K SÜDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch. Donnerstag. Samstag. Verlag und Redaktion Konstanz, Marktstätte 4 Telefon-Anschlüsse: Nr. 924, 92S, 1130, 1510, 1511. 6. JAHRGANG * DONNERSTAG 19. OKTOBER 1950 * NUMMER 128 Bezug monatlich durch die Post 2.50 Mark, zuzügl. 30 Pf. Postzustellgebühr, durch Träger 2.30 Mark, zuzügl. 30 Pf. Trftgerlohn — Einzelpreis U Pf. Pjöngjang von den UN-Truppen erobert Nur schwacher Widerstand im Stadtzentrum — Die Nordkoreaner auf fluchtartigem Rückzug Freiheitsglocke in Berlin BE RLI N. (A.G.-Eigenbericht.) Am kommenden Dienstag wird General Clay die neue Freiheiteglocke, die von dem Nationalen Komitee für ein freies Europa gestiftet wurde, der Stadt Berlin übergeben. Sie wird an diesem Tage in Gegenwart des Bundeskanzlers Adenauer und der amerikanischen Botschafter aus den europäischen Ländern zum erstenmal ertönen, und ihr Klang wird von allen Rundfunksendern übertragen werden. Zu gleicher Zeit werden auch alle Glocken ln den USA und in Westeuropa läuten. Die Freiheits- giocke, die in Croyden in Südengland gegossen wurde, übertrifft mit ihren 10 Tonnen Gewicht und Ihrer Höhe von 2.40 m sogar den berühmten „big ben“ in London. Sie trägt die Inschrift: „Möge diese Welt unter Gott eine Wiedergeburt der Freiheit erleben.“ Die Glocke hat in Berlin in dem wiederhergestellten Turme des Schöneberger Rathauses ihren Platz erhalten. Honorar — für das Rote Krenz OBERAMMERGAU. Der Christus-Darsteller der diesjährigen Oberammergauer Passionsspiele, Toni Preisinger, hat noch vor Antritt seiner Pilgerfahrt nach Rom auf sein Honorar in der vollen Höhe von 5500 DM zugunsten charitativer Institutionen verzichtet. Auf seinen Wunsch wird das Geld direkt von der Bank, wo es zum Abholen bereit liegt, einer wohltätigen Organisation, voraussichtlich dem Roten K^euz, überwiesen werden, da nur auf diesem Wege die Schenkungssteuer vermieden werden kann. Zuchthaus für „Diamantenkönig” ARNSBERG. Ungerührt, aber mit geschlossenen Augen und gebauten Fäusten nahm der eis „Diamemtenkönig“ bekannte Johann Boos das Urteil des Landgerichts Arnsberg entgegen. Wiegen Betrugs in 45 Fällen, zwei Diebstählen, Urkundenfälschung und Beamtenbestechung erhielt er fünf Jahre Zuchthaus. Außerdem wurde ihm eine Geldstrafe von 10 000 Mark auf- erlegt In 46 Städten und Orten des Bundesgebiets hatte der mehrfach vorbestrafte Boos im ersten Jahr nach dem Kriege von den Frauen ehemals führender Nationalsozialisten Schmuck und Wertgegenstände ergaunert, um angeblich ihre inhaftierten Ehemänner zu befreien, immer wieder wurde er dabei verhaftet, konnte aber stets entkommen, bis er im Januar 1948 endgültig in Hamburg festgesetzt wurde. Flinten und Büchsen für Jäger MAINZ. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat auf einer gemeinsamen Sitzung mit den Jagdreferenten der Länder der Bundesrepublik einen Verteilerschlüssel für die 50 000 Jagdflinten und 25 000 Büchsen aufgestellt, die den deutschen Jägern durch die Alliierten zugebilligt wurden. Nach diesem Schlüssel erhält Südbaden 1867 Flinten und 700 Büchsen, Württemberg-Hohenzollem 1917 Flinten und 959 Büchsen; Württemberg-Baden wird 3233 Flinten und 1117 Büchsen entgegennehmen. Am stärksten wurde Bayern „bewaffnet“, nämlich mit 12 000 Flinten und 6075 Büchsen. Kurz notiert Der Aeltestenrat des Bundestages hat sich mit einem Wunsch des Bundeskanzlers einverstanden erklärt, in der nächsten Woche noch keine außenpolitische Debatte im Bundestag zu führen. Die Bundesregierung ist von der Alliierten Hohen Kommission ermächtigt worden, künftig die sogenannten Diplomatenpässe für deutsche Staatsangehörige selbst auszustellen. Papst Pius Xü. empfing in Castel Gandolfo den bayrischen Ministerpräsidenten Dr. Hans Ehard in Privataudienz. In den nächsten Tagen werden die ersten neuen Zweipfennig-Kupfermünzen auftauchen. Die Münzen tragen auf der einen Seite von Aehren umrahmt die Zahl 2 und auf der anderen Seite einen fünfblätterigen Eichenzweig. Zum 75. Geburtstag von Bundeskansler Dr. Adenauer am 5. Januar nächsten Jahres haben CDU-Krelse zu einer Konrad- Adenauer- Spende aufgerufen. Der Ertrag der Sammlung soll dazu verhelfen, daß Dr. Adenauer den Kampf für ein einiges Deutschland erfolgreich fortsetzen kann. Indien ist an deutschen Fachkräften interessiert. Besonders erwünscht sind nach den Angaben des Leiters der indischen Mission in Bonn Stahl- und Mühlen-Fachleute und Spezialisten der Kraftfahrzeug- und Motorindustrie. Die Wochenzeitung der amerikanischen Armee in Frankfurt „Occupation Chronicle“ (Besatzungschronik) wird jetzt nur noch mit dem Titel „The Chronicle“ erscheinen. Als Grund wurde genannt, daß tos Wort Occu- Mtion (Besatzung) nicht mehr angemessen sei. Die Gattin des ehemaligen Beicfasjugend- führers Baldur von Schirach, Frau Henriette von Schirach, hat sich von ihrem Mann scheiben lassen. Baldur von Schirach wurde im Nürnberger Prozeß zu M Jahren Gefängnis verurteilt, die er gegenwärtig Im Spandauer Gefängnis verbüßt. Ein gewölbter Metallkörper, der als Unter- *age für ein Feidbahngleis gedient hatte, Wur de in Siegen (Westfalen) jetzt als eine SÖUL. Die Streitkräfte der Vereinten Nationen sind in die nordkoreanische Hauptstadt Pjönjang eingedrungen und haben die Stadt teilweise besetzt. Die' südkoreanischen und amerikanischen Ein- hetien sind bei ihrem Vorstoß an den Stadtrand nur auf ganz schwachen Widerstand gestoßen. Die teilweise Besetzung Pjönjangs, wo sich die Reste der geschlagenen nordkorea- nischen Armee zu einem letzten Widerstand gesammelt haben, erfolgte durch Vorausabteilungen der UN-Streitkräfte. Die völlige Säuberung der Hauptstadt von Widerstandsnestern der Nordkoreaner ist im Gange. Die Kommunisten leisteten nur noch im Stadtzentrum Widerstand. Die Nordkoreaner befinden sich auf einem fluchtartigen Rückzug. Zahlreiche Gefangene, Geschütze und Panzerabwehrwaffen fallen in die Hände der Streitkräfte der Vereinten Nationen. Pjöngjang ist die älteste Stadt Korea«. Sie wurde vor 3200 Jahren an den Ufern des Taidongöusses gegründet und ist eine an Zeugnissen einer bewegten Geschichte reiche Stadt. Pjöngjang war langet Zeit Hauptstadt von ganz Korea. Wie alle Hauptstädte der Frühgeschichte verdankt es seine Bedeutung den von Natur gegebenen Verteidigungsmöglichkeiten. Die Be- völkenungsziffer Pjöngjangs liegt nicht genau fest, da es in den vergangenen Jahren und auch während der Zeit der japanischen Besetzung an Statistiken fehlte. Es wird geschätzt, daß 400 000 Menschen die Stadt bewohnen, dazu kommen weitere 200 000 bis 300 000 Einwohner in den Vorstädten. Große Bedeutung hat Pjönjang vor allem als Knotenpunkt fast sämtlicher wichtigen Eisenbahnen und Straßen in Nordkorea, die die Stadt mit der Mandschurei und Sibirien verbinden. Reste alter Wehrmauern mit fünf Toren sind in Pjöngjang noch heute erhalten. Eine Sehenswürdigkeit der Stadt ist auch eine fünfstöckige Pagode in der Nähe der Ruinen eines buddhistischen Tempels, der einmal Mittelpunkt der buddhistischen Orden Nordkoreas war. Der südkoreanische Staatspräsident Syngman Rhee hat fünf Gouverneure für die Provinzen Nardkoreas ernannt. Der Staatspräsident erklärte, seine Regierung habe nicht die Absicht, in Nordkorea ohne Zustimmung der Bevölkerung ihren Willen durchzusetzen. Falls die Bevölkerung Nordkoreas in ihrem Gebiet zu wählen wünsche, so werde die südkoreanische Regierung sie nicht daran hindern. Dadurch könnten die hundert Sitze im südkoreanischen Parlament besetzt werden, die seit zwei Jahren leer sind. Syngman Rhee kündigte an, daß er im nächsten Jahre in Korea die Bodenreform nach eüdkoreani- schem Vorbild durchführen wolle.. Käufliche Politik? Von Dr. Ham Otto Wesemann Das ist ein peinliches und schwieriges Kapitel, mit dem sich der Bundestagsausschuß zur Untersuchung des Bestechungsskandals zu befassen hat. Peinlich deshalb, weil selbst saubere Unterwäsche sich im Licht der Oeffentlichkeit nicht so sehr gut ausnimmt, von unsauberer ganz zu schweigen; schwierig deshalb, weil er Sittenrichter in einer Sache spielen soll, für die es keine zuverlässigen juristischen Richtlinien gibt. Und so hängt die Arbeit des Ausschusses im Grunde an einem dünnen Faden, der aus Takt und Anstand gesponnen ist. Daß einem Abgeordneten eine Rede, die einer bestimmten Interessentengruppe wohlgefällig war, mit tausend Mark in die Hand honoriert wird, wirkt auf die deutsche Oeffentlichkeit wie eine üble Sensation. Noch übler wäre der Fall, wenn dieser Abgeordnete vor seiner Rede das Honorar bekommen hätte und wenn erwiesen wäre, daß er dem Gelde zuliebe eine andere Meinung vertreten hätte als diejenige, die er vor seinem Gewissen oder den Grundsätzen seiner Partei verantworten kann. Wer aber könnte dem Abgeordneten beweisen, daß er ohne das Handgeld eine andere Meinung im Bundestag vertreten hätte? So lange man das nicht beweisen kann — und das könnte im Grunde nur ein Gedankenleser —, kann er den Ausdruck Bestechung zurückweisen. Der einfache Mann mit gesundem Menschenverstand ist aber für solche Spitzfindigkeiten nicht zugänglich; bei ihm haftet der Eindruck, daß da etwas unsauber ist. Den Eindruck würde er vielleicht nicht haben, wenn diese tausend Mark von einer interessierten Gruppe für die Parteikasse gespendet worden wären; aber auch dann würde er ein unbehagliches Gefühl nicht los. Wahrscheinlich aber würde er nichts dabei finden, wenn er selber, weil er überzeugtes Mitglied dieser 'oder jener Partei ist, aus einem gut abgelaufenen Geschäft seiner Partei 50 oder 100 Mark stiften würde. Er täte also, wenn auch in kleinerem Rahmen, das gleiche, was in entspre- | chend größeren Dimensionen ein Industrieller oder ein Interessentenkonsortium auch tut. Gilt nun hier der Satz, daß es nicht dasselbe sei, wenn zwei dasselbe tun? Wie erinnerlich, hat sich die NSDAP vor 1933 durch ausländische Konzerne mit hohen Summen sanieren lassen. Jedermann fühlt, daß dies ein Skandal war, denn hier gingen internationale Konzerninteressen eine widerlich verlogene Ehe mit dem plutokratischen Verfolgungswahn der Nationalsozialisten ein. Sie verkauften in vollendeter Heuchelei einen ihrer zentralen Programmpunkte und brachen im übrigen den Kontrakt, als sie glaubten, auf ihre Geldgeber keine Rücksicht mehr nehmen zu müssen. Dieser Fall macht vielleicht den Punkt deutlich, ar; dem sich das Anstandsgefühl des Bürgers empört: Wo die Gesinnung käuflich wird, da hört die Gemütlichkeit auf, und da fangen die harten Urteile an. Auf die gegenwärtigen Vorgänge übertragen: Kann man, wie es geschehen ist, verwerfend von „Schmiergeldern“ reden, wenn Industrielle eine Partei unterstützen. mit deren politischer Linie sie über- einstimmen? Jener Ausdruck würde jedenfalls dann passen, wenn sie einen Vertreter, etwa des sozialistischen Programms für ihre besonderen Interessen zu gewinnen suchten, oder wenn sie einen Föderalisten für die Befürwortung zentralistischer Maßnahmen einkaufen wollten. Das alles ist vollkommen logisch; und nicht ohne Grund enthält das Grundgesetz einen Paragraphen, der die Offenlegung der Parteifinanzen verlangt. Die Verfasser des Grundgesetzes müssen also mit der Möglichkeit gerechnet haben, daß hier eine Gefahrenquelle für die Demokratie liegt. Sie haben recht mit dieser Vermutung. Es gibt kaum einen Paragraphen im Grundgesetz, den der deutsche Staatsbürger so ernst nimmt wie die Bestimmung, daß die Abgeordneten nur ihrem Gewissen unterworfen sein sollen. Im allgemeinen wird sich der Befehl ihres Gewissens mit der Linie ihrer Partei decken. Aber gerade bei grundlegenden politischen Entscheidungen, wie z. B. bei der Wahl der Bundeshauptstadt, sind Konflikte zwischen der persönlichen Ueberzeugung des Abgeordneten und der Parteilinie besonders wahrscheinlich. Der Wähler empfindet es schon als Zumutung, wenn in solchen Fällen vor seinen Augen das Tarnnetz des Fraktionszwanges oder der geheimen Abstimmung hochgezogen wird; man macht ihn zum Verächter des parlamentarischen Systems, wenn er die bestimmte Vermutung haben muß, daß hinter diesem Netz das Geld seine Herrschaft antreten kann. In Deutschland ist das Ansehen der Demokratie noch keineswegs gefestigt. Dies Ansehen hängt nicht von den Institutionen ab, die in den Augen des Volkes dach nur Geschäftsabwicklungsmaschinen sindl Trum an fordert Moskauer Friedensbeweise Eis liegt an der Sowjetunion, die Situation zu ändern SAN FRANZISKO. Präsident Truman forderte die Sowjetunion auf, „konkrete positive Beweise dafür zu liefern, daß sie bereit ist, eich für den Frieden edneuset- zen“. In seiner Rede, che der Präsident nach Rückkehr von seinem Pazifiktreffen mit General McArihur fo San Franzisko hielt, nannte er vier Punkte, die die Sowjetunion zur Dokumentierung ihres Friedenswillens erfüllen müsse. Sie solle sich 1. an die Grundsätze der UN-Charta halten. 2. den übrigen UN-Mitgliedstaaten in ihrer Aufforderung an die Nardkoreaner anschließen, sofort die Waffen ndederzule- gen, 3. den Eisernen Vorhang nieder reißen und einen freien Informations- und Gedankenaustausch ermöglichen. Als vierten Friedensbeweis forderte Truman die Beteiligung der Sowjetunion an den Bemühungen der Vereinten Nationen, ein wirksames System kollektiver Sicherheit zu schaffen, ein System, das die Aechtung der Atombombe und eine einschneidende Verringerung sowie Vereinbarungen über alle anderen Waffen und Streitkräfte ermöglichen wird.“ Der Präsident erklärte, daß der Ausbau der amerikanischen Verteidigung trotz der in Korea erzielten Erfolge „mit tödlichem Emst“ weiterbetrieben werde. „Wir vergrößern unsere bewaffnete Stärke, weil die sowjetische Politik uns keine andere Wahl läßt“. Es liege bei der Sowjetunion, diese Situation zu ändern. „Solange sie jedoch den aufgefiihrten Forderungen als Beweis ihres Friedenswillens nicht nach- kammt, sind wir fest entschlossen, die gemeinsame Verteidigungsstärke der freien Welt weiter auszubauen.“ Vor fünf Jahren, bei der Gründung der Vereinten Nationen in San Franzisko, habe man gehofft, daß sich die Sowjetunion an den Bemühungen zur Schaffung eines dauerhaften Friedens beteiligen werde. „Aber der kommunistische Impe- 5-Zentner-Bombe festgestellt. Der Blindgänger wurde für eine alte Heizungsanlage gehalten. Kinder hatten öfters versncht, den vermeintlichen alten Heizkörper mit einer Spitzhacke freizulegen. Der erst zu lebenslänglichem Gefängnis und dann zu 1( Jahren Gefängnis verurteilte ehemalige deutsche Feldwebel Walter Bey, wurde von den britischen Besatzungsbehörden freigelassen. Der Suchdienst des Deutschen Roten Kreu- ’ zes gab bekannt, daß dem Internationalen Roten Kreuz in Genf bisher nicht in einem I einzigen Fall bekannt geworden ist, daß Deutsche in Korea eingesetzt oder gefangen genommen wurden. Vom amerikanischen Hohen Kommissariat wird erwartet, daß die Zahl der Arbeitslosen im Bundesgebiet im kommenden Winter nicht über 1,7 Millionen hinausgehen wird. Der Leiter der Brannschweiger Kriminalpolizei, Ernst Hildebrandt, wurde auf einer Dienstfahrt von Helmstedt nach Berlin von Volkspolizisten verhaftet. Die kommunistische Stadträtin von Förth, Käte Schönweiß, ist auf amerikanische Anordnung in Nfirnberg verhaftet worden. Ihr wird vorgeworfen, daß sie bei den Unruhen am 1. Oktober in Förth gegen ein Gesetz der alliierten Hohen Kommission verstieß. In den Betrieben Leipzigs wurde den Belegschaften mitgeteilt, daß künftig alle Träger von Kreppsohlen und Ringelsöckchen als „westlich verseucht“ am Schwarzen Brett namhaft gemacht werden. Frankreich will im nächsten Jahr einen nenen 15 SM-Tonnen-Flugzengträger bauen, der den Namen „Clemenceau“ tragen soll. Der britische Frachter „Torina“ wurde von nationalchinesischen Kriegsschiffen heftig beschossen, als er den chinesischen Hafen Amoy anlanfen wollte. Der Stadtrat von Johannesburg hat beschlossen, in den öffentlichen Anlagen eine Rassentrennung anzuordnen. Die kanadische Regierung will allen Ausländern, die auf Grund des neuen amerikanischen Staatssicherheits-Gesetzes nicht in die USA einreisen können, die Durchreise durch I Kanada verbieten. rialismus hat es nicht so haben wollen.“ Statt mit den anderen Regierungen in. gegenseitiger Achtung zu sanamenzuarbeiten, habe die Sowjetunion versucht, ihre Kontrolle auf andere Völker auszudehnen. „Sie hat sich einem neuen Kolonialsystem nach sowjetischem Muster verschrieben.