SUDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch. Donnerstag. Samstag. Verlag und Redaktion Konstanz, Marktstatte 4 Tel.: >24, 925, USO, 1510, 1511. Fernschreiber: 00528. 7. JAHRGANG ♦ FREITAG 17. AUGUST 1951 * NUMMER 127 Bezugspreis monatlich durch Träger 2.50 Mark zu- zllgl. 30 Plg. Trägerlohn, durch die Post 2.70 Mark, zuzügl. 30 Pfg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 20 Pfg. US-Atom-Artillerie erprobt NEW YORK. Die amerikanische Zeitschrift „Newsweek“ berichtet in ihrer neuesten Ausgabe, das USA-Verteidi- gungsministerium habe erste* Versuche mit Atomartillerie ausgeführt. Teile dieser neuartigen Waffe, deren Verwendung in Kürze das Wesen des Krieges von Grund auf ändern könnte, würden bereits hergestellt. „Newsweek“ weist darauf hin, daß die USA mit der Atomartillerie eine Waffe in die Hand bekommen würden, die das Uebergewicht der Sowjetarmee an Infanterie und Panzern ausgleichen könnte. Die taktische und strategische Verwendung von Atomwaffen werde auch die Luftkriegführung wandeln. Farbiges Fernsehen in Berlin BERLIN. (G.-Eigenbericht). Berlin steht im Zeichen der großen amerikanischen Fersehschau. Auf den Straßen und Plätzen der Stadt drängen sich allabendlich Tausende von Menschen vor über hundert Fernsehapparaten, darunter zahlreiche FDJler aus dem Ostsektor, die einmal etwas anderes sehen wollen als überdimensionale, angestrahlte Stalinbilder. Die Amerikaner zeigen außer dem Schwarz- Weiß-Programm vor allem Farbfernsehen, das für Europa völlig neu ist. Sie haben Fernsehgeräte im Werte von einer halben Million Dollar nach Berlin gebracht. Die politische Bedeutung der Schau liegt in dem Bestreben, dem Osten zu zeigen, welchen Grad friedlichen, technischen Fortschritts eine freie Welt erreichen kann. Die amerikanische Fernsehschau wird ziwei Wochen in Berlin bleiben und dann in anderen europäischen Städten gezeigt werden. Neues deutsches Kohlenrevier MINDEN. Die in der Schaumburg-Lipp&r Mulde vor zwei Jahren entdeckten Kohlenlager im Umfang von etwa zwanzig Millionen Tonnen sollen jetzt erschlossen werden. Die Preußag (Preußische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft) hat sich bereiterklärt, die Mittel zur Errichtung einer 500 Meter tiefen Schachtanlage in Lüdersfeld bei Stadthagen zur Verfügung zu steilem Demontage — ganz privat NORDHORN. Ein britischer 20-Tonnen- Uebungs-Panzer ist von zwei deutschen Kraftfahrern einer britischen Einheit zerlegt und an einen Rohmaterialhändler in Nordhorn (Niedersachsen) verkauft worden. Wie die Polizei mitteilt, hat der Händler den Kraftfahrern auch über vier Tonnen Messinghülsen abgenommen, die sie auf dem bei Nordhorn gelegenen Flugübungsgelände auf gelesen hatten. Nach Angaben der Kraftfahrer ist der Erlös aus den Verkäufen in Höhe von 16 500 Mark zwischen dem britischen und deutschen Personal der Einheit geteilt worden. Sowjet-Panzer scbossen Dorf in Brand BERLIN. Die brandenburgische Gemeinde Dissenchen im Kreise Kottbus ist nach einem Bericht des Westberliner „Telegraf“ fast völlig eingeäschert worden. Der Brand sei entstanden, schreibt das Blatt, als sowjetische Panzer während einer Manöverübung verschiedene Getreide- und Heuschober als Uebungsziel beschossen. Von dem Feuer, das unmittelbar darauf ausbrach, seien über dreißig Gehöfte völlig zerstört und zehn darüber hinaus schwer beschädigt worden. Der Einwohnerschaft sei es streng verboten worden, über die Ursache des Unglücks zu berichten. Kurz notiert FDJ-Angehörige griffen in Westberlin die Polizei an- Fünf Polizisten wurden verletzt, 112 FDJ-Angehörige verhaftet. Bisher haben ungefähr 754 000 Teilnehmer der kommuni- stischen Jugendspiele Westberlin besucht. | Im Bundesgebiet sind zur Zeit noch 1200 Rotels und Gaststätten von Besatzungsmächten beschlagnahmt. Nach einjährigem Probeeinsatz hat die Bundesbahn kürzlich 60 neue Schienenomnibusse und 50 Anhänger in Auftrag gegeben. Die ersten zwei von hundert Lokomotiven, die von der indonesischen Regierung bei den deutschen Kruppwerken in Auftrag gegeben wurden, sind in Amsterdam verladen worden und nach ihrem Bestimmungsort unterwegs. Die Zahl der Ehescheidungen im Bundesgebiet hat sich in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt. Während 1939 nur 89 Ehescheidungen auf 100 009 Einwohner entfielen, sind von 1949 bis hente jährlich im Durchschnitt 169 Ehen geschieden worden. Zwei Stuttgarter Bergsteigerinnen sind in den Zillertaler Alpen in Oesterreich tödlich abgestürzt. Eine dritte Bergsteigerin, die mit den beiden angeseilt war, erlitt schwere Verletzungen. Fünf Elsässer und Lothringer und ein Saarländer trafen aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft in Kehl ein. Sie gehören zu 15 Kriegsgefangenen, deren Entlassung vor einigen Tagen von der Sowjetunion angekündigt worden war. Die Zahl der an spinaler Kinderlähmung Erkrankten im Saarland hat sich einschließlich der Verdachtsfälle auf 162 erhöht. Bonn vor schweren Entscheidungen Vertrauenskrise zwisdien Bundesrepublik und Alliierten — Wohin steuern die Gewerkschaften? an. Auch die Unheitlichkert der Regie- BONN. (Eigenbericht.) „Künstlicher Nationalismus in Deutschland“, „Vertrauenskrise wischen Bundesrepublik und Alliierten“, „Herbstkrise der Bundesregierung“ — das sind einige der Schlagworte und Parolen, die, von Regierungsparteien und Opposition ausgehend, die gespannte Atmosphäre unmittelbar vor dem Ende der politischen Ferien kennzeichnen. Am Dienstag der kommenden Woche soll die erste Kabinett-Sitzung nach der Rückkehr des Bundeskanzlers aus seinen Ferien stattfinden. Bei dieser ersten Aussprache über die Regierungspolitik wird der Kanzler ein doppeltes innerpolitisches Problem zu lösen haben. Die auf dem rechten Flügel stehenden Regierungsmitglieder von der Befürchtung zu befreien, daß er sich ganz dem Kurs der Gewerkschaften anschließen will und zugleich den Gewerkschaften klar zu machen, daß er sie BONN. (W.-Eigenbericht.) Der SPD- Vorsdtzende Schumacher lehnte in einer Presse - Konferenz einen gemeinsamen Kampf von Regierungspartei und Opposition auf dem Gebiet der Außenpolitik ab. Die gegenwärtige politische Atmosphäre, Nur Unterzeichnungs-Konferenz WASHINGTON. Die USA-Regierung hat der Sowjetregierung in einer Note mit- geteilt, daß keine Verhandlungen über den Entwurf für den Japan-Vertrag auf der Konferenz von San Franzisko möglich seien. Die Konferenz sei lediglich zum Abschluß des Friedensvertrages mit Japan und zur Unterzeichnung dieses Vertrages einberufen worden. Mit der amerikanischen Note wird ein Hinweis in der sowjetischen Zusage zur Teilnahme an der Konfc.; beantwortet, in dem es heißt, die Sowjetunion werde auf der Konferenz ihre Vorschläge für den Japan-Frieden einbringen. (Siehe auch 2. Seite.) so sagte er, sei nicht dafür geeignet, daß Regierung und Opposition gemeinsam gegen Entscheidungen der Alliierten kämpften, wie sie in der Frage der Besatzungskosten öder der Kohlenausfuhr gefällt worden sind. Er halte es für besser, wenn jeder selbst seine Auffassung vertrete, weil die Begründungen bei Regierung und bei der Opposition sehr verschiedenartig seien. Der Oppositionsführer kündigte weiterhin an, seine Fraktion werde in Kürze einen Gesetzentwurf über die Sozialisierung des Kohlenbergbaues und der Stahlindustrie vorlegen. Schumacher meinte, die Sozialisierung erhalte in der gegenwärtigen Lage eine erhöhte Bedeutung dadurch, daß in ihr unter Umständen die einzige Möglichkeit des Funktionieren überhaupt liege. Nähere Erläuterungen gab er nicht, es ist aber anzunehmen, daß er sich damit auf die Auflösung des „zentralen Kohlenverkaufs“ bezog, die im Schuman-Plan-Vertrag enthalten ist. Durch eine Sozialisierung des Kohlenbergbaus wäre auch in Zukunft eine zentrale Verkaufsorganisation möglich. Scharf wandte sich Schumacher gegen Erklärungen von Regierungsseite, daß man nach dem Versagen der Ruhrbehörde nun möglichst rasch den Schuman-Plan unter Im früheren Völkerbundsgebäude In Genf tagen Straßenverkehrs-Fachleute aus der ganzen Welt, die einen Entwurf zur Einführung einheitlicher Straßenverkehrszeichen in allen Ländern ausarbeiten sollen. Der israelische Staatspräsident Weizmann beauftragte Ministerpräsident Ben Gurion mit der Bildnng einer neuen Koalitionsregierung. Der Dalai Lama, das geistlich-weltliche Oberhaupt Tibets, hat sich am 21. Juli mit den Angehörigen der tibetanischen Regierung ans Yathon (an der indisch-tibetanischen Grenze) nach seiner Hauptstadt Lhasa zu- rtickbegeben. Der bekannte Schweizer Skilehrer Otto Zurbriggen und ein Mädchen auch Neuchatel stürzten bei der Besteigung des 4000 Meter hohen AUalinhorns im Engadin tödlich ab. Zurbriggen sollte mit der Schweizer Mannschaft an den Olympischen Winterspielen 1952 in Oslo teilnehmen. Der 77jährige John D. Roekefeller, einer der reichsten Männer der Welt, heiratete die 56jährige Anwaltswitwe Martha Baird. Der Hitzewelle in Texas sind bisher 30 Menschen zum Opfer gefallen. Am Donnerstag wurden in Texas bis zu 41 Grad Celsius gemessen. Der Nationalpreisträger der Sowjetzone und Professor für theoretische Physik an der Universität Jena, Dr. Friedrich Hund, hat vor einigen Tagen die Sowjetzone verlassen. Er wird eine neue Professor an der Universität Frankfurt/Main übernehmen. 350 jugendliche Flüchtlinge ans der Sowjetzone sind zur Entlastung der Westberliner Flüchtlingslager seit Ende Juli ins Bundesgebiet gebracht worden. weiterhin als eine wichtige Stütze der Bundespolitik betrachtet. Die Mitwirkung der Gewerkschaften ist vor allem dann unerläßlich, wenn man den Schumanplan für eine europäische Kohle- und Stahlunion noch rechtzeitig bis zu dem vereinbarten Ratifirieiumgsdatum des 17. Oktober im Bundestag verabschieden will. Die Gewerkschaften haben in dieser Situation durch ihren Schumanplan-Sach- verständigen, das Vorstandsmitglied Hans vom Hoff, ihre Forderungen au diesem Punkt bekanntgegeben: Absolute Gleichberechtigung der Bundesrepublik, unter der sie verstehen,: Fortfall der Rohnbehörde und der Begrenzung für die deutsche Stahlproduktion, sowie eine Lösung des Saarproblems. Die Art wie die Alliierten jetzt Kohlenverkauf und Koh- letiausfuhr behandeln, so sagte vorn Hoff, kurble den Nationalismus in Deutschland Dach und Fach bringen müsse. Er war der Meinung, daß im Schuman-Plan-Vertrag eine Auflösung der Ruhrbehörde nicht unbedingt vorgesehen sei. Bei den vier Fragen* die augenblicklich die politische Diskussion in Bonn beherrschen — Besatzungskosten, Kohleausfuhr, Saarpolitik und Abschluß zweiseitiger Verträge anstelle des Besatzungsstatuts—, warf Schumacher der Regierung vor, die deutschen Interessen nicht mit der notwendigen Kraft vertreten zu haben. Gleichzeitig wandte er sich aber auch gegen das Vorgehen der Alliierten in allen diesen Fragen, das nichts von europäischer Gesinnung erkennen lasse. In der Frage der Besatzungskosten müßten die Alliierten z. B. einsehen, daß Deutschland durch seine Aufwendungen für die Flüchtlinge, für den Wohnungsbau und für die Opfer des vergangenen Krieges bereits einen erheblichen Sicherheitsbeitrag für Europa leiste. Trotz Fehlentscheidungen .,. BONN. Der Vorsitzende der CDU-CSU- Bundestagsfraktion, Dr. Heinrich von Brentano, trat vor der Presse dafür ein, daß die bisher von der Bundesregierung verfolgte Verständigungspolitik trotz der letzten Entscheidungen der westlichen Alliierten fortgesetzt wird. Brentano bedauerte, daß das Verhältnis zu den westlichen Alliierten durch überholte Bemerkungen von Standpunkt des Siegers aus beeinträchtigt wird. „Die Diskussion auf dieser Ebene zu führen, lehnen wir ab“. Deutschland sei inzwischen zu einem vollberechtigten Partner geworden, und der Kriegszustand sei beendet. Die Entscheidung der Ruhrbehörde über die Kohlenexporte dürfe die Ratifizierung des Schumanplanes nicht beeinflussen. Es sei gerade der Zweck der Montanunion, die Ruhrbehörde auszuschalten. Im Schumanplan seien Sicherungen eingebaut, die ein Ausschalten Deutschlands bei wichtigen Entscheidungen unmöglich machen. ' sddent Trumans, Averell Harriman, unternahm einen neuen Versuch, die festgefahrenen britisch-persischen Erdöüverhand- lungen in Teheran wieder in Fluß zu bringen. Harriman sprach beim Schah vor, um ihn dazu zu bewegen, seinen mäßigenden Einfluß zur Beilegung der britisch-persischen Meinungsverschiedenheiten geltend zu machen. Es wird als wahrscheinlich angesehen, daß Harriman auch noch eine Unterredung mit Ministeipräsident Mossa- deq haben wird. Harriman — so wird angenommen — werde darauf hinweisen, daß der britische Plan auf gesunden Geschäftsgrundsätzen beruhe und allein die Möglichkeit biete, daß Persien seine Erdölindustrie künftig mit Erfolg Weiterarbeiten lassen kann. Einzelheiten der britischen Vorschläge zur Beilegung des Erdölkonflikts mit Persien wurden jetzt veröffentlicht und gleichzeitig von Lordsiegelbewahrer Stokes in Teheran mitgeteilt. Der britische Plan sieht vor, daß die Anglo-Irandan ihre Tätigkeit in Persien ednstellen und durch drei neue Gesellschaften ersetzt werden soll. Diese wären die staatliche persische Oelgeseli- schaft, die alle Anlagen übernehmen würde, eine aus der Anglo-Iranian hervorgehende Verkaufsgesellschaft und eine britisch-persische Betriebsgesellschaft. Das persische Erdöl soll von der persischen Oelgasellschaft an die Verkaufsorganisationen verkauft werden, die es auf dem Weltmarkt absetzen würde. Der Stand der britisch-persischen Verhandlungen wird in der gesamten Londoner Presse als kritisch bezeichnet. „Daily Expreß“ warnt: „Zusammenbruch rungspolitik sei schuld an dieser Entwicklung. Der Kohle- und Stahlunion, so sagte vom Hoff, müßten europäische Lösungen für Verkehr, Wirtschaft und Währungen folgen und vor allem eine gleichmäßige Erhöhung des Lebensstan- darts der arbeitenden Bevölkerung. Das Verhältnis zu den Alliierten ist ein zweites Problem. Eine Abkühlung des Verhältnisses ist unverkennbar. Besateungs- kosten und Klärung der deutschen Koh- tenlage liegen in dieser Richtung. In diesem Stadium, in dem die Gegensätze sich verschärfen, treffen aus Paris Meldungen ein, wonach General Eisem- hower auf Beschleunigung des deutschen Beitrages zur militärischen Verteidigung Europas drängt — ein Problem, dessen Lösung durch die ganzen anderen Umstände wesentlich erschwert ist. Eine Ankündigung, der Bundeskanzler werde zunächst nach London, dann nach Washington reisen, wurde vom Presse- und In- formationsaimt dahin berichtigt, daß noch keine Einladung aus USA vorliege. Aber es ist verständlich, wenn manche Kreise meinen, die sich häufenden Schwierigkeiten könnten nur dadurch behoben werden, daß die höchste deutsche Regierungsstelle direkt mit den höchsten Stellen der Alliierten verhandelt. Kaiser und Schumacher vor FDJ BERLIN. Der Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen, Jakob Kaiser, und der SPD-Vorsitzende Dr. Kurt Schumacher sprachen am Donnerstagnachmittag im RIAS-Haus zu mehreren Hundert FD J-An- gehörigen, die trotz der verschärften Sektorenkontrolle nach Westberlin gekommen waren. Schumacher erklärte, der Grad der Ausbeutung unter der östlichen Diktatur sei größer, als es sich irgendein kapitalistisches Land der Welt leisten könnte. Die deutsche Einheit könne der Osten nicht gewähren, weil sonst sein Satellitensystem zusammenbreche. Bundesminister Jakob Kaiser beantwortete eine Frage nach dem Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands unter dem Beifall der FDJler mit der Forderung nach freien Wahlen in ganz Deutschland und Berlin. „Lachen links“ BONN. (W.-Eigenbericht.) Erregte Diskussionen hat in Bonn eine Broschüre unter dem Titel „Lachen links' 1 hervorgerufen, in der die heutige Politik der SPD mit der nationalistischen Politik Hugen- bergs in der Weimarer Zeit verglichen wird. Die Broschüre ist von Konsul Stocky, dem früheren Verleger der „Kölnischen Volkszeitung”, herausgegeben und von der Post im Bonner Bundeshaus aus an die Landesregierungen zur Verteilung an die Presse verschickt worden. Dr. Schumacher wies darauf hin, daß ein Sprecher des Bundespresseamtes auf eine Anfrage hin erklärt habe, er stehe nicht an. festzustellen, daß er in vielen Dingen die in der Broschüre vertretenen Ansichten teile. der Oelverhandiungen droht. Das Kabinett ruft möglicherweise Stokes zurück.“ Der „Manchester Guardian“ führt die Schwierigkeiten, die seit Montag aufgetreten sind, auf die innere Lage Persiens zurück. Wachsender amerikanischer Einfluß LONDON. (Bericht unsere« t-Korrespon- denten.) Der Versuch eines Ausgleichs zwischen England und Persien beruht auf der Formel, daß nicht Zugeständnis, sondern Zusammenarbeit erstrebt wird, d. h., daß England wirtschaftlich nicht verdrängt wird, sondern seine Vormachtastellumg auf- gifot und statt dessen ein rein wirtschaftliches Abkommen mit Persien schließt. Die politische Grundlage eines solchen Kompromisses ist der Rückzug Englands auf eine rein wirtschaftliche Position, vergleichbar dem englischen Rückzug aus Indien. Gerettet wird das Erdöl und ein Teil des wirtschaftlichen Einflusses. In Persien wächst hingegen der amerikanische Einfluß im gleichen Maße, in dem der englische abnimmt. Jedoch wird Amerika sich nicht an den neuen Gesellschaften beteiligen, wie es einmal hieß. Die diplomatischen Kreise sind durchaus darauf gefaßt, daß der persische Kommunismus massiv reagieren würde, falls ein Abkommen zustande käme: Jedoch soll ein Gegenschlag der Kommunisten dadurch abgefangen werden, daß die nationalistischen Gruppen zusammen mit den gemäßigten Kreisen eine Einheitsfront bilden würden. Stokes und Harriman bemühen sich, den Kommunismus durch den Nationalismus zu schlagen und der persischen Regierung durch ein günstiges Abkommen die politischen Waffen dafür zu liefern. Der Weg zum Oberstaat Von Dr. Walter Thum Auf dem Loreleyfelsen am Rhein wehen die Flaggen vieler fremder Völker über dem Lager der europäischen Jugend. Europäische Arbeit auf der Basis des Schumanplanes und die Bildung einer europäischen Abwehrfront heißt das Problem, um das die Parteien und die europäischen Nationen ringen. Nicht ein amerikanischchinesischer Krieg wird in Korea geführt, sondern fast die gesamte westliche Welt hat ihre Truppen dorthin gesandt, um den Vorstoß des eurasischen Kommunismus abzufangen. Wohin man blickt — überall sind es nicht mehr einzelne Staaten wie früher, sondern größere oder kleinere Gruppen von Nationen, Blocks, internationale Gemeinschaften irgendwelcher Art, zwischen denen Spannungen entstehen, Verhandlungen geführt werden, Bestrebungen zu engerem Zusammenschluß in überstaatlichen Organisationen sich entwickeln. Die beispiellose Katastrophe des zweiten Weltkrieges hat den Völkern die Erkenntnis beigebracht, daß die Zeiten der nationalen Politik endgültig vorüber sind, daß das politische Leben sich auf höheren und breiteren Ebenen abspielt. Damit rücken aber auch viele Angelegenheiten, die zunächst nur ein einzelnes Volk anzugehen scheinen, in den Brennpunkt der Interessengegensätze ganzer Großmachtgruppen. Zwei Beispiele dafür: Daß im sächsischen Erzgebirge Lager von Uranerz gefunden wurden, wäre früher eine innere Angelegenheit des Landes Sachsen gewesen. Heute ist dieses Faktum ein bestimmendes Moment für die ablehnende Haltung der Sowjetunion in der Frage der Wiederherstellung der deutschen Einheit, weil die Russen diese Erzlager keinesfalls aus der Hand geben wollen, Oder wenn man den Blick auf das deutsche Ruhrgebiet und die volle Ausschöpfung seiner Kohlen- und Stahlproduktion lenkt, so ist das heute keine innere Angelegenheit des Landes Nordrhein-West- falen, nicht einmal eine Sache der deutschen Bundesrepublik mehr, sondern ein Angelpunkt der Auseinandersetzung zwischen den westeuropäischen Staaten und darüber hinaus zwischen den Westmächten überhaupt, die das Ruhrgebiet nicht unter den Einfluß des Ostblocks geraten lassen wollen. Auf diese beiden Beispiele wird in einem Buche bezug genommen, in welchem unter dem Titel „Organische Außenpolitik“ die Entwicklung der außenpolitischen Beziehungen geschildert und die Ursachen des Weges „vom Einzelstaat zum Ueberstaat aufgedeckt werden. (Wilhelm Wolfgang Schütz: „Organische Außenpolitik — Vom Einzelstaat zum Ueberstaat“ Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart, 216 Seiten.) Der Verfasser, ein bekannter in London lebender deutscher Journalist, knüpft an diese beiden Beispiele den Satz an: „Die Bewertung deutscher Probleme erfolgt in dieser Phase der überstaatlichen Evolution nicht unter staatlich-nationalen, sondern unter überstaatlichen Gesichtspunkten.“ Das gilt selbstverständlich nicht nur für deutsche Probleme, sondern auch für manche Lebensfragen mancher anderen Völker, aber kaum irgendwo so deutlich, so auffällig wie bei uns. Gewiß liegt dabei die bittere Bemerkung nahe, daß wir bei diesem Prozeß weit mehr Objekt als Subjekt der Weltpolitik, weit mehr Amboß statt Hammer in dieser Schmiede einer neuen Zeit sind. Dennoch könnte das deutsche Volk Genugtuung darüber empfinden, daß es in gewissem Sinne die Führung auf dem Wege zu einer überstaatlichen Gemeinschaftspolitik übernehmen konnte. Das mag paradox erscheinen, da wir doch die Besiegten des großen Krieges sind und längst noch nicht über eine wirklich freie politische Willensbildung verfügen. Dennoch ist es so, denn kein anderes Volk hat so klar und konsequent den Weg zur überstaatlichen Politik eingeschlagen, wie das deutsche. Auch dieser Weg ist mit Opfern, sogar mit sehr schweren Opfern, verbunden. Die Zweifel, ob andere Völker bereit sind, die gleichen Opfer für das gemeinsame Ziel zu bringen, sind der letzte Hintergrund des Parteienstreites, der auch innerhalb Deutschlands um die Frage geht, in welchem Maße und in welchem Tempo wir unsere Leistungen für den gemeinsamen Zweck vollbringen können und dürfen. Diese Leistungen stellen sich in der Praxis ja oft genug als reine Vorleistungen heraus, hinter denen die Anderen, die diese Leistungen von uns verlangen, vielfach Zurückbleiben. Aber alle Bedenken, mögen sie noch so berechtigt sein, ändern nichts an der bereits zur unumstößlichen historischen Wahrheit gewordenen Tatsache, daß es auf dem Wege von der einzelstaatlichen zur überstaatlichen Außenpolitik, auf dem Wege vom Nationalstaat zum Ueberstaat — mag er nun „Europa“ oder UNO heißen — keine Umkehr mehr geben kann. Es ist die entschlossene Tat, die auch in dieser Situation und gegenüber diesem epochalen Problem entscheidet. Wolfgang Schütz Schumacher: Keine gemeinsame Außenpolitik SPD will Sozialisierungs-Gesetz einbringen — Mehr europäische Gesinnung! Verhandlungen inTeheran erneut festgefahren Harriman greift ein — Einzelheiten des britischen Vorschlags TEHERAN. Der Sonderbeauftragte Prä- Fre'tag, 17. August 1951 SÜDKURIER Nr. 127 / Seit« I Die Welt trifft sich in Bonn Diplomatie auf engem Raum — Wenn sieb Sektgläser im Parkett spiegeln... kommt in dem oben genannten Buche nach einer eindringenden Analyse der Motive, sowie der materiellen und geistigen Grundlagen einer organischen Außenpolitik zu der Erkenntnis, daß Außenpolitik der dauernden Entscheidung bedarf, daß ihr bedeutendstes Merkmal ein stetes Handeln und Entscheiden ist. Die Kunst und der Geist der außenpolitischen Entscheidung hege darin, daß sie die vielerlei Standpunkte der übrigen Nationen mit einbezieht, daß sie geradezu aus dieser Spannung heraus erwächst. Das sind Feststellungen, denen unter den weltpolitischen Aspekten der Gegenwart niemand widersprechen kann, und auch die Schlußfolgerung, die Schütz aus seinen tiefgründigen Untersuchungen zieht, verdient volle Zustimmung. Diese Folgerung lautet: „Die außenpolitische Ent- Bundesregierung muß entscheiden ■ BONN. (W-Eigenbericht.) Voraussichtlich wird das Bundeskabinett in einer seiner nächsten Sitzungen sich mit der südbadischen Note an die Bundesregierung beschäftigen. In der die verfassungsrechtliche Grundlage für eine Volksabstimung am 16. September über die Neugliederung im Südwestraum bestritten wird. Für den Fall, daß sich Südbaden nach einer ablehnenden Antwort der Bundesregierung weigert, die Volksabstimmung durchzuführen, wird in Regierungskreisen auf auf Artikel 37 des Grundgesetzes hingewiesen, wonach die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrats ein Land im Wege des Bundeszwanges zur Erfüllung seiner Pflichten anhalten kann. Gleichzeitig wurde bekannt, daß Staatspräsident Wohieb beim Bundesverfassungsgericht den Erlaß einer einstweiligen Verfügung beantragt hat, durch die die Abstimmung ausgesetzt werden soll, bis das Gericht über die Rechtmäßigkeit der Gesetze entschieden hat. Dr. von Brentano, der Fraktiansvor- sitzende der CDU/CSU, erklärte, es gebe für die Bundesregierung keine Möglichkeit, In Baden einzugreifen. Das gleiche wurde WASHINGTON. „Die alliierten Mächte erkennen die volle Souveränität des japanischen Volkes über Japan und seine Territorialgewässer an” — dieser Artikel I des geplanten Friedensvertrages für Japan stellt-die wesentlichste Aenderung in dem endgültigen Qitwurf dar, der jetzt als Gemeinschaftsaibeit der USA und Englands veröffentlicht wurde. Diese Anerkennung der vollen japanischen Souveränität bedeutet natürlich auch, daß der Friedensvertrag keine Bestimmungen gegen die Wiederbewaffnung WETTERVORHERSAGE des Amtlichen Landeswetterdienstes Ein großes Hoch bedeckt weiterhin Mittel- und Westeuropa, doch ziehen an «einem Siidrande Störungen über Süidfrankreich und die Alpen ostwärts und streifen dabei auch unser Gebiet. Aussichten bis Freitagabend: Vorübergehend stärkere Bewölkung und strichweise Schauer oder Gewitter, danach wieder aufheitemd. Ziemlich warm. Höchste Tagestemperaturen zwischen 20 und 2ö Grad. SUDKURIER Verantwortlich für Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas. Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emanuel Reindl. Heimat: Alois Beck (in Urlaub: Vertreter: Willy Häusler), Herbert Steanert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Druck: Druckerei und Verlagsanstalt Konstanz GmbH. 100 DM in Zürich: 16. 8.: 90/92; 15. 8.: 90/92 sfr. Scheidung kann eich überhaupt nicht lösen von der inneren Bereitschaft der Nation, sich zu der außenpolitischen Tat zu bekennen, zu welcher die Regierung sie aufruft — ob es mm gilt zuzupacken und zu wagen oder zu warten und die Dinge reifen zu lassen“. Die Ergebnisse der Untersuchung, die hier über Wesen und Ziel überstaatlicher Außenpolitik angestellt wurde, weisen eine bemerkenswerte Gleichartigkeit mit der politischen Praxis gerade der Bonner Regierung auf. Zugleich zeigen sie aber auch die Problematik, vor der diese, in erster Linie von dem Bundeskanzler Dr. Adenauer bestimmte Außenpolitik steht: Die Problematik die sich daraus ergibt, daß außenpolitische Erkenntnisse und innere Bereitschaft der Nation zusammengeführt werden müssen. ■ Erste Stellungnahme der Parteien auch von maßgebender Regierungsseite zu verstehen gegeben. Heinrich von Brentano lehnt eine Bundesexekutive im Hinblick auf die Südweststaat-Abstimmung für seine Fraktion ab. Es sei das gute Recht seiner Länderregierung, Vorstellungen zu erheben. Dr. Schumacher äußerte, er könne sich nicht recht vorstellen, daß der badische Staatspräsident mit seinem Schritt Erfolg haben werde, es sei denn, daß Vorgänge innerhalb der CDU seine Chancen verbesserten. Die Bundesregierung könne ebenfalls das Bundesverfassungsgericht anrufen, um die Rechtmäßigkeit der Gesetze feststellen zu lassen. Eine andere Frage sei es, ob die französische Hohe Kommission sich noch einmischen werde. Falls sie es tue, werde sie damit ihre eigene Isolierung noch weiter treiben. Die Freie demokratische Korrespondenz, das Presseorgan der FDP, bezeichnete den Schritt des Staatspräsidenten Wohlleb als „Meuterei eines Landes gegen den Bund“ und stellt fest, die Bundesregierung könne, selbst wenn sie wollte, nicht über den Ab- stimmungstermin vom 16. September hinaus. Die Abstimmung werde also statt- flnden, gleich ob mit oder ohne Baden. Japans enthalten kann. Es wird in späteren Artikeln der Abzug der Besatzungstruppen und das Recht der Alliierten geregelt, in Japan Truppen zu stationieren, was im Wesentlichen durch unmittelbare Abmachungen zwischen der japanischen und den alliierten Regierungen geschehen soll. Die Verpflichtung wird ziwar — das war eine Forderung Burmas und der Phil- lippinen — festgestellt, zugleich aber anerkannt, daß Japan zu angemessenen Reparationszahlungen nicht im Stande sei. Den besonderen Wünschen der japanischen Regierung trägt ein Artikel Rechnung, der die Heimführung aller-japanischen Kriegsgefangenen festlegt, und der sich unausgesprochen gegen die Sowjetunion wendet Für Deutschland ist eine Klausel wesentlich, wonach die japanische Regierung auf alle zwischen 1. 9. 1939 und 2. 9. 1945 entstandenen Schuldansprüchen gegen Deutschland und deutsche Staatsbürger verzichtet — unter dem Vorbehalt der Gegenseitigkeit. Die Vorkrlegs- und Nachkriegsverpflichtungen bleiben dadurch also unberührt. Problematisch bleibt welcher Kreis von Staaten auf der Grundlage dieses Vertrages zum Friedensabschluß mit Japan kommen wird. Der USA-Beauftragte für den Japan-Frieden, Jochn Foster Dul- les, erklärte, daß mehr als die Hälfte der nach San-Franzisko eingeladenen Staaten, nämlich 34 von 52, an der Friedenskonferenz tedlnehmen werden. Andererseits spricht man davon, daß es ein Japan-Frieden ohne asiatische Unterschriften werden wird, weil die asiatischen Nationen Bedenken haben. Indien, von dem zunächst verlautete, daß es auf einen Separat-Frie- den mit Japan hinziele, hat erklären lassen, daß es an der San Franzisko-Konfe- renz teilnehmen wird, ohne jedoch zum 1 Vertragsinhalt Stellung zu nehmen. „Großzügig und fair" TOKIO. Der japanische Ministerpräsident Joshida erklärte vor dem Parlament: Der Entwurf des Friedensvertrages enthalte zwar schmerzliche und beschwerliche Klauseln. Er sei aber großzügig und fair. Weder die Kriegsschuld Japans noch die bedingungslose Kapitulation würden darin erwähnt, sondern Japan werde als gleichberechtigter Staat behandelt. Joshida rühmte es. daß die alten Freundschaftsbeziehungen zu den USA, England und Frankreich noch lebendig seien und er versicherte, Japan werde nicht wieder in die Lage kommen, den Weltfrieden noch einmal zu gefährden. 100 Todesopfer in der Türkei ANKARA. Fünf Ortschaften sind nach den bisherigen Berichten am Montagabend bei dem Erdbeben in der Provinz Anatolien vernichtet worden. Etwa hundert Personen sind nach bis jetzt unvollständigen Meldungen ums Leben gekommen. Fünfhundert Gebäude wurden völlig zerstört und etwa tausend beschädigt. Von zwanzig Ortschaften im Erdbebengebiet von Cankiri, in denen wahrscheinlich gleichfalls größere Schäden entstanden sind, fehlt noch jedes Lebenszeichen. Tausende von Obdachlosen aus dem Erdbebengebiet sind von der Armee in Zeltlagern untergebracht worden und werden vom roten Kreuz verpflegt. Die Rettungsarbeiten werden dadurch erschwert, daß die Eisenbahnlinie von der Schwarzmeerküste nach Cankiri unterbrochen ist. Bereits 1940 waren bei einem Erdbeben im Canikiri-Gebiet nahezu tausend Menschen ums Leben gekommen. Blau gelber Taxi-Krieg in Züridi ZÜRICH. Der „Taxikrieg“, der in Zürich wegen der hohen Tarife zwischen der Schweizer Migros-Taxigenossenschaft und den Taxihaltern ausgebrochen ist, erreichte einen Höhepunkt. Gottlieb Duttwedler, Chef der Miigros und unabhängiger Politiker, hatte in einer überfüllten Massenversammlung angekündigt, er werde hundert gelbe Kleintaxis einsetzen, um die hohen Preise der gewerblichen Mietwagen-Besitzer herunterzudrücken. Die Taxihalter starteten daraufhin überraschend schnell eine Gegenaktion. Sie ließen eine Anzahl Kleintaxis in den blauen Farben Zürichs vom frühen' Morgen bis zum Abend im Stadtzentrum kreisen. Jeder, der einen leeren blauen Wagen erblickte, konnte darin kostenlos eine Fahrt von über zwei Kilometer unternehmen. „Die blauen Taxi werden wie Pilze aus dem Boden schießen“, haben die gewerblichen Fahrtunternehmer gedroht. Gleichzeitig wollen sie die Tarife stark reduzieren.' Die Zürcher sind über den farbenfrohen Taxikrieg in ihrer Stadt nicht böse. Kopfjäger machen reiche Beute GAUIHATI (Indien). Die Angehörigen des Naga-Stammes im Grenzgebiet zwischen Indien und Brma erweisen sich als erfolgreiche Kopfjäger. In der vorigen Woche „erbeuteten” sie bei einem Ueber- fall auf ein in der Ebene gelegenes Dorf nicht weniger als 90 Köpfe. In den letzten 12 Monaten haben sie nach Mitteilung eines Beamten, der den Gouverneur von Assam in Fragen der Stammesverwaltung berät, im ganzen 700 Köpfe von den Körpern ihrer Gegner getrennt und zum trocknen in die heimatlichen Hütten gebracht. Die Regierung von Assam läßt mit einem starken Aufgebot von Soldaten die Gebirge durchsuchen, die von den Kopfjägern unsicher gemacht werden. Durch dis Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zu vielen Ländern der Erde bekommt auch unsere Bundeshauptstadt langsam einen Zug von Intematioeialität, ja Exotik. Vorgestern war es der bisherige Generalkonsul Du Wessis, der in Pretoria zum Gesandten der südafrikanischen Union in der Bundesrepublik bestimmt wurde. Gestern haben Verhandlungen mit Bevollmächtigten aus dem Libanon stattgefunden. Fast jeder Tag bringt Meldungen, daß ausländische Regierungen diplomatische Vertreter für Bonn ernennen. Wie sich das im Bonner Straßenbild auswirikt, darüber berichtet unser Korrespondent. Im führenden Stoffgeschäft am Haupt- marfct in Bonn ist jetzt die Inderin im Gewand aus weißer Seide schon zur Stammkundin geworden. Gelegentlich fährt der Apostolische Nuntius im prunkenden Ornat durch die engen Straßen der Bundeshauptstadt. Hinter den Fen- sem lugen junge Mädchen verstohlen nach den rassigen Köpfen dunkelhaariger Südamerikaner. Bei manchem Fest entfaltet sich bereits der ein wenig altertümliche Pomp glänzender Uniformen und strenger Gesellschaft® toi letten, Schärpen, Ordensdekorationen und bunte Stickereien auf dem blauen Anzug gehören in vielen Staaten noch ebenso zum Habitus der Diplomaten wie gepflegtes Französisch und die Kenntnis erlesener Weine. Ein Kreis angesehener, weltgewandter, bisweilen auch gelehrter Männer hat sich in der Bundeshauptstadt versammelt, um die Verbindung zwischen ihren Regierungen und der jungen westdeutschen Republik wieder aufzunehmen. Fast jeder unter den zwei Dutzend Missionschefs hat eine erfolgreiche Karriere hinter sich. Der schweizerische Gesandte Albert Huber war Generalsekretär der Völkerbundskommis- sion bei der Oberschlesien-Abstimmung nach dem ersten Weltkrieg. Der langaufgeschossene Schwede, Gesandter Ragnar Kumlin, leitete lange Zeit die politische Abteilung des Stockholmer Außenministeriums. Der Apostolische Nuntius, Erzbischof Aloysius Münch, ist Professor einer amerikanischen Universität und Bischof von Fargo. Selbst der indische Gesandte Prem Krishen, mit 39 Jahren der jüngste untei den Missionschefs, hat schon verantwortungsvolle Posten als Unterstaatssekretär im heimischen Außenministerium und Diplomat in Moskau und Kabul inegehabt, bevor er an den Rhein kam. Das alles bedeutet, daß man die Stellung der Bundesrepublik im Kräftespiei der Weltpolitik hoch genug einschätzt, um Diplomaten der ersten Garnitur hierher zu senden, die, wie das selbstverständlich Ist, auch ihre gesellschaftlichen, ja sportlichen Qualitäten haben müssen. Der holländische Botschafter, Vizeadmiral de Booy, gilt trotz seiner 62 Jahre als einer der besten Spieler auf den Tennisplätzen Godesbergs, und der schwedische Gesandte ist ein gewandter Automobilist und Flugzeugführer. Freilich, das zarte Pflänzchen Diplomatie, das da in Bann gepflanzt worden ist, will noch nicht recht gedeihen. Es fehlt an dem unbestimmbaren politischen Air der großen Hauptstädte, in denen die Informationen in der Luft hängen und von den aufmerksamen Vertretern der Regierungen gepflückt werden wie reines Obst. Die große Politik ist in Bonn noch nicht recht zu Hause. Fast keine Gesandtschaft in Bonn hat einen politischen Attache, keine einzige einen Militärattache. Man begnügt sich mit Handels- und Kulturreferenten. Geschäftliches und Anknüpfen kultureller Beziehungen sind noch die Hauptsache. Selbst zum gesellschaftlichen Verkehr unter den ausländischen Geschäftsträgern reicht es kaum. Ab und zu leuchten die Kandelaber in einem der Gesandtschaftshäuser auf, elegante Wagen fahren vor, und für einige Abendstunden spiegeln sich die Sektgläser im Parkett und erklingen schwungvolle Tanzweisen. In den Glanz der Lampen mischt sich das Gefunkel geistvoller Unterhaltung. Dann verlöschen die Lichter wieder und die letzten mächtigen Wagen mit dem CD- Schild, gleiten durch die viel zu engen Gassen, als suchten eie aus der Kleinstadt-Atmosphäre eine Durchfahrt zu den Hauptstraßen der Weltpolitik. Kleiner Fortschritt in Kaesong Demarkationslinien-Ausschuß gebildet TOKIO. Auf der 26. Sitzung der Waffenstillstands-Konferenz in Kaesong erklärte sich die kommunistische Delegation mit dem am Vortag von dem Chefdelegierten Admiral Joy gemachten Vorschlag einverstanden, einen Unterausschuß zur Ueberwachung des toten Punktes in der Frage der Demarkationslinie einzusetzen. Entgegen der UN-Anregung, je ein Mitglied der beiden Delegationen in den Unterausschuß zu entsenden, forderten die Kommunisten am Donnerstag die Ernennung von je zwei Delegierten, was von der UN-Delegatidn "angenommen wurde. Der mithin vierköpfige Ausschuß wird am Freitagfrüh zum ersten Male zusammentreten. Wie verlautet, werden die vollen Waffenstillstands-Delegationen nicht eher wieder zusammentreten, als sich der Unterausschuß über eine Demarkationslinie geeinigt hat. Das dreijährige Bestehen der südkoreanischen Republik wurde am Mittwoch von Regierung und Bevölkerung des Landes wie von den Streitkräften der Vereinten Nationen mit Paraden und Kundgebungen festlich begangen. Die südkoreanische Regierung unterstrich in einer veröffentlichten Erklärung den Ernst der Lage und — Drei Jahre südkoreanische Republik wies darauf hin, daß der Jahrestag der Gründung der Republik unter dem Zeichen der Wiederaufbauarbedt stehen müsse. Der Sender Moskau meldete, die nord- koreanische Hauptstadt Pjöngjang sei am Dienstag von etwa 350 amerikanischen Flugzeugen in zwei Wellen angegriffen worden. Bei diesem „grausamsten“ Angriff, dem die Stadt seit Kriegsende ausgesetzt war, seien 1000 Menschen ums Leben gekommen und 2000 verwundet worden. . Die amerikanischen Truppen in Korea verloren in der vergangenen Woche 320 Mann an Gefallenen und Verwundeten. Das ist die bisher niedrigste Verlustziffer. Die Verhandlungen werden weitergeführt Bundeszwang das letzte Mittel? Volle Souveränität für Japan Friedemsvertrag läßt Wlederbewaffnung zu — Wer wird unterschreiben? W iener-Sommertheater Zwischen Bauplazz und Prater Während die verschuldeten Privatbühnen — von den elf des Jahres 1946 mußten bisher sechs schließen — um Subventionen ringen und das Publikum gegen den vom behördlichen ,Kunstförderungsbeirat“ empfohlenen „Rauchergroechen“, einen Tabakwarenzuschlag zugunsten der Theater, protestiert, führt die Wiener Vorstadt die berüchtigte Theaterkrise ad absurdum. (Der Südkurier berichtete über dies interessante Theaterkapitel bereits in der Ausgabe vom 4. August). Auf einem notdürftig aufgeräumten, unbeleuchtethalsbrecherischen Bauplatz drängen sich nächtlich mehrere hundert Menschen, um Gottfried Treuberg Grillparzers „Ahnfrau“ spielen zu sehen. Sie kommen bei drückender Hitze ebenso wie bei Wind und Sprühregen, bringen Regenschirme mit, Klapp- stiihle für sich und einen Fleckerlteppich für Gräfin Berta, damit eie nicht auf Schutt und Stein — die ,Kühne“ ist aus Bambentrümmern eigenhändig aufgeschichtet — in Ohnmacht fallen muß. Kinder stellen aus Ziegeln und Brettern Bänke zusammen und bedienen die Fak- keln, in deren romantischem Schein Räuber-Treuberg Jamben und Trochäen schmettert, daß es vom Amalienbadgebäu- de Widerhallt. Die Besucher sind die kleinen Leute des Bezirkes, eie sind Stammgäste und sie wissen, daß „ihr“ Theater Spielverbot hat und täglich mit Verhinderung der Aufführung durch die Polizei rechnet: Zuerst die Direktoren-Kollegen aus den Nobel-Bezirken, dann der Stadtmagistrat haben Treuberge erfolgreichen Gratistheater-Versuch abgelehnt. Ohne Lokal und Konzession will er nun beweisen, daß es in der Breite eine Theatermüdigkeit nicht gibt, daaß nur eben zu einer völlig veränderten Gesellschaft neue Wege gefunden werden müssen. Sein getreues, interessiertes Publikum und der nie leer bleibende Sammelkorb bestätigen ihn. Seine und seiner zehn „richtigen“ Schauspieler Theaterbesessenheit ist jedenfalls ebenso echt: Es wird auf Teilung gearbeitet, von den Dekorationen bis zum Werbe- zettel-Austragen alles selbst gemacht, sauber gespielt und jede zweite Woche eine neue Aufführung herausgebracht. Die Durchschnittseinnahme beträgt ein Schilling zwanzig (etwa 20 Pfennig) pro Zuschauer ... Auch sonst hat der Bühnen-Sommer Erfolg: Das Kleine Theater im Konzerthaus hat es, trotz unmittelbarer Nachbarschaft der neuesten Ringer-Sensation „Schwarzer Panther“, mit Sartres bitterbösem „Huis clos“ auf ein halbes Hundert ausverkaufter Vorstellungen gebracht. Elfe Gerhart, langweilig-glattes Mädchen ohne Bedeutung einer ebensolchen Filmreihe, überrascht und fasziniert als nymphomanische Selbstmörderin Ines. In der Josefstadt feiert Susanne Almassy, sekundiert von Erik Frey, Triumphe: diese „letzte Salondame“ hat alles, was ihren sport- und kriegegestählten Geechlechtsgenossinnen fehlt Sie spielt frivol und souverän mit dem Publikum, mit sich selbst, mit dem amüsanten Nichts der beiden altbewährten französischen Komödien, eines Widerspenstigen Zähmung („Blaubarts achte Frau“ von Alfred Savoir) und einer Variante des Dreieck-Themas („Meine Cousine aus Warschau“ von Louis Vemeuil). Im wieder erstandenen Prater gastieren die Tiroler „letzten Ritter“, die Pradler Bauembühne. Aber das einst berühmte „noch amol köpfen“ und „aufs Hinterteil klatschen“ findet kein Echo bei den Zuschauern, die Treubergs „Caesar“- und „Faust“-Kurzfassungen andächtig verfolgen. Nur fremde Gäste, auf diese und ähnliche Attraktionen von der gewissenhaften Fremdenwerkehrsorganisation hingewiesen, amüsieren sich ferien-pflichtgemäß. Wien steht überhaupt, wie ganz Oesterreich, im Zeichen der Devisengäste. Sie füllen nicht nur, unerschüttert vom jüngst«!, fünften Lohn- und Preisabkommen, die Bars und Restaurants, sondern auch die nächtlichen Gärten, und ein biederer Schweizer „verwienerte“ so weit, für seine Angebetete ein Tulpenbeet zu plündern. Der sonst großzügig wegblickende Hüter des Gesetzes forderte Strafzahlung und Ausweisleistung. Als er den Auslandspaß sah, meinte er kopfschüttelnd!: „Sie hätten das doch nicht nötig!“ Das ist eine wahre Geschichte. Len a Du 1 Tragische Literaturgeschichte Ein Buch, das mir in den letzten Wochen sehr ans Herz gewachsen ist, vielleicht gerade weil er mir viel zu schaffen machte, ist die „Tragische Literaturgeschichte“ von Walter Muschg (Verlag A. Franke, Bern). Schon der Titel kündet nicht Gewöhnliches an. Tragische Literaturgeschichte, ist das eine Geschichte der tragischen Literatur oder eine tragische Geschichte der Literatur? Es stimmt, leider, das letztere. Die Geschichte der Literatur wird von ihren tragischen Aspekten aus untersucht. Tragisch sind Unglück, Verfall und Untergang durch eigene Schuld, wobei aber wiederum die Schuld schicksalhaft ist und dem Walten höherer Mächte entspringt, deren Weisheit wir wohl ahnen aber keineswegs berechnen können. Tragisch ist das Scheitern menschlicher Pläne, die über die Kraft gehen, ebenso wie der Triumph eines Schöpfers, der sein Werk mit der Erschöpfung seines Herzens, seines Lebens bezahlt. Die Kapitel in dem oft erschütternden, immer erregenden, nicht selten auch heftigen Widerspruch herausfordernden Werk des Basler Germanisten haben so bezeichnende Titel wie: Die Berufung — Die Armut — Die Verbannung — Das Leiden — Die Entsagung — Die Schuld — Die Phantasie — Die Vollendung — Der Ruhm. Der Dichter ganzer Jammer faßt den Leser an, dem nichts Menschliches mehr fremd bleibt. Die inneren und äußeren Widersprüche zum Leben, zur Umwelt, zum Amt, zur Berufung, zur Kraft, — der Generalbaß all der leidenschaftlich teilnehmenden Untersuchungen des Schweizer Gelehrten ist der entschiedene Verzicht auf traditionelle Ehrfurcht. Seine Urteile sind scharf und hart und nennen die Dinge oft deutlicher beim Namen als den Dingen selbst dienlich sein mag. Der literarisch Interessierte wird trotzdem dankbar zugeben, daß dies Buch von echtem wissenschaftlichen Rang, erfüllt vom Geiste leidenschaftlicher Forscherarbeit und Wahrheitssuche, ihn aufwühlend zu packen und zur Ueberprüfung aller eigenen Meinungen, Urteile und Wissens- gnundilagen zu zwingen vermochte. Das ist ein höchst bewundernswerter Erfolg eines immerhin wissenschaftlichen Werkes. L E. Reindl KULTURNACHRICHTEN Arthur Schnabel, der besonders als Beethoven-Interpret hervorgetretene Pianist,ist nach kurzer Krankheit im Alter von 99 Jahren in der Schweiz gestorben. Schnabel war gebürtiger Oesterreicherund lebte in den letzten Jahren bis kurz vor seinem Tode in den USA. Von 1925 bis 1933 war er Lehrer an der Berliner Hochschule für Musik. Er ist auch mit zahlreichen eigenen Kompositionen an die Oeffent- lichkeit getreten. Wilhelm Furtwängler wurde in Luzern begeistert gefeiert. Der deutsche Dirigent leitete das zweite Orchesterkon- zert der Luzemer Musikfestwochen 1951 und erhielt besonders für die Aufführung der VH. Symphonie von Ludwig van Beethoven reichen Beifall. Beim Empfang durch die Stadtbehörden wurde er vom Luzemer Stadlpräsidenten Dr. Wey als „unser Furtwängler“ herzlich begrüßt. Alois Lippl, der Intendant des Bayerischen Steat&schauspiels und Hans Sdiweikart, der Intendant der Münchener Kammerspiele, haben eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Münchener Bühnen besprochen. Das Bayerische Staatsschauspdel teilt mit, daß sich die Zusammenarbeit auf Abstimmung der Spiel- Hans-Thoma-Preis 1951 verliehen Der Hans-Thoma-Preis der badischen Landesregierung für das Jahr 1951 ist dem Maler und Graphiker Josef Hauser, Basel, und dem Schüler der staatlichen Kunstakademie Freiburg, Kurt Bildstein, Etten-. heim bei Lahr, zu gleichen Teilen verliehen worden. Der Preis wurde am 15. August beim 3. Hans-Thoma-Tag in Bemäu, dem Heimatort Hans Thomas, durch Wirtschaftsminister Dr, Eduard Lais überreicht. Staatspräsident Leo Wohieb erklärte, daß der 1949 gestiftete Preis junge künstlerische Kräfte fördern solle. Der 43 Jahre alte Maler und Graphiker Josef Hauser ist in WyhlenHochrhein geboren und emigrierte 1944 au9 politischen Gründen in die Schweiz. Der 23 Jahre alte Kunstschüler Kurt Bildstein ist in Konstanz geboren. Er trat nach der Entlassung aus der Gefangenschaft mit 16 Jahren die Lehre