SÜDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Donnerstag, Samstag. Adresse: Konstanz, Marktstätte 4 — Telefon-Anschlüsse: Redaktion u. Verlag Nr. 924, 925, 113«, 151«, lit' Pleven bildet Regierung PARIS. Die französische Nationalversammlung beauftragte mit 373 gegen 185 Stimmen den bisherigen Verteidigungsminister Rene Pleven mit der Bildung einer neuen Regierung. Die dreiwöchige Regierungskrise war durch die Forderung der Sozialisten auf Gehaltserhöhungen für die Beamten ausgelöst worden. Über diese Frage stürzte am 24. Juni die Koalitionsregierung Bidault. Die am 2. Juli gebildete Regierung Queuille blieb nur zwei Tage im Amt und mußte wegen der Opposition der Sozialisten zurücktreten. Pleven hat sich mit den Sozialisten geeinigt. Sie stimmten seiner Beauftragung in der Nationalversammlung zu. Für Pleven stimmten weiter die Radikalsozialisten und die ihnen nahestehenden Gruppen. Eine Beteiligung der Sozialisten hing davon ab, ob sich Pleven mit ihnen über die gesetzliche Festlegung von Mindestlöhnen einigen würde. Er versprach, diese Frage bis spätestens zum ersten September zu entscheiden. Der neue französische Ministerpräsident Rene Pleven stellte sein Kabinett dem Staatspräsidenten Vincent Auriol vor. In dem neuen Kabinett sind elf Radikalsozialisten und ihnen nahestehende, neun Volksrepublikaner, neun Sozialisten und vier Gemäßigte vertreten. Die wichtigsten Besetzungen sind: Innenminister Queille, Minister für Angelegenheiten des Europarats Guy Mollet, Außenminister Robert Schuman, Verteidigungsminister Jules Moch. 16000 Deutsche in der Fremdenlegion NEW YORK. Die Zahl der in der französischen Fremdenlegion dienenden Deutschen hat, der „New York Times“ zufolge, die höchste zulässige Quote von 40 v. H. erreicht. Da die Gesamtstärke der Fremdenlegion 40 000 Mann beträgt, stehen also 16 000 Deutsche in französischen Diensten. „Zell der Liebe" BAD LIEBEN’ZELL. Die deutsche Post bat ihre bewährte Findigkeit dieser Tage «nwiit bewiesen- Eine italienische Firma, die Geschäftsbeziehungen mit einer Fabrik für Uihmfferblätter in Bad Liebenzell anknüpfen wollte, hatte ihren Brief mit der Ortsbezeichnung „Zell der Liebe“ versehen. Die Bundespost leitete diesen „Liebesbrief“ prompt nach dem „verdrehten“ Badeort im Schwarzwald, wo er seinen Empfänger erreichte. Mit dem Holzhammer TUTTLINGEN. Beim Anlegen eines neuen Gartenzaunes, schlug in Rietheim (Südwürttemberg) der Schwager des Grundbesitzers, der beim Setzen der Pfähle mithelfen wollte, mit dem Holzhammer daneben. Er traf den Kopf seines Verwandten so heftig, daß dieser bewußtlos zusammenbra ch. 6 JAHRGANG DONNERSTAG 13. JULI 1950 NUMMER 83 Adenauer: Brotpreis darf nicht ansteigen Ermächtigungsgesetz für Festsetzung von Höchstpreisen zu erwarten — Keine Verteuerung der Margarine BONN. (W.-Eigenbericht) Eine Pressekonferenz mit einem Sprecher der Bundesregierung hat einige Klarheit über die ernährungspolitischen Pläne der Bundesregierung gebracht. Die Lage stellt sich wie folgt dar: Die Bundesregierung ist, wie Dr. Adenauer erneut in einem Schreiben an den Gewerkschaftsvorsitzenden Dr. Böckler betont hat, nach wie vor entschlossen, den Brotpreis nicht ansteigen zu lassen und will dies zunächst durch die Festsetzung von Höchstpreisen und später durch den freien Wettbewerb erreichen. Die Höchstpreise werden auf Grund eines Ermächtigungsgesetzes von der Bundesregierung festgesetzt werden, das vom Bundesrat bereits genehmigt worden ist und vom Bundestag verabschiedet werden dürfte. Die Fettsteuer, die jetzt den Namen Margarine-Ausgleichsabgabe trägt, wurde etwas anders begründet als am vergangenen Freitag. Während damals gesagt worden war, es wäre unerwünscht, wenn der Preisunterschied zwischen - Butter und Margarine zu groß würde, wurde jetzt hervorgehoben, daß durch die Erhebung dieser Abgabe die Mittel gewonnen werden sollen, mit denen die Getreidepreise auf der augenblicklichen Höhe von 320 DM je Tonne Weizen und 280 DM für Roggen gehalten werden müssen. Daher glaubt die Bundesregierung auch, die Abgabe nur bis zum 30. September erheben zu müssen und hat sich mit dieser Befristung durch den Bundesrat einverstanden erklärt. Die Vertreter der Margarine-Industrie haben sich mit der Einführung der Ausgleichsabgabe in Höhe von 25 Pfennig je Kilo, wie weiter bekanntgegeben wurde, einverstanden Freiburg zur Mildipreiserhöhung Audi Bonn für höheren Fettgehalt — Gewerkschaften noch nicht informiert FREIBURG. (W. S.-Eigenbericht.) Zu der von den badischen Milchzentralen beschlossenen Erhöhung des Fettgehaltes der Milch von 2,8 auf 3,4 Prozent und der damit verbundenen Milchpreiserhöhung von 36 auf 38 Pfennig, hat der badische Landwirtschaftsminister Kirchgäßner auf Anfrage des „Südkurier“ erklärt, die durch den höheren Fettgehalt gesteigerte Qualität bedinge einen höheren Preis. Um der Kaufkraft der Bevölkerung Rechnung zu tragen, seien die Molkereizentralen dazu übergegangen, zweierlei Milcharten anzubieten und zwar die bisherige Standardmilch mit 2,8 Prozent Fettgehalt und die neue Milch. Damit werde der Bevölkerung selbst die Entscheidung überlassen. Es habe sich bereits in den ersten Tagen gezeigt, daß beispielsweise in Freiburg 75 Prozent der Käufer die teuere Milch verlangt hätten, in Waldshut seien es sogar 80 Prozent gewesen. Das Landwirtschaftsministerium sei vom Bundeslandwirt- schaftsministerium ermächtigt gewesen, den höheren Fettgehalt zu genehmigen. Der Handel habe durch die neue Preisgestaltung, für die das Landwirtschaftsministerium nicht zuständig sei, keine größere Spanne. Der Mehrverdienst fließe lediglich dem Erzeuger, also dem Bauern zu. Der Vorsitzende des südbadischen Gewerkschaftsbundes Wilhelm Reibel erklärte: er könne zu der Milchpreiserhöhung noch nicht Stellung nehmen, da er „noch nicht informiert“ sei. Angstkäufe unberechtigt FRIEIBURG. (W. S.-Eigenbericht.) Landwirt schaftaminister Kirchgäßner erklärte Kurz notiert Der ehemalige Schutzhaft-Lagerführer im Männer-KZ Bavensbrück, Rudolf Beer, wurde vom Schwurgericht in Stuttgart wegen fünf- nndzwanzigfacher Körperverletzung und elffacher Aussageerpressung zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Vier norwegische Parlamentarier, die der Arbeiterpartei angehören, trafen als Gäste der SPD-Bundesfraktion zu einem Besuch in Bonn ein. Die US-Fluggesellschaft American-O verseas- Air-Line wird in Zukunft auf dem Bug ihrer in Deutschland verkehrenden Flngzeuge die Bnndesflagge wehen lassen. In Westberlin wurde der Deutsche Apotheker-Tag 1950 eröffnet. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger rettete in den letzten zwei Tagen 17 Menschen aus Seenot. 36 FDJ-Angehörige, die sich nach dem FDJ-Treffen in Berlin in den Schutz der westberliner Behörden begeben hatten, haben sich freiwillig für den Ruhrbergbau gemeldet. In der Zeit vom Juli 1948 bis Ende April dieses Jahres haben sich in GroBberlin — also in allen vier Sektoren der Stadt — 8635 Häftlinge ans Konzentrationslagern der Sowjetzone polizeilich zurückgemeldet. Nach Angaben des Internationalen Bundes für Sozialarbeit gibt es 80 000 streunende Jugendliche im Bundesgebiet. Walter Ulbricht, stellvertretender Ministerpräsident der Sowjetzonenrepublik, soll auf dem kommenden SED-Parteitag znm Generalsekretär der Partei gewählt werden. Das Hanauer Ausländer-Lager, in dem innerhalb eines Monats vier Brände aasbrachen, die auf Brandstiftung zurückzuführen waren, wurde jetzt unter deutschen Polizeischutz gestellt. Der ehemalige Oberleutnant der Deutschen Kriegsmarine, Karl Vorländer, wurde von einem Kriegsgericht in Lyon znm Tode verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, 1944 «tiilreiche Geiseln persönlich erschossen zu haben. Drei weitere Deutsche, die 1947 von einem uS-Gericht in Shanghai zu hohen Freiheit*- »trafen verurteilt worden waren, wurden ans dem Landsberger Gefängnis entlassen. Bei Karlsruhe fuhr auf der Autobahn ein Lastzug mit voller Geschwindigkeit auf einen Gehenden Lastzug auf. Zwei Fahrer wurden ••WUeL In der Ortschaft Kalkofen in der Pfalz explodierte eine Gewehrgranate, mit der mehrere Kinder Fußball spielten. Ein Kind war sofort tot, drei Kinder wnrden verletzt. Der Vatikan hat alle römisch-katholischen Missionare in Korea angewiesen, auf ihrem Posten zu bleiben. Neun bekannte Frager Klöster wurden in staatliche Wohlfahrts-, Hilfs- und Gesundheitsinstitute umgewandelt. Zum ersten Male nach dem Kriege wird am 13. Juli eine italienische Fluggesellschaft den regelmäßigen Passagierflugdienst über den Nordatlantik auf der Strecke Rom—New York auf nehmen. Das belgische Parlament, das erneut znr Beratung der Königsfrage zusammengetreten war, maßte wieder ohne Entscheidung vertagt werden. Bei Toulouse sprengte sich ein spanischer Arbeiter selbst in die Luft, indem er sein« Taschen mit Dynamit füllte and diese anzündete. Das Haus stürzte zusammen und begrub die ganze Familie. Die Angehörigen wurden schwer verletzt. Die in Großbritannien stationierten amerikanischen Luftstreitkräfte werden verstärkt. Zur Zeit befinden sich in England etwa 60 US-Bomber. Ein Brand zerstörte in Chadderton (England) eine fünfstöckige Textilfabrik. 150 Feuerwehrleute ans zwölf Ortschaften bekämpften vergebens das Fener. Der ständige Ausschuß des Atlantik-Bates wird am 35. Juli in London zu seiner ersten Sitzung znsammentreten. Die Seifenrationierang in Großbritannien wird am 10. September aufgehoben werden. Der UN-Generalsekretär Trygve Lle beabsichtigt, noch diese Woche die USA zu verlassen, um in Norwegen seinen Urlaub zu verbringen. General MeArthnr begnadigte sieben znm Tode verurteilte ehemalige japanische Offiziere zu lebenslänglicher Gefängnisstrafe. Die Angeklagten sind schuldig befunden worden, für die Enthauptung amerikanischer Flieger verantwortlich gewesen zu sein. In der columbianiscfaen Provinz Santander, die am Wochenende von einem verheerenden Erdbeben beimgesucht wurde, ereigneten sich erneut schwere Erdstöße. Indien feierte am Samstag seinen Anf- forstungstag. Der indische Oberkemmandie- { rende hat jeden Offiiier der Armee auf- gef ordert, an diesem Tag wenigstens einen I Baum zu pflanzen. auf Anfrage des „Südkurier“ zu dem im Augenblick herrschenden Zuckermangel, es sei kein Grund zur Besorgnis vorhanden. Tatsache sei lediglich, daß der Einzelhandel den Anforderungen durch die Einmachzeit und durch eine gewisse Käuferpsychose nicht gerecht geworden sei. Auch der Wirtschaftsminister warnt Der badische Wintschaftsminister Dr. Eduard Lais brandmarkte am Mittwoch auf der Hauptversammlung des Einzelhandels- verbaodes Südbaden das Verhalten „eigennütziger und selbstsüchtiger Menschen, che aus Mangel an Disziplin und moralischen Qualitäten wegen des leisen Säuselns eines widrigen politischen Windes die Lebensmittelgeschäfte auskauften“. Kein Mensch denke im entferntesten daran, das Kartensystem für Lebensmittel wieder einzuführen. Auf allen Gebieten seien genügend Lebensmittel vorhanden, so daß die leergekauften Läger wieder aufgefüllt und alle Konsumenten befriedigt werden könnten. Darüber hinaus könne jedermann davon überzeugt sein, daß die Währung unter allen Umständen stabil gehalten werde. Die Qeffentlichkeit könne ferner sicher sein, daß man allen Spekulanten und Hyänen des Marktes, die versuchten, Waren zurüdnzu- halten, um die Preise hochzutreiben, auf die Finger klopfen werde. erklärt und selbst zugestanden, daß dabei keine Verteuerung eintreten werde. Wie Bundesemährungsminister Prof. Niklas erklärte, werde die Umstellung in der Bewirtschaftung den billigeren Bezug von Margarinerohstoffen ermöglichen. Auch er sei der Meinung, daß sich die Verteuerung der Margarine durchaus vermeiden lasse. SPD für Subventionen BONN. Die SPD-Fraktion des Bundestages erklärte, daß die volle Verantwortung für mögliche Brotpreiserhöhungen bei der Bundesregierung liege. Die Bundesregierung sei verpflichtet, Subventionen so lange fortzusetzen, wie es nötig ist, um ihr bei der „Abwertung der D-Mark feierlich gegebenes Versprechen einzulösen“ und eine Verteuerung des Brotes zu verhindern. Bei dem heutigen Stand der Weltmarktpreise seien dafür jährlich rund 80 Millionen Mark aufzuwenden, während im Vorjahr noch 600 Millionen Mark für Subventionen gezahlt werden mußten. Vereinbarung Adenauer-Schumacher BONN. (W.-Eigenbericht). Bundeskanzler Dr. Adenauer und der Führer der sozialdemokratischen Opposition, Dr. Kurt Schumacher, haben bei einer Unterredung, die kurz vor dem Urlaubsantritt des Kanzlers stattfand, einen „außenpolitischen Burgfrieden“ geschlossen. Bei der Besprechung konnte Einigkeit über die schwebenden außenpolitischen Fragen erzielt werden, wobei die beiden Politiker anscheinend davon ausgingen, daß die gegenwärtige Weltlage eine Beendigung der außenpolitischen Auseinandersetzungen zwischen Regierung und Opposition nahelege. Unter anderem, wurden Dr. Adenauer und Dr. Schumacher über die Benennung der deutschen Delegation für den Straßburger Europarat und die Mitarbeit der Opposition bei den Schumanplan-Ver- handlungen einig. Der Bundeskanzler schloß sich überraschend dem Standpunkt Dr. Schumachers an, daß die Straßburg- Delegation ausschließlich vom Bundestag und nicht auch vom Bundesrat ernannt werden sollte. An den Pariser Beratungen über den Schuman-Plan will die SPD, wie sie im Anschluß an die Unterredung mit Dr. Adenauer beschloß, regen Anteil nehmen. Erbitterte Kämpfe in Korea Amerikaner ziehen sich weiter zurück — Panzer versanken im Schlamm TOKIO. Das Hauptquartier General Mc Arthurs gab bekannt, daß sich die,amerikanischen Streitkräfte in Korea nach erbitterten Kämpfen auf das Südufer des Kum-Flusses zurüdegezogen haben. Auch die südkoreanischen Truppen bezogen neue Verteidigungsstellungen. Der Kum- Fluß ist die letzte natürliche Verteidigungslinie vor Taidschon, dem augenblicklichen Sitz der südkoreanischen Regierung. Bei den Kämpfen wurden zum erstenmal amerikanische Panzerstreitkräfte eingesetzt, die schwere Verluste hatten. Zehn amerikanische Panzer wurden zerstört, zwei kehrten kampfunfähig zurück. Audi nordkoreanische Artillerie und Infanterie griffen in die Kämpfe ein. Mehrere Panzer versuchten, sich dem Feuer dadurch zu entziehen, daß sie in Reisfelder abbogen. Doch versanken sie dort im Schlamm und wurden zerstört, nachdem sie ihre Munition verschossen hatten. In einem Kommuniquö General Mc Arthurs wird mitgeteilt, daß die amerikanischen Truppen einen nordkoreanischen Vorstoß nordwestlich von Tschotschiwon aufhalten konnten. Dieser wichtige Straßen-und Eisenbahnknotenpunkt liegt etwa 40 Kilometer nördlich von Taidschon. Auf nordkoreanischer Seite sollen zum erstenmal drei Düsenjäger vom Typ Yak 15 eingesetzt worden sein. Die Stärke der nordkoreanischen Truppen an der ganzen Front wird auf 15 Divisionen mit etwa 150 000 Mann geschätzt. Auf beiden Seiten werden die Fronttruppen laufend verstärkt Versorgung und Nachschub für die Fronttruppen werden immer schwieriger, da die Straßen durch heftige Regenfälle völlig verschlammt sind. Die vor einigen Tagen von den Nordkoreanern besetzte Stadt Tanjang wurde von den südkoreanischen Truppen zurückerobert, die auch die etwa 38 Kilometer westlich von Tanjang gelegene Stadt Tschungdschu weiterhin halten. Nach einem Bericht der „New York Times“ sind bisher nur amerikanische Truppen in Stärke eines Regimentes (etwa 3500 Mann) in Korea eingesetzt worden. Der größte Teil der jetzt in Korea stationierten 24. USA-Division habe bisher noch keine Gefechtsberührung gehabt. Sowjetische Jeeps erbeutet TSCHUNGDSCHU. 20 nordkoreanische Jeeps, die nördlich von Tschungdschu erbeutet wurden, waren neue sowjetische Modelle. Sie waren offensichtlich noch keine Woche im Einsatz: Sämtliche Kilometerzähler zeigten weniger als 800 Kilometer. 20000 Amerikaner einberufen WASHINGTON. Die amerikanischen Militärbehörden ordneten die Einberufung von 20 000 Mann für die Landstreitkräfte an. Generalmajor Hershey, der Chef des Rekrutierungsamtes, erklärte, daß nötigenfalls in drei Monaten 300 000 Mann gestellt werden könnten. US - Luftstreitkräfte verstärkt WASHINGTON. Präsident Truman Unterzeichnete ein Gesetz, das die Verstärkung der amerikanischen Luftstreitkräfte von 48 auf 70 Geschwader vorsieht. Allerdings sind für die Durchführung des Gesetzes noch keine Gelder bewilligt worden. „Lage in Korea ernst" WASHINGTON. Nach einer zweistündigen Geheimsitzung des Militärausschusses des USA-Senats erklärte der Ausschuß- Vorsitzende Tydings, die Lage in Korea sei „sehr ernst.“ An der Sitzung hatte auch der Generalstabschef General Omar Brad- ley teilgenommen. „Der Koreafeldzug“, sagte Tydings, „der ein Feldzug der UN ist, bringt außerordentliche Schwierigkeiten mit sich.“Brad- ley habe geäußert, es werde vielleicht noch Wochen dauern, bevor man die Lage ganz übersehen könne. Im übrigen müsse man außerhalb Koreas fünf oder sechs weitere „neuralgische Punkte“ sorgfältig im Auge behalten. Japan will nicht aufrösten BERLIN. Mitglieder der japanischen Delegation, die gegenwärtig die Bundesrepublik bereist, erklärten, die japanische Regierung denke nicht an eine Remilitarisierung. Was Japan heute brauche, sei eine Aufrüstung des Geistes und der Moral, nicht eine Aufrüstung der Waffen. Der Oberbürgermeister von Hiroshima erklärte: „Es muß herausgefunden werden, wie künftig Kriege überhaupt vermieden werden können, gleichgültig, welche Opfer es kostet." Bezug monatlidi durch die Post 2.20 Mark, einsohl. 27 Pf. Postzustellgebühr, durch Träger 2.10 Mark, einschl. 