“ Dieses neue Kolonialsystem habe bereits zur Ausbeutung vieler Länder geführt, die einmal freie Staaten gewesen seien. Der Präsident bezeichnete den Kommunismus als „die reaktionärste Bewegung in der heutigen Welt.“ Das Zusammentreffen mit General McArthur habe in ihm, dem Präsidenten, „das Vertrauen gestärkt, daß es auf lange Sicht gelingen werde, den Weltfrieden zu erhalten. Die Vereinten Nationen seien durch die Ereignisse in Korea stärker geworden, als sie es je gewesen seien. Wir wissen jetzt, daß die Vereinten Nationen ein System internationaler Ordnung schaffen können, mit dem der Frieden gesichert werden kann.“ Truman wiederholte, daß die amerikanischen Truppen nur so lange in Korea bleiben werden, wie es im Rahmen ihrer UN-Aufgabe notwendig sei. Die Vereinigten Staaten hätten in Korea keinerlei territoriale Absichten. „Der einzige Sieg, den wir anstrgben, ist der Sieg des Friedens“. Deutsches Vermögen in Brasilien RIO DE JANEIRO. Durch einen Beschluß der brasilianischen Bundestemmer ist das beschlagnahmte deutsche Vermögen in Brasilien teilweise freigegeben worden. Das neue Gesetz sieht die Freigabe der Güter von deutschen Staatsbürgern und deutschstämmigen Brasilianern vor, die in Brasilien ihren Wohnsitz haben. Die beschlagnahmten Vermögen von im Ausland lebenden Deutschen bleiben zunächst noch gesperrt. Das Vermögen der 1942 unter brasilianische Verwaltung gestellten deutschen Firmen wird durch die neue Freigaibegesetzgebung ebenfalls noch nicht berührt. Diese Regelung soll später direkt im Rahmen eines Friedensvertrages getroffen werden. Vermögen, deren Eigentümer wegen Verbrechen gegen die Sicherheit Brasiliens bestraft wurden, die repatriiert worden sind oder die sich ohne Erlaubnis der brasilianischen Regierung aus dem Lande entfernten, sollen nicht zurückgegeben werden. WASHINGTON. Die amerikanische Regierung ist beredt, Frankreich bis Ende nächsten Jahres für seine verstärkte Rüstungsproduktion 200 Millionen Dollar (über 800 Millionen DM) zur Verfügung zu stellen. Damit sollen vier neue Divisionen ausgerüstet werden. Insgesamt sind für Frankreich und Indochina in den nächsten Jahren bis zu 2 Milliarden Dollar (über 8 Milliarden DM) vorgesehen. Diese Pläne sind das Ergebnis der Besprechungen, die in den letzten Tagen zwischen Vertretern der Regierungen Frankreichs und den USA in Washington geführt wurden. Verteidigungsminister Moch und Finanzminister Petsche waren dazu nach den USA gereist. In einem Kommunique, das in Washington veröffentlicht wurde, heißt es, die amerikanische Regierung halte die französischen Rüstungspläne für einen wesentlichen Beitrag zur Verteidigungskraft der Atlantikpakt- mächte. Von den Geldern des Militarhilf»- programms, die beredte vom Kongreß bewilligt wurden, werde Frankreich den Löwenanteil erhalten. Ferner sei des: größte Teil der Gelder für den Fernen Orten für Indochina vorgesehen. Die Waffenlieferungen nach Frankreich sollten beschleunigt werden. Die Lieferungen nach Indo- Französischer Rückzug in Indodiina SAIGON. Die französischen Streitkräfte in Indochdna haben den Stützpunkt Dong Dang, 16 Kilometer nördlich von Langson, und damit innerhalb eines Monats den 5. Grenzposten an der tonkinesisch-chinesi- schen Grenze geräumt. Zuvor waren Cao- bang, Dongkhe, Tatkhe und Natscham auf- gegeben worden. Damit ist der Weg für einen Angriff der Vietminh - Aufständischen auf Langson frei, das die Straße und die Eisenbahnlinie von der chinesischen Grenze nach der Reiskammer im Tonkin-Delta, 130 Kilometer weiter südwestlich, deckt. Die Räumung Langsons von der Zivilbevölkerung wurde abgeschlossen. Die Einwohner der Stadt wurden mit Flugzeugen und Wagenkolonnen in das Tonkin-Delta befördert. Aus Hanoi begeben sich Frauen und Kinder bereits freiwillig mit Flugzeugen nach Saigon, wie am Mittwoch aus^fut unterrichteten französischen Kreisen verlautet Eine militärische Räumung Hanois sei jedoch nicht angeordnet. Unterredung Wyschinski - Dulles NEW YORK. Der sowjetische Außenminister Wyschinski hatte eine Unterredung mit dem amerikanischen UN-Delegierten und republikanischen Berater des USA- Außenministeriums, John Foster Dulles, über den Siebenmächte-Antrag (Acheson- plan) zur Stärkung der Vereinten Nationen. In einer Erklärung, die Dulles nach der Unterredung veröffentlichte, heißt es, daß „einige unserer Meinungsverschiedenheiten über den Siebenmächte-Antrag behandelt wurden. Es war ein eingehender und offener Meinungsaustausch ohne positive Ergebnisse, wenn man davon absieht, daß wir zu einem besseren Verständnis unserer jeweiligen Standpunkte gekommen sind.“ Bisdiof Wurm für Rüstung FREIBURG i. Br. Der Kcreakrieg habe erneut allen Menschen, auch den Pazifisten, bewiesen, daß es einer starken militärischen Macht bedürfe, um die Friedensstörer zurückzuweisen, erklärte der würt- tembergische Altlandesbischof D. Theophil Wurm auf einer Versammlung des Evangelischen Männerwerks in Freiburg. Wenn auch der Gedanke der Gewaltlosigkeit höher und edler sei, so könne man der Gefahr der totalitären Bedrohung aus dem Osten nur durch eine äußere und besonders eine innere Rüstung des christlichen Abendlandes begegnen. China würden mit ganz besonderem Vorrang behandelt. Der endgültige Doliar- betrag, den Frankreich erhalten soll, müsse später bei Besprechungen der At- lantikpaktmächte festgelegt werden. Die französischen Rüstungspläne sehen die Aufstellung von 10 Divisionen vor. Nach den Washingtoner Vereinbarungen braucht Frankreich jetzt nur noch eine einzige Division aus eigener Kraft auszurüsten. Keine Remilitarisierung angeboten BONN. Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer wies vor der CDU/CSU- Bundes tags- fraktion die Behauptungen des ehemaligen Bunde^iimenmiimstens Ör. Gudtav Heime- manm und des Kinhenpräsidemten D. Martin Niemöller zurück, wonach die Bundesregierung bereits eine Remilitarisierung angeboten habe. „Von seiten der Bundesregie- j lung ist ein solcher Schritt nicht erfolgt“ betonte der Kanzler. Wenn das Sicherheits- memorandum der Bundesregierung, das über die alliierte Hohe Kommission vor der New Yorker Außenministerkonlerenz an die drei westlichein. Regierungen weiter- geleitet worden sei, zur Kenntnis des deutschen Voftkes gelangen werde, dann werde darüber absolute Klarheit bestehen. Amerikanische Rüstungshilfe für Frankreich 200 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt — Vorrang für Indocfaina-Lieferung.en Donnerstag, 19. Oktober 1950. SUDKUBIEB Nr. 128 / Seit« I Nt m £;»<• Bondern von den Personen, die an führender Stelle stehen. Weil man ein Ding selten nach seinem besten, sehr oft aber nach seinem schlechtesten Vertreter beurteilt, ist jeder moralische Versager, jeder Mangel an politischem Anstandsgefühl eine schwerere Scharte, als sie die redlichen Männer leicht e.uS'wetzen könnten. Aber man darf nicht, weil einzelne Abgeordnete sich als käuflich erweisen, gleich über die Demokratie den Stab brechen. Korruption nimmt in der Demokratie niemals das Ausmaß an wie in totalitären Staaten. Denn in der Demokratie kommt das meiste doch ans Licht, vor allem durch die Presse, und schon die Furcht davor ist eine gute Bremse. Daher wird jeder gute Politiker, sei es im Parlament oder in der Regierung, auf das unabhängige Funktionieren der öffentlichen Kontrolleinrichtun- gen achten. Sie helfen ihm, für die möglichst große Sauberkeit der Politik zu sorgen, und diese Sorge ist das Hauptanliegen jedes guten Politikers. Daß wir auch solche Politiker haben, kann gar keinem Zweifel unterliegen. Stepinacz bleibt in Jugoslavlen VATIKANSTADT. Der Vatikan hat nunmehr zuverlässige Bestätigungen aus Belgrader Regierungskreisen für die Berichte, daß Tito die Freilassung des zu 16 Jahren Gefängnis verurteilten Erzbischof» Alois Stepinacz angeboten habe, falls der Erzbischofanschließend Jugoslawien verlassen würde. Man hält es beim Vatikan für unwahrscheinlich, daß der jugoslawische Prälat diese oder ähnliche Angebote annehmen würde. Er habe stets seine Unschuld beteuert und überdies sei ein Erzbischof „unverletzbar“. Er könne seinen Amtssitz also gar nicht verlassen. Wenn Erzbischof Stepinacz das Angebot annehme, so lauten die Stellungnahmen der vatikanischen Würdenträger, lasse er einen Gnadenakt Titos über sich ergehen, mit dem er nicht nur schuldig würde, sondern die Strafe als solche auch bestehen ließe. Stuttgarts Gegenvorschläge in der Länderfrage Volksabstimmung bis spätestens April 1951 — Mehrheit in zwei Ländern entscheidet STUTTGART. Die württembergisch- badische Regierung hat vorgeschlagen, daß spätestens im April 1951 eine Volksabstimmung mit staatsrechtlicher Wirkung darüber stattfinden soll, ob der Südweststaat gebildet oder die früheren Länder wiederhergestellt werden sollen. Dieser Vorschlag ist in den Richtlinien enthalten, die die Regierung für ihre Vertreter in dem von der Konferenz in Wildbad beschlossenen Sachverständigenausschuß festgelegt hat. Danach soll der Südweststaat dann gebildet werden, wenn er 'die Mehrheit der Abstimmenden in mindestens zwei der drei Länder erhält und wenn die Abstimmung in allen drei Ländern zusammen eine Mehrheit für den Südweststaat ergibt. Wenn der Südweststaat nicht zustandekommt, sollen die früheren Länder Baden und Württemberg, letzteres unter Einschluß von Hohenzol- lem,- wiederhergestellt werden. Frühestens nach vier und spätestens nach sechs Jahren soll dann in einer neuen Volksabstimmung endgültig darüber entschieden werden, ob der Südweststaat oder die wiederhergestellten beiden früheren Länder beibehalten werden sollen. Für den Fall, daß eine der beiden Regierungen von Südbaden und Südwürt- temberg-Hohenzollern einer baldigen Volksabstimmung nichit zustimmt, schlägt die württembergisch-badische Regierung vor, daß sofort ein Ausschuß gebildet werde, der den Verfassungsentwurf für den zunächst von den drei Landtagen mit einfacher Mehrheit und dann in einer Volksabstimmung mit konstitutiver Wirkung entschieden werden. Die Verfassung soll als vom Volk angenommen gelten, wenn sie in jedem der beiden früheren Länder Baden und Württemberg die Mehrheit erhält. Wenn die Verfassung vom Volk nicht angenommen wird, sollen die früheren Länder wiederhergestellt werden. Kommt bis spätestens zum 1. Oktober 1951 eine Südweststaat-Verfassung nicht zustande, soll jedes Land berechtigt sein, die Entscheidung über die Neugliederung im Südwestraum durch ein Bundesgesetz anzustreben. Die württembergisch-badische Regierung erklärt sich bereit, durch ein Verwaltungsabkommen eine Arbeitsgemeinschaft zwi- WETTERVORHERSAGE des Amtlichen Landeswetterdienstes Ein Hochdruckgebiet über Frankreich verlagert «ich langsam ostwärts und sein Einfluß auf unser Wetter nimmt daher etwas zu. Aussichten bis Freitagabend: Wolkig mit zeitweiligen Aufheiterungen. lieber Niederungen vielfach Frühnebel. Kühlere Nächte, aber noch keine Frostgefan-, tagsüber weiterhin recht mild. 100 DM ln Zürich: 18. 10.: 80/82 sfr. sehen den drei Ländern zu bilden, die gemeinsame Fragen und Aufgaben auf dem Gebiete der Gesetzgebung und der Verwaltung im gegenseitigen Einvernehmen lösen soll. Ein derartiges Abkommen würde jedoch den gegenwärtigen Zustand auf unbestimmte Zeit verlängern. Deshalb habe die Regierung neue Vorschläge gemacht, um die Ländergrenzenfrage endgültig zu klären. Gegen einen Nordwest-Staat BREMEN. Die Bürgermeister Brauer und Kaisen, die mit ihren Senatoren im Bremer Rathaus zusammengekommen waren, um einer fünfzigjährigen Tradition entsprechend die Probleme der beiden Städte zu beraten, wandten sich mit besonderem Nachdrude gegen den Plan des Bun- desfinanzministers Dr. Schaffer, Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen zu einem Nordweststaat zu vereinigen. Brauer sagte dazu, das Eigenleben der Hansestädte, das die Voraussetzung für ein Gedeihen ihrer Häfen zum Wohle ganz Deutschlands sei, dürfte auf keinen Fall angetastet werden, zumal da die damit unter Umständen zu erzielenden Ersparnisse bedeutungslos seien. Wenn man die föderalistische Struktur Westdeutschlands für falsch halte, solle man konsequent einen Einheitsstaat schaffen und bei Bayern damit anfangen. Baden nimmt seine Flüchtlinge FREIBURG. (W.S.-Eigenbericht.) Die Umsiedlung aus den Ländern Niedensach- een und Bayern nach Baden Ist, wie die Umsiedlungsabteilung des badischen Innenministeriums mitteilt, bis auf einen geringen Ausgleich beendet. Das Land Baden beabsichtigt nichä, die Flüchtlingsumsiedlung abzustoppen. Die badischen Behörden wollen vielmehr versuchen, das auferlegte Soll, von dem bis jetzt 78 Prozent aufgenommen wurden, bis Januar, spätestens Februar, des kommenden Jahres zu erfüllen. Umsiedlung verzögert sich BONN. Das Bundesflüchtlingsministerium rechnet damit, daß das zwischen Bundesregierung und Bundestag für 1050 vereinbarte Programm für die Umsiedlung von 300 000 Vertriebenen um drei Monate verlängert werden muß, da es ins Stocken geraten ist. Bisher sind erst 198 000 Vertriebene umgesiedelt worden, davon 95 000 aus Schleswig-Holstein, 58 000 aus Niedersachsen und 45 000 aus Bayern. 50 000 Vertriebene sollen auf jeden Fall bis Jahresende noch umgesiedelt werden. Ein Sprecher des Bundesflüchtlingemini- striums wies darauf hin, daß die Aufnahmeländer erklärt hätten, sie könnten wegen Verzögerungen im Wohnungsbauprogramm das Aufnahmesoll nicht erreichen. Schwierigkeiten zeichneten sich auch durch die Ankündigung von allüerten Truppenverstärkungen ab, die Kasernen und andere ehemalige Wehrmachtsunterkünfte beanspruchen werden, die bisher für Flüchtlinge vorgesehen waren. Sdilesisdie Erde für Adenauer BONN. Bundesmihister Jakob Kaiser übergab Bundeskanzler Dr. Adenauer einen Topf mit schlesischer Erde, der von Flüchtlingen in die Bundesrepublik mitgebracht worden ist Dr. Adenauer versicherte bei der Entgegennahme, daß sich das Kabinett mit Schlesien verbunden fühle. Die schlesische Heimaterde war dem Minister für gesamtdeutsche Fragen auf dem Kölner Schlesier-Treffen übergeben worden mit der Bitte, sie dem Bundeskanzler zuzuleiten. Dr. Mattes Spitzenkandidat STUTTGART. Der erste Landesvorsitzende der „Deutschen Gemeinschaft EHE“ (Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten) ln Württemberg-Baden, Minister a. D. Dr. Wilhelm Mattes, wurde auf einer Landes- delegiertenitagung seiner Partei in Stuttgart Bis Spitzenkandidat auf die Landesliste der „Deutschen Gemeinschaft BHE“ für die Landtagsneuwahlen gesetzt. Die Delegierten sprachen sich gleichzeitig für die Beibehaltung der bisherigen politischen Linie der Partei aus. In letzter Zelt hätten sich fast alle großen Verbände der Entrechteten für die Unterstützung der „Deutschen Gemeinschaft“ ausgesprochen.' Landessynode eröffnet KARLSRUHE. Die Landessynode der Evangelischen Landeskirche Badens ist am 16. Oktober im Bibelheim Langensteinbach bei Karlsruhe zusammengetreten. Der Hauptinhalt ihrer Tagung ist die Beratung des Haushaltsvoranschlages ab 1. 6. 1951, welcher nach den kirchlichen Gesetzen bis zu drei Jahren Gültigkeit haben kann. Es wird aber gerade die heutige Zeit mit ihren so unübersichtlichen Wirtschaftsgrundlagen kaum eine so langfristige Festlegung zulassen, umsomehr als der Voranschlag bei 10 412 990 D-Mark Einnahmen 11 807 744 DM Ausgaben, also ein Defizit von 1394 754 D-Mark aufweist, welches aus Betriebsmitteln und notfalls Darlehen gedeckt werden soll. (Ausführlicher Bericht folgt). ( Aber neulich hat’s bestimmt zugetroffen..." Die Geschichte des Hundertjährigen Kalender» Es gibt nur eine Wetterregel, die wirklich zuverlässig ist. Prägen Sie eich diese gut ein. Sie lautet: „Wenn ee zu Silvester schneit, ist das Neujahr nicht mehr weit!