an. Zur Zeit während seiner Semesterferien, ist er als Malergehilfe tätig; er will in Kürze die Meisterprüfung ab- legen. Die Verleihung des Preises ermöglicht ihm die Fortsetzung seiner Studien. plane und Premierentermine, auf gegenseitige Besetzungshilfen und gemeinsame Pläne für besondere Anlässe erstrecken soll. Josef Haydns bisher unbekannte vierte Messe aus dem Jahre 1772 wird auf der Zweihundertjahrfeier der Kirche von Burgwindheim zum erstenmal aufgeführt. Von der Messe, die nie gedruckt wurde, sind nur Abschriften einiger Stimmen vorhanden, die nach Auflösung des benachbarten Klosters Ebrach in den Besitz der Pfarrei Burgwindheim übergingen. Die goldene Mozartmedaille, die die Stadt Salzburg dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Truman, verliehen hat, nahm der amerikanische Gesandte und Hohe Kommissar Donelly bei einem Festakt im Schloß Mirabell entgegen. SÜDKURIER Nr. 127 / Seite 3 s Strrifeüge bucd) 6en Bregenzer töalö Die landschaftlichen Schönheiten von Zenzehberg, dem Bödele, vom Hochälpele, Rappenloch und Alploch sind berühmt gewordene Sehenswürdigkeiten in der Umgehung der Gartenstadt Dornbirn. Da Dornbirn nur 12 km südlich vom Boden- eee liegt, bringt uns die Bahn in 10 bis 20 Minuten von Bregenz in seine ausgedehnten Vorarlberger Gefilde, die eich vom Rtoeintai bis zum Hohen Freschen erstrecken. Wer Lindau mit dem Frühzug um 7.27 verläßt, der trifft um 8.16 in Dornbirn ein. Dort steht schon der Omnibus bereit, der um 8.20 vom Bahnhof abfährt und um 9.05 auf dem Bödele ankommt, das 1140 m über dem Meere und 740 m über dem Bodensee liegt. Schon auf der Fahrt auf der Bödelestraße hat man einen prachtvollen Ausblick ins Rheintal, auf den ganzen Bodensee, die Bergwelt Vorarlbergs und der Ostschweiz. Oben angekoramen, liegt der ganze Bregenzerwald mit seinen vielen Dörfern und den hohen Beigen vor unseren Augen. Wer am gleichen Tag noch mit dem letzten Schiff von Bregenz nach Konstanz zuiückireasen will, muß das Schiff benützen, das von Bregenz um 16.10 abfährt. Um dieses zu erreichen, muß er mit dem Zug um 14.31 von Dornbirn nach Bregenz fahren, wo er um 14.50 eintrifft. Zu diesem Zug verkehrt der Omnibus, der vom Bödele um 13.15 abfährt und um 13.55 am Bahnhof in Dornbirn ankommt. Für den Aufenthalt am Bödele stehen somit vier Stunden 15 Minuten zur Verfügung. Diese kann man nicht besser benützen als zu einer Wanderung auf das Hoehälple, das mit seinen 1467 m Seehöhe fast an den Feldiberg, den höchsten Berg des Schwarz waldes mit 1493 m, heranreicht. Der Gipfel ist vom Bödele in einer Stunde leicht zu erreichen, denn der Höhenunterschied zwischen dem Bödele und Hochälpele beträgt nur 327 m. Der Rundblick vom Hochvogel im Allgäu über den Widderstein zu den Gipfeln um den Arlberg und hinüber zum Rätikon und au den Schweizer Gletschern bis hinab zur weiten Fläche des Schwäbischen Meeres von Bregenz bis Konstanz und zum Untersee macht das Hochälpele zu einem der dankbarsten Wanderziele der Bodenseegegend. Wer über den Lank zum Hochälpele hinauf gestiegen ist, kann für den dreiviertelstündigen Abstieg den Weg wählen, der von der Lustemauer Hütte des Alpenvereins zum Bödele führt. Jeder, der vom Bödele oder Hochälpele in die Landschaft des Bregenzerwaldes hinabblickt, wird verlockt sein, das eine oder andere der schönen Dörfer in der Tiefe zu besuchen. Vom Hochälpele nach Schwarzenberg braucht man 1 Yt Stunden, mütlichen Wanderung auf der Ebniter Straße geht es hinab zum Alploch und weiter durch das Rappenloch ins GütLe, wohin man ohne jede Anstrengung in anderthalb Stunden gelangt. Die beiden Fel- senschluchiten gehören zu den berühmtesten Schaustücken ihrer Art in den Alpen. Vom Gütle führt ein Höhenweg über Eschenau in einer Stunde auf den Zan- zenberg und von diesem die Straße in einer halben Stunde zum Bahnhof in Dornbirn. Wer es eilig hat, um noch mit dem Schiff nach Konstanz zu kommen, wird den Zug nach Bregenz um 14.31 mühelos erreichen. Ebenso empfehlenswert wie die Wanderung von Ifonit nach Dornbirn ist die Besteigung der Hohen Kugel (1649 m), die man von Ebnit in zwei Stunden ausführt. Zum Abstieg über Fraxem oder über Meschach nach Götzis oder über Fluhereck nach Hohenems benötigt man drei Stunden. Jedem, der zwei Stunden zu steigen und drei Stunden bergab zu wandern vermag, ist die Bergfahrt auf die Hohe Kugel warm zu empfehlen. Für das Schiff um 18.30 von Bregenz nach Lindau muß man den Zug Götzis ab 17.27, Hohenems ab 17.38 benützen. Für die fünfstündige Wanderung — die Pausen ungerechnet — stehen acht Stunden zur Verfügung, an die sich jeder Bergfreund und Besteig er der Hohen Kugel gern erinnern wird. ln Stüljllngen unb (Eiengen Wer sich in der Geschichte des Reisewesens am Oberrhein einmal etwas gründlicher umgesehen hat, der konnte feststellen, daß zur „Entdeckung“ des nördlichen Schwarzwalds, d. h. zu seiner Einführung in den internationalen Fremdenverkehr die Franzosen über Baden-Baden beträchtlich beigetragen haben. Was den südlichen Schwarzwald angeht, so waren es nicht zuletzt die Engländer, die ihr Herz an ihn verloren. Damit hätte es sein besonderes Bewenden. Der Fischreichtum der Flüsse des oberrheinischen Berglandes sicherte den britischen Liebhaber-Anglern Reviere, die sie wahrhaft zu beglücken wußten. Vor allem stand dabei die Wutach im Vordergrund. Und so wurde denn im Bad Boll bei Bonndorf ein „Fishing- Club“ ins Leben gerufen, dem prominente Mitglieder der englischen Aristokratie angehörten. Von den neunziger Jahren ab tat die Industrie mit ihren Abwässern dar Fischerei in der romantischen Wutach- schlucht beträchtlichen Abtrag. Man entschloß sich dann, flußabwärts zu ziehen. Die neuen Sitze der englischen zum Teil auch französischen Liebhaberfischer wurden Stühlingen und Tiengen. 1909 wurde mit dem „Wutach-Fishing-Club“ ein neuer Vertrag von den Hotelbesitzern Fritz „Zum Ochsen“ in Tiengen und Fechtig „Zur Post“ in Stühlingen geschlossen, die als Pächter der Fischwasser der unteren Wutach auftraten und diese Fiscbwasser den Mitgliedern zum Befischen überließen. Es ist nicht uninteressant, einen Blick in das Statut des „Wutach-Fishing-Clubs“ zu werfen. Er bestand aus zwanzig Mitgliedern. Deren Namen hatten durchweg internationalen Klang. Neue Mitglieder konnten nur aufgenammen werden, wenn alte austraten und nur, wenn sämtliche Mitglieder ihre Zustimmung zum Eintritt gaben. Der Vorstand des Clubs vom Jahre 1909 hatte zwei Leiter, einen für den Kontinent Rittmeister Freiherr von Düngern in Bruchsal und einen für England Rev. S. E. V. Filleul in Dorchester. Die Mitglieder des Clubs waren verpflichtet, in Tiengen im „Ochsen“ und in Stühlingen in der „Post“ Quartier zu nehmen. Es durfte nur mit der Angel gefischt werden. Netz- und Korbfischerei waren verboten. Die gefangenen Fische gingen ins Eigentum der Pächter über. Forellen und Aeschen unter 25 cm Länge mußten wieder ausgesetzt werden. Das Eintrittsgeld für das Clubmitglied betrug 20 Mark, die dem Club zufielen, während der jährliche Beitrag sich auf 100 Mark belief, die zu gleichen Teilen den beiden Pächtern Fritz und Fechtig verblieben. Jährlich einmal pflegten die Mitglieder des Clubs abwechselnd in Stühlingen oder in Tiengen eine festliche Zusammenkunft zu veranstalten. Es lag auf der Hand, daß durch die Angler auch andere Gäste aus England an den Hochrhein und in den Schwarzwald kamen. Die Gastgeberin im „Ochsen“ zu Tiengen, die Witwe von W. Fritz, bewahrt noch eine große Anzahl (mit der Hand geschriebener) liebenswürdiger Briefe englischer Generale und Admirale, Parlamentsmitglieder und Staatsmänner, die einst in der Wutach fischten, und heim- gekehrt in liebenswürdigen Zeilen ihren Dank für die gastliche Aufnahme bezeigten. Der erste Weltkrieg hat auch dem Fischen in der Wutach ein jähes Ende bereitet. Nach 1919 kam dann und wann noch ein englischer Sportfischer nach Tiengen oder Stühlingen. Heute gehören sie, wenigstens soweit sie Angler sind, zu den seltensten Gästen. Um so erfreulicher ist es, daß der Reiseverkehr von England, unabhängig von der Sportfischerei, wieder zu blühen begonnen bat. Eine historische Schilderung des Fremdenverkehrs im Schwarzwald wird dem ehemaligen „Wut- ach-Fisbing-Clufo“ ein besonderes Kapitel einräumen müssen. Jodocus V y d t Die grofje Stille am (D'tlfee vom Bödele eine Stunde. Wer den Omnibus benützt, der um 13.35 vom Bödele in den Bregenzerwald fährt, ist um 14.05 in Schwarzenberg. Nach Egg, der größten Gemeinde des Bregenzerwaldes, braucht man von Schwarzenberg eine Stunde. Von Egg fährt an Werktagen um 15.46 ein Zug der Bregenzerwaldibahn nach Bregenz, der dort um 16.59 eintrifft, an Sonntagen um 16.34 mit der Ankunft in Bregenz um 17.41. Wer mit diesen Zügen fährt, hat Gelegenheit, mit dem letzten Schiff um 18.30 nach Lindau und von dort mit dem Zug nach Konstanz zurückzufahren. Wer nur bis Lindau fährt, tat Zeit, sich länger im Bregenzerwalde umzusehen, er kann an Werktagen mit dem Zug Egg ab 18.57, Bregenz an 20.01, an Sonntagen Egg ab 20.07, Bregenz an 21.10, heimfabren. In jedem Falle besteht eine Omnibusverbindung mit Lindau. Zur Wanderung auf das Hochälpele sind keine Erfahrungen als Bergsteiger nötig. Sie ist auch ungefährlich. Stöckelschuhe sind freilich auch für harmlose Berge ungeeignet. In Höhen über 1000 m geht man viel leichter und sicherer, wenn man feste Bergschuhe an den Füßen hat. Um den Zanzenfoerg, das RappenJoch und das Alploch kennen zu lernen, besteigt man am Bahnhof in. Dornbirn den Omnibus, der um 8.20 nach Ebnit äbfährt und dort um 9.20 eintrifft. Das einsame Hochgebirgedorf gehört zur Stadt Dornbirn und liegt 1075 m hoch. In einer ge- Bis in die letzten Jahrzehnte hinein war der Titisee mit einer Länge von 2 Kilometern, 800 Meter Breite und 40 Meter Tiefe der größte der Schwarzwaldseen und wäre es auch heute noch, wenn nicht Menschenhände den Schluchsee hätten größer werden lassen, nachdem sie ihn in einen riesigen Wasserspeicher für die neuerstandenen Kraftwerke verwandelten. Der „Titunsee“, wie er früher hieß, fiel um 1100 durch Schenkung an das Schaffhauser Kloster Allerheiligen, gehörte später zur Herrschaft Lenzkirch, kam 1491 an die Grafen von Fürstenberg und endlich 1805 an Baden. Man darf sagen, daß er seither als Kronjuwel dieses Landes im Diadem der Schwarzwaldhöhen erglänzt. Unvergleichlich ist seine Lage zwischen den beiden Bergriesen Hochfirst und Feldberg. An seinen Längsseiten steigen bewaldete Hänge in die Flut. Smaragdgrüne Matten, auf denen schindelgedeckte Schwarzwaldhäuser stehen, gleiten zwischen den Wäldern zu den Ufern herunter. Uralte Tannen baden ihre braunen Wurzelflüsse im samtenen Wasser und tauchen ihre Zweige in die blitzenden Wellen. Im Wasserspiegel aber stehen noch einmal, nur umgewendet, die uferumsäumenden Berge. Nur im Westen lassen sie eine Lücke offen, damit der Feldberg voll Vaterstolz nach seinem Kinde schauen kann, das gerne sein Spiegelbild im zitternden Wasser festhält. ■ ■ - Durch die schönsten Gebiet* des südlichen Schwarzwaldes führt die Drei-Seen-Bann Titisee —Seebruck. (Büd; Pragher) Heiter und farbenfroh kann der See sein und oft auch wie flüssiges Silber blinken und funkeln. Bevor das Wetter umschlägt, ziehen manchmal seltsame dunkle Bänder unregelmäßig über den klaren Spiegel. An Regentagen aber ist aller Glanz von düsteren Schleiern verhangen. Wie von Nebelhauch beschlagen wirkt dann das stumpfe Metall des Wassers. Dunkel, hintergründig und unendlich tief scheint auf einmal die Flut. Man versteht plötzlich, daß sich viele Sagen um dieses Gewässer ranken, wie diese: Als man den See einst ausloten wollte und der neugierige Kahnfahrer schon 80 Spulen Faden an einem Senkblei in das Wasser hatte abrollen lassen, habe auf einmal eine Stimme aus der Tiefe gewarnt: „Miß’tdumdch — so freß ich dich.“ An der Seehalde fährt mühelos der Zug nach Bärental hinauf, um dort in beinahe 1000 Meter Höhe die höchste Bahnstation Deutschlands zu erreichen. Großzügige Hotels haben sich an dem Ostrand des Sees angesiedelt und spiegeln sich mit ihren Terrassen, Tennisplätzen und den fliegenpilzähnlichen Gartenschirmen in der Flut. Und sogar eine Kirche ist da mitten in dem stetig wachsenden Kurort entstanden. Mit ihrem hellen Kirchturm, der schlank ist wie eine Schwarzwaldtanne, ist sie ein heiterer Akzent in der sanfthinströmenden Melodie aus Grün und Oliv. Willst du aber dem Trubel entfliehen, dann wandere an dem Ufer entlang bis zu der Stelle, an der der Seebach in vielen Windungen dem See zustrebt. Dort hinten hat sich noch ein Stüde Natur unverfälscht erhalten. Da federt der Moorboden als „Schwingwiese“ unter deinem Tritt. Erlen, Espen, Weiden, Birken umsäumen den Weg. Flügelginster schmückt ihn mit seinem Gold und Weidenröschen, die einmal jemand treffend „Dienstmädchen am Sonntag“ nannte, geben ihm das Geleite zum See hin. Schon tritt Wasser in die Spur, die dein Fuß zwischen Moosbeerengestrüpp in den Boden drückte. Ein Schachtelhalmwald verlegt dir den Weg, dann stehst du am Ufer. Hier sind sogar noch ein paar gelbe Teichrosen im moorigen Wasser vor dem Zugriff mutwilliger Hände bewahrt geblieben. Da ist aber auch die Sandbank, die der Seebach aufschüttete. Langsam aber stetig wächst sie, je tiefer sich der See während des Sommers senkt, über den Wasserspiegel empor. Auf ihr kannst du ruhen, als lägest du irgendwo am Meer im wannen, weichen Dünensand. Hier solltest du den Abend erwarten. Schon sind allmählich die Boote heimgekehrt und das Lachen und Schreien der Badenden ist verstummt. Die große Stille ist mit den Rehen aus den Wäldern getreten und hat den See einge- hüllt. Jetzt ist die Stunde gekommen, da du vielleicht im Abendgold den dunkeln Chor der Glocken aus den Wassertiefen heraufklingen hörst ■‘»tÄjS''', fr* • ■SS**! V .Ä 1 c L \ ST. BLASIEN IM SCHWARZWALD St. Blasien ist die älteste und bedeutendste Siedlung im südlichen Schwarzwald, einst ein Mittelpunkt der Kultur und Wissenschaft, der weit in der Welt bekannt war. Di« ehemalige Benediktiner-Abtei wurde um die Mitte des 10. Jahrhunderts gegründet, Fürstabt Gerbert (1764—93) ließ nach dem Brand des Klosters im Jahre 1768 Kloster und Kirche im klassizistischem Barock neu erbauen. Das Wahrzeichen von St. Blasien ist der an den Petersdom erinnernde Kuppelbau (72 m hoch, Durchmesser 35 m) der Kirche, deren Form gut den umgebenden Bergen angepaßt ist. Auch ist St. Blasien ein bekannter Luftkurort. Bild: Dr. Wolff u. Tritschler Der £)albenbof - Ausfldjtspunft über 6em 23o6ert(ee Das Bodenseegebiet ist reich an lohnenden Ausflugszielen. Zu den schönsten gehört der Haldenhof. Für den Freund einsamer romantischer Wege wie für den Autofahrer ist dieser Ausflug lohnend. Da erleben wir die Pfahlbauten oder wandern auf dem alten Pfad, den Scheffel seinen Ekkehard vom Hohentwiel aus zu den nahen Heidenhöhlen hat wandern lassen; den Kraftfahrer führt sein Weg von Ueberlingen, Aufkirch und Nesselwangen in 11 km Fahrt zu dem Höhengasthaus mit der unvergleichlich schönen Aussicht auf Bodensee und Alpen Genau so weit ist es von Stockach auf der Autostraße über Lud- wigshafen und Bonndorf. Die Wanderer können von den Eisenbahnstationen Süßenmühle oder Sipplingen in einundein- viertel bis anderthalb Stunden die Höhe erreichen. Der Weg von Süßenmühle durch den Hö- dinger-Tobel ist „rot-weiß“ und der von Sipplingen über Hohenfels zum Haldenhof ist „blau-weiß“ gekennzeichnet. Der zweite ist etwas kürzer Der Tobel ist Naturschutzgebiet. Die Ruine Hohenfels wurde bereits vor 800 Jahren erwähnt. Der Minnesänger Burkhart von Hohenfels (1191—1247) ist durch seine 18 Minnelieder, die in der Mannessischen Handschrift enthalten sind, bekannt. Nach Sipplingen oder Süßenmühle zu kommen ist auch nicht besonders schwierig. Mit der Bahn kann man von Konstanz ab 6.15 Uhr mit Umsteigen in Radolfzell (6.47, 7.08) um 7.45 Uhr in Süßenmühle sein. Zurück geht es ab Sußenmühle 18.38 Uhr, Radolfzell (an 19.12 Uhr und ab entweder mit einem D-Zug 19.56 Uhr oder mit einem Personenzug 20.45 Uhr) Keifeplan Bechern und Schmausen am Bodensee Es trägt sich ganz von selber an, das genießerische Bechern und Schmausen in dieser schönheitgesegneten Landschaft am Bodensee. Der Wein wächst auf den heißen Hängen, die vom See ansteigen; die Erde ist früchteschwer und allerlei Getier schwimmt, läuft und fliegt herum und bevölkert dann die Schüsseln und Pfannen, um geschmort, qesotten und gebraten dem Ergötzen der Gäste zu dienen. Eine Fülle, ia eine Ueberfülle von Möglichkeiten steht dem Zecher und Esser zur Verfügung. Für jeden Geschmack und für alle nur möglichen Anlässe. Dabei ist, vor allem für den Feriengast, die Qual der Wahl oft schwer. Diesen (erfreulichen) Kummer, wählen zu müssen, erleichtert nun das Büchlein, das Paulus Jasper geschrieben und Ferdinand Macketanz illustriert hat. Es heißt ..Bechern und Schmausen am Bodensee’' und ist in einer reizenden Ausstattung im Sdioeller-Verlag, Kattenhorn a. B., erschienen. In Text und Bild führen die beiden Herausgeber den wein- und wissensdurstigen Gast rund um den See, von Wanqen bis Lindau. Sie haben dabei viel zu erzählen und sie tun es mit Geschmack. Humor und viel Liebe. Liebe zur Landschaft, zu den Menschen darin, vornehmlich aber den Wirten, die in ihren Gasthäusern zur Freude der Besucher walten. Da erfährt der Leser von all den schönen Wirtshausnamen, hört, mit einem angenehmen Vorgeschmack auf der Zunge, von leckeren Spezialgerichten, die da und dort serviert werden und bekommt zudem noch begeisterte Schilderungen an Konstanz mit D-Zug 20.15 Uhr oder mit P-Zug 21.15 Uhr. Freunde einer Seefahrt benutzen den Dampfer ab Konstanz 8.25 an Uberlingen 9.35. Von hier kann man auf einem mit einem roten Strich auf weißem Grund markierten Weg direkt zum Haldenhof oder bequemer über das etwa 3 km Fußweg entfernte Süßenmühle gehen. Der letzte Dampfer fährt um 21.10 Uhr von Ueberlingen zurück und ist 22.35 Uhr in Konstanz. Als Halbtagsausflug läßt sich der Haldenhof von Konstanz mit der Krafipost schaffen. Ab Konstanz Marktstätte 11.15 Uhr an Dingelsdorf 11.50 Uhr. Von da mit dem Dampfer 12 Uhr ab Dingelsdorf, an Ueberlingen 12.10 Uhr. An Sonntagen kann man auf diesem Wege bereits um 20.15 Uhr wieder in Konstanz sein. Von Stockach paßt der 5.02 von Sigmaringen abfahrende Zug um 6.15 Uhr über Radolfzell (6.40, 7.08) an Süßenmühle 7.45 Uhr. Zurück 18.38, Radolfzell (19.12, 20.03) an Stockach 20.34 und an Sigmaringen 22 Uhr. Von Lindau verkehrt 9.23 Uhr ein Zug über Friedrichshafen (ab 10.24) an Süßenmühle 11.55, zurück 18.19, Friedrichshafen (an 19.49) an Lindau 21.35 Uhr. Von Singen fährt werktags ein Zug um 6.48 Uhr ab, der um 7.02 Uhr in Radolfzell eintrifft. Sonntags verkehrt er ab Singen 6.32 Uhr und ist um 6.46 Uhr in Radolfzell. Beide Male geht es um 7.08 Uhr weiter, an Süßenmühle 7.45 Uhr. In der Gegenrichtung geht der Zug 18.38 ab Süßenmühle, Radolfzell (19.12, 19,18) an Singen 19.33 Uhr. Man rieht, er ist gut erschlossen, dieser Aussichtspunkt über dem Bodensee, an dem Berg und See zu einer Landschaft mit eigenartigem Reiz zusammenwachsen. Kelfetoeg von den stillen Winkeln, in denen man still un feierlich genießen kann, drinnen wie draußen in den heimeligen Wirtsstuben wie am See. In beiden Fällen wird das Herz weit, und trinken kann man auf alle Fälle, ob Schönheit oder Wein. Am besten besorgt man beides zugleich. Ein Wegweiser rund um den Bodensee ist das Büchlein. Es führt die richtigen Wege auf angenehm plaudernde Weise, schon deshalb so angenehm, weil es so viele herrliche Raststätten vorschlägt, zur Erguickung des Wanderers. Und manch einer, der das Büchlein liest, wenn er wieder zu Hause ist. wird von der Erinnerung überwältigt weiden und neue Sehnsucht bekommen. M-d. Bodensee-Fotowettbewerb verlängert Der Bodensee-Fotowettbewerb der Bundesbahn wurde auf Anregung des Verbandes Deutscher Amateurfotografenvereine bis Ende September verlängert. Teilnahmeberechtigt sind nicht nur die Sonderzugsfahrgäste, sondern auch die Einzelreisenden an den Bodensee. Kraftpostverbindungen im Schwarzwald Ueber die Hauptreisezeit fahren die Fernkraftposten durch den Schwarzwald zum Bodensee täglich. Die Kraftpost auf der Schwarzwaldhochstraße nach Triberg und Freiburg hat von Furt- wangen über den Titisee nach Feldberg-Bärental und St. Blasien eine neue Zweigverbindung erhalten, die den schönsten Teil des nördlichen mit landschaftlich bevorzugten Gebieten des Südschwarzwaldes verbindet. Rückfahrscheine, die vier Wochen gelten, sind 20 Prozent billiger. Fre'tag, 17. August 1951 SÜDKURIER Nr. 127 / Seite 4 Was ist los mit Schrott? Sportdienst des Südkurier Begeisterung für ein reines Sportideal Deutsche Olympische Gesellschaft wirbt in unserem Gebiet Warum wieder gesammelt wird ' Die Dauer der diese Woche beginnenden Schrottsammelaktion ist zunächst auf sechs Monate begrenzt. Die Durchführung der Aktion, durch die innerhalb dieser Zeit 500 000 bis 600 000 t Schrott zusätzlich aufgebracht werden sollen, ist aus zwei Gründen notwendig geworden. Es gilt einmal zusätzliche Schrottausfuhrverpflichtungen zu erfüllen, denn von alliierter Seite wird ein dahingehender politischer Drude ausgeübt Diesen Anforderungen kann sich die Bundesrepublik schon deshalb nicht entziehen, weil sie beweisen muß, daß sie die Rüstungsanstrengungen der westlichen Welt wenigstens durch wirtschaftliche Maßnahmen zu unterstützen bereit ist Außerdem braucht aber auch die eisenschaffende Industrie der Bundesrepublik mehr Schrott, denn nur durch Bereitstellung von mehr Stahl wird es möglich sein, eine wegen Stahlknappheit sonst unvermeidlich werdende Arbeitslosigkeit schon im Entstehen zu verhindern. Der erhöhte Einsatz von Schrott erspart überdies Eisenerzexporte und vor allem auch Kohle. Die durch die Sammelaktion gewonnenen zusätzlichen Schrottmengen werden nach einem bestimmten Schlüssel zwischen Inlandsbedarf und Ausfuhrerfordemis aufgeteilt, so daß beispielsweise der Exportschrott zu 60 °/» an die USA und Großbritannien und zu 40 */« an die anderen Marshallplan-Länder Europas geht Nun fragt es sich, wo die ergiebigsten Schrottquellen zu suchen sind. Es ist dies keineswegs, wie man im Ausland fälschlicherweise vielfach glaubt, der Trümmerschrott. Aus den Erhebungen, die von den Gemeinden der Bundesrepublik durchgeführt und deren Ergebnisse in diesen Tagen im „Statistischen Jahrbuch deutscher Gemeinden“ veröffentlicht worden sind, ist zwar zu folgern, daß auch gegenwärtig die noch zu räumenden Trümmermengen größer sind als die bereits geräumten. Es wäre aber falsch, daraus auf große, leicht zu mobilisierende Trümmerschrottmengen zu schließen. Der leicht zugängliche Trümmerschrott ist nämlich größtenteils erfaßt, der übrige Trümmerschrott fällt aber nur mehr in dem Tempo der Enttrümmerung an. Dieses ist aber aus finanziellen Gründen stark verlangsamt worden. Infolgedessen wird es bei der nunmehr einsetzenden Sammelaktion vor allem darauf ankommen, das Alteisen in der Landwirtschaft, in den Haushaltungen, den Westwallschrott, die Schiffwracks und den Bundesbahnschrott zu erfassen. Für die Erfassung der in den Industriebetrieben in Gestalt alter abge- Spesen für Familienangehörige Die einzelnen Oberfinanzdirektionen haben jetzt Richtlinien erlassen (die Ober- finanzdirektion Freiburg mit Verfügung vom 2. Mai 1951), wonach die Reisekosten- Pauschbeträge für Verpflegung, die bei einem Jahreseinkommen bis ziu 6000 DM 8 DM, bei mehr als 6000 