X UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET SUDKURIER Erscheint Dienstag, Mittwoch, Donnerstag. Samstag. Bezug monatlich durch die Post 2.70 Mark, zuzügl. Verlag und Redaktion Konstanz, Marktstätte 4 7 JAHRGANG * MITTWOCH 14. MÄRZ 1951 * NUMMER 41 36 Pig. Postzustellgebühr, durch Träger 2.50 Mark. Tel.: 924, 925, 1130, 1510, 1511. Fernschreiber: 06628. ‘ zuztlgL 30 Pf. Trägerlohn — Einzelpreis 20 Pf. Bundeskanzler übernimmt Außenministerium Ernennung durch Bundespräsidenten bevorstehend — Ausbau der Auslandsvertretungen bereits im Gang BONN. IV. -Eigenbericht). Bundeskanzler Dr. Adenauer hat am Dienstag mit dem Bundeskabinett über die Einrichtung eines Auswärtigen Amtes gesprochen, die jetzt durch die Revision des Besatzungsstatuts ermöglicht worden ist. IDr. Adenauer wird vorläufig selbst das Außenministerium übernehmen, sobald seine Ernennung als Außenminister vom Bundespräsidenten ausgesprochen ist. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, hat sich im Kabinett kein Widerspruch erhoben. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Kanzler bei der Berufung seiner Minister völlig freie Band hat und nicht an die Zustimmung des Kabinetts gebunden ist Von Regierungsseite wird die Ueber- nahme des Außenministeriums durch den Bundeskanzler damit begründet, daß die Aufgaben des Ministeriums vorläufig doch noch stark beschränkt seien. Solange der größte Teil der Außenpolitik noch im Zusammenwirken mit den alliierten Hohen Kommissaren vor sich gehen müsse, sei es zweckmäßig, daß der Bundeskanzler zugleich auch diese Aufgabe übernehme, da der ganze Verkehr mit der Hohen Kommission in seiner Hand liege. Es wurde angedeutet, daß der Bundeskanzler das Außenministerium wieder abgeben wolle, sobald die Bundesrepublik die volle Souveränität wiedergewonnen habe und damit der Verkehr über die Hohen Kommissare aufhöre. Als Staatssekretär wird der bisherige außenpolitische Staatssekretär im Bundeskanzleramt, Professor Dr. Hallstein, auf das Auswärtige Amt übergehen. Wenn auch die Aufgaben noch beschränkt sind, so wird doch bereits ein völlig durchorganisiertes Ministerium geschahen. Der Ausbau der Auslandsvenbindungen geht im übrigen schneller voran, als man zu hoffen gewagt hätte. Nach dem Vatikan hatten bis zum Wochenende auch bereits Indien und Holland Verbindung mit der Bundesregierung aufgenommen und sich zum Austausch von diplomatischen Vertretern bereit erklärt. Weitere Länder werden in Kürze folgen. Dabei ergibt sich allerdings ein Problem, das auf korrekte Weise kaum zu lösen ist. Ein großer Teil der Staaten, die im Prinzip bereit sind, diplomatische Verbindung mit Deutschland aufzunehmen, hat nämlich noch nicht den Kriegszustand mit Deutschland beenden können, weil dies in den einzelnen Ländern zum Teil an sehr schwierige Bedingungen gebunden ist. Die Bundesrepublik wird sich also aller Voraussicht nach in nächster Zeit in der merkwürdigen Lage befinden, diplomatischen Verkehr mitLänBundesrepublik hält an Liberalisierung fest Vorschläge an die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas BONN. (W. - Eigenbericht.) Vizekanzler und ERP-Minister Franz Blücher hat dem Bundeskabinett über die Eindrücke berichtet, die er von seinem Besuch in Paris mitgebracht hat. Er befand sich über das Wochenende dort, um mit den Dienststellen der aus dem Marshallplan. entstandenen OEEC, der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit Europas Fühlung zu nehmen. Das Anwachsen des Defizits in der westdeutschen Zahlungsbilanz (mehr Einfuhr als Ausfuhr) hatte die Bundesregierung veranlaßt, eine zeit- weilige Sperre der sogenannten liberalisierten, d. h. von Handelshemmnissen befreiten Einfuhren vorzunehmen, ohne damit natürlich die Abwicklung der zwischenstaatlichen Geschäfte auf Grund von Handelsverträgen mit mengen- oder wertmäßigen Festlegungen zu beeinträchtigen. Die Position des Vizekanzlers in Paris war insofern etwas schwierig, als der Bundesregierung vorgeworfen wurde, sie habe mit ihrem teilweisen Einfuhrstop 'das ganze System des europäischen Handels in Unordnung gebracht. pemgegenüber ist nun von deutscher Seite darauf hingewiesen worden, daß die Bundesrepublik mit der Politik der Liberalisierung bisher sehr große Erfolge errungen hat. Angesichts der Tatsache, daß der deutsche Außenhandel im Jahre 1946 gleich Null war, hat das für seine Ernährung zu 50 Prozent einfuhrabhäogige Deutschland trotz des Verlustes der Ostgebiete und trotz des Zustroms von acht Millionen Flüchtlingen schon wieder einen bemerkenswert hohen Lebensstandard erreicht. Was den Außenhandel betrifft, so ist die Bundesrepublik doch immerhin schon wieder in der Lage, 72 Prozent ihrer Einfuhren aus dem Erlös des Exports zu bezahlen. Man könne nach diesem Erfolg, der im allgemeinen zu wenig gewürdigt werde, nicht von der Bundesregierung erwarten, daß sie die a!„c richtig erkannte Politik der Liberalisic.eftg bei dem Auftreten gewisser Spannungen (Einfuhren müssen meistens gleich bezahlt werden, für Ausfuhren muß häufig ein längeres Zahlungsziel gegeben werden) ohne weiteres aufgebe. Var allem wäre damit auch den europäischen Staaten selbst nicht gedient, deren Handelsmöglichkeiten im gleichen Maße zurückgehen würden. Die neuen Vorschläge der Bundesregierung an die OEEC, die dieser gestern überreicht worden sind, über die aber erst am 6. April verhandelt wird, zielen daher trotz anderslautender Ratschläge von ausländischer Seite grundsätzlich auf die Beibehaltung der Liberalisierung ab. Um den entstandenen Zahlungsschwierigkeiten zu begegnen, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, über die aber erst noch mit den Hauptgläubigern, vor allem mit Frankreich und England verhandelt werden muß. (Siehe auch die Stellungnahme der Bank deutscher Länder im heutigen Wirtschaftsteil unter der Uebersdhrift: „Kein totaler Einfuhrstop“.) Kurz notiert Die Türkei hat der Bundesregierung mitgeteilt, daß sie -das bisher beschlagnahmte deutsche diplomatische und konsularische Eigentum freigegeben hat. Der künftige Nuntius bei der Bundesregierung, Erzbischof Dr. Alois Münch, gab anläßlich der zwölfjährigen Wiederkehr der Krönung von Papst Pius XII. einen Empfang in Bad Godesberg, an dem auch Bundeskanzler Dr. Adenauer und Regierungsmitglieder teilnahmen. Die französische Nationalversammlung billigte am Dienstag das neugebildete Kabinett Queuille mit 388 gegen 180 Stimmen. Die Beisetzung des ersten Vorsitzenden des Landesbezirks Württemberg-Baden des DGB, Markus Schleicher, findet am Donnerstag auf dem Stuttgarter Waldfriedhof statt. Aus allen Teilen Westdeutschlands sind Beileidstelegramme eingetroffen, in denen die Tätigkeit des Verstorbenen gewürdigt wird. Der ehemalige Oberfeldkommandant von Lüttich, General Bernard von Claere, wurde aus dem Festungsgefängnis von St. Gilles in Brüssel entlassen, nachdem er am vergangenen Freitag von der Anklage des Kriegsverbrechens freigesprochen worden war. Im Lager Friedland bei Göttingen traf ein nener Transport mit 300 Heimatvertriebenen anß den Gebieten der Oder-Neiße-Linie ein. Zu dem Transport gehören über 200 Frauen und Kinder. 62 Fahrzeuge der Sowjetzonen-Binnen- schiffahrt lagen am Dienstag zur Ueberprü- fung ihrer Papiere an Westberliner Schleusen fest. Die Kontrolle wird nach dem gleichen Verfahren der Sowjetzonenbehörden gegenüber Fahrzeugen ans der Bnndesrepu- blick durchgeführt. An der Grenze des sowjetischen Sektors in Berlin schoß ein Volkspolizist anf einen nach Westberlin fliehenden Angehörigen der Sowjetzonen-Seepolizei, der unverletzt entkam. — Am Montag stellten sich insgesamt sechs Volkspolizisten unter den Schatz der Westberliner Polizei. Das Sowjetzonen-Postministerium hat die Entlassung von 60 Prozent aller männlichen Postangestellten angekündigt. Sie sollen für wichtige Betriebe des Bergbaus und der Schwerindustrie dienstverpflichtet werden. 18 000 Frauen sollen im März in Thüringen vom FDGB zu Arbeiten in der Schwerindustrie und im Bergbau verpflichtet worden sein. Für April rechnet man mit der Zwangsverpflichtung von weiteren 20 000 Frauen. Ein 60jähriger Augsburger Althändler, der in Wirtshausstuben im Kreis Tuttlingen als „Wunderdoktor“ praktizierte, wurde jetzt zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte sich selbst zum „Professor der Universität München“ ernannt. Ueber 100 000 Wiener sind gegenwärtig an Grippe erkrankt. In einigen Stadtbezirken mußten die Schulen geschlossen werden. Das Hotel Sacher in Wien wird am 1. April von den britischen Besatzungsbehörden wieder in österreichische Hände zurückgegeben. Zwei kleine Bomben explodierten am Montagabend in Rom — eine vor dem italienischen Außenministerium und die andere im Garten der USA-Botschaft. Beide Explosionen riefen nur geringen Sachschaden hervor. Der Vatikansender meldet, daß in Albanien 40 römisch-katholische Geistliche ohne vorheriges Gerichtsverfahren hingerichtet worden sind. Fast alle noch lebenden Geistlichen seien im Gefängnis. Der Oberste Sowjet der UdSSR nahm ln Gegenwart Stalins ein Gesetz' „für Verteidigung des Friedens“ an, auf Grund dessen „Kriegspropaganda in jeder Form“ ein Verbrechen gegen die Menschheit darstellt. Der Militärausschuß des amerikanischen Repräsentantenhauses lehnte die Gesetzesvorlage des USA-Senats ab, nach der das Einberufnngsalter auf 18 Jahre herabgesetzt werden sollte. Dagegen stimmte der Militärausschuß einer Verlängerung i der Dienstzeit auf 26 Monate zu. Die algerischen Behörden wappnen sich mit Insekten-Vernicbtongspulver nnd Flammenwerfern gegen eine bevorstehende Hen- schrecken-Invasion. Posten der französischen Fremdenlegion haben das Anrüchen großer Heuschreckenschwärme aus der Sahara gemeldet. dem zu pflegen, mit denen wir eigentlich noch im Kriegszustand sind. Für und Wider der Parteien BONN. Der Vorsitzende der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Dr. Heinrich von Brentano, begrüßte es, daß Dr. Adenauer vorläufig die Geschäfte eines Außenministers wahmimmt. Brentano erklärte: „Dies ist in voller Uebereinstimmung mit der CDU/ CJSU-Bundestagsfraktion geschehen“. Diese vorläufige Regelung müsse jedoch überprüft werden, wenn der Bundesregierung ihre volle außenpolitische Souveränität zurückgegeben ist. Der Bundeskanzler habe diesem Grundsatz zugestimmt. Von Brentano teilte mit, daß auch die Deutsche Partei die Ansicht der CDU 'OSU -Fraktion teile. Die FDP-Fraktion des Bundestages lehnte den Gedanken der Personalunion von Bundeskanzler und Außenminister ab. In einer Erklärung des Fraktionsvorsitzenden August Martin Euler wird betont, daß es nicht um ein personelles Problem, „sondern um die Sicherstellung der sachlichen Erfordernisse einer gut fundierten Außenpolitik“ gehe. Die SPD bezeichnet die Uebemahme des Außenministeriums durch Bundeskanzler Dr. Adenauer als „in jeder Hinsicht unzweckmäßig“. Sie wendet sich gegen die Konzentration so wichtiger Aemter in einer Hand; die Leitung der Außenpolitik „kann man nicht als Nebenbeschäftigung handhaben“. In der Stellungnahme der SPD-Fraktion heißt es abschließend, daß „die bisherige außenpolitische Linie des Bundeskanzlers — gekennzeichnet durch das Petersberg-Abkommen, die Passivität in der Saarfrage, die Akzeptierung des unmöglichen Status im Europarat, die Haltung zum deutschen militärischen Beitrag und zum Schuman-Plan — nicht der Weg ist, den das deutsche Volk im eigenen und im Interesse eines starken krisenfesten, demokratischen Europa zu gehen hat.“ Heuß beglückwünscht den Papst BONN. Bundespräsident Professor Theodor Heuß übersandte Papst Pius XII: zum Krönungstag am Montag folgendes Telegramm: „Eure Heiligkeit bitte ich, zum Krönungstag meine aufrichtigsten Glückwünsche entgegenzunehmen. Ich weiß, daß diese Wünsche von vielen Millionen geteilt werden, die Ihr segensreiches Werk zum Wohle der Menschheit dankbar anerkennen.“ Jeder Vierte ein Flüchtling STUTTGART. Die württembergisch- badische Regierung will im Bundesrat beantragen, daß wegen des Flüchtlingsumsiedlungsgesetzes der Vermittlungsausschuß angerufen wird. Das Kabinett stellte am Montag fest, daß die nach dem Gesetz für Württemberg-Baden vorgesehene Zuweisung von 25 000 Flüchtlingen über die Kräfte des Landes gehe. Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier wies vor Pressevertretern darauf hin, daß von den rund vier Millionen Einwohnern Württemberg-Badens 920 000 erst nach 1945 in das Land gekommen seien. Morrison fährt nach Paris LONDON. Der britische Außenminister Herbert Morrison wird am Freitag zum ersten Male in seiner neuen Eigenschaft als Chef des Foreign Office außerhalb Großbritanniens weilen. Er wird an einer Sitzung des Ministerausschusses des Europa-Rates teilnehmen. Die Sitzung wird zwei Tage dauern. Auf der Sitzung des Ministerausschusses sollen Pläne zur Revision des Statuts des Europa-Rates geprüft werden Erste Ballonsport - Veranstaltung nach dem Krieg in Bremen — Und die Münchener Konkurrenz mit Fastenbier Neue britische Waffe gegen U-Boote Unterhaus billigte vorläufigen Flottenhaushalt in Höhe von 3,3 Milliarden D-Mark LONDON. Das britische Unterhaus billigte ohne Abstimmung den Haushaltsvoranschlag 1951152 für die Kriegsflotte für den von der Regierung vorläufig 278 Millionen Pfund (rund 3,3 Milliarden DM) angefordert worden, sind. Der parlamentarische Staatssekretär des Marireministeriums, Caliaghan, gab bekannt, daß Großbritannien 232 neue Schiffe in seiner Flotte haben werde, wenn das gegenwärtige und das neue Bauprogramm fertig sind. Caliaghan stellte fest, daß Großbritannien in den letzten zehn Jahren offensichtlich seine Vorherrschaft zur See verloren habe: „Zum erstenmaV zeit Jahrhunderten Ist unsere Flotte von einem befreundeten Alliierten weit überflügelt worden“. Der britische Beitrag zur Verteidigung des nordatlantischen Raumes werde von den Amerikanern noch verdoppelt werden. Das nordatlantische Bündnis habe dem, was unter anderen Umständen ein schwerer und ungewisser Seekrieg geworden wäre, sichere Erfolgsaussichten verliehen. Im Kriegsfälle würde sich Großbritannien einer stärkeren U-Bootgefahr von der Sowjetunion her ausgesetzt sehen, als sie im letzten Krieg von Deutschland ausging. Dies werde dadurch ausgeglichen, daß die sowjetischen U-Boot-Flotten räumlich getrennt sind und sich nicht leicht gegenseitig unterstützen können. Bei der Gelegenheit gab Caliaghan eine neue Anti-U-Boot- Waffe bekannt, die in einem Arbeitsgang feindliche Unterwassereinheiten ortet und bekämpft. Flucht auf den 38. Breitengrad TOKIO. An der Oetflanke der Stellungen der Vereinten Nationen gingen die Kommunisten in regelloser Flucht auf den 38. Breitengrad zurück. Auch an der gesamten Korea-Front setzten sich die kommunistischen Einheiten kampflos weiter nach Norden ab. Im Mittelabschnitt haben sich die Streitlkräfte der Vereinten Nationen bis auf 8 Kilometer auf den wichtigen Knotenpunkt Hongchon herangeschoben, den der Feind um jeden Preis halten wiU. „Tarzan “-Bomben gegen Brücken TOKIO. Seit August vorigen Jahres .haben die USA-Luftstreitkräfte eine Anzahl drahtlos gesteuerter Fünf-Tonnen-Bomben Kommunisten organisierten Streik in Barcelona Proteste gegen zu hohe Preise — Truppenverstärkung nach Asturien BARCELONA. Ein Geschwader der spanischen Mittelmeerflotte lief in der nordostspanischen Hafenstadt Barcelona ein, in der 300 000 Arbeiter streiken. In der Stadt war es zu schweren Unruhen gekommen. Zur Verstärkung der nordwestspanisehen Garnisonen hat die spanische Regierung auch Truppen in das Bergbaugebiet von Asturien entsandt, da man in Madrid befürchtet, daß es auch in Asturien wie in Barcelona zu Ausschreitungen und Streiks kommen kann. Der spanische Kommundstenführer Luigi Longo erklärt in Rom, für den Streik der 300 000 Arbeiter und die Unruhen in Barcelona seien die spanischen Kommunisten verantwortlich. Seit zwei Tagen ist das wirtschaftliche Löben in der Zwei-Millionen-Stadt lahmgelegt. Ursache des Streiks, der von den Fabriken seinen Ausgang nahm, sind die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten. In Spanien hatte sich die inflationistische Entwicklung in den letzten Wochen in beängstigender Weise beschleunigt. Die Preise, die sich bisher im gemäßigten Tempo nach oben bewegten, überstürzen sich neuerdings, so daß es den Gegnern des Fraruco-Regimes nicht an Argumenten fehlte, um die schlecht bezahlten Arbeitnehmer aufzuwiegeln. Bei den Ausschreitungen wurden Taxis, die sich der allgemeinen Streikbewegung nicht anschließen wollten, von den johlenden Volksmengen gewaltsam zum Stehen gebracht und die Insassen gezwungen, die Wagen zu verlassen. Auf den Gemüsemärkten stürzten Jugendliche Verkaufsstände um. Während einer Sitzung des Stadtrates versuchten Demonstranten vor dem Rathaus brennende, petroleumgetränkte Lumpen in die Rathausfenster zu werfen. Später zündete die Menge einen vor dem Rathaus parkenden Sanitätskraftwagen an und hinderte die Feuerwehr am Löschen des Brandes. In dem Kommunique des Innenministeriums, das ngch einer Sondersitzung des Kabinetts veröffentlicht wurde, heißt es, der Generalstreik und die Demonstrationen in Barcelona seien „erfolglos“ vo» außerhalb Spaniens organisiert worden. — Der Streik ist der zweite Generalstreik unter dem Regime Franco, das Streiks gesetzlich verbietet. gegen besonders wichtige Ziele in Korea eingesetzt. Wie am Dienstag in Tokio bekannt wurde, heißt diese neueste amerikanische Waffe „Tarzan-Bombe“ (nach der Roman-Figur „Tarzan, der Affenmensch“). Der Flug der 7 Meter langen Bombe wird von dem Bombenschützen durch drahtlose Impulse gesteuert, die von einem Empfangsgerät in der Bombe auf- genommen werden und die Stellung der .Steuerflossen beeinflussen. Der Bomfoen- schütze verfolgt den Flug der Bombe, deren Schwanzflossen durch einen Leuchtsatz sichtbar gemacht werden durch ein Zielgerät. Die „Tarzan-Bombe“ ist gegen besonders wichtige und stark gebaute Brücken in Nordkorea eingesetzt worden. Nehru warnt vor Atombombe NEU DELHI. Der indische Ministerpräsident Nehru erklärte in Neu-Delhi, die Anwendung der Atombombe werde zujn Tode oder zur Invalidität von einer Milliarde Menschen führen und den physischen und moralischen Zusammenbruch der Menschheit zur Folge haben. Zu den Berichten aus Washington, daß General Eisenhower die Atombombe im Kriegsfälle „sofort“ einsetzen werde, sagte Nehru auf einer Pressekonferenz: „Wenn die Atombombe einmal von allen beteiligten Seiten im großen Umfange eingesetzt wird, würden bei vorsichtiger Schätzung eine Milliarde Menschenleben zerstört. Solche Maßnahmen können nicht zu befriedigenden Ergebnissen oder zur Erreichung irgendwelcher Ziele dienen“. „Taktischer Kommunismus“ BERLIN. Der von der SED-Parteileitung schon seit längerer Zeit geförderte „taktische Nationalismus“ unter langsamer Abkehr vom „proletarischen Internationalismus“ hat zu Konflikten mit älteren Kommunisten geführt, die mit der neuen Auslegung der Lehren von Marx, Lenin und Stalin nicht ganz einverstanden sind. Wie aus SED-Kreisen verlautet, erwägen viele ältere SED-Funktionäre eine Trennung von der Partei. Die alte Losung aus dem kommunistischen Manifest „Der Arbeiter hat kein Vaterland” wird jetzt von der SED unterdrückt oder als „nur zeitweilig gültige Formulierung“ hingestellt. Die betagte Lehrerin an der SED-Partei- Hochschule in Klein-Machnow, Frieda Ru- biner, wurde gerügt, weil sie sich gern als „vaterlandsloser Gesell“ bezeichnet haben soll. Hilfe für Witwen und Waisen BONN. Das Bundesa rbei tsminis terium hat den Ländern empfohlen, gemäß dem neuen Bundesversorgungsgesetz zunächst die Versorgungsbezüge der Schwerbeschädigten, der Witwen mit mehr als drei Kindern, der Witwen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben und nur auf ihre Renten angewiesen sind, sowie der Vollwaisen bis zum 15. Lebensjahre nach dem neuen. Satz festzustellen. Die Länder bearbeiten diese RentenfäUe zur Zeit. Für einen großen Teil des genannten Personenkreises sind die neuen Renten bereits festgestellt. Studienkonferenz der Bundesbahn KONSTANZ. Vom 14. bis 16. März findet in Konstanz die alljährliche Studienkonferenz der Bundesbahn mit Professoren der deutschen Universitäten und Hochschulen statt. - Veranstalter ist der Präsident der Deutschen Bundesbahn und Leiter der Hauptverwaltung Dr. Ing. e. h. Walther Helberg, der die Tagung mit einem Vortrag über die Verkehrs- und Wirtschaftsprobleme des von ihm geleiteten Untnemehmens eröffnet. Mittwoch, 14. März 1951 SÜDKURIEK Nr. 41 / Seite 2 Widerstand gegen Volksabstimmung Festgesetzter Termin ungesetzlich — Meinungsverschiedenheiten in den Parteien hi! Mi j 1 nt\ 1:i • FREIBURG. (W.S.