“ Alle anderen sind unzuverlässig. Auch wenn Nachbap Krause oder Gevatterin Schmidt hier -noch andere untrügliche Beweise haben. Jeder von uns fragt, bevor er einen Ausflug macht oder in die Ferien fährt, immer wieder: Wie wird’s Wetter werden? Eben das gleiche überdachte offenbar Dr. Mauritius Knauer vor 300 Jahren. Die Folge war, daß er sich damals mit dem Gedanken zu beschäftigen begann, einen „Hundertjährigen Kalender“ aufzustellen. Das heißt: Anfangs sollte es eigentlich nur ein Siebenjähriger werden. Aber wenn man die Zahl 7 häufig genug multipliziert, so kommt man bekanntlich noch um einiges über die 100 hinaus, und das haben die Nachfolger des Erfinders ja vortrefflich zuwege gebracht. Besonders hat das der Erfurter Arzt Christoph Hell- wig verstanden. Wir erzählen noch von ihm! Knauer war Abt des Klosters Langheim im Bistum Bamberg. Im Blauen Turm seines „verschlossenen Ortes“ hatte er sich ein kleines Observatorium eingerichtet. Von hier beobachtete er Sonne, Mond und Sterne. Und hier begann er nach Ueber- windung vorbereitender Arbeiten im Jahre 1652 damit. Aufzeichnungen über das Wetter zu machen. Was ihn dazu veranlaßt«, war eigentlich ein doppelt«: Irrtum: Zunächst waren es die bekannten Bauern- und Wetterregeln, die, meist in Verse gefaßt, das eine übereinstimmende besitzen, daß sie nicht stimmen. Deswegen widersprechen sie sich auch so gerne. „Ist der Mai kühl und naß, füllt’» dem Bauern Scheune und Faß“ sagen die einen. Die anderen aber lächeln und meinen weise: „Mai— nicht zu kalt und nicht zu naß — Rillt die Scheunen und das Faß.“ Die Unvereinbarkeit der beiden Aufstellungen waren dem Abt aufgefallen. Und zugleich war’s die stete Wiederholung der anderen Regeln, die sich nicht selber widerlegten: „Viel Schnee — viel Frucht und Klee!“ „Wie das Wetter zu Malarius (2.1.) war, wird’s im September trüb oder klar.“ Und so weiter. Da mußte also was dran sein! Und dann gab’s noch etwas anderes, noch Üeber- zeugenderes: Zur Zeit Knauers war die Wissenschaft von der Herrschaft der Planeten über alles Erdenschicksal unbeirrbar überzeugt. Jedes Jahr gehört abwechselnd einem der großen Vielen. Das ist von der Weltschöpfung her bis zum Ende allen Geschehens so vorbestimmt. Hatte also das Jahr 1648, das letzte des dreißigjährigen Unheils, dem Planeten Mars angehört, so würde dies sieben Jahre später — 1655 — wieder so sein und so fort. Sieben Jahre lang registrierte Knauer gewissenhaft, ob es geschneit, gefroren, getaut, gehagelt hatte, ob die Sonne geschienen usw. Die Ergebnisse faßte er, so weit das ging, in Gruppen zusammen: ,Januar anfänglich kalt und klar, am 7. und 8. wärmer, vom 9. bis 15. Regen und Wind.“ Und das 7 Jahre lang. In seiner nach der Sitte der Zeit in lateinischer Sprache abgefaßten Einleitung gibt Knauer uns die Begründung: „Der Wein gerät nicht sieben Jahre nacheinander und schlägt auch nichit sieben Jahre um.“ — Oder: „Der Wein gerät mindestens ln sieben Jahren einmal.“ Item: Kaffeesdimuggel im Segelboot Schmuggler In der Bregenzer Bucht gestellt — 16 000 kg Rohkaffee beschlagnahmt LINDAU. (H.-Eigenbericht). In der Nacht vom Montag zum Dienstag kurz nach Mitternacht wurde von Lindauer Zollbeamten, die sich mit ihrem Motorboot auf Streifenfahrt befanden, ein Segelboot bemerkt. Das Boot war aus der Richtung Bregenz gekommen und lag in der Höhe der Villa Leuchtenberg, etwa 1500 m vom Ufer entfernt, bereits in deutschen Hoheitsgewässern still. Als die Zollbeamten an das Segelboot heranfuhren, konnten sie ' feststellen, daß der Segler einen Außenbordmotor besaß und mit Motorkraft bis zur Hoheitsgrenze gefahren -war. Dort wurde der Motor abgestellt und das Boot ließ sich in die deutschen Gewässer treiben. Der Segler hatte einen breit, gebauten Kahn, der für drei Ruderer Piatz bot, im Schlepp. Die Untersuchung der beiden Boote ergab, daß auf ihnen ungefähr 1600 ko Rohkaffee verstaut waren. Die Besatzung der Boote, drei Mann, wurde in die hintere Kabine des Zoll- bootes eingesperrt und die Boote in den Lindauer Segelhafen gebracht. Bei dem schwierigen Landemanöver in der Dunkelheit waren die Beamten alle so beschäftigt, daß es den Schpegglern gelang, die Kabinenfenster zu öffnen. Zwei von ihnen sprangen ins Wasser und schwammen an Land. Bei der sofort aufgenommenen Verfolgung konnte einer der Flüchtlinge festgenommen werden. Dem anderen gelang es im unübersichtlichen Werftgelände nach Oesterreich zu entkommen. Die beiden aus Hardt stammenden Boote, Sein Name ist bekannt Die beiden aus Hardt stammenden Boote, deren Wert auf 1200 Schilling geschätzt wird, sind sicher- gestellt. Der Kaffee wurde beschlagnahmt. Sinnlose Zerstörung des Monte Cassino General Clark: Neuseeländer verantwortlich — „Tragischer militärischer Fehler“ NEW YORK. Der amerikanische General Mark Clark macht in einem Buch den Befehlshaber des neuseeländischen Korps während des Krieges, Generalleutnant Bemard Freyberg, für die Zerstörung des italienischen Klosters Monte Cassino, um das 1944 wochenlang schwere Kämpfe zwischen deutschen Fallschirmjägerverbänden und den Allüerten tobten, verantwortlich. In seinem Buch „Vorausberechnetes Ri- eiko“ (Calculated Risk) schreibt Clark, Freyberg und mehrere seiner Stabsoffiziere hätten bei der Ablösung amerikanischer Verbände vor Monte Cassino durch neuseeländische Truppen im Februar 1944 die Ansicht vertreten, die Klostergebäude seien von deutschen Einheiten besetzt. Das Kloster solle daher durch Luftangriffe oder Artilleriebeschuß zerstört werden. Die Amerikaner hätten sich dieser Auffassung mit aller Entschiedenheit widersetzt. Der damalige britische Oberbefehlshaber in Italien, Viscount Alexander, habe sich schließlich für die Forderung Freybergs entschieden. Darauf wurden am 15. Februar über 570 Tonnen Bomben auf Monte Cassino abgeworfen, das anschließend noch von Artillerie beschossen wurde. General Clark stellt fest, daß die Zerstörung des Klosters den Angriff nicht erleichterte. Die indischen, britischen und Schaufenster-Bummel" und Ernsteres Bundestag debattierte Schutz der Jugend in der Oeffentlicfokeit BONN (W.-Eigenbericht). Der Bundestag hat den Entwurf eines Gesetzes „zum Schutz der Jugend in der Oeffentlichkeit“ während der zweiten Lesung an den zuständigen Ausschuß zurückverwiesen und sehr deutlich seinen Unwillen über die Arbeit des Ausschusses zum Ausdruck gebracht. Vor allem die Sozialdemokraten und die Deutsche Partei kritisierten den Entwurf, der u. a. Jugendlichen unter 16 Jahren das „Herumtreiben“ während der Dunkelheit verbietet. Ein Sprecher der SPD stellte die Frage, ob ein fünfzehnjähriges Mädchen während der Wintermonate im späten Nachmittag keinen „Schaufenster-Bummel“ mehr machen dürfte. Der Redner der „Deutschen Partei“ meinte, der „Schutz“ von Jugendlichen, die sich „herumtreiben“, könne doch offenbar nur in einer Schutzhaft bestehen. Nur im „Kittchen“ seien sie ganz sicher vor allen Gefahren. Der Gesetzentwurf sieht weiter vor, daß die Eltern von Jugendlichen unter 16 Jahren, die in der Oeffentlichkeit rauchen, bestraft weiden können. Andere Beschränkungen gelten für den Kinobesuch und den Genuß von Alkohol. Der Bundestag kam aber nicht mehr dazu, über diese weiteren Bestimmungen zu debattieren, die wahrscheinlich in ähnlicher Weise kritisiert worden wären, dä mitten in der Wenn der Wein in sieben Jahren einmal gerät, so bezahlt er seinen Anbau, was sich dann erfüllte, wenn der Wein erst nach drei, vier oder fünf Jahren verkauft wird. Item: Man soll die Weinberge um eines Jahres willen siebenmal pflegen. In der gleichen Weise bestätigen es die Westfalen: Das Getreide wird mindestens alle sieben Jahre einmal teuer.“ Der Grund liegt, wie gesagt, ln den Sternen. Die größte Wirkung jedoch haben die Planeten. Ihre Stärke überwiegt stets die der zwölf Tierzeichen... Ihr oberster ist Saturn, dann Jupiter, auf ihn folgt Mars, dann kommt die Sonne, die aller Königin ist und in der Mitte steht, ihr folgen Venus, Merkur und zuletzt der Mond... Diese sieben „wechseln einander im Regiment ab und jeder, einer um den andern, verändert die Witterung gemäß seiner Natur und seinen ihm von Gott gegebenen Eigenschaften“. Da haben wir’s. Nur eine Ausnahme kennt der gute Abt; „Wenn der Planet nicht... von einer größeren Sonnenfinsternis oder von einem Kometen zu irgendeiner Zeit daran gehindert wird.“ Das war also gewissermaßen der astronomisch-astrologische und kosmologische Beweis für die Bauernregel. Auch das bestätigte der fränkische Abt ausdrücklich: .Bauernregeln ahnen das schon lange. Ich, der Abt von Langheim in Franken, habe die wissenschaftliche Begründung dafür gefunden und teile euch nun mit, was ich vom Wetter in einem Sieben- jahreekreis ermittelt habe. Ich sage ausdrücklich, daß ich meine Beobachtungen in diesem Kloster ängeetellt habe, in der Nähe von Vlerzehnhelügen, mithin nicht allzuweit von Coburg. Allein für diese Gegend also gelten meine Beobachtungen und nicht, wie später vermutet wurde, für zweiten Lesung — ein höchst ungewöhnlicher Vorgang — plötzlich die Rückverweisung an den Ausschuß beantragt wurde und der Antrag die Billigung der Mehrheit des Hauses fand. Milchverkauf neu geregelt FREIBURG, !&lilch, die zum gewerbsmäßigen Vertrieb als Trinkmilch bestimmt ist, muß in Südbaden nach' einer am 17. Oktober veröffentlichten Landesverordnung vor der Abgabe an den Verbraucher, spätestens innerhalb 22 Stunden nach dem Melken, in einer anerkannten Bearbeitungsanlage einem Reinigungs-, Erhit- zungs- und Tiefkühlverfahren unterzogen werden. Ferner darf Milch ab 1. Januar 1951 in Städten mit über 5000 Einwohnern an öffentlichen Orten, insbesondere auf Märkten, Plätzen oder Straßen nur in Gefäßen oder Behältern abgegeben werden, in die sie in einer anerkannten Milchbearbeitungsanlage zur verkaufsfertigen Abgabe an den Verbraucher abgefüilt worden ist. In Milchhäuschen, Trinkhallen usw. darf Milch zum Genuß an Ort und Stelle ebenfalls nur in Gefäßen und Behältern abgegeben werden, die obigen Anforderungen genügen. Die Verordnung gilt auch für Rahm, entrahmte Müch, Buttermilch, Sauermilch, Yoghurt und Kefir. ganz Deutschland oder sogar für Rußland ...“ Wir wissen’» heute besser. Kaum für einen oder zwei Tage im Voraus sagt uns der Rundfunk das richtige Wetter voraus, und mit langfristigen Prognosen sieht es auch manchmal zweifelhaft aus, auch wenn sie noch so vorsichtig an die gerade herrschende „Großwetterlage“ anknüpfen. Noch besser als wir und der gutwillige, brave und gewissenhafte Abt Mauritius, wußte es der Erfurter Arzt Christoph Hellwig. Ein halbes Jahrhundert nach Knauer spielte ihm ein Zufall eine Abschrift der Arbeit von Langheim in die Hände. Fingerfertig und fix vereinfachte, entstellte, vergröberte, verdummte er es. Er setzte seinen eigenen Namen unter das so entstandene Gemachsei und ließ es 1701 bei Johann Georg Stock in Erfurt drucken. Nach dem Titel war aus dem Siebenjährigen Kalender ein „Beständiger Hauskalender“ geworden. Das Buch' fand auf den Jahrmärkten reißenden Absatz. Das gute Geschäft rief die Konkurrenz auf den Plan. Zwanzig Jahre später — 1721 — gab es der Erfurter Buchhändler Weinmann unter dem Namen „Hundertjähriger Kalender“ heraus. Damit war das Zauberwort gefunden, das das Wort für Jahrhunderte und in vielhundert Auflagen zu einem sicheren „Bestseller“ machte. Daß es schon Hellwig gelungen war, bei der ersten Drucklegung die Wettervoraussagen heillos durcheinanderzuwerfen und zu verwirren, änderte hieran nichts bis auf den heutigen Tag. Der wirklich „aufgeklärte“ Bauer weiß, daß er der Wettervorhersage der Landeswetterwarte nur bedingtes Vertrauen schenken kann. Irgend etwas aber braucht er, worauf er sich verlassen kann. Und da greift er nach dem „Hundertjährigen“ mit dem gleichen Vertrauen wie Vater, Großvater und Urahn. Und macht ihn ein alberner Stadtmensch und Bücherwurm darauf aufmerksam, daß da« ganze doch eigentlich nichts kt als ein neuseeländischen Angriffsverbände wurden mit schweren Verlusten zurück- geschlagen. Der Abt von Monte Cassino habe später eine Erklärung unterzeichnet, daß sich niemals deutsche Soldaten in dem Kloster befanden. Diese Feststellung sei durch unwiderlegliche Beweise erhärtet worden. Dagegen mußte man feststellen, daß unter den Ruinen von Monte Cassino 100 bis 300 Zivilisten begraben lagen. Die Bombardierung sei, wie Clark erklärt, ein „tragischer psychologischer und militärischer Fehler“ gewesen. cl^c - Friedenstaube Im Ostzone-Käfig Südkurier-Zeichnung von Harald Gutschow SUDKURIER Verantwortlich für Politik; Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas. Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emanuel ReindL Heimat: Alois Bede, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Druck: Druckerei Konstanz Menschheitsirrtum, den ein pfiffiger Erfurter durch einen Schwindel verschlimmbesserte und durch einen — ja, man darf es wohl so nennen — großartigen Druckfehler nochmals verdarb, dann wird er nicken, wird lächeln und wird den Finger an die Nase legen: „Alles ganz schön und güt! Aber neulich hat's bestimmt zugetroffen.“ Und damit behält er ja wahrscheinlich recht Helmuth M. Böttcher Lichtgeschwindigkeit wurde revidiert Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichts — und damit der elektrischen Wellen — ist größer, als bisher angenommen wurde. Sie beträgt nach Berechnungen, die Dr. L. Essen vom englischen National phy- sical Laboratory iu Teddington angestellt hat, etwa 299 791 Kilometer in der Sekunde. Der bisher geltende Wert war 1935 von dem amerikanischen Physiker und Nobelpreisträger Albert Michel son mit 299 774 Kilometer ermittelt worden. In der Schule wird also weiterhin gelehrt werden, daß sich das Licht mit einer Geschwindigkeit von rund 300 000 Kilometer ausbreitet. Die Entdeckung ist nicht nur von rein akademischen Interesse, da die von Essen errechnete Geschwindigkeit, die mit geringen Abweichungen durch Forschungen in Skandinavien bestätigt wird, als eine neue physikalische Konstante in zahlreichen Berechnungen auf dem Gebiet des Rundfunks, der Funkmeßtechnik (Radar) und der Kernforschung auftritt. Die genaue Lichtgeschwindigkeit hat erst mit der Entwicklung der Funkmeßtechnik im letzten Kriege als Faktor zur Berechnung von Entfernungen praktische Bedeutung erlangt. Die neue Größe wird eine genauere Anwendung des Radars unter anderem für Bodenvermessungsarbeiten ermöglichen. Darüber hinaus werden durch eie viele bisher geltende Kalkulationen ln der Astronomie, so die Daten der Entfernungen im Weltall, entwertet “■ —-..— — -- * —r-nawiMiiMrfMrr'" 1 SÜDKURIER iumftnnjfr Iritung Nr. 128 / Seite 5 förnftang bc» 19. Sbtobet 1950 „Der Teufel im Weib" Unter dem Titel „Das Kind im Mann” erschien kürzlich im „Südkurier" eine Notiz, die besonders in verschiedenen Kreisen der Frauenwelt zu lebhaften Auseinandersetzungen führte. Es wurde berichtet, daß in einem Zugabteil eine Frau mit einem Luftballon saß, der von einem ihr gegenübersitzenden Herrn mutwillig in Brand gesetzt wurde, die Besitzerin des Luftballons Verbrennungen an Gesicht und Händen erlitt Diese Notiz wurde u. a. auch im Schreibzimmer einer Anwalts-Kanzlei gelesen und setzte eine lebhafte Diskussion über „Das Kind im Mann“ ein. Eine der Stenotypistinnen begann also, die zusammengerollte Zeitung wie ein gebieterisches Szepter in der Luft schwingend: ... „unerhört, ein solches Vorkommnis unter solchem Titel verbindlichen und bagatellisieren zu wollen,..Da fiel ihr ihre Kollegin ins Wort, das unschuldige Puderdöschen ziemlich unsanft in die Schublade ihres Schreibtisches schleudernd .. Geschmacklosigkeit und Selbstschmeichelei eines Berichterstatters! Wo bleibt hier die Herzensbildung?!“..., und eine andere Kollegin zitierte anschließend daran mit sonorer Stimme: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht sorg...