K SÜDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag Verlag und Redaktion Konstanz, Marktstätte 4 7. JAHRGANG * Tel.: 824, 925, 1130, 1510, 1511. Fernschreiber: 06028 . SAMSTAG 1. SEPTEMBER 1951 * NUMMER 136 Bezugspreis monatlich durch Träger 2.50 Marie.zu- ziigl. 30 Plg. Trägerlohn, durch die Post 2.70 Mark, zuzügl. 36 Pfg. Postzustellgebühr. Elnzelpreia 20 Pfg Neuer Höhen-Weltrekord EL SEGUNDO (USA). Ein durch Raketenkraft getriebenes Kleinstflugzeug der USA-Marineluftwaffe hat einen neuen Welthöhenrekord und eine Geschwindigkeit von 1600 Stundenkilometern erreicht. Die genaue Höhe, die die „Skyrocket“-Ma- schineder Douglas-Werke erreichte, wurde nicht bekanntgegeben. Es wurde lediglich erklärt, daß die Maschine den Welthöhenrekord von über zwanzig Kilometern übertroffen hat. Damit ist die Skyrocket die schnellste und höchstfliegende Maschine der Welt. Das Raketenflugzeug wurde in etwa 11 000 Meter Höhe von einem Bombenflugzeug ausgeklinkt. Innerhalb von 10 Sekunden hatte die Rekordmaschine die Schallgrenze überschritten, die in dieser Höhe bei einer Geschwindigkeit bei etwa 1056 Stundenkilometern liegt. Wahnsinnig nach Brotgenuß PONT SAINT ESPRIT. Vor einigen Tagen erkrankten im Rhonetal etwa 200 Menschen nach dem Genuß von Brot. Bei einigen zeigten sich seltsame Erscheinungen von Geisteskrankheit. Die Polizei vermutete erst, daß diese Massenvergiftungen auf ein Verbrechen zurückzuführen sei. Nun haben aber Wissenschaftler in Brot- Proben den parasitären Mutterkornpilz gefunden. Dieser Mutterkompilz enthält den Giftstoff Ergotin. Bisher hat die Massenvergiftung vier Todesopfer gefordert. Ein Teil der Patienten mußte in Zwangsjacken gesteckt werden, da Gefahr bestand, daß die Fieberkranken selbst Hand an sich legten. 7 Stunden über dem Abgrund PARIS. Glück im Unglück hatte der 22jährige Marcel Dumas bei einer Kletterpartie über der Grotte von Lavoux im Doubs-Tal. Als er plötzlich ausrutschte und in die gähnende Tiefe fiel, bekam er nach 15 Meter Sturz einen starken Ast zu fassen. Drei Stunden schrie er, an seinem Ast hängend, um Hilfe. Aber noch vier weitere Stunden dauerte es, bis ihn eine inzwischen alarmierte Rettuntgskolonne mit Seilen und Strickleitern aus der mißlichen Lage befreien konnte. E® war auch allerhöchste Zeit geworden. US-Ra dar schirm für Europa WASHINGTON. Die amerikanischen Luftstreitkräfte planen die Anlage eines Radar-Schirms für ihre Stützpunkte in Großbritannien, Westeuropa und im Mittelmeerraum, gab ein amtlicher Sprecher in Washington bekannt. Die Arbeiten für den Aufbau eines Warnsystems um die USA und Alaska sind beschleunigt worden. Die Luftwarnstationen in Alaska arbeiten im Rahmen des gemeinsam kanadisch-amerikanischen Verteidigungsplanes mit ähnlichen Einrichtungen in Kanada zusammen. Freisprüche im Menschenraub-Prozeß BERLIN. Das Schwurgericht beim Landgericht Berlin-Moabit (Britischer Sektor) sprach überraschend die des Menschenraubs beschuldigten vier Angestellten des kommunistisch gelenkten „Berliner Rundfunks“ frei; und zwar die Angeklagten Gladewitz, Hartmann und Löwenberg wegen Mangel an Beweisen, Gladewitz’ Chauffeur wegen erwiesener Unschuld. Der Oberstaatsanwalt hatte für Gladewitz und Hartmann je sechs Jahre Zuchthaus und sechs Jahre Ehrverlust, für Löwenberg und Schmidt Freispruch beantragt. Kurz notiert lieber 4M deutsche Kinder ans Flüchtlingslagern in Norddeutschland sind in diesem Sommer in französischen Ferienkolonien oder bei Familien einen Monat lang zu Gast gewesen. Japan wUl in Kürze in Bonn eine amtlich* Vertretung errichten. Zum ersten Male in der Geschichte des europäischen Eisenbahnverkehrs werden während der Ende August anlaufenden diesjährigen spanischen Fracht-Ernte spanische Güterwagentransporte direkt von Valencia in die Bundesrepublik rollen. Am Montag bringt ein Sonderung rund 16M Pfälzer Hopfenpflücker nach StraBbnrg. Die deutschen Arbeitskräfte werden von den elsässischen Hopfenbauern dringend erwartet. Der Hilfsarbeiter Johann Foreth wurde von einem TJS-Gericht in Augsburg wegen Spionage für die Tschechoslowakei zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt.* Im Duisburger Hafen tobte in einer Holzgroßhandlung ein Feuer, wie es die Stadt seit Jahren nicht erlebte. Ein Sägewerk nnd mehrere große Lagerhallen worden ein Raub der Flammen. Der erst seit kurzem zwischen Hamburg und Großenbrode eingesetzte Schnell-Trieb- wagen brauste auf einem Bahnübergang bei Bad Oldesloh auf einen Trecker. Die Schranke war geöffnet. Der Fahrer des Treckers konnte ■ich durch Absprang retten. Horst Bär aus Lützelsachsen bei Weinheim (tieß mit seinem Motorrad mit einem Last- Wagen zusammen und wurde auf der Stelle Kohlenmangel drosselt Verkehr Gütertransporte voraussichtlich nicht betroffen — Audi Sparplan für Stromverbrauch BONN. (W.-Eigenbericht.) Die Bundesbahn teilt mit, daß die Kürzung der Kohleauteilung sie zu erheblichen Einschränkungen im Zugverkehr zwingt und ihr Betrieb im Winter überhaupt nur aufrecht erhalten werden kann, wenn ihr die für das 4. Quartal zugesagten 28 Millionen Tonnen Kohle tatsächlich zur Verfügung gestellt werden und keine längeren Frostperioden eintreten. Nach Angaben der Bundesbahn reicht ihr Kohlevorrat nur für 16 Tage, nachdem ihre Zuteilung für das 3. Quartal um 150 000 Tonnen gekürzt worden ist Die Folgen davon sind, daß im September nach Ablauf des Ferienreiseverkehrs einschneidende Maßnahmen getroffen werden müssen. Der Güterverkehr darf davon im Interesse der Wirtschaft nicht betroffen werden, auch die Auslandsverbindungen müssen aus vertraglichen Gründen aufrechterhalten werden. Deshalb wird die ganze Last der Einschränkungen sich auf den innerdeutschen Fernverkehr und dem Bezirksverkehr erstrecken. Vorsichtshalber hat das Bundeswirtschaftsministerium gleichzeitig für das kommende Winterhalbjahr einen einschneidenden Sparplan für denVerbrauch von Elektrizität entworfen. Wenn es sich als notwendig erweist, soll der wöchentliche Stromverbrauch im Bundesgebiet um mindestens 50 Millionen Kilowattstunden gedrosselt werden. Dadurch könnten wöchentlich 30 000 Tonnen Kohle eingespart werden. In erster Linie ist an Stromkürzungen für die Industrie gedacht. Jedoch schaut man auch nicht grundsätzlich vor Sperrstunden für den Stromverbrauch der Bevölkerung zurück. Die Durchführung des Sparplans soll den Ländern überlassen bleiben. Meinungsstreit um Kohlen-Klemme BONN. (W.-Eigenbericht.) Der Wirtschaftsberater der amerikanischen Hochkommission, Butterwieser, hat in einer Erklärung bestritten, daß infolge der von der Ruhrbehörde festgestellten Kohlen- exportquote Westdeutschland „im Winter frieren“ werde. Buttenwieser gab zu, daß in den westlichen Ländern allgemein infolge der Steigerung der Produktion ein Kohlenmangel eingetreten ist. Er bezog sich aber darauf, daß Westdeutschland immerhin noch 10 Prozent mehr Kohle für den Inlandsverbrauch zur Verfügung habe als im Jahre 1936. Demgegenüber erklärte Vizekanzler Blücher, daß man die Jahre 1936 und 1951 nicht miteinander vergleichen könne. Es müsse nämlich berücksichtigt werden, daß Deutschland 40 Prozent seines Territoriums verloren hat, daß es früher die schlesische Kohle besaß, daß es jetzt 1 Million Tonnen für das früher stark aus Schlesien belieferte Berlin und 1 Million Tonnen für die Besatzung abzweigen muß, die als Inlandsverbrauch angerechnet werden und daß schließlich die Anwesenheit von 9 Millionen Vertriebenen die Bundesrepublik zu einem verhältnismäßig viel höheren Export und entsprechend höherem Kohlenverbrauch zwinge. DAG in Hessen gegen Streik FRANKFURT. Die Urabstimmung der deutschen Angestellten-Gewerkschaft in Hessen hat eine Mehrheit gegen den Streik ergeben. Dagegen soll nach einer Mitteilung der Bezirksleitung der IG-Metall in Hessen auf Grund eines Beschlusses der Bezirkskommission der Streik der Metallarbeiter vom kommenden Montag an noch ausgedehnt uqd verschärft werden. Einzelheiten wurden zwar noch nicht bekanntgegeben. Bisher hat sich der Streik auf Großbetriebe in den Gewerkschaftsbereichen Frankfurt, Offenbach, Darr^stadt und Hanau beschränkt. Stalin-Angebot an Truman? STOCKHOLM. Die konservative schwedische Zeitung „Sveruska dagbladet“ läßt sich aus