Westwinden anfangs stärker bewölkt mdt Regent allen, in höheren Lagen Schnee. Später bei langsam sinkenden Temperaturen wechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern. Im Gebirge Frostwetter, im Flachland Tagestemperaturen wenig über Null Grad. Wintersport: Feldberg 75 cm Gesamtlhöhe, 3 dm Neuschnee, Pulver, Sport sehr gut: Hinterzarten 15 cm, 2 cm neu, Pulver, Sport gut. Am Samstag und Sonntag kam es wieder zu Schneefällen, die in höheren Lagen bi* zu 16 cm Neuschnee ausmachten. In Höhen zwischen 800 und 1000 Meter liegen heute im Schwarzwald 15—20 cm Schnee bei meist nur mäßigen Sportraöglich- keiten. 100 DM ln Zürich: 13. 2.: 82 sfr.i 12. 2.: 82 sfr. daß die FDP schon in absehbarer Zeit im Bundestag Gelegenheft haben wird, zu diesen Worten zu stehen, dann nämlich, wenn das Mitbestimmungsrecht zur Debatte und zur Abstimmung stehen wird. Die Frage des Mitbestimmungsrechtes zu bejahen, wird wahrscheinlich auch manchen Leuten der CDU nicht leicht fallen. Aber die soziale Neuordnung ist schließlich eine Forderung, die von der katholischen Kirche schon seit mehr als einem halben Jahrhundert eindeutig erhoben wird und der sich auch die evangelische Kirche anschließt. Die auf der Oberhau- sener Tagung gefaßten Beschlüsse steilen einen ernsten Versuch zur Verwirklichung des christlichen Sozialprogramms dar. Es darf nicht sein, daß dieser Versuch am Widerstand jener Kreise, die die Zeichen' der Zeit nicht erkennen, scheitert. lediglich noch kleinere unabhängig voneinander arbeitende Gruppen. Da die Opposition in der Slowakei am stärksten spürbar war, sind in diesem Landesteil 21 % der 50 000 Mann starken Polizeiregimenter stationiert. Jugoslawische Anleihewünsche BELGRAD. Die jugoslawische Regierung hat beim internationalen Währungsfonds um sofortige Gewährung einer Sechs-Millionen-Dollar-Anleihe ersucht. Der neuemannte amerikanische Botschafter in Belgrad, George Allen, wurde gebeten, sich für die jugoslawischen Anleihewünsche einzusetzen, die mit der jetzt bekanntgewordenen Forderung einen Gesamtbetrag von 46 Millionen Dollar erreichen. Jugoslawien ist in der letzten Zeit bereits um eine Fünfzehn-Milliomen-Dollar- Anleihe zum Ankauf von dringend benötigten Gütern bei der amerikanischen Im- port-Export-Bank und um eine weitere Anleihe in Höhe von 25 Millionen Dollar für Wiederaufbauzwecke bei der Weltbank emgekommen. Der neueste Anleiheantrag wird als ein Zeichen dafür gewertet, daß die jugoslawische Devisenlage — das Land braucht dringend Devisen zur Durchführung seines Fünfjahresplanes — sehr kritisch geworden ist De Gaulle mit eigenen Kandidaten PARIS. Die französische Sammlungsbewegung (RPF) wird bei den nächsten Wahlen eigene Kandidaten aufstellen. Hierfür kommen nur vollgültige Mitglieder der RPF in Frage, wie General de Gaulle mitteilte. Bei den bisherigen Wahlen hatten sich viele Kandidaten der Radikalsozialisten und Rechtsparteien sowie Unabhängige gleichzeitig von den GauHi- eten wählen lassen. Sie brauchten sich dabei nur mit den Zielen der de-Gauille-Be- wegung solidarisch zu erklären. Solche gemeinsame Kandidaturen werden sich, wie de Gaulle jetzt’"'andeutete, bei den nächsten Wahlen nicht wiederholen. Das Wahlprogramm der RPF wird nach Ankündigung des Generals unter anderem folgende Punkte enthalten: Strenge Maßnahmen gegen kommunistische Agitation, eine starke Landesverteidigung und Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten als gleichberechtigter Partner auf der Grundlage des Atlantikpakts. Frankreich soll bei der Schaffung eines geeinten Westeuropa die Führung übernehmen. Abd el Krim in Marokko? MADRID. Truppen unter dem Befehl General Varels haben in Spanisch-Marokko einen Eingeborenenaufstand unterdrückt. Angehörige des Dirkawa-Stammes sollen sich vor einigen Tagen im Gebiet von Anjera in der Nähe der internationalen Zone von Tanger gegen das spanische Regime erhoben haben. Die Aufständischen, wurden nach einem Bericht der „Daily Mail“ von Kommunisten in Tanger mit modernen tschechoslowakischen Waffen versorgt. Das Blatt will erfahren haben, daß Abd el Krim — der Führer de« Ri fkabylen-Auf Standes Anfang der zwanziger Jahre gegen die spanische und französische Herrschaft in Marokko — aus dem Exil in Aegypten zurückgekommen sei. Prozeß gegen v. Falkenhausen BRÜSSEL. Nachdem sich in Belgien viele Stimmen dafür eingesetzt hatten, den ehemaligen Chef der deutschen Militärverwaltung für Belgien und Nordfrankreich, General von Falkenhausen, freizulassen, wird, wie das belgische Justizministerium bekannt gibt, der Prozeß gegen von Falkenhausen doch stattfinden, v. Falkenhausen befindet sich seit 1945 im Lütticher Gefängnis, wo er seine Aburteilung als Kriegsverbrecher erwartet. Da das Justizministerium die Gerüchte über seine bevorstehende Entlassung aus der Haft nicht offiziell dementierte, über, rascht die neuerliche Bekanntgabe der Führung des Prozesses auch in belgischen Kreisen. Aufhebung des Kriegszustandes ? KOPENHAGEN. Ein britischer Vorschlag, den formalen Kriegszustand zwischen der Bundesrepublik und den westlichen Alliierten zu beenden, sei im Laufe der nächsten Wochen zu erwarten, meldet Der Blickpunkt Man kann nicht gerade behaupten, daß die jüngsten Erklärungen führender amerikanischer Politiker zum amerikanisch - sowjetischen Verhältnis zur Klärung der amerikanischen Außenpolitik beigetragen haben. Es war schon bezeichnend, daß über die Erklärung Außenministers Achesons von zwei großen Nachrichtenbüros zwei völlig verschiedene Versionen verbreitet worden waren, deren eine den Ton auf die Verständigungsbereitschaft legte, während die andere von einer Absage an alle Verständigungsversuche redete. Wenn schon die Augen- und Ohrenzeugen zu so verschiedener Auffassung kommen können, wie soll dann erst der Zeitungsleser diesseits des Atlantik sich ein Bild machen? Auch die neue Stellungnahme von Senator Connally, dem Vorsitzenden des Außenpolitischen Ausschusses des Senats, bringt nicht viel mehr Licht in die Angelegenheit. Connally hat erklärt, die USA würden „zu geeigneter Zeit“ erneut mit einem Vorschlag über die Atomkontrolle an die Sowjetunion herantreten, doch würde das nicht in der Londoner Korrespondent der Zeitung „Politiken“. Großbritannien soll nach dem Bericht die Vereinigten Staaten, Frankreich, die Benelux-Länder, die britischen Dominien, Norwegen und vermutlich auch Dänemark über seine Haltung unterrichtet haben. Man sehe es als gegeben an, daß möglicherweise bereits im März in London eine Konferenz stattfinden wird, in der das Problem der Beendigung des Kriegszustandes erörtert werden soll Die Sowjetunion sei von der britischen Absicht nicht unterrichtet worden. Gangsterkrieg in Los Angeles LOS ANGELES. Hunderte von Einwohnern eines Villenvororts von Los Angeles wurden von einer gewaltigen Detonation aus dem Schlaf geschreckt. Die sofort alarmierte Polizei stellte fest, daß die Detonation den Vorderteil der Villa des Gangsterkönigs Kickey Cohen fortgeris- sen hatte. Es dürfte sich um den Anschlag einer feindlichen Gangsterbande auf das Leben Cohens handeln, der jedoch in einem Hinterzimmer schlief und unverletzt blieb. Auf Cohen wurden schon mehrere Anschläge verübt. Das letztemal dm vergangenen Juli — wurden er und einige Begleiter aus dem Hinterhalt unter Feuer genommen. Cohen und drei seiner Begleiter wurden damals verwundet. Form eines direkten Friedensschrittes der USA, sondern durch Vermittlung der Vereinten Nationen geschehen. Nun scheint aber gerade die UN im Augenblick das ungeeignetste Instrument zur Herbeiführung solcher Gespräche zu sein, denn die Sowjetvertreter haben sich aus Protest gegen die weitere Mitgliedschaft der Nationalchinesen aus nahezu allen Organen der UN zurückgezogen und wollen erst zurückkehren, wenn allein Mao Tse Tung als legitime chinesische Regierung anerkannt wird. Die amerikanische Regierung hat aber deutlich erklärt, daß sie vorläufig nicht daran dächte, Tsch&angkaischek die politische Anerkennung zu entziehen. Man versteht also nicht, warum Connally dann heute ausgerechnet die UN zum Vermittler stempeln will. Wahrscheinlich dürfte aber die Entscheidung in Washington tatsächlich auf absehbare Zeit hinaus zugunsten einer energischen Politik gefallen sein, die gewiß nicht prinzipiell unversöhnlich, aber doch nicht bereit ist, um der Versöhnung . willen Prinzipien zu opfern. Alles übrige ist nur schöne Verbrämung, um des ' äußeren Anscheins willen. Wir meinen: Druck der Strafte? Die Engländer erzähle© sich im frohen Bewußtsein ihrer demokratischen Track- tion gern die Geschichte von jenen deut- sehen Bürgersleuten, die im denkwürdigen „Revolutions“-Jahr 1648 revolutionierend zu ihrem Fürsten kamen und sich vor den» Eingang des Palais von einem Adjutanten wieder nach Hause schicken ließen. Sie mögen geläehelt haben, als sie am vergangenen Freitag in Bonn die Demonstration sahen, die eine endlose Kette von Kraftfahrzeuge© vor dem Bundeshaus zu veranstalten versuchte. Denn selten konnte man in Deutschland eine so disziplinierte Schar von Autofahrern sehen, wie an diesem Tag in der Bundeshauptstadt. Es war eine alieruntertänigste Demonstration. Denn, man wollte ja den Bundestag nicht verärgern, sondern gewinnen. Daran hat sich seit 1848 wenig geändert. Derweilen sprach man im Parlament von dem „Druck der Straße“. Es war nur ein Zufall, daß damit die Kraftfahrer, also 'Männer der Straße, gemeint waren. „Die Straße“ — das ist für die bürgerlichen Parteien ein Ausdruck für die Masse schlechthin. Unter diesem Zeichen hatte man vor Monaten Bonn statt Frankfurt gewählt. In Frankfurt war, so sagte man etwa, die „Straße“ sozusagen zu Hause. Nun mußte man erleben, daß die Frankfurter „Straße“ auch nach Bonn kommen konnte. Aber dazu pst vielleicht noch ein Wort zu sagen. Niemand wird den Eindruck von sich weisen köniren, daß in diesem Wort „die Straße“ etwas Geringschätziges steckt. Früher sprach man von Plebs. Nun gut. Man mag darüber streiten, ob es richtig sei, wieder etwas konservative Anschauungen zu pflegen. Sicher hat das Konservative manches für sich. Aber es steht Abgeordneten schlecht an, mit verächtlichen Mundwinkeln von „der Straße“ zu sprechen, die sie selbst alle vier Jahre bei der Wahl um ihre Stimmen bitten. Drei Jahre sagt man „Die Straße“, im vierten „Die Wähler“. 6000 Bewerber BONN. (W.-Eigenbericht) Etwa 6000 Bewerber bemühen sich, eine Stellung bei den ersten deutschen Generalkonsulaten zu erhalten, die demnächst in den Hauptstädten der größten westlichen Mächte eingerichtet werden sollen. Man erwartet in politischen Kreisen, daß im Laufe des Frühjahrs außer den Generalkonsulaten in London, Washington und Paris noch in weiteren zwölf Hauptstädten von Teilnehmer-Staaten des Marshallplans Konsulate geschaffen werden können. Insgesamt sollen kn Laufe dieses und des nächsten Jahres in 45 Staaten deutsche Niederlassungen gegründet werden. Pressekonferenz bei der Bundesregierung Zeichnung: Mannheimer Morgen SUDKURIER Chefredaktion: Dr. Otto Häcker. Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas. Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emanuel Reindl. Heimat: Alois Beck. Friedrich Mundmg, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Sücfkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Drude: Druckerei Konstanz, Beiträge mit Verfassemamen stellen nicht zb- bedingt die Meinung des SUDKURIER dar. Schärferer Kurs in Prag Massenverhaftungen ehemaliger Offiziere USA-Kohlenarbeiterstreik beendet Oberstes Bundesgericht erklärt „Nationalen Notstand“ WASHINGTON. Präsident Truman erwirkte vom Obersten Bundesgericht der USA eine Anweisung zur sofortigen Unterbrechung des Streiks von 400 000 Kohlenbergarbeitern. Der Vorsitzende der Bergarbeiter-Gewerkschaft, John L. Lewis, wurde in einer vorläufigen Verfügung des Bundesgerichtes aufgefordert, die sofortige Einstellung des Streiks anzuordnen und neue Verhandlungen mit den Grubenverwaltungen aufzunehmen. In einer weiteren Verfügung wird Lewis angewiesen, von einigen seiner Kontraktforderungen zurückzutreten. Kurz vor dem Beschluß des Bundesgerichtes hatte ein von Präsident Truman mit der Untersuchung beauftragter Sonderausschuß den „Nationalen Notstand” für gegeben erklärt. In dem Bericht des Ausschusses heißt es, weder die Kohlenbergarbeiter noch die Grubenverwaltungen seien ernsthaft bemüht gewesen, den Konflikt beizulegen. Vielmehr habe jede Seite nur versucht, „taktische Vorteile” zu erringen. Die sofortige Wiederaufnahme der Kohlenförderung sei dringend erforderlich. Ein Vermittlungsversuch Trumans, der einen 70tägigen „Burgfrieden” bis zur Beilegung des Arbeitskonfliktes vorsah, wurde von den Vorsitzenden der Bergarbeiter-Gewerkschaft abgelehnt. Daraufhin hat Truman angesichts der zu befürchtenden Auswirkungen des Kohlenbergarbeiterstreiks auf die im Taft-Hartley-Arbeitsgesetz festgelegten Vollmachten zurückgegriffen. • John Lewis, der Vorsitzende der amerikanischen Bergarbeitergewerkschaft, hat den 400 000 streikenden Bergarbeitern Anweisung gegeben, am Montag die Arbeit wieder aufzunehmen. Er hat sich damit der Verfügung des Bundesgerichtes unterworfen. Mehrere tausend Bergarbeiter erschienen allerdings am Montag nicht zur Arbeit. In Pennsylvanien und Westvirginia soll die Arbeit trotz der Anweisung von Lewis noch völlig damieder- liegen. Operette in Villingen: „Maske in Blau" Bei dieser zweiten Inszenierung des Neuen Theaters Viillingen, das mit Fred Raymonds großer Ausstattungsoperette „Maske in Blau“ ohne Zweifel einen glücklichen Griff getan hatte, fiel eine im Gesamten glatte und reibungslos bewältigte „kontrapunktische“ Durchführung der operettenmäßigen Ausdrucksmittel auf, wie wir sie bei der „Gräfin Mariza“ teilweise noch