bis 12 000 DM 12 DM, bei mehr als 12 000 DM 16 DM pro Reisetag betragen, unter Umständen auch für mitreisende Familienangehörige in Anspruch genommen werden können. Voraussetzung ist, daß die Mitfahrt ausschließlich aus zwingenden betrieblichen Gründen erfolgt. In der Regel ist diese Bedingung auch dann erfüllt, wenn eine Mitnahme wegen körperlicher Behinderung des Steuerpflichtigen notwendig ist. Nehmen die Familienmitglieder aus anderen betrieblichen Gründen an der Reise teil, so muß die Notwendigkeit in jedem besonderen Falle nachgewiesen werden. Die Finanzämter wurden angewiesen, hierbei einen strengen Maßstab anzulegen. In den Fällen, in denen die Mitnahme eines Familienangehörigen auch nur zu einem geringen Teil aus privaten Gründen erfolgt, sind die gesamten Reisekosten hierfür als Privatentnahme zu behandeln. - Preiserhöhung unwahrscheinlich schriebener Maschinen und Anlagen vorhandenen erheblichen Alteisenmengen wird die Einführung einer Steuerbegünstigung angestrebt, weil es andernfalls schwierig wäre, diese Reserven locker zu machen. Bei Beratungen, die maßgebende Vertreter der Wirtschaft im Bundeswirtschaftsministerium über den Schrottexport und die Versorgung der inländischen Verbraucher mit Schrott führten, kamen, wie verlautet, auch Gerüchte über eine angeblich nahe bevorstehende Erhöhung des Schrottpreises zur Sprache. Uebereinstim- mend wurde festgestellt, daß keinerlei Anlaß zur Erhöhung des Schrottpreises vorliege, zumal der Preis erst im November 1950 um 19 auf 92DM jeTonne heraufgesetzt worden sei. Bei der gegenwärtigen Lage ist nicht damit zu rechnen, daß der Preis für Schrott bei den Anfallstellen erhöht wird. Karlsruhe. (Eigenbericht). „Alles für Küche und Keller“ steht als Motto über der Südwestdeutschen Getränkemesse in Karlsruhe, die bereits über 15 000 Besucher zählte. Die bevorzugte Lage zwischen dem badischen und pfälzischen Weintoaugebiet bringt es mit sich, daß die Ausstellung in besonderem Maße von den großen Wein- firmen des Rheins, der Pfalz und des Bodenseegebietes beschickt ist. Die Weinlaube der badischen Winzergenossenschaften findet lebhaften Zuspruch. Für Küche und Keiler gibt es aus dem Schwarzwald und dem Bodenseegebiet noch vielerlei andere Dinge, die den Gaumen reizen. Zum Schwarzwälder Kirsch gesellen sich Himbeer-, Mirabellen- und andere mehr oder weniger gefährliche „Geister“, zu deren Probe eine kernige Magenunterlage gehört. In der Abteilung der alkoholfreien Getränke verdient der geschmackvolle Stand der Obstbaugenossenschaft Bodensee-Radolfzell besonders genannt zu werden. Bierstände führender badischer und bayerischer Firmen dokumentieren den Leistungsstand des heimischen Braugewerbes. In weiteren Abteilungen gibt die Südwestdeutsche Getränkemesse dem Hotel- und Gaststättengewerbe wertvolle Anregungen zu einer wirtschaftlichen und rationellen Gestaltung der Betriebe. Die Ausstellung im ganzen trägt daziu bei, den weit über die Grenzen des südwestdeutschen Raums hipausreichenden guten Ruf badischer Gastlichkeit zu erhöhen und za mehren.. Die Schau ist noch bis zum 20. August geöffnet. Rekordumsäfze ln Dornbirn Dornbirn. Die diesjährige Dornbir- ner Export- und Mustermesse mit internationaler Textilmesse, die kürzlich abgeschlossen wurde, brachte den bisher größten Auslandsbesuch und die stärkste Ausländsbeteiligung, die bisher von österreichischen Messen erreicht wurden. Von den 200 000 Besuchern waren ein Drittel Ausländer aus 81 Staaten. Von den 704 Ausstellern kamen 241 aus dem Ausland. Die Messeumsätze werden vorsichtig auf rund 500 Millionen Schilling geschätzt. Davon dürften wegen der äußerst knappen Kontingentzuteilungen nur etwa 50 Millionen Schillingen auf Geschäfte im Rahmen der Messekontingente und weitere 30 Millionen Schilling auf Export-Geschäftsabschlüsse der Textilindustrie entfallen. Erleichterungen für Kleinbrenner Baden-Baden. Bei einem Festakt aus Anlaß des Bühler Zwetschgenfestes gab Staatssekretär Dr. Sonnemann vom Bundesernährungsministerium bekannt, daß der Bundesfinanzminister die Ausbeutsätze für Zwetschgen und Pflaumen von 3'/j auf 2Vs %> heruntergesetzt und im Kurzmeldungen Die Produktion der Zigarettenindustrie im Bundesgebiet erreichte 1950 nur 88 •/• der Produktion von 1938, die der Zigarrenindustrie 50 •/<>. Feinschnitt wurden rund 96 •/», an Pfeifentabak dagegen nur 39 •/• der Vorkriegsmenge hergestellt. Die britische Regierung hat beschlossen, die durchgehende Stahlbewirtschaftung in Großbritannien wiedereinzuführen. Man erwartet, daß ein neues Rationierungssystem noch vor Ende dieses Jahres in Kraft treten wird. Der Absatz der Baby-Bonds ist nach Angaben des Bundesfinanzministeriums noch immer schleppend. Es wird angenommen, daß die Kauf-Interessenten die erste Gewinnverlosung, die für den ersten September 1951 vorgesehen ist, abwarten wollen. Der Bedarf an Arbeitskräften für den westdeutschen Steinkohlenbergbau beträgt für das zweite Halbjahr 1951 50 000 Bergleute. Interesse des Zwetschgenabsatzes bis zum 31. August dieses Jahres einen Einfuhrstop für derartiges Obst verfügt habe. Diese Mitteilung löste bei den Anwesenden spontanen Beifall aus. Im Bühler Obstparadies rechnet man in diesem Monat mit der Ernte von rund 500 000 Zentnern Zwetschgen, deren Absatz eine wirtschaftliche Lebensfrage für Tausende von Kleinbrennern in Baden bedeutet. Uhrenfachmesse stark beschickt Frankfurt. Die Uhrenfachmesse 1951, die in Verbindung mit dem deutschen Uhrmachertag vom 16. bis 19. August in Frankfurt stattfindet, wurde in diesem Jahr aus dem In- und Ausland stark beschickt. An der Spitze der ausländischen Aussteller steht die Schweiz mit 16 Einzelausstellern. An der Kollektivschau der Schweizer Uhrenindustrie beteiligten sich 255 Firmen. Für den Verkauf von Schweizer Uhren steht ein Messekontingent von 300 000 Dollar zur Verfügung. England liberalisiert Kuckucksuhren London. Großbritannien hat die Einfuhr von Kuckucksuhren von mengenmäßigen Beschränkungen befreit. Die Liberalisierung bezieht sich jedoch nur auf solche Uhren, bei denen ein mechanischer Kuckuck stündlich oder in kürzeren Zeitabständen kuckuck ruft. Die Importerleichterungen gelten nicht für sogenannte Jockele-Uhren. Kartoffelanbau rückläufig Hamburg. (Eigenbericht.) Auf Grund vorläufiger Feststellungen bei der Bodenbenutzungserhebung 1951 ist mit einer Gesamtgetreideanbaufläche zu rechnen, die kaum von der vorjährigen abweicht. Die Kartoffelanbaufläche bleibt um rund 3 v.H. hinter dem Vorjahr zurück (bei Frühkartoffeln stärker). Der Zuckerrübenanbau ist erheblich ausgedehnt worden (etwa über 15 v. H.). Vieh- und Schv>*£nemarktm Tettnann. Auf dem Vieh- und Schweinemarkt vom 14. August waren zugeführt: 5 Kühe, verkauft keine: 63 Ferkel, verkauft 63, Preis für Ferkel 30 bis 43 DM. Frei bürg. In der Woche vom 8. bis 14. August wurden aufgetrieben: 28 Odisen, 19 Bul- ien, 83 Kühe, 29 Rinder, 170 Kälber, 72 Sdiafe, 498 Schweine. Im oleichen Zeitraum wurden abgetrieben: 6 Ochsen, 3 Bullen, 21 Kühe, 6 Rinder, 12 Kälber, 2 Schafe, 126 Schweine. Überstand von 6 Ochsen, 4 Bullen, 2 Kühen, 4 Rindern. Die Preise betrugen in DM für je 100 kg Lebendgewicht: für Ochsen 160—200; Bullen 186 bis 210: Kühe 126—180. Rinder 180—220, Kälber 200—280, Schafe 150—160, Schweine 254—256. Stuttgart. Infolge zu geringen Auftriebs fand am 16. August keine Marktpreisnotierung statt. In Donaueschingen wurde am 14. August dia Zweigstelle Südwürttemberg—Hohenzollern—Südbaden der Deutschen 01ympische«i Gesellschaft gegründet. Die Vorsitzenden sind zwei der bekanntesten Förderer des Sports im genannten Gebiet, Prinz Friedrich zu Fürstenberg, Donaueschin- gen, und Direktor Kienzle, Schwenningen. Die Gründung erfolgte in Anwesenheit des Geschäftsführers der D. O. G. Frankfurt a. M„ der im Aufträge des Präsidenten Georg von Opel gekommen war. Vor einem kleinen Kreis von Anwesenden aus der Sportwelt und der Industrie umriß er die Ziele der D. O. G. als einer ethischen Gesellschaft zur Verbreitung des olympischen Sports und zur Begeisterung der Jugend für ein reines Sportideal. Die D. O. G. verwendet sich intensiv für die Schaffung eines finanziellen Fonds zur Ausstattung und Betreuung der deutschen Olympia-Kämpfer, einerseits durch Gewinnung von Großspenden aus den Kreisen der Industrie, andererseits durch die Aktivierung der Turn- und Sportverein ünd der Jugend zur Sammlung von kleinen Spenden durch den Vertrieb der Olympia-Marken und andere Möglichkeiten. Die Jetzt gegründete Zweigstelle Donaueschingen, die das südwestliche Bundesgebiet umfaßt, wird aufgeteilt in Untergruppen, die u. a. bereits vorgesehen sind für Baden-Baden, Freiburg, das Bodenseegebiet, Tübingen-Reutlingen und Sigmaringen-Mengen. Straßenmeister über die Höhen des Schwarzwatds Noch ist die Deutschland-Rundfahrt 1951 mH ihren gewaltigen Strapazen bei den „Giganten Der Argentinier Jose Froilan Gonzales, der am 29. Juli beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring Dritter wurde, gewann am Mittwoch ein Rundstreckenrennen der Formel-I-Renn- wagen in Pescara (Italien). Der Sieger, der wieder am VoEänt seines 4,5-Liter-Ferrari saß, legte die 309,6 km (zwölf Runden) in 2:14,59,8 Stunden gleich 137,603 km/std. zurück. Zweiter wurde Louis Rosier (Frankreich) auf Ta]bot vor seinen Markengefährten und Landsleuten Philippe Etancelin und Louis Chiron sowie Peter Whitehead (England) auf Ferrari und Toni Branca (Schweiz) auf Maserati. Der zweimalige Nümburgring-Sieger Alberto Aecari (Italien) war vom Pech verfolgt, denn er mußte bereits in der ersten Runde wegen Maschinenschadens aufgeben. Sein Fenari- Stallgefährte Villoresi (Italien) hielt an der Box und übergab seinem ärgsten Rivalen seinen Wagen, der in der vierten Runde jedoch ebenfalls wegen Maschinenschadens ausfiel. Schweizer Turner In Berlin Eine Gruppe schweizerischer Kunsttumer begab sich nach Berlin, um am Sonntag in der Berliner Waldbühne zusammen mit den deutschen Spitzenturnem ein Schauturnen zu absolvieren. Schweizerischerseits ist die Mannschaft mit Josef Stalder, Hans Eugster, Camillo Bulloni, Jean I Tschabold, Othmar Hüsler und Gerber gebildet. I _ Tn der Länderwertung der ostzönalen Festspiele in Berlin belegte die Sowjetunion mit vier Mannschaftssiegen den ersten Platz vor Ungarn. Die Sowjetzone kam auf den vierten Platz. Die Rudergesellschaft Flörsheim/Rüsselsheim belegte in der Abschlußtabelle der besten deutschen Rudervereine mit großem Abstand den ersten Platz vor der Berliner RC und Undine Saarbrücken. Die geplante internationale 24-Stundenfahrt fÜT serienmäßige Personenwagen auf dem Nürburgring ist wegen schlechter Teilnahme abgesagt worden. Der bekannte Schweizer Ski-Langläufer Odilo Zurbriggen (Saas) ist als Bergführer tödlich verunglückt. Beim Auftreten amerikanischer Leichtathleten in Birmingham taten sich Jim Fuchs (Kugelstoßen 17,08 m), Hermann Wyatt (Hochsprung 2 m) und Frank Held (Speerwerfen 70,28 m) hervor. Beim Training zum siebten WeltmeisteTschafts- lauf in Belfast starben die Italiener Leoni und Geminiani den Rennfahrertod. Dusch-Kaiserslautern, Fink-Frankfurt, Reinhardt-Stuttgart, Metzer-Mannheim und Zimmermann-Göttingen sind vom DFB der FIFA als Länderspiel-Schiedsrichter gemeldet worden. der Landstraße" ln besteT Erinnerung und bereit» am Sonntag 6teigt eine weitere schwere Prüfung: Die deutsche Straßenmeisterschaft der Berufsfahrer im Einer-Streckenfahren. Die Strecke führt über 269 Kilometer durch das schwielige Schwarzwaldgelände mit Start und Ziel in Schwenningen. Zweifellos werden dde .Kletterer"* die besten Aussichten auf den Titel haben, denn in diesem Kurs ist alles „drin”. Huibert Schwarzenberg, Matthias Pfannenmüller, Heinz Müller und besonders Heiner Schwarzer gelten als Favoriten, Schwarzenberg als bester Deutscher der Rundfahrt, Pfannenmüller und der Schwenninger Müller, die beide schon im Frühjahr im Schwarawald trainierten, haben gute Aussichten, während Schwarzer gerade in Rennen üt>er diese Distanz in diesem Jahr kaum zu schlagen war, wenngleich die Berge sein Spezialgebiet nicht sind. Nicht zu vergessen sind auch Ludwig Hörmann, Harry Saager, Peter Schulte, 'Werner Richter. In Schwenningen, dem Start- und Zielort, der Heimatstadt Heinz Müllers, setzt man auf den Lokalmatadores die größten Hoffnungen. Wochentags-Fußball FC Singen — FC Radolfzell 3:1, VfL Konstanz — FC Kreuzungen 1:1, Rotweiß Löiradi — Brombach ./Tumringen 11:3, Rheinfelden — Baden-Baden 5:0, Stetten — Schopfheim 1:4, Viktoria Aschaf- fenburg — Vienna Wien 2:1, Wormatia Worms — Racing-Club Straßburg (in Kehl) 2:1, Amateur- auswahl des DFB — SV Duisburg 2:2, TSV Travemünde — FC Basel 2:9, Chemie Leipzig — Floridsdorfer AC iWtien 1:2, FC Biel (Schweiz) — SpVgg Fürth 1:1. Die Deutschen haben Erich und Theo Wied, Jakob Kiefer, Inno Stang.1, Rudolf Gauch, Adalbert Didc- hut und einige Nachwuchsturner aufgeboten. 20 Kanalschwimmer unterwegs Am Donnerstag starteten 13 Schwimmer und sieben Schwimmerinnen aus England, Frankreich, Ägypten, Argentinien, Schweden, Kanada, Griechenland, Holland und Peru am Cap Gris Nez zum zweiten Wettschwimmen über den Ärmelkanal. Auf der Mitte des Ärmelkanals lagen fünfeinhalb Stunden nach dem Start die drei ägyptischen Teilnehmer, Vorjahrssieger Abd el Rehim, Hassan Hammad und El Arabi, in Führung vor dem Franzosen le Morvan, der im Vorjahre el Rehim einen scharfen Kampf lieferte und elf Minuten zurück Zweiter wurde. Auf den nächsten Plätzen folgten zwei Schwimmerinnen, Brenda Fisher (England) und Enriqueta Duarta (Argentinien). Der Wiesbadener Langstreckenschwimmer Ernst Strobel ist wieder in seiner Heimatstadt eingetroffen, ohne die Möglichkeit gehabt zu haben, am Kanalwettschwimmen teilzunehmen. Zunächst verhinderten die schweren Stürme im Kanal und in der Nordsee den für Moniag vorgesehenen Start. I Da inzwischen aber sein Visum abgelaufen war, I hat er unverrichteter Dinge abreisen müssen. Der deutsche Schachmeister Unzidcer gewann auf seiner Jugoslawienreise in Kreutz von 30 Partien 19 und gestaltete 9 remis: in Warasdin siegte er in 31 Partien, spielte 9 remis und verlor ebenfalls nur 2. Termingriinde zwangen den deutschen Fußballbund, Einladungen von Mexiko und Ägypten zu Länderspielen gegen Deutschland abzulehnen. Spaniens Fußballverband interessiert sich für ein Länderspiel gegen Deutschland 1952: der frühestmögliche Termin deutscherseits ist jedoch das Jahr 1953. Der Sieger der Deutsdiland-Radrundfatat, de Santi-Italien, gewann die Rundfahrt der drei VaresineT Täler auf der Strecke in Varese (Italien), auf der demnächst die Weltmeisterschaften durch- gefü'hrt werden, in 7:32,48 Stunden für die 275 Kilometer lange Strecke. Leichtathleten von Eintracht Frankfurt siegten in Luxemburg tn einem internationalen Wettbewerb vor Acharbeeck-Brüssel, Spora-Luxemburg, Stade Franchise Paris und FC Lyon. Der Exweltmeister im Schwergewichtsboxen, Joe Louis, errang in Baltimore vor 25 000 Zuschauern über zehn Runden einen klaren Punktsieg über Jimmy Bilvins. Sfldwesfdenfsche Gelränke-Messe erfolgreich Nürburgring-Sieger mußte aufgeben Gonzales siegte beim Rundstreckenrennen in Pescara Kreuz und quer durch die Sportwelt Geheimnis um Jan Roman von 20) Gertrud v. Brockdorff „Carlo... Carlo Gabussi? — Gabussi soll mir den Schal gegeben haben?“ „Leugne doch nicht! Glaubst du, ich kenne Carlos Schal nicht wieder?“ Ein Schwächegefühl in den Knien zwang mich dazu, mich aufs Bett zu setzen. „Bist du ganz sicher... daß dieser Schal . . . Herrn Gabussi gehört hat Paulette?“ Etwas in meiner Frage ließ sie stutzen. Sie blickte mich an und blickte dann wieder auf den Schal in mein«- Hand. „Diesmal kannst du mich nicht dumm machen“, sagte sie. „Ich kenne den Schal gut; ich habe ihn selbst ein paarmal umgehabt. Siehst du hier das Gestopfte?! — Du kannst mir also nichts mehr erzählen!“ „Wenn ich dir nun aber sage, daß ich den Schal gefunden habe...“ Sie lächelte nur „Aha!“ sagte sie „Das ist das Neueste! — Gefunden willst du ihn haben!“ „Ja, Paulette! Und darum ist es so wichtig, daß du sagst, er gehört Gabussi. Ich habe den Schal bei der verbrannten Hütte gefunden ... damals . . . du weißt schon.“ Paulettes kleines blasses Gesicht unter dem wirren roten Haar wurde schneeweiß. „Das ist nicht wahr!“ sagte sie leise und drohend. „Das hast du dir bloß ausgedacht. Du denkst dir ja immer was aus!“ „Ich schwöre dir, daß ich ihn da oben gefunden habe! — Ich ging durch die Schlucht und stolperte: da lag der Schal unterm Schnee. Ich habe ihn dann mitgenommen und vergessen; auch Herrn Langkoffer und dem Kommissar habe ich nichts davon gesagt... es war mir einfach nicht eingefallen. Hinterher mochte ich nicht mehr darüber sprechen und habe ihn unter meine Wäsche gesteckt.“ Das Letzte entsprach nicht der Wahrheit, aber gerade jetzt glaubte mir Paulette; ich merkte es an der matten Bewegung, mit der sie sich zu mir aufs Bett setzte. „Carlo kann aber trotzdem am Donnerstag nicht oben in der Hütte gewesen sein“, sagte sie nach längerem Schweigen. „Laß mich nachdenken! Donnerstag? Da war er doch krank, da hat er doch im Bett gelegen, da war doch der Doktor bei ihm. — Jawohl, er war krank, und er schickte sogar nach mir, damit ich an den Arzt telefonieren sollte. Er glaubte, es würde eine Grippe werden, und der Doktor sollte ihm schnell davon helfen, damit er abends spielen könnte und keinen Ersatz zu stellen brauchte. Jawohl... so war es“, sagte sie triumphierend, „dies ist ein vollständiges Alibi, und du hättest nicht nötig gehabt, mir solchen Schreck einzujagen. Mit dem Mord an de Boor hat er nichts zu tun, wenn du das vielleicht meintest . . .“ „Ich habe doch kein Wort gesagt, Paulette.“ „So unmöglich wäre es übrigens gar nicht gewesen, findest du nicht auch? Solche Frauen bringen einen Mann schließlich zu allem. Und ich war so dumm! Er konnte alles mit mir machen, ich habe ihm alles geglaubt... wochenlang. Ais ich anfing, etwas zu merken, war miris zuerst, als müßte ich sterben. Anfangs waren sie noch vorsichtig, aber zum Schluß war ihnen alles egal. Und jetzt haben sie ihren Willen bekommen und sind zusammen fort, und ich sitze hier.“ Sie hatte sich über das Bett geworfen und schluchzte verzweifelt in sich hinein. Ich hätte sie gern getröstet, aber ich wagte es nicht Was hätte ich ihr auch sagen sollen? An einem der folgenden Tage erzählte sie mir, sie hielte es bei uns nicht länger aus und wollte wieder zu ihrer Mutter nach Berlin. Die Mutter hatte eine Anstellung in einer Fabrik bekommen und würde auch Paulette Arbeit verschaffen können. „Dann ist da noch mein kleiner Bruder“, sagte sie und zeigte mir das Bild eines dicken Jungen mit runden Augen. Wahrscheinlich hatte sie durch die ganzen Jahre Sehnsucht nach ihm gehabt. „Ls ist besser, nach Berlin zurückzugehen, als mich durch einen Menschen wie Carlo Gabussi zugrunde richten zu lassen“, sagte sie. „Wenn ich jetzt keine Familie um mich habe, gehe ich vor die Hunde.“ Ja, Paulette hatte immer gewußt, was aie wollte, und wußte es auch jetzt Und sie hatte einen Platz, wo eie hinge- hörte. „Meine Mutter hat ein Harmonikabett für mich angeschafft; das wird tagsüber zusammengelegt.“ — Ein Bett, eine Fapiilie, ein Dach überm Kopf! — „Für dich ist das natürlich nichts“, sagte sie. „Du willst ja zum Theater und berühmt werden!“ Alle wußten jetzt, daß ich zum Theater wollte, und Herr Sprüngli stellte die Tatsachen völlig auf den Kopf, wenn er sagte: „Ich höre, Sie wollen uns verlassen, um zur Bühne zu gehen.“ Die Stellung unter meinen Kolleginnen war schwierig geworden, und es war ein Glück, daß mir Frau Marescot in dieser Zeit energisch die Stange hielt Einen Tag, nachdem ich ins Hotel zurückgekehrt war, schrieb ich an Frau de Boor. Die Antwort kam postwendend. Auf steifem, schwarzgerändertem Papier bekannte sich Frau de Boor zu ihrem Angebot. Die Stellung eines Zimmermädchens wäre bei ihr frei, und wenn es mir paßte, könnte ich eie zum Ersten an treten. Das war mehr, als ich erhofft hatte, und da ich meinem Glück noch immer mißtraute, fing ich fast an, mich vor dieser günstigen Wendung meines Schicksals zu fürchten. Wenn ich aber an das Wiedersehen mit Rainer dachte, fühlte ich mich froh und befreit weil die Qual dieser Trennung ein Ende haben sollte... Für den letzten Abend meiner Abreise hatte mich Frau Marescot auf ihr Zimmer gebeten, nur mich und nicht Paulette, die am andern Morgen ebenfalls abreisen wollte. Frau Marescots Zimmer, das viel größer war als unsere Mansarde, machte mit seinen weißgetünchten Wänden und dem Kruzifix über dem Eisenbett fast den Eindruck einer Klosterzelle, und dieser Eindruck wurde durch die Passionsblumen und den Christusdorn auf dem Fensterbrett eher unterstrichen als abgeschwächt. „Ich habe Sie zu mir gebeten, um noch einmal mit Ihnen zu reden, bevor Sie fort- gehen“, sagte sie in ihrem gewohnten, rauhen und unfreundlichen Ton. „Sie wissen, icht halte es nicht für gut, daß Sie sich weiterhin an diese Leute hängen. Es wäre für Sie besser, sie ihrem Schicksal zu überlassen, einen dicken Strich unter das Vergangene zu machen und nur an Ihre Zukunft zu denken". „Ich denke bestimmt an meine Zukunft, Frau Marescot.“ „Die Vergangenheit wird Sie unter diesen Umständen nicht loelassen“, sagte eie. „Sie werden nicht aufhören, sich über das Schicksal von Jan de Boor den Kopf zu zeihrechen. — Und Sie werden euch nicht aufhören, hinter diesem Doktor Berkmann henaulacufen und eich damit zugrunde richten.“ Ich wurde rot und antwortete nicht. „Doktor Berkmann liebt Frau de Boor, Karoline, und kommt nicht von ihr los. Sie brauchen mich nicht gleich so anzusehen, als ob ich Sie hinrichten wollte. Ich habe die beiden lange genug beobachtet, und ich bin nicht so dumm, wie ich aussehe. Und ich rate Ihnen gut: machen Sie da beizeiten ein Ende.“ „Ich... glaube nicht daß ich es kann, Frau Maresoot!“ „Eines Tages werden Ke an mich denken! Wenn ich Ihnen erzählen könnte ... Nein! Ich kann Ihnen nichts erzählen! — Aber ich möchte Ihnen noch einen andern guten Rat geben: Grübeln Sie nicht zu viel üiber de Boors Verschwinden nach! Rühren Sie da nichts auf!“ „Was wollen Sie damit sagen, Frau Maresoot? Hat Paulette Ihnen von dem Schal erzählt?“ „Paulette? Wie kommt Paulette dahinein? Und was für einen Schal meinen Sie?“ Ich erzählte ihr alles. Sie saß still dabei, ahne aufzublicken. „Ich glaube“, sagte sie endlich langsam, „Gabussi war außer Michael der einzige, der davon wußte, daß de Boor sich in der Hütte befand. Er wollte damals ganz früh zu Michael, um seine Ski ausbessem zu lassen, und sah den Wagen. Michael hat der Polizei nichts davon gesagt; er hielt es für bedeutungslos.“ „Es ist auch bedeutungslos, solange Ga- bussis Alibi standhält. Gabussi war den ganzen Donnerstag im Bett. Er war schwer erkältet und hatte sogar den Arzt kommen lassen, damit der ihm irgendein Mittel geben sollte und er abends spielen könnte.“ „Ich weiß“, sagte Frau Marescot „Der Arzt wurde von Michael zu ihm geholt Denn Michael war seit Dienstag nicht wieder aufgestanden: er erlebt immer einen schweren körperlichen Rückschlag, wenn er zuviel getrunken hat“ Ich dachte daran, daß auch Frau de Boor an jenem Donnerstag das Haus nicht verlassen hatte. Sie hatte ostentativ in der Halle herumgesessen und Briefe geschrieben und sich sichtlich gelangweilt „Wenn ich nur ahnte, was . . . Herr de Boor vom Dienstag bis Donnerstag in der Hütte gemacht hat“, sagte ich „Können Sie sich vorstellen, was ihn da oben festhielt Frau Maresoot?