New York berichten, Stalin habe Präsident Truman einen Vorschlag für das friedliche Nebeneinanderleben der westlichen und der kommunistischen Welt auf der Grundlage des Status quo in Europa gemacht. Wie das Blatt aus britischen Dip'lomatenkreisen in Washington erfahren haben will, soll der Sowjetdelegierte Gro- myko auf der Reise nach San Franzisko einen Abstecher nach Washington gemacht und Truman diesen Vorschlag unterbreitet haben. Die Sowjetunion sei bereit, im Falle einer Einigung den österreichischen Friedensvertrag zu unterzeichnen. Den japanischen Friedensvertrag werde sie zwar nicht unterzeichnen. Doch werde sie sich auf eine platonische Opposition beschränken. KZ auch in China HONGKONG. Zwei kommunistische chinesische Zeitungen berichteten kürzlich, daß im kommunistischen China das Konzentrationslagersystem eingeführt wird. Die Hankauer „Jangtse-Zeitung“ schrieb, im Juli habe in Hankau eine siebentägige Konferenz über die Einführung des Zwangsarbeitssystems im südlichen Mittelchina stattgefunden. Der amtlichen „Befreiungszeitung“ zufolge wurde in Schanghai eine ähnliche Konferenz abgehalten, um entsprechende Maßnahmen für Ostchina zu erörtern. Schuman: Keine deutsche Armee Schwere Angriffe des gaullistischen Sprechers gegen den Außenminister Dem Frieden dienen Von Alfred Gerigk PARIS. In sorgsam gewählten Sätzen griff der gaullistische Sprecher Palewski in der Nationalversammlung Außenminister Schuman an. Der außenpolitische Vertrauensmann de Gaulies erklärte: „Wir sind nicht das Abenteuer, wir sind nur das Gegenteil von dem, was Sie sind — Sie sind die Dekadenz“. Zuvor hatte Außenminister Schuman die von den Korrtmunisten, Sozialisten und Gaulüsten geforderte -■ u£_ T-olitieche Erklärung abgegeben. Er könne die Versicherung abgeben, so führte Schuman im einzelnen aus, daß insbesondere hinsichtlich der deutschen Rüstungsbeteiligung bei den Dreierverhandlungen in Washington keine Beschlüsse gefaßt werden würden. Frankreich werde in der bisher stets von ihm eingenommenen Haltung verharren, daß es in keinerlei Weise zum Wiederaufbau einer deutschen Armee in irgendeiner Form kommen dürfe. Im Vordergrund des Meinungsaustausches der drei Außenminister der Westmächte würde die ungerechte und unhaltbare Lage stehen, in der sich Italien befinde. Man dürfe nicht vergessen, daß Italien seit 1943 auf der Seite der freien Welt stehe. Die heutigen französischen Regierungen suchten durch Worte und Pläne die Entwicklung aufzuhalten, erklärte dann Palewski. Man müsse aber den Tatsachen ins Angesicht sehen. Weder durch einen Schuman- noch durch einen Pleven-Plan könnten die Dinge gemeistert werden, sondern nur durch eine große eigene Anstrengung des geeinten Landes. Die heutige franzö- siche Außenpolitik sei ein unklares und verschwommenes Dogma. Die jetzige französische Konzeption der Europa-Armee werde sich in das Gegenteil dessen verkehren, was man mit ihr hinsichtlich der Aufrüstung Deutschlands bezwecken wolle. getötet. Bür hatte am gleichen Tage erst seinen Führerschein erhalten. 1 Heber IM Einwohner der Stadt Doebern in der Lausitz sind nach dem GennS von Gefrierfleisch, das ans den Volksdemokratien geliefert wurde, erkrankt. Der Hornberger Stadtrat hat beschlossen, den Eltern der vitr etwa zwei Monaten geborenen siamesischen Zwillinge, ein Hans zu kaufen. Die Eltern konnten die Kinder bisher nicht bei sich aufnehmen, da sie nnr ein Zimmer bewohnen. Die im Saargebiet epidemisch aufgetretene Spinale Kinderlähmung scheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben nnd im Abklingen begriffen zu sein. Die Vereinigten Staaten nnd die Philipinen schlossen einen Pakt znr gegenseitigen Verteidigung. Das britische Außenministerium dementierte Presseberichte, daß man den Aufenthaltsort der beiden verschwundenen Diplomaten Mageean und Bnrgeß in Erfahrung gebracht habe. Der tschechoslowakische Pavillon auf der Messe von Izmir (Türkei) ist von den türkischen Behörden geschlossen worden, weil sich die tschechoslowakische Ausstellungsdelegation geweigert hatte, politisch-propagandistische Inschriften za entfernen. Der erste britische Düsenbomber mit vier Strahltriebwerken geht demnächst in Serienfertigung. Jeder offizielle Gast der Stadt Paris wird in Znknnft einen 25 cm großen vergoldeten Stsdtschlnssel mit dem Wappen der Stadt als Geschenk erhalten. „Nicht nur Sie, Herr Außenminister, gehen nach Washington, sondern auch der deutsche Bundeskanzler, und er wird — gleichgültig ob mit oder ohne Europa-Armee — zwölf Divisionen fordern, ein eigenes Kriegsministerium und völlige Gleichheit der Rechte.