ÜDK.URIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch. Donnerstag. Samstag. Verlag und Redaktion Konstanz, Marktstätte 4 fei.: >24, 925, 1130, 1510, 1511. Fernschreiber: 06528. 7. JAHRGANG MITTWOCH 6. JUNI 1951 NUMMER 86 Bezugspreis monatlich durch Träger 2.50 Mark zu- zügl. 30 Pfg. Trägerlohn. durch die Post 2.70 Mark, zuzügl. 36 Pfg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 20 Pfg. Moskau sucht Verantwortung abzuwälzen Diplomatische Zuspitzung um die Viereikonlerenz — Neue Note an den Kreml? PARIS. Der britische Chefdelegierte auf der Vorkonferenz, Emest Davies, ist überraschend nach London geflogen, um dort an einer Kabinettsberatung über die weltpolitische Situation teilzunehmen. Es verlautet, daß die drei Westmächte eine neue Note an Moskau vorbereiten. Sie soll festeteilen, daß die sowjetische Forderung, den Nordatlantikpakt auf die Tagesordnung einer Außenministerkonferenz zu setzen, nicht angenommen werden kann, weil am Atlantikpakt eine große Anzahl von Staaten beteiligt sind, und weil es deshalb nicht angeht, daß nur die USA, England und Frankreich mit einer außenstehenden Macht über Fragen verhandeln, die alle Atlantikpakt-Partner angehe. In diplomatischen Kreisen sieht man es jetzt als zweifelhaft an, ob die Sowjetunion noch wirklich eine Außenminii- sterkonferenz wünscht, oder ob das große diplomatische Spiel nur noch um die Frage geht, wem die Schuld an dem Scheitern der monatelangen Vorverhandlungen eufälit. Der Notenwechsel der letzten Woche ist bezeichnend für die gespannte Situation, Die Westmächte hatten sich über den Kopf des sowjetischen Delegierten Gromyko hinweg direkt an Moskau mit dem Vorschlag gewandt, die Hauptkonferenz der Außenminister am 23. Juni in Washington zusammentreten zu lassen. Moskaus gestern überreichte Antwortnote erklärt, der Kreml wünsche nach wie vor eine baldige Außenmdnisterkonferenz, um die Fragen zu prüfen, die sich auf die Beseitigung der Spannungen in Europa beziehen. Aber zunächst sollte die Vorkonferenz fortgesetzt werden, damit der sowjetische Wunsch erfüllt werden kann, den Atlantikpakt auf die Tagesordnung der Konferenz zu setzen, weil das .Problem der amerikanischen Stützpunkte und des Atlantikpaktes die wesentliche Ursache der Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den drei Mächten dareteilt“. In diplomatischen Kreisen wird auf die Hartnäckigkeit hingewiesen, mit der die Sowjetunion bemüht ist, ihre falsche Darstellung von Ursache und Wirkung immer wieder der Weltöffentlichkeit vorzutragen, da der Atlantikpakt als eine Selbstverteidigungsmaßnahme ja nur die Folge der Militärbündnis USA—Spanien ? DETROIT. Der spanische Botschafter in Washington schlug bei einer Ansprache in Detroit zum ersten Male öffentlich ein Militärbündnis mit den USA und amerikanische Wirtschaftshilfe für Spanien vor. Dabei deutete er an, daß Spanien bei der Abwehr des Kommunismus zur Zusammenarbeit mit den atlantischen Streitkräften bereit sei. jahrelangen sowjetischen Vertragsbrüche auf dem Balkan, in Osteuropa und in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands gewesen sei. Mit der gleichen Hartnäckigkeit aber sucht die Sowjetunion einen klaren Abbruch der Vorkonferenz zu vermeiden. Gromyko wurde am Montag nach der Uebergabe der Note vor die Frage gestellt: Lehnte die Sowjetunion also eine Teilnahme an der Konferenz ab, wenn der Atlantikpakt nicht auf die Tagesordnung gesetzt wird? Gromyko vermied eine Antwort, indem er sagte: Das sowjetische Dokument ist von so „blendender Klarheit“, daß keine weitere Erklärung erforderlich ist. Inzwischen haben sich offenbar gewisse Meinungsverschiedenheiten unter den Schumanplan jetzt an Bundestag Diskussion vor dem Parlament erst nach den französischen Wahlen BONN (W.-Eigenbericht). Das Bundeskabinett hat am Dienstag beschlossen, den gesetzgebenden Körperschaften den Vertrag über den Schuman-Plan zur Ratifizierung vorzulegen. Dieser Beschluß ist keineswegs belanglos, sondern er beweist erneut, daß Dr. Adenauer trotz aller Angriffe der sozialdemokratischen Opposition konsequent seinen außenpolitischen Weg weiter geht. Die Eile, mit der er jetzt den Vertrag zur Billigung vorlegt, hat sogar in Bonn Verwunderung hervorgerufen, da man angenommen hatte, daß der Kanzler das Ergebnis der Mitte des Monats stattfindenden französischen Wahlen ab warten werde. Offenbar beurteilt der Kanzler die Lage in Frankreich anders als Dr. Schumacher, der in diesen Tagen erklärte, nach den französischen Wahlen werde „sowieso alles anders“ sein, ohne näher anzugeben, welche Resultate er erwarte. Wenn auch Dr. Adenauer hierauf keine Rücksichten genommen hat, so dürfte es für das Parlament doch wichtig sein, wie die Wahlen in Frankreich ausgehen. Eine beträchtliche Zunahme der kommunistischen Partei und der Rechts-Partei General de Gaulles würde jedenfalls für Bonn die Frage aiufwerf en, ob man auf fünfzig Jahre einen Vertrag mit einem Staat abschließen kann, dessen politische Grundlagen so starken Schwankungen unterworfen wird. Jedenfalls wird der Bundestag daher wohl den Ausgang der Wahlen abwarten. ehe er über den Schuman-Plan beschließt. Dies wird keine Schwierigkeiten machen, da sich ein Ausschuß des Parlaments ohnehin einige Wochen Zeit nehmen will, um den Vertrag nach allen Seiten hin zu beraten. Ob diese Besprechungen allerdings letzten Endes noch zu einer Aenderung von Einzelheiten des Vertrags führen können, ist zweifelhaft. Zu diesem Zwecke müßte eine neue internationale Konferenz einberufen werden. Rentenzulage begrenzt BONN. Die Bundesregierung hat beschlossen, die Rentenempfänger der Invaliden-, Angestellten-- und Knappechaftsver- sicherung nicht in die Teuerungszulage einzubeziehen, da diese Rentenempfänger bereits vom 1. Juni an in den Genuß der 25prozentigen Rentenerhöhung kommen. Die Zulage von drei Mark je Kopf sollen nur die Empfänger von Renten der Unfallversicherung, Krankenversicherung, Arbeitslosenfürsorge, Kriegsfolgenhilfe und Kriegsopferversorgung erhalten. Die Zahl der Empfänger dieser Teuerungszulage vermindert sich dadurch von 11,7 auf 4,7 Millionen. Die Ersparnisse bis zum März nächsten Jahres werden auf 190 Millionen D-Mark geschätzt. Kurz notiert Bundeskanzler Dr. Adenauer verabschiedete iie deutsche Handelsmission für Jugoslawien, -iie in Belgrad über wirtsehafts- und handelspolitische Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Jugoslawien verhandeln soll. im Lichthof der Zeche „Heinrich Robert“ in Herringen fand die Trauerfeier für die 17 Opfer statt, die am vergangenen Mittwoch bei der Schlagwetterkatastrophe ums Leben gekommen waren. Bundesarbeitsminister Storch übermittelte das Beileid des Bundespräsidenten und der Bundesregierung- Zehn deutsche Politiker, unter ihnen Vizekanzler Blücher und mehrere Länderchefs, werden auf Einladung des amerikanischen Hohen Kommissars McCloy amerikanische Luftwaffeneinheiten Im Bundesgebiet besichtigen. Sämtliche Helgoland-Invasoren, die mehrere Tage lang den Flakbefehlsturm der Insel besetzt hatten, sind nach Cuxhaven zurück- gekehrt. Die mit der Schrotträumung auf Helgoland beauftragte Wilhelmshavener Abbruchfirma ist von britischer Seite angewiesen worden, ihre Arbeiten auf der Insel zu beschleunigen. In Nürnberg wurden zwei Sprengmeister beim Entschärfen einer 250-kg-Bombe getütet, die am Vortage von Bauarbeitern beim Baggern auf einem Grundstück gefunden worden war. In Mannheim ist dieser Tage ein Mann Während einer polizeilichen Vernehmung eingeschlafen. Eine ärztliche Untersuchung ergab, daß der Mann vor der Vernehmung ln Selbstmörderischer Absicht mehrere Schlaftabletten eingenommen hatte. Vor dem Flensburger Schwurgericht gestand die Witwe Anna Thedens aus Lunden vier ihrer neun Kinder in der Zeit von 1940 bis 1950 ermordet zu haben. An einer der Angeln, die ein Fischer in Ostholstein in der See ausgelegt hatte, fand er einen ausgewachsenen Seehund. Nur mit Mühe konnte er das wild um sich schlagende und beißende Tier ins Boot ziehen. Der amerikanische Generalstabschef General Bradley hatte Besprechungen mit dem französischen Verteidigungsminister Moch und den Stabschefs der französischen Streitkräfte. König Haakon von Norwegen traf mit seiner Yacht „Norge“ in London ein. Eg will dem britischen Königshaus einen mehrtägigen Besuch abstatten. Der britische König hat auf wenigstens vier Wochen alle öffentlichen Verpflichtungen absagen müssen, da ein entzündlicher Prozeß ln seiner Lnnge noch nicht znrüchgegangen ist. Am 5. Juli beginnt in Straßburg ein Prozeß gegen die Angehörigen der Gestapo in Mühlhausen (Elsaß). Insgesamt werden sich 38 Angeklagte zu verantworten haben. Drei Kommunisten ließen sich in Aarhus (Dänemark) an die Schienen einer Eisenbahnstrecke anketten, um so gegen die Lieferung amerikanischer Waffen zu protestieren. Nenn Personen kamen bei einem Autobns- unglück in der Nähe von Villena in Spanien nms Leben. Der vollbesetzte Antobus war eine Böschung hinabgestürzt. Der 53jährige Neger Boston erschlug dieser Tage in Washington einen Widersacher mit einem Holzbein, das er während des Streites abscfanallte und als Schlaginstrument benutzte. Westmächten ergeben. Frankreich scheint von vornherein gegen die Absendung der ersten Note nach Moskau gewesen zu sein. Frankreichs Sorge ist jetzt, daß die Vorkonferenz nicht vor dem 17. Juni, dem Tag der französischen Wahlen scheitert, weil sonst die Kommunisten eine, günstige Wahlparole bekämen. In der englischen Presse, so vor allem im liberalen „Manchester Guardian", tauchen Erwägungen aiuf, ob man nicht doch eine Formel finden könnte, mit der der Atlantikpakt auf die Tagesordnung gesetzt werden würde. Andererseits ist es klar, daß der Atlantikpakt und der Zusammenschluß der drei Großmächte mit den anderen Paktpartnern das Fundament der ganzen westlichen Politik darstellt, und daß es gefährlich werden könnte, gerade aul diesem Gebiet dem sowjetischen Außenminister Wyschinski eine Gelegenheit zu großen Propagandareden zu gelben. Aus Washington wird eine sehr eindeutige Aeußerung übermittelt. Ein Sprecher des USA-Außenamtes sagte zur Sowjetnote:) „Wer Frieden und Entspannung will, muß ,Ja‘ sagen und nicht „Ja aber ..Die sowjetische Note bringt uns nicht weiter und wir können auch nicht da stehenfolei- ben, wo wir nun seit Monaten stehen.“ Alle Aeußerungen deuten jedenfalls darauf hin, daß man sich der Entscheidung immer mehr nälhert. Vier britische Divisionen LONDON. Bis zum Jahresende soll die Stärke der britischen Streitkräfte in Deutschland auf 4 1 /» Divisionen gebracht werden, gab der britische Heeresminister Strachey im Unterhaus bekannt. Strachey betonte, daß. die britischen Truppen in Deutschland weiter verstärkt würden, falls unvorhersehbare Umstände eintreten. Fünf Tage Rom BONN. Das Programm für den fünftägigen Besuch, den der Bundeskanzler der italienischen Regierung abstatten wird, steht jetzt fest. Dr. Adenauer wird am 14. Juni auf dem Flugplatz von Rom an- kommen. Am 15. Juni werden die politischen Gespräche mit dem italienischen Ministerpräsidenten De Gasperi und dem italienischen Graf Sforza beginnen. Am 16. Juni wird der Bundeskanzler in einer internationalen Pressekonferenz seine Gedanken über das deutsch-italienische Verhältnis darlegen. Er wird an diesem Tage weitere Gespräche mit den italienischen Staatsmännern führen und am Abend die deutsche Kolonie in Rom empfangen. Den folgenden Sonntag will der Bundeskanzler benutzen, um Sehenswürdigkeiten in Rom und der Umgebung zu besichtigen. Empfänge bei dem italienischen Staatspräsidenten und bei der Deutsch-Italienischen Gesellschaft schließen sich an. Den Abschluß des Rom-Besuches bildet eine Privataudienz bei dem Papst, wobei eine Aussprache unter vier Augen vorgesehen ist. Bundesprotest gegen Kohlenausfuhr BONN. Bundeswirtschaftsminister Erhard teilte mit, daß die Bundesrepublik im März und April insgesamt 489 000 Tonnen amerikanische Kohle bezogen hat, um die Kohlennot zu beheben. Der Preis für die amerikanische Kohle übersteige mit 98 DM je Tonne den vom Ausland gezahlten Preis für deutsche Exportkohle um mehr als das Doppelte. Im April habe die Bundesrepublik fast ein Viertel der durch Kohlenexport erzielten Devisenerlöse für die Einfuhr amerikanischer Kohle aufwenden müssen. Der monatliche Kohlenexport der Bundesrepublik beträgt durchschnittlich über 2 Millionen Tonnen. Die Deutsche Bundesregierung wird dem Rat der alliierten Hohen Kommission voraussichtlich Mitte der Woche ein Memorandum über die Kohlenversorgungslage in der Bundesrepublik übermitteln. In der Note soll auf die wirtschaftsschädigenden Folgen des überhöhten deutschen Kohlen- exports hingewiesen werden. Gleichgewichts-Rechnung um die Saar FORBACH (Lothringen). Mit Gründen, die die Ratifizierung des Schumanpianes in Deutschland außerordentlich erschweren würden, suchten gleichzeitig der französische Hohe Kommissar in Saarbrücken, Grandval, und ein Sprecher des Generals de Gaulle, Gaston Palewski, die französische Saarpolitik zu erklären. Grandval erklärte: Deutschland repräsentiert 35 Prozent von Kohle und Stahl innerhalb der europäischen Union, Frankreich und die Saar zusammen 34 Prozent, die anderen Länder 31 Prozent. Wenn die Saarindustrie auf Deutschland überginge, würden die Deutschen 42 Prozent und Frankreich 27 Prozent steilen. Palewski sagte: Wenn die drei Vertreter, die das Saarland jetzt in den Organisationen der Kohlenunion besitzt, mit den 18 Vertretern Deutschlands stimmen würden, statt Frankreich zur Stimmengleichheit mit Deutschland zu verhelfen — dann wäre das ganze Gleichgewicht zwischen Frankreich und Deutschland zerstört w Ein Sport, der jetzt auch in Deutschland Anhänger findet Schon immer haben es die Skifahrer bedauert, daß sie nicht auch im Sommer ihrem geliebten Sport huldigen können. Nun ist es soweit! Diejenigen, die auch schwimmen können, stellen sich auf die Wasserskier und springen, wie hier, durch die Luft Unser Bild wurde bei der Internationalen Ruderregatten in Flörsheim am Main aufgenommen, wo auch ein Wettbewerb im Wasserskispringen ausgetragen wurde. 250 Jahre Gefängnis für Stinkbombenwurf Aufruf vor sowjetischer Justizwillkür BONN. Die SPD fordert in einer Denkschrift die Weltöffentlichkeit zum Protest gegen die „Schandurteile“ der Sowjet- zocnenjustiz gegen Jugendliche auf. Die Partei weist an vielen Einzelbeispielen nach, wie in der Sowjetzone Jugendliche wegen geringfügiger Vergehen mit Zuchthausstrafen und Zwangsarbeit von 25 und mehr Jahren bestraft werden. Der Vorsitzende des Gesamtdeutschen Ausschusses des Bundestages, Herbert Wehner, erklärte, die Weltöffentlichkeit müsse gegen diese Urteile mit der gleichen Empörung Stellung nehmen wie gegen das Todesurteil gegen Dieter Flade. Nur der geschlossene Protest der gesamten Welt lasse hoffen, daß den jugendlichen Häftlingen des Sowjetzonenregimes geholfen werden könne, weil dieses Regime nichts mehr fürchte, als die Bloßstellung seiner Methoden. Eines der krassesten Urteile, das die SPD-Denksehrift enthält, ist eine Strafe von insgesamt 250 Jahren Zwangsarbeit gegen zehn Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren, von denen einer im März auf einer Feier zu Ehren Wilhelm Piecks in Jena eine Stinkbombe geworfen hatte. In der Begründung des von einem sowjetischen Militärtribunal gefällten Urteils hieß es —. der Denkschrift zufolge — daß die Jugendlichen „antidemokratische und antisowjetische Propaganda“ getrieben hätten. Scharf prangert die Denkschrift die völlige Rechtlosigkeit der Opfer der Sowjetzonenjustiz an, die den Angehörigen der Verhafteten nicht einmal die Möglichkeit gibt, sich Gewißheit über das Schicksal ihrer Söhne und Töchter zu verschaffen. Unter der Frage: „Wo sind sie geblieben?