SÜDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag» Donnerstag, Samstag. Adresse: Konstanz, Marktstätte 4 — Telefon-Anschlüsse: Redaktion u. Verlag Nr. 924, 925, 1130, 1510, 1SLI Bier wird billiger BONN. Die Bierpreise in der Bundesrepublik werden mit Wirkung vom 1. August um durchschnittlich. 20% gesenkt. In Norddeutschland wird ein Liter des bisher 1,66 DM kostenden Vollbiers künftig 1,18 bis 1,28 DM kosten, in Mittel- und Südwestdeutschland wird das dort übliche Konsum-Vollbier statt 1,17 bis 1,27 DM nur noch rund 1 DM kosten, während sich der bayerische Bierpreis von 1 DM auf 78 bis 80 Dpf. ermäßigen wird. 15 Todesurteile in Ostberlin ESELIN. Die Vierte Große Strafkammer des Ostberliner Landgerichts verurteilte im Köpenicker Blutwoche-Prozeß 15 Angeklagte zium Tode und 13 zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe. 56 andere Angeklagte — 24 von ihnen sind flüchtig — erhielten zwischen fünf und 25 Jahren Zuchthaus. Die Verurteilten waren angeklagt, im Sommer 1933 Antifaschisten getötet und mißhandelt zu haben. Dertinger in der Sowjetunion BERLIN. Dre Außenminister der Sowjetzonenrepublik, Georg Dertinger, ist am Wochenende überraschend in die Sowjetunion gereist. Vom Außenministerium wurde auf Anfrage mitgeteilt, daß er einen längeren Erholungsurlaub auf der Krim verbringen werde. Die Abreise erfolgte so plötzlich, daß Dertinger kaum Zeit fand, sich von seinen Mitarbeitern zu verabschieden. Die Reise des Sowjetzonen-Außenmini- sters fiel zeitlich mit Berichten zusammen, nach denen die bei der Sowjetzonenregierung akkreditierten Vertretungen der Ko- minformstaaten Dertingers Austausch gegen einen alten kommformtreuen Kommunisten verlangt haben. Heimkehrer fordern STUTTGART. Eine Entschädigung für die Arbeitsleistung der Kriegsgefangenen in östlichen Gewahrsamsländern fordert der gesamtdeutsche Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen und Vermißten- Angehörigen. Die Forderung, jedem Heimkehrer aus dem Osten für jeden Tag der Gefangenschaft eine Marie auszuzahlen, dürfte nicht an der Behauptung scheitern, daß für diesen Zweck kein Geld vorhanden sei. Diese Kriegsgefangenen hätten vor allen anderen Deutschen und für alle anderen Deutsche eine Arbeit geleistet, zu deren Anerkennung die deutsche Oeffent- lichkeit verpflichtet sei. Flöhe im Luxus-Express MAILAND. -Im vollbesetzten Orient- Luxüs-Expreß gab es in Mailand einen Aufruhr unter den Fahrgästen. In einem Abteil hatte sich ein indischer Magier niedergelassen. In seinem Handgepäck befand sich eine Schachtel mit dressierten Menschenflöhen. Sie fiel plötzlich aus dem Gepäcknetz und öffnete sich. 300 blutdürstige Flöhe fielen über die Mitreisenden her. Die Fahrgäste waren auf diesen Überraschungsangriff nicht gefaßt und flüchteten schimpfend. 6 JAHRGANG DONNERSTAG 20. JULI 1950 NUMMER 86 Bezug monatlich durch die Post 2.30 Mark, einschl. 27 Pf. Postzustellgebühr, durch Träger 2.10 Mark, einschl. 25 Pf. Trägerlohn — Einzelpreis 20 Pt Truman fordert unbeschränkte Vollmachten Gefährdetes Handwerk Botschaft an den Kongreß — 10 Milliarden Dollar zur Ueberwindung der Korea-Krise notwendig WASHINGTON. Präsident Truman forderte in seiner Kongreßbotschaft für die Ueberwindung der Koreakrise 10 Milliarden Dollar, unbeschränkte Vollmachten zur Einberufung Wehrdienstpflichtiger und weitere Machtbefugnisse. Weiter verlangte er, daß alle gesetzlichen Bestimmungen über die Höchstzahlen der USA-Streitkräf- te fallen .gelassen werden. Er erklärte in seiner Botschaft weiter, die personellen und materiellen Verstärkungen der amerikanischen Wehrkraft seien nicht nur notwendig, um mit der Situation in Korea fertig zu werden, sondern auch, um den freien Nationen, die mit den USA gleichen Sinnes sind, bei der Hebung ihrer militärischen Stärke zu helfen. Präsident Truman erklärte weiter, er habe Verteidigungsminister Johnson ermächtigt, so. viele Einheiten der Nationalgarde und so viele Reserve-Einheiten und Einzelreservisten des Heeres, der Kriegsflotte und der Luftstreitkräfte einzuberufen, wie sich als notwendig erweisen sollte. Er kündigte für die nächsten Tage einzeln aufgeschlüsselte Forderungen für Bewilligungen in der Höhe von annähernd 10 Milliarden Dollar an. Neben den militärischen Maßnahmen schlug Truman eine teilweise Mobilisierung der Heimatfront vor. Er verlangte keine neuen Preiskontrollen oder Verbrauchsrationierungen. Sollten allerdings starke Preiserhöhungen solche Kontrollen notwendig machen, würde er nicht zögern, solche zu verlangen. Steuererhöhungen würden erst später notwendig werden. In seiner langen Botschaft an Senat und Repräsentantenhaus berichtet Truman ins einzelne gehend über die Geschehnisse in Korea und über die Gründe, weshalb die USA wieder Tausende von Meilen von den Heimatgrenzen entfernt kämpfen müßten. Truman stellte fest: „Der Angriff auf die US-Offensive in Korea erst im September Zweitägige Kampfpause an der Westfront beendet TOKIO. Die zweitägige Kampfpause an der koreanischen Westfront Wurde von starkem nordkoreanischen Artilleriefeuer unterbrochen. Die Nordkoreaner haben westlich von Taidschon einen beträchtlichen Artillerieaufmarech durchgeführt, doch hat die nordkoreanische Infanterie noch keinen entscheidenden Angriff auf die amerikanischen Stellungen bei Taidschon begonnen. In einem amerikanische!! Kommunique heißt es, die alliierte Lufttätigkeit habe die Nordkoreaner gezwungen, alle Marschbewegungen möglichst in die Nachtstunden zu verlegen. Die nordkoreanischen Luftstreitkräfte sind in den letzten Tagen wieder aktiver geworden. Amerikanische Düsenjäger schossen drei nordkoreanische Jäger sowjetischer .Herkuirf^ab. Ein amerikanischer leichter BompHf 1 ging- verloren. In Washington weist man darauf hin, daß eine amerikanische Großoffensive voraussichtlich nicht vor Mitte September angesetzt werden kann, da der Transport der hierfür benötigten gewaltigen Materialmengen nach Korea beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen müsse. US-Landung bei Pohang POHANG. Amerikanische Truppen in Stärke von 5000 Mann sind im Hafen von Pohang — etwa 100 Kilometer nördlich von Pusan — an der koreanischen Ostküste gelandet und rasch landeinwärts vorgestoßen. Die Landungstruppen führten Artillerie und ein halbes Dutzend leichter Panzer mit. Unter dem Schutz von Trägerflugzeugen und Schiffeartillerle wurde das Landungsunternehmen ohne jede feindliche Gegenwehr planmäßig durchgeführt. Mit Ausnahme von Partisanen war das ganze Gelände im Umkreis von 60 Kilometern frei von nordkoreanischen Truppen. Kurz notiert Im Juni trafen «4 Heimkehrer Im Lager Friedland ein. 169 von ihnen kamen — ungeachtet der sowjetischen Meldung vom 4. Mai, daB die Rückführung deutscher Kriegsgefangener abgeschlossen sei — aus der Sowjetunion. Bundespräsident HeuB besuchte den Schweiler Bundespräsidenten Fetitpierre in Bern. Nach dem Wahlerfolg des Bundes der Helmatvertriebenen und Entrechteten in Schleswig-Holstein hat sich in München eine Landesgrnppe gleichen Namens konstituiert. Ein Transport mit 5M Umsiedlern aus den Gebieten östlich der Oder-NeiBe-Linie wurde in das Bundesgebiet aufgenommen. Der 65jährige frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Theodor Steltzer, erlitt bei Frankfurt einen schweren Antounfall. 27 Karlsruher %chüler reisten nach Schweden ab. Sio werden sich dort vier Wochen aufhalten. Der ehemalige Poliieileutnant Pani Hei- duschka wurde vom Westberliner Landgericht wegen Mißhandlung Mitinternierter im sowjetischen Konzentrationslager Sachsenhausen zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Zum Bürgermeister von Anklam in Mecklenburg wurde die 24jährige Margot Kisten, ein Mitglied der FDJ, gewählt. Sechs Angehörige der Sowjetzonen-Volks- Polizei ließen sich in Westberlin in Schutzhaft nehmen. Die Kampfgruppe gegen die Unmenschlich- beit teilt mit, daB bisher 185 (M Menschen durch die Konzentrationslager der Sowjetzone gegangen zeien. Vor dem Marseiller Kriegsgericht begann ein Prozeß gegen den ehemaligen deutschen Leutnant Josef Fitz. Er steht unter der Anklage, französische Staatsbürger mißhandelt »u haben. Die Arbeitsgemeinschaft deutscher Auswanderer, die 5096 Mitglieder im Bundesgebiet zählt, hat Dr. Adenauer aufgefordert, selbst die Initiative zu ergreifen, cm die Auswan- darungsprobiemo zu lösen. Der Vatikan bestätigt den Tod des Weihbischofs Basil Aftenie von Karlsburg (Siebenbürgen). Der Bischof starb im Gefängnis. Der Fabrikbesitzer Dr. Julius Rosenberg wurde in New York verhaftet. Er steht unter dem Verdacht, Atomgeheimnisse an die Sowjetunion verraten zu haben. Bei einem Flugzeugunglück in Indien kamen 22 Personen ums Leben. Unter den Opfern befinden sich der Privatsekretär des indischen Ministerpräsidenten Nehru sowie drei UN-Beobachter für Kaschmir. Frau Evangeline Booth, die ehemalige Leiterin der Heilsarmee, ist im Alter von 84 Jahren bei New York gestorben. Die entscheidende Abstimmung beider Häuser des belgischen Parlaments über die Rückkehr König Leopolds auf den Thron erfolgt am Donnerstag. In einem Krankenhaus von Bombay (Indien) sind im Laufe des Juli 38 Personen an einer mysteriösen Seuche, die mit der Cholera Ähnlichkeit hat, gestorben. Meterhohe Stichflammen setzten eine Transformatorenstation bei Lyon in Brand, Schaden: 38 Millionen Francs (360 000 DM). Ursache der Explosion: ein durch eine Ratte in einem Generator ausgelöster Kurzschluß. Der Franzose Michael Herang aus Com- piegne übergoß seine schlafende Frau mit Benzin, verriegelte sein Haus und setzte es in Brand. Grund der Tat ist Eifersucht. In unmittelbarer Nähe des belgischen Königsschlosses in Laaken bei Brüssel explodierte eine Bombe. Es wurde jedoch niemand verletzt. Im ersten halben Jahr 1950 hat die Zahl der Einwanderer in Australien mit 91500 Personen die höchste Höhe, die die australische Einwanderungsstatistik zu verzeichnen hat, erreicht. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum nur 15 000 Perzonen. Ein amerikanischer Farmer sperrte seinen Bullen in die Scheune. Der Bulle zertrümmerte einen Tragepfeiler, verwickelte sich in elektrische Drähte, verursachte einen Kurzschluß, der die Scheune in Brand setzte, so daß das Vieh, Maschinen und Vorräte im Wert von 25 000 Dollar verbrannten. Der Bulle entkam unverletzt. Britische Kriegsschiffe, die der 7. amerikanischen Flotte unterstellt sind, nahmen an dem Landungsunternehmen teil. Der amerikanische Befehlshaber in Pohang erklärte, man wolle mit dieser Landung den strategisch wichtigen Hafen vor dem Zugriff der Nordkoreaner schützen. Die 25. amerikanische Division — genannt Tropenblitz — und die erste amerikanische Kavalleriedivision sind in Korea eingetroffen und dem Oberbefehl Generalleutnant Walkers unterstellt worden. Teile einer Division stehen im Einsatz. KP-Zeitungen in Japan verboten TOKIO. General MacArthur hat die Zeitungen der kommunistischen. Partei Japans auf unbestimmte Zeit verboten. Er begründet diesen Schritt damit, daß sich di« international« Lage verschärft habe. Republik Korea läßt keinen Zweifel mehr daran, daß die kommunistische Weltbewegung darauf vorbereitet ist, zur Eroberung unabhängiger Nationen zu bewaffneter Invasion zu schreiten. Wir müssen daher mit der Möglichkeit rechnen, daß in anderen Räumen eine bewaffnete Aggression stattfinden könnte”. 1,2 Milliarden für freie Nationen WASHINGTON. Unmittelbar nach der Botschaft Präsident Trumans, in der dieser den Kongreß aufgefordert hatte, unverzüglich eine Reihe weitreichender Maßnahmen zu treffen, hat der Kongreß die vorgesehene Waffenhilfe an die Freien Nationen in Höhe von 1 222 500 000 Dollar bewilligt. Die Gesetzesvorlage über das Waffenhilsprogramm war bereits vor einiger Zeit vom Senat angenommen worden. Sie wird jetzt dem Präsidenten zur Unterzeichnung zugeleitet. Meinungsaustausch der Westmächte LONDON. Zwischen den USA, Großbritannien und den Ländern des britischen Commonwealth hat in den letzten Tagen ein diplomatischer Meinungsaustausch über den Korea-Konflikt stattgefunden. Die bisherigen Ergebnisse dieses Meinungsaustausches sind nach Mitteilung gut unterrichteter Kreise Londons: 1. Da der Korea-Konflikt nur ein Teilproblem des kalten Krieges ist. darf der Einsatz in Korea nicht zu einer Beeinträchtigung der bestehenden Abwehrpläne für die ganze Welt führen. 2. Das amerikanische Oberkommando soll grundsätzlich anerkennen, daß die USA auch weiterhin den größten Teil der in Korea eingesetzten Landtruippen stellen müssen. 3. Dde langfristigen gemeinsamen Verter digungs- pläne sollen beschleunigt durchgeführt werden. 4. Bei einer etwaigen friedlichen Regelung des Korea-Problems sollen „die Grundsätze, für die die UN in Korea eingetreten ist, nicht „verschachert” werden. Zuchthaus für Erzberger-Mörder Schulz Germanenorden und Schwerindustrie FREIBURG. (W.S.-Ei'genbericht.) Das Offenburger Schwurgericht verurteilte den der Ermordung des ehemaligen Reichs- finanzministers Matthias Erzberger Angeklagten Heinrich Schulz aus Saalfeld zu 12 Jahren Zuchthaus wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit in Tateinheit mit Totschlag. Zwei Jahre davon gelten als verbüßt. Der dreitägige Prozeß hat noch einmal fast lückenlos die Vorgänge vor und nach dem 26. August 1921 beleuchtet. Schulz, der im Anschluß an die Vernehmung über die Tat dem Gericht die Flucht und sein späteres Leben schilderte, sagte: „Die schützende Hand der Organisation Con- sul- und Germanenorden hat mich immer wiedeir geführt.“ Diese Organisationen seien sehr mächtig gewesen, weil die Schwerindustrie dahinter gesteckt habe. Heinrich Tillessen versuchte auch als Zeuge immer wieder Schulz zu entlasten. Er stellt sich selbst sowohl bei den Tatvorbereitungen als auch bei der Durchführung als den aktiveren Teil hin. Er sei auch trotz einer anderslautenden Abmachung auf der Kniebisstraße vorgesprun- gen und habe die ersten Schüsse auf Erzberger abgegeben. Erst viel später habe Schulz dann eingegrijfen. Der öffentliche Kläger, Oberstaatsanwalt Dr. Nägele, der dann die lebenslängliche Zuchthausstrafe und eine 10jährige Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für waren die Schutzherren Schulz forderte, nannte den Angeklagten einen „alten Kommißkopf“, der nicht gemordet’ habe, weil er der Ueberzeugung gewesen sei, daß nur über die Leiche Erzbergers ein besseres Deutschland entstehen könne, sondern der gemordet habe, weil er seinen „Führern“ hätte gefallen wollen. Man müsse sich überlegen, daß allein in der Zeit von 1919—1921 400 politische Morde vorgekommen seien und daß in den „27 Jahren des politischen Mords“ bis 1945 fast alle politischen Führer der Linken beseitigt worden sind. Hier, bei den Fememorden jener Jahre habe der Anfang der späteren Konzentrationslager gelegen. Die Verteidigung beantragte die Einstellung des Verfahrens, oder eine dreijährige, durch die Internierungshaft verbüßte Gefängnisstrafe wegen Totschlags. Schulz habe weder vor noch nach der Tat eine andere kriminelle Handlung begangen. Er sei damals durch seinen Umgang zu diesem Morde getrieben worden. „Wir müssen uns hüten, das Politische in den Vordergrund zu schieben, um nicht zu einem Zweck urteil zu kommen.“ Der Angeklagte selbst sagte in einem Schlußwort, bei dem er sich nur schwer beherrschen konnte und zu schluchzen begonnen hatte, wenn die Forderung des Antrags gutgeheißen werde, würde er die Todesstrafe als Gnadenakt ansehen. Propagandasturm auf Westberlin 1556 Kommunisten von Westberliner Polizei verhaftet — Empörung der Bevölkerung BERLIN. (A.G.-Eigenbericht.) Westberlin war der Schauplatz eines kommunistischen Propaganda-Ansturms, wie er sich in solchem Ausmaß bisher noch nicht ereignet hatte. 6000 kommunistische Agitatoren waren in kleinen Gruppen auf die verschiedenen Stadtteile und Straßenzüge verteilt, wo sie als Diskussions-Trupps die Westberliner für die kommunistische Unterschriftensammlung zur Aechtung der Atombombe gewinnen wollten. Die Kommunisten arbeiteten dabei auch mit der Schaustellung von Kriegsbeschädigten und Kriegsblinden, die sie z. B. an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtiüs- kirche eingesetzt hatten. Die Intellektuellen im kommunistischen Lager waren aufge- boten, sich ebenso an dieser Propagandaaktion zu beteiligen. Die Westberliner Bevölkerung ging, sobald sie den Zweck der kommunistischen Agitationstrupps erkannt hatte, an den verschiedensten Stellen der Stadt zur Gegenwehr über. Die Propagandareden der kommunistischen Funktionäre gingen in Zwischenrufen unter. „Gebt die Gefangenen zurück“, rief man ihnen zu. „Schert euch lieber nach Aue“, „Ab mit Pieck nach Moskau“, .Löst die KZ's auf“. An vielen Stellen nahmen dies« Vorgänge tumultarischen Charakter an. Es kam zu Prügelszenen, mit denen die Bevölkerung die Kommunisten zu verjagen suchte. In sehr vielen Fällen mußte die Polizei eingreifen,- um die Agitatoren vor dem Zorn der Menge zu schützen. An anderen Stellen wurden die Propaganda-Gruppen schon gleich nach ihrem Auftreten von der Polizei in Gewahrsam genommen. Insgesamt sind so 1556 Personen zwangsgestellt worden, zum allergrößten Teil in einer Art Schutzhaft, um den Betroffenen Tätlichkeiten von der Bevölkerung zu ersparen. Ein sehr großer Teil der Verhafteten wurde schon in den Abendstunden wieder entlassen. 668 Verhaftete werden im Laufe dem Vernehmungsrichter vorgeführt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Sich in den nächsten Tagen ähnliche Vorgänge ereignen, denn die ganze Aktion steht im engen Zusammenhang mit dem beginnenden Parteitag der SED. Von Gustav Adolf Groß Mit dem Handwerk ist es wie mit der Landwirtschaft: fast jedermann ist von der geschichtlichen Bedeutung dieser beiden Wirtschaftszweige völlig überzeugt, aber nur die wenigsten wollen wirklich ihren Wert und ihre Unentbehrlichkeit für die Gegenwart einsehen. Hand aufs Herz: wer von dem heutigen Wirtschaftsleben spricht, denkt zuerst an Handel, Verkehrswesen und Industrie. Nicht anders als die Landwirtschaft ist das Handwerk, in seiner äußeren Stellung und in seiner inneren Geltung, ein Stiefkind des technischen Zeitalters. Dabei ist seine Rolle keineswegs ausgespielt, ja kann niemals ausgespielt sein, solange eachgebundene Arbeit, persönliches Schöpfertum, und menschliche Würde in Leben und Kultur noch irgendetwas gelten. Bauern verwandelten die Vegetation in eine Kulturlandschaft, Handwerker bauten dann die Städte, schmückten die Menschen und statteten 6ie von den Schuhen bis zur Kopfbedeckung, von Stuhl und Tisch bis zu Bett und Kasten mit einem fast unübersehbaren Instrumentarium der Lebenserleichterung und Daeeinsfreude aus. Nach einer ruhmreichen Entwicklung, fast so alt wie die Geschichte der Menschheit überhaupt, weist das Handwerk heute, vom Schlosser und Schreiner bis zum Elektriker und Uhrmacher, weit über hundert Zweige auf. Ist sein Boden auch nicht mehr immer golden, so ist es doch auch heute noch das, was e9 immer war: ein nicht weg zu denkendes Fundament menschlicher Zivilisation und Gesittung. Handwerk ist später als Landwirtschaft. Handwerk setzt voraus, daß der Mensch den Kampf mit der Natur bereits siegreich bestanden hat. Der Bauer bleibt im Grunde immer ein Glied des großen Naturprozesses, in den er regelnd eingreift. Sein Platz ist draußen auf dem Felde. Der Handwerker schließt sich ab, um allein zu sein — mit dem Werk seiner Hände. Sein Platz ist die Werkstatt. Damit löst er sich los aus dem großen vegetativ-organischen Geschehen. Es beginnen für ihn andere Gesetze zu gelten: die Gsetze seiner Werkverrichtung. Begriffe wie Handfertigkeit und Begabung, Lehre und Meisterschaft, Pfuschertum und Könnerschaft gewinnen jetzt Bedeutung. Was dem Handwerker aber auf der einen Seite sein besonderes Gepräge gibt, gefährdet ihn auf der andern. Steigerung der Handfertigkeit in einer bestimmten Richtung bedeutet immer Spezialisierung. Handwerkertum ist seinem Wesen nach schutzbedürftig. Man schließt sich zusammen in Gilden und Zünften, Innungen und berufsständischen Organisationen. Abmachungen werden getroffen, um jedem Handwerker eine angemessene Nahrung zu sichern. Erst städtische, dann staatliche Gesetze regeln den Schutz eines Gewerbes, das ohne Schutz gar nicht existieren kann. Schrankenlose Gewerbefreiheit ist der Ruin jedes echten Handwerks. Den ersten Schlag führte man zu Beginn des technischen Zeitalters. .Die Proklamation der Gewerbefreiheit geschah in dem Gefühl, daß man das Handwerk nicht mehr nötig habe; allzu sicher fühlte man sich auf der Bahn der industriellen Entwicklung. Inzwischen wurde man eines Besseren belehrt. Mit Handlangem kann man keine' Industrie aufbauen. Auch heute noch bildet das Handwerk zwei Drittel bis drei Viertel aller Lehrlinge aus. Der zweite Schlag soll jetzt geführt werden. Eine Denkweise, entstanden auf dem Boden der „unbegrenzten Möglichkeiten“ und des wirtschaftlichen Pioniertums, glaubt in der Verkündung der totalen Gewerbefreiheit das Heil der weiteren Entwicklung erblicken zu müssen. Hiergegen wehrt sich mit Recht das deutsche Handwerk. Die Mindestforderung lautet: Von dem Großen Befähigungsnachweis darf nicht abgegangen werden. Der Befähigungsnachweis engt die freie Berufs- und Arbeitswahl nicht ein, bedeutet auch keiife Wettbewerbsbeschränkung, sondern dient öffentlichen Belangen: dem Schutze des Verbrauchers. Im Bundesgebiet gibt es gegenwärtig etwa eine Million Handwerksbetriebe, in denen rund sieben Millionen Menschen ihren Unterhalt finden. Weitere sieben Millipnen leben indirekt vom Handwerk. Umsatzmäßig übertrifft das Handwerk mit 20 Mrd. DM jährlich sogar die Landwirtschaft. Die Vertreter von rd. 30 000 Betrieben mit fast 90 000 Beschäftigten kommen jetzt am nächsten Samstag und Sonntag zu einer großen Kundgebung des badischen Handwerks in Villingen zusammen. Oef- fentlichkeit und Regierungsstellen werden mit großer Aufmerksamkeit verfolgen, was uns die berufensten Vertreter des Handwerks auf dieser Tagung zu sagen haben. Die Kundgebung steht unter dem Losungswort; „Das Handwerk kämpft um seine Selbstverwaltung und seine Recht«.