25 PI. Trägerlohn — Einzelpreis 2« PI Streitpunkt Triest Balkan wieder Krisenherd AiB. In einer bemerkenswert scharfen Note fordert Rußland von Persien die Erfüllung eines sowjetisch-iranischen Vertrages aus dem Jahre 1921, nach dem die Anwesenheit amerikanischer Militärs in Persien eine Vertragsverletzung darstelle. In einer neuen Note an die Westmächte hat die Sowjetunion wiederum die Trie- ster Frage aufgerollt und die Westalliierten der Verletzung des italienischen Friedensvertrages bezichtigt. Die Sowjets fordern wieder einmal die Zurückziehung der alliierten Truppen aus Triest. Vielleicht, so mutmaßt man, sind aber auch diese Vorgänge um Jugoslawien und Persien nur ein Ablenkungsmanöver zu dem Zweck, zu erproben, wie weit der Abwehrwille Amerikas und der übrigen westlichen Welt reicht. In dem diplomatischen Krieg, der zunächst von Rußland eingeleitet wurde, spielt die „freie Stadt” Triest eine Rolle. Um was es hier geht, sollen die nachstehenden Ausführungen zeigen. Man hat in Italien lange Zeit Triest als das Danzig des zweiten Weltkrieges bezeichnet. Im Falle Danzigs wie Triests haben die Siegermächte fine bedeutende Küstenstadt, die ihrer Bevölkerung nach eindeutig zu einem Lande gehörte und von dessen feindlichem Nachbarn gefordert wurde, zu einem eigenen Staate mit winzigem Staatsgebiet erhoben und wie zur Ironie dem lebensunfähigen Gebilde das Eigenschaftswort „frei* vorangesetzt. Ale der zweite Weltkrieg beendet war, standen Titos Partisanenarmeen vor den Toren von Triest und drohten mit einem bewaffneten Handstreich, dessen Gelingen den Sowjet« den Zutritt zur oberen Adria geöffnet hätte. Der mit allen Mitteln erhitzte jugoslawische Nationalismus forderte nicht nur die von einer slawischen Mehrheit besiedelten Gebiete der Halbinsel Istrien, sondern auch die gemischten und rein italienischen Landstriche. In den langwierigen Verhandlungen um den italienischen Friedensvertrag einigten sich die Siegermächte über den Kopf der Italiener hinweg — die vergeblich auf ihre Rechte aus der „Mitkriegführung“ pochten — auf eine diplomatische Kompromißlösung, die das Schlimmste verhüten sollte, und nahmen als Scheidelinie zwischen dem Freistaat Triest und Jugoslawien die von Frankreich vorgeschlagene Demarkationslinie an, die für Italien ungünstiger verlief als die englische und amerikanische. Das „Freie Territorium Triest“ wurde in zwei Zonen unterteilt, deren südliche B-Zone jugoslawisch verwaltet wurde, während die A-Zone eine anglo-amerikanische Besetzung erhielt und später einem internationalen Gouverneur unterstellt werden sollte. % Im November ’1946 reiste der damalige italienische Justizminister Togliatti nach Belgrad, um mit Tito die Lösung des Trie- ster Problems zu besprechen und schloß mit ihm ein „Abkommen“ in dem Tito sich bereit erklärte, auf Triest zu verzichten, wenn die Stadt unter ein „volksdemokratisches Statut“ gestellt und Jugoslawien durch die weiter nördlich gelegenen italienischen Grenzstädte Görz und Monfalcone „entschädigt“ werde. Die römische Regierung ließ sich auf diesen Handel nicht ein, legte das jugoslawische Angebot aber als eine (mittelbare Anerkennung der „Ita- lianta“ von Triest aus. Nicht lange danach zerfiel die antifaschistische Regierungsmehrheit, die italienischen Sozialkommunisten wurden ausgebootet, und für den 18. April 1948 wurden allgemeine Neuwahlen zum italienischen Parlament angesetzt, deren Ausgang darüber entscheiden mußte, ob Italien zum westlichen oder östlichen Weltblock geschlagen wurde. Einen Monat vor dem Wahlsonn tage griffen die Westmächte auf eine sensationelle und wirksame Weise in den Wahlkampf ein- sie veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie für die Rückkehr de» Freien Territoriums von Triest zu Italien eintraten. Um Wirklichkeit werden zu können. hätte Rußland dieser Erklärung beitreten müssen. Es ließ aber die italienischen Kommunisten in der Triester Frage im Stich und die Wahlen endeten mit einem großen Siege der christlich-sozialen Regierungspartei. Als die Italiener nach den Wahlen die Westmächte an ihr Versprechen erinnerten und zum Dank für den guten Wahlausgang die Einlösung der Verpflichtung vom 20. März 1948 erwarteten, wurden sie enttäuscht Unterdessen kam es zu dem anfangs verstechten, dann immer deutlicheren Bruch zwischen Tito und dem Komin- foim, und aus genau dem gleichen Grunde, dessentwegen die italienische Diplomatie hinter den Kulissen darauf drängte, die Triester Frage unter Ausnutzung von Titos Isolierung zu lösen, zeigten sich die westlichen Regierungen jetzt zurückhaltend: das Tito-Regime hatte die Triester Frage so sehr zur Angelegenheit des natio- ! nalen Prestiges gemacht, daß ein von Bel- ! grad erzwungener Verzicht auf die istri- schen Ansprüche die Regierung und die Stellung Titos aufs schwerste erschüttert und alle aufkeimenden Hoffnungen der II Nr. 83 / Seit* t Westmächte für eine weitere Loslösung Jugoslawiens von dem sowjetischen Satellitengefüge mit einem Schlage zunichte gemacht hätte. Italien, das 1945 an der oberen Adria noch nachträglich den ersten Weltkrieg verloren hatte, sollte den Preis einer möglichen jugoslawisch-westlichen Annäherung zahlen. Das ist in großen Umrissen die Lage, in der die Triester Frage wiederum akut geworden ist. In das verbissene Tauziehen um die Stadt aber hat Moskau mit seiner scharfen Note einzugreifen versucht, in der es die Durchführung des Friedensvertrages, Id. h. die Ernennung eines internationalen Gouverneurs und — vor allem — den Abzug der anglo-amerikanischen Besetzung fordert Gebietsaustausch mit Polen ? BERLIN. In den nächsten Tagen soll der stellvertretende Ministerpräsident der Sowjetzone, Walter Ulbricht (SED), nach Görlitz reisen, um dort bereits angeknüpfte Verhandlungen über einen Gebietsaustausch an der Oder-Neiße-Linie abzuschließen. Wie der Berliner „Telegraf“ meldet, verspricht sich die SED durch eine „großzügige Haltung“ der polnischen Regierung eine günstige propagandistische Wirkung auf ihre politische Arbeit, da besonders in der letzten Zeit das Polenabkommen der Sowjetzonenrepublik sogar in leitenden SED-Kreisen scharf kritisiert worden ist. Erster Schritt zur deutschen Zivilluftfahrt Deutsche Flughafengesellschaft soll gegründet werden BONN. Das alliierte Amt für Zivilluftfahrt hat sich damit einverstanden erklärt, daß die Geschäftsführung auf den Flughäfen ähnlich wie im amerikanischen jetzt auch im britischen Besatzungsgebiet durch Deutsche ausgeübt wird. Für den zwischen Bonn und Köln liegenden Flugplatz Wahn soll eine Flughafengesellschaft gegründet werden, die finanziell von der Bundesregierung, dem Land Nordrhein-Westfalen, den Städten Bonn und Köln und dem Landkreis Sieg getragen wird. Das Bundesverkehrsministerium erstrebt auf Grund der letzten Besprechungen mit alliierten Vertretern eine Regelung, nach der die Bundesregierung in Kürze Flugzeuge ausländischer Gesellschaften für ihren Bedarf chartern kann. In einer Verlautbarung des Bundesver- kehrsministeriums wird darauf hingewiesen, daß es gelungen sei, Deutschland bereits vor Revision des Besatzungsstatuts in den zivilen Luftverkehr einzuschalten. Die Bundesregierung werde in Zukunft über alle Aenderungen im Luftverkehrsdienst unterrichtet werden und auch statistische Unterlagen für den Luftverkehr erhalten. Das alliierte Amt für Zivilluftfahrt will das Bundesverkehrsministerium an allen Fragen beteiligen, für die es zuständig ist. Vinzenz Müller m Bundesgebiet BONN. Der ehemalige Wehrmachtsgeneral und jetzige Organisator der Sowjet- zonen-Volkspolizei, Vinzenz Müller, befindet sich, wie in Bonn bekannt wurde, gegenwärtig im Bundesgebiet. Es wird vermutet, daß er ehemalige Offiziere für die Volkspolizei werben und eine kommunistische Untergrundbewegung im Bundesgebiet organisieren will. Maßgebenden Stellen der Bundesregierung ist der Aufenthaltsort Müllers noch unbekannt. Diese Stellen beschäftigen sich jedoch ebenso wie alliierte Behörden eingehend mit seiner Anwesenheit, die von mehreren Seiten zuverlässig bestätigt wurde. Ein Sprecher des Bundesministeriums für gesamtdeutsche Fragen erklärte zur Anwesenheit Müllers, daß im Bundesgebiet gegenwärtig gegenüber Elementen wie Müller ein noch völlig unzureichender Schutz bestehe. Dieser Fall zeige, mit welcher Unverfrorenheit Kommunisten aus der Sowjetzone im Bundesgebiet operieren könnten. 16,7 Milliarden Dollar Reparationen an Moskau Eine SPD-Denkschrift — 43 Milliarden Dollar an anderen Werten übergeben BONN. Nach den Berechnungen, die die SPD in einer Denkschrift über die sowjetische Reparationspolitik anstellt, hat die Sowjetunion im Laufe von fünf Jahren aus der deutschen Wirtschaft mindestens 16,74 Milliarden Dollar erhalten. Darüber hinaus sind ihr noch über 43 Milliarden Dollar an anderen Werten und Dienstleistungen zugefflossen. Diese Beträge setzen eich wie folgt zusammen: 1. Entnahme im Verlauf der Kriegsbeuteaktion mindestens 2 Milliarden, 2. Demontagen in der Sowjetzone und Berlin mindestens 4 Milliarden, 3. 25 Prozent Demontageanteil aus Westdeutschland =* * 0,48 Milliarden, 4. deutsche Schiffe auf Reparationskonto = 0,26 Milliarden, 5. Abgaben an die Besatzungsmacht aus der laufenden Produktion seit 1945 10 Milliarden. Das macht zusammen 16,74 Milliarden. Hinzu komme, so heißt es in der Denkschrift. der Wert der Arbeitsleistung der Kriegsgefangenen in der UdSSR von 1,5 Milliarden, der Wert der besetzten Ostgebiete von 26 Milliarden, der Vermögensverlust der aiuisgewiesenen Deutschen von WETTERVORHERSAGE des Amtlichen Landeswetterdlenstes ■Die feuchte westliche Luftströmung, mit der abwechselnd Tiefdrudcstörangen und flache IJodi- drudegebiete von Westen her auf unser Wetter übergredfen, nimmt ihren Fortgang. Vorhersage bis Freitagabend: Wechsel zwischen freundlichem, vielfach sonnigem Wetter und stärkerer Bewölkung mit Schauem und Gewittern bei finkenden Temperaturen. 100 DM ln Zürich: 12. 7. 79 sfr.: 14. 7. 79 sfr. 16,2 Milliarden. Damit ergibt sich ein Gesamtbetrag von 60,44 Milliarden Dollar. Die Errechung erfolgte zu dem von den Sowjets offiziell angewandten Umrechnungskurs bei Reparationen, der die Relation Dollar-Mark mit 1 zu 2,5 festlegt, also vom heutigen Mark-Kurs abwedcht. Dieser Aufstellung stellt die SPD den Briefwechsel Stalin—Gretewohl gegenüber, in der eine 50prozentige Kürzung der noch in der Sowjetzone zu zahlenden Reparationen angekündigt worden war. Nach den Angaben des Stalinschen Briefes an Grotewohl soll die Sowjetzone bis Ende 1950 Reparationen im Werte von 3,7 Milliarden Dollar geleistet haben. In Anbetracht der „pünktlichen Erfüllung des Reparationssolls durch die Sowietzone“ sollte die noch zu leistende Summe auf 3,2 Milliarden Dollar festgesetzt werden. In der Sowjetzone gibt es nach der Denkschrift keine amtliche deutsche Stelle, die an Hand von Zahlenmaterial über den bisherigen Umfang der Reparationen unterrichtet ist. Es wird ferner darauf hingewiesen, daß die Sowjets bisher auf eilen Außenministerkonferenzen den Standpunkt vertraten, sie könnten einer wirtschaftlichen Einheit Deutschlands erst nach Erfüllung der Reparationslieferungen zustimmen. Da die bisherigen Entnahmen der Sowjets diese Forderungen schon weit überschritten hätten, steht nach Ansicht der SPD einer Wiederherstellung der wirtschaftlichen Einheit Deutschlands nichts mehr im Wege. Die Voraussetzung sei allerdings die politische Einheft, die nur durch einen Wahlentscheid in Gesamtdeutschland verwirklicht werden könne. SPD-Angriff gegen Bundesregierung Diskussion am die Angabe der Religionszugehörigkeit von Beamten BONN. (W.- Eigenbericht.) Nach einer dreiwöchigen Tagungspause hat die sozialdemokratische Opposition die neue Sitzungsperiode des Bundestages mit einem Angriff auf die Bundesregierung eröffnet und damit unterstrichen, daß der .Burgfrieden“, den sie am Vortage mit dem Bundeskanzler geschlossen hatte, sich nur auf außenpolitische Fragen bezieht. Der Angriff der SPD, den Dr. Arndt vortrug, ging von zwei Artikeln des Grundgesetzes aus, nach denen die Zulassung zu einem öffentlichen Amt „unabhängig von dem religiösen Bekenntnis“ erfolgen soll und Behörden überhaupt nicht berechtigt sind, nach dem religiösen Bekenntnis zu fragen. Dr. Arndt erklärte, seine Fraktion frage „mit Sorge“, ob die Bundesregierung berat sei, die Gefahr einer Konfessdonalisierung ihrer Personalpolitik zu vermeiden. Mit Erstaunen habe sie gesehen, daß die Bundesregierung eine Statistik über das religiöse Bekenntnis ihrer Beamten veröffentlicht habe, obwohl sie doch nach dem Grundgesetz gar nicht die Frage danach stellen dürfe. In diesem Zusammenhang zitierte Dr. Arndt ein Fragebogen-Formular der Bundesregierung, auf dem sogleich nach der Namensangabe nach dem Religiösen Bekenntnis gefragt wurde Dr. Arndt äußerte sich gleichzeitig „tief beunruhigt“ über die „Aemter-Patronage“, die von seiten der studentischen Korporationen in der Bundesregierung ausgeübt werde, und erklärte, zuweilen verbinde sich der Korpsgeist der Studenten mit dem Korpsgeist der ehemaligen Nationalsozialisten. Bundesinnenminister Dr. Heinemann antwortete, di« religiöse Statistik der Beamten sei durch Presse-Artikel veranlaßt worden, in denen die Bundesregierung wegen angeblicher Bevorzugung von Katholiken angegriffen worden sei. Dabei habe die Regierung keinen Beamten verpflichtet, sein Bekenntnis anzugeben. Ueber die Tätigkeit von Altherrenverbänden in der Bundesregierung habe er keine Unterlagen. Forderungen der Juden DÜSSELDORF. Der jüdische Weltkongreß trat in Frankfurt zu seiner ersten Sitzung zusammen. Die Forderungen des jüdischen Volkes gegenüber Deutschland wurden in mehreren Punkten festgelegt. Vor allem fordert der Kongreß bindende gesetzliche Maßnahmen zur Wiedergutmachung an den Opfern de« Nationalsozialismus. Es soll ferner eine Wirksame Gesetzgebung geschaffen werden, um Entschädigung für Verluste an Leben, Freiheit, Gesundheit und geplündertem Vermögen zu leisten. Beschlagnahmte Vermögen von Kriegsverbrechern sollen zur Wiedergutmachung herangezogen werden. Die Wiedergutmachung müsse dem jüdischen Volk als Ganzem zukommen, nicht nur einzelnen Geschädigten. De Gaulle warnt PARIS. Die Schüsse von Korea sind ein Alarmsignal für die ganze Welt, erklärte General de Gaulle. Der Krieg zeige den Westmächten, daß ihre Streitkräfte unzureichend seien. Es sei ein Hohn, daß die Westmächte mit allen ihren materiellen Mitteln und ihren Fähigkeiten nicht genügend Luftstreitkräfte hätten, um den Himmel leerzufegen, wo immer es auch sei. Es sei unerträglich, daß der Westen wegen seiner militärischen Schwäche auch weiterhin in ständiger Angst leben müsse. Nun der Iran ? NEW YORK. In militärischen. Kreisen Washingtons sieht man dem nächsten russischen Gegenschlag mit einiger Besorgnis entgegen. Man befürchtet, daß dieser an einer anderen, unzureichend geschützten Stelle Asiens erfolgen wird. Der strategisch und — wegen der Oelvorkommen — wirtschaftlich wichtigste Raum ist in dieser Hinsicht zur Zeit das innerpolitisch zerrissene Persien. Sollte dieses eine Beute der Russen werden, so würden die Sowjets von ihrer neugewonnenen Stellung am Persischen Golf aus in der Lage sein, sowohl den Suezkanal und die durch den Indischen Ozean laufenden Verbindungen nach dem indopazifischen Raum, als auch die Oelquellen auf der arabischen Halbinsel zu bedrohen. Man hegt in amerikanischen Militärkreisen eine umso größere Besorgnis, als sich die Zusammenarbeit mit dem Iran bisher nicht ganz reibungslos gestaltet hat. Unsere Leser meinen: Im Blickpunkt Durch das erneute Zusammentreffen des britischen Botschafters in Moskau mit dem stellvertretenden Außenminister Gromyko haben sich die Gerüchte, die von einer britischen Vermittlung im Koreakrieg wissen wollen, weiter verdichtet. Trotzdem dürfte es klüger sein, die Gerüchte in dieser primitiven Form für falsch zu halten. Eine Vermittlung in dem Sinne, daß die Feindseligkeiten heute oder morgen eingestellt werden, bietet in der gegenwärtigen Situation nur wenig Aussicht auf Erfolg. Sie wäre auch der britischen Regierung kaum möglich, da diese sich mit der Hilfsaktion der UN für Südkorea einverstanden erklärt hat und mit eigenen Streitkräften an dieser Aktion beteiligt ist. Bis zur Herstellung des früheren Zustandes, d. h. bis zum Rückzug der nordkoreanischen Streitkräfte hinter den 38. Breitengrad, wird daher die britische Regierung nicht an eine Beendigung der Hilfsaktion und damit der Kämpfe denken können. Trotzdem sind die Gerüchte nicht aus der Luft gegriffen. Es ist offenkundig, daß Großbritannien durch die Schnelligkeit des amerikanischen Handelns kaum weniger überrascht worden ist als Moskau. Vielleicht hätte man in London eine bloße Verurteilung des nordkoreanischen Angriffs und eine mehr symbolische Hilfeleistung für ein Regime, dessen Brüchigkeit in London klar erkannt wird, vorgezogen. Auf jeden Fall ist England ernstlich beunruhigt durch die amerikanische Formosaerklärung, weil dadurch nicht nur eine Ausweitung des Konfliktes in Ostasien droht, sondern weil nun-Großbritannien, das bekanntlich Rotchina anerkannt hat, in eine sehr schwierige Situation kommen könnte. Daß im Ernstfall England immer auf der amerikanischen Seite zu finden sein wird, sollte niemänd zweifelhaft sein. Dazu würde es, ganz abgesehen von der allgemeinen Zusammengehörigkeit der angelsächsischen Nationen, schon die Notwendigkeit, Hongkong zu verteidigen, zwingen. Aber eben das Eintreten dieses Ernstfalles möchte Großbritannien unter Aufbietung aller Mittel verhindern und diesem Zweck gilt seine sogenannte Vermittlung. Bisher sieht es so aus, als träfen die britischen Bemühungen in Moskau keineswegs auf schroffe Ablehnung. Auch Moskau dürfte vorläufig kein Interesse an einer Ausweitung des Konfliktes haben. Audi ein Mllbestimmungsredrt Die UN-Kommission für Frauenrecht* hat im Abschlußbericht ihrer vierten Jahressitzung empfohlen, eine international* Konvention über die politischen und staatsbürgerlichen Rechte der Frau auszuarbeiten. Die Kommission betont, daß 20 Mitgliedstaaten der UN ihren weiblichen Staatsbürgern die politische Gleichberechtigung noch immer verweigern. Gleichberechtigung? Um dieses Kampfrufs willen war eine ganze Generation — Männer wie Frauen — bereit, sich vom schmalen Pfade der Vernunft zu stürzen. Damals träumte man noch von Fortschritt, technischer Zivilisation’und der Verbesserungsfähigkeit dieser Welt. Damals, anscheinend, war gut noch gut und böse eben böse. Inzwischen sind 50 und mehr Jahre vergangen und bezüglich der Verbesserungsfähigkeit und des Fortschritts sind unsere Illusionen nur noch gering. Die Gleichberechtigung wurde teilweise durch die Gleichentrechtung verdrängt und wir erkennen nebelhaft unser kurioses Irregehen Hieß es einst: ,Mann und Frau sind eins und dieser eine ist der Manri so gibt es heute, im Zeichen des materiellen Existenzkampfes, keine .Vorherrschaft des Mannes 1 mehr. In Berlin, beispielsweise, müssen 55V« aller Familien von der Frau miternährt werden und auch andemortes muß die gemeinsame Not gemeinsam gemeistert werden. Es gibt heute weibliche Professoren und Minister, es gibt «ine stattliche Anzahl weiblicher Abgeordneter und auch der amtlichen Wichtigtuerei — einst ein Reservat des Mannes — hat sich die Frau bemächtigt. Und alles ist nicht sonderlich gut! So argwöhnen denn Scharfsinnige auch schon, das Jahrhundert des Kindes werde jetzt vom Jahrhundert der Frau abgelöst. Zweifellos, ein zweischneidiges Privileg, weil nun die eine Hälfte der Menschheit für die globale Torheit der anderen mitveranwortlich zeichnen muß. Wir haben es nämlich schon erkannt: die Emanzipation war eine Strapaze und Vergnügen. Doch wer fragt schon nach dem Vergnügen, wenn er nach dem Apfel der Erkenntnis greift? Seit Eva zieht diese Handlung Schweiß und Bürde nach sich, doch mit zwingender Notwendigkeit wiederholt sich immer wieder das gleiche Spiel. Es hat halt niemand etwas dazugelernt. 91» Gleichstellung von Mann und Frau: In der Pieck- Republik Zeichnung: Hann. Presse „Funk aus vier Lindern” heißt die neue Rubrik, die der „Südikurier" von heute ab in jeder Nummer veröffentlicht. Sie enthält die wichtigsten Sendungen des Siidwest- funks, der Sender Stuttgart und Beromünster sowie von Radio Vorarlberg. Jeder wird für seinen Gesdunadc passende Vorschläge finden. Siehe heute Seite 4! SÜDKURIER Verantwortlich für Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas. Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Ema- nuel Reindi (in Urlaub). Heimat: Alois Bede, Friedrich Munding, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Vertag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Druck: Druckerei Konstanz. Frischer Wind aus Biberach Gespräch über Unmoral deutsch „Die Stadt Biberach ist so moralisch, daß schon ein Gespräch über Moral als unmoralisch gilt“, — mit dieser ebenso witzigen wie übertriebenen Behauptung schmückte ein Blatt in Hannover, das den Effekt liebt, seinen Bericht über eine höchst interessante Veranstaltung (s. „Gerichtstag über Zeitromane“ im Südkurier Nr. 79) in der oberschwäbischen Mittelstadt an der Riß, deren 15 000 Einwohner abseits von den großen Verkehrs- und Lebensadern im allgemeinen ein beschaulich in sich ruhendes Dasein führen. Dann und wann freilich braust das Leben in der alten freien Reichsstadt auch auf, besonders am Schützenfest, das seit 300 Jahren mit großem Aufwand gefeiert wird und das die Biberacher „Biber“ aus Argentinien und Schweden so gut wie aus New York zur Reise in die Heimat im Herzen Oberschwabens lodet. Eine ganze Woche dauert das Schützenfest, und eine Spezialität ist es, daß die Kinder im Stadttheater ein Stüde aufführen — diesmal war es ein Märchenspiel ,.Schneewittchen“, 250 Kinder spielten es fast ein dutzendmal. (In der Theatergeschichte ist Biberach berühmt als der Ort, wo zum erstenmal ln Deutschland ein Shakespeare-Stück deutsch gegeben wurde, der „Sturm“ in der Ueber- tragunq von Chr. M. Wieland, der dort Stadtschreiber war.) Alles andere als ein Märchenspiel war aber die Veranstaltung, die kurz vor dem Schützenfest mit hellen Scheinwerfern in eines der dunkelsten Gebiete der Nachkriegszeit leuchtete: die Moral der Frauen in Deutschland. Vorbildlich muß man nennen, was da von dem städtischen Volks- bildungswerk in dessen „Pestalozzihaus“ veranstaltet worden war: eine Zusammenkunft interessierter Menschen, um sich während zweier Tage in Vorträgen und Ansprachen klar zu werden über Erscheinungen, vor denen niemand die Augen er Frauen in der Nachkriegszeit schließen konnte. Und zwar ging man aus von einigen Büchern, in denen die sexuelle Freizügigkeit der Nachkriegszeit teils in sehr übler, teils in einer moralisch nicht anfechtbaren Weise behandelt wird. Die Hauptpersonen der Veranstaltung, die „Pestalozzi-Gespräch“ genannt wurde, waren ein jüngerer bemühter Buchhändler (Theo Klein, Laupheim), ein erfahrener Psychiater (Oberarzt Dr. Brocker von der Würtjembergischen Heilanstalt Schus- senried) und als reichlich idealistisch gesonnene Wortführerin aus der praktischen Frauenarbeit die Vorsitzende des staats- politischen Ausschusses des deutschen Frauenrings Nürnberg (Dr. von Bayer). Darum fügten sich ein aus verschiedenen Altersgruppen zusammengesetzter einheimischer Kreis und auswärtige Gäste — neben der bekannten Rcmaii-Autorin (Maria von Kirchbach) Vertreter von Funk und Presse, neben Vertretern von Kirche und Schule Verleger aus der Schweiz und aus Deutschland, neben der Sängerin die junge Angestellte, neben der Hausfrau ein Mann vom Film und der Arbeitslose. Dazu ein Kranz männlicher und weiblicher Gymnasiasten aer oberen Klassen, denen der modern denkende Studienrat Bäurle trotz Protestrufen aus der Elternschaft („Biberach ist so moralisch, daß ..siehe oben) die Teilnahme ermöglicht hatte. Die Bücher, von denen man ausging, waren einige Gegenwartsromane unterschiedlicher Art, von denen zwei seit einiger Zeit im Kreuzfeuer allgemeiner Beachtung und des Lobes wie der ablehnenden Kritik stehen, teils im Inland, teils im Ausland: ein in der Schweiz und in Frankreich verbreiteter Roman über die „Armee der Gretchen“, der von der Versammlung als bewußte Pornographie verworfen wurde und dessen eingeladener Autor lieber nicht gekommen war, während der schweizerische Verleger (namens Schweingruber) lächelnd zuhörte; ferner ein unwichtiger Roman aus einem oberschwäbischen Verlag, dessen Autor auch nicht gekommen war; und drittens der Roman „Amor in Khaki“ von Maria von Kirchbach, die guten Gewissens erschienen war und der niemand unlautere Absichten nachsagte, wenn auch ihr Buch mit aller Klarheit und vielfach dokumentarisch-getreu schildert, wie es zwischen Besatzungssoldaten und manchen deutschen Frauen zu ging, als noch die Zigarettenwährung regierte. Ob einwandfrei oder nicht — was in diesen Büchern steht, gab es. Und nun fragte man: wie kam es, daß so viele Frauen ohne Liebe für männliche Wünsche bereit waren? Wie kam es, daß ein Brot und eine Tafel Schokolade so viele Frauen alle Schranken vergessen ließ, die sonst meist erst in einem Prozeß des langsamen Sich-Näherkommens überwunden werden? Die Teilnehmer der Vorträge und Aussprachen suchten nach einer schlüssigen und umfassenden Antwort auf diese Fragen und taten es mit einer Offenheit der Mitteilung, die den Menschen dieser Stadt ein weit besseres Zeugnis ausstellte als das eingangs erwähnte. Und sie taten es mit Klugheit, so daß man zu einer Reihe von Feststellungen kam, die das Thema zwar nicht erschöpften, aber doch vieles klären konnten. Etwa so: Die Trennung von Tradition und Kirche, die Einspannung von Millionen Frauen in den Apparat des autoritären Staates und die Suggestionskraft seiner Geschlechts- Unmoral nahm sie aus den altgewohnten Bindungen, durch welche die Naturtriebe geregelt wurden. Krieg und Niederlage brächten nicht nur körperlichen Hunger, sondern auch Wohnungskatastropbe, Einsamkeit, Ueberbelastung, Gefahr und Angst und damit vermehrte Sehnsucht nach Sicherheit, sei sie auch scheinbar, und Freude, sei es auch primitivste Freude. Wenn im Krieg der Mensch als Töter staatlich sanktioniert wird, kann man sich nicht wundern, daß auch sexuelle Hemmungen fallen. Ein primitives Heldenideal trägt unbewußt jede Frau in sich, und sie sucht instinktiv danach, was ihm entspreche. Die Sieger boten viel von dem, was der quälende Hunger, der primitive Instinkt, der ungestillte Lebensdurst suchten: Kraft, Sattwerden, Bevorzugtsein. Es darf niemand wundem, wenn unter solchen Verhältnissen die alten Maßstäbe für viele außer Kraft traten, und nicht nur in Deutschland war es so. So etwa waren die Erklärungen, zu denen man kam, und man fand es wichtig, sich nichts vorzumachen, denn nur aus Erkenntnis wächst die Kraft des Guten. Dann aber ging man weiter und über die praktischen Erfahrungen der hunderttausend Einzelfälle hinaus. Was ist heute Moral, fragte man, — wo liegen die neuen Maßstäbe, wer hat die eigentliche Schuld an den sittlichen Verfallserscheinungen, welche Rolle spielt vor allem der Mann innerhalb weiblicher Verirrungen? Denn zu allem gehören ja immer zwei, und es gäbe auch keine Prostitution, wenn die Männer sie nicht verlangten, was gern vergessen wird. Und dann kam die Frage, ob es diese Erscheinungen zu allen Zeiten und bei allen Völkern gab und ob sie sich unter gleichen Umständen wiederholen würden. Da war dann niemand mehr passiver Zuhörer, alle wirkten mit und nahmen ihre Aufgabe sehr ernst, bei manchen befreiend humorvollen Einwürfen und heftigen Rede-Duellen, die für Zufuhr frischen Atems sorgten. In der Hauptdiskussion kam es dann — und nicht zuletzt von seiten der Männer — zu der natürlichen Ehrenrettung der deutschen Frauen, die durch ihre unerhörte Tapferkeit, ihre Hingabe an die Familie und ihre unerschöpfliche Lebensbejahung die Verfehlungen ihrer schwächeren Schwestern immer überstrahlt haben und die heute weit über die Grenzen der Nation hinaus ihren Ruf und ihr Ansehen durch neues Beispiel längst wieder hergestellt haben. Und weil es so ist, kamen die Teilnehmer zu ihrem scharfen Protest gegen den Roman über die „Gretchen-Armee.“ Ohne die Tatsachen zu leugnen, aber durch neue Erkenntnisse bereichert, wendete man sich gemeinsam gegen das verallgemeinernde Zerrbild dieses schmutzig geschriebenen Machwerkes, das ohne Berechtigung ein völlig falsches Licht auf die Gesamtheit der deutschen Frauen werfe. Und man schickte an allerlei Stellen eine (nicht ganz befriedigend formulierte) Erklärung gegen Verallgemeinerungen und mit dem Verlangen, bei der Anklage gegen moralisch* Verfallserscheinungen nicht die Ursachen des Verfalls zu vergessen, an denen die moralisch Fehlenden oft unschuldig seien; auch dürfe man nicht übersehen, daß mit der Normalisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse die moralischen Mißstände meist aufgehört hätten. • Höchst lobenswert das Ganze, frischer Wind. Eine bescheidene Stadt und darin ein weltoffener, aufrichtig und elastisch denkender Menschenkreis, der eine beachtenswerte Initiative ergriffen hat. Ein* Stätte, in der, wie hier im Volksbildungswerk, brennende Fragen an die Menschen herangetragen und diskutiert werden (weitere „Pestalozzi-Gespräche“ sollen folgen). ernsthafte Bemühung um Erkenntnis und Verständnis, um innerliche Ebenbürtigkeit und Reife — sind das nicht Hoffnungen, neue Entwicklungen, moralische Fortschritte und auch Ansätze der oft nur zum Schein verschütteten brüderlichen Menschenliebe? Möge sich manch* Stadt an der Biberacher Aktivität ein Beispiel nehmen, überall warten die Menschen darauf, daß einer die Initiative ergreift, und überall gibt es Menschen, i i uu |l wili). i M PSWWW— BH i nmi-iimi m n um i u lum i' .mm J-H-i- li Donnerstag, 13. Juli 1950 SÜDKURIER Nr. 83 / Seite S Geruhsames Amsterdam Von unserem Berichterstatter Dr. Markus Huebner Amsterdam, Anfang Juli Amsterdam mit seinen über achthunderttausend Einwohnern ist die Hauptstadt der Niederlande. Den Haag, wo die Ministerien und die Volksvertretungen der beiden Kammern ihren Sitz haben, war bisher die dynastische Residenzstadt und besaß hierin seinen Glanz. Der Glanz ist von der Stadt abgefallen, seitdem die königliche Familie das Palais am Noord- einde verlassen und es mit dem ländlichen Schloß Soestdijk bei Baarn vertauscht hat. Seither ist das Leben im Haag noch um einige Grade einsilbiger geworden, und die hier ansässigen vielen ausländischen Diplomaten langweilen sich mit ihren Familien nach Noten. Ihre Antrittsbesuche bei Königin Juliane müssen sie in Amsterdam machen, in dem Palast am Dam, dem ehemaligen Rathaus, wo jetzt auch alle anderen höfischen Festlichkeiten großen Stils abgehalten werden; die Königin kommt mit ihrem Gemahl, Prinz Bernhard von Lippe- Biesterfeld, aus Schloß Soestdijk nach Amsterdam und fährt noch am Abend wieder zurück. Denn der riesige, von J. van Kämpen erbaute Trakt des Rathauses ist im Innern ein recht frostiges, nur mit wenigen Bequemlichkeiten ausgestattetes Anwesen. Es erhält jetzt eine Fahrstuhl- . anlage, wird aber auch dann noch für einen längeren fürstlichen Aufenthalt nicht viel einladender werden. Vor dem Schloß, auf dem riesigen sich davor ausdehnenden Platz, ist in diesem Sommer eine alte Stadt aufgebaut, die mit Zinnen und Wehrtürmen im Kleinen das Aussehen Amsterdams spiegelt, das es vor fünfhundert Jahren hatte. Innerhalb der grauen Mauern dieses Alt- Amsterdams geht es altniederländischausgelassen zu. So wurde hier nochmals im historischen Gewände die Hochzeit Rembrandts mit seiner ersten Frau Saskia van Uilenburgh gefeiert, ein farbenreiches Fest, bei dem die Schmausereien unter freiem Himmel die Hauptbeschäftigung waren. Wenige Tage darauf wurde von vierzig Studenten der Universität Amsterdam ein nächtlicher Angriff auf die Veste verübt, wobei der Bürgermeister dieser Altstadt gefangen genommen und die Stadtfahne geraubt wurde. Der Überfall gehörte nicht in das Festprogramm; er war ein Studentenjux, der die Beteiligten recht empfindliche Polizeistrafen gekostet hat. Vom „Dam“' führt in die Innenstadt die „Kalverstraat“, jene berühmte, gewundene und schmale Gasse, die der leider zerstörten „Hohen Straße“ in Köln wesensverwandt ist, und durch deren Volksgetümmel sich seiner Zeit jener deutsche Handwerksbursche aus Joh. Peter Hebels „Schatzkästlein“ durchfragte, um von allen | Angerfedpten . zur. Antwort zh erhalten: f „Ka%niiverstah“. jyich-diiwe .Straßei fdiert ; diesen Sommer das Fest ihres fünfhundertjährigen Bestehens, ist mit Fahnen und Girlanden geschmückt, und das Gedränge der Fußgänger ist so groß, daß man noch schwieriger als sonst hindurchkommt. Hier ertönen die verschiedensten Sprachen, denn Amsterdam ist diesen Sommer infolge der hier abgehaltenen Musikfestlichkeiten überflutet von Fremden. Man hört auch wieder deutsch sprechen, und die Schilder an den Friseurläden, die bisher schamhaft verkündeten: „Hier wird schweizerisch oder hier wird österreichisch gesprochen“, sind verschwunden. Die Benutzung der Kalverstraat durch Wagenfahrzeuge ist verboten; sie ist zu eng dafür, was in gleicher Weise für viele andere Straßen der Innenstadt Amsterdams gilt. Wie konnten auch die Vorfahren einen derart angeschwollenen Wagenverkehr voraussehen? Das erste, was sich die reichen und nicht nur die reichen Leute dieser Stadt nach dem Kriege anschafften, waren Autos. Die riesigen amerikanischen Wagen bilden immer wieder Verkehrshindernisse, und die Zahl der Verkehrsunfälle ist jedes Jahr ungeheuerlich. Amsterdam gilt in dieser Hinsicht heute für die gefährlichste Stadt Europas; die Verkehrspolizei, die es mal mit Strenge, mal mit Güte versucht, ist machtlos. Mehr und mehr tauchen im übrigen auch die kleinen deutschen Volkswagen auf, die täglich in einer Zahl von 120 Stück nach Holland importiert werden. Um die Straßen gräumiger zu machen, ist man überall der Baumbepflanzung zu Leibe gerückt, was leider in vielen Straßen zur Abholzung des schönen, schattengebenden Baumschmucks geführt hat Bevor an einer der Grachten eine besonders schöne und alte Ulme gefällt wurde, fand man an dem Stamm derselben einen Zettel angeheftet mit einem Spruche, womit sich die Bewohner der umliegenden Häuser bei dem Baume für seine jahrelang empfangene Spende an Schönheit und Schatten bedankten. Die Innenstadt hat durch Kriegehandlungen so gut wie gar nicht gelitten und ist mit ihren Wasserzügen, ihren vielen Brücken, ihren alten Kirchen noch immer jenes herrliche Freiluftmuseum, um des- sentwillen man die Stadt das „nordische Venedig“ nennt. Aus eben diesem Grunde wird Amsterdam niemals eine „Weltstadt“ werden, so gern es dies wohl sein möchte; der letzthin idyllische Charakter ist unverwüstlich, und die Anlage von Untergrundbahnen ist hier infolge des morastigen Bodens, auf dem die Stadt steht, unmöglich. Auch das Leben der Einwohner hat etwas Idyllisch-Geruhsames. Man bewegt sich auf den schmalen Fußeteigen ohne Hast, in ruhiger Behäbigkeit, und nur an den Vergnügungszentren Amsterdams, dem „Leidsche Plein“ und dem „Rembrandt- plein“ herrscht ein einigermaßen großstädtischer Trubel. Hier flammen des Abends die Lichtanschriften auf, die Gaststätten und Bars halten ihre Türen geöffnet, Zeitungen werden ausgerufen, nur steigert, sich das Getriebe auch hier niemals zum Fieber und , zur. Nervosität.. Die Holländer sind nach den Aufregungen des Krieges wieder eie selbst geworden, ein Volk, das sich gerne zurückzieht, an sich selber Genüge findet und den Verlust seines ehemaligen großen Kolonialreichs Indonesien in breiten Schichten nicht gerade tragisch genommen hat. Daß es sich gleichwohl um ein VerhängVrakeftmen - Paradies der Pferde Erzählt von einem Heimatvertriebenen Einstmals in der ganzen Welt bekannt, dm Kreise Slallupönen, ungefähr zehn Kilometer von der russisch-polnisch-deutschen Grenze entfernt gelegen, besteht Trakeh- nen, dieses „Paradies der Pferde“ nicht mehr. Trakehnen mit seinen weiten Wiesen und Koppeln ist heute ein verwaister und zerstörter Landstreifen. Kein Pferd weidet heute mehr auf den einst saftigen Wiesen, die rund 700 Gebäude sind zum größten Teil zerstört und vernichtet. Das Schicksal Trakehnens vollzog sich innerhalb weniger Wochen Ende des Jahres 1944. Das Gestüt, das seit Mitte des 17. Jahrhunderts bestand, ist nicht mehr. Viermal in seiner Geschichte mußte das Gestüt infolge von Kriegsereignissen verlegt werden, aber jedesmal konnte es wieder an seine Wirkungsstätte zurückkehren, konnte seine zweihundertjährige Arbeit am deutschen Warmblutpferd wieder aufnehmen. Auch bei der letzten Räumung hofften die Menschen Trakehnens, ihre Heimat nur vorübergehend verlassen zu müssen. Aber es kam anders. Das Schicksal dieses rassigen, edlen, harten und genügsamen Pferdes, das u.a. auf der Olympiade 1936 allen Pferden der Welt überlegen war, entschied sich in diesen schicksalsschweren Wochen. Die wenigen überlebenden Tiere dieser Elite sollen zwar ein Aussterben verhindern. Ob es gelingen wird, muß der zähe Wille seiner Besitzer und Züchter zeigen. Durch die Kriegsjahre fast unberührt, zählte das Hauptgestüt im Herbst 1944 immer noch gegen 1000 Gestütspferde, darunter 17 Hauptbeschäler und über 300 hervorragende Mutterstuten. Unter der Leitung des letzten Landstallmeisters von Trakehnen, Dr. Ehlert, konnten in den Vorjahren bei den alljährlichen Frühjahrs- und Herbstversteigerungen aus diesen wertvollen Beständen und der Nachzucht viele gute Tiere an Wehrmacht, Polizei, Gendarmerie und private Interessenten abgegeben werden. Jetzt aber ist wieder Krieg: Die russischen Armeen stehen an der Grenze Ostpreußens, und Trakehnen ist Frontgebiet geworden. Auf seinen Koppeln werden Frontflugplätze angelegt. Alle Bemühungen bei den maßgeblichen Stellen sind vergebens. Vielmehr werden die meisten Gestütswärter zum Volkssturm abgestellt. Die Trennung dieser Menschen von ihren Pflegebefohlenen, denen das Pferd zum Lebensinhalt geworden war, geschieht schweren Herzens. Mitte Oktober beginnt die letzte Schlacht um Ostpreußen. Russische Flieger werfen Bomben über Trakehnen. Es ist höchste Zeit zur Räumung; aber womit soll sie durchgeführt werden? Waggonmaterial für die Aufnahme des Gestüts steht nicht mehr zur Verfügung. Also muß der Treck versucht werden. Der Gestütsleitung und dem ihr verbliebenen Personal gelingt das schier unmöglich Erscheinende. Alte grauhaarige Gestütswärter steigen nochmals in den Sattel, junge Burschen, fast Kinder, werden ihnen zugeteilt. Ziel ist zunächst das Landgestüt Georgenburg bei Insterburg. Die Entfernung beträgt 50 km. Infolge militärischer Maßnahmen erhöht sie sich aber auf 70 km. Nachts wird das durch russische Bomben in Brand geworfene Gumbinnen, die ehemalige Regierungshauptstadt, passiert. Das Ziel Georgenburg wird ohne Verlust erreicht. Dies ist um so bemerkenswerter, als die Trakehner Pferde in ihrer Heimat unbeschlagen sind und diesen Marsch ohne Eisen zurücklegten. Von Georgenburg gelang es, den Bestand teilweise zu verladen oder im Treck zunächst bis Pr.-Eylau zu bringen. Im Januar 1945 ging es dann weiter über das Haff, die Nehrung nach Danzig. Unter großen Schwierigkeiten gelang es, einen Teil der Pferde in dem Gebiet westlich der Oder unterzubringen. Der Zusammenbruch machte zunächst eine Kontrolle über das Schicksal der verteilten Pferde unmöglich. Soviel steht aber heute fest, daß nur ein kleiner Teil der Werde Opfer der Kampfhandlungen geworden ist, der überwiegende Teil ist den Russen in die Hände gefallen. Einzelnen Züchtern gelang es, sich mit kleineren Gruppen nach den Westgebieten durchzuschlagen. Dieser Schicksalsmarsch aus der ostpreußischen Heimat nach dem Westen stellt den Trakehnern ein letztes und schönstes Zeugnis aus. Ihre Leistungsfähigkeit hat hier glänzend die Probe bestanden. In früheren Zeiten in großen Rudeln über ihre Wiesen und Koppeln jagend, sah man sie nun geduckt nach Westen ziehen. Hoffentlich gelingt es hier, die zweihundertjährige Arbeit am deutschen Warmblutpferd neu aufzubauen und dem Brandzeichen, der bekannten Elchschaufel, wieder Weltgeltung zu verschaffen. f.g. nis handelt, das sich in der Zukunft immer nachteiliger auswirken wird, lehren die vielen, heute leerstehenden Stapelhäuser, die ehedem die Waren aus Ueber- see (Tabak, Kaffee, Tee, Reis) beherbergten, die hier versteigert wurden. Die Waren aus Indonesien gehen jetzt, unter Umgehung von Amsterdam, zumeist unmittelbar in die Bezieherländer, so daß die am Kolonialgeschäft beteiligten Kaufleute für Amsterdam düster in die Zukunft sehen. Aber der kleine Mann gibt eich im Genüsse der überall wieder greifbar gewordenen guten Friedensdinge darüber keine Rechenschaft. *» Aufnahme: Max Wörlitz, Kiel Kriegsschiff wird Friedensschiff Zwischen Kiel und Korsör ist jetzt ein regelmäßiger täglicher Passagierdienst eingerichtet. Ehemalige Minensuchboote wurden zu anspruchsvollen und komfortablen Dampfern ui ingebaut. Sie sind 63 Meter lang und 9 Meter breit und können bis 14 Personenwagen oder mehrere Omnibusse aufnehmen, ferner können 400 Personen befördert werden. Den Passagieren stehen ein kleiner Salon, ein nett eingerichtetes Cafe und ein hübscher Gesellschaftsraum zur Verfügung. Ferner einige Zweibettkabinen und — nicht zu vergessen — ein herrliches Sonnendeck. Geschäftsleute können die Einrichtungen der Funkstation benutzen. Die gute Tat 130 Mann retten ein Kind Im New Yorker Hafen fiel ein vierjähriges Mädchen vor den Augen seiner entsetzten Mutter zwischen Schiffswand und Kaimauer in das Wasser und geriet in Gefahr, zu ertrinken oder von dem schwankendst), |Schiffsr t qmp,I, erdrückt zu werden. 