“ „Nein!“ antwortete sie kurz. „Und ich rate Ihnen nochmals: rühren Sie da nichts auf!“ Ich zögerte eine Sekunde und fragt* dann schnell: „Glauben Sie an ein Verbrechen?“ (Fortsetzung folftt / Seite 4 und bereit» rre Prüfung: Berufsfahrer führt über diwarzwald- '.Aveim innen, die besten i in diesem warzenberg, er und ba- > Favoriten, der Rund- jünger Mül- jdiwarzwald n, während iese Distanz wenngleidi id. Nicht zu ann, Harry In Schwen* Heimatstadt alnvatadoren Konstanz — h — Brom- iaden-Badcn oria Asdiaf- a Worms — 1, Amateur- ' 2:2, TSV ; Leipzig — (Schweiz) — lAfied, Jakob laibert Didt- leboten. wega rimmer und Frankreich, mada, Grie- p Gris Nez den Ärmel- anals lagen t die drei ger Abd el ibf, in Füh- der im Vor- mpf lieferte de. Auf den imm-erinnen, reta Duarte immer Emst stadt einge- u haben, am unächst ver- anal und in henen Start, 'laufen war, müssen. kex gewann von 30 Par- ■asdin siegte verlor eben- len FuBball- Ägypten zu ilehnen. ?rt sieh für 1952: der 5 ist jedoch ädrundfatot, irt der drei ese (Italien), aften durch- für die 275 furt siegten aalen Wett- rora-Luxem- : Lyon, vichtsboxen, 25 000 Zu- aren Punkt- h! Rühren Fraiu Ma- dem Schal ilette da-» al meinen still dabei, l langsam, er einzige, »ich in der ganz früh lessem zu (ichael hat er hiel t es lange Ga- war den rar schwer ,t kommen nn Mittel a könnte.“ scot „Der nt geiholt, nicht wiener einen lag, wenn Frau de Haue nidit sntativ in Briefe ge- angweilt . Herr de tag in der „Können oben fest- „Und id» da nichts nd fragt* ein Ver- ung folg? SÜDKURIER furnftan?« - Ifttnttg Äonftaiti ben 17. Shifluft 1051 Es herbftelt Es läßt sidi nidit leugnen, trotz allen fröhlichen Badegeschreies am See, trotz des immer noch anhaltenden Fremdenstroms, das erste, fem-blauende Ahnen des Herbstes entgeht dem Auge nidit, das in den früher dämmernden Abend schaut. Weit hinten, wo die sanften Höhenzüge des Hegaus sich dahinstrecken, taucht der erste herbstliche Dunst auf, dieser ganz bestimmte Schimmer des sich neigenden Sommers, diese blaiufarbene Schattierung, die eich wenig später schon mit dem kräuselnden Rauch der Kartoffelfeuer mischt. Eben schauen wir noch, vollgesogen von der Hitze und dem Erleben unvergeßlicher Urlaubstage in den Sonnenuntergang, irgendwo fern vom Alltag, da macht sich bereits die unwägbare Stimmung des sid» dem Herbst hinneigenden Abends bemerkbar, für den, der Augen hat zu seihen. Irgendeiner in der Runde sagt plötzlich „es henbstelt“ und alle empfinden es auf einmal, ohne daß sie es sid» bisher eingestanden haben. Doch das ist kein Grund, traurig zu werden. Noch regiert der hohe Sommer mit all seinen Schönheiten die Stunde, mit den brütenden Feldern, wo die ersten Garben stehen, mit den kühlen Waldwiesen, über die tausend bunte Falter gaukeln und mit den schattenspendenden Schirmen der Kaffeehäuser, wo man behaglich sein Eis löffelt Wir haben noch viele s6öne Sammer- abende vor uns und gottlob verstehen wir sie zu genießen, sie mit vollen Zügen — jeder auf seine Art — auszukosten. Denn nun ist die Zeit der Pflrsichbowlen draußen im Garten oder auf dem Balkon gekommen. Heben wir die Gläser auf das Wohl des gesegneten Sommers, an dessen Ende der fern blauende Herbst steht Er grüßt uns mit den ersten Schwaden ziehenden Nebels aus feuchten Wiesengründen. hh. Neuer Kursus auf Schloß Mainau Das „Internationale Institut Schloß Mainau“ veranstaltet vom 3. bis 12. September auf der Insel Mainau einen Kurs über „Tiefenpsychologie und Meditation für Anfänger“, dessen Leitung in den Händen von Prof. Dr. G. Pfahler (Tübingen), Dr. Frdso Melzer Mainau) und Rektor K. G. Isakson (Schweden) liegt. Der Kurs bietet eine Einführung in die Tiefen der Seele, damit Hand in Hand Lehre und Uebung der Meditation. Anmeldungen erbeten an Internationales Institut Schloß Mainau Neue Bauvorhaben I Im Stadtkreis Konstanz sind ln den nächsten Wochen verschiedene neue Bauvorhaben geplant Wie Bürgermeister ! Diesbach in der letzten Stadtratssitzung j mitteilte, beabsichtigt ein Deutsch-Ameri- j kaner in der Ellenriederstraße einen Neu- [ bau mit acht bis zehn Wohnungen aus ; eigenen Mitteln zu errichten. Der Bauherr ! hat sich außerdem bereit erklärt dieWoh- j nungen im Einvernehmen mit dem Woh- ] nungsamt nach Fertigstellung des Neubaues zu vergeben. Die Methodistengemeinde will an der Ecke Bismarcksteig-Wollmatinger Straße eine kleine Kirche mit Pfarrhaus erstellen. Städtebaulich wurden gegen die geplante Kirche keine Bedenken geäußert. Die Stadt stellte das erforderliche Baugelände von 1350 qm zum Preis von 6 DM je Quadratmeter zur Verfügung. Der noch nicht angelegte Bismarcksteig verläuft etwa parallel zum Bettelgäßchen von der Wolimatinger Straße zur Jahnwiese. Ferner erklärte sich der Stadtrat mit dem Verkauf eines spitälischen Bauplatzes Ecke Wollmatinger Straße—Enzianweg mit 900 qm zum Preise von 4680 DM einverstanden, sowie mit der Erstellung eines Anbaus an einem Haus in der Kuhmoos- Siedlung zur Errichtung eines Lebensmittelgeschäftes, nachdem die Finanzierungsfrage geklärt ist. 63 Volfcefchüler Je Klaffenraum Konstanzer Verhältniszahlen Aber Schüler und Lehrer „Zu Gottes Ehr' und unserer Freude, — zu unserer Kinder Unterricht steht dieses bessere Gebäude. — Uns reuen solche Kosten nicht!“ Diese Worte, die eine kleine Gemeinde in den Giebelbalken ihres, an Stelle des im Kriege zerstörten, neu gebauten Schulgebäudes meißelte, sollten sich alle mit Schul- und Erziehungsfragen befassenden Instanzen als Leitspruch wählen. Die Klagen über die unhaltbaren Schulverhältnisse im Bundesgebiet wollen nicht verstummen. Als Antwort kommt leider immer der gleiche Satz, daß es nicht genügend Mittel für den Neubau von Schulen gibt und daß kein Lehrernachwuchs vorhanden sei. Die Schaffung eines einheitlichen Schulrechts für das ganze Bundesgebiet ist ein Problem, welches dringend der Lösung bedarf. In jedem Land bestehen andere Schulgesetze, die Zensuren sind unterschiedlich, von den verschiedenartigen Schulbüchern ganz zu schweigen. Selbst die Lehrerausbildung innerhalb des Bundesgebietes ist nicht einheitlich. Einheitlich im ganzen Bundesgebiet ist nur eines, die Ueberbelegung der Schulklassen. Vor Ausbruch des letzten Krieges kamen im heutigen Bundesgebiet auf eine Lehrkraft immerhin erst 43 Schulkinder, heute sind es dagegen 53. Für den Unterricht äst es aber, von Bedeutung, ob ein Lehrer 10 Kinder mehr unterrichten muß. Auch der jetzige Vorschlag, daß in einer Schulklasse nur höchstens 43 Kinder zusammengefaßt werden sollen, ist noch zu hoch angesetzt Es gibt allerdings heute Klassen mit 70, BO und noch mehr Schulkindern. Eine große Rolle dabei spielt der Lehrermangel und die hiermit zusammenhängende Tatsache, daß der Lehrerberuf einer der schlechtbezahltesten Berufe ist, wenigstens solange es sich um die Junglehrer und ersten Dienstjahre handelt. Nur sehr wenige Abiturienten wollen heute noch Lehrer werden und nehmen das in der Tat nicht geringe wirtschaftliche Risiko des Lehrerberufs auf sich. Einige Pädagogische Akademien konnten in letzter Zeit nicht einmal alle vorhandenen Studienplätze als belegt melden. Dabei sollten nur die wirklich besten Kräfte herangezogen werden, um unsere Jugend zu erziehen und zu bilden. Auch hier müssen die Worte Geltung haben „Uns reuen solche Kosten nicht!“ Solange diese Kesten aber nicht aufgebracht werden können, wird infolge Nachwuchsmangel der vorhandene Lehrerbestand weiterhin überaltern. Diese Gefahr darf nicht unterschätzt werden. Verhältniszahlen über Schüler und Lehrer in Konstanz wie sie auf Grund einer Erhebung über die öffentlichen Volksschulen zusammen mit den Ergebnissen zahlreicher Gemeinden des Bundesgebietes veröffentlicht wurden, gewähren einen interessanten Einblick in unsere Schulverhältnisse. So ergab sich für die öffentlichen Volksschulen ln unserer Stadt ein durchschnittlicher Schülerbestand von 36 je Klasse, 63 je Klassenraum und 52 je hauptamtliche Lehrkraft. Von diesen Lehrkräften waren 34 Prozent über 55 Jahre alt. Der Anteil der Schulkinder von Flüchtlingen betrug 5,9 Prozent. Die Schulverhältnisse ln anderen Städten liegen oftmals noch schlechter als bei uns. So betrug bei&pielweise die Zahl der Schüler je Klassenraum in Pforzheim 78, Ludwigsburg 68, Heilbronn 74, Reutlingen 59, Göppingen 59. Durchweg müssen also Parallelklassen geführt werden, was wiederum für viele Schulkinder unregelmäßigen Schulbesuch bedeutet, wie z. B. einen Tag von 8—11 Uhr und den nächsten Tag von 14—17 Uhr, für die Eltern also Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf und schließlich für die Lehrer oftmals „Doppelschdchten“ im Unterricht. Erfolgreiche Hundezüchter Auf der internationalen Hundeausstellung in Waldsee am 12. August wurde vom Verein für Hundesport Konstanz der Kuvasz-Rüde Boyar v. Schloß Mainau, Besitzer Wohlwender, Mondrauteweg 21, mit der Note „sehr gut“ (erster Preis), die deutsche Boxer-Hündin Zilla v. Jägerhof, Besitzer Jörger, Kreuzlinger Straße 25, mit der Note „sehr gut“ (zweiter Preis) bewertet. Neues Arbeitsamt mit 40 Räumen Das neue Arbeitsamt, das mit einem Aufwand von 510 000 DM auf der Schlachthauswiese gebaut wird, erhält etwa 40 Diensträume und soll bis im Sommer 1952 fertiggestellt sein. Zu Beginn dieser Woche wurde nun mit dem Aushub begonnen, nachdem inzwischen die Kraftfahrzeughalle auf der Wiese entfernt worden ist. Das Gebäude wird 40 Meter lang und 13 m tief sein und wird als dreigeschossiger Eisenbeton-Skelettbau erstellt. Wohl als Anfang der geplanten Uferpromenade wird das neue Arbeitsamt mit einer Grünanlage umgeben werden. Auf froher Fahrt Das Jugendlhildiung'-swerk Konstanz führte am 15. August in Gemeinschaft mit dem Konstanzer Esperantoklub und seinen Gästen eine Omnibusfahrt am Nordufer des Sees entlang nach Lindau und Bregenz durch. In Lindau wurden unter sachkundiger Führung die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigt und von Bregenz aus der Pfänder besucht. Der Rückweg durch die Schweiz rundete den Tag ab und gab ihm einen frohen Ausklang. — Die nächste Fahrt beginnt heute morgen und führt zu einem guten Dutzend der herrlichen Schweizer Seen. In der zweiten Septemberhälfte wird eine weitere Fahrt nach Lugano durchgeführt. Meldungen von Interessenten für diese Fahrt, sowie für die Fahrt nach Luzern zum Eidgenössischen Trachtenfest am Sonntag, 9. September, im Haue der Jugend. Heute Sonderkonzert des Städt. Orchesters Heute abend findet im Stadtgarten unter Leitung von Dr. R. Treiber ein Sonder- konzert des Städt. Orchesters statt, das dem Schaffen des in Konstanz lebenden Komponisten Alfred Schwarahans gewidmet sein wird. Das Konzert wird eingeleitet und klingt aus mit je einer Szene der Symphonischen Dichtung „Vom deutschen Wald“. Dazwischen stehen eine Romanze in d-moll für Violine und Orchester (Solist Konzertmeister Löbmann), ein Concertino für Cello und Orchester (Solist Heinz Voigt), und Lieder für Sopran und Orchester, gesungen von Ursula Buckel. Dabei wird ein im Volksliedercharakter gehaltenes, von Oberbürgermeister Knapp verfaßtes Frühlingslied, seine Uraufführung erleben. Zroei Aueftellungen Adolf Greis Der Konstanzer Künstler Adolf Greis, von dem im Ausleihraum der Stadtbücherei zur Zeit einige Mosaikarbeiten gezeigt werden, gehört zu dem Kreis junger Maler, die Sepp Biehler entscheidende Anregungen verdanken. Was Adolf Greis aber von seinem Lehrmeister unterscheidet, aiuf den etwas von dem pädagogischen Geschick Emst Würten- bergers übergegangen zu sein scheint, das ist das Material, dran er sich zugewandt hat. Zu einer freudigen Erfahrung wird es einem in dieser kleinen Ausstellung, wie gut die persönlich ausgeprägte Art Sepp Biehlers diese Transponierung vom Bild ins Mosaik vertagt. Man glaubt das Monumental-Flächige, das Derb-Zupackende seiner sich unmittelbar in Linien und Konturen auslebenden Kunst mit neuen Augen zu sehen. Eines der Werke, ein Abendmahl, ist nach einem Entwurf Sepp Biehlsrs gearbeitet, und erinnert hier an romanische Wandmalerei oder mittelalterliche Buchminiaturen und ist doch etwas völlig Neues, nur frei von den Schlacken des experimentierenden Suchens. das zeitgenössischer Kunst so leicht anhaftet. Gut zur Geltung kommt auch Biehlers Fähigkeit eines fest in sich ruhenden, organischen Bildbaus, hier, wo keine Andeutungen des Plastischen mehr rinen Rest von Illusionismus bedeuten, der manchen Betrachter dazu bringt, sich an zeichnerischen Eigenwilligkeiten, die formal bedingt sind, zu stören. Von der gleichen wohlausgewogenen Ruhe und Schönheit und der gleichen sanften Gewalt der Aussage sind die eigenen Arbeiten von Adolf Greis, religiöse Motive, eine Pietä, Bildnisse von Heiligen, ®ber auch Stilleben, Portraits und Ciubtische, nnd überall sind es feine Grautöne, die mit liebevoll gewähltem Rot, Gelb-Blau und Grün stiller Eindringlichkeit musizieren. qu- Bemhard Spitzmüller Die Ausstellung, die Bernhard Spitzmüller bis zum 20. September als Zimmerausstellung der Turnierstraße 25 zeigt, war eigentlich für letzte Weihnachten geplant. Aber der Maler und Tonbildner ist eben erst wieder dabei, langsam seine Hände zum Formen und Maien neu gebrauchend, von einer schweren Krankheit zu genesen. Vor allem beschäftigen ttu» zur Zeit an Drahtplastiken erinnernd* Bewegungsstudien aus Messingblech. Seine diesjährige Ausstellung soll nun einen Ueber- blick geben über eine 44jährige künstlerische Arbeit vom ersten Christuskopf, den der 15- jährige formte, bis zum Traumbild einer Fronleichnamsprozession vor dem Konstanzer j Münster im Jahre 1692. Eigentlich ist es ja nur ein Teil seines Lebenswerkes, was in Spitzmüllers Werkstatt verblieb. Das meiste gab er aus der Hand und es wurde weit im Land herum zerstreut. Aber in Bernhard Spitzmüller lebt eine plastische Begabung, und wie ein echter Musikant das Musizieren nicht lassen könnte, so kann er der Phantasie nicht wehren, die unablässig in ihm neue Formen hervorbringt und ihn zu ihrer Verwirklichung treibt. Und wie ein Urmusikant zur Not jedes Instrument in die Hand nehmen kann, so kennt Spitzmüller kaum Grenzen der künstlerischen Betätigung von der Plastik und vom Bild bis zum Kunstgewerbe der Töpferei. Was diese überquellende Phantasie immer von neuem anregt, das ist die bildende Kunst in den Kirchen, die ja jahrhundertelang der einzige Hort der Künste waren. So entstehen Madonnen. Kruzifixe, Heiligenfiguren und Reliquienschreine, und auch darin ist er dem unbewußt schaffenden Volk verwandt, daß ihm nicht alles gleich gerät. Wohl aber spricht aus allem die gleiche Religiosität, die vor den Nachtseiten des Lebens, vor Krieg und Tod und Brand nicht die Augen schließt. qu- 3. Matnauer Schloß«SerenaOe Mit dem Motto „Wiener Meister“ hatte das Städtische Orchester unter der Leitung Richard Treibers dem zahlreichen Serenaden- Publikum am Mittwochabend im Schloßhof der Insel Mainau offenkundig eine besondere Freude bereitet Die leise Verzauberung und die innerlich befreiende Wirkung, die von der Klangwelt der alten Wiener Meister Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert ausgeht, vermag wie keine andere Musik alle leidigen Sorgen und Alltagskümmernisse mit heiterer Hand hinwegzuwischen. Die vertiefte Eindringlichkeit, welche der Dirigent in der Ausschöpfung der Werkpartituren, insbesondere bei Schubert, zeigte, war ganz geeignet, die Zuhörer bis zum letzten Bogenstrich des Orchesters zu fesseln. Mozarts Titus-Oouver- tür« erfuhr klanglich und rhythmisch »in* sehr harmonisch abgestimmte Wiedergabe. Beethovens „Elf Wiener Tänze“ im Wechsel der Walzer und Menuette trugen trotz gelegentlicher kleiner rhythmischer Schwankungen ganz jenen Geist altfränkischer Behäbigkeit und gemütvoller Grazie, welche deT Altmeister ihrem köstlichen tänzerischen Linien- fall verliehen hat. Besondere Eindrücke einer musikalisch verfeinerten Gestaltungs weise aber knüpften sich an Schuberts Zwischenakt- und Ballettmusik aus „Rosamunde“. Sehr duftig und zart, besonders im Streicherklang von feinstrahlender Durchsichtigkeit und einer wie mit dem Silberstift hingezedch- neten melodischen und rhythmischen Prägnanz, erklang das köstlich? Werk ganz aus dem Zauber seiner poetischen Stimmungen ! und romantischen Traumfarben. Haydns zum j Abschluß gespielte amüsante „Abschieds-Sin- j fonie“ in fls-moll trug bei Taller liebevollen : Ausdeutung in ihrer klanglichen Substanz j etwas zu sehr hervortretende romantisierend? Akzente. Hier wirkte der Stimmungsraum [ Schuberts offenbar in einer Weise nach, daß ; man, da aus technischen Gründen die Originalfassung — mit den allmählich ausgelöschten Wachslichtern und den bis auf zwei Geiger das Kodium verlassenden Musikanten — nicht gut verwiklicht werden konnte, die Reihenfolge der Vortragsstücke ruhig hätte vertauscht werden können. Die Besucher dankten dem Orchester und seinem Dirigenten durch wiederholten herzlichen Beifall. -Lg. Die neuen Filme Ab heute zeigt das Gloria den inzwischen zum Großerfolg gewordenen neuen drutschen Film „Das doppelte Lottchen“ (nach Kästners Roman) mit den Zwillingen Isa und Jutta Günther. — Das Capitol bringt von heute bis Montag den Film „Panik um King Kong.“ Im Scala-Theater läuft der amerikanische Spitzenfilm „Mein Glück in deine Hände“ mit Margaret Sullavan als Hauptdarstellerin. — Im Roxy wird der Film „Das ewige Spiel“ mit Willy Birgel, Comell Borchers und Will Quadflieg gezeigt. — Spätvorstellungen sind im Gloria heute Freitag sowie am Samstag mit dem Musikfilm „Philharmoniker“ und im Capitol . (Samstag und Sonntag) mit dem Wildwestfilm „Kampf um die Prärie“. Im Roxy wird am Freitag „Die eiserne Blume“, ein Farbfilm aus Sowjetrußl&nd mit deutschem Text aufgeführt. Drei Kranhenbäufer unter einer Leitung Dennoch bleibt Selbständigkeit der Abteilungs-Chefärzte gewahrt Bisher waren die drei städtischen Krankenanstalten, Krankenhaus, Frauenklinik und Klednkinderkramkenhaus, in sich, selbständig. Jetzt werden sie durch eine neuerlassene Anordnung der Stadt unter eine einheitliche Verwaltung und Leitung gestellt. Die Stadtverwaltung hat sich in den letzten Wochen in zahlreichen westdeutschen Städten erkundigt und festge- steilt, daß fast überall eine einheitliche Verwaltung der städtischen Krankenanstalten schon seit Jahren besteht. Vor allem sprechen Zweckmäßigkeitsgründe jetzt auch in Konstanz für eine Zusammenfassung. Dadurch läßt sich nicht nur für den Einkauf und die Planung, sondern auch für den Verkehr mit den einzelnen Krankenkassen eine einheitliche Linie ermöglichen. Es wurde inzwischen eine Mustersatzung ausgearbeitet, die durch Bürgermeister Schneider dem Stadtrat vorgelegt und vom Stadtrat genehmigt wurde, nachdem sie zuvor eingehend mit den Aenzten der städtischen Krankenanstalten besprochen, worden war. In der Satzung wird zunächst festge- stellt, daß im Interesse einer rationellen Leitung, Planung und Wirtschaftsführung eine gemeinsame Leitung der städtischen Krankenanstalten erforderlich ist. Die Gesamtleitung obliegt einem ärztlichen Direktor und einem Verwaltungsdirektor. Der ärztliche Direktor, ein hauptamtlich eingestellter Chefarzt, ist verantwortlich für den gesamten medizinischen, pflegerischen und hygienischen Betrieb der Krankenanstalten und wird vom Stadtrat ernannt. Er hat das Vorschlagsrecht über Einstellung und Entlassung ärztlichen Dienstpersonals, sowie Anschaffung von Instrumenten nach vorheriger Beratung mit den zuständigen Aerzten. Die Selbständigkeit der Chefärzte der einzelnen Abteilungen wird im übrigen in der Verwaifungsordnung nicht angetastet. Der Direktor der Spitaliverwaltung ist zugleich Verwaltungsdirektor der städtischen Krankenanstalten.. Er ist zu einer engen Zusammenarbeit mit dem ärztlichen Direktor verpflichtet. Ihm obliegt der Ver- waltungs- und Wirtschaftsfoetrieb, ferner die Durchführung der getroffenen Anordnungen dies ärztlichen Direktors auf medizinisch-technischem Gebiet. Er ist außerdem für die Aufteilung des Haushaltsplans der städtischen Krankenanstalten verantwortlich. Weiter wird in der neuen Verwaltungsanordnung die Tätigkeit für die einzelnen Chefärzte Umrissen, die der Dienstaufsicht des ärztlichen Direktors unterstehen und die Verantwortung für den einwandfreien Zustand ihres Wirkungsbereiches tragen. Die Oberin hat die Verantwortung über das weibliche Pflegepersonal. Die Technik Darf nicht nachhinken Finanzplan der Stadtwerke und Bei den Stadtwerken und den Städt Verkehrsbetrieben^ sind es beim Haushaltsplan Aufwendungen, die dm Interesse der Aufrechterhaltung der Stromversorgung und für die Verbesserung des Fähreverkehrs Staad—Meersburg gemacht werden müssen. Im Finanzplan 1951 sind insgesamt 1320 900 DM eingestellt, von denen allerdings vorerst nur 920 000 DM zur Verfügung stehen. Der Restbetrag mit 400 000 DM bleibt solange gesperrt, bis die Finanzierung durch Darlehensmittel sichergestellt ist. Beim Gaswerk sind es die Rohmetzerweiterungen, die einen Kostenaufwand von 57 000 DM verursachen. Außerdem ist die Errichtung einer Kondensatscheideanlage mit einem Gesamtaufwand von 109 000 DM geplant, für die eine erste Rate mit 72 000 DM vorgesehen ist. Um eine größere Belastung des Stromnetzes und einen evtl, damit verbundenen Ausfall der Stromversorgung zu vermeiden, war die Erweiterung des Hoch- und Niederspannungsnetzes nicht mehr zu umgehen. Der Aufwand hierfür beträgt der Städtischen Verkehrsbetriebe 179 200 DM. Für die Umstellung auf Gleichstrom werden 26 000 DM und für die Erweiterung der öffentlichen Beleuchtung 20 000 DM benötigt. Die Erweiterung und Einrichtung verschiedener Transformato- ren-Stationen belasten das E-Werk mit 100 900 DM. Beim Wasserwerk sind es ebenfalls die Rohmetzerweiterungen, die einen Kostenaufwand von 40 100 DM ver- ursachff. Bei den Verkehrsbetrieben erscheinen als wesentlichste Posten die Erstellung eines Landesteges in der Seestraße mit 9000 DM, die Anschaffung von zwei Omnibus-Aufbauten mit 47 000 DM, während für die Beschaffung von neuen Reifen 23 000 DM bereitgestellt werden mußten. Der Molenausbau am Fährehafen in Staad, der mit der Beschaffung des vierten Fährschiffes notwendig wird kostet 45 000 DM und der Aufwand für die Errichtung des Fähre-Wartehauses in Meersburg, das in der nächsten Woche eröffnet wird, ist mit 41 500 DM errechnet. Außerdem mußte al® erste Rate des Kaufpreises für das neue Fährschiff ein Betrag von 505 000 DM vorgesehen werden. Wegroeiler zur „Umerroelt" Kleine Hinweisschilder enthüllen Ihre Geheimnisse Täglich gehen wir an kleinen Schildern mit Buchstaben und Zahlen vorbei, ohne zu wissen, welchen Zweck sie erfüllen. Einmal sind es rot umrandete weiße Schilder mit schwarzer Beschriftung, daneben hängen blaue oder gelbe Schilder und hin und wieder auch grüne Tafeln. Es ist ganz interessant, sich mit diesen Schildern etwas mehr vertraut zu machen, handelt es sich doch um nichts anderes als die Wegweiser zur „Unterwelt“ der Stadt Konstanz. Allerdings nicht zu einer Unterwelt, die Lichtscheuen Zuflucht bietet. Wir haben es vielmehr mit sogenannten Hinweisschildern zu tun, die uns etwas über die „Eingeweide“ unserer Stadt verraten, vornehmlich über die Kanalisation, Wasser- und Gasleitungen. Nach den Angaben des Statistischen Jahrbuches Deutscher Gemeinden, gab es im Herbst 1949 beredt® eine Kanalisation von 62 km Länge in Konstanz! Es gibt allerdings bevölkerungsmäßig gleichgroße Orte, die infolge ihrer flächenmäßigen Ausdehnung ein noch