-Eigenbericht.) Wie in Südwürttemberg, so wächst auch in Baden von Tag zu Tag der Widerstand gegen die Verschiebung der Landtagswahlen um ein Jahr und gegen die für den 8. April vorgesehene Volksabstimmung über die dafür notwendige Verfassungsänderung. Dabei richten sich die Vorwürfe nicht allein gegen die von den Abgeordneten des Landtages beschlossene Verlängerung ihrer eigenen Tätigkeit im Landtag, sondern auch gegen die eigentliche Durchführung der Volksabstimmung. So stellt sich z. B. die „Interessengemeinschaft zur Wahrung der verfassungsmäßigen Rechne“ auf den Standpunkt, daß der für die Volksabstimmung bekanntgegebene Termin, der 8. April, nach den gegebenen Bestimmungen nicht haltbar sei. Diese Vorschriften bestimmen, daß spätestens am 30. Tage vor dem Wahltag in den Gemeinden von mehr als 2000 Einwohnern jeder Wahlberechtigte schriftlich von Amts wegen von seiner Eintragung in die Wählerliste zu benachrichtigen sei. Da die Nachricht also bereits am 9. März in den Händen der Wähler hätte sein müssen (was nicht der Fall war) sei die Gültigkeit der Volksabstimmung anzufechten. Weiter heiße es in den Bestimmungen, daß die Wählerliste spätestens am 28. Tage vor dem Wahltag zur allgemeinen Einsicht eine Woche lang öffentlich auszulegen seien. Dieser 28. Tag sei der vergangene Sonntag, der 11. März, gewesen. Fast keine Gemeinde sei in der Lage gewesen, zu diesem Termin „rechtzeitig in ortsüblicher Weise bekanntzugeben, wo, wielange und zu welchen Tagesstunden die Auslegung erfolgt“. Damit stelle die Festlegung der Volksabstimmung auf den 8. April eine Verletzung der Landtagswahlordnung vom 17. 2. 51 dar und verletze indirekt den § 31 des Landtagswahlgesetzes vom 9. 1. 51. Außer dieser rechtlichen Seite hat die Frage der Volksabstimmung aber auch eine politische. Vor einer Volksabstimmung soll das Volk, wenn die Befragung nicht zu einer Farce werden soll, die Möglichkeit erhalten, in öffentlicher Diskussion das Für und Wider der Frage zu erörtern, zu deren Entscheidung es aufgerufen ist. Der Termin der Volksabstimmung sei aber so gelegt, daß eine öffentliche Diskussion kaum möglich sei. Am 18. März beginnt die Karwoche und die Osterwoche endet am 31. März. Für die Aufklärungsarbeit bleibt nur noch die Zeit vom 1.-7. April. In dieser kurzen Zeit könne sich jedoch die Wählerschaft, die „sonst so gerne als souveränes Volk“ bezeichnet werde, kein Urteil darüber bilden, ob sie dem von den „Mandatsträgern in eigener Zuständigkeit verabschiedeten verfassungsändernden Gesetz über die Verlängerung der Legislaturperiode zustimmen oder ob sie das Gesetz verwerfen will.“ Die Anberaumung der Volksabstimmung auf den WETTERVORHERSAGE des Amtlichen Landeswetterdienstes Von Süd westen her ziehen in rascher Folge Störungen nach Mitteleuropa hinein und gestalten die Witterung bei uns unbeständig. Aussichten bis Mittwochabend: Bei lebhaften bis frischen, in Höhenlagen stürmischen Winden aus Süd bis Südwest anhaltend starke Bewölkung und zeitweise Regen. Temperaturen nachts um 5 Grad, tagsüber zwischen 6 und 12 Grad. Wintersport: In den mittleren Lagen ist der Schnee weiter abgetaut, doch werden noch 30—80 cm fester Altschnee gemeldet. Oberhalb 1000 m beträgt die Schneehöhe im Nordschwarzwald über einen Meter und in den Gipfellagen des Südschwarzwalds über 2 Meter- Feldberg 247 cm fester Altschnee, Sport gut. Temperatur plus 2 Grad. Brend: 160 cm fester Altschnee, Sport gut, Temperatur minus 1 Grad. Bodenseeskihütte ob Balderschwang (Allgäu): 2 m Altschnee, Sport gut, Temperatur minus 6 Grad. 100 DM in Zürich: 13. 3.: 78/80 sfr. 8. April sei ungesetzlich und ein erneuter Beweis für die offizielle Macht des Staates, dem entgegengetreten werden müsse. Im südbadischen Ministerium des Innern, das die Vorbereitungen für die Volksabstimmung mittlerweile abgeschlossen hat, erklärte man, daß die Bestimmung „kein Evangelium“ sei, wonach den Wählern spätestens am 30. Tage vor dem Wahltag die Wahlkarte zugestellt sein müsse. Man wisse jedoch, daß die Stimmung in der Frage des Volksentscheides umgeschlagen habe und man sei nicht mehr so sicher wie am Anfang, daß der Verlängerungsantrag durchgehe. Das Interesse der Bevölkerung werde voraussichtlich sehr klein sein, so daß natürlich die Nein-Stimmen bei der Prozentrechnung bedeutend ins Gewicht fallen könnten. Jedenfalls hätte man auch die Wahlen für den Landtag am 29. April soweit vorbereitet, daß sie termingemäß stattfinden könnten. Die Parteien müßten bereits wenige Tage nach der Volksabstimmung im Falle einer negativen Entscheidung ihre Wahl Vorschläge einbringen. Auch in den Parteien Badens scheint man sich noch nicht recht schlüssig zu sein, wie man sich vor der Volksabstimmung verhalten soll. So veröffentlichte dieser Tage der Fraktionsvorsitzende der Freien Demokratischen Partei, der Abgeordnete Vortisch, einen Artikel, in dem er die Verlängerung der Legislaturperiode rechtfertigte. Schon am nächsten Tage hatte der Pressedienst der Freien Demokratischen Partei eine Notiz herausgehen lassen, daß dieser Artikel „nicht der Auffassung der Parteileitung und des Landesausschusses“ entspreche. Wie der Generalsekretär der Partei, Wolff, unserem Korrespondenten auf telefonische Anfrage erklärte, wird sich der Landesausschuß der Partei am kommenden Samstag erneut mit dieser Frage beschäftigen. Allgemein sei man der Ansicht, daß bei der unsicheren Lage in der Frage des Südweststaates eine Verschiebung der Landtagswahlen nicht gerechtfertigt sei und daß man dem Volk das Grundrecht derWahlen nichtentziehen dürfe. Auch in der Landesleitung der CDU scheinen Meinungsverschiedenheiten in dieser Frage aufgetreten zu sein. Man hört, daß besonders die Vertreter der altbadischen Richtung sich gegen eine Verlängerung der Legislaturperiode ausgesprochen haben. Starke Flanken für Atlantikpakt-Staaten Eisenhower für Aufnahme Spaniens, der Türkei, Griechenlands und Jugoslawiens WASHINGTON. Der atlantische Oberbefehlshaber General Eisenhower hat vor Ausschüssen des USA-Senats erklärt, von einem rein militärischen Standpunkt aus gesehen befürworte er die Aufnahme Spaniens, der Türkei, Griechenlands und Jugoslawiens in die nordatlintischen Verteidigungsvorbereitungen. Die Atlantikpakt- Staaten würden „eine wirklich starke Flanke an Stelle einer schwachen“ haben, wenn diese Staaten von starken amerikanischen Luft- und Seestreitkräften gestützt würden. Zur Frage einer jugoslawischen Teilnahme an den westlichen Verteidigungsanstrengungen erklärte Eisenhower: „Wenn es eine politische Formel gibt, unter der wir die Jugoslawen in das westliche Ver- teiddgungssystem bringen und sie bewaffnen können, dann bin ich für die Mitarbeit der Jugoslawen“. Dollars für unentwickelte Gebiete WASHINGTON. Nahezu die Hälfte der Erdbevölkerung ist in wirtschaftlich rüdeständigen Gebieten beheimatet. Ein von Präsident Truman geschaffener Ausschuß hat angeregt, sämtliche wirtschaftlichen Auslandshilfs-Programme der Vereinigten Staaten bei einer einzigen Behörde zusammenzufassen und diese gleichzeitig mit weiteren 500 Millionen Dollar auszustatten. Die Erhöhung des Lebensstandards in den unentwiekelten Gebieten Asiens, Amerikas und Afrikas werde die Chance, daiß der Friede gewahrt werden kann, wesentlich erhöhen. Wirtschaftliche Fortentwicklung schließt den Kampf gegen die Seuchen, Erhöhung des Bildungsniveaus, Boden- und Verwaltungsreformen mit ein. De Gasperi bei Attlee LONDON. Der italienische Ministerpräsident de Gasperi und Außenminister Graf Sforza begannen am Dienstag ihre Besprechungen mit Premierminister Attlee. De Gasperi und Sforza wurden vom König im Buckingham-Palast in Audienz empfangen. Am Mittwoch gibt ihnen Premierminister Attlee ein Essen. Für Donnerstag sind Ansprachen de Gasperis vor dem ständigen Exekutivausschuß der Atlantikpaktstaaten und vor einer Vollsitzung beider Häuser des britischen Parlaments vorgesehen. Israel fordert Reparationen TEL AVIV. Israel hat den USA, Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion mitgeteilt, daß es von Deutschland 1,5 Milliarden Dollar (6,3 Milliarden DM) fordert. Die Forderung rührt, wie es heißt, von dem tatsächlichen körperlichen und materiellen Schaden her, den die Juden in dem seinerzeit von dem nationalsozialistischen Deutschland besetzten Europa erlitten haben. Sie umfaßt ferner finanzielle Aufwendungen Iraels für Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die vier Großmächte werden in den Noten ersucht, die »Frage der israelitischen Reparationsforderungen auf die Tagesordnung der geplanten Viermächte-Außenministerkonferenz zu setzen. Trappenübungsplätze gesucht DEN HAAG. Die holländische Regierung will, wie aus einer Erklärung des amtierenden Kriegsministers S’Jakob hervorgeht, die Dauer der Militärdienstpflicht von 12 auf 18 Monate verlängern. Der Minister betonte, die Verwirklichung dieses Planes hänge davon ab, daß holländische Truppen in der britischen Besatzungszone Deutschlands untergebracht und ausgebildet werden können. In Holland selbst stehe nicht genug Raum für größere militärische Uebungen zur Verfügung. Gnadengesuch für Kolrep GÖTTINGEN. 17 OOO Einwohner der Stadt Göttingen haben einen Aufruf unterzeichnet, in dem um die Freigabe des von einem Militärgericht in Lille zum Tode verurteilten ehemaligen Oberstleutnants Kolrep gebeten wird. Kolrep hatte einen französischen Zivilisten im Mai 1940 vor ein Standgericht steilen lassen, als dieser auf frischer Tat ertappt wurde, wie er aus einem Hinterhalt auf deutsche Soldaten schoß. Dafür wurde Kolrep 1947 an Frankreich aiusgeliefert und zum Tode verurteilt. Nachdem der Kassationshof in Paris eine Revision des Angeklagten verworfen hat, besitzt das Urteil Rechtskraft. Mitglied statt Beobachter BONN. (W.-Eigenbericht.) Im Bundeskanzleramt hofft man zuversichtlich, daß in der nächsten Sitzung des Ministerrates der Europa-Union, die am kommenden Freitag beginnt, die Bundesrepublik zum letzten Mal durch einen Beobachter vertreten sein wird. Man nimmt an, daß nach der Errichtung des Auswärtigen Amtes in Bonn der Ministerrat der Europa- Union die Aufnahme Deutschlands als vollgültiges Mitglied in den Europa-Rat beschließen wird. Bisher war die Bundesrepublik nur „assoziiertes“ Mitglied und hatte daher auch keine Stimme in dem entscheidenden Ministerrat der europäischen Union. Vermißter Vater im Film entdeckt Pommersche Flüchtlingsfamilie hofft nach sieben Jahren auf ein Wiedersehen Sonderbericht für den Südkurier Als vor wenigen Tagen im holsteinischen Bad Segeberg der Film der Inneren Mission „Es war ein Mensch“ vorgeführt wurde, ertönt mitten aus dem Publikum plötzlich ein vierfacher Aufschrei. „Das ist ja Vater“, ruft die Familie Storm einstimmig. Man hat eben auf der Leinwand das Gesicht eines alten pommerschen Bauern gesehen, der einsam in den Dünen saß und sich den hellen Meersand durch die Hände rinnen ließ. Die Stimme des Sprechers sagte dazu wie eine Bestätigung: „Ein Bauer aus Pommern!“ Sieben lange Jahre hat Erich Storm aus Zozenow (Kreis Rügenwalde) in Pommern seinen Vater nicht mehr gesehen. Ende 1943 war er zum letztenmal auf Urlaub. Dann geriet er gegen Ende des Krieges in englische Gefangenschaft und wurde 1946 im Lager Segeberg entlassen. Die Rückkehr in die alte Heimat war nicht möglich. Storm blieb in Segeberg hängen, zumal er hoffte, daß hier auch 'eines Tages seine Angehörigen ankommen würden. Seine Frau und zwei Kinder waren nach dem Waffenstillstand in Pommern geblieben. Doch es war damit zu rechnen, daß die Polen sie über kurz oder lang ausweisen würden. Dann wären die Storms zunächst nach Segeberg als dem größten Lager gekommen. Tag für Tag wanderte Erich Storm ins Lager und suchte zwischen Tausenden von Ausgewiesenen nach seiner Frau und seinen Kindern. Er fand sie nicht, obwohl sie tatsächlich eine Nacht in den dortigen Baracken gelegen hatten. Tags darauf wurde die Frau mit ihren beiden Kindern in die Nähe von Kiel gebracht und fand dort ein kümmerliches Unterkommen. Als der Ehemann sie endlich auf Grund der Flüchtlingskartei entdeckt hatte, wartete eine neuerliche Enttäuschung auf ihn. Man hatte seine Angehörigen inzwischen nach Rendsburg am Kaiser-Wilhelm-Ka- nal weitergeschickt. Endlich, im Sommer 1947, fand sich die Familie wieder zusammen. Es fehlte nur noch der Vater Storm, der seine alte Heimat nicht mit der Schwiegertochter und den Enkelkindern verlassen hatte. Die Storms in ihrer recht bescheidenen Nissenhütte gaben die Hoffnung nicht auf, auch noch das letzte Familienmitglied eines Tages wiederzufinden. Man lebte recht ärmlich von einer kleinen Rente und der Erwerbslosenunterstützung, denn Erich Storm hatte in der holsteinischen Kleinstadt nur geringe Chancen, seinen alten Beruf auszuüben. Ein Kinogang war bei dem schmalen Etat nicht möglich. Doch als Curt Oer- tels Missionsfilm „Es war ein Mensch“ für die Flüchtlinge vorgeführt wurde, kannte man ein paar Plätze erobern. Dieser Abend sollte zum Erlebnis für die vier Heimatlosen werden. Alle vier entdeckten zur gleichen Zeit den Bauern Franz Storm auf der Leinwand. Für sie gibt es keinen Zweifel mehr: der Vater bzw der Großvater ist irgendwo in Süddeutschland, wo der Film seinerzeit gedreht wurde. Sie haben jede seiner typischen Bewegungen wiedererkannt. Auch die Größe, der nicht alltägliche Schnurrbart, alles stimmt. Schon ist der Suchdienst alarmiert. Schon sind Schreiben nach Stuttgart und anderen Orten unterwegs. Die flimmernde Leinwand kann nicht getäuscht haben. Die vier Storms in ihrer Eisenhütte haben wieder Hoffnung, eines Tages gemeinsam eine neue Existenz aufbauen zu können. „Ich habe warten gelernt“, sagt der pommersche Flüchtling und lächelt in sich hinein. „Ich weiß, daß ich meinen Vater gesehen habe. Ein Sohn sollte sich doch nicht täuschen!“ In die ärmliche Hütte am Stadtrand ist wieder Hoffnung eingezogen. Zugeständnisse oder nur Taktik? Gromyko hat in Paris noch nicht „Njet“ gesagt PARIS. Ein sowjetischer Sprecher erklärte, die Sowjetunion habe an der von ihr vorgeschlagenen Tagesordnung für die Konferenz der vier Außenminister Abänderungen vorgenommen, um den West- mäebten entgegenzukommen. Die Abänderungen bezögen sich auf den zweiten Punkt des sowjetischen Entwurfs. Darin sei jetzt von der „Wiederherstellung der deutschen Einheit und dem Abschluß eines Friedensvertrages mit Deutschland“ die Rede, während dieser Punkt ursprünglich folgenden Wortlaut hatte: „Erwägung des Abschlusses eines Friedensvertrags mit Deutschland und anschließende Zurückziehung der Besatzungsmächte aus Deutschland“. Das bisherige Ergebnis der Pariser Vorkonferenz wurde im Quai d’Orsay mit den Worten. gekennzeichnet: „Kleine Zugeständnisse der Sowjetrussen, die eher den Charakter taktischer Manöver haben, um desto entschiedener an den Punkten fest- halten zu können, die der sowjetischen Delegation als die für sie wesentlichen erscheinen.“ In Pariser Konferenzkreisen drückte man die Ansicht aus, daß sich zwar noch kein Kompromiß in den gegensätzlichen Auffassungspunkten der westlichen und der sowjetischen Delegation anzubahnen scheine, daß aber der unpolemische Ton der Verhandlungen nach wie vor erkennen lasse, daß alle Teilnehmer der Konferenz der stellvertretenden Außenminister auf ein Kompromiß zustrebten. Es wird angenommen, daß die Vorkonferenz bis Ende der Woche ihr Ende finden dürfte. Deutsche Sozialisten in Paris PARIS. ' Der Bremer Senatspräsident Kaisen führte am Dienstag zum Abschluß seiner Frankreichreise eine Unterredung mit dem französischen Sozialisten Andre Philip über die Möglichkeiten, die Beziehungen zwischen der SPD und der Sozialistischen Partei Frankreichs enger zu gestalten. Am Montagabend traf eine sechsköpfige Abordnung südbadischier Sozialdemokraten ein, die ebenfalls mit maßgebenden französischen Sozialisten Verhandlungen über eine engere Zusammenarbeit aufnehmen wili. Der badischen Abordnung gehörte u. a. der Bundestagsabgeordnete Friedrich Maier und der südbadische SPD-Vorsitzende Richard Jäckle an. 7 Vierer-Vorkonferenz in Paris: Bringt er wieder die alte Platte? (Die Weltwoche, Zürich) SÜDKURIER Verantwortlich für Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Dougias- Wirtschaft: Dt. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emainuel Reindl. Heimat: Aloi6 Bede, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Drude: Druckerei und Verlagsanstalt Konstanz GmbH. Ueber Erziehung Eine Plauderei von Peter Baxnm So unzufrieden der Mensch gemeinhin mit den mächtigen Göttern ist, so zufrieden ist er, wenn er seilbst die Rohe der mächtigen Götter spielt. In der Umwelt des Kindes sind die Erzieher eine Art von mächtigeil Göttern. Ununterbrochen greifen sie mit ihrer Erziehung in das Leben des Kindes ein. Was die Wirkung anlangt, die diese Eingriffe für das menschliche Glück zur Folge haben, so sind im allgemeinen die Erzieher dabei glücklicher als die Kinder. Das Wort Erziehung besagt, daß dem Kinde etwas beigebracht werden sch, was es von Natur nicht besitzt Tiere haben keine Manieren- Nun ist zwar, etwas zu erlernen, eine kurzweilige Sache, wenn für das, was erlernt werden soll, ein Talent vorhanden ist. Aber für die meisten Dinge, die der Mensch erlernen muß, hat er kein Talent Unzweifelhaft ist ein Kind in der Wiege ziemlich glücklich- Es darf nicht nur alles tun, was es will, sondern auch allesi, was es will, ist ihm bekömmlich, in der Wiege lebt der Mensch noch von seinen Instinkten. Leider • hat er von diesem Zustand seines Glücks kein Bewußtsein. Die ersten Stadien der Erziehung, die alle Mütter der Welt instinktiv, das heißt ohne Ueber- legung, richtig durchführen, sind Dressur. Es gibt nichts in der Welt, was man mehr bewundern muß, als diese Art von genialer Geduld, mit der eine Frau ihrem Kinde „auf die Beine hilft“. So wie das Kind die Sprache ohne Lehrer erlernt, so erwirbt es den ersten Grad der Selbständigkeit seines Daseins ohne Bewußtsein. Gerade das Bewußtsein seiner seihst ist es, was es erwirbt Der Konflikt zwischen Kind' und Erzieher tritt erst in Erscheinung, wenn das Kind ein Bewußtsein seiner selbst erwor 7 ben hat, wenn es ein Persönchen geworden ist Von diesem Augenblicke an hat es seine eigene Umwelt. Diese Umwelt ist von der Umwelt des Erziehers in jeder Beziehung vollständig verschieden. Das wesentliche Merkmal der Umwelt des Kindes ist daß sie magischer Art ist während die Umwelt des Erziehers rationaler Art ist. Die Erwachsenen, diese mächtigen Götter, wissen, daß das Kind einmal erwachsen werden wird, eine Sache, von der das Kind in seiner maigischen Umwelt keinerlei Vorstellung hat. Es kennt den Begriff der Entwicklung nicht Es lebt ohne Absicht in seiner Gegenwart Der Wunsch des Kindes, „größer zu werden“, entspringt nur seiner listigen Vermutung, daß es davon Vorteile haben wird. Indem wir dem Kinde Hoffnung auf eine bessere Zukunft machen, berauben wir es des Glücks seiner Gegenwärtigkeit Wenn die Erwachsenen die Erziehung darauf aus- richten, dem Kinde beizub ringen, was es als Erwachsener einmal brauchen wird, so glauben sie, daß sie dem Kinde Wohltaten erweisen. Auch erwarten sie, daß das Kind später begreifen wird, daß es Wohltaten waren, die ihm erwiesen wurden. Der Irrtum, den die Erzieher begehen, ist der, daß sie glauben, die Erziehung, von der sie wissen, daß sie im Hinblick auf die Zukunft des Kindes einen Sinn hat habe auch für die Gegenwart des Kindes einen Sinn. Das ist natürlich nicht der Fall Erinnern wir uns unserer Knabenjahre, jener unvergeßlichen und kostbaren Lebenslust die uns mit dreizehn Jahren erfüllte. Die Anweisungen, die uns damals aus der Umwelt der mächtigen Götter erreichten, wurden zwar, soweit es sich nicht vermeiden ließ, befolgt Einen Sinn hatten sie für uri6 entschieden nicht Welche Verachtung empfanden wir für die, welche die Anweisungen der mächtigen Götter gläubig befolgten, für die, welche brav Waren. Was für ein vorzügliches Wort ist Ungezogenheit welche das Un — gezogene, welches das Natürliche ist bezeichnet Der Erzieher behandelt die Umwelt des Kindes vom Gesichtspunkt des Erwachsenen aus. Er erzieht das Kind zu seiner Umwelt und ihren Konventionen. Wo die Umwelt des Kindes diesem Vorhaben entgegensteht wo es diese Konventionen nicht zu begreifen vermag, nimmt er keine Rücksicht ist er ein strenger Erzieher, nimmt die Tränen in Kauf. Ueber die Berechtigung seines Anspruchs macht er sich keinerlei Gedanken. Diese Gedankenlosigkeit beruht auf dem Vorurteil, daß die Umweit des Erwachsenen einen höheren Wert habe als die Umwelt des Kindes. Das ist natürlich nicht der Fall Die Umwelt des Erwachsenen hat gegenüber der Umwelt des Kindes nur die Eigenschaft daß sie ihr zeitlich folgt Aus der zeitlichen Folge kann man keinen. Wert afoleitem. Wenn die Wertigkeit der Umwelten sich aus ihrer zeitlichen Folge ergäbe, wenn also die Umwelt des Erwachsenen deshalb mehr Wert wäre als die des Kindes, weil sie ihr folgt, dann wäre natürlich auch die Umwelt das Greises mehr wert als die des Erwachsenen. Es gibt alte Kulturen, in denen das hohe Alter des Menschen für wertvoller gehalten wird als das mittlere Alter. Das ist bei den Chinesen der FalL Die Bibel wiederum sagt: „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder . . .“ Der Grund für die Bevorzugung eines anderen Alters als das, welches der Mensch unserer Zeit für das wertvollste hält, ist nicht die zeitliche Folge. Die Chinesen schätzen das hohe Alter, weil sie für die wertvollste der menschlichen Möglichkeiten die Weisheit erachten. Die Bibel preist die Kinder, weil sie für die wertvollste der menschlichen Möglichkeiten die Unschuld des Herzens erachtet. Der heutige Mensch schätzt allein die Vernunft und die Tätigkeit Man könnte sich durchaus sowohl eine Zivilisation vorstellen, deren Ziel es wäre, Kinder so zu erziehen, daß sie die Fähigkeit hätten, in ihrem Alter weise zu werden, wie eine Zivilisation, deren Ziel es wäre, Kinder so zu erziehen, daß sie die Fähigkeit hätten, die Unschuld ihrer Herzen zu bewahren. Im ersten Falle würde der Mensch in seinem Alter glücklich sein, im zweiten Falle in seiner Kindheit. Unser Ziel ist, Kinder so zu erziehen, daß sie vernünftig und tüchtig werden. Damit erreichen wir, daß sie in ihrer Kindheit nicht glücklich sind und in ihrem Alter nicht weise werden können. Wir bringen ihnen die Fähigkeiten bei, deren sie bedürfen, um in unserer Umwelt sich zu behaupten. Wenn die Kinder dann erwachsen und ebenso unglücklich geworden sind wie wir selbst und wir aus unserer Umwelt in Richtung der Weisheit entschreiten, ist der letzte Anspruch der mächtigen Götter von ehedem der auf die Dankbarkeit der Kinder von ehedem. Wenn die Kinder, ehedem, eine gute Erziehung genossen haben, pflegen sie diesen Anspruch zu erfüllen. KULTURNACHRICHTEN Prof. Ludwig Justi, der langjährige Direktor der Berliner National-Galerie und seit 1947 Generaldirektor der staatlichen Museen im Sowjetsektor Berlins, wird am 14. März 75 Jahre alt. 1909 wurde Justi zum Direktor der Berliner Nationalgalerie berufen und gab dieser Kunstsammlung durch wertvolle Ankäufe und eine vorbildliche Neuordnung ein neues Gesicht. Zugleich gelang es ihm, der modernen Malerei den Zugang zur National- Galerie zu öffnen. Als „Begünstigter der entarteten Kiuftst“ wurde Justi 1933 von seinem Posten entfernt. Dr. Otto Erdmannsdörferj inaktiver ordentlicher Professor für Mineralogie und Petrographie an der Universität Heidelberg, vollendete am 11. März das 75. Lebensjahr. Professor Efdmanns- dörfer hat vor allem die geologisch komplizierten Gebiete im Harz, Schwarzwald und Odenwald in langjähriger Forschungsarbeit untersucht. Carl Zuckmayers „Gesang im Feuerofen“ soll in holländischer Sprache die Spielzeit 1951/1952 der „Jong Nederlands Toneei“ in den Haag eröffnen. Der Sender „Katholieke Radio Omroap“ in Hilversum plant die Sendung des Dramas. Bruckners neuentdecktes Streichquartett in c-tnoll, das Rudolf Köckert in Bamberg gefunden hat, ist bei der Hainburgischen Vereinigung von Freunden der Kammermusik vomKöckert- Quartett uraufgeführt worden. Das Werk stammt aus der Zeit vor den Symphonien, da Bruckner als Linzer Domorganist noch Kompositionsstudien trieb. Das Stuttgarter Kammer Orchester ist in Paris mit dem „Grand Prix 1951“ für Sehallplattenaufnahimen ausgezeichnet worden. Das Orchester unter Leitung von Karl Münchinger hatte in der französischen Hauptstadt mehrere Schallplatten mit dem vierten Brandenburg! - sehen Konzert von Johann Sebastian Bach bespielt. Die Platten sind jetzt auch in Deutschland herausgekommen. Das Europa-College Brügge unternimmt als erste einer Reihe von Reisen durch europäische Staaten vom 13. bis 18. März eine Studienreise durch die Bundesrepublik. Sie begann in Aachen und führt über Duisburg, Dortmund, Düsseldorf und Köln nach Bonn. Im Europa-College, das unter dem Patronat des Europa- Rates steht, studieren zur Zeit 38 Studenten, darunter 5 deutsche. Zu den Dozenten gehört der deutsche Publizist Dr. Eugen Kogon. Kirsten Flagstad, die große Sopranistin, deren Rückkehr zur New Yorker Metropolitan Opera nach zehn Jahren vor einigen Wochen zu einem triumphalen Erfolg wurde, beabsichtigt, sich von der Bühne zurückzuziehen und künftig nur noch in Konzerten au»u treten. Mittwoch, 14. März 1951 SÜDKÜRIEB Nr. 41 / Seite I Touristenstadt Werbung in der ganzen Welt — Internationale Veranstaltungen und Messen Von unserem Berliner Vertreter Berlin, das jüngste deutsche Land, hat tn diesem Jahr viel vor. Es hat den Ehrgeiz, eine „magnetische Kraft“ auszustrah- len, die Touristen aus allen Ländern der • Welt aneiehen soll. 173 000 Besucher ans der Bundesrepublik und aus dem Ausland haben 1949 in den Hotels, Pensionen und Gaststätten Westberlins übernachtet. Nur 36 000 mehr waren es im vorigen Jahr. Jetzt aber ist man dabei, Pläne auszuarbeiten, um eine wesentliche Erhöhung des Fremdenverkehrs zu erreichen. Denn 1943 noch, als Berlin schon unter dem Luftkrieg zu leiden hatte, konnten immerhin noch 1700 000 „Uebemachfcungsfremde“ in Berlin gezählt werden. Da ist einmal die Werbung im Ausland. Man druckt Plakate mit der Freiheitsglocke, dem großen Messegelände, man druckt Werbeprospekte, die den „Kurfürstendamm bei Nacht“ und manches andere Sehenswerte der „internationalsten Stadt Deutschlands“ zeigen werden. In der Stadt selbst sollen Begrülßungskomitees gebildet werden, die sich aus prominenten Geschäftsleuten, Behördenvertretem und maßgeblichen Persönlichkeiten zusammensetzen. 360 Hotels und Pensionen mit 5600 Betten warten in Berlin auf Gäste. Wesentlich zur Hebung des Fremdenverkehrs dürften die großen Messen und Veranstaltungen beitragen, die in Berlin in diesem Jahr stattfinden werden. Den Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltungen werden freilich die Internationalen Fiimfestspiele bilden, die vom 6. bis 17. Juli stattfinden. Voraussichtlich Werden sich 21 Nationen daran beteiligen. Die preisgekrönten Filme werden dann in der Berliner Waldibühne, dem größten Freilichtkino Europas, gezeigt werden. 26 000 Personen können hier Platz finden, Bälle, Matinees, Mbdeschauen und Konzerte werden den Rahmen dieser Fiimfestspiele bilden. Und internationales Gepräge wird auch die „Berliner Festspielwoche“ haben, die im September bei großer Besetzung abrollt. Sie bringt außerdem eine Premiere: Die Wiedereröffnung des Berliner Schillertheaters in der Bismarckstraße in Charlottenburg. Das Parkett mit seinen 22 Sitzreihen und 800 Plätzen und der Rang mit 360 Sitzplätzen gehen baulich ineinander über, so daß der Rang fast bis in das Parkett reicht. Der Zuschauerraum wird durch ^eine mehr auf Dämpfung und Intimität gestellte Holzfarbe den Zuschauer in erwartungsvolle Stimmung versetzen. Intendant dieses Theaters wird Boleslaw Barlog werden, der bereits jetzt als Intendant des Berliner Schloßpark-Thea teis weit über die Stadit hinaus zu einem Begriff geworden ist. Berlins Charakter als Ausstellungs- und Messestadt wächst ständig. Alles, was hier in diesem Jahr gezeigt werden wird, sind nicht etwa einseitige Berliner, sondern gesamtdeutsche und internationale Schauen. Da ist im März die „Deutsche Sportaussteilung“. Im Mai folgt die „Deutsche Gastwirtsmesse“. Eine „Internationale Autoschau 1961“ wird nach Beschluß des „Büreau permanent international des con- structeurs d’ automobiles“ nicht nur im April in Frankfurt staittfinden. Sie wird vom 6. bis 16. September auch in Berlin wieder Hunderttausende anlocken. Die „Deutsche Industrieausstellung Berlin 1951“ kann im Oktober vielleicht schon auf insgesamt 70 000 qm Ausstellungsfläche abgehalten werden. Wenn auch Berlin heute eine „Insel“ ist, so führen doch auch Landwege zu ihr. Allerdings nimmt der Flugverkehr seit der Preisherabsetzung ständig zu. Der Flugplatz Tempelhof, im amerikanischen Sektor der Stadt, wird bald wieder Berlins Zentralflughafen sein. Während der südöstliche Teil der Flugplatzanlagen weiterhin der amerikanischen Besatzungsmacht für militärische Zwecke dienen wird, sollen die am Tempelhofer Damm gelegenen Gebäude und Anlagen ausschließlich dem zivilen Passagierverkehr zur Verfügung stehen. Ueber 30 Flugzeuge der „Pan American World Airways“, der „British European Airways“ und der „Air France“ starten täglich von dort, genau so viele kommen an. Im Passagierverkehr steht Berlin heulte an zweiter Stelle hinter FrankfurtlMiam, im Post- und Frachtverkehr übertrifft es die Flugplätze im Bundesgebiet bereits. Für diejenigen Besucher, die am Abreisetag gern bis auf die letzte Minute schlafen oder die zu später Stunde in Berlin ankommen, wird über der Wartehalle des Flugplatzes ein zweistöckiges Hotel erbaut. Die Wartezeit kann man in einem Flugplatzrestaurant verkürzen. Und in einer 200 m langen Wandelhalle werden Passagiere direkt am Flugsteig auf die Maschinen warten können. Freilich — der „Touristenstadt“ Berlin fehlt noch vieles. Teils wurde das Fehlende ein Opfer des Krieges, teils ein Opfer der Spaltung der Stadt. So verfügt Westberlin heute weder über ein Variete noch über ein Operetten-Theater. Aber der Plan ist aufgetaucht, in der Täuentzienstraße ein Operettentheater zu bauen; das 1500 Besuchern Platz bieten kann. Wenn die finanziellen Mittel — die amerikanische Hohe Kommission hat finanzielle Unterstützung zugesagt — rechtzeitig beschafft werden können, wird es vielleicht noch 'bis zum Beginn der Berliner Festspielwoche im September fertiggestellt werden können. Die Notwendigkeit eines . solchen Theaters mit erstklassigen Kräften — übrigens auch ein Beitrag zur Förderung des Fremdenverkehrs — zeigt sich daraus, daß allein in den 312 Tagen des Gastspiels von Heinz Henischke 82 000 Berliner die Operette .JMäske in Blau“ in der in aller Eile zum Operettentheater notdürftig umgestalteten Sporthalle am Funkturm sahen. Ein Variete-Theater mit 2000 Plätzen würde auf dem Kurfürstendamm entstehen. Berlins „Boulevard“ will sich überhaupt in einigen Monaten in einem veränderten Kleid zeigen. 800 Platanen werden im Frühjahr an die Stelle der früheren Ulmen gepflanzt, die ein Opfer des Krieges wurden. Mit der Deutschlandhalle, deren Wiederaufbau geplant ist, soll in Berlin wieder eine Stätte für Sportgroß- veranstaltumgen geschaffen werden, die 16 000 bis 17 000 Zuschauer fassen kann. Helsinki zwischen West und Ost Zwei Welten treffen sich in Finnlands Hauptstadt Von unserem Stockholmer Vertreter „Das Moskauer Ballett tanzt“, leuchtet es in roten Riesenlettern von den Anschlagsäulen, und daneben „Gastspiel junger sowjetischer Künstler“. Etwas tiefer „Leningrader Boxmannschaft tritt an“. Davor stehen Menschen. Im pelzverbrämten Habit manche, die meisten schlicht, sehr bäuerlich gekleidet, von Stulpenstiefeln bis zur Schiebermütze. Fast wie in Moskau oder sonst irgendwo zwischen Leipzig und Wladiwostok. In der Kunstgalerie „Artek“, zwei Straßenzeilen weiter, residieren die Franzosen: Picasso, Matisse, Braque. Und zwischen dieser magischen Welt der Farbe wandeln Verzauberte, sehr elegant, sehr interessiert an den Preisen, platonisch, versteht sich. Fast wie in Paris oder sonst irgendwo zwischen Berlin und New York. Zwei Welten, unvereinbar für Millionen. Nicht so in Helsinki, der Stadt jenseits des großen Hohlraums zwischen Ost und West. Und wer’s nicht glauben kann, der lasse sich im Finnischen Nationaltheater bei Sartre und Giraudoux die dramatisierte Lebensangst des Westens zeigen und bestaune*tags darauf in der Kunsthalle die Kolossalgemälde der großen „Schau sowjetischer Kunst“. Zwischen wandgroßen Revoiutionsbtfdern und dem gemalten „Marsch auf Berlin“ wird er* sich an München erinnern und an Ben Akifoa ... es ist tatsächlich alles schon einmal dagewesen. Ich konnte das alles nicht glauben und pilgerte in das größte rassische Kino auf der Mannerheimintie, dem vier Kilometer langen Broadway der finnischen Metropole, sah mir den „Fall von Berlin“ auf der Leinwand an und näherte mich nach der Tunnel durch den Hont-Blanc 16 000 Meter Tunnelstraße werden die Verbindung Paris—Genf—Rom verbessern Sonderbericht für den „Südkurier“ der nächsten vier Jahre zu erwarten, so daß sich schon in diesem Zeitraum Frankreichs Ausgaben bezahlt machen. In den Berichten über die französisch-italienische Konferenz, die jüngst in Santa Marghe- rita stattfand, wurden alle politischen und wirtschaftlichen Gesprächsthemen wohl eingehend erörtert, aber ein Konferenzlhema wurde als drittrangig nur ganz nebenbei und am Rande kurz gestreift. Und doch kommt gerade diesem Thema im Hinblick auf die wachsenden Bedürfnisse des zunehmenden europäischen Straßenverkehrs zweifellos schon io sehr naher Zukunft eine vorherrschende Bedeutung zu. Es handelt sich um den Straßentunnel durch den Mont- Blanc. Der Plan des Durchstichs des Mont- Blanc zur Herstellung eines Straßentunnels zwischen Chamonix und Courmayeur und damit einer direkten Autostraßenverbindung der französich - schweizerischen - italienischen Städte Paris — Genf — Riom ist schon alt. Aber nachdem ein Sonderausschuß, in dem die Regierungen der drei interessierten Länder durch berufene Experten vertreten sind, alle Vorarbeiten geleistet, die geologischen Sondierungen vor- genommen und das Arbeitsprogramm in allen Einzelheiten ausgearbeitet hatte, ließ die französische Regierung im Jahre 1950 diesen Ausschuß wissen, daß sie aus „wirtschaftlichen Gründen“ zur Zeit nicht an eine finanzielle Unterstützung des großen Bauvorhabens denken könne; man tue gut, den Plan zunächst zu verschieben! Diese klare Absage hatte damals sowohl in den interessierten Kreisen Frankreichs (vor allem bei der Fremdenindustrie), als auch bei den Regierungen der Schweiz und Italiens Bestürzung hervorgerufen, denn es lagen überzeugende Berechnungen vor, daß diese wichtige Mont-Blanc-Tunnel- straße für die drei Nachbarländer unschätzbare finanzielle Vorteile bringen werde. Paris hatte im April 1950 abgesagt. Schon im darauffolgenden Juni bewies die französich-schweizerisch-italienische Tunnel-Kommission der Regierung in Paris an Hand genauer statistischer Berechnungen, daß Frankreich nicht nur aus Prestige- Gründen, sondern auch aus Gründen des finanziellen Vorteils mitmachen müsse. Bei einer Belastung von etwa 1,5 Milliarden, die auf Frankreich entfallen, seien nach Fertigstellung des Tunnels für Frankreich mindestens 400 Millionen „touristischer“ Mehreinnahmen jährlich während Annähernd 6 Milliarden Fr. wird der 16 000 Meter lange Mont-Blanc-Tunnel kosten. Das erforderliche Anfangskapital soll wie folgt aufgebracht werden: 420 Millionen Fr. von Genf, 420 Millionen vom Rat des Aostatales, 420 Millionen von der Schweizerischen Bankengesellschaft, 1,5 Milliarden von der französischen und 1,5 Milliarden von der italienischen Regierung, rund 2 Milliarden von dem Privatkapital der drei Länder. Die Rentabilität dieses Unternehmens wurde an Hand der Verkehrsdichte in jener Dreiländerecke genau berechnet und für das erste Jahr nach der Fertigstellung des Tunnels erwarten die Fachleute einen Verkehr von mindestens 400 000 Tunnel- benutzem. Die Durchfahrtsgebühren wurden niedriger angesetzt als die Transportgebühren durch die Eisenbahntunnels des Mont-Cenis, des Simplon und des St. Gotthard. Konferenzzeugen von Santa Margherita wollten von der sehr nahen Verwirklichung des großen Bauvorhabens wissen: die französischen Bedenken seien endgültig beseitigt worden. Nach dem Vorbild der internationalen Suez-Gesellschaft entstehe nunmehr die „Internationale Gesellschaft des Mont-Blanc-Tunnels“, in der Frankreich, die Schweiz und Italien mit gleich großen Aktienpaketen vertreten sein werden. Nach Erlöschung der 70 Jahre währenden Konzession werden die Regierungen Frankreichs und Italiens alleinige Besitzer des Tunnels. Alle Vorarbeiten sind beendet. Die geologischen Studien wurden so gewissenhaft durchgeführt, daß man kaum noch mit den bekannten „bösen Überraschungen“ rechnen zu müssen glaubt Schon im nahen Sommermonat Juni sollen diesseits und jenseits des Bergriesen mit den eigentlichen Tunnelarbeiten begonnen werden. Zweieinhalb bis drei Jahre Arbeitsdauer wurden ausgerechnet. Damit werde der Tunnelbau schon Ende 1953, spätestens aber im Sommer 1954 verkehrsfertig sein und damit den Durchlaß freigeben zu einer der wichtigsten Straßenverkehrestrecken West-und Südeuropas: Paris—Genf—Rom! Vorstellung einem der livrierten Diener mit einem zaghaften „Sprechen Sie deutsch?“ „Njet!“ kam es scharf zurück. „Ach, führen Sie mich doch zum Direktor.“ „Bitte, wollen Sie kommen zur Etage sieben . . .“ Auf einmal gings und siehe da, von Stockwerk zu Stockwerk wurde der Mann freundlicher und sein Deutsch besser. Der Direktor, ein junger Russe, sprach davon, wie gut der Film sei. Ich hatte aber nur knapp einhundertvierzig Besucher zahlen können und fragte später einen Geschäftsmann aus derselben Straße, ob er kein Interesse für den Streifen hätte. Er brummelte etwas, von dem ich „bolschewistisches Nationalepos“ und „nicht sehen“ verstand. Wenige hundert Meter weiter war „Vom Winde verweht“ mit zweitausend Plätzen zur gleichen Zeit ausverkauft Es ist mit der Abneigung gegen den Osten hier so, wie Knigge von den Leuten mit vielem Geld meinte: Sie haben es, aber sprechen nicht davon. Und die Jünglinge auf der Esplanade haben herzlich wenig Talent zum Flanieren. Sie verstehen sich auch gar nicht recht auf die kosmopolitische Langeweile, die ihre ringelbesockten und kratzgebürsteten Altersgenossen in Kopenhagen oder Stockholm so unnachahmlich zur Schau tragen. Nein, sie sind leidenschaftliche Besucher von Sauna und Sportfeld. Nun ja, auch dem geliebten „Jalovina“ aus den Spritkellereien der staatlichen Monopolverwaltung sprechen sie mit Hingabe zu. Zehn Prozent seiner Einnahmen gewinne der Staat durch die Getränkesteuer, wollen die Schankwirte wissen, bei denen ein erklecklicher Teil des Monatslahnes vieler Arbeiter bleibt. Und was sind schon fünfundzwanzig, oder dreißigtausend'Finnmark Monatsverdienst, wenn ein halbwegs passabler Anzug zehntausend, ein Hemd’ neunhundert Mark kosten? Schon die dreißig Finnmark für die Straßenbahn wollen überlegt sein. Dann muß man sich eben an den „Smörgas-Tischen“ der Restaurants — seit langem schon wieder eine einzige kulinarische Extravaganz — vorbei in eine der kleinen Kantinen stehlen, einen Teller Grütze mit Milch und ein Paar Würstchen zu sich nehmen, und froh sein, daß die Preise nicht schon wieder gestiegen sind. Wenn nur nicht der Aether plötzlich wieder voll wäre von mißtrauisch-bösen Klängen aus Richtung Moskau. Verdächtig! Sehen einmal sprang ganz über Nacht in den letzten Jahrzehnten das Propagandafeuer auf. Und das, wo doch die Reparationsleistungen bis auf 12 Prozent an die Sowjets bezahlt sind. „Im nächsten Frühjahr ist die Summe beglichen“, hatte Ministerpräsident Kekkonen mit weisem Lächeln erklärt, „Sie wissen doch, wir pflegen unsere Schulden zu bezahlen.