vermissen mußten. Das Ensemble wächst sichtlich in seinen künstlerischen Aufgabenkreis hinein. D:e Inszenierung Max Schwarzes zauberte einen schillernden und capriziös beweglichen Farbenbogen um die sechs Bilder der übermütig auf gewirbelten Handlung, deren Uebereinstimmung in Bild, Ton, Sprache und Bewegung im einzelnen teilweise ganz entzückende Kombinat: anen sehen ließ. Ernst Rufers Bühnenbilder waren prächtig, ebenso schwungvoll in der Linie wie in der Farbe. Der quecksilbrig temperamentvollen, rhythmisch sicher zupak- kenden Leitung Hane Kennerknechts blieb es Vorbehalten, das noch im Aufbaustadium befindliche Orchester (mit der geschadet eingefügten obligatorischen Jazzbesetzung) glücklich an mancher klanglichen Klippe vorbeizusteuem. Wir raten hier zu einem dynamisch mehr ausgewogenen und zurückhaltenden Vortrag, um vor allen Dingen die Gesangssolisten mehr durchdringen zu lassen. Chor und Tanzgruppe verrieten, wie schon in der „Gräfin Mariza“, sorgfältiges Studium. Das Ballett zeigte eine erfreulich gelockerte und abwechslungsreiche Bewegungsvielfalt der Tanzformen. (Der „Walzer in Blau“ im dritten Bild ließ in der Symmetrie noch zu wünschen übrig!) Die geschmackvolle Kostümierung, von modischem Schnitt, war diesmal ohne bildstörende Fehlfarben. Der mit echter und begeisterter Spielfreude entfaltete Glanz und Schwung im künstlerischen Gesamtprofit schließt die hier und dort noch spürbare Notwendigkeit der Retuschierung mancher Einzelleistung nicht aus. Brigitte Molken th in in ihrer Zweiteilung der Rolle war mehr exotische Plantagenbesitzerin als charmante „Maske in Blau“. Ihre Verliebtheit bedürfte weniger draufgängerischen Elans und mehr mozartischer Grazie, einer zarter leuchtenden Koketterie und etwas von den geheimnisvollen Dunkelhirben einer „Königin der Nacht“. Phil S o n a als verliebter Maler-Tenor Armando — sein sonst lebendig strahlendes Organ schien etwas matter und abgekämpft — faßte seine RoUe zu heldisch, zu eckig auf. Der Palette seines Spiele (wir sehen dabei von der anscheinend unvermeidlichen Dialektfärbung seines Sprechstils ab) fehlen die feinen und beweglichen Zwischentöne. Beide Hauptdarsteller bedürfen größerer psychologischer Treffsicherheit in der Auffassung des darzustellenden Charakters und im persönlichen Kolorit der jeweiligen Situation. Lo Schubert als sprühende;, vor lauter Temperament explodierende Juliska (sie hat Paprika nicht bloß im Herzen!) bildete mit dem unverwüstlichen Emst Will Würges in Geste und Laune ein übermütiges Buffoduett, sehr „fesch“ in der Akzentgei)ung — manchmal würde als Tempovorzeachnung ein .giocoso“ statt „buffo“ auch schon genügen. Der letztere könnte im Soloauftritt als „Malerseppl“ in seine schlampig freche wienerische Lustigkeit eine Note hdneinbringen, die nicht allzusehr an seinen Baron „Zsupan“ in der „Gräfin Mariza“ erinnert. Eine völlig ausgereifte, psychologisch fein verteilte und sehr differenzierte Komik, die ihre Würzen hinter den Masken Figaros Eulenspiegels und Grocks herzuholen weiß, zeigte Willi Schmitt als Maler und Sportfischer — zusammen mit Lo Schubert und Will Würges ein überwältigendes Trio mit heiteren Auftritten und Abgängen. Dürfen wir den sehr sympathischen Majordomus (Karl Bernhard) und den als Operettenbösewicht und Nichtsnutz etwas konventionell geratenen Pedro dal Vegas (Günther Epperlein) noch anführen? Emil Michutta als tanzender Gaucho, eine Bewegungsstudie ä la furioso in grün und rot, vollendet in Pantomime und Mimik, verdient eine besondere Erwähnung. In den übrigen Rallen fügten sich die Damen Mandy Burckhardt, Erika Buchhalz (ein köstlich grinsender Niggerboy), die Herren Carlo Bordin. Heinz Luckhardt und Otto Klenk mit dem ganzen europäischen und exotisch gebeizten Kometenschweif von Hotelgästen, Malern und Gauchos sehr lebend'g in den Rahmen des Spiels ein, dem der vollbesetzte Theatersaal „am Ring“ zum Schluß wiederholten und herzlichen Beifall spendete. Dr. G. Lenzinger Deutsche Eliot-Erstaufführung „Familientag“ in Düsseldorf Als einer der größten Abende der Aera Gründgens ging vor Besuchern und sehr viel Presse aus ganz Deutschland über die Bühne der Düsseldorfer Kammerspiele die deutsche Erstaufführung des Schauspieles „Der Familientag“ von T. S. Eliot. Sie wurde für das Werk, die Darsteller und den Regisseur ein bedeutender Erfolg. Die Dichtung des englischen Nobelpreisträgers (von R. A. Schröder und Peter Suhrkamp übersetzt) stößt aus dem Bereiche des Konversationsstückes mit düsterer Gewalt in den antiken Mythos vor: Elumeniden, die strafenden Gottheiten der Unterwelt, erscheinen in den Fensternischen des nordenglischen Landsitzes. Grußbürger sprechen plötzlich gehoben« choifsche Anmerkungen. Im doppelten Kontrapunkt zur sparsamen äußeren Handlung klingen christliche Motive und Elemente der Schicksalstragödie auf. Es geht um die Schuld des jungen Gutsherrn, der seiner Frau den Tod wünschte und sie durch Unglücksfall auf einer Schiffsreise verlor; um Erbsünde, da sein Vater einst der Gattin nach dem Leben trachtete, damit er ihre Schwester her raten könne; um unentrinnbare Verstrickung und den Willen, zu sühnen, was, wenn auch nur in Gedanken, gefehlt wurde. Da» Geschehen wird zum Spiegel des menschlichen Innern, der Dialog zur lyrischen Erkenntnis geheimster Zusammenhänge, die reale Welt zum Uberpersönlichen Symbol, das Ganze zum Gleichnis für diie Verzweiflung und zugleich die Entschlossenheit, dem Nichts durch eine Tat zu entfliehen. Der .Mörder“ beabsichtigt, wie nur angedeutet ist, .Missionar“ zu werden. Eliot macht es den Zuschauern und -hörem nicht leicht, da er das Recht für s ; ch in Anspruch nimmt, seelisch Zwiespältiges oft nur erahnen und im schützenden Dunkel sich fortspinnen zu lassen. Seine Menschen, die wie Ibsen-Figuren beginren, leben, ohne daß etwas Wesentliches „passiert“, zugleich auf verschiedenen Ebenen. Dennoch werden die Szenen von innerdramatischer Kraft getragen, deren Bannkraft groß ist. Allerdings spürte der Regisseur Gustaf Gründgens mit einem idealen Ensemble, dem Kräfte wie Sybille Binder, Elisabeth Flickenschildt, Gerda Maurus, Paul Henk- kels, Günther Lüders angehören, die Möglichkeit der Versinnlichung des gewichtigen Stoffes wunderbar auf. Seine Deutung gab mit eminenten' Mitteln den Einbruch der überwirklichen in die wirkliche Welt. Dr. Günter Schab KULTURN ACHRICHTFN MUSIK Di« 2. Sinfonie des jungen Komponisten Hane Werner Henze, der auch durch seine Tätigkeit am Deutschen Theater bekannt geworden ist, wurde im Rahmen der Sinfonie-Konzerte des Süddeutschen Rundfunks Stuttgart uraufgeführt. Walter Gieseking erntete bei seinem einzigen Londoner Gastspiel auf einer Tournee durch England stürmischen Applaus. Der Künstler wird Ende Februar in Stockholm und später in Italien gastieren. Frank Martin, der zur Zeit in Amsterdam lebende Schweizer Komponist, hat eine Berufung als Kompositionslehrer an die staatliche Hochschule für Musik in Köln angenommen. THEATER UND FILM Das Ensemble der, Hamburgi- schen Staatsoper wurde für Ende April zu einigen Aufführungen von Mozarts „Don Giovanni ' und „Coei fan tutte“ nach der irischen Hauptstadt Dublin eingeladen. Der zweite international« Kongreß für Filme über Kunst wird Ende Februar in Brüssel stattfinden. Gleichzeitig werden im Rahmen eines Filmfestes die neuesten Filme über Malerei, Skulptur, Architektur, Zeichnen, Kupfer- und Holzschnitte und die angewandten Künste gezeigt. Das modernste europäische Synchronisations-Atelier wurde von der britischen Eagle-Lion-Film in Hamburg-Rahlstedt eingerichtet. WISSENSCHAFT Ein griechisches Schiff, das seit zweitausend Jahren auf dem Grund des Meeres liegen soll, wird jetzt geborgen. Seine Existenz war durch eigenartig geformte Vasen und Krüge, die bei dem kleinen italienischen Hafen Albenga an* Ufer geschwemmt wurden, entdeckt worden. Das Schiff, das vermutlich aus der griechischen Blütezeit stammt, wird von Archäologen und Historikern als außerordentlich bedeutsamer Fund gewertet Ein Netz von Katakomben au* frühchristlicher Zeit ist in Syrakus entdeckt worden. Nach dem Urteil der Archäologen stammen die mit reichen Fresken geschmückten Gänge und Gewölb« aus dem vierten oder fünften Jahrhundert. Sie scheinen mit den früher in Syrakus entdeckten Katakomben in Verbindung zu stehen. cnm/iiDicn Nr. 10 / Seite 3 Dienstag, 14. Februar 1050 Tübingens 7:1 überragt knappe Siege anderer Spitzenreiter Tag der Goalgetter in der Südliga: Hubrich, Grammel und Willimowski schossen zusammen 13 Tore (SK) Es war der Tag der Spitzenreiter in der Südliga. Alle haben die Chance der Heimspiele gewahrt und mit mehr oder weniger klaren, gefährdeten oder gar umstrittenen Siegen ihre Position behauptet. Dreimal hieß es recht knapp 2:1, für den Freiburger FC, für Singen und für Reutlingen, das damit weiter die Tabelle anfiihrt. Und nur in einem Falle (Tübingen) bradite ein 7:1 eine besonders gute Empfehlung. Es war nicht nur ein Tag der Spitzenreiter, es war audi ein solcher der Goalgetter: Hubridh sdioß für Tübingen 5 Tore, Willimowski für Ofifenburg und Grammel für Viliingen ie vier. Freiburger FC — VfL Konstanz 2:1 (2:1) SSV Reutlingen — SpV'gigi Trossingen 2:1 (1:1) SV Tübingen — SG Friedrichshafen 7:1 (3:1) FC Singen — VfL Schwenningen 2:1 (1:0) SV Rastatt — SV Kuppenheilm 4:4 (2:3) SpVglg Offenburg — SV Hechingen 6:0 (2:0) ASV Ebingen — FV Lahr 2:1 (0:1) FC Viliingen — SC Freiburg 4:1 (1:1) SSV Reutlingen FC Singen SV Tübingen 20 20 18 53:10 34-6 40:19 32-8 42:19 27-9 FC Ftedfourg 18 10 5 3 47:23 25-11 ASV Ebingen 19 9 4 6 27:29 22-16 V.fL Konstanz 18 8 5 5 39:25 21-15 SV Kuppenheim 20 8 4 8 44:50 20-20 FC Rastatt 19 7 5 7 36:31 19-19 FV Lahr 20 8 1 111 29:37 17-23 FC Viliingen 17 6 3 8 31:35 15-19 SG Friedrichshafen 19 6 3 10 23:42 15-23 SV Offenburg . 19 5 4 10 19:33 14-24 SpVgg Tross imgien 18 4 4 10 28:35 12-24 VfL Schwenningen 19 5 2 12 33:50 12-26 SC Freiburg 18 3 4 11 31:42 10-26 SV Hechtingen 20 2 3 IS 23:69 7-33 Trotz starker Ueberlegenheit um den Sieg gebangt W. P. Singen. Etwa 2000 Zuschauer waren trotz dies schlechten Wetters auf dem Wa'ldeck- sportplatz erschienen und mußten bange Minuten überstehen, bis der Sfteg de® FC Singen endgültig feststand. Wohl in keinem Spiel hatten die Einheimischen so viele Torchancen, wie gegen den VfL Schwenningen. Die Gäste entpuppten eich als eine schnell« und einsatzfreudige Mannschaft, die wohl zwei Drittel d«r Spielzeit in ihrer Hälfte eingeechnÜTt wurden, aber trotzdem mehrmals du kurzen Zügen gefährlich vor dem FC-Tor auftaucihten. Nur großes Glück stand auf Webers Seite, daß die Gäste nicht in Führung lagen. Die Einheimischen, die mit dem starken Wind als Bundesgenossen begannen, kamen sofort prächtig in Fahrt, und nur großes Schußpech oder der Torposten verhinderten die ersten Erfolge. Im Gegenzug hatte wiederum Singen viel Glfück, als ein Schwenninger Stürmer freistehend den ©all nicht über die Linde befördern konnte. Weber rettete hier umt viel Glück. Pausenlos rollte nun der einheimisdUe Angriff gegen das Gästetor, und in der 14. Minute war es Strittmatter, der eine feine Vorlage von Lehr aufnahim und aus 14 Meter Entfernung mit einem Bombenschuß unhaltbar zum li:0 einsandte. Wer nun glaubte, daß die Einheimischen einem glatten Sieg zusteuem würden, hatte sich getäuscht.. Singens Stürmerreihe rannte wohl ununterbrochen gegen das Gästegehäuse an, aber es war nicht möglich, einen weiteren Torerfolg anzubringen. Schroff, der mehrmals freistand, schoß dem guten Torhüter Schärpf immer wieder in die Hände. Auch in den zweiten 45 Minuten ergab eich dasselbe Bild. In der 73. Minute konnte Schmidt für die Gäste den Ausgleich erzielen. Unter Anfeuerung der Zuschauer kämpften die Einheimischen mit Erfolg um den Siegestreffer, der durch Lehr in der 84. Minute unter großem Jubel etzielt wurde. Wie groß die einheimische Ueberlegenheit war, zeigt deutlich das Eckenver- hältnis von 9:1 für die FCter. Schiedsrichter ter Volz, Baden-Baden. Singen: Weber: Erdlmann, Homburger? Grüble. Berger, Joachimski; Zania. Rinderte, Schroff, Lehr. Strittmatter. Schwenningen: Schanpfj Kubier, Groß; Neumaier, Hoffmann, Bartmann; Schimmelpfennig, Haller, Schmidt, Richter. Seehof. Tabellenletzter als Torlieferant D. P. Offenburg. In einem fairen Spiel besiegte die OffenbuTger Sportvereinigung den Tabellenletzten Hechingen mit 6 :Ö-Toren. War das Spiel in der ersten Halbzeit bei zeitweiligem Plus der Gastgeber ziemlich ausgeglichen, so kamen nach dem Wechsel die Offenburger, mit Sonne und Wind spielend, mehr und mehr auf un-d konnten schließlich dias Spielgeschehen eindeutig diktieren. Bis zur Halbzeit war Offeniburg durch zwei Tore von Willimowski (trotz scharfer Bewachung durch Pfister) in Front gegangen. Nach der Pause schoß derselbe Spieler noch zwei weitere Treffer, während Of- fenbuirgs Linksaußen Herold die restlichen zwei Tore zum 6:0 einschoß. Offenburg zeigte ein flüssiges und gefälliges Spiel und gewann auch in dieser Höhe verdient. Hechingen, dessen Hintermannschaft am besten gefallen konnte, war ein anständiger Verlierer. Schiedsrichter: Betz- ler, Baden- Baden. Schwäbische Seehasen trafen Gegner in Hochform an H. 8 , Tübingen. Tübingens Krise ist überwunden! Das ist das hervorstechendste Merkmal des sonntäglichen Spiels gegen die sehr tapferen Gäste aus Friedrichshaf en. Bei dem sehr schweren Boden und bei den wie immer mit äußerstem Einsatz und schnell kämpfenden. Seehasen konnte nur eine Elf in dieser Höhe gewinnen, die mit einer außerordentlichen Mannschafte- . leistung auifwartete. Und' gerade das war es, was den Tübingern in letzter Zeit erheblich mangelte und was in dieser Begegnung seit langem wieder überzeugend das Spiel der Tübinger auszeichnete. Hubrich hat wieder seine früher« Gefährlichkeit zurückgewoxmen und hat mit vier sehr schiön erzielten Toren wesentlichen Anteil am verdienten Erfolg. Aber auch die Gäste vom Bodensee haben keineswegs enttäuscht und ihre gute Leistung, vor allem ihre unerschöpfliche Einsatzbereitschaft ließen das Spiel nie «inseitig werden. Friedri-chshafen mußte sich dann zuletzt einer großartigen gegnerischen Leistung beugen und hat trotz deim hohen Ergebnis ehrenvoll verloren. Hätten die Gäste nicht über eine so ausgezeichnete Abwehr (Spleiß, Köhler, Ober!