“ steht eine lange Liste von Hunderten von Jugendlichen, die seit Kriegsende in der Sowjetzone wegen geringfügiger Dinge und oft unter einem Vorwand verhaftet wurden und seitdem verschollen sind. Weniger Arbeitslose BONN. Die Zahl der Arbeitslosen im Bundesgebiet ging in der zweiten Hälfte des Mai um 49 481 auf 1 386 916 zurück. Der Gesamtrückgang im Mai betrug damit 59 215. Die Arbeitsdosenzahl beträgt zur Zeit in Württemberg-Baden 52 689, in Württem- berg-Hohenzollern 7399 und in Südbaden 11360. ßabybonds im Juni BONN. Vom 18. Juni an bis etwa Mitte September werden bei allen Bankanstalten und bei der Post die auf 10 DM lautenden sogenannten Babybonds der Schäffer’schen 50 Mi llionen -Prämi en - Anleihe ausgegetoen werden. Der Verkauf der unverzinslichen Kleinst-Schatzanweisursgen wird formlos gegen Barzahlung von 10 DM, also zu pari erfolgen. Außer der 5 Millionen Babybonds beabsichtigt der Finanzminister vorerst keine Anleiheemissionen, wie aus seinem Ministerium verlautet. Remer schwer beschuldigt DÜSSELDORF. Der ehemalige Leiter der SRP in Nordrhein-Westfalen, Heinrich Keseberg, erklärte, er könne beweisen, daß Remer sein Offiziersehrenwort mißbraucht und daß die SRP tatsächlich Abmachungen mit östlichen Stellen getroffen habe. Keseberg, der sich kürzlich von der SRP-Bundesleituing losgesagt und eine selbständige „Deutsche Gruppe“ gebildet hat, sagte, diese Abmachungen bezögen sich unter anderem auf die Propaganda gegen einen deutschen Verteidigungsbeitrag. Er legte die Photokopie eines verschlüsselten von Doris Unterzeichneten Telegramms an den polnischen Obersten Stanislaw Dombrowsky vor, der Mitglied der Kominform sein soll. In diesem Telegramm wird auf eine Besprechung vom 23. Dezember 1950 bezug genommen. Wie Keseberg behauptet, sollen sich Doris und die SfRP-Bundesleitung dabei verpflichtet haben, in den SRP-Versammlungen Propaganda gegen die Remilitarisierung zu machen und kommunistische Diskussionsredner zu diesem Thema zuzulassen. Dafür erhalte, so behauptet Keseberg, die SRP vom kommunistischer Seite finanzielle Mittel zur Unterstützung ihrer Versammlungen und Plakataktionen. Wasserstoffbombe schmilzt Felsen Erste Ergebnisse der Experimente Im Pazifik — Fabrikation schon 1951? NEW YORK. Der Kommentator Robert Allen behauptete in der „New York Eve- ning Post“, die USA würden als Ergebnis der jüngsten Atomwaffenversuche auf dem Eniwetok-Atoll innerhalb eines Jahres eine Wasserstoffbombe hersteilen können. Allen schreibt, die letzten Atomwaffenversuche hätten einwandfrei ergeben, daß men in den USA jetzt weiß, wie eine Wasserstoffbombe hergestellt werden muß. Alle Zweifel seien geschwunden, daß sich diese neue Superwaffe tatsächlich verwirklichen läßt. Bei einem der Versuche, der die größte Hitzeentwicklung erzielte, seien alle Gegenstände in einem Gebiet von 25 Quadratkilometern zu schwarzer Schlacke verbrannt. Selbst Felsen seien zu Schlacke geschmolzen. Diese unvorstellbare Hitzeent- widdung sei durch eine zweifache Detonation ausgelöst worden. Zunächst habe man eine Atombombe zur Explosion gebracht, und die dadurch frei werdende riesige Hitze habe eine atomare Explosion eines Quantums Tritium ausgelöst, das man der Atombombe beigegeben habe Bei den Eniwetck-Versuchen habe sich ferner ergeben, fuhr Robert Allen fort, daß die USA jetzt eine fünfmal so wirksame Atombombe besitzen wie alle bis dahin zur Explosion gebrachten Atomwaffen. Doch die Wasserstoffbombe werde noch hundertmal wirkungsvoller sein. Französische Offensive in Indochina HANOI. Starke französische Einheiten sind mit Unterstützung von Luftstreitkräften und Kanonenbooten im nordindo- chinesischen Tonkin-Delta zu einer Offensive gegen die aufständischen Vietminh- Verbände angetreten. Vor acht Tagen begannen die Aufständischen auf einer 40 Kilometer langen Front längs des Day- Flusses eine größere Angriffsoperation, deren Ziel es war, den Franzosen und den vietnamesischen Regierun.gstruppen die reichen Reisgebiete im Tonkin-Delta zu entreißen. Das französische Oberkommando in Hanoi gab bekannt, daß man die erste Phase dieser Kämpfe jetzt für beendet halte. Die Offensive der Aufständischen habe mit einem „völligen Fehlschlag“ geendet 11 '1 1 Ui: !i! !* H Ir 1 Mittwoch, 6. Juni 1951 SÜDKURIER Nr. 86 / Seite 2 „Wir drehen Gas und Wasser ab" Mehrstündiger Proteststreik gegen das Lohnabkommen im öffentlichen Dienst STUTTGART. (Tfz.-Eigenbericht.) In einer außerordentlich erregt verlaufenen Konferenz der Betriebsratsvorsitzenden und Funktionäre des Bezirksverbandes Südwest der Gewerkschaft Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr wurde das vom Hauptvorstand dieser Gewerkschaft gebilligte neue Lohn- und Gehaltsabkommen für Angestellte und Arbeiter der Gemeinden und Länder scharf abgelehnt. Wiederholt wurde der sofortige Streik gefordert, da der mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände abgeschlossene zentrale Tarifvertrag teilweise noch unter den für den hiesigen Bezirk bereits früher zugesagten Lohnerhöhungen liege. In einer Entschließung wurde der Hauptvorstand der GÖV ersucht, für den Bezirk Württemberg-Baden, der die Länder Württemberg-Baden, Südbaden und Württem- berg-Hohenzollem umfaßt, Verhandlungen zum Abschluß einer Sondervereinbarung zu genehmigen. Soweit dadurch die in dem zentralen Tarifabkomen festgelegten Vereinbarungen nicht berührt werden, ist der Hauptvorstand bereit, Sonderverhandlungen für den Bezirk Südwest zuzulassen. Ein etwaiger Streik gegen dieses Abkommen werde aber von der Gewerkschaft als wilder Streik behandelt werden. Ueber 3000 Arbeiter und Angestellte der Technischen Werke der Stadt Stuttgart legten am Dienstagvormittag ihre Arbeit aus Protest gegen die Verschlechterungen, die das neue Tarifabkommen zwischen der Gewerkschaft ÖDV und der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeber für den größten Teil der südwestdeutschen kommunalen Bediensteten mit sich bringt, für vier Stunden nieder. Mit den Rufen „Wir drehen Gas, Wasser und Strom ab!“ unterstrichen die Streikenden vor den Gebäuden der Stadtverwaltung ihre Forderung auf tatsächliche Erhöhung der Reallöhne in der ursprünglich von den Gewerkschaften geforderten Höhe von je 20 Pfennig pro Stunde. Die Versorgungsbetriebe wurden während der Arbeitsniederlegung von einem Notdienst weitergeführt. Die Verhandlungen dauern an. Sollte bis Mittwoch keine Einigung erzielt worden sein, so muß mit einem Streik, d. h. einer Stillegung des gesamten öffentlichen Verkehrswesens sowie der Gas-, Wasser- und Stromversorgung gerechnet werden. Gegen Preiserhöhungen HAMBURG. Der Hauptvorstand der deutschen Angestellten-Gewerkschaft in Hamburg erklärte, daß durch die von der Bundesregierung geplanten Preiserhöhungen für Konsumbrot, Margarine, Zucker, Milch und Butter zwangsläufig neue Lohn- und Gehaltsbewegungen ausgelöst würden. Die Preissteigerungen träfen besonders hart die Bevölkerungsikreise mit niedrigem Einkommen und die große Zahl der Renten- und Fürsorgeempfänger, die noch stärker als andere auf diese Grundnah- rungsmittel angewiesen seien. Japan-Frieden schon im Juli geplant Inhalt des Vertrages steht fest ■ LONDON. (Bericht unseres Londoner Korrespondenten.) Die Westmächte beabsichtigen, den Friedensvertrag mit Japan bis Juli zur Unterzeichnung bereitzumachen. In Vorverhandlungen mit Tokio, mit den einzelnen Staaten des Commonwealth und zwischen Washington und London sind die wichtigsten Punkte bereits geklärt worden: Japan wird auf die vier großen Inseln des alten Kaiserreichs beschränkt. Den Russen wird Südsachelin und die Inselgruppe der Kurillen zuge- sprochep werden, auch wenn sie sich nicht an dem Friedensvertrag ‘ beteiligen. Die Westmächte wollen sich in diesem Punkt an die während des Krieges getroffenen Vereinbarungen halten. Die Unabhängigkeit Koreas wird von Japan anerkannt. Okinawa und die Ryukyu-Inseln werden den Amerikanern übertragen. Japan wird das Recht zur Aufstellung einer Armee, einer Flotte und einer Luftflotte für Ver- teidigcmgszwecke zuerkannt, ebenso die vollständige wirtschaftliche Unabhängigkeit. Die amerikanische Delegation, die unter Führung von John Foster Dulles in London verhandelt, soll die letzten zwischen London und Washington strittigen Fragen WETTERVORHERSAGE des Amtlichen Tan des Wetterdienstes Das Wetter in Mitteleuropa wird von flachen Tiefdruckgebieten beherrscht und die Neigung zur Ausbildung örtlicher Gewitter nimmt daher etwas zu. Vorhersage bis Mittwochabend: In den Nachmittagsstunden zeitweise wolkig und besonders in den Gebirgen einige örtliche Gewitter, sonst meist heiter und trocken. Weiterhin warm, Tageshöchsttemperaturen zwischen 20 und 25 Grad. Nächtliche Tiefstwerte zwischen 10 und 14 Grad. 100 DM in Zürich: 4. 6.: 88 sfr.; 5. 6.: 88,25 sfr. SÜDKURIER Verantwortlich für Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas- Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emanuel Reindl- Heimat: Alois Beck, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz Marktstätte 4. Druck: Druckerei und Verlagsanstalt Konstanz GmbH. ' Formosa als selbständiger Staat? klären. Es handelt sich vor allem um das Schicksal von Formosa und um das künftige Verhältnis zu China. Amerika möchte eine Formulierung finden, bei der die Anerkennung der chinesischen Staatshoheit über Formosa vermieden wird. Dadurch soll die Entscheidung hinausgeschoben werden, ob Mao Tse Tung oder Tschiang- kaischek als legitimer Vertreter Chinas anzusehen ist. Außerdem möchten die USA auf diese Weise mindestens die Möglichkeit in der Hand behalten, gegebenenfalls einen selbständigen Staat Formosa entstehen zu lassen. England fürchtet dagegen, daß eine solche Politik Rot-China endgültig zu den Russen treiben würde. Der zweite Streitpunkt bewegt sich um die Frage, ob Peking zur Unterschrift aufgefordert werden soll. England, Indien und Pakistan treten für eine solche Aufforderung an Mao Tse Tung ein, während die USA weiterhin daran festhalten, daß sie Tschiangkaischek und nicht Mao anerkannt haben. Regen und Nebel in Korea TOKIO. Die Infanteristen der UN-Trup- pen, die lehmbe schmiert und vom .Regen durchnäßt durch dicken Nebel gegen die kommunistischen Stellungen in Korea vorgingen, erzielten in schweren Kämpfen nur geringe Geländegewinne. Im Abschnitt Tscborwon-Kumhwa standen sie Verteidigungsstellungen der Chinesen und Nordkoreaner gegenüber, die über gut ausgebaute Artilleriestellungen und Schnellfeuerkanonen verfügen. An den meisten Kampfabschnitten blieb der Frontverlauf unverändert. Neumond kündigt Fasten an KAIRO. Die königlich ägyptische Sternwarte in Kairo hatte am Montag ihren großen Tag. Alle Teleskope waren ausgefahren und erwartungsvoll auf den Himmel gerichtet, und der Erfolg blieb nicht aus: blaß erschien kurz vor Sonnenuntergang die Sichel des neuen Mondes, die den Fastenmonat Ramadan ankündigt. Vom Dienstag an wird einen ganzen Monat hindurch von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefastet. Essen, trinken und rauchen ist tagsüber verboten. Der fromme Gläubige soll nacht einmal den Speichel schlucken. Erst wenn am Abend der Muezzin vom Minarett das Gebet bei Sonnenuntergang ausruft, dürfen alle Gläubigen sich über die leckeren Speisen hermachen. Der ägyptische Emährungsminister wies die Bevölkerung in einem Aufruf aus die religiöse Verpflichtung des Fastens hin, das eines der fünf Kardinalgebote des Islams darstellt. Segelflug nicht übereilen STUTTGART. Der Präsident des deutschen Aero-Kliubs, Wolf Hirth, warnte vor voreiligen SegelAugstarts im Bundesgebiet. Er forderte, daß erst die endgültige Freigabe des Segelfliegens durch die Alliierten aibgerwartet wird. Der erste Nachkriegsstart des Essener Segelfliegers Espenlaub habe bei der alliierten Hohen Kommission Unwillen hervorgerufen. Es bestehe durch diesen voreiligen Schritt die Gefahr, daß der Segelflug in der Bundesrepublik ziwar erlaubt werde, der Bau von Segelflugzeugen in Deutschland aber nach wie vor verboten bleibt. Eine solche Entscheidung würde aber das Segelfliegen im Bundesgebiet praktisch unmöglich machen. Die deutschen Segelflieger wären auf den. Kauf ausländischer Maschinen angewiesen, die Devisen dazu könnten aber nicht beschafft werden. Hirth wies darauf hin, daß künftig jeder Segelflieger aus dem Aero-Klub ausgeschlossen werde, der vor Erlaß endgültiger Bestimmungen mit einem Segelflugzeug startet. Hinrichtungsaufsdiub abgelehnt WASHINGTON. Der oberste Bundesgerichtshof der USA hat in der Nacht zum Dienstag in Washington einen weiteren Aufschub für die Vollstreckung des Todesurteils an den sieben Landsberger Häftlingen abgelehnt. Ein Gesuch des amerikanischen Anwalts Warren Magee um einen solchen Aufschub wurde von dem obersten Richter, Fred. M. Vinson, abgewiesen. Im | Laufe des Montags war der Antrag Ma- I gees bereits vom Berufungsgericht abgelehnt worden. Es hatte sich auf den Standpunkt gestellt, daß Deutsche noch feindliche Ausländer seien und deshalb vor Gerichten des amerikanischen Bundesjustizwesens nicht auftreten könnten. Nachdem der beantragte Hinrichtungsaufschub von den höchsten USA-Gerich- ten zurückgewiesen worden ist, war nunmehr die Frist für den Aufschub der Vollstreckung der Todesurteile an den sieben Landsberger Häftlingen am Dienstag um 15 Uhr abgelaufen. Der Anwalt der sieben Landsberger Todeskandidaten, Warren Magee, hat sich am Dienstag erneut an das Oberste Bundesgericht der USA gewandt. Er hat das Gericht ersucht, die von Bundesrichter Vinson gefällte Entscheidung zu überprüfen, mit der dieser einen weiteren Hinrichtungsaufschub abgelehnt hatte Hubschrauberzentrum Hamburg HAMBURG. Im Zentrum Hamburgs, am Raboisen, wird noch in diesem Jahr mit dem Bau des ersten deutschen Luftlandeplatzes für Hubschrauber in einer Großstadt begonnen. Der Plan des Architekten sieht vor, daß ein Flachdach von 3000 qm Fläche über einer Großgarage als Start- und Landeplatz für Hubschrauber benutzt werden kann. In der Großgarage selbst sollen im ersten und zweiten Geschoß etwa 1000 Kraftwagen untergestellt werden können. In den darüberliegenden Geschossen sind Büros von internationalen Luftfahrtgesellschaften, Warteräume und ein Hotel für Fluggäste vorgesehen. Der zukünftige Hubschrauber - Flugplatz inmitten der Hamburger City soll den Zubringerdienst zum Flugplatz Fuhlsbüttel vereinfachen. Der An- und Abflug führt über die Binnen- und Außen-Alster und wird weder durch Kirchtürme noch durch hohe Schornsteine behindert. ' Hitler : „Das deutsche Volk soll verschwinden“ Selbstzeugnisse des Diktators »Ich bin hier eiskalt“, so sagte Hitler am 27. Januar 1942, „wenn das deutsche Volk nicht bereit ist, für seine Selbsterhaltung sich einzusetzen, gut: dann soll es verschwinden.“ Was Hitler wirklich dachte und seinen nächsten Mitarbeitern sagte, durfte während seiner Herrschaft nicht bekanntgegeben werden. Aber wesentliche Teile seiner Aeußerungen im engsten Kreis sind erhalten geblieben und werden jetzt veröffentlicht: Die Tischgespräche, die er in den Kriegsjaihren 1941/42 an der Mittagstafel des Führerhauptquartiers geführt hat. Diese Aeußerungen Hitlers wurden an der Tafel selbst von zwei Teilnehmern der Tafelrunde, Oberregierungsrat a. D. Dr Henry Picker und Ministerialrat Heim aufgezeichnet. Im Aufträge des „Deutschen Instituts für Geschichte der Nationalsozialistischen Zeit“ in München werden sie nun von dem angesehenen Freiburger Historiker Professor Dr. Gerhard Ritter veröffentlicht. (Einen umfang reichen Vorabdruck au» dem Werke, das für Deutschland im Aithe- näum-Verlag in Bonn erscheint, bringt soeben die Illustrierte „Quick“.) Die Veröffentlichung hat nichts mit der sogenannten EnthüBungsliteratur über die nationalsozialistische Epoche zu tun. „Wir haben nichts Vergleichbares“, erklärte Professor Ritter in seinen Erläuterungen zu diesem außerordentlichen historischen Dokument, das ein wesentliches Stück der Wahrheit an den Tag bringen helfe. Es handelt sich um ein sehr ausführliches Selbstzeugnis des Diktators über seine politischen Ideen und Ziele auf dem Höhepunkt seiner Macht. Professor Ritter kommt bei der Beurteilung zu folgendem Ergebnis: „Im Glauben an die eigene Unfehlbarkeit, der ihm, dem Halbgebildeten, die — Ein Kapitel NS-Geschicbte politische Ueberlegeniheit gab über alle hochgebildeten Skeptiker und Zauderer, über alle bloß klugen „Realpolitiker“, der ihn befreite von der Last und Qual einer ständig wachen Selbstkritik, der seiner politischen Bewegung ihren mitreißenden Schwung verlieh und die Massen ihm zutrieb — eben in diesem Glauben, der sich mit wachsenden Erfolgen zum Aberglauben, ja zur Besessenheit steigerte, lag auch Hitlers und unser aller Verhängnis. Wohin trieb ihn sein Machtwille? Menschliches Selbstvertrauen wird zur Vermessenheit, zum Frevel an der göttlichen Weltordnung, wenn es zur Selbstvergötterung führt, d. h. wenn es gar keine Verantwortung mehr vor dem Angesicht der Ewigkeit kennt, sondern nur rpeh vor der .Geschichte“, also vor dem eigenen irdischen Ruhm. Wer sich Uetoenmensch diünkt, in Gottäihnlieh- keit, wird zum Unmenschen. Aus dieser Höhe gab es nur noch den Sturz in die dunkelste Tiefe. Den eigenen und den der Nation, die sich durch ihn hatte verführen lassen, und die nun, längst zum bloßen Werkzeug seines Machtwillens geworden, die ganze furchtbare Last der Verantwortung für seine Herrschaft zu tragen hatte. Denn so ist das Gesetz der Geschichte. Wenn diese Veröffentlichung irgendetwas lehren kann, dann dies: daß es ganz und gar kein geschichtlicher Zufall gewesen ist, was diesen Sturz schließlich bewirkt hat: keine bloße Uebermacht des feindlichen Rüstungspotentials, kein Zuspätkommen irgendwelcher .Wunderwaffen“, vollends keine angebliche Sabotage des .Sieges“ durch innerdeutsche Widerstandskräfte Der Mann selbst und sein System waren ,überfällig*. Die Zukunft des deutschen Volkes aber wird davon aibhängen, ab es ihm gelingt, sich innerlich ebenso wie äußerlich davon zu lösen.