“ Siebenirandertfünfzlg: Jahre Riga Bollwerk abendländischer Kultur — Die Ruhestätte Conradin Kreutzers Eine Stadt begeht in diesem Jahr ihr TöOjähriges Jubiläum, eine Stadt, unvergeßlich denen, die sie auch nur einmal besucht haben, und allen, denen sie Heimat war: Riga, die stolze Hansestadt an den Gestaden des Baltischen Meeres. Riga ist eine deutsche Gründung. Deutsche Kaufleute, die bei der Ausdehnung ihrer Handelsbeziehungen mit den Bewohnern jener Landstriche an den Ufern der Düna in Verbindung kamen, berichteten bei der Rückkehr über .das Land und seine Bewohner. Diese Schilderungen mögen es wohl gewesen sein, die in dem Kanonikus Meinhard des holsteinischen Klosters Segeberg den Wunsch erweckt haben, den Liven das Evangelium zu bringen. Etwa um das Jahr 1180 erbaute er bei Uexküll an der Düna die erste Kirche Livlands und leitete von dort aus sein Bekehrungswerk als „Livenapostel“. Sein Verdienst ist es, den Gedanken der Inländischen Mission gefaßt und einem Grö- Osts.eehandel eine bedeutende Stellung erringen konnten. Die Eroberung und Behauptung Livlands ist eine Leistung von außerordentlicher Tragweite, hat sie doch die Entstehung eines anderen Staatswesens auf baltischem Boden verhindert. Keiner jener Mächte, die sich in der Folgezeit in der Herrschaft des Landes abgelöst haben, ist es gelungen, den Charakter der Stadt nachhaltig zu verändern. Sie ist immer ein Bollwerk abendländischer Kultur geblieben, an dem sich die Wogen asiatischer Expansion gebrochen haben. Freilich ist dabei dem Lande nichts erspart geblieben! Die Kämpfe seiner Nachbarn um die Vormacht wurden zu einem großen Teil um den Besitz des Landes geführt und auf seinem Boden ausgefochten. Man hat es darum auch nicht zu Unrecht mit einer „vielumtanzten Braut“ verglichen. Riga teilte dabei die Geschicke des Landes. Der Stadt gelang es zwar, beim Untergang des b., ' * : Das Schwarzhäupterhaus auf dem Rathausplatz in Riga vor seiner Zerstörung durch die Bolschewisten. Das Haus wurde 1330 als Sitz deutscher Kaufleute erbaut ßeren den Weg gewiesen zu haben, der — gleich groß als Staatsmann und Organisator — den Grund zum Bau des baltischen Lebens legen sollte als die Grundlage für eine jahrhundertelange Herrschaft der Deutschen in Livland: Bischof Albert. Mit 23 Schiffen landete dieser im Jahre 1200 an der Dünamündung. In den folgenden Jahren unternahm er nicht weniger als 13 Fahrten nach Deutschland, um Hilfskräfte für die neue Kolonie zu gewinnen. Für die Verwirklichung seiner weittragenden Pläne benötigte Bischof Albert nicht unbedeutende Mittel. Zu ihrer Sicherstellung verstand er es, die deutschen Fernhändler heranzuziehen. So gründete er im Jahre 1201 die Stadt Riga. Brauchte doch der Bischof einen ständigen Sitz als Basis für die begonnene Missionstätigkeit, der Kaufmann einen Handelsplatz auf seinem Wege nach dem Osten, die neue, gefährdete Kolonie einen befestigten Stützpunkt. Die Stadt entwickelte sich schnell; sie wurde Kathedralstadt des Bischofs, was ihr Würde und Bedeutung verlieh; vor allem aber war ihre überaus günstige Lage der raschen Entwicklung des neuen Gemeinwesens sehr förderlich. Die Bürger und Kaufleute Rigas vereinigten bald den Ausfuhrhandel des unermeßlichen russischen Hinterlandes über die Düna in ihren Händen. Schon bald bildete Riga den wichtigsten Mittelpunkt Livlands, dem Reval und Dorpat nacheiferten, die ihrerseits jahrhundertelang die mächtigsten Städte des Landes geblieben sind und durch ihren Beitritt zur Hanse auch im Ordensstaates (1561) die Verhandlungen hinzuziehen und noch 20 Jahre lang unabhängige Reichsstadt zu bleiben. Doch dann war die Kapitulation unvermeidlich. Die polnische Herrschaft (seit 1583) wurde Seltsam und heiter Falscher Alarm In dem kleinen Kirchdorf Santa Maria di Sala bei Venedig trat in der Nacht plötzlich die Alarmsirene des Postamts in Tätigkeit. Die 7500 Einwohner griffen zu den Waffen und schossen auf jede verdächtige Gestalt Als beim Morgengrauen festgestellt wurde, daß es sich um einen falschen Alarm gehandelt hatte, waren inzwischen acht Personen mit Schußwunden ins Krankenhaus eingeliefert worden. Liebe meterweise Den Rekord im Liebesbrief-Schreiben dürfte jetzt wahrscheinlich ein Mlädel jn Milwaukee (USA) ausgestellt haben, die ihrem gerade eingezogenen Freund einen zehn Mieter achtzig langen Brißt in das Ausbildungslager schickte, nachdem er sich beschwert hatte, sie schreibe zu wenig. Am Rand des Briefes waren kleine Tafeln Schokolade, Hahnenfedern zum Kitzeln und Bilder mit „Pinup“-Girls angeklebt, „für den Fall, daß Du beim Lesen hungrig oder müde wirst“. Fluch der Technik Seit 26 Jahren lief Miß Flora Kaplan Tag für Tag zu Fuß in ihr Büro, ohne auch nur einziges Mal zu spät zu kommen. Am 6271. Arbeitstag wurde sie ihrem Vorsatz untreu, ließ sich im Auto mitnehmen und wurde prompt durch eine Verkehrsstockung aufgehalten, so daß sie sich erst mit einiger Verspätung an den Schreibtisch setzen konnte. Für das Zeitalter der Technik hat Miß Kaplan seither nur noch wenig übrig. Barras Zu zehn Tagen Arrest wurde ein Schweizer Soldat von einem Militärgericht verurteilt, weil er während eines Manövers noch einen Schuß abgegeben hatte, obwohl er eigentlich bereits „tot“ war. Linienrichter mit Kinderwagen Der Fußballklub Boughton Main (England) erschien ohne seinen Torwart zu einem LigaspieiL Die Mannschaft holte sich dien Stellvertreter aus der Zuschauermenge, der sein einjähriges Töchterchen Jvonne im Kinderwagen bei sich hatte. Das Problem war, wohin mit dem Baby, während Vater das Tor hütete. Es wurde von dem Linienrichter gelöst Er rannte die Seiten rauf und runter, schob mit der einen Hand den Kinderwagen und hielt in der anderen die Flagge zum Abwinken. Jvonne war selig und kreischte vor Wonne, die Zuschauer ebenfalls. von der schwedischen abgelöst, als Gustaf Adolf im Jahre 1621 Riga eroberte. Bei dem für Schweden unglücklichen Ausgang des Nordischen Krieges gelangte das Baltikum unter russische Herrschaft, die erst im Jahre 1918 ihr Ende fand, als die bolschewistische Revolution Rußland in ein Chaos unvorstellbaren Ausmaßes stürzte und Riga zur Landeshauptstadt der neuen lettischen Republik wurde, die nach nur kurzem Bestehen im Jahre 1940 von der Sowjet-Union annektiert wurde und 1944, als die Truppen der Roten Armee die un- zerstörte Stadt besetzten, endgültig hinter dem Eisernen Vorhang verschwand. Die geistigen Beziehungen zum deutschen Mutterland sind auch in den Jahrhunderten der Fremdherrschaft niemals abgerissen. Martin Luther, wandte sich in persönlichen Sendschreiben an die Liv- länder, und sein Einfluß reichte hinauf bis nach Reval. Burkhard Waldis schuf in Livland seine bekanntesten Reformationsdichtungen, darunter die in Riga aufgeführte „Parabel vom verlorenen Sohn“ (1527). Besonders eng jedoch war die Verbindung von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an. Beim Buchhändler Hart- knoch, dem Verleger Kants, Herders und Hamanns, der sich in Riga niedergelassen hatte, erschien erstmalig Kants „Kritik der reinen Vernunft“ und die „Kritik der praktischen Vernunft“, ebenso Herders bahnbrechende Schriften über die neuere deutsche Literatur, die „Kritischen Wälder" und die „Briefe zur Förderung der Humanität“. Hamann weilte mehrfach in Riga, Herder wurde im Jahre 1764 an die dortige Domschule berufen, wurde hernach Pastoradjunkt an den Vorstadtkirchen and war bis zum Jahre 1769 in Riga tätig, wo er jene Kräfte entdeckte, die das europäische Weltbild bis auf den Grund verwandeln sollten. Das Rigaer Theater erlebte seine Blütezeit, als Karl v. Holtei dessen Leitung übernahm (1837) und Richard Wagner, der in Riga an seiner Oper „Rienzi“ arbeitete, als Kapellmeister am Dirigentenpult stand. Conradin Kreutzer dirigierte dort sein „Nachtlager von Granada“; er fand 1849 in Riga seine letzte Ruhestätte. In jüngster Zeit war es vor alledem die deutsche Herder-Hochschule, welche auch nach den umwälzenden Katastrophen, die der erste Weltkrieg für das baltische Deutschtum im Gefolge hatte, die engen Beziehungen zu Deutschland und dem deutschen Geistesleben aufrecht erhielt. Endlich aber sei auch jener Balten gedacht, deren Namen weit über die Grenzen ihrer Geburtsstadt und ihrer baltischen Heimat bekannt geworden sind. In Riga wurde Ernst von Bergmann geboren, der berühmte Chirurg, aus Riga stammt der Afrikaforscher Georg Schweinfurth und der Chemiker und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald. Der Wagnerbiograph Carl Friedrich Glasenapp ist ein Sohn Rigas wie Manfred Kyber oder Nicolai Hartmann, der jüngstverstorbene bedeutendste deutsche Philosoph der Gegenwart. Unter den Lebenden sind es vor allem die Dichter Werner Bergengruen und Bruno Goetz, der Essayist Sigismund von Radecki und Professor Konrad Guenther, ein Mitbegründer des deutschen Naturschutzes, deren Werk in der Reihe der großen Söhne Rigas ei^en Ehrenplatz ein- nimmt Erik Thomson Mittwoch, 14. März 1951 SÜDKURIER Nr. 41 / Seite 4 :? ! tu : m, f |j.i Wie steht es mit dem Sdioman-Plan? Industrie kämpft um Belieferung aus eigenen Zechen und zentralen Kohlen-Verkauf Im Schotten der Pariser Vorkonferenz nahem «idi die Verhandlungen über den Schuman- Plan ihrem Bode. Die Wleetmädite wünsch«« daß er paraphiert und seine Ratifizierung in Bonn gesichert ist, bevor, 'wahrscheinlich im Mai, die Außenmänisterkonferenz der -vier Großmächte stattfincfet. Was vom deutschen Standpunkt im Augenblick dazu zu sagen ist, darüber gibt unser Bericht aus Bonn Auskunft, Bonn. Einer baldigen Paraphierung des Sdiumanplans zur Vereinigung der westeuropäischen Montanindustrien (Frankreich, Deutschland, Benelux, Italien) stehan nach deutscher Ansicht im wesentlichen noch zwei ungeklärte Probleme entgegen: die Frage der deutschen Verbundwirtschaft (Entflechtung) und die Regelung des zentralen Kohlenverkaufs. Die Bundesregierung erachtet es ferner als selbstverständlich, daß das Saarproblem im Schumanplan keine Rolle spielt. Bonner Regierungsstellen weisen ausdrücklich darauf hin, daß die französische Verhandlungsführung auf die deutschen Partner keinen Zeitdruck ausübt, obwohl eine Reihe von Pariser Gesprächspartnern auf eine schnelle Paraphierung des Vertrages drängt. In Bonn wird darin eine Respektierung der deutsSien Interessen im Schumanplan gesehen. Die Bundesregierung hat bewußt die Abschnitte des Schumanplans, die sich mit der Dekartellisierung (Entflechtung) beschäftigen, dazu benutzt, alle mit dem alliierten Entflechtungsgesetz Nr. 27 zusammenhängenden Fragen aufzurollen. Ziel der deutschen Bemühungen ist es, die Alliierten dazu zu veranlassen, ihre Dekartellisierungsmaßnahmen in der deutschen Schwerindustrie abzuändern. Bei der Endlösung geht es darum, den eisenschaffenden Werken die Möglichkeit zu lassen, sich innerhalb der Verbundwirtschaft bis zu 75 v.H. aus eigenen Zechen zu versorgen. Bei der Berechnung des Koksbedarfs soll die gegenwärtige Eflektivkapazität der Eisenhütten zu Grunde gelegt werden. Diese Lösung wird zweifellos für den deutschen Partner nachteilig sein, da die deutsche eisenschaffende Industrie infolge der Produktionsbeschränkungen ihren vollen Produktionsstand noch nicht erreicht hat. Trotz der Bedenken der betroffenen Wirtschaftskreise glauben zuständige Bonner Stellen jedoch, einem Kompromiß zustimmen zu sollen, und zwar in der Hauptsache deshalb, weil auf lange Sicht gesehen in einer europäischen Montanunion die Ruhrindustrie ihr Gewicht haben wird. Die Regelung des deutschen zentralen Kohlenverkaufs ist wesentlich schwieriger, da der amerikanische und der französische Standpunkt festgelegt sind und darauf hinzielen, alle monopolartigen Gebilde, darunter auch die deutsche Kohlenverkaufsorganisation, im Schumanplan aufzulösen. Die Möglichkeiten eines Kompromisses können daher nur vorübergehender Natur sein. Die deutsche Verhandlungsdelegation in Paris hat von vornherein gegen eine sofortige Auflösung des deutschen Kohlenkontors Stellung genommen. Sie hat inzwischen das Zugeständnis erreicht, daß ein stufenweiser Abbau vorgenommen werden soll. Als Endtermin der Auflösung der zentralen deutschen Kohlenverkaufsorganisation ist dabei der 1. Oktober 1952 in Aussicht genommen worden. Er kann jedoch noch auf Grund der Weisungsbefugnisse der im Schumanplan vorgesehenen hohen Behörde bis zum 1. Oktober 1953 hinausgeschoben werden. Selbst über diesen Zeitpunkt hinaus besteht noch die Möglichkeit, daß die hohe Behörde bis zum Ende der Übergangsperiode, die im Schumanplan auf fünf Jahre bemessen ist, innerhalb ihrer Lenkungsbefugnisse eine weitergehende Verschiebung des Auflösungstermins verfügt. Bel der ganzen Frage des Kohlenverkaufs darf nach Ansicht Bonner Stellen überhaupt das künftige Gewicht der mit dem Schumanplan zu bildenden hohen Behörde nicht unberücksichtigt bleiben. Ihre überragende Stellung in der Frage des Absatzes der westeuropäischen Montanindustrien und ihrer Produktionslenkung gestatten auch in der Frage des deutschen Kohlenverkaufs wichtige Beschlüsse. Die hohe Behörde kann beispielsweise erklären, daß sie die Frage des Kohlenverkaufs zum Gegenstand ihrer eigenen Zuständigkeit macht Sie wäre damit ein Schutzinstrument und t würde eine Funktion übernehmen, die einer Erhaltung des einheitlichen Kohlenverkaufs diesmal auf westeuropäischer Ebene gleichkommt Die Saar hat, weil sie ein politisches Problem ist bei den Schumanplanverhandlungen keine Rolle gespielt Nach Mitteilung unterrichteter Stellen Ist es nicht richtig, wenn vom saarländischen Ministerpräsidenten Holtmann behauptet wird, die Saar würde als siebentes Land in der vorgesehenen Montanunion behandelt Auf Grund der französischen Wirtschaftshoheit an der Saar wird das Gebiet automatisch ein Bestandteil des Schumanplans sein. Dadurch wird aber die deutsche Haltung zum Saarproblem nicht berührt Man weist darauf hin, daß gerade der Schumanplan zu einer deutsch-französischen Verständigung über die Saarfrage führen kann. Der Schumanplan als erster Schritt zu einer Vereinheitlichung Europas dürfte zu der Erkenntnis führen, daß nationale Interessen hinter den gesamteuropäischen Notwendigkeiten zurückstehen müssen. Den Rhein entlang Kein totaler Einfnhrstop Bank Deutscher Länder zur Lage — Für weitere Steigerung der Ausfuhr Frankfurt. In W-estdeutschland sind die unternommenen Schritte zur zeitweiligen Einschränkung der Importe, wie die Bank Deutscher Länder in ihrem neuesten Bericht ausführt, in der Öffentlichkeit teilweise als ein ,»totaler Einfuhrstop" gedeutet worden. Hiervon kann indes keine Rede sein. Zunächst einmal beziehen sich sämtliche Maßnahmen nur auf die Einfuhr aus dem (Raum der Europäischen Zahlungsunion (E2U) der bekanntlich im Rahmen unseres kommerziellen Außenhandels den eigentlichen ,.Passiv-Bereich" bildet, zumal ja die Liberalisierung ausschließlich den OEfiC- Ländern gegenüber in Kraft war, und sodann wird in den nächsten Monaten die Einfuhr auch aus dfen EZU-Ländern schon auf Grund des hohen Betrages der bereits ausgegebenen Lizenzen und Devisenzuteilungsgenehmigungen beträchtlich sein. Nene Vorarlberger Strumpf-Fabriken Rascher Aufschwung der Erzeugung — Engpässe in der Garnversorgung Dornbirn. (Dr.-B.-A.-Eigenberidit.) Die Kapazität der Vorarlberger Strumpffcid'ustTie tvat nadi dem Kriege durch zwei Neugründungen eine beachtliche Erweiterung erfahren. Auch die vor 1945 vorhandenen Firmen haben ihren Maschinenpark vergrößert und modernisiert, so daß diese Branche bereits 550 Personen oder ebensoviel wie die Klöppelindustrie beschäftigt. Die älteste Firma E. Rohner & Co. in Bregenz mußte schwere Kriegs- scbäden durch Artilleriebeschuß beseitigen. Jedenfalls ist die Zahl der Cottonmaschinen in Vorarlberg in den letzten Jahren wieder auf 15 angestiegen. In Bregenz hat sich aus der Wirkwarenfabrik Gebr- Wo!ff in Hard ein eigenes Unternehmen für die Strumpffabrikation entwickelt, während in Hard diese Erzeugung aufgegeben wurde. In Fussach besteht schon seit Jahrzehnten die gewerbliche Strumpferzeugung Josef Steurer, die 16 Doppelzylmdermasthinen englischer Herkunft laufen hat. Aber erst seit der Ansiedlung des sudetendeutschen Strumpffabrikanten Heinrich Kunert aus Warnsdorf in Rankweil (bei Feldkirch) nahm die Vorarlberger Strumpfindustrie einen raschen Aufschwung. Im neuen Fabrikgebäude laufen modernste Maschinen, darunter meist Cottonmaschinen, an denen 300 Personen arbeiten. Die Slrumpf- fabrikation Kunert GmbH, ist heute die größte in Vorarlberg und die drittgrößte Oesterreichs. Sie hat unlängst in Andelsbuch eine Faktorei eröffnet und baut in Lindau-Reutin ein Zweigwerk. Der Inhaber der neuen Strumpffabrik in Immen- stadt, Julius Kunert, ist ein Bruder und ehemaliger Compagnon des heute in Vorarlberg tätigen Heinrich Kunert. Das neue Gesidit Werner Alkmaars zweites Leben 3> Roman von H. G. Hansen Copyrigth Prometheus-Verlag Nun war er endlich soweit, an die praktische Durchführung seiner Pläne zu gehen. In Los Angeles suchte er einen Chirurgen auf, dessen Ruf auch nach. Abzug des Reklamegeschreis dafür zu bürgen schien, daß er seine Kunst verstehe. Der Mann war verblüfft, als der durchaus nicht mißgestaltete Patient rundweg verlangte, er möchte in einen schönen Mann verwandelt werden. Er stellte jedoch nicht lange überflüssige Betrachtungen an, sondern begab sich ans Werk. Er führte die gewünschten Operationen nicht auf einmal durch, weil das trotz der Ungeduld seines Patienten nicht möglich war. Zuerst verbesserte er die Nase und nahm gleichzeitig winzige Einschnitte der äußeren Augenwinkel vor, so daß diese länglicher und leicht schräg stehend wirkten. Sobald die Narben einigermaßen verheilt waren, spannte er die Schläfenhaut und modellierte schließlich das Kinn. Bisher war der wuchtige, vorspring ende Kiefer Werners so gut wie ausgepolstert gewesen, daß man geneigt war, sein Kinn als ziemlich nichtssagend anzusprechen. Als der Verband fiel, hatte er ein energisches, fast brutales Kinn. Lange stand er vor dem Spiegel und studierte sein neues Gesicht. An Hand einiger Photos, die er noch in New York hatte machen lassen, stellte er genaue Vergleiche dar. Wenn man von Einzelheiten absaji oder vielmehr gerade solche Einzelheiten wie Augen, Nase und Kinn betrachtete, mußte man zu der Überzeugung kommen, daß dieser Mensch da vor dem Spiegel mit dem früheren Werner nichts mehr gemein hatte. Allerdings — schöner war er nicht geworden. Dem Gesicht fehlte die organische Harmonie. Doch was kümmerte ihn Die zweite Neugründung von Bedeutung ist die Sdvüller & Co. KG. in Rankweil, däe zuerst als Filiale deT großen Strumpffirma Schüller & Co. AG. in Wien errichtet und kürzlich in ein selbständiges Unternehmen umgewandelt wurde. Die Anlage verfügt über Maschinen aus USA, England und der Tschechoslowakei. Außer diesen Spezialbetrieben der Strumpfbranche liefern audx einige Wirkwarenfabriken gewisse Strumpfsorten aus. Abnehmer sind fast durchwegs die österreichischen Konsumenten. Daher sind die Firmen gegenwärtig kaum in der Lage, ihre knapp werdenden Garnvorräte durch eigene Importe zu ergänzen. Besonders empfindlich ist der Engpaß in Natur- und Kunstseide geworden. Umsiedlung von Arbeitskräften Genf. Der Direktor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf, Morse, richtete einen Appell an die Völker, dem Internationalen Arbeitsamt die erforderlichen materiellen Mittel zu gewähren, um die Abwanderung von Arbeitern aus den übervölkerten Ländern Europas zu erleichtern. Vorgeschlagen wird insbesondere die Schaffung eines internationalen Betriebsfonds zur Deckung der Kosten, die der Transport und die Umsiedlung von Arbeitern mit sich bringen. MoTse unterstrich den chronischen Charakter dieses Problems. Er bezedchnete es als eines der tragischsten Paradoxe unserer Epoche, daß in gewissen Ländern ein Ueberfluß an' Hand- und Geistesarbeitern besteht, während sie in anderen Ländern mithelfen könnten, die nicht ausgebeute- ten Hilfsquellen der Welt nutzbar zu machen. das? Auf solche Dinge legte er keinen Wert und nickte sich zufrieden zu. Der Chirurg, an manche absonderlichen Wünsche gewöhnt, fand nichts Besonderes an dem letzten Wunsch seines Kunden, der einen Notar kommen ließ und mit ihm eine Urkunde aufsetzte, die sechs Photos enthielt. Die drei der oberen Reihe stellten Mister Kole dar, die drei der unteren Reihe den gleichen Herrn nach der Operation dar. Dazu gab der Arzt zu Protokoll, Mister Sven Kole sei zu ihm gekommen und habe wie oben ausgesehen. Dann wäre unter seinem fachmännischen Eingriff das unten dreifach abgebildete Gesicht entstanden. Zwei seiner Assistenzärzte unterschrieben als Zeugen . Der No-, tar beurkundete alles sorgfältig. Werner zahlte und steckte das kostbare Papier zu sich, das allein seine Identität beweisen konnte. So ausgerüstet machte er sich auf die Suche nach einem neuen Wirkungskreis. Von vornherein kamen nur drei Firmen in Frage der mit den Alkmaar-Werken in Deutschland seit langem in ständiger Geschäftsverbindung stehenden chemischen Fabriken der Vereinigten Staaten. Bei dem ersten Besuch in Richmond erlebte er einen Fehlschlag. Die beiden anderen Firmen in Reading und Cleveland waren bereit, ihn einzustellen. Er entschied sich für Cleveland, weil es ihm landschaftlich besser gefiel und am Eric-See lag. Seine Laufbahn begann er als Gehilfe im Laboratorium. So benötigte er denn ein Jahr, um zum einfachen Laboranten aufzusteigen, ein weiteres Jahr, um Leiter einer Labor-Abteilung zu werden. Erst im dritten Jahr tat er den großen Schlag, als es ihm gelang, eine entscheidende Verbesserung der Maschinenanlage zu konstruieren. Die Firma nahm Patent auf die Erfindung und entlohnte ihren Angestellten großzügig. Obendrein wurde ihm ein langfristiger Vertrag sowie die Stellung eines leitenden Maschineningenieurs angeboten. Den Vertrag nahm er nur mit der Klausel an, daß es ihm erlaubt sein sollte, jederzeit auszutreten. Im übrigen ist es selbstverständlich weiter das Ziel der deutschen Handelspolitik, den Ausgleich der Handels- und Zahlungsbilanz auf einem möglichst hohen Niveau zu erreichen, d. h. auf längere Sicht die Lösung des Problems in einer Erhöhung der Ausfuhr und nicht in einer Senkung oder N'iedrighaltung der Einfuhr zu suchen, da eine drastische Senkung der Einfuhr auf die Dauer, zweifellos das Produktions- und Beschäftigungsniveau in Mitleidenschaft ziehen würde. Allerdings wird das gewaltige Exportanstrengungen bedingen, den n im Januar 1951 stand der Einfuhr aus dem EZU-Raum in Höhe von fast 213 Mill. Dollar eine Ausfuhr von nur 154 Mill- Dollar gegenüber, wobei zu berücksichtigen ist, daß aus den Ausfuhrerlösen neben der Einfuhr auch die.verschiedenen ,unsichtbaren" Passivposten der Zahlungsbilanz und die Tilgung alter Verredinungsschuiden zu bestreiten sind, und daß hierzu ab Mai 1951 noch die Rückzahlungsquoten für den EZU-Sonderkre- dit in Höhe von monatlich 20 Mill. Dollar kommen werden, da die hierfür verpfändete Devisenreserve wenn irgend möglich nicht geopfert werden sollte. Zinnpreise stark gefallen New York. Die Zinnpreise an den drei führenden Zinnbörsenplätzen der Welt, New York, Singapur und London, sind stark gefallen. Veranlassung dazu war die Ankündigung der amerikanischen Regierung, daß die Vereinigten Staaten die Zinnbevorratungskäufe mit sofortiger Wirkung solange einstellen würden, bis die überhöhten Preise wieder auf ein „vernünftiges Maß" zurückgeführt seien. Umsatzsfeuerausgleidi für Nahrungsmittel Wiesbaden. Die Wirtschaftsverbände des Ernährungshandels im Bundesgebiet haben in einer am Sonntag in Wiesbaden veröffentlichten Erklärung vorgeschlagen, die Umsatzsteuer für Grundnahrungsmittel auf den gleichen Satz wie die für Getreide, Brot, Mehl und einfache Backwaren zu senken. Der Vorschlag soll für Milch,. Butter, Margarine, Fette, Eier, Kartoffeln, Teigwaren, frische Seefische und Heringe gelten. Der Bunde6rat hat dafür bereits die Herausnahme aus der geplanten Erhöhung der Umsatzsteuer auf vier Prozent vorgeschlagen MlkhprodukNon mit Vorkriegsstand Bonn. Die Leistung der Milchkühe im Bundesgebiet hat nach 'Mitteilung des Bundesernährungsministeriums den Vorkriegsstand erreicht. 