«) verfügt und die Abseitstaktik nicht so gut beherrscht, wären sie noch weit höher unterlegen. Im Sturm der Gäste fehlt allerdings die besonnene Entschlossenheit. Schon nach wenigen Minuten erzielte Tübingen «ine leichte Feldüberlegenheit. Trotzdem spelang es Hüttenhofer, in der 9. Minute überraschend mit Strafstoß die Gästemannschaft in Führung zu bringen. Erst in der 21. Minute gelang Hubrich der längst verdiente Ausgleichstreffer und Wieland und Hubrichl schafften das Halbzedt-3:1. Nach Wiederanspiel hatte Tübingen Sonne und Wind im Rücken und führt« bis zum Schlußpfiff bis auf wenige EinzeLdurchbiüche der Friedrichshafener die Parti« stark überlegen. Scheffbuch, Hübrich (2* und Oberfle (Eigentor) stellten in den letzten fünf Minuten das ?:1-End- ergebnis her. Schiedsrichter: Hiikert (Stuttgart). Tübingen: Gitschder; Weinmann, L&ngerer; Gerzoskowitsch, Hechler. Hienerwadei; Wieland Ii, Scheffbuch, Wieland I. Hubiiich, Estemet, Friedrichsbafen: Spleiß; Maier, Oberle; Schok- ker, Köhler. Bunten» Hüttenhofer, Oberhauns, Sachs, Gleinser. Ehmann. Lahr provoziert Zwischenfälle F. B. Ebingen. So stünmasch wie das Wetter war der Kampf im Ebinger Waiiherwuhr. Ais die badischen Gäste in der zweiten Minute durch einen Schmitzer des Ebinger Torwarts überraschend in Führung gingen und die Rotweißen durch kraftvolle Gegenaktionen das Spielgeschehen fast pausenlos m die Lahrer PLatzhälfte verlagerten, nahm das Spiel Formen an, die über einen Lokailkampfcharakter binausgingen. Bis zux 60. Minute hielten die Gäste dem Ebinger Ansturm stand; als in der folgenden Minute jedoch Torwart Schfrlli durch Selbstverschulden für einig« Augenblicke außer Gefecht geriet, drängte ihr Spielführer Janda auf Spielabbruch. Diese unfaire Taktik steigerte sich zunehmend, als Ebingen in der 63. Minute durch Höhn den Ausgleich erzielte. Als schließlich von seiten der Lahrer laufend neue Zwischenfälle provoziert wurden, die zu Platzverweisen führten, war es nur der tatkräftigen Leitung von Schiedsrichter Hermann-Schrambeig zu verdanken, daß das Spiel weiteigeführt wurde. Erst mit dem 2:1 in der 85. Minute durch Gärtner gaben stich) di« Lahrer allmählich geschlagen. Lahr; Schilli; Rittwedier U. Bemard; Rittweiler I, Asimius, Obergfeffli Wächter, Zoch II, Janda. Seitei. Zoch I. Ebingen: Vogel; Danzer, Wäschte; Binder, Oswald, Linder; Grotx, Höhn, Glaser, Kill- meier, Gärtner. .Boxertor* 4 und Handelfmeter entschieden für FFC U. W. Freiburg. Leicht beschürzte Akkordeon- Girls von der derzeit in Freäbuigi gastierenden Revue sorgten in der Pause des Treffens Freiburger FC — VfL Konstanz sduwug- volä dafür, daß den Zuschauern dl« gut« Stimmung der rassig abro 11 enden ersten Halbzeit erhalten blieb. Leider war es dann aber schon aus mit der Stimmung, denn im zweiten Tetil Meß diese Handlung stark nach und endete schließlich in sinnlosen Gekicke. Schwerer Boden, böige Wind« und schließlich das enorm« Tempo der eisten 46 Minuten forderten unerbittlich ihre Tribute. Erstaunlich hierbei die prachtvoll kämpferische Leistung der mit vierfachem Ersatz angetretenen Konstanter, wenn man dazu bedenkt, daß zu allem Ueberfluß noch Mittelstürmer Vögele unentschuldigt fehlte. Die Abwehr, die ihre stärksten Säulen kl Kirst und dem unverwüstlichen Klökler hatte, sorgte bald dafür, daß den siegesgerwtissen Freiburgern knirschender Sand in die Angriffemühle gestreut wurde. Wenn die Gastgeber schließlich doch beide Zähler zu Hause behtelten. so verdankten sie es einmal ihrer leichten spielerischen Ueberle- genheit und zum anderen einer nicht „astreinen” Haltung des talentierten Mittelstürmers Wehrte, der in der 29. Minute etin „Boxertor” (Hand) über die Linie jonglierte und den Treffer durch den an der Sicht behinderten Schiedsrichter Gre- ther anerkennen ließ. Zwar wurde der Schaden «ine Minute später durch ein Freiburger Eigentor behoben. Aber dennoch — ein ominöser Eindruck blieb zurück. Im „grimmigen Punktekampf' 1 wurde einmail mehr der sportliche Gedanke mit Füßen getreten. Um bei den Toren zu bleiben — schon eine weitere Minute (31.) darauf folg*® der Freiburger Siegestreffer, als Fiöhl einen (harten) Handelfmeter sicher verwandelte. ln ausgezeichneter Verfassung präsentierten sich die beiden Torwarte Stöcklin und Trautner, die mehrfach beide auf offener Szene Beifall erhielten. Schwächster Mannschaftsteil der Gaste war erwartungsgemäß der Sturm, in dem die beiden Ex-NKinübero-er Horlamus und Lehrieder ein unverstandenes Schattendasein führen mußten. — Schiedsrichter: Grether (Neureuth) nicht überzeugend. FFC: Stöcklin; Ketterer, Röstimaier; Reich, Scherer, Dehner; Basti«, Höhl, Wehrte, Scha- letzki, Kopp. VC Konstanz: Trautner; Zettel, Schulze; Rei- sacber, Kirst, Kilökler; Henkenihaf. Horlamus, Wiggenhauser, Lehrieder, Neitsch. — Zuschauer: 350Ö. Tabellenführer auf harte Probe gestellt F. F. Reutlingen. Die schlechten Platzverhältnisse m Reutlingen ließen gegen Troesin g e n kein flüssiges Sptied zu, knöcheltiefer Schlamm verhinderte vor allem an beiden Toren einen zielsicheren Schuß. Beide Mannschaften befleißigten sich wohl eines ausgesprochenen Flügelspieles, aber alle gurt gemeinten Flarfken- bälle blieben im MoTast stecken. Wenn die Gaste zuerst m Führung gingen, verdanken sie es nicht allein dem starken Rückenwind, sondern ihrer eminenten Schnelligkeit. Immer waren sie etwas schneller am lEal’l. Preuk, Vosse- 5er und Weißhaar bildeten für die Reufclinger ein kaum zu nehmendes Hindernis. Schöllet (Reutlingen) als bester Mann verdient ein Sonderlob. Nur durch seinen vollen Einsatz bewahrte er den Tabellenführer vor einem Punkt- Verlust. Wohl waren die Einheimischen in punkto Technik und Taktik dem Gast etwas voraus, schließlich aber zählen die Tore, die bei Preuk nicht leicht zu machen waren. Trotz des morastigen Platzes kam wohl ein schnelles, aber kein flüssiges Spiel zustande. In der 25. Minute brachte, bedingt durch den tiefen Boden, dis Reullinger Deckung den Ball nicht weit genug- weg und Weißhaar konnte aus dem Hinterhalt einen Schuß anbringen, den Braun nur noch ins eigene Tor fausten konnte. Postwendend trugen die Einheimischen einen Angriff aufs Tros- singer Tor, den. Pfister nur noch mit der Hanoi abstoppen konnte. Den Elfmeter verwandelte Pflium unhaltbar. Die zweite Halbzeit begann mit einer Drangperiode der Reutlinger, aus der sich die Gäste nur langsam befreien konnten. Aber alle gut eingeleiteten Angriffe endeten immer wieder im Schlamm vor dem Trossinger Tor. Erst in der 80. Minute gelang es Schöller, einen von Baum II getretenen Strafstoß zum siegbringenden Tor zu verwandeln. Trotzdem gaben aber die Trossinger nicht auf. Aber es blieb beim knappen Sieg der Einheimischen. Schiedsrichter: Ritter, Sündelfingen. Reutlingen: Braun; Werz, Reichert; Baum I, Strobl, Feueriein; «Baum H, Schöller, Scheufeie, Pflum. Richter. Trossingen: Preuk; Vosseier, Duffner; Bader, Pfister, Weißhaar? Ährend, Keller, Rau, Geisel, Meßner. Acht Tore zwischen Lokalrivalen geteilt H. R. Rastatt. Mit über 2500 Zuschauern, die zum Lokaikampf Rastatt- Kuppenheim gekommen waren, hatte das Spiell seinen besten Besuch aufzuweisen. Bereits in der zweiten Minute des spann ungigieladenen Treffens erzielte Wäldete mit einem Bombenschuß das 1:0 für die Gastgeber, und alles glaubte an einen sensationellen Stieg der Rastatter. Man wurde aber bald eines Besseren belehrt, als die Kup- penheimer mächtig aufdrehten und sich nicht unterkriegen ließen. Es dauerte aber trotzdem bis zur 30. Minute, ehe Schindler das 1:1 her- aushölte und Graf seine Mannschaft mit einem scharfen Schuß mit 1:2 in Führung brachte. In der 40. Minute ließ Kunkelmann die Chance eines Elfmeters sich! nicht entgehen und schaffte den Ausgleich für Rastatt. Zwei Minuten, vor der Pause war es aber Schäfer, der aus dem Hinterhalt 6charf etinschoß und so die Gäste erneut in Führung bradite. In der 10. Minute der zweiten Halbzeit schien aus dem vermutlichen Sieger etin Verlierer zu werden, als im Rastatter Strafraum ein Hände gemacht wurde. Schäfer verwandelte den Strafstoß zum 2:4. Rastatt kam durch eene Umstellung im Sturm wieder auf Touren und holte in der 66. Minute durch Klumpp einen Treffer auf, als er einen schön getretenen Strafstoß von Becherer unter die Latte schoß. Fünf Minuten später leitete derselbe Spieler eine schöne Steinadkei-Flanke nads rechts zu dem freistehenden Kunkelmann, der mit scharfem Schrägschuiß den nicht mehr erwarteten Ausgleich herausholte. In den letzten Minuten hatte es Rastatt in der Hand, doch noch den Sieg sicherzusteilen, die wenigen, aber tatsicheren Torgelegenheiten wurden ausgelassen. Schiedsrichter:' Gräber (IWeinheüms) kleinlich, nach der Pause einige schwerwiegende Fehler. Rastatt: Seelig; Trapp, Renaud 1 ;’ Klumpp, Wächter, Doderer; Wäld-ele, Kunkelmann, Sfeein- acker, Geyer, Neurohr. Kuppenheim: Mink; A. Burkhardt, Hofmeister? Jos. Burkhardt, Oskar Walz. Baumstark; Schindler, Karl Walz, Graf Schäfer, Bretczeck. Haben Sie richtig getippt? Württemberg-Baden: 111 — 111001111 Bayern: — illlll210010 Rhe Lnfl and L Pfal z: — 1 1 1 2 0 0 2 0 1 2 Niedersachsen: 00202121111 Hessen': 111 — 11112 0 0 Westdeutschland': 2 111101 — 02001 Ein echter Volks-Toto Der Wettbewerb des württemberg-badtischen Toto vom vergangenen Sonntag verlief so recht nach der Meinung einer außerordentlich großen Anzahl von Wett-Teilnehmem. Leider werden allerdings wiederum viele sagen, denn jeder der Gewinner im ersten, zweiten oder dritten Rang erhoffte sich eine mehr oder weniger fette Summe. Da es keine besonders großen Überraschungen gab und demzufolge viel« Teilnehmer richtig getippt haben, ergaben sich nur geringe Gewinnquoten. Nach den vorläufigen umfangreichen Auswertungsarbeiten wurden folgende Quoten ermittelt: 1. Rang ca. 1600 Gewinner je ca. 134? DM; 2. Rang 19 000 Gewinner je 11 DM; 3. Rang 117 000 Gewinner je 2 DM. Punktwetten 1. und 2. Rang je DM —,70. Zwei Jany-Welfcrekorde gestürzt Der an der amerikanischen Universität Yale studierende neuzehnjährige australische Schwimmer John Marshall unternahm einen erfolgreichen Rekordversuch gegen die Uhr. Er erzielte folgende neue Weltrekorde im Kraulschwimmen: 300 Yard« in 3:01,4 Minuten; 300 Meter in 3:20,2 Minuten; 440 Yards in 4:36.4 Minuten. Die bisherigen Rekorde standen 300 Yaxds ; 3:03,0 Minuten (Alex Jany, Frankreich 1947); 300 Meter: 8:21,0 Minuten (Alex Jany, Frankreich 1948); 440 Yards; 4:38,5 Minuten (iB. Smith, USA 1941). Den 400-m-Weltrekord von 4:33.3 Minuten verfehlte Marshall um 1:3 Sekunden. Villinger konnten wieder einmal jubeln K. K. VilUnoen. Im VöHmoer Stadion standen sich mit dem SC Freiburg und dem F C 0 8 Viliingen awrei abstiegsbedrohte Mannschaften gegenüber. Beide Teams bestritten ersate- gesdvwädit diesen Kampf und es scheint wirklich so, daß die Villinger einen. Rekord in verschiedenen Mannschaftsaufstellungen herausbringen wollen. Auch dieses Mal war ein neues Gesicht in den Reihen der Villinger: Moser als Rechtsaußen fand sich gut in das Maimschaftsgefüge ein. Villingens Zuschauer konnten endlich einen Sieg, der so bitter nötig war, bejubeln. Allerdings sah es zunächst nicht danach aus, da die Freiburger sich mit dem morastigen Boden besser zurechtfanden. Doch mit der Zeit stellte sich Vi&ingen erfolgversprechend an und fand die richtige Einstellung zum Spielgrund. Hier war nur mit weiten, halbhohen Vorlagen und besonders durch Einsetzen der Flügel etwas zu erreichen. Ehe 30. Minute brachte durch Boecherer die 0:l-'Führung für die Bredsgauer. Aber bereits wenig später erzielte Grammel den so wichtigen Gleichstand vor der Pause. Dann spielte Vil’.ingen mit dem Wind im Rücken und bestimmte so das Spielgeschehen mit wenigen Ausnahmen. Freiburgs Sturm blieb aber gefährlich, doch Sturmtank Tritschler war zu scharf markiert. um sich wirksam durchsetzen zu können. Ueberhaupt scheint Villingens Hintermannschaft die alte Stärke zurüdoBugewinnen. Dem FC 08- lanikeaußen Grammel war es Vorbehalten, in der 49., 54. und 63. Minute drei weitere herrliche Tore zu erzielen. Beim 3:1 für die Villinger weilten die Gäste den Platz verlassen, da der 3. Treffer nach ihrer Ansicht abseits war. Das Spiel nahm dadurch an Härte zu, doch Schiedsrichter Maier (Karlsruhe-Beiertheim) ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und brachte den Kampf sicher über die Zeit. Die Freiburger versuchten immer wieder, eine Resultatverbesserung zu erreichen, doch Villingens Riegel hielt stand. Je ein Lattenschuß an beiden Toren Heß diesen farbigen und eimsatzmäßig auf guter Stufe stehenden Kampf beenden. Viliingen: Haß, Hriber, Kuolt: Emmert, Kämmerer, Schneidet:' Moser, Kriege! Oeh'ler, Mauch, Grammel. Freibung: Kregper; Korhummel, Kieseri Kachele, Mehl. Egle; Boecherer, Babel, Tritschler, Förster. Kuhnle. Kommt die 16er-0berliga Südwest? Eingliederung in die Oberliga Süd fraglich — 2. Division in Vorbereitung (R.-V.