“ Warum Tsdiiangkaischek scheiterte Acheson berichtet — Atombombe war noch nicht fertig WASHINGTON. Vor dem „MoArthur- Auschuß“ des Senats gab Außenminister Acheson eine umfassende Darstellung der amerikanischen Femost-Politik. Der ganze chinesische Raum, so sagte er, war nach dem Ende des Krieges in einer tiefgreifenden sozialen Revolution. Der Regierung Tschiangkaischek fehlte es an der erforderlichen Autorität, die Lage zu meistern. In der vergangenen letzten Periode des Krieges schien es außerdem, daß die USA doch noch auf Rußlands Mitwirkung gegen Japan angewiesen sein würden. Denn als man im Januar 1945 in Yalta das Abkommen mit Rußland Unterzeichnete, wußte man noch nicht, ob die Entwicklung einer Atombombe Erfolg haben würde. Darum mußte man damals der Sowjetunion für ihre Mitwirkung gegen Japan Zugeständnisse machen, um sicher zu gehen. Zum Schluß bestätigte Acheson unter Eid, daß es im USA-Außenamt keinerlei kommunistische Einflüsse gäbe oder gegeben habe, die sich auf die amerikanische China-Politik ausgewirkt hätten. USA interveniert in Athen ATHEN. Die Vereinigten Staaten setzten ihre Bemühungen fort, die Rückkehr des griechischen Feldmarschalls Alexander Papagos auf seinen Posten als Ober- kommand'ierender der griechischen Streitkräfte zu ermöglichen. Am Dienstag sprach derUSA- Botschafter John Peuri- foy beim griechischen Ministerpräsidenten Ve- nizelos vor, um sich für Papagos einzusetaen. Der Ministerpräsident erklärte später: „Die Regierung wäre froh, wenn die Bemühungen des USA-Botschafters von Erfolg gekrönt würden“. Der Ministerpräsident ;soll in einer Unterredung mit Botschafter Peurifoy Klage über die Haltung des griechischen Hofes geführt haben. Darauf legten alle Hofbeamten ihre Aemter nieder. Die Bemühungen der Vereinigten Staaten um eine Rückkehr des bisherigen griechischen Oberkommandierenden Marschall Papagos auf seinen Pasten werden in Washington damit begründet, daß Papagos gegenwärtig in Griechenland wahrscheinlich als einziger soviel Autorität genieße, daß er in der griechischen Armee Disziplin und Kameradschaft aufrecht erhalten I könne. Von amtlicher amerikanischer Seite wurde festgestellt, die Stabilität der Verhältnisse in Griechenland könne gefährdet werden, wenn Papagos sein Rücktrittsgesuch nicht zurücknimmt. „Ja, ja, die Amanda, seit die Milch, und Butterpreise erhöht worden sind, sieht sie unsereinen nicht mehr an!" SK-Zeidumng: ERES Die roten und d Zum 125. Todestag von Carl Vom Dresdener Hof war Carl Maria von Weber aufgefordert worden, eine Festoper zur Hochzeit des Prinzen Johann und der Prinzessin Amalie Auguste von Bayern zu komponieren. Wiederum war Friedrich Kind, der Textdichter des „Freischütz“, sein Librettist, und also sollte es wiederum eine Zauberoper werden. Da gab es aber noch einen ziemlich einflußreichen Kaufmann in Dresden, der für das Hoftheater die Garderoben lieferte. Zur Zeit der Entstehung der besagten neuen Oper verfügte er gerade noch über 200 Ellen grüner Seide, die er bisher nicht loswerden kennte. Kurz entschlossen machte er sich auf den Weg — zuerst zu Hofrat Kind, wo er aber kurzerhand abgewiesen wurde, so dann zu Weber selbst, dem Königlich sächsischen Hofkapellmeister. Mit wohlgesetzten Worten unterbreitete er ihm den Vorschlag, statt der roten Feuergeister, die in dem künftigen Spekta- kulum eine Rolle spielten, doch lieber grüne Wassergeister zu verwenden, wozu sich die prachtvollsten Gewänder aus seinem Vorrat an grüner Seide herstellen ließen. Aber nach langem Hin und Her wies auch der Herr Hofkapellmeister dem aufdringlichen Kaufmann die Tür. Blieb ihm als letzter Ausweg nur noch der Kammerdiener des Königs, Sekonda mit Namen. Wozu war er denn dessen leiblicher Vetter, wenn der ihm nicht in seiner mißlichen Lage beispringen sollte? Sekonda sagte denn auch sogleich seine Unterstützung zu. Es war nämlich die Gewohnheit des hochbetagten Königs Friedrich August, sich vor dem Schlafengehen noch einige Klatschgeschichten von seinem Kammerdiener erzählen zu lassen, am stets auf dem Laufenden zu sein, was sich das Volk, besonders aber seine lieben Dresdener. allemal zuraunte. b grünen Geister taria von Weber am 6. Juni „Ach Majestät“, begann an diesem Abend Sekonda seinen Bericht, „man erzählt sich leider nicht viel Gutes. Es wird da von einer neuen Festoper dieses Herrn von Weber gemunkelt, die nun auch wieder so eine Zauberoper werden soll wie der „Freischütz“ mit der schrecklichen Wolfsschlucht— nur daß darin noch viel unheimlichere Geister und Gespenster umgehen. Man meint, so etwas Grausliches sei doch eigentlich nicht schicklich und viel zu aufregend für die Nerven der heben Neuvermählten.“ Der Kammerdiener dürfte mit seinem Erfolg zufrieden sein. Schon anderntags ließ Friedrich August den Theaterintendanten zu sich kommen, um ihn zu veranlassen, daß maßvollere Persönlichkeiten den Text sowohl wie die Musik dazu schrieben. Der Intendant gab den Auftrag an seinen Dramaturgen — es war kein geringerer als Ludwig Tieck —, und so entstand binnen kurzem eine richtige lokalpatriotische Festoper mit Wassergeistern, das heißt Elbnixen, die sich in der einzig möglichen Bekleidung, in grüner Seide, zu präsentieren hatten. Am Abend der Vorstellung schwamm alles in Jubel und heller Begeisterung. Nur der König zog seine Stirn unwillig in Falten, und unmißverständlich gab er seinem Erstaunen Ausdruck, daß es nun doch Geister waren, die da ihr Unwesen trieben. „Gewiß, Majestät“, verbeugte sich der Intendant und geriet vor Zerknirschung ins Stottern — „gewiß, Majestät, aber es sind, mit Verlaub, Wassergeister!“ „Ach was!“, entgegnete ziemlich ungnädig der König, „Feuergeister oder Wassergeister: Geister sind Geister, und Gespenster sind Gespenster. Da hätten wir ebensogut auch Webers Oper hören können, und seine Musik wäre jedenfalls besser ausgefallen als dieses Gewimmer!“ Dies ist die Geschichte, warum die Zauberoper „Alindor“ nicht zustande kam: Weil ein profi tgieriger Kaufmann seine grüne Seide loswerden wollte. Tröstlich dabei ist immerhin, daß Weber doch noch einige Gesangspartien daraus für seinen späteren „Oberon“ verwertete. Die seinerzeit bereits fertig komponierte Ouvertüre zu „Alindor“ aber erklingt seitdem unter dem Titel „Ouvertüre zu dem Beherrscher der Geister“. Stachelige Musikkritik Oskar Blumenthal, der Verfasser einer großen Reihe viel gespielter heiterer Bühnenstücke (er schrieb auch, zusammen mit Gustav Kadelburg, das seit 50 Jahren unverwüstliche, später von Benatzky zur Revueoperette umgearbeitete Lustspiel „Im weißen Rößl“) war eine Zeitlang der als „blutiger Oskar“ wegen seines beißenden Spottes am meisten gefürchtete Berliner Theaterkritiker. Viele seiner Glossen zu Premieren wurden noch lange nach seinem Tode zitiert.. Die folgende ist weniger bekannt. Ein Sänger, der seine große Zukunft bereits hinter sich hatte, da die Stimme nichts mehr hergab, war dennoch, da die Direktion auf die Zugkraft des berühmten Namens vertraute, als Lohengrin herausgestellt worden. Blumenthal legte die Eindrücke des Abends in einem Vierzeiler nieder: „Wird ihm der Loh’ngrin übertragen, So wünscht man schon beim ersten Lied, Oh, möcht’ ihn Elsa gleich befragen, Damit er gleich von dannen zieht.“ In der Großstadt H. wirkte vor 30 Jahren der intelligente, aber meist vergeblich um die Reinheit der Töne bemühte Bassist Sch. Er hatte wohl die richtige Klangvorstellung, vermochte sie aber stets erst auf Umwegen zu verwirklichen, d. h. er setzte, wenn g in den Noten stand, ungefähr bei lis ein und zog dann den halben Ton im Glissando hoch, bis er die richtige Station erreichte, und auf dem Wege zum g zögerte er womöglich noch ein bißchen. Eines Abends sang Sch. den König im Tristan, war besonders unsicher und hatte sich außerdem sehr bieder geschminkt. Dr. I, ein junger unerbittlicher Kritiker — damals wurde noch sehr scharf formuliert — berichtete am nächsten Tage seinem Blatt über den höchst problematischen Ohrenschmaus: „Marke war wieder der freundliche alte Herr mit dem Jägerhütchen, der sich bei jedem Ton eine Auswahlsendung kommen ließ und bedächtig wählte, nach dem Motto: „Prüfet alles, behaltet das Beste.“ _ a _ KULTURNACHRICHTEN Prof. Carl Nöggerath, Nestor der deutschen Kinderheilkunde, vollendete in Freiburg das 75. Lebensjahr. Die Freiburger medizinische Fakultät ehrte den Gelehrten mit einer akademischen Feierstunde, in der der Oberbürgermeister die Ernennung Nöggeraths zum Ehrenbürger der Stadt Freiburg bekanntgab. Prof. Nöggerath war von 1913 bis 1949 Direktor der Freiburger Universitäts-Kinder-Klinik. Er hat durch eine große Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen zur internationalen Geltung der deutschen Kinderheilkunde beigetragen. Eine Ausstellung von Gabriele Muenter, der 74 Jahre alten Malerin und Mitbegründerin der durch ihre avantgardistisch-ahstrakten Malerei bekannt gewordenen Gruppe „Der blaue j Reiter“, wurde im Kunstverein Freiburg j «öffnet. Es werden darin Gemälde aus j fünf Jahrzehnten gezeigt. | Die Volksbücherei Ravensburg wurde auf dem Kongreß der Deutschen Bibliotheken in Münster/Westfalen zu den vier besten Büchereien der west- I deutschen Mittelstädte gezählt, die als ] Vorbild angesehen werden können. | Eine Ars-Sacra-Ausstellung, ] die vom 24. Juni bis zum 29. Juli im I Kaisersaal des Aachener Rathauses gezeigt wird, soll einen Ueberblick über den gegenwärtigen Stand der Chris Wichen Kunst in Deutschland geben. Die Schau wird aus Anlaß der Aachener Heiligtuims- fahrt und der Wiedereröffnung des Chors des Aachener Doms veranstaltet. Der Maler Paul Roloff, einer der letzten Repräsentanten der einstmals bekannten Chiemgaukünstlergruppe „Die Welle“, ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Die Arbeiten des Künstlers zeichneten sich durch eine eigenwillige, dem Impressionismus verwandte Note aus. Die Universität Tübingen hat in diesem Semester 1800 Bewerber um einen Studienplatz wegen des starken Andranges von Studierenden abgewiesen. Der Rektor der Universität, Prof. D. Dr. Helmut Thielieke, erklärte, der Studentenaustausch mit dem Ausland sei noch nie so groß gewesen wie jetzt. Er wies besonders darauf hin, daß zahlreiche indische Studenten an deutschen Universitäten studieren wollen. Eine deutschsprachige Buchausstellung, die bis zum 15. Juli dauert, wird am 22. Juni in London durch Lord Pakenham eröffnet, der gleichzeitig eine deutschsprachige Leihbücherei in der Westminster-Bibliothek einweihen wird. Führende deutsche Verlage sind mit ihren Buchbeständen auf der Ausstellung vertreten. EineTagung europäischer Geschichtsforscher soll im Herbst in Dortmund Unterlagen für ein europäisches Geschichtsbuch erarbeiten. Carl Zuckmayers Seiltänzerdrama „Katharina Knie“ wurde im Wiener Volkstheater in einer österreichischen Fassung in der Form herausgebracht, daß das Geschehen vom Hessischen an die Donau zwischen Melk und Krems verlegt wurde. Die Bearbeitung, die eine farbige Darstellung österreichischen Volkstums ermöglichte, stammt von Felix Hubalek. Nr. 86 / Seite 3 Autotrip üom 23oöen|ee nad) munden Wer vom Bodensee durch die deutschen Alpen nach München fährt, durchquert ein Wunderland der Autotouristik. Das deutle Bodenseeufer von Konstanz bis Lin- dau ist ein blühender Garten voll alter Städte und malerischer Sommerfrischen. Allmählich dringt man in eine unvergleichliche Hochgebirgslandschaft ein mit all ihren ungeheuren Kontrasten, mit prachtvollen Seen jeder Größe, und hinein- gewobea in diesen einmaligen Gobelin der gatur sind malerische Gebirgsdörfer, Schlösser und Burgen. Auf der Fahrt vom Bodensee nach Im- jsenstadt über Rotkreuz, Schlachters, Scheidegg, Weiler und Simmerberg 6ei jnan sich unweit Oberstaufen bewußt, die große Wasserscheide zwischen Rhein und Donau überschritten zu haben. Unvergeßlich ist die Fahrt entlang am Alpensee mit dem großartigen Blick aufs Immenstadter Horn. Von Lindau gibt es eine Variante über Wangen und Isny nach Immenstadt. Dem Illertal folgend gelangt man über Sonthofen und Fischen in den Talkessel von Oberstdorf, das Herz des Allgäus. Sehr lohnend ist ein Abstecher von Oberstdorf ins Kleine Walsertal. Von Sonthofen empfiehlt sich die berühmte Pässefahrt über Hindelang zum Oberjoch. In zügigen Serpentinen klettert die Straße den Jochberg hinauf, um schließlich die Paßhöhe (1100 m) zu erreichen. Dann geht es hart an der Grenze entlang hinunter nach Unterjoch, Schwend und Wertach. Auf dem Weg ins Werdenfelser Land, dem wuchtigen Mittelstück der bayerischen Alpen, durchstreift man den Nordrand der Tannheimer Berge, um schließlich über Bad Oy, Nesselwang und Pfronten das altertümliche Lechstädtchen Füssen zu erreichen. Hier erschließt sich dem Besucher zum erstenmal die ganze Pracht bayerischer Königsschlösser: Hohenschwangau und Neuschwanstein, von König Ludwig II., unter Anlehnung an Bauformen und Einteilung der Wartburg, aber in weit größeren Verhältnissen, 1869 erbaut. Eine Besichtigung des Burghauses, des Ritter- haiuses und der Kemenate mit prunkvoller Einrichtung wird zusätzlich belohnt dutth begeisternde Ausblicke auf die nahe Pöllachschlucht, den mächtigen Wasserfall und die 90 m hohe Marie.ibrücke über die wildromantische Klamm neben diesem Zauberschloß. Das Land zwischen Lech und Loisach ist überreich an herrlichen Klöstern und Kirchen wie Steingaden mit dem alten Kreuzgang oder Rottenbuch hoch überm Ammertal oder Kloster Andechs auf seiner Bergeskuppe am Ammersee oder Ettal mit mächtiger Kuppel, nach dem Vorbild der Peterskirche erbaut, und nicht zuletzt die Wieskirche, die berühmteste Rokokokirche der Welt. Oberammergau, das Dorf der Holzschnitzer und Passionsspieler, bietet viele Sehenswürdigkeiten, auch außerhalb der Spieljahre. Die kurvenreiche Ettaler Berg-Straße bringt uns nach Oberau und Garmisch-Partenkirchen, dem größten alpinen Kurort Deutschlands, mit Bergbahnen auf Zugspitze, Wank und Kreuzeck, und zahlreichen modernen Sesselliften. Partnachklamm und Höllentalklamm, Ries- sersee, Badersee und Eibsee sind Glanzpunkte Garmischs. Von hier führt die herrliche Olympiastraße in eineinhalb Stunden, vorbei an Staffelsee und Starnberger See, nach München. Noch empfehlenswerter ist wohl, von Garmisch aus zunächst auf zügig ansteigender Straße über Klais nach Mittenwald dem Dorf der Geigenbauer zwischen Wetterstein- und Karwendelgefoirge, zu fahren, um von dort aus die berühmte Straße über Walchensee und Kochelsee nach München zu benutzen. Hier fährt man auf Goethes Spuren, der die Strecke in seiner Italienischen Reise beschrieben hat. Bayerns Hauptstadt machte überraschende Fortschritte im Wiederaufbau. München hat wieder Atmosphäre und wer die Stadt einige Jahre nicht mehr sah, erkennt sie im Kleid ihrer Neubauten und ihres pulsierenden Lebens kaum wieder. Für die Rückfahrt zum Bodensee benutzt man am besten die Straße über Buchlohe, Mindelheim, Memmingen, Leutkirch j und Wangen. Hierbei wird das Nordufer des Anwnersee berührt und die Fernblicke auf das Hochgebirge vermitteln neue Reize. Die über 500 km lange Strecke beansprucht zwei Tage. A. D. Als (Iagesgaft m Vorarlberg Wer ein Auto hat, kann an einem Tage bequem von Konstanz bis ins Herz der Silvretta Vordringen und abends wieder daheim sein. Wenn er die Fähre nach Meersburg benützt, erreicht er in einer guten Stunde Bregenz, in einer weiteren Stunde Bludenz, in der dritten Stunde Parthenon, das hinterste Dorf im Montafon. Dort steht der Schrägaufzug der Vorarlberger Illwerke nach Tromenier und von hier die Kleinbahn zum Vermuntsee zur Verfügung, und von diesem führt ein weiterer Schrägaufzug bis fast zur Bieter Höhe in 2000 m Seehöhe. Wer aber lieber an den Arlberg oder nach Zürs will, fährt von Bludenz durch das Klostertal nach Stuben und zum Flexen oder zum Arlbergpaß. In St. Anton und in Lech bringen ihn Seilbahnen noch weiter ins Hochgebirge, ohne daß er sich im geringsten anzustrengen braucht. Wer über keinen Kraftwagen oder kein Motorrad verfügt, hat leider nicht so viel Zeit für einen Aufenthalt in Vorarlberg zur Verfügung. Obwohl Bregenz nur 46 km östlich von Konstanz liegt, sind die Möglichkeiten für Tagesausflüge nicht besonders groß, denn mit der Bahn braucht man von Konstanz über Radolfzell und Friedrichshafen mehr als drei Stunden, und die Auswahl der Züge ist gering. Wenn man von Konstanz um 8.42 Uhr abfährt, ist man um 10.56 Uhr in Lindau, und um 11.47 Uhr in Bregenz. Die Fahrt auf einem Bodenseeschiff ist auf jeden Fall genußreicher als mit der Bahn, sie dauert aber über vier Stunden; für die Hin- und Rückreise sind nicht weniger als 8 Stunden und 20 Minuten nötig. Vom 1. Juli bis 16. September verkehren die Kurse Konstanz ab 6 Uhr, Friedrichshafen £)eüfgenberg - 23erg 6er Sd)6n\)t\t unb Kulje Ein Großer hat um die Wende unseres Jahrhunderts auf dem Heiligenberg, wo an der 800-Meter-Grenze von dem Schloß der Fürstenberger der Blick über eine halbe Welt geht, begeistert ausgerufen: „Das ist ein Stück Himmelreich!