“ Frankreich muß unmittelbar von sich aus sofort mit Deutschland Verhandlungen aufnehmen, solange dieses noch nicht alle Beschränkungen seiner Souveränität abgestreift habe. Kriegsschäden im Laste nausgleich BONN. Bundesflnänzminister Fritz Schaffer hat den Mitgliedern des Lastenausgleichsausschusses eine ausführliche Stellungnahme zum Entwurf eines Feststellungsgesetzes zugeleitet. Er spricht sich dafür aus, daß dieses Gesetz gleichzeitig mit dem Lastenausgleichsgesetz verabschiedet wird. Schäffer begründet seine Auffassung mit der umfangreichen Doppelarbeit, die entstehen würde, wenn die kriegsgeschädigte Wirtschaft genötigt wäre, ihre gesamten Kriegsschäden durch die Feststellungsbe- hörden ermitteln zu lassen. Außerdem erklärte sich Schäffer gegen die Anwendung des Eides im Feststellungsverfahren. Die Wahl des Verfassungsgerichts BONN. Am 4. September wird da® Wahl- männer-Gremium zur Wahl der Richter des Bundesverfassungsgerichtes in Bonn zusammen treten. Aus Kreisen des Wahlmännergremiums verlautet, daß die notwendige Dreiviertel-Mehrheit für die Wahl des Präsidenten Dr. Hoepker-AechofE und des Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts nunmehr gesichert ist. Uber die anderen zu wählenden 22 Bundesverfassungsrichter bestand bereits Einmütigkeit, so daß einer endgültigen Wahl nichts mehr im Wege steht. BONN. Die Unterzeichnung eines Gesetzes über die endgültige Beschlagnahme der nach Kontrollratsgesetz Nr. 5 erfaßten deutschen Auslandsvermögen durch die Hohen Kommissare der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs hat in Kreisen der Bundesregierung tiefe Bestürzung hervorgerufen. Man weist daraufhin, daß die Bundesrepublik keinesfalls die Reparationszahlungen, die aus den beschlagnahmten und teilweise bereits liquidierten Auslandsvermögen gespeist werden sollen, ablehne. Die Bundesregierung habe vielmehr positive Vorschläge gemacht, die darauf abzielen, das noch nicht liquidierte deutsche Auslandsvermögen zu erhalten, dessen Eigentümer aber in einer gewissen Höhe zu Reparationen heranzuziehen. Dies könne beispielsweise bei den deutschen Vermögen in der Schweiz dergestalt geschehen, daß schweizerische Banken Kredite auf diese Vermögen geben, die dann zur Abdeckung von deutschen Reparationsverpflichtungen auch an andere Länder verwendet werden können. Ein derartiges Verfahren hätte den Vorteil, daß die Empfänger deutscher Reparationsleistungen ungeschmälerter und auch schneller als bei einer Liquidierung des deutschen Auslandsvermögen in den Besitz von Reparationsleistungen kämen. Deutsche Stellen sind der Ansicht, daß bei einem derartigen Verfahren die Repa rationsgläubiger einen wesentlich höhe- Eine Blitzreise kann man mit Recht das nennen, was Trumans Sonderbotschafter Harriman im Laufe dieser Woche durchführte: Samstag noch in Teheran, Sonntag in Belgrad und bei Tito, Montag in London, Mittwoch in Paris, Donnerstag in Bonn, Freitag wahrscheinlich schon in Washington. Auch wenn an den Gerüchten nichts ist, nach denen Harriman Nachfolger des USA-Außenministers Ac.veson werden soll, ist es zweifellos von sehr großer Bedeutung, daß unmittelbar vor wichtigen Konferenzen der West-Außenminister die Brennpunkte des europäischen und nah- östlichen Kraftfeldes von einem Mann besucht wurden, der, wie Harriman, eine große Rolle in den Beziehungen Washington — Moskau während des Krieges und danach gespielt hat und der durch viele Aufenthalte in Moskau die maßgebenden Männer des Sowjet-Systems, ihre inneren Antriebe und ihre Denkweise kennt. Eine ganze Reihe von Konferenzen steht bevor: Japan-Friedenskonferenz in