1950 stellte sich der Milchertrag je Kuh auf 2473 kg gegenüber 2480 kg vor dem Kriege und 2133 kg 1949. Damit liegt die Milchleistung über dem statistisch gemeldeten Durchschnitt aller Marehali- plan-Länder. Während der letzten dreieinhalb Jahre, die er in dem Cleveländer Werk zubrachte, bereitete seine Arbeit ihm Freude und tiefe Befriedigung. Er brachte es bis zum Chefingenieur und beaufsichtigte das gesamte Maschinenwesen des Betriebes. Sein Urteil wurde bei jeder technischen Änderung maßgebend. Es erregte bei den Direktoren keineswegs Freude, als er eines Tages erschien und verlangte, man möge ihn an eine deutsche Fabrik für Maschinen der chemischen Industrie empfehlen, damit er sich dort weiterbilden könne. Zunächst versuchten die Amerikaner, ihn mit Versprechungen, Gehaltserhöhungen und der Verlockung eines Direktorpostens zu halten. Doch Sven Kole hielt dem ruhig entgegen, daß er dringend einer Erweiterung seiner Kenntnisse bedürfe. Deutschland scheine ihm für diese Zwecke am besten geeignet. Zudem habe er nicht die Absicht, für immer aus den Staaten zu verschwinden. Er werde dem Werk in Cleveland eines Tages noch nützlicher sein können, wenn er zwei bis drei Jahre lang neue Eindrücke aufgenommen habe. Unter diesen Umständen ließ man ihn gehen. Er bekam eine sehr eindringliche Empfehlung an die Fabrik von Alkmaar Söhne mit und fuhr nach New York, um mit dem nächsten Dampfer in die Heimat zurückzukehren. »Diesmal fuhr statt des schon 38jährigen Deutschen Werner Alkmaar der erst 32 Jahre alte Bürger der Vereinigten Staaten i dänischer Abstammung Sven Kole über den Ozean. Als sich sein Dampfer der deutsch«! Küste näherte, ergriff eine seltsame Erregung von Werner Alkmaar Besitz. Während der ersten Monate seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten hatte ihn oft brennendes Heimweh gequält. Dann war es ihm gelungen, ganz in seiner Arbeit und sei- 1 nem Lebensziele aufzugehen. Jetzt aber, 1 wo der Wind vom Land her über das Meer zu ihm drang, wo er schon glaubte, die Luft der Heimat zu atmen, da schwanden alle Pläne und ausgeklügelten Absichten ' Weitere 150 Besatzungswohnungen Offenbuxg. Nachdem die ersten 32 Besatzungs- wohmmgeu soweit fertiggestelit sind, daß sie 'zum 1. April bezogen werden können, soll zum gleichen Zeitpunkt mit dem Ban von weiteren 150 Wohnungen begonnen werde«. Zwei Wohnblocks werden neben der neuen Kaserne, wo auch die ersten 32 Besatzungswohnungen gebaut worden sind, erstellt und vier Wohnblocks bei der alten Kaserne. Während durch die Vollendung des ersten Bauprojekts keinerlei Erleichterung in den Beschlagnahmungen eintritt, sollen nach Fertigstellung der 150 Wohnungen ebenso viele beschlagnahmte Altwohnungen frei werden. Die Stadt hat das Baugelände zur Verfügung gestellt und übernimmt die Kosten der Straßen- und Kanalisationsarbeiten, die sich auf rund 200 000 DM belaufen. Milde Strafe Baden-Baden. Die Große Strafkammer des Landgericht Baden-Baden verurteilte wegen vollendeter Atreibung in 13 Fällen und versuchter Abtreibung in drei weiteren Fällen einen 46jäh- rigen Mann zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis. Ein Teil der Untersuchungshaft wurde dem Angeklagten angerechnet. Lediglich der verminderten Zurechnungsfähigkeit ist die milde Strafe zu verdanken. Zwei Mitangeklagte, eine Hausfrau und ein Bildhauer, wurden zu einem Jahr und drei Monaten und zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Nichts ist sicher! Baden-Baden. In einer der letzten Nächte wurden unter Spannung stehende Kupfer-Versorgungsleitungen der Stadtwerke abmontiert. Die Stadtwerke haben die Bevölkerung gebeten, bei der Ergreifung der Täter mitzuarbeiten. Kommunale Arbeitsgemeinschaft Mannheim. (W.S.-Eigenbericht.) Die Stadt Mannheim ist nach einer längeren Debatte als größter Beteiligter der „Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Rhein - Neckar - GmbH." beigetreten, nachdem erst kürzlich der Landkreis Heidelberg seine Zustimmung erteilt hatte. Nahezu sämtliche Stadträte sprachen sich für den Beitritt und die Gewährung eines Zuschusses in Höhe von 28 360 Mark aus. Sinn dieser Städte-GmbH. an Rhein und Neckar, wo sich die Länder Rheinland- Pfalz, Hessen und Württemberg-Baden treffen, ist die Angleichung der kommunalpolitischen Arbeit innerhalb des Raumes um Mannheim, Ludwigshafen, Heidelberg, Frankenthal und Viernheim. Es handelt sich also dabei praktisch um den wirtschaftlichen Zusammenschluß von rund einer Million Menschen, die im Umkreis von 25 Kilometern eine natürliche Einheit bilden. Besonders auf den Gebieten des Verkehrs, der Versorgung mit Strom, Gas und Wasser, der Raumplanung, der Industrie- und Wohnsiedlung, der Kultur des Anstaltwesens, des Feuerschutzes und dergleichen, soll eine gemeinsame Arbeit Zustandekommen. Die Gesellschaft will ihre Arbeit mit einem Stammkapital von 20 000 Mark und einem Jahreshaushalt von 80 000 Mark beginnen. Wie der Mannheimer Oberbürgermeister, Dr. Heimerich, in einer ausführlichen Begründung zu dem Antrag erklärte, soll die Arbeitsgemeinschaft nichts mit einer sogenannten „kleinen Kurpfalz" zu tun haben. Auch zur Frage der Länderneugliederung soll keine Stellung genommen werden. Badens größte Walnußanpflanzung TauberMscbofsheim. In Külsheim wurde auf einem 6 ha großen stadteigenen Gelände die größt® geschlossene Walnußbaumpflanzung Badens angelegt- Insgesamt sollen hier rund 400 Bäume gepflanzt werden. Der Plan ist um so beachtenswerter, als hier erstmals auf Oedland gepflanzt wurde. Weitere Flächen im Taubertaä zwischen Mergentheim und Wertheim sollen in den nächsten Jahren mit Walnußbäumen bepflanzt werden. Man spricht von einer großen Kapitalsanlage, da dieses Holz in der Möbelindustrie sehr gefragt ist. Darüber hinaus bringen auch di« Nußerträge erhebliche Mittel ein. Süddeutsche Urtschnu Geburtenüberschuß Tübingen. Im Jahre 1950 standen in Württem- berg-Hohenzollem 20 580 Geburten 12 631 Todesfällen gegenüber. Damit ergab sich ein Geburtenüberschuß von 7949. Ein Vergleich mit den Vorjahren zeigt, daß Geburten und Todesfälle zahlenmäßig unverändert blieben. Das Jahr 1949 schloß mit einem Geburtenüberschuß von 7417. Während im Laufe des Jahres 1950 die monatlichen Zahlen der Geburten nur geringe Schwankungen zwischen 1985 im März und 1637 im Oktober 1950 aufwiesen, lag die Zahl der Todesfälle in den Monaten Januar bis Mai sowie im November und Dezember über 1000, dagegen in den Sommer- und Herbstmonaten einschließlich Oktober unter 1000. Mit 1290 Todesfällen brachte der März den höchsten Stand, dagegen der September mit 918 Todesfällen das günstigste Bild. Strenge Maßnahmen gegen Verkehrssünder Tübingen. Die Unfälle im Straßenverkehr nehmen trotz aller Appelle an die Verkehrsteilnehmer, trotz Belehrungen und Bestrafungen noch immer zu. Von 1949 auf 1950 stieg nach Unterlagen des Innenministeriums, Abteilung Straßenverkehr, die Zahl der Verkehrsunfälle von 2989 auf 7398 an. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich gleichzeitig von 108 auf 252 und die Zahl der verletzten Personen von 2165 auf 4907. Insgesamt waren damit in zwei Jahren über 10 000 Verkehrsunfälle festzustellen, denen 360 Menschenleben zum Opfer fielen. Auf Grund dieser ernsten Entwicklung wurden die für die Entziehung der Fahrerlaubnis zuständigen Verwaltungsbehörden angewiesen, bei denen zu ihrer Kenntnis kommenden Unfällen die Ursachen eingehend -zu prüfen. War leichtsinniges Verhalten, Nichtbeachten der Verkehrsvorschrift oder Alkoholeinfluß die Ursache des Unfalles, so droht dem Fahrer Entziehung der Fahrerlaubnis. Dabei gilt ein Kraftfahrzeugführer z. B. bereits als ungeeignet, wenn auch nur einmal festgestellt wird, daß er unter Alhoholeinfluß, selbst wenn es sich um ein geringes Maß handelt, ein Kraftfahrzeug steuerte. Diese Maßnahmen sind nötig, weil mehr als die Hälfte der Führerscheinentziehungen dem übermäßigen Alkoholgenuß zuzusdireiben sind. Blick über die Grenzen Die besten Schweizer Plakate Basel. Auf dem Barfüßlerplatz wurde hier die alljährliche Freiluftausstellung mit den 24 besten, von der eidgenössischen Jury prämiierten Schweizer Plakaten ries Jahres 1950 eröffnet. Sie erweist von neuem das bekannte hohe Niveau der schweizerischen Plakatkunst. Von den Preisträgern stammen neun aus Basel, sechs aus Zürich, vier aus 'Bern, je zwei von Luzern und aus der Westschweiz sowie einer aus St. Gallen. Die größten Sünder: Die Radfahrer Basel. Die vom Basler Polizeidepartment organisierte Verkehrserziehungsaktion, die vom 17. Februar bis 4. März dauerte und eine Ausstellung, Rotpunktwoche, Instruktionskurs und Kontrollen umfaßte, ist beendigt. 63 000 Personen besuchten die Ausstellung. Während der Dauer der Aktion wurden wesentlich weniger Verkehrs- Unfälle registriert als vordem! auch die Kontrollen an den Stoppstraßen ergaben, daß gegenüber den ersten Kontrollwochen eine bedeutende Besserung eingetreten war. Immerhin sind und bleibe« die Radfahrer die größten Sünder, denn während sidi von den Autofahrern 80 Prozent korrekt verhielten, waren es bei den Radfahrern nur 40 Prozent. Zwanzig Prozent fuhren einfach durch- 150 neue Kampfflugzeuge Bern- In einer Botschaft an das Parlament begründet der Bundesrat den (unter „Kurz notiert" bereits erwähnten) Antrag, 150 neue Kampfflugzeuge zum Gesamtpreis von 175 Mil- und ein Mensch stand an der Reeling, der es nicht erwarten konnte, seinen Fuß auf deutsche Erde zu setzen. Als er ein Taxi bestieg, um zum Bahnhof zu fahren, sah er schmerzlich auf die Paare und Gruppen zurück, die sich lebhaft und freudig begrüßten. Ihn erwartete niemand. Seine Eltern waren tot, und sein Halbbruder hatte ihm durch Justizrat Bracht klar genug sagen lassen, daß er keine Verbindung mit ihm wünsche. Zum ersten Male seit vielen Jahren fühlte er seine Einsamkeit. Unter Tausenden von Arbeitern hatte er täglich viele Stunden verbracht, in volkreichen Städten gelebt und auf Reisen zahlreiche oberflächliche Bekanntschaften gemacht, aber nirgendwo hatte er einen wirklichen Kameraden oder Freund gefunden. Von Frauen hielt er sich vollends zurück. Er gestand es sich nie ein, daß die Enttäuschung, die Viktoria ihm bereitet hatte, als sie sich von ihm trennte und später den Stiefbruder heiratete, der Hauptgrund für diese Einstellung war. Jetzt überkam ihn zum ersten Male das Bedürfnis, mit einem Menschen zu sprechen, zu dem er gehörte. Das Entlohnen des Chauffeurs, das Lösen der Fahrkarte in die Heimat und die Sorge für das Gepäck gaben ihm willkommene Gelegenheit, alle weichen Regungen abzuschütteln. Gesammelt und ruhig wie immer betrat er sein Abteil, betrachtete oberflächlich die beiden Mitreisenden und schaute dann hinaus auf das vorübereilende flache Land der großen Ebene. Bei Einbruch der Dunkelheit suchte er den Speisewagen auf und blieb dort bei einer Flasche Wein sitzen, bis der Zug in Dortmund einlief und er umsteigen mußte. Die kurze Strecke zur Vaterstadt legte der ! Zug in einer guten Stunde zurück. Zum ! zweiten Male an diesem Tage konnte sich j der Heimkehrer der aufsteigenden Erre- I gung nicht mehr entziehen. Er preßte die j Stirn an die Scheibe und versuchte aus ' den Lichtern der Industriewerke und Städte zu erkennen, wo er sich befand. Es j gelang ihm nur mühselig, denn die letzten | lionen Franken anzusdiaffen. Da ein Kauf von Kampfflugzeugen im Ausland heute wegen der allgemeinen Aufrüstung als ausgeschlossen zu betrachten sei, biete die Herstellung im Lande selbst die einzige sichere Gewähr, die Flugzeuge innerhalb kürzester Frist zu erhalten. Sobald der Iizenzhau der gegenwärtig in Arbeit befindlichen Vampire-Flugzeuge beendet ist, soll eine neue Serie der gleichfalls von der britischen Firma De Havilland hergesteflten Jagdeinsitzer mit der Typenbezeichnung „Venom” in Angriff genommen werden.' Dieses Flugzeug weist gegenüber dem Vampire eine bedeutend verbesserte Horizontailgesdirwindigkeit und Steigfähigkeit auf. Die Bewaffnung mit Kanonen- und Raketengeschossen ist die gleiche, während Bomben von doppelter Last mitgeführt werden können. Gescheitertes Bahnhofsprojekt Dornbirn. Die Stadtgemeinde Dornbirn eifiielt die Mitteilung, daß die Generaldirektion der Oesterreidiischen Bundesbahnen in Wien die S u mme für die längst geplante Erweiterung und de« Umbau des Bahnhofs Dornbirn von 400 000 auf 150000 Schilling herabgesetzt habe. Dadurch ist das Projekt, da« bis zum Beginn der Messe im heurigen Sommer durchgeführt werden sollte, gescheitert. Die größte Stadt Vorarlbergs wird auch weiter mit einem völlig unzulänglichen, döri- lichen. Bahnhof auskommen müssen, obwohl die Stadtverwaltung ihren eigenen Bauzuschuß auf 150 000 Schiiiliing eihöht hatte. Jahre seines Aufenthaltes im Ruhrgebiet hatten unter dem Zeichen der Arbeitslosigkeit und der absterbenden Wirtschaft gestanden. Jetzt arbeiteten wieder alle Betriebe und erhellten mit den erleuchteten Fenstern und Werkanlagen die Nacht. Mit einem kleinen Koffer trat er gegen Mitternacht aus dem Bahnhof und nahm eine Autodroschke zum Hotel. Die schweren Koffer folgten mit dem Hotelbus. In der Halle empfing ihn der Portier mit der höflichen Beflissenheit, die langjährige Gewohnheit mit sich bringt. Werner trug sich mit festen, energischen Schriftzügen als Sven Kole in den Meldeblock ein. Dann folgte er dem vorauseilenden Pagen in sein Zimmer, gab dem Zimmermädchen Anweisungen, die Anzüge und die Wäsche unterzubringen, reinigte sich Hände und Gesicht und suchte das Restaurant auf, um noch einen kleinen Imbiß zu nehmen. Er war müde und sehnte sich nach Ruhe. Trotzdem trieb ihn die Unrast in die Nacht. Zerfetzte Wolken jagten über den Himmel und enthüllten für Sekunden die gelb- iichtrübe Mondsichel. Aus Kaffeehäusern drang Tanzmusik Paare gingen Arm in Arm an ihm vorbei, und begierig nahm er Gesprächsfetzen im langentbehrten heimatlichen Dialekt in sich auf. Es klang wie Musik. Unversehens fand er sich vor der Fabrik, die den Namen Alkmaar trug. Zum erstenmal seit dem Weltkriege sah er sie um diese Zeit hell erleuchtet. Also arbeiteten sie jetzt auch in Nachtschichten. In die Befriedigung über diese glänzende Beschäftigungslage mischte sich jäh der Neid auf den Halbbruder, der nun hier allein der Herr war. Hatten nicht Vater und Großvater einst das Unternehmen aufgebaut, das der Urgroßvater als Schlossermeister begründete? Nun stand der älteste Träger des Namens Alkmaar, in der vierten Generation der Maschinenbauer, als Fremder, Ausgestoßener, mit dem Makel einer langjährigen Gefängnisstrafe vor den großen Gebäuden. (Fortsetzung folgt) SÜDKURIER jumjltttt?«' Iritung Nr. 44 / Säte 5 jSonftott} ben 14.3Rärs 1851 Erfter Tag öer 6unöeebahn*Konferenz Das Hauptereignis der heute um 9 Uhr im Konzil beginnenden Studienkonferenz der Bundesbahn mit zahlreichen Professoren der Universitäten und Hochschulen wird der Vortrag des Präsidenten der Bundesbahn und Leiters der Hauptverwaltung, Dr. Ing. Walther Helberg über Verkehrsund Wirtschaftsprobleme sein. Er wird über die Auswirkungen der Kriegsschäden, die Möglichkeiten der Rationalisierung und Modernisierung des Schienenverkehrs und über die Probleme des Wettbewerbs und der Zusammenarbeit der verschiedenen Verkehrsträger sprechen. Anschließend wird er auch einiges über die Bundesbahn im Verhältnis zu ihrem Personal sagen. Als zweiter Vortragsredner spricht Prof. Donald Brinkmann aus Zürich über die „Metaphysik des Verkehrs“. Der Ankündigung ist zu entnehmen, daß er mit Gedanken über das „veloziferische Zeitalter“ beginnen und mit einem „Lob der Eisenbahn“ schließen wird. Am Nachmittag werden sich die Teilnehmer der Tagung auf Einladung der badischen Regierung nach einer Bodenseefahrt zu einem geselligen Beisammensein, in Meersburg vereinigen. Auch die Gerichtsgasse gesperrt Zur Zeit werden Graibarbeiten in der Gerichtsgasse durchgeführt. Es handelt sich um die Auswechslung der vom Münsterplatz durch die Gerichtsgasse zur Inselgasse führenden Gasleitung, deren 40 mm starken Rohre durch neue ersetzt werden. Dadurch ist die Gerichtsgasse für die Dauer dieser Arbeiten für den Fahrzeugverkehr gesperrt. — Die Arbeiten am Ausbau und an der Verbreiterung der Schillerstraße nehmen einen günstigen Fortgang. Während auf der Teilstrecke zwischen Insel-Hotel und Fischmarkt zur Zeit die Leitungen verlegt werden, wird der zwischen dem Bahnübergang und der Rheinbrücke gelegene Teil aufgefüllt. Im Zusammenhang damit wird auch der untere Teil der Brückengasse der höhergelegt«! Schillerstraße angeglichen. Die schmalen Gehsteige werden gepflastert und mit großen Randsteinen eingefaßt. Morgen Stadtratesitzung Die nächste Stadtratssitzung findet morgen, Donnerstag, um 16 Uhr im neuen Stadtratssaal statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Besprechung über die Errichtung des Zollhaus-Neubaus am Emmishofer Zoll, die Röntgeneinrictotung für das Städt. Säuglings- und Kleinkinderkrankenhaus, die Reparatur des alten Wasserhochbehälters auf der Friedrichshöhe und die Ausgabe von Fischerei-Erlaubnisscheinen. Abschied von Konstanz Dipl.-Ing. Studienrat Heiner Krum verläßt mit seiner Familie heute Konstanz, um die Nachfolge des aussd^idenden Direktors Hertle an der Offenburger Gewerbeschule anzutreten. Mit Dipl.-Ing. Krum verliert die Gewerbeschule Konstanz eine hervorragende Kraft, die Meisterschule für das Bauhandwerk einen bewährten Lehrer und die Innung des Bauhandwerkes ihren bewährten Kassier. So ehrenvoll die Berufung für Studienrat Krum ist, so wird der Weggang von Schule, Handwerk und allen Bekannten sehr bedauert. Nicht zuletzt auch vom Ruderverein „Neptun“, dem er seine ganze Freizeit gewidmet und bei dem er wesentlichen Anteil am Neuaufbau des Vereins hat Einmal kommt cs an Öen Tag Der Mann mit der falschen Rot-Kreuz-Bescheinigung Im Sommer 1950 erschien auf dem Bürgermeisteramt (Ortspolizeibehörde) Meersburg ein 26jähriger junger Mann und beantragte die Ausstellung einer- Kennkarte. Als Unterlage zog er ein Papier des amerikanischen Roten Kreuzes in Italien hervor, das seinen Inhaber als einen in Rumänien beheimateten Volksdeutschen auswies. Die Angaben des Ausweises wiederholte der Mann auch auf dem Bürgermeisteramt in Form einer eidesstattlichen Versicherung. Abgesehen von dem Namen waren jedoch die Angaben des Papiers fast durchweg falsch. Der Mann war als Wehrmachtsangehöriger während der Italien-Kämpfe von Italienern gefangengenomjmen worden, hatte zunächst in einem Gefangenenlager in Aegypten gesessen und war nach seiner Rückkehr nach Italien in ein Internierungslager gesteckt worden. Wie er vor Gericht — sein Fall stand vor dem Konstan- zer Schöffengericht Air Verhandlung — anführte, hat er die falschen Angaben 1 damals in der Notlage des freiheitsdurstigen Kriegsgefangenen gemacht. In Wahrheit ist der Mann Deutscher. Auf die Frage des Gerichts, weshalb er auch auf deutschem Boden, als die „Gefahrenzone“ hinter ihm lag, sich noch des Ausweises bedient und dessen falsche Angaben auch noch in einer eidesstattlichen Versicherung wiederholt habe, wußte er keine befriedigende Antwort zu geben. Die Frage des Gerichts erscheint nur allzu berechtigt; denn nichts wäre dem Angeklagten leichter gewesen, als auf dem Bürgermeisteramt in Meersburg den falschen Mantel abzustreifen und sich zu seiner richtigen Person zu bekennen. Er hätte sich nur auf seine Mutter und seine Schwester zu berufen brauchen, die beide als Flüchtlinge in der Nähe von Meersburg leben. Es wäre das Natürlichste gewesen. Statt dessen hat er es auch noch bei seiner Einlieferung in das Konstanzer Gerichtsgefängnis bei den falschen Personalangaben belassen. Uebrigens war es unsprünglich nicht sein Auftreten in Meersburg, das ihn vor den Richter brachte. Es war ein ganz anderes Vergehen, das di© Aufmerksamkeit des Staatsanwalts auf diesen jungen Mann lenkte. Das Urteil des Schöffengerichts nennt es „öffentliche Aufforderung zur Unzucht.