“ Die Hochrenaissance hat hier am Bodensee ihren prachtvollsten Ausdruck gefunden. Zwar stehen die Grundlagen dieses Schlosses der einstigen Grafen von Heiligenberg, die die Herren des Linzgaues 'Waren, nun schon genau 700 Jahre (1250 War mit dem Bau begannen worden, nachdem bereits um das Jahr 1000 eine wehrhafte Burg in einer Wegstunde Entfernung auf dem heutigen „Altheiligenberg“ bestanden hatte). Die neue Burg bat seit 1590 Schloßcharakter erhalten. Dieses Werk des damaligen Grafen Joachim führte Fürstin Irma zu Fürstenberg in den Jahren nach 1900 zu Ende — sie war ein Sproß des Wiener Grafenteschlechtes Schönbom, dessen Kunstsinn •ich vom Mittelalter (siehe auch den feeersburger Fürstbischof aus dem Hause Schönbom!) bis heute weiter vererbt hat Wer durch das klassisch-reine Renais- sance-Portal des Heiligenberger Schlosses Whreitet das unser Bild zeigt, und sich dann im weiten Schloßhof umblickt, ist tief beeindruckt von solch architektonischer Reinheit Tritt er in die SchlcB- kapelle ein und fügt er noch einen Besuch des schönsten und größten Renaissance- Rittersaales diesseits der Alpen an, dann wird er überwältigt sein von der Fülle klassischer Schönheit. Draußen umfängt die Sonne liebevoll den Bergrücken mit wärmenden Strahlen — auch wenn drunten in der Seeniederung Nebel brauen. Der nahe Blumengarten lockt mit unbeschreiblich abwechslungsreicher Farbenpalette, und die Kulisse dazu bietet immer und überall wieder bereitwillig das weite Salemer Tai, das zum See führt - nein zu zwei, zu drei Seen, denn Höhen und Wälder unterbrechen malerisch die Fläche des Bodensees, teilen sie auf in den von den bayerischen, Oesterreicher und Schweizer Alpenriesen umrahmten Obersee, den lieblichen Ueberlinger See und den Untersee, der von den vulkanischen Bergkegeln des Hegaus beherrscht wird. Da ist noch die Freund- schaftshöhle im Muschelkalk des Molassemeeres, das in grauen Vorzeiten hier oben sein Ufer hatte, Waldwege locken Dutzende von Kilometern weit au Ausruheplätzen, die einander in der Ueberfülle der Fernsicht übertreffen. Das „Schweizerhaus“ und die Waldklause Egg, das neuzeitliche Schwimmbad, ein Krankenhaus und gute Hotels, die Gepflegtheit des Ortes und das heilkräftige Höhenklima, die Schloßgärten und die Wälder, Pensionen, Cafe-Häuser, große und kleine Gasthöfe lassen es im Zusammenwirken mit dem Klima ratsam erscheinen, auf diesem herrlichen Fleck Erde über dem Bodensee einen längeren Erholungsaufenthalt zu genießen. Heutzutage ist es auch für jene Besucher, die nicht über einen eigenen Kraftwagen verfügen, kein Problem mehr, auf diesen Berg der Schönheit und Ruhe zu kommen. Von Meersburg, Ueber- lingen, Pfullendorf und Buchau (Federsee) aus führen fahrplanmäßige Omnibuslinien der Bundesbahn und Bundespost mehrmals täglich nach Heiligenberg. Dabei ist auf Bahn- und Schiffsanschlüsse weitgehend Rücksicht genommen. Daneben steht der Höhen- und Nerverikur- ort auf dem Programm der ständigen Ausflugsfahrten der Reisebüros am Bodensee. CAB Foto: Lauterwasser an 7.35 Uhr, ab 7.50 Uhr, Bregenz an 10.40 Uhr, und Konstanz ab 8.25 Uhr, Bregenz an 12.40 Uhr. Will man das Schiff für die Rückfahrt benützen, so muß man Bregenz schon um 16.10 Uhr verlassen und trifft um 20.25 Uhr in Konstanz ein. Man hat also bei der Benützung des ersten Kursschiffes sechs Stunden, bei der Fahrt mit dem zweiten Kurs 3*/s Stunden Aufenthalt in Bregenz. Für eine Fahrt auf den Pfänder reicht die Zeit in jedem Falle. Wer um 10.10 Uhr in Bregenz eintrifft, hat natürlich größere Möglichkeiten. So kann er — wohlgemerkt nur an Werktagen — mit dem Postomnibus um 11.30 Uhr nach Möggers fahren, wo er um 12.40 Uhr eintrifft. Es gibt nicht viele Wanderungen die so genußreich sind wie der Spaziergang von Möggers zum Pfänder. Möggers liegt schon 950 m hoch; zum 1064 m hohen Pfänder gelangt man in zwei Stunden, wobei man nur wenig Höhe verliert, bald durch Wald, bald über Alpenwiesen wandert und eine herrliche Aussicht auf den Bodensee und den Kranz der Berge von den Allgäuer Alpen bis zum Tödi und Säntis genießt. Wer zur Rückreise von Bregenz nach Konstanz die Bahn verwendet, kann sich länger in Vorarlberg aufhalten. Wenn man das Schiff Bregenz ab 18.30 Uhr, Lindau an 18.50 Uhr, und von Lindau den Zug ab 19.56 Uhr, Radolfzell an 21.36 Uhr, Konstanz an 22.12 Uhr benützt, können diejenigen, die mit dem Schiff um 6 Uhr van Konstanz abreisen, 8Vt Stunden, jene, die mit dem Schiff um 8.25 Uhr fahren, 5 Stunden 40 Minuten in Vorarlberg verbringen. Für die Einreise nach Oesterreich bedarf es für Einzelreisende 1. eines gültigen vorläufigen Reiseausweises der Allierten; 2. des Vorvisums des österreichischen Konsulates in Baden-Baden (Gebühr 8.50 DM); 3. des endgültigen Visums des Vereinigten Reisekontrollamtes in Baden-Baden (Gebühr 5 DM; bei Dauervisum ein halbes Jahr gültig, 10 DM). Grenzanwohner (wer bis zu 10 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt wohnt) erhalten in Lindau einen Tagesschein. Urlaub mit Xegen ober Sonnenfdjtfn ? Endlich sind die kalten Maitage vorüber. Der Fremdenverkehr im Rheintal bis hinauf zu dem bergigen Hochrhein entlang der Schweizer Grenze, im Schwarz- wäld und im Bodenseegebiet belebt sich wieder. Ueber allen Urlaufbsplänen und Wanderungen steht aber immer die bange Frage: „Wie wird das Wetter?“ oder der Wunsch: „Hoffentlich macht uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung". Wie launisch oft gutes und schlechtes Wetter verteilt sind, haben uns die diesjährigen Pfingst- feiertage wieder einmal gezeigt. • Der Wetterdienst kann in vielen Fällen eine Antwort auf diese Ungewißheit geben. Für Ausflüge genügt häufig ein Blick in die Wettervorhersage des „Südkurier“ auf Seite 2. Das Wetteramt Freiburg ist übrigens jederzeit unter Ruf-Nr. 2490 und 3077 in Freiiburg zu erreichen. DIE DRACHENBURG IN GOTTLIEBEN Eng mit der Geschichte der Stadt Konstanz verbunden ist Gott'lieben am Untersee. Während des Konstanzer Konzils waren in der Gottlieber Burg Johannes Huß, sein Schüler Hieionimus von Prag und Papst Johann XXIII. gefangen. Auf stillen Wanderwegen dem Rhein entlang oder auf prächtiger Autostraße ist das stille Fischerdorf mit seinen schönen kulturhistorischen Bauten von Konstanz aus in kurzer Zeit zu erreichen. Gegenwärtig rüstet Gottlieben zur 700-Jahrfeier, die im August mit einem Festspiel begangen wird. Bild: Kabus Keifeplan - Keifetoeg Günstige Fahrpreisermäßigungen Die Deutsche Bundesbahn hat für Anwohner und Feriengäste am Bodensee viele Ermäßigungen für Einzel- und Gesellschaftsfahrten. Die Urlaubskarte gewährt je nach Entfernung eine Ermäßigung von 10—40%. Wer mit ihr Kreuz- und Querfahrten ausführen will, wählt sie in Form eines Reisebürofahrscheinheftes zum gleichen Preis. Zu erwähnen ist, daß man mit der Urlaubskarte, die auf der Bodenseegürtelbahn gilt, auch die Schönheit einer Seefahrt genießen kann, man braucht nur auf dem Schiff eine Ergänzungskarte nachzulösen, die beispielsweise zwischen Konstanz und Lindau nur 10 Dpf. kostet. Für einen Feriengast, der länger am See weilt, hat die Deutsche Bundesbahn zwei besondere Spezialitäten und zwar: die Bezirkswochenkarte auf der Schiene und die 7-Tage-Karte auf den Schiffen. Die Bezirkswochenkarte ist der Fahrausweis für eine kürzere Urlaubsreise mit ständig wechselndem Ziel. Betrachten wir z. B. die Bezirkswochenkarte Nr. 303. Sie umfaßt die Strecken Kons tanze—Villingen—Freudenstadt—Offenburg— Freiburg — Basel — Schaffhausen — Konstanz und alles was dazwischen liegt. Die Karte gilt jeweils von Sonntag 0.00 Uhr bis Samstag 24.00 Uhr in diesem ganzen Gebiet für alle Personen- und Eilzüge mit beliebiger Unterbrechung und kostet 24 DM. Ferner wird auf diese Karte ein Fahrrad im Packwagen frei befördert und außer- 23a6entöeiler - f)cflba6 aus 6er Komer^eit Wer sich in Badeniweiler an den Kenn- Traum unter diesen Pinien, Edelkasta- zeichnen der zahlreichen Autos und Luxu9- nien, Cypressen. wagen orientieren sollte, in welchem Das Vogelkonzert am frühen Morgen Lande er sich befindet, wäre vor eine ist schöner als jedes Kurkonzert, denn schwierige Aufgabe gestellt. Es ist eine Revue mondäner Wagen, und sie charakterisieren das Leben in Badenweiler. Ist es noch das alte verträumte, bezaubernde Kurörtchen, das alle Dichter, die einmal dort waren, begeisterte? In der Nähe der Dreiländerecke und geographisch im Herzstück Europas gelegen, ist dieses alte Thermalbad aus der Römerzeit, am Westhang des Schwarzwaldes, ein beliebter Treffpunkt für Menschen aus aller Welt. Berühmt geworden durch seine heilkräftigen Thermen seit dem Ende des I. Jahrhunderts nach Christi, haben die Bäder auch heute noch im erneuerten Gewände eine unverminderte Heilkraft. Neben-den speziellen Kuren für Heilungsbedürftige zieht diese klimatisch so ungemein bevorzugte Landschaft durch ihre eigene Schönheit den erholungsuchenden Städter in ihren Bann. Nicht ohne Grund hat sich daher Badenweiler in den letzten Jahren auch zum gesuchten Tagungsort entwickelt, weil eine Atmosphäre des Ausgleichs, schon von der Natur aus wie dazu geschaffen, herrscht, und das Gefühl weckt, auf einer landschaftlichen Insel der Entspannung, der Lösung von Unruhe und Hast zu leben. Hier ist der wohlgepflegte Kurpark, einmalig mit seinen exotischen Bäumen. In weit entfernte Länder trägt uns der der Park von ßadenweiler ist belebt von einer Vogelwelt, deren lockender Gesang von den hohen Koniferen und aus den amerikanischen weit ausladenden Tulpenbäumen so lieblich, zart jubilierend und wehmütig zugleich ertönt, wie keine Kurkapelle das Lied vom Frühling wiederzugeben vermag. Da9 berühmte offene Thermalschwimm- und Sportbad inmitten des Kurparks mit der ständigen Wasserwärme von 26 Grad Celsius lockt zu sportlicher Betätigung unter freiem Himmel. Ueberall hin zu schlendern, verleiten die Spaziergänge durch eine Landschaft von südlichem Reiz mit den wechselvollsten Bildern. Wie schön ist der Blick von einer Terrasse hinüber über das Rheintal hinweg zu der blauen Vogesenkette! Von der Zähringer Burgruine weit hinaus ins Land — und über seine Grenzen. Das alles ist erfüllt von einem eigentümlichen sonnigen Licht, dem der blaue Himmel noch eine besondere Tönung verleiht. Wie nett hat sich der kleine Ort entwickelt. Die Hauptstraße ist von neuaus- gebauten Geschäften hübsch eingefaßt. Für alle materiellen Bedürfnisse der Kurgäste ist aufs beste gesorgt Sehr verführerisch mag es sein, auch von Badenweiler aus einmal sorglos eine Tagestour in den Hochschwarzwald oder in die nahe Schweiz z. B. nach Basel zu machen. G. Holz. dem erhält man — wie bei allen an den See gienzenden Netz- und Bezirkskarten — gegen Vorzeigen dieser Karte auf dem gesamten Bodensee und allen Schiffen eine öOprozentige Ermäßigung. Zur Erlangung dieser Fahrkarten ist ein Paßbild erforderlich. Die 7-Tage-Karte ist eine reine Bodenseekarte. Sie gilt nicht für die Kalenderwoche, sondern vom Lösungstag an sieben Tage, z. B. vom Mittwoch bis zum nächsten Dienstag 24.00 Uhr. Während dieser 7 Tage kann man auf allen Schiffen des Obersee und Ueberlinger Sees fahren, beliebigen Schiffsplatz benützen bei beliebiger Unterbrechung. Der Preis 15 DM. Wem sieben Tage nicht ausreichen, der erhält zu «einer 7-Tage-Karte für 3 weitere anschließende Tage eine Verlängerungskarte, die 5 DM kostet. Radtouren in die Schweiz Der deutsche Radfahrer benötigt für seine Einreise in die Schweiz einen deutschen Reisepaß mit schweizerischem Einreisevisum. Sein Fahrrad wird zollfrei, d. h. ohne Sicherstellung der Zollabgabe ln der Schweiz zugelassen. Zu Kontroll- zwedeen wird dem Touristen gebührenfrei ein Kontrollsdrein «usgehändigt, der vom Fahrer bei der Ausreise an das schweizerische Austrittszollamt wieder abzugeben ist. Dieser Schein hat eine Gültigkeit von einem Monat und kann unentgeltlich bei jedem Zollamt für die Dauer eines weiteren Monats erneuert werden. — Fahrräder mit Hilfsmotoren dagegen werden wie Motorräder behandelt, d. h„ die Fahrer haben ein Triptyk oder ein Grenzpassierscheinheft vorzuweisen oder an der Grenze eine provisorische Eintrittskarte zu lösen. Die Gebühr dafür richtet sich nach der jeweiligen Aufenthaltsdauer. Darüber hinaus hat jeder ausländische Motorfahrzeugführer an der Grenze einen Betrag von 3 sfr. zu zahlen, sofern er nicht eine von seiner Versicherungsgesellschaft auf offiziellem Formular ausgestellte „Versicherungserklärung für die Schweiz" vorweisen kann. Kleinod im H o ch s ch w a r z w a 1 d Einen neuen, an alpine Verhältnisse erinnernden Zugangsweg zur Rötenbachschlucht im Schwarzwald hat die Neustädter Ortsgruppe des Badischen Schwarzwaldvereines gangbar gemacht. Dieser Weg, der gar nicht weit von dem viel begangenen Höhettweg 1 von Pforzheim nach Basel verläuft, öffnet die wilde Romantik der Wutachschlucht. Siebenmal wechselt der Pfad, oft in den Felsen gesprengt, das Ufer des Rötenbachs und umgeht in zwei Galerien den Wutachfall. _ „Der Diabetlkear”. Die Zuckerkrankheit hat sich in den letzten Jahrzehnten auch m Deutschland zu einer Volksseuche entwickelt, von der selbst Kinder im frühesten Lebensalter betroffen werden. Fortlaufende ärztliche Kontrolle ist unumgänglich, und der Facharzt legt auch größten Wert auf Ausstattung seiner Patienten mit den wichtigsten Grundkenntnissen über Ursache, Erscheinungsformen und Verlauf der Krankheit, sowie über zuverlässige Anpassung von Lebensweise nnd Ernährung. Arzte und Kranke begrüßen es, daß der Deutsche Diabetikerbund e. V. Stuttgart neuerdings etne offizielle Zeitschrift her- auegibt „Der Diabetiker", die monatlich im Verlag Kirchheim & Co. GmbH., Mainz, erscheint: Redaktion: Robert Beining, Stuttgart-Süd, Strohberg 103. Sie soll und will keineswegs den Arzt ersetzen, aber ihm die Belehrung des Kranken erleichtern und Helfer sein in Fragen der praktischen Lebensführung: Arzneimittelbezulj (Insulin), Diätformen fKüchenrezepte), Steuer- und Vei- sicherungsfragen. m Vi B £ I L 1 G £ DES StDETRIEB Auch eine schlechte Münz « hat Zivei Seiten. Chinesischer Spruch Lob der Cheßn Zwei Jahre sei eine Frau sein Chef gewesen, das erzählte er mir gleich, als wir uns nach langer Zeit zufällig wieder einmal trafen. Früher, als wir noch zusammen im Büro saßen, und uns vom Zehnten jedes Monats ab wechselseitig anpumpten, hatten wir gelegentlich über die Frau als Kollegin oder als Chef gesprochen. Damals war er sehr dagegen. Jetzt war ich verblüfft, von ihm zu hören, daß er seine Meinung anscheinend völlig geändert hatte. „Sie war wirklich der angenehmste Chef, den ich je kennengelernt habe“, gestand er mir, als wir uns in dem kleinen Cafe gegenübersaßen. „Sachlich, immer ruhig und höflich, und außerdem hatte sie Humor. Daß sie etwas vom Geschäft verstand, mußte jeder zugeben. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.“ Die Firma war kein Weltuntemehmen, sondern nur eine Großhandlung mit sechs Angestellten — zwei Damen und vier Herren. Allmählich bekam ich heraus, was mein früherer Kollege am Typ des weiblichen Chefs so schätzen gelernt hatte. „So ganz angenehm ist es nicht, von einer Frau getadelt zu werden, und darum haben wir Männer uns schon von allein angestrengt“, sagte er, aber er verbesserte sich gleich wieder: „Eigentlich ist es noch anders. Sieh mal, wenn einer beim kleinsten Fehler gleich schreit und tobt wie der Alte (das war der Bürovorsteher aus unserer früheren Firma, eingebildet, jähzornig und sehr komisch in seiner Wut) — Heiraten mit Dies ist nicht der Titel eines neuen Lustspiels, auch kein Film, sondern die Ueber- schrift zu einem Kapitel bestehender Verordnungen. Zwar liest man im Grundgesetz folgende schöne Formulierung: „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung.“ Das sollte man auch erwarten können. Aber ... Gehen wir von folgendem Beispiel aus, das aus dem Leben unserer Tage gegriffen ist,. Frau N. mit ihrem Kind wohnt in einem Zimmer, sie ist Witwe. Sie will wieder heiraten. Ihr zukünftiger Mann hat auch ein Zimmer. Wenn sie geheiratet haben, möchten sie zwei nebeneinander liegende Zimmer bei der Vermieterin des Bräutigams beziehen, und sie freuen sich darauf, dann zu etwas wie einem eigenen kleinen Heim zu kommen. Was erfahren sie? Unverheiratet dürfen sie zwei Zimmer beanspruchen, nach der Vermählung aber müßten sie in einem einzigen Zimmer hausen! Das Wohnungsamt hat das Recht, sie da hinein zu verweisen und den zweiten Raum zu streichen, da Eheleute ja zusammen wohnen können. Das Glück dieses Paares ist, daß der Leiter des Amtes sie auf Ausnahmen hinweist, die zugelassen sind, und daß eine von ihnen auf ihre Verhältnisse stimmt. Die Frau, als also, wenn einer sich so benimmt, dann macht man sich wenig aus einem Fehler. Aber wenn man bei einem bösen Schnitzer ganz ruhig und höflich gesagt bekommt, das hätte man falsch gemacht, dann ist es peinlich“. „Frauen als Chefs schreien niemals“, fuhr er fort „Auch meine Chefin tat das nicht. Aber der Laden lief wie eine gut geölte Armbanduhr. Es kam hinzu, daß die Chefin nicht unsicher und darum auch nicht überheblich war. Sie sind überhaupt ein recht angenehmer Typ, diese klugen Frauen.“ „Kluge Frauen sind genau so selten wie kluge Männer“, gab ich zu bedenken. „Aiber wenn eine Frau überhaupt so weit kommen will, daß sie Chef wird, muß sie eben schon eine kluge Frau sein“, wurde mir entgegnet. Dann sagte ich noch, daß er ja ausschließlich Eigenschaften anführte, die ein guter Chef ohnehin besitzen sollte. „Das schon“, gab er mir zu, „aber diese guten Eigenschaften sind bei einem weiblichen Chef wohl leichter zu finden als bei einem männlichen, der eher zu einem solchen Posten kommt, auch wenn er ihn nicht unbedingt verdient.“ Wir einigten uns schließlich darauf, daß Frauen, was das Herrschen im Büro angeht, keine Tradition hätten. Es bliebe ihnen in solcher Position daher gar nichts anderes übrig, als sich vom gesunden Menschenverstand leiten zu lassen und keine Vorurteile zu haben. Trotzdem konnte ich mir nicht versagen,_ meinen Gesprächspartner beim Abschied' an jene Zeiten zu erinnern, da er eine Frau sogar als Kollegin ablehnte. „Nur als Kollegin“, versicherte erlachend und zwinkerte mir dabei lustig zu, „nur als Kollegin!“ Hella Jehnich Hindernissen Näherin unbedingt darauf angewiesen ihre Arbeit zuhause zu erledigen, bekommt das zweite Zimmer — in Berücksichtigung dieses beruflichen Zweckes — doch zugesprochen. Das ist immerhin ein, wenn auch nur durch die besonderen Voraussetzungen bedingt, erfreuliches Ergebnis. Malen wir uns aus, wie es sonst ausgefallen wäre — Ehefördernd jedenfalls bestimmt nicht! Wie sieht es damit weiterhin aus? Frau N. hat ein Kind aus erster Ehe. Um jetzt das Aufgebot für die Wiederverheiratung bestellen zu können, braucht sie ein Auseinandersetzungszeugnis des Amtsgerichts, d. h. eine Erklärung darüber, ob ihr Kind Vermögen habe. Weder sie noch ihr Kind haben welches, im Gegenteil, nur mit Mühe verdient die Frau den täglichen Unterhalt. Hätte das Kind Vermögen, so wäre dieses für die Eltern, die Mutter inbegriffen, gesperrt worden. Das geschieht um die Rechte des Kindes zu wahren, gut. Dieses Kind aber hat, wie so viele, keinerlei Vermögen — also braucht auch nichts gesperrt noch verwaltet zu werden. Das bescheinigt zu bekommen, kostet jedoch 16 DM! Warum? Selbst der Beamte sieht es nicht ganz ein und es tut ihm leid. „Sind Sie etwa noch Flüchtlinge?“ Für den Kindergeburtstag Schon Wochen vorher freuen sich die Kinder auf ihren Geburtstag. Wenn es so weit ist, erwarten sie zum Nachmittag ein par kleine Freunde. Sie müssen natürlich bewirtet werden. Ueberlegen wir einmal, wie wir das hübsch und doch mit verhältnismäßig wenig Geld machen: Geburtstagstorte. Am besten ist es, einen Biskuittortenboden zu backen, den Sie dann nach Belieben mit Vanille-, Schokoladen-, Zitronen- Apfelsinenbuttercrem, Nougat oder Nußsahne füllen können. Für den Boden brauchen Sie folgende Zutaten: 3 Eier, 5—6 Eßlöffel lauwarmes Wasser, Vi abgeriebene Zitronenschale oder 1 Paket Vanillin, 150 g Zucker, 150 g Mehl, 50 g Maizena oder Puddingpulver, 3 gestrichene Teelöffel Backpulver, 1 Prise Salz. — Eigelb und Wasser werden zunächst zu einer steifen Masse geschlagen. Man fügt */« der Zuckermenge und die Gewürze hinzu und schlägt alles zu einer Eigelbcreme. Darauf wird der mit dem restlichen Zucker sch.iittfest geschlagene Eischnee gegeben. Dann werden Mehl, Maizena und Backpulver locker darüber gesiebt und schließlich wird alles vorsichtig miteinander verrührt. Die Backzeit beträgt etwa 30 Minuten bei Mittelhitze. Die abgekühlte Torte wird zweimal gefüllt und mit einem Zuckerguß überzogen. Mit Schokoladenplätzchen legt man die Jahreszahl des Kindes in die Mitte und verziert den Rand mit buntem Streuzucker oder Schokoladenstreuseln. Auch Schokoladentiere eignen sich zur Garnierung der Tortenstücke. Gefüllte Elefantenzungen. (Teig: 250 g Mehl, 10 g Hefe, V« Eßlöffel Zucker, 50 g Butter oder Margarine, l /s Tasse Milch, etwas Zitronenschale, 1 Prise Salz. Zum t Ausrollen: grober Zucker. Zum Füllen: Schlagsahne oder VaiLillecretme). — Das Mehl wird in eine Schüssel gesiebt, die Hefe in Milch verrührt hineingegeben, das flüssige Fett und soviel kalte Milch hinzugegeben, daß sich der Teig gut kneten läßt. Man läßt ihn zugedeckt nur ganz wenig gehen, dann wird der Teig ausgerollt. Mit runden Formen (Durchmesser etwa 4 cm) sticht man Plätzchen aus und rollt sie auf Zucker so aus, daß ein Oval entsteht. Die Zungen werden mit der Zuckerseite nach oben auf ein Blech gelegt und goldgelb gebacken. Man setzt je 2 Zungen mit Sahne oder Creme zusammen. Als Erfrischung nach dem Spiel geben wir einen gespickten Igel. (1 Liter Milch, 2 Päckchen Schokoladenpuddingpulver, 1 Prise Salz, etwa 100 g Zucker, 1 Ei, 50 g in Stifte geschnittene Mandeln). — Man kocht einen Schokoladenpudding, unterzieht den steif geschlagenen. Eisschnee, gibt eine ganze Mandel mit hinein und füllt den Pudding in eine ausgespülte, längliche dem Erkalten wird Puddingform. Nach er gestürzt. Die Oberseite spickt man mit Mandelstiften, Kopf und Augen werden besonders markiert. Man reicht Vanillesoße dazu. Wer von den Kindern die ganze Mandel auf seinem Teller findet, bekommt als Ueberraschung eine kleines Geschenk. Zum Abschluß kann es auch erfrischende Fruchtmilch geben. Auf einen Liter Vollmilch rechnet man '/i Liter konzentrierten Fnwhtsaft (Erdbeer-, Kirsch-, Himbeersaft) uiid Zucker nach Geschmack. Man gibt die frische, kühle MJLLch in einen größeren Topf, fügt unter ständigem Schlagen den Fruchtsaft hinzu, schmeckt mit Zucker ab, füllt die Fruchtmilch in Gläser und reicht Strohhalme dazu. Cornelia Kinder - denkt mal nach! Aus Frankfurt fährt ein D-Zug nach München ab und aus München ein Gegenzug nach Frankfurt. Jeder Zug ist genau 200 Meter lang, beide haben die gleiche Anzahl Wagen. Als sie sich unterwegs begegneten, ist der eine jedoch um einen Meter länger als der andere. Wie geht das zu? uggutqtpTjjQAORBH aqaißuies }sb>i aip ep ‘gnz apuajqejjneuiq jap tpts juqap Sungiajs 3]P tpma ’qejaq ajapue aap ‘jneuxq uqej euia jaa 'SJ33 uiauia jne qajs uaugagoq agnz SKI :3 u n s o i fragt er. Frau N. bejaht es. „Dann macht es nur 4 DM!“ Daß auch das zuviel sei, für eine Bescheinigung, die lediglich Armut bescheinigt, darüber sind sich beide einig. „Ja, wenn Sie nun nicht heiraten wollten . . .“ sagt der Beamte. „Wirklich, als ob sie es einem noch erschweren müßten! Ist doch schon alles schwer genug", meint die Frau. Trotzdem heiratet sie. Man könnte es gut sein lassen, denken wir. Aber nein. Begleiten wir Frau N. auf’s nächste Amt, zu dem sie bestellt wird. Durch ihre Wiederverheiratung — so erfährt sie dort mit Erstaunen — hat sie die Erziehungsberechtigung für ihr Kind verloren, für das nun ein Vormund eingesetzt werden muß- Auch die Sozialversicherung kann die Waisenrente des Kindes in Zukunft nicht mehr der Mutter, sondern nur an den Vormund ausbezahlen. Ist das unter allen Umständen nötig? Hin und wieder gibt es wohl leider Fälle, die einen solchen Schute für das Kind angebracht erscheinen lassen. Im allgemeinen jedoch kann man annehmen, daß eine Mutter auch in der neuen Ehe (jedenfalls wahrscheinlich mehr als etwa in einem freien Verhältnis) die Pflichten gegen ihr Kind nicht versäumen wird. Das ist aber im Gesetz nicht vorgesehen. Die Bestimmung lautet, daß bei Wiederverheiratung ein Vormund zu wählen sei, vorzugsweise die Großeltern oder nahe Verwandte des Kindes, was immerhin einleuchtet. Nur kann Frau N. keine geeigneten nennen, sie sind gestorben oder leben an weit entfernten Orten. Darum bittet sie, den neuen Vater des Kindes als seinen Vormund zu bestellen. Und da man in der kleinen Stadt sowohl sie selbst als auch den Mann ihrer Wahl als vertrauenswürdig kennt, wird — erfreulicherweise aus persönlicher Einsicht — dem Ersuchen stattgegeben. Vorschlag zur Güte: hätte also nicht auch alles beim alten, d. h. die Mutter Vormund ihres Kindes bleiben können? Oder mißtraut man tatsächlich gerade solchen, die eine neue Familie gründen? Soll denen auf die Finger gesehen und ihnen eins draufgegeben werden? Es scheint so. Denn nun kommt, was Frau N. wirklich den Mut zum Heiraten hätte nehmen können. Das Finanzamt nämlich zeigt sich verpflichtet, die Neuvermählten ordentlich aufs Korn zu nehmen. Zwar braucht der Mann keine Ledigensteuer mehr zu zahlen, da aber die Frau freiberuflich tätig ist, wird ihr Einkommen zusammen veranlagt, so daß sie wesentlich höhere Steuern als bisher zu entrichten haben werden! Und wer — Hand aufs Herz — kann sich das leisten?! „Das hätten Sie sich früher überlegen müssen“, wird ihnen gesagt. Was? Das Alleinstehenden Für vieles gibt es Ersatz. Es gibt Ersatz für Leder, für Wolle und für Kaffee. Auch für Erholungsauf enthalte, die pharmazeutische Industrie macht sich eine Ehre daraus, sie uns durch Pillen zu ersetzen. Solche Pillen, werden beispielsweise von alleinstehenden, abgearbeiteten Müttern geschluckt, wenn ihre sorgende und erziehende Hand gar zu oft ins Rutschen kommt, sie zum Arzt laufen und sagen: „Herr Doktor, so geht das nicht weiter, ich bin nervös und überreizt, ich werde mit meinen Kindern einfach nicht mehr fertig.“ Dann wird ihnen Beruhigendes und Nervenstärkendes verschrieben. Mehr kann der Arzt nicht tun, er kann diese Frauen nicht auf Rosen betten, weder mit Tausendmark-Scheinen zudecken noch ihre Kümmernisse auf operativem Weg entfernen. Er kann auch kein Zaubertränklein brauen, um aus den Sorgenkindern — vorlauten Backfischen und großsprecherischen Flegeljiährigen — sanfte Würmchen zu machen. Kinder sollte man bedacht und leidenschaftslos erziehen. Die Pillen allein schaffen es nicht. Väter brauchten wir. Sie fehlen uns. Es gibt den Baby-Sitter, ursprünglich eine amerikanische Einrichtung. Ein Baby-Sitter ist ein Mensch weiblichen oder männlichen Geschlechts, den man gegen einen angemessenen Stundenlohn dazu Wissen Sie Im Bundesinnenministerium wird eine Verordnung vorbereitet, nach der in Zukunft deutsche Frauen, die eine Ehe mit Ausländem eingehen, nicht mehr die deutsche Staatsbürgerschaft verlieren, wenn sie den Wunsch äußern, sie beizubehalten. Diese Regelung entspricht dem Grundgesetz. Mit der Frage der Betreuung der Kinder der berufstätigen Frauen sollen sich nun auch die gemeindlichen Behörden befassen. — so sieht es der Entwurf zum neuen Mutterschutzgesetz vor, der dem zuständigen Ausschuß des Bundestages vorliegt. Die Gemeinden sollen demnach verpflichtet werden, im Bedarfsfälle Kindes tagess tätten zu errichten. Eine Abordnung schwedischer Hausfrauen erschien beim Finanzminister und protestierte im Namen von Tausenden von Frauen gegen die Preissteigerungen und verlangte von der Regierung Maßnahmen, um den dauernden Preiserhöhungen Einhalt zu gebieten. Die 25 000 Arbeiterinnen der Strumpffabriken von Leioester haben fijr sich 14 Tage Urlaub im Jahr durchgesetzt. Bisher standen ihnen nur acht Tage zu, was zu ehelichem Unfrieden führte. Ihre Männ er arbeiten nämlich größtenteils in den dortigen Schuhfabriken und haben Anspruch auf 14 Tage Urlaub. Nun steht der gemeinsamen Erholung nichts mehr im Wege. Heiraten natürlich, Leuten ohne Trauschein geht's bessert Ja eben... Eine schlichte Frage: ist das im Sinne des Staates, der Gesetze, muß das so sein? Verordnungen haben einen Sinn, gewiß, aber oft genug sind sie aus früheren Zeiten einfach übernommen, und das rächt sich bitter in einem Nichtmehr stimmen mit tatsächlichen Verhältnissen. Das zu erkennen, darauf hinzuweisen, sich an einer Aenderung interessiert zu zeigen, das können wir alle. Wie unser Beispiel beweist, lassen sich zudem manche Bestimmungen bereits durch den ausführenden Beamten mildem, wenn er nur den Mut hat, selbst zu denken und wenn er vor allen Dingen nicht nur immer solche Gesetze im Kopf hat, die etwas verbieten, sondern auch gleichzeitig auch die, die etwas erlauben. Es ließe sich sogar denken, daß der eine oder andere, wenn sich in seinem Bereich etwas offenbar als Unsinn oder ungerecht erweist, zu seinem Vorgesetzten ginge und etwa sagte: „Diese Sache scheint mir nicht in Ordnung. Sie stimmt ziwar am kleinen mit dem überein, was ich zu tun habe, aber es müßte zu- mindestens einen Zusatz im Gesetz geben, der den Sonderfall regelt.