“ Da kam die Sekretärin hinzu, setzte sich lächelnd auf die Kante eines Schreibmaschinentisches und meinte, ihre kleinen, weißen Hände in die Taschen ihres schneeweißen Arbeitsmantels vergrabend: „Erstens einmal müßte hier der Körperverletzungs-Paragraph in Erwägung gezogen werden, und zweitens, meine Damen, müssen Sie sich diesen Fall einmal im umgekehrten Verhältnis denken. Wenn eine Frau den Luftballon dieses Mannes in Brand gesetzt und derselbe diese Verbrennungen davongetragen hätte, dann, — fünf Augenpaare waren in größter Spannung auf den hübschen Mund der Sekretärin gerichtet — dann wäre diese Notiz sicher unter dem Schlagwort erschienen: ,Der Teufel im Weib! 1 “ Unter schallendem Lachen und Bravorufen ihrer Mitarbeiterinnen verließ sie das Schreibzimmer. Start in Öen vierten Vortrage*Winter Eröffnungsabend des Jagendbildungswerkes im Börgersaal Das Jugendbildungswerk Konstanz, das in seiner Winterarbeit 1950/51 erstmals nach vierjähriger Arbeit mit 42 Arbeitsgemeinschaften vor die Oeffentlichkeit tritt, veranstaltete am vergangenen Montagabend im „Bürgersaal“ seine Unterrichts- abende mit einer kleinen offiziellen Feier, zu der u. a. Bezirksdelegierter Noel und Oberbürgermeister Knapp sowie die Schulleiter der KonstanzeT Schulen erschienen waren. Die Feier, die mit Musikvorträgen der Handharmonika- und Blockflöten- Gruppe des Jugendbildungswerkes umrahmt wurde, zeigte im Programm einen kleinen Querschnitt durch die Vielseitigkeit der sich selbstgestellten Aufgabengebiete dieser umfangreichen lokalen Bildungseinrichtung. Nach den Begrüßungsworten des Leiters des Jugendbildungswerkes, Rudolf Kutscha, zogen dann in Form einer kleinen Polonaise die jeweiligen Gruppen der musischen und der am Eröffnungsabend beteiligten Arbeitsgemeinschaften auf. Aus diesem Kreis jugendlicher Menschen entsprangen dann die jeweiligen Ideen der einzelnen Arbeitsgemeinschaften, die die zahlreiche Zuhörerschaft mit Sing- und Gitarrespiel sowie Volkstänzen unterhielten. Oberbürgermeister Knapp, ein großer Förderer des Jugendbildungswerkes, unterstrich in seinen Worten die Bedeutung dieser Bildungseinrichtung und wünschte ihr für die Winterarbeit einen vollen Erfolg. Ein kleiner, durch Lichtbilder illustrierter Rückblick von Baurat Schwan über die drei Autobusfahrten des Jugend- bildungswerkes in den oberschwäbischbayerischen Raum beschlossen den vielseitigen und für die Arbeit dieser Bildungseinrichtung aufschlußreichen Eröffnungsabend. Internationales Berufs-Tanzturnier Am Samstagabend wird im Insel-Hotel ein Internationales Berufs-Tanzturnier um die Badenseemeisterschalt durchgeführt, an dem sich bekannte Tanzpaare aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich beteiligen. Das Turnier verspricht trotz des Endes der Fremdensaison für Konstanz auch zu einem gesellschaftlichen Ereignis zu werden. An dem Tanz-Wettbewerb nehmen die deutschen Spitzenpaare Kurt Schmidt und Gattin (Stuttgart), Silvio Geiger-Lydia Hirdele (Ulm), die beiden Nach- wuchspaare Klaus Oettli und Gattin (Singen) sowie Rudi Wernhardt-Elisabeth Brügmann (Ulm) teil. Außerdem wird noch ein österreichisches und ein Schweizer Paar, deren Namen noch nicht bekannt sind, neben dem deutschen Meisterpaar Paul Krebs und Gattin (Bad KAssin- gen) auftreten. Frankreich wird durch das augenblicklich beste Tanzpaar Meyer (Paris) vertreten sein. Tags darauf, am Sonntagnachmittag, findet dann im Insel-Hotel ein Tanztee statt, bei dem die Siegerpaare eine Kür vortanzen werden. Abends ward dann gleichfalls im Insel-Hotel eine Tanzschau gezeigt, in der von den Turnierpaaren sämtliche augenblicklich getanzten Rhythmen vorgeführt werden'. Das Turnier um die Bcdenseemeisterschaft bezweckt u. a., den Gesellschaftstanz wieder zu seinem alten Ansehen zu bringen. Selbst Max und Moritz hätten sich gefreut Wohl selten wird das „Theater vom Bodensee“ ein so munteres Völklein im Parkett versammelt gesehen haben, wie am gestrigen Nachmittag. Die Arbeitsgemeinschaft „Konstanz in Blumen“ hatte die „Fünftkläßler“ zu einer Sondervorstellung eingeladen. Gartenarchitekt R. Les- ser begrüßte mit launigen Worten die kleinen Gäste und legte ihnen die Liebe zu allem Lebendigen ans Herz. Schon bevor der Vorhang hochging, summte und brummte es im Hause wie in einem aufgestörten Ameisenhaufen. Als dann aber die sieben bösen Streiche der beiden frechen Lauebuben Max und Moritz abrollten, spielten alle Konstanzer Früchtle sozusagen ohne Gage mit. Die Wogen der Begeisterung schlugen so hoch, daß ein halbes Dutzend Klappsitze ihnen nicht gewachsen war und in Brüche gingen. Eindeutig nahm die jugendliche Zuhörerschaft Stellung zugunsten der beiden Bösewichte auf der Bühne und vergaß diesmal auch nicht den aus vollem Herzen und Halse kommenden Applaus. Daß unsere Jungen und Mädel aber mehr können als nur Spektakel machen, das bewies das kleine Quartett, das zum Schluß den Mitwirkenden mit wohlgesetzten Dankesworten und kavaliermäßigen Verbeugungen hübsche Blumengebinde überreichte. Gastspiel der ,„Mausefalle“ Die »n ganz Westdeutschland bekannten „Kabarettiche“, die während ihres letzten Konstanzer Gastspiels im vergangenen Sommer einen großen Erfolg erzielten, treten am kommenden Sonntag und Montag im Konzil mit einem neuen Programm auf. Die beiden Abende stehen unter dem Motto „Im wilden Westen nichts Neues“. Schiffbarmachung noch ungeklärt Das „Initiativkomitee zur Schiffbarmachung des Hochrheins“, dem hauptsächlich interessierte Wirtschaftskreise der südbadischen Grenzbezirke Säckingen und Waldshut angehören, hat dieser Tage in Waldshut getagt. Die badische Staatsregierung sowie der deutsche und der nordastschweizerische Schiffahrtsverband in Konstanz hatten Vertreter entsandt. Der Vertreter des nordostschweizerischen Schifffahrtsverbandes, Dr. Krucker, wandte sich vor allem gegen die ablehnende Haltung der Schweizerischen Bundesbahn den Hochrheinprojekten gegenüber und betonte, die Frage der Wirtschaftlichkeit des Hochrheinausbaus dürfte nicht von Einzel, gesichtspunkten aus, sondern müsse auf der Grundlage einer Gesamtkonzeption beurteilt werden. Bei den naturgegebenen Interessengegensätzen zwischen Eisenbahn und Schiff ahrt seien allein die Rentabilitätsüberlegungen ausschlaggebend. Der Vertreter des badischen Finanzministeriums, Regierungsbaudirektor Dr. Schneider, erklärte, der Ausbau des Hochrheins sei von deutscher und schweizerischer Seite bisher im gegenseitigen Einvernehmen geplant worden. Zum Schluß wurde festgestellt, daß die Verwirklichung der Schiffahrtsprojekte auf dem Hochrhein noch Zeit erfordere, da die wirtschaftspolitieche und die finanzielle Seite des Vorhabens noch nicht genügend geklärt sei. Das Komitee mache sich zur Aufgabe, in steter Fühlung mit allen beteiligten Stellen die Pläne weiter voranzutreiben. Vollversammlung 14; IS. 10.: In den Städtchen, reich an Reben, wo nun alles wirkt und gärt, hat der junge Saft sich eben wieder einmal groß bewährt. Jeder möchte Freundschaft üben. Die Gedanken sind noch hell bei dem ersten Glas vom trüben Trunk, der uns entzückt so schnell. Das Gespräch geht in die Weite. Aufrecht redet Mann zu Mann, bis der erste oder zweite sich nicht länger halten kann. Seht, hier kommen sie nach Hause von der fröhlich-feuchten Tour, wo der Suser mit Gesäuse ihnen in das Inn’re fuhr. Als Effekt der starken Gärung wurden viele Beine schwäch. Mancher grübelt der Erklärung solchen Wunders taumelnd nach. Leider muß die Gattin grollen, weil sie selber nüchtern ist. Mann, du läßt dich heimwärts rollen, wie du zu beneiden bist! Zechnung: Meßmerj Verse: ebr« mt. Donnerstag, 19. Oktober 1950. SODKURIES Nr. 128 / Seite 6 | .i ll n: t? ! I i' U ; I =;s; // Die Weinqualität hat überrafcht // Staatsweingut Meersburg wendet sich gegen Falschmeldungen über den Bodensee wein Im Wirtschaftsteil einer auswärtigen Zeitung war eine Mitteilung aus Meersburg veröffentlicht worden, die von einem angeblich unbefriedigenden Ergebnis der diesjährigen Weinernte am Bodensee spricht. Zu der dort u. a. verzeichneten Meldung, daß die „Weinernte beendet" sei, daß das Mengenergebnis „gegenüber anderen Weinbaugebieten zurückbleibe" und daß „von den Erzeugern vielfach das Liter für 50—60 Pfg. pro Liter abgegeben“ wurde, teilt uns das Staatsweingut Meersburg folgendes mit: „Der am 13. Oktober im Wirtschaftsteil einer südwestdeutschen Zeitung erschienene Artikel „Diesjährige Bodensee-Wein- emte“ hat in zuständigen Fachkreisen nicht nur Verwunderung, sondern auch eine gewisse Bestürzung verursacht, da er in wesentlichen Punkten den Tatsachen nicht entspricht. Dazu bemerken wir richtigstellend: Die Weinlese ist keineswegs beendet, sondern dauert voraussichtlich noch bis Ende Oktober. Das Mengenergebnis ist mindestens um ein Viertel höher, als 1949, wobei der durch die Septemberregenperiode eingetretene Fäulnisverlust von etwa 30% bereits berücksichtigt ist. Die Qualität hat sogar überrascht, da die Oechslegrade des Vorjahres oft überschritten sind und auch die Säure günstiger liegt, als 1949. Weißherbst zeigt z. B. im Durchschnitt bis jetzt bei 91 Grad, Ruländer bei 102 Grad Oechsle. Süße neue Weine werden zu 1.70 bis 2.— DM je Liter verkauft; Preise von 50—60 Pfg. sind hier n i ch t bekannt. Zu früh geherbstete , Weine werden naturgemäß geringere Werte und Preise haben. Es ist jedoch falsch, solche, von derartigen wenigen Einzelgängern erzeugten geringen Qualitäten unter dem Sammelbegriff „Diesjährige Bodensee-Weinernte“ und unter der Bezeichnung „Meersburg“ zu verallgemeinern und damit, wenn auch unbeabsichtigt, die Erzeuger von Qualität unmittelbar herabzusetzen. Es steht außer jedem Zweifel, daß auch im Herbst 1950 die Bodenseeweine, an deren Erzeugung außer anderen gut geleiteten Weinbaubetrieben das Staatsweinbaugut stark beteiligt ist, sehr gut ausgereifte naturreine Weine darstellen werden, welche ihre Kenner nach wie vor befriedigen und erfreuen dürften.“ 9us ber 9tad)barfon Inzighofen geliebt Der Täter des Raubmordes überfahrt — auch seine Ehefrau verhaftet Inzlgkofen. Der brutale Mord an der 31jährigen Dolmetscherin und Sekretärin Else Sdiloßhardt, der am Mittwoch, 4. Oktober, am Donauufer bei Inzigkofen verübt worden war, konnte durch das Kriminalkommissariat Sigmaringeo aufgeklärt werden. Als Täter wurde der 47 jährige arbeitslose Melker Wilhelm Sauer aus Iimqkofen ermittelt. Er hat in der Nacht vom Freitag zum Samstag ein volles Geständnis abgelegt. Es scheint sich demnach um ein Verbrechen des Raubes in Tateinheit mit Mord aus Habgier zu handeln. Wilhelm Sauer konnte durch Blutflecken an seiner Kleidung und durch sein in der Nacht zum Samstag erfolgtes Geständnis einwandfrei überführt werden. Des große Beil, das der Mörder zur Tat benutzt hatte, ist ebenfalls sicherqestellt worden. Daran konnten noch Blutspuren festgestellt werden, obwohl das Werkzeug inzwischen von dem Täter abgewaschen worden war. Auch die Blutflecken an seiner Kleidung und seinen Schuhen bette Sauer unter Mithilfe seiner Frau abzuwaschen versucht. Die Ehefrau des Täters ist später ebenfalls verhaftet worden, weil sie Geldscheine aus dem Geldbetrag, den ihr Ehemann der Ermordeten geraubt hatte, von ihrem Mann angenommen hatte, obwohl sie von der Herkunft des Geldes wußte. Der Hergang der Tat ist von der Kriminalpolizei in Anwesenheit des Mörders am Rundfunk Sttdwestfonk (SWF); Stuttgart (St) Beromünster (Be); Vorarlberg (V) DONNERSTAG, 19- Oktober: SWF: 11.30 Mir lachet (Tübingen)i 12.00 Landfunk (Freiburg); 12.20Mittagskonzert a.Freiburg; 17.00 Moderne Opeminszeuierung; 18.00 Alemannische Chronik (Freiburg); 20.00 Tanzabend; 23.30 Erneuerung der Welt durch den Glauben. — St: 9.05 Marktrundschau für den Landwirt; 11.45 Das Bauernhaus; 16.50 „Der Baron auf dem Laufrad"; 17.10 Neue Musik für alte Instrumente; 17-45 „Der Biedermeier”, Heimatpost; 18.25 Opemmelodien; 20.00 Aus dem Wettbewerb junger Künstler; 22.30 Dresdener Mozartchor singt; 22.50 „Eine* Tages wird man die Wahrheit erkennen", Hörfolge um Georg Büchner; 0.05 Jazz. — Be: 11.00 Musik am Hofe Katharinas der Großen; 13.15 Aus Richard Wagners „Götterdämmerung"; 17.30 Till Eulenspiegel (Jugendfunk); 18.40 Protestantische Rundschau; 19.00 Orgelkonzert; 20.30 „Gottesgab", bern-deutsches Hörspiel; 21.40 Haydn, Streichquartett op. 20 Nr. 3 g-moll; 22.05 Musik zur Weinlese. — V: 16.00 Arthur Rubinstein und das Philadelphda-Sym- phonieorchester spielen; 18.30 Unbekannte Cellomuslk; 18.50 Für Freunde und Feinde der modernen Kunst; 20.15 Ueber Fels und Firn, Hörfolge für Bergfreunde; 21.00 „Nein, ctiese Aehnlichkeit!", musikalischer Streifzug; 22.20 Psycho-Hygiene, ein Gespräch; 22.35 Vorspiel zu Tristan und Isoldes Liebes- tod von Wagner; 23.00 Liszt: Faust-Symphonie. FREITAG, 20. Oktober: SWF: 11-30 Für den Heimatfreund (Freüxurg); 13.00 Arbeiter-Tribüne (aus Paris); 14.00 Wo kommen unsere Arzneimittel her? (Schulfunk); 16.i5 Seltsame Einfälle der Natur; 17.00 Pems Panoptikum; 17.15 Schlager-Intermezzo; 18.00 ..Gröge, Seehase oh Stäffelesrutscher", Hörfolge von Martin Lang (Tübingen!; 13.20 Der wunde Punkt; 20.00 Lieder von Rimsky-Kor- sakow; 20.45 Aus Freiburg: Hörfolge über den Maler Karl Stauffer-Bern; 21.30 Volksmusik und Chorgesang; 23.00 Tiere sehen Dich an, Paul Henckels spricht. — St: 15-00 Vater ist arbeitslos (Schulfunk); 17.45 Dillingen an der Donau; 19.00 Deutsches Leben in Milwaukee (Stimme Amerikas); 20.00 Orchester-Konzert, u. a. Mendelssohn-Bartholdy, Italienische Symphonie; 21.05 Ostasien — gestern und heute; 22.00 Tanz; 22.45 Schmunzelecke. — Be: 11.45 Soldatenlieder und Märsche; 16.30 Lieder und Gesänge für gemischten Chor von Brahms; 18-40 Georges Boulanger spielt; 20.00 Bläserchor Zürich; 20.15 Diskussion über Gegenwartsprobleme; 22.30 Kunst des Aphorismus. — V: 16.55 Von der inneren Desinfektion, medizinische Studie; 18.00 Der Mensch — Sieger über die Natur?; 18.30 Minnegesang; 19.20 Lustige Lotterie; 20.15 „Richter Feuefbach”, Schauspiel von W. E. Schäfer; 22.30 Schall- plattenplauderei. Tatort, dem Amalienfeisen bei Inzlgkofen, itt allen Einzelheiten rekonstruiert worden. Dabei hatte der Mörder mehrfach versucht, die Beamten irrezuführen, ehe er schließlich das volle Geständnis ebleqte. Wie der Mord ausgeführt wurde Zum Hergang der Mordtat von Inzigko- fen erfahren wir von der Kriminalpolizei noch folgende Einzelheiten: Wilhelm Sauer war schon am Dienstag vergangener Woche, als der Tat dringend verdächtig, festgenommen worden. Erst als beim Lokaltermin die Bluttat in allen Einzelheiten diurchgegangen wurde, fand sich der Mörder unter der erdrückenden Last der Beweise zu einem Geständnis bereit. Mit verschlossenem Wesen antwortete er zögernd auf jede Frage. Bei seiner Schilderung des Hergangs der furchtbaren Tat zeigte Wilh. Sauer keinerlei Reue. Das ahnungslose Opfer hat er, nachdem er der Dolmetscherin am frühen Morgen in der Nähe der Donau aufgelauert hatte, mit der Schneide eines Beiles niedergeschlagen. Schon dieser erste Schlag muß den Tod der Ueberfal- lenen herbeigeführt haben. Das leblose Opfer schleppte er durch die Büsche am Donauufer und warf dann die Leiche in den Fluß. Zum Tatort zurückgekehrt, nahm er den Inhalt der Handtasche, die dort Jiegengeblieben war, an sich- An der Donau versuchte er die Blutspuren an seiner Kleidung zu beseitigen und ging dann ans andere Ufer des Flusses, wo er von der Höhe des Felsens beobachtete, ch die Leiche von der Donau weiiergetrie- ben würfe. Da Sauer auf dem benachbarten Nickhof tätig gewesen wat, hielt er sich zunächst in den ihm bekannten dortigen Felsgrotten verborgen und kehrte erst später in seine Wohnung zurück. Als er dabei etwa um 10 Uhr aus dem Wald trat, war er von einem Inzigkofer Einwohner beobachtet worden. Ihm fiel auf, daß Sauer zu so früher Stunde vom Holzholen zurückkehrte, ohne daß er Holz mit nach Hause brachte. Auf diese Mitteilung hin hatte die Kriminalpolizei in Sauers Wohnung eine Haussuchung unternommen, bei welcher man noch Blutepuren an den Kleidern feststellte. Noch am Tage nach der Mordtat hatte der Mörder mit seinen beiden Kindern (zwei Buben im Alter von zwei und fünf Jahren) einen Spaziergang an die Mordstelle unternommen und von dort aus scheinbar harmlos der Arbeit der Beamten zugesehen. Die Untersuchung der Blutspuren an den Kleidern des Mörders, die in Tübingen durchgeführt wurde, hatte einwandfrei ergeben, daß es sich dabei entgegen den Aussagen des Mörders um Menschenblut handelte. Schon bevor Sauer ein volles Geständnis ablegte, hatte seine Frau eingestanden, von der Mordtat Kenntnis gehabt zu haben. Bodensee und Sehwarzwald Htting-Baracken werden verkauft Bingen. Die Fitting-Werke wollen einen Teil der Baracken nadi auswärts verkaufen. Die Stadt Singen ist jedoch an dem Kauf von drei Baracken interessiert Die Abbruchkosten würden eich für jede der Baracken auf 15 000 DM, für drei Barariten also 45 000 DM belaufen. Für den Innenausbau wären für jede Baracke 10000 DM aufzuwenden; sie besitzen je 500 qm Grundfläche. Der Oberbürgermeister betonte, daß die Kosten untragbar seien und deshalb weiter verbandet werden seil. Wichtige Arbeit im Münster Ueberlingen. Hinter dem großen Eisengitter, welches den Chor des Ueberlinger Münsters vom Seitenschiff trennt, wird seit Wodien am Schrein des Hochaltars gearbeitet. Nachdem die gründliche Reinigung, die der Hochaltar wohl seit seiner Erstellung erlebt hat, abgeschlossen ist, wurde mit der nächsten Arbeitsetappe begonnen. Diese sieht das Ueberziehen des Altarwerkes mit einer Wachskombination vor. Am Patroziniumstag, dem 10. Dezember, an dem die 600-Jahrfeier des Münsters gehalten und zu der auch der Besuch ivon Erzbischof Dr. Rauch erwartet wird, wird sich der Hochaltar nach Wiederaufstellung der Gruppen in dem restaurierten Gehäuse zürn erstenmal wieder in seiner früheren Schönheit zeigen. 