130 wackere Hafenarbeiter schöben das 10 000-Tonnen-Schiff nur mit ihren Armen soweit zurück, daß drei Mann eine menschliche Kette bilden und das Kind so in Sicherheit bringen konnten. Hambnrger Serenade Impressionen bei einem Gang durch die nächtliche Stadt Unruhig flackert das Neonlicht der Leuchtreklamen. Recht friedensmäßig sieht es hier schon wieder aus. Man will ja auch nicht mehr daran denken, an die Zeit, da die Straßenlaternen noch nackt waren. Es war kein Glas da, auch das Gas fehlte. Jetzt sind sie wieder über die Straße gespannt und erhellen die Gesichter der Menschen, die spät noch hier gehen, mit gespenstisch grünem Licht. Eis kann man essen und Coca-Cola trinken oder sich in die Auslagen der Schaufenster iHiieinträu- men. Die Läden sind erleuchtet. Man steht da und sieht die Leute an. Zwei Welten sind das. Die Läden und die Leute. „Sie können selbstverständlich auch in Raten zahlen” steht da in den Geschäften zu lesen. Klack, klack. Zwei Eiskugeln füllen die Waffeltüte. „Na, gutes Geschäft gemacht heute?” „Och, nö”, murmelt das Eisfräu.- lein, „bei dem Wetter? Erst wenn die heißen Tage wieder kommen”. Tulpen stehen da auf der Glasplatte. An einem Marmortischchen sitzen zwei. — Draußen spielt einer Mundharmonika. Er klopft die Spucke aus dem Instrument. Im Schatten sitzt er. Er hat keine Beine mehr. Ueber dem Kanal hängt ein Dreiviertel - Mond. Die Häuser sind schwarz am Kanal, es sind noch Trümmer. Man will auch da bauen. Die Hamburger Bürgerschaft will viel tun. Da wachsen zwischen den hohen Trümmerhaufen plötzlich viele kleine Geschäfte. Elegant sind sie — und teuer. Jetzt spielt der im Schatten die mexikanische Serenade. Gefühl ist in dem Spiel. Es geht um ein paar Pfennige. Man denkt ja auch gar nicht daran, an das andere: Palmen und rauschendes Meer. Man sitzt hier Im Schatten und spielt Mundharmonika. Und hat keine Beine mehr. Ueber die Kanalbrücke fährt die Straßenbahn. Fast leer. Denn es ist Wochenende und erst halb ziwöif. Die Spätvorstellungen der Kinos sind noch nicht zu Ende. Lichter brennen hier und dort. Radiomusik klingt, man tanzt. In der Gastwirtschaft sitzen sie an der Theke, trinken Bier und rauchen Zigarren. „Lütt un Lütt 40 Pfennig” steht mit Krakelbuchstaben auf einem Schild am Fenster. Es ist Hamburger Nationalgetränk. Sie schieben ihn zwischen zwei Biere ein. So führt einen auch der Weg in eine stillere Straße. Wo die Linden hoch stehen und die Laternen durch das Laub flimmern. Hier ist die Atmosphäre schon anders, auf der Grenze zwischen Eppendorf | und Harvestehude. Lautloser ist es hier. Manchmal gleitet eine Limousine vorbei. Einige englische Familien, Angehörige der CCG und der Militärregierung wohnen hier noch. Gaststätten gibt es hier nicht. Harvestehude will repräsentativ sein. Man kommt am „Smolka” vorbei. Ein elegantes Hotel mit internationalen Gästen. Geschäftsleute, Vertreter aus Schweden, England, Holland, Dänemark. Geräuschlos geht es zu. Die mexikanische Serenade wird anderswo gespielt. „Unaufdringlich” nennen sie diese Atmosphäre. Die Leinpfadbrücke sieht anders aus. Man wartethier nicht „auf irgend etwas”, wie an der Kanalbrücke. Zwei Welten wollen sich trennen von einander und doch gehören sie zusammen. Beide sind Hamburg. Beide wollen dasselbe: Aufbauen. Wieder sehen lernen, und vergessen. Auch wenn einer im Schatten sitzt und die mexikanische Serenade auf der Mundharmonika bläst. Schlafen will man jetzt, in dieser Nachtstunde, wenn man müde aus dem Kino kommt oder vom Tanzen. Wenn man Sekt getrunken hat oder „Lütt un Lütt”. Morgen ist auch ein Tag: Für alle. -oem- Bericht aus aller Welt Glückliches Finnland Finnland ist, wie man glaubt, das einzige Land, das jeden unnötigen Straßenlärm abgestellt hat. Durch Gesetz sind alle Geräusche wie Autohupen, Läuten von Straßenbahnen, Signalpfiiffe im Verkehr, Spielen von Drehorgeln, sowie Ausrufe der Straßenhändler und Zeitungsjungen, Ansprachen von Straßenrednern untersagt; sogar im belebtesten Viertel von Helsinki herrscht an allen Tagen der Woche sonntägliche Stille. Triumph der Werbung Während einer Ruderregatta auf dem Brabrand-See kaufte die dänische Königin-Witwe einem fliegenden Händler ein Eis am Stiel ab. Zum Vergnügen des Publikums pries der Eisverkäufer gleich darauf seine Ware mit den Worten an: „Prima Eiswaffeln! • Königlicher Hoflieferant! Prima Eiswaffeln!“ Gemeinschaftsempfang Auch der englische König hatte auf einer landwirtschaftlichen Ausstellung einen Preis für die beste Gruppe von „Red Poll“-Rin- dem errungen. Bei der PreisverteQung mußte er es der Königin überlassen, ihm den errungenen Silberpokal zu überreichen. Unter dem schmunzelnden Beifall der Umstehenden entledigte sich die Königin ihrer Aufgabe, indem sie die gleichen Worte gebrauchte, die der König vorher den anderen Preisträgern gegenüber angewandt hatte: „Meinen Glückwunsch! Es sind wirklich sehr schöne Tiere.“ Der organisierte Amor Die Leiter einiger führender Heiratsbüros trafen sich privat in London, um eine Abwehr des Mißbrauchs ihrer Institutionen zu besprechen. Sie gründeten eine Vereinigung der Heiratsvermittler, zu deren Aufnahmebedingungen es gehört, daß ausschließlich Ehen vermittelt werden. Briefclubs und Gesellschaftsvereine für einsame Herzen werden nicht aufgenommen. Die Mitglieder verpflichten sich, ihre Honorare im voraus festzusetzen und Namen, Adressen und Telefonnummer der Bewerber nicht eher zu verraten, als bis beide Parteien ihre Zustimmung gegeben haben. VN SANEUA in der neuen Packung Sie wissen aus eigener Erfahrung: Je frischer ein Nahrungsmittel ist, um so besser schmeckt es. Sanella — aus reinen, natürlichen Fetten täglich frisch bereitet — ist Deutschlands meistgekaufte Margarine. An jedem Wochentag kaufen Millionen Hausfrauen Sanella ein. Dank dieser großen Nachfrage gelangt Sanella stets besonders schnell — und damit auch besonders frisch — in Ihre Hand! i-\ Überzeugen Sie sich selbst davon, wie vorzüglich frische Sanella schmeckt: Machen Sie gleich nach dem Einkauf eine Kostprobe — am besten auf einer Scheibe Brot! T5A Z4- Donnerstag, 13. Juli 1950 SÜDKURIEÄ Nr. 83 / Seit* 4 Der Wald ist ein Wirtschaftsgot besonderer Art Verhältnis zur Siedlung Urteil des Staatsgerichtshofs wirtschaftlich gesehen Wie bereits im „Südkurier“ Nr. 80, vom 6. Juli berichtet, wurde der Wald durch Urteil des badischen Staatsgerichtshofs aus der für Baden vorgesehenen und beschlossenen Agrarreform wieder herausgenommen. Es wäre verfehlt, diese Entscheidung nur unter juristischen und politischen Gesichtspunkten zu betrachten. Wie aus einer Reihe von Zuschriften hervorgeht, hat man mit der derzeitigen Einbeziehung des Waldes in die Bodenreform Hoffnungen erweckt, die sich bei nüchterner, wirtschaftlicher Betrachtung niemals hätten verwirklichen lassen. Bei der Einbeziehung des Waldes war nicht an Zuweisungen an einzelne private Besitzer gedacht, sondern an die Ausstattung von waldarmen Gemeinden mit Wald. Als erstes Problem wäre die Frage dringlich geworden: womit hätten die Gemeinden den ihnen zugewiesenen Wald bezahlen sollen? Nach der Badischen Verfassung wäre es nicht möglich gewesen, den Wald unentgeltlich an die Gemeinden abzugeben, sondern die bisherigen Waldbesitzer hätten angemessen entschädigt werde müssen. So erklärt sich auch, weshalb gerade von seiten der Gemeinden und Gemeindeverbände in der Frage der Einbeziehung des Waldes in die Agrarreform größte Zurückhaltung geübt worden ist. Noch stärker aber schlagen die rein forstwirtschaftlichen Gesichtspunkte zu Buch. Der Wald ist ein Wirtschaftsgut ganz besonderer Art. Seine nachhaltige Nutzung setzt Bewirtschaftungspläne von einer Länge voraus, die über die begrenzte Zeit eines Menschenlebens hinausgehen. Ein gleiches gilt in räumlicher Hinsicht. Waldwirtschaft ist nur sinnvoll auf großer Fläche. In der Natur des Waldes liegt nicht die Aufteilung in immer kleinere Besitzstücke, sondern die Vereinigung zu immer größeren Einheiten. Nur so vermag er auch seine für die Allgemeinheit äußerst wichtige Schutzfunktion in bezug auf Wasserwirtschaft und Klima zu erfüllen. In der Forstwirtschaft bedeutet Besitzzersplitterung immer Rückgang der Leistung und Pflege. Der private deutsche Waldgroßbesitz steht an Leistungsfähigkeit nicht hinter dem Staatsbesitz zurück, ja ist ihm in manchen Punkten sogar überlegen. Die Leistungsfähigkeit der großen Privatforste und der staatlichen Waldungen beträgt in normalen Zeiten durchschnittlich 4,5 bis 4,9 Festmeter pro ha und Jahr bei einem Nutzholzanteil von über 60*/». Die kleinen Privatforste bis zu 100 ha leisten etwa 1,2 bis 2,5 Festmeter mit einem Nutzholzanteil von 50*/t. Dazwischen stehen die Gemeindeforste mit einer Leistung von 3,0 bis 3,5 Festmeter pro ha und Jahr und einem Nutzholzanteil von 54V». Der über 100 ha große Wald aller Besitzarten ist der Versorger des Holzmarktes. Obwohl diese Besitzgröße nur 50*/t der Gesamtwaldfläche umfaßt, beträgt ihr Anteil an der Marktversorgung mit dem Rohstoff Holz 78 # /o. Was uns besonders vorsichtig hinsichtlich einer Leistungsminderung machen sollte, ist die Tatsache, daß von den 60 Millionen Festmeter Holz, die wir jährlich brauchen, bisher nur 30 Millionen von uns selbst erzeugt werden. Wenn also der badische Staatsgerichtshof auf Grund allgemeiner verfassungsrechtlicher Erwägungen den Par. 9, Abs. 3 des badischen Agrarreformgesetzes vom 27. Februar 1948 für rechtsungültig erklärt hat, so führte er damit, scheint uns, keinen „Schlag gegen die Agrarreform”, wie es in einer Zuschrift heißt. Wirtschaftlich gesehen ist damit, wie die juristische Begründung auch immer lauten mag, aus dem Agrarreformgesetz ein Passus eliminiert worden, der mit eigentlicher Boden- und Agrarreform nichts zu tun hat. Man darf doch nie aus dem Auge verlieren, daß es Aufgabe der Agrarreform ist, selbständige bäuerliche Existenzen zu schaffen, indem man gleichzeitig die landwirtschaftliche Bodenverteilung und Bodennutzung verbessert. Mit der Einbeziehung des Waldes wäre in Baden keine einzige soziale Frage gelöst und kein einziger Siedler in Nahrung gesetzt worden. Gewiß ist es eine wichtige kommunalpolitische Aufgabe, finanzschwachen Gemeinden auf die Beine zu helfen. Aber mit Agrarreform hat das nichts zu tun. Das im Walde steckende Holzvorratskapital ist schnell liquidiert — durch einen einzigen Abhieb — aber nur sehr, sehr langsam ersetzt. „Mit einer Propagierung der Aufteilung von Waldflächen unter Bauernwirtschaften oder Gemeinden“ — so schrieb vor einiger Zeit die allgemeine Forstzeitschrift, München auf Grund der Erfahrungen in der amerikanischen und britischen Zone — „mag man sich vielleicht in gewissen Kreisen beliebt machen, eine derartige Aufteilung würde aber auf Kosten der Allgemeinheit das Gegenteil einer Bodenreform bedeuten, nämlich eine empfindliche Schmälerung einer unserer wichtigsten Produktionsgrundlagen.” Wir glauben, daß es nicht unwichtig ist, bei der Erörterung des Themas: Der Wald und die Agrarreform auch diese wirtschaftlichen — volkswirtschaftlichen ! — Gesichtspunkte gebührend in Rechnung zu stellen. Dr. Gr. Rundholzpreise steigen - Sdniitfholzpreise sinken Beunruhigung ln der gfidbadischen Freiburg. Die seit Monaten anziehenden Rundholzpreise, die bis Ende Juni auf 111 Prozent der in der Holzwirtschaft üblichen Meßzahlen gestiegen sind und die gegenläufige Entwicklung der Schnittholzpreise haben die südbadische Sägeindustrie gegenüber Mittel- und Norddeutschland in eine imgünstige Wettbewerbslage gebracht. Das Rundholzpreisgefälle von etwa zehn Prozent zwischen dem bundeseinheitlich bestehenden Grenzwucherpreis und dem Durchschnittsverkaufserlös von Südbaden, deckt, wie in Kreisen der südbadischen Sägeindustrie erklärt wird, noch nicht die halbe Frachtvorbelastung, die Südbaden auf den entfernteren und für Südbaden wichtigsten Absatzmärkten hat. Die südbadische SägeSSgeindustrle — Frachtvorbelastung beim Absata Industrie ist auf ihren Hauptabsatzmärkten pro Festmeter Rundholz mit 12—15 DM Vorfracht belastet. Sie kauft bei einem Durch- schnittserlös von zurzeit 111 Prozent der Meßzahlen aber lediglich um etwa 4 DM billiger als die Sägewerke an der Nordgrenze der amerikanischen Zone. „Milch wird besser - aber teurer“ Vom Milchiwerk Radolfzell fcGmbH. wird zu unserer Meldung vom 10. 7. 50 geschrieben: Nicht die „oberbadischen Milchverwerter“, sondern der Bad. landw. Hauptverband zusammen mit den Milchzentralen haben sich entschlossen, in ganz Baden ab vergangenen Dienstag wieder Vollmilch auszugeben. Diese Milch ist keine Standardmilch mehr. In der 2. Bad. Vollzugsverordnung zum Milchgesetz heißt es in § 1 „Vollmilch ist Milch mit einem Fettgehalt von mindestens 3,4 v. H.“. Also geben wir Vollmilch und keine Standardmilch mehr aus. Uebrigens ist dieser Fettgehalt von 3,4% so hoch, daß er von manchen Erzeugern unseres Einzugsgebietes nicht erreicht wird, daß sogar manche Sammelstelle die 3,4%> nicht erreicht. Für die Milchzentralen ist allerdings die Ausgabe dieser Milch kein Problem. Wir hatten bis Mitte Februar Standardmilch mit 2,5°/o Fett, ab diesem Zeitpunkt mit 2,8°/o. Letztere Verbesserung geschah ohne Preisausgleich. Die 0,3°/o Fett kosteten uns 3,65 Dpfg. Wenn die Landwirtschaft das allein trüge, so wären es zusammen 5,47 Dpfg. je Liter Ausgabemilch. Aber das ist unzumutbar für die Land- und Milchwirtschaft. Wir halten es daher für recht und billig, wenn der Verbraucher hiervon 2 Rpfg. trägt; es bleiben noch 3,47 Dpfg. für die Landwirtschaft, wenn .wir von den 2,5Vo Fett ausgehen. Wir konnten jedoch in zwei Tagen bereits feststellen, daß die Verbraucher für die Vollmilch gern die 2 Dpfg. bezahlen; sie haben ja auch, wenn man den Wert des Mehrfettes berücksichtigt, tatsächlich billigere Milch. Butter ist zwar reichlich vorhanden; das Milch werk hatte aber keinen Augenblick — auch nicht über die sogenannte Schwemme — Absatzschwierigkeiten. Die Erhöhung des Fettgehalts der Trinkmilch um 0,6°/o ergeben beim Milchwerk Radolfzell über 10 000 kg Butter im Monat weniger, was ca. DM 50 000 ausmacht. Auch daran ist zu ersehen, welche finanzielle Einbuße es für die Landwirtschaft bedeuten würde, wenn es nicht wenigstens einen teilweisen Preisausgleich gäbe. Badische Industrie im Export Baden-Baden. Den größten Exportanteil an den Umsätzen der südbadischen Industrien hatte im Mai dieses Jahres die Gruppe Flußspat-, Schwerspat, Graphit und sonstiger Bergbau mit einem um 70 Prozent über den Inlandsumsatz liegenden Exportgeschäft, teilt das Außenhandelsbüro der Südbadischen Industrie- und Handelskammern in einem soeben erschienenen Vierteljahrsbericht mit. Da ein großer Teil dieser Exporte nach den USA geht, gewinnen diese Umsätze in harter Währung besondere Bedeutung. Die Kali-Industrie beurteilt allerdings die Aussichten für den Export nicht mehr so günstig wie bisher. Der Verband Badischer Sägewerke ist der Ansicht, daß der Rundholzmarkt unter den heutigen Verhältnissen sein eigenes Gleichgewicht durch freies Auspendeln nicht finden könne. Es bestehe daher die Gefahr, daß die Sägeindustrie in der Zange zwischen sinkenden Schnittholzpreisen und steigenden Rundholzpreisen nicht mehr lange durchhalten werde. Die Ursache für die Rundholz-Preissteigerung erblickt die südbadische Sägeindustrie in der Verkaufstaktik vieler Forstämter, die den Anstoß zur Hausse gegeben und sie weitergefördert hätten. Zur Sicherung ihrer Existenz fordert die südbadische Sägeindustrie wirksamere Maßnahmen zur Abstufung und Stabilisierung der Preise. Bisher Vollbeschäftigung Die südbadische Sägeindustrie, soweit es sich um die rund 320 Betriebe mit mehr als vier Beschäftigten handelt, produzierte im Mai rund 72 000 cbm Schnittholz, Schwellen und Masten im Gesamtwert von 6,43 Millionen DM, das sind fast zehn Prozent mehr als im Vormonat. Der Umsatz steigerte slch- wertmäßig um 17 Prozent und erreichte einen Gesamtbetrag von 7,52 Millionen DM. In der holzverarbeitenden Industrie war bei Möbeln mit einer Produktion von rund 2500 cbm mengenmäßig ein 12prozentiger Rückgang festzustellen, während der Umsatz um zehn Prozent auf 1,98 Millionen DM an- stieg. Insgesamt erreichte die holzverarbeitende Industrie eine Produktion von 6200 cbm im Werte von 3,28 Millionen DM, das sind 5 Prozent mehr als im Vormonat. Der Gesamtumsatz der holzverarbeitenden Industrie steigerte sich um 11 Prozent auf 3,43 Millionen DM. Was die Lage im Juni betrifft, die zahlenmäßig noch nicht erfaßt ist, so ist bei der Sägeindustrie der Rückgang der überhöhten Frühjahrsvorräte auf normale Höhe zu berichten. Die Betriebe melden bisher Vollbeschäftigung. Schwierigkeiten werden jedoch erwartet, wenn das oben gemeldete Anziehen der Rundholzpreise anhält. Vieh- und Schweinemdrkle Tiengen. Am Dienstag fand ein Vieh- und Schweinemarkt statt, der gut besucht war. Es wurden 166 Schweine auf getrieben, die alle Käufer fanden. Die Preise betrugen pro Paar 80.— bis 140.— DM. Stahlingen. Am Schweinemarkt des vergangenen Montag wurden 130 Stück aufgefahren, die alle rum Preise von 40.— bis 70.— DM pro Stück abgesetzt werden konnten. Der Marktver- lauf war gut. Hechingen. Die Zufuhr zum Ferkelmarkt am 12. Juli betrug 21 Stüde. Das Paar kostete 110 bis 130 DM. Der Handel war lebhaft, so daS der ganze Auftrieb verkauft werden konnte. Tettnang. Beim Vieh- und Schwednemarkt am 11. Juli waren aufgetrieben: 2 Farren (unverkauft), 1 Ochse, verkauft zu 725 DM; 3 Kühe, davon verkauft 2 zu 700—825 DM und 3 Stück Jungvieh (unverkauft). Von den 35 amgeilieferten Ferkeln wurden 16 zum Preis von 55—65 DM abgesetzt. Stuttgart. Auf dem Schlachtviehmarkt am 11. Juli wurden aufgetrieben: 717 Stück Großvieh, Blick über Alte Wappeuedieiben kehren zurück St. Gallen. Vor einigen Monaten sind, wie gemeldet, sechs wertvolle Wappemsdiedben, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts verkauft wurden und nach Amerika gelangt waren, in die Schweiz nach Sempach rurückgekehrt. Der in New York lebende Schweizer H. C. Honegger hatte sie großzügigerweise der Stadt Sempach geschenkt. Jetzt wird bekannt, daß der gleiche Stifter sich entschlossen hat, seine ganze, rund 200 Stück umfassende Sammlung von alten Schweizer Scheiben seiner Heimat zu e'henken, und zwar sollen die Kunstwerke möglichst in die Orte zurückkehren, aus denen sie stammen, so z. B. in das Stift Einsiedeln, nach St. Gallen, Lichtensteig, Wil und Rappenswü. Kellers Mutter und Schwester geehrt Zürich. Wie die Direktion der öffentlichen Bauten des Kantons Zürich mitteilt, war schon wiederholt die Anregung gemacht wortden, auf der Grabstätte Gottfried Kellers im Züricher Zentralfriedhof eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Mutter und die Schwester des Dichters, die ebenfalls dort beigesetzt sind, anzubringen. Der Kanton hat jetzt eine solche Tafel vor dem Grabstein Kellers aufgestellt, die auf die euge Verbundenheit des Dichters mit seiner Mutter und seiner Schwester mit folgendem Satze aus einem Briefe Kellers an seine Angehörigen hin- weist: „Und wenn ich einst mir einige Ehre erwetbe, so habt Ihr den größten Anteil daran durch Eure stille Geduld." Ein reuiger Sünder Zürich. In einer Gemeinde im Limmattal ersuchte ein 21 Jahre alter Mann telefonisch um seine Verhaftung. Er erklärte, mit einem 15- jährigen Mädchen unerlaubte Beziehungen gehabt zu haben, die anscheinend nicht ohne Folgen geblieben seien. Da er sich in letzter Zeit nur noch mit dieser Sache beschäftigt habe — und dabei liederlich geworden sei, verlange er nun eine Strafuntersuchung gegen sich. Rückgang der Gletscher Bern. Aus dem soeben in den „Alpen" des SAC veröffentlichten neuesten Bericht von Professor Morcanton ergibt sich, daß im letzten Jahre von 81 beobachteten Gletschern nur vier einen kleinen Vorstoß unternommen haben, während 77 einen Rückgang aufweisen. Von 1910 bis 1926 haben sich 51 Prozent der Gletscherzungen zurückgezogen, in der Periode 1927 bis 1941 79 Prozent Und von 1942 bis 1948 87 Prozent letztes Jahr waren es sogar 93- Prozent. 