San Franzisko, die Zusammenkunft der West- Außenminister in Washington, Tagungen des Atlantischen Verteidigungsrates in Ottawa (Kanada) und Rom. Zunehmend treten bei diesen Konferenzen die beiden Staaten in den Vordergrund, die unter einer, damals ganz anders gearteten, undemokratischen Führung eine so verhängnisvolle Rölle bei der Entstehung und Ausweitung des zweiten Weltkrieges gespielt haben: Japan und Deutschland. Um den Frieden von Japan geht die Konferenz von San Franzisko. Um Deutschlands künftige Rolle geht ein gut Teil des Programms der drei anderen Konferenzen. Gerade der Besuch Harrimans in Bonn ist vielleicht der deutlichste Beweis dafür, daß man um die Bedeutung weiß, die dem jetzigen demokratischen Deutschland im ren Ertrag erzielen würden, als bei der durch das neue alliierte Gesetz vorgesehenen Liquidierung. Darüberhinaus würden die deutschen Vermögenswerte in ihrer Substanz erhalten bleiben, während bei ihrer Liquidierung nur ein Bruchteil ihres eigentlichen Wertes realisiert werden könnte. Milliarden lür Wiedergutmachung BERLIN. Der stellvertretende Vorsitzende der obersten Wiedergutmachungsbehörde erklärte, daß die notwendigen Geldleistungen für die gesamte deutsche Wiedergutmachung an Opfer des Nationalsozialismus auf rund 5,5 Milliarden Mark geschätzt werden. Nach Auffassung der obersten Wiedergutmachungsbehörden müßten davon der Bund drei Milliarden und die Bundesländer 2,5 Milliarden Mark zur Verfügung stellen. Das Ziel sei, die Wie- Milchkrieg klingt ab KIEL. Als drittes der vier am norddeutschen „Milchpreis-Krieg“ beteiligten Länder hat sich jetzt auch Schleswig-Holstein entschlossen, den Milchpreis zu erhöhen. Mit Wirkung vom 15. September soll dort der Höchstpreis für einen Liter Vollmilch mit 2,8 Prozent Fettgehalt auf 38 Pfenig heraufgesetzt werden. Bremen und Niedersachsen hatten sich bereits in den letzten Tagen zu diesem Schritt entschlossen. Nur Hamburg zögerte noch. Kreis der westlichen Völker zufällt. Es ist in den zweieinhalb Stunden des Gesprächs zwischen Adenauer und Harriman immerhin zu einem umfassenden, Meinungsaustausch über alle wesentlichen Probleme gekommen. Der geschickte und welterfahrene Harriman dürfte ebenso wie der Bundeskanzler mit Genauigkeit und Kürze des Ausdrucks in eine Zweieinhalb-Stunden- Unterredung — selbst bei Einschaltung eines Dolmetschers — sehr viel hineinzupressen wissen. Man soll gerade im diplomatischen Verkehr bei der Beurteilung dieses Vorgangs gewisse Formfragen keinesfalls unterschätzen. Harriman ging als Besucher zu Adenauer und in den Amtsräumen des Bundeskanzlers und Außenministers fand das Essen mit den amerikanischen Herren und die anschließende politische Unterhaltung statt. Das entspricht dem Brauch, der eich immer mehr eingeführt hat: Daß auch die Hohen Kommissare der Alliierten, wenn Besprechungen notwendig werden, zum Bundeskanzler kommen und daß nicht er sie aufeucht. „Die Gespräche hatten das Ziel, dem Frieden in der Welt zu dienen“, hat Dr. Adenauer nach der Unterhaltung mit Harriman erklärt. Das erinnert fast an die Überschrift, die die England regierende Labour-Party ihrer Programmerklärung für die kommenden Wahlen gab. „Unsere erste Pflicht ist der Frieden“ hieß die Überschrift. In der nächsten Woche beginnt nun in San Franzisko eine Konferenz, die in aller feierlichen völkerrechtlichen Form befriedend wirken soll: Die Konferenz von San Franzisko, die mit der Unterzeichnung eines Friedensvertrages für Japan enden soll. Daß die Sowjets sich in vorletzter Stunde entschlosen, an dieser Konferenz teilzunehmen, nachdem sie durch Monate den von den USA entworfenen und mit vielen, beteiligten Nationen beratenen Friedensvertrag ablehnten, ist nach allgemeiner Auffassung als ein Störungsmanöver zu betrachten. Die Sowjets haben offenbar das Gefühl, daß die Konferenz über den, Japanfrieden ein weicher Punkt der nicht kommunistischen Weilt ist. Tatsächlich trägt die San-Franzisko-Konferenz einen etwas fragmentarischen Charakter, sie ist eine unvollständige Konferenz. Indien nimmt nicht daran teil aus Rücksicht auf Rotchina. So sieht