“ Was darüber in der Verhandlung bekannt wurde, warf allerdings ein sehr trübes Licht auf den Angeklagten. Wegen dieses Vergehens und wegen falscher eidesstattlicher Versicherung in Tateinheit mit mittelbarer Falschbeurkundung erhielt der Angeklagte fünf Monate Gefängnis; vier Monate der Untersuchungshaft werden angerechnet. „Und vergessen Sie nicht, daß Sie nun in Deutschland sind“, rief der Vorsitzende nach der Urteilsbegründung dem Angeklagten abschließend zu. Man möchte hoffen, daß der junge Mann diese Mahnung für die Zukunft in jedem Falle ber herzigen wer le. dry. Außer Lebensgefahr Das Befinden der 30jährigen Frau aus der Kreuzlinger Straße, die mit Vergiftungserscheinungen am Montagabend ins Krankenhaus eingeliefert wurde, hat sich gebessert, so daß keine Lebensgefahr mehr besteht. Die Ursachen der Vergiftung konnten noch nicht geklärt werden, weil die Frau bis jetzt nicht vernehmungsfähig ist. Auch die Sektion des toten Kindes hat noch keine bestimmten Anhaltspunkte über die Todesursache gegeben. Ein Zwischenfall, der gut ausging Gestern, kurz vor 17 Uhr, gingen die Pferde eines Wagens, der vor einem Geschäft in der Rosgartenstraße stand, mit dem Wagen durch. Die Pferde galoppierten von der Rosgartenstraße über den Bodanplatz und durch die Huetlinstraße, wo sie einen Teil der Ladung verloren und einen Motorradfahrer streiften. Ein Stück weiter streiften die Pferde einen PKW, der noch mitgerissen wurde und auf dem Gehsteig landete. Vor der Einmündung in die Kreuzlinger Straße konnten die Pferde durch einen beherzten Mann zum Stehen gebracht werden. Spendet Bücher Auf die Bitte der Gefängnisverwaltung um Bücherspenden sind in den letzten Tagen zahlreiche Bücher bei der Stadtbücherei im Wessenberghaus abgegeben worden. Es darf erwartet werden, daß dem Appell an die Gebefreudigkeit der Konstanzer auch weiterhin' noch stark Folge geleistet wird, damit den Gefangenen ein wirklich wertvolles Material, vor allem an belehrender Literatur, zur Verfügung gestellt werden kann. Ausländer sollen sich melden Wie das Landratsamt Konstanz roitteilt, werden alle über 15 Jahre alten Ausländer aufgefordert, zur Entgegennahme eines Vordrucks für die Erteilung der Aufenthaltserlaubnis bis zum 14. März auf dem Landratsamt vcrzusprechen. .Diese Verpflichtung trifft nicht zu für die nicht unter die deutsche Gerichtsbarkeit fallenden Ausländer, Angehörige ' der alliierten Streitkrätfte; Personen, die bei der alliierten Hohen Kommission beglaubigt' sind; heimatlose Ausländer (D(P‘s); sowie Flüchtlinge oder Vertriebene deutscher Volkszugehörigkeit, deren Ehegatten den deutschen Staatsangehörigen gleichgestellt sind. Jugendfreizeit im Schwarzwald Die Abteilung Jugendbildung und Jugendbewegung der Stadt Konstanz führt in der Zeit vom 1. bis 20. April in Schluchsee (Schwarzwald) einen dreiwöchigen Erholungskurs für männliche Jugendliche im Alter von etwa 14 bis 20 Jahren durch. Das „Haus Schluchsee“ befindet sich in 1000 m Höhe. Seine klimatischen Verhältnisse btteten die besten Voraussetzungen für erfolgreiche Kuren. Neben gemeinsamen Wanderungen soll den Teilnehmern genügend Freizeit zu Spiel und Sport bleiben. Durch Gewährung namhafter Zuschüsse ist es möglich geworden, die Gesamtkosten auf 35 DM festzusetzen. An die Lehrherren ergeht die. Bitte, ihren Lehrlingen, die infolge der schlechten Ernährungslage der vergangenen Jahre größtenteils erhebliche gesundheitliche Schäden erlitten haben, durch Gewährung ihres Urlaubes in dieser Zeit die. Teilnahme an dieser selten günstigen Erhdlungsmöglich- keit zu gestatten. Am Freitag Beamtenversammlung Der Deutsche Gewerkschaftsbund lädt sämtliche Beamten, Beamtenanwärter sowie Ruhestandsbeamten der Stadt und des Kreises Konstanz zu einer allgemeinen Versammlung ein, die am Freitag, 16. ds. Mts., abends, im Saal von St. Johann stattfindet. Es spricht der Vorsitzende des Beamtenausschusses des DBG in Bonn, Gröbing, über den Kampf der Gewerkschaften für die Interessen des Berufsbeamtentums. Dabei wird er, der an wichtiger Stelle an den bisherigen Verhandlungen beteiligt war, insbesondere über den Stand des Ringens um eine Anpassung der Beamtengehälter an die Preissteigerung berichten. Am Samstag Balladen-Abend Als Veranstaltung der Internationalen Konzertagentur Konstanz, wird am Samsr- tag, den 17. März, abends, im Bürgersaal, der Bariton Friedrich Läuter, der sich in Konstanz einen guten Namen erworben hat (insbesondere durch seine Rigoletto- und Bajazzodarstellung), zusammen mit Dr. Franz Hirtler (Klavier) einen Balla- den-Abend geben. Neben berühmten Meisterwerken wie Schuberts Erlkönig, Löwes Archibald Douglas u. a. werden auch seltener gehörte Kostbarkeiten dieser fesselnden Kunstgattung zu Gehör kommen. Das Mintfterium hat's genehmigt Stellungnahme des Bürgermeisteramtes Meersburg zum Fähre-Wartehaus SSurje Stöbtnacf)rid)ten Sednen 75. Geburtstag begeht heute Landwirt Josef Merk, Konstanz-Egg. Frau Maria Noth, MontreaPKanada, Tochter von Frau Wilhelmine Bautz, Friedrichstraße 11, die in der Fremde eine eifrige Leserin des „Südkurier“ geblieben Ist, läßt durch den „Südkurier“ alle Bekannten ln der Heimat herzlich grüßen. Die Fraiuen-Erwerbshilfe des Lyceum- Clubs ist von jetzt an Montag und Donnerstag 8.30 bis 10.30 Uhr geöffnet. Adresse weiterhin: Obere Laube, Ecke Paradiesstraße, Hutsalon Vogt. Der Deutsche Verband für Schweißtechnik e. V. zeigt am kommenden Mittwoch, 21. März, in der Bootshalle beim Staats- technüouim praktische Schweißvorführungen. In einem Lichfbildervortrag spricht Dr-Ing. Grix über das Thema „Das Neueste von Gas und Sauerstoff“. Aus Anlaß des Länderspiels Schweiz — Deutschland am 16. April in Zürich, wer- Neue Ftlme „Ein bezaubernder Schwindler“ (im Capitol) Im Theater ein „bezauberndes Fräulein“, im Kino „ein bezaubernder Schwindler“, was bleibt uns, als bezaubert zu sein! Wir sind es — bis zu einem gewissen Grade — auch durchaus, wenn wir diese echte, kleine Wiener Filmkomödie sehen, in der uns gerade die richtige Mischung von ein wenig Musik, viel Herz und einer guten Portion heiteren Humors vorgesetzt wird. Wobei der Humor vielleicht der wesentlichste Faktor in dieser Mischung ist. Denn er macht's, daß uns bei so viel lächelnder Verliebtheit nicht zu rosenrot vor den Augen wird und daß wir nicht zu seufzen brauchen, sondern viel zu lachen haben. Im übrigen ist dieser Film aus Wien gut gemacht, die Regie ist straff und einfallsreich (Hans Wolf), es ist Spannung und Tempo vorhanden, wo der Film nicht gerade allzu gefühlvoll ist, und es wird auch gut gespielt. Die Hauptrolle, nämlich die des bezaubernden Schwindlers, ist schauspielerisch sehr viel abwechslungsreicher, als man erwartet. Wolf Albach-Retty spielt und singt sie lächelnd wie immer — aber diesmal sogar nicht nur lächelnd. Dazu ist auch die Aufgabe, die er sich gestellt hat, zu schwierig, für drei ganz verschiedene Mädchentypen gleichzeitig der Idealtyp von Mann zu sein! Dr. EH Akkordeon-Konzert Werner Ebert Mit einem Akkordeon-Solokonzert erfreute am Sonntagabend der junge Konstanzer Werner Ebert, ein ehemaliger Schittenhelm- -Schüler, ein zahlreich erschienenes Publikum im Bürgersaal. Der junge Solist (er feierte erst dieser Tage seinen 25. Geburtstag) wartete mit einem wohl bekannten, jedoch in seinen Schwierigkeitsgraden überraschenden Programm auf. Bravoure Technik, verschmolzen mit Sicherheit und Präzision, sind die markantesten Grundzüge von Eberts solistischem Können. Dazu legt er in sein Repertoire jenes Maß an musikalischem Feingefühl, mit dem er seine Rhythmen unter Anwendung geschichtester Registerschaltungen zu vollendeter Interpretation verhilft. Allein schon mit den rein technisch schwierigen Stücken „Heiteres Spiel“ und „Flik-Flak“ (beide von Albert Vossen) sowie der „Quecksilber-Polka“ (Willy Glahä) stellt Werner Ebert sein technisch ausgereiftes Spiel eindeutig unter Beweis. Die ausgeprägte Wiedergabe von Montis „Czar- das“ bedeutet einen Höhepunkt. Von sorgfältiger, wohldurchdachter Eigenbearbeitung zeugten der große Konzertwalzer „Münchner G’schichten von Theo Madeeben sowie das Potpourri aus Fred Raymonds Operette „Maske in Blau“. Der mit Beifall und Blumen reich bedachte Solist dankte seinerseits den begeisterten Zuhörern mit Dreingaben. p—e den am Vorabend (14. 4.) zahlreiche Besucher in Konstanz erwartet. Das Verkehrsamt bittet heute schon alle Privatziimmer- vermieter, die für die Nacht zum 15. April einen Raum abgeben wollen, dies umgehend zu melden. Im Rahmen der Volkshochschule hält heute 20 Uhr im Bürgersaal Direktor Epch- weiler seinen zweiten Lichtbildervortrag über Michelangelo. Erklärung der Heimatvertriebenen Auf Grund unseres Berichtes „Seid einig, einig, einig“ in Nr. 37 fühlt sich, so wird uns geschrieben, die Kreisvertretung Konstanz des Bundes der heimatvertriebenen Deutschen in Baden gezwungen, zur allgemeinen Klarstellung eine Erklärung abzugeben. In dieser Erklärung heißt es: ,Die Heimatvertriebenen im Stadtkreis Konstanz haben sich weder in zwei Lager noch Fronten gespalten. Der Bund der heimatvertriebenen Deutschen in Baden ist aus der ehemaligen Interessengemeinschaft der Heimatvertriebenen hervorgegangen. An der Spitze des Landesverbandes steht Dr.- Winkler in Freiburg. Sämtliche Landesverbände der Heimatvertriebenen sind im Zentralverband in Bonn unter dem 1. Vorsitzenden Dr. Kather zusammengefaßt. Der Bund der Heimatvertriebenen ist eine überparteiliche und I überkonfessionelle Vereinigung, dessen Aufgaben sich auf rein wirtschaftliche und kulturelle Ziele beschränken. Mitglieder können nur Heimatvertriebene sein. Der Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten ist eine Partei, deren Gründer der Finanzminister und stellvertretende Ministerpräsident Kraft in Schleswig-Holstein ist Dessen Ziel ist, die Heimatvertriebenen und Entrechteten in Gemeinden, Kreisen und Ländern, sowie im Bund parlamentarisch vertreten zu können. Diese Mitglieder können Heimatvertriebene, Fliegergeschädigte und alle die durch den Krieg geschädigten und entrechteten Deutschen sein. « Dingelsdorf. Die Prüfung als Maurermeister bestanden Josef Strobl, Dingelsdorf, mit „sehr gut“, und Willi Bade, Rehren (Post Haste, Grafschaft Schaumburg), z. Z. Dingelsdorf, mit der Note „gut“. Ueber den Bau des Fähre-Wartehauses in Meersburg ist so viel gesprochen und geschrieben worden, daß in diesen allgemeinen Meinungsäußerungen die wirklichen Tatsachen außer Acht gelassen wurden. Zeitungen haben sich mit besonderer Freude dieser Angelegenheit angenommen, und der Anonymus „Simon Weinzürn II.“ glaubte sogar, im „Südkurier“ vom 3. März aus den Stellungnahmen der beiden Städte einen sogenannten „Städtekrieg” konstruieren zu müssen. Es hat sich hierbei nie um einen „Krieg“ gehandelt, was wir ausdrücklich betonen möchten, sondern von Meersburg aus gesehen — um die Wahrung ureigenster Interessen, für die sich eipzusetzen unsere Pflicht gewesen ist. Dies ist in allen Besprechungen in recht freundnachbarlicher Gesinnung geschehen. Kein Mensch in Konstanz kann uns die Wahrung örtlicher Rechte übelnehmen! Im obigen Artikel sollte aber offensichtlich in der Oeffent- lichkeit der Eindruck des Vorhandenseins einer kleinlichen Feindschaft erweckt werden, indem man mit einer „Zeittafel” verschiedener Verhandlungen zwischen Konstanz, Meersburg und Ueberlingen das Urteil der Leser in dieser Angelegenheit einseitig steuerte. Wir möchten die Fairneß, mH der wir die Verhandlungen von Anfang an geführt haben, schon mit der Richtigstellung des Punktes dieser „Zeittafel“ beweisen. In diesem wurde erklärt, daß Bürgermeister Netscher mit dem Bau des Fährewartehauses einverstanden gewesen sei. Hierzu erklären wir unter Zeugen, daß eine solche Zusage bei jener ersten Fühlungnahme zwischen Bürgermeister Arnold und Bürgermeister Netscher nicht gegeben worden ist. Es wurde vielmehr nur ausgesprochen, daß die Stadtverwaltung den Bau eines Fährewartehauses mit Toilettenanlage lebhaft begrüße, daß man gegen die Einzeichnung eines Getränkekioskes aber Bedenken erhebe und die geplante Anlage überhaupt von der Zustimmung des Meersburger Stadtrates abhängig sei. Diese Zustimmung ist auf Grund unserer positiven Stellungnahme zur Errichtung eines Zweckbaues ohne Zweifel erfolgt — jedoch unter gewissen Vorbehalten. Einer dieser Vorbehalte war: Einflußnahme der Stadt Meersburg auf den Baustil. Man wünschte in Meersburg eine Angleichung an das Ufer- und Landschaftsbild, sowie eine harmonische Eingliederung in die Baulichkeiten der Umgebung. Von der am 28. September 1950 stattgefundenen Tagfahrt verschiedener Behörden nach Meersburg zur endgültigen Begutachtung wurde die Stadtverwaltung Meersburg bedauerlicher Weise nicht verständigt und, wie es sich gehört hätte, beigezogen, um bei diesem entscheidenden Termin unsere Meinung zur Geltung : bringen zu können. Sonst wäre gewiß viel Hin und Her vermieden worden. Erst auf unsere Anfrage nach dem Stand der Dinge erhielt Meersburg von dieser Tagfahrt Kenntnis, und am 5. Dezember schrieb die Stadtverwaltung Konstanz (Technische Verkehrsbetriebe): „Im Nachgang zum Baugesuch vom 15. 3. 1950 übersenden wir Ihnen- den neu erstellten Plan, aus dem Sie die Art der Ausführung des Wartehäuschens erkennen wollen.“ Die von uns gewünschten Aenderungen waren nicht berücksichtigt worden, weil diese Pläne in Freiburg bereits Zustimmung gefunden hatten. Darauf wurde der Bau ohne Genehmigung des zuständigen Landratsamtes Ueberlingen das unsere Meinung vertrat, begonnen und daher alsbald wieder eingestellt. Denn wenn schon diese Stahl- und Glaskonstruktion gebaut werden sollte, dann nicht an dieser exponierten Stelle. g Unser Einspruchsrecht kam jedoch nichl zur Wirkung, denn im Baubescheid des Landratsamtes Ueberlingen an Konstanz vom 6. März 1951 heißt es: „Die Baugenehmigung wird auf Veranlassung des Bad. Ministeriums des Innern erteilt.“ Wir können uns nach dem ganzen Hergang kein unkorrektes Handeln unsererseits yorstellen, welches das freundnachbarliche Verhältnis Konstanz—Meersburg getrübt hätte. Mißtöne in diesem Verhältnis existieren höchstens in der Vorstellungswelt einer Leserschaft, die in diesem Sinne bewußt beeinflußt wurde durch Veröffentlichungen von Leserzuschriften, wie sie Simon. Weinzüm II. im Südkurier an den Mann gebracht hat. Netscher, Bürgermeister Lokale Sportnmschaii Handballsieg Tettnangs nicht gefährdet Handball: TSV Tettnang — VfL Konstanz 11:6 (7:3)« Die Seehasen, die erstmals in der Montfortstadt antraten, zeigten »ich dabei von Anfang bis zum Schluß al6 Spieler und Kämpfer. Nach einer anfänglichen Drudeperiode der Gäste zogen die Gastgeber aCle Register ihres Könnens und lagen schon in der 7. Minute mit drei Toren in Führung. Nach taktisch und spielerisch überlegenem Kombinationsspiel war bis zur Pause ein Stand von 7:3 erreicht*. In der zweiten Halbzeit ließ der einheimische Sturm manches an seiner anfänglich gezeigten Präzision vermissen und versiebte eine größere Anzahl von Torchancen. Die Konstanzer Gäste nützten die Flaute geschickt aus und holten diei Tore auf, ohne am Sieg der Gastgeber etwas zu ändern. Jugendhandball: TSV Tettnang — TSV Ravensburg Jugend 13:5 (6:3). Kaiser-Madella in Luzern ausgescMeden Der Start der 1. Mannschaft des Velo-Club Konstanz (Kaiser-Madella) in der Schweiz brachte den Konstanzern keinen Erfolg. Bereits in der Vorrunde mußten sie sich ihren Gegnern beugen und schieden zusammen mit Lustenau, Basel und Winterthur II aus. Sieger des Internationalen Radbafll- lurciiers um den Preis der Stadt Luzern wurde der Weltmeister 1950 Winterthur, vor dem Weltmeister 1949 St. Gallen-St. Georgen, dem französischen Meister Vendenheim und St. Gallen. Den 5. Platz belegte Zürich vor Dörnach. Wollmatingen ln Spiellaune SpV Wollmatingen—PC Radolfzell Ib 5:1 (2:1). Ein spannendes, kampfbetontes Spiel, bei dem die Gäste einen guten Gesamteindruck hinterHe- ßen? vor allem ihr 45jähriger Ersatztorwart. Wollmatingen trat ohne den erkrankten Mosbrugger an, dafür aber erstmals wieder mit dem früheren Mandatspieler Manfred Haag (nach zweijähriger Spielpause), der eine glänzende Partie lieferte und zwei Tore schoß. Die Einheimischen legten gleich mit einem mächtigen Tempo los, das ihnen in der 10. Minute durch einen schönen Schuß vpn Rehm die Führung brachte. Es dauerte auch nicht lange und Fuchs konnte auf 2:0 erhöhen. Die Gäste werden ebenfalls wiederholt gefährlich und konnten durch einen schönen Strafstoß das Halbzeitergebais herstellen. Nach dem Wechsel waren die Gäste durch die gute Spiellaune der Einheimischen meistens in Defensive gedrängt. Würtenberger und Haag erzielten noch drei prächtige Tore. — Wollmatingen H — Oehnin- gen I 3:1. TSV Zlzenhausen—VfL Konstanz III 4:3 (1:3). Kaum einer der Zuschauer hätte beim Seitenwechsel noch etwas für die Einheimischen gegeben, als diese gegen die stabile und schußfreudige Konstanzer Mannschaft mit 0:3 im Rückstand lagen. Die Platzherren bewiesen nachher allerdings, daß ein Spiel nie vor dem Schlußpfiff verloren ist. Sie nahmen nach Wiederanpfiff das Heft in die Hand. Die Gäste wurden buchstäblich in ihre Hälfte eingeschnürt. Wenige Minuten vor dem Spielende fand das Leder zum viertenmal den Weg ins gegnerische Tor und selbst die verzweifelten Gegenangriffe der Konstanzer brachten diesen keinen Treffer mehr ein. — Vorspiel: Zizenbausen Jgd.—- VflL Konstanz Jgd. 0:7. 2. Amateuzilga: VfL Konstanz H —Blumberg I 1:1 (1:0). Konstanz zeigte gegenüber den letzten Spielen eine schwache Leistung. Es fehlte vor allem am schnellen Abspielen. Dadurch konnten die Blumberger das Spiel jederzeit offen gestalten und ihr hohes Spiel den Gastgebern aufdiängen. Ein überraschender Schuß des Konstanzer Halbrechten sprang über den am Boden liegenden Torwart zum 1:0 ins Netz. Blumberg versuchte den Ausgleich zu erzwingen, aber die Konstanzer Hintermannschaft war auf der Hut und ließ keine Torerfolge zu- Während sich der Gastgeber immer mehr im hohen Spiel der Gäste verlor, anstatt den Ball am Boden zu halten, kamen die Gäste auf. Fünf Minuten nach dem Wechsel rutschte einem Konstanzer Läufer der Ball überm Fuß ins eigene Tor, wodurch die Gäste zum billigen Ausgleich kamen. Die Gastgeber versuchten die Führung wieder an sich zu reißen und erzielten auch eine leichte Feldüberlegenheit, aber die befreienden Schüsse aufs Tor kamen nicht. Vor allem müßte sich der Konstanzer Sturm angewöhnen, den Ball abzugeben und nicht ins Tor zu tragen. Fußball-Kreisklasse Konstanz II: Arien — Radolfzell III (kampflos für Arien)? Rielasingen II — Singen IV 7:1. Jugendfußball: VfL Konstanz All —SV Reichenau A-Jgd. 2:0; VfL Konstanz BI — SV Meersburg B-Jgd. 10:0; SV Zizenhausen A-Jgd. — VfL Konstanz Gern. Jugd. 0:7. Konstanzer VfL-Tischtennis dominierte Bei den Tischtennis-Bezirksmeisterschaften in Singen Am Sonntag wurden in der „Gambrinushalle“ in Singen vor einer großen Zuschauerjnenge die mit Spannung erwarteten Tischtennis-Einzelmei- sterschaften des Hegau - Bodenseekreises ausgetragen. Veranstalter war der Tischtennisklub Blau-Gelb Singen. Etwa 50 Spieler(innen) bewarben sich in den einzelnen Konkurrenzen um die Titel, erfreulich war das Interesse der Jugend, die in allen Klassen stark vertreten war, An den Bezirksmeisterschaften nahmen die Vereine aus Mühlhausen, Gottmadingen, Hilzingen, Singen, Radolfzell, sowie die beiden Vereine aus Konstanz, Grün-Weiß Konstanz und VfL Konstanz teil. Im Herren-Einzel der Klasse A bewarben sich rund 25 Spieler um den Titel. Hier hatten sich aus den vielen Bewerbern die ausgezeichneten Spieler W. Schmid und Friz, Singen, sowie der letztjährige Bezirksmeister Franz Klein und Horn (beide VfL Konstanz) bis in das Viertelfinale durchgekämpft. Hierbei gelang es Horn, der in ausgezeichneter Kondition antrat, den favorisierten Klein in einem mitreißenden 3:1-Satzsieg zu schlagen. Ebenso gewann Friz gegen seinen Klubkameraden Schmid. Somit standen sich im Endspiel Friz, Singen und Horn (VfL Konstanz) gegenüber. Horn übertraf sich selbst und konnte | in einem technisch hochstehenden Spiele gegen Friz mit 3:1-Sätzen gewinnen. Das Herren-Doppel der Klasse A entschieden ebenfalls das VfL-Paar Horn 'Kowalschik im Endspiel gegen Köhler/Liehner (Singen). Das Da- tnen-Einzel gewann die ausgezeichnete Spielerin Bugglin, Singen, im Endspiel gegen Maria Ottin- ger, VfL Konstanz. Der erfolgreichste Spieler des Turniers war der jugendliche A. Stöcker, VfL Konstanz, der sowohl das Jugend-Einzel und das Herren-Einzel, in der Klasse B gewinnen konnte. Ebenso konnte Stöcker zusammen mit seinem Klubkameraden Schaab überraschend das Junioren-Doppel und das Doppel in der Klasse B gewinnen. Das Endspiel im Einzel der Klasse B war eine Angelegenheit des VfL Konstanz. Hier hatten sich Wolfgang Lehn und Stöcker unter den vielen Bewerbern bis zum Endspiel durchgekämpft. Dabei konnte Stöcker gegen Lehn, der nicht in bester Spielverfassung schien, einen schönen Sieg herausholen. Die beste Spielerin des Turniers war die ausgezeichnete Bugglin, Singen, die das Da- men-Einzel, sowie das Damen-Doppel und zusammen mit Friz, Singen, das Gemischte Doppel gewinnen konnte. Ergebnisse: Herren-Einzel, Klasse A: 1. Horn, VfL Konstanz: 2. Friz.TTC Blau-Gelb Singen: Herren-Doppel, Klasse A: 1. Hom/Ko- walschik, VfL Konstanz; 2. Köhler/Liehner, TTC Singen. Damen-Doppel: 1. Bugglin/Albrecht, Singen: 2. Knoerle/Schemenau, VfL Konstanz. Gemischtes Doppel: 1. Bugglin/Fritz, TTC Singen; 2. Schemenau/Horn, VfL Konstanz. Herren-Einzel B: 1. A. Stöcker, VfL Konstanz; 2. W. Lehn, VfL Konstanz. Herren-Doppel B: 1. Stocker- Sdiaab, VfL Konstanz; 2. Haug'Fichter (Grün- Weiß Konstanz/VfL Konstanz komb). Jugend- Einzel: 1. Stöcker, VfL Konstanz; 2. Wiest, Radolfzell. Jugend-Doppel: 1. Sdiaab/Stocker, VfL Konstanz. Damen-Einzel A: 1. Bugglin, Singen; 2. Ottinger, VfL Konstanz. BEILAGE BES StDKUBIEB Martha Von Anna Galjmann • Ich bin nur diese arme Frau, voll Sorgen und voll Fragen um Mann und Kind und um das Haus und alle Lebtagsplagen. Du Menschensohn weißt ganz allein, wie gern ich jene Schwester Maria möchte sein, von der Dein Wort erzählt, daß sie zu Deinen Füßen das gute Teil erwählt Du meiner Sehnsucht ferner, doch leis geahnter Sinn, willst Du, daß ich als Martha zutiefst Maria bin? * Aus dem Gedichtband „Der Weg des Mädchens Muriel“ von Anna Gailmann, einer Schweizer Dichterin, erschienen im Südverlag, Konstanz. Kommt einander zart entgegen Es gibt Männer und Frauen, die sich Fremden gegenüber meist ausgezeichnet zu benehmen wissen, ihren Ehepartner aber schlecht behandeln. Sie wollen nicht begreifen, daß Höflichkeit in der eigenen Familie beginnt. „Warum soll ich mir Zwang auf erlegen?