“ Donnerstag, 20. Juli 1950 SÜDKUKIER Nr. 88 7 Salta I Stalin gibt seine Bedingungen bekannt Washington sieht den Indischen Vermittlungsversuch als gescheitert an MOSKAU. Stalin macht seine Teilnahme an Bemühungen zur Beilegung des Korea- Konflikts von zwei Bedingungen abhängig: Zulassung der Volksrepublik China zur UN und Beteiligung koreanischer Vertreter an etwaigen Beratungen des Sicherheitsrats. Diese Bedingungen sind in Stalins Antwort auf den Vorschlag des indischen Ministerpräsidenten Nehru enthalten. Mit der Veröffentlichung des Wortlauts der zwischen ihm und Nehru in den letzten Tagen gewechselten Botschaften durch die sowjetamtliche Nachrichtenagentur Tass und die gesamte Sowjetpresse setzte Stalin in dem weltweiten diplomatischen Rätselraten über den Inhalt der Botschaften ein Ende. Nehru beantwortete Stalins Botschaft mit der Mitteilung, daß er sich nach dem Empfang der sowjetischen Stellungnahme unverzüglich mit anderen interessierten Regierungen in Verbindung setzen werde. „Washington sieht den indischen Vermittlungsversuch als gescheitert an“, schreibt die Pariser Zeitung „Le Monde“. Die amerikanische Regierung könnte nicht zulassen und Stalin habe dies bei seiner Antwort an Nehru genau gewußt —, daß die Regelung des Korea-Konfliktes von der Zulassung der Volksrepublik China in den Sicherheitsrat abhängig gemacht werde. Das Moskauer Manöver — so versichere mein in zuständigen Washingtoner Kreisen — sei mit zu groben roten Fäden genäht, als daß es jemand anders täuschen könne als die Kommunisten und ihre Mitläufer. Kein Oel für Mao LONDON. Alle britischen Oellieferungen nach der Volksrepublik China haben aufgehört. Die Shell-Gesellschaft hatte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund FRANKFURT/MAIN. Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy hat zehn deutschen Jugendführern aus der Bundesrepublik und aus West-Berlin bei einem Empfang in Frankfurt a. Main versichert, daß die Vereinigten Staaten der deutschen Jugend materiell und geistig helfen wollen. McCloy gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich von den fünf Millionen im amerikanischen Besatzungsgebiet lebenden Jugendlichen über eineinhalb Millionen in freien Jugendgruppen betätigen. „Wir sind darum bereit, zusammen mit den örtlichen Behörden und den Regierungen der Länder und des Bundes, mit privaten Organisationen ' und Gruppen die gegenwärtigen Jugendprogramme zu erweitern. Wir wollen neue Pläne zur Einschränkung und Beseitigung der Arbeitslosigkeit unter der Jugend unterstützen“. Dabei könne der Wiederaufbau der deutschen Stätte ein weites Feld für konstruktive Arbeit sein. Solche Projekte würden Deutschland glücklicher und gesunder machen. McCloy ermahnte die deutsche Jugend, tolerant zu sein und sich in der Rücksicht auf ihre Umgebung zu üben. Dies sei besonders in Deutschland erforderlich, dessen Menschen so dicht aufeinander wohnen und wo sich so viele verschiedene Interessen begegnen. Im Gegensatz dazu habe der totalitäre Staat im Osten auf deutschem Boden wieder das alte Hitler-System der marschierenden Massen eingeführt. Die Kommuni- WETTERVORHER8AGE des Amtlichen Landeswetterdlenstes Unser Wetter steht unter dem Einfluß eines kräftigen Hochs, das nur langsam ostwärts wandert. Vorhersage bis Freitagabend: Heiter oder nur leicht bewölkt, trocken und sehr warm mit Höchsttemperaturen um 30 Grad. Etwa ab Freitag wieder gewittrig. 100 DM in Zürich: 19. 7.: 79 sfr.i 18. 7.: 79 sfr. 26 000 Tonnen Oel nach China geliefert. Ein Sprecher teilte weiter mit, daß alle im Fernen Osten verfügbaren britischen Oel- vorräte beschlagnahmt werden, um für militärische Zwecke verwendet werden zu. können. Diese Maßnahme sei zur Unterstützung der UN-Aktion in Korea getroffen worden. Kelley wieder bei Gromyko MOSKAU. Der britische Botschafter in Moskau, Sir David Kelly, suchte den stellvertretenden sowjetischen Außenminister Andrej Gromyko auf dessen Bitte hin auf. Kelly mußte eine Abendgesellschaft verlassen, um dem unerwarteten Ersuchen Gromykos Folge leisten zu können. Die etwa vierstündige Unterhaltung im Kreml betraf, wie aus der britischen Botschaft verlautete, wieder den Korea-Konflikt. US-Familien nach Deutschland FRANKFURT. Die militärische Entwicklung in Korea und die politische Weltlage wird im amerikanischen Hohen Kommissariat in Frankfurt mit größter Ruhe beobachtet und beurteilt. Wie ein Beamter zu ausländischen Meldungen bemerkte, sind keinerlei Evakuierungsmaßnahmen für Familienangehörige amerikanischer Soldaten oder Beamten geplant oder auch nur besprochen worden. Er wies darauf hin, daß soeben die Familie des Leiters der Nachrichtenabteilung beim amerikanischen Hohen Kommissariat mit zwei Kindern aus den Vereinigten Staaten in Frankfurt eingetroffen sei. Auch die Familie des stellvertretenden Hohen Kommissars, Benjamin Buttenwieser, sei erst vor wenigen Tagen aus den USA in Deutschland angekommen. sten hätten bewiesen, daß weite Kreise der deutschen Jugend für ein solches System empfänglich seien. „Vor ihnen bewiesen die Nazis das gleiche, und beides zeigt uns, daß der eigene Marschtritt die Geister vernebeln kann.“ Ein Sprecher der deutschen Gäste, unter denen Vertreter der katholischen Jugend, der Gewerkschaftsjugend, des CVJM und des Sports waren, dankte McCloy für die Möglichkeit, in freier Aussprache ihr Anliegen vorzutragen. Studenten debattieren Südweststaat TÜBINGEN. In einer politischen Debattenstunde, die die Tübinger Studentenschaft gemeinsam mit dem Büro für Heimatdienst veranstaltet hatte, trat Bundestagsabgeordneter Dr. Kiesinger für den Südweststaat ein, da die ausgeprägte politische Begabung des schwäbisch-alemannischen Stammes sich nicht auswirken könne, wenn dieser Stamm nicht in einen Staat zusammengefaßt sei. Als Vertreter der Altbadener hob Ministerialdirektor a. D., T’notna, Karlsruhe, besonders die Leistungen Badens für seine Hochschulen hervor. Der Redner schlug vor, zunächst die alten Länder Württemberg und Baden wieder herzustellen und dann unverzüglich einen Staatsvertrag auszuarbeiten, der die Beziehungen zwischen diesen Ländern enger gestalten und schließlich zum Zusammenschluß führen solle. In der Diskussion verurteilten einzelne Redner nicht nur die „Manipulationen Freiburgs zur Erhaltung Badens“, sondern auch „die Bemühungen Stuttgarts, das Volk zum Südweststaat zu vergewaltigen“. SPD will Erhard stürzen BONN. (W.-Eigenbericht). Die sozialdemokratische Bundestagsfraktion hat die Abberufung von Bundestagsminister Prof. Erhard beantragt. Sie begründet ihren Antrag nicht mit der Wirtschaftspolitik des ■Ministers, sondern mit «einen „beleidigenden Aeußerungen gegenüber dem Bundestag“. Erhard hatte nach Presseberichten erklärt, der Beschluß des Bundestages, di« Fortführung der Subventionen zu verlangen, sei „von Hysterikern" gefaßt worden. Nach Ansicht unterrichteter Kreise dürfte der Antrag der SPD nicht zum Zuge kommen, da es nach dem Grundgesetz kein formelles Mißtrauensvotum gegen einen Minister gibt. „Kriegslinie läuft durch New York* MÜNCHEN. Der neue amerikanische Landeskommissar für Bayern, Dr. George N. Shuster, sagte in München, in einem künftigen Krieg laufe die vordere Linie nicht durch Europa, sondern durch New York und es werde gefährlicher sein, in der Fifth Avenue als in München zu ’woh- BONN. (W.-Eigenbericht) In Besprechungen mit Gewerkschaften, Bauernverbänden, Bäckerarganisationen, Getreidehändlern und Mühlenverbänden sucht die Bundesregierung zur Zeit eine Lösung der Brotpreisfrage. Am Mittwochabend konnte die Regierung entgegen früheren Ankündigungen noch nicht das endgültige Ergebnis bejcanntgeben. Die Preis-Verschiebungen auf dem Weltmarkt, die durch den Korea-Konflikt hervorgerufen worden sind, haben neue Unsicherheitsmomente in die Beratungen gebracht, so daß di« Lösung schwieriger statt leichter zu werden scheint. Immerhin hat sich in den letzten Tagen die Tendenz abgezeichnet, in der die Regierung die Lösung sucht. Sie verfolgt offensichtlich nicht den Weg, den der Bundestag ihr empfohlen hatte. Eine Fortführung der bisherigen Preisstützungen ist, wie verschiedene Bundesminister übereinstimmend erklärt haben, nicht möglich, da die Kassen leer sind. Nach dem Grundgesetz ist die Bundesregierung auch nicht gezwungen, dem Beschluß des Bundestages zu folgen. Sie will aber, wie Finanzminister Schäffer mehrfach mit Nachdruck gesagt hat, unter allen Umständen dafür sorgen, daß das gewöhnliche Brot nicht teurer wird. Die von der Regierung festgesetzten Getreidepreise sollen auf jeden Fall bestehen bleiben, und Finanzminister Schäffer ist sogar bereit, für diesen Zweck gewisse geringe Subventionsbeträge bereitzustellen, deren Höhe unterrichtete Kreise auf 35 Millionen D-Mark im Vierteljahr schätzen. Wie der Finanzminister am Freitag vor der Presse erklärte, hat er die Hoffnung, daß die Länder-Finanzminister ihm bei der Aufbringung dieser Summe helfen werden. Schweizerische „Tat”: Keine strafbare ZÜRICH. Die „Tat“ übt scharfe Kritik an der französischen Militärjustiz gegen deutsche „Kriegsverbrecher“, „über Einzelschicksale hinaus die Beziehungen zwischen den beiden großen abendländischen Völkern weiterhin vergiften muß“. In Metz, Paris, Lyon und Bordeaux seien etwa 1000 deutsche Untersuchungagefangene eingekerkert. Eine Prüfung der bis vor wenigen Tagen im baufälligen Militärgefängnis von Cherchemidi in Paris festgehaltenen einhundert deutschen Untersuchungsgefangenen habe gezeigt, daß in den erhobenen Beschuldigungen in keinem einzigen Falle eine strafbare Handlung aus persönlichen Motiven enthalten sei. Die Tatsache,, daß die Mehrzahl der Untersuchungsrichter und der Beisitzer der Widerstandsbewegung angehört habe, verstoße gegen den alten Rechtsgrundsatz, nen. Einen Vergleich zwischen Deutschland und Korea wies er mit dem Hinweis zurück, daß „ein Angriff auf Passau einen Angriff auf Amerika bedeutet.“ Shuster kündigte für die nächsten sechs Monate bedeutsame Vorgänge zur Lösung des Flüchtlingsproblems an. Südafrika bleibt Mandat JOHANNESBURG. Der Internationale Gerichtshof hat einstimmig entschieden, daß Südwestafrika nach wie vor einem Internationalen Mandat untersteht und daß die Südafrikanische Union nicht berechtigt ist, den Status Südwestafrikas zu ändern. Demgegenüber steht die südafrikanische Union auf dem Standpunkt, daß ihr bisheriges Mandat über Südwestafrika mit der Auflösung des Völkerbundes erloschen ist und sie nunmehr berechtigt ist, sich Südwestafrika anzugliedem. Den Hauptanteil der Last, die durch die Erhöhung der Getreidepreise bei gleichbleibenden Brotpreisen entsteht, sollen die Mühlen, der Mehlhandel und die Bäcker tragen. Während Minister Schäffer will, daß gewöhnliche Brotsarten keine Verteuerung erfahren sollen, hat ein Regierungssprecher mitgeteilt, mit den Bäckern werde über die Herstellung einer neuen Konsum-Brotsorte verhandelt. Es ist anzunehmen, daß über beide Wege mit den Bäckern gesprochen wird. Wenn es nicht zur Herstellung der neuen Brotsorte kommt, die in Bonn scherzhaft den Namen „Kompromiß-Brot“ erhalten hat, dann wird die Regierung wohl die Bäcker- Innungen bitten, die gewöhnlichen Brotsorten zu den bisherigen Preisen herzustellen und ihren Hauptverdienst bei feinem Weißbrot, Rosinenbroten und ähnlichen Backwaren zu suchen. Versorgung gesichert BONN. Viezekanzler Franz Blücher hat in einer Rundfunkansprache an die Bevölkerung appelliert, von weiteren Angstkäufen abzusehen. Der Stellvertreter des in der Schweiz weilenden Bundeskanzlers versicherte, er habe die Versorgungslage auf allen Gebieten noch einmal genau geprüft und könne der Bevölkerung fest Zusagen, daß die Versorgung auf lange Sicht gesichert sei. Wenn infolge der Angstkäufe in einzelnen Fällen Waren beim Einzelhandel ausverkauft gewesen seien, so sei dies nur eine vorübergehende Erscheinung. Die vorhandenen Vorräte, die neue Ernte und die vertraglich festgelegten Einfuhren garantieren die Versorgung völlig. Bundesemährungsminister Professor Niklas hat die Veröffentlichung eines Berichtes über die Versorgungslage angekündigt. Handlung aus persönlichen Motiven daß niemand Richter in. eigener Sache sein kann. Das Blatt betont, daß Frankreichs Ehre und Prestige als demokratischer Staat eine Beendigung dieses Zustandes verlange. Noch 1,5 Millionen Arbeitslose BONN. Die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik ging in der ersten Juli- Hälfte um 29 689 zurück und betrug Mitte des Monats 1 508 377. Damit ist sie im Jahre 1950 um rund 344 000 zurückgegangen. Während die Arbeitslosenzahlen der Männer in allen Bundesländern weiter abnahmen, meldeten sieben Länder eine Zunahme der Erwerbslosigkeit bei Frauen. Den stärksten Rückgang von Arbeitslosen im Juli meldete Bayern mit 8000 Männern und Frauen. Mc Cloy: Deutsche Jugend muß tolerant sein Der Hohe Kommissar verspricht materielle und geistige Hilfe Kommt es zu einem „Kompromiß-Brot"? Regierung sucht einen Weg zur Lösung der Brotpreisfrage — Kassen sind leer Immer noch „Kriegsverbrecher" in Frankreich CVir meinen: „Krieg nicht vor 15. 12. 1953” Der Zufall machte uns vor einigen Tagen in einer Bodenseestadt zum Ohrenzeugen eines Gesprächs in engstem Kreise, in dem ein ehemaliger Astrologe Adolf Hitlers sich darüber äußerte, ob es Krieg in Europa geben werde. Hitler hatte den Mann seinerzeit ins KZ geworfen, weil er sich ungünstig über die Zukunft des Dritten Reiches geäußert hatte. Da der Mann recht behielt, kamen Befreier durch das KZ-Tor. Die Auskunft dieses sturmerprobten Wanderers zwischen Waage und Widder lautete präzise folgendermaßen: .Krieg in Europa gibt es nicht vdt dem 15. 12. 53.“ Wir halten zwar wenig von der Astrologie, aber der Mann hat uns gefallen, weil er klug »st. Er hat nämlich genau das vorausgesagt, was am meisten Aussicht bietet, ihn nicht zu blamieren. Sagt er Krieg voraus für die nächsten Monate, so kommt sehr schnell der Zeitpunkt, wo sein Spruch geprüft werden kann, und dann ist es vermutlich aus mit seiner Prophetenherrlichkeit. Sagt er aber, es komme überhaupt kein. Krieg, so wird er ausgelacht, denn allzu viele glauben, daß Krieg kommen müsse, und sie wollen natürlich ihren Glauiben behalten. Aehnldch ginge es, wenn er einen sehr präzisen Termin nennen würde — was nützt den KriegsgUäubigen der 15. 12. 53. Aber der 15. 12. 53 — das ist ein netter Termin, nicht zu nah und nicht zu fern. Und sicherheitshalber hat der Mann ja auch nicht behauptet, daß dann der dritte Weltkrieg tatsächlich beginne, sondern er hat nur gesagt, der Krieg in Europa werde nicht vorher beginnen. Was nach' dem 15. 12. 53 geschieht, bleibt dabei ganz offen — Krieg oder nicht. Wir sind also leider so schlau wie zuvor. Wir können uns zwar aus der irdischen Lage ungefähr ablesen, daß in den nächsten Jahren ein europäischer Krieg nicht besonders wahrscheinlich ist — aber das ist nicht aus den Sternen gelesen. Und daß die Sterne zu einem, ähnlichen Ergebnis kommen wie die Prüfung der irdischen Lage, das nützt uns Sternen-Ungläui- bigen wieder nichts. Nur eines wissen wir: wenn der Krieg auch nach dem 15. 12. 53 ausbleibt, darin wird es niemand dem Propheten verargen. Man sieht, es ist ein kluger Prophet. Ob wir ihm am Ende doch glauben sollen? In Wahrheit kommt alles ganz anders als die alteri Erfahrungen lehren. Ein alter Diplomat meinte dieser Tage, indem er auf die Atombombe wies, in Wahrheit werde es so sein, daß wir eines Tages die Morgenzeitung aufschlagen und darin lesen: „Heute Nacht um 2 Uhr hat der Dritte Weltkrieg stattgefunden." Appell an die ganze Welt: „Wo kann ich noch anrufen?“ „Hamburger Echo“ SÜDKURIER Verantwortlich für Politik; Kontad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas. Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Ema- uuel Reindi (in Urlaub). Heimat: Alois Bede, Friedrich Munding, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Drude: Druckerei Konstanz. Abwanderung der Störche Während das Jahr noch steigt, rüsten die freundlichsten Gäste unserer Sommer, die Störche, bereits zum Abschied. Ende Juli finden die „Beratungen“ statt. Wenn man Glück hat, kann man Scharen von hundert Störchen auf den Wiesen beobachten. Nach Brehm soll es Sitte sein, daß die zur Reise unfähigen Tiere dabei von den anderen getötet werden. Bald nach dieser Musterung, im August, bricht dann das Heer nach Süden auf. An 5000 Mitglieder zählen manche Flüge. Die Beobachtungen in den letzten Jahrzehnten lassen erkennen, daß der weiße Storch in unseren Breiten seltener und das sommerliche Bild unserer Dörfer um so ärmer wird. Wohl gibt es noch Horste genug auf dem First der Dächer, aber von Jahr zu Jahr bleiben immer mehr unbewohnt. Es wäre nicht das erstemal, daß Tiere ihr Verhältnis zum Menschen grundlegend ändern, aus Kulturfolgem zu Kul- turflüchtlern werden oder umgekehrt, wie die Amsel z. B„ die noch vor wenigen Jahrzehnten ein scheuer Waldvogel war und es heute an Zutraulichkeit mit dem frechsten Spatz in großstädtischen Hinterhöfen aufnimmt. Die moderne Feldwirtschaft ist den Interessen des weißen Storches nicht günstig, denn wasserreiche Wiesen, Gräben mit Gewürm und Fröschen braucht Freund "Adebar. Die Aufschließung von Oedland, die Entwässerung feuchter Gründe schmälert seinen Nahrungsraum. Der Verlust der Lebensbedingungen hat schon die anderen Großvögel, die Kraniche und die Schwarzstörche gänzlich aus den Gebieten vertrieben, die ihnen früher die trefflichste Jagd auf Froschlurchen, Mäuse und Insekten gewährten. Die storchreichsten Gemeinden Deutschlands gab es in den Niederungen Norddeutschlands, vor allem in den Elb- und Wesermarschen. 