934 Kälber, 1430 Schweine, 34 Schafe. Die Preise je 50 kg Lebendgewicht betrugen: Ochsen A 60 bis 76, B bis 60, Bullen jung AA 80—85, A 70 bis 77, B 63—68, Bullen alt A 65—68, Rinder AA 88—05, A 75—66, B 65—74, Kühe jung A 60 bis 69, B 48—55, C 412—48, D bis 40, Kälber A 100—109, B 78—05, C 65—77 DM. Die Preise für Schweine betrugen: A—C 117—120, D—E 114 bis 146, G> und G* DM 100—106. Mannheim. Am 10. 7. wurden aufgetriebeni 294 Kühe, 356 Kälber, 53 Schafe, 1678 Schweine. Bei Großvieh und Kühern wurde der Markt geräumt, bei Schweinen blieb ein kleiner Ueber- stand. Die Preise betrugen in DM für ein Pfund Lebendgewicht: 0,64—0,88 für Ochsen, 0,63—0,88 für Bullen, 0,47—0,78 für Kühe, 0,72—0,97 für Färsen, 0,50—1,12 für Kälber, 0,35—0,60 für Schafe, 1,02—4,25 für Schweine. Auf dem Ferkel markt am 6. 7. wurden 1-41 Ferkel zugeführt. Die Preise lagen zwischen 40—55 DM j« Stück (bis sechs Wochen), 60—80 DM je Stüde (über sechs Wochen). Der Marktverlauf war anfangs rege, später ruhig, es blieb ein Ueber- atand. die Grenzen Auf Grund der auf dem Unteraargletscher durchgeführten Beobachtungen wurde für 1947/48 ein Eisschwund von 8,4 Millionen und für 1948/49 sogar von 21,2 Millionen Kubikmetern berechnet. Immerhin besitzt die Schweiz heute einen weit größeren Gletscherbestand als im 15. und 16. Jahrhundert, und man hält es nicht für unmöglich, daß in Zukunft wieder ein neues Wachsen, der Gletscher einsetzen könnte. Gegen Coca Cola Basel. Der Basler Wirteverein hat es abgelehnt, das amerikanische Kunstgetränk Coca Cola zu führen, und erklärt dazu, die schweizerische Getränkewirtschaft stelle dem Gast eine so reiche Auswahl von guten Getränken zur Verfügung,, daß man es nicht nötig habe, diese durch eine mit amerikanischem Konzentrat hergestellte Limonade verdrängen zu lassen. Insbesondere sollen die Erzeugnisse des einheimischen Reb- und Obstbaues gegen ein Produkt geschützt werden, das nicht durch besondere Qualität, sondern «nur mit Hilfe des besonderen Verkaufs- und Propagandasystems einen so großen Erfolg zu buchen habe. Schwebebahn mit 50 Kabinen Sitten. In Anwesenheit der Behörden wurde am Sonntag die in Europa einzigartige Schwebebahn Crans—Beälahri (im Wallis) eröffnet. Sie besteht aus 50 Kabinen zu je vier Plätzen und kann in einer Stunde 480 Personen befördern. Oesterrehhlsches Recht im Kleinen Walsertal Mittelberg. Im Jahre 1939 ist die Gemeinde Mittelberg vom Verwaltungsbereich Vorarlberg abgelöst uod der Verwaltung Bayern unterstellt worden. Mit wenigen Ausnahmen galten im Kleinwalsertal deutsches Reichsrecht und bayerisches Landesrecht. Mit dem Wiedererstehen Oesterreichs kam auch Mittelberg wieder zu Vorarlberg, doch die reichsdeutschen Rechtsvorschriften blieben bestehen. Ein Bundesverfassungsgesetz, das dem Zustande ein Ende bereiten sollte, fand im Alliierten Rat nicht die notwendige Einmütigkeit. Der österreichische Nationalrat beschloß daher ein gewöhnliches Bundesgesetz, dem sich das Land Vorarlberg anschließen will. Das Gesetz besagt, daß von nun an alle Rechtsvorschriften des Landes Vorarlberg auch für die Gemeinde Mittelberg Geltung haben und Sonderbestimmungen, die in Vorarlberg nicht gelten, auch hier außer Kraft treten. Der Vorariberger Landtag nahm diesen Gesetzentwurf in zweiter und dritter Lesung debattenlos an und erklärte ihn für dringlich. füttU aus vUt £äf%duvt Süctwestlunk (SWF) Freiburg: 362,75 m, 20 kWj Koblenz: 295,27 m, 50 kW. — Stuttgart (St) 522 m, 100 kW. — Beromünster (Be): 567,1 m, 150 kW. — Vorarlberg (V): 476,9 m, 6 KWl DONNERSTAG, 13. Juli: SWF: 13.00 Das deutsch-franz. Komitee, 18.00 Freiburg: Für den Heimatfreund, 20.00 Tanzabend, 21.00 Stimme der Gewerkschaften, 21.10 Neue Schall- platten, 22.30 Mozart-Oratorium (v. d. Musifc- festspielen Ascona), 23.20 Herder entdeckt das Volkslied. St.: 13.00 Echo aus Baden, 16.50 Wehr und Wehratal, 17.10 Musik von der Landw. Hochschule Hohenheim, 19.00 Buntes Allerlei aus Amerika, 20.00 Frohes Raten — gute Taten, 21.50 Gemeinschaftssendung. Be: Orpheus und Eurydike von Gluck, 19.00 Cedric Dumont spielt, 20.00 „Vogel friß oder stirb ', Kmödie von Arx. V: 18.30 Lehar-Melodiien, 20.15 „Der Krampus", Lustspiel von Bahr, 22.20 Funk in Astronomie und Geophysik. FREITAG, 14. Juli, SWF: 13.00 Die Arbeiter- Tribüne, 16.15 Vom bösen Blick zur Psychoanalyse, 16.30 Klavierwerke Brahms, Liszt, 18.00 Freiburg: alte Gasthauser und Schenken, 20.00 Bach: Goldberg-Variationen, 20.45 „Peter Cornelius", Hörfolge, 2Q.00 Plaudereien unter dem Lampenschirm. §t: 14.00 Schulfunk, Gustav Stresemann, 19.30 Prozesse vcm heute, 20.00 Symphonie-Konzert Kodaly, Goldberg. Keller, 21.00 Melodien v. Franz Grothe und Theo Mackeben, 23.15 Tanz. Be: 14.00 Für die Frau, 16.30 Paris, 14. Juli, 21.30 Mannerchor mit Trompete, Posaune, Orgel „Friede auf Erden". V; 18.00 Entwicklung der Sinfonie, 20.15 Im Wald und auf der Heide. (Vas geschah im „ Bankhaus Lindström? KRIMINALROMAN von HANS HYAN „Ja . . Der Oberregierungsrat strich den kurzen grauen Schnurrbart. „Es muß wohl sein, Herr Konsul. Eben sagte Doktor Splittericht noch . . . übrigens, darf ich vorstellen: Doktor Splittericht — Konsul Lindström . . . ach, die Herren kennen sich?“ Der Bankier reichte dem Detektiv die Hand: „Ich habe viel von Ihnen gehört, Herr Doktor! Und gerade in diesen Tagen hatte ich vor, Sie in einer Sache um Ihren Rat zu bitten . . .“ Der Detektiv verbeugte sich: „Ich stehe immer zu Diensten, Herr Konsul!“ Der Oberregierungsrat lächelte verbindlich: „Ja, der Doktor hat recht: an den Luftschacht im Tresor hätte man denken sollen . . . der ist ja total überflüssig . . . Wenn einer, der hier was zu suchen hat, hineingeht, so bleibt die Tresortür offen und er kriegt Luft von außen. Und wenn einer eindringt, der nichts darin zu suchen hat, dann ist es eigentlich nicht nötig, für Luftzuführung zu sorgen . . .“ Lindström stellte jetzt die Scheiben- Kombination des Stellschlosses an der Tresortür auf die nur ihm und dem Hauptkassierer bekannte Stellziffer ein und drehte das Handrad einmal. Dadurch wurde eine kleine Nische in der Außenpanzerung frei, der Bankier erklärte dem Leiter der Kriminalpolizei: das sei die sogenannte Lafette. Dahinein täte man diesen Schlüssel, er holte aus einem Lederetui ein unwahrscheinlich kleines, flachsichelartiges Instrument hervor, das er nun in die Verhefung einpaßte. „Sie sehen, ein Schloß gibt es an der Oberfläche der Tür überhaupt nicht, es ist in die hintere Panzerung eingelassen. Erst die zweite Umdrehung des Handrades“, er legite seine Hand auf das Rad, „führt den Schlüssel mit der Lafette in das versteckte und so doppelt geschützte Patentsdiloß ... wenn ich jetzt das Rad noch eine halbe Drehung machen lasse, dann ist das Schloß offen, und gleichzeitig schiebt sich die hundert Zentner schwere Doppeltür selbsttätig auseinander.“ Er ließ seinen Worten die Tat folgen und trat dann mit dem Kassenboten Matschunke in den Tresor. Aber die beiden Männer prallten zurück, der Kassenbote schrie laut und Konsul Lindström griff nach dem blanken Stahl der Gittertür. Hinter den beiden reckten die Kriminalbeamten voller Neugier die Köpfe. Was zuerst ins Auge fiel in diesem von automatisch aufflammenden Lampen erhellten Raum, waren nicht die aufgebrochenen Safes, auch nicht der Extraschrank, an den Lindström besonders gedacht (hatte, weil gestern eöend noch anderthalb Millionen in barem Gelde darin lagen — was so kraß ins Auge fiel und die Beschauer mit Entsetzen erfüllte, war der Mensch, der mitten im Raum tot auf dem Teppich lag. Ein junger, großer und schlanker Mann in eleganter Kleidung. Br lag, die Arme verkrümmt und die Hände zu Fäusten ge- krampft, lang ausgestreckt, das Gesicht nach unten, auf dem hellen Fußboden. Kommissar Starkmann trat heran. Seine beiden Untergebenen folgten ihm. „Drehen Sie mal den Mann um, Vogel!“ „Jawohl, Herr Kommissar!“ Oberwachtmeister Vogel, ein wahrer Goliath, gegen den sich ein Verhafteter nur selten wehrte, nahm den schweren Menschen wie eine Puppe vom Boden auf und legte ihn auf den Rücken: „Er ist schon ganz steif, Herr Kommissar.“ „Ja“, sagte der und sah bald den Wachtmeister, bald den Verbrecher an, „wie ist mir denn, Vogel? Das ist doch unser alter Freund Zalewski?“ Wachtmeister Vogel war im Kriminaldienst ergraut, er kannte die meisten der gewerbsmäßigen Einbrecher. , Ja ... Zatlewski.“ „Na, na, reden Sie mal ’n bißchen, lieber Vogel, wenn’s auch schwer fällt!... Seit wann ist denn der wieder draußen, der Za- lewski?“ „Sechs Wochen.“ Wachtmeister Vogel schwieg abermals. Lächelnd sagte der Kommissar, zu dem Generaldirektor und seinem Chef gewendet: „Der Wachtmeister Vogel weiß mehr als wir alle, aber er sagt es nicht... ’s muß hart kommen, wenn er mal vier Worte hintereinander sprechen soll. Was, lieber Vogel?“ Aber der Wachtmeister beantwortete auch diese Frage nicht. Er hatte sich niedergebeugt, den toten Einbrecher durchsucht und die Brieftasche aus dem modern geschnittenen dun/klen Tuchjackett genommen. Dann zog er aus der hinteren Hosentasche links eine Pistole und aus der rechts eine zweite, beides Brownings. In den Seitentaschen steckten ein an der Kette hängendes Schlüsselbund, ein Taschentuch und eine Handvoll zerknittertes Papiergeld. „Das ist alles?“ fragte Starkmann. Der Wachtmeister bückte sich noch einmal, nahm eine fein ziselierte Uhr aus der Westentasche des Toten, steckte sie ebenfalls zu sich. Dann hob er den Toten wieder hoch, als hätte er gar kein Gewicht, und legte ihn genau so nieder, wie er ihn gefunden hatte. Inzwischen war der Polizeifotograf gekommen und die übrigen Herren der Mordkommission. Jetzt traten alle zurück, um Platz für den Fotografen zu schaffen. Eine große Lichtlampe wurde angeschlossen. In der weißblendenden Helle seh das Gesicht des Toten wie Marmor aus. Herr Lands trenn fragte: „Sagen Sir mir bloß, lieber Oberregierungsrat, was bedeutet das?“ Der hob die Achseln, zeigte mit dem Finger auf den Geldschrank: „War viel Geld drin?" „Anderthalb Millionen Mark ... und was da drüben in den Einzelsafes“, er zeigte nach dem Metallschrank, der eine Kombination vieler, jetzt aufgerissener Safefächer war, „was da drin gelegen hat, das wissen nur unsere Tresorkunden... da kann es noch ganz nette Zivilprozesse geben.. “ Konsul Lindström schwieg. Er ginq an den kleinen, aber ganz modernen Kassenschrank, dessen beide Schlösser mit dem Femlholzbrenner wie mit einer Schere aus der Stahlplatte herausgeschnitten waren ... Dicht neben dem Schrank lag die Brennlampe, ein Erzeugnis modernster Konstruktion, und daneben ein schweres Lederetui, das zum Transport zweier Eisenflaschen gedient hatte. Herr Henderson erklärte ihren Zweck: sie seien mit dem modernen Disu- Gas gefüllt gewesen, mit dem der Fem- holzbrenner gespeist wurde. Eine neue Erfindung, die das Mitschleppen großer Sauerstoffballons überflüssig mache. Erfaßt von einem Schwindelgefühl sah der Bankier Menschen und Gegenstände in dem hell erleuchteten Tresorraum wie um sich kreisen. Der Verlust der anderthalb Millionen, die am Samstagabend von der Reichsbank hereingeholt waren, um heute, am Letzten des Monats, den Ultimobedarf einer Kleinbahn, der Hauptkundin der Bank, zu decken, war gewiß schmerzlich. Doch die Diebstahlversicherungen seiner Bank waren so ausreichend, so durchaus unanfechtbar, daß für die Firma auf keinen Fall ein allzugroßer Verlust entstehen konnte. Nein, was den Konsul so schwer bedrückte, was in ihm diese widerwärtige Empfindung hervorrief, als schmecke er Blut, das war der tote Mensch dort vor ihm auf der Erde. Und in seiner Erinnerung hörte er dazu die Stimme sei- | ner Tochter, die ihn bat: „Du darfst mich nicht fragen, Papa, ich kann heute nichts sagen!” — Was verbarg sich hinter dieser Weigerung ...? Die Furcht vor einem Menschen ...? Aber wer durfte seinem Kinde etwas anhaben ...? Hatte sie selbst etwas Unrechtes begangen? — Nein, er kannte sie. Hatte sie etwas getan, was unrecht war, so hätte sie auch den Mut gefunden, es einzugestehen. „Was ist nun eigentlich hier vorgegangen, meine Herren?” wiederholt der Konsul seine Frage. In diesem Augenblick kam noch jemand die Treppe herab, Henderson ging ihm entgegen und sagte vorstellend: „Sanitätsrat Rangower, unser Polizeiarzt” Ein kleiner, nicht sehr adrett gekleideter Herr von fünfzig Jahren mit buschigem Schnauzbart, der sofort neben dem Toten in die Knie gehend, den Körper und das Gesicht musterte. Er fühlte flüchtig den Puls, behorchte die Herzgegend und sagte mit heftiger Stimme: „Herzschlag ... gar kein Zweifel” Henderson schüttelte ungläubig den Kopf. „Aber wieso...? Wie soll er denn — hier ’n Herzschlag gekriegt haben?’ Doktor Rangower sprühte ordentlich vor Sarkasmus: „Das ist ganz einfach! Arbeiterrisiko bei der Nachtschicht, Herr Oberregierungsrat!” Henderson schien ärgerlich, aber er überwand seine Verstimmung und meinte nun seinerseits ironisch: „Natürlich! Wer so befreundet ist mit dem Tod wie Sie, Doktor, der muß ja alle Scheu vor ihm verlieren!” Der Sanitätsrat stand auf und drehte sich um: „Danke bestens! Uebrigens kann ich hier weiter nichts tun . .. kommt ja später zur Obduktion, habe heute auch noch andere* vor!” (Fortsetzung folgte SÜDKURIER ftonßnn;tr Snmt Nr. 83 / Seite 5 $ottftatt3 bcn 13. 3uii 1950 Sonnenbrillen Es gab einmal eine Zeit — wir erinnern uns nur ungern — da waren selbst Sonnenbrillen eiin seltener Artikel. Die sonnenhungrigen Menschen liefen mit zusammen® erzogenen Augen umher und in den Strand- und Flußbädern legte man sich ein Taschentuch über die Augen, wollte man nicht wie ein verkniffener Hypochonder aussehen. Aber auch das ist nun anders geworden. Die Fülle der modischen Neuheiten und der reizenden Kleinigkeiten, die ja das Leben eigentlich erst angenehm machen, hat uns auch wieder die Sonnenbrille in allen Arten und Formen beschert. Sonnenbrillen sind fast eine kleine Philosophie des Alltags. Sie geben oft nette Rätsel auf, dem, der ein wenig raten will. Sie verdecken gerade so viel von einem hübschen Gesicht, daß es sich lohnt, darauf mit flüchtigem Blick zu verweilen und eben — zu raten. Da sind die einfachen, schlichten Sonnenbrillen, die wirklich nur den Zweck erfüllen, die Augen zu schützen; sie werden von älteren Damen und Herren getragen. Aber die anderen mit den großen, ek- kigen Gläsern, mit exzentrisch geformten Bügeln in aller Farben und Formen sind keineswegs nur Selbstzweck. Sie sind die modischen Attribute zum „kleinsten Kleid” unserer Frauen — dem Badeanzug. Wer sie trägt, will auffallen, will angeschaut werden und will selber schauen hinter diesem oft so geheimnisvollen „Visier” unseres Jahrhunderts. Hinter den dunklen Gläsern einer Sonnenbrille läßt sich die Welt am besten beobachten. Im günstigsten Falle sieht man sie rosig, meistens aber grün ver- schattet, was ja auch mehr der sommerlichen Wirklichkeit entspricht. Sonnenbrillen sind wieder Trumpf, und er -wird eifrig in ungezählten kleinen Flirts am Strand, im Gebirge und beim Tanztee, irgendwo in einem fröhlichen, unbeschwerten Sommerurlaub ausgespielt Seenachtfeft roie noch nie Festkonzerte, Beleuchtung, Beleuch tungskorso, Riesen-Seefeuerwerk Große Ereignisse werfen ihren Schatten voraus. Die Vorbereitungen für das große Konstanzer Seenachtfest am Sonntag, den 16. Juli, laufen auf vollen Touren. Die Programmfolge liegt nunmehr fest. Um 20 Uhr beginnen in Seestraße und Stadtgarten die Festkonzerte von vier Musikkapellen. Beim Einbruch der Dunkelheit leuchtet die Illuminationskette auf; die turmreiche Seefront der Stadt wird mit Flutlicht angestrahlt. Die Beleuchtung erstreckt sich diesmal auch auf Kreuzlingen, dessen charakteristische Bauten (Kirche, Seminar, Seeburg usw. bis zum Bottighofer Schlößle) in die Illumination einbezogen werden. Es ist das erste Mal, daß die Schweizer Nachbarstadt sich so aktiv in eine Konstanzer Veranstaltung einschaltet. Dank ihres Entgegenkommens wird die gesamte Bucht einen magischen Anblick bieten. Um 20.50 Uhr formieren eich beim Waldbaus Jakob die lampiongeschmückten Boote und Gondeln aller Größenordnungen zum Beleuchtungskorso. Sie fahren längs der Seezeichen zum Konstanzer Hafen. Hier fügen sich in ihre lange Reihe eine Anzahl von Booten ein, die mit besonderen, in Konstanz noch nie gesehenen Ueberraschungen aufwarten werden. Die Auffahrt führt sodann an der Front des Stadtgartens vorbei an die Seestraße, die in ihrer ganzen Länge bis zum Jachtsteg gefahren wird. Anschließend de- Das ist uns aufgefallen: Uberftunöen ungefunö? Die Baugewerkschaft Konstanz wehrt sich, wie aus der Dienstag-Ausgabe des „Südkurier“ zu ersehen war, gegen die Ueberstundenmethoden. Sie sollen ungesund sein. Auch für den nicht direkt Beteiligten sind Ueberstunden ungesund, vor allem dann, wenn die Ueberstunden eines Handwerkers z. B. in die Morgenfrühe verlegt werden, wie dies seit einigen Tagen in der Bahnhofstraße der Fall ist. Man fragt sich, ob es wirklich notwendig ist, daß die Anwohner der Bahnhofstraße jeden Morgen kurz nach 5 Uhr mit dem Lärm von Reparaturarbeiten beglückt werden. Die Gäste in den umliegenden Hotels und die Anwohner der Bahnhofstraße sind jedenfalls wenig erfreut darüber, wenn die Nachtruhe durch Bauarbeiten schon wieder um 5 Uhr morgens gestört wird, nachdem es möglich war, erst gegen 2 Uhr einzuschlafen, weil vorher an- und abfahrende Motorräder, Autos und Omnibusse für Ruhestörung sorgten. Hoffentlich dauert diese Tätigkeit in der Bahnhofstraße nicht so lange, wie diejenige an der Ladenfront auf dem Bahnhofplatz. Wären diese „Frühmorgenüberstunden“ nicht dadurch einzuholen, daß man tagsüber mehr Arbeitskräfte beschäftigen würde? filiert der Lichtkorso vor der ab 21.15 Uhr in der Konstanzer Bucht aufgefahrenen festlich illuminierten Flotte der großen Bodenseeschiffe. Mindestens 15 Schiffe aller Uferstaaten werden erwartet. Raketen, Blitz und Donner künden 21.40 Uhr den Beginn der großen Bengalbeleuchtung an. Schlagartig verlöschen alle Lichter, und die Seefront der Stadt loht auf im roten bengalischen Licht. Es leitet über zu dem auf 22.10 Uhr angesetzten Riesen-Seefeuerwerk, da« wieder von den Pyrotechnischen Werken Cleebronn gestellt wird. Es ist auf drei große Schiffe montiert und wird das anerkannt großartige Feuerwerk des Vorjahres noch wesentlich übertreffen. Zehn Fronten, eine immer schöner als die andere, steigere sich vom festlichen Eröffnungsalut bis zum großen rauschenden Finale. So wird z. B. der silberne Wasserfall, der sich von der Mole und dem Leuchtturmsteg in den See stürzt, eine Länge von nicht weniger als 180 Meter aufweisen. Mit dem Feuerwerk ist das Seenachtfest aber noch nicht beendet. Die schwimmenden Lichtberge der großen Bodenseeschiffe kehren entweder in ihre Heimathäfen zurück oder fahren zu nächtlicher Tanzfahrt in den See. Auch in den Lokalen der Stadt wird fast überall getanzt werden. Die Polizeistunde ist auf 3 Uhr festgesetzt. Konstanz kann nämlich über das Wochenende mit einem Massenbesuch rechnen. Neben den vielen Sonderzügen •der Bundesbahn, die aus allen Richtungen Gäste an den See bringen,- sind aueh zahlreiche Verkehrswagen aus allen Richtungen angemeldet. Wenn deshalb das Wetter, wie erwartet, günstig sein wird, werden wir in der Tat in Konstanz ein Seenachtfest erleben wie noch nie. Wer roirö Erfter ßürgermetfter ? Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Ortsvereine Konstanz und Wollmatingen der Sozialdemokratischen Partei am gestrigen Mittwochabend in der Geb- hardshalle stand die Frage, welche Kandidaten von der SPD für das Amt des ersten Bürgermeisters nominiert werden. Wie wir kurz vor Redaktionsschluß erfahren, wurden dem Gesamtvorstand als Kandidaten empfohlen: Hauptschullehrer und Stadtrat Alfred Diesbach, Färbermeister und Stadtrat Erich Löhle und Studienrat Dipl.-Ing. Friedrich Göpfrich. Der Gesamtvorstand dürfte seine endgültige Entscheidung in der nächsten Woche treffen. Aus der evangelischen Gemeinde Die evangelischen Kirchenchöre des Dekanats Konstanz treffen sich in Konstanz am kommenden Sonntag, den 16. Juli zu einem Kirchenbezirks-Gesangsfest im Gedenken an den größten evangelischen Kirchenmusiker, Johann Sebastian Bach, anläßlich seines 200. Todestages. Den Auftakt bildet ein Orgelkonzert am Samstag, den 15. Juli, 20 Uhr, in der Pauluskirche. Landeskirchenmusikdirektor Professor Dr. Herrn. Poppen aus Heidelberg wird Bach’- sche Orgelmusik spielen. Jedermann ist eingeladen. Am Sonntag, den 16. Juli, begehen die Kirchenchöre des Dekanats mit 500 Sängern und Sängerinnen das Bezirksfest. Diese Feierstunde, die ebenfalls in der Pauluskirche stattflnden wird, beginnt nachmittags 3 Uhr. Unter der Leitung von Prof. Dr. Poppen werden Bach‘sehe Chorsätze in Gruppen- und Gesamtchören zum Vortrag kommen. Die Festrede hält Pfarrer Meyer aus Ueberlingen. Keine verlängerten Sprechzeiten mehr Die Lohnsteuerstelle beim Finanzamt Konstanz hielt bisher am Dienstag und Freitag verlängerte Sprechzeiten von 17.30 bis 18 Uhr ab, um allen Pflichtigen Gelegenheit zu geben, Anträge auf Steuerermäßigung persönlich vorzubringen und Rat zu holen. Da die Aufnahme von derartigen Anträgen zum größten Teil abgeschlossen ist, fallen diese verlängerten Sprechzeiten fort. Auf Du unö Du fm Zeltlager In Staad entstanden awei neue Zeltlager-Plätze Sechs mustergültig eingerichtete Zeltlager ■unterhält das Freiburger Institut für Internationale Begegnungen innerhalb der französischen Zone. Einies davon, in Konstanz- Staad, ist gestern Mittwochvormittag offiziell eröffnet worden. Im Hörle-Park, hart südwärts neben der Staader Fischerstraße, zwischen Obstbäumen und großen Hecken, entstand nach wochenlanger Arbeit ein Geviert, das das internationale Zeltlager und den Lagerplatz für Zeltwanderer aufnimniit. Während der Lagerplatz für Zeltwanderer von der Stadt errichtet wurde, und jedermann, der den Bodensee zu Fuß oder per Rad mit der Zeltplane im Gepäck bereist, gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung steiht, handelt es sich bei dem internationalen Zeltlager um eine Angelegenheit, die jungen Leuten zwischen 16 und 30 Jahren in fest verankerten und stationären Zelten den internationalen Gedankenaustausch ermöglichen soll. Auf Du und Du sollen die 'Zeltwanderer aller Länder auf dieser Strandwiese den Weg zueinander finden. Dies geschieht völlig zwanglos und ohne Programm. Da die „großen Ferien“ noch nicht begonnen haben, fehlt es vorerst an der internationalen Besetzung. Lediglich ein Dutzend Pfadfinder aus Wiesbaden und Wilhelmshaven hatten gestern auf zwei Tage Halt gemacht. Morgen wollen sie weiter nach der Schweiz und Italien. Etwa zehn Wohnzelte und ein großes Wirtschaftszelt, das einen an die Münchener Ofctoöerwiee’n erinnert, bilden das Gerippe des Lagers. In jedem Zelt sind etwa ein Dutzend Feldbetten aufgestellt. Selbstverständlich wohnen und schlafen die Mädchen von den Buben getrennt. Als Waschbecken dient der See. Während auf dem städtischen Zeltlagerplatz jeder sein eigenes Süppchen brauen kann, gibt es im „Internationalen“ nur Gemeinschaftsverpflegung. Für 1 DM qab es z. B. gestern als Mittagessen eine Sardine mit einer Scheibe Brot als Vorspeise, ein Kotelett mit Kartoffelbrei und Pudding mit Sirup als Nachtisch. Das Essen soll jeden Tag gleich gut sein. Damit bei einer Tanes- pension von 3,30 DM kein öffentlicher Wirtschaftsbetrieb entsteht, werden an Konstanzer keine Essen ausgegeben. Dieses Staader-Lager, das ausschließlich der internationalen Verständigung der Jugend dient, wird, wenn es die Witterung zuläßt, bis Ende September geöffnet sein. Seine Lage und der Eindruck eines modernen Zeltlager-Betriebes machen es auch für Nicht-Zeltwanderer interessant. Beide Zeltlagerpdätze wurden gestern Mittwochvormittag im Rahmen einer kleinen Feier durch den Bezihkedelegierten Noel und Bürgermeister Schneider in Anwesenheit von Mitgliedern des Stadtrats ■sowie Vertretern der verschiedenen deutschen und französischen Behörden der Jugend übergeben. ftttr$e Stabtttadph&tett Die zweite Tagung des Schwurgerichts Konstanz für das Jahr 1960 findet am kommenden Dienstag, 18. Juli, statt. Angeklagt ist Eugen Nesper aus Aufhausen, Kreis Aalen, wegen Mordes. Ein 20 Jahre alter Radfahrer aus Wollmatingen streifte an der Kreuzung Ra- dolfzetier-Kindlebildstraße einen voi ihm fahrenden PKW. Dadurch verlor er die Herrschaft über sein Rad und fuhr auf Von öer Mainau unö Konftanz entzückt 800 österreichische Gäste weilten in unserer Stadt Ueber das Wochenende kamen bei einer Bodensee-Rundfahrt mit der „Austria“, an der rund 800 Personen beteiligt waren, auch Redaktion und Verwaltung des „Vorarlberger Volksblatt“ in Bregenz nach Konstanz. Die Fahrt führte zunächst entlang dem* deutschen Ufer nach der Insel Mainau. Die Besucher aus dem österreichischen Nachbarland waren von der Pracht des blühenden Parks entzückt. Nach diesem Besuch, sozusagen der Ouvertüre ihrer.,Fahrt, steuerte die „Austria“ das Ziel der Reise, Konstanz, an. Ein Redaktionsmitglied des „Vorarlberger Volks- blattes“ schreibt über den Empfang und die Eindrücke in Konstanz folgendes: „Wie ziehen unter Vorantritt, unserer Dae Aachener Fritöenekmiz kommt Morgen Freitagabend Ankunft mit Schiff in Staad Ein Höhepunkt im katholischen Leben der Stadt Konstanz wird das kommende Wochenende sein. Wie bereite berichtet, wird das Aachener Friedenskreuz auf seinem Weg nach Rom auch die Stadt Konstanz berühren. Von Aachen ausgehend, trugen katholische Männer das Kreuz an den Rhein, übergaben es am 3. Mai an der Brücke von Maxau in die Obhut der Männer der Erzdiözese Freiburg. Dann ging das Kreuz über den Schwarzwald ins ho- henzollerische Land, wo es u. a. in He- chingen, Gammertingen und Sigmaringen Mittelpunkt großer Volkskundgebungen war. Heute Donnerstag ist das Friedens- Kreuz in Markdorf: es trifft im Laufe des Freitag in Meersburg ein und wird von dort aus am Abend nach Staad überführt. Diese Ueberführung hat einen besonderen Charakter: das Kreuz wird nämlich auf einem großen Lastschiff, begleitet von zahlreichen Fischerbooten, auf das Konstanzer Ufer gebracht. Die Abfahrt in Meersburg erfolgt um 20.15 Uhr. In Staad wird das Schiff am Dampfschifflandesteg anlegen, das Kreuz bis zur Mitte des Steges getragen und eine kurze Ansprache gehalten. Anschließend tragen Männer von Allmannsdorf das Kreuz nach Loretto, wo kurz Halt gemacht wird. Auf Loretto aus wird das Friedenskreuz über den Salzberg nach St. Gebhard getragen. In der St. Gebhardskirche ist nach Eintreffen des Kreuzes eine Feier und anschließend nächtliche Anbetung. Während des Samstags ist das Friedenskreuz in der Gebhardskirche zur Andacht aufgestellt. Die feierliche Ueberführung zum Münster erfolgt am Samstag um 20 Uhr. Nach der Ankunft des Kreuzes im Münster ist große Kreuzfeier mit Predigt, anschließend nächtliche Anbetung. Am Sonntag, 16. Juli, 6.45 Uhr, Aufbruch im Münster zum Sonderschiff, das im Konstanzer Hafen zur Fahrt nach Unteruhldingen bereit liegt. Von Unteruhldingen aus wird das Friedenskreuz nach Birnau getragen, wo am Sonntag die große Männerwallfahrt stattfindet. Trachtenkapelle in geschlossenem Zuge über die Marktstätte zum Münster, und die flotten österreichischen Marschweisen — die in diesen Gassen lange nicht mehr gehört — werden freudig begrüßt. Liebe Freunde haben veranlaßt, daß am Hafenausgang die rot-weiß-rote Fahne neben der Bundesflagge und den badensischen Farben flattert, ja sie haben uns sogar einen richtigen „Empfang“ zugedacht, weil sie wußten, daß Landeshauptmann II g in unserer Mitte -weilte. Der Landeschef wollte aber nur als Privatmann mittun, er ist auf Ehrungen nicht erpicht. Gefreut haben sich die Konstanzer über die friedliche Vorarlberger Invasion gar sehr und sie haben ganz vergessen, daß einmal vor 140 Jahren ein Vorarlberger „Heer“ die Stadt erobern und damit ihre Vereinigung mit Baden verhindern wollte. Denn damals war das nördliche Bodenseeufer noch österreichisch. Am Münsterplatz löst sich unser Zug auf und für gute zwei Stunden tut jeder nach seinem Belieben. Die Frauen interessieren natürlich die Schaufenster. Sie stellen fest, daß man wegen der „Billige“ gerade nicht unbedingt versucht sei, die Devisenbestimmungen zu umgehen und verbotenerweise doch ein paar D-Mark mehr mitzunehmen als gestattet. Die Männer probieren das Bier und stellen Vergleiche an, die keineswegs einheitlich aus- fallen. Die Jugend flaniert durch die Gassen und den Stadtgarten, füttert die Schwäne und Prunkenten im Teichgraben, ein paar Kunstbeflissene wenden sich den Steinen zu, die für sie so sprechend und für die übrigen nur stumm sind — es verfliegen die Viertelstunden so rasch, daß kaum noch Zeit für das Stelldichein in Engstiers Biergarten bleibt, wo wir uns wieder treffen wollten und wo unsere Musik dafür sorgt, daß keiner das Ziel verfehlt.“ General Dufour unö Konftanz Zum 75. Todestag des großen Schweizer Soldaten am 14. Juli In den Kirchenbüchern der evangelischen Gemeinde zu Konstanz finden wir folgenden Eintrag: »Le septieme Octobre 1787 le souscrit pasteur a baptise dans la souscrite eglise Henri, fils de Benedict Dufour, membre de la Colonie, et de Pernette Valentin, son epouse, ne ä Constance le quinzieme Sep- tembre et presentö au bapteme par Guil- laume Henri Valentin et Henriette Valentin. « (Am 7. Oktober 1787 hat der Unterzeichnete Pastor in der unten genannten Kirche getauft Henri, Sohn des Bänedict Dufour, Mitglied der Kolonie, und der Pernette Valentin, seiner Gattin, geboren zu Konstanz den 15. September und zur Taufe gebracht durch Guillaume Henri Valentin und Henriette Valentin.) Wir haben hier die Geburtsurkunde des großen Schweizer Generals Dufour vor uns. Es war freilich nur ein Zufall, daß der Sproß “(eser alten Genfer Familie in Konstanz das Echt der Welt erblickte. Sein Vater war im Zuge der politischen und sozialen Kämpfe * Genf aus seiner Vaterstadt ausgewandert. Benädict Dufour folgte zunächst dem bekannten Buchhändler und Verleger Francois “ Ivemois nach Irland und heiratete dort die gleichfalls aus Genf stammende Pernette Valentin. Als dann durch Kaiser Josef IX. in Kon- ktenz die Genfer Kolonie gegründet wurde, *'-edelte Dufour an den Bodensee über und End ein erstes Unterkommen im Hause des Goldschmiedes Joseph Beer in der Platten- Msse (heute Wessenbergstraße 14). Hier Wurde ihm der Sohn geboren, dessen Ge- ° u rts- und Taufurkunde Pfarrer Gase mit «erlichen Buchstaben in die standesamtlichen Register der Kolonistengemeinde eintrug. Getauft wurde der Knabe im Refektorium des ehemaligen Dominikanerklosters auf der Insel, das 1785 dem Genfer Fabrikanten Macaire übergeben worden war, der dort eine Indiennefabrik einrichtete. Verwandte der Mutter waren die Paten des Täuflings, die ihm auch die Vornamen Guillaume Henri gaben. Nicht lange wohnten die Dufours in der Plattengasse; denn bereits im folgenden Jahre begegnen wir ihnen in einem anderen Hause der Stadt. Am 20. August 1788 lesen wir nämlich im Konstanzischen Wochenblatt das folgende Inserat: „Mde Dufour von hiesiger Genfer Kolonie wohnhaft bey der Ver- wittibten Frau Gießlerin im Haus Nr. 479 ist gesinnet, eine kleine Lehr-Schule für junge§ Frauenzimmer aufzurichten, und täglich vier Stunde in neuester Mode von Nähen, Stricken und französischer Sprache den hinlänglichsten Unterricht zu geben; der Preis für jede Person ist monatlich ein großer Thaler oder zwei fl. 45 Kr. Dieselbe empflhlet sich zu vielem Zuspruch.“ Frau Gießler wohnte in der sogenannten Engelburg (heute Kanzleistraße 7). Die Familie scheint nach diesem Inserat — der Vater bezeichnete sich als Repräsentant — mit Glücksgütem damals nicht allzu reich gesegnet gewesen zu sein und in der Bodenseestadt kein rechtes Fortkommen gefunden zu haben. So ist es begreiflich, daß sie 1789 die erste günstige Gelegenheit benützte, um nach der Vaterstadt Genf zurückzukehren. Hier wurde Benedict Dufour Mitglied des Sicherheitsrates, dann der Nationalversammlung und hierauf Richter am großen Zivilgerichtshof. Der außerordentliche Aufstieg seines Sohnes sei hier nur gestreift. Er studierte in Genf, Paris und Metz, zeichnete sich in den napoleonischen Kriegen aus, trat 1817 als Hauptmann in die Schweizer Armee, avancierte rasch zum Chef des Generalstabes, beendete als General schnell und ohne großes Blutvergießen den Sonderbundskrieg, schuf die topographische Karte der Schweiz, wurde National- und Ständerat und präsidierte 1874 den Kongreß, auf dem das internationale Rote Kreuz gegründet wurde. Wenn Dufour bis zu seinem Tode enge Beziehungen zum Bodensee unterhielt, so ist diese Verbundenheit freilich nicht so sehr dem Umstand zu verdanken, daß er in Konstanz geboren wurde, sondern dem besonders herzlichen Verhältnis des Generals zu Napoleon III., der bekanntlich seine Jugend größtenteils auf Schloß Arenenberg in der Schweiz verbrachte. Einen reichen dokumentarischen Niederschlag dieses Freundschaftsverhältnisses zeigte im Vorjahr eine Gedächtnisausstellung des Napoleon-Museums auf Arenenberg. Prinz Louis Napoleon verdiente sich bekanntlich seine militärischen Sporen in der Schweiz, wo er im Jahre 1834 zum Bernischen Artilleriehauptmann ernannt wurde. Durch seine Dienstleistung unter dem damaligen Generalquartiermeister Guillaume Henri Dufour entstand eine Freundschaft zwischen beiden Männern, die über alle kommenden kritischen Zeiten hinweg Bestand hatte und ihren Ausdruck in einem regen, politisch bedeutsamen Briefwechsel zwischen Kaiser und General fand. Henri Dufour war im Sommer 1830, also in dem Jahr, in dem der junge Prinz zum Militärdienst in Thun einrückte, erstmals zu Besuch auf Arenenberg. Auch 1837 beim Tod der Königin Hortense, der Mutter Napoleons III., fand sich der General auf Arenenberg ein. Es ist anzunehmen, daß er dabei auch Konstanz besuchte. Bei dem letzten Aufenthalt des Kaisers in der Schweiz im Jahre 1865 kam kein Zusammentreffen zwischen dem ehemaligen Bernischen Hauptmann und seinem Lehrmeister zustande. Ein letztes Mal begegnen wir Dufour im Sommer 1866 am Bodensee. Der preußisch-österreichische Krieg neigte sich seinem Ende zu. Der General machte mit zweien seiner Töchter eine Reise durch die Schweiz, auf der er am 30. Juli wieder einmal Arenenberg aufsuchte, wo er sich ins Gästebuch ein- schrieb. Er soll dabei nicht ohne tiefe Bewegung die Räume seines ehemaligen Schülers mit ihren vielen Andenken an die Schweizer Militärzeit des Prinzen, der jetzt auf Frankreichs Kaiserthron saß, besichtigt haben. Wie die „Konstanzer Zeitung“ am 1. August in einer kurzen Lokalnotiz meldete, weilte der General anschließend zwei Tage (31. Juli und 1. August) in seiner Geburtsstadt. Das Blatt hebt rühmend die Rüstigkeit des alten Herrn hervor, der mit großem Interesse sein Geburtshaus „Zum Falken“, das 1837 in den Besitz der Familie Knoblauch übergegangen war, besichtigte und von Fotograf Wucherer auf nehmen ließ. In einem Brief vom 1. September 1865 hatte Napoleon von Compifegne aus Dufour u. a. geschrieben: „Ich hoffe, mein General, daß wir uns doch noch treffen werden; denn Sie müssen wissen, wie unveränderlich meine Freundschaft zu Ihnen Ist. Seien Sie dessen versichert.“ Das Schicksal wollte es anders. Napoleon starb am 9. Januar 1873 in Chislehurst im Exil, und zwei Jahre später am 14. Juli 1875 verschied auch General Dufour im hohen Alter von fast 88 Jahren. W. Sch. einen ihm entgegenkommenden auswärtigen PKW auf. Der Radfahrer wurde auf den Kühler geschleudert und erlitt leichte Verletzungen'. Ein weiterer Sonderzug ab Konstanz verkehrt am Sonntag, 23. Juli, zur Gartenschau nach Stuttgart. — Das Eisenbahn- verkehrsamt Konstanz veranstaltet am 15. und 21. Juli Sonderfahrten nach Steck- bom, wo die Operettenrevue „Im weißen Rößl“ als Freilicht-Festspiel veranstaltet wird. Die Fahrten finden mit Sonderschiffen statt. IHeiuite aben konzertiert im Stadtgarten die Stadtkapelle unter Leitung von W. Bemhagen. Ermäßigter Eintritt 30 Pfg. Ein herzliches Dankeswort 135 schwedische Fürsorgerinnen hielten sich Ende Juni/Anfang Juli, fünf Tage in Konstanz und auf der Insel Mainau auf. Die schwedischen Gäste waren von ihrem Aufenthalt begeistert. Da sie der deutschen Sprache nur wenig mächtig waren, hatten sie nicht die Möglichkeit, alles zu sagen, was sie sagen wollten. Dem Verkehrsamt Konstanz und den Quartier- wirtinnen wurde jetzt der herzlichste Dank ausgesprochen für den guten Empfang und die freundliche Aufnahme, die den Schwedinnen zuteil wurde. Das neugierige Wildschwein In den frühen Morgenstunden sind Wildschweine anscheinend besonders neugierig. Aber daß ein solches Borstentier fast mitten in der Stadt auftaiucht, ist doch eine Seltenheit. Am Mittwochfrüh 5 Uhr hatte sich nämlich ein Wildschwein ausqerechnet die Firma G. Herosä in der Reichenaustra3e für seinen Morgenspaziergang ausgesucht, pirschte sich durch die Pforte und rahm Kurs auf das Lohnbüro. In seiner Naseweisheit schnüffelte das Schwein ausgerechnet an der Tür zum Lohnbüro! vielleicht wollte es Vorschuß holen. Der Nachtwächter, der den ungebetenen Gast entdeckte, nahm auf dem Fahrrad die Verfolgung auf, verlor ihn aber schließlich aus den Augen. Als ein Schlossermeister um 6 Uhr in eine Werkstätte kam, polterte etwas umher und an dem erschreckten Manne vorbei ergriff das Wildschwein die Flucht. Es wird angenommen, daß der Schwarzkittel, der etwa zwei Zentner schwer war, in aen Rhein gesprungen ist und auf diese Weise sein Leben retten konnte. Des Nachtwächters Gesicht legte sich ob des entgangenen Festtagsbra- tens in kummervolle Falten. Neuer Schlafwagen Konstanz-Köln Den Bemühungen der Industrie- und Handelskammer Konstanz ist es gelungen, daß der bisherige primitive 3. Klasse- Schlafwagen nunmehr in Wegfall gekommen und durch einen Pullmanwagen ersetzt worden ist. Die Benutzung dieses Wagens, der bisher als 2. Klassewagen verwendet wurde, wird mit dem Fahrpreis der 3. Klasse berechnet. Es handelt sich um einen gut eingerichteten Schlafwagen mit 18 Betten, die in der Fahrtrichtung angebracht sind. Ein Teil des Wagens wird als Frühstücks- und Salon raum verwendet. Mit Omnibussen und auf Schiffen Nach tagelangen Vorbereitungen hat das Bodensee-Reisebüro ein Ausflugsprogramm für die Hochsaison (ab 10. Juli) zusammengestellt und in Tausenden von Prospekten