6000 E»j Sucher mehr als 1949 Unteruhldingen. Die Unteruhldinger Pfahlbauten wurden vom Frühjahr bis zum Herbst dieses Jahres von rund 55 000 Gästen besucht. Damit ist die Zahl des Vorjahres um 6000 überbotan worden. Der Verein für Pfahlbau und Heimatkunde plant die Erstellung eines bereits schon 1938 entworfenen „Alemannischen Hofes". „Nachtfalter”-Aufnahmen beendet Meersburg. Ende letzter Woche sind die Außenaufnahmen für den neuen Film der Jungen Film- Union, „Professor Nachtfalter'', abgeschlossen worden. Gedreht wurde im Malerwinkel vor dem Obertor ung draußen bei Unteruhldingen, Birnau und am Schiffslandesteg. Die weiteren Aufnahmen werden nun auf der Halbinsel Mettnau bei Radolfzell gedreht, die ebenfalls als natürliche Kulisse zu dem Film dienen soll. Goldmedaille für 15 erlegte Wildschweine Ravensburg- Bei dem ersten Jägertag der Landesvereinigung von Wiirttemberg-Hohenzoileim, zu dem sich mehr als 500 Jäger versammelt hatten, wurde bekanntgegeben, daß zur Bekämpfung der Wildschweiraplage den erfolgreichen Sdrwarz- wildjägem bei fünf Abschüssen eine bronzene Medaille, bei zehn Abschüssen eine silberne und bei 15 Abschüssen eine goldene Medaille übergeben wird. Produktionsausfall von einer MilBon DM Rhednfelden. In einer der letzten Nächte trat in der Stromzufuhr zwischen dem Kraftwerk Rytourg- Schwörstadt und der Aluminium-GmbH Rheinfel- den eine Unterbrechung ein. In der Nähe des Beug- gener Schlosses war ein Kabel gebrochen. Der Schaden war, rasch behoben, als man jedoch die reparierte Leitung wieder unter Strom setzte, entstand im selben Augenblick ein explosionsartiger Kurzschluß in den Werksanlagen, der sich verheerend auswirkte. In Sekundenschnelle drehten sich sämtliche Elektromotoren, Pumpen usw. in ent- gegengesetzer Richtung, wodurch wertvolle Apparaturen insbesondere in den Gleichrichteranlagen unbrauchbar wurden. Die Produktion lag vollständig lahm. Die Höhe des entstandenen Schadens durch Beschädigung der Einrichtung und durch den Produktionsausfall soll sich nach vorläufigen Schätzungen auf rund eine Million DIM belaufen- Motorisierte Elnbrecherbande gefaßt Sigmaringen. Die Kriminalpolizei nahm eine 13 Personen umfassende Einbrecheitbande fest, die von 1947 bis 1950 im Raume Kottweil—Ravensburg—Hechingen nach den bisherigen Feststellungen über 30 Einbruchsdiebstähle begangen hat. Das entwendete Diebesgut stellt einen Wert von über 80 000 DM dar und war vorwiegend mit Personen- und Lastkraftwagen abtransportiert worden. Die Täter gingen im allgemeinen so vor, daß sie — besonders in Fabriken und Lagerhäusern — Fensterscheiben einschlugen oder Tüien mit Brediwerkzeugen und Nachschlüsseln gewaltsam öffneten, wobei sie bisweilen den Motor ihres Lastkraftwagens laufen ließen, um die beim Einbrechen entstehenden Geräusche zu übertönen. Deutsche Radballer gefallen in der Schweiz Wechselnde Siege der Weltmeistermannschaften Der Start der deutschen Radballmannschaften von Kulmbach und Konstanz in St. Gallien und Winterthur, über den wir bereits berichteten, brachte bei guten Leistungen wechselnde Erfolge. In St. Gallen zeigten die Gebr. Pensel (Kulmbach) und Kaiser-Madella (Konstanz) eine gute Leistung, mußten jedoch die große Klasse der beiden Erstplazierten anerkennen. Ergebnisse: Kulmbach— Konstanz 7:4; St. Gallen-St. Georgen—St. Gallen 6:2; Winterthur—Zürich 9:1; Kulmbach — St. Gallen?^; Konstanz—Zürich 9:3, Winterthur—St. Gallen 9:2; St. Gallen-St. Georgen — Zürich 5:2: St- Gallen-St. Georgen—Konstanz 7:3; Winterthur — Kulmbach 6:1; Konstanz—St. Gallen 6:6; Kulmbach Zürich 9:4, Winterthur—Konstanz 10:2, St. Gallen- St. Georgen—Kulmjbach 8:6; St. Gallen — Zürich 2 .1; St. Gallen—St. Georgen — Winterthur 3:2. Endstand: 1. St. Gallen-St. Georgen, 2- Winterthur, 3. Kulmbach, 4. Konstanz, 5. St. Gallen, 6. Zürich. i Beim Sonntagturnier in Winterthur konnten die deutschen Mannschaften den ivortäglichen Teilerfolg nicht w-ederholen. Zwar zeigte Kulmbach gegen den Weltmeister 1950 Winterthur ein großes Spiel, das nur mit Pech 5:4 verloren ging. Aber dabei hatten sich die deutschen Meister so verausgabt, daß sie gegen St. Gallen im entscheidenden Spiel 5:1 verloren und dadurch mit dem 4. Platz vorlieb nehmen mußten. Die Konstanzer Spieler hatten insofern Pech, als Kaiser auf Grund von Magenstörungen bei weitem nicht an seine Vortagsleistung anknüpfen konnte und sich erst im letzten Spiel fing. Hier spielte statt Zürich Winterthur II, das gegen Konstanz verlor und somit auf den letzten Platz kam, während Kaiser- Madella 5. wurden. Ergebnisse: Winterthur I — Winterthur II 7:5, St. Gallen-St. Georgen—St. Gallen 1:1; Kulmbach—Konstanz 6:4; Winterthur I—St. Gallen 3:1; Kulmbach—Winterthur II 4:3; St- Gallen-St. Georgen — Konstanz 7:4; St. Gallen — Winterthur II 3:3; Winterthur I — Konstanz 14:4; St. Gallen-St. Georgen—Kulmbach 9:4; St. Gallen —Konstanz 6:3; St. Gallen-St. Geojgen—Winterthur H 6:2; Winterth.I—Kulrnb. 5:4 Kstz.—'Winterthur U 7:6; St. Gallen—Kulmbach 5:1; Winterthur I — St. Gallen-St. Geoigen 5:2. Endstand« 1. Winterthur I, 2• St. Gallen-St. Georgen, 3. St. Gallen, 4, Kulmbaeh, 5. Konstanz, 6. Winterthur IL Bodensee-Schcwlmmfeste werden fortgesetzt Auf einer Vorstandssitzung der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Bodensee-Schwimmvereine wurde Beschluß gefaßt, auch in der Hallenschwimmzeit 195ÖS1 ein Bodensee-Sdiw:mroJest und die Wasserballrunde um den Haberer-Cup (erster Gewinner SC Rorsdiach) durchzuführen. Beide Anlässe werden im Konstanzer Hallenbad durchgeführt. Nach den in diesem Jahre gemachten Erfahrungen, wonach infolge terminlidier Ueberschneidungen nicht alle Vereine mit ihrem stärksten Aufgebot - an den Bodensee-Meister-. 6chaften in Lindau teilnehmen konnten, wuide heute schon der erste Sonntag im Juli als Termin für die nächstjährigen Meisterschaften festgeiegt. Aus den Berichten des Präsidenten (Dr- Ruedi. Kreuzungen) und des techn. Leiters (J. Schouven, Konstanz), war zu entnehmen, daß die Arbeitsgemeinschaft seit ihrer Gründung im Vorjahre Bemerkenswertes geleistet hat, und zu einem festen Bestandteil des Bodensee-Schwimmsports geworden ist. SU fz J Bilderscherz Nr- 19 des Südkurier: Was Stimmt da nicht? Juni 1910: Hochwasser in Konstanz. Der Bodensee hat seine Ufer überschritten und reicht bis zur Güterhalle. Der höchste Pegelstand betrug damals 5,56 m gegenüber 6 m bei dem Hochwasser von 1817, wo die Fluten bis auf die Marktstätte reichten. An dem Bild wurde etwas verändert. Was stimmt da nicht? (Aufnahme von German Wolf aus dem Stadtarchiv Konstanz). Antwort auf Bilderscherz Nr. 18: Auf dem Bild von den Bohrungen in Kleinschönach bei Pfullendorf wurde im Hintergrund ein modernes Auto des Baujahres 1950 hinzugefügt. Den Preis von zehn Mark erhält: Wolfgang Klimascherwski, Allensbach am See, Lohora 11. Ferner ermittelte das Los weitere zehn Einsender richtiger Lösungen, die durch Nennung ihrer Namen an dieser Stelle ausgezeichnet werden: Kurt Bartholmeß, WorbLngen; Margareta Thum, Daisendorf bei Meersburg, Ortsstraße 40; Landgerichtsrat a. D. Dr. Otto Müller, Triberg, Hauptstraße 68; Helmut Gut, Bäckerlehrling, Höchenschwand, Amt WaldEshut; Dorothee Egge, Hilzingen; H. Laile, Furtwangen; Charlotte Mutschler, Laimnau, Kreis Tettnaog; Brunhilde Kramer, Zoznegg/Stockach; Stefan Jäger, Bittelbruno bei Engen; Paul Schellhammer, Markelfingen/Radolfzell. Gebildete Jugend Obwohl auf dem Bilde mancherlei zu sehen war, woran Aenderungen durch Retusche hätten vorgenommen werden können, und obwohl die Bohr- einrichtang nicht zu den Alltäglichkeiten unseres Daseins gehört, haben sich doch nur wenige Leser sehr intensiv mit diesen Geräten befaßt; die weitaus überwiegende Mehrzahl hat sich dad.irch nicht ablenken lassen und hat das im Hintergrund haltende Auto moderner Bauart als den Stein des Anstoßes erkannt- Viele von ihnen konnten Type und Baujahr angeben. Das Erstaunliche dabei ist, daß unsere Jüngsten, die mitunter noch kaum richtig schreiben können, hierüber schon sehr genau Bescheid wissen. Wir Aelteren, «Mxh aus dem vorigen Jahrhundert Stammenden, für die häufig das Auto nur ein „Töf-Töf" ist, wie in unserer Kinderzeit, sind hier — und das kommt auch in der Art der eingesandten Lösungen zum Ausdrude — mitunter viel „ungebildeter" als die jüngste Generation. Für uns, — wenn wir «licht gerade beruflich damit zu tun haben oder selbst glücklicher Besitzer sind — für die das Auto eben Hrr ein Verkehrsmittel ist, das man für diesen oder jenen Zweck benutzt, hat das Auto einen anderen Charakter als für nnsere Jugend, für die jeder Autotyp eine besondere Individualität bedeutet und nach Marke, Typ und Baujahr — mit'jnter sogar auch nach dem Preis unterschieden, ja bisweilen schon von weitem auf der Landstraße an dem besonderen „Singen" des Motors erkannt wird- .kLi.^.,.I. ■ ILtaiim-l. — ... ii t ^.lilL,.^,ü.„ 1 :JiL^I,l| j | j||.. Donnere tag, 19. Oktober 1950 SUDKURIEB Nr. 128 / Seite S Stadt des Lichts und der Farbe Leuchtende Herbsttage In Paris Sonderbericht für den Sudkurier Ja, es waren wirklich nur Tage, sechs an der Zahl, die wir mit der Reiseunternehmung einer deutsch-französischen Vereinigung dank der Unermüdlichkeit einer liebenswürdigen Pariserin, die uns auch begleitete, kürzlich in der Seine-Stadt verleben durften. Aber die Verlegenheit ist dennoch nicht gering, in wenigen Zeilen auch nur annähernd ein Bild von dem zu geben, was wir in dieser doch verhältnismäßig kurzen Zeit alles erlebt und gesehen haben. Paris ist etwas Ungeheuerliches. An Atmosphäre. An Originalität. An Vitalität. Konzentrierteste Gegenwart reißt einen mit hundert Fangarmen in ihren Strudel. Jahrtausende treten uns mit den herrlichsten Schöpfungen entgegen. Es gehört schon einige geistige — und nicht nur geistige — Aufnahmefähigkeit dazu, mit IsagfflBigtt i einem Programm Schritt zu halten, das morgens Notre Dame, nachmittags den Eiffelturm und abends Montmartre vorsieht. Da war es denn schon wirklich gut, daß wi? ein größerer Trupp waren. Unterschiedlichen Alters und aus den verschiedensten Schichten. Wir haben uns aber alle bestens verstanden und einander wunderbar ergänzt. Paris verlangt tausend Sinnesorgane. Was dem einen entging, bemerkte der andere. Die Damen — sie stellten die Mehrheit dar — brachten das Wesentlichste für Paris mit, den Sinn für alle Abstufungen und Feinheiten des französischen Geschmacks. Wir Männer auf der andern Seite — in diesem Falle das schwächere Geschlecht — ließen uns gerne behüten und beraten, denn Frauen sind auf Reisen meistens die Vernünftigeren. Onkel Nikolaus allerdings hatte diese Betreuung wohl am wenigsten nötig. Selten verlor er den Kopf. Er hatte Benjamin mitgebracht, den Liebling der Damenwelt. Jedenfalls der unserer Reisegesellschaft. Ob auch der Pariser, dafür ist er mir noch den Bericht schuldig. Au Chlien, qul turne Ich weiß nicht, ob man bei der Auswahl der Restaurants, in denen unsere Reisegesellschaft in abwechslungsreicher Folge zu Mittag und zu Abend aß, auf unsern germanisch - teutonischen Appetit hatte Rücksicht nehmen wollen. Jedenfalls haben wir im allgemeinen die Erfahrung meines Schweizer Freundes Globi nicht gemacht. Wer seinen Erlebnisbericht kennt, erinnert sich, daß er von einem französischen Essen angesichts der vielen Schüsseln und geringen Portionen entsetzt floh und sich enttäuscht eine Gans zum Braten kaufte. Wir hätten uns bereits kurz nach unserer Ankunft in Paris überessen können. Unsere erste Mahlzeit erhielten wir nachts um elf in der unmittelbaren Nachbarschaft einer der zehn riesengroßen Markthallen, aus denen die Bevölkerung zwar nicht der ganzen 5-Millionen-Stadt, aber doch wenigstens ihres Zentrums, versorgt wird. Das Speisehaus hieß „Zum Schweinsfuß“ und Schweinsfüßchen wurden uns auch vorgesetzt. Wir wären froh gewesen, wenn man uns das von vorneherein gesagt hätte. Denn als Vorspeise bekamen wir eine Art Pot-au-feu. eine Bouillonsuppe mit dicker Käseschicht, die völlig ausgereicht hätte, uns auch über die anstrengendste Pariser Nacht hinwegzubringen. Die Markthallen wurden uns noch ein weiteres Mal nahe gebracht. Es ist schier unglaublich, was in einer solchen Großstadt alles an Fleisch, Fett, Fisch, Getreide, Gemüse, Obst usw. verzehrt wird. Beim Rundgang durch die Hallen blickte man in ganze Straßenzüge von geschlachteten Ochsen, auf haushohe Stapel von Obstkisten, auf Pyramiden von Blumenkohl. Um dieser Eindrücke teilhaftig zu werden, hatten wir unerhört früh aufstehen müssen. Dafür hatten wir aber auch das Vergnügen, morgens um 8 Uhr im Restaurant „Zum rauchenden Hund“ Kaffee zu trinken Für uns war es das erste Frühstück, für die meisten andern Gäste mindestens aber schon das zweite. Wer nachts um drei seine Gurken auf den Markt bringt, hat wohl Anspruch darauf, sich gegen 9 Uhr mit einem Stück Gebratenem, mit poenmes frites und einem Gläschen Rotwein laben zu dürfen. Bis in unsere Kaffee- und Frühstücksstube drang der Lärm der Markthallen. Es ist kein Zweifel, die Worte Essen und Trinken werden in Frankreich und zumal in Paris großgeschrieben. Eine französische Wochenschrift hat auf Grund einer Umfrage berechnet, daß eine französische Familie fast 60 Prozent ihres Einkommens für ihr leibliche» Wohl ausgibt. 15*/» werden für Unterhaltung und Beförderungsspesen und nur weitere 15% für Wäsche und Kleidung ausgegeben. Der geringste Betrag entfällt auf die Miete. Wie in andern Großstädten ballt sich in Paris eine gewaltige Konsumkraft zusammen. Man kann buchstäblich zu jeder Tages- und Nachtzeit alle» und jedes kaufen. Wenn die Warenhausgiganten wie Galeries La- fayette, Printemps, Bon Marche ihren Ausverkauf machen, dann 6tauen sich auf den Boulevards die Menschen wie früher auf der Petersstraße zu Leipzig, wenn großer Messetag war. Vom scharfen Eck zum runden Punkt Oder: von der Schillerstraße in Konstanz zu den Charmps Elysees in Paris — das eine ist eine Stehweinstube hier, das andere ein berühmtes Cafä dort. Vom scharfen Eck zum runden Punkt, so etwa könnte man aber auch den Unterschied bezeichnen, der zwischen den Verkehrsverhältnissen auf der Schillerstraße in Konstanz und den auf den Ghamips Elysöes in Paris besteht. Sicher, der Are de Triomphe, der zu Ehren Napoleons und zur Erinnerung an seine Taten errichtet« Triumphbogen am Ende der Champs Ely- s4es hat auch seine scharfen Ecken. (Welcher Triumphbogen eines absoluten Herr- schers hätte die nicht? Kalt bläst der Wind durch die stets geöffneten Ausgänge und läßt das ewige Feuer flackern. Alle Schlachtortei Napoleon» sind verzeichnet, darunter Biberach, Engen und Meßkirch, geschrieben Moeskirch!) Doch der Triumphbogen wird kreisrund umbrandet von einem Autoverkehr, der ein Durchkommen kaum gestattet. (Der flinke Benjamin war erster Sieger, Onkel Nick und ich wären beim Besuch des Are fast unter die Räder gekommen.) Aber über allen Triumphbogen und rasenden Rolls Royce triumphiert die tänzelnde Grazie der Pariserin. Das eindringlichste Erlebnis auf den Avenuen und Boulevards von Paris ist eben dieser unglaubliche Autoverkehr. Man muß es gesehen haben, wie die Autos aller internationalen Marken rudelweise davonstüimen, wenn der Polizist mit seinem weißen Stabe das Zeichen dazu gibt. In der Zwischenzeit haben die Fußgänger die unendlich breiten Straßen überquert. Auch wieder, wie die Autos, rudelweise. Aber es gibt kein Geschiebe und Gedränge. Alles ist locker gefügt, wie geflockt. Die Pariser Polizisten, die braven flies, schimpfen auch nicht, wenn einmal nicht alles so ganz glatt geht. Ihre Mahnung lautet: Depffchons-nous, beeilen wir uns, Sie beziehen sich mit ein in den Strudel, dessen Herren sie sind. Um einsame, verlorene Fußgänger wird vorsichtig herumgefahren. Nicht der Knick, nicht die scharfe Biegung ist das Kennzeichen dieses vorbildlichen Großstadtverkehrs. Er erhält sein Gepräge durch die Rundung, den sanften Bogen, den Kreis. Benjamin beginnt zu rechnen Notre Dame, die mitten in der Stadt auf einer Seine-Insel gelegene Kathedrale des Bischofs von Paris, ist an die siebenhundert Jahre alt. Ihre Westfassade unterhalb der beiden unvollendeten Türme ist eine der herrlichsten frühgotischen Schöpfungen der Welt. Mit Neid mußte uns der Anblick eines Malers erfüllen, dem es vergönnt war, sich in die Einzelheiten dieses großartigen Kunstwerkes zu versenken: in die reiche Gliederung der drei Portale, die Standbilder der waagerechten Nischenreihe, in das Radfenster und die Spitz- bogengalerien. Aber wir sind wenigsten» einmal vor dieser berühmten Fassade gestanden, wir haben wenigstens einmal den Innenraum dieser fünfschifflgen Kirche erleben dürfen, deren Gewölbe durch das sich in den Glasfenstem brechende Licht wie in Farbe getaucht sind. An Eindringlichkeit und Stimmungsgehalt der Raumwirkung wird Notre-Dame nur noch durch Saint-Chapelle übertroffen, eine ebenfalls vor 700 Jahren errichtete Schloßkapelle, deren Obersaal mit seinen farbenprächtigen Fenstern wirkt wie ein „Haus aus Rubinen und Saphiren“. Einige Stunden später standen wir auf der zweiten Etage des Eiffelturms in einer Höhe von 120 Metern über den Dächern von Paris. Die Stadt in der unabsehbaren Weite ihrer Bauten lag unter uns silbergrau mit vielen farbigen Reflexen, dazwischen der Sichelbogen der Seine mit ihren Brücken, Ufern und Türmen. Benjamin, von Beruf Schlosser, fing tan, Ueber- legungen anzustellen und zu rechnen. Woraus besteht denn dieses 300 Meter hohe Riesengerüst, das uns solche Ausblicke ermöglicht, eigentlich? Aus Trägem, Blechen, Flach- und Winkeleisen und einer Unmenge Nieten. 