40 bis 50 besetzte Horste hatte manches Dorf, heute sind es meist nur drei und aus manchem Dorfbild ist Freund Adebar ganz und gar verschwunden. Auch in den anderen Teilen Deutschlands sind ähnliche Erscheinungen. Schon vor dem Kriege galt es als feststehend, daß der weiße Storch sein Brutgebiet nach Osten hin über die westrussischen Grenzgebiete ausdehnt, und die überraschende Häufigkeit der stolzen Vögel gehörte zu den friedlichen Eindrük- ken der Teilnehmer an den Rußlandfeld- zoigen. Wahrscheinlich geht diese Ausbreitung auf Kosten des westlichen Siedlungsraumes, so daß man von einer West- Ost-Wanderung der Störche sprechen kann. In einzelnen Jahren wirkt auch verspätete Ankunft der Störche aus dem Süden auf den Bestand. Die Horste sind um so volkreicher, je früher die Tiere mit dem Brutgeschäft beginnen. In Jahren mit ungünstiger Witterung und schlechten Nahrungsverhältnissen werfen die Alten oftmals Eier oder Junge aus dem Nest. Eindeutige Erklärungen für das verspätete Eintreffen der Störche gibt es nicht. Die Witterungsverhältnisse in der südafrikanischen Ueberwinterungszone dürften nicht ohne Einfluß darauf sein. Je reicher der Tisch dort für die Tiere gedeckt ist, um so länger werden sie dort verweilen. Mit den ,,Beratungen“ vor der Abreise sind nicht zu verwechseln die Ansammlungen, die im Lauf des Sommers öfters auf Wiesen zu beobachten sind. Es gibt auch unter den Störchen Hagestolze und alte Jungfern, d. h. nicht brütende Einzelgänger, die, aller Familiensorgen ledig, sich mit noch nicht brutreifen Vögeln (der Storch wird erst im 3. Jahr brutreif) müßig zusammensetzen. Von der Treue einzelner Tiere gibt es rührende Beispiele. Mancher Bauer kennt seinen Jahr für Jahr in den vertrauten Horst einkehrenden Storch an besonderen i Merkmalen. Es ist daher wichtig, daß der Mensch es den Störchen gastlich mache. Auf Weichdächem nisten sie am liebsten, auf dem Hartdach tut es eine künstliche Nestunterlage. Von noch größerer Bedeutung aber dürfte eine organische Landschaftsgestaltung sein, die nicht roh den Kreislauf alles Lebendigen stört. R. K. Otto-Dix-Ausstellung im Freiburger Kunstverein Zu Ehren des im kommenden Jahr bevorstehenden 60. Geburtstages von Otto Dix hat der Freiburger Kunstverein die erste westdeutsche Kollektivausstellung veranstaltet, die von Freiburg aus durch eine Reihe westdeutscher Städte wandern wird. Obschon nicht weniger als 260 Arbeiten des Künstlers in der Zeit nach 1933 verloren gegangen sind — in der Dix für „entartet“ erklärt worden war —, darf diese Ausstellung doch mit Fug und Recht die Bezeichnung einer Kollektivausstellung tragen; denn ihre 165 Gemälde, Aguarelle, Gemachen, Zeichnungen, Holzschnitte, Lithographien und Radierungen vermitteln einen ausgezeichneten und umfassenden Einblick in die verschiedenen Etappen, Entwicklungen und Möglichkeiten von Otto Dix; nichts, was für die künstlerische Laufbahn von Dix wesentlich ist, fehlt. Die günstige Auswahl beginnt mit dem „Bildnis eines Kanoniers“ (1914) und endet bei Gemälden und Lithographien aus dem Jahre 1949. Ueber die Hälfte der Bilder stammt aus der Zeit vor 1933, eo daß der Dix der zwanziger Jahre ebenso ausreichend wie charakteristisch vertreten ist. Auch die beiden „Streichholzhändler“ (1920 und 19^), das „Bildnis der Eltern“ oder das so Kennzeichnende „Bildnis des Dichters Ivar v. Lücken“ sind ausgestellt Die Ausstellung macht die ganze Spannweite de« meisterlichen Malers sichtbar, die von keinem gegenwärtigen Künstler wieder er-, reicht worden ist. Sein Stil reicht vom Quattrocento über die Romantik bis zu den mannigfachen Richtungen der Moderne und gibt vielfältige Probleme auf; die Form der Komposition wechselt beständig, die Farbskala geht von klassisch anmutenden Tönen über grelle, aber immer abqestimmte Farben bis zu der gläsernen, fast mystischen Durchsichtigkeit des matten Blau in der „Pieta“; „Zeitreportage“ steht neben dem bleibenden Kunstwerk, so daß der unbefangene Betrachter wahrlich nicht nur über einzelne Bilder, sondern auch über die Spannweite schockiert werden kann, wenn er nicht zu verstehen vermag, daß dieser Maler dem Zeitgeschehen auf den Grund geschaut hat und seine Bilder dann erst mit aggressivem Pinsel und unerbittlicher Gewalt gemalt hat Erst die Einkehr in die Bodenseelandschaft — Dix lebt seit 17 Jahren in Hemmenhofen am Untersee — hat eine deutliche Wandlung hervorgerufen; seitdem malt er auch Natur und Landschaft, selbst Stillebenmotive, die wiederum einen anderen, offensichtlich sogar einen abgeklärten Dix verkünden. Im Rahmen dieser Kollektivausstellung sind auch acht Plastiken des vielversprechenden badischen Bildhauers Walter Sche- lenz mitausgesteilt. Schelenz ist gegenwärtig Lehrer am der Staatlichen Kunsthandwerkschule in Bonndorf. t-k Donaueschinger Musiktage Die Donaueschinger Musiktage für zeitgenössische Tonkunst, veranstaltet am 9. und 10. September von der Gesellschaft der Musikfreunde Donaueschingen, bringen nach dem nunmehr endgültigen Programm vier Uraufführungen von Otto Erich Schilling, Hugo Hartmann, Giselher Klebe und Wolfgang Partner, sowie drei deutsche Erstaufführungen von Luigi Dallapiccola (Italien), Arthur Honegger (Schweiz) und Igor Strawinsky (USA). Für das Orchesterkonzert ist das große Orchester des Südwestfunks unter Leitung von Generalmusikdirektor Hans Rcsbaud, Baden-Baden, verpflichtet? Uraufgeführt werden die 2. Sinfonie (Adagio) von Karl Amadeus Hartmann, die „Zwitschermaschine“ von dem 20jährigen Berliner Gisel- her Klebe und die Fantasie über Bach für zwei konzertante Klaviere und Orchester von Wolfgang Fortner (Solisten: Edith- Picht-Axenfeld, Karl Seemann). Zur deutschen Erstaufführung gelangen im Hauptkonzert Arthur Hioneggers Concerto da camera für Flöte, Englischhorn und Streichorchester, ferner Igor Strawinskys Feuervogel-Suite (neue Fassung). Das Kammerorchester-Konzert am Sonntagvormittag verzeichnet als Uraufführung Otto Erich Schillings Kammerlieder alter Villanellen für a-capella-Chor und als deutsche Erstaufführung Luigi Dallapioco- las Cori di Michelangelo Buonarroti il Giovane. Ferner werden wiedergegeben: Paul Hindemiths Chorlieder op. 33, Nr. 1—6 und sechs Choretüden j-^n Hugo Herr- marrn. Gewonnen wurde *aer Stuttgarter Kammerchor unter Leitung von Prof. Joh. Nepomuk David. Den KammeTmusikabemd am Samstag bestreiWfi das Amsterdamer Streichquartett und das Barchet-Quartett Stuttgart. Das erstere spielt das 5. Streichquartett von Bela Bartok und das 14. Streichquartett von Darius Milhaud. Für Milhauds 15. Streichquartett setzt sich das Barchet- Quartett ein. Beide Quartette führen die genannten Werke anschließend zusammen alg Oktett auf. Die Solisten für Harald Genzmers Sonate für zwei Klaviere sind wieder Edith Pidit-Axenfeld mid Carl Seemann. Die Trossinger Musiktage 1960 vom 19. bis 21. Juli dienen vornehmlich den Musiklehrern und Dirigenten. Daher kommen Werke zur Aufführung, die Anregung zur Programm-Gestaltung in Vereinen und bei Schüler-Orchestern geben können, so von Paul Hindemith, Hugo Herrmann, Emst Lothar von Knorr, Han« Brehme, Hermann Zilcher, Friedrich Haag; Eberhard Ludwig Wittmer, Hermann Schittenhelm und Rudolf Wirthner. Donnerstag, 20. Juli 1950 »ÜDKURIER Nr. 86 / Seite S Nürnberg soll eine moderne Stadt werden * Fünfsechstel sind zerstört — Keine lebende Spielzeugschachtel mehr Nürnberg hat in diesen Tagen seinen neunhundertsten Geburtstag begangen. Am 16. Juli 1050 ist Nürnberg zum ersten Male in einer Urkunde genannt — damals hielt Kaiser Heinrich III., genannt der Schwarze, auf der Burg einen Hoftag ab, um angesichts aller bayerischen Edlen einen Feldzug gegen die Ungarn vorzubereiten. Wie es damals sonst um Nürn- iÄvf mm <■& ? ■*? berg stand, wissen wir nicht; aber die Stadt war offenkundig erfüllt vom Gesetz organischer Entwicklung wie kaum eine andere deutsche Stadt. Wer aber das historische Nürnberg später kannte und nach 1946 wiedergesehen hat, kann sich hinsichtlich dieses Jubiläums kaum etwas anderes vorstellen als eine Leichenfeier auf die entschwundene Schönheit. Der Geist der Verneinung hat hier eine schauerliche Ernte gehalten, die, weil Worte eie sonst nicht fassen könnten, nur in nackten Zahlen ausdrückbar ist: Etwa fünf Sechstel des alten Nürnberg sind zerstört und haben sich in die zunächst unvorstellbare Menge von über zwölf Millionen Kubikmeter Bauschutt verwandelt. Wie unter dem Zwang eines Naturgesetzes kehrte das Leben auch in diese Unheilstätte zurück, doch es war erschütternd zu sehen, wie zwischen dem Daseinswillen und der vernichteten Altstadt ein Prozeß der gegenseitigen Durchdringung zunächst erschwert, fast unmöglich war. Von manchen Hauptgeschäftsstraßen stand nur noch ein beschädigtes Haus, verbindende Gassen waren meterhoch mit Schutt verdeckt und wo es ging, bahnte sich der menschliche Fuß Notstege wie über Hügel des Karstes. An einigen von den Trümmern befreiten Stellen errichteten sich Kaufleute winzige Baracken, und ihre Kunden kamen aus aufgelassenen Bunkern oder halbverfallenen Kellern. Dies muß man wissen, um zu ermessen, was alles unterdessen geleistet wurde. Denn bald war der einst sprichwörtliche Fleiß Nürnbergs stärker als die tiefen Spuren der Heimsuchung. Ohne die Bürgerschaft weiter zu belasten, führte die Stadtverwaltung eine umfassende Aufräumaktion durch. Der Bauschutt wurde, durch Greifbagger gehoben, erst zur Aufhebung des Flußufers am Pegnitzeinlauf verwendet und dann über die südöstlichen Vororte in langen Zügen ins Freie gefahren, bis in die riesige Baugrube des nicht mehr erneuerten Deutschen Stadions. Dadurch entstanden zwar öde Flächen, die uns den Umfang der Verwüstung erst in seiner vollen Größe zeigten, ohne die aber jeder Neubeginn unmöglich gewesen wäre. Gleichzeitig begann man, Gebäude von historischem Wert instandzusetzen, wofern dies nur den geringsten Erfolg verhieß — an erster Stelle Albrecht Dürers Wohnung am Tiergärtner Tor, die damit künftig die wertvollste Probe des gotischen Bürgerhauses darstellen wird. Schwieriger schon war es, die Außenhaut der wichtigsten Bauten auf der Burg so zu ergänzen, daß sie wenigstens von weither wieder das altvertraute Bild bieten. Dies kostspielige Unternehmen ließ sich damit rechtfertigen, daß es weniger repräsentativen Zwecken dienen soll als Wohnraum für viele Menschen schaffen. Besser waren die beiden Hauptkirchen davongekommen, und von diesen wiederum Sank Lorenz, die nach Erstellung eines Behelfsdaches zumindest nicht weiter gefährdet ist, wenn auch die endgültige Renovierung noch viele Jahre in Anspruch nehmen wird. Wie ein Zeichen zunehmender Gesundung wurde es empfunden, daß der Englische Gruß von Veit Stoß nun wieder an der ehemaligen Stelle un Chor aufgehängt werden konnte. Viel schwerere Schäden weist die Sebalduskirche auf, besonders in ihrem gotischen, unter Einfluß der schwäbischen Baumeister Parier entstandene Teil: hier wurden die Gewölbe derart von Bomben durchschlagen, daß ihre Ergänzung einem Neubau gleichkäme. Dagegen befindet sich der romanische Trakt wieder in gutem Zustand; Kostbarkeiten wie die große Madonna im Strahlenkreuz, die Kreuzigungsgruppe von Veit Stoß oder verschiedene zum Raum gehörende Steinplastiken nehmen wieder ihren alten Platz ein. Am schlimmsten war die Frauenkirche mitgenommen, ein schöner, turmloser Bau des 14. Jahrhunderts, von dem nur die figurengeschmückte Schaufront (mit dem geborgenen „Männleinlaufen“) übrig blieb und die nun völlig neu ersteht. Relativ leicht ließen sich die beschädigten Stellen der Stadtmauer ausbessern, der letzten übrigens; denn Nürnberg hatte vor dem 16. Jahrhundert schon zweimal den schützenden Ring einer Umwallung gesprengt. Die dritte Mauer stößt überall an jene stark bevölkerten Viertel an, die erst seit Nürnbergs Industrialisierung entstanden sind; in die Türme und Anbauten der Befestigung, die jetzt Mitträger des Hauptverkehrs sind, ließen sich Geschäftsräume legen, wodurch die Wiederherstellung nicht nur ratsam, sondern auch billig wurde. Schwer getroffen war auch der Komplex des Germanischen Museums, dessen Bauten sich um das mittelalterliche Kar- täuserkloster gruppieren. Mit bescheidenstem Aufwand ließ sich hier die Instandsetzung so weit durchführen, daß in einer Reihe von Räumen wenigstens der wertvollste Grundbestand dieser einzigartigen Sammlung gezeigt werden kann. Ein Vortragssaal, der halbwegs erhalten blieb, ist bis heute Nürnbergs bestgeeigneter Raum für musikalische Darbietungen. Auch sonst konnten verschiedene Kunstwerke von Rang, wie etwa Wurzelbauers Tugendbrunnen vor der Lorenzkdrche, wieder ihrer Bestimmung zurückgegeben werden und zeigen dem Fremden, daß Nürnberg zwar als Gefäß alter Kultur zerbrochen, doch seines Inhaltes nicht beraubt ist. Ueberhaupt gewährt die Stadt heute dem Ankömmling zunächst einen Der neue Staat Israel Eigenbericht von Dr. Ernst Linz (Jerusalem) Vor mehr als zwanzig Jahren hatte einmal der damalige britische Kolonialminister Ormbsi-Gore das zionistische Aufbauwerk in Palästina als „eines der sieben Weltwunder“ bezeichnet. Das mutete zu jener Zeit als eine gelinde Uebertredbung an. Heute würde es kaum jemand geben, der nicht wirklich von einem Wunder, das Israel, der neuerstandene Staat, heißt, sprechen würde. Nach fast zweitausend Jahren zur Disposition gestellt gewesener Staatlichkeit haben sich Juden, die aus mehr als fünfzig Ländern kamen, wieder als Volk gefunden und im Lande ihrer Väter, das ihnen die Bibel verheißen, einen modernen Staat gebaut, inmitten der asiatischen Wüste eine blühende Insel. Sie blühte nicht immer. Wo heute fruchtbares Ackerland, da war noch vor wenigen Jahren Sand- und Steinwüste, genau so, wie dies auf fünfzigmal größerem Raum auch jetzt noch in allen umliegenden arabischen Ländern der Fall ist. Wer hat das Land aufgebaut? Ein aus Not geborener Idealismus, kühner Eifer, unermeßlicher Fleiß von Pionieren, die zu Ungezählten ihr Leben htagaben beim Austrocknen von Sümpfen, jenem tückischen Nährboden der Malaria. Nach 1933 nahm die Entwicklung des Landes stürmisches Tempo an. Der Verderber Deutschlands, der auch der große Verderber der Juden war, erwies sich, was Palästina betrifft, als „ein Teil von jener Kraft, die stets dag Böse will und doch das Gute schafft“. Die aus Deutschland gekommenen Juden waren ein besonders wertvoller Faktor im Aufbau des Staates Israels. Als im Dezember 1947 die UNO die Errichtung eines jüdischen Staates billigte, kam es zu dem Angriffskrieg von sieben arabischen Staaten gegen die Juden, die im Mai 1948, als die Briten das Land nach Aufgabe des Mandats räumten, ihren Staat ausriefen. Und wieder geschah ein Wunder: Gegen vielfache Uebermacht gewannen die Juden den Krieg. Es zeigte sich, daß alle Märchen, die der Antisemitismus früher als Wahrheit ausgab, eben Märchen waren: Die Juden waren gute Soldaten, gute Arbeiter, gute Bauern; nichts, aber auch gar nichts, was die Antisemiten „wissenschaftlich" verkündet hatten, konnte vor der Wirklichkeit standhalten. Und, obzwar Waffenstillstand geschlossen ist, förmlicher Friede besteht roch nicht zwischen Israel und seinen Gegnern ringsum. Diese Tatsache in Verbindung mit dem Umstand, daß die freie Einwanderung für jeden Juden in aller Welt besteht, sodaß innerhalb weniger Jahre die jüdische Bevölkerung des Landes sich schon fast verdoppelt hat, schuf eine Unmenge von Problemen und Notständen, mit denen der junge Staat und seine tatkräftige Regierung unter der Führung David Ben Gurions zu kämpfen hat. Man stelle sich vor: Innerhalb weniger Jahre würden an den Küsten der USA an die sechzig oder siebzig Millionen Menschen, meist mittellos und durch lange Leiden zermürbt, Eingang begehren und finden. Um dieses Größenverhältnis handelt es eich. Und im Gegensatz zu Israel Ist Amerika ein hochentwickeltes Land, reich an Bodenschätzen, mit blühender Industrie und unermeßlichen Geldkapitalien. Ob die USA die sich hieraus ergebenden Probleme leichter und reibungsloser gelöst hätten, solche Frage ist schwer zu beantworten. Aber sie soll zeigen, welchen gewaltigen Aufgaben Isra«i> gegenüberstand und gegenüberstebt Und nun stellen wir fest: Wie jedes noch in der Entwicklung befindliche Land muß Israel mehr importieren, als es exportieren kann. Der Import betrug im vergangenen Jahre mehr als das Achtfache des Exports. Das ist auf die Dauer unerträglich und müßte Wirtschaft und Währung selbst in den geruhsamsten Friedenszeiten ruinieren. Und Israel steht noch im förmlichen Krieg, muß für Verteidigungszwecke sehr erhebliche Aufwendungen machen, die besser produktiven Zwecken dienen könnten. Wenn bisher solche Anomalität noch einigermaßen getragen werden konnte, so deshalb, weil die Juden in der Diaspora, vor allem die in den USA erhebliche Geldbeträge spendeten, die indessen, so groß sie sind, dennoch die gewaltigen Aufwendungen, die für Wehrzwecke und die Einordnung der Neueinwanderer nötig fallen, bei Weitem nicht decken. Das hat dazu geführt, daß der Staat eine (gewiß .gestaute“) Inflation im inneren Wirtschaftsleben nicht vermeiden konnte. Seit geraumer Zeit ist ein nahezu lückenloses Rationierungs- und Kontroll- system eingeführt, das ausgezeichnet funktioniert und bewirkte, daß niemand Hunger leiden muß und jeder sich zu erträglichen Preisen Kleidung und Wäsche kaufen kann. Hochentwickelt ist die (intensiv betriebene) Landwirtschaft, zumeist gemischte Wirtschaft. Sie zerfällt in den Kollektivsektor (die sog. Kibbuzim, in denen es auf genossenschaftlicher Grundlage kein Privateigentum gibt) und in den Sektor der freien Wirtschaft. Verhältnismäßig gut entwickelt ist auch bereits die israelische Industrie, die sich freilich darum beim Export schwer tut, weil sie preislich mit dem Ausland nicht konkurrieren kann. Schuld daran trägt die Inflation im Inland, sodaß die Arbeitslöhne in Israel mehr als doppelt so hoch sind wie z. B. in England. Offiziell aber besteht Parität zwischen dem Sterling- und dem Israel- Pfund. Israel muß fast alle Rohstoffe und viele Lebensmittel einführen. Im Export sind Zitrusfrüchte der wichtigste Artikel, nachdem die Pottasche-Werke am Toten Meer, die das größte Pottasche-Reservoir der Welt besitzen, noch immer infolge des Krieges stilliegen und so nicht durch Export ihrer Produkte die dringend benötigten Dollars einbringen. Die aus einer Koalition (gemäßigten Sozialisten, bürgerlichen Fortschrittlern und dem „Religiösen Block“) bestehende Regierung verstand es seither, durch zweiseitige Handelsabmachungen mit vielen Ländern die notwendigsten Dinge zu importieren. Immerhin ist nicht zu verkennen, daß auf die Dauer andere Methoden angewandt werden müssen, wenn man aus den gegenwärtigen Engpässen heraus will Israel, das in aller Welt als ein sog. gutes Risiko gilt; fand auch willige Anleihegeber. Doch ist dabei immer in Rechnung zu stellen, daß für noch lange Zeit die geldliche Unterstützung der Juden in der Diaspora nicht entbehrt werden kann, die ja auch eine moralische Verpflichtung fühlen, für die armen Immigranten ihrerseits zu sorgen und diese Last nicht den Juden in Israel allein aufzubürden. Der junge Staat hat auch noch andere als nur finanzielle und wirtschaftliche Sorgen. Latent gibt es Immer so etwas wie einen „Kulturkampf“. Die Gegensätze zwischen den religiös Orthodoxen und den „Freien“ sind erheblich. Die ersteren verlangen, daß der Staat nach den Grundsätzen des Religionsgesetzes regiert wird, was die letzteren, die in der Mehrheit, nicht zugestehen können, weil sie den modernen Staat wollen. Man kann tap Rahmen dieser Betrachtung diese Dinge nur andeuten, aber nicht weiter ausführen. Die Dinge sind auf diesem Gebiet so komplex, daß die als „verfassunggebend“ gewählte „Knesseth“ (das Parlament) es jüngst mehrheitlich ablehnte, eine Verfassung im jetzigen Zeitpunkt zu schaffen, weil sich die Regierung angesichts der Nöte des Alltags mit Recht nicht auch noch in einen Kulturkampf stürzen will, der die unheilvollsten Folgen heraufbeschwören müßte. Die Lösung dieser Probleme muß einer ruhigeren Zeit Vorbehalten bleiben. Israel ist ein harter Boden. Seine Menschen haben es nicht leicht. Viele könnten es in anderen Ländern besser haben. Besonders ältere Menschen, die keimen geeigneten Beruf erlernten, sind oft übel daran. Aber das Volk im Ganzen ist nicht nur zufrieden, es ist glücklich, ja überglücklich, den eigenen Staat zu haben, nicht, wie in jeder Diaspora, nur Minderheit zu sein, die man so leicht, wenn es Machthabern paßt und die Regierten blind genug sind, zu Sündenböcken für alle Mißhelligkeiten machen kann. Das hat aufgehört. Und das Bewußtsein der eigenen, bis vor kurzem noch durchstandenen Leiden bewirkt es auch, daß man der arabischen Minderheit im Lande selbstverständlich Gleichberechtigung auf allen Gebieten zuteil werden läßt. Israel ist ein demokratischer Staat. Es ist geradezu eine demokratische Oase in der Wüste arabischer Oligarchien, in denen es mehr als neunzig Prozent Analphabeten gibt. Israel ist das einzige Land im Mittleren Osten, das gesetzlichen Schulzwang hat. Israel ist, wie ausländische Touristen oft genug sagen, die „Schweiz des Vorderen Orient“. Die Gegensätze von reich und arm werden nicht als drückend empfunden, es gibt kein Aergemis erregendes Protzentam. Israel ist wesentlich ein Land der Bauern und Arbeiter. Aber, noch bevor man vor einigen Jahrzehnten Erfordernisse, die man wohl gemeinhin für dringender halten möchte, verwirklichte, schuf man — hoch oben auf dem Skopus-Berge zu Jerusalem — die Hebräische Universität, wohl wissend, daß es der Geist ist, dem die Materie untertan zu sein hat. Dies Volk der Arbeiter und Bauern ist zugleich das Volk des Buches. Wo in aller Welt gibt es, wie in Israel, Bauern, in deren Wohnungen so viele und gute Bücher anzutreffen sind?! Die Menschen kennen keine höhere Aufgabe als die. ihre Kinder etwas lernen zu lassen. Der wichtigste Mensch im Staate ist das Kind. freundlichen Anblick. Die König- und Karolinenstraße, Schlagadern der City, sind in