und Plakaten herausgebracht. Das Wochenprogramm für Ausflugsfahrten mit modernen und bequemen Reise-Omnibussen erstreckt sich vom Kleinen Walsertal (Oesterreich) bis in den Schwarzwald und auf den Feldberg. Daneben werden kleine Fahrten in die nähere Umgebung von Konstanz durchgeführt. Neben den beliebten Kaffee-Fahrten nach der Insel Reichenau sind auch wieder eine Reihe von Rund- und Abendfahrten an Bord eines der schönen Saalschiffe auf dem Bodensee vorgesehen. — Das ganze Ausflugsprogramm ist sehr stark mit Meersburg abgestimmt, so daß alle Gäste aus den beiden Städten diese Fahrten mitmachen können. — Für das Seenachtfest ist eine große Abendfahrt mit der „Karlsruhe” vorgesehen. Die 16 Kreuz- linger Stadtjodler sowie ein Schweizer Alphcrribläser werden — neben zwei Kapellen — für Unterhaltung sorgen. m r Nr. 83 / ßezirhdbauerntag In Singen Um den Tausenden von (Bauern, die zum Bezirksbauemtag nach Singen eingeladen und gekommen waren, die Schönheit ihrer Heimat zu vermitteln, hatte man als Festplatz den Krützebühl, der mit seinen 530 Metern gleich neben dem Hohentwiel oberhalb der Straße nach Engen keinen beschwerlichen Anmarsch verlangte, gewählt. Inmitten der freien Natur war eine Landmaschinen- und Handwerker-Ausstellung aufgebaut, die schon am Samstagnachmittag eröffnet wurde. Auf dem abschüssigen Gelände wurden die modernsten landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte vorgeführt. Am Sonntagmorgen zelebrierte Stadtpfarrer Sachs von Tengen, am geschmückten Feldaltar einen Feldgottesdienst. Als Vorsitzender des Bezirksverbandes Konstanz des BLHV begrüßte Bürgermeister Moser, Litzelstetten, die 5000 Teilnehmer des Festes. Für die Industriestadt Singen überbrachte Oberbürgermeister Diez die Grüße von Staatspräsident Wohieb, der anderweitig verhindert war. Als Vertreter der Industrie- und Arbeiterschaft sprach Gewerkschaftsführer E. Hohlwegler. In seiner Festrede beleuchtete der Präsident des BLHV M. d. B. Lampert S ch i 11 alle Schwierigkeiten und Sorgen, mit denen der Bauernstand in unserer Zeit zu kämpfen hat. Auch Landrat Dr. Beizer richtete aufklärende Worte an die Zuhörer. Besonders angenehm waren die versammelten Bauern von den Worten des Bezirksdelegierten N o § 1 berührt, der darauf hinwies, daß die Bauern aller europäischen Länder die gleichen Sorgen und Nöte hätten. • Im Rahmen dieses Festes wurden in einer besonderen Feierstunde 17 verdiente Landarbeiter und vier Landarbeiterinnen geehrt. Fische und Schlangen in 80 Schaubecken Mit Unterstützung des Kultusministeriums sowie der Stadtverwaltung Konstanz ist es der Aquarien- und Terrarienschau möglich, auch in Konstanz in der Zeit vom 13. bis 25. Juli im Bürgersaal eine Ausstellung durchzuführen. Die . Ausstellung wurde nach dem Muster des bekannten Berliner Aquariums aufgebaut. In ca. 80 Schaubecken werden die farbenprächtigsten tropischen Süßwasserfische, Meerestiere aus der Nordsee und dem Mittelmeer, sowie eine bunte Auswahl prächtiger tropischer Schlangen und Reptilien gezeigt. In ihrer Reichhaltigkeit und Schönheit bildet diese Schau, eine Lehrstätte für alt und jung und bietet darüber hinaus auch Lehr- und Anschauungsmaterial für den Schulunterricht. Die Ausstellung ist täglich von 9—20 Uhr durchgehend geöffnet. Gebäudevorerhebung beginnt! Im September d. J. findet eine Weltzählung statt, an der bis jetzt 46 Nationen teilnehmen. Mit dieser Weltzählung ist in Deutschland eine Volks-, Berufs-, Gebäude-, Wohnungs-, Arbeitsstätten-, Gewerbeaufsichtszählung sowie eine Zählung der landwirtschaftlichen Kleinbetriebe unter 0,6 ha verbunden. Zur Vorbereitung und Erleichterung dieser Zählung findet in einigen größeren Städten Badens, darunter auch in Konstanz, eine Gebäudevorerhebung statt. Die Zählung im September wird dadurch erheblich erleichtert, weil die Gebäudelisten, die den Hauseigentümern bereits jetzt zur Ausfüllung zugehen, die Grundlage für die zu erfassenden Haushaltungen und Wohnungen bilden. In zahlreichen Fällen wohnt der Hauseigentümer nicht am Ort des Grundbesitzes, die Einholung der erforderlichen Angaben würde deshalb im September zu großen Verzögerungen führen. Dasselbe gilt euch für große Wohnblocks, die im Eigentum einer Baugenossenscnaft usw. sind. Die Hauseigentümer werden deshalb gebeten, jetzt schon die Listen auszufüllen und zur Abholung bereitzuhalten. %ts bet 9tad)borfdjaft Gemeinschaftsfest auf der Mainau Bei Girlanden-Beleuchtung und unter frohen Musikklängen hielt die Belegschaft der Mainauverwaltung dieser Tage ihre traditionelle Betriebsfeier ab. Der altehrwürdige Torkelkeller, der mit den schönsten Blumen der Insel geschmückt war, sah eine fröhliche Gesellschaft. Besondere Bedeutung erhielt die gemütliche Zusammenkunft durch die Anwesenheit von Prinz Lennart Bemadotte, sowie seiner Gattin Prinzessin Karin Bernadotte. Prinz Bernadotte begrüßte in herzlichen Worten seine Belegschaft sowie die geladenen Gäste. Im Verlauf des Abends überreichte er dem Obergärtner der Insel eine Urkunde durch die H. Raff „ in Anerkennung seiner verdienstvollen Arbeit um den Mainaupark zum „Gartenbauinspektor” ernannt wurde. Der Abend endete mit einem Lampionzug durch die Insel. Allensbach. Der Flüchtlingsverein Allensbach hält am kommenden Samstagabend fm »Löwen“ eine Mitgliederversammlung ab. Litzelstetten. Die Litzelstetter sind nun zufrieden, denn die Post hat ihren „Hilferuf“ im „Südkurier“ gelesen und veranlaßt, daß es jetzt bei der Kraftpost Rückfahrscheine gibt, die um 20 Prozent ermäßigt sind. Die Fahrer haben seit neuestem auch denVerkauf der Mehrfachfahrscheine. Außerdem werden, wie wir hörten, Preistafeln zum Aushang ln den Wagen vorbereitet. Güttingen. Das Kirchenpatrozinium des St. Ulrich wurde auch in diesem Jahr wieder in feierlicher Weise begangen. Markelfingen. In einer der letzten Nächte wurde in einem Bienenstand eingebrochen, von unbekannten Tätern ein Bienenstock auseinandergerissen und Brutwaben mitgenommen. Anschließend versuchten die Täter, den Kasten in Brand zu setzen, was ihnen jedoch nicht gelang. Oberuhldingen. Am Sonntag feierte die Musikkapelle Oberuhldingen ihr 50. Vereinsjubiläum, das zu einem Festtag der Gemeinde und der Nachbargemeinden wurde. Heiligenberg. In der Nacht zum Freitag drangen unbekannte Täter in das Textilkaufhaus Braunbarth ein, in dem sie mit einer Axt einen Fersterladen an der Rückfront des Hauses einschlugen. Die Einbrecher wählten sich die wertvollsten Sachen aus dem Lager an Stoffen, Wäsche und Strümpfen aus. Der Wert der gestohlenen Gegenstände beträgt mehrere tausend D-Mark. Er wollte Seemann werden ra. Ein 16jähriger Junge aus Bremen wurde zwischen Moos und Radolfzell von Grenzaufsichtsbeamten festgenommen, weil er keine Papiere hatte und ohne festen Wohnsitz war. Der Vater sei 1941 gefallen, die Mutter tot. Bekannte hätten ihn als Buchdrucker in die Lehre gegeben, aber das sei nichts für ihn gewesen. Er wolle wieder nach Bremen, um, wie sein Vater, Seemann zu werden Chronik vom Bodensee Ans Angst ausgerissen Radolfzell. Eine iRadolfzel'Ler Frau nahm aus Mitleid einen neunjährigen Buben üibex Nacht auf, weil dieser, wie ex sagte, den letzten Anschluß nach Espasingen verpaßt habe, wo er zu Hause sei. Auf der Polizei stellte man an anderen Tag allerdings fest, daß der Junge nicht nur einen falschen Namen angegeben hatte, sondern in Weingarten bei Ravensburg wohnte. Aus Angst vor d*er Strafe für einige zerstörte Fensterscheiben hatte er vor 14 Tagen zu Hause reißaus genommen und sich seit dieser Zeit in der Gegend herumgetrieben. Haushaltsplan genehmigt Singen. Nach achtstündiger Beratung stimmten alle vier Fraktionen des Singener Stadtrats dem neuen Haushaltsplan der Stadt Singen für das Jahr 1950 zu. Der ordentliche Haushalt schließt mit 4 323 500 DM, der außerordentliche mit 1 230 000 DlM dn Einnahmen und Ausgaben ab. Die Grundsteuer für tend- und forstwirtschaftliche Betriebe-'ist mit 200 Prozent, für Grundstücke mit 157 Prozent und die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag und dem Gewerbekapital mit 300 Prozent festgesetzt. Der Heidelberger Splelbank*Konfliht Zu der von uns schon gemeldeten Ablehnung der Spielbank für Heidelberg meldet die Deutsche Presse-Agentur nachfolgende interessante Einzelheiten: Der Landesbezirkspräsident für Nordbaden und württemberg-badische Finanzminister Dr. Edmund Kaufmann hatte betont, daß er über seine ablehnende Haltung in der Spielbankfrage den Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Swart niemals im unklaren gelassen habe. Hierzu erklärte Dr. Swart: „Es ist richtig, daß der Herr Landesbezirkspräsident mir und anderen Herren wiederholt gesagt hat, daß er persönlich gegen eine Spielbank größte Bedenken habe. Wir haben aber einmal gehofft, ihn umstimmen zu können und zum anderen stand fest, daß zuständig für die Konzessionserteilung entweder das In- nenministerum in Stuttgart war oder die Abteilung des Inneren der Landesbezirksregierung in Karlsruhe. Die nach der eigenen Angabe des Landesbezirkspräsidenten letzten Endes für zuständig erklärte Ab- ebenso wie die Finanzabteilung dem Spielbankplan bejahend gegenüber. Dementsprechend haben dann auch die beiden zuständigen Abteilungen der Landesregierung vom Dezember 1949 bis jetzt zu wiederholten Malen schriftlich und mündlich mit der Stadtverwaltung wegen der Gestaltung der Konzessionsurkunde im einzelnen eingehend verhandelt, wobei sogar zweimal staatliche Kommissionen nach Heidelberg geschickt wurden.“ Nach alledem, erklärte Dr. Swart weiter, habe man mit Recht annehmen können, daß der Konzessionserteilung durch die zuständige Stelle der Landesregierung nichts im Wege stünde. Nach monatelangen positiven Verhandlungen habe sich jedoch der Landesbezirkspräsident in letzter Stunde persönlich eingeschaltet und der Inneren Abteilung den Befehl gegeben, den Konzessionsantrag abzulehnen. Es sei als Dr. Kaufmann ganz persönlich, der die Verantwortung für die Ablehnung des Heidelberger Verlangens trage. Der Stadtteilung des Innern in Karlsruhe stand aber I rat werde sich weiter damit befassen. In letzter Minute Singen. In Rielasingen badeten zwei 12jährige Schülerinnen an einer Stelle in der Aach, die vor einiger Zeit ausgebaggert worden war und deshalb eine größere Tiefe aufwies. Plötzlich versanken beide Mädel, ohne daß die am Ufer stehenden Leute etwas unternahmen. Durch das Geschrei aufmerksam gemacht, sprang schließlich ein 2.(jähriger Mann aus Singen ins Wasser und holte zuerst eines der Mädchen, das noch an der Oberfläche trieb ans Ufer. Nach mehrmaligem Tauchen gelang es ihm nachher auch das zweite Mädel, das unter Wasser von der Strömung mitgerissen worden war, zu bergen. Buchstäblich in 'letzter Minute konnte das junge Leben gerettet werden, denn erst nach längeren Wiederbelebungsversuchen stellte sich der Erfolg ein, Kioskeinbrecher gefaßt Meers bürg. Aus einem Kiosk waren nachts Rauchwaren, Lebensmittel und der Inhalt der Wecbsei'kasse gestohlen worden. Der (Inhaber fand morgens ein herrenloses Motorrad vor seinem Kiosk, dessen Zündanlage nicht mehr in Ordnung war. Der Dieb war nach dem Einbruch durch das Versagen der Maschine am Weiterfahren verhindert worden. In der Zwischenzeit konnte er in Lindau, beim Versuch die in Meersburg gestohlenen Sachen abzusetzen, festgenommen werden. Tod durch Hitzsch’ag Meersburg. Eine Konstanzer Hausfrau war nach Stetten bei Meersburg gegangen, um Kirschen einzukaufen. Dort erlitt sie einen Hitz- schlag, an dessen Folgen sie kurz danach starb. Zusammenkunft der alten Zeppeliner Friedrichshafen. Auf Anregung einiger Mitarbeiter des Grafen Zeppelin hatten sich in Fried- richshafen mehrere Zeppelin-Gefolgschafter am 8. Juli, dem Geburtstag des Graten Zeppelin, zusammengefunden, um nach alter Tradition diesen Ehrentag wieder zu feiern. Zuchthaus für den „Schredcen des Oberlandes” Ravensburg. Das Schwurgericht Ravensburg verurteilte den 25 Jahre alten Ho-rst Fischer wegen versuchten Totschlags zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Fischer, dem 14 schwere Diebstähle nachgewiesen werden konnten und der sich als „Schrecken des Oberlandes” einen Namen gemacht hatte, bedrohte einen Wangener Polizisten mit vorgehaitener Pistole. Der Schuß ging glücklicherweise nicht los. Die Pistole hatte er sich mit Soforthilfegeldern, die ihm als Flüchtling ausbezahlt worden waren, gekauft. Zroette Rathau8*Serenaöe Ein grimmiger Paukensdüag des Wettergottes und ein ziemlich einsetzendes Regen- tropfen-Staccato verhalt dieser gut besuchten Serenade zu einem launigen Intermezzo, das die Zuhörer zwang, ihre Stühle zusammenzuklappen, um den unterbrochenen Vorträgen unter dem schützenden Dach weiter zu lauschen. Die Veranstaltung erhielt aber nicht allein durch dieses Zwischenspiel mit notgedrungenen „Versetzungszeichen“ eine besondere Note. Zu den vertrauten Streicherklängen des Schmitt-Bohn-Trios gesellten sich diesesmal in willkommener Ausweitung des musikalischen Horizontes die fein abgetönten Gesänge des Konstanzer Kammerchores. Unter der sehr sicher formenden und von liebevollstem Verständnis für die Erfordernisse eines gepflegten Kammerstils getragenen Leitung Hermann Müllers ließ der Kammerchor in den gesungenen deutschen, englischen und italienischen Madrigalen des 16. Jahrhunderts eine deutlich merkbare künstlerische Weiterentwicklung erkennen. Die allgemein sehr saubere und klare Stimmführung, eine sichere Deklamation und rhythmische Gliederung, ein merklich sich verfeinernder piano-Stil sind überzeugende Kennzeichen dafür, daß dieses ausgezeichnete Ensemble sich immer mehr dem von ihm erstrebten sängerischen Ideal nähert. Das fein leuchtende Chorvolumen, das in den Madrigalen Lechners, Haslers, Dowlands und Donatis ebenso wie in den zeitgenössischen Chorsätzen von Walter Rein und Hans Lang zutage trat, verriet die ganz vom Stilausdruck her sehr farbig und persönlich gebauten Beseelungsgrade, die der Dirigent seinen Sängern einzuflößen weiß. Die Tendenz zu ansteigender Intonation, welche die sehr strahlfähigen Soprane ab und zu zeigten, ist eine bei dem technischen Hochstand des Chores leicht zu vermeidende Gefahrenquelle. Drei prächtige klassische Werke der Streichtrio-Literatur, das A-dur-Trio von Haydn, Menuett II und Allegretto aus dem Es-dur- Divertimento Mozarts und das variierte Andante quasi Allegretto aus Beethovens bekannter D-dur-Serenade op. 8 gaben dem Schmitt-Bohn-Trio Gelegenheit, einen sehr persönlich wirkenden, kultivierten Musizierstil zu zeigen, in dem nicht etwa ein außerordentliches klanglich-technisches Format besticht, sondern die liebevolle, im besten Sinne „kammermusikalisch“ wirkende Versenkung in den Geist und in die Stilart der Komposition den Zuhörer gefangen nehmen. Die vielen Besucher spendeten allen Darbietungen reichen und herzlichen Beifall. Dr. G. Lenzinger Musik des Barocks und Rokokos Eine besonders interessante und anregende Vortragsfolge kennzeichnet das dritte Serenadenkonzert im Schloßhof der Insel Mainau, das am nächsten Mittwoch, den 19. Juli, unter Leitung von Musikdirektor D. Teiber stattflnden wird. Auf dem Programm stehen charakteristische Tonstücke des Barocks und Rokokos. Das Konzert wird eingeleitet durch G. F. Handels Concerto grosso in d-moll, dem die Symphonie Nr. 1 D-dur von Philipp EmanueX Bach, dem begabtesten Sohne des großen Thomaskantors, folgt. Mozarts sechs ländlerische Tänze für dreistimmiges Streichorchester (KV 606) leiten über zu einer besonderen musikalischen Delikatesse, einer C-dur-Symphonie von Max von Droste-Hüls- hoff, einem Onkel der Dichterin. Die Symphonie ist Joseph Haydn gewidmet und von diesem erstmalig 1801 in Wien aufgeführt worden. Ais Solisten wurden Werner Demm- ler-Berlin (Flöte) und Hans Benzinger-Mün- ster (Bachtrompete) gewonnen. Die neuen Filmprogramme Capitol: Das außerordentliche Interesse, das der hervorragende neue deutsche Film „Nachtwache“ findet, gab Veranlassung, die Spielzeit dieses einmaligen Werkes zu verlängern. — Gloria: Die heiter gespielte Geschichte eines bezopften Waisenhausmädchens, das sich in eine elegante, liebende Frau verwandelt, erlebt man in dem preisgekrönten Lustspiel „Adam und Evelyn“ mit Jean Simmons und Stewart Granger. — Scala: Ein Drama um Pflicht und Liebe ist der Film „Das Gesetz der Liebe“, dessen Fertigstellung, durch das Kriegsende gehemmt, erst jetzt von seinem Regisseur Hans Schweikart vollzogen werden konnte. Es ist die letzte Arbeit Ferdinand Marians. Hilde Krahl und Paul Hubschmid sind seine beiden Partner. Um den Titel eines Bezirks-Boxmeisters Endrunde des Bezirks Schwarzwald- Bodensee am Sonntag in Konstanz Dem KSV „Rheinstrom" Konstanz ist es ge* iungen, die Endrunde der Bezirks-Boxmeister- schäften Schwarzwald-Bodensee für kommenden Sonntag na-cb Konstanz (Oberer Konzilsaal) zu bekommen. Für die Austragung der südbadischen Landesmeisterschaften wurden die Vereine in zwei Bezirke eingeteilt. Dem Oberbezirk (Schwarzwald-Bodensee) gehören die Klubs von Freiburg, Rheinfelden, Lörrach., Schopfheim, Vil- lingen, Singen und Konstanz an. Die zwei besten jeder Gewichtsklasse kämpfen um die südbadische Meisterschaft gegen den jeweiligen Vertreter des Unterbezirks. Der Konstanzer Hiegengewichtler Golitz ist kampflos Bezirksmeister. Da sein Bezirksmeistertitel bereits feststeht, kämpft er am Sonntag außer Konkurrenz gegen einen guten Lörradier Boxer. Im Federgewicht boxt für Konstanz Sulger gegen Harter (Freiburg). Der Freiburger ist ein schneller, starker Nahkämpfer. Im letzten Kampf trennten sich die beiden unentschieden. Das Leichtgewicht ist durch zwei auswärtige Boxer vertreten: Lüders (Villingen) gegen Rosi (Freiburg). Beide Boxer haben schon über 200 Kämpfe hinter sich. Rosi war früher badischer Jugendmeister. Lüders, ehemaliger Danziger Gaumeister, ist überall als sehr starker .Kämpfer bekannt. Diese Begegnung wird sicher sehr interessant und boxerisch vorzüglich werden. Mit einer Ringerfahrung aus fast hundert Kämpfen tritt der Freiburger Mollenbauer im Weltergewicht dem Konstanzer Erwin Fuchs gegenüber. Fuchs, der sich besonders gut vorbereitet hat, wird seinem Gegner nichts schenken. Einer der Anwärter für die Deutsch« Meisterschiaft, Dominik (Freiburg), der in der Vorrunde zur Bezirksin eisterschaft alle seine Gegner k.o. sdilug, wird im Mittelgewicht dem Villinger Nach’wuchsboxer Teut schwer zu schaffen machen. Außer Konkurrenz boxen für Konstanz noch Olejiniczak, Kurt Fuchs und Haas gegen gute Kräfte aus Lörrach und Rheinfelden. Radsport-Verein Konstanz in der Schweiz Im Rahmen der ostschweizerischen Meisterschaften im Radball und Kunstfahren veranstaltete der Radfahrerverein Kreuzungen ein internationales Radballtumier, an welchem neben der Schweizer Spitzenklasse mit dem RV Winterthur. Schweizer Meister 1950, der Neuen Sektion St. Gallen, An der Sihll Zürich IJ und Winterthur II auch der RSV Konstanz teilnahm. Tonangebend war w-eder einmal mehr das neue Meisterpaar der Schweiz, OsterwalderiBreitenmoser (Winter- thuT), die in überzeugender Weise alle Spiele sicher gewannen und dabei eine erstaunliche Sicherheit und ein geradezu artistisches Können auf dem Rad zeigten, das, verbunden mit der klugen und intelligenten Spielführung von Oster- walder, die Mannschaft zum hohen Favoriten für die kommende Weltmeisterschaft stempelt. Der Radsportverein Konstanz war bet diesem Turnier insofern gehandicapt, als er für den abwesenden Kaiser Dannecker mit Madella paaren mußte, was sich vor allem insofern nachteilig auswirkte, als diese Spieler beide Feldspieler sind und so