-Eigenbericht.) Der Konflikt zwischen der Oberliga Said und dem Süddeutschen Fußball- verband ist beendet. Die süddeutseben Oberligaverein« haben am Samstag in einer Tagung von entscheidender Bedeutung in Stuttgart-Fell beeil beschlossen, sich unter Wahrung der rechtlichen, spieltedunisdien und wirtschaftlichen Sonderstellung der Oberliga in den Süddeutsche;« Fußballverband einzugliedern und damit den Frieden mit dem Süddeutschen Fußbaliverband zu schließen, der für die Weiterentwicklung nicht nur des süddeutschen, sondern des gesamtdeutschen Fußball Sports so dringend nötig ist. Dr. Walter-Stuttgart wird den Vorsitz des Vertrags- spielerausschusses im Süddeutschen FußbaHlver- 1, Oldenburg — Arminia Hannover 0:1, Hannover 96 — Harburg er TB 2:0. — Alles spielte wieder für den HSV. Das ist man im Norden schon gewöhnt. So holte Osnabrück mit 2:2 einjen Punkt vom Millerntor weg. St. Pauli hatte sogar noch Glück, aus dem 0:2-Rückstand wenigstens noch ein Unentschieden zu retten. Di« Kieler Störche und Concordia Hamburg sowie Eintracht ßraunschweig und Werder Bremen teilten 6ich mit je 1:1 friedlich in die Punkte. Hamburger SV 18 54:22 28-8 FC St. Pauli 18 41:21 27-9 Eimsbüttel 17 35:15 23-11 Werder Bremen 19 53:28 22-16 Eintracht Braunschweig 18 32:26 21-15 Wormatia bleibt vorn Oberliga Südwest: VfR Kaiserslaiutem — Wor- matia Worms 1:2 SpVgg Andernach — 1. FC Kaiserslautem 2:5, Eintracht Trier 05 — TuS Neuendorf 2:2, TV Engers — FK 03 Pirmasens 0:1, VfR Kim — FSV Trier-Kürenz 5:3, VfL Neustadt — ASV Landau 1:2, SpVgg Weisenau — FSV Mainz 05 0:2, ASV Oppau — Phönix Ludwigshafen 1:1. Schopf heims Verfolgerrolle imponiert Landesliga Südbaden (d.-l.-Eigenbericht.) ASV Freiburg — Furtwangen 3:1, SC Baden-Baden — Rot-Weiß Lörrach 5:1, Sfockach — Gutach 4:1, Ottenau — Rheinfeiden 2:3, Schopfheim — Achem 5:2, Emmendingen — FC St. Georgen 2:1. Neben Baden-Baden ist Schopfheim im Feld der Landesligisten seit einiger Zeit wohl mit die auffallendste Erscheinung. Aus dem Hintergrund ist der tüchtige Oberrheinvertreter Schritt für Schritt in den Vordergrund gestoßen und hat sich in die Gesellschaft der Verfolgergruppe hineingespielt. Verfolgergruppe allerdings mit Distanz, die sich zugunsten 'Baden-Badens erneut vergrößert hat und praktisch zugunsten der Kurstädter entscheidend ist. So war also Schopfheim Verfolger der „Verfolgergruppe". Besonders bemerkenswert war dabei der 5:2-*Erfolg über den Tabellenzweiten Achem. Ein zweiter Vertreter des Spitzenfeldes, St. Georgen bezog ebenfalls eine (überraschende) Niederlage gegen den Tabellenletzten. Baden-Badens schöner Erfolg gegen Lörrach gehört schon zur Tagesordnung, und schließlich zählt man auch Stockacfas klaren Sieg über Gutach zu den sicheren Tips. Ein auffallendes Resultat war auch Rheinfeldens Sieg über den rangbesseren SV Ottenau. Stark abstiegsbe- droht: Emmendingen, Furtwangen und Gutach. SC Baden-Baden 17 16 1 0 72:12 33 VfR Adlern 17 9 5 3 42:21 23 ASV St. Georgen 17 10 1 6 40:21 21 SV Schopfheim 18 9 3 6 55:31 21 Rot-Weiß Lörrach 18 8 3 7 33:33 19 Blau-Wieiß Freiburg 17/18, SV Ottenau 18/17, VÜR Stodcach 17/16, ASV Freiburg 18/15, Spvgg Rheinfeiden 18/15, SV Gottmadingen 16/13, SV Gutach 18/12, ASV Furtwangen 17/11, SV Emmen- dingen 18/10. Traditioneller 1:0-Sieg des Klassenmeisters Fußbaül-Landesliga Südwürttemberg Süd (Dr. K.-Eigienberlcht): Laupheim — Riedlingen 3:1, Ravensburg — Schwendi 4:0, Baienfurt — Buchau 2:3, Saulgau — Biberach 1:2, Sigmaringen — Weingarten 0:1. Der KÜassenmeister Weingarten hat den schweren Gang nach Sigmaringen glücklich überstanden und setzte seine Rückrundisntradition fort, in jedem Spiel mit einem Tor Differenz zu siegen. Das Spiel stand im Zeichen guter Abwehrleistungen und schien 0:0 auszugehen. Erst zehn Minuten vor dem Schlußpfiff fiel das Siegestor. Laupheim ist durch seinen erwarteten sicheren Sieg über (Riedlingen dem Tabelllienfführer weiterhin auf den Fersen. Das von Ravensburg klar gewonnene Spiel gegen den Neuling Schwendi nahm ein unschönes Ende: da der vom Schiedsrichter angeordnete Ausschluß eines Spielers von Schwendi nicht befolgt wurde, mußte das Spiel 20 Minuten vor Schluß abgebrochen werden (!). Ravensburg zeigte sich besonders im Sturm stark verbessert, hat nunmehr zu Sigmaringen aufgeschlossen und gleichzeitig ein positives Torverhältnis erreicht. Biberach konnte sich nur knapp über die verbesserten Saulgauer durchsetzen und Buchau sprang durch den glücklichen Sieg über Baienfurt vom lß. auf den 9. Platz. Dagegen ist es um Baienfurt, das den früheren Kampfgeist vermissen läßt, schlecht bestellt. Weingarten 14 10 4 0 3t« 24-4 Laupheim 13 9 2 2 34:19 20-6 Biberach 14 8 2 4 21:13 18-10 Wangen 11 Sp./13 P., Sigmaringen und Ravensburg 13/13, Lindenberg 11/12, Schwendi 14/12, Buchau und Saulgau 14/9, Baienfurt 14/8, Riedlingen 13/7. Hier verlor Tabellenführer einen Punkt Landesliga Südwürttemberg Nord (O. M.-Eigenbericht): Balingen — Lützenhardt 2:0, Tuttlingen — Spaxhingen verlegt, Truchtelfingen — Metzingen 2:2, Messingen — Eningen 2:0. In der Gruppe Nord gab es nur drei Spiele; das vierte, Tuttligen — Spaichingen, fiel den schlechten Platzverhäfltnisssn zum Opfer. Auf die Tabellenführung hatten alle drei Begegnungen keinen Einfluß, ln Balingen gab es einen 2K)-Sieg der Platzbesitzer über den Neuling Lützenhardt, in Mössingen mit dem gleichen Ergebnis ebenfalls einen Sieg der Platzelf über den spielstarken Neuling Eningen, der allerdings nicht gut zu vertreten weiß. (Fortsetzung nächste Seite) Dienstag, 14. Februar 1950 SÜDKURIEB Nr. » / Satt* | Schwarzwald-Skimeisterschaften in Sturm und Regenschauern Der Triberger Günter Erben neuer Meister der Nordischen Kombination — Trotz ungünstigen Wetters großartige Kampftage (O. Sp.-Eigenbericht). In Todtnau, der Wiege des deutschen Skisports, fanden die Schwarzwald- Skimeisterschaften in der Nordischen Kombination, allerdings unter dehkbax ungünstigen Wit- tenmgsverhältnissen, statt. Nebelschwaden. Schnee- und Regenschauer zogen ununterbrochen am Samstag und Sonntag, den beiden Meister- sduaftstagen, vom Wüesentad herauf und stellten an Langiläufer und Springer höchste Anforderungen. Trotzdem haben die begeisterten Todtnauer Stkifahrer mit Fleiß und Ausdauer die Meisterschaften gut organisiert; das ganze Dorf nahm an den Wettkämpfen lebhaften Anteil. Zum 18-fcm-Langlauf (wegen Schneemangeis mußten einige Schleifen noch verlegt weiden) am Samstag auf dem ,.Notschrei" hatten sich nicht weniger als 132 Wettkämpfer aus ganz Baden, darunter alle Langtoufspezi'alisten, die sich in den letzten Wochen auch in Bayern hertvoxragend geschlagen haben, gemeldet. Das Interesse richtete sich auf den Hinterzartener Hitz, der dieses Jahr bislang eine gute Form zeigte und den Titel zu verteidigen hatte. Am Samstagabend aber stand das Glück ni-cht auf seiner Seite. Er „vergaß”, vor der sehr schweren Langlaufprii- fung sich entsprechend zu stärken, unterlag unterwegs einem Heißhunger und mußte sich förmlich über die Strecke schleppen. Er lag deshalb auf dem 20. Platz. Als Speziallangläufer war Robert Grießhaber mit 1:24,37 Std. Bester, gefolgt von dem Exschlesier Modi eil, der in Mannheim eine Bleibe gefunden hat, mit 1:25,59 Std. Als bester Kombinierter war Günther Erben aus Triberg, ebenfalls ein Schlesier, mit 1:30,05 Std. auf den fünften Platz gekommen. Damit war klar, daß Hitz dieses Jahr seinen Titel abgeben ■ mußte. Mit großer Spannung begann am Sonntagmor- gen wiederum von Sturm, Regen und Schnee begleitet, auf der neuerbauten Wiesental-Schanze das Kombinationsspringen. Hitz stürzte im Trai- ningsdurdigang und verzichtete auf eine weitere Teilnahme. Erbten stand zwei ausgezeichnete Sprünge von 45 und 40 Metern und war damit neugebackener Sdifwarzwäldmeister in der Nordischen Kombination 1050, gefolgt von iWl Win- terhailter aus Friedenwedler und Manfred Förner aus Tri'berg. Bei den Jungmannen war der Bruder des iletztjährigen Meisters, Augüst Hätz, mit 407 Punkten an erster Stelle, gefolgt von Nop- per (Brend) mit 380,8 Punkten und ln der Altersklasse der unverwüstliche Richard Mora+h aus Freiburg. (Man hätte es dien Todtnauern gegönnt, daß wenigstens im Spezial-Sprunglauf die Zuschauer sich etwas zahlreicher eingefunden hätten. ‘Doch hatte das schlechte Wetter sicher manchen Sportbegeisterten abgehalten, nach Todtnau zu kommen. Die Schanze mußte zweimal mit Schneezufuhren versorgt werden. Am Donnerstag war die Anlage vollkommen hergerichtet, woLkenbrueher tig er Regen schwemmte am Freitag den ganzen „Segen" hinweg und am Samstag begannen die unverdrossenen Skifahrer erneut mit ihrer Ar- »•ViiSBF beit. 74 Springer erschienen rum Spezial-Sprunglauf am Start, darunter die ganze Spitzenklasse des Schwarzwildes. Fischer-Neustadt hatte den Titel zu verteidigen, wurde Jedoch von Schwö- rer-Hinteraarten und Hettich-St. Georgen, die mit guten Aussichten nach Todtnau kamen, hart bedrängt. Gleich im ersten Durchgang kam Fischer mit vorzüglicher Haltung aut 47, Schwörer auf 46, Hettich auf 49 Meter und neuen Schanzenrekord. Die große Frage war nun. wer beim zweiten Durchgang diese Weiten halten oder verbessern konnte. Hettich sprang 46, Fischer wiederum 47 Meter und Schwörer die gleiche Weite. Auf Grund der erzielten Weite wurde Hettich, der in der Altersklasse startete, zium Spezial-Sprunglauf me ister des Schwarzwaldes erklärt. Die einzelnen Ergebnisse: 16-km-Langiauf allgemeine Klasse: 1. Grießhaber Robert, Schönwald, 1:24,37 Std.: 2. Hermann MöcheJ, Mannheim, li:25,29 Std.: 3. Oskar Burgbacher. Brend (letztjähriger Meister), 1:28,29 Std., 4. Gottlob Diemand, Saig, 1:2944 Std., 5. Günther Erben, Triberg, 1:30,05 Std. — Altersklasse I: 1, Eugen Schweizer, Schaumsland, 1:30,36 Std.: 2. Karl Skral, Freiburg, 1:31,19 Std.: 3. Richard Morath, Freiburg, 1:35,23 Std. — Altersklasse H: 1. Fritz Schlei, Brend, 1:42,17 Std- Nordische Kombination: 1. und Scbwarzwald- meister 1950: Günther Erben, Triberg, 424,9 Punkte: 2. Willi Winterhalter, Friedenweiler, 397,9 Punkte; 3. Manfred Förner, Trilberg, 396,7 Punkte. — Altersklasse I: 1. Richard Morath, Freiburg, 377,9; 2. Otto Pfeif, Schonach, 278,75. — Jung mannen: 1. August Hitz, Hinterzarten, 407,2: 2. Kurt Nopper, Brend, 380; 3. Erich Hug, Hinterzarten, 365,5. Spezial-Sprunglauf: 1. Emst Schwörer, Hinterzarten 46/47 m, Note 216,3; 2. Karl Fischer, Neustadt, 47/47, 208,8; 3. Werner Günther, St. Blasien, 46/45, 196,5. — Altersklasse 1: 1. und Schwarawaldroeister im Stpezial-Spnungilaui: Sepp Hettich, Hinterzarten, 49/47 m, 210,5 Punkte: 2. Richard (Morath, Freiburg, 34/38, 157,9. — Jungmannen: 1. Paul Hen, Schbnach, 41/45, 190.8i 2. Walter Dietsche, Menne nach wand, 40/40, 176,7: 3. Rolf Karaczun, Neustadt, 38/43, 176. Württembergs „Alpine- im Pech (kl.-Eigenbericht). Die ursprünglich für den 5 . Februar in Wildbad vorgesehenen und dann wegen der Wetterlage auf den 12. Februar verschobenen alpinen Landes-Skimeisterschaften von Württemberg-Hohenzollern wurden kurz vor der Austragung nochmals verlegt. Sie sollten am Sonntag in Verbindung mit der Bezirksmeisterschaft Obersdxwaben/lBodensee „nunmehr endgültig", wie es in der Verlautbarung des Ski- Verhamdes Württemberg-Hohenzollern hieß, :n I s n y stattfinden. Die noch kurz vor diem Wochenende als sehr gut bezeichneten Schneeverhältnisse im Gebiet der „Kugel" verschlechterten eich aber dann durch den einsetzendien zweitägigen Dauerregen derart, daß die Veranstaltung am Samstag nochmals abgesagt werden mußte. Der neue Termin steht bisher nicht fest. Deutscher Meister im Spezialslalom stürzte Bayerns Meister der Alpinen Kombination: Hias Mayer und Rosl Amort Der Triberger Günter Erben Foto; HirsmüUer Hias Mayer (Schleching) und Rosl Amort (Schellenberg) sicherten sich in Schleching bei den bayerischen Skimeisterechaften die Titel in der Alpinen Kombination. Der Oberstdorfer Willi Klein erzielte zwar im Kombinations-Torlauf mit 96 Sekundein die Tagesbestzeit. Da er sich aber beim Abfahrtslauf nicht plazieren konnte, kam er für den Titel nicht in Frage. Hias Mayer, der mit 101,7 Sekunden an dritter Stelle im Kombinationstorlauf endete, dürfte sich mit diesem Erfolg einen Platz in der deutschen Nationalmannschaft gesichert haben. Rosl Amort erzielte bei den Damen mit 123.9 Sekunden die beste Zeit. Die deutsche Torlaufmeisterin Hildesuse Gärtner (Freiburg) kam durch zwei Stürze um ihre Aussichten. In dem von 80 Teilnehmern bestrittenen S p e - zial-Torlauf der Männer schieden die Titelverteidiger Folger und der deutsche Meister Heimpel (beide SC Rosienheim) durch Sturz aus. Mit dem 19jährigen Klaus Scfawaighofer (Murnau) holte »ich das jüngste Mitglied der deutschen Nationalmannschaft in 105,6 Sekunden den Titel vor Willi Klein (Oberetdorf) :n 106,8 Sekunden. Bei den Damen kapitulierte die in Abwesenheit von Annemarie Büchner-Fischer zur Favoritin erhobene Hildesuse Gärtner (Freiburg) vor den Schwierigkeiten der Strecke. Mit einem beträchtlichen Vorsprung blieb Lia Leismüiller (Partenkirchen) in 125,1 Sekunden siegreich. Bayrischer Meister im Abfahrtslauf wurde der Rosenheimer Christi Stauffner vor Sepp Folger (Rosenheim) und Hias Mayer (Schleching), die 6ich mit einer Zelt von 3:08,0 Minuten den zweiten Plate teilten. Der Sieger legte die 3,5 km lange Strecke in 3:04,4 Minuten zurück. Bei den Damen holte sich Hildesuse Gärtner (Freiburg) mit 2:45,3 Minuten vor der jugendlichen Bvi Lanig (Hindelang) und Rosl Amort (Schellenberg) den Titel. Mit Weiler Allgäuer Springersieg Die mit Sepp Weiler, Toni Brut6dier und Heini Klopfer antretende Mannschaft des Allgäus beendete am Sonntag einen Gauvergleichskampf im Springen auf der Kobelschanze in Füssen mit 785,5 Punkten siegreich und verwies den Gau Werdenfels mit 600 Punkten auf den zweiten Plate. Dritter wurde der Chiemgau. Den weitesten Sprung des Tages stand Heini Klopfer mit 82 Metern, doch fiel er durch seinen 65-m-Sprung dm zweiten Durchgang zurück end konnten den Sieg von Sepp Weiler mit Sprüngen von 77 und 79 Meter und der Note 218,5 nicht gefährden. Brutscher wurde in der Einzelwertung ver Klopfer Zweiter. Wie erwartet Baiersbronn Bei starkem Schneesturm kam auf dem Sdffiff- kopf (Freudenstadt) die schwäbische Staffelmeisterschaft über 4X10 km zum Austrag. Baiersbronn mit Richard Rothfuß setzte sich sofort an die Spitze und wechselte mit l 1 /« Minuten Vorsprung. Dieser Vorsprung wurde bis zum Ziel auf rund 7*/s Minuten ausgedehnt. Um die Plätze entwik- kelte sich ein harter Kampf zwischen den Ski- hoch'burgen Ober- und Unterkochen und Kniebis. Alpine Skiweltmeisterschaften eröffnet Die alpinen Skiweltmeieterschaften begannen am Sonntag in Aspen/Colorado mit der Eröffnungsfeier, an der 14 Nationen mit 78 Männern und 26 Frauen teilnahmen. Die Wettkämpfe begannen am Montag ( deutsche Zeit Montagabend) mit dem Riesenslalom der Damen. Eishockey-Resultate EV Füssen — VfL Bad Nauheim (Meisterschaftsspiel) 1:1, EV Füssen — VfL Bad Nauheim (Freundschaftsspiel 8:1, Union SC Salzburg — Preußen Krefeld 2:13, Klagenfurter AC — Preußen Krefeld 3:10, Schweiz — Kanada 1:6, Schweiz — Kanada (zweites Spiel) 2:8. Rentlinger Handball wird Heister Handball-Zonenliga Süd Württemberg (L.