vollem Aufbau begriffen, an der Ringmauer gibt es immer noch malerische Partien; die Oper ist wieder im Betrieb, eine kleine aber moderne Bühne besitzt das aus nichtöffentlichen Mitteln erbaute Lessing-Theater. Erst gegen die Pegnitz zu offenbaren sich erschütternd große Brachfelder dort, wo füher die Giebel der alten Bürgerhäuser einander wirkungsvoll überschnitten. Vom Tugendbrunnen aus schaut man in den zerstörten Hauptmarkt hinein wie in eine leere Schachtel, und von dort wiederum über die Türme von Sankt Egidien, Nürnbergs einziger, ebenfalls schwer beschädigter Barockkirche, ungehemmt durch Dach oder Zinne, bis zum äußeren Läufer Tor. Ein Lebewesen stirbt, wenn es die ihm zugefügten Wunden nicht aus eigener Substanz heilen kann, eine menschliche Ansiedlung läßt sich zur Not auch mit körperfremden Bestandteilen ergänzen. Wir sagen: zur Not; denn gerade bei einem geschichtlichen Ort wie dem unseren muß mit der praktischen Aufgabe auch eine ästhetische gelöst werden. In konservativen Kreisen hat man vorgeschlagen, Nürnberg genau so wieder erstehen zu lassen, wie es einmal war; aber das hieße, einen lebenden Spielzeugkasten schaffen an Stelle einer Stadt, die zu rund drei Vierteln ihrer Bevölkerung aus Fabrikarbeitern besteht. Ein großes Preisausschreiben, das im vorigen Jahr veranstaltet wurde, zeigte eine Fülle von Möglichkeiten, in deren Mitte wohl der einzuschla- gende Weg liegt: diejenigen alten Bauten, die ihre einstige Grundform halbwegs bewahrt haben, behutsam instandzusetzen und mit anderen so zu verbinden, daß auch das Wesen der sie tragenden Gassen und Plätze weiterhin spürbar bleibt, die endgültig toten Straßen aber mit einem völlig neuen Geist zu erfüllen, der auch zu dem. was erhalten werden soll, nicht in Widerspruch zu stehen braucht. E. K. dlocken-Wettstreit In Limburg Kirchenglocken unter der Lupe der Wissenschaft Tag für Tag hören wir in den großen Städten wie in den kleinsten Gemeinden den Klang der Glocken über die Dächer dahinschwingen. Während des großen Cf ‘ftf. DT38® Krieges, da waren die ehernen Münder der Glockentürme in vielen Orten ver- . sturnmt. Man hatte die Glocken von ihren Gestühlen geholt und nach Hamburg geschafft, zu einem der Sammelpunkte für Metalle aller Art, das zum Einschmelzen für Kriegszwecke bestimmt war. In Hamburg trafen im Laufe der Kriegsjahre nach und nach über 100 000 Glocken ein, von denen 90 000 in den dortigen Kupferhütten eingeschmolzen wurden. Man gewann aus ihnen Bronze, Zinn und Kupfer, die Hauptbestandteile ihrer Legierungen, die nach jahrhundertealten „Rezepten“ von den Gießmeistern zusammengestellt waren. Bedenkt man einmal nur die Schwierigkeiten des Transportes dieser großen Zahl von Glocken, von denen viele ein Gewicht von mehreren Tonnen hatten, erkennt man die Bedeutung, die Fachleute dem Metallwert der altehrwürdigen Glocken beimaßen. Ganz zu schweigen von den kulturellen und künstlerischen Werten, die bei dieser „Sammlung“ verlorengingen. Rund 14 000 Glocken konnten nun seit 1945 den deutschen Gemeinden wieder zurückgegeben werden. Hamburg ist für ganz Deutschland und seine Glocken ein Begriff geworden. So nimmt es nicht wunder, daß sich hier immer wieder die Fachleute des Glockengusses zu Tagungen und Beratungen treffen. Bei der letzten Zusammenkunft faßte man den wohl in der Geschichte des Glok- kengusses einzig dastehenden Beschluß, im kommenden Herbst einen „Glockenwettstreit“ in der alten Domstadt Limburg an der Lahn abzuhalten. Es werden eine größere Zahl von Kirchenglocken darum „streiten“, welche den schönsten Klang besitzt. Der Plan zu diesem Wettstreit wurde jüngst in Hamburg von einer Versammlung von Vertretern von mehr als zwanzig Glockengießereien Deutschlands sowie Kunsthistorikern und Physikern befürwortet. Vor allem die letzteren stad an diesem Wettbewerb interessiert. Bemüht man sich doch seit Jahren, hinter die akustischen Geheimnisse der alten Glockengießer zu kommen, die schon vor mehr als einem Jahrtausend nur aus Erfahrung und feinstem Einfühlungsvermögen heraus die wunderbarsten Klangfarben erzielten. Bei den fachlichen Besprechungen wurde insbesondere das Problem behandelt, in welcher Weise der Klang einer Glocke von ihrer Gestalt und dem Material abhängt. Auch die Töne der Glocke können selbstverständlich gemessen werden. Sie werden gewissermaßen in Teiltöne auseinander gezogen, die dann — nachdem diese Vorarbeit vom Physiker geleistet ist — durch den Musiksachverständigen rein gehörmäßig wieder zuammengezogen werden. Das Ergebnis einer solchen komplizierten Untersuchung ist der sogenannte Schlagton. Der einen Glocke wurde z. B. der Ton a, der anderen der Ton e durch die Kunst des Gießmeisters gegeben. Was früher Jahre gedauert hätte, die Zehntausende von Glocken zu registrieren und zu messen, hat man in verhältnismäßig kurzer Zeit zustandegebracht. Jede der Glok- ken der Sammelstelle Hamburg hat heute eine Karteikarte. Auf dieser sind Größe, Gewicht, Alter, Gießmeister, sowie die eingegossenen Texte und Sprüche vermerkt. Man hat dabei Glocken gefunden, die ein Alter von sieben Jahrhunderten haben und sich durch besonders schöne Klangfülle und Reinheit des Tones auszeichnen. A. P. ft*** SANELLA in der neuen Packung Sie wissen aus eigener Erfahrung: Je frischer ein Nahrungsmittel ist, um so besser schmeckt es. Sanella — aus reinen, natürlichen Fetten täglich frisch bereitet — ist Deutschlands meistgekaufte Margarine. An jedem Wochentag kaufen Millionen Hausfrauen Sanella ein. Dank dieser großen Nachfrage gelangt Sanella stets besonders schnell — und damit auch besonders frisch — in Ihre Hand! Überzeugen Sie sich selbst davon, wie vorzüglich frische Sanella schmeckt: Machen Sie gleich nach dem Einkauf eine Kostprobe — aa besten auf einer Scheibe Brot! Donnerstag, 20. Juli 1950 SÜDKURIER Nr. 86 / Seite « Audi ein Soldatenleben... Von Moskau als Agent ausgebildet — Geschnappt und in die Gestapo gezwungen — Flucht nadi der Schweiz Mord! — Der Angeklagte Eugen Nesper wird von ans des Mordes beschuldigt. — Dm war der Extrakt der Anklageschrift, die Oberstaatsanwalt Gfide am Dienstag dem Schwurgericht in Konstanz vorlas. An einem Januarmorgen des Jahres 1945 hat der damals 31 Jahre alte Eugen Nesper aas Schwäbisch-Gmünd, als er auf der Flucht vor der Gestapo ha der Nähe von Blumberg die Schweizer Grenze illegal überschreiten wollte, den Grenzscbutx- beamten Weber, der ihn daran mit Waffengewalt hindern wollte, durch einen Pistolenschuß getötet. Frage an das Schwurgericht: Ist Nesper schuldig? Um diese Frage zu beantworten, mußte das Schwurgericht feststellem Jugend tat Schwärmerei Am 2. August 1913 wird Eugen Nesper als Sohn des Goldschmiedes Nesper geboren. Seine Jugend, verlebt er in Schwäbisch-Gmünd. Seine ersten bewußten Wahrnehmungen tragen schon den unauslöschlichen Stempel, den der Krieg in die Seelen der Menschen brennt. Trotzdem ist das erste Lebensjahrzehnt noch verhältnismäßig unbeschwert von Schicksalsschlägen. Danp stirbt die Mutter, als Nesper 11 Jahre alt ist 1926 heiratet der Vater zum zweitenmal. Der Dreizehnjährige kommt mit der Stiefmutter leidlich gut aus, aber es ist kein innerer Zusammenhang zur Familie mehr da. Er liest gern. Zuerst Karl May. Später sind Ganghofer und J. C. Heer seine Lieblingsschriftsteller. Seine beruflichen Neigungen gelten der Technik. Er möchte Ingenieur werden, aber vorläufig reicht es nur zur Mechanikerlehre. Weil die Bindung an die Familie nicht stark ist sucht er Anschluß an Jugendgruppen, die in jener Zeit vielfach politisch nach rechts oder links orientiert waren. Er kommt zu den Roten Falken, also nach links. Er lernt Marx und Lenin kennen und begeistert sich bald für die hohen Gedanken der großen Sozialisten. Ein Jungenstreich in jener Zeit ein Schuß mit dem Terzerol nach einem fahrenden Omnibus, weist, wenn er auch noch keinen „politischen“ Hintergrund hat doch schon in die Richtung eines aktivistischen Menschen. Mit 17 Jahren wird er Ortsgruppenleiter des kommunistischen Jugendverbandes in Schwäbisch-Gmünd. Mit 19 Jahren verteilt er selbstentworfene Flugblätter, in der die studierende und arbeitende Jugend zum Kampf gegen den Faschismus aufgefordert wird. Dafür wird er mit zwei Monaten Gefängnis bestraft. Mit zwanzig Jahren gerät er bei einer NSDAP-VeT- sammlung in einen Zusammenstoß von Kommunisten mit SS-Leuten. Hinterher, als er einen verwundeten Genossen ins Krankenhaus bringen will, wird er, obwohl er am eigentlichen Zusammenstoß kaum beteiligt war, verhaftet und bekommt sechs Monate Gefängnis. KPD- and Gestapo-Agent Nach der Entlassung lädt ihn der Polizeikommissar von Schwäbisch-Gmünd vor, schimpft ihn eine halbe Stunde lang in Grund und Boden, sagt ihm aber dann — es ist bereits das Jahr 1933 — daß er doch eigentlich nicht als Rowdie sondern als ernsthafter Kämpfer bekannt sei, und er solle sich überlegen, ob er nicht als Führer zur HJ übertreten wolle. Darauf sagt Nesper: Herr Kommissar, Sie können von mir nicht verlangen, daß ich mich von heute auf morgen um 180 Grad drehe. Aber er muß in einem Revers unterschreiben, daß er sich nicht mehr politisch betätigen werde. Bis zum heutigen Tag hat Nesper nicht einen Moment lang daran gedacht, diese Versicherung einzuhalten. Ganz im Gegenteil! Was geschah im 6 , Bankhaus Lindström? KRIMINALROMAN von HANS HYAN Wie konnten die Einbrecher diesen von außen in keiner Weise erkennbaren und so kleinen Luftschacht herausfinden? Ich habe mich genau erkundigt, irgendeinen Grundriß der inneren Baulichkeiten gibt es nicht. Das Haus ist etwa 20 Jahre alt, die Wohnungen in den oberen Stockwerken werden selten oder nie gewechselt, Ihre Bank hat das Erdgeschoß und den ersten Stock tone, den zweiten Stock ein großes Möbelhaus. Diese beiden Parteien wahnen hier schon seit zwölf Jahren. Und ferner; wie und woher wußten die Einbrecher, daß dieser Luftschacht in den Tresor hineinführt? Man könnte glauben, der ein« oder andere von ihnen, elegant, wie sie stets gekleidet gehen, hätte sich im Bankhaus Lindetröm zu tun gemacht, hätte vielleicht sogar unter angenommenem Namen einen Safe bei Ihnen gemietet und hätte so "die Stelle des Lufteinlasses herausgebracht ... Aber nein, auch das ist unmöglich. Seit Jahren schon steht vor dieser Luftklappe im Tresor ein Ständer, an dem eine Schiffahrtskarte der Cunard-Line aufgehängt ist. Allein können, die Diebe vorher nicht kn Tresor gewesen sein ... Es ist doch immer eto Bankangestellter dabei, wenn ein Kunde an seinen Safe will?“ Der Konsul nickte mehrmals, er sprach vorläufig kein Wort. „Es muß also, verehrter Herr Konsul, schon aus diesen» Grunde ein mit den Oertlichkeiten ganz eng vertrauter Mensch dagewesen seto. der den Einbrechern die Anonnce“ brachte. Aber ich gebe zu, die bis jetzt angeführten Gründe brauchen Sie nicht zu überzeugen. Und ich würde Ihnen nicht so etwas, das Ihr menschliches Vertrauen tief erschüttern muß, ge- Nesper kommt als Dreher zur Firma Bosch. Er macnt politische Propaganda unter den jungen Arbeitern. Er nimmt Verbindung mit illegal arbeitenden aktiven Kommunisten auf. Er verschafft dem emigrierten prominenten Sozialisten Bruno Lindner eine Deckadresse. 1934 kommt er zur Firma Daimler-Benz in Stuttgart. Ein Arbeiter names Berghemer bittet ihn um die Adresse der Frau des kommunistischen Landtagsabgeordneten Haak. Nesper gibt ihm die Adresse. Am Abend erfährt er von Schlotterbeck, einem Kommunisten aus Stuttgart, das Berghemer ein „V-Mann“ sei, ein Spitzel, den die Gestapo aus den Reihen der Illegalen geworben hat, um die Untergrundbewegung aufzudecken. Nesper warnt Lina Haak und andere illegale Genossen. Berghemer wird „beschattet“, die Illegalen lassen ihn nicht mehr aus den Augen. Aber schon ist die Gestapo hinter Nesper her. Hinter einer Bank im Park, wo er mit einem Mädchen politische Gespräche führt, lauscht ein Spitzel. Nesper wird verhaftet. Er wird dem Stuttgarter Gestapochef Mussgay vorgeführt. Mussgay findet Gefallen an Nesper, der ein sympathischer, klarer offener Junge ist. Außerdem hat schon der Kommissar aus Schwäbisch-Gmünd, der damals schon Nesper Einwerben wollte, Mussgay von ihm erzählt. Mussgay sagt: Nesper, wollen Sie nicht für uns als V-Mann arbeiten? — Kommt für mich nicht in Frage, — sagt Nesper. Dann müssen Sie, sagt Mussgay, die Konsequenzen ziehen. Sie wissen ja, KZ und so weiter! — Das sagt Mussgay nicht nur einmal, sondern er läßt Nesper mehrmals verhaften und immer wieder macht er seinen Antrag. Bis Nesper weich ist. Nesper wird V-Mann. Versucht sich durchzuschlängeln, versucht, anständig zu bleiben. Das Doppelspiel des Agenten, das sein ganzes weiteres Schicksal bestimmen soll, hat begonnen. Es gibt viele V-Männer. Sie sind Mussgays Spezialität. Er hat — leider — Erfolg mit seinem System. Das Ist die Tragik der deutschen Untergrundbewegung, daß keiner weiß, ob nicht unter zweien schon der Verräter ist. Nesper zieht sich aus der Affäre, so gut er kann. Er liefert wenig brauchbares Material für die Gestapo. Er fährt in die Schweiz, kommt zurück, fast ohne Ergebnis. Dagegen hat er Gelder aus der „Roten Hilfe“ für die Illegalen mitgebracht und Flugblätter. Mussgay wird unzufrieden und läßt Nesper fallen, ohne ihn jedoch ins KZ zu bringen. Das muß mit seiner persönlichen Sympathie Zusammenhängen. Offiziell sagt er, Nesper habe zu viele Liebschaften. Soldat und Ueberiäufer Der Krieg kommt. Nesper wird zur Wehrmacht eingezogen. Er ist kein schlechter Soldat. Er faßt das Soldatenleben als Sport auf. Ja, er ist groteskerweise sogar ein paar Tage lang böse, weil er nicht zum Unteroffizier, sondern wegen politischer Unzuverlässigkeit nur zum Gefreiten befördert wird. Er macht den Frankreich- Feldzug mit und kommt dann nach Rußland. Seine Truppe ist bei denen, die bis auf 25 km gegen Moskau vorstoßen. Dann kommt der Rückzug. Im Sommer 1942 liegt er bei Orel. Ein Angriff wird vorbereitet. Seine Truppe gräbt sich im Wald ein. Abends soll der Angriff starten. Da kommt ein Befehl: Angriff fällt aus, wegen feindlicher Uebermadit. Die Einheit zieht sich zurück. Nesper aber bleibt in einem Loch liegen. In der Nacht läuft er zu den Russen über. Von seiner Einheit wird er als vermißt gemeldet, obwohl allgemein bekannt ist, daß Nesper Nazigegner ist. Das hat er wieder einmEil seiner menschlichen Beliebtheit zu verdanken. Andernfalls wäre seine Frau — er hat inzwischen geheiratet — der Gestapo ausgeliefert. sagt haben, wenn »a. noch die Frage eines Schiulhausneubaues auf der Tagesordnung. Stadtgartenkonzerte billiger Nachdem der Eintrittspreis für die Stadtgartenkonzerte auf 30 Dpf herabgesetzt wurde, ist nun auch der Preis der Zehner - karten auf 2 DM gesenkt worden. Man hofft durch diese bedeutenden Verbilligungen den Besuch der Konzerte, der immer noch zu wünschen übrig läßt, zu heben. — Heute abend konzertiert im Stadtgarten die Stadtkapeüe, am Freitag das Städtische Orchester. Am Samstag fällt das Konzert mit Rücksicht auf das Meersburger Seenechtfest aus. 41 Abiturienten im Suso-Gymnasium Am Heinrich-Suso-Gymnasium haben folgende Oberprimaner und Oberprima- nerinnen die Reifeprüfung bestanden: O Ia: Siegfried Bliestle, Ursula Eräunig, Hubert Buhl, Emil Dannenmayer, Paul Deufel, Heinrich Eißler, Christel Fitterer, Franz Gohl, Manfred Hanloser, Monika Händel, Volkmar Hindrichs, Peter Huggle, Rolf Lenz, Eleonore Maurus, Bernhard Mono, Maria Luise Müller, Benedikt Quecke, Thomas Schmechel, Winfried Schumann, Hermann Soell, Annemarie Weidemann, Ulrich Wülfing. O Ib: Franz Enz, Rudolf Frank, Emanuel Frey, Herbert Gail, Konrad Hettler, Wolf- gang Hug, Werner Lederer, Erich Maier, Rudolf Mäntele, Otward Müller, Werner Reihing, Alfred Schlindwein, Josef Schrnid, Johann Schreiber, Emil Spath, Rudi Traub, Karl Trenkle, Bertold Waldvogel, Anton Wiehl. 2300 Wohnungefuchenöe in Konitanz Wohnungsamt gegen widerrechtliche Inanspruchnahme von Wohnungen Das Wohnungsamt schreibt uns; Di« Wohnungslage hat auch in unserer Stadt im letzten Jahr durch Zuzug, Heiraten usw. sowie durch besondere Ursachen — Flüchtlinge und Anerkennung der Inhaber beschlagnahmter Wohnungen als Wohnungssuchende — eine außerordentliche Verschärfung erfahren. Die wirtschaftliche Belebung bringt es ferner mit sich, daß vielfach erhöhter Bedarf an Büroräumen für geschäftliche Zwecke entstanden ist, den man durch Umwandlung von Wohn- räumen zu gewerblich benütcten Räumen zu lösen sucht. So verständlich im Einzelfall diese Bestrebungen sind, so muß doch immer wieder darauf hingewiesen werden, daß rund 2300 Wohnungssuchende in Konstanz sind, daß laufend durch direkte Zuweisung oder Zusammenführung von Familien oder durch Heranziehung von Fachkräften bei der Neugründung von Industrien dringende Fälle erledigt werden müssen. Nächtlicher Selbftoerforger tn einem Hotel Er hielt sich 23 Tage im Keller auf In der Nacht zum Mittwoch wurde die Polizei davon verständigt, daß in einem Hotel verdächtige Geräusche gehört worden seien. Bei einer Durchsuchung entdeckten die Beamten im Keller einen fremden Mann, der, wie die spätere Per- eonenfeststellung ergab, 23 Jahre alt und ohne festen Wohnsitz war. Bei der Untersuchung fand man bei dem Mann ein silbernes Tafelmesser, ein silbernes Tablett und einen Bierbecher, die aus dem Hotel stammten. Der Mann gab an, daß er seit dem 26. Juni im Keller genächtigt habe. Nachts sei er in die Hotelküche geschlichen und habe sich dort mit Lebensmitteln versorgt. Untertags weilte er außerhalb des Hotels. Drei Jugendliche aufgegriffen In ganz Südbaden wurde am Montag und Dienstag ein sogenannter Landesfahndungstag durchgeführt. Kriminalpoli- zeit kontrollierte in Verbindung mit der Schutzpolizei Neubauten, das Strandbad, Kleingärten, Gartenhäuschen, Fahrzeuge usw. Dabei wurden u. a. auch drei Jugendliche aufgegriffen. Einer von ihnen war von zu Hause weggelaufen und als vermißt gemeldet, zwei weitere waren ebenfalls von zu Hause weggelaufen. Ferner wurde bei dieser Gelegenheit ein minderjähriger Bursche ermittelt, der in einem Jahr fünf Fahrräder entwendet und verkauft hatte. Außerdem konnten bei dieser Fahndung heitere Personen gestellt werden, die wegen Heiratsbetrug, Betrug, falscher Namensführung u. a. ausgeschrieben waren. Die verschwundene Braut Es begann in Oberstdorf. Ein 25jähriger Amerikaner hatte die Absicht, mit seiner Braut und deren Freundin an den Boden- •ee und dann in die Schweiz zu fahren, ln Konstanz, wo die drei Gäste am Montagabend abstiegen, stellte der Amerikaner allerdings fest, daß er die Reise in die Schweiz lieber mit der Freundin seiner Braut unternehmen wollte. Die Braut sollte in Konstanz warten bis die beiden wieder zurückkommen würden. Das schien aber der Braut etwas zu viel des Guten. Sie entwendete in einem günstigen Moment ihrem Bräutigam die Autoschlüssei und fuhr mit dem Auto davon. Im Auto befanden sich die Reisepässe, Geld, Kleider und sonstige Gegenstände. Unverzüglich machten sich die beiden unfreiwillig Zurückgebliebenen auf den Weg (es war gegen 4 Uhr früh) zur Polizei. Sie wollten mit deren Hilfe die verschwundene Braut wieder finden. Aber alle Telefonanrufe an die verschiedenen Polizei- und Gendarmerieposten rings um den See waren vergeblich. Inzwischen soll die Braut wieder in Oberstdorf angekommen sein. Auf den Kühler geschleudert An der Kreuzung Untere Laube-Schulstraße stieß ein Auto mit einem 35 Jahre alten Radfahrer zusammen, weil der Radfahrer kein Richtungszeichen gegeben hatte. Der Mann wurde auf den Kühler des Auto« und dann auf die Straße geschleudert. Er erlitt Prellungen am Rücken. — Eine 28 Jahre alte Frau aus Dettingen lief in das Vorderrad eines Kraftrades, als sie die Straße überqueren wollte. Die Frau zog sich Schürfungen und Prellungen zu. — An der Straßenkreuzung Mainaustraße — Alter Wall stießen ein Kleinkraftrad und eine 54 Jahre alte Radfahrerin zusammen. Die Frau erlitt Prellungen am Becken. — Trotzdem die Fahrbahn frei war, stießen am Dienstag, 9 Uhr auf dem Sternenplatz ein Radfahrer und eine Radfahrerin zusammen. Die Frau stürzte und klagte nachher über Schmerzen am Hinterkopf und im Knie. Wie schwierig die Wohnungslage ist, geht auch daraus hervor, daß bis heute erst die Wohnungssuchenden der Jahrgänge 1945 und 1946 für eine Zuweisung von Wohnungen berücksichtigt werden können. Es wird durchaus anerkannt, daß im Wohnungsneubau dieses Jahr große Anstrengungen gemacht werden. Das ist aber nur ein Anfang; es werden im besten Fall 10% der Wohnungsgesuche befriedigt werden können. So sehr persönlich die Wünsche zur Normalisierung der Wohnungsverhältnisse bestehen