“ Glauben Sie nicht, daß bei solchem Verhalten und unserem Dazustehen, wo immer sich dafür Gelegenheit bietet, eine Möglichkeit gefunden wird zugunsten sinnvollerer Verhältnisse? Oder aber: auch einmal eine Ausführungsbestimmung zu ändern wäre? Es ist Menschenwerk, dieses Gesetzeswerk, und kann durch Menschen verbessert werden. Die Berufung darauf: „Das ist nun mal so”, dürfte ganz wegfallen. Erfreulicherweise brauchte Frau N. sie in der Tat nur einmal hinzunehmen. Auf dem Finanzamt. Zugegeben, an den Dingen dort etwas zu ändern, liegt nicht mehr im Ver- fügungsberedch des einzelnen, sondern müßte grundsätzlich oder „grundgesetzlich” in Angriff genommen werden.' Das allerdings schleunigst! Ebenso die Reformierung des § 63, nach dem bei Bundesbehörden und Post eine Beamtin Stellung und Pensionsanspruch verliert, wenn sie in „gesicherte” Verhältnisse heiratet. Gleichfalls eine Aenderung der Bestimmung, nach der Fürsorgeempfänger sich in einer Ehe finanziell noch schlechter gestellt sehen als vorher. Kurzum, aller solcher Maßnahmen, die — bestimmt nicht in der Absicht, aber in der Praxis eben doch — gegen eine gesetzliche Verbindung wirken. Sonst wird es dahin kommen, daß mehr und mehr Leute es vorziehen, frei miteinander zu leben, statt sich trauen zu lassen — da ja, wie die Zustände heute sind, die Ehewilligen mehr als ein Hindernis auf ihrem Weg finden! Müttern fehlt ... verdingen kann, ein schreiendes oder schlafendes Baby zu bewachen, ein nasses Baby trocken zu legen oder einem trockenen Baby das köstliche Naß aus der Flasche einzuflößen. Was uns fehlt ist der Miet-Vater. Was für eine Erleichterung wüTde ea für eine alleinstehende Mutter bedeuten, wenn sie z. B. wüßte, daß jeden Sametagmachmittag zwischen 4 und 6 ein ehrenwerter Miet- Vater erscheint und seines Amtes waltet, eine Art Schnellrichter, dem alle kleinen und großen Missetaten vorgetragen werden, die sich im Laufe der Woche angesammelt haben. Ernster Zuspruch, gelegentlich eine flotte Tracht Prügel oder auch Cremes ehnitten mit Schlagrahm könnten seine Requisiten sein, mit denen er ahndet oder belohnt. Schon allein die männliche Stimme würde in einem vaterlosen Haus oft Wunder wirken, der männliche Schritt und ein Blick, der durch und durch geht. Augen von Müttern sind viel zu bestechlich und ihre Maßnahmen — trotz nervenaufbauender Pillen — so abhängig von den Stimmungen, die mit ihrem AUtagskram steigen oder fallen .. Wäre es nicht wirklich zu überlegen? Zugegeben, es ist eine etwas ungewöhnliche Idee. Eines scheint mir trotzdem sicher: Miet-Väter würden reißend gehen! G.v. C. es schon? In den USA hat man eine Umfrage unter 3000 Frauen gehalten, warum sie nicht mehr so oft ins Kino gingen wie vor sechs Jahren. Die Antwort lautet: weil die Filme zu grausam geworden seien. Es gäbe zu viele Schlägereien und Schießereien und zu wenig fürs Herz. Wenn eine Frau ins Kino ginge, wolle sie das Recht haben, einmal etwas zu weinen. Eier für 30 Pfennig das Dutzend, Her- rensooken für 16 Pfennig das Paar und Kaffee für 75 Pfennig das Pfund wurden in einem Warenhaus in Chikago angeboten, das einen Tag lang seine Waren zu den Preisen von 1873 abgab. Ein riesiges Polizeiaufgebot mußte die Ordnung wieder hersteilen, weil bei dem Andrang die Schaufensterscheiben in Trümmer gingen und zahlreiche Kauflustige im Gedränge ohnmächtig wurden. In den ersten zwei Stunden wurden allein 15 000 Pfund Kaffee verkauft Das Großfernsprechamt der internationalen Stadt Tanger hat jetzt alle ledigen Femsprecherinnen wegen Vernachlässigung ihres Dienstes und „rücksichtsloser Privatsprecherei“ entlassen. Die Telefonistinnen benutzen die Gespräche der Internationalen Gesellschaft, um durch den Draht Bekanntschaften zu machen und möglichst gut situiert zu ehelichen. Während des „oft Stunden“ dauernden Freundschaftsgespräches bedienten sie keine Teilnehmer, so daß das Amt zeitweilig tot war. Unser ModeU, Die Mode bringt zweiteilige Jäckchenkleider aus allen Stoffen und schlägt dies« praktische, kleidsame Form auch für all* Tageszeiten vor. Aus Waschstoff, Pikee- Leinenrips oder dem bevorzugten Material ddess Jahres — Shantuasin — ist das hüb. sehe Ultra-Modell K 5063; ein praktischer Anzug für Schlanke und genau so vorteilhaft auch für weniger Schlanke. Das Modell Ultra-Schnitt K 5038 deutet durch zu- rück geklappte Schoßecken die modische Hüftbetonung in. Ein kleiner Verarbeitungstrick für Sie, falls Sie Lavable oder eine andere weiche Seide verwenden: Den Schoß und den Kragen füttern Sie mit Taft ab, dann bekommt das Schößchen die von der diesjährigen Mode verlangte steife Rundung. Ultra-Modell K 5053 Gr I, II, III, IV, V. Ultra-Modell K 5038 Gr' IH, IV. Nummer des Schnittmusters und gewünscht« Größe dürfen bei der Bestellung nicht vergessen werden. Preis jedes Schnittmusters DM 1.50. Den Betrag und 10 Pfennig für Porto fügt man am besten der Bestellung (siehe Anzeige unten) gleich bei. Die Kleiderschürze Wie wir sie hier Vorschlägen, vereint sie zwei Vorteile für die häusliche Arbeit der Frau in sich. Einmal ist sie im Sommer wie ein Kleid verwendbar und gestattet reichlich Bewegungsfreiheit, dann ist sie aber auch über wärmerer Kleidung zu tragen, oder, um jederzeit richtig angezogen zu sein, und die Schutzhülle nur ahzustreifen. Die Schürze hat Vorderschluß mit doppelter Knopfreihe und läßt sich, da die eine Seite nur Knopflöcher und eine Garnitur loser Doppelknöpfe erhält, leicht nach links oder rechts im Wechsel knöpfen, wenn die eine Seite bei der Arbeit trüb geworden ist. Die Aermel sind heraufzurollen und durch eine innen angebrachte Lasche festzuhalten, was beim Waschen und dergleichen Arbeit sehr angenehm ist und das Rutschen der aufgeschlagenen Ärmel verhindert. Eine Kimonoschürze mit Rückenschluß: Die nach unten weit gearbeitete Schürze schließt nur mit einem Gürtel und einem am Gürteiansatz aufgenähten Knopf, dadurch wird das An- und Ausziehen sehr erleichtert. Die einfarbige Schürze ist mit farbigen Patten und Taschen belebt. Die große modische Garnitur am Hals ist aufgeknöpft, so daß die Schürze auch aufgeschlagen mit viereckigem Ausschnitt getragen werden kann. G. L. v. K- Zu schön - zu alt Die einundzwanzigjährige Wienerin Gertrud Broda wurde von einer englischen Arbeitsvermittlung abgelehnt, weil sie „zu schön“ sei. Jetzt hat sie das Angebot eines 54jährigen Lehrers Mr. Sutherland in Edinbourgh angenommen. Sie wird i® Hause behilflich sein und ein kleines Taschengeld bekommen. Wie dieser Junggeselle erklärte, hat er dem jungen Mädchen geschrieben, es habe keinen Zweck, sich für ihn zu interessieren, da er zu alt sei. Redaktion: Marlon Einwächter VJtra-vm VIIstein Verkauf8ste,u ' SCHNITTMUSTER Konstaiz SÜDKURIER Nr. 88 / Seite 5 Jumftamtr Jfituttg iSonftott} ben 6. 3uni 1951 Fahrenöer Autofalon Wer das Glück (oder das Pech) hat, an einer der Uferstraßen des Bodensees zu •wohnen, kann besonders an Sonn- und Festtagen gratis das Schauspiel einer gigantischen Automobilschau genießen. Dieses zum Trost für alle diejenigen, die jetzt schon am Anfang der Saison händeringend fragen: „Wie soll das enden?“ — wenn von morgens um fünf bis Mitternacht die Straße ein einziges Fließband zu sein scheint, das Autos aller Rassen transportiert. Große, kleine, dicke, dünne, neue, alte Wagen quetschen sich vorbei unter Gedonner und Sirenengeheul, die Straße ist blank wie von riesigen Radiergummis radiert, die Fußgänger sind zur Seite „aufs Bankett* geflohen und suchen mit langen Hälsen nach einer Gelegenheit, auf die andere Straßenseite hüpfen zu können. Da sind zuerst einmal die imposanten Ausländer, die Studebaker, Buicks und Chrysler, die Globemaster und Ford, die Citroen, Renault und Chevrolet. Manche rollen Festungen gleich, rundrum mit Chromstreifen zusammengefaßt, als könnten sie auseinanderplatzen. Und dann die Meute der Volkswagen in allen Farben des Sonnenspektrums, die Glaskutschen der Fiats, die aufgewerteten Topolinos und Balillas, die Parade der Opel vom Kadetten bis zium Admiral, die Hansa, Lloyd, Veritas, Gutbrod — und die unverwüstliche, solide Garde der Mercedeswagen. Dazu die Teams der Motorradfahrer, von denen die meisten paarweise auf die Welt gekommen zu sein scheinen, die Vespasianer und Lambrettisten, die großen, schweren Rennmaschinen und die gemütlichen Beiwagen, die mit der ganzen Familie beladen sind. Alle strömen sie in den Lenz an den Bodensee — ich weiß nicht, warum ich mir eine Autoausstellung in Frankfurt oder Zürich anse- hen sollte! Mare. Seeftraße muß als Promenaöe erhalten bleiben Sperrschilder allein genügen nicht — Pfosten sollen die Zufahrt sperren Was für Baden-Baden die Lichtenthaler Allee, für Genf der Quai du Mont-Blanc, für Nizza die Promenade des Anglais, für Zürich der Limmat-Quai, das ist für Konstanz die Seestraße. Sie zählt, was ihren Ausblick betrifft, unstreitig zu den schönsten Uferstraßen Westeuropas. Das ist das Urteil weitgereister fremder Gäste, obwohl es die Kons tanz er kaum glauben können. Nicht von kontinentalem Ruf aber ist der äußere Zustand dieser einzigartigen Uferpromenade. Die Pflege der Uferböschung läßt stellenweise sehr zu wünschen übrig und wenn jetzt nicht die Wellen gnädig über das Ufergras streichen würden, käme wieder jener Dschungel zum Vorschein, der im vergangenen Jahr nur teilweise beseitigt wurde. Auch der Gehweg läßt zumindest von der Glämischstraße bis zum Rondell an der Säntisstraße immer noch verschiedene Wünsche offen. Doch darum geht es nicht. Durch die bevorstehende Eröffnung der Spielbank, des Cafö Kämmerer im ehemaligen Strauß- schen Anwesen und des französischen Offi- zierkasdnos in der ehemaligen Villa Prym besteht die Möglichkeit, daß die Seestraße ihren Charakter als „von der lauten Welt Das ist uns aufgefallen: Warum fo geheltrmieooll ? Im Wessetiöenghaus ist gegenwärtig die Ausstellung „Handzeichnungen alter Meister“ mit Originalen von Dürer, Rem- brandt, Altdorfer u. a. Einheimische und Fremde erfahren auf den verschiedenen Plakaten, daß die Ausstellung bis zum Herbst geöffnet ist. Was man aber nicht erfährt, auch auf den kleineren Plakaten nicht, das ist die Tatsache, wann man diese Ausstellung heute oder morgen besuchen kann. Eines nur ist mit der Zeit durchgesickert, nämlich, daß die Ausstellung am Samstagnachmittag geschlossen ist, genau dann also, wenn die meisten Kon- stanzer Zeit hätten, sich die kostbaren Blätter anzusehen. Besonders unangenehm ist das auch für Kunstfreunde aus anderen Städten, die oft allein dieser Ausstellung wegen die Reise nach Konstanz nicht scheuen, sich aber nur an einem Sonntag die Zeit dazu nehmen können. Ueber die Anreise ist meist der Vormittag schon hingegangen, die Ausstellung hat ihre Pforten geschlossen, und die Weithergereisten stehen mit nicht gerade freundlichen Gefühlen für die Stadt Konstanz vor den verschlossenen Türen, hinter denen die Schätze einsam und ungesehen an den Wänden hängen. Ein kleiner Ueberdruck mit den Besuchszeiten über den Plakaten und ein Offenhalten der Ausstellung am Sonntagnachmittag könnte hier sicher Wunder wirken. abgeschlossene“ Uferpromenade verliert. Schon seit Jahren wird die Straße trotz der Verbotsschilder von Autos befahren, die die Kilometerstrecke sehr zum Ärger der Spaziergänger als Versuchsbahn für Geschwindigkeitsprüfungen benützen. Nach der Eröffnung der drei Unternehmen besteht weiterhin die Gefahr, daß diese Unsitte beibehalten wird. Um nun der Seestraße die Abgeschlossenheit, die in aller Interesse liegt, zu wahren, empfehlen wir strikte Absperrungen sowohl an der Ecke Glämischstraße als auch an der Einmündung zur Hebelstraße. Ergänzt werden müßte diese Absperrung durch das Aufstellen von Sperr- pfositen an den Zufahrtsstraßen, die das Befahren der Promenade auch von den Seitenstraßen ausschalten. Nur dadurch bliebe die Seestraße das, was sie seit 75 Jahren bedeutet: eine Promenade, für deren Erhaltung Konstanz alle Anstrengungen unternehmen müßte. Im Bett fiberfallen Bin in der Zogelmannstraße wohnhafter, 66 Jahre alter Gastwirt wurde in der Nacht zum Dienstag, kurz nachdem er sich gegen 22.30 Uhr in seinem Zimmer im ersten Stock zur Ruhe begeben hatte, überfallen. Der Gastwirt erhielt, vermutlich mit einem Messer, sieben Verletzungen am Kopf, die zum Teil bis aiuf die Schädeldecke durchgingen. Es handelt eich wahrscheinlich um einen Racheakt, denn in dem Zimmer wurde nichts entwendet. Die Frau des Gastwirts befand eich mit einigen Gästen noch im Wirtschaftsraum. Sie hörte, nachdem ihr Mann wieder das Bewußtsein erlangt hatte, dessen Hilferufe und fand ihn dann blutüberströmt auf. Ein Mann, der im Verdacht steht, den Ueberfall ausgeführt zu haben, wurde vorläufig festgenommen. Am Donnerstag Stadtratssitzung Die nächste Stadtratssitzung findet am Donnerstag dieser Woche um 16 Uhr im Stadtratssaal im Harn zum „Thurgau“ statt. Auf der Tagesordnung stehen 18 Punkte, u. a. der Haushaltsplan der Spitalstiftung, die Herausgabe eines Bildbandes über Konstanz, die Theaterfrage, Ankauf eines Bauplatzes in der Conradin-Kreutzer- Straße undUeberlassung dieses Bauplatzes an die Genossenschaft der Eigenwohner, Kohlenversorgung der Kleinverbraucher, Schülerspeisung und Autobeschaffiung der Verkehrsbetriebe. Werbung für den Bodenseefisch Bei einer in Friedrichshafen abgehaltenen Tagung des Internationalen Bodensee- Fischereiverbandes wurde u. a. auch über die Möglichkeit einer besonderen und stärkeren Werbung für den Bodenseefisch, gesprochen. Dabei wurde bekannt, daß in der Werbung für den Bodenseefisch, besonders für den Felchen, bisher so gut wie nichts geschehen ist. Aufgabe eines Ausschusses, der auf der Tagung zwischen den Berufsflschem und dem Handel gegründet wurde, wird es sein, besonders mit dem Gastwirtsgewerbe, Verkehrsunternehmungen und Verkehrsämtern zur Durchführung einer Werbeaktion in Verbindung zu treten. Sturze Stabtnadjridjten Landgerichtspräsident Kaspar Deufel wurde auf der Jahreshauptversammlung des Badischen Roten Kreuzes in Hausach zum Vizepräsidenten dieser Organisation gewählt. Polizeikommissär Friedrich Mayer, der dem zweiten Pcttizei-Revier in Konstanz- Petersihausen vorsteht, ist zum Polizeiinspektor befördert worden. In einer der letzten Nächte wurde eine der beiden vor dem Wessenberghaus aufgezogenen, achteinhalb Meter langen Bundesflaggen von bis jetzt noch unbekannten Tätern entwendet. Der Raddampfer „Stadt Meersburg“ soll nach gründlicher Ueberholung und Modernisierung Mitte Juni wieder in den Dienst gestellt werden. Eine Arbeitstagung der mittleren Städte Badens fand gestern in Konstanz statt. Es wurden kcmmunalpolitische Fragen besprochen und Erfahrungen auf den verschiedenen kommunalen Gebieten ausgetauscht. Das Theater am Bodensee beginnt seine Freilichtaufführungen in der zweiten Hälfte des Juni im Rathaushof mit Shakespeares Lustspiel „Die beiden Veroneser“. Der deutsch-italienische Arienabend, der am Donnerstag, 7. Juni im Konzil stattfinden sollte, muß aus technischen Gründen auf den Juli verschoben werden. Schon gelöste Eintrittskarten können zurückgegeben werden. Heute abend geben im „St. Johann“ Gre- tel Hirtler, Violine, und Dr. Franz Hirtler, Klavier, einen Sonatenabend mit Werken von Händel, Beethoven, Schubert und Cäsar Franck. Das Gewerkschaftskartell Konstanz hält heute abend im „Bauhof“ seine Jahreshauptversammlung ab. Außer den Kartelldelegierten sind alle Vorstandsmitglieder der dem Deutschen Gewerkschaftsbund angeschlossenen Gewerkschaften eingeladen. Meldeaufruf nach Artikel 131 Auf Seite 6 der heutigen Ausgabe wird ein Meldeaufruf des Allgemeinen Beamtenschutzbundes e. V., Lanöesleitung Baden, veröffentlicht. In diesem Aufruf werden Meldestellen bei den Landrats- ämtem genannt. Die Meldestellen des Stadt- und Landkreises Konstanz befinden sich: 1. beim Landratsamt Konstanz, Untere Laube 36; 2. beim Polizeirevier Radolfzell; 3. beim Polizeibezirk Singen a. H.; 4. bei der Dienststelle des Landratsamtes in Konstanz in Engen, Bezirkssparkassengebäude. Arbeitsgemeinschaft Film wird aktiv Von der Arbeitsgemeinschaft „Film“ der evangelischen und katholischen Jugend Konstanz wird uns geschrieben: Seit einigen Wochen ist nun auch hier die Arbeitsgemeinschaft „Film“ der evangelischen und katholischen Jugend der Stadt Konstanz in Tätigkeit. Die Arbeitsgemeinschaft veröffentlicht wöchentlich die Filmbesprechungen der jeweils laufenden Filme. Ueber 50 Geschäftsleute haben sich bereit erklärt, den „Fümdienst“ auszuhängen. Auch die größeren Kohstanzer Fabriken, einige Behörden und — mit Ausnahme der Volksschulen — sämtliche Lehranstalten einschließlich des Staatstechnikums werden den Dienst aushängen. Ein unmenfchlicher Rohling Landgerichtspräsident Denfel eröffnet die Schwurgerichtsperiode in Konstanz Gestern, Dienstag, stand vor dem I Schwurgericht des Landgerichts Konstanz ein Fall zur Verhandlung, dessen Vorgeschichte in einer geradezu grausamen Konsequenz zur Tat führte. Sie beginnt, wie so viele Geschichten, mit dem Ende des Krieges. Schauplatz ist ein einsamer Hof im Schwarzwald zur Gemeinde Unter- kimach gehörend. Der verwitwete Hofbesitzer, über 70 Jahre alt, wartet auf die Heimkehr seines Sohnes, den Hoferben. Es wartet auch dessen Braut, die bereits auf dem Hof lebt und arbeitet. Sie warten vergebens, denn eines Tages kommt die Nachricht, daß der Sohn gefallen ist. Sein Wunsch ist es gewesen, daß im Falle seines Todes die Braut den Hof erben solle. Wer die Verhältnisse auf d«m Lande kennt, weiß, daß