•Eigenbericht). Das einzige in der Handball-Zonenliga Südiwürttemiberg angesetzte Spiel Wellstetten gegen Reoitlingen endete (mit dem erwarteten 5:7- Sieg des Tabelflenführers, dem die Klassenmei- sbensdiaift kaum noch zu nehmen ist. Aillerdings mußte Reutlingen schwer kämpfen, um die Punkte sidierzustellen. Auf dem Reutlinger PI ata hatte Weilstetten in der Vorrunde mit 13:1 daran glauben müssen. Fußball-Weltmeisterschaft nicht unter Tiefstrahlern (Sä-Eigenbericht). Dan vorn Internationalen Fußball-Verband (FIFA) eingesetzte Organisationskomitee hielt in Zürich eine Sitzung ah. Der wichtigste Beschluß »t in einem einzigen Sata umschrieben und zeigt an, daß die Kommission entschieden habe, keine Aenderungen am Reglement anzubringen. Es will dies heißen, daß irgendwelche Versuche, Aenderungen in der Gruppeneittteilung, oder nachträgliche Qualifikationen von bereits ausgeschiedenen Ländern her- beizuführen, aussichtslos sind. Das offizielle Kommunique erwähnt sodann die Weltmeister- 6Ch&ftsfina17.2 Minuten. In wenigen Zellen Eisschnellauf-Europameister Hjalmar Andersen (Norwegen) gewann eine zweitägige internationale Eisschnellauf-Veranstaltung mit 94,090 Punkten vor Ken Henry (USA) mit 96,050 Punkten. Das Genter Sechstagerennen ergab folgendes Klassement: 1. SchulteÄPeters (Holland) 238 P„ in 145 Std., 3357,516 km { 2. Naeye/van Steen- berghen ((Belgien) 227 P.; 3. eine Runde zurädtt Brunneel/Bruylandt (Belgien) 348 P. Norwegischer Skimedster im 50-km-Langlauf wurde Harald Maartmann, der bei den FlS-Welt- meisterschaften hinter den vier siegreichen Schweden den fünften Platz belegte, In 3:40,24 Stunden. Der ehemalige Kugelstoß-Weltrekordler, Charles Fonville, der sich einer schweren Operation unterziehen mußte, ist bereits nach drei Wettkämpfen in großartiger Form. 15,39, 16,46 und 16,79 m, das waren seine besten Leistungen ln den ersten drei Starts nach 18 monatiger Pause. Dr. Luh (Gießen) gewann beim Frankfurter Leichtathletik-Hai lensportfest das Kugelstoßen mit 14,99 Metern. Den Sprinterzweikaanpf der Männer gewann der Frankfurter Schäfer vor Zandt (Stuttgart) und Wittekind (Frankfurt). Ursel Krey (Westfalen Dortmund) wuxd« beL den westdeutschen Hallenschwlmm-Meisters(haften mit der neuen deutschen Nachkriegsbestzeit von 1:22,9 Minuten Meisterin über IOÖ-uhBtosL Der finnische Weltrekordfläufer Vilja Heine belegte bei einem Zweimei'len-Rennen in New York nur den vierten Platz. Sieger wurde Fred Wilt (USA). Der Württembergisch-Badisdie Toto toet mit dem 19. Februar «eine Punktwette durch eine neue ,.Kurzwette" ab, bei der für einen Sondereinsatz von 50 Pfennig in Verbindung mit einer Hauptwette acht richtige Voraussagen gefordert werden. Gewinnausschüttung erfolgt in einem Rang mit gleitender Skala. (Fortsetzung von Seit« 1) trennten sich die Mannschaften mit einem Unentschieden 2:2 — ein Ergebnis, das mehr für die Gäste aus Metzingen spricht. Truchtelfingen Sdirannberg Tuttlingen Mössingen 16 Sp./19 P., Truchtelfingen und Eningen je 16/18, Gosheim 14/16, Metzingen 14/12, Pfullingen 15/12, BaJlingen 15/11, Lützenhardt 16/9, Spaichingen 13/5. 115 11 0 4 45:24 22-8 15 7 5 3 44:26 19-11 15 7 5 3 21:18 19-11 Weitlaut um Julia 10) Roman von Hans Jenscn Von den Kirchtürmen schlugen bald tief, bald hoch die Uhren die elfte Nachtstunde. Das Gewirr von kleinen, winkeligen Gäßchen am Hafen lag in lautloser Stille. Nur spärlich, von trübem Licht umglänzt, flatterte gespenstisch über dem holprig aufsteigenden Weg die zwischen den Häusern aufgehängte Wäsche wie die Laken aus Gräbern entstiegener Geister. Hinter der kleinen Kirche S. Torpete bog Poro Tescu mit raschen Schritten in eine der Gassen. Bald stand er vor einem schmalen, reichlich verwahrlosten Haus, vor dessen Eingang eine flackernde Laterne etwas Licht verbreitete. Er betrat die von Tabakrauch fast undurchsichtige Spelunke, „Der grüne Affe”. Kurz schaute sich Pord Tescu um. An ungedeckten Tischen saßen Gruppen von Hafenarbeitern und Matrosen aus aller Welt, unter ihnen Inder. Chinesen und Neger. Sie schwatzten, spielten mit vor Schmutz starrenden Karten, tranken und kümmerten sich nicht um den Ankömmling, der sich an die Theke begab, hinter der ein herkulisch gebauter Kerl bediente, sicher der Wirt dieses obskuren Lokals. Der Riese musterte mißtrauisch den ihm Fremden. „Was suchen Sie?” fragte er barsch. „Orangeade”, flüsterte Poro Tescu kurz. Etwas höflicher klang die Antwort. ,.Einen Augenblick.” Der Wirt wandte sich nach dem hinter der Theke gelegenen und durch einen zerfetzten Vorhang abgeschlossenen Raum. „He, Mutter Nelly, alter Seeteufel”, rief er, „wälze deinen Körper herbei und achte darauf, daß der Schlingel Jakobo richtig abrechnet. Sollte die Kasse heute am Schluß nicht stimmen. mache ich aus euch Frutte di mare.” Aus dem Vorhang quoll die Fülle einer häßlichen, fetten, alten Negerin, die grunzend und keifend in ihren Naturlauten dem Wirt ihre Meinung sagte und das Unverständliche ihrer Sprache mit lebhaften Gesten verdeutlichte. Der Wirt achtete nicht weiter darauf, sondern forderte Poro Tescu auf, ihm zu folgen. Er führte ihn aus der Hintertür über einen stockfinsteren Hof. „Nehmen Sie meine Hand”, sagte der Riese. „Noch ein paar Schritte. Achtung, drei Stufen herauf und rechts die Tür.” Der Wirt öffnete. Poro Tescu stand in einem Raum, der, nur spärlich erhellt, die Gegenstände kaum erkennen ließ. Aus einem der Tür mit der Rückseite zugekehrten, hohen, alten Stuhl klang eine heisere Stimme. „Geh jetzt, Simone, und Sie setzen sich dorthin.” Aus dem Stuhl reckte sich tdn Arm hervor und wies nach einem bestimmten Sessel am Tisch. „Halt, Simone, ehe du gehst, die Stehlampe.” Gerade auf den /Sessel, auf den sich Poro Tescu niedergelassen hatte, fiel der kleine Lichtkegel. Noch immer konnte er nichts von dem Sprecher, der ihn zu dieser Stunde herbeordert hatte, und wohl sein Auftraggeber war, entdecken. Nur die Stimme und für einen Augenblick der ausgestreckte Arm bewiesen ihm, daß er nicht allein war. Er machte eine Bewegung, um dem Schein der Stehlampe zu entgehen und dabei vielleicht etwas von der im Stuhl sitzenden Person zu erhaschen. Aber vergeblich. Aergerlich sagte er: „Muß das grelle Licht gerade auf mich gerichtet sein? Es stört scheußlich. Ich sehe gern, mit wem ich spreche.” „Strengen Sie sich nicht unnötig an”, hörte er die Antwort „Es genügt völlig, daß ich weiß, wie Sie aussehen.” Poro Tencu war wütend. Ihm paßte es durchaus nicht, wie ein Angestellter behandelt zu werden. Er sagte abweisend: „Als mir in Rio das Angebot gemacht wurde, meine Berufskenntnisse zur Verfügung zu stellen, nahm ich unter der Voraussetzung an, daß ich unabhängig von Anordnungen den mir erteilten Auftrag lösen könnte. Schon vor Antritt meiner Reise, während derselben und dann weiter bis zur heutigen Stunde erhalte ich Botschaft auf Botschaft, die eine Art Befehlsübermittlung bedeuten, und die ich in ihrer Form ablehne Wer sind Sie eigentlich?” „Der Maestro, dem Sie dienen und dienen müssen!” Poro Tescu fuhr auf. „Müssen?” ,4a.” Der Unsichtbare lachte häßlich. „Was Sie ablehnen oder vorausgesetzt halben, interessiert mich nicht Ich bezahle Ihren Dienst und Sie gehorchen. Basta!” Schneidend scharf fiel das letzte Wort. „Sie haben verschiedene Namen geführt unter deren Deckmantel Sie Ihren Geschäften nachgehen konnten, deutsche, englische, spanische. Zuletzt nannten Sie sich Poro Tescu. Sie nahmen das Ihnen durch meinen Gewährsmann gemachte Angebot gerne an, weil seit Jahren ein Steckbrief gegen einen gewissen Senor Carrabasso, der mit Ihrer Person identisch ist, läuft, und der in der Nähe der brasilianischen Stadt Sao Paolo einen unbequemen Teilhaber seiner Geschäfte beseitigt hat. Ich besitze die Unterlagen, Ihre Identität mit dem gesuchten Mörder ist restlos nachzuweisen,“ Hier wollte Poro Tescu erregt unterbrechen, aber eisern ruhig sprach der Unbekannte weiter. „Sie sehen, es ist klug, sich meinen Anordnungen blind zu fügen. Außerdem ist Ihre Aufgabe für Sie sicher recht unterhaltsam, und ich zahle großzügig Spesen und Honorar.” Er lachte hämisch. „Ihre bisherigen Leistungen sind zufriedenstellend. Nur wünsche ich, daß Sie lediglich im Geschäftsinteresse arbeiten. Gefühle dulde ich nicht, die können sich ehrbare Dummköpfe leisten. Auch Ihre Maßnahme auf dem Dampfer findet nicht meine Zustimmung. Sie konnten .sich die Papiere auf weniger plumpe Weise aneignen.“ Eine Pause trat ein. Poro Tescu war einige Sekunden spvachl >s. Das Wissen des „Unsichtbaren” über sein Vorleben, über die Affäre auf dem Dampfer und sein Auftreten im Palazzo Carosi verwirrten ihn. Er begann, sich unsicher zu fühlen und nur mühsam versuchte er einen Widerspruch. „Mir blieb keine andere Wahl”, verte'digte er sich, „als die völlige Ausschaltung des Gegners. Vor Abfahrt des Dampfers gelang es mir nicht, in den Besitz der Dokumente zu kommen. Die Zeit war zu kurz und die Umstände ungünstig. Ein Diebstahl auf dem Schiff hätte mich sofort in Verdacht gebracht, da der andere die Papiere stets bei sich trug, und ich der einzige war, dom er sie gezeigt hatte. — Der Mann ist nicht mehr vorhanden und kann nicht schaden. Nichts deutet auf Gewalt.” Das klang sehr sicher. „Haben Sie den Totenschein gelesen?“, klang es ironisch aus dem Sessel. „Natürlich nicht“, erwiderte Poro Tescu ärgerlich und fügte überheblich hinzu, „aber mein Mittel ist unfehlbar. Ich kenne seine Wirkung, langsam aber sicher.“ „Ohne sicheren Beweis existiert der andere noch für mich. Deshalb muß die Angelegenheit beschleunigt werden. In einem Monat gedenke ich, Italien zu verlassen, bis dahin muß das Geschäft unter Dach sein. Versäumen Sie mit der Weinen Katze, die doch nicht für Sie bestimmt ist, nicht unnötig die Zeit. Sie haben nichts zu tun ab das geheitnrasvalle Versteck auszu- kundschaften und mir das, was es enthält, zu übergeben.“ „Ich weiß, was ich zu tun habe“, sagte Poro Tescu hochmütig. „Denken Sie nicht, eigene Wege gehen zu können“, warnte die Stimme aus dem Stuhl. „Sie stehen unter meiner Kontrolle. Das ist alles für heute.“ Ein schnarrender Laut drang an Poro Tescus Ohren. „Sie werden jetzt auf direktem Weg zur Piazza S. Giorgio gelangen.“ Ein Klopfzeichen tönte an der Türe. Aus dem Lehnstuhl antwortete ein gleiche«. Der Wirt trat ein. „Simone, führe den Signor durch den üblichen Gang.“ Poro Tescu war aufgestanden. Erwischte sich mit dem Tuch über das Gesicht. Die Unterredung hatte ihn erhitzt. Der Wirt ergriff ihn fest am Arm. — Völlige Finsternis, ein leises Schlurfen, das Zuschlägen einer Türe. Dann Stille. Nach ein paar Atemzügen vernahm Poro Tescu die rohe Stimme des Wirtes. „Avanti, Signor. Das Auge gewöhnt sich bald an das Dunkel.“ Wieder ging es über den Hof, aber nicht zurück in die Gaststube, sondern hinter einigen großen Kisten zu einer kleinen Hoäztüre, durch die die beiden gebückt in einen anderen Hof gelangten, den sie bi« zu einem schmalen Gang durchquerten. Von hier kamen sie in eine winzig« krumme Gasse. Der Wirt blieb stehen. „Sehen Sie etwa« besser?“, fragte er. Poro Tescu bestätigt« kurz. „Gehen Sie bis zum letzten Haus. Gleich links in der Mauer finden Sie ein« schmale Steintreppe, die wieder zu einem Hof führt, den gehen Sie fünf Schritts entlang, dann kommt ein Durchgang, und Sie stehen auf der Piazza. Dort wartet ein Wagen auf Sie. Sie brauchen nur das Kennwort und Ihre Adresse angeben.'' — Im Hotel gab ihm der Nachtportier den Zimmerschlüssel. „Wünschen der Signor geweckt zu werden?” „Nein, danke“, sagte er kurz und ließ sich im Lift in das obere Stockwerk fahren. - (Fortsetzung folgt) Nr. 19 l Seite 5 förnftatt) beit 14. Gebern» 1950 „FremÖenroerbuns" „Wenn es nidit wahr ist, ist es zumindest gut erfunden“, sagen die Italiener bei kleinen und großen Erzählungen, die treffend eine Sache oder einen Zustand bezeichnen. Der folgende Bericht ist nidit erfunden, es geschah so, wie es aufge- edirieben wurde. Und was er aussagt? Daß es manchesmal nicht einfach ist, in einer Stadt zu leben, wo es heißt, man soll höflich und nett zu den Reisenden sein. Besonders, wenn diese Reisenden eine andere Meinung als man selbst von den Dingen — hier ist das Ding ein Taxameter — haben und jeder nun den eigenen Kopf durchsetzen will. Da kamen neulich abends mit dem Schiff zwei Männer an, die eine längere Reise hinter sich hatten und müde waren. Wenn man müde ist, hat man meistens nur einen Gedanken. Wie komme ich am schnellsten ins Bett? Sie beschlossen, ein Taxi zu nehmen. Der eine von ihnen war ein Einheimischer und brauchte nur bis Petershausen, der andere war fremd in Konstanz und mußte bis zum Torkel beim Waldhaus Jakob. Sicher machte das Herz des Taxichauffeurs, zu dem die beiden in den Wagen stiegen, einen Freudensprung. Zum Torkel — das ist immerhin eine ganz schöne Strecke. Der Wagen fuhr an und es ging am Theater vorbei in Richtung Petershausen. Dann passierte die Sache mit dem Taxameter, bei dem der Chauffeur seine Kon- etanzer Meinung hatte. Und der Fremde eine andere. „Sie haben Ihren Taxameter nicht eingeschaltet“ sagte der Fremde und tippte an die Glaswand. Der Taxichauffeur meinte, er wüßte den Preis so, und der wäre 4.