7000 Tonnen im ganzen sind hier verarbeitet worden. Das wäre ein Auftrag gewesen. Leider wurde er schon vor annähernd 60 Jahren vergeben. Der Eiffelturm ist der erste große Stahlskelettbau der Welt gewesen. Wenn allerdings die Aerodynamik bei seiner Errichtung nicht Pate gestanden hätte, wäre er wohl schon längst umgeflogen. Übrigens gibt es da noch irgendeine Beziehung zwischen dem (außerordentlich geringen) Gewicht des aufgewandten Materials und dem Gewicht der Luftsäule, die sich über der Basis des Turms erhebt. Diese Luftsäule soll schwerer sein als der ganze Turm. Was sagen die Physiker und Statiker dazu? Am Fuße des Eifelturms lag früher das Trocadero. Heute befindet sich dort das während der letzten Weltausstellung errichtete Palais Chaillot. Vor zwei Jahren tagte in ihm die UNO-Vollversammlung. Heute enthält es verschiedene Museen und den größten Theaterraum von Paris mit 2700 Sitzplätzen. Die weltstädtischen Dimensionen dieses Raumes sind aber, wie eine Opemaufführung bewies, der wir beiwohnten, intimeren Musikdarbietungen durchaus feindlich. Der Are war unsere Rettung Wer zum ersten Male nach Paris kommt und sich in der verwirrenden Fülle dieser Stadt zurechtflnden will, dem ist dringend zu raten, sich von dem Punkte aus, wo er sein Standquartier hat, ein eigenes persönliches Koordinatensystem zurechtzulegen. Wir hatten es insofern leicht, als wir in der Nähe vom Etoile, dem Großen Stern, wohnten. Zieht man vom Are de Triomphe, der leicht erhöht auf der Mitte dieses Platzes steht, eine Linie nach dem Ostbahnhof, auf dem wir angekommen waren, und eine andere nach dem Rathaus, dem Hotel de Ville, dann hat man einen wesentlichen Teil von Paris in der Zange. Auf der ersteren Linie tiegen Boulevard Haussmann und Rue de Lafayette, auf der andern die Champs Elysees, die mit dem Place de la Concorde enden und ihre Fortsetzung in den Tuilerien und dem Louvre finden. Innerhalb dieser Zange befinden sich Große Oper und La Madeleine, Place Vendöme und Palais Royal, Les Halles, die Markthallen, und das Tor St. Denis. Im übrigen aber hat man fleißig den Streckenplan der Pariser Untergrundbahn, der Metro, zu studieren. Auf größeren Bahnhöfen wird einem die Sache einfach gemacht. Man braucht nur einen Knopf zu drücken, dann werden einem auf einer großen, von innen beleuchteten Stadtplantafel, Zwischenstationen und einzuschlagende Richtung nach dem gewünschten Ziel angegeben. Von der Metro aus aber abends wieder in die richtige Avenue zu finden, war anfangs schwieriger, als wir gedacht hatten, denn vom Etoile gehen etwa ein Dutzend Straßen ab. Bis ein gewitzter Fahrtteilnehmer die Lösung fand: Der Vierkantklotz des Are de Triomphe mußte uns scharf seine Nordostecke zukehren, dann lagen wir richtig. Was nicht bedeutet, daß wir uns immer gleich legten. Was sind Eindrücke, die nicht vorgeschmeckt, was sind Erlebnisse, die nicht genießerisch nachgekostet werden? Seid gepriesen ihr kleinen Cafes und Bar-Restaurants, die es in Paris gibt wie Sand am Meere! Küsten des Ausruhens, Buchten des Geborgenseins wart ihr uns, in denen eich nach des Tages Unrast der ermüdete Wanderer erquickte. Unseres Stammlokals an der Avenue Carnot gedenke ich mit besonderer Liebe. Nie werde ich die korinthischen Säulen neben der Tür, das Aquarium mit den Goldfischen und die Vase mit den künstlichen Blumen vergessen. Deine nächtlichen Gäste sind uns schnell ans Herz gewachsen: der ehemalige Beamte mit der aufgeregten Stimme, der frühere Kaufmann mit dem zahnlosen Mund, der eich lieber seinen abendlichen Absinth erlaubte als ein neues Gebiß. Gab es Streit beim Kartenspiel, dann mußte wohl manchmal die Patronin von der Theke her Vorkommen und Frieden stiften. Uns warf sie freundliche Blicke zu, denn wir hatten ihren Wein gelobt. Als sie vollends eines Abends von sich aus Onkel Nick, Marianne, Marion und mir eine Runde stiftete, da wußten wir: Jetzt haben wir in Paris Fuß gefaßt. (Benjamin war an dem Abend von Alwine und Soseha in einen Existentia- listen-Klub entführt worden. Es hat ihn seine moralische Existenz nicht gekostet.) Ein Opfer der Sphinx Es läßt sich nicht verheimlichen, die Fülle des in Paris Gebotenen brachte manchen unserer Fahrtteilnehmer außer Rand und Band. Einer war unter uns, der sich infolge seines permanenten Aufenthalts im Louvre den Spitznamen Louvrier zuzog. Waren Sie schon einmal im Louvre? Dieses frühere Schloß der französischen Könige, das dann im Laufe der Jahrhunderte ständig vergrößert wurde, ist gar kein Museum im landläufigen, handlichen Sinne mehr, sondern eher eine aus einem Riesengebäude mit vielen Trakten bestehende Museumsfestung im Meer der Großstadt. Noch auf dem Wege zu diesem Mammut- Museum hatte unser Enthusiast Stein und Bein geschworen, er würde sich damit begnügen, sich nur die Gemäldesammlungen anzuschauen. Gewiß, man sah ihn bei den alten Italienern, bei den Holländern vor dem Bilde der Bathseba von Rembrandt, bei den alten Franzosen, soweit sie zugänglich waren. Auch wurde er mehrmals im neu hergerichteten Salon carrö bei den Lionardos und Tizians, den Velazquez’ und el Grecos angetroffen. Aber dann war dieser Herr plötzlich für Stunden verschwunden. Als er wieder zum Vorschein kam, behauptete er, eine Sphinx aus rotem Granit habe es ihm angetan und ihn, an der Venus von Milo vorbei, magnetisch in die unterirdischen Gewölbe des Louvre zu den altorientalischen Sammlungen gezogen. Durch die nähere Bekanntschaft mit babylonischen, wirklich vorsintflutlichen Sagengestalten, mit furchterregenden assyrischen Flügelstieren, mit ägyptischen, vielfach allerdings nur in Bruchstücken erhaltenen Koloasalgestalten und mit persischen, bunt- glasierten Bogenschützen wollte er einen Eindruck von Monumentalität erfahren haben, der selbst die Griechen in den Schatten stellte. Ja, er behauptete, die Griechen bekämen durch den Vergleich mit dem alten Orient erst den richtigen Zug von menschlicher Intimität, den man bei ihnen nicht übersehen dürfe. Sollten wir diesem Herrn glauben? Wir mußten wohl. Er ließ es sich nicht nehmen, mit einigen von. uns am nächsten Vormittag noch einmal in die Gewölbe hinabzusteigen. Al» unser Herr Louvrier uns dann am gleichen Tage in seiner Museumsbegeisterung aber noch mit zu den Impressionisten in den Jeu de Paume schleppen wollte, versagten wir ihm die Gefolgschaft. Manet und Cäzanne verdienten, daß man sich in morgendlicher Frische zu ihnen begab. Interessant war übrigen» feetzusteRen, daß die Impressionisten heute wie alte klassische Meister wirken. Was will man? Die Jahrzehnte gehen dahin, Manets „Olympia“, die derzeit Stürme der Entrüstung hervorrief, wurde vor 90 Jahren gemalt. Die großen Maler der Gegenwart von Vlaminck bis Picasso sind im Muse d’Art Moderne, in der Nähe der Pont d’Alma zu sehen. Mit den Augen einer Frau Warum, gibt es in Paris soviel Spiegel? Gewiß, sie dienen in den vielen kleinen Lokalitäten, die es dort hat und die räumlich meistens sehr beengt sind (Paris ist eine der dichtest bevölkerten und dichtest bebauten Städte der Welt), der, wenigstens illusionären, Erweiterung des Räumlich- Optischen. Aber ich möchte meinen, sie hängen auch mit der Rolle zusammen, die die Frau in Pari» spielt. Der Spiegel ist der Prüfstand der Schönheit, zugleich aber ihr Verkünder. Ist nicht jede Frau ein Spiegel aller Reize des Lebens? Nur mit einem solchen lebendigen (Spiegel aller Schönheiten und Annehmlichkeiten des Dasein» hatte es auch Zweck, in Paris die Verkaufsstraßen und Läden aufzusuchen, die die ausgesprochene Domäne der Frau sind, wie die Pariser selber sagen. Nicht ohne vorher im Cafe Rumpelmayer gewesen zu sein, bin ich so mit einer liebenswürdigen Begleiterin eines Nachmittags durch die Rue Saint Honore gepilgert. Was gab es da nicht alles zu sehen! Es ist das Einkaufszentrum der eleganten Welt. Da preisen Schönheitsinstitute ihre Dienste an. Da suchen Parfümeurs mit verlockenden Angeboten Kundschaft. Juweliere und Kürschner, Antiquitätenhändler und Gold* schmiede legen ihre feinsten Sachen aus. Friseure, Putzmacherinnen, Schneider und Handschuhmacher bieten ihre Dienste an. Und dann finden sich dort die vielen kleinen „Frivolites”, jene entzückenden Nichtigkeiten, die das Herz der Frauen erfreuen. Man muß erlebt haben, wie sich das alles in den Augen einer Frau spiegelt; in den Augen, die bekanntlich der Spiegel der Seele sind. Am Place Vendöme ist eines der Hauptquartiere der Haute Couture. Draußen erhebt sich die aus 1200 bei Austerlitz erbeuteten Geschützen zusammengeschmolzene Vendöme-Säule, drinnen im Modesalon einer führenden Firma zieht der Reigen entzückender Mannequins an uns vorbei. Es ist ein Geflirr von Licht und Farbe, von Spiegeln, Leuchtern und Glas- Prismen. Man muß schon die Augen einer Frau haben, um alles zu erfassen, was jetzt hier vor sich geht. Jetzt sieht man ein junges Mädchen in einem Skipnzug mit gelbem Latz. Da naht sich eine schöne Dame in einem Abendkleid aus changierendem Samt. Ein weiter, hochgeknöpfter Mantel ist das Entzücken aller. Aber siehe, er läßt sich wenden und auch von der anderen Seite mit der gleichen Eleganz benutzen. Die entzückende Person, die eben tief vermummt an uns vorbeiging, kehrt zurück in einem aprikosenfarbigen Abendkleid mit abstehenden Schößchen. Schwarze Kleider mit viel Rot erfreuen sich allgemeinen Wohlgefallens. Die Röcke scheinen kürzer, die Haare aber länger zu werden. Die Hüte, Muffs, Handschuhe passen sich jeweils der Farbe der Kleidungsstücke an. Mit Stoff wird nicht gespart. Den bezaubernden Schluß macht eine Braut in weißem Seidenkleid ä la Kardinal. Will man uns den Abschied von Paris schwer machen? Die Stadt der Städte Man hat Paris die Stadt der Städte genannt. Das gilt in dem Sinne, daß sich um die auf der Seine-Insel gelegene Cite mit der Notre Dame nördlich und südlich die verschiedensten Stadtteile und Quartiere gruppieren, die selbst gewissermaßen als Städte anzusehen sind: das fröhliche Montmartre, das gelehrte Quartier Latin mit der Sorbonne, das Künstlerviertel Mont- pamasse, Le Marais, einer der ältesten Teile der Stadt, mit den Markthallen, das Zentrum mit der Großen Oper, Grenelle und Vaugirard. Belleville und Menilmon- tant. Aber auch das andere, aus dem 17. Jahrhundert stammende Wort besteht zu Recht: Die andern Städte sind Städte, aber Paris ist eine Welt. Was immer sich auefj Im Verlaufe der Geschichte hier ereignet haben mag — Paris hat sich alle unterworfen: Königsdynastien und Usurpatoren, Eroberer und Gäste, Einheimische und Fremde. Alle haben sie etwas von Paris geschenkt erhalten, alle haben eie dieser Stadt etwas gegeben. Das aber ist vielleicht das Schönste an Paris: Diese Stadt ist nicht nur für Frankreich da, sie gehört der ganzen Erde. Aber jeder, der in ihr lebt, gehört in allererster Linie sich selbst. Magnus Arctic ebenso hitzefest wie kältebeständig; es schmiert sicher, es startet immer, es reinigt den Motor. Arctic ist die berühmteste öl* marke der Welt I ’v.vS>^ DEUTSCHE VACUUM OEL AKTIENGESELLSCHAFT-HAMBURG fordern Sie von unt Wo. Ostwoldt Sdirjfl „Die seltsom« Sodie .. .* Dconeretag, 19, Oktober 1980 • ÜDKT7RIER a Nr. 128 / Seite 4 Industrie-Ausstellung war ein Erfolg Jteriln nicht nur aufnahmefähiger Markt, sondern auch leistungsfähiger Lieferant Berlin, (A.G.-Eiqeaber.) Die „Deutsche Industrie-Ausstellung Berlin 1950“, die mit einer Besucherzahl von 1110 000 alle deutschen Nachkriegsausstellungen, übertraf, war in zweifacher Hinsicht ein großer Erfolg. Einmal politisch: 453 000 Besucher waren aus der sowjetischen Zone und dem sowjetischen Sektor Berlins gekommen, um zu sehen, was eine freie Wirtschaft in einer freien Welt leisten kann. Sie haben das Gesehene an Bekannte und Verwandte, denen ein Ausstellumgsbesuch nicht vergönnt war, weitererzählt Zum anderen war diese Ausstellung, bei der es sich ja nicht um eine Messe, sondern um eine Leistungsschau handelte, auch wirtschaftlich ein großer Erfolg. Denn der wirtschaftliche Wert der deutschen Industrie-Ausstellung Berlin 1950 ist vor allem darin begründet, daß diejenigen Wirtschaftskreise des Bundesgebietes und des Auslandes, deren Vertrauen zu Berlin noch nicht fundiert war, erkannt hoben, daß Berlin nicht nur ein aufnahmebereiter Markt, sondern vor allem auch ein leistungsfähiger Lieferant «ein kann. Im Verhältnis zur Gesamtzahl mutet die Zahl der westdeutschen Besucher mit 25 000 zunächst klein an — diese Ziffer gewinnt aber insofern große Bedeutung, als es sich bei diesen Personen fast nur um geschäftliche Interessenten bandelt. Die geschäftlichen Ergebnisse werden von der Ausstellungsleitung als gut angesprochen, obwohl es sich, wie bereits gesagt, nicht um eine Messe handelt bei der die Aussteller der Aussteüungsleitang ihre Abschlüsse mitteilen müssen. Eine Umfrage über die Ergebnisse wurde bisher nur zu 10 Prozent beantwortet. Rückfragen bei einzelnen Firmen haben jedoch gezeigt, daß vor allem die Branchen Maschinen- und Apparatebau, Büroartikel, Elektroindustrie, Textil- und Bekleidungsindustrie sowie die Porzellanmanufakturen gute Abschlüsse erzielen konnten. Ein westdeutsches Glaswerk konnte Aufträge in Höhe von 200 000 DM buchen. Auch die aus der Ostzone in die Bundesrepublik übergesiedelte Schreibmaschinenfabrik Olympia erzielte gute Erfolge. Ein westdeutsches Spezialuntemehmen für Mikroskope meldet Abschlüsse in Höhe von 35 000 DM, was einer ganzen Monatsproduktion ent- «pricht. Auch die Ausländer sind auf ihre Kosten gekommen. Die zur Verfügung gestellten Kontingente (Schweiz 825 000, Belgien 200 000, Italien 520 000 und Frankreich 260 000 Dollar) waren alsbald vergeben. Die Textilkontingente hätten zwei bis dreimal so groß sein können. Weder beim Gütertransport noch bei der Personenbeförderung nach Berlin hat es Schwierigkeiten gegeben. Damit, so wurde von der Ausstellungsleitung betont, entfalle künftig das häufig im Bundesgebiet zitierte Argument, Ausstellungen großen Stils könnten nicht ohne Risiko in Berlin stattfinden. 