und auch von den Wohnungsbehörden sachlich verstanden werden, kann es aber auf keinen Fall, wenn überhaupt eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung des Wohnraumes durchgeführt werden soll, geduldet werden daß Wohnräume widerrechtlich besetzt werden, sei es, ohne das Wohnungsamt überhaupt zu fragen oder auch direkt im Gegensatz zu den Entscheidungen des Wohnungsausschusses. Die Bestimmung des § 11 des Wohnungsgesetzes, wonach „Räume jeglicher Art, die als Wohnräume geeignet sind, nur mit. schriftlicher Genehmigung der zuständigen Wohnungsbehörde in Benützung genommen oder anderen überlassen werden dürfen“ bildet die Grundlage für eine Ordnung, die wenigstens einigermaßen gerecht nach sozialen Gesichtspunkten und in der ungefähren Reihenfolge des Wohnungsanspruches die Verteilung des zur Verfügung stehenden Wohnraumes sichert. Die Wohnungsbehörde bittet dringend mitzuhelfen, daß solche widerrechtlichen Besetzungen unterbleiben. Sie müßten auf Grund des Gesetzes und eines Stadtratsbeschlusses in allen Fällen rückgängig gemacht werden, was nur unnötige Kosten, Verärgerung und Schwierigkeiten verursacht. Es wird deshalb gebeten, die Bekanntmachung der Wohnungsbehörde im Anzeigenteil der letzten Samstag-Ausgabe zu beachten, damit zur Schwierigkeit der Wohnungsbewirtschaftung nicht nochSpan- nungen gerichtlicher oder polizeilicher Maßnahmen kommen. .Seehase“ erhielt Zuwachs Ueber Nacht ist bei der .Seehasenfamilie“ ein freudiges Ereignis eingetreten: Der schon seit Monaten erwartete Nachwuchs hat sich eingestellt. Es ist aber kein Spröß- ling der bekannten Narrengesellschaft, sondern ein lK Tonnen Kleinomnibus eines Konstanzer Reiseunternehmens, das ihn „Seehäsle“ getauft hat. (Bekanntlich hat das gleiche Unternehmen einen großen „Seehasen“.) In dem cremefarbenen Borgward- Klemomnibus haben 15 Personen bequem Platz. Di« Anschaffung eines solchen Wagens war erforderlich und wird allgemein begrüßt, da mehrmals Tagesfahrten mit großen Omnibussen wegen mangelnder Beteiligung abgesagt werden mußten. * Wae lagen Sie zum Seenachtfeft? Bemerkungen und Vorschläge für das nächste Jahr Bei einer so großen Besucherzahl, wie sie sich am Sonntag beim Konstanzer Seenachtfest 1950 eingefunden hatte, sind naturgemäß auch Kritiker zur Stelle. Wir haben in den Tagen nach dem Fest umher gehört und die verschiedenen Meinungen festzuhalten versucht. Im allgemeinen war der größte Teil der Zuschauer mit dem Gebotenen sehr zufrieden oder zum mindesten zufrieden. Wohlmeinende Stimmen der Kritik besagten dennoch: Wenn schon mit dem Begriff Seenachtfest bis weit nach Baden und Württemberg hinein Propaganda gemacht wird, dann muß eine solche Veranstaltung auch einen wirklich festlichen Charakter haben. Wobei die Betonung auf festlich zu legen ist. Man könnte sich z. B. denken, daß schon am späten Nachmittag mit verschiedenen Veranstaltungen begonnen wird. Vor allem sollte bei dieser Gelegenheit auch an die Kinder gedacht werden. Der schöne Stadtgarten müßte am Abend noch stärker im Mittelpunkt stehen, vielleicht durch die Aufführung eines Balletts oder durch sonstige Darbietungen. In der „ruhigen Zeit“ zwischen 18.30 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit würden es die Stammgäste in der Seestraße sicher dankbar begrüßen, wenn ihnen die lange Wartezeit verkürzt würde. Das könnte durch ein Motorbootrennen, eitle Auffahrt der Ruderer oder durch Vorfühungen, z. B. von Wasserskiern geschehen. Ein weitgereister Mann meinte: „Ich hätte mir noch mehr Musik und Gesang gewünscht, so wie das bei rheinischen Volksfesten der Fall ist.“ Bier muß entgegengehalten werden, daß im Stadtgarten das Städtische Orchester und das Handhannonika-Orche- ster, in der Seestraße die Stadtkapelle und das Mandolinen-Orchester fleißig spielten. Die bengalische Beleuchtung war wesentlich besser als im Vorjahr, vielleicht sogar etwas zu lang. Deshalb auch die Ungeduld der Besucher im Stadtgarten, die natürlich nicht sehen konnten, was hinter ihrem Rücken vorging. Ein Vorschlag für das nächste Jahr: Der dunkle Raum zwischen Insel-Hotel und Konzil sollte in die Beleuchtung eingezogen werden. Im Stadtgarten würden sich die großen Baumgruppen sicher gut gut ausmachen. Wir erinnern uns ferner, daß die Pfeiler der Rheinbrücke früher ebenfalls beleuchtet worden sind. Schließlich sollten, um das Bild abzurunden, auch noch der Bahnhofturm und das Regierungsgebäude ebenfalls im bengalischen Licht erstrahlen. Sicher sind auch unsere Schweizer Nachbarn in Kreuzlingen damit einverstanden, wenn in der Kreuzlinger Bucht noch weitere Punkte in die Beleuchtung eingeschaltet werden. Beim Feuerwerk selbst möchte man wünschen, daß noch sogenannte laufende Figuren erscheinen. Die Beleuchtungsauffahrt war vielleicht nicht so effektvoll wie im vergangenen Jahr. Das hatte seine Ursache darin, daß der Angelsportverein nicht mit von der Partie war, weil er sich zur Zeit im „kalten Wasserkrieg” mit dem Stadtrat befindet. Der Jachtklub begründete sein Fernbleiben mit „technischen Gründen”. Ob diese Gründe tatsächlich vorhanden waren, kann vom Laien nicht ohne weiteres beurteilt werden. Einige weitere Wünsche: Mehr Sitzgelegenheiten im Stadtgarten und an der Seestraße, Verkauf ven billigen Plaketten an Stelle der Eintrittskarten. Das würde das Amt des Kontrolleurs wesentlich erleichtern, und schließlich etwas spätere Abfahrt der Züge und Schifte. Es kann technische Schwierigkeiten geben, die zu einer Verzögerung führen. Nichts ist aber bei einer Veranstaltung für die fremden Besucher unangenehmer, als wenn sie immer auf die Uhr sehen und kalkulieren müssen, reicht es noch auf den Zug, bzw. auf das Schiff oder nicht. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß alle die vielen Fremden, die auf dem Verkehrsamt erschienen, in der Nacht zum Montag untergebracht werden konnten. Die Fähre machte ununterbrochen 19 Stunden Dienst; mit den städtischen Omnibussen wurden rund 10 000 Personen befördert. Aus Sicherheitsgründen und um den Fahrtteilnehmem auch Bequemlichkeiten zu bieten, wurden alle Schiffe nur zu 70 Prozent ausgenützt. Der letzte Zug, der Konstanz verließ, glich mit seinen 19 Wagen einer Riesenschlange. Zum Schluß seien noch einige auswärtige Stimmen über das Seenachtfest angeführt: Dr. Boos, der Geschäftsführer des Badischen Fremdenverkehrsverbandes schreibt von Freiburg u. a.: „Das Sommemachtfest war fraglos für die Stadt Konstanz und für seine Veranstalter ein glänzender Erfolg. Veranstaltungen dieser Art sind geeignet, das Reisewesen eines Landes zu fördern und ihm neue Freunde zu gewinnen.“ Er fügt seinen Glückwünschen für die vorzügliche Organisation die des Präsidenten Joner an. Ein prominenter Hamburger Journalist äußerte sich dahin, daß das Konstanzer Seenachtfest die bekannt großartigen Al- sterfeuerwerke weit übertroffen habe. Auch ausländische Besucher waren von dem Schauspiel stark beeindruckt. Ein hochstehender Vertreter der Besatzungsmacht versicherte, daß er schon viele derartige Feste, namentlich in Paris, erlebt habe, daß aber das Konstanzer Seenachtfest durch die Verbindung von Feuer und Wasser und die ganze Szenerie der Konstanzer Bucht ein Schauspiel von einzigartiger Schönheit und einmaligen Reiz darstelle. Aehnliche Urteile hörte man auch von vielen maßgebenden Schweizer Besuchern. Der Direktor des Amtlichen Verkehrsibüros Luzern schickte gleich nach seiner Rückkehr ein herzliches Gratulationsschreiben zum „glänzend verlaufenen Seenacbtfest“. Er benützt die Gelegenheit, die Anregung einer engeren Zusammenarbeit zwischen Konstanz und Luzern in Fragen des Fremdenverkehrs warm zu begrüßen. * Der Beirat des Konstanzer Verkehrsvereins sprach sich in seiner Sitzung am Montag anerkennend über den Verlauf des Seenachtfestes aus. Oberbürgermeister Knapp dankte allen an der Organisation beteiligten Stellen, insbesondere den H. Brügel und H. Antoni. Besonders dankbar wurde die Zusammenarbeit mit Kreuzlingen begrüßt als erfreulicher Auftakt für weitere freundnachbarliche Beziehungen. ftur$e Stabtnact)riri)ten Frau Anna Muchenberger, Schwedenschanze 7 b, feiert am Sonntag ihren 82. Geburtstag. — Morgen Freitag wird Frau Luise Kramer, geb. Wahr, in Wollmatingen, Stickereistraße 2, 75 Jahre alt. — Frau Elsa Lenz, Zollemstraße 5, begeht heute ihren 70. Geburtstag. Dieser Tage konnte die Fahrrad- und Motorradhandlung Martin Frey ihr 40- jähriges Geschäftsjubiläum feiern. Das Geschäft, das von Mechanikermeister Frey im Jahre 1910 gegründet und in der Neugasse eröffnet wurde, befindet sich seit 25 Jahren in der Bodanstraße. Seit dem Tode von M. Frey vor zwei Jahren leiten seine Frau und die Tochter die Firma. Bei den am Sonntag in Friesenheim/ Pfalz stattgefundenen Deutschen Schwerathletikmeisterschaften errang der Konstanzer Hermann Hirsch in der Altersklasse I den ersten Preis. Mit 8,09 m (Stein: 145 Pfund) erreichte Hirsch die beste Tagesleistung in der Altersklasse. Die „Interessengemeinschaft der Segelflieger“ hält heute abend, 19.30 Uhr, eine Gedenkfeier für den am 20. 7. 1939 beim Flugplatz abgestürzten Schweizer Flugpionier W. Ackermann ab. Im Europa-Haus werden vom 20. Juli bis 3. August Pastelle — vorwiegend Bodenseemotive — der Hamburger Malerin Hertha Leser gezeigt. Am Freitagabend findet im „Ziegelhof“ eine Versammlung der Gewerkschaftsjugend statt. Dr. med. Jung wird über die „Erste Hilfe“ sprechen. Die Gewerkschaft der öffentlichen Dienste, Transport und Verkehr, Ortsverwaltung Konstanz, hält am Freitagabend in der „Gebhardshalle” eine wichtige Versammlung für alle Angestellten und Arbeiter im öffentlichen Dienst ab. Die „Naturfreunde“ von Konstanz und Wollmatingen fahren am Sonntag nach Stein am Rhein. Abfahrt des Schiffes um 7.45 Uhr. Für die Teilnehmer von Wollmatingen fährt vom Rathaus ein Sonderwagen um 7 Uhr. Ausgabe der Fahrkarten Freitagabend im „Alpenblick“. Am kommenden Montag, 24. Juli, findet die Anmeldung der Schüler statt, die eine höhere Lehranstalt besuchen wollen. Die Volksschüler, die eine der vier Bildungsanstalten (Ellenrieder-, Humboldt-, Suso- und Progymnasium Zoffingen) besuchen wollen, haben zur Anmeldung das letzte Schulzeugnis, sowie die Geburts- und Impfscheine mitzubringen. Die Aufnahmeprüfungen werden später abgehalten. Es geschah in der Sigismundstraße Als ein 22 Jahre alter junger Mann in der Nacht zum Dienstag gegen 23 Uhr am Hause Sigismundstraße 21 vorbeiging, wurde er von einem aus dem Haus kommenden Mann nach seinen Ausweispapieren gefragt und tätlich angegriffen. Der Angegriffene setzte sich zur Wehr, worauf zwei weitere Männer aus dem Haus kamen und ihn in die Haustür zu schleppen versuchten. Der Ueberfallene konnte sich aber losreißen und erstattete später Anzeige bei der Polizei, die die Angelegenheit der französischen Gendarmerie übergab. Kurz war die Freude... Der Besitzer eines neuen Fahrrades erschien am Dienstag auf dem ersten Polizeirevier und erstattete Anzeige, daß ihm am Vormittag auf dem Schottenplatz sein Fahrrad entwendet worden sei. Als er am Abend des gleichen Tages durch die Bodanstraße ging, sah er einen jungen Burschen auf seinem Fahrrad daherkommen. Kurz entschlossen nahm der Mann den Burschen und das Fahrrad mit auf die Polizei. Dort gab der 18 Jahre alte junge Mann, der ohne festen Wohnsitz ist, an, er habe das Rad für 40 DM von einem Unbekannten gekauft. Da diese Angabe sehr unglaubwürdig war, wurde der Bursche vorläufig festgenommen. Der Besitzer des Fahrrades konnte auf seinem Rad wieder nach Hause fahren. Das Vorbild von Südbaden ü. Das große Bodenseetreffen der Landesgruppe Südwestdeutschland des Landesverbandes der Hirnverletzten in Ueberöingen war von rund 200 Himverletzien besucht, die zusammen mit ihren Angehörigen im vollbesetzten „Raben“-Saal die vielen Probleme dieses Zweiges der Kriegs- und Arbeitseifer besprachen. An der Tagung, die in der Hauptsache wissenschaftliche Referate brachte, nahmen u. a. der Landesleiter von Westdeutschland, Götsch aus Bonn, sowie der Landesleiter Südwestdeutschland, Kappus, teil. Die Ankündigung, daß in Bonn ein wissenschaftliches Institut für Hirnverletzten-Fraqen gegründet werden soll, fand lebhafte Zustimmung. Ilü'.'i IMv Bl.- ' ■ H -! f, Mi Donnerstag, 20. Juli 1950 SÜDKURIER Wenn Staat unö Staöt angeklagt finö Aus der Tätigkeit des Verwaltungsgerichts Konstanz Es ist noch nicht allgemein bekannt, daß auch der Staat, Städte und Gemeinden angeklagt werden können. Solche Klagen werden vor dem Verwaltungsgericht ausgetragen. Aus der Tätigkeit des Verwaltungsgerichts Konstanz, berichten die nachstehenden Ausführungen: In der siebenstündigen öffentlichen Sitzung des Verwaltungsgerichts dieser Tage im Regierungsgebäude unter Vorsitz des Verwaltungsgerichtsdirektors Sehühly ging es trotz der kühlen Witterung wieder einmal mehr heiß her. Prozesse, in denen der Staat oder eine Stadt, vertreten durch die Behörden, meist in der Rolle des Beklagten sich auf gleicher Ebene wie eine natürliche prozeßfähige Person vor einem unabhängigen Gericht zu verantworten haben, scheinen noch mehr „Prozeßstimmung“ zu erzeugen, als man dies sonst schon bei Prozessen gewohnt ist. Im Mittelpunkt der Sitzung standen Wohnungssachen. Die immer noch zunehmende Spannung auf dem Wohnungsmarkt macht es erklärlich, daß der Vermieter jede belastende Verfügung einer Behörde nur dann über sich ergehen lassen will, wenn er hierzu nach dem Gesetz verpflichtet ist und auch ein unabhängiges Gericht ihn nach Prüfung der formellen und materiellen Voraussetzungen zu dieser Verpflichtung verurteilt hat. Genau so überzeugt sucht der Mieter Rechtsschutz vor dem Verwaltungsgericht und erhebt seinen Anspruch auf gesetzliches Vorgehen der Behörden, um zu seinem Recht zu kommen. Vor Gericht wird dann „endlich“ ausgepackt. Es kommt alles zur Sprache, was zuvor bei den Behörden oder in einem Beschwerdeverfahren in mehr oder weniger kluger Zurückhaltung noch nicht gesagt worden ist. Hier hört es endlich auf mit dem „Duckmäusertum vor den Behörden“, mit der „Vetterleswirtschaft“, mit „dem gegenseitigen Schutz der Behörden, die als Krähen einander doch nicht die Augen aushacken“. Hier muß „endlich“ nach dem Gesetz Recht gesprochen werden. Der Vertreter des öffentlichen Interesses hielt es in seinen Ausführungen im wesentlichen mit den Wohnungsämtern. Das Gericht erachtete jedoch eine Klage als teilweise begründet, die anderen wies es ab. Auch die Versagung eines Baugesuches wurde vor das Forum gebracht. Bei der derzeitigen großen Baulust ist eine Differenz zwischen dem Bauherrn als dem Geldgeber und der Behörde, die nach dem „alten Stil“ gebaut bzw, nicht gebaut haben will, verständlich. Die Behörde war gegen den geplanten Bau. Der Kläger ließ die Entscheidung durch das Gericht nachprüfen. Da, buchstäblich in letzter Minute vor der Urteilsverkündung, verpflichtete sich die Behörde, die Genehmigung zu erteilen, so daß der Kläger sein Ziel erreicht hatte und die Klage zurücknahm. Ferner wurde über eine Reihe von Gesuchen auf Gewährung des Armenrechts entschieden. Die große Zahl der Gesuche ist einerseits aus der allgemeinen Vermögenslosigkeit heraus zu verstehen, andererseits liegt auch die Ueberlegung nahe, daß gerade die finanziell Schwächeren öfter mit belastenden Beschlüssen der Behörden bedacht werden als die Finanzkräftigen. Aber auch der kleine Mann soll die Möglichkeit der Klage gegen den Staat oder eine Stadt haben. Das Gericht bewilligte daher in fast allen Fällen das Armenrecht. In diesem Zusammenhang sei aus den zahlreichen Fragen, wie sie täglich an das Verwaltungsgericht gerichtet werden, erwähnt: 1. Grundsätzlich sind alle Entscheidungen der Verwaltungsbehörden, des Staates — einschließlich die der Ministerien — der Gemeinden und Zweckverbände, der gesetzlichen Berufsvertretungen wie Handwerkskammer, Handelskammer, die zum Nachteil des Klägers ein Gesetz verletzen oder auf einem Amtsmißbrauch oder einer Amtsüberschreitung beruhen, vor dem Verwaltungsgericht anfechtbar. 2. Das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht gleicht im wesentlichen dem Verfahren vor dem ordentlichen Zivilgericht. Es herrscht in erster Instanz (Verwaltungsgericht Konstanz) kein Amtszwang. 3. Die Einreichung der Klage hat meistens aufschiebende Wirkung. Nur wenn dringende Interessen der Allgemeinheit den sofortigen Vollzug der Verfügung fordern, kann die aufschiebende Wirkung versagt werden. In besonderen Fällen kann auch im Wege einer einstweiligen Verfügung ein Zustand geregelt werden. 4. Die Frist zur Einreichung der Klage beträgt einen Monat. Sie beginnt mit dem Tag der Zustellung der anfechtbaren Verfügung. Ein nichtiger Verwaltungsakt (bei sachlicher Unzuständigkeit der Behörde, Verletzung wesentlicher Form- und Verfahrensvorschriften, Verstoß gegen ein Verbotsgesetz oder wenn etwas rechtlich oder tatsächlich Unmögliches geregelt wurde) kann auch nach Fristablauf ange- fochten werden. 5. Eine Beschwerde oder ein Einspruch gegen eine Verfügung der Behörde hat auf den Lauf der Frist für die verwaltungsgerichtliche Klage keinen Einfluß. Somit kann oder muß neben der Beschwerde auch verwaltungsgerichtliche Klage ein- Warnungstafeln sollen helfen Das Kommando der Schutzpolizei beschäftigt sich nach wie vor mit der gefährlichen Straßengabelung Wilhelm-Mainau- straße. Es weist mit Recht darauf hin, daß steh seit der an dieser Stelle eingeführten Verkehrsüberwachung kein Unfall mehr ereignet hat. Selbst bei dem starken Verkehr anläßlich des Seenachtfestes am letzten Sonntag kam es an der Gabelung zu keinem Zusammenstoß. Wie gefährlich aber diese Stelle ist, geht daraus hervor, daß seit Beginn der Ueberwachung gegen 104 Verkehrssünder Anzeige erstattet wurde. Das Kommando der Schutzpolizei will nun bei der Stadt beantragen, daß kurz vor der Unterführung ein Verkehrsschild mit der Aufschrift „Achtung“ aufgesteilt -wird. In der Wilhelm- und in der Mainaustraße sollen außerdem in einiger Entfernung Verkehrsschilder angebracht werden, die darauf hinweisen, daß die Geschwindig. keit an dieser Stelle beschränkt ist. *// n Vom Goldfiscbglas zum Aquarium Unter dem Titel „Der See im Glase“ veröffentlichte im Jahre 1856 die „Gartenlaube“ die ersten Artikel von Emil Ad. Roßmäßler über Aquarienkunde, nachdem viele Jahre vorher und auch noch lange nachher das „Goldfischglas“, das ein Martyrium für die Insassen bedeutete, vorherrschend war. Obwohl der Sauerstoff schon 1774 entdeckt wurde, erkannte man die Abhängigkeit von Tier und Pflanze im Wasser erst viele Jahre später. Etwa im Jahre 1853 wurde die Bezeichnung „Aquarium“ von Große erstmalig Der Sec im Glafe' — Ein Naturfreund gibt Auskunft Kampffisch-Männchen bei der Brutpflege angewandt und ist inzwischen zu einem Begriff geworden, der vielen Menschen Freude und Erholung bedeutet. Es ist ein Stüde Natur im Heim, das dem Naturfreund nicht nur Freude bereitet, sondern ihm auch Einblicke in die Wunder der Schöpfung gestattet, die ihm sonst verborgen sind. Besonders die Jugend lernt in der Pflege dieser kleinsten Lebewesen und der dazugehörenden Pflanzen im Aquarium das Werden und Vergehen im Kreislauf des Naturgeschehens. Daß nun heute die Aquaristik in der Hauptsache exotische Fische und Pflanzen umfaßt, ist nicht in der Mißachtung der einheimischen Fische zu suchen, sondern in der Farben- prächtigkeit und vielfach einfacheren Haltung (Labyrintfische!) begründet, wie auch die Haltbarkeit der exotischen Pflanzen mit ihren bizarren Formen und ihrer Winterbeständigkeit sehr ausschlaggebend ist. Außerdem verleitet die leichte Beschaffung einheimischer Fische, besonders den Anfänger, allzu- gerne zu oberflächlicherer Behandlung als dies bei gekauften Exoten der Fall ist. Tiere aber sollen kein Spielzeug sein, sondern als Lebewesen behandelt werden. Wie schön ist es doch, nach Feierabend vor seinem Aquarium zu sitzen und dem bunten Treiben oder den oft akrobatisch anmutenden Schwimmkünsten der in allen Farben erglänzenden Fische zwischen dem satten oder zarten Grün der Wasserpflanzen zuzusehen. Besonders im Winter, wenn draußen die Natur kahl ist und im Winterschlaf liegt, ist in unserem Stück Welt ewiger Sommer und frohes Leben. Viele hätten Lust und Freude am Aquarium, wenn sie nicht die „Wasserpantscherei“ fürchteten. Wahre „Aquarianer“ aber sind keine Wasserpantscher! Wenn in unserem „See im Glase“ alles in biologischer Ordnung ist, das heißt das richtige Verhältnis von Tier und Pflanze vorhanden ist, der Bodengrund aus sauberem Sand besteht, braucht nicht gepantscht zu werden. Im Gegenteil, je mehr Ruhe die