— DM zum Torkel. „Aber ich weiß es nicht“, sagte der Fremde. Der Dialog begann freundlich und steigerte sich bis zur Rheinbrücke zu Enthusiasmus auf beiden Seiten. Der Chauffeur behauptete, seine Taxameteruhr sei noch nicht umgebaut. Man könne sich aber auf ihn und die 4.— DM verlassen. Der Fremde erklärte, im ganzen Bundesgebiet seien zwar die meisten Taxameter noch nicht umgebaut, aber es gäbe eine Regelung, nach der 25 V* auf den alten Fahrpreis, der angezeigt wird, aufzuschlagen seien. Da käme er nicht mit aus, sagte der Fahrer. Ueber- haupt — und damit hielt er seinen Wagen kurz hinter der Rheinbrücke an — ließe er sich keine Vorschriften machen, der Fremde und sein Freund sollten aussteigen. Die beiden stiegen aus, was blieb ihnen anderes übrig? Sie wollten bezahlen, aber zu sehr in seiner Ehre gekränkt, wies der Taxichauffeur das Geld zurück, drehte um und fuhr schimpfend zurück. — Verblüfft war der Fremde, bekümmert der Freund. Wie gesagt, es ist eine schwierige Sache mit der Höflichkeit, den Reisenden und der eigenen Meinung. -u- Kotiftanzer ßilöerbogen auf Welle 362,6 Eine halbe Stunde offizielles und Inoffizielles Konstanz im Funk Der Südwestfunk tat am Sonntag um 16.30 Uhr mit seiner halbstündigen Funkreportage über Konstanz der Stadt einen guten D'enst. Dieser bunte Bilderbegen begann mit Mövengekreisch im winterlichen Stadtgarten und endete mit Operet- tenimusik (Stadt. Orchester mit Eva War- weg), die ja nun im „Theater am Bodensee“ wieder heimisch werden soll. Zwischen Anfang und Schluß aber plauderten am Mikrophon Eleonore Schroth, Erwin Vather und Rolf Wernicke über das offizielle und inoffizielle Konstanz. Sie sprachen vom licht des Spiel-Casino und vom Schatten im Flüchtlingslager Egg, vom Rosgartenmuseum, wo es wohl eine Richenthal- aber keine Richenthalerchronik gibt und wo außerdem das Thaynger Renntier seinen Nimbus als „ältestes Kulturdokument” schon längst eingebüßt hat. Weiter sprach ein Taxameterbesitzer von seinen sommerlichen Hoffnungen auf ein gutes (besseres) Geschäft und Hans Brügel, der Leiter des Verkehrsamtes, von seiner und seiner Kollegen Vorarbeit für die kommende Fremdensaison. Den „Ernst der ' Lage“ schilderte Hans Bernhardt als Leiter des Fürsorgeamtes, während Dr. Wal- r ter Haas von der Industrie- und Handelskammer den berühmten Silberstreifen am Horizont an den (Funkjhimmel zeichnete. Daß in Konstanz auch mit der Hand gearbeitet wird, davon kündete das Hämmern und Nieten auf der Schiffswerft, wo z. Zt. die „Baden“ saisonreif gemacht wird. Selbst für den 42 m hohen All- mannsdorfer Aussichtsturm war das Kabel nicht zu (kurz und die tönere Stippvisite vom samstägigen Elefanten-Ball ließ erkemren, daß in Konstanz inzwischen die Fasnacht angelaufen ist. Zum dumpfen Klang der alten „Ursula“ im Münsterturm aber paßten akkurat die Worte von Dr. Hugo Eckener, daß alles Irdische vergänglich und nur ein Gleichnis sei. ,,Ich bin Philosoph geworden!“, sagte der 83jährige. Das war die Konstanzer Funkreportage; wer sie gehört hat, wird sich gefreut und vielleicht dabei festgestellt haben, daß die kleine-große Konstanzer Welt auch im Winter voller Geschehnisse und — Widersprüche ist. Behörden machen dienstfrei Angesichts der bevorstehenden Fas- nachtstage schalten auch einige der Konstanzer Behörden auf Fasnachtsbetrieb um und werden folgende Nachmittage dienstfrei halten: Stadtverwaltung: Schmutziger Donnerstag, Rosenmontag und Fasnachtsdienstag. Landratsamt; Schmutziger Donnerstag und Fasnachtsdienstag. Da auch an den Fasnachtstagen Bedürfnis nach Sauberkeit vorliegt, ist das Kur- und Hallenbad wie folgt geöffnet: Schmutziger Donnerstag bis 17 Uhr, Montag bis 12 Uhr und am Fasnachtsdienstag den ganzen Tag. Beim Schulfrei für alle Schulen am Schmutzigen Donnerstag scheint es allerdings einige „unüberwindbare“ Hindernisse zu geben. Zwei Todesfälle Der seit 1944 in Konstanz lebende Geheimrat Dr. Artur Oster ist am Samstag im Krankenhaus kurz nach Erreichung des 70. Lebensjahres gestorben. Im Auswärtigen Amt, wo er die Position eines Vortragenden Legationsrates inne hatte, war dieser Diplomat auf Grund seiner lauteren und aufrechten Gesinnung geschätzt und beliebt. Von einem im Herbst in Italien erlittenen Unfall hat Geheimrat Oster sich nicht mehr erholt. Auch in Konstanz wurde Dr. Oster von vielen Persönlichkeiten geschätzt. In den Nachmittagsstunden des gestrigen Montag starb im Alter von 71 Jahren Schriftsetzer Wilhelm Bippus. Der Verstorbene, gebürtig aus Bittelschieß (Hohenz.), gehörte zu den ältesten Schriftsetzern in Konstanz und war ununterbrochen seit 1909 bei der Druckerei Reuß & Itta, der „Konstanzer Zeitung”, ,3oden- see-Rundschau” und zuletzt auch für den „Südkurier” als Anzeigenmetteur tätig. In seiner jahrzehntelangen Arbeit war er allen Kollegen ein aufrichtiger, fleißiger und zuverlässiger Mitarbeiter. Im Reich Der Kamele Bunter Abend der „Kamelia Paradies” Schwerer Kran uni) febroere Laft Auf dem Petershauser Güterbahnhof wurden gestern die Kisten mit den Cotton- Masdiinen für die Strumpf- und Wirkwarenfabrik Konstanz ausgeladen. Diese acht Kisten zu je 10 Tonnen, in denen die Angriffe gegen Konftanz Eine Richtigstellung in der „Neuen Zeitung“ Bild: Sdme:der-Ressel Cotton-Maschinen unzerlegt verpackt sind, kamen, direkt aus den Vereinigten Staaten und helfen, den Maschinenpark der Strumpffabrik vervollständigen. Die Strumpf- und Wirkenwarenfabrik, die bis zum 15. März im Gelände der früheren Schwarzwald-Flugzeugwerke in der Reichenaustraße die Produktion aufnehmen, will, wird rund 200 Facharbeiter beschäftigen und manchem Flüchtling und Arbeitslosen Arbeit und Brot bringen. Wegen Verleumdung verurteilt Ein interessanter Ehrverletzungs-Prozeß fand dieser Tage vor dem Bezirksgericht KreuzUngen statt. In einem anonymen Flugblatt war eine Anzahl Amtspersonen von Kreuzlingen angegriffen worden. Bezirksstatthalter Raggenbaß wurde u. a. vongeworfen, er habe der Stadt Konstanz zur Eröffnung eines Spiel-Casinos verholten. Vor dem Bezirksgericht hatte sich nun ein Mann aus Kreuzlingen wegen dieser Behauptung zu verantworten. Wie der Staatsanwalt erklärte, gehe aus den Un- tersuchungsakten eindeutig hervor, daß Statthalter Raggenbaß mit der Eröffnung eines Spiel-Casinos in Konstanz nichts zu tun hatte. Durch die Verbreitung dieses Gerüchtes habe der Angeklagte planmäßig die Ehre de s Statthalters als Amtsperson geschädigt und sich dadurch der Verleumdung schuldig gemacht. Auch cer Vorwurf des Amtsmißforauch, der dem Bezirksstatthalter von dem gleichen Mann gemacht worden war, sei unberechtigt. Der Angeklagte wurde deshalb wegen Verleumdung und übler Nachrede unbedingt zu fünf Wochen Gefängnis verurteilt. Der bedingte Strafvollzug konnte nicht gewährt werden, weil der Mann schon mehrmals vorbestraft war. Er wollte 15 000 DM schmuggeln Wie der „Thurgauer Volksfreund“ mitteilt, heben die deutschen Zollbehörden am Samstag beim Grenzübergang einen Schweizer erwischt, der 15 000 DM nach Konstanz schmuggeln wollte. Die Zahl der ertappten „kleinen Sünder“ mit Beträgen von 50 bis 100 DM beläuft sich tätlich auf zirka fünf. — Die Freigrenze für Schweizer im kleinen Grenzverkehr ist nun von 5 auf 9,20 DM I erhöht worden. In auswärtigen Zeitungen wurde in der letzten Zeit die Stadt Konstanz mehrfach angegriffen. Sie habe Hilpert gehen lassen; das beweise einen Mangel an kulturellem Interesse. Entsprechend einem dieser Angriffe sieht es in Konstanz ungefähr so aus: Nach 1945 haben sich vorwiegend Fremde um das kulturelle Leben verdient gemacht. Ohne diese wird die Stadt in ein geruhsames Krähwinkeldasein versinken. Diesen Angriffen, die das Ansehen der Stadt Konstanz in schädlicher Weise herabsetzen, mußte entgegengetreten werden. Der „Südkurier“ tat dies in der „Neuen Zeitung“, München, die mit einem Aufsatz „Waschfrau und Gesellschaftsdame“ die schärfste Sprache gegen Konstanz geführt batte. Ihr schrieb der Kulturredakteur des „Südkurier“, L. E. Reindl, einen richtigstellenden Brief. Die „Neue Zeitung“ war loyal genug, diesen Brief, mit dem das Konstanzer Bürgertum verteidigt wird, sofort zu veröffentlichen. Wir zitieren daraus die wesentlichsten Abschnitte: „Die Stadt Konstanz mit ihren rund 40 000 Einwohnern hat dem Deutschen Theater Heinz Hilperts in eineinhalb Jahren seiner Tätigkeit einen beträchtlichen Kreis treuer Freunde gestellt, um den manche deutsche Bühne in vergleichbaren Verhältnissen das Konstanzer Haus an der Schillerstraße hätte beneiden können. Es waren durchaus nicht nur Neübürger. Diese hätten nicht einmal ausgereicht, die meist ausverkauften Premieren zu füllen. Gerade die alten Familien der Stadt, die an dem Aufschwung ihres Theaters ihre Freude hatten, waren unter den Stammgästen zu finden, nicht nur an den Abenden, sondern auch bei Hilperts Lesestunden an den Sonntagvormittagen. Tatsächlich ereignete sich in Konstanz in den Frühsemmerwochen des Jahres 1946 etwas, das mit Hoffnung nach der alten Stadt blicken ließ: die Kunstwochen mit repräsentativen Ausstellungen moderner deutscher und französischer Kunst, mit Konzerten, Vorträgen, Diskussionen, Jugendlagern, Ausflügen waren ein erster Versuch, mit der Welt wieder ins Gespräch zu kommen. Ohne die verständnisvolle Mithilfe der Besatzungsmacht wäre es zunächst überhaupt nicht möglich gewesen. Im übrigen lag die Initiative bei dem damaligen Kuxturdezernenten der Stadt, an dessen geradezu musterhafter Alteingesessenheit auch der böseste Wille nichts aussetzen könnte. Wer schließlich hat denn Heinz Hilpert nach Konstanz verpflichtet? Es war der Kulturausschuß des Stadtrates und der Stadtrat selbst . . . Der Versuch, durch Hilpert Konstanz zu einer Stadt vom Nimbus einer Theaterstadt zu machen, war diie Verwirklichung eines alten Traumes, der durch das Salzburger Vorbild geweckt und genährt wurde . . . Wenn dieser Versuch nicht schon im ersten Jahr mißglückte, so war auch dies wiederum ein Verdienst eines Einheimischen, der Hilpert, als Vorschuß auf fern-liegende Filmpläne hin, einen Ueberbrückungskredit von nicht weniger als 70 000 D-Mark zur Verfügung stellte, über dessen Rückzahlung dann nicht mehr gesprochen wurde. Hilpert scheiterte, weil die Einnahmen der Stadt mit ihrer geringen Einwohnerzahl zur Finanzierung eines solchen Theaters einfach nicht ausreichen. Er mußte also schließen. Bei seiner letzten Premiere und bei seiner letzten Sonntagsfeier wurden dem scheidenden Theaterleiter demonstrative Huldigungen bereitet, wie sie hierorts sehr selten sind. Es wäre eine Verdrehung der Wahrheit, wollte man behaupten, die Hervorrufer seien nur „Fremde“ gewesen. Es gibt nämlich die Fremden und d i e Einheimischen, die sich jeweils gegenseitig als die Guten oder Ueblen betrachten würden, hier so wenig wie anderswo. Auf beiden Seiten werden Fehler gemacht, es sind aber Fehler der species homo sapiens, in Konstanz, in München, in — überall. An ihnen haben wir alle teil, auch der Schreiber des Konstanzer Berichtes (in der „Neuen Zeitung“) und auch, ich, der ich diesem zu entgegnen versuche mit ein wenig Aufklärung über die Wahrheit, wie ich sie sehe.“ Sfoirje Stabtnadjridjten Das Konstanzer Standesamt meldet für die Zeit vom 31. Januar bis 10. Februar 22 Geburten, darunter fünf uneheliche, neun Eheschließungen und zehn Todesfälle. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen heute die Eheleute Vinzenz Müller und Frau Hildegard geb. Tworz, Hinden- burgstraße 14. — Seinen 77. Geburtstag feiert morgen Friedrich Streicher, Zugführer i. R., Richentalstraße 3. — Professor Dr. Friedrich Schürr (Universität Freiburg), wohnhaft im Weinberg 2, leistete einer Einladung des Consejo Superior de Investigaciones Cientificas in Madrid zu Vorträgen über Cervantes Folge. Ab 15. Februar kosten die Mahlzeiten, die im Rahmen der Winterspeisung im Restaurant „Post“ abgegeben werden, nur noch 50 Pfennig. Ein Feuermelder in der Hussenstraße wurde über das Wochenende in der Nacht zweimal eingeschlagen. — Zwei Geschäftsleute kamen zur Anzeige, weil sie an Jugendliche unter 18 Jahren Feuerwerkskörper verkauft hatten. Ein Schweizer Staatsangehöriger lieferte am Samstag auf dem zweiten Polizeirevier ein Reh ab, das ihm abends zwischen Stockach und Radolfzell in das Auto gesprungen war. Das Tier mußte getötet werden. An dem Auto wurde der Nebelscheinwerfer zertrümmert und ein Kotflügel beschädigt. — In der Markgrafenstraße stießen ein Motorradfahrer und zwei Radfahrer zusammen, als ihnen ein Lastwagen begegnete. Durch die Scheinwerfer des Lastwagens war der Motorradfahrer geblendet worden; die Radfahrer erlitten Schürfwunden, das Motorrad wurde beschädigt. Vor dem Rheintorturm und am Bootshaus des RV „Neptun” sind neuerdings zwei Retungsboote angebracht worden. Dr. Max Haunz wiederholt seinen Filmbericht über die erste Rom-Pilgerfahrt nicht am Mittwoch, sondern am Freitag, 17. Februar, abends, im Marienhaus. Wie vom Pestamt Konstanz mitgeteilt wird, kamen die in unserem Gerichtsbericht vom Samstag erwähnten Unterschlagungen eines Postfacharfceiters nicht in Konstanz vor, sondern wurden in der Nähe von Stuttgart ausgeführt. Der Verurteilte stammt aus Konstanz. 