1400 Einzelaussteller, davon über 400 aus dem Bundesgebiet, waren auf der Ausstellung vertreten. Hinzu kommen die großen Kollektivschauen vor allem der Eisen- und Stahlindustrie, der Textilwirtschaft und des Berliner Handwerks, an denen ebenfalls mehrere hundert Firmen beteiligt waren. Die Ausstellung brachte auch eine leichte Belebung der allgemeinen Wirtschaftslage von Westberlin. Die Hotels und Pensionen waren vollbesetzt und zu erheblichen Umsätzen kam es im Gaststättengewerbe, auch die Steuerermäßigung für Spirituosen während der Dauer der Ausstellung hatte eine bedeutende Absatzerhöhung zur Folge. Eine Ausweitung des Berliner Ausstellungsgeländes von 40 000 qm überdachter Ausstellungsfläche auf 50 000 qm ist bereits ln Aussicht genommen. Das hat sich als notwendig erwiesen, weil schon diesmal viele große Firmen nicht den Platz bekommen konnten, den eie für die Vorführung neuer großer Apparate brauchten. Zum anderen wollen bei der nächsten großen Ausstellung auch die westdeutschen und Berliner Wirtschaftszweige, die diesmal nicht zum Zuge gekommen sind, dabei sein. Schweinebestand anf Nachknegs-Rekordhohe Frankfurt. Im Bundesgebiet wurden bei der Zählung am 2. September 1950 11,1 M'.ll. Schwein^ gezählt; damit wurde der bisher höchste Sdrweine- bestand in der Nachkriegszeit festgestellt. Die Gesamtzahl der Schweine lag um 22 v. H. über der entsprechenden Zahl im September 1049 und um etwa 80 vom Hundert über der des Jahres 1948, dem niedrigsten Septemberstande nach dem Kriege. Sie blieb aber noch um 15 v. H- oder — bezogen auf die seit der Vorkriegszeit um etwa 22 v. H. angewachsene Bevölkerungszahl im Bundesgebiet — noch um 30 v. H. hinter der Septemberzahl des fünfjährigen Vorkriegsdurchschnittes (1935/39) zurück. Die Bestandszahl der Ferkel im September 1950 entsprach den Erwartungen, die an die starke Zunahme der Zahl der trächtigen Sauen vor einem Vierteljahr geknüpft wurden. Es wurden fast 3,1 Mill. Ferkel gezählt, das sind um 29 v. H. mehr als vor einem Vierteljahr und um 40 v- H. mehr als ‘im September des Vorjahres. Der Vorkriegsbestand an Ferkeln wurde zu 94 v. H. erreicht. Der Gruppe der am 2• September 1950 gezählten Jungschweine (8 Wochen bis noch nicht % Jahr alt) gehörten mehr als 4,5 Mill. Stück an, sie war also in Jahresfrist um 2cS v. H. angewachsen und um 11 v. H. größer als vor einem Vierteljahr, aber noch um 20 v. H. kleiner als vor dem Kriege. An Schlacht- und Mastschweinen wurden über 2,2 Mill. Stück gezählt. Diese für die gegenwärtige Fleisch- und Schlachtfettversorgung besonders wichtige Gruppe enthielt somit etwa ebensoviel Tiere wie zum gleichen Termin des Vorjahres, war aber noch um 25 v. H. schwächer besetzt als im Vorkriegsdurchschnitt. An trächtigen Sauen wurden am 2. September 3,5 Milliarden öffentliche Auslandsschulden Seit elf Jahren keine Verzinsung — Jähr Iicher Zinsbetrag 210 Millionen D-Mark Bonn. Die Vorkriegs-Ausiandsschulden des ehemaligen Reiches, der deutschen Länder und Gemeinden belaufen sich — wie die Bundesschuldenverwaltung jetzt überschlägig ermittelt hat — nach dem Tageskurs auf rund 3,5 Milliarden Mark. In dieser Summe sind die rückständigen Zinsen nicht berücksichtigt. Sie setzt sich aus der Dawes- Anleihe mit 476 Millinoen, der Young-An- leihe mit 770 Millionen, der Kreuger-Anieihe mit 501 Millionen und verschiedenen anderen langfristigen Anleihen des Reiches in Höhe von rund 31 Millionen Mark zusammen. Hinzu kommen Valuta-Schuldverschreibungen der Konversionskasse, die zum Abgelten fälliger Zinsen und Tilgungsbeträge ausgegeben wurden, in Höhe von 523 Mark und Forderungen der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (Basel) in Höhe von 9 Millionen Mark. Einige andere Auslandsverpflichtungen des Reiches lassen sich nur größenmäßig schätzen. Es sind Verpflichtungen der Verrechnungskasse, die handelsvertragliche Zahlung auf dem Clearing-Wega abwickeln sollte. Diese Verrechnungskasse schuldete ausländischen Staaten zum Kriegsbeginn rund 460 Millionen Reichsmark, die auf Valuta lauteten und deshalb mit rund 700 Millionen DM bewertet werden können. Die Auslandsschulden der Gemeinden und Länder ohne Preußen betragen 268 Millionen Mark. Die Auslandsverpflichtungen Preußens können noch nicht genau ermittelt werden. Es wird jedoch damit gerechnet, daß sie 200 bis 250 Millionen DM nicht übersteigen. Werden alle diese Summen zusammengerechnet, so ergibt sich eine Auslandsverschuldung der öffentlichen Hand aus der Vorkriegszeit in Höhe von rund 3,5 Milliarden Mark, die allerdings seit elf Jahren nicht mehr verzinst worden ist. Der jährliche Zinsendienst hierfür kann mit rund 210 Millionen DM angenommen werden. Zuständige deutsche Stellen in Bonn halten es für bedeutsam, daß die Alliierten nur eine Anerkennung der Vorkriegs- und der Nachkriegsschulden verlangt haben. Danach dürften die während der Kriegszeit aufgelaufenen öffentlichen Schulden auf andere Weise geregelt werden. Diese Schulden, die besonders durch eine passive Zahlungsbilanz des deutschen Außenhandels entstanden sind, betrugen am Tage der Kapitulation fast 35 Milliarden Reichsmark. Ueber die privaten Vorkriegs-Auslands- schulden besteht bei amtlichen Bonner Stellen keine Uebersicht. Es ist lediglich bekannt, daß eine Ermittlung der privaten Auslandsschulden im Jahre 1940 die Summe von rund 7 Milliarden Mark erbracht hat. Da dies überwiegend Valuta-Schulden waren, muß der Gegenwert der Schulden als erheblich angesehen werden, auch wenn man die aufgelaufenen Zinsen nicht berücksichtigt. 1950 635 800 Stüde gezählt, das sind um 32 v- H. mehr als vor einem Jahr und um 15 v. H. mehr als im fünfjährigen Septembecrduirchischnitt der Vorkriegszeit. Hiernach wind auch die Ferkelzahl in Kürze den Vorkriegsstand erreicht haben. Vieh- und Schweinemär kta Pfullendorf. Auf dem Markt am 16. Okt. waren aufgeführt: 3 Ochsen (—), 3 Kühe (—), 38 Kalbinnen (600—1200 DIM, 25 verkauft), 27 Sünder (220—500 DM, 16), 426 Ferkel (30—120 DM je Paar, 380 verkauft), 72 Pferde (360—1100 DM, 5 verkauft). Tiengen. Auf dem gestrigen Sdvweinemarkt wurden 286 Tiere aufgetrielben, wovon 236 verkauft wurden. Die Preise betrugen DM 60.— bis 80.— und 90.— bis 120, pro Paar: Läufer DM 240.— pro Paar. Hediingen. Die Zufuhr zum gestrigen Schweioemarkt betrug 101 Stüde. Das Paar Ferkel kostete 100 bis 130 DM- Der Handel war nicht besonders rege. Ein großer Teil blieb unverkauft. Stuttgart- Auf dem Schladitviehmarkt am 17. Oktober wurden aufgetrieben: 691 Stück Großvieh, 175 Ochsen, 141 Bullen, 182 Rinder, 193 Kühe, 628 Kälber, 1439 Schweine, 46 Schafe. Die Preise je 50 kg Lebendgewicht betrugen: Ochsen AA 90—96, A 75—90, ß 65—74; Bullen jung AA 92—96, A 84—91, B 78—83: Rinder AA 92—98, A 82—91, B 76—80; Kühe jung A 68—78, B 57—66, C 46—55, D — 44: Kälber A 137—142, B 132—137, C 125—131, D — 1120 DM. Für Schweine wurden erzielt: A—S> DM 142—145, B*—C 137—141, D—E 133—,1317, G» DM 130—135, G= DM 120—130. Mannheim- Am 16. 10. wurden aufgetrieben: 708 Stüde Großvieh, 315 Kälber, 110 Schafe, 1553 Schweine. Bei Großvieh Ueberstand. Die Preise in D-Mark betrugen für ein Pfund Lebendgewicht für: Ochsen 0,67—0,93, Bullen 0,70 bis 0,92, Kühe 0,54—0,78, Färsen 0,70—0,92, Kälber 1,00—1,30, Schafe 0,45—0,67, Schweine 1,15 bis 1,40. _ Beiträge zur Rentenversicherung Unsere Artikel über die Aen-derung^n bzw. Bei- tragsentrichtung in der Rentenversicherung haben ein starkes Echo gefunden. Eine große Anzahl freiwillig Versicherter und selbständig Versicherter haben in den letzten Wochen ihre Rentenan- gelegenheiten hei den amtlichen Stellen in Ordnung gebracht. In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, daß die' freiwillig Versicherten, die kein Einkommen oder nur ein solches bis zu DIM 6.— wöchentlich in der Invalidenversicherung bzw* DM 25.— monatlich in der Angestelltenversicherung halben, ihre Beiträge bereits nach Klasse II leisten müssen, und zwar müssen zur Aufrechterhaltung der Anwartschaft in der Angestelltenversicherung sechs Monatsbeiträge und in der Inrvalidenhrer- sichenung 26 Wochenbeiträge jährlich entrichtet werden. Scheidet z. B. eine Angestellte aus irgendwelchen Gründen aus ihrem Arbeitsverhältnis a-us und hat in Zukunft kein eigenes Einkommen, will sich aber den Anspruch auf eine spätere Rente sichern, so muß sie jährlich sechs Beitragsmarken ä DM 4.50 in ihre Versicherungskarte einfcleben. Eine invalidenvereicherungspfkchtige Arbeiterin, die aus ihrem Dienstverhältnis aussdieidet, klebt jährlich 26 Beitragsmarken ä DIM 1.— in ihre In- validenveTsldierungsikarte und hat damit die Voraussetzung für den Rentenan&pTuch erfüllt. 52 Wochenbeiträge sind in der Invalidenversicherung nur dann im Selbstklebeverfahren zwingend vorgeschrieben, wenn es sich um sogenannte ».unständig Beschäftigte*’ handelt, die jede Woche in Arbeit und Verdienst stehen. Sportdienst des Südkurier Gesamtbadischer Tnrnerbond geplant In Triberg tagte der Landesatisediuß des Badischen Turnerbundes, bei welchem der erste Vorsitzende Dr. Helmut Jörger-Badenweiter einen Bericht über die geleisteten Arbeiten erstattete. Er führte aus, daß der seinerzeitge Druck gegen die Neubildung eines Deutschen Turnerbunde« nicht so sehr auf die Besatzungsmacht, sondern in erster Linie auf das Verleumdung«- und Denun- ziatlonsmanöver von deutscher (!) Seite zurückzuführen war- Dr. Jörger bezeidmete die absolute Selbständigkeit der einzelnen Fachverbände in wirtschaftlicher und fachlicher Hinsicht als das vornehmste und oberste Ziel des Turnerbundes. Die Bestrebungen zu einem späteren Zusammenschluß des nord- und südbadischen Turnenbundes sei einem hierfür besonders eingesetzten Arbeitsausschuß überlassen. Es könne festgestellt werden, daß auf verschiedenen Fachgebieten eine ersprießliche Zusammenarbeit innerhalb beider Verbände bestehe. Im weiteren Verlaufe der Tagung kam auch der geplante Neubau eines Sporthauses zur Sprache, dem die Versammlung aus triftigen Erwägungen heraus nicht beistimmen konnte. Vielmehr vertraten die Delegierten die Ansicht, daß die Vervollständigung und der Ausbau der Uebungsstätten als notwendiger erachtet werde. Die Versammlung wählte Offenburg als Ort des nächstjährigen Landesturnfestes, mit dem ein achttägiges Jugendtumlager verbunden werden soll. Anschließend wurde Eugen Kapp, Villingen. das Amt des Männerturn- wartes im Turnerbund übertragen. H. F. Nord- und Süd Württemberg im Sport vereinigt Nachdem sich die Fußballverbände von Nord- und Südwürttemberg entschlossen hatten, bereits in der laufenden Spielzeit die Punfctespiele in einer gemeinsamen höchsten Amateurklasse durchzuführen, haben die Schwimmer das Vorbild aufgenommen. Auf einstimmigen Beschluß hin haben sich die süclwürttenibergisdien Schwimmer dem nordwürttembergisdien Sch'.vimmverband angeschlossen. Auch in allen anderen Sportarten sind die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern wesentlich vertieft worden. Südwestdeutschland verlor in Ketsch 21: 4 Die süddeutsche Handbailelf zeigte sich im Eun- despokalvorschlußrundenspiel der Südjwestmjnn- sdiaft besonders in technischer Hinsicht überlegen- Ueberraschend brachte Hahn den Südwesten in Führung, doch Bernhard Kompa, Schäfer, Winter- lin und wiederum Schäfer stellten das Ergebnis auf 5:1, ehe Hahn den zweiten Gegentreffer markierte. Wiederum trug sich Schäfer in die Tor- I schützenliste ein und Spahr stellte mit einem un- I haltbaren Wurf das Halbzeitergebnis her. Nach der Pause setzte Spahr den Torreigen fort. Die Läufer Kern und Mühlig erhöhten auf 10:2, «ha Saler das dritte Tor für die Gäste buchen konnte. Vier Treffer von Möhler, weitere Kempa-Tore und ein Tor des Läufers Kern ergaben das Endergebnis. Bannott warf das vierte Tor jür Südwest. Fußball in Berlin und Ostsektor Berlin: Spandauer SV—Westend 0:3, Alemannia 90 gegen VfB Britz 2:0: Viktoria 89 — Wacker 04 2:2: Minenva 93 gegen SC Südring 2:li Tasmania 1900 — Blauweiß 4:0; Union 06 — SC Spandau (Freundschaftsspiel) 8:2. Union 06 5 13:3 8-2 Tasmania 6 18*6 7-5 Tennis Borussia 4 11:6 6-2 Alemannia 6/6, Minerva 6/6, Hertha BSC 4/5, Britz 5/5, Wacker 6/5, Südring 6/5, BSV 92 4/4, Vcktoria 5/4, Spandau 5/4, Westend 5/4, Blauweiß 5/3. O s 11 i g a : Chemie Leipzig — Mot. Dessau 2:1 1 ZKG Altenburg—BSG Thale 1:1: Akt. Brieske— Ost Mech. Gera 1:0: Mot. Zwickau—Volkspolizei Dresden 3:1: Lok. Stendal — Lichtenberg 47 1:0: Turbine Halle—Einh. Meerane 4:0; Rot. Dresden gegen KWU Weimar 3:2. Leipzig 9 21:5 16-2 Brieske Ost 9 29:16 15-3 Zwickau 9 19:9 13-5 Union Halle 9/12: Erfurt 7/11: Babelsberg 8/10: Vopo Dresden 9/9; Stendal 9/9; Gera Süd 9/9; Thale 8/8: Altenburg 9/8: Dessau 9/7■ Rotation Dresden 9/6; Lichtenbeig 9/6: Meerane 9/5; ViB Pankow 8/4; Oberschöneweide 7/3; Weimar 8/3. Deutsche können in Frankreich spielen Deutsche Fußballspieler können von jetzt an wieder in Frankreich spielen. Durch diesen Beschluß, den der Französische FußbaHverband in Paris faßte, ist es französischen Klubs nunmehr möglich, deutsche Spieler zu verpflichten. So soll 6ich zum Beispiel der Fußballklub Bordeaux für mehrere Spieler eines Nürnberger Vereins interessieren. Schweden schlug Dänemark 4:0 In Stockholm wurde des 50. Länderspiel Zw ecken Schweden und Dänemark ausgetragen und endete mit einem 4:0-Sieg der Gastgeber. Dänemark hat bisher 23 Spiele gewonnen, Schweden 20, sieben Treffen endeten unentschieden. Das Torverhältnis lautet 106:93 für die Dänen. Lu Skandinavien-Pokal führt nun Schweden m t 12 Punkten aus acht Spielen vor Dänemark (10 P. I aus 9 Sp.), Norwegen (8 P. aus 9 Sp.) und Finn- I land (4 P. aus 8 Sp.). Kreuz und quer durch die Sportwelt Weil im Spiel um die spanische Fußballmeisterschaft Athletleo Madrid—Celta Vigo die Madrider mit Steinen beworfen wunden, verhaftete die Polizei den Schiedsrichter angesichts der drohenden Haltung des Publikums und erklärte das Spiel füi beendet. Ein neueibauter russischer Leichtrennwageo „Zverda 3" stellte mit 205,001 kmst bei fliegendem Start einen Sowjetrekord auf. Das Handball-Länderspiel Oesterreich—Schweiz in Graz endete 12:9. Das internationale Radballturnier zwischen dem VfL Schwenningen und dem schweizerischen Radballmeister von 1947, RB Brugg endete 9:9. Die französische Sportkommission erteilt» allen Teilnehmern an der diesjährigen Tour de France einen strengen Verweis, die während der heißen 15- Etappe abgestiegen waren und ein Meerbad genommen hatten. Dem IOK wird vorgeschlagen, deutsche Wettkämpfer zu den Olympischen Sommerspielen in Helsinki zuzulassen, nicht aber zu den Winterspielen in Oslo. Der Schwarzwälder Langläufer und Nordisch- Kombinierte Albert Hitz (Hinterzarten) startet in diesem Winter für die Skizunft Feldberg. Die Läufer Diemand und Hitz sind für die deutsche Ski-Nationalmannschaft vorgesehen. Schwergewichts-Weltmeister Ezzard Charles (USA) wird seinen Titel am 28. November in Cincinnati gegen Nick Barone erneut aufs Spiel setzen. Weltergewichts-Weltmeister Ray Robinson (USA) schlug seinen Landsmann Joe Rindone in der 6. Runde k.o. Deutsche und englische Modellfluggruppen aus Ncedersachsen, Bremen und Kassel führten in Uelzen einen großen Motor-Flugmodell-Wettbewerb durch. Beim 5. Lauf um die deutsche Sandbahnmeister- schaft der Motorradfahrer in Pfarrkirchen/Niederbayern wurden Gunzenhauser (Neidlicgen) in der Klasse bis 500 ccm und Faistenhammer/Mavr (Ismaning) in der Seltenwagenklasse bis 600 ccm als Meister ermittelt- Eine Turnermannschaft aus dem Kreis St. Gallen siegte in Heilbronn gegen eine Kreisauswahl von Heilbronn mit 458,4:424,15 Punkten. Gisela Arendt-Bonn holte bei einer Schwimm- veranstaltung in Helsinglborg (Schweden) über 100-m-Crawl in 1:12,4 Min. den einzigen deutschen Erfolg. Der 1. FC Saarbrücken schlug im Saarland- Pokalwettbewerb Union Sportive de Luxembourg 1:0, während der VfB Neunkirchen gegen Fola Esch Luxembourg 10:1 gewann. Bei den ersten Steherrennen auf der neuen Neckar bahn in Stuttgart gewann Metze die ersten beiden Läufe vor Hörmann (München) und Stein- hilb (Stuttgart). Der deutsche Stehermeister Erich Bautz errang beim ersten Solinger Steherrennen hinter sch», e- ren Motoren einen Doppelerfolg in beiden Läufen bei einer Gesamtleistung von 59,06 km/st. Im Steherrennen in Gladbeck war Arents über 20 km in 20:50 Minuten vor Zims erfolgreich, während Zims über 24 km in 26:30 Minuten vor Arents durchs Ziel ging. Nach dreitägigen Beratungen der Delegierten aller westdeutschen Länder und Berlins wurde in Bielefeld der Deutsche Keglerbund wieder gegründet. In Wien ist im Alter von 64 Jahren der frühere österreichische Internationale Prof. Willy Schmieger gestorben, Schmieger war auch als internationaler Schiedsrichter, als Journalist und Radioreporter bekannt. Nach den Spielen vom Samstag haben in England Arsenal und Manchester City wieder die alleinige Führung der Tabellen in den beiden obersten Spielklassen übernommen. Der bekannte amerikanische Mittelgewichtler Rocky Graziano schlug Pete Mead (USA) in der 3. Runde k.o. Michael am Bodensee Ein heiterer Roman von Paul Eitel 14. Fortsetzung Einfältiger, törichter, verzauberter Michael! Als das Mädchen mit dem Hund kam, war alles wie sonst am Strand, und Michael suchte vergeblich die Züge, die ihm noch gestern am Auto und auch heute wieder in der Apotheke so liebevoll vertraut erschienen waren. Michael biß die Zähne zusammen; sein Entschluß, dem Durcheinander seiner Empfindungen nunmehr ein gewaltsames Ende zu setzen, fiel ihm fast leicht, und so Mithüllte er jetzt auch vor Regina die ganze Not seines Herzens, die daraus entsprang, daß sich das Bild der Wirklichkeit nicht mit dem seiner Sehnsucht decken wollte. „Es ist“, so schloß Michael seine merkwürdige Beichte, als stehe ich unter einem Zauberbann, der Sein und Schein, inneres und äußeres Schauen ständig verwirrt" Michael hatte sich nicht darum gesorgt, wie das Mädchen sein Bekenntnis aufnehmen werde; die Antwort, die er erhielt, überraschte Um nun aber doch. „Mit allem, was Sie sagen“, erwiderte das Mädchen ruhig, bestätigen Sie mir nur, was ich schon seit Tagen ahne -und seit gestern bestimmt weiß. • Was nun, Herr Bengler, wenn ich tatsächlich die gütige Fee wäre, die den Zauber brechen kann?