Fische und Pflanzen haben, desto besser gedeihen sie und machen uns Freude. Ein schönes gesundes Aquarium einzurichten, ist kein Kunststück und kann heute schon Skalare, der König der Aquarienfische mit bescheidenen Mitteln gemacht werden. Aquarienfreunde und -Vereine sind jederzeit bereit, Interessenten mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, um immer mehr naturliebende Menschen für diese schöne Liebhaberei zu gewinnen, die auch ohne große Kosten schönste Erholung und echte Freude erlaubt. C. F. Schultheiß, Verein der Aquarienfreunde Uraufführungen im Rathaushof Kammermusik- und Lieduraufführungen von Willibald Görl gaben der dritten Serenade im Rathaushof ein besonderes musikalisches Gepräge. Der junge und ohne Zweifel sehr begabte Komponist hat sich durch interne Aufführungen seiner Werke in hiesigen musikinteressierten Kreisen bereits einen Namen gemacht. Willibald Görl gehört zu den Suchenden, deren musikalische Einfälle bei allem zugegebenen Geschick der technischkompositorischen Verarbeitung von einer erdrückenden klassischen und romantischen Tradition überschattet werden. Die Ausdruckshaltung des Komponisten hat sich noch nicht völlig zu einem eigenen Stil durchgerungen und zeigt ein vielgestaltig zusammengesetztes Klangmosaik, in dem mehr oder weniger deutlich alle möglichen Komponistenprofile aufschimmern. Was er in seiner kontrapunktisch sehr formgerechten und flüssigen Schreibweise zu sagen hat, klingt sehr gut, ist sehr ordentlich, und wäre vor 100 Jahren jedenfalls außerordentlich gewesen. Die Aussagekraft seiner Musik bleibt als Ganzes jedoch im Historischen haften und muß beim Ken-, ner unvermeidliche Reminiszenzen (im durchaus guten Sinn) hervorrufen. So ist das Hauptthema und die Durchführung im ersten Satz seines c-moll-Streich- trios ganz klassisch empfunden. Im zu sehr ausgedehnten Larghetto wird in der Fassung des Pastoralen Themas Brahms (2. Satz des Violinkonzertes) und im weiteren Verlauf Schubert (langsamer Satz des Streichquintetts) sichtbar. Im sehr musikantisch angelegten Finale ist die Rhythmik zu sehr „nebeneinander gesetzt“ statt organisch gewachsen. Den persönlichsten Eindruck machten bei aller Regerschen Harmoniefärbung die kontrapunktisch fein und durchsichtig gezeichneten Choralvariationen für Streichtrio über „Warum betrübst du dich mein Herze“. Auch die 5 deutschen Volkslieder für Sopran und Streichtrio ließen trotz mancher konventionell-romantischer Wendungen in der freien Anlehnung an das Volksmelos und in der delikaten Behandlung des Streichersatzes ein gediegenes und warm beseeltes Empfinden für den echten Volksliedstil erkennen. Das Schmitt-Bohn-Trio nahm sich der Werke mit feinfühligem Verständnis für das Charakteristische ihrer Formen an. Die kammermusikalisch sehr dankbar gesetzten Konturen hätten hier und dort durch eine klanglich geschmeidigere Führung der Violine und durch eine etwas größere rhythmische Geschlossenheit im Zusammenspiel noch schärfer hervortreten können. Friedei Trefzer lieh den Liedern ihre schöne, schlanke Sopranstimme, die in der Intimität und im Empfindungsausdruck sich gut dem jeweiligen inneren Liedraum anpaßte. Die zahlreich erschienenen Besucher spendeten reichen und herzlichen Beifall. Dr. G. Lenzinger Botzheimer Hof und Münsterlinger Herberge Die Stadt läßt zur Zeit zwei Häuser neu verputzen, die unmittelbar am Fuße des Münsterhügels gelegen, zu den ältesten und interessantesten Gebäuden von Konstanz zählen, den Botzheimer Hof Ecke Inselgasse- Schillerstraße, und die Münsterlinger Herberge, Inselgasse 4. Der erstere, eine Domherrnkurie, die sieh bis ins 13. Jahrhundert zurück verfolgen läßt, umfaßte ursprünglich den ganzen Komplex zwischen Insel- und Brückengasse. Der Hof ist in die Geschichte eingegangen als Sitz des Domherrn Johann von Botzheim, der ihn unter Aufwendung bedeutender Mittel völlig umbaute. Die Kurie war im 16. Jahrhundert eine Hochburg des Humanismus. Erasmus von Rotterdam, der zugleich mit Beatus Rhenanus, einem elsässi- schen Landsmann des Bauherrn, 1522 drei Wochen hier weilte, kann sich nicht genug tun im Lobe der gepflegten, von allen Künsten geadelten Häuslichkeit des gelehrten Kanonikus. erneuert wurde, stammt aus dem Jahre 1626 und trägt das Wappen des Domherrn von Praßberg. Das daneben in der Inselgasse gelegene Haus wird schon 1357 als Stadthof und Herberge des Frauenklosters Münsterlingen erwähnt und blieb in dessen Hand bis 1570. Unter den späteren Besitzern sind zu nennen das Sondersiechenhaus zur Inneren Tanne (heute Säuglingsheim), der Glasmaler Josef Anton Spengler und das Große Spital an der Marktstätte. Die architektonische Situation beider Häuser, die früher an einem der reizvollsten Punkte der Stadtperipherie lagen, hat sich inzwischen grundlegend geändert. Um so mehr ist es zu begrüßen, daß die Stadt den beiden durch Alter und Geschichte bemerkenswerten Gebäuden wieder ein würdiges Aussehen zu geben bestrebt ist. Proben zum „Weißen RöBI“ Die spärlichen Reste von Wandmalereien, die man beim letzten Umbau des Hauses 1940 entdeckte, gehen indessen nicht auf Botzheim zurück, sondern auf den Domherrn Christoph Graf von Zimmern, der wenig später die Kurie zugewiesen erhielt. Er legte inmitten des Hauses tief im Boden eine Schatzkammer an, deren Gewölbe heute noch auf dem Schlußstein das Zimmersche Wappen trägt. Damals soll es nach dem ausführlichen Bericht der Zimmerschen Chronik in dem Hause gespukt haben. Man berief sogar einen Thurgauer Schwarzkünstler, um die Geister zu beschwören. Heute steht von dem Hof, der bis zur Säkularisation trotz zunehmenden Verfalls noch eine Reihe vornehmer Domherren beherbergte, nur noch ein kleiner Teil. Der daran erhaltene schöne Erker, der 1940 ein Stockwerk höher verlegt und Die Dressuren des „Weißen Rößl“ für seinen Paraderitt in der Manege des Stadtgartens haben begonnen. Wen der Weg durch die Inselgasse führt, mag vielleicht zufällig ein paar vertraute, wenn auch recht lange nicht mehr gehörte fröhliche Weisen auffangen, sei’s „Die ganze Welt ist himmelblau“ oder „Es muß was Wunderbares sein“ oder gar „Was kann der Sigismund dafür, daß er so schön ist“ —. Wer das hört, freut sich schon jetzt auf die sommerlich leichten und beschwingten Aufführungen im Stadtgarten bei Mond- und Sternenschein und viel Scheinwerferlicht. Die neuen Filmprogramme Gloria: Von Freitag bis Montag sieht man den großen Charakterdarsteller Charles Laughton in einer dämonischen Rolle des Films „Spiel mit dem Tode“. Dienstag bis Donnerstag wird im Gloria gelacht über Bing Crosby und Bob Hope in dem Schwank „Der Weg nach Rio“ mit Dorothy Lamour. — Capitol: Vom Freitag bis Sonntag läuft der Film „Rosen der Liebe“, und von Montag bis Donnerstag der Schmugglerfilm „Rauschgift an Bord“. — Scala: Die Neuaufführung des „Bettelstudent“ mit Marika Rökk, Heesters und Carola Höhn wird die Freunde der Operette angenehm überraschen. — Eine Sondervorstellung mit dem Hans- Albers-Film „Mord im Savoyhotel“ findet Samstagnacht im Gloria" statt. Nr. 86 / Seite « gereicht werden, wenn man nicht Gefahr laufen will, das Rechtsmittel der Klage zu verlieren. Es kann aber auch von der Beschwerdemöglichkeit kein Gebrauch gemacht werden und nur verwaltungsgerichtliche Klage zur Nachprüfung der behördlichen Verfügung eingereicht werden. 6. Erfassungsverfügungen der Wohnungsämter verlieren nach 15 Tagen ihre Rechtswirksamkeit. Danach kann der Vermieter — allerdings nur mit schriftlichem Einverständnis des Wohnungsamts — wieder selbst über die Mieträume verfügen. U% (Uh UuMUtapen HINS 7*6»! Haben Sie Ihren Hund mal gefragt, was ein Hund zu den Hundstagen sagt? Gamichts sagt er, genau genommen, denn noch ist es so weit nicht gekommen, daß ein Hund auf Diskussion eingehen würde in menschlichem Ton. Hat er’s denn nötig? ftus bet ftadtfKttföoft Allensbach. Der Strandweg wurde verschönert. Es ist vor allem begrüßenswert, daß die kleinen Blumenbeete wieder angelegt und der Weg teilweise durch einen neuen Kiesbelag verbessert wurde. — Die Anregung, den Gehweg in der Dorfmitte zu verbessern, ist erfreulicherweise von der Gemeinde sofort in die Tat umgesetzt worden. — Der Sonderzug, der am kommenden Sonntag zur Gartenschau nach Stuttgart fährt, hält um 5.31 Uhr auch in Allensbach. Dettingen-Wallhausen. In der Pfarrkirche fand am Sonntag die kirchliche Schulentlassungsfeier statt. Die elf Entlaßschü- ler, drei Knaben und acht Mädchen, wurden vor dem Schulhaus abgeholt und zur Kirche geleitet. Pfarrer Zeller sprach zu den Entlassenen ermahnende Worte. — Am Dienstag unternahm Hauptlehrer Brod- mann mit den Entlaßschülem einen Tagesausflug in den Linzgau und nach Heiligenberg. — In der öffentlichen Gemeinde- ratssitzu'ng am Sonntagabend standen die Beschlußfassung über den Ankauf von 40 Ar Baugelände, der Bau eines Fabrikrau- mas mit Wohnungseinbau und die Bekanntgabe des Gemeindevoranschlags für das Rechnungsjahr 1950 auf der Tagesord- Chronik vom Bodensee Nadi einem Unfall gestorben Radolfzell. Ein im 63. Lebensjahr stehender Gefängnis-Oberverwalter war am 29. Mai an einer Straßengabel von einem Motorradfahrer angefahren und vom Fahrrad geschleudert worden. Zunächst glaubte der V erunglückte dem Unfall keine große Bedeutung beimessen zu müssen. Erst als sich am andern Tag Schmerzen einstellten, begab er 6idi in ärztliche Behandlung und wurde sofort in das Städtische Krankenhaus überwiesen Dort ist er nun nach sechswöchiger Krankheit an den Folgen des Unfalls gestorben. Rennfahrer im Pech Stodcach. Der Stockacher Rennfahrer Karl Oswald mußte vor kurzem beim Waiblinger Drei- edessrennen trotz bester Erfolgsaussichten kurz vor dem Ziel wegen eines Maschinenschadens auescheiden. Nun war er nach Darmstadt gefahren, um sich am dortigen Rundstredcenrennen zu beteiligen. Auf Grund der Tatsache aber, daß Oswald einen zu ersetzenden Kolben erst am Tag vor dem Rennen erhalten hatte, wodurch ihm zum vorschriftsmäßigen Einfahren der Maschine keine Zeit mehr blieb, mußte er bereits in der zweiten Trainingsrunde aufgeben. Die erste Trainingsrunde hatte er ohne Streckenkenntnis mit dem hervorragenden Durchschnitt von 95 Stkm gefahren. Vollrausch ist keine Krankheit Singen. Mitten in der Nacht fand eine Polizeistreife in der Nähe des Bahnhofs zwei betrunkene Männer in den zwanziger Jahren bewußtlos a-ui dem Pflaster liegend. Sie wurden zunächst mit dem Handwagen in die Polizeistation geschafft, wo der herbeigerufene Arzt eine Alkoholvergiftung für möglich hielt und die beiden mit dem Sanitätswagen in das Krankenhaus schaffen ließ. Der diensthabende Arzt weigerte sich jedoch, den Vollrausch als Krankheit anzuerkennen und schickte die zwei wieder zur Polizeiwache zurück, wo sie schließlich ihren Rausch im Notarrest aus- schlafen konnten. Gefährliche Panzerfaust Krauchenwies. In der Nähe von Krauchenwies versuchten einige Waldarbeiter eine im Dickicht aufgefundene Panzerfaust zu entschärfen. Dabei explodierte die verrostete Waffe, wobei ein 30- jähriger Holzhauer schwere Verletzungen erlitt. Mehrere andere Waldarbeiter erlitten teils leichtere, teils schwere Verletzungen; der die Panzerfaust haltende Mann kam mit dem Schrecken davon. Die findige Post Priedrichshafen. Eine fröhliche Runde von Kon- stanzer Sangesfreunden hatte in Friedrichshafen einen 72jährigen Sänger keonengelernt. Ais man diesen Sangesbruder gelegentlich eines Festes in Konstanz einladen wollte, erinnerte man sich nicht mehr an seinen Namen. Die Einladung wurde deshalb kurzerhand „An den hervorragenden Te- noisänger eines Gesangvereins in Friedrichshafen adressiert und statt des Straßennamens setzten sie sein Alter ein. Die Pöst fand tatsächlich den richtigen Empfänger heraus. Konstanzer und Friedridishafener Schwimmerfolg Bei idealem Schwimmerwetter führte der SC Kreuzlingen ein internationales Wassersportfest durch. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Damen- und Herrenvergleichskampf zwischen dem SC Kreuzlingen, SV Friedrichshafen, ST Singen und der 2. Mannschaft des VfL Konstanz. Den schönsten Tagessieg errang der 16jährig~ Kreuzlinger Wirz über 100 - m - Herren - Kraul welcher in einem mitreißenden Endkampf so namhafte Schwimmer wie Wolf (Konstanz) und Merkle (Friedrichicüiafen) mit 1:12,2 niederrang, Gleich überraschend war der zweite Platz von Kreuzlingen im spannendsten Staffelkampf der Herren über 5X50-m-Kraul vor Konstanz II. Von den Damen verdient die Siegerzeit der Jugendlichen Dürrschnabel (Singen) über 100-m-Damen- Brust mit 1:38,2 erwähnt zu werden. i Brust: 1. Dürrschnabel (Singen) 1:56,2; 2. Hinter- | mayer (Kreuzungen) 1:42,1-, 4 X50 m Brust: SV Konstanz 3:08,0, SV Friedüichshafen 3:15,6, 50 m Crawl; Wolf (Konstanz) 40,0, Kiefer (Singen) 43,0; 50 m Rückenschwimmen: Müller (Konstanz) 47,4, Beer (Singen) 49,3, Fischer (Kreuzungen) 49,3; 3x50 m Lagenstaffel: VfL Konstanz 2:17,0, TV Singen 2:21,4; Punkte Wertung: 1. SV Konstanz 53 Punkte, 2. TV Singen 28,5, 3. SC Kreuzlingen 23,6, 4 . Friedrichshafen 13 Punkte. — Im Gesamtergebnis siegte bei den Damen der V1L Konstanz. Bei den Herren erwiesen sich die aufstrebenden Friedrichshafener als Sieger. — Ein Wasserballett Züricher Schwimmlehrerinnen mit eindrucksvollen Kunstschwimmvorführungen erntete starken Beifall. In ähnlicher Weise übten auch Wasserski-Daibietungen einen großen Reiz ans. Bin Kunst- und Turmspringen einer Kreuzlinger Springergruppe vervollständigte das Programm. Resultate- Damen: 4X50 m Crawl: SV Konstanz 2:51,1, SC Kreuzlingen 3:05,5; 100 m Herren: 6X50 m Lagen-Staffel: SV Friedrichshafen 3:44,0, VfL Konstanz 3:46,4; 100 m Brust: Dürr (Friedrichhafen) 1:26,6, Hochul! (Kreuzlingen) 1:33,0; 100 m Crawl: Wirz (Kreuzungen) 1:12,2, Wolf (Konstanz) 1:13,2, Merkie Friedrichshafen) 1:13,2; 100 m Rücken: Danegger (Konstanz) 1:27,9, Merkle (Friedrichshafen) 1:30,6: 4x50 m Brust: SV Friedrichshafen 2:37,2, VfL Konstanz 2:43,0; 5X50 m Crawl: SV Friedrichshafen 2:37,9, SC Kreuzlingen 2:43,0; Punktewer- iung; 1. SV Friderichshafen 50,5 Punkte; VfL Konstanz 32,5; SC Kreuzlingeni 31; TV Singen 6. Beilsgenhinweis: Einem.Teil unserer heutigen Ausgabe ist eine Drucksache der Firma E. Schindler, Konstanz, beigefügt, die wir der Beachtung unserer Leser besonders empfehlen. Zeichnung: Klaus MeSmer Sollte die Hitze ihm lästig sein, geht er von selber ins Wasser hinein. Und fängt er dabei an zu bellen, i so gilt das natürlich den Wellen. In den Hundstagen baden sie gern und pfeifen ihrerseits auf die Herr'n. So sind die Hunde! «bra nung. Die Diskussion um die einzelnen Punkte hat gezeigt, wie notwendig und fördernd eine öffentliche Gemeinderatssit- zung sein kann, an der alle Beteiligten sich äußern können. Die beiden ersten Punkte wurden fast einstimmig befürwortet. Litzelstetten. Eigentlich sollte die Zahl der Hinweistafeln zu unserem Zelt- und Badeplatz genügen. Mit nichten! Immer noch tummeln sich, besonders am Samstag und Sonntag, zahlreiche Zeltler und Badende rechts und links des hierfür mit den notigem hygienischen Einrichtungen versehenen und im Interesse der Badenden bewachten Raumes. Die Spuren, die sie hinterlassen, bewaisen nur zu deutlich, wie berechtigt das Verbot außerhalb des dafür bestimmten Raumes zu baden und zu zelten ist. Nicht jeder betrachtet es als Glück, wenn er in etwas Weiches tritt Auch Scherben bringen nicht immer Glück, sondern verursachen am Strande meist unangenehme Wunden. Vielleicht könnte man ein übriges tun umd noch eine Hinweistafel an der Wegkreuzung unterhalb des Rathauses anbringen. Gut wäre es auch, wenn einmal ein Mitglied der Gendarmerie am Samstag oder Sonntag in der Gegend spazieren ginge. Donnerstag, 20. Juli 1950 SODKUXIIX Nr. 86 / Seite 7 fP° rtdienat des Südkurier Deutsche Turner internationale Klasse Das leigte sich beim Konst tarnen mit finnischen Gästen ptnnisdie Kunstturner wetteiferten mit ihren deutschen Kameraden in einem Schauturnen, das sm 0ienstaa in München-Gladbach (Stadel war nicht dabei) vor 5000 Zuschauern zu einem un- Targeßlichen Erlebnis wurde. Nach den Leistungen dürfte auch das deutsche Kunstturnen seinen trüberen Platz in der internationalen Wertung wieder einnehmen. Die Kür an den Geräten und das Bodenturnen wurden von beiden Riegen in höchster Vollendung gezeigt. Zumal die Aktiven ihr« Uebungen, durch keine Punktwertung gehemmt, unbeschwert vortragen konnten. Am Barren gefielen Kiefer und Schwarzroann neben dem Finnen Rove. Die Darbietungen der Finnen am Seitpferd waren flüssiger, zumal sie die schwierigen Scherenübungen mit dem zwangsläufigen Wechsel der Bewegungsrichtung auslie- Ben. Rove und Dr. Savolainen waren neben 6drwaTzmflitn die Besten. An den Ringen zeigten sich die Finnen durch Rove, der drei silberne Medaillen in Basel erhielt, glatt überlegen. Auch im Bodenturnen war die Gesamtleistung der Gäste besser, obwohl Dickhut und Frenger auch überragend turnten. Beim Reckturnen bestachen neben Rove auch Dickhut, Schwarzmanc, Kiefer und Bantz von deutscher Seite. Die Frage der WÜederaufnahme Deutschlands in den Internationalen Tumverband wurde auf dem Kongreß der Federation in Basel nicht besprochen, da von deutscher Seite kein Aufnahmegesuch vorlag. Dagegen wurden Japan und das Saargebiet provisorisch aufgenommen. Der unter dem Präsidium von Grad d' Alvieila (Italien) stehende Kongreß vergab die Weltmeisterschaften 1954 an Italien (Rom). Ein tschechoslowakischer Antrag auf Ausschluß Spaniens wurde abgewiesen. In Berlin nochmals gegen Finnland Im Mittelpunkt des kommenden Wochenendes steht der Naehkriegs-Ländervergleichskampf zwischen der deutschen Nationalturnmannschaft und dem .Weltmeisterschafts-Zweiten Finnland. In den Reihen der Gäste befindet sich der Weltmeister im Redcturnen, Paovo Aaltonen. Der Wettkampf wird wertvolle Aufschlüsse über die internationale Leistungsstarke der deutschen Turner geben. Zielfotographie entschied Etappensieg Goldschmidt (Luxemburg) ln der Tour de France wieder an der Spitze (St.-Eigenberichit.) Vor dem Ruhetag in Dinard mußten die 112 Konkurrenten der Tour de France dia längste (5.) Etappe mit 316 km Distanz zurücklegen. Auf dieser Fahrt von Rouen nach Dinard gab es mehr als ein Dutzend Vorstöße, aber che Italiener kontrollierten alle Unternehmu ngen und brachten mit einer Ausnahme alle zom Versanden. Bartalis Kampfgenosse Corriere hängt« sich auch an das Flinterrad von De6bats . (Frankreich), als dieser den letzten Vorstoß des Tages unternahm. Beide Fahrer erreichten das Zielband miteinander und würden in den ersten Rang gesetzt. Innert den nächsten 45 Sekunden nach der Ankunft der beiden Etappensieger trafen 99 Mann ein. Etappenklassement: 1. Desbats, 2. Corrieri, 316 km tß 10:35:51, 3. Prouzet 10 : 36 : 11 , 4. Sciardis 10:36:16, 5. Meunier, 6. Lambertini, beide gleich* ■ Zeit. Gesamtklassement: 1. B. Gau hier 41 .