man es kommen, daß die drei großen Landmächte Asiens — Indien, China, Sowjetunion — den in San Franzisko geplantöl Japanfrieden nicht unterschreiben, sondern sich auf spätere Separatfriedensverträge mit Japan einrichten werden. Japan steht in San Franzisko also im wesentlichen einer Welt der Weißen gegenüber, und das wird für das Gefühl der asiatischen Nationen vielleicht die Bedeutung dieses Friedenschlusses abschwächen. Dazu kommt, daß auch England mit dem Japan-Friedensvertrag nicht ganz glücklich ist, denn, trotz Einschaltung mancher englischen Wünsche in diesen Vertrag, bleibt übrig, daß Rotchina dabei ausgeschaltet ist. England aber hat (und zwar auch wegen der Wirkung auf Indien) doch stets das Bestreben, Verbindungen zu Rotchina wachsen zu lassen. Schon meldet sich auch in England eine kräftige Opposition, die behauptet, daß Großbritannien sich beim Japanfrieden allzusehr der amerikanischen Politik angepaßt habe. Das sind die Gründe, weshalb Moskau meint, San Gegenvorschläge für Auslands vermögen Bundesregierung über Beschlagnahme tief bestürzt Samstag, 1. September 1951 SÜDKURIER Nr. 136 / Seite 2 Franzisko könne wirklich einen weichen Punkt darstellen. In der Tat ist es von sehr großer Bedeutung, daß alle von der westlichen Welt abgeschlossenen Verträge den Charakter echter und dauerhafter Vereinbarungen bekommen. Eine ganze Reihe von Vertragskrisen kennzeichnen ja das Bild der Gegenwart. Nur ' zwei Beispiele von vielen: Persien hebt von sich aus den Erdölvertrag auf. Ägypten blockiert die internationale Verkehrsstraße des Suezkanals und droht mit einseitiger Aufhebung seines auf zwanzig Jahre festgesetzten Vertrages mit England. Die -Entwicklung begann mit jenem Potsdamer Abkommen, das die vier Siegermächte im Jahre 1945 schlossen, das die Sowjets dann stückweise umgingen und das amtlich trotzdem immer noch als Grundlage der westlich-östlichen Beziehungen gilt „Dem Frieden dienen“ — das ist die Parole, die in allen Erklärungen der Staatsmänner ausgegeben wird. Man kann dem Frieden nur dienen, wenn man bestimmte Grundbegriffe für das Zusammenleben der Staaten und Völker untereinander anerkennt. Daß es heute in den West-Ost- Beziehungen solche allgemein anerkannten Grundbegriffe nicht gibt, nachdem die Sowjetunion geschickt verstanden hat. sie zu ümgehen cder irreführend auszulegen, ist eine der schwersten Gefahren für den Frieden. Um so mehr muß die westliche Welt darauf sehen, daß in ihren Vereinbarungen und Abmachungen nicht Dinge enthalten sind, die zweideutig gemeint 6ind und die deshalb wieder einmal zu Unklarheiten und Konflikten führen könnten. Das gilt heute für die Abmachungen mit Japan. Das wird morgen für die Abmachungen mit Deutschland gelten. Nur dann können in der nichtkommunistischen Welt jene weichen Punkte vermieden werden, die Moskau so geschäftig sucht. Und nur, wenn die Welt der freien Völker auch von schwachen Punkten in ihrem Zusammenleben und ihrem Zusammeenarbeiten frei ist, ward man dem Frieden -wirklich dienen. Harriman beglückwünscht deutsches Volk Trumans Sonderbotschafter bei Adenauer — Umfassender Meinungsaustausch BONTtr (W.-Eigenbericht.) Kurz vor seiner Rückkehr nach Washington hat der Sonderbotschafter Präsident Trumans^, Averell Harriman, wie schon gemeldet, einen Abstecher nach Bonn gemacht, der in Regierutigskreisen als eine freundliche Geste gegenüber der Bundesrepublik lebhaft begrüßt wurde. Harriman, der zur Zeit ohne Zweifel zu den -wichtigsten politischen Persönlichkeiten der Welt zählt, hatte eine annähernd dreistündige Unterredung mit dem Bundeskanzler Dr. Adenauer während eines Essens, das der Kanzler zu Ehren des hohen Gastes gab. Nach dem Essen stellten sich die beiden Politiker lächelnd den Photographen, und der Kanzler erklärte, das Gespräch habe der Festigung des Weltfriedens gedient. Harriman erklärte: „Ich kann das deutsche Volk nur beglückwünschen zu seinen großen wirtschaftlichen Fortschritten, die es in den letzten Jahren erzielt hat.