“ Michael wollte sich die verheißungsvolle Botschaft genauer deuten lassen, aber das Mädchen wich aus. „Ich verreise morgen für einige Wochen“, sagte Regina, „wenn es Ihnen recht Ist, können wir morgen Vormittag noch eine kleine Abschiedsfahrt mit meinem Segelboot machen.“ Abschiedsfahrt dachte Michael. Ende •der Anfang? Er wußte es nicht, versprach aber trotzdem zu kommen. Regina aber lächelte ihm zu, und es lag eine Welt von Verzichten und Versprechen in diesem Lächeln. Abschied! Abschied! Abschied! kreischen die flatternden Mö- ven, und raunen die Wellen am hochgemauerten Ufer. Michael steht am Segelboothafen und wartet Sein Herz ist leer, und er sehnt sich nach einem Ende, so oder so. Und dann kommt sie, Bär an der Leine führend: Regina, das Mädchen mit den Traumaugen und dem unsäglich schönen Lächeln auf den Lippen. Sie trägt dasselbe Kleid wie am Abend zuvor, und Ist doch eine andere. Ein leichtes Sammersduff gleitet mit seliger Last über den breiten Rücken des Sees. Gnädig lächelt ein Gott. Eine Welt versinkt, eine Welt wird. Das Märchenbild ist wieder leibhaft aus Fleisch und Blut Wie das nur Wirklichkeit sein könne, denkt Michael, und findet keine andere Erklärung, ais daß er selber kraftlos zwischen Traum und Wirklichkeit schwebe. Michael versinkt in der unbegreiflichen Süße dieses Anblicks und denkt, er sei jetzt vollends verzaubert. Und Michael ist froh, daß er während der Fahrt nicht zu sprechen braucht Solange er so nah und fern den Mädchen gegenübersitzt, überlegt er wieder, was er nachher sagen will, aber von all den schönen Worten fällt ihm nach der Landung kein einziges mehr ein; auch will sich Regina, nachdem das Boot vertäut ist, rasch verabschieden. Michael reißt sich zusammen und fragt, ob sie denn wirklich fort wolle und nicht vergessen könne, was er gestern gesprochen habe? Aber Regina lächelt nur und sagt: „Denken Sie an die gütige Fee und ihr Versprechen; sie wird es bestimmt halten. Die Reise ist jedoch fest beschlossen und läßt sich nicht mehr absagen. Wenn Sie bis Friedrichshafen mitkommen wollen ... der Dampfer fährt pünktlich um drei Uhr. Auf Wiedersehen, Herr Bengler.“ Auf dem Oberdeck der Zähringen kämpft Michael mit seiner letzten Enttäuschung. Der Himmel hat sich überzogen, es wird bald zum regnen kommen, und alles ist jetzt schon grau in grau gemalt. Michael ist fertig. Was am Morgen war, hat der Nachmittag grausam ausgelöstut. Das Mädchen Regina, nunmehr im schlichten Reisekostüm, erscheint dem Verzauberten wieder als Fremde. Versiegt ist das Lächeln, das wunderschöne Lächeln, das ihn vor einigen Stunden noch so beglückt hat. Sie stehen an der Reeling und wechseln nur wenige, unbedeutende Worte. Unter ihnen zieht das Wasser vorbei. Die Zeit schleicht träge dahin, Als dann endlich die Türme von Friedrichshafen auftauchen, sagt Regina: „Herr Bengler, wollen Sie mir zum Abschied etwas versprechen?“ „Gern“, antwortet Michael mit brüchiger Stimme. „Es handelt sich um Bär, den Sie gern haben, und der an Ihnen mehr hängt als an einem aus unserer Familie. Bitte nehmen Sie das Tier doch manchmal an den Strand mit, solange Sie noch am Bodensee sind. Meine Base, die bei uns zu Besuch ist, weiß Bescheid, daß Sie zuweilen kommen werden, um Bär abzuholen. „Solange ich noch am Bodensee bin...? Ich glaube nicht, daß ich noch lange bleiben werde.“ „Überlegen Sie sich das, es ist sehr schön bei uns“ warnt Regina und lächelt wieder so wehmütig . . . Dann stehen sie auf dem Hafenbahnhof vor dem grauen Femzug, und jedes Wort, das Michael noch sagen will, bleibt ihm in der Kehle stecken. — Am andern Morgen, da Michael schon die Koffer packt, klopft es an die Zimmertür. Man bringt ihm einen dicken Brief ohne Marke. Michael findet Im Umschlag sein Tagebuch. Sonst liegt nur noch ein Kärtchen dabei: „Sie haben gestern im Segelboot Ihr Büchlein verloren. Wenn Sie Bär zu einem Spaziergang abholen wollen, so kommen Sie bitte heute nachmittag um vier Uhr vorbei. Regine Böotius.“ Ein Sternenhimmel kreist um Michael; er fühlt die Erde schwanken und — bleibt. Mit dem Glockenschlag Vier betritt er das Apothekerhaus. Regine Böotius öffnet ihm selbst auf sein Klingelzeichen hin. Zwischen ihr und dem Türpfosten drängt Bär heraus und tut, als gelte der Besuch ihm ganz allein. Michael muß ihn erst beruhigen, dann wendet er sich dem Mädchen: „Sie sind . . .?“ „Regine Böotius. Bitte treten Sie ein.“ Michael weiß nicht, wie er in die Stube hineingelangt, und hört auch nur wie in einem Traum, was ihm das Mädchen erzählt. „Unsere Väter“, sagt es, „sind Brüder. Sie heirateten am selben Tag zwei Basen, und es wurden ihnen später, wieder fast zur gleichen Stunde, zwei Töchter geboren. Ehe sich die beglückten Eltern noch verständigen konnten, waren beide Mädchen im Register des Standesbeamten auf den Taufnamen der Großmutter eingetragen: meine Base auf den Namen Regina, ich auf das nicht ganz so klangreiche Regine. Wir sehen uns ein wenig ähnlich, und ich fürchte, Sie sind zuweilen ein Opfer dieser Aehnlichkeit geworden .. „Und ich habe... ich dachte... “, stammelt Michael, „ich wollte Bär abholen.“ „Darf ich mitkommen?“ fragt da Regine und hängt das schon bereitgelegte Mäntelchen lose über die festen, geraden Schultern. Dabei lächelt sie das schöne Lächeln, das Michael so sehr liebt. Bär aber springt in großen Sätzen freudig voraus. End* Sitte Million ftallar will Gloria Dilling, die ertravagante Tochter eines New Yorker Multimillionärs, dem Mann bezahlen, der sie heiratet. Unter den tausenden Angeboten sucht sie sich Harry Cornell, einen ehemaligen Matrosen aus. Aber nur ein Jahr soll diese aus frivoler Laune entstandene 'Ehe dauern, so lautet der Vertrag. Doch die Rechnung, die sich (jeder für sich und aus sehr verschiedenen Gründen) die Millionärstochter und der stellungslose Seemann machen, geht nicht auf. Es steckt da ein Rechenfehler drin, den jeder macht, der glaubt, Gefühle seien Objekte, deren Wert in Geld auszudrücken ist. Audi für Gloria und Harry Comell erweist sich das Leben selbst stärker als alle Berechnungen, die sie darüber anstellen. Um aber die vom Leben präsentierte Rechnung begleichen zu können, genügen kein Bankkonto und kein noch so großes Vermögen. Diese Erfahrung der beiden Hauptfiguren ist das ■Leitmotiv, das sich durch die Handlung unseres neuen Romans zieht: Nur ein Jahr,Gloria...! Die Geschichte spielt in New York. Der äußere Rahmen ist das Leben in den märchenhaften Villen der Millionäre, deren Dasein, trotz scheinbarer Sorglosigkeit, auch Schattenseiten hat. Neid, Haß, Geldgier und Machttrieh herrschen auch hier. Gloria und Harry Cornell kommen in den Sog dunkler Machenschaften und statt in einem Leben voller Luxus und Nichtstun sieht sich der Matrose in eine Mcrdaffäre verwickelt, gegenüber dem elektrischen StuhL Was als fröhliches Abenteuer begann. endet in furchtbarem Ernst. Die Handlung entwickelt sich in dramatischer Steigerung zu einem atemraufcenden Geschehen, das den Leser in seinen Bann zieht und ihn die Erlebnisse der Hauptpersonen mit gespannter Anteilnahme verfolgen läßt bi* zu dem überraschenden Ende. ponnerstag, 19. Oktober 1950 Wohlbckömmiich SÜDK RIEH K Nr. 128 / Seite 7 I ‘* e> ' l &bfunketd> | g- Ö-.p'"* HfdSTJUf* NSteonig,. REIFEN neu, gebr. od. runderneuert ln allen Größen sofort lieferbar. Gummi KG. Wangen Im Allgäu V sein audi DM Glückliche Mütter „EndliA ein strahlendes Kind* .Vp* langwierigem Wuwheii nsäes befreit!* .Meine Rinder kennen kein Wundsein mehr !* So rühmen Mütter ia Danksdireiben die rerblüflende Witkung von Klosterfraa Aktiv- Puder. 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Nur müden mir zur Zelt Oer fallenden Butter etroae für uns tun, um gefunö unö fchaffens- froh zu bleiben! Deshalb legt öle btuterneuernöe, neroenftäh- ltnöe,uns anhaltend hräftigenbe Doppelherz-Herbfthur I DDPPELHEQZ Mur'ln Apotheken u. Drogerien t Allzufrüh verschied heute nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, wohlvorbereitet, meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Schwester und Oma Emma Bader gab. Labor im Alter von 55 Jahren. Ihr Leben war Sorge um die Ihren. Radolfzell, a. B„ Weinburgstraße 14, den 17. Oktober 1950. ln tiefer Trauer Hans Bader Familie Hans Labor, Freiburg i. B. Josi Martens, geb. Labor, Elizabeth, USA Georg Bader Elfriede Seefelder, geb. Bader, m. Gatten u. Kindern Hans-Peter u. Klans-Peter Ernst Labor, Asbury Park, USA Die Beerdigung findet in aller Stille statt. _Wünschen Sie — einen guten, reinen WEIN dann wenden Sie sich vertrauensvoll an die Weingroßkellereien ZIEGLER St GROSS, Konstanz Schwedenschanze 5 SUDKURIER die große Heimatzeitung Schlaf •eio ruhiges Herz und gesunde Nerven Erhalten Sie durch das gute Energ etitim Ft. 5,88 ßentmayer- t Gott der Herr nahm heute nach langem, schwerem Leiden meinen innigstgeliebten Mann, Sohn und Bruder Heinrich Freiherr von Bothmer zu Schwegerhoff lm Alter von 53 Jahren, gestärkt durch den Empfang der hL Sakramente, zu sich in sein himmlisches Reich. Meersbarg, den 18. Oktober 1950. In tiefer Trauer Helea Freifrau von Bothmer, geb. Davis Walter Freiherr von Bothmer-Schwegerhoff Huberta Freifrau von Twickel, geb. Freiin von Bothmer-Schwegerhoff. Beisetzung Samstag, 21. Oktober, 14 Uhr, vom Für- stenhäusle Meersburg aus. Am 17. Oktober entschlief nach schwerer, mit überaus großer Geduld ertragener Krankheit, wohlvorbereitet mit den Tröstungen unserer hl. Kiche, mein geliebter und herzensguter Mann, unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Onkel und Schwager Friedrich Leuthold Veterinärsgehilfe im TZ. Lebensjahr. Konstanz, den 13. Oktober 1991. Königsbaustraßa 1 In tiefer Trauer Die Gattin: Mathilda Leuthold, geb. Gran« Familie Josef Leuthold, Konstanz Familie Fritz Lenthold, Ulm a. D. Familie muH Bücfal-Leutheid, Lindau/Zürich Familie Georg Menner, Konstanz Familie Spatscheck-Lenthold, Kreßbram a. B. nebst allen Anverwandten. Beerdigung: Donnerstag. 14.39 Uhr. t Nach Gottes hl. Willen verschied heute nach längerem Leiden, Jedoch unerwartet rasch, mein lieber Marm, unser Heber Vater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Rudolf Hettich Maschinenschlosser im Alter von *9 Jahren. Konstanz, Austraße «1. Di« trauernden Hinterbliebenen Maria Hettich, geb. Kurz Familie Rudolf Hettich, Kfz.-Mech.-Melster und Anverwandte Beerdigung: Freitag, 38. Oktober, 14.38 Uhr. Statt Karten! Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Heimgang meines lieben Mannes, unseres guten Vaters und Großvaters Karl Maier Glaser sagen wir allen unseren herzlichen Dank. Besonderen Dank Herrn Stadtpfarrer Koch für die trostreichen Worte, für die ehrenden Abschiedsworte und Kranzniederlegungen seines Meisters, seiner Arbeitskameraden und seiner Kameraden der Frelw. Feuerwehr. Ebenso Dank für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und all denen, die den lieben Verstorbenen zur letzten Ruhe begleiteten. Konstanz, den 19. Oktober 1950. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Frau Emma Maler Hermann Maier und Familie Ihre Vermählung geben bekannt Alfred Reisacher Margot Reisacher, ges. Beek Konstanz, den 21. Oktober 1958 Trauung: 18.99 Uhr in St. Stephan ’ Be h o w il w dia ng Zwangsversteigerung Am Freitag, den 20. 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Hierzu sind alle Abteilungsmitglieder, aktive, jugendliche u. passive, freundlichst eingeladen. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bc/cannt gegeben. Die Abteilungsleitung Wer inseriert erwirbt Vertrauen! Fremdenverkehrsverein Konstanz e.V. zur ordentlichen Hauptversammlung am Freitag, den 3. Nov, nachm. 16 Uhr im HOTEL HALM Gemäß | 15 der Vereinssatzung lade ich hiermit die Mitglieder des Fremdenverkehrevereins Konstanz e. V. zur ersten ordentlichen Hauptversammlung ein. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht 1940/50 2. Jahresvoranschlag 1950/91 9 Rechnungsbelicht der Jahresrechnung 1949/59 4. Saisonbericht 1950 i. Kurförderungsabgabe 6. Verschiedenes T. Beschlußfassung über Anträge, die bis 27. ds. Mts. an die Geschäftsführung des Vereins, Bahnhofplatz 6, schriftlich einzureichen sind. Um zahlreiches Erscheinen bittet der 1. Vorsitzende: Knapp, Oberbürgermeister ZÖPeeUe winke**... Lustiges Hausfrauen-Quiz mit Back- u. 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Die Hörerkarte, die auch zum Besuch der französischen Sprachkurse berechtigt und weitere Vergünstigungen im Rahmen der Volkshochschule gewährt, beträgt 15 DM, für Angehörige des Jugendbildungswejtees die Hälfte. Anmeldungen werden im „Haus der Jugend* und an den Abenden entgegengenommen. Wer Inseriert erwirbt Vertrauen! Zollpolitik ist Sozialpolitik - auch für den Landwirt Davon handelt der Leitartikel des neuen Heftes der „Landpost“, der insbesondere den Einfluß der Zölle auf die Preise der landwirtschaftlichen Produkte im Inland und beim Export erläutert. Dazu zahlreiche weitere Fachbeiträge: Bergbauer und Wald, Die Zersplitterung des ländlichen Grundbesitzes, Karbidschnaps oder Schwarzwälder Kirsch?, Stoppelraps gibt gutes Sauerfutter, Kartoffelmieten der Jahreszeit anpassen, Werbung für Obst- und Milchabsatz, gesundes Stallklima durch Wärmeschutz, Haustrunk aus Trestern, Reinhefe — eine wertvolle Gärhilfe, Düngung und Weidetechnik, Winterfütterung der Bienen, Hofübergabe. und Soforthilfe und vieles andere. Ferner: Ausführliche Marktberichte und Preisnotierungen, aktuelle Nachrichten für die Landwirtschaft, Umschau in der Technik, Neues aus den Verbänden und Genossenschaften, Winke für die Landfrau, über Garten und Kleintierhaltung. Dazu für den Feierabend Neues, Besinnliches und Kurioses aus der Heimat und aller Welt, Humor und der Anfang des spannenden Romans .Abenteuer in Venedig“. BEEIANDPOCT Das unabhängige Fach- and Famüienblatt für den Landwirt Im Südwesten Die Landpost erscheint vom November an jede Woche, sie wird dadurch viel aktueller und bringt zum gleichen Abonnementpreis ein Viertel mehr noch als schon bisher. Zu dem erweiterten Inhalt gehört ein besonders übersichtliches Stundenprogramm des Rundfunks, in dem man sofort sieht, was sich lohnt zu hören. Für nur 80 Pfg. monatlich (Einzelpreis 20 Pfg.) bekommen Sie die vielseitigen Hefte ins Haus gebracht (monatlich 10 Pfg. Zustellgeld). Auf Wunsch sendet Ihnen der Verlag der Landpost, Konstanz, Bahnhofstr. 8, auch gern, für Sie ganz unverbindlich, ein kostenloses Probehef t. Füllen Sie bitte den Bestellschein hierunter aus und geben Sie ihn der Ortsagentur der Landpost, dun Träger oder der nächst«! Vertrlebastelle des Südkurier oder schicken Sie ihn in unfrankiertem Umschlag an den Vertag. Das Abonnement können Sie auch beim Postamt oder Briefträger bestellen (monatlich t Pfennig Zustellgeld). 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Prediger Werner Schultz, Freiburg, spricht z«u dem Thema: Lebens ßienzfrträ^eu. ihr Atrge.dT Hierzu ist jedermann freund- lichst eingeladen, rintritt frei. Musikalische Umrahmung 1 Breitrandig muss er sein !-so witts die neue Hutmode. Erwerben Sie einen so flotten, kleidsamen Hut preiswert von gegenüber Rosgartammisaum Ängstlich schaut Frau Brausewetter, ob das Wetter nicht bald netterj wenn die Wolken nicht entflieba. let der Bodenglanz dahin. Frau Müller lacht ihr in's GesidSti sie versteht das einfach nicht. Schmutz ihrem Boden nicht schaden kann weil ne ihn wachst mit BODOSANt Farbglanzwachs Konstanz: St. Gebftards-Drog. Fr. Herrlen — Bodan-Drog. Knur, Rosgartenstr., gegenüber de» Städt. Sparkasse Reichenau: Drogerie Keller