die Tordeckung etwas vernachlässigt wurde. Trotzdem machten die beiden Konstanzer eine gute Figur. Ergebnisse: ADS Zürich II (Lienhart-Weber) — Neue Sektion St. Gallen 3:4; Winterthur \ — Winterthur II 7:2; Konstanz — Neue Sektion 5t. Gallen 1:7; Winterthur II — ADS Zürich II 6:8; Winterthur I — Konstanz II :3*; Neue Sektion St. Gallen — Winterthur II 5:3; ADS Zürich II — Konstanz 3:4; Winterthur I — Neue Sektion St. Gallen 7:0; Winterthur II — Konstanz 6:1; Winterthur I — ADS Zür.ch Ii 5:1. Endstand: 1. Winterthur I 8 Punkte 30:6 Tore; 2. Neue Sektion St. Gallen 6 Punkte 16:14 Tore; 3. Winterthur II 2 Punkte 17:21 Tore; 4. ADS Zürich 2 Punkte 15:19 Tore; 5. Konstanz 2 Punkte 9:27 Tore. Ende der Handball-Spielsaison Die im Gegensatz zur Vorrunde an. Protesten und Einsprüchen reiche Handball-Rückrunde hat mit dem Spiel der Frauenmannschaften Meersburg gegen Immenstaad, in dem die Meersburger mit 5:0 Toren erfolgreich blieben, ihr Ende gefunden. Bei der Jugend stellte der VfL Konstanz eindeutig den besten Nachwuchs und hat somit innerhalb des Vereins zwei Handball- tabellenführer (I. und Jugendmannschaft). Die Kreisklasse des Bezirks bat in TuS Böhringen 03 ihren Meister gefunden, der sich somit den Aufstieg in die Bezirksklasse gesichert nat. Bei den Frauen kam es zum Endspiel der beiden Staffelführer VfL Konstanz und SV Pfui* lcndorf, aus dem Pfuilendorf als glücklicher Gewinner hervorging und die Bezirksmeisterschaft errang. In der Bezirksklasse Männer konnte der Herbstmeister TSV Mühlhofen die Rückrunde ungeschlagen durchstehen und unangefochten den Meistertitel erwerben. Bezirksklasse: TSV Mühlhofen IQ 1)1 1 — 22:2 84:48 VfR Stockach 12 8 3 1 17:7 86:59 SV Steißlingen 12 7 3 2 16:8 75:56 SV Konstanz 12 7 5 — 14:10 83:88 SV Pfullendorf 12 4 7 1 9:15 83:73 VfL Konstanz II 12 3 9 — 6:1« 43 vT* Kreisklasse: TuS Böhringen 03 8 7 1 — 14:2 M:97 SV Gottmadingen JI 8 6 1 1 13:3 &>38 STV Singen II 8 4 4 — 8:8 41940 SpG Meßkirch 8 2 5 1 5:11 39:63 VfR Engen 8 1 7 — 2:14 6:23 Frauen Staffel A VfL Konstanz 7 6 ■ - 1 13:1 41« Allensbach' 7 5 1 1 11:3 56<21 Dettingen 7 3 4 — 6:8 21:33 Singen 7 1 6 — 2:12 4*4» Staffel 8 Pfullendorf 11 9 2 — 18:4 66v86 Meersburg 11 8 2 1 17:5 44:11 Bermatingen 111 6 5 — 12:10 28:27 Immenstaad l'l 5 5 1 llall 38r33 Meßkirch 11 5 6 — 10:12 22*45 SV Konstanz 11 2 9 — 4:18 16« Tennis-Club St. Georgen — Tennis-Club Koa- stanz 0:9. In Fortsetzung der Medeospiele d er B-Klasse für Herren trat die Mannschaft des Tennis-Club Konstanz in St. Georgen zum Kampf an. Trotz guter Leistungen des gastgetoendesi Vereins spielte der TC Konstanz einen 9:0-5ieg heraus, wobei mit Ausnahme eines Einzel- und eines Doppelspieles alle Begegnungen in 2 Sät* zen gewonnen werden konnten. Mit besonderem Interesse verfolgten die Zuschauer das Spiel det ersten Herren beider Clubs (für Konstanz Dz» Dornauer) sowie das erste Herren-Doppel (für Konstanz Dr, DornaueritLeuze). Mit diesem Erfolg hat sich der TC Konstanz in die nächst« Runde gespielt. Was stimmt da nicht ? Bilderscherz Nr. 5 des Südkurier: Dies ist der Ueberlinger Mantelhafen, um 1870 aufgeno mm en. Links die Brauerei zum „Ochsen', die damals noch neben der Stadtmauer, vor dem St.-Johann- Turm, Hopfen anbaute. Wa6 stimmt da nicht? Das Bild stammt von Lauterwasser, Ueberlingen. Auflösung zu Bildersdierz Nr. 4: Das Bild von Dr. Eckener paßte nicht in das Foto aus der Manzelier Luftschiffhalle von 1900. Damals hielt er noch nichts von den Plänen des Grafen Zeppelin und war übrigens erst 32 Jahre alt. Den Preis von 10 Mark erhält: Frau Margret Erne, Böhringen / Radolfzell, Hindenburgstr. 27. Das Los ermittelte ferner zehn weitere Einsender von richtigen Lösungen, die durch Nennung ihrer Namen an dieser Stelle ausgezeichnet werden: Käthe Miethke, Pfullendorf, FurtmühÜe; Dörte Ruescher, Schwenningen (Heubsrg), Haus Nr. 58; Horst Dieter von Wendel, Konstanz, Schubertstraße 3; Rosemarie Artolf, Singen, Alpenstraße 23; Josef Baum, Hüfingen, Schaffhaaiser Straße 4il; Renate Laub, Ravensburg, Wangener Straße 1; Albert Griesmeier, Dettingen; Konrad Fürst, Kluftern; Hermann Dolt. Friedrichshafen, Margarethenstraße 58; H. Homberg, Schwelm k Westf., Hauptstraße 151. „Ich durfte dabei sein . . Eine ganze Anzahl von Lesern hat gemeint, der Rettungsring und der Anker paßten nicht zu dem Foto. Indessen: Die Luftschiffhalle von Manzell war eine auf dem Bodensee schwimmende Halle, die einfachste Form einer Dreh halle, die nach dem Winde eingestellt werden konnte. Eine 72jährige Konstanzerin. die bescheiden ihren Namen verschweigt, schreibt, daß bei der Aufnahme des Bildes Di. Eckener nicht dabei war. „Ich aber durfte dabei sein." Sie glaubt, auf dem Foto den Ingenieur Kübler und den späteren Kapitän Endreß zu erkennen. Der LZ 1, der 1900 seinen ersten Aufstieg machte, hat übrigens im ganzen nur drei Fahrten von zusammen noch nicht ganz drei Stunden gemacht, dann war das Betriebskapital der Aktiengesellschaft, die 1898 gegründet worden war, und für oe der alte Graf Zeppelin mehr als die Hälfte selbst zeichnen mußte, zu Ende. Erst 1906 konnte das nächste Schiff gebaut werden. Chefkonstrukteur war Dr. Dürr, der übrigens schon 1900 dabei war — er ist, wie er uns selbst mittadlt. der junge Mann auf dem Bild, der rechts im Vordergründe sitzt. Er freut sich, da6 Erinnerungsbild, das ihm mit seinem Haus verbrannt war, wiederzuerhalten. Dr. Eckener, der als Mitarbeiter der „Frankfurter Zeitung" dem Zeppelin-Luftschiff gegenüber skeptisch eingestellt war und nicht a-n seinen Erfolg glaubte — er kannte den Grafen seit 1905 persönlich — kam eist 1908, nach den ersten erfolgreichen Fahrten und nach der Katastrophe von Echterdingen zu Zeppelin. Damals setzte der große Stimmungsumschwung ces deutschen Volkes ein und eine große Volksspende erlaubte es dem Grafen, weitere Luftschiffe zu bauen. Die letzten waren fast zwanzig mal größer als das erste, hatten mehr als die fünffache Geschwindigkeit und rund Hundertmal stärkere Motorenleistung. Eine Leserin aus Säckicgen schreibt uns: Manzell sei ihr schönstes Kinderland gewesen? Dutzende von Maien habe sie dem Grafen Zeppelin »hre Kinderhand geben dürfen und später habe sie ihren Schulweg immer so eingerichtet, daß sie an der Olgastraße vorbeikam, wo kamafe neben Dr. Kai „mit dem schönen Autole“ und dem Bäcker Laiber Dr. Eckener wohnte. Der . große Kopf Dr. Eckeners" habe es ihr angetan :jehabt; erst später habe sie eingesehgn, daß „große Köpfe wie Dr. Eckener und Colsmann für Friedrichshafen doch sehr vorteilhaft" waren. .Als ich im Südkurier die alte Halle wiedcfr sah, bekam ich Sehnsucht nach der guten, alten Zeit" AMe Atarmefadm u.Qetees mit Opekta (— . Donnerstag, 13. Juli 1950 SÜDKURIER K Nr. 83 / Seite 7 1Z Züridi n le Sektion stenz 6:1, 30:6 Tore; 3:14 Tore; ; 4. ADS 2 Punkte on Protesten •unde hat n Meers- Meersbur- ihr Ende der VfL rudis und Handbail- t). it in TuS der sidi ! Residiert dspiel der SV Pfui- lieber Geisterschaft mnte der Rüderunde schien den :2 84:48 :7 86:59 :8 75:56 :10 83:88 :15 83:73 :18 43>7* :2 W:J? :3 49438 :8 41:40 :11 39)63 :14 5:23 :1 4t*M :3 56«21 :8 21:33 :12 4»M :4 «6)98 :5 44all 110 28:27 all 36)33 :12 22)45 :18 löi43 Hub Ko*. ■piele der halt des im Kampf gebenden l 9:0-Sieg azel- und in 2 Sät. asonderea Sipiel de* stanz Du. -ppel (für em Erfolg >te Rund* ist der onnnen. Johann, dingen, ans der en Zep- istx. 29. di Nen- tmühle; onstanz, ffhetuser Konrad welm i. Sportdienst des Südkurier Schweiz Favorit in der Turnweltmeisterschaft (SK) Basel, die schöne Stadt im Dreiländer- t-d am Rhein, steht im Festsdxmuck, der den Vertretern von Turnerschaften aus 18 Nationen gilt. Heute, Donnerstag (bis 5onotag), treten die besten Turner der Welt hier zur Ermittlung der Weltmeisterschaft an, und man kann sich kaum einen besseren Platz für die Titeikämpfe wählen., als den schweizerischen Boden, auf dem die Tumerei schon seit langen Zeiten in höchster Blüte 6teht. Von der Elite der Turner fehlt lei* der noch Deutschland, das dem Internationalen Turnverband noch nicht angehört und deswegen nicht teilnehmen kann. Die Deutschland-Riege ist aber auf Einladung wenigstens als zuschauender Ga6t anwesend. Das Programm ist insofern erweitert worden, als neben dem Einzelwettbewerb im Fünfzehnkampf auch an den einzelnen Geräten und in aer Freiübung sowie im Mannschaftskampf (und hier auch wieder in den einzelnen Uebungen} Weltmeistertitel vergeben werden. Dazu kommen noch die Turnerinnen, die neben dem Acht* kämpf auch in den vier Einzelwettbewerben Meistertitel erringen können, ferner noch zwei Meisterschaftswettbewerbe. So sind rund 130 Gold-, Silber- und Bronze-MedaiMen zur Auszeichnung der erstplazierten Turner und Turnerinnen notwendig. Bei den Turnern 6etzt sich der Fünfzehnkampf aus Pflicht- und Kürübung am Rede, Barren, an den Ringen, am Pferd, dem Pferdoprung und im Bodenturnen zusammen, zu denen noch drei leichtathletische Uebungen (100 m, Hoch- und Stabhochsprung) kommen. Zwei Nationen neben Deutschland, die da ein erstes Wort matsprechen könnten, sind allerdings nicht mit von der Partie: die Tschechoslowakei (Sieger bei den letzten Weltmeisterschaften 1038 in Prag) und auch Rußland, das große Fortschritt« machte. So wird es auf einen großen Zweikamipf Schweiz— Finnland hinauslaufen, in den als Außenseiter auch die Ungarn eingreifen können. Die letzten Weltmeister im Turnen waren: 1938 Prag: Jan Gajdo« (CSR); 1934 Buda* pest: Eugen Made (Schweiz): 1931 Paris: Savo- leinen (Finnland); 1948 Olympia: Huhtanen (Finnland)* 193601ympia: Schwarzmann(Deutschland); 1932 Olympia: Neri (Italien). Die Eidgenossen hoffen, nicht nur im Mannschaftswettbewerb zu triumphieren, sondern sie rechnen sich auch für Sepp Stalder Chancen für den Fünfzehnkampf aus. Bei den Finnen erhielt neben den erfolgreichen Olympiakämpfern von 1948 Huhtanen und Aaltonen der bejahrte Savo- leinen den Vorzug gegen Nachwuchskräfte. Sa* voleinen war bereits 1931 Weltmeister. Bartali strebt dritten Tour-de-Fran$e-Sieg an (Si.*Eigenberidit.) Da* große „Rassemblement c.es coureurs“ für die Tour de France hat seit Montag in Paris eingesetzt. Bis Mittwochabend mußten sich alle 116 zugelassenen Fahrer aus sechs Nationen in die Teilnehmeriista eingetragen haben und heute, Donnerstag, erfolgt der Start zu der Rundfahrt — rund 5000 km Gesamtdistanz. Die Strecke ist aufgeteilt in 22 Etappen. In zwei Etappen werden Zeitfahren mit Einzelstart ausgetragen. Der Erholung dienen vier Ruhetage in Dinard (18. Juli), Pau (24. Juli), Nizza (31. Juli) und St. Etienne (4. August). Eine grundlegende Reorganisation gibt in diesem Jahre der Tour de France ein neues Gesicht. Erst auf den Steilstrecken der Pyrenäen und der Alpen holten die Bergspezialisten zum entscheidenden Angriff aus, und hier kamen Italiens Asse Fausto Coppi und Gino Bartali zu ihren großen Siegen. Diese Taktik ist diesmal wenig erfolgversprechend. Auf der neu vermessenen Strecke wurden die Berg-Etappen wesentlich verkürzt. Dadurch, sind an einem Tag nur noch zwei Bergrieseo zu bewältigen, während bisher jeweils drei Gipfel zu erklettern waren. Diese Tatsache gibt natürlich den Flachland’Fah- rem eine große Chance; denn die Berg-Spezialisten werden gezwungen, bereits frühzeitig voll aufzudrehen. Als weitere Maßnahme zur Verhinderung von „Bummelfahrten" während der ersten Tage wurden die Tages-Prämien wesentlich erhöht. So erhält der Träger des ,,gelben Trikots" für die Führung im Gesamt-Klassement bei jeder Etappe 100 0Ö0 Francs, während für den Tagessieger 50 000 Francs ausgesetzt 6ind. Durch diese einschneidenden Neuerungen ist die Frage nach dem Sieger offener denn je. In Abwesenheit des von seiner Verletzung noch nicht genesenen Fausto Coppi wird Gino Bartali, der Sieger von 1938 und 1948, versuchen, mit einem dritten Erfolg den Rekord des Belgiers Philippe Thys (1913, 1914, 1920) einzustellen. Ob ihm das gelingt, erscheint fraglich; denn erst vor wenigen Wochen mußte der „radelnde Mönch" beim Giro d'Italia durch den jungen Schweizer Hugo Koblet eine klare Niederlage einslecken. Koblet geht in Paris nicht an den Start, aber für Bartali gibt es unter den 116 Teilnehmern genug Rivalen Frankreichs junger Stern, Jacques Marinelli, der vor einem Jahr fast eine Sensation schaffte, oder die „alten Hasen" Bobet, Caput, Robic, Mähe (alle Frankreich). Kühler, Weilenmann, Schär (Schweiz), impanis. Ockers, Schotte (Belgien), Goldsdimdt, Diederich (Luxemburg) sowie Magni und Cor* rieri (Italien) tragen klangvolle Namen. Etuf Essen gewann Senatsachter Das Hauptereignis der Hamburger Alsterregatta, den Senatsachter, gewann diie Ruderriege Etuf (Essen in 6:12,5 Minuten vor Berliner RudercLub e. V. und Akademischer Ruderverein Kiel. Nach 1200 m setzte sich Etuf Essen endgültig an die Spitze des Fünferfeldes und war bei 1500 m eine halbe Bootslänge voraus. Der lange, zügige und saubere Endspurt besiegelte den Essener Sieg. Die Berliner Mannschaft, die in dem letzten Bahnviertel leicht nervös wurde, lief mit etwa l 1 /* Bootslängen nach Essen durchs Ziel. Deutschlands Tennis international Deutschland und Japan wurden in der in Lausanne abgehaltenen Sitzung des internationalen Tennisverbandes als Mitglieder wieder zugelassen. Mexiko gewann Davispokal 5:0 Mexiko beendete die Davispokad-Begegnung der nordamerikanisdien Zone gegen Kuba in Havanna mit einem klaren 5:0*Sieg und qualifizierte sich damit für das Spiel gegen Australien oder Kanada, die sich vom 14. bis 16. Juli in Montreal gegenüberstehen. Schwedens Schwimmer in Braunschweig und Hannover Schwedische Schwimmer des Länderkampfes mit Deutschland gingen in Braunschweig an den Start und bildeten eine gute Gegnerschaft für die deutschen Spitzenkönner. So kam der Schwede Goran Larsson im 100-m-Kraulschwim- men in der gleichen von Werner Ditzinger (Braunschweig) erzielten Zeit von 1:00,6 an. Ueber 100 m Brust im Schmetterlingsstil siegte Europameister Herbert Klein in 1:10,6 Minuten vor Bengt Rask in 1:13,7 Minuten. Der deutsche Studentenmeister Rolf Lierts schwamm die 100 m in 1:14,6. Die 100 m Brust im orthodoxen Stil gewann Arthur Heina in 1:17,4 Minuten vor dem Schweden John Rottmann in 1:17,8 Minuten. Die 3Xl00-m-Lagenstaffel für Damen entschied die deutsche Mannschaft in 4:03,4 vor Schweden 4:12,9 Minuten. In o:29,9 Minuten beendeten beide Mannschaften die 3XlOO-m-Lagenstaffel für Herren. Schwedens Schwimmer hatten am Dienstag nur wenig Gelegenheit, in Hannover ihr Können zu beweisen. Wie sie offen Zugaben, waren sie von den vorherigen Starts in Berlin und Königslutter ßowie den Schwierigkeiten beim Grenzübertritt in Helmstedt stark ermüdet. Regenböen peitschten das Schwimmbecken auf, so daß an reguläre Wettkämpfe nicht zu denken war. Ergebnisse: Herren 100 m Kraul: 1. Ditzinger 1:01,0 Minuten., 2. Synnerholm (Schweden) 1:02,7 Minuten; 400 m Kraul: 1. Lehmann 5:18,9 Minu ten, 2. Abramson (Schweden) 5:19,0 Minuten 100 m Rücken: 1. Larsson (Schweden) 1:11,5 Minu ten, 2. Persson (Schweden) 1:14,3 Minuten 200 m Brust: 1. Rask (Schweden) 2:49.5 Minuten, 2. Rottmann (Schweden) 2:53,8 Minuten. Olympia-Expedition finanziell gesichert Für die Teilnahme deutscher Sportler an den nächsten Olympischen Spielen 1952 ist von der Bundesregierung in Bonn vorsorglich ein bestimmter Etat bereitgestellt worden, um die Beteiligung westdeutscher Sportler auch finanziell zu ermöglichen. Dies geht aus einem Brief hervor, den Ritter von Lex, der Verbindungsmann zum nationalen Olympischen Komitee und der Bundesregierung, an den Präsidenten des Sportkomitees Garmisch-Partenkirchen, den früheren Bobweltmeister Hanns Kilian, richtete. Das Exekutiv-Komitee des Internationalen Olympischen Komitees wurde für 28.'29. August nach Lausanne einberufen. Bei dieser Tagung wird die Frage der Beteiligung Deutschlands an den Olympischen Spielen 1952 erneut geprüft. Das provisorisch anerkannte deutsche Olympische Komitee wurde eingeladen, Vertreter nach Lausanne zu entsenden. Süddeutsche Umschau Forderungen der „Naturfreunde" Offenburg. Einhundert Vertreter der ge» samtbadischen Landesgruppe des Touristenver» eins „Die Naturfreunde" berieten auf Schloß Ortenberg innere und äußere Fragen des Verbandes. Es wurde als Ziel der „Naturfreunde" bezeichnet, die Gemeinschaft zu pflegen und dennoch jedem völlige Freiheit zu lassen. Die Bundesbahn solle der Jugend Gelegenheit geben, günstige Ausflugsorte mit billigen Bahnfahrten zu erreichen — billige „Samba-Züge" seien kein gutes Werk. Es wurde auch angeregt, daß die Schuljugend ihre Ausflüge nicht mit Omnibussen, sondern zu Fuß machen soll. Die Jugend müsse zur Sparsamkeit erzogen werden. Wa» bisher nur die Studentenschaft angeknüpft habe, die Verbindung mit - dem Ausland, dies müsse um so notwendiger die Arbeiterschaft aufnehmen. Schramberger Trachtentag Schramberg. In der schönen Fünftälerstadt Sdiramberg wird am 15. und 16. Juli .ein Trachten- und Heimattag abgehaiten, zu dem sich bereits 60 Trachtenveredne angemeldet haben. Von ihnen werden 26 aus Württemberg-Hohenzollern, 17 aus Baden kommen. Dazu werden mehrere bayerische Vereine, sowie der Schuhplattlerverein aus Dornbirn, sowie die Volkstrachtenvereine aus Rorschach und Zürich erscheinen. Ueber 1200 Freiquarfciere stehen den Gästen zur Verfügung. An dem Festzug werden über 2000 Trachtenträger teilnehanen. Man rechnet auch mit vielen Tausenden sonstiger Besucher, die vom Bemeck-Sportpiatz mit seinen bergseitigen Terrassen diesen Heimattag mit seinem vielseitigen Brauchtum eindrucksvoll erleben sollen. Das Festbankett am Samstagabend im Festzelt bringt u. a. Volkstänze, Schuhplattler, Jodler, Aiiphombläser und Fahnenschwinger. Der Sonntagvormittag ist ausgezeichnet durch eine Trachtenschau, während am Nachmittag ein Festzug und die Preisverteilung mit wertvollen Ehrengaben vorgesehen ist. Galgenhumor Hechingen. Infolge Versagens der Bremsen stürzte zwischen Hechingen und Balingen ein Lastkraftwagen, der neun Klaviere, zwei Flügel und ein Harmonium geladen hatte, nach Einlenken in einen Feldweg um, wobei die Instrumente zum größten Teil in Trümmer gingen. Einem einigermaßen heilgebiiebenen Flügel entlockte der Fahrer angesichts der Bescherung das Lied „O du lieber Augustin, alles ist hin..." Der musikalische Spaßvogel selbst war unverletzt geblieben. Kartoffelkäfer! IZnu ernflct r NeXif GAMMA-NEXIT NEU macfii a££e%afer lc 4 ! Luftschiff ind nicht inte den srst 1908, und nach Zeppelin. Qschwung Be Volks- ere Luft- st zwan- r als dis mdertmal ns: Manien? Dut* Zeppelin iter habe Itet, daß » «lamals ole“ und ate. Der angetan iqn, daß mann für ‘ waren, edor sah, en Zeit*' Zum Stäuben: GAMM A-NEXIT-NEU •) Amtlich onarkannt. Hier 15-20 k| pre Hektar Zum Spritzen: GAMMA-SPRITZ-NEXIT*) nur 200 g auf 100 UUr Spritzfltsslgkalt Kein Geruch - kei n Geschmack! ( U N G I F T I Gl *) DAS NEUE NEXIT und SUITZ-NEXIT inthaltaa nkm „Gamma“ das stärkst« lasaktangift, dos dia Wissoastkaft koaat, * dabei harmlos für Mensch and Tier! CELfi Gmb.h. Ingelheim/Rh. Emjignrtig gefdinifete Bauecnftube massiv Bergföhre, natur, siebenteilig, neu, an rasch entschlossenen Käufer für DM 850.— verkäuflich. — Zuschriften unter 11290 Südkurier Konstanz. Das Kaffeeanoma wird voller und stäiker durch DllLER ESSENZ Diese Kafiee-Zutataus fein* geröstetem Zucker geht voll im Geschmack des Kaffees auf Eine Löffelapilze genügt für 6 Tassen Kaffee/ «ffaMe ? nimm Stellen-Angebote Verkaufsschlager z. Privatverkauf, bezirksweise.Thalheimer, Augsburg Welches Mädel von 20 bis 30 Jahren hat- Lust, mit jg. 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