-00:20, 2. C^oktschmit 41:10:20, 3. Da Muer 41:10:46. Best- klassierter Schweizer Ist Ferdinand KüJbler (9.' Rang) mit 41:12:50. Das Zielfoto brachte es an den Tag: der Italiener Corriere hat in Dinard den Spurt gegen Desbats einwandfrei gewonnen und ist nachträglich zum Etappensieger proklamiert worden. Ferdinand Kubier (Schweiz) gewann am Mittwoch die sechste Etappe der „Tour de France" von Dinard nach Brieuc über 76 Kilometer „gegen die Zeit" in 1:57,02 Stunden vor Fiorenzo Miagni (Italien) mit 1:57,39 Stunden, Goldschmädt (Luxemburg) mit 1:58,18 Stunden, Komme (Belgien), Bobet (Frankreich) und Lambrecht (Belgien). In der Gesamtführung-gab es wieder einen Positionswechsel, da sich Goldschmidt das „Gelbe Trikot" des Spitzenfahrers, das er bereits bei den ersten beiden Etappen trug, von dem Franzosen Gau- thier wieder holte. Die Sicherheit des motorlosen Fluges Dia bemerkenswert« Tatsache der Segelfhig- Weltmeisterschaften in Schweden ist die Gleichmäßigkeit der Leistungen, die auf einer vollendeten wissenschaftlichen Berechnung der meteo- roiogwehen Bedingungen, durchgebildeter Piloten- geschieklichkeit und dem intuitiven Erfassen der -thermischen Chance beruht. Außerdem »pftdtt es für di« Sicherheit des motorlosen Fluge«; daß Bruchlandungen und Materialfehler nur eine geringfügige Rolle spielten. Die Frage nach der Durchführbarkeit von Segelflugweltmeisterschaften and ihre Eignung für die Auslese der Besten hat hl Oerebro eine positive Beantwortung gefunden. Ein südafrikanischer Pilot berechnete seine Unkosten auf 20 000 Kronen. Daraus ergibt sich, daß die internationale Segelflugkonkurrenz nur auf der Grundlage leistungsfähiger Nationalverbände gepflegt werden kann. Dar in den USA leibende Aero-Dynamiker Dr. Ing. Wolfgang Klemperer. ein Pionier des Segelfliegens in Deutschland, erklärte in Frankfurt. die Mehrzahl der amerikanischen Segelflieger würde es begrüßen, wenn auch die deutschen Sportfreunde wieder am Segelflug und an der Forschung mitarbeiten könnten. Die Deutschen «ollen jedoch mit Ruhe ihre Zulassung ab- warten, denn energische Forderungen würden der Sache eher abträglich sein. Klemperer ist in der amerikanischen Flugzeugindustrie mit Forschungsarbeiten betraut. Der Leiter der Fonschungsstelle für Segelflug am Mississippi, Dr. August Raspet, betonte, daß in den Vereinigten Staaten die von den Deutschen begonnene Forschungsarbeit fortgesetzt worden «ei. Er würde sich 1 freuen, recht bald wieder mit den deutschen Segelflugsportlem Zusammenarbeiten zu können. In wenigen Zellen Mit 46,2 Sek. für 400 m erzielte MoKenley (Jamaica) -in Kristineberg (Schweden) eine hervorragende Zeit. Bob Richards (USA) sprang in Ulea- borg (Finnland) 4,55 m stabhoch. Heinz Müller-Schwenningen siegte bei einem Rundstreckenrennen in Emmendingen über 45 km in 52:21 Min. Der Zürcher Crossnobile-Rennstall entsendet zum Schaumsland-Rennen am 6. August drei 721 -ccm-Spoa-twagen. Mit 2:13,0 Min. erzielte die Russin Ewdokia Wassilewa eine neue Weltbestleistung über 800 m. In der Vorschlußrunde zur deutschen Giewicht- hebenmeisterediaft 6iegte Fellbadr mit 4450 Pfund gegen 4305 Pfund von 1860 München. Die federatäon gymnastic francaise folgt am 20. August einer Einladung des Badischen Turnerbundes zu einem deutsch-französischen Treffen in Brandeck bei Offehburg. Mittelgewichtsweltmeistex Jack Lamotta (USA) verteidigte seinen Titel gegen Mitri (Italien) durch einen Punktsieg. Der neue deutsche Fliegengewichtsmeister Viktor Liwowski erlitt in Magdeburg gegen Langer- Berlin eine Punktniederlage. Bei Steherrennen in Zürich kam der Deutsche Preiskeit'in der Gesamtwertung auf den fünften Platz. Lohmann wurde über 30 km nur Sechster. Europameisterschaften im Fechten (A-W.-Eigenbericht) Di« Finalrunde der Flo- nett-Einzelweltmeisterschaft in Monte Carlo brachte den «ndäskutabien Erfolg des Italieners Renzo Nostini, der nur einen der sieben Assauts (g. Lateste) verlor. Das Schlußklassement lautete: 1. Renzo Nostini (Italien) 6 Siege, 2. Jean Buhan (Frankreich) 5 Siege, 18 Treffer: 3. Jacques Lataste (Frankreich) 5 Siege, 24 Treffer: 4. Reai Bougoul (Frankreich) und Bdoardo Mangiarotti (Italien), beide 4 Siege, 24 Treffer: 6. M. di Rosa (Italien) 2 Siege, 30 Treffer; 7. Adrien Rommel (Frankreich) 2 Siege, 32 Treffer. Ein ungewöhnlicher Zwischenfall ereignete sich in der Endrunde des Damen-Florettfechtens. Frau Garilbe (Frankreich) und Frau Müller-Preiß (Oesterreich) standen mit je 5 Siegen an der Spitze des Klassements und mußten zu einem Stichkampf aufgerufen werden. Die Oesterreicherin konnte wegen Knieschmerzen kaum mehr stehen. Nach wenigen Minuten ersuchte ein Kampfrichter die französische Fechterin, ihre Gegnerin nicht zu forsch anzugehen. Frau Garilhe trat darauf ab, und erklärte, es »ei ihr unmöglich, gegen eine kranke Fechterin zu kämpfen. Die Jury verlieh dann nach halbstündiger Beratung den Weltmei- etertitel beiden Fechterinnen. Klassement der Damen- Florett-Weltmeisterschaft: 1. Frau Garilhe (Frankreich und Frau Ellen Müller-Preiß (Oesterreich) 5 Siege; 3. Frau Filz (Oesterreich) 4 Siege, 2# Treffer; 4. Frl. Haig (England) 4 Siege, 23 Treffer: 5. Frl. Jörgensen (Dänemark) 3 Siege, 29 Treffer; 6. Frl. Gamber (Italien) 3 Siege, 24 Treffer. Für die Endrunde des Mannschafts-Degenfechtens blieben qualifiziert: Frankreich, Belgien, Italien und Schweden. Weltmeister wurde schließlich Italien durch einen 9:5-Sieg über Fiankreich. Schweden belegte vor Belgien den dritten Platz- Italien verteidigte seinen Titel als Weltmeister tan Mannschafts-Florettfechten mit Erfolg. Der Endsieg über Frankreich fiel allerdings mehr als knapp aus, denn bei 8:8 Punkten ergab sich auch im Treffer Verhältnis von 60:60 ein Gleichstand. Italien erhielt aus diesem Grund den Titel nur deswegen zugesprochen., weil es in den vorherigen Runden des Turnier» mehr Siege erzielt hatte. Frankreich sicherte sich durch einen 10:6-Sieg über Italien die Weltmeisterschaft im Mannschaftsflorettfechten der Frauen. Die Oberliga Süd gibt dl« bereit» festgelegten Termine erst bekannt, wenn eine entsprechende finanzielle Regelung mit den süddeutschen Totogesellschaften getroffen ist. Der FC Singen trägt sein erstes Spiel am 20. August zu Hause aus. Ungarn gewann in Preßburg einen Schwimm- länderkampf gegen die Tschechoslowakei mit 86:44 Punkten. Gegen starke ausländische Konkurrenz gewann Kittsteiner-Nümberg in M.-Gladbach Steherwettbewerbe über 20 und 25 km. Europarekordmann Herbert Klein-München gewann bei Schwimmwettkämpfen in Weiden die lOO-m-Brost in 1:10,2 und die 200 m in 2:40,6 Min. HandbalJmeisterschaft für Konstanz entschieden Nach dem Sieg gegen Villingen war der Titel in der Staffel Ost gesichert Handball-Landesliga Südbaden Ost: Triberg — Mimmenhausen 11:5, Gottmadingen — Villingen 20:7, Konstanz — Villingen 13:5, UeberUngen — Donaueschingen 12:14. Mit einem überzeugenden Sieg gegen die ersatzgeschwächten Villinger sicherten sich die Konstanter Handballer die Meisterschaft. Mit dem VfL Konstanz hat die beständigste Mannschaft diese Würde ecriiagen; "Voll Zuversicht geht nun diäte EIT ’fh '“die ■ 4diwer«n ; 'lAüfiStiegsspiele zur Zorifenliga. Bemerkenswert ist die Tatsache, daß in den ganzen Verbandsspielen gegen Konstanz keine Strafen ausgesprochen werden mußten, was von der hohen sportlichen Moral dieser Mannschaft spricht. Der schärfste Verfolger von Konstanz, Sportverein Gottmadingen, ist zu spät in Fahrt gekommen und muß «ich mit dem zweiten Platz -begnügen. Als be6te Schwarz-wal-diver- eine zeigten, sich Donaueschingen und St. Georgen, die beide allerdings in ihrer Form sehr schwankend waren. Es sind einige Nachzüglerspiel« durchzuführen, die aber für das Tabellenbild ohne besondere Bedeutung sind. Konstanz 17 15 0 2 140: 80 30: 4 ‘Gottmadingen 18 13 2 3 176:1H'1 28: 8 Donaueschingen 18 10 5 3 123:118 25:11 St. Georgen 17 9 2 6 101:104 20:14 Sängen 16 7 2 7 111:107 16:16 Ueberiingen 17 6 1 11 128:148 13:23 Triberg 17 5 1 11 105:119 11:23 Mimmenh ausen 18 5 0 13 115:144 10:26 Homberg 18 5 0 13 84:105 10:26 Vrllingen 15 4 1 10 92:138 9:21 Trauer ln Rio — Jubel in Montevideo (A.iW.-Eigenbericht.) Die Sportdienste der internationalen Nachrichtenagenturen bringen ausführliche Schilderungen über die Begebenheiten nach der Fußball-Weltmeisterschaft. In Uruguay ist der Montag zum Zeichen der Freude über den errungenen Sieg als arbeitsfreier Tag erklärt worden und da der 16. Juli zu-dem Nationalfeiertag war, hatten die riesigen Massen von Sportbegeisterten ausgiebig Gelegenheit, den großen Triumph ihrer Nationalmannschaft zu feiern. Zahlreiche Geschäfte sollen ihren Angestelltem die Tageslöhne verdoppelt and gar verdreafacht habeftä ln Rio de Janeiro häö(stlli // Wlrtschattsmlnlster Dt. Lais sprach in der Altbadener-Ve.raamml ung in Konatans Mit diesen Worten aus seiner bekannten Schrift „Lebensfähiges Baden“ schloß der badische Wirtechaftsminister Dr. Lais am Montagabend i n der Althadener-Versamm- li»g in „St Johann“ seine Rede. Die Argumente, die er für die Wiederherstellung des alten Landes Baden vorbrachte, waren in der Hauptsache dieselben, die er auch in der genannten Schrift aufführte. Die wirtschaftliche Struktur des Landes Baden, •ei wesentlich verschieden von der Würt- tembergs. Der wirtschaftliche Schwerpunkt Badens sei der Rhein. Er bilde mit seinen Neebnflüssen und Flußtälem ein natürlich geordnetes und eigenständiges System, einen einheitlichen geographischen Raum mit einer natürlich bedingten Gleichartigkeit von Boden und Klima, der gegenüber dem Binnenland Württemberg mit seiner pana anders gearteten Struktur eine besondere Funktion zu erfüllen habe. Es sei falsch, von „französischen Ambitionen in Baden“ ru sprechen, falsch schon deswegen, weil ja der Schuman-Plan den Zusammenschluß der deutschen und französischen Stahl- und Kohleproduktion vorsehe. Weitere Zusammenschlüsse auf andern Wirtschaftsgebieten würden folgen. Am Ende aber stehe die deutsch - französische Zollunion. Ströme trennen nicht, sie verbinden, und darum sei es •selbstverständlich, daß der Rhein und die Lande um ihn in Zukunft eine wichtige wirtschaftliche und politische Funktion zu erfüllen haben als Bindeglied nach Elsaß- Lothringen und nach dem deutschen Rhein- Ruhrgebiet. Die Vereinigten Staaten von Europa, die als Gegengewicht gegen die Drohung aus dem Osten unbedingt geschaffen werden müssen, werden föderalistisch gegliedert sein. Darum müsse auch in Deutschland das föderalistische Prinzip zum Durchbruch gelangen. Baden in seiner alten Form -bestehen zu lassen, sei geradezu ein politisches u. wirtschaftliches Postulat. In «ehr temperamentvoller Weise sprach sodann Oberregierungsrat Dr. Werber.aus Karlsruhe. Er Gezeichnete das jetzige Land Nordwürttemberg-Nordbaden als „kleinen Südweststaat“, in dem sich bereits der angestrebte Zusammenschluß hätte abzeichneu müssen. Man hätte aber bisher in Nordbaden nicht das Gefühl der vollen Gleichberechtigung gehabt, wofür er Beispiele anzuführen wußte. Seit dem Tode der ersten Landeßddrektoren Heinrich Köhler und Zimmermann versuchten die Epigonen, einen von Stuttgart aus dirigierten Zen- trailsbaat zu schaffen und es sei zu befürchten, daß die Selbstverwaltung Badens von Jahr zu Jahr mehr abgebaut würde. Baden aber, das seit 1918 Grenzlamd nach zwei Seiten hin geworden sei, verlange, daß es in einem eventuellen Südweststaat auch wirtschaftlich gleichgestellt werde mit Württemberg, daß in Baden Investitionen gemacht werden, daß di« Verkehrsweg* und die Wasserkräfte ausgebaut würden, daß überhaupt ein Wirtschaftsprog ramcn aufgeötellt werde, das aufzeige, wes Bade* vom Südweststaat zu erwarten habe. Interessant war der Hinweis, daß „Südbaden nicht Baden“ sei. Auch Süd- und Nordbaden hätten sich schon auseinandergelebt und eine gesamtbadisdie Regierung würde wesentlich anders ausseehn als die heutige ßüdbadische. Vernünftig war der Hinweis auf die Notwendigkeit eines friedlichen Zusammenlebens von Baden und Württemberg. Die zahlreichen Zuhörer nahmen die Ausführungen der beiden Redner dann und wann mit großem Beifall entgegen. Ab und zu machte sich murmelnd Widerspruch geltend. Nur ein einziger Diskussionsredner bemängelte gelegentliche Entgleisungen der Redner. Landgerichtspräsident Deufel leitete die Versammlung straff und zielbewußt. Gesamteindruck: eine bemerkenswerte und erfreuliche Entwicklung zum Sachlichen hin bei Rednern und Zuhörern. 8ÜDKUBIER Weitere Zollämter geöffnet Xm Rahmen der G-renzerleichterungen, die von der ständigen Gemischten Kommission für den Grenzverkehr zwischen der Schweiz und dem französischen Besatzung* gebiet beschlossen wurden, sind eine Reihe weiterer Zollämter für den großen Reiseverkehr geöffnet worden. Es sind im Eisenbahnverkehr die Zollämter Rielasmgen-Bahnhof (Ramsen-Bahnhof), Gottmadingen-Bahnhof (Thayngen-Bahn- hof), Waldshut-Bahnhof, Konstanz-Bahnhof, und Jestetten-Bahnhof; im Straßenverkehr die Zollämter Rötteln- Kaiserstuhl, Rheinheim-Zurzach, Lottstet- ten-Rafz, Altenburg-Rheingau, Grenz- acher Horn—Grenzacher Straße, Konstanz- Emmishafer Tor, und im Schiffsverkehr die Zollämter Konstanz-Hafen, Meersburg, Ueberlingen, Radolfzell und Landau- Hafen. Bei den Zollämtern Konstanz- Hafen, Meersburg, Ueberlingen und Radolfzell ist der Zeitpunkt der Eröffnung aus organisatorischen Gründen noch dem gegenseitigen Einvernehmen der örtlich zuständigen Zollbehörden der beiden Staaten Vorbehalten. .// R H K Nr. 86 / Seite 9 200 Zitronenfeiften - ooll mit „Luchy Strlheo 7 Ami-Zigaretten aus dem Basler Zollfrei lager — Der billigere Weg war teurer L ö r r a di. Die internationalen Schmuggel- Organisationen suchen nach immer neuen Wegen, um mit ihren „Schwarzen Frachten“ nach Deutschland zu kommen. Zu großen Teilen sind die Wege, die die Schmuggler suchen, seit die Zollfahnder auf Geheiß des Bundesministeriums für Finanzen sich noch mehr auf die illegalen Einfuhren stürzen, außerordentlich beschwerlich, teilweise auch recht kostspielig geworden. Aber die hohen Gewinne, die in verhältnismäßig kurzer Zeit au erzielen sind, scheinen auch einen hohen Einsatz zu rechtfertigen. Und in Geldnöte scheinen die Hintermänner, die meist in der Schweiz und in anderen ausländischen Staaten sitzen, auch dann nicht zu kommen, wenn gelegentlich ein „schwarzer Transport“ den Zollfahndern in die Hände fällt. Tagtäglich laufen im Badischen Bahnhof zwischen 50 und 70 Eisenbahnwaggons aus Italien durch, die in erster Linde Tomaten, Zitronen, Apfelsinen und andere Südfrüchte an deutsche Empfänger bringen. Bel. dieser Fülle von Wagen ist es natürlich ausgeschlossen, jeden Wagen von oben bis unten zu untersuchen. Wollte man das, es müßte ein kleines Heer von Beamten und Ladearbeiten! eingestellt werden, um diese Arbeit versehen zu können. Diese Unmöglichkeit ist den Schmugglern bekannt, so daß auch hier ein Weg für illegale Einfuhren gegeben ist. Laufende Stichproben werden selbstverständlich vom Zoll 4000 ftutoe werden gefucht Mit Steckbriefen hinter verlorenen Kraft lahrzeugen Interessante, in der Oeffentlichkeit wenig bekannte Aufschlüsse, erhielt ein Presse-Vertreter, als er bei der PoMzeiabteilung des badischen Innemmisteriums die Frage stellte, wie nach verlorengegangenen Kraftfahrzeugen gefahndet wird. Die Vielzahl der vor und nach dem Zusammenbruch abhanden gekommenen Kraftfahrzeuge legte, nachdem die erste turbulente Zeit vorüber war, den Gedanken nahe, die Fahndung im Bundesgebiet zu zentralisieren. Eine Aufgabe, der die Sammelstelle für Nachrichten über Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugführer in Bielefeld seit einiger Zeit nachkomimt. Dieser Stelle sind jedoch nicht alle Länder unmittelbar unterstellt, wenn sie auch sämtlich mit ihr Zusammenarbeiten. Vornehmlich in Süd- deutsdiland gibt es eine Reihe von selbständigen Fahndungsstellen, so auch bei der Polizeiabteilung des Innenministeriums in Freiburg. Die Freiburger Fahndungsstelle hat eine besondere Fahndungskartei eingerichtet, die »eit Frühjahr 1949 dem Zeitpunkt der Umnummerierung der in Südbaden zugelassenen Kraftfahrzeuge von der Länderkennzeichnung BD auf FB besteht. In ihr sind Fahrzeuge nach Fahrzeugkarten und Fabrikaten geordnet. Als sicheres Vergleichselement erweist sich bei der Fahndung die Fahrgesteltoummer, weil in der Kraftfahr-' Zeugproduktion jede Fahrgestellnummer nur einmal vorkommt. Verschiedene Firmen haben dabei Spezialreihen an Zahlen, die für sich eine Geheimwissenschaft darsteilen und bei deren Kenntnis Fälschungen vom Fachmann sofort festgestellt werden können. Kraftfahrzeuge, für di« Suchanträge bei der Freiburger Fahndungsstelle eingehen, werden zunächst im Lande Baden gesucht. Ist die Suchaktion Wer negativ, gehen die Suchmeldungen an die übrigen Fahndungsstellen im Bundesgebiet. Eine Sicherstellung des Fahrzeuges durch die Verwaltungsbehörde ist nicht möglich. Ersatzansprüche müssen an den jetzigen Besitzer gerichtet werden. Wird eine Einigung nicht erzielt, sind die ordentlichen Gerichte für eine Entscheidung zuständig, falls nicht offenkundiger Diebstahl und Betrug der Kriminalpolizei Handhabe zum Einschreiten gibt. ln der Fahndungskartei sind nur die unter deutscher Nummer laufenden Kraftfahrzeuge eingetragen. Dagegen nicht die bei den Besatzungsmächten gefahrenen oder stiillgelegten Fahrzeuge deutschen Ursprungs. Bei Fahrzeugen, die von der Besatzung dann im Wege der Versteigerung oder auf andere Art wieder abgestoßen werden, ergeben sich deshalb oft sehr schwierige Eigentumsauseinandersetzungen, für die einheitliche Regelungen noch nicht vorlieqen. Der durch die Fahndungsstelle seit einem Jahr erzielte Erfolg mit fast 400 in Südbaden wiedergefundenen Kraftfahrzeugen, das sind rund 10 Prozent der Suchmeldungen, ist recht beachtlich. Zur Zeit liegen in Südbaden rund 4000 Suchmeldungen vor. Die Zahl der zugelassenen Kraftfahrzeuge beträgt rund 75 000. Sie hat sich seit Ende März 1949 mehr als verdoppelt und übersteigt den Stand vom 1. Juli 1937 um rund 22 000. gemacht, während der Deutsche Pflanzenschutzdienst sich um jeden einzelnen Wagen bemühen muß. Bei einer dieser Kontrollen wurde nun vor kurzem festgestellt, daß in einem Wagen, der für München bestimmt war, die Verpackung der Ware nicht ordnungsgemäß war. Bei näherem Hinsehen sah man dann auch nur eine schmale Schicht von Zitronen in den rund 200 Kisten, während sich im übrigen Raum Tausende von Stangen amerikanischer „Lucky Strikes“ befanden. Die gesamte Ladung des Wagens — nämlich einige Zentner Zitronen und viele Tausend amerikanischer Zigaretten — wurden vom deutschen Zoll sofort beschlagnahmt. Die Zollfahndung bemühte sich auch bald um den Empfänger ln München. Die angestellten Untersuchungen haben mit einiger Sicherheit ergeben, daß die Zigaretten aus dem ZollfreiJager in Basel stammten. Der aus Italien gekommene Wagen war dorthin geleitet worden und aus den Zitronen wurden dann Zigaretten. Durch geschickte Manipulationen wurden die Frachtbegleitpapiere gefälscht, so daß es zunächst den Anschein hatte, der Waggon komme direkt aus dem sonnigen Süden. Eines hatten die Schmuggler aber vergessen: Italiensendungen nach München gehen nicht über den badischen Bahnhof, sondern über Mailand, den Brenner- paß und Innsbruck. Wäre der Wagen von Basel aus wieder auf die alte Strecke gebracht worden, wäre wahrscheinlich von der ganzen Aktion nichts ans Tageslicht gekommen. Der kürzere Weg war somit der teurere. Zu sehr hatten sich die Hintermänner von der Mutmaßung leiten lassen, daß alle (Schmuggel)-Wege nach Deutschland führen müssen. -hto- Secjeln «ul dem Bodensee 1870? Im Ueberlinger Mantelhafen konnten 1870 nicht zwei moderne Segeljachten liegen. Um diese Zeit war Graf Ferdinand von Zeppelin einer der ersten, der auf dem Bodensee Segelsport betrieb und zwar mit einer Jacht des Königs Karl von Württemberg, ‘dessen Flügeladjutant er war. Er studierte damals schon die Windverhältnisse, wenig« Jahre, bevor er in sein Tagebuch die eiste Eintragung über ein Zeppelin-Luftschiff machte, — Was stimmt da nicht? Bilderacherz Nr. 8 des Südkurier: Sdntna könige von 1930 — eine Aufnahme vom Raiveoe- bürg er Rutenfest, dessen Höhepunkt alljährlich das „Adlerschaeßen" von Schülern der höheren Lehranstalten ist. Das Biid zeigt den Schützenkönig zusammen mit dem König des in jedem fünften Jahr mit abgehaltemen „AltenschieBens“ ehemaliger Schüler. Was stimmt nicht auf dem Bild? (Die Antwort kann jeder geben, man braucht nur genau das Bild zu betrachten. Die Aufnahme stammt von Robert Schäfer-Ravensburg). Auflösung zu Bilderscherz Nt. 5: kn Ueberlinger Hafen von 1870 konnten nicht zwei moderne Segeljachten liegen. Den Preis von 10 Mark erhält: Horst Bilk Wallhausen, Post Dingelsdorf. Das Los ermittelte ferner zehn weitere Einsender von richtigen Lösungen, che durch Nennung ihrer Namen an dieser Stelle ausgezeichnet werden: Peter Bischoff, Radolfzell, ScheffelstraBe 20| Hedwig Mohr, Immenstaad: O Hoffmann, (Ravensburg, Schützenstraße 19; Sprißler, Bankholzen über Radolfzeiii Erna Jack, Ueberlingen a. B., Owinger Straße 2-, Ekkehard Holderbach, Meers- bürg, Steigstraße 15; Kurt Krebs, Wangen am See: Erich Fischer, Markdorfj Adolf Liedei, Konstanz, Turnierstraße 22: Engelbert Wächter, Insel Reichenau. nach einem Vortrag des Gfeneralpostmeosteis Stephan über Postverkehr und Luftschiff. Der älteste Segelklub am Bodensee wurde 1889 in Lindau gegründet, 1895 folgte Bregenz, und erst 1900, vor fünfzig Jahren, wurde der Badische Jachtklub in Konstanz gegründet- Der I'udersport am Bodensee ist etwas älter — 1B85 wurde der Ruderverein Neptun in Konstanz gegründet, 1902 folgte Wiking Bregenz. Der Motorbootsport ist noch jüngeren Datums Handballbezirk Hegau-Bodensee unter altbewahrter Führung Die Einteilung der Spielklassen — Die Bezirkstagung ln Radoltzell 50 Beerenpflückerlnmen verunglückt Erzingen. Auf einem abschüssigen Weg geriet ein Traktor der Konservenfabrik Hailau, an den zwei Wagen angehängt waren, auf denen sich über 50 Beerenpflückerinnen und etwa 100 Zentner Himbeeren befanden, ins Rutschen. Beide Anhänger überschlugen sich. Fast alle Insassen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. (G-B.) Die Vereine des Hadnballbezirks Hegau- Bodensee hatten bei ihrer Bezirkstagung in Radolfzell wichtige Beschlüsse zu fassen: die Versammlung hätte deshalb