“ Harriman hat offenbar keine neuen politischen Anweisungen nach Bonn gebracht. Das war auch nicht zu erwarten gewesen. Die Bedeutung seines Besuches liegt vielmehr in dem, was er von Bonn mitnimmt. Denn er wird in aller Kürze wieder seinen Platz in der unmittelbaren Umgebung des Präsidenten einnehman und dort großen Einfluß auf die Entscheidungen der amerikanischen Politik ausüben können. Es liegt daher auf der Hand, daß der Kanzler die Unterredung wahrgenommen hat. ERP-Kürzung gefährdet Frieden WASHINGTON. Präsident Truman warf dem Kongreß vor, daß er den Erfolg des gesamten Marshallplanes und den Weltfrieden gefährde, wenn die Auslandshilfs- WETTERVORHERSAGE des Amtlichen Landeswetterdlenste« ln der fortbestehenden Südwest-Strömung ist nun etwas kühlere Luft auch nach Süddeutschland vorgedrungien, wodurch eine Unterbrechung der Schönwetterlage der letzten Tage eintrat. Erneut von Südwesten herankoirunenlder Drudeanstieg wird nur kurze Wetterberuhigung bringen. Aussichten bis Sonntagabend: Am Samstag zeitweilig im Bodenseegebiet noch stärkere Bewölkung und örtlich schauerartige Niederschläge. Nur mäßig warm. Im Laufe des Tages Besserung und am Sonntag wieder stärkere Aufheiterung bei ansteigenden Temperaturen. SUDKURIER Verantwortlich für Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas- Wirtschaft! Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emanuel Reindl. Heimat: Alois Bede, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Drude: Druckerei und Verlags- anstalt Konstanz GmbH. 100 DM ln Zürich: 31. 8. ifrsi 30. 8.: 86/88 sfrs. Vorlage um eine Milliarde Dollar gekürzt werden sollte. Es wäre „eine Schande“, sagte Truman, „wenn im jetzigen Augenblick alles durch eine Kürzung der Mittel für das gegenseitige Sicherheitsprogramm über den Haufen geworfen würde”; er habe alles, was in seiner Macht stand, um eine drastische Kürzung der Auslandshilfsvorlage von 8,5 Milliarden Dollar zu verhindern. Zur Lage in Korea sagte der Präsident, die UN-Streitkräfte ständen bereit, den Großkampf wieder aufzunehmen, wenn die Chinesen es wollten. Er billige im übrigen alle Maßnahmen des UN-Befehlsha- bers Ridgway seit Beginn der Waffenstillstandsverhandlungen hundertprozentig. „Deutschland nennt den Preis" LONDON. Ueber die Besprechungen zwischen Dr. Adenauer und Harriman berichtet der „Daily Expreß“ aus Bonn, der Bundeskanzler habe amerikanische Finanzhilfe für den deutschen Verteidi- gungÄieitrag verlangt. Außerdem ‘ sei Harriman davon unterrichtet worden, daß die Bundesrepublik auf der Abschaffung aller Kontrollen bestehe. „Deutschland nennt den Preis“ ist die siebenfältige Ueberschrift des „Expreß“ zu diesem Bericht, in dem es heißt: „Kanzler Adenauer verlangt eine neue große Spende von Amerika und politische Konzessionen von England und Frankreich als Preis für die Bereitstellung von zwölf Divisionen.“ „Kleiner SüdweststaaJ" TÜBINGEN. (Tfz.-Eigenbericht.) Regierung und Landtag von Südwürttemberg drohen jetzt, sie würden „gegebenenfalls nunmehr ihr Ziel das Länderzusammen- schlueses im Südwesten über den Zusammenschluß Württemfoerg-Hohenzollem mit Württemberg-Baden zu erreichen versuchen“. Ihre Geduld sei durch die andauernde Verzögerungstaktik Wohiebs erschöpft. Die Regierung behalte sich vor, dem Landtag eine Verfassungsänderung durch Aufnahme eines Artikels vorzuschlagen, der den Anschluß Württemberg- Hohenzollern an Württemberg-Baden leicht ermögliche. „Sollte die Bundesregierung“, heißt es in der von der Presse unter großen Schlagzeilen veröffentlichten Regierungserklärung, „die südbadische Abstimmungsverschiebung dulden, so muß sie für alle Folgen, die aus dieser Mißachtung des Bundesgesetzes durch ein einzelnes Land entstehen, verantwortlich gemacht werden.“ In württembergisch-badischen Regierungskreisen erklärt man zu dem überraschenden Vorstoß Dr. Müllers, sollte es zu der von ihm angezeigten Lösung kommen, so würde die 1,2 Mill. Einwohner zahlende südbadische Bevölkerung in eine hoffnungslose Isolierung getrieben sein, die nur mit einem nachträglichen Anschluß Südtoadens an den Südweststaat -beendet werden könne. KP und Remer einig ERLANGEN. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Christian Fette, berichtete, daß kürzlich Funktionäre der KP und der SRP in Kassel ein eindeutig gegen die Gewerkschaften gerichtetes Bündnis geschlossen hätten. Von seiten der Remer-Partei habe Graf von Westarp die Verhandlungen geführt. Auf dem Weg zum Staats-Rundfunk? Bedenken gegen neuen Staatsvertrags-Entwurf für den Südwestfunk Ueberraschend schnell ist der zweite Entwurf für einen Staatsvertrag mit dem Südwestfunk bekanntgegeben worden, nachdem der erste Entwurf am Widerstand der Oeffentlichkeit gescheitert war. Die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung wird zunächst damit begründet, daß mit dem Wegfall der Ordonnanzen 187, 188 und ' 198 der Besatzungsmacht „eine bedenkliche Rechtsunsicherheit und ein untragbarer Schwebezustand” ein- treten würden, wenn nicht zugleich eine neue Rechtsgrundlage geschaffen würde. Nun ist der Entwurf des Staatsvertrags, an dem die drei Länder Baden, Würt- temberg-Hohenzollem und Rheinland- Pfalz beteiligt sind, zwar wesentlich anders ausgefallen als der Vorentwurf, aber er enthält doch Bestimmungen, die den Einfluß des Staates in einem Ausmaß sicherstellen sollen, das sich mit der Unabhängigkeit des Rundfunks nicht mehr vereinbaren läßt. So behält sich der Staat im § 17 ein „Beanstandungsrecht'' für jeden wichtigen Punkt der Haushaltführung vor. Er ist den Landesregierungen vorzulegen, die ihn binnen drei Wochen beanstanden können”. Und im § 19 ist das Ueberwachungsrecht des Staates über die Bestimmungen des Vertrages und die Einhaltung der allgemeinen Marshallhilfe brachte Aufschwung Lebenshaltung muß gesteigert werden — Sicherung des sozialen Friedens BONN (W.-Eigenberieht.) In Paris haben sich, wie bereits im „Südkurier“ vom Donnerstag gemeldet, die Marähallplan-Staa- ten Europas über eine 25prazentige Steigerung der Produktion in den nächsten fünf Jahren geeinigt. Im gleichen Augenblick veröffentlicht das ERP-Ministerium in Bonn einen Gesamtbericht über die Bedeutung der bisherigen Marshallplan- Hilfe für die Bundesrepublik. Die Leistungen des Marshallplans für uns in den letzten zwei Jahren lassen sich in die Worte zusammenfassen: Marshallplan und deut- echerWirtscbaftsaufsdrwung sind untrennbar. Im Bericht heißt es weiter: „Selbsthilfe, europäische Zusammenarbeit und Mar- s.hallplanhilfe haben in den vergangenen Jahren so eng zusammen-gewirkt, daß es im allgemeinen nicht möglich ist, auszu- eagen, welchen Anteil an dem erzielten Fortschritt jeder Faktor für sich gehabt hat. Es gibt kaum ein Lebensgebiet in Deutschland, das nicht vom Marshallplan im engeren und weiteren Sinne, in der einen oder anderen Weise befruchtet worden ist.“ Der Bericht weist jedoch zugleich mit Offenheit auf die noch bestehenden Schwierigkeiten hin. Ein Vergleich des deutschen Lebensstandards mit dem anderer Länder zeige, daß den Verbesserungen auf bestimmten Verbrauchsgebieten für viele Deutsche .noch große Entbehrungen auf anderen Lebensgebieten gegen- äberstehen, besonders im Hinblick auf den Schwerer Hagelsdilag und Wolkenbrüche Unwetter im Hochschwarzwald, in der Baar und auf dem Heuberg KONSTANZ. Schwer«, Unwetter gingen am Donnerstagabend über dem Hotzenwald, der Südbaar und dem Heuberg nieder. Sturm, wolkenbruchartige Regenfälle und starker Hagelschlag richteten in den Obstkulturen, auf den Feldern und in den Gärten des Hotzenwaldes großen Schaden an. Bauernhäuser wurden zum Teil beschädigt, Hochspannungsmasten umgelegt und die zum Teil noch nicht eingebrachte Ernte vernichtet. In Herrischried auf dem Hotzenwald wurde ein Sägewerk stark beschädigt, in Görwihl hat der Sturm das Dach des Gebäudes der Firma Setalin abgetragen, so daß eindringender Regen Lagerbestände und Maschinen unbrauchbar gemacht haben. In der Südbaar dauerte der Hagelschlag über eine Viertelstunde. Teilweise fielen Hagelkörner in der Größe von Taubeneiern und der größte Teil der nach Westen gehenden Fenster wurde zerstört. In der Blumberger Kirche ist ein großer Teil der eben eingesetzten Buntverglasungen , zerschlagen worden. Ueber Meßkirch - vereinigten sich vier Gewitter aus verschiedenen Richtungen zu einem schweren