längeres Kanalnetz besitzen. Um diese unterirdischen Leitungsanlagen zu kontrollieren und zu wissen wo die Leitungen in der Erde liegen, wurden die erwähnten Hinweisschilder angebracht. Da ist beispielsweise das nicht nur auffälligste, sondern auch zugleich wichtigste, rotumrandete, weiße Hinweisschild für Feuerwehrleitungen. Bei Bränden bringt die Feuerwehr das Wasser heute nicht mehr in Wasserwagen mit, sondern schließt die Schläuche an die Straßen-Hydranten an. Da bei einem Brand jede Minute Zeit wertvolles Gut vernichtet, müssen die Hydranten schnell zu finden sein, wozu die Hinweischiider beitragen. Alle Hinweisschilder sind durch ein sogenanntes Balkenkreuz aufgeteilt, das wie ein großes „T“ aussieht. Oben auf dem waagrechten Querbalken steht ein Bucn- stabe mit einer Zahl. Neben dem von der Mitte des Querbalkens senkrecht nach unten führenden Strich steht eben falls eine Zahl, aber immer nur auf einer Seite, entweder links oder rechts vom Strich. Schließlich befindet sich genau in der Mitte unter dem Balkenkreuz eine weitere Zahl. Mit diese«' Buchstaben und Zahlen hat es folgende Bewandtnis: Das „H“ mit der Zahl 125 kennzeichnet einen Hydranten, der einen Durchmesser von 125 Millimeter aufweist, was für die Feuerwehrmänner hinsichtlich der anzuschließenden Schläuche sehr wichtig ist, da es verschiedene Oeffnungen bei den Hydranten gibt. Um den Hydranten oder die anderen unterirdischen Leitungen jedoch ohne langes Suchen gleich zu finden, wurden die Zahlen unter dem Balkenkreuz auf den Hinweisschildern angebracht, die die Entfernungen vom jeweiligen Hinweisschild aus gesehen in Metern anzeigen und zwar nach rechts oder links, je nach der Beschriftung zum senkrechten Strich auf dem Schild. In unserem Beispiel also 8,6 Meter vor dem Hinweisschild muß der Hydrant zu finden sein, damit unnötig langes Suchen vermieden wird, was z. B. bei Schnee der Fall sein würde. Zu beachten ist also, daß die rotumrandeten weißen Schilder immer auf Feuerwehrleitungen hin weisen, während gelbe Schilder Gasleitungen und blaue Schilder mit großem „E“ elektrische Kabelleitungen anzeigen. Die Schilder sind durchschnittlich 140X200 mm groß, mit Ausnahme des Feuerwehrieitungsshildes, das etwas größer ist und ein breites Format aufweist, damit es besser erkennbar ist. Immer wieder Verkehrsunfälle Am Dienstag und Mittwoch ereigneten sich im Stadtgebiet wieder einige Verkehrsunfälle, die bei einiger Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme sich vielleicht hätten vermeiden lassen. Glücklicherweise liefen sie alle noch glimpflich ab. So stießen an der Einmündung von der Bahnhofsstraße in den Bahnhofsplatz zwei Personenkraftwagen, am nördlichen Brük- kenkopf der Rheinbrücke ein Personenkraftwagen und ein Radfahrer, an der Ecke Schiff-Hoheneggstraße ein Kraftrad und eine Radfahrerin und in der Gustav- Laßt Eure Kinder nickt auf der Straße spielen, Es brachte Unglück schon bei vielen! Schwab-Straße ein Radfa'hrer mit einem Personenkraftwagen zusammen. Auf der Rheinbrücke fuhr ein Omnibus beim Bremsen auf einen Personenkraftwagen auf. In allen diesen Fällen gab es Sachschaden, doch keine Verletzte. — Zwei Si-nwervpriotzte gab es dagegen in Friedrichshafen bei einem Zusammenstoß zwischen einem französischen Jeep und einem K-aft-ad. De" T —’-c” des Motorrades und •»ein Be'fa'nrei-, r-' : de aus Konstanz, mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Freitag, 17. August 1951 SÜDKURIER K Auelanösrelfe leicht gemacht Mit der Kennkarte nach Lugano und auf die Alpenp&sse In der Hochsaison, da die Tagestouristen dem Feriendauergast und die Tagungen und Kongresse der erholsamen Ruhe Platz gemacht haben, gewinnt das Reisegebiet am Bodensee ein ganz wesentliches Anziehungsmocnent in den kurzfristigen Ausflugsreisen zu den berühmten Ferienorten der Schweiz und Norditaliens, die nunmehr mit geringsten Formalitäten wieder möglich sind. „Was brauchen Sie? — Nur eine Kennkarte. Alles andere besorgen wir!“ So versprechen lockend bunte Reklametafeln vor den Reisebüros in den Bodenseestädten. Reiserouten, die vor einem Jahr dem schlichten Bürger ohne umständliche Formalitäten und Vorbereitungen niemand anbieten konnte, erfordern heute nur noch die Kennkarte und die eintägige Anmeldefrist. Zwar waren verschiedene Gesellschaftsreisen ins Ausland auf Grund der deutschen Kennkarte auch im letzten Jahr schon möglich, aber erst im Juni dieses Jahres ist die Verpflichtung zur Urabedenklichkeitserklänung des Wohnortes gefallen, die immer mindestens eine Woche Abwicklungszeit in Anspruch nahm. Heute genügt tatsächlich die Kennkarte. Alles andere besorgen die Reisebüros... Mit deutschen Omnibussen oder mit Sonderzügen der Deutschen Bundesbahn werden zahlreiche reivolle Touren durchgeführt, die für den Feriengast am Bodensee einen Höhepunkt seiner Urlaubswochen bedeuten. Sie vermitteln wieder das Gefühl der Intemationalität und Weltweite, das schon vor dem Krieg eine Bodenseereise so interessant machte. Ein-, Zwei- und Dreitagesfahrten werden laufend durchgeführt. Luzern mit dem Vierwaldstätter See oder Lugano, sind beliebte Ziele der Tagesfahrten. Eine Fülle von Eindrücken, an denen es sich lange zehren läßt, ist in diese Reiserouten einbegriffen: Das Erlebnis des vielfachen Grenzübertritts und des Aufenthaltes in fremden Ländern, die Paßfahrten zwischen hohen Schneewänden auf den berühmten Alpenpässen, der abendliche Rundblick vom Berg San Salvatore bei Lugano über den hufeisenförmig geschwungenen See und das kreisrunde Alpenpanorama, ein Abend an südlichen Gestaden unter Fächerpalmen und Zitronen, ein Bad im azurblauen italienischen See. Bei den mehrtägigen Reisen besorgen die Unternehmer mit Hilfe ihrer Devisenzuteilung die Übernachtungen und die Hauptmahlzeiten gegen deutsches Geld. Ein Taschengeld — 10 DM bei der Eintagesreise — kann mit genommen werden. Der Feriengast kann sich mit kleinem Marschgepäck kurzfristig zur Teilnahme entschließen. Zur leichten Sommerkleidung wird ein Regenmantel aus Popeline, ein Schlafanzug, ein Badeanzug mitgenommen; denn die landeskundigen Fahrer rasten gerne an einem verschwiegenen Uferstückchen, wo ein gebührenfreies und erfrischendes Bad genommen werden kann. Stabtnadjridjten Seinen 80. Geburtstag begeht heute Freitag Rentner Martin Vogler, Gebhardstr. 20. Gleichfalls den 80. Geburtstag feiert heute Frau Amalie Kleinhaus im Städtischen Altersheim (Lutherplatz). In der Nacht zum Mittwoch wurde in ein Ladengeschäft in der Wilhelmstraße ein Einbruch versucht. Die Diebe wurden dabei irgendwie gestört, so daß sie ohne Beute abziehen mußten. Bei einem Einbruch in einer Gaststätte auf der Marktstätte in der Nacht zum Donnerstag wurde dagegen ein Geldbetrag von etwa 100 DM und eine Uhr entwendet. Am Mittwochvormittag entstand in einem Lagerraum in der Schneckenburgstraße durch die Explosion des Benzintanks eines Personenkraftwagens ein Brand, der auf die im Lager liegenden Altmaterialien Übergriff, aber bald wieder gelöscht werden konnte. Es entstand Sachschaden. Wir berichteten vor einigen Monaten über eine merkwürdige Begebenheit, die eich in der Nähe von Ueberlingen zugetragen hat. Vier junge Burschen, die bettelnd und stehlend die Gegend unsicher machten, hatten einen Schwur getan, daß sie immer gemeinsam und ohne einander zu verraten, auf Beute ausgehen würden. Auf einem Zeltlagerplatz am Seeufer hatten sie dann zwei Freiburger Lehrlinge mit Knüppeln bewaffnet überfallen, um ihnen Geld und Lebensmittel zu rauben. Der Ueberfall war mißlungen, man batte die kleine Räuberbande verhaftet, und drei von ihnen sind bereits vom Schwurgericht Konstanz zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Am Dienstag hatte nun das große Jugendschöffengericht die Aufgabe, über den vierten im Bunde zu richten, der zur Zeit der Tat noch unter 18 Jahre alt gewesen ist. Es stellte sich heraus, daß gerade er, der Jüngste, bei der Ausführung des Ueberfalls die treibende Kraft gewesen ist. Die Vier hatten zwar bei nächtlichem Kriegsrat dm Zelt unheimliche Pläne geschmiedet, hatten sich ausgedacht, daß man die beiden Opfer fesseln und, auf einem Floß festgebunden, in den See hinaustreiben lassen sollte. Am Morgen aber waren diese wüsten Indianerphantasien vergessen. Nur er, der Jüngste, konnte sich von den Gedanken an einen Ueberfall nicht trennen, zumal der Hunger nicht unbeträchtlich war und die beiden Lehr- ilnge vor den Augen der Vier ein gutes Frühstück verzehrten. So flüsterte er also in einem geeigneten Augenblick seinen Kumpanen zu: „Jetzt müssen wir zuschlagen, oder es ist zu spät!“ — Und dann schlugen sie zu, bekamen aber sofort Angst vor ihrer eigenen Courage, warfen die Knüppel weg und flohen. Immerhin aber hatten sie doch so gut getroffen, daß einer der Lehrlinge mit einer Gehirnerschütterung liegenblieb. Oberstaatsanwalt und Strafverteidiger waren sich nur in einem Punkt einig, nämlich, daß man diese Tat nicht, wie in der Anklageschrift geschrieben steht, als einen Mordversuch bezeichnen kann. In allem anderen aber gingen die Meinungen weit auseinder. Der Oberstaatsanwalt meinte, man dürfe nicht ohne ungerecht zu sein, bei diesem einen, nur weil er etwa ein Jahr jünger ist als die anderen, über seihen Beitrag zur Tat milder urteilen. Im Gegenteil, er sei ja schließlich dm entscheidenden Moment die treibende Kraft gewesen. Antrag: Jugendgefängnis auf unbestimmte Dauer, nicht weniger als zwei, nicht mehr als vier Jahre. Der Verteidiger hingegen war der Auffassung, daß man gerade die Jugend, bisherige Unbescholtenheit und gute Herkunft des Angeklagten, der reichlich bewegten und kriminell schon belasteten Vergangenheit der drei anderen gegenüberstellen und sie mildernd in Betracht ziehen müßte. Eine lange Gefängnisstrafe — meinte der Verteidiger — würde diesen jungen Menschen vielleicht erst recht auf den Weg des Verderbens führen. Wir haben aus Berichten und Gesprächen die Kenntnis, daß zum Beisp’el, das Jugendeefängnds in Freiburg eine Anstalt ist, in der ein Verurteilter, der sich willig Am Mittwochabend gegen 20.15 Uhr stieß im Bahnhof Kreuzlingen ein nach Konstanz ausfahrender Triebwagen der Mittelthurgaubahn mit einem Rangierzug zusammen. Personen wurden nicht verletzt. Der Sachschaden war dagegen erheblich. Unter dem Motto „Das deutsche Lied“ spielt am Sonntagvormittag ein Bläserquartett des Musikvereins „Eintracht“ Konstanz-Petershausen vor dem Wöchnerinnenheim und dem Krankenhaus. Am Sonntagnachmittag ist _jm „Alemannen“ eine Bezirkskonferenz der Deutschen Postgewerkschaft, auf der der zweite Vorsitzende der Bezirksleitung Südbaden, Postinspektor Flamm, über die gegenwärtige wirtschaftspolitische Lage des Postpersonals und der Sekretär der Postinternationale, Fritz Gmür-Bern, über die Dienst- und Personalverhältnisse in den Ländern außerhalb Deutschlands sprechen werden. zeigt, etwas Solides lernen kann, daß dort Aufseher und Erzieher sind, die viel dafür tun, daß ihre Schützlinge den Freiheitsentzug nicht nur als Strafe, sondern auch als Ersatz für ein geordnetes Familienleben betrachten können. Wenn es so ist — und wir haben keinen Grund daran zu zweifeln — kann man in der Tatsache, daß das Gericht auf zwei Jahre und drei Monate Jugendgefängnis erkannte, keine unnötige Härte erblicken. Zumal es bei allem Wohlwollen für Indianerromantik doch ein starkes Stück bleibt, zwei ahnungslose Urlauber mit Knüppeln zu überfallen, nur um etwas zum Essen zu erbeuten! Lampe 17 Personen festgenommen Wie die Kriminalpolizei berichtet, wurden in der Zeit vom 1. bis 15. August 17 Personen festgenommen, davon eine wegen Verdachts des Meineids, eine wegen Verbrechens nach § 175 StrGB, je eine wegen einfachen und erschwerten Diebstahls, zwei wegen illegalen Grenzübertritts, vier Jugendliche, die sich ohne Ausweispapiere an der Grenze umhertrieben, und sieben von verschiedenen Behörden zur Festnahme ausgeschriebene Personen. Angezeigt wurden drei erschwerte und 14 einfache Diebstähle, von denen zehn noch nicht aufgeklärt sind. Bei den anderen sieben Fällen konnten zehn Personen als Täter ermittelt werden. Bei mehreren Diebstahlsanzeigen hat sich im Verlauf der Bearbeitung herausgestellt, daß die angeblich gestohlenen Sachen nur verlegt waren und bei genauer Nachschau hätten gefunden werden müssen. Es sei bei dieser Gelegenheit daran erinnert, daß sich die Anzeiger in solchen Fällen wegen falscher Anschuldigung strafbar machen können. Von den gestohlenen Gegenständen fehlen u. a. Elektrogeräte im Werte von über 1000 DM, 13 Schachteln Stumpen und Bargeldbeträge von 10 bis 600 DM; ferner eine goldene Brosche, eine goldene Halskette, vier Bettbezüge und Stoffe. Weiter wurden angezeigt vier Betrugsfälle, je zwei Unterschlagungen (davon eine im Amt) und Notzuchtverbrechen (Täter noch nicht festgestellt) und je ein Fall erschwerter Körperverletzung und Nötigung, ferner ein Vergehen gegen das Landeswohnungsgesetz, ein Vergehen wegen unerlaubter Betätigung als Rechtsbeistand und ein Paßvergehen. Eine Person verübte in der Berichtszeit Selbstmord. Mehrere der Geschlechtskrankheit verdächtige Personen wurden fachärztlicher Behandlung zugewiesen, bei sechs Personen der Aufenthalt ermittelt.. Als besondere Belastung macht sich die Hochsaison im Fremdenverkehr bemerkbar, weil sich in diesen Verkehr verschiedene kriminell belastete Elemente einschieben, die nebenbei neue Straftaten verüben. KaubüberfaU in RI ela singen Singen. In der Gemeinde Eielasingen wurde ein Mädchen, das am späten Abend von der Schichtarbeit nach Hause zurückkehrte, von einem unbekannten Mann angehalten und vom Rad gerissen. Der Rohling bemächtigte sich der Einkaufstasche, die am Fahrrad hing und suchte damit das Weite. Vtts bet 9tod>taffdKi# Patrozinium im Reicbenauer Münster Insel Reichenau. Auch dieses Jahr versammelten sich die Katholiken der Insel in großer Zahl im altehrwürdigen Marienmünster, um den Festtag der Himmelfahrt Mariens zu feiern. Erklang doch gerade in diesen Hallen im 11. Jahrhundert zum erstenmal das „Salve Regina“ von Hermann dem Lahmen, des frommen Mönchs der Reichenau, das heute zum Gebet der Kirche auf dem ganzen Erdkreis geworden ist. In markanten Worten verstand es der Festprediger Pater Sebastian (OSB Beu- ron) in seinem Thema „Maria, das große Zeichen in der göttlichen Offenbarung“, verbunden mit der Dogmaverkündung Papst Pius XII., das katholische Volk zu erbauen. Nach altem Brauch wurden die Kräuterbuschein geweiht, die von den Kindern gebracht wurden. Während des levitierten Segenamts brachte der Münsterchor unter Chordirektor Max Stengele die „Missa Sexta Pastoralis“ von A. Faist für gemischten vierstimmigen Chor, Orchester und Orgel sowie das „Tantum ergo“ von Franz Schubert wirkungsvoll zu Gehör. Bei herrlichem Sonnenschein zog anschließend die Prozession durch die Straßen von Mittelzell, die von vielen Schaulustigen umsäumt waren. Zwei Offiziere mit vier Soldaten der althistorischen Bürgerwehr bildeten die Ehrenwache beim Allerheiligsten. Mitgetragen wurden die alten Klosterschätze, während die Bürgermusikkapelle unter Kapellmeister Franz Wurz durch ihre Weisen die Feier erhebend gestaltete. Mit dem „Te Deum“ und dem Segen fand das Patrozinium des Münsters einen würdigen Abschluß. — Ihren 80. Geburtstag feierte gestern Frau Emma Keller, geb. Hedemann. Hegne. Immer wieder klagen Reisende und Gäste, die in den in Radolfzell um 16.55 Uhr abfahrenden Nachmittagszug umgestiegen sind, daß dieser Zug in Hegne und Reichenau durchfährt ulnd erst wieder in Petershausen hält Diese Fahrgäste sollten in Radolfzell darauf aufmerksam gemacht werden, daß dieser Zug nur in Allensbach hält. Noch besser wäre es, wenn der Zug wenigstens über die Hauptbesuchszeit auch an allen Stationen am Bodanrück halten würde. — Die Bauarbeiten am Kindergarten sind soweit fortgeschritten, daß nun das Richtfest gehalten werden kann. —» Erfreulicherweise genehmigte der Gemeinderat die Mittel, die zu einer Anlage vor dem Rathaus und der Dorfkapelle Verwendung Anden. Dettingen. Nachdem erst in der vergangenen Woche Hermann Ettwein bei der gefährlichen Kurve vor dem Gasthaus „Kreuz“ verunglückte, ereignete sich dieser Tage beinahe an der gleichen Stelle ein Zusammenstoß zwischen einem Dreirad aus Litzelstetten und einem Motorrad aus Konstanz, wobei der Motorradfahrer eine Gehirnerschütterung und Fleischwunden davontrug. Bei beiden Unfällen ist beträchtlicher Sachschaden entstanden. — Am Montag verunglückte beim Oehmd- laden Frau Adelheid Okle geb. Hafen und erlitt einen Becken- sowie Schlüsselbeinbruch. Ebenso verunglückte ein hier zu Besuch weilendes Kind. — Die Getreideernte, die größtenteils zufriedenstellend ausflel (mit Ausnahme der von Wildschweinen heimgesuchten Felder) ist zu Ende. Nun ist die Oehmdemte im Gange, deshalb sind noch einige, anhaltend schöne Wochen dringend erwünscht. — Zu Beginn des neuen Schuljahres treten hier elf Abc-Schützen, acht Knaben und drei Mädchen, erstmals den Weg ins Schulhaus an. — Morgen Samstag verehelichen sich in der Klosterkirche in Birnau der hiesige Schreiner Walter Fuchs und Fräulein Stasi Müller aus Reinsdorf, Kreis Dose! (Schlesien), zuletzt wohnhaft in Kaltbrunn. Chronik von» Bodenaee Sämtliche Zimmer belegt Radolfzell. Sämtliche verfügbaren Botel- und Privatfremdenzimmer in Radolfzell sind seit Wochen und für Wochen hinaus voll belegt. Die Stadtverwaltung ist infolgedessen bemüht, die Freigabe noch beschlagnahmter Zimmer und Häuser zu erreichen, die zum Teil leer stehen. Doch war den Bemühungen der Stadt bisher kein Erfolg beschieden. Ein Betrüger betrog den anderen Singen. Ein 30jähriger Kaufmann hat verschiedene Geschäftsleute im Bundesgebiet durch Un- tersdil&gungen und Darlehensbetrügerei-en uim rund 2000 DM geschädigt Bei einem Besuch der Spielbank hatte er einem anderen Mann 560 DM zur Aufbewahrung übergeben, der mit dem Betrag verschwand. Den Rest verspielte der Kauf- mann an der Spielbank. Air ach will selbständig werden Stodcacb. Die Angelegenheit der Ausgemeindung des Ortsteils Airadi aus Stocka* ist nunmehr in ein ents*eidendes Stadium getreten. Die Bemühungen der Aira*er Bürger, si* von der Stadt Stocka* zu trennen und si* der Gemeinde Winterspüren anzus*ließen, führten jetzt dazu, daß diese Frage vor dem Berufungsaus- s*uß des Landtags geprüft wird. 7208 Volkss*üler im Kreis Ueberlingen Ueberlingen. An den 61 Volkss*ulen des Landkreises Ueberlingen, die von 7208 S*ülern besu*t werden, unterrichten 145 Lehrkräfte. Außerdem wurden sieben Jungkräfte eingesetzt, während 19 Handarbeitslehrerinnen teils planmäßig, teils im Vertragsverhältnis, tätig waren. 733 S*üler, darunter 221 Mäd*en besu*- ten die Höheren Lehranstalten in Meersburg, Pfullendorf und Ueberlingen. Sie wurden von 50 Lehrkräften unterrkbtet. „Rasieren, bitte 1" Markdorf. Ein biederer Markdorfer Bürger er- s*ien dieser Tage, in Gedanken versunken, in einem Friseurges*äft, um si* rasieren zu lassen. Da gerade ein Platz frei war, setzte er si* glei* vor den Spiegel. Erst jetzt bemerkte er, daß er si* kurze Zeit zuvor selbst rasiert hatte. Türklinke unter Strom Pfnllendorf. In der hohenzolleris*en Gemeinde Mindersdorf weigerte si* ein Bauer Heimatvertriebene aufzunehmen, so daß die Behörde in Anspru* genommen werden mußte. Als die Polizei kam, war das Haus vers*lossen und die Türklinke unter S*wa*strom gelegt. Fehlgeleitete „Inöianerromantih" Zwei Jahre Gefängnis für einen Achtzehnjährigen * 4h ■Jt >•: /Lv Stimmt da nickt f Bllders*erz Nr. 62 des Südkurier: Ein sehr seltenes Bild aus dem alten Konstanz, aus der Zeit, als es hier no* keine Eisenbahn gab. Bück auf den Konstanzer Hafen. Links die 1864 abge- bro*ene Kapuzinerkir*e, in der Mitte das 1062 abgebro*ene Kornhaus, ganz re*ts ist ein Stück- *en vom Konzil zu erkennen. (Aufnahme von German Wolf, aus dem Besitz von Josef Fischer, Konstanz) Auflösung von Bilders*erz Nr. 61: Der zweite Musiker von re*ts trägt im Gegensatz zu allen anderen Musikern keinen S*irm an der Mütze. Den Preis von zehn Mark erhält: Emst Danksin, Villingen, Roderetraße 5. Weiterhin können auf eine ri*tige Lösung stolz sein: Asta Korhumroel, Böblingen, Am Galgenberg 8: L. Kirmse, Konstanz, Wolimatinger Straße 49; Kaufmann Josef Knor, Weingarten, Ravensburger Straße 40; Alfred S*uhma*er, Rielasingen, Hegaustraße Nr. 21. Tritt gefaxt ...i Zahlrei*e Leser stellten mit Befriedigung fest, daß der zweite Musiker von links ,fals*en Tritt" hat und glaubten hier den Fehler gefunden zu haben. Wer genauer hinsah, konnte erkennen, daß au* andere Musiker ni*t im Glei*s*ritt mars*ierten. Ein alter Soldat meint, es täte fast weh, zu sehen, daß da ein Mann aus der Reihe tanzt. Ein anderer Leser argumentiert: Der Einsender des Bildes als alter Soldat würde es kaum einges*i*t haben, wenn da ein Mann wirkli* in fals*em S*ritt mars*iert wäre, also läge da wohl mit ziemli*er Si*erheit der auf dem Bilde angebra*te Fehler. Wir glauben ni*t indiskret zu sein, wenn wir verraten, daß der Einsender des Bildes, Stadtkapellmeister L R. Otto Ei*ler, Möhringen, selbst auf diesen „Fehler" im Bilde aufmerksam gema*t — und gemeint hat, wir brau*en also keinen weiteren Fehler mehr anzubringen. Wir haben es do* getan. Denn wir hätten ja sonst behaupten müssen, daß der zweite Mann von links in Wirklichkeit den rkbtigen Tritt gehabt habe. Er hat es ni*t — und er brau*t darüber au* na*trägli* ni*t zu erröten: Denn einmal mars*ieren au* andere Musiker auf dem Bild ni*t im Glei*s*ritt und außerdem mars*iert man ja au* (wegen Einsturzgefahr) ni*t im Glei*s*ritt über eine Brücke I Verena S*mal aus Volkertshausen weist mit Re*t darauf hin. Seihst über größte und stabilste Brücken soll keine Kolonne im Gleidis*ritt mars*ieren. Die Tuttlinger sind also völlig rehabilitiert! Einige Leser finden, daß der Junge mit Laterne (weil es Tag ist) si* ni*t ri*tig verhält: Der Rätselonkel meint, daß er, wenn er als Junge eine so s*öne Laterne gehabt hätte, wohl au* den ganzen Tag damit herumgelaufen wäre. . und ni*t den -Abend hätte erwarten können. — Einige Leser glaubten, die Kapelle mars*iere bei Stein gegenüber Sädcingen über den Rhein — dann allerdings würden die Brücke und einige Gebäude ni*t stimmen. Es ist aber Stein am Rhein, am Ende des Untersees, 65 km östli* von dem anderen Stein am Rhein. Spezielle Kenntnisse werden beim Lösen unserer Bilderscherze ni*t vorausgesetzt; sie können von allen Rätselfreunden gelöst werden. Schwarzwald and Hochrhein 17 Ffthrraddiebstähle in eine* 11 Monat Donaues dringen. Nach dem Monatsbericht der Kreisgendarmerie ist die Kriminalität im Kreis Donauesdiingen im Juli weiter angestiegen. Besonders nahmen die Fahrraddiebstähle und sonstigen einfachen Diebstähle zu, während die schweren Diebstähle und Betrugovergehen zurüefegingen. Von den 214 gemeldeten Straftaten entfallen 17 auf Fahrraddiebstähle. Unter den ermittelten 166 Tätern sind 14 Jugendliche. Das Bad DÜrrheimer Reitertreflen Bad Dürrhelm. Mit dem großen Reit-, Spring- und Fahrturnier erlebte Bad Dürrheim den eigentlichen Höhepunkt der diesjährigen Saison. Rund 8000 Zuschauer wohnten dem Turnier bei, das in mehreren Springen, 60 dem Jagdspringen der Klasse M und dem Trostglücks-Jagdspringen, gipfelte. Finanzminister Dr. Eckert überreichte den Siegern des Jagdspringens den Ehrenpreis des badischen Staatspräsidenten und des Finanzministeriums. Buben-Bergabrennen in Todtmoos Todtmoos. Das vierte Bergabrennen um den Schwarzwaldbergmeister wurde wiederum ein ßchöner Erfolg. Von den gemeldeten 60 Fahrern waren nur wenige nicht am Start. Der Tagesbeste, Hans Porta aus Lahr, benötigte für die 1,5 km lange Rennstrecke mit ihren 16 größeren und kleineren Kurven eine Zeit von 2:01,6 Minuten und fuhr damit fast 48 Stundenkilometer heraus. Auch die nächstfolgenden Zeiten lagen immer noch über 45 Stundenkilometer. Neuer Trompeterfilm Sädcingen. Der Gemeinderat beschloß, den Film „Trompeter von Sädcingen”, der jetzt neu gedreht werden soll, ideell zu unterstützen. Der Film wurde kurz nach dem ersten Weltkrieg unter Mitwirkung der Bevölkerung schon einmal gedreht, doch ist die Kopie, die bei der Reichsfikn- kammer in Berlin hinterlegt war, nicht mehr aufzufinden. Brand im Dampfsägewerk Laufenburg. Im Dampfsägewerk Laufenburg brach ein Brand aus, der vom Heizraum auf di« in der Nähe gelagerten Oele und Fette Übergriff. Der Dachstuhl des angebauten Gebäudes mit der darunter liegenden Wohnung brannte aus. Der am Brandsatz erschienenen Feuerwehren gelang es, den Brand zu lokalisieren, so daß der Betrieb keine längere Unterbrechung erleidet. Lokale Sportumsdiau VfL Konstanz — FC Kreuzlinaen 1:1 (0:0) Das Rüdespiel gegen die Kreuzlinger Na*barn bra*te zwar keine Wiederholung der guten VfL- Leistung aus dem Vorspiel, immerhin war sie jedo* wieder besser als im Sonntagsspiel gegen Brühl St. Gallen. Maßgebend hierfür war die solidere Leistung der Läuferreihe. Der Sturm konnte allerdings au* in dieser Zusammensetzung no* keine Bäume ausreißen. Restle trat zwar als S*ütze in Ers*einung, ni*t aber in der von ihm erwarteten Rolle als älterer Stratege zwi- s*en den Na*wu*sstürmern. Der ruhende Pol war einmal mehr Zettel als Mittelläufer. Auf der Seite der S*weizer wirkten mit Rei*le, Kirst und Pröhl. wieder drei Konstanzer mit, deren Zweikämpfe mit den Einheimis*en manche pikante Note in das Treffen bra*ten. Von Beginn an bra*ten die Gäste mit ihrem weiträumigeren Spiel die Konstanzer Hinter- manns*aft in man*e Bedrängnis. Im Abs*luß ihrer Aktionen zeigten sie aber dieselbe Un- genauigkeit, die der Sturm der Seehasen bei seinen Aktionen wiederholt im Mittelfelde bereits erkennen ließ. Trotzdem ließen die beiden Außenstürmer und der später eingesetzte Halb- re*te erkennen, daß sie mit zunehmender Gewöhnung an die rauhe Luft des Amateur-Oberhauses Aktivposten bedeuten können. Als die Kreuzlinger na* dem We*sel ihren Internationalen Beerli einsetzten, wurde die Tordrohung ge!