einen besseren Besuch verdient. Nach der Begrüßung durch Bezirksobmann Boske (Mühlhofen) wurde bei den Berichten über die zurückliegende Saison der Bezirksund der Kreisklasse die Meisterschaft von Mühlhofen bzw. Böhringen gewürdigt. Mit Bedauern wurde festgestellt, daß der VfL Engen die Rüdc- spielverpfli-chtungen nicht erfüllte. Schwierigkeiten ergaben sich nach einem Bericht von Spiei- -eiter Vogt (Mühlhofen) in der Frauenklasse infolge kurzfristiger und ungenügend begründeter Spielabsagen. Meister wurden bekanntlich die Damen des SV Pfullendorf. Das Fehlen eines entsprechenden Jugendleiters machte sich nachteilig auf die Entwicklung des Nachwuchses bemerkbar. Ein im August in Neustadt (Schwarzwaid) statt- findendes Handball-Jugendzeltlager soll die Voraussetzung für die Förderung der Jugendarbeit bieten. Eine der größten Sorgen ist der Mangel an ausgebildeten Schiedsrichtern, wie der Bericht von Schiedsrichterobroann Togny (Radolfzell) erkennen ließ. An der Höhe des Verbandsbeitrage«, der die Vereine zu stark belaste, wurde Kritik geübt und eine 50prozentige Ermäßigung beantragt. Die Neuwahlen 'ergaben eine einstimmige' Be-' stätigung des Bezirksobmanns Boske (Mühlhofen) sowie die Wiederwahl des Schiedsrichterobmanns Togny (Radolfzell)- Neu gewählt wurde als Staf- feüedter Frauen A: von Train (Meßkirch), und als Jugendspielleiter A. Fehringer (Gottmadin- gen). Beisitzer im Schiedsgericht A. Hepting (Stockach), Pressewart Vögtle (Mühlhofen). Der dm Verlauf der Tagung eingetroffene erste Vorsitzende des Südbadischen Handball-Verbandes, Kläger (Freiburg), dankte den Mitarbeitern des Bezirksfachausschusses für die erfolgreiche Arbeit und behandelte aktuelle Handballprobleme, die u. a. auch Ausschüttung von Toto-Geldern Internationales Bodensee-Tennisturnier in Konstanz Vom 4. bi* 6. August veranstaltet der Tennic- club Konstanz anxf seinen Plätzen am Gütle ^Mai- nafuetraße) unter dem Ehrenprotektorat von Oberbürgermeister Dr. Knapp, Landrat Dr. Beizer und Generaldirektor Dr. H. C- Paulseen da« alljährliche Internationale Bodensee-Turnier. Neben den deutschen und französischen Spielern des Clubs wenden auch Gäste aus der Schweiz und aus Oesterreich teflnehmen. Lflrrather Teimlssieg gegen Konstanz Die Vorschlußrunde der Meden&piele Klasse B in Südbaden führte die Mannschaft des TC Konstanz n&cb Lörrach zum Kampf gegen den dortigen TC. Unter etwas ungünstigen Voraussetzungen konnte die Vertretung von Konstanz nicht zur vollen Entfaltung kommen und mußte eine in dieser Höhe (7:2) nicht ganz gerechtfertigte Niederlage hianehmen. Dennoch sei festge- etellt, daß der TC Lörrach über eine Reihe 6ehr guter Spieler verfügt. Die Punkte für Konstanz errangen im Einzel Herr Dr. P. Simon gegen Herrn Kirchhof er mit 7:5, 6:2 und im Doppel das Paar Dr. Domauer/Brönnle gegen KochDr. Lühr- nwnn mit 6:2, 2:6, 6:4. Die übrigen Ergebnisse waren im Einzel: Maser (L) — Leuze (K) 6:0, 6:1 * Dr. Lührmann (L) — Mayer (K) 6:0, 6:3; Dr. Dieter (L) — Straub (K) 6:8, 6:3, 7:5, Kilian (L) — Brönnle (K) 6:4, 6:4? nud im Doppel: Ma- serA>r. Dieter (L) — Mayer/Straub (K) 6:2, 4:6, 6:4? K11 ian'Ki rdüiofer (L) — Dr. Simon / Leuze 6:1, 10:8. — Im Endspiel trifft der TC Lörrach nun auf den Sieger aus der Begegnung TC Freiburg II — TC Baden-Baden II. Tischtennis. Am Wochenende weilte die 1. und 2. Mannschaft der TTC Grün-Weiß Konstanz zum Rückspiel in Radolfzell. Die 1. Mannschaft von TTC Grün-Weiß konnte im Vorspiel 6:3 siegreich bleiben, mußte aßer dafür im Rückspiel eine 7:2-NiedeTlage hinnehm-en. — Die 2. Mannschaft konnte über die 2. Mannschaft von Radolfzell einen 5:4-Sieg erringen. Tischtennis-Kampf in Heringen. In Einern schönen Kampf standen sich die Tischtennismannschaft Singen I und eine Kombination der Tischtennis- mannschaften Gottmadingen-Hilzingen gegenüber. Obwohl sich der Gast manchen Satz hart erkämpfen mußte (26:26!), siegte er 7:2, Satzverhältnis 24:6, Ball Verhältnis 604:535. für SchuHungszwedke, Sportanlagen und Jugendarbeit betraf. Der Bezirksobmann nuterrichtete die Versammlungsteilnehmer ü'ber die geplanten Aenderungen im Spielsystem. Die Zonenliga als bisher höchste Spielklasse erhält den Namen Landesklasse. Die Mannschaften der bisherigen Landesklasse werden in die Bezirksklassen eingereiht, soweit sie nicht in die höchste Spielklasse aufsteigen. In der kommenden Saison wird man es also mit einer Landes-, edner Bezirks- und einer Kreis- kla-sse zu tun haben. Eine Sonderregelung für das Bodenseegebiet sieht eine aus drei südbadL sehen und sechs 'südwürttembergischen Mannschaften bestehende Bodensee - Oberschwaben - Staffel (Landesklasse) vor. Als südbadische Vertreter wurden die Mannschaften von Konstanz, Gottmad/ingen und Singen namhaft gemacht? von Südwürttemberg Ravensburg, Tettnang, Lindau, Friedrichehafen, Tuttlingen und Rietheim. Die endgültige Entscheidung darüber fällt bei den kommoden Verbandstagen beider Handballverbände. Die Einteilung der unteren Spielklassen Bezirksklasse Hegau - Bodensee t Mühlhofen, Stockach, Steißlingen, Pfullendorf, SV Konstanz, Ueberlingen, Mimmenhausen, Böhringen, Gottmadmgen 1L VfL Konstanz II. ff Kreisklasse (bisher folgende Mannschaften): Meßkirch, Radolfzell, Markdorf, Steißlingen II, Singen II, Ueberlingen II, Mühlhofen II, Mimmenhausen II. Frauenstaffel steht endgültig noch nicht fest? sie wird mit wenigen Ausnahmen dis Mannschaften der letztjährigen Runde umfassen. Den Bezirksklassenmannschaften wurde zur Pflicht gemacht, jeweils eines Jugend- mannschaft anzumölden, so daß auch hier im kommenden Spieljabr mit regem Betrieb zu rechnen ist Bin Sieg der Konstanzer Ruderionen Die 33. Donau-Verbands-Regatta wurde auf dem Starnberger See ausgetragen. Das Bodenseegebiet hat sich durch die Ruderveredne ,,Neptun” Konstanz und „Ruderclub Lindau" vertreten lassen. Der Starnberger See zeigte ein herrliches Bild, weil zugleich auch eine Segelregatta zum Austrag kam. Der Damenmannschaft des RV „Neptun" gelang es, im Stilrudern zusammen mit dem Ruderclub „Franken" Sdiweinfurt, dde hödisterreich- baire Punktzahl von 44 zu erringen. Die weiteren Mannschaften konnten sich nicht durchsetzen, was zum Teil darauf zurückzuführen ist, daß Leihboote in Anspruch genommen werden mußten. Diese standen bedauerlicherweise nicht im ausreichenden Umfange zur Verfügung, und teilweise mußte besonders Lindau auf einzelne aussiditsvolle Rennen verzichten. Die gut zusammenarbeitende Juniorenmannschaft von Lindau hat ein Rennen siegreich beendet, wurde aber durch Schiedsrichterentscheidung wegen Versteuerung disqualifiziert. * Der Italiener Nino Farina gewann den Großen ' Automobilpieis von Bari über 320 km auf seinem Alfa-Romeo in 2:34:29,6 Stunden 2 “ 124,675 km/std. mit 36 Sekunden Vorsprung vor seinem Markengefährten Fangio (Argentinien) und Moß (England) auf HMW (zwei Runden zurück). S—H— j Konditor, Junger, flinker, mit gut. Zeugnissen, für sofort gesucht. Konditorei Jakobs, Konstanz. Mann, fleißig«*', ordentlicher, als Hausbursche sofort gesucht. Cafä Jakob«, Konstanz. Frtuleln oder Frau, für Büfett u. Kaffeeküche sofort ge«. Rhein- Pavillon, Konstanz. 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Juli 1950 In tiefem Schmerz Maria und Berti Heitzmana, Konstanz, Zasiusstr. 19 Friedrich Heitmann und Frau, Ravensburg Karl Gebhard und Frau, Grötzingesn Beerdigung Donnerstag, 15 Uhr. TODESANZEIGE UND DANKSAGUNG t Statt Karten! Nach einem gesegneten Alter von 80 Jahren hat da* Herr über Leben und Tod am 15. Juli unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Orakel Ernst Einhart Schreiner wohlvorbereitet zu sich in die Ewigkeit abberufen. Wir danken auf diesem Wege von »ganzem Harzen allen, die unserem lieben Vater die letzte Ehre erwiesen haben, für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme, die schönen Kranz- und Blumenspenden und hl. Messen, der hochw. Geistlichkeit der Münsterpfarrei für den geistlichen Beistand, den ehrw. Schwestern des St. Vinzentiushauses für die liebevolle Pflege. Frau Dietsche und Frau Müller für den erhebenden Gesang bei der Trauerfeier, dem Vertreter der Deutschen Bundesbahn, BW Konstanz, für die ehrenden Worte und Kranzniederlegung, sowie für die Beteiligung am Seelenopfer. Konstanz, Schottenstraße 61, den 20. Juli 1950. In stiller Trauer Amalie Einhart Klara Zoll, geb. Einhart August Zoll, Schreinermeister und 4 Enkelkinder Am 17. Juli 1950 verschied nach langer, schwerer Krankheit unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester und Schwägerin Klara Ehlers geb. Hann im Alter von 68 Jahren. Konstanz, den 20. Juli 1950 In tiefer Trauer Familie Karl Eyermann-Ehlers Familie Emil Senn-Ehlers (Lausanne) Familie Rudolf Ehlers-Hann (Blumberg) Elisabeth Hann (Zürich) Elisabeth Ehlers (Konstanz) Beerdigung Donnerstag, 20. Juli 1950, 14.30 Uhr. DANKSAGUNG Für die unerwartet große und herzliche Anteilnahme an unserem Schmerz um den Heimgang unserer lieben Frau und Mutter, Frau Luise Heimlich geb. Raither sprechen wir allen, die ihrer in irgendwelcher Form gedachten, unseren aufrichtigsten Dank aus. Daß der Todestag der lieben Verstorbenen gleichzeitig mein 75. Geburtstag war, hat mich besonders schwer getroffen. Konstanz-Wollmatingen, den 18. Juli 1950. Für die trauernde Familie August Heimlich Hella Heimlich Dr. med. Erika Jung-Heimlich Erstklassiger, versierter Zlegeleimaschiiieii- Ingenienr als Abteilungsleiter und weitere Konstrukteure gleicher Sparte für sofort gesucht. Wohnungsfrage kann gelöst werden. Zuschriften mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Gehaltsansprüchen erbeten u. 11 352 Südk. Konstanz. Neu zu erstellende Werkzeugmaschinenfabrik in Konstanz sucht Werkzeugmaschinen - Schlosser Dreher, Fräser, Hobler gegen höchste Lohnsätze. Bevorzugt werden Flüchtlinge mit Ausweis, Totalgesehädigte, Spätheimkehrer sowie rassisch und politisch Verfolgte. Ausführliche Bewerbungen unter Nr. 35 an Hauser-Werbung, Solingen-Ohligs. Lebensmittelgroßhandlung in Konstanz sucht Lehrling oder Lehrmädchen welche die Handelsschule besucht haben. Ausführliche Bewerbungen unter 13 055 Südkurier Konstanz. U)'w suchen für einen unserer leitenden Angestellten in linksrheinischer, guter Wohnlage eine Drei- bis Yierzimmer-Wohnung Zuschriften erbittet Druckerei und Verlagsanstalt Konstanz, Fischmarkt 5 r^„.ln 9 «« oWen ' Me'"® xn ° i ' * und 9 U «• ""V nut 0H'- 50 *7^ Drahtzäune mit T-Eisen oder Beton- pfosien. Drahtfiediterei F. Stöisor Sigmaringen - Tel. 50t ZßOppidta Umrandungen Läufer Vorlagen von ALPHONS MAYER Konstanz, Marktstätte 11/11 geg. Scala / Eingang Sigismundgas»« Außerordentliche Mitgliederversammlung des VfL. Konstanz am 26. Juli 1950, um 20 Uhr, in der Oberen Sonne Tagesordnung: Diskussion über die Fusion mdt iem Sportverein Konstanz. gez. Graf Douglas, 1. Vorsitzender. Eröffnung Den Einwohnern der Stadt Konstanz zur gefälligen Kenntnisnahme, daß wir in der Hussenstraße Nr. 49 beim Schnetztor unsere modern eingerichtete Sauna eröffnet haben. Es wird unser Bestreben sein, Sie in jeder Weise zuvorkommend zu bedienen und fachmännisch zu beraten. Geöffnet von 8—12 Uhr und von 13 1 /«—20 Uhr. Für Damen: Für Herren: Montag — Freitag nur Samstag Sonnige Liegeterrasse steht unseren Gästen zur Verfügung. Einzelsaunabad auf Wunsch nach vorheriger Anmeldung. Um geneigten Zuspruch bitten Frau Rosa Kniele Frau Rosa Lehmann I ** ✓ Energeticum * Flasche DM 5.F0 in den Reformhäusern: Thalysia, Neugasse 44 Gerstmayer, Kanzleistraße 8 - Beba, Kanzleistrafte 19 Amtliche Bekanntmachungen Verbot des Betretens der Feldgemarkungen während der Nachtzeit Nach der ortspolizeilichen Vorschrift vom 23 . 6. 1948 ist auf der Gemarkung Konstanz das Betreten von Feld- und Gartengelände während der Erntezeit zu den nachstehenden Zeiten für jedermann verboten: _ im August von 21.00—54M) Uhr im September von 20.30—5.30 Uhr im Oktober von 20.00—6.00 Uhr Von dem Verbot ausgenommen sind die Feldhüter und die Personen des freiw. Selbstschutzes. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Konstanz, den 17. Juli 1950. Der Oberbürgermeister lerfix fuA jede W asche Handelsregister Amtsgericht Konstanz Neueintrag. 13. 7. 50 B Bd. 5 OZ 98: Firma Metzgereibedarfs-Ge- sellschaft mit beschränkter Haftung in Konstanz (Dacherstr. 14). Gegenstand des Unternehmens: Handel mit Metzgerei; nasch inen aller Art und mit sonstigen Metz- gereibedarfsartiikeln. Stammkapital 20 000 DM. Geschäftsführer ist Erich Enssle, Kaufmann in Konstanz. Kaufmann Paul Moos in Kreuzungen hat Einzelprokura. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Der GeseUschaftsvertrag ist am 15. Juni 1950 errichtet. Der Geschäftsführer Erich Enssle vertritt die Gesellschaft allein. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen im „Süd'kurie-r“ in Konstanz. __ Zwangsversteigerung Am Freitag, den 21. Juli 1950, um 14.30 Uhr, werde ich in Konstanz, Hafenstraße 13 (Pfandlokal) gegen bare Zahlung im VoUstreckungs- wege öffentlich versteigern: Eine Partie Bonbons und sonstige Süßigkeiten, 1 Klavier, 1 elektrische Bohrmaschine, 1 elektrische Bandsäge, 1 Wohnzimmerbüfett, 1 Wohnzimmerkredenz, 1 Schreibtisch mit Stuhl, 1 Büfettuhr, versch. Polstersessel, 1 Radioschrank, 1 elektr. Kaffeemaschine, 1 kl. runder Tisch, 1 Standuhr, 1 Radioapparat, 1 Amethystring, 200 Pack. Radiolux, 1 Pantotherm-Dia- thermiegerät, 1 kompl. Bett, 1 Nachttisch, u. a. m. Konstanz den 19. Juli 1950 N ü ß 1 e, Gerichtsvollzieher Güterrechtsregister 14. 7. 50 Bd. III Seite 34: Fritz Wilhelm Wiegand, Betriebsleiter in Konstanz und dessen Ehefrau Charlotte Friederike, geb. Garling, daselbst. Durch Vertrag vom 11. Mai 1950 ist Gütertrennung vereinbart. Amtsgericht Konstanz Handelsregister Veränderung. 15. 7. 50 A Bd. 9/449 bei Firma Vertriebsfirma Josef Faulhaber, Reise- und Versand- buchhandlung und Kunsthandlung: Die Firma ist geändert in Verlag Josef Faulhaber, Reise- und Versandbuchhandlung und Kunsthandlung. Amtsgericht Konstanz Frau Annemarie Steurer geb. Hoff mann, ersucht um die Erteilung der Konzession zum Verkauf von Flaschenbier und Spirituosen in Flaschen in ihrem Ladengeschäft, Wilhelmstraße 1. Einsprachen gegen diesen Antrag sind innerhalb einer Woche schriftlich oder mündlich im Rathaus, Zimmer 6, vorzubringen. Konstanz, den 14. Juli 1950 Der Oberbürgermeister Handelsregister Amtsgericht Konstanz Liquidation. 17. 7. 50 B Bd. 4 OZ 41 bei der Firma Bodoma, Gesellschaft für Vermögensverwaltung und Finanzierung mit beschränkter Haftung in Konstanz: Durch Gesellschafterbeschluß vom 12. 7 50 ist die Gesellschaft aufgelöst. Liquidator ist Dr. Martin Andree, Rechtsanwalt in Frankfurt a. M. Stellen-Angebot« J Metzgergeselle, selbständig, für Großstadt im Rheinland gesucht. Zu erfr. Heiligenberg Tel. 84. Hotel Schilf, Langenargen, sucht zu sofortigem Eintritt tüchtige, jüngere, gut aussahende Bedienung für das neue „Fischerstübchen“. Hausmädchen, gewissenhaftes, bei gutem Lohn in gepflegten Haushalt gesucht. Feinkost Meyer, Konstanz, Obermarkt 2—4. Küchenmädchen gesucht. Hotel „Schwanen“, Konstanz. Mädchen, jüngeres, für Geschäftshaushalt täglich von 9—18 Uhr gesucht. Zuschriften an Postfach 89 Konstanz. Mädchen, 14—18 Jahre, sofort in kl. Landwirtschaft gesucht. Zuschrift, u. 13 174 Südkurier Konstanz. Putzfrau für zwei Stunden samstags gesucht. Zu erfragen u. 50 317 Südkurier Konstanz. Melfen-Gesudbe 3 Schneider sucht Beschäftigung auf Stör oder Heimarbeit, auch auswärts. Kasl, Konstanz, Hohenhausgasse 8 . Witwe übernimmt Betreuung eines alleinsteh. Herrn. Zuschr. u. 50 388 Südk. Konstanz. Frau, alleinstehend, tüchtige Köchin, sucht Stelle. Beste Empfehlungen. Zuschr. u. 50 314 Süctkur. Konstanz. Steno-Sekretärin (Stenotypistin) 28 Jahre, mit allen vorkommenden Büroarbeiten vertraut, ?00 Silben, auch engl. Stenografie vnd gute engl. Kenntn., sucht neuen Wirkungskreis. Zuschriften u. 50 326 Südkurier Konstanz. Fräulein, 24 Jahre, kfm. bewandert, mit Führerschein Kl. III, sucht pass, Beschäftigung. Zuschriften u. 3Ö 378 Südkurier Konstanz. Verkäuferin, jung, tücht., (Schuhfach) sucht Steile. Auch andere Branche erwünscht. Zuschriften unter 50 319 Südkurier Konstanz. i Magen- Darm- Störangei - Verstopfnag - Dinfcfall - Leifesdimerzei. Aafstoftes? Dano Dr. Groft rein pflanzliche Magen- Darm-Har. Reformhaus Thalysia, G. Naumann« Neugasse 44 J CAPITOL Heute letzter Tag: „NACHTWACHE** Ab morgen Freitag nur bis Sonntag: Ein reizender neuer Film schildert die Geschichte vom Aufstieg einer jungqn Sängerin u. ihrer Liebe zu König Raoul ROSEN DER LIEBE (Hoheit darf nicht küssen) mit Nadlne Gray, Siegfried Breuer, O. W. Fischer WO: 15. 17.30, 20; SO: 14,16,18, 20 Samstag auch Spätvorst.: 22 Uhr Heute letzter Tag: „DES LEBENS ÜBERFLUSS“ Ab morgen Freitag nur bis Montag: Charles Laughton, Ray Milland in dem unheimlich realistischen SPIEL MIT DEM TODE Ein Kriminalfilm von ungewöhnlichem Format. Laughtons und Millands darstellerische Leistungen sind großartig! WO: 15, 17.30, 20; SO: 14, 16, 18, 20 Samstag Spätvorstellg. 22 Uhr: „MORD IM S AV OYHOTEL“ mit Hans Albers, Käthe Dorsch SCALA Heute letztmals 15 Uhr: „DAS GESETZ DER LIEBE“ mit Ferd. Marian, Hilde Krahl Ab morgen Freitag: In Neuaufführung: MARIKA RÖKK / JOHANNES HEESTERS / CAROLA HÖHN in DER BETTELSTUDENT nach der Operette von Millöcher. Die herzhaft-heitere Handlung und die hinreißenden Melodien, der szenische Aufwand und die ausgezeichnete Darstellung machen diesen Film zu einer beglückenden Unterhaltung, die man immer wieder erleben will. Freitag, Montag, Dienstag und Mittwoch: 15, 17.30 und 20 Uhr Samstag^^nnta^jiu^l5^Jhr. ^ Jeden Montag dZatkaUS - SManuela ^ Niir noch 3 Tage! Räiimiuiggsvprkanf Wäsche, Garnitur Binsen . Bade-Anzüge . . . ab DM 3.90 . ab DM 6.50 . ab DM 9.90 KONSTANZ Rosgartenstraße 14 Demnächst: Rosgartenstraße 15 Samstag 22 Uhr Spätvorstellung Hans Albers, Brigitte Homey, Käthe Dorsch, Gustl Huber in Mord im Savoy (Savoy Hotel 217) mit Ren€ Deltgen, Aribert Wäscher, Hans Leibelt, Jacob Tiedtke. Ein Ufa-Film von Udcky aus dem alten Rußland, mit einer spannunggeladenen Handlung. Gralsbewegung Freitag, 21. Juli, 20 Uhr, in der Stephansschule, Untere Laube 39, l. Stock, rechts, spricht Dr. Räuber über das Thema: „Der Tod“ und „Abgeschieden“. Jedermann willkommen. Eintritt frei. Am Samstag, 22. Juli, findet im Gasthaus „Rößle“ Wollmatingen die diesjährige Generalversammlung des Sportvereins Wollmatingen statt. Alle Mitglieder und früheren Anhänger sind herzlich eingeladen. Für Ihre Orenzkarten Auslandspässe und Kennkarten fertigen wir Ihnen Ausweisbilder gut und schnell. FOTO-STUDIO KABUS Telefon 1302 Untere Laube 43 geöffnet täglich 8-12 u. 2-6 Uhr Mädchen, 26 Jahre, ehrlich, sucht sofort. Stelle in Haushalt. Zuschr. ü. 38 3*1 Südk. Konstanz. c Verre stufigen Herrlichste Lage, Nähe Konstanz, gut möbliertes Wohnhäuschen mit großem Garten, an nur ordnungsliebendes älteres Ehepaar zu vermieten. Zuschriften unter 13 171 Südkurier Konstanz. ( Miefgesadi« ^ Zimmer für berufstätige Herren gesucht. Zuschr. unter 50 315 Südkurier Konstanz. Zimmer, möbl. (Mansarde), von berufstätigem Frl. gesucht. Zuschr. unter 50 321 Südk. Konstanz. Dauermieter 3 Erwachsene suchen 2 sonnige beschlagnahm efreie Learzlmmor part., l. Stock, 1 Jahr Mietevor- auszahhmg. Zuschr. mit Preis u. Größe u. 50 392 Südkur. Konstanz. STADT. VERKEHRSAMT KONSTANZ Stadt garten - Konzerte Donnerstag, den 20. Juli 1950, 20.15 Uhr STADT-KAPELLE (Leitung: W. Bernhagen) Freitag, den 21. Juli 1950, 20.15 Uhr STÄDT. ORCHESTER (Leitung: W. Döhrmann) Eintrittspreis: DM —,30 Zehnerkarten: DM 2,- Progymnstsium Zoff Ingen Konstanz Die Anmeldungen iür die Sexta linden am 24. Juli 1950, von 8 — 12 Uhr statt Mitzubringen sind Zeugnisse, Geburts- und Impfscheine* Die Aufnahmeprüfung wird am 25. 7. 1950 im Schulhaus Rheinsteig 7 abgehalten. Die Schulleitung r 2-Zimmerwohnung von ruhigem Pensionär-Ehepaar, ohne Anhang, sichere Mietezahler, wohnungsberechtigt, evtl. Baukostenzuschuß, gesucht. Zuschr. unter 50 373 Südkurier Konstanz. WohntmgifoeKfi j Zimmer, teilmöbl., Heizung, Hamburg, gute Wohnlage, atzugeben oder nach Konstanz zu tauschen. Zuschr. u. H 598 an Süd-Annonce, Konstanz, Obere Laube 79. Stuttgart—Konstanz. 3-Zimmer- Neubauwohnung ln Stuttgart geb.; Wohnung in Konstanz gesucht. Zuschriften unter 33 540 Südkurier Friedrtchshaf en. 3-Zlmmerwohnung mit Zubehör, Ortsteil Fürstenbeig, geb.; 4—5- Zimmerwohnung, rechtsrheinisch, gesucht. Zuschriften unter 50 320 Sikikurier Konstanz. ( y«7känf« *) Hohner-Handharmonika, diat. 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