“, denken sie. „Ich habe gehei- rätet, um einen Menschen um mich zu haben, vor dem ich nicht Theater zu spielen brauche und dem ich alles sagen kann, was ich denke. Wenn die Ehe nicht vollkommene Freiheit bedeutet, warum heiratet man denn überhaupt?“ . Ein gefährlicher Irrtum! Es ist wohl wahr, daß in der Ehe die Illusionen fehlen und Mann und Frau einander durchschauen. Eben diese Transparenz im ehelichen Leben stellt ein ernstes Problem dar. Darf eine Frau, wenn sie die wahre Natur und die Fehler ihres Mannes kennengelernt hat, ihm sagen: „Liebling, ich will dir gegenüber aufrichtig sein: Du hast mich sehr enttäuscht, und zwar aus folgenden Gründen...“? Niemals! Wie sollte ein Mann es ertragen, sich von seiner Frau sagen zu lassen, was er sich kaum von seinem eigenen Gewisen sagen lassen will? Wir alle sagen uns selbst von Zeit zu Zeit sehr harte Wahrheiten, aber doch nur so, daß unsere Eigenliebe dabei nicht verletzt wird. Ein Mann der die Achtung vor sich selbst verliert, leidet unweigerlich Schaden an seiner Seele. Eine kluge Frau weiß das. Sie hat zwar das Recht und oftmals sogar die Pflicht, ihren Mann zu kritisieren, aber sie sollte ihrer Kritik doch stets ein Maß berechtigten Lobes beimischen, soviel jedenfalls, daß der Gatte nie sein Selbstvertrauen verliert. Im ehelichen Gespräch ist es wie in der Chirurgie Äußerste Zartheit ist geboten. Das gemeinsame Leben stellt täglich neue Probleme. Man wird leicht mit ihnen fertig, wenn man statt zu fragen: „Können wir zusammen leben?“, feststellt: „Wir müssen und wollen zusammen leben“. Eine Unterhaltung zwischen Verliebten ist leicht. Sie besteht, wie Stephenson sagte, nur aus zwei Themen: „Ich bin ich, Du bist Du“. Nach einigen Monaten Ehe wird der Eine des ewigen „Ich bin ich“ des Anderen müde. In glücklichen Ehen wird das Duett der Zeit des ersten Verliebtseins durch einen unaufhörlichen Kommentar zu Ereignissen und über Bekannte ersetzt. Die Unterhaltung wird ver- vertraut, einfach und erbaulich wie die Familienmahlzeiten. Mann und Frau brauchen vor allem sehr viel Nachsicht, wenn sie sich gegenseitig in Gegenwart Dritter beobachten. Jeder von beiden hat einen Vorrat an Anekdoten, Gedanken und Erinnerungen, die der Andere sehr bald auswendig kennt. Wenn der Mann weiß, daß seine Frau es nicht vertragen kann, zum hundertsten Mal irgendeine seiner Lieblingsgeschichten zu hören, so schweigt er und wird bald überall für langweilig gehalten. Wenn die Frau weiß, daß ihr Mann ihre Einfälle verspottet, wird auch sie schweigen. Mann und Frau sollten in Gesellschaft nicht wünschen, daß der Partner Neues erzähle, sondern daß er den Anderen imponiere. Darum sollten sie so tun, als ob sie aufmerksam zuhörten und beileibe keine Langeweile merken lassen, sondern Beifall spenden. Und vor allem kein Erstaunen zeigen, wenn der Gatte ein Ereignis, bei dem man selbst die Hauptrolle gespielt hat, anders erzählt, als es sich zugetragen hat, um seine Geschichte interessanter zu gestalten. Es gibt Eheleute, die Eheszenen für unerläßlich halten, um ab und zu die Atmosphäre zu reinigen. Aber selbst dann muß ein gewisses Maß eingehalten werden, denn ein Gewitter kann leicht eine ganze Ernte zunichte machen. Besser ist es, Gewitter ganz zu vermeiden. Doch setzt das Vernunft und Reife auf beiden Seiten voraus. Dr. M. J. Die Stempelkarte und das Menschliche Wenn wir von der Arbeitslosigkeit sprechen, nennen wir eine vielsteilige Zahl. Was sich dahinter verbirgt — nämlich das Menschliche — können wir häufig nur ahnen. Dorothea war in einem Verlag tätig und schrieb nebenbei Buchbesprechungen. Jeden Monat verdiente sie an die 300 Mark, eine hübsche Summe für die alleinstehende, junge Frau. Sie konnte sich nett kleiden, aß im Gasthaus und gab die Wäsche fort. Ins Kino ging sie auch, das übrigens mitunter aus beruflichem Interesse. Dann wurde Dorothea arbeitslos. „Es wird nicht so schlimm werden“, meinte sie. „Ich muß eben mehr Buchbesprechungen schreiben, vielleicht auch Artikel, und neue Verbindungen anknüpfen. Man muß nur auf dem laufenden bleiben...“ Richtig. Wer in einem freien Beruf arbeitet, muß „auf dem laufenden“ bleiben, sonst steht alles still. Einschränkungen wurden notwendig, und damit begann es. Dorothea konnte sich nur noch die Tageszeitung leisten; die beiden literarischen Zeitschriften mußte sie abbestellen, weil das Geld fehlte. Von da an ging sie ein paarmal in der Woche in die Lesehalle, blieb einige Stunden dort und notierte sich, was ihr wichtig schien. Es war alles recht mühsam geworden, viel mühsamer, als sie es sich vorgestellt hatte. Bekannte, die sonst häufig anriefen, meldeten sich nun kaum noch. Sie merkte, wie man sie zu meiden begann, um nicht fragen zu müssen, wie es ihr gehe. Sie spürte es ganz genau: irgendwie war sie herausgefallen aus dem Getriebe des alten Lebens. Nun stand sie daneben und wußte nicht, wohin mit sich, mit ihrer Zeit, ihren Ideen und ihren Problemen. Sie wurde unsicher. Einmal außer „Rang und Würden“ — war sie da nun plötzlich ein „Nichts“ geworden? Konnten die Kollegen, die Nachbarn nicht ein wenig aufmerksamer sein? Konnten sie ihr nicht hin und wieder eine Zeitschrift bringen, die sie ausgelesen hatten, oder die Eintrittskarte zu einem Vortrag, den Dorothea sonst nicht besuchen konnte, weil sie kein Geld hatte? - Dorothea ist nur ein Beispiel für Tausende in ähnlicher Lage. Es ist eigenartig, daß man an der Not der Arbeitslosen vorbeigeht und glaubt, durch die Unterstützung blieben sie ja wohl vor dem Aergsten materiell bewahrt. Viel schlimmer und gefahrvoller für Geist und Seele der Betroffenen ist jedoch das Gefühl des „Ausgestoßenseins“, das ihnen schließlich jeden Mut nimmt. Frau X. aus der Wohnung gegenüber, die noch keine neue Stellung gefunden hat — Fräulein Y., das am Tisch neben Ihnen arbeitete und entlassen wurde, während Sie bleiben konnten — Herr Z., mit dem Sie sich auf einer Urlaubsreise anfreundete und der'hun stempeln geht: sie alle brauchen Ihre Teilnahme, die nicht nur im Fragen liegen sollte, sondern auch im tatsächlichen Dazustehen, ln Anregungen, im Hinzuziehen, im unveränderten Zusammenhalten, kurz — im Kameradschaftlichen. Sie haben ein Recht darauf. Dürfen wir es ihnen verweigern? R. B. Die unbequemen Sitzgelegenheiten Ein schwedisches Institut hat vor kurzem unter Männern eine Umfrage veranstaltet: „Warum verbringen Sie Ihren Abend nicht zu Hause?“ Die Antworten waren erstaunlich, erklärten doch mehr als 60 Prozent der Männer auf diese Frage: „Weil es zu Hause keine gemütlichen Sitzgelegenheiten gibt!“ Viele Frauen werden über diese Begründung abendlicher Gasthausbesuche ihrer Männer lächeln. Vielleicht zu Unrecht. Ueber die Bedeutung des gemütlichen Heimes ist schon viel geschrieben worden. Weniger über die Rolle, die dabei die Sitzgelegenheiten spielen. Ein Zimmer kann noch so hübsch eingerichtet sein — wenn man sich auf den Stühlen nicht bequem fühlt, kommt keine rechte Behaglichkeit auf. Der Mann, der den ganzen Tag einen harten Büroschemel gedrückt hat, will abends weich sitzen. Noch mehr trifft das für jene zu, die viele Stunden lang stehend ihre Arbeit verrichten mußten. Nun betrachte man aber einmal die Sitzgelegenheiten, die in einem durchschnittlichen, nicht gerade mit neuen — und selbst bei diesen ist nicht immer Bequemlichkeit Trumpf! — Möbeln eingerichteten Haushalt vorhanden sind. Man wird sich wundem. Da sind harte Stühle mit geraden Rückenlehnen, von denen einem nach einer halben Stunde das Kreuz schmerzt, weil man sich nicht richtig an- lehnen kann. Da sind Stühle, die zu hoch sind, so daß die Füße keinen rechten Halt finden. Noch eine Sorte vorhandener Sitzmöbel sind die wackligen, wer sich in ihnen zurücklehnen möchte, wird durch bedrohliches Krachen schon vor diesem Versuch gewarnt. Auch Sofas haben ihre Tücken und Nachteile. Fehlen ihnen gar die Lehnen, sind sie erst recht unbequem, denn man wird sich nur in liegendem Zustand darauf wohlfühlen. Wie überhaupt die meisten Sitzmöglichkeiten den Armen keine Auflage bieten, _ Andererseits sind auch zu weiche Fauteuils von Nachteil. Man wird in ihnen zu rasch müde. Ledersessel seihen zwar „wohlhabend“ aus — sind aber kalt. Es gilt also, den richtigen Mittelweg zu finden. Auch der Kopf sucht manchmal eine Stütze — dabei sind die alten Ohrenstühle der Großväter, die annähernd alle diese Bedingungen erfüllten, längst zum alten Gerümpel gewandert. Allerdings gibt es hübsche „Neuauflagen“ dieser, mit Recht beliebten Form. Aber auch sonst sind unter den zahlreichen modernen Möbeln durchaus solche zu finden, die allen Anforderungen gerecht werden. Nur gilt es, sie mit Sorgfalt zu prüfen und auszuwählen. Die Feinde der Gemütlichkeit aber, die unbequemen Sitzgelegenheiten, gehören aus jedem Heim verbannt. Wer hier richtig zu wählen weiß, wird sich zu wundem vielleicht Gelegenheit haben, wie häuslich mit einem Mal manche (bislang anscheinend ganz gegenteilig veranlagte) Männer doch auch sein können. Festtagsrezepte mit Apfelsinen Süßer Reis mit Orangen (ein besonderer Leckerbissen für Kinder). Zutaten: V« Pfund Reis, 3—4 Orangen, 1 Zitrone, 100 g Zucker, Vs 1 Schlagsahne. — Der Reis wird in Wasser weichgekocht (er soll noch körnig sein), dann wird der Saft der Orangen und der Zitrone mit dem Zucker verrührt und unter den Reis gemengt. Ehe man das Gericht mit Orangenscheiben und Schlagsahne verziert, läßt man es noch einige Zeit stehen. Philadelphia-Creme. Zutaten: 2 Eier, V« 1 Milch, 100 g Zucker, 30 g Mehl, 1 Apfelsine und den Saft von 2 Apfelsinen, Kekse, am besten sind Löffelbiskuits, etwas Cognak oder Rum, Vs 1 Schlagsahne. — Eigelb, 60 g Zucker, Miehl und den Saft von 2 Apfelsinen werden mit der Milch zu einer glatten Masse verrührt. Bei starkem Feuer läßt man nun die Creme tüchtig aufkochen und nimmt sie dann vom Feuer. Das Eiweiß wird zu Schnee geschlagen und mit dem übrigen Zucker nochmals unter starkem Rühren unter die Masse gegeben. Den Boden einer Schüssel legt man mit Löffelbiskuits oder Keksen, die man leicht mit Rum oder Cognak beträufelt hat, aus. Die noch heiße Creme wird darüber gegeben. Vor dem Servieren verziert man die Creme mit kleinen gezuk- kerten Orangenscheiben und spritzt die Schlagsahne auf. Man kann dazu noch extra Kekse reichen. Orangencremetorte. Zutaten zum Biskuitteig: 6 Eier, 126 g Zucker, 125 g Mehl, Saft und Schale einer halben Zitrone, 1 Kaffeelöffel Backpulver; Zutaten zur Orangencreme: V« 1 Schlagsahne, Saft von 3 Orangen, 80 g Zucker. — Die Eier werden über Dampf mit dem Zucker und dem Zitronensaft 30 Minuten lang geschlagen. (Man rechnet für 1 Ei je 5 Minuten), Backpulver und Mehl werden zum Schluß leicht untergezogen. Das Backblech wird mit einem Pergamentpapier ausgelegt, die Masse hineingefüllt und in dem gut vor geheizten Ofen etwa 7—10 Minuten gebacken. Nach dem Erkalten schneidet man den Boden einmal durch und füllt ihn mit der Creme, die man aus Schlagsahne, Saft der Orangen und dgm Zucker bereitet. Die Torte bestreicht man nun mit einer Masse aus Staubzucker und Orangensaft (die sehr dick sein muß) und verziert sie noch mit einzelnen Orangenscheiben. Neue Christian-Geschichten Unser Strickzeug Ein Trägerkleid für 6jährige Mädchen ist praktisch und immer gern getragen. Man beginnt eine Rockbahn mit 170 M., arbeitet erst 3 cm breit in Rechtsmaschen hin und zurück und strickt dann nach dem Zählmuster die Borde. Anschließend in gleicher Breite in Rechtsmaschen obenauf, einfarbig und wiederholt das noch zweimal. Die zweite Rockbahn genau so. Das Rückenteil beginnt man unten in der Mitte mit 3 M. und nimmt an jeder Seite schnell zu. Es wird wieder abwechselnd Borde und einfarbiger Streifen gearbeitet (und die obere Kante in Rechtsmaschen hin und zurück. An beiden vorderen Kanten werden Maschen aufgenommen und Löcher (s. Arbeitsprobe) eingearbeitet. Den Träger beginnt man mit 60 M., dann 1 cm nur rechts, die Borde und wieder 1 cm rechts. Beim Zusammennähen wird der Rock an das Oberteil angekraust. Durch die vorderen Löcher wird verkreuzt eine Schnur gezogen. , r sf 1 s \ 1- v\\\\\\\ • -«SS; — 46 ^ ? SSss Es ist märchenhaft still um mich, unwahrscheinlich ruhig. Fast beängstigend. Ich kann ungestört arbeiten! — — Da bricht Christian herein wie ein Wirbel. Stampfend, polternd, pfeifend, trompetend, dreckstarrend und triumphierend vor Lebenslust und Tätigkeitsdrang, jeder Zoll an ihm begierig, sein Dasein temperamentvoll und lauthals zu bestätigen. Ich bewundere fassungslos sein Vermögen, so vielerlei Dinge auf einmal von sich zu geben, sage aber doch in eine Atempause hinein: „Oh, Männlein, es war so schön ruhig hier, als du nicht da warst.* Darauf er, ungerührt: „Na, einmal mußt* Ich doch wieder kommen.“ • Christian trödelt, obwohl es schon spät ist Endlich habe kh ihn so weit, daß er gehen kann. „Hast du auch nichts vergessen? Dein Lesebuch, den Schwamm, das Taschentuch?“ „Nein, ich hafo’ alles.“ „Hast du auch deinen Kopf?“ Er, artig und tiefernst: „Jaa*. • Christian zeigt jemanden den Weg: „Jetzt gehen Sie erst gerade aus und dann rechts und dann wieder gerade aus und dann wieder rechts, und dann halt* Die Sonne tönt nach alter Weise... „Die Sanne singt“, sagt Christian. „Nein, Männlein nicht singggt, sondern sinfckt“, will ich ihn verbessern. „Die Sonne sinkt unter, ganz tief“, dabei fahre ich mit der flachen Hand hinter den Tisch hinab, um den Vorgang deutlich zu machen. „Ja“, sagte Christian, „aber wenn die Sonne scheint, dann singggt sie.“ Ich ahne, was er damit meint, steife mich aber dumm: „Woher willst du denn das wissen?“ „Das sieht man doch!* „Woran denn?“ „Weil sie scheint!!* „Ja, hörst du’s denn?“ „Neiiin. Das ist doch viel zu weit weg.“ Pause. Ich mache immer noch ein begriffsstutziges Gesicht „Ach Mutti, du verstesch es itü Er macht eine verzweifelte Geste, und dann bekommt er die angestrengte und zugleich nachsichtige Miene eines Philosophen, der höchste Weisheit in allgemein verständliche Worte bringen soll. „Also das ist so: Wenn die Sonne scheint, und ich gucke rauf — das darf man ja eigentlich nicht, weil man da blind werden kann —. dann fällt sie mir ganz hell und warm ins Gesicht —“ er wendet seih Gesichtdien hingebend aufwärts und läßt seine Hand darauf fallen — „und dann singt sie.“ „Ja, Männlein, jetzt hab’ ich’s verstanden.“ • Christian hat die Mainau gemalt Das Schloß mit der Kirche und den Rasen davor. Und weil bald Ostern ist, legen dort zahlreiche Hasen ihre Eier. Aber Menschen sieht man nicht, außer einem Schornsteinfeger. „Warum hast du denn ausgerechnet einen Schornsteinfeger da hineingemalt?“ Christian sieht mich vorwurfsvoll an: „Aber der Schornstein war doch verstopft"“ * * Es gibt Bratwürste zu Mittag. Damit die Portionen dem sonstigen Verhältnis von Erwachsenen- und Kinderappetit entsprechen, schneide ich ein Endchen von Christians Wurst ab und behalte es acuf meinem Teller. Christian kriegt Stielaugen: „Das gehört auch noch zu meiner!" „Aber ich bin größer als du“, versuche kh richtig zu stellen, „da muß ich doch mehr haben oder nicht?“ ,J)och, ja aber —“ und dann hat er glücklich die neue Verhandlungsbasis gefunden, „aber, was denkst du, wie gerne ich Bratwurst esse!!“ A.R. Sie sollen grollen Ate die neue Kürzung der englischen Fleischration bekannt wurde, hängte Metzger F. Piggin aus London folgendes Schild in sein Schaufenster: „Psalm 59, Vers 15: ,Sie sollen hierhin und dorthin laufen um Fleisch, und grollen, wenn sie nicht gesättiget Werden.“ Unser Modell Für Tageskleider (sind Passenformen recht beliebt, man sucht in der Mode immer wieder neue Lösungen für diese hübsche Idee. Die beiden von uns hier gezeigten Ullstein-Modelle haben besonders geglückte Schnittformen. Bei K 10 584 sind Aermel, Passe und Kragen im Zusammenhang geschnitten, zwei Platten werden vom auf die Bluse aufgeknöpft. Bei K 10 578 haben Sie einen netten Vorschlag für die Verarbeitung von kariertem Material im schrägen und geraden Fadenlauf. Beide Schnittmuster in Größe 1 und II. Ullstein-Schnitt K 10584 Ullstein-Schnitt K 10578 Nummer des Schnittmusters und gewünschte Größe dürfen bei der Bestellung nicht vergessen werden. Preis jedes Schnittmusters D(M 1.50. Den Betrag und 10 Pfennig für Porto fügt man am besten der Bestellung (siehe Anzeige unten) gleich bei. Wissen $ie es schon ? In Frankfurt und München wurde ein Hilfsdienst für berufstätige Frauen gebildet. In Familien, wo Frau und Mann von morgens bis abends arbeiten, bleibt in den meisten Fällen nicht genügend Zeit für die Hauswirtschaft. Sechs Schneiderinnen und vier Hausgehilfinnen betreuen deshalb 100 Haushalte bzw. Hausfrauen. In einer Werkstatt werden nach Maß neue Bekleidungsstücke angefertigt, Näharbeiten und die Hauswäsche verrichtet. Außerdem nehmen die zehn „Angestellten der Hausfrauen“ sämtliche Besorgungen vor. Die Angestellten erhalten monatlich ein Nettogehalt von je 150 DM durch die „Firma Hausfrauenhilfe“, so daß jeder Haushalt im Monat 15 DM aufbringen muß. Das weniger „gehetzte Familienleben“ wird dieses Opfer wert sein. Das Schweizerische Rote Kreuz betrachtet unter ihren Aktionen für die ausländische Kinderhilfe die Unterbringung tuberkulosegefährdeter Kinder in Schweizer Kurorten als vordringlich. Man will nicht warten, bis sich aus der Prätuberkulose eine schwere Erkrankung entwickelt 'hat, sondern mit der Behandlung so früh wie möglich beginnen. An der landwirtschaftlichen Hochschule Wageningen in Holland werden Vorlesungen über Familienhaushaltung und Massenhaushaltung abgehalten. Haushaltkunde auf wissenschaftlicher Grundlage findet an den holländischen Hochschulen immer stärkere Beachtung. Dr. Elise van den Ben wurde zum Chefingenieur für die Zuidersee-Arbeiten in Holland ernannt. Sie macht die Pläne für die neuen Dörfer und Kulturen in den Poldern, den großen Flächen neuen Landes, das der See abgerungen wurde. Bei der traditionellen Ordensverleihung, die der englische König Georg VX kürzlich vomahm, wurde auch eine 81jänrige Bäuerin mit einer hohen Auszeichnung bedacht. Wie die englischen Zeitungen berichten, soll sie in UV« Stunden acht Morgen Gerste gebunden und in Garben aufgesetzt haben. Geschenke im Ei Eier, die Sie in der Küche verbrauchen, entleeren Sie behutsam, Sie bohren nur eine kleine Öffnung in die Schalen, die möglichst vollständig erhalten bleiben sollen, um — kleine Festtagsgeschenke aufzunehmen. Hühnereier werden zum Beispiel für Kinder mit Süßigkeiten gefüllt Für die Erwachsenen kann man in der Schale eines Gänseeies ein buntes Chiffop- Tüchlein, Manschettenknöpfe, einen kleinen Schmuck, besonders erwünschte Kino-Karten oder ähnliches unterbringen. Die Öffnungen werden mit Papier verklebt und durch bunte Malerei geschickt getarnt, damit die Überraschung vollkommen ist. Redaktion: Marion E i n w ä cb t e r Ultra i*b Ullstein SCHNITTMUSTER Verkaufsstellen: H. I. Sdinermejrer Ravnsbarf -Mittwoch, 14. März 1951 SÜDKU«IEH Nr. 41 l Seite 7 Der Raubüberfall uon Ueberlingen Verhandlung vor dem Schwurgericht Konstanz - 6 Jahre Zuchthaus für einen T&ter Vor nahezu Jahresfrist erregte ein nächtlicher Baububerfall im ganzen Seegebiet - großes Aufsehen, den unerkannt gebliebene Täter in einer Villa in Ueberlingen ver- : übt hatten. Zweieinhalb Monate später = konnte einer der Täter in dem polnischen : Staatsangehörigen Ryszard Kwiatkowski in " Karlsruhe dingfest gemacht werden. Der 1 zweite, ebenfalls seit der Tat flüchtige ; Täter, ein gewisser Nosielski, gleichfalls ' polnischer Staatsangehörigkeit, ist bis t heute nicht gefaßt. So hatte es das Schwurgericht Konstanz, vor dem der Fall am Dienstag verhandelt wurde, nur mit einem ~ Angeklagten zu tun. Der heute 23jährige, in Pultusk geborene Kwiatkowski kam 1950 in die West- . eonen, angeblich auf der Flucht vor dem f polnischen Sicherheitsdienst, dem seine ; Eltern, seine Schwester und ein Onkel beim Einmarsch der Russen zum Opfer ge- l fallen, sein sollen. In Frankfurt a. M. suchte ' er in der amerikanischen Legion unterzukommen, ohne Erfolg. In Karlsruhe lernte er im März Nosielski kennen, der den um zehn Jahre Jüngeren unter seine Fittiche nahm. Nosielski, offenbar der Gewiegtere und Gefährlichere von den beiden, sprach deutsch, während Kwiatkowski weder Deutsch versteht noch spricht. Beider Ziel • war, sich Papiere zu beschaffen, da sie bis * dahin ohne Ausweise umhergestreunt waren. Auf Vorschlag Nosdelskds beschlossen sie, die französische Zone aufzusuchen und sich nach Ueberlingen zu begeben, wo N. angeblich einen Bekannten auf einem „Büro“ sitzen hatte, der ihnen Papiere besorgen sollte. Aber der Bekannte fand sich nicht. Am 31. März war