ährli*er. Dormehl zeigte nun wiederholt or- dentlictie Abwehrleistungen, s*lug aber einen ho* hereinkommenden Ball unbedrängt ins eigene Tor. Das war das Signal für ein Verstärken der Konstanzer Bemühungen, die Treutle eine Viertelstunde vor S*luß mit einem direkten Freistoß realisierte. S*iedsri*ter Brax- meier (Sinqen), mußte in Anbetra*t des Lokalkampfcharakters ziemli* oft eingreifen, was er au* gere*t und konseguent tat. VfL Konstanz AI — VfB Rehan 4:2 Na* der Bayreuther Jugend, die hier außer- ordentli* gut gefallen konnte, weilte mit der AI des VfB Rehau eine weitere sympathis*e Jugendmanns*aft aus Oberfranken beim VfL Konstanz zu Gast. In der 1. Halbzeit spielten die Konstanzer s*ön auf und erzielten vier unhaltbare Tore. Na* dem Seitenwechsel ergab si* I jedo* ein völlig verändertes Bild. Die Konstanzer Stürmerreihe eins*ließ!i* Seitenläufer hatten si* in der 1. Hälfte zu sehr verausgabt und überließen dem nun gut kombinierenden Gegner das Mittelfeld und die Spielinitiative. Nur den guten Leistungen von Torwart, Verteidigung und Mittelläufer war es zu verdanken, daß Rehau si* mit zwei Toren, darunter ein Elfmeter, begnügen mußte. VfL Konstanz TraddtAonself — FC Afieltrangen 11:2 Auf dem Waldheimplatz traf die erste Elf des FC Affeltrangen (Schweiz) auf die gut disponierte „Tradi”-£lf des VfL und mußte eine klare Niederlage einste*en. Das Spielges*ehen wi*elte si* fast auss*ließli* vor dem Gästetor ab, wo dann au* in regelmäßigen Abständen elf Tore fielen. Gegen S*luß des Spieles wurde den Gästen no* die Gelegenheit zu zwei Ehrentoren geboten, die sie dur* ihren unverdrossenen Einsatz au* redli* verdient hatten. ,Jlheinstn»i”-BoKer gegen Singen Die Box-Staffel des Kraftsportivereins „Rheinstrom" Konstanz empfängt morgen Samstag seinen alten Rivalen, den Box-Club Singen, zu dem s*on lange erwarteten Revan*ekampf (bei günstiger Witterung auf dem Stefanstumplatz, bei ungünstiger Witterang in der Schottenturnhalle). Der BC Singen ist als eine der stärksten Boxstaffeln Südbadens bekannt und konnte vom KSV ,,»Rhein- Strom" no* ni*t besiegt werden. Die Konstanzer hoffen mit einer neuen Staffel ein gutes Resultat zu erzielen. Singen verfügt in Hugo, Baschnagel. Baldis*weiler, Weinhold usw. über ausgezeichnete Kräfte, 60 daß mit sehr interessanten Kämpfen zu rechnen ist. Wetter für Konstanz Voraussage der Wetterwarte Konstanz: Freitag und Samstag trocken und warm. Sonntag veränderlich. Konstanzer Hafenpegel: 15. 8.: 452; 16. 8.: 449 Zentimeter. — Wasserwärme am 16. 8. 12 Uhr: Rheinstrandbad: 18 Grad; Freibad Horn: 19 Grad. rreitag, Aosw: Mit sts tertarifer «n best* uejvdefizi günstigui jnerbin 6 soll zwai jedoch t* spürbar 1 dritte Kl meter be Ob hierc Schiene z sefaub ge! men erst warten. Für da scharfen Auslands weitere 1 Schwärzt langer k< denseegel Gefahr n Auslände Schweiz, Die blit Züge der der linke sehe Bun zieht auf Hochrhei: gen konl elektrisch herrscht 1 verkehr bruck — der süddi Südverke Personen dem Fre gien und dienste z Jeder uns dann eere Ehe bahn zi elektrisch an Wasei Kohle so stündlich bewerb ' bahnen ' zu werde Gewiß, und Inst verbrauc! bahn erf machen nötigen ' ster Lini< angepack lungsven und Gef so wie < auch ma< desbahn seit sie n pol besit leben Kt merk fin strengen lassender die Bund nach der Preis- ui den hin| unnötig kaufmän Bei eine mehr wii Beispiele genbeisp der Bun< den: Eil Kunden überschü Rechnun träges v< 20 DM Kunden intereseii ren die: nes. Gei bahn. Je wird sti r Ein H mit jene Hans TI Waldianc Tag Ma Dauer T den viel beweiset mag, un» bracht h Wälder Weltgelt zwingen» Schaft. C höchsten ist, wirk frei und seine Be der eich sdiob, ! Deutlich reizvolle der den legen ui geschmi< an blitz» auf eine stellt, si ren Schi ßiern. E den bre : Glocken» frischen Hängen Tal erf£ ten Grü i dem Säl [ Granith f Baumgr f plastisch | wir das e her ken 7 / Seite 6 Treitag, 17. August 1951 SÜDKURIER Nr. 127 / Seite 7 i sehr sei « der Zeit 1864 abge- : ein Stüdc- Konetanz) tz zu allen an können L. Kirmse, Straße 40 tidit zu er- andere Mu- ischritt und (wegen Ein über eine lausen weist ßte und sta- Gleidischritt » völlig re- mit Laterne rerhält: Der ' als Junge , wohl auch en wäre. können. — irschiere bei lein — dann ge Gebäude Rhein, am l dem ande- isse weiden icht voraus reunden ge Tagesbeste, die 1,5 km en und klei- linuten und eraus. Auch mmer noch ß, den Fi zt neu i tützen tkrieg un einmal < Reithsfil t mehr a Lautenburg um auf die e Übergriff, les mit der e aus. Der iren gelang der Betrieb e Konstan- .laufer hat- usgabt und len Gegner Nur den äigung und daß Rehau fmeter, be- lA eltrangen ste Elf des disponierte klare Nie n wickelte tor ab, wo n elf Tore le den Gä ntoren ge- len Einsatz len is „Rhein- Stag seinen dem schon günstiger jei ungün- lalle). Der Boxstaffeln W ,,'Rhein- Kons tanzer s Resultat i aschnagel lusgezeich- ten Kätnp- Konstanz: td warm. >2; 16. 8.: im 16. 8. Freibad Die Tarifreform öer ßunöeebahn Auswirkungen auf den Fremdenverkehr im Schwarzwald und Bodenseegebiet Sonderberidit für den „SüdkiA-ier“ Mit stark erhöhten Personen- und Gütertarifen glaubt die Deutsche Bundesbahn ejn besten ihr fraglos erhebliches Millio- uendefizit beseitigen zu können. Die Vergünstigungen des Berufsverkehrs, der immerhin 63,2 Prozent aller Reisenden stellt, goll zwar unangetastet bleiben. Dafür ist jedoch beabsichtigt, den ohnehin schon spürbar hohen Regeltarif, der z. B. für die dritte Klasse bereits 6 Pfennig je Kilometer beträgt, um 15 Prozent zu erhöhen. Ob hierdurch der Abwanderung von der Schiene zur Straße nicht noch weiter Vorschub geleistet wird und die Bahneinnah- men erst recht zurückgehen, bleibt abzuwarten. Für das Fremdenland Baden, das dem scharfen Wettbewerb der benachbarten Auslandsbahnen ausgesetzt ist, bringt eine weitere Verteuerung der Reise nach dem Schwarzwald und in das ohnehin erst nach langer kostspieliger Fahrt erreichbare Bodenseegebiet aber jedenfalls zusätzlich die Gefahr mit sich, daß der devisenbringende Auslanderverkehr sich mehr und mehr der Schweiz, Vorarlberg und Tirol zuwendet. Die blitzsauberen, flinken, elektrischen Züge der Schweizerischen Bundesbahn auf der linken Rheinseite haben ja die Deutsche Bundebahn ohnehin schon zum Verzicht auf D-Zugzuschläge für die parallele Hochrheinbahn veranlaßt, um einigermaßen konkurrenzfähig zu bleiben und die elektrisch betriebene Arlberglinie beherrscht bereits den West-Ost-Durchgangs- verkehr (Paris—) Basel — Zürich — Innsbruck — Salzburg (—Wien) zum Nachteil der süddeutschen West-Ostroute. Im Nord- Südverkehr leisten die erheblich billigeren Personentarife der französischen Bahnen dem Fremdenverkehr aus England, Belgien und Holland vortreffliche Zubringerdienste zugunsten der Schweiz. Jeder vergrößerte Tarifabstand schadet uns dann ungemein! Wenn wenigstens unsere Rheintallinien mit der Schwarzwaldbahn zugunsten des Fremdenverkehrs elektrisch betrieben wäre, was in unseren an Wasserkräften so reichen und von der Kohle so entfernten Baden fast selbstverständlich sein müßte, so brauchte der Wettbewerb von Kraftfahrzeug und Auslandsbahnen vielleicht nicht so sehr gefürchtet zu werden. Gewiß, die unaufschiebbare Neuerung und Instandsetzung des dezimierten und verbrauchten Wagenparks der Bundesbahn erfordern unweigerlich das Flüssigmachen von Geldmitteln. Bei der dann nötigen Tarifreform kommt es aber in erster Linie auf den Geist an, mit dem diese angepackt wird und auf ein gutes Einfühlungsvermögen gegenüber den Wünschen und Gefühlen der Eisenbahnkundschaft, so wie es jeder tüchtige Geschäftsmann auch machen muß. Zweifellos hat die Bundesbahn auf diesem Gebiet viel gelernt, seit sie nicht mehr das Beförderungsmonopol besitzt. Konnte man früher im amt- Ichen Kursbuch den gebieterischen Vermerk finden: „Vor Gebrauch zu lesen“ mit strengen „ist verboten“ oder mit herablassenden „ist gestattet“, so bittet heute die Bundesbahn und erkundigt sich höflich nach dem Begehren ihrer Fahrgäste. In Preis- und Tarifsachen stößt sie die Kunden hingegen immer noch hier und dort unnötig vor den Kopf und zeigt sich unkaufmännisch, unfair und verständnislos. Bei einer Tarifreform sollte man auch mehr wie bisher entgegenkommender sein. Beispiele aus dem Geschäftsleben und Gegenbeispiele mögen erläutern, wo hier bei der Bundesbahn noch Fehler gemacht werden: Ein Metzger, der einem gesuchten Kunden statt 2 Kilogramm und. einigen überschüssigen Gramm 3 Kilogramm in Rechnung stellt oder statt eines Schuldbetrages von 19 DM und 10 Pfennigen volle 20 DM ankreiden wollte, verlöre diesen Kunden totsicher und die Preisbehörde interessierte sich für das Geschäftsgebah- ren dieses merkwürdigen Geschäftsmannes. Genau so handelt aber die Bundesbahn. Jede noch so bescheidene Abrundung wird strikt abgelehnt Wer 10,1 km verfährt, hat 11 km zu bezahlen, wer der Bahn über 40 DM zu verdienen gibt dem wird der Rechnungsbetrag auf volle Mark nicht etwa ab, sondern profitlich aufgerundet wer über 100 km fährt hat doppelten Schnell- und Eilzugszuschlag zu entrichten, offenbar als Strafe dafür, daß er die Bundesbahn weiterhin belästigt; bei einem kinderreichen Familienvater, an sich eine prächtige Einnahmequelle bei richtigem Entgegenkommen, wird Kind für Kind errechnet und erst, wenn er mit Frau und zehn erwachsenen Sprößlingen anrückt, wird er ale „Gesellschaft gnädig tariflich niedriger eingestuft“. Das Sündenregister ist noch nicht einmal voll. Auch die „Unterlassungssünden“ unserer Bundesbahn wären hier anzuführen: wo bleibt das bewährte badische Kilometerheft, wo ist endlich der Mann, der die Tarife nach erprobten kaufmännischen Grundsätzen aufstellt, hierbei die Konkurrent richtig einschätzt und die von der Bahn gebotenen höchst beachtlichen Vorteile gebührend herausstellt, so daß jeder Fahrgast erkennt, wirklich vorteilhaft bedient zu werden? Bestimmt sitzen im Bundes - Verkehrsministerium lauter pflichtbewußte, tüchtige und Beißige Beamte, die alle die Aufgaben der Finanzpolitik theoretisch vorzüglich zu meistern wissen, denen aber für die Praxis das psychologische Einfühlungsvermögen dafür abgeht, was dem Reisepublikum zugemutet werden darf, ohne daß es zur Konkurrenz überläuft oder das Reisen ganz unterläßt. Leider hat in dem kürzlich vom Bundestag verabschiedeten Bundesbahngesetz der Behördenstandpunkt wieder einmal sich durchgesetzt, und der maßgebende Verwaltungsrat ist mehr oder weniger der Macht der Ministerialbürokratie ausgeliefert. Kaufmännische Grundsätze hat man auch hier wieder einmal übersehen. Mit Recht hat deshalb der Bundesrat gegen dieses unglückliche Gesetz den Vermittlungsausschuß angerufen. Dr. Geyer Hilf&ahtion für notlelöenöe Jugendliche Das Deutsche Jugendrot kreuz tagte in Salem Salem. Um praktische Vorschläge für die künftige Arbeit des Deutschen Ju- gendrotkre uzes zu gewinnen, waren im Schloß Salem Angehörige des Deutschen Jugendrotkreuzes zusammengekommen. Neben Delegierten der westdeutschen Länder waren Vertreter europäischer und amerikanischer Jugendrotkreuz-cVerbände anwesend. Außer aufschlußreichen Vorträgen über Idee und Praxis des Jugendrotkreuzes in aller Welt wurden zahlreiche, in den Diskussionen gereifte Entschlüsse gefaßt, deren sofortige Verwirklichung das eigentliche Ergebnis dieser Tagung darstellt. Besondere Bedeutung kommt der in Salem beschlossenen Hilfsaktion für not- leidende Jugendliche zu, die in diesem Herbst und Winter unter dem Motto „Eine Handvoll Wärme — eine Handvoll Freude” von nahezu 5000 Jugendrotkreuz- Schulgemeinschaften und 1000 Jugendrotkreuz-Gruppen durchgeführt wird. Ziel dieser Aktion ist. Bettfedern, Wolle, warme Bekleidung usw. für die in Not befindlichen Kinder zu verteilen. — Auf dem Grundsatz der Freiwilligkeit sollen die Kinder im Jugendrotkreuz zur Ehrfurcht vor dem Leben, zum Dienst an der Gesundheit, am Nächsten und an der Völkerverständigung erzogen werden. Diese Gedanken entsprachen der übernationalen Arbeit des Jugendrotkreuzes, das gegenwärtig über 38 Millionen Mitglieder in 60 Ländern der Erde in seinem Geiste vereint. Das war auch' der Inhalt der Tagung und der Aussprache des Direktors Dr. Fehr vom Generalsekretariat des Deutschen Jugendrotkreuzes. Sein Referat über die „Internationale Verständigung” zeigte praktische Wege zu diesem Ziel. So führt das Deutsche Jugendrotkreuz in seinen Schulgemeinschaften bereits seit Jahren einen ständigen Austausch von Bildbänden durch, mit denen einzelne Schulklassen ihren Kameraden in anderen Ländern durch Wort und Bild die Schönheiten ihrer Heimat, aber auch deren Nöte und Probleme schildern. Auf Schallplatten tauscht man gegenseitig Volkslieder aus. macht einander sinnvolle Geschenke, die dann in Waisenhäusern oder Altersheimen von den Kindern zu Weihnachten verschenkt werden. Ebenso gibt es einen Austausch von Zeitschriften von Land zu Land, dem nunmehr auch gegenseitige Besuche einzelner Schulklassen folgen sollen. So werden hier bereits in jungen Jahren Brücken des Verständnisses und der Freundschaft geschlagen und feste Bande geknüpft zwischen den Völkern. Mit besonderem Interesse folgten die Tagungsteilnehmer den Ausführungen des Generalsekretärs des Deutschen Roten Kreuzes. Dr. W. G. Hartmann, der die Bedeutung der ersten deutschen Kurzschule umriß, die demnächst in Ostholstein eröffnet wird. Die Kurzschule entwickelte sich, wie wir vor kurzem schon ausführlich berichtet haben, aus den Ideen der Landeserziehungsheime. Da es nur wenige Landeserziehungsheime gibt, entstand der Plan, in sogenannten Kurzschu- len breitere Kreise der Jugend zusammenzuführen, um ihnen hier die Werte und Tugenden zu vermitteln, die Persönlichkeiten formen. Den Rhein entlang Lehrer fahren nach Frankreich Freiburg. Das badische Ministerium für Kultus und Unterricht veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem französischen Service des Affaires Culturelles seit zwei Jahren für die Mitglieder der badischen Lehrerschaft Fortbildungskurse und schriftliche Fernlehrg-änge, um ihre französischen Sprachikenntni&se zu vertiefen. Der Erfolg dieser Einrichtung ist in stetigem Wachsen begriffen. Die Zahl der Teilnehmer an den Femlehrgängen ist im Schuljahr 1950/51 auf 695 gestiegen, diejenige der Teilnehmer an den Kursen auf 657, und die erzielten Ergebnisse sind recht beachtlich. In Anerkennung solch eifriger Bemühungen haben sich der Hohe Kommissar für das Land Baden zur finanziellen Unterstützung eines vom 16. bis 25. August dauernden Aufenthalts für 60 Lehrer und Lehrerinnen in der französischen Hauptstadt entschlossen. Ferien für Flüchtlingskinder Blasiwald (Schwarzwald). Seit zwei Monaten werden in einem Heim in Blasiwald im Sdrwarz- wald jeweils 40 Flüchtlingskinder aus Baden für einen Monat aufgenommen, die vom bad. Ro* ten Kreuz ausgesucht worden sind. Das Heim, das den. Namen „Haus des guten Willens" trägt, ist die Nachfolgerin eines gleichen Heimes, das im vergangenen Jahr in Gaildngen am Bodens-ee ein- gerichtet worden war. Diese Ferienwochen können durchgeführt werden, weil das. französische Rote Kreuz, das badische Rote Kreuz, die Hohe Kommission in Bad Godesberg und die Landeskom- mission in Freiburg die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen. Auch die Leitung des Heimes untersteht gemeinsam deutschen und französischen Erzieherinnen. Die Kinder — es handelt sich jeweils um 20 Jungen und 20 Mädchen im Alter zwischen 6 und 14 Jahren — haben in diesen Ferienwochen keinen Schulunterricht mit Ausr nähme einer Stunde morgens, in der sie französische Lieder lernen. Die Haupttatigkeit besteht im Spielen und Ruhen. Ärztliche Untersuchung und Gesundheitspflege, außerdem zusätzlich zum guten Essen eine große Anzahl von Kräftigungsmitteln, sollen es ermöglichen, daß die Kinder in diesen vier Wochen, die ihnen zur Verfügung stehen, einen großen Teil der versäumten Pflege nachholen. Insgesamt werden in diesem Jahr siebenmal diese Ferienwochen durchgeführt. Siemens-Neubau in Karlsruhe Karlsruhe. Der erste Bauabschnitt der neuen Fabrikanlage von Siemens und Balske in Karls- ruihe-KnieUngen ist fertiggestellt. Finanzminister Dr. Karl Frank, dessen Vorgänger Dr. Edmund Kaufmann sowie Landesbezirkspräsident Dr. Hans Unser und der Vorsitzende des Finanzausschusses des Landtags, Alex Möller, besichtigten die neue Anlage. Gleichzeitig wurde der erste Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt getan. Hane-Thoma-Tag tn Bernau Von Max Rieple Ein Himmel, tiefblau, und geschmückt mit jenen weißen Walkenbergen, wie sie Hans Thoma so oft über seine Schwarz- waldiandschaften ziehen läßt, stand am Tag Mariä Himmelfahrt über dem Ber- nauer Tal. Es war, als wollte die Natur den vielen Besuchern aus nah und fern beweisen, wie sehr sie zu bezaubern vermag, und wie sie es sogar einst fertig gebracht hatte, aus dem einfachen Schwarz- Wälder Bauembüblein einen Maler mit Weltgeltung zu machen. — Etwas Bezwingendes hat diese großartige Landschaft. Obwohl das Tal in den Kranz der höchsten Schwarzwaldberge eingebettet ist, wirkt es nie bedrückend, sondern ist frei und aufgeschlossen und formte so auch seine Bewohner. — Ein riesiger Gletscher, der sich einst vom Feldberg herunterschob, hat diesen Taltrog ausgehobelt. Deutlich erkennen wir dies noch an den reizvollen Moränenhügeln, die immer wieder den schmalen Sträßlein den Weg verlegen und sie zu Umwegen zwingen. Eingeschmiegt in Bodenwellen, hingekauert an blitzende Bergbäche oder als Ausguck auf einen smaragdgrünen Bergrücken gestellt, sind die uralten Bauernhäuser, deren Schindeldächer wie graue Seide schimmern. Da und dort steigen Wälder von den breiten Flanken der Berge hernieder. Glockengeläute der Herden trägt uns erfrischender Wind von den erikabes tick ten Hängen herunter. Das klare Licht, das das Tal erfüllt, scheint irgendwo aus dem satten Grün der Matten zu brechen oder aus dem Silbergrau der Höfe. Es macht jeden Granitblock, jeden Brunnen trog und jede Haumgruppe transparent und hebt sie plastisch aus dem Hintergrund heraus wie wir das von« den Bildern Hans Thomas ber kennen. Am heutigen Festtage mischt sich das Rauschen der Bergwasser und das Herdengeläute noch der Klang von dörflicher Musik und das Krachen von Böllern. Bürgermeister Dr. Baur, selber ein Sohn des Tales und ein Hüter und Wahrer Hans Thomaschen Gutes, begrüßt die Schar der Gäste, unter denen sich neben dem Staatspräsidenten Leo Wohieb fast alle südbadischen Minister und viele Künstler und Gelehrte aus dem In- und Auslande befinden. Nach ihm besteigt Wirtschaftsminister Dr. Lais das Rednerpult und schlägt in seiner großangelegten tiefschürfenden Rede eine Brücke von der Religiosität und dem beispiellosen schöpferischen Kulturschaffen des Mittelalters zum Werk Hans Thomas, den er als einen „mittelalterlichen Menschen,, bezeichnet. Er läßt den Schaffenden unserer Zeit Thoma zum Lehrmeister werden und ermahnt sie „erst mit sich, mit der Umwelt und mit Gott fertig zu werden, damit wieder die notwendige Ordnung hergestellt würde.