186 000 fuhren mit den Omnibussen Die städtischen Verkehrsbetriebe beförderten im Monat Januar mit den Motorbooten 20 200 und mit den städtischen Omnibussen 186 024 Personen. In diesen Zahlen sind die Angehörigen der Besatzung nicht inbegriffen. Im städtischen Fährebetrieb wurden befördert im gleichen Monat 7076 PKW, 2008 LKW, 1812 Motorräder, 60 Verkehrswagen, 5609 Fahrräder, 530 Anhängerwagen, 46 Zugmaschinen, 14 Fuhrwerke, 10 Stück Vieh, 9 Möbelwagen und 37 602 Personen. Man muß es der großen Familie der | „Kamelia Paradies“ lassen: Sie versteht nicht | nur viel vom Gemüseanbau, sondern sie ' weiß sehr wohl auch, wie man einen zünf- ; tigen und sehr unterhaltsamen Bunten I Abend ohne jedes „auswärtige“ Engagement i auf die Beine stellt. So war der St. Johann- i .saal am vergangenen Samstagabend trotz der j vielen anderen Veranstaltungen von einer erwartungsvollen Menge dicht besetzt und man wurde nicht enttäuscht. Nach einem närrischen Prolog und dem triumphalen Einzug des Hohen Neunerrates sprach Präsident Walter Martin liebenswürdige Begrüßungsworte — auch an die abwesenden Behörden, denn bekanntlich „kommen wohl die Kamele zu den Behörden, aber die Behörden nie zu den Kamelen“. Dann stieg der beliebte „Vize“ und Damen- Präsident Walter Martin in die Bütte, um seine delikate Rede über alle weltbewegenden Ereignisse im vergangenen Jahr von Stapel zu lassen. Wenn man so dicht an der Grenze wohnt, hat man für Politik und alles, was sich so nennt, einen besonders scharfen Blick, wie der „Vize“ mit seinen humorgespickten und mit reichem Beifall quittierten zeitgemäßen Betrachtungen eindeutig bewies. Als der Vorhang dann von neuem aufging, war eine besondere Ueber- raschung fällig. Vor einem wuchtigen Pyra- miden-Hintergrund wurde getanzt, und zwar nicht Wüstentänze, sondern Kreuzpolka, Franqaise und Mazurka. Sechs Paare (Kame- linen und Kamele) führten diese bald in Vergessenheit geratenen Tänze äußerst charmant und exakt vor und Tanzlehrer Lutz verdient hier für die sorgsame Einstudierung besonderes Lob. Eine originelle Idee war die Glanznummer, der „himmlische“ Schallplattentenor „Caruso“ (Vize W. Martin), wozu man sich übrigens vorstellen kann, daß mancherlei Uebung notwendig war, bis es so gut klappte. (Was selbstverständlich auch für alle anderen Programmnummern gilt, die alle sehr flüssig und ohne Hemmungen absolviert wurden). Die jüngsten Paradieser Früchtle „Helga und Berthold (H. Böhler, B. Grundier) waren nicht auf den Kopf gefallen und zeigten, daß für eine erfolgreiche Zukunft der „Kamelia“ durch einen guten Narrensamen gesorgt ist. Es war eine Freude, zu sehen, wie das drollige Pärchen Walzer und Samba tanzte. Dann kamen drei besonders hübsche Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts (Anna Martin, Maya Schächtle, Hanni Bächler) in Ami-Tracht wirklich und wahrhaftig mit einem Jeep auf die Bühne gefahren. Gewandtes Auftreten und Stimmbegabung verhalfen ihrem netten Liedlein zu einem guten Erfolg. Die beiden urwüchsig-komischen Säufer „Casimir und Florian“ (Adolf Lang, Fritz Dulier) und ein Apachentanz (Theresia Kerker, Anni Markgraf), der viel Temperament und akrobatische Schulung verriet, und von Ballettmeister Diebold einstudiert war, seien als weitere Nummern des durchweg guten Programms, in dem auch der erfolgreiche Kamelia-Schunkelwal- zer „Mäschkerle“ nicht fehlte, genannt. Dann zum guten Abschluß das Geflüster auf einem Bänklein am See gegenüber Stromeyersdorf, wo vor großartiger Landschaftskulisse bei untergehender Sonne so mancherlei Ereignisse und Zustände in unserer Fremdenstadt aus der Perspektive des ParaSamba, Tango, Fran^aife Als der Elefantenball am Samstag- I abend im Konzil begann, regnete es in Strömen. Sehr zur Freude der Taxameter, denen dieses Geschenk willkommen war. Sie machten Dauerdienst und kassierten entsprechend. Noch eine solche Nacht und die Taxameter können ihre am Bahnhofplatz zu erstellende Unterkunftshalle in bar bezahlen! Man hätte sich keine größeren Gegensätze denken können an diesem Abend! Draußen: Die monotone Melodie des Dauerregens; drinnen: die schwungvollen Rhythmen der Kapellen Schuhmacher und Zimmermann. Dazu eine Temperatur, die an die besten Hundstage des vergangenen Sommers erinnerte. Aber was tat es? Die Klänge der Kapellen lockten, nein zwangen zum Tanz! Ueber 1500 Personen, darunter viele Gäste aus der Schweiz, huldigten neuen und alten Tänzen mit bemerkenswerter Ausdauer und Hingabe. Die Stunden flogen dahin und auch nach Mitternacht schützte niemand die bekannte Müdigkeit vor. Höchstens, daß es ein kurzes „Verschnaufen“ gab. Dabei fanden die Augen keine Ruhe. Denn es mußten entzückende Kostüme bewundert werden. Ihre jugendlichen, jungen und sonstigen Trägerinnen versuchten sich mit echt weiblicher Charme Kostüm und Situation anzupassen. Die glücklicherweise in geringer Zahl erschienenen Zivilisten mußten sich höchst überflüssig Vorkommen. Sie hatten sichtlich Hemmungen. Aber man konnte mit ihnen kein Mitleid haben, denn an Fasnacht regiert das Kostüm. Zumal, wenn sie sich in solchen Sälen abspielt, wie im Konzil. Alfred Riedle, Adolf Schmid und Hugo Graf, die für die Ausstattung verantwortlich zeichneten, war die glänzende Stimmung mit zu verdanken. Hier mußte man sich wohl fühlen! (Nur möchte man sich für die Redoute wünschen, daß die Elefantenkapelle im unteren Saal mit Blechmusik aufspielt.) Wer ein neues Betätigungsfeld suchte, sauste auf Gustav Fischers Schnell-Rutschbahn in die Tiefe, um bei Bier und Weißwürsten seine Kräfte für kommende Taten zu stärken. Die hohen Elferräte selbst — an diesem Abend frei und unbeschwert von Sorgen — zeigten ihr aufgefrischtes tänzerisches Können bei einem Franqaise und tauchten dann im Volk unter. Die Prämiierung der schönsten Kostüme wurde von Betriebsdirektor Karl Steuer vorsenommen. Er waltete mit zwar absterbender Stimme, aber wachen Sinnes seines schweren schiedsrichterlichen Amtes. Es gab viele, die sich zuflüsterten: „Au f Wiedersehen bei der Elefanten-Redoute!“ Und mit heißen Schwüren wurde dieses Wiedersehen versprochen! -ck dieses betrachtet wurden (Gerda, Paul, Karl | und Fritz Hörenberg. Walter und Gustav 1 Martin). Daß es auch in unserem Stadtteil , dicht an der Grenze an gutem, gesundem j Humor nicht mangelt, wurde gerade in dieser letzten Nummer offensichtlich. ! Vergessen dürfen wir in unserem Lob nicht die schneidige Immenstaader Musikkapelle, die fleißig und munter aufspielte, weiter Heinz Weidenfeld, der die Gesamtleitung und die Ansage übernommen hatte, die Regieassistenten: E. Schächtle, T. Schächtle, und R. Utz, Beleuchtungsmeister K. Hörenberg, Tonmeister L. Harder, Schminkmeister Elsässer jun. Natürlich gab es wie immer einen reichen Ordensegen. Alles in allem, wir dürfen der „Kamelia Paradies“ zu ihrem Bunten Abend gratulieren und für den Ball am 16. Februar in St. Johann einen ebenfalls so guten Erfolg wünschen. Noch lange blieb man bei Tanz und gemütlichem Geplauder beisammen. - au - „Seebasen feierten Fasnacht” Merkwürdig still war es in den ersten Tagen der Fasnacht 1950 bei den „Seehasen“ auf des Königsbau’s Höhen. Es schien, als hätte die Pressemeldung über die Aushändigung von 300 Jagdgewehren an die südbadischen Jäger den „Seehasen“ die Sprache verschlagen! Glücklicherweise war dem nicht so! Die „Seehasen“ waren nur kluge Strategen und ließen zuerst einmal den Elefant sich richtig austoben. Jetzt kamen sie ausgeruht ans Nachtlicht! — Und wie ausgeruht zogen die „Seehasen* am Samstagabend in den fasnachtlich dekorierten Königsbau-Saal ein! Die „Seehasen- Weibchen“ wollten zuerst gar nicht so recht den großen silbernen Hausschlüssel, mit dem die Tore zur Fasnacht auf dem Königsbau geöffnet werden sollten. hergeben, aber schließlich wurden sie in einem anstrengenden Tauziehen doch noch vom „starken Geschlecht“ mit ir. den Fasnachtstruoel gezogen. Es versteht sich. daß Seehasenpräsident L. Haller die feierliche Eröffnung der Fasnacht 1950 auf dem Königsbau persönlich vornahm. Der Hohe Rat ließ es sich nicht nehmen, geschlossen über die Rutschbahn in den bunten Narrentrubel hineinzuschlittern. Gleich zu Beginn des Abends galt es, ein Kind aus der Taufe zu heben: In aller Stille hatte Seehasen-Kapellmeister Toni Haile einen flotten „Seehasen-Marsch“ komponiert, der von der Kapelle uraufgeführt wurde. Mit viel Stimmaufwand mußte sich Elfer W. Buck zu den einzelnen Programmnummern durchkämpfen, denn die Stimmung begann bereits zu sieden. Die lustigsten Begebenheiten rund um den Königsbau hatten sich einige Narren mit hellhörigen Ohren vorsorglich notiert und gaben sie jetzt vor dem Fuchs’schen Milchauto zum besten. Eine große Ehre bedeutete der Besuch des Bürgermeister von Petershausen (F. Sulger) mit seinen Beigeordneten. Alles (schon nach dem Aeußeren zu urteilen) verantwortungsbewußte Beamte! In seiner Ansprache umriß der Bürgermeister sein närrisch-kommunal- politisches Arbeitsgebiet im Petershauser Rathaus. Zutiefst geehrt empfingen die hohen Herren den höchsten „Seehasen“-Saison- orden aus der Hand einer zarten Ehren- ! jungfrau. Einen Sambatanz mit unbegrenzten Ausdrucksmöglichkeiten legten vier graziöse weibliche Herren zur Freude aller aufs Parkett. Gern wurde nach diesem Ulk den Variationen aus dem „Karneval von Venedig“ gelauscht, die die Seehasen-Kapelle so spielte, als sei dies nur ein Kinderspiel. Dem diesjährigen Fasnachtsschunkelwalzer „Mädle monsch magsch mi“ waren die Seehasen besonders zugeneigt. Bedauerlicherweise gingen die nachfolgenden Vorträge trotz allem Stimmaufwand durch den stellvertretenden Betriebsleiter so ziemlich im Fasnachtstrubel unter. Der von O. Maier vortrefflich gebotene Sketsch mit seinem Brillantfeuerwerk an pointereichen Witzen hätte eine bessere Resonanz verdient. Wie erfrischend waren doch seine Wortspielereien. Hier spürte man echten Lokalwitz Auch das nachfolgende Bild mit Petrus (E. Hörig) und dem aPen versumpften Konstanzer Junggesellen tO. Maier) am Himmelsfernrohr war „himmlisch“! Ein witziger Knallbonbon löste den anderen ab. Schade, daß H. Schröter, der diese beiden (Fortsetzung nächste Seite) ji-f: : ai Ifl Dieriet=i|T 14. Februar 1960 SÜDKURIER K Nr. 19 < Seile Mit Tfchinöaraöabum in öle Faenacht Das Programm der Konstanzer Narrengesellschaften Ab Schmutzigen Donnerstag wird Konstanz aus dem Häuschen sein. Die Fasnacht öffnet ihre Tore und jung und alt, alles was zur Narretei zählt, wird wieder auf den Beinen sein. Der Elefanten-Kinderball am heutigen Dienstag um 15 Uhr im Konzil steht unter dem Motto „Auf der Rutschbahn“. Der Elferrat hat gerade für diesen Kinderbali alles besonders sorgfältig durchdacht, um der jüngeren Generation ein unvergeßliches Fest zu schenken. Heini Miller als Küchenchef wird das fasnacht- liche Menü bereiten. Ihm zur Seite Gisela Krauß und Eddy Ehrike mit ihrem Kinderballett. Karl Schumacher mit seiner Kapelle und weitere Attraktionen werden darauf bedacht sein, dem KinderbaÜ jene besondere Note zu geben, so daß man jetzt schon sagen kann, es wird eine Veranstaltung werden, so wie wir sie eben von den Elefanten gewohnt sind. Weltbürger Nr. 1 kommt übermorgen Am Donnerstagna-chmitiag um 14.25 Uhr kommt mit dem Schiff aus Ueberlingen Weltbürger Nr. 1 Garry Davis nach Konstanz, wo er in Begleitung einer großen Schar von Gesinnungsfreunden im Rathaus von der Stadtverwaltung empfangen wird. Bei dieser Gelegenheit wird ihm das Amt eines Bürgermeisters der Zeltstadt Egg übertragen. Zu dem Empfang am Hafen wird neben der Elefantenkapelle und der Blätzlemutter Gertrud Dietrich die ganze Konstanzer Bevölkerung erwartet. bereitet. Im großen Saal spielen zwei starke Tanzkapellen (Steckeier und Oser) abwechselnd alte und neue Tänze und in den oberen'Räumen wird das Bandonium- Duo Freddy-Peddy jedem tänzerischen Wunsch. Rechnung tragen. Alle Anzeichen lassen auf einen volkstümlichen und hei- terbeschwimgten frohen Abend unter dem Motto: „Niiederburg ahoi!