es für eine Bauersfrau schlechterdings unmöglich ist, auf die Dauer unverheiratet zu leben. Und so konnte es ihr niemand verübeln, daß sie nach einiger Zeit einen soeben aus dem Krieg zurückgekehrten Zimmermann heiratete, der aus einer nachbarlichen Landwirtsfamilie stammte. Man bedenke, welches Glück: Ein Mann kehrt heim und bekommt wie ein Geschenk vom Himmel eine junge Frau und einen Hof von 12 ha. Denn der alte Bauer übereignete den beiden, die. wie man weiß, in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zu ihm standen. den Hof für den lächerlich geringen Preis von 6000 Reichsmark, der ’a mrak- tisch nur eine kleine Formalität darstellte. Nun gut! Der neue Hofbesitzer arbeitet fleißig, die junge Fhe ist glücklich und in der Landwirtschaft ist alles in bester Ordnung. Aber etwas anderes ist nicht in Ordnung: Anstatt sich dankbar zu zeigen und dem alten Bauern seine Ruhe und seinen Platz am Ofen zu gönnen, kommandiert ihn der Neue herum, läßt ihn im Stall und auf dem Fe'd hart arbeiten, zankt sich mit ihm bei Tisch und ordnet schließlich an, der Alte habe von nun an allein auf seiner Stube zu essen. Gewiß, so ein alter Herr ist nicht gerade bequem. Er brummt und nörgelt gern ein wenig herum. Aber was tut das schon zur Sache? Schließlich hat er sich ja mehr als großzügig gezeigt, als er seinen Hof praktisch verschenkte, und nicht einmal nach altem Schiwarziwaldbrauch das Recht auf den Wald für sich ln Anspruch nahm. Ihm einen geruhsamen Lebensabend zu machen — meint man — sollte doch das Mindeste an Dankespflicht sein! I Da wird im Juni 1950 die junge Frau krank, muß operiert werden und — stirbt. Der Mann kann es überhaupt nicht begreifen. Der Schmerz bringt ihn in eine seelische Verfassung, bei der sein grobes Wesen, seine Gemütsroheit, erst recht zum Vorschein kommen. Jetzt wird er schon wütend, wenn er den alten Herrn nur sieht. Und da — eines Mittags gerät er im Hausflur mit ihm in Streit, packt ihn am Kopf, wirft ihn gegen die Wand, der Greis fällt zu Boden, bekommt noch einige Fußtritte, bleibt liegen und kann nicht mehr aufstehen. Der Rohling läßt den Hilflosen allein und geht fort. Erst nach längerer Zeit bequemt er sich, ihn aufzuheben und ihn in sein Zimmer zu schleppen. Dort läßt er ihn. rücksichtslos auf die Bank fallen und kümmert sich nicht weiter um ihn. Der alte Mann versucht, zum Bett zu kommen, bricht aber zusammen. Sein eines Bein ist gebrochen, die eine Schulter verrenkt. — Einen halben Tag und die ganze Nacht sitzt er da unter Schmerzen auf der Ofenbank, kann sich nicht rühren und niemand kommt, niemand fragt nach ihm, bis zum nächsten Morgen. Als man ihn dann endlich ins Bett gelegt hat, verlangt er nach einem Arzt. Es ist ein Montag. Am Freitag — sage und schreibe, nach fünf Tagen — wird der Arzt geholt. Er stellt die Verletzungen fest und bemerkt zu seinem Entsetzen, daß man dem Kranken ungelöschten Kalk unter das Leintuch gestreut hat — „gegen das Ungeziefer“ — heißt es. Da das Leintuch feucht geworden ist, hat der Kalk den Rücken des Aermsten über und über verbrannt. Er wird sofort nach Villingen in das Krankenhaus gebracht und stirbt dort einige Zeit darnach. Kopfschüttelnd hörten Richter und Publikum diese grausige Geschichte. Aerzte wurden als Sachverständige gehört und sagten, daß der Tod des alten Mannes auf die unmenschliche Behandlung zurückzuführen sei Zeugen wurden gehört, sagten gegen .und fiür den Angeklagten aus. UeberfRissig, davon ziu berichten, denn die Tat allein sagt genug. Die Tat aber ist laut Gesetzbuch eine „Körperverletzung mit Todesfolge“ und wird mit einer Min- desitstrafe von drei Monaten Gefängnis bedroht. Ein Jahr und sechs Monate Gefängnis beantragte Staatsanwalt Burger. Das Urteil: „Neun Monate Gefängnis” — neun Monate, für einen Rohling, den wir ausschließlich mit Rücksicht auf seine unbescholtene Familie hier nicht, wie wir es eigentlich zu tun verpflichtet wären, bei seinem vollen Namen nennen. Lampe Hits bet 9lad)botfd)aft Insel Reichenau. Im Münster brachte am Sonntag während des Hauptgottesdienstes der Kirchenchor St. Antonius von Stuttgart ein modernes Chorwerk zu Ge- | hör. Zur Aufführung gelangte eine Messe für gemischteni Chor a capella von Musikdirektor Bruno Zeller, Stuttgart, der sein Werk selbst dirigierte. — Den Bund fürs Leben schließen heute Mittwoch Hermann Josef Dors und Edeltrud Deggelmann. — Zur letzten Ruhe gebettet wurde am Dienstag Lorenz Reuther aus dem hiesigen Altersheim. Der Verstorbene stand im 81. Lebensjahr. Vom Spiel in den Tod Radolfzell. Die Eheleute Erich Winkler traf am Montag ein schmerzliches Unglück. Ihr dreijähriges Kind spielte mit anderen Kindern auf der Strandbadstraße. Plötzlich wurde es vermißt. Die Kinder benachrichtigten sofort die Mutter, die das Kind suchte und nach einer Stunde an einem Sumpfgraben mit dem Gesichtchen im Schlamm auch fand. Das Kind gab keine Lebenszeichen mehr. Sofort angesteUte Wiederbelebungsversuche im Krankenhaus waren erfolglos. Ein Schmelzofen explodierte Singen. Durch die Explosion eines elektrischen Schmelzofens erlitt in den Aluminium-Walzwerken ein in Singen wohnhafter Arbeiter schwere Verbrennungen. Auch ein zweiter Arbeiter, der sich um seinen Kameraden bemühte, wurde verletzt. t Wohlvorbereitet mit den hl. Sterbesakramenten verschied Dienstag- morgen nach schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute 'Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Frau Karolina Böhler geb. Hansert im Alter von 72 Jahren. Konstanz, den 5. Juni 1951. In tiefer Trauer: Josef Böhler, Maschinist a. D„ Familie Rudolf Böhler und Anverwandte. Beerdigung: Donnerstag, 7. Juni. 15.30 Uhr Zeltgcnöffifche Grafik aus Öen USA Ausstellung im Ein zahlreiches Publikum kam am Sonntagvormittag im Europahaus zusammen, um bei der Eröffnung einer Ausstellung „Zeitgenössische Grafik aus den USA“ dabei zu sein. Die Gäste, die von Oberbürgermeister Knapp, Delegue Nicoulaud und Mr. Lovgrove von der Kulturabteilung im Office des Landeskommissärs für Württemberg-Baden begrüßt wurden und mit denen Dr. Wolfgang Clasen eine erste Führung durch die Ausstellung unternahmen, waren nicht wenig gespannt auf diese erste Begegnung mit amerikanischer Kunst der Gegenwart. Wie Dr. Clasen ausführte, wird mit dieser Schau eine wichtige Lücke geschlossen, nachdem amerikanischer Roman und amerikanische Dramatik in Deutschland bereits zu einem festen Begriff geworden sind. Allzuleicht seien wir geneigt, der Neuen Welt eigene kulturelle Aeußerungen abzusprechen in der Annahme, Amerika könnte wenigstens in diesem Bereich noch im Schatten europäischer Traditionen stehen. Tatsache ist auch, daß es in der Geschichte amerikanischer Kultur lange Zeit eine koloniale Kunst der Briten, Spanier, Franzosen und Holländer gab, die sich von der Kunst der verschiedenen Heimatländer nur darin unterschied, daß sie provinzieller war. Tatsache ist ferner, daß Amerika um die letzte Jahrhundertwende geradezu seismographisch alle Veränderungen registrierte, denen die Kunst Europas unterworfen war. So wird man sich denn eine solche Ausstellung zunächst in der stillen Erwartung ansehen, ein- nial typisch Amerikanisches zu sehen. Wie Weit die Ausstellung einer solchen Erwartung zu entsprechen vermag, ist schwer zu sagen. Da sie sich auf Nordamerika beschränkt, fehlt fast ganz die machtvolle Stimme des Kontinents selbst: Einflüsse der alten Kulturen von Mexiko, Zentralamerika und Peru, die zum Teil schon 2000 Jahre vor den spanischen Eroberern bestanden, von diesen nur ausgeplündert wurden, im geheimen aber immer lebendig blieben und ge- Europahaus rade in unserer Zeit auch Künstler aus dem Norden zu faszinieren begonnen haben. Die Ausstellung wurde von einer Jury amerikanischer Künstler zusammengestellt als Visitenkarte amerikanischer Grafik, und es ist durchaus denkbar, daß Europäer eine andere Auswahl getroffen hätten. Es gibt in der Ausstellung nämlich unter den 41 Blättern nicht wenige, die man eben so gut in jeder europäischen Ausstellung finden könnte, und oft sind sie sogar von Künstlern, die in Europa geboren und aufgewachsen sind und hier noch ihre künstlerische Formung erfuhren. Aber gerade mit Namen wird man schnell vorsichtig. Ebenso wie man durchaus europäisch anmutende Blätter findet, die von waschechten Amerikanern stammen, begegnet man auch dem Gegenteil. In einem Raum zum Beispiel hängen Bilder aus dem amerikanischen Farmerleben, und es hat ganz den Anschein, als hätten sich hier Künstler einmal völlig frei gemacht von weltweiten Maßstäben und Kunstströmungen, und sich einem künstlerischen „Isolationismus“ hingegeben. Bleibt als typisch amerikanisch die starke Zweckgebundenheit dieser Grafik — der „printmaker“ mit seinen bildlichen Darstellungen spielte in der Geschichte amerikani- Konftanzer „Das Fräulein und der Vagabund“ (Roxy) I Ein Film der hamburgischen Jungen Film- Union Rolf Meyer. Die Umgegend von Ben- destorf, wo deren Ateliers liegen, das Naturschutzgebiet um den Wilseder Berg in der Lüneburger Heide, ist auch Schauplatz des Films. So fließen Natur und Handlung zwanglos ineinander. Lange weißsandige Wege mit leichten Höhenwellen, birkengesäumte Fahrstraßen laufen in die Unendlichkeit, und wenn hell dahersingend die (trefflich geführten) Schulkinder anmarschiert kommen, Blondköpfe fast alle, ist es, als ob scher Publizistik bei einer Bevölkerung, die sich erst mit der Zeit auf eine gemeinsame Sprache einigte, immer eine bedeutende Rolle. Es bleibt die Neigung zu selbstkritischem Humor und zu seelisch vertiefter Gesellschaftssatire und der packende Ausdruck, den man in Amerika findet für das tiefe Unbehagen des modernen Menschen der Massenzivilisation in einer chaotischen Welt technischen Fortschrittes. Es bleibt der bohrende Realismus, der mit einemmal in Phantastisches umschlägt, und jene feine Balance zwischen harten Wirklichkeit und Traumphantasie, die man auch aus der Dramatik kennt und für deren Wiedergabe sich gerade das sprituelle Schwarz-Weiß farbloser Grafik besonders gut eignet. Auffallend neben dem künstlerischen Niveau der Blätter ist auch der hohe Standard des Technischen den amerikanische Kunstschulen trotz der Freiheiten, die sie dem einzelnen Künstler lassen, aufrecht erhalten. Aber der bestimmende Gesamteindruck der Ausstellung bleibt doch, daß die bildende Kunst nicht jener Schwergewichtsverlagerung zwischen Europa und Amerika folgte, die der Nationalsozialismus auf dem Gebiet der Musik bewirkte, als die USA hervorragende Solisten und Dirigenten und große Komponisten unserer Zeit wie Strawinsky, Hindemith oder Bartok anzog. Obwohl damals auch Maler wie Dali und Chagall nach der Neuen Welt abgewandert sind. W. Quenzer Filmfchau lauter kleine Sonnen aufgehen. Bei der erwachsenen Jugend freilich gehts zeitensprechend etwas weniger sauber zu; der berufslose „Vagabund“ zumal, ein fragwürdiger hübscher Kerl, „Mann für Frauen“ (John Pauls-Harding), bringt einiges und einige durcheinander. Nach jüngster Mode bleiben ein paar Schlafzimmerszenen uns nicht erspart, aber die reine Luft der Heide scheint alle Giftstoffe aufzusaögen, und wenn die mädchenhafte Hilfslehrerin Regine (sehr echt und ehrlich Eva-Ingeborg Scholz) auch für zwei Tage dem „Vagabunden“ verfällt, weü sie meint, es unter Menschen, die immer genau wissen, was sie tun, nicht mehr aus- halten zu können, so erkennt sie doch durch bittere Erfahrung rasch die Gefährlichkeit des Abenteurers: „Du bringst die Menschen aus der Ordnung“ ist ihr Abschiedswort an ihn, und sie findet zu ihrem tüchtigen jungen Bräutigam (Dietmar Schönherr) zurück. Unvergeßlich aber bleibt die wirklich großartige Liebesszene zwischen jenen beiden: zu Pferde sucht Regine dem Verführer zu entfliehen, er aber reitet in rasendem Galopp hinter ihr her, minutenlang auf und nieder durch die urwüchsige Heidelandschaft, bis sie endlich im Sande Übereinanderstürzen. Kitsch oder Routine scheint in dieser Natureinsamkeit schlechthin unmöglich, und so haben Ernst Keienburg (Buch) und Albert Benitz (Regie) einen ebenso „jungen“ wie wahren Film geschaffen. Die pikante Verhaltenheit Jaester Naefes als des weiteren Opfers des „Vagabunden“ und die feste Haltung von Lotte Brackebuschs würdiger Mutter erhöhen das Niveau dieses begrüßenswerten Bildstreifens. C. W. „Stierkämpfer wider Willen“ (Gloria) Entweder sich lebendig die Haut vom Leib ziehen lassen, oder als Torero von einem Stier in der Arena zerfleischt werden — vor diese „grausame“ Entscheidung werden Laurel und Hardy alias Dick und Doof diesmal gestellt. Nun, die Beiden meistern wie immer die schwierigsten Situationen; ein ständiges Seiltanzen zwischen Lachen und Weinen, zwischen Pech und Glück. Es ist zwar keiner der besten Dick- und Doof-Filme (auch ein sehr kurzer), aber trotzdem ein Streifen voller Situationskomik und Humor, nach bewährtem amerikanischem Muster zurecht gezimmert. Vergeblich sucht man nach einer neuen Variante im Repertoire der beiden Hauptdarsteller. Die Objekte, mit deren Tücke sie sich auseinanderzusetzen haben, sind noch dieselben, wie auch die Taxiszene,, das Eier-Intermezzo an der Bar oder etwa die Wasserschlacht im Hotelfoyer ein come back feiern. Wer allerdings die Kunst, das Publikum schon durch eine Handbewegung zum Lachen zu bringen, so vollendet beherrscht, wie Laurel und Hardy, der kann sich solche Wiederholungen getrost leisten, ohne zu langweilen. — g — Zeuge gesucht (Capitol) Ein Kriminalfilm eigener Art von Robert Siodmak, in dem Franchot Tones. Ella Raines und Allan Curtis aufgeboten werden, um uns das Gruseln zu lehren. Es gibt in dem Film nur zwei Tote: Die Ermordete und den Mörder. Und zwei Tote beinahe dazu: Erstens den unschuldig zum Tode Verurteilten, dessen Alibi nicht klappt. Zweitens seine Sekretärin, die es ihm doch beschafft — und der Mörder hilft ihr dabei. In diesem amerikanischen Film gibt es auch zwei Verrückte: Der Mörder ist der eine, die Frau mit dem Hut die andere. Die Frau mit demselben Hutmodell (die den Film mit Tingeltangel würzt) fällt auch als Alibi aus, weil keine zweite Frau diesen Hut besitzten darf! Diese Hüte sind einige der Hürden, die die Kriminaler nicht bezwingen konnten, die aber von der Sekretärin mit Eleganz übersprungen werden. Man darf es ruhig verraten — denn alles das ist in dem Film nidlt viel mehr als Kulisse. Auch den Mörder kennt man bald. Sozusagen der Honig, der aus der Blume des Films gesogen wird, ist die Spannung: Wird der verrückte Mörder auch die Sekretärin umbringen und wie? Wird er sie hinterrücks überfallen? Wird das Auto, in dem beide fahren, verunglücken? (Fröhliches Kindergezwitscher bei der Abfahrt läßt das Schlimmste befürchten! Wird er auch sie mit dem Schlips erdrosseln (den er lange genug mit erstaunten Kinderaugen betrachtet)? Wird er sie erwürgen? (Die Kamera liebkost immer wieder seine Hände.). Kurz gesagt: Dar Film ist ebenso geschmackvoll wie ein Bild, auf dem vor der Exekution Galgenstrick und Henker zu bestaunen sind. Die Handlung des Films geht auf den Millimeter genau, allzu genau, moralisch auf. Als zum Schluß des grausamen Spiels die Liebeserklärung des Chefs an seine Retterin aus den! Diktaphon ertönt, stellt man befriedigt fest, daß vollendete Technik bisweilen auch etwa* Gutes produzieren kann. — ng. Mittwoch, 6. Juni 1951 SUDKURIER Nr. 86 / Seite 6 Die „ßluöenz" - öae Rußfchiff Brief eines verzweifelten Bodensee-Onkels an sein Patenkind liebe Monika! Als Dein Patenonkel habe ich die angenehme Pflicht, in Deinem Urlaub einen ausgedehnten Tagesausflug mit Dir zu machen, und Du hast Dir dieses Jahr eine Schiffsreise von Konstanz nach Lindau gewünscht. Aber ich muß Dich bitten, mir diese Reise zu erlassen. Es könnte nämlich passieren, daß wir Pech haben und auf ein vorsintflutliches Schiff gezwängt werden. Auf die ,Bludenz‘, ein österreichisches Schiff, das augenscheinlich auch in diesem Sommer noch nicht das Gnadenbrot im Bregenzer Hafen genießen darf, sondern — Baujahr 1888! — als Greisin ausgerechnet wieder einen Hauptkurs zwischen Bregenz und Konstanz befahrt. Nichts gegen die Oesterreicher; ste haben ein sehr schönes Schiff, die ^Austria 5 . Die Ingenieure vom Fach haben mir erzählt, daß es im Betrieb kaum teurer ist als jener alte Raddampfer ,Bludenz‘, in dessen Schlünden unendliche Kohlenmassen verschwinden und als lange dunkle Rauchfahne das Schiff schon auf zwanzig Kilometer Entfernung kenntlich machen. Ich habe erst neulich einige erfahrene Kurgäste gesehen, die auf der Brüche von Langenargen diese schmähliche Fahne erspähten und sofort umdrehten, um auf die Schiffsreise zu verzichten und mit der Bahn zu fahren. Und sie haben recht gehabt. Für das gleiche Fahrgeld, für das man auf anderen Schiffen jede Bequemlichkeit und einen ausgesprochenen Komfort genießt, kann man auf der ,Bludenz‘ auch auf dem Ersten Platz nicht einmal einen Klappstuhl erwischen! Jeder, sogar die Herren von der Bundesbahn oder der Internationalen Bodensee-Konferenz, wenn sie den Mut dazu hätten, könnten sich davon überzeugen, daß sogar an normalen Sommertagen das Schiff meist so überbesetzt ist, daß mehrere hundert Menschen einfach stehen müssen. Fängt es zu regnen an, ist das Gedränge in den Kajüten geradezu unwahrscheinlich. Jeder Fahrgast nimmt an, daß er auf jedem Dampfer zumindet ein Glas Wein und ein Paar Würstchen bekommen kann. Das ist auf den anderen, teilweise vorzüglich bewirtschafteten Schiffen auch der Fall. Auf der ,Bludenz‘ aber, die, wie gesagt, einen der Hauptkurse auf Melöung auf Grunö öes Artikels 131 Der Allgemeine Beamtenschutzbund e. V., Landesleitung Baden, gibt bekannt: Alle dienstfähigen, bisher nicht wiederverwendeten Angehörigen des öffentlichen Dienstes, die für die Unterbringung auf Grund des nunmehr in Kraft getretenen Eundesgesetzes zu Artikel 131 GG in Betracht kommen und die durch die Meldeaktion im vergangenen Herbst noch nicht erfaßt wurden oder versäumt haben, sich zu melden, sind durch einen Runderlaß des Badischen Finanzministers jetzt zur Meldung aufgerufen. Zu den Aufgerufe- nen gehören insbesondere auch solche unter Artikel 131 GG fallende Personen, die zwar bereits wieder im öffentlichen Dienst, aber noch nicht ihrer früheren Stellung entsprechend verwendet sind. Die Meldestellen der Landratsämter, bzw. Polizeidirektionen nehmen seit 1. Juni die Meldungen sowohl der Nachzügler als auch der Neuaufgerufenen entgegen. Es liegt kn Interesse jedes an der Unterbringung Teilnehmenden, sich sofort zu melden. Alles Nähere ist aus dem Ministerialblatt der Badischen Landesregierung vom 30. 