“ — Staatspräsident Wohieb wendet ich in seiner Ansprache zuerst an die fleißigen Talbewohner, die neben der mühsamen bäuerlichen Arbeit jahraus, jahrein auch „schnefeln“, d. h. mit dem Schnitzmesssr jene Gebrauchsgegenstände schaffen, die keine Dutzendware sind, sondern in denen sich althergebrachtes handwerkliches Können zeigt. Dann spricht er zu den beiden jungen Trägem des Staatspreises: Joseph Hauer aus Basel (geb. 1906 in Wyhlen) dessen Werk schon Gültigkeit hat, und den noch lernenden Kurt Bikästem aus Ettenheim (geb. 1928 in Konstanz), dem der Preis eine Weiterführung der abgebrochenen Studien ermöglichen soll. Wieder erklingen Chöre und Musik. Maierweh gekleidet sind die Musikanten mit ihren roten Westen, den breitrandigen Hüten und den schwarzen Hosen. So stehen sie vor dem Rathaus, das erst vor kurzem erweitert wurde und jetzt neben Bildern von Bemauer Malern eine bleibende Hans - Thoma - Ausstellung beherbergt. Kaum vermag das Auge die Vielzahl der Bilder zu erfassen, die in den lichten Räumen geschickt gehängt sind und die fast durchweg ein beachtliches künstlerisches Niveau zeigen. Da finden wir u. a. den Romantiker Haueisen, E R. Weis, Adolf Hildebrand mit seinem pastosen Pinselstrich, den eigenwilligen Burte, Xaver Spiegelhalter, und Hans Adolf Bühler mit seinen visionären Landschaften und dem repräsentativen Thomabilu. auf welchem der Meister unter wallendem Mantel den Gralskelch hütet. An Lugo und Franz Winkler vorbei treten wir endlich in das Sanktuorium der Ausstellung, wo uns etwa zehn Originalgemälde von Hans Thomas ergreifen und zur Andacht stimmen. Frau Bergmann- Küchler, der ein Leben lang um den Meister war und Hüterin seines Werkes ist, hat diese Bilder der Stadt Frankfurt geschenkt, die sie wiederum als Dauerleihgabe Bernau überließ. So hat nun das kleine Bergdorf, das in seiner Kirche zwei Altarbilder Thomas schon immer besaß, noch einen weiteren Schatz zu verwalten. Da sind nicht nur jene bezaubernden Bilder aus der Frühzeit des Masters (Ziege von 1863 und der genialgemalte Hirte von 1865), sondern auch ein reicher graphischer Besitz ohne Photographien und FamiLien- andenken, die verschiedene Räume füllen. Anläßlich des Festes war auch das Schulgebäude Ausstellungsraum geworden. Hier fallen die Bilder von Bemdt auf, vor allem müssen aber die Werke von Stadelmann hervorgehoben werden. — Lichtgeblendet treten wir wieder ins Freie und Werden gewahr, daß neben der Wirklichkeit verblassen muß. was da drinnen Ina Süddeutsche Umschau Lehrkräfte Hr deutsche Auslandssdmien T0hingen. Wie aus einer Veröffentlichung des Kultmanisteriums Württemberg-Hohe nzollerns zu entnehmen ist, macht der Wiederaufbau des deutschen Auslandssdmlwesens, die Ablösung der seit längerer Zeit im Ausland befindlichen deutschen Lehrer und die Anforderung deutscher Lehrkräfte für ausländische Regierungsschulen et möglich, daß wiederum wie früher deutsche Lehrer an Schulen im Ausland tätig sein können. Das Auswärtige Amt hat hierzu ein Merkblatt zusammengestellt, welches beim Kultministerium erhältlich ist. Alle weiteren Einzelheiten sind dem betreffenden Erlaß des Amtsblattes des Kultministeriums von Württemberg-Hohenzollern zu entnehmen. Hühnerpest breitet a(ch ans Tübingen. Sowohl im Kreis Tübingen, wie im Kreis Reutlingen breitet sich die Hühnerpest immer mehr aus. In den letzten Tagen mußten die Landratsämter weitere Gemeinden in den Sperrbezirk einbeziehen. Maul- and Klauenseuche ausgehrochen Tübingen. Das Innenministerium von Württem- berg-Hohenzollem gibt bekannt: Durch Viehtransporte aus Dortmund ist Maul- und Klauenseuche nach Württemberg-HohenzoHem und Nord-Württemberg eingeschleppt worden. Dis Seuche herrscht seit 3. August 1051 im Kreis Horbi in Nordwürttemberg in den Kreisen Stuttgart, Ulm, Böblingen, Göppingen, Gmünd, Leonberg, Ludwigsburg und Vaihingen/Enz. In Südbaden sind die Kreise Kehl und Offenburg verseucht. In Mittel- und Norddeutsdiland bat die Seuche stärkere Verbreitung angenommen. Für Landwirte und Viehhändler Tübingen. Die Veterinärabteilung des Innenministeriums W ü rttemb e rg -Hoh e nzo 11 e r n teilt mit: Bei verschiedenen Tieren, die auf dem Viehmarkt in Suliz a. N. im August 1951 getauft wurden, ist Mau'l- und Klauenseuche festgestellt worden. Die Besitzer und Viehhändler, die den Markt in Sulz im August besucht bzw. dort Vieh eingekauft haben, werden hierauf hingewiesen und zu besonderer Vorsicht ungehalten. Jeder geringste Verdacht auf den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche ist unverzüglich dem zuständigen Bürgermeisteramt anzuzeigen. 1674 neue Schulräume Stuttgart. Die Gemeinden Württemberg-Badens haben im Rechnungsjahr 1950 für den Schulhausneubau insgesamt 42,6 Millionen DM aufgebracht. Mit dieser Somme wurde der Bau von 1674 Scbu'l- zäumen finanziert. Die nordwürttembergischen Gemeinden brachten für die Finanzierung de* Baues von 1255 Schulräumen 29,8 Millionen DM auf, die Gemeinden Nordbadens finanzierten mit einem Aufwand von 12,8 Millionen DM den Ban von 419 Schulräumen. Im Rechnungsjahre 1940 waren im ganzen Lande Württemberg-Baden mit einem Aufwand von 29,1 Millionen DM nur 899 Schulräume geschaffen worden. Stuttgart erhielt im vergangenen Rechnungsjahre 146 neue Schulräume, Ulm 81 und Hei'lbronn 34. In den 19 nord- württemibergisRen Kreisern wurden mit einem Aufwand von 19,3 Millionen DM insgesamt 994 Schulräume gebaut. Gefängnis Hz Straßenraub Stuttgart. Die MI. Strafkammer des Landgerichtes verurteilte einen 21 Jahre alten Stuttgarter wegen schweren Straßenraubes zu 3 % Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Vor etwa einem Jahre hatte der Angeklagte den Wunsch verspürt, einmal die Altstadt kennenzulernen. Die« tat er in der folgenden Zeit dann so gründlich, daß sein Vorstrafenregister schon ziemlich umfangreich ist. In der Nacht zum 11. Juni hatte er mit einem alten Mann in einem Lokal der Altstadt gezecht. Auf dem Heimweg hatte er den alten Miann niedergeschlagen und ihm 100 DM aus der Brieftasche geraubt. Das Geld bracht« er in einem Nachtlokal durch. Der Beraubte erlangte erst am Morgen das Bewußtsein wieder. Finanzbeamte sollen höflicher werden Stuttgart. Der wüTttembergisch-badische Finanzminister, Dr. Karl Frank, unterrichtete den Stuttgarter Landtag in seiner letzten Sitzung von einem Erlaß seines Ministeriums, der das Ziel eines besseren gegenseitigen Verständnisse« zwischen den Finanzämtern und den Steuerzahlern verfolgt. In diesem Erlaß bittet der Finanz- minister eindringlich alle Angehörigen der Finanzverwaltung, im Verkehr mit der Bevölkerung stets höflich und hilfsbereit zu sein und sich insbesondere der wirtschaftlich schwächeren und im Verkehr mit den Finanzbehörden weniger gewandten Steuerpflichtigen verständnisvoll anzunehmen. Der Minister ersucht die Finanzbeamten nachdrücklich, alles zu vermeiden, was der Oeffentlichkeit berechtigten Anlaß zur Kritik geben könnte. Die Finanzbeamten sollten insbesondere auch die Steuerzahler soweit beraten, als dies das pflichtgemäße Ermessen zulasse. Botels freigegeben Bad Mergentheim. In Bad Mergentheim sind nunmehr insgesamt sieben der in der Stadt noch immer beschlagnahmten Hotels, Kuranstalten und Pensionen freigegeben worden. Die Anwesen werden in etwa zwei bis drei Monaten endgültig in deutsche Hände übergeführt werden. Blick über die Grenzen Fremdenverkehr stärker als vor dem Kriege Basel. Laut den ersten summarischen Statistiken über den Juli-Fremdenverkehr in Basel haben die Einreiseziffern mit über 530 000 Ausländern, die per Bahn oder im Auto die Basler Grenzstellen passierten, nicht nur den im Juli 1950 erreichten Verkehr, sondern selbst die Vorkriegsrekordzahlen wesentlich überschritten. Dazu kommt noch der gleichfalls gesteigerte Kleine Grenzverkehr aus Elsaß und Baden mit mindestens einer Viertelmiliion Grenzgängern im abgelaufenen Monat. Auch am vergangenen Wochenende reisten wiederum an die 20 000 Personen über die Basler Grenzstellen ein, darunter allerdings auch viele Transitreisende nach Oesterreich und Italien. Frau mit ihren zwei Kindern ertrunken Basel. Ein mit fünf Personen besetztes Auto stürzte bei Soubey im Amtsbezirk Pruntrut in den Doubs. Der Lenker des Wagens, ein in Basel wohnender Holländer, und ein Mitfahrer konnten ans Ufer schwimmen, während die Gattin des Lenkers unef ihre beiden Kinder im Alter von sechs und zwei JahTen im Fluß ertranken. Die Leichen efer Kinder konnten noch nicht geborgen werden. Wenn Kinder Zigaretten rauchen Winterthur. In Flaach am Irehel brannte die große Scheune des bekannten Ausflügler-Restaurants „Ziegelhütte" ab. Der Schaden beträgt rund 100 000 Franken. Wie die Polizei feststellen konnte, haben ein achtjähriger Knabe und ein elfjähriges Mädchen in der Scheune Zigaretten geraucht, wodurch das Feuer verursacht wurde. Schloß Rapperswil Sitz der Burgenforscher St. Gallen. Wie der Präsident des Internationalen Burgenforschungsinstitutes, Reg.-Rat Dr. Roemer, St. Gallen, auf der internationalen Tagung der Burgenforscher mitteilte, wird das Schloß Rapperswil mit großer Wahrscheinlichkeit zu Beginn des Jahres 1952 vom Burgenforschungsinstitut bezogen werden können. Schloß Rappers- wil beherbergte bekanntlich lange ein polnisches Bild gebannt war. Leuchtender sind noch die Farben im Spätmittagslicht geworden. Die Taffetschürzen der Bauernfrauen leuchten bunt in der Sonne, die roten Westen strahlen noch intensiver und wie pures Gold glänzen die Trompeten der Blasmusik auf, als jetzt ein Heimatspiel „Hochschwarzwälder Bauernbrauchtum' vor der grandiosen Kulisse der Berge abrollt. Ein lebendiger Anschauungsunterricht über das Leben in einem Hochtal wird hier auf dem Podium erteilt, das geschickt vor der altersgrauen „Hahr” eines Bauernhofs errichtet ist ... Bild auf Bild zieht vorbei: Nikolaus, Weihnacht, die ersten Schneeschuhläufer vor 50 Jahren, Fastnacht. Hammeltanz, Scheibenschlagen, Palmsonntag mit den „Palmen” und Osterbräuche. Besonders reizvoll und eigenartig aber sind die Gebräuche in der Walpurgisnacht”, in der die Burschen aufs Hausdach ihrer Angebeteten oft ein grünes Bäumlein stecken, während die Untreue ein dürres bekommt, oder ihr gar aufs Hausdach ein Wagen gestellt wird. Eine richtiae Bauernhochzeit beschloß das Stüde. Was da sich tat. — war es echt, war es Spiel? Die Grenzen verwischten. Und wenn nicht ein Original von Polizei- diener (wie jener „Frosch" aus der Fledermaus) gewesen wäre und ein bewußt karikierter Bürgermeister, der die Trauung vomahm: man hätte das glückstrahlende Paar oder die Brauteltem in den hübschen Trachten für „echt” halten können. — Als dann der Abend von den Höhen des Blößling, der Spießhörner und des Her- zogenhorns niederstieg, zertreuten sich allmählich die Gäste. Aber immer noch klang Tanzmusik durch das Tal. während in den Häusern die ersten Lichter aufflammten und vom Himmel die ersten Sterne nie- derschauten, als grüße der Genius Hand Thoma» sein geliebtes Tal Museum: bis vor kurzem hatte sich Polen, gegen das sogar ein Prozeß angestrengt werden mußte, geweigert, das Schloß zu räumen, obwohl der Mietvertrag abgelaufen war. Frauenmord in Zürich Zürich. Gegen Mitternacht wurde letzter Tage an der Englischviertelstraße die Vertreterin Frau Colombe Bauer in ihrer Wohnung erstochen. Ein im selben Hause wohnendes Ehepaar fand die Wohnungsinhaberin tot in ihrem Blute liegen. Als man im Korridor an die Polizei telefonieren wollte, tauchte plötzlich aus einem Zimmer ein mit langem, spitzen Messer bewaffneter Mann auf (und bedrohte den Telefonierenden, der aber sddi einschloß und durch Hilferufe die Nachbarschaft alarmierte. Der Täter wurde beim Verlassen des Hauses von einem Passanten verfolgt, konnte Jedoch entkommen. Der Polizeiarzt stellte fest, daß die Frau durch vier Stiche in den Nacken getötet worden war. Die Staatsanwaltschaft hat für Angaben, die zur Ergreifung des Mörders führen, eine Belohnung von 1000 Franken ausgesetzt. Wie festzustehen scheint, erbeutete der Mörder nur einen kleineren Geldbetrag: die mit Blutspritzem versehene Handtasche der Ermordeten war ausgeraubt. 16jähriger Ausländer rast mit 80 km/h durch Kreuzung Zürich. An der Kreuzung Wehntaler-Hof- wiesenstraße kam der 39jährige Chefmechaniker Wegmann hei einem Venkehrsunfall ums Leben, während seine Tochter, die sich auf dem Soziussitz seines Motorrades befunden hatte, schwer verletzt wurde. Das Motorrad des Verunglückten war mit einem Auto zusammengestoßen, das von einem 16jährigen Ausländer geführt wurde und die Straßenkreuzung ln einem Tempo von 80 Stundenkilometern zu passieren versuchte. DeT minderjährige Autolenker besaß keine Führerbewilligung und soll zu seiner Rechtfertigung erklärt haben, daß er in seiner Heimat eine solche nicht benötige (!). Polizeimotorboot sank beim Ordnungsdienst Luzern. An einem Motorboot der Kantonspolizei, das am Sonntag den Ordnungsdienst im Seebecken besorgte und bei der Einfahrt des Dampfers „Schwyz" die Ruder- und Segelboot« fernhalten wollte, setzte der Motor zeitweise aus, und das Boot geriet in die Grundwellen des Dampfers. Es wurde an die vordere Backbordseite, von dort um den Bug auf die Steuerbordseite getrieben und kam dann in das Schaufelgetriebe, wo es so 6tark beschädigt wurde, daß es sank. Die beiden diensttuenden Polizisten konnten, aus dem Boot geschleudert, durch Tauchen aus der Gefahrenzone entkommen und sich unverletzt retten. Abgestürzter Pilot autgefunden Bern. Am letzten Samstag war ein Leutnant der Fliegerabwehr namens Lippuner mit einem Mustang-Flugzeug zu einem Rekognoszierungsflug gestartet. Aus unbekannten Gründen stürzte er ab. Die Besatzung eines Fieseier-Storch-Flugzeuges entdeckte die Trümmer nordöstlich des Stücklistodcs im Sustenhorngebiet bei Göschenen. Am Montagvormittag konnte eine Rettungskolonne das verunglückte Militärflugzeug in etwa 2900 m Höhe feststellen und fand den Piloten tot im zerstörten Flugzeugrumpf. Die Abteilung für Flugwesen und Fliegerabwehr sprach allen denen ihren Dank aus, die durch telefonische Meldungen und anderweitige Unterstützung mitgeholfen haben, das vermißte Flugzeug zu finden. Brot mit Fallschirmen abgeworfen Bellinzona. Wie schwer das Unwetter der vergangenen Woche einzelne Täler des Tessin« verheert hat, geht auch daraus hervor, daß z. B. im Calanca-Tal nördlich Raveredo für die vollständig abgeschnittenen Ortschaften Augio und Braggio, ganz wie Im Winter nach den Lawinenstürzen, Brot mit Fallschirmen abgeworfen werden mußte. Nach Rekognoszierung der Anflug- veihöitnisse startete eines der bewährten drei- motorigen Junkers-Flugzeuge zum Fluge über die Alpen und konnte trotz der durch die Witterung bedingten Schwierigkeiten im ganzen 1000 Kilo Brot allwerfen. Wenn die Wetterlage es gestattet, sollen noch 1000 Kilo Mehl, Käse und andere Lebensmittel auf dem gleichen Wege den Bewohnern dieser Dörfer zugeleitet werden. Die telefonischen Verbindungen mit dem Calanca-Tal konnten wenigstens teilweise wieder hergestellt werden. Freitag, 17. August 1951 SÜDKURIER KF1RH Nr. 127 / Seite 8 t In tiefem Schmerz machen wir Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß Gott der Allmächtige uns den lieben, treusorgenden Großvater und Schwiegervater Ferdinand Keller Batschrelber im Alter von 74 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit, wohlvorbereitet, in die ewige Heimat abberufen hat. Mit seinem Scheiden, nach einem vorbildlichen, arbeitsrächen Leben ist in unsere Familie eine große Lücke gerissen worden. Talheim, den 14. August 1951. In tiefer Trauer Frau Dora Keller, Witwe mit Kindern Maria und Alfons. Beerdigung heute Freitag, 17. August, um 9 Uhr in Tengen. DANKSAGUNG Zum schmerzlichen und unerwarteten Heimgang meines geliebten Gatten, Bruders, Schwagers und Onkels Karl Richter wurde uns allseitig aufrichtige Anteilnahme entgegengebracht, für die wir allen unseren herzlichen Dank aussprechen. Besonderen Dank dem hochw. Herrn Stadtpfarrer Zuber für die tröstenden Worte, dem R.C. „Undine“, den aktiven Ruderern und Ruderinnen, der Firma Allweiler, der Gewerkschaft, sowie den Arbeitskameraden für die Kranzniederlegung und die ehrenden Nachrufe. Ein herzliches Vergelts Gott für die Anteilnahme am Rosenkranz, Seelenamt und Begräbnis, sowie für Messe-, Kranz- und Blumenspenden. Radolfzell, den 14. August 1951. Mooser Straße 24. In tiefer Tnuer Ida Richter, geb. Rothenbacher und Anverwandte. Am 14. August 1951 wurde unser erstes Kind Wilfried geboren. In dankbarer Freude Emmi Schellinger, geb. Wölfle Albert Schellinger Böhringen, Freiheitstr. 1 I ;.f‘S abgennmmen M durch Bisco-Zihon-SchlankheHs- zucker. Keine Hungerdiät erforderlich, keine Pillen, kein Abführmittel! Angenehm in der Anwendung. Viele Dankschreiben. - In Apothe- lmü|kenu. Drogerien. Stets vorrätig im Drogerie Kornbeck, Kanzleistr. 11 Drog. Lohengrin, Am Schnetztor Drogerie Gradmann Drogerie Sterk, Petershausen Radolfzell: Stadt-Apotheke Drogerie H. Bartak •Ingen: Scheffel-Apotheke Stadt-Apotheke Drogerie Dietz Drogerie v. Kenne Gurken halten garantiert ohne Kochen mit meinem Kräuter-Wein-Essig Drbgerie Kurt Sterk Petershausen neben der Schule AKKORDEON- , Handharmonika- Schule Werner Ebert Staader Str. 25 • Telefon 77$ Kosfanlosa Beratung b. Instrumentenwabl ACHTUNG! Große Auswahl ln Fahrrädern Günstige Teilzahlung. Hans Stark, Mühlhausen Männlicher Buchhandels-Lehrling gesucht. Erforderlich: Gute Schulbildung (Mittl. Reife, Handelsschule oder Abitur), Arbeitsfreudigkeit, aufgeschlossen allem Kulturellen, prakt. Veranlagung. Budihandlung KARL GE SS KG. Konstanz Kanzleistraße 5 1~\ II i p kostet dieser Raum (20mm hoch, 2 sp.) * * in einer Bezirksausgabe IM»*' UM* das ist die 1 ANDP 0 ST Jede Woche für 25 Pfg., monatlich 90 Pfg. Ausgabe L für den süddeutschen Landwirt, Winzer und Viehzüchter. Ausgabe G für alle Gartenfreunde, Siedler, Kleintierhalter u.ihre Frauen. Bestellen Sie beim Träger oder der nächsten Geschäftsstelle der LANDPOST oder des SÜDKURIER oder beim Verlag der LANDPOST, Konstanz, Postfach 188, (Zustellgeld monatlich 10 Pfg.), der auf Wunsch auch gern eine kostenlose Probenummer zusendet. nicht TAPETEN-HASSLINGER Bodensee- Lichtspiele Radolfzell wo: is, 18.15,20.10 Ab heute Freitag b. MONTAG: Der neue deutsche Großfilm nach dem Buch von Thea v, Harbou Dr. HOLL Der ergreifende Gewissenskonflikt zwischen Pflicht und Liebe im Herzen eines Arztes und Serumforschers. MARIA SCHELL DIETER BORSCHE HEIDEMARIE HATHEYER Lina Carstens, Gustav Waldau, Franz Schafheitlin sind die Hauptdarsteller dieses hervor- ragenden Filmwerks. Voranzeige: Samstag Spätvorstellung: KARTEN, KUGELN und BANDITEN Freibank Konstanz Heute Freitag, ab 13 Uhr Samstag, ab 9.00 Uhr, wird Rindfleisch und Schweinefleisch ausgewogen. Genehmittiige Baugenossenschaft •GmbH, Engen Einladung zur 30. ordentl. Generalversammlung am 26. August 1951, 15 Uhr, im Hotel „Hegau“ ln ENGEN Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht d. Vorstandes für 1950 2. Bericht des Aufsichtsrates 3. Bericht über die Verbandsprüfungen für 1948/49 u. 1950 4. Verteilung des Reingewinnes 5. Entlastung a) des Vorstandes, b) des Aufsichtsrates 6. Wahlen in den Aufsichtsrat 7. Wünsche u. Anträge. (Solche müssen, falls Beschluß gefaßt werden soll, bis zum 23. August beim Vorstand eingereicht sein.) Der Vorstand: Metzger Braun Riedmüller Der Aufsichtsrat: Bürgermeister, Vors. GLORIA Das Theater mit der Klima-Anlage | WO: 15, 17.30, 20; SO: 14, 16, 16, 30 CAPITOL WO: 15, 17J0, 20 Uhr SO: 14, 1«, 18, 29 Uhr FR: 15, 17.30, 20.15 SA: 15, 17.30; SO: 15; MO: 15, 17.30, 20.15 Ab heute Freitag: Der deutsche Großerfolg, ein Film, den Sia liebgewinnen werden: > ki # Ab heute Freitag nur bis MONTAG: Atemlose Spannung um die Taten eines Urwaldriesen Die seltsamste Filmerzahlung, die Sie je erlebten; Panik Ab heute Freitag nur bis MONTAG: Eine Meisterschöpfung, die du den Höhepunkten des ganzen Filmschaffens zu zählen ist. Margaret Sullavan Wendeil Corey, Viveca Lindfors Mein Glück nach dem weltbekannt gewordenen Roman von Erich Kästner mit JUTTA und ISA GÜNTHER, ANTJE WEISSGERBER, PETER MOSBACHER Eine ganz entzückende Geschichte von Zwillingen, die schelmisch und rührend die elterliche Ehe kitten. King Kong j n deine Hände poxy Freitag, 17. I. Spätvorstellg. Farbfilm aus Sowjetrußland Die steinerne Blume mit deutschem Text. Preisgekrönt auf den letzten Filmfestspielen in Cannes. Die große Liebe eines jungen begabten Künstlers zu seiner Kunst und zu seiner Umwelt ist in diesem sehenswerten Film ergreifend dargestellt. SUDKURIER die große Heimatzeitung (Der Urwald bricht los!) Ein großer Sensationsfilm um die Abenteuer eines Jungen Mädchens mit einem Riesengorilla! roxy Ein Hohelied von der Kraft und der Liebe eines Frauenherzens! Dies ist der mutigste Film der letzten Jahre 15, 17.30 und 20.15 Uhr Willy Birgel Ab heute: Comell Bordiert in Will Quadflieg DAS EWIGE SPIEL Ein Grofjfilm über den Krsuzzug des Weibes im Spiegel der Jahrhunderte! Kunstschätze, Schlösser und historische Bauten der alten Irden Reichsstadt Regensburg standen für die Außenaufnahmen zur Verfügung. Die KONSUMGENOSSENSCHAFT Schaffhausen a.Rh. empfiehlt ihre Läden den Besuchern aus Deutschland c Lebensmitt el-Flllalen Im Stadt and Land Warnung! In letzter Zeit häufen sich Fälle, wo Althändler unter meinem Namen, oder im Auftrag meiner Firma, Altmaterial abholen und nicht, oder ganz schlecht bezahlen. Komme für den Schaden nicht auf. Die von mir beauftragten Händler haben einen Ausweis und sind angewiesen, denselben vorzuzeigen. Ä. Hämmerle, Altmaterial-Groß- und Kleinhandel Konstanz, Schneckenburgstraße 9, Telefon 1972 Dr.med. Fritz Keller FRAUENARZT Konstanz, Schottenstraße 3 Ab heute wieder Sprechstunden Habe meine Praxis wieder aufgenommen. Dr. med. Theodor Schmidt Konstanz, Marktstätte IS Stellen• Ang eb ot e Gesucht einige Arbeite* für Karussell, bei gutem Lohn und Verpflegung. Zu melden bei Heinrich Schiefer, z. Zt. Aach (Hegau), Festplatz. In gutes Passantenrestaurant frohmütige Serviertochter in die Schweiz gesucht. Zu erfr. u. 39 346 Südk. Konstanz (LAA) Gesucht auf 1. Oktober evangel., ca. »Jähriges, kräftiges (LAA) Mädchen als Haushalthilfe in Pfarrhaus mit Kindern nach Zürich. Lohn Fr. 100 bis 120. Geregelte Freizeit, nettes Zimmer, Familieanschluß. Bewerbungen unter Chiffre OFA 1017 Ch Orell Füßli-Annoncen, Zürich (Schweiz). Frau, ehrl., saub., zur Entlastung v. kinderreich. Mutter, 3mal wöchentlich gesucht. Zu erfr. unter 05 OM Südkurier Konstanz. ( Stellen- Gesuche ) Chauffeur 24 Jahre, mit Führerschein Kl. n, sucht Stelle zum 1 . 9. Zuschr. u. 94 445 Südkurier Singen. Erfahrene Zuschneiderin mit besten Zeugnissen sucht Stellung in gutem Betrieb. Zuschr. unt. 39 338 Südkur. Konstanz. Gut möbliertes Zimmer an Dauermieter, sowie saubere Schlafstelle, zu vermieten. Konstanz, Kreuriinger Straße 37. c Mietgtiudit Zimmer mit Kochnische oder ein großes Zimmer, geeignet für Wohnküche, in Singen od. näherer Umgebung sofort oder z. 1. 9. von Jg. Ehepaar ges. Miete bis 65.— DM. Zuschr. u. 84 454 Südk. Singen Zimmer, möbl., in Altstadt von berufstät. Fräulein per sof. ges. Zuschr. u. 39 368 Südk. Konstanz. Zimmer, möbl., heizbar, v. berufstät. Fräulein (Dauermieterin) gesucht. Zuschr. u. 85 712 Südk. Konstanz. Zum 1. 9. freundliches, heizbares Zimmer von berufst. Frau gesucht. Zuschrift. u. 85 688 Südk. Konstanz. Verkäufe Geschäftsbücher für Handwerk, Handel und Industrie. Bürohaus Oettinger, Konstanz, Bahnhofplatz 1. Herren-Halbschuhe, sehr guterh., Gr. 44, verkauft Hof, Konstanz, Konrad-Witz-Straße 4. Büfett großes, 3 m, ohne Aufsatz, umständehalber billig zu verkaufen. Zuschr. u. 85 693 Südk. Konstanz. Gasbadeofen; Messingbett m. Kapokmatratze, 2 Geigen, zu verk. Anzusehen Samstag. Planicka, Konstanz, Stefansplatz 18. Mädchen in sämtl. Hausarbeiten bewandert, s. Steile in frauenlos, od. kl. Haushalt. Zuschriften u. 95 696 Südkurier Konstanz. ( Ver mle hmgem J Zimmer (möbl. od. unmöbliert) m. 106 qm Lagerraum a. d. Strecke Hechingen-Tübingen Keller, Garage usw. z. vermieten od. zu verkaufen. Nächster Nachbar 109 m. Verladerampe, Ausdehnungsmöglichkeit, Starkstrom, auch f. Fabrikation geeignet. Zuschrift. u. 85 706 Südk. Konstanz. Tj Bodanstraft* fT KARL RIEDMÜLLER Herd«, Ofen. Wasdiküdieneinriditmigen Radio, Allstrom, 7 Röhren, billigst abzugeben. Tel. 458 Konstanz. 1 Kredenz, Eiche; 5 eiektr. Lampen; 1 Gestell, zu verk. Anzuseh. Konstanz, Salbnannsweilergasse 5 bei Buchholz. Damen-Fahrrad neuw., günstig zu verk. Zu erfr. u. 81 915 Südkurier Radolfzell. Kinderkastenwagen, dunkelblau, franz. Modell, guterh., sowie Gasherd, 2-Loch, neuw., für 25 DM zu verk. Zu erfr. u. 94 451 Südk. Singen. Günstige Gelegenheit Gesellschaftsanzug, Gr. 48, mittl. Figur, ungetragen, umständehalber günstig abzugeben. Zu erfr. unter 85 699 Südkurier Konstanz. Säcke für Kartoffeln, Frucht, Mehl usw. Gg. Stolz Nacht., Konstanz, Wes- senbergstraße 13. Laubholzwellen, ca. 200, starke, zu verk. Schienen, Haus 50. 1 Stock Stallmist zu verkaufen. Zu erfragen bei K. Hensler, Allensbach, Himmelreichweg 1. Kaufgesmdm Bettcouch, guterhalten, zu kaufen gesucht. Zuschriften unter 85 714 Südkurier Konstanz. ( Kraftfahrzeuge ) Stoye-Seltenwagen verkauft sofort Albert, Konstanz, Gouvemementstraße 8. Opel 1,2 1, fahrbereit, billig abzugeben. Tel 767 Konstanz. Volkswagen-Export-Llmousine Baujahr 1951, DKW-Lhnousine Reichsklasse, Opei-1,2-Ltr.-Umouslne BMW-Cabriolef 1,9 Liter, A