“ schließen. Am Fasnachtdienstag treten die Niederbürgler noch einmal in ihr Stammhaus „St. Johann“, um der Fasnachtauskehr ihr Geleit zu geben und unter Mitwirkung der bekannten Stimmungskanonen die Beerdigung der Fasnacht durch Fritz Bächler vorzunehmen. Wie wir von der Giraffen - AG. Wollmatingen erfahren, wird am Vormittag des Schmutzigen Donnerstag der Narrembaum im Bezirk des Forstwarts Baumann abgeholt und bei der Kapelle (Radolfzeller Straße—Alauweg) abgestellt. Hier sammelt sich um 14 Uhr die Giraf- fen-AG. mit den Kindern von Wollmatingen. Um 14.30 Uhr erreicht die Umzugsformation das Rathaus von Wollmatingen und übernimmt feierlich die Regierungsgewalt von Konstanz-„West“. Dieser Akt wird mit der Hissung der Giraffen-Flagge seinen Abschluß finden. Der Umzug wird sich sodann wieder formieren und von hier durch die Radolfzeller-, Fürstenberg-, Stickerei-Straße und wieder zurück zur Radolfzeller Straße fortgesetzt. Im Garten des Gasthofs „Rößle“ wird dann der Narrenbaum an die Handwerkerzunft übergeben und aufgestellt werden. Die anschließende Raubtierfütterung des Giraffen-Nach- wuchses wird jetzt schon die Freude aller Kinder sein. Um 19.15 Uhr erfolgt die Aufstellung zium großen traditionellen Hemdglonker- Umzug im Fürstenberg (Stickereistraße), an dem sich alle Vereine und oberen Klassen der Wollmatinger Schule beteiligen. Die Gesamtleitung steht unter der Führung des Elferrates Otto Greis. Der Hemdglonkerumziug bewegt sich durch folgende Straßen: Fürstenberg-, Radolfzeller-, Litzelstetter Straße (um die kath. Kirche, Radolfzeller Straße (bis Dettinger Straße), Engelsteig—Kindlebildstraße. Auflösung des Zuges vor dem diesjährigen Giraffen-Stammhaus, Gasthaus „Zum Rößle“. Danach ist in allen Lokalen Faschingsrummel. Mit „Al et" in öie Narretei 700 Allensbacher Narren und Närrinnen besuchten die „Alet”-Konzerte Allensbach. Die zwei großen „Alet”- Konzerte am Samstag und Sonntag durchzuführen war in manchem ein Experiment, denn aller Anfang ist schwer. Nun, Unliebsames. Die „Alet”-Kapelle sorgte außerdem dafür, daß es bei dem vierstündigen Programm keine Pausen gab. Der Elefanten-Damen-Abend mit Herren am Mittwoch in der Elefanten-Haupt- wache zur „Oberen Sonne“ steht unter dem Motto „Wie anno dazumal“. Es sojI ein Elefanten-Abend werden irn alten Stil, eo wie ihn unsere Väter und Großväter gefeiert haben. Die Elefantinehen und Elefanten sammeln sich mit närrischer Kopfbedeckung um 19.30 Uhr in der Unteren Sonne zum Lampion-Empfang. Um 20 Uhr setzt sich der Lampion-Umzug unter Vorantritt der Elefanten-Kapelle durch folgende Straßen in Bewegung: Kanzleistraße, Marktstätte, Brotlaufoe, Fischmarkt, Zoilemstraße, Wessenbergstraße, Hussenstraße, Neugasse, Rosgartenstraße, Kanz- Jeistraße, Ober® Sonne. Die Anwohner dieser Straßen werden gebeten, ihre Häuser zu dllumdnderen. Für Zugteilnehmer sind in der Oberen Sonne die besten Plätze reserviert. Zum Programm mit Albert Pasch, vom Südwestfunk, Sepp Kuner, Fritz Bächler, dem Elefanten-Quartett, und den bekannten Elefantenstars, spielt erstmals die Elefanten-Üamen-Kapelle. Anschließend Elefantenhock mit Tanz in sämtlichen Taschenspiegelsälen der Oberen Sonne. Frühschoppen am „Schmutzigen Dunschtig“ findet im „Barbarossa“ statt. Zum Elefanten-Jubiläums- Umzug am Fasnachfssonntag haben sich 90 Gruppen gemeldet mit 50 Wagen. U. a. hat auch der Reitverein Kreuzungen seine Teilnahme zugesagt, sowie die Allensbacher und, Kaltbrumner Narrengesellschaften. Dieser Umzug mit einer Länge von 1500 Metern wird der größte sein in der 70jäh- rigen Elefantengeschichte. Die Bevölkerung leistet einen Unkostenbeitrag von 20 Pfennig und erhält dafür ein künstlerisch aufgemachtes Programm. Aus der Ratskanzlei der Niederbürgler wird uns berichtet, daß der Aufruf des Dreizebner-Rates zur Spendung von Wasservögeln für die Auffrischung des Schwanenteiches beim Stadtgarten auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Die eingelaufenen Pracht-Exemplare aus aller Welt werden nun am kommenden Donnerstagnachmittag durch die Straßen der Stadt geführt und damit erstmalig der Konstanzer Bevölkerung zur Schau gestellt. In „St. Johann“ ist alles auf den großen Bünglerball am Samstag bestens vorbeide Abende waren für die traditionelle Allensbacher Fasnacht einmalig. Die „Lö- wen”-Säle boten dekorativ ein buntes Bild, und für diejenigen, die sich mit einem dritten Parkettplatz begnügen mußten, sorgte eine Lautsprecheranlage. Unter den Klängen des Allensbacher Fasnachtsmarsches zog der Elferrat mit seiner Garde ein. Auf der Bühne aber leuchteten 16 glückstrahlende Augen des „Alet”-Balletts den Zuschauern zu. Präsident Karolus II. begrüßte mit einem kräftigen Flossenschlag die Närrinnen und Narren. Gleich nach ihm ließ Vizepräsi- | dent Philippo seinen närrischen Redeschwall los, wie er eben nur von ihm kommen kann. Wenn er sagt: „Fasnacht ist für mich das größte Fest des Jahres”, dann weiß man alles. Neben verschiedenen Bürgermeistern konnte er die „Tau- cherle” von Kaltbrunn und die „Schlafmützen” von Hegne und am zweiten Abend eine große Abordnung der „Quacker” aus Allmannsdorf begrüßen.) Der Clou des Abends war wohl Alfredo. Als Ansager sprühte er von Witz und Humor. Zum Auftakt habe er das „Alet”- Ballett (Leitung: Ballettmeisterin Eddy Ehricke-Konstanz) anzusagen. Der Walzer war aber nicht alles, was Eddy Ehricke einstudierte. Hinzu kam ein niedliches Kinderballett mit drei Mädels, die vor allem die Herzen der Zuschauer eroberten. Aber auch 'die Garde zeigte neben zwei Solotänzen mit zwei Marschtänzen ihr Können. Mit lustigen Sehnaderhüpferln besang das Quartett „Frohsinn” die Allensbacher Fasnacht und seine Leute. Dann aber wären Karolus und Philippo zu nennen. In drei von ihnen selbst verfaßten Sketchen wurde der Fremdenverkehr glossiert. Als zwei neue Gemeindebeamte prüften sie das Für und Wider der neuen Wasseruhren und kamen zu dem Schluß, daß wenn es in Allensbach weiter so aufwärts geht, noch verschiedene und andere Posten zu besetzen wären. Auch auf dem Wochenmarkt entwik- kelte sich ein gewaltiger Konkurrenzkampf zwischen drei Marktfrauen, die die Allensbacher Geschäfte glossierten. Aber auch die Jüngeren, Alfredo und Sepp standen ihnen keinesfalls nach. Als Musikclowns erregten sie die Lachmuskeln ganz gewaltig. Auch die sogenannte intime Dorfpolitik brachte Liebsames und Dingelsdorf. Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Fasnacht. Trotz ungünstigem Wetter unternahm der Elferrat mit der Kur- und Schwefelbadkapelle und einigen Tausend jungen und alten Ala-Böcken einen Ausflug nach dem benachbarten Litzelstetten. Erst au später Abendstunde kehrten die Ausflügler ins Vogelhaus zum „Tanker” zurück. Inzwischen trafen dort die Frauen zum traditionellen Kaffeeklatsch ein, der mit einem Tänzchen in den späten Abendstunden endete. Am Schmutzigen Donnerstag wird der Narrenbaum auf dem „Kronenplatz” aufgestellt werden und abends findet dann der Hetndgfcnkerumzug statt. Ehrend wird an diesem Tag auch des Laufnarren Josef gedacht, der gleichzeitig seinen Geburtstag feiert. Litzelstetten. Am Sonntagnachmittag fanden im Bürgersaal des Rathauses außerordentliche Jahreshauptversammlungen der Spar- und Darlehenskasse Litzelstetten statt. Der Vorstand der Spar- und Darlehenskasse, Gemeinderat Bernhard Römer, eröffnete die Versammlung. Darauf erstatteten die Rechner Heinrich Gensle und von der Spar- und Darlehenskasse und Rechner Franz Honsel von der Ein- und Verkaufsgenossenschaft den Kassenbericht. Im Anschluß erläuterte Verbandsrevisor Kleiber Zweck und Ziel der Versammlung, nämlich die Verschmelzung der beiden Organisationen zu einer Einheits- oder Dorfgenossenschaft unter dem Namen Spar- und Darlehenskasse Litzelstetten. Sie soll im Zug der Vereinfachung der Verwaltung und um Unkosten zu sparen, erfolgen. Die Versammlung war einstimmig für die vorgeschlagene Verschmelzung. Zum neuen Rechner wurde in geheimer Abstimmung Kontrollassistent Josef Weber einstimmig gewählt. Als 1. Vorstand ging Landwirt Konrad Römer aus der Wahl hervor. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates wurde Bürgermeister Franz Moser vorgeschlagen. Zum Schluß dankte Konrad Römer den beiden ausscheidenden Rechnern und Aufsichtsratsmitgliedern für die geleistete Arbeit und bat sie, ihre reihen Erfahrungen der neuen Organisation auch in Zukunft nicht zu versagen. Insel Reichenau. Nach längerer Krankheit starb im Alter von 76 Jahren Frau Elisabeth Stengele, geb. Böhler. lustigen Szenen entwarf, im letzten Augenblick durch Krankheit am Auftreten verhindert war. Zum Schluß sei noch der muntere Tanz der bösen Königs baububen erwähnt. Ob es wohl echte Buben waren, die da tanzten? Was wäre Fasnacht ohne Ordenssegen? Gleich kostbarer Goldstückchen wurden die Orden an alle verteilt, die sich um die „See- hasen“-Narretei besonders verdient gemacht haben. So an die nimmermüden Seehasen A. Dannecker und T. Graf, Frau Tr. Knoblauch (Einstudierung der Tänze) und an die Konstrukteure und Erbauer der Rutschbahn, Gebrüder O. und E. Schmid. Es liegt eine gewisse Tragik im Musikerberuf. Sie, die doch am intensivsten zum Gelingen eines Abends beitragen, werden vom Chronisten immer am Schluß erwähnt. Was wäre wohl aus dem Abend geworden ohne die aufmunternden Weisen der nimmermüden „See- hasen“-Kapelle unter Toni Haile s Leitung? Sicher hätte kein Seehas bis zum Morgengrauen durchgehalten und sich so köstlich amüsiert! p-e Der Bunte Abend der „Seehasen“ wird am kommenden Samstag im „Schützen“ wiederholt! lieh ging es weiter. Ununterbrochen waren Vorhang, Musik und Schnecken in Bewegung. Giraffen, Storchen und Kamele waren zu Besuch und der Bürgermeister von Petershausen mit seinem Hausrat erntete für seine weitschauenden Pläne um die Zukunft Petershausens den verdienten Orden. Die Mitarbeit der Schnecken am Gelingen dieses gelungenen Abends wußte der Präsident des Elferrates, Gottmann, standesgemäß zu würdigen. Vor einem Jahr noch, als sich der närrische Zoo überall in Konstanz vorsichtig aus den Fesseln des Krieges zu befreien begann, war es in der Schneckenburg ruhig geblieben. Um so überraschender war dieser plötzliche Aufschwung, der in Anbetracht der geringen Mittel und der kurzen Vorbereitungszeit alle Erwartungen übertraf. Zudem ist das Hauptquartier im Dachplattenhof, das Uneingeweihte manchmal „Ziegel- ßchömmltcbe „Felchenfchroäme" Aus dem heiteren Büchlein „Felchen- schwänz” von Sepp Kuner veröffentlichen wir nachstehend einige Kostproben. Vorsorgliche Ermahnung Ein an einem Neubau arbeitender Maurer legte gewohnheitsmäßig sein Vesper immer auf ein in der Baubaracke angebrachtes Regal. Diesmal hatte er auch wieder einen Badesteinkäs bei sich, der schon ziemlich läufig war. Kaum hatte er ihn auf das Brett gelegt, fing er auch schon zu wandern an. Als der Maurer dies bemerkte, sagte er: „De kasch na renne wo de wit, aber zum Vesch- bere bisch mr wieder do!“ Verfängliche Frage „Du, Vatter“, unterbrach der kleine Peter ihn beim Zeitungslesen. Vater reagiert nicht. Stürmischer wird die Frage: „Du, Vatter! — Papa! — Babeli! — Däti!“ — Endlich: „Herrschaft, Kerli, wa isch denn los?“ — „Du Vatter, sag emole, wenn dini Fueß ischlofe, mach’sch denn d’Hiehneraug« au zue?" — Bedenklich „Wo na, so pressant, Nochberi?“ — „O, zum Dogder! Der Maa isch vom Roß abl keit un hot ‘s gröschd Loch im Kopf.“ — „Hei no- mol, grad a de dümmschde Stell“ 1 Schnecken gar Wie kommt es eigentlich, daß ausgerech- | net die Schnecken als Symbol des Langsam- i sten alles Langsamen gelten? Wir sagen uns : los von dieser völlig imzutreffenden Behauptung, die offenbar noch aus einer Zeit stammt, in der man keine richtigen Schnek- ken kannte. Was uns die Narrengesellschaft ! „Schneckenburg“ im „Ziegelhof“ am | Samstagabend mit ihren Schnecken und j Schneckinchen präsentierte, war alles andere | als langsam. Man sagt, der Elefant hätte I einen langen und beweglichen Rüssel — sei’s ! drum, die Schnecken jedenfalls haben Fühler, die mit sagenhafter Sicherheit grundsätzlich das Richtige zu treffen wissen. Ein Blick auf das Programm des ..Großen Bunten Abends“ — sagt alles. 21 Nummern rollten in pausenloser Folge über die kleine, aber verrückte Bühne. — Wer bietet mehr?? Es ist keineswegs selbstverständlich, daß ein Theater und dazu noch mit 21 Aufzügen, ein ausverkauftes Haus 3 % Stunden lang außer Atem zu halten vermag. Der Schneckenbühne schien das keine Schwierigkeiten zu machen. Das mag zum Teil am Motto gelegen haben, wonach die Schnecken sich im hellen Aufruhr befinden, zum anderen aber an der unter Menschen sonst so seltenen Ehrlichkeit, mit der die Geschehnisse rund um den Gott- nicht iangfam mannplatz Ihren mehr als illustrierten Niederschlag fanden. Doch das war das wenigste. Wenn nicht alles täuscht, dürfte Petershausen auf dem besten Weg sein zur Metropole am Konstanzer Rhein zu werden, wobei dann für die Vorstadt am linken Rheinufer immerhin einiges abfallen wird. Die ideale Lösung aller schwebenden Zeitfragen wird fortan keine Schwierigkeiten mehr machen, ob kommunale oder Bonner Politik, für alles wußte der Büttenredner den einzig richtigen Weg. Wir gehen glänzenden Zeiten entgegen und werden uns vertrauensvoll an die Schnecken halten. Nur den Männern droht von seiten der Schneckinchen erhebliche Gefahr — der Frauenstreik ist proklamiert uhd die alten Jungfern unter ihnen haben die Liebhaber restlos durchschaut und werden sich gewiß nicht mehr enttäuschen lassen. Eigentlich schade, vorausgesetzt daß alle Jungfern sich so gut halten, wie eben diese einsichtigen. Nun. wir setzen unsere Hoffnung auf das Schneckenballett, das die besten Aussichten eröffnet, denn von dieser Seite ist anscheinend vorläufig noch kein Streik zu erwarten. Notfalls könnte auch das Herrenballett eine Zukunft haben, wenn die Muskulatur etwas retuschiert würde; doch Boogie Woogie erfordert eben starke Naturen. Nicht minder starke, wie sie das Opernensemble der Schneckenburg von den Zuschauern erwartet, wenn etwa der „Vetter . aus Dingsda“ sich mit Nachdruck auf das j Dingsda setzt, um sich schließlich vom Er- I folg der Aktion zu überzeugen. So und ähn- (Tfpottttt vom $obettfee 3910 Tage Notstandsarbeiten Radolfzell. Zur Ausführung öffentiiefo-er Arbeiten wihl die Stadtverwaltung etwa 30 Arbeitslose auf die Dauer von 28 Wochen beschäftigen. Insgesamt sind für diese Pläne 3610 Tage Notstandsarbeit mit einem Aufwand von 55 600 DM gedacht. Wahrscheinlich wird Radolfzell aus dem Arbeitsstück des. Bundes ein kurzfristiges Darlehen von 50 000’ DM erhalten, so daß die Stadt den Rest von 5600 D(M selbst stellen müßte. 26 000 DM för einen Landungssteg Radolfzell. Wenn die Stadt dem Fremdenverkehr gewachsen’ sein will, muß für , F Nr. 19 I Seite 8 fff >■.0 KAR N £ VALS-SONNTAG I 19. FEBRUAR 9 20 UHR 1 Der grosse /laskenball Wertvolle Prämiierung der schönsten u. originellsten Masken durch WILLI JANN Tanz-Kapellen KARL SCHUMACHER u. a. Tanzflächen durchs ganze Konzil Das größte Karnevalstreiben Dia unerreichte Dekoration im L -c.JW.yjK Vorverk. 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Februar, nachmittags 3 Uhr Abends großer 3iuusba.ll „HO NARRO“ Es ladet freundl. ein Fam. Oskar SCHROFF Für d Hemdglonker-Umzug Wachs-Fackeln, Lampion-Kerzen und Bengal-Hölzer KONSTANZ Konstant, Inselgasse TS, Tel. 1004 Freiburg, Turnseestr. 51, Tel.2525 Fernsprech Anlagen ' Elektrische Uhren/ Feuermelde-, Wächterkor rroll-, Polizei-Notruf-, Sicherungs-, Alarm- u. lichtsionol-Anlog»- * TELEFONBAU UNO NORMALZEIT