5. 1951, Nr. 10, zu entnehmen, das bei dem Bürgermeisteramt des Wohnorts eingesehen werden kann. Die noch nicht wiederverwendeten einheimischen Beamten (§ 63 Ges. 131 v. 11. 5. 1951) fallen nicht unter diesen Meldeaufruf. Sie haben ihre Wiedereinstellungsgesuche bis spätestens 16. Juni 1951 unmittelbar an ihren letzten Dienstherm oder an die Behörde zu richten, bei der die Wiedereinstelluing erstrebt wird. dem See befährt, kannst Du Dir bestenfalls, wenn Du lange genug anstehst, eine Flasche Bier aus der Küche holen; hast Du mehr Geduld, als Du meiner Erinnerung nach aufb ringst, kommst Du sogar an Würstchen; aber ist das der Sinn einer Bodensee-Fahrt? Schließlich kann der Reisende erwarten, daß er, wie in jedem Speisewagen, auch auf jedem Schiff einigermaßen ähnliche Veipflegungsmöglichkeiten vorflndet; das nächste Mal ißt er nämlich sonst seine Würstchen vorsichtshalber vorher an Land, damit er nicht davon abhängig ist, was für ein Schiff ihm gerade blüht. Du wirst verstehen, liebe Monika, daß ich Dir einen hübschen Tag bereiten will und nicht einen Tag, an dem Du eingezwängt auf einer Schiffsmumie stehen mußt, ohne viel zu sehen, und ich Dich nicht einmal mit einem Glas Seewein, einem Kaffee und einem Stück Torte bewirten kann. Jedes Jahr hoffen die Anwohner des Sees von Konstanz bis Bregenz, daß die Schiffsväter oder wie wir sie nennen wollen, ein Einsehen haben, oder daß die Fremdenverkehrsvereine, die Hotelier-Verbände oder andere Stellen endlich einmal ein energisches Wort gegen diesen Kasten sprechen. Auf der einen Seite wird viel Geld für Bodensee-Reklame ausgegeben; auf der anderen. Seite werden die Touristen, wenn sie nun wirklich gekommen sind, auf den ältesten Kahn verladen. Und dann sehen sie von ihrem Kohlenpott aus in den Hafenbecken von Friedrichshafen, Lindau, Konstanz und auch Bregenz die großen schmucken Dampfer vor Anker liegen und fragen sich bitter, ob diese Schiffe eigentlich nur für Feuerwerk- und Blütenfahrten gebaut sind, während voll zahlende Reisende es bereuen müssen, nicht lieber mit dem Zug gefahren zu sein. In Lindau sieht man mehrmals am Tage die großen Schiffspaläste nach Bregenz dampfen, infolge der Paßschwierigkeiten meist nur von 20 bis 25 Passagieren bevölkert. Wäre es nicht geschickter, die großen Dampfer in Lindau zu lassen und die ,Bludenz‘ nur für den Pendelverkehr Lindau—Bregenz einzusetzen? Die Zollbehörde hätte ihre Separatfreude daran: denn auf diesem Schiff läßt sich wirklich nicht viel verstecken. Wir ziehen den Hut vor der fünfund- siebzigjährigen Maschine und der tüchtigen Mannschaft; aber, Monika, dieses Jahr nehmen wir den Wagen und machen einen großen Bogen um die häßlichen Ueberraschungen der Bodensee-Schiffahrt. Dein Onkel Rolf. Den Rhein entlang Verb e ss e rungen im Fernspredwlienst Freiburg. (W\S.-Eigenbericht.) Bundespostmini- «ter Hans Sdiuberth hat bei der Uebernahme der neuen Diensträume der Oberpostdirektion Freiburg im wiedererbauten Karlsbau in Freiburg auf einem Festakt, an dem auch Staatspräsident Wohieb und die (Mitglieder der badischen Regierung teilnahmen, zahlreiche wesentliche technische Verbesserungen angekündigt, die die Post zum Teil noch in diesem Jahr einführen wird. Dazu gehören das Fernwahlsystem zwischen den Großstädten der Bundesrepublik, automatische Aemter für die kleineren Orte, eine Dezimeterverbindung zwischen Frankfurt und Hamburg, als erste Vorbereitung für den Ausbau des Fernsehens und einen Schnelltriebwagen der Post, der nur zur Post- und Paketbeförderung eingesetzt und 1953 fertiggestellt 6ein wird. Schuberth kündigte an, daß sich die Post in der nächsten Zeit besonders dem Ausbau der Posteinrichtungen in den Grenzländern, darunter Baden, widmen werde. Verband badischer Kneipp-Ärzte Waldklrch. Bin Verband badischer Kneipp-Ärzte wurde auf einer Ende Mai in Waldkirch abgehaltenen Bezirkstagung badischer Kneipp-Vereine gebildet. Erster Vorsitzender wurde der Freiburger Arzt Dr. Arnold. 110 Jahre ,.Liedertafel Aurelia" Baden-Baden. Mit einem Festbankett am Samstagabend im Gartensaal des Kurhauses und einem Festkonzert am Sonntag im Großen Bühnensaal des Kurhauses beging am 2. und 3. Juni die ,.Liedertafel Aurelia’' Baden-Baden das Fest ihres 110jährigen Bestehens. Beide Veranstaltungen wurden durch die Mitwirkung namhafter Instrumental- und Gesangssolisten verschönt. Hauptversammlung des Börsenvereins der Buchhändler Baden-Baden. Am 17. Juni wird der Börsen- verein der Buchhändler in der französisch besetzten Zone im Kurhaus Baden-Baden seine vierte Hauptversammlung abhalten. Der Intendant des Südwestfunks, Bischoff, wird bei dieser Gelegenheit ein «Referat halten über daß Verhältnis zwischen Buch und Rundfunk. Hochwasser und Blitzschlag Karlsruhe. Von einem ungewöhnlich schweren Gewitter wurde der Karlsruher Bezirk heimgesucht. Das Unwetter, verbunden mit einem wolkenbruchartigen Regen und strichweise euch vermischt mit Hagelsdulag, verursachte in Feld und Flur zum Teil beträchtlichen Schaden. Auch aus anderen Gegenden des Oberrheitis werden erhebliche Schadensfälle durch das mehr als ein- stündige Gewitter gemeldet. Die Blitzschläge folgten zeitweise Schlag auf Schlag und riefen bei Zündung ebenfalls beträchtlichen Schaden hervor. Zahlreiche Keller, tiefer gelegene Souterrain- Wohnungen und verschiedentlich auch Straßenzüge standen bald unter Hochwasser. Die Berufsfeuerwehr hatte Hochbetrieb und konnte sich der Hilferufe auch in geringfügigen Notfällen kaum erwehren. Auf dem Bussardweg im Dammerstock schlug der Blitz in ein Wohngebäude ein und verursachte einen Deckenbrand, der jedoch rasch gelöscht werden konnte. In der Klaupreditstraße spaltete ein Blitzschlag das Mauerwerk eines Kamins, der 'So stark beschädigt wurde, daß die Berufefeuerwehi ihti aus Sicherheitsgründen teilweise abtragen mußte. Von der Zerreißmaschine getötet Heidelberg. In den Glanzstoffwerken Obernburg geriet ein 47jähriger Maschinenwärter, der mit dem Einlegen von Zellstoff^latten in eine Zerreißmaschine beschäftigt war, ins Getriebe und wurde getötet. Mit dem Balkon in die Tiefe Mannheim. Aus bisher nicht geklärter Ursache brach die Betondecke eines Balkons und stürzte mit zwei 6dch gerade auf ihm befindlichen Frauen in die Tiefe. Die beiden Unglücklichen mußten mit lebensgefährlichen Verletzungen dem Krankenhause zugeführt werden. Vier Millionen Salatköpfe verdorben Mainz. Vier Millionen Salatköpfe sind in diesem Jahr wegen der Witterungsunbilden im Mom- bacher Bezirk, dem Hauptgebiet des rheinhessischen Gemüseanbaues verdorben. Dadurch konnte die Lieferung der bereits verkauften 20 000 Steigen Salat nicht erfolgen. Von der diesjährigen Gemüseemte konnten nur 2,5 Millionen Stü<£ Kopfsalat geerntet und abgesetzt werden, was für die Erzeuger nur ein Viertel des veranschlagten Einnahmesolls bedeutet. Aus dem Erlös der verdorbenen vier Millionen Salatköpfe sollten die für den Erzeuger zur Düngung und Anpflanzung aufgenommenen Kredite gedeckt werden. »Miß Bodensee * Von übereifrigen Lokalpatrioten wurde kürzlich in B« Für tüchtige Fachleute gut- bezahlte Dauerstellen. Bewerbungen sind zu richten an Carosserie Krapf & Söhne» Amriswil, Kantern Thurgau (Schweiz), Frühj ahrskur an PAIERIE GENERALE de BADEN-BADEN Sophienstrafje 2 SERVICE DES DOMAINES FRANCAIS Öffentliche Versteigerung Donnerstag» den 21. Juni 1951, um 9 Uhr in Muggensturm (Baden). Services Techniques 75 Personenwagen der Marken: Opel, Mercedes, BMW 10 Motorräder der Marken: NSU, Horex, DKW, BMW Bedingungen: 1. Die Versteigerungen finden ohne Garantie statt 2. Der Abtransport des Materials muß sofort erfolgen 3. Preis zahlbar in DM. Besichtigung des Materials: am 20. Juni 1951, von 9—17 Uhr. Gegen dentofc dteTlaupe, (Ue Jaws •ui ddiettaee M-aml m HMIIttüfACHStUMniN 6 (NOSSCNS CHAFTIM wa , GAMMA' NeXil Säuglingsschwester od. Kindergärtnerin sof. gesucht. Olga Gerhard, Fischbach b.Friedrichshafen, Spaltensteinerstraße 1 . In gutgehendes Hau« gewandtes, solides Servier-Fräulein zum sofortigen Eintritt gesucht. Zeugnisabschriften und Bild erwünscht. Bahnhofhotel St. Georgen/Schw. 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Kind, sucht Bekanntschaft mit seriösem Mann zwecks späterer Heirat. Zuschriften unt. 83 026 Südkurier Konstanz. i ft Ihr n Früh ieckt ja mmm Das liegt nicht am Brot meine Frau nimmt nur einen feineren Aufstrich! Die Sanella-Frische gibt den feineren Geschmack! Überzeugen Sie sich selbst davon, wieviel schmackhafter Ihr tägliches Brot durch Sanella wird: Mit der feinen Sanella schmeckt’s so frisch wie morgens Ihre frischen Brötchen! Nicht umsonst ist Sanella Deutschlands meist- gekaufte Margarine. Begehrte Nahrungsmittel werden schnell verkauft und sind darum immer ganz besonders frisch. So 36 t Die feine Sanella gibt es niemals lose, sondern nur in der hygienischen Würfelpackung. SANELIA Samstag, 2. Juni 1951 SÜDKTJRIER K / Fl / RH Nr. 86 / Seite 8 Radi einem arbeitsfreudigen, aufopfernden Leben ist heute unser Heber, herzensguter Vaiar, Großvater und Schwiegervater Johann Bauer Sägewerksbesitzer im Alter von 80 Jahren, nach kurzer Krankheit sanft entschlafen. Er ist unerwartet rasch unserer vor wenigen Wochen dahingegangenen lieben Mutter, wohlversehen mit den hL Sterbesakramenten, in die Ewigkeit nachgefolgt. Konstanz, den 5. Juni 1951 Alter Wall 3 In tiefer Trauer Hans Baner, Dipl.-Ing. Ernst Bauer und Rosel, geb. Becker Friedei Hillebrand geb. Bauer Rainer Hillebrand Die Enkelkinder Hans-Peter Hillebrand, Ellengard Bauer Stille Beerdigung am Donnerstag, 7. Juni, 14.30 Uhr. — Das Seelenamt für den Verstorbenen findet am Montag, 11. Juni, 8.30 Uhr, in der St. Gebhardskirche statt. t S tatt Karten ! Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Sohn, Bruder. Onkel und Schwager Wolf gang Leo Braun Im Alter von 18 Jahren infolge Unglücksfall ins Jenseits abzurufen. Honstetten, den S. Juni 1951 Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen Familie Alfred Braun, Bauer, und Angehörige Beerdigung am Donnerstag, den 7. Juni, um 9 Uhr, vom Trauerhaus, mit anschließendem Seelenamt. Wir haben uns vermählt Fnedotin Hubenschmid Maua Hubenschmid geb. Spiegel Mühlhausen — Engen Für die vielen Glückwünsche und Geschenke, die uns anläßlich unserer Vermählung zugegangen sind, sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Karl Neidhart Lina Neidhart geb. Graf R lalasingen, 6. Juni 1951 Bergstraße 38 Wer inseriert erwirbt Vertrauenl Die Qualität wird überall entscheidend sein, auch beim Bohnerwachs. BEGINA - Hartglanzwachs erfüllt alle Erwartungen, die an ein gutes Wachs gestellt werden, und gibt Ihren Räumen die von allen mit Recht geschätzte Sauberkeit und Frische. Verlangen Sie deshalb stets ausdrücklich REGINA HAQTGLANZWACHS Jetzt eech in parkettgelb erhältlich. Konstanz: Seifenf. Boehringer- Knaeble Seil. R. Hämmerle St.-Gebhards-Drog. Herrlen Milnster-Drog. A. Jellinek Bürstenf. F. u. R. Thoman Petershausen: W. Vetter Radolfzell: BUrstenw. R. Kraus Scheffel-Drogerie Schroff M. Dürrhammer Drog. Rieh. Müller L. Sutter W. Zimmermann A. Weissmann Singen a. 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Wir weisen besonders darauf hin, daß die bisher zur Besteuerung ihres Lobneinkommens in der Schweiz nichtgemeldeten Arbeitnehmer (Grenzgänger) verpflichtet sind, sich unverzüglich beim Finanzamt zur steuerlichen Erfassung zu melden haben. Bel nicht rechtzeitiger Zahlung Ist ein Säumniszuschlag von 2v.H. des rückständigen Betrags für den ersten angefangenen Monat vom Fälligkeitstag ab gerechnet, und von 1 v.H. für jeden weiteren angefangenen Monat verwirkt. Die Finanzämter: Konstanz, Donaueschingen, Säckingen. Singen a.H. Stockacb, Tiengen, Überlingen und Vlilingen. Antrag zur Erstellung einer Frischwasserkläranlage durch Frau A. Seeberger, Radolfzell, Klrchgasse 30, Lgb. Nr. 210. Obiges Gesuch liegt vor. Etwaige Einwendungen sind beim Landratsamt Konstanz oder auf dem Rathaus — Stadtbauamt — Radolfzell binnen 14 Tagen vom Ablauf des Tages an vorzubringen, an welchem diese Bekanntmachung ausgegeben wurde, widrigenfalls alle nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhenden Einwendungen als versäumt gelten. Die Beschreibung, Pläne und Zeichnungen hegen während der Einsprachefrist im Landratsamt Konstanz — Zimmer 47 — und auf dem Rathaus — Stadtbauamt — Radolfzell zur Einsicht offen. Wir weisen dbei besonders darauf hin, daß die vor Inkrafttreten des Wassergesetzes vom 8. April 1913 kraft besonderer privatrechtlicher Titel an den öffentlichen Gewässern oder natürlichen nicht öffentlichen Wasserläufen begründeten Rechte nunmehr als dem öffentlichen Recht angehörlgen Nutzungsrechte zu betrachten sind (5 113 Satz 2 des Gesetzes), und daß daher auf solche Rechte sich stützende Einwendungen, faUs sie Innerhalb der festgesetzten Frist nicht vorgebracht sind, ebenfalls als ausgeschlossen gelten. Radolfzell/Bodensee, 4. Juni 1951. Der Bürgermeister: gez. G o h 1 Handelsregister 28. 5, 51. B Bd. 4/68, Firma Südverlag GmbH, in Konstanz: Die Prokura des Buchhändlers Artur Ketterer ist erloschen. Amtsgericht Konstanz. c J Gesucht sofort ehrl. fleißige Fran oder Fräulein für Service u. Küche. Gute Bezahlung. Kost u. Logis frei. Restaur, „Konsumhof“, Kreuzungen. (LAA) Ehrliches, zuverlässiges Mädchen in kleinen Geschäftshaushalt ges. Walter Hohenberger, Singen, Schwarzwaldstraße. Tel. 2223. Mädchen ehrUch, fleiß., f. Geschäftshaushalt gesucht Gute Bezahlung u. Familienanschluß zugesich. Zuschrift. u. 27 393 Südkur. Singen. Tüchtiges, schulentlassenes Mädchen f. Geschäftshaushalt in Engen per 15 6. gesucht. Zu erfragen unter 95 951 Südkurier Engen. Molides Mädchen für Küche u. Haus auf 15. 8. 51 gesucht. Gasthaus „Waldeck* 1 , Tnttlingen/Württ. Mädchen, zuverlässig, sauber, welches zu Hause schlafen kann, für Haushalt gesucht. Bäckerei Bruno Ströbele, Hilzingen. 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