ihnen das Geld ausgegangen, bis auf eine D-Mark, die : man ihnen im Kloster Birnau nebst einem Mittagessen verabreicht hatte. In dieser Situation fand der Angeklagte sich dann — nachdem er zuvor in Mannheim oder Karlsruhe einem gleichen Ansinnen seines Komplizen widerstanden hatte — auf erneutes Drängen No- sielskis bereit, „mitzumachen“, um sich „etwas zu essen“ zu verschaffen, nach seiner Aussage vor der Gendarmerie Ueberlingen jedoch, um sich außer Lebensmitteln auch „andre Sachen“ zu besorgen. N. schlug zu diesem Zwecke die Villa B. vor, die ihm besonders geeignet erschien. Die Tat hat sich dann nach den Ermittlungen, den Aussagen des Angeklagten und den Aussagen der Zeugen (der 84jährigen Villenbesitzerin, der 59jährigen Haushälterin und der 26jährigen Untermieterin) folgendermaßen abgespielt: Der Angeklagte entkittete unter Zuhilfenahme einer auf dem Nachbargrund- : stück gefundenen Leiter im Erdgeschoß ein Fenster, stieg ein, öffnete die Haustür und ließ Nosielski herein. Die Beiden begaben sich dann zunächst in den Kel- : 1er, wo sie sich an den Vorräten — Wurst, Kondensmilch, Obst und Wein — gütlich - taten. Angeblich auf Vorschlag Nosielskis, ■ der inzwischen ein Beil und eine Wäsche-, leine, die sie zerstückelten, ausgemacht hatte, begaben sie-sich dann in das obere Stockwerk. Als die Haushälterin die unverschlossene Tür ihres Schlafzimmers sich öffnen sah, machte sie Licht und rief um Reisesparen wird populär FRANKFURT. Das Reisesparen findet immer mehr Freunde. Die Nachfrage nach den von der Gemeinschaft für Reisesparen und Sazialtouristik im Bundesgebiet und in Westberlin herausgegebenen Reisesparkarten ist seit Jahresbeginn stark gestiegen. Diese Gemeinschaft ist Ende November von der Bundesbahn, dem deut- ' sehen Reiseböiroverband, dem deutschen Hotel- und Gaststättenverband und der deutschen Verkehrskreditbank A. G. in Frankfurt gegründet worden. Sie will auf gemeinnütziger Basis die Voraussetzungen für preisvergünstigte Urlaubsreisen schaffen. Osterhase hat Absatzschwierigkeiten KÖLN. Der Osterhase muß sich, wie die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels erklärt, sehr anstrengen, um seine Eier und Süßigkeiten in diesem Jahre alle los au werden. Die Ankündigung einer Sonderumsatzsteuer auf Süßwaren hat nicht die erwartete Nachfrage ausgelöst und zu keinen nennenswerten Angstkäufen geführt. Seit etwa zwei Wochen ist der Süßwarenumsatz sogar kaum noch befriedigend. Die geringe Kauffreudigkeit ist zweifellos auf die Verknappung der Kaufkraft der Verbraucher zurückzu führen. Hilfe. Einer der beiden Banditen gebot ihr Ruhe; als sie weiter zu rufen fortfuhr, stürzte sich einer dei Männer auf sie. Die Zeugin selber erinnert sich nur noch, daß sie gewürgt wurde; dann vergingen ihr die Sänne. Als sie nach dreiviertel Stunden wieder zu sich kam, fand sie sich gefesselt und blutüberströmt. Von dem Hieb mit der Rückseite des Beils auf die Stirn, den N. geführt haben soll, während der Angeklagte sie würgte und fesselte, weiß, sie nichts mehr. Nosielski ist dann noch in das Zimmer der Villenbesitzerin eingedrungen, die fest schlief, und hat drei Armbanduhren mitgehen heißen. Von dem Geräusch aufgewacht, hatte die Untermdeterin in Ahnung von. nichts Gütern ihre Tür verschlossen, war auf den Balkon getreten und hatte um Hilfe gerufen. Da ertönte um 3.10 Uhr ihr Wecker, den sie zu so früher Stunde gestellt hatte, weil sie ihre Schiwester von der Bahn abholen walte. Auf das Klingeln hin, das sie auf eine Alarmierung der Polizei bezogen, rüsteten die Verbrecher zur Flucht. Als erster verließ der Angeklagte das Haus. In ihrer Angst, — auch jetzt wurde noch an ihrer Tür gerüttelt — versuchte die Untermieterin über den Balkon ihres Zimmers zu fliehen. Sich an der Dachrinne festhaltend, versuchte sie sich an dem Ausflußrohr hinabzulassen. Statt des Rohrs ergriff sie den elektrischen Draht und erhielt bei jeder Annäherung an das Rohr einen Schlag. So schwebte sie eine zeitlang in der Luft, bis sie sich failien ließ und auf dem Rasen aufschlug. Dort fand sie später ihre von der Bahn kommende Schiwester, die dann die Polizei alarmierte. Drei medizinische Sachverständige — darunter der Chefarzt des Ueberlinger Krankenhauses, Dr. Haas, und ein Vertreter der Chirurgischen Klinik der Universität Tübingen — waren zu der Verhandlung aufgeboten worden, um sich über die körperlichen Schäden zu äußern, die die Haushälterin und die Untermieterin davongetragen haben. Beiden machen die erlittenen Schädigungen auch heute noch zu schaffen; dies ist besonders bei der Untermiaterin der Fall, die eine schwere Rückenmarkverletzung bei dem Sturz in die Tiefe erlitten hat und auch heute noch unter Beobachtung der Klinik steht. Daß die beiden Frauen an dem grauenhaften Erlebnis jener Nackt „ihr Leben lang zu tragen haben werden“, macht auch die Begründung des Urteils geltend, das wegen schweren Rauhes in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung auf sechs Jahre Zuchthaus (der Staatsanwalt hatte zwölf Jahre beantragt), unter Anrechnung der Untersuchungshaft, und auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für ' fünf Jahre lautete. drp Sporldienst des Südkurier Umfangreiches südbadisches Radsportprogramm Wann muß öer Arzt fchroeigen? Die Rechtslage zu einem umstrittenen Problem — Von Dr. jur. G. Menthen Im Hinblick auf die Vorgänge in Garmtedi- Partenkircben und Weinheim und den sich daraus entwickelnden Zusammenstößen zwischen dem staatlichen Machtanspruch und der Auffassung der Mediziner, die immer mehr die Öffentlichkeit beschäftigen, dürften die nachstehenden Betrachtungen über die Schweigepflicht des Arztes von allgemeinem Interesse sein. Das* Gebot der ärztlichen Schweige- Pflicht war bis 1935 in §300 Strafgesetzbuch geregelt. Die am 13.12.35 erlassene Reichsärzteordnung setzte § 300 StG®, soweit er sich auf Aerzte und deren Hilfspersonal bezog, ausdrücklich außer Kraft und traf eine neue, über den Tatbestand des §300 StGB hinausgehende Regelung. Nach 1945 ist die Reichsärzteordnung in einigen Ländern der Bundesrepublik durch Landesgesetze aufgehoben worden. Neben diesen, für alle Aerzte geltenden Bestimmungen gibt es noch Spezialvorschriften, z. B. Paragraph 10 des Gesetzes zur Bekämpf ung der Geschlechtskrankheiten, der den Personenkreis, der zur Geheimhaltung verpflichtet ist, erweitert. In dien eben genannten gesetzlichen Bestimmungen ist die Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht unter Strafe gestellt (Höchststrafe ein Jahr Gefängnis). Das durch diese Strafvorschriften ge- schütze Rechtsgut ist das Privatgeheimnis des ärztliche Hilfe in Anspruch nehmenden Menschen. Darüber hinaus spielen jedoch auch rechtspolitische Erwägungen 'insofern eine Rolie, ■ 'als es dem Staat nicht gleichgültig sein kann, wenn der kranke Mensch, aus Scheu vor einem Gerede über sein Leiden, sich dem Arzt nicht voll offenbart oder einen Arzt überhaupt nicht aufsucht, und dadurch seinen Heilungsprozeß verzögert oder sogar arbeitsunfähig wird. Diese, sowohl für den einzelnen als auch für die allgemeine Volksgesundheit wichtige Ueberlegung liegt gleichfalls der gesetzlichen Krankenversicherung zugrunde, die es den minderbemittelten Personen möglich machen soll, im Krankheitsfalle ohne Rücksicht auf die eigene finanzielle Situation ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das Privatgeheimnis (als ein wesentlicher Bestandteil des verfassungsmäßig gesicherten Persönlichkeitsrechts) ist ein von der Rechtsordnung hoch bewertetes Rechtsgut, das nicht nur durch Strafvorschriften, sondern auch dadurch geschützt ist, daß dem Arzt das Recht der Zeugnisverweigerung vor Gericht zugebilligt ist. Angesichts dieses starken Schutzes wird .die ärztliche. Schweigepflicht nur dann nicht beachtet zu werden brauchen, v'enn entweder dem Arzt durch ausdrückliche gesetzliche Anordnung ein anderes Verhalten vorgeschrieben ist (z. B. die An- zeigepflkht des Arztes an das Gesundheitsamt über das Auftreten bestimmter übertragbarer Krankheiten, § 2 der Verordnung zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten von 1.12. 38), oder wenn ein höheres Rechtsgut gefährdet ist, dessen Schutz eine ausnahmsweise Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht verlangt (z. B. muß ein Arzt, wenn er von dem Vorhaben eines schweren Verbrechens Kenntnis erhält, seiner Anzeigepflicht gemäß § 139 Strafgesetzbuch wie jeder andere nachkommen, auch wenn er dadurch ein Berufsgeheimnis preisgibt). Das ärztliche Berufsgeheimnis ist, soweit nicht eine der vorstehend genannten Ausnahmen zutrifft, sowohl gegenüber Privatpersonen als Behörden zu wahren. Der mögliche, von verschiedenen Seiten bereite erhobene Einwand, Beamte und Angestellte eines Amtes seien bereits an die Wahrung des Dienstgeheimnisses gebunden, so daß ihnen gegenüber die Schweigepflicht des Arztes nicht mehr notwendig sei, ist unzutreffend. Die strafrechtlichen Vorschriften über das Dienstgeheimnis schützen ein anderes Rechtsgut als die Bestimmungen über die ärztliche Schweigepflicht. Wollte man diese Unterscheidung als bedeutungslos hinstellen, so wäre es unerklärlich, weshalb der Gesetzgeber in § 141 Reichßversicherungs- ordnung den Angestellten der Versicherungsämter, die also schon an die Wahrung des Amtsgeheimnisses gebunden sind, außerdem noch eine Schweigepflicht hinsichtlich anvertrauter Krankheiten und Gebrechen von Versicherten auferlegt. In der Erläuterung von Schelle-Imhof („Gesetz und Recht der Krankenversicherung“) zu § 141 Reichsversicherungsordnung wird betont, daß ein Angestellter eines Ver- sicherungsamtee einer anderen Behörde nur dann den Akteninhalt zur Kenntnis geben darf, wenn es zur Durchführung der ihm obliegenden Aufgabe, z. B. die Prüfung des Entschädigungsanspruches eines Unfallverletzten, notwendig ist. Das heißt also, daß nach Auffassung der Kommentatoren Mitteilungen über Krankheiten eines Antragstellers aus einem anderen als dem eben genannten Grund unbefugt und deshalb strafbar sind. Es wird also kaum bezweifelt werden können, daß nach den derzeit geltenden Gesetzen der Arzt auch gegenüber denjenigen Behörden, die mit der Erforschung und Verfolgung strafbarer Handlungen befaßt sind, seine Schweigepflicht grundsätzlich enthalten muß. Andererseits ist es verständlich, wenn der Staat auf Kosten des Schutzes des Privatgeheimnisses nicht Schäden in Kauf nehmen will, die sich auf anderen Gebieten (Aufrechterhaltung der Rechtssicherheit, Schutz der allgemeinen Volksgesundheit) schwerwiegend ausiwirken können. Es wird beispielsweise ein neues Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten vorbereitet, das u. U. den Arzt verpflichten soll, von Ihm behandelte geschlechtskranke Personen der Gesundheitsbehörde namentlich zu melden (um die Infektionsquelle feststellen zu können). Eine solche Bestimmung, die zweifellos eine Einschränkung der ärztlichen Schweigepflicht bedeutet, wird unter den derzeitigen Verhältnissen für notwendig gehalten, um der gefährlichen Ausbreitung der Geschlechtskrankheiten wirkungsvoller zu begegnen. Solange jedoch solche gesetzliche Ausnahmeregelungen nicht bestehen, ist der Arzt zur Geheimhaltung verpflichtet. M1ZT Ifiäsö ^ g^iein leben &m! / * , I Ja, Käse und Brot gibt Kraft ur X .« IL 1 * 0 »* • friern#» Rncrmrlprc «n a »ändern Ja, Käse und Brot gibt Kraft und frisene Farbe! Besonders so edler, ge* schmolzener Naturkäse Wie Milka Elite. Emmentaler und Kräuter. Streichen Sie Ihren Kindern gleich f heute einmal den feinen Milka aufs Brot! Es kostet Sie nicht viel, denn Milka ist geschmeidig zart und ganz besonders ergiebig: Er läßt sich wie Butter streichen. MILKA ELITE EMMENTALER KRÄUTER (H.A.-Eigenberidit.) Mit dem Landesentsdieid im .Ersten Schritt“ eröffnet der Südbadische Radfahrverband am 6. Mai in Offenburg sein diesjähriges Meisterschaftsprogramm, das erstmals nach dem Kriege gemeinsam mit dem nordbadi- sdien Verband durchgeführt wird. Die Straßenfahrer, bei denen der Singener Borgsdiulte Titelverteidiger ist, ermitteln ihren Meister am 24. Juni in Urioffen, und bei Waldkirch werden am 2. September auf dem Kandel die Bergmeisterschaften ausgetragen. Die Saalsportmeisterschaften, die letztes Jahr im Radball von den Kon- stanzern Kaiser'Madella gewonnen wurden, finden am 19. August in Baden-Baden statt und die Vierer-Mannschaften ermitteln ihren neuen Meister am 23. September in Karlsruhe. Die Rennbahn Singen wird wieder die Bahnmeisterschaften ausrichten. Im Bodenseegebiet- eröffnet der Veloklub Konstanz mit einer Saalsportveranstaltung am 7. April die Sportsaison 1951 und einen Tag später wird in Singen das erste diesjährige Bahnrennen gestartet. Außerdem finden in Konstanz am 6. Mai ein Straßenrennen, am 20. Mai ein internationales Kriterium und am 31 November ein internationales Radballturnier statt. Stodcach ist am 12. August und Radolfzell am 28. August Schauplatz von Rundstreckenrennen. In Singen sind mehrere Bahnrennen sowie am 9. September für Berufsfahrer „Rund um den Hegau" und am 16. September ein Straßenrennen vorgesehen- Im Hoch- und Oberrheingebiet findet am 14. Mai dn Tiengen ein internationales Kriterium und am 26. August ein internationales Rundstreckenrennen 6tatt. Das Waldshuter Straßenrennen wurde für den 15. April in den Terminkalender aufgenommen. Lörrach ist mit einem Sportwerbe- tag (22. April) und einer Bannerweihe mit Rennen (6. Mai) vertreten. In Rheinfelden wird am 17. Juni ein Rundstreckenrennen, am 9. SeptembeT ein Aschenbahnrennen sowie am 7. Oktober ein international besetztes Radball-Turnier ausgetragen. Das WeileT Straßenrennen ist für den 12. August vorgesehen und in Schopfheim finden am 20. Mal und 5- August Rundstreckenrennen statt. Das Bezirksfest im Bezirk I (Bodensee-Hegau) wird in Wurmlingen am 22. Juli durchgeführt weiden [ im Bezirk II (Hochrhein) wurde Rotzei anläßlich seines 40jährigen Stiftungsfestes für den 1. Juli mit der Durchführung beauftragt. Im Mark- gräfler-Wie6entäler-Bezirk wird das Bezirksfest zusammen mit dem 25jährigen Stiftungsfest am 3. Juni in Haagen abgehalten. Deutsche Studentenerfolge in Zermatt Deutsche Studenten' schnitten bei den Schweizer Hochschul-Meisterschaften im Skilaufen in Zermatt gut ab. Ludwig Voelkl gewann den Slalomlauf in 82,4 Sek. vor dem Schweizer Hew und dem Italiener Menardi. Hilde Quast siegte bei den Damen. Im Langlauf über 12 km mußten die Schweizer den Ausländern die ersten drei Plätze überlassen. Mismetti (Italien) siegte in 44:2ßMin. vor dem Jugoslawen Boehm (45:02 Min.) und dem Deutschen Horst Jäger (46:30 Min.). Die Deutschen Hans Roth und Hilde Quast kamen zu einem Doppelerfolg in der Alpinen Kombination. In der Herrenklasse I holte sich Hans Roth mit 4,99 Punkten den Sieg vor dem Italiener Sandro Menardi. Bei den Damen konnte Hilde Quast mit 0 Punkten den ersten Platz belegen. Zweite wurde Vroni Keller (Schweiz) mit 8,27 Punkten, Das Abfahrtsrennen, gewann bei den Herren Hans Roth vor Menardi, bei den Damen Hilde Quast vor der Französin Acqueline Lemaire. Neben den Doppelsiegen der deutschen Skisportler gelang dem Deutschen Rudolf Riedel ein beachtlicher Teilerfolg im Skispringen, wo er in Klasse I mit den Weiten 32,5 und 33 m und der Note 222,6 den zweiten Platz hinter dem Sieger Lingjarde (Norwegen) mit 32,5, 32,5 und der Note 225,2 belegte. Ein weiterer deutscher Teilnehmer, Horst Jäger, wurde Vierter. In der Nordischen Kombination, Klasse I, wurde Rudolf Riedel (Deutschland) Zweiter hinter dem Norweger Lingjarde. FC Zürich führt in der Schweiz (Si.-Eigenbericht.) Die Spiele der 15. Meister- schaftsrunde der Schweiz führten keine wesentlichen Verschiebungen in den Tabellen herbei. Hinter Zürich ist Biel mit dem 8:0 gegen Grenchen auf den zweiten Platz vorgerückt. Lausanne, das diesen Rang bisher innehielt, verlor seine Partie in Bellinzona. Das Fehlen von Friedländer und Hüssy machte sich bei den Lausannem stark bemerkbar. Nationalliga A: Bellinzona—Lausanne 1:0, Biel —Grenchen 8:0, Chiasso—Young Fellows 3:1, Ser- vette—Locarno 2:2, Young Boys—Basel 3:6, Zürich —Cantonal 3:2. — Stand: 1. Zürich 15 Sp-/20 P., 2. Biel 15/18, 3. Lausanne 14/17, 4. Chiasso 14/17, 5. Servette 15/17, 6. Basel 14/16. Nationalliga B: Aarau—St. Gallen 4:1, Concor- dia Basel—Etoile 1:1, Fribourg—Graßhoppere 0:3, Luzern—Mendrisio 3:3, Nordstern—Bern 1:2, Zug —Urania Genf 0:0, Winterthur—Moutier 5:1. — Stand: 1. Grasshoppers 14/26, 2. Bern 15/21, 3. Wintrthur 15/19, ,4- Urania Genf 14/16, 5. St. Gallen 15/15, 6. AaTau 15/15. Zwei englische Cup-Halbfinals ohne Tore (A.-W.-Eigenbericht.) Die englischen Fußballfans standen ganz im Banne der Vorentscheidungen für den Cup der FootbaK-Association. In I Manchester standen sich Birmingham und Bladc- pool gegenüber und in Sheffield Newcastle United und Wolverhampton Wanderers. Beide Treffen endigten torlos und müssen wiederholt werden. Englische Meisterschaft: 1. Division: Arsenal—Aston Villa 2:1, Burnley — Sunderland 1:1, Everton—Charlton Athletic 0:0, Huddersfield Town—Fulham 1:2, Middlesbrough—Liverpool 1:1, Portsmouth—Manchester United 0:0, Stoke City— Tottenham Hotspurs 0:0. — Tabellenstand: 1. Tottenham Hotspurs 32 Spiele, 44 Punkte, 2. Middlesbrough 31/41, 3- Manchester United 32/39, 4. Arsenal 33/39, 5. Newcastle United 29/38. Oesterreich : FC Wien—Wacker 1:5, Ad- mira—Vorwärts Steyr 1:2, LASK Linz — Austria 0 : 0 . Frankreich: Reims—Sochaux 3:1, Nizza— Rating Paris 3:0, Nancy—Marseille 5:1, Bordeaux —Rennes 1:1, St. Etienne—Roubaix 3:0, Lille— Säte 3:1, Strasbourg—Lens 1:1, Stade Francais— Havre 1:0. Italien: Atalanta—Fiorentina 0:2, Como— Napoli 1:2, Genoa—Milan 0:3, Internationale— Udine 6:1 Juventus—Bologna 1:1, Lazio—Luo chese 2:0, Novara—Roma 1:0, Padova—SampQoria 2:1, Palermo—Torino 1:1, Triestina—Pro Patria3:l. Naeye/Roth weiter an der Spitze des Sechstagefeldes Während der Nachtstunden zum Dienstag gab es beim 34. perliner Sechstagerennen wiederum zahlreiche Jagden, bei denen die Führung wiederholt wechselte. In den Morgenstunden waren die nach den Anstrengungen der ersten drei Nächte ermüdeten Fahrer durch keine Maßnahme des Wettfahrerausschusses zu größerer Aktivität zu bewegen. Rigoni/Terxuzzi (Italien) wurden mit einer Geldstrafe belegt, weil sie bereits vor Eintritt der Neutralisation a.uf dem Innenstreifen fuhren. Stand am Dienstag nach 1780,060 km: 1. Naeye/Roth 374 Punkte: eine Runde zurück: 2. Thyssen/Depauw 146 P-: zwei Runden zurück: 3. Rigoni/Terruzzi 124 PI: 4. Saager/Vooren 90 ?•; 5. Lapebie/Gillen 41 P.; vier Runden zurück: 6. Ziege/Zoll 171 P.: 7. Kolbeck/Intra 138 P.; 8. Knoke/Nothdurft 99 P.; 9. Kilian/Vopel 62 P.: fünf Runden zurück: 10. Preiskeit/Decorte 160 P-: sechs Runden zurück: 11. Mirke/Hörmann 74 P.i sieben Runden zurück: 12. Holthöfer/Ehmer 144 Punkte. Eishockey-Weltmeisterschaft Bei den in Paris stattfindenden Eishockey-Weltmeisterschaften gab es folgende weitere Ergebnisse: Schweiz—England 7:1: USA—Finnland 5:4: Oesterreich — Belgien 5:3; Holland — Jugoslawien 5:2. Zwei Zwölfer mit je 122 000 DM West-Südblock: Zwölfeiwette: 1. Rang: 2 Gewinner je 122344,20 DM; 2. Rang: 124 Gewinner je 1 973,10 DM; 3- Rang: 1735 Gewinner je 140,80 DM. Zehnerwette: 1. Rang: 8 Gewinner je 21 897,10 DM: 2. Rang: 225 Gewinner je 778,40 DM; 3. Rang: 3057 Gewinner je 57,10 DM. Zusatzwette: L Rang 230,60; 2. Rang: 13,25. Bayern: Zwölferwette: 1. Rang: 42 Gewinner je 3001 DM; 2. Rang: 784 Gewinner je 160,80 DM: 3. Rang: 6840 Gewinner je 18,40 DM. — Neunertip: 1. Rang: 145 Gewinner je 202,30 DM: 2. Rang: 2144 Gewinner mit je 13,60 DM- — Internationale Zehn: 1. Rang: 67 Gewinner je 171,30 DM; 2. Rang: 866 Gewinner je 13,20 DM: 3. Rang: 5081 Gewinner je 2,20 DM. Rheinland-Pfalz : Zehnerwette: 1. Rqng: 106 Gewinner mit je 767,15 DM; b 2. Rang: 2228 Gewinner je 36,50 DM1: 3. Rang: 17 678 Gewinner je 4,60 DM. — Kleintip: 221 Gewinner je 74.50 DM. — Auswahlwette: 1. Rang: 34 Gewinner je 1234,30 DM; 2. Rang: 1332 Gewinner je 31.50 DM, 3. Rang: 15 107 Gewinner je 2,70 DM. Nordblock: 1. Rang: 55 Gewinner je 7400.50 DM; 2. Rang: 1351 Gewinner je 301 DM: S. Rang: 13597 Gewinner je 29,90 DM. So wfirden wir tippen Westdeutschland—Süddeutschland 0 1860 München — Bayern München 0 FC Köln — Fortuna Düsseldorf 1 Altona 93 — Bremer SV 1 Singen 04 — FC Schweinfurt 1 SV Itzehoe — Eintracht Braunschweig 2 wC Augsburg — FSV Frankfurt 2 Eintracht Frankfurt — VfB Stuttgart 0 Horst Einscher — Alemannia Aachen 1 VfL Neckarau — Schwaben Augsburg 1 Concordia Hamburg — Arminia Hannover 1 FC Kaiserslautern — Wormatia Worms 1 Spfr. Katemberg — Duisburger SV 1 Ncuddeuischland — Süddeutscbland 1 Zusatzwette: . FC Bamberg—ASV Cham 1 SG Arheilgen — TSV Straubing 1 SC Freiburg — FC Rastatt 1 SV Tübingen — SV Wiesbaden 2 Union Böckingen — VfL Konstanz l Viktoria Aschaffenburg — Wacker München 1 Ulm 46 — Hamburger SV 2 ( Kraftfahrzeug* ) Volkswagen m. Schiebedach, neu, resedagrün, lm Auftrag zu verk. Autohaus Brecht G.m.b.H., Singen, • Scheffelstraße 17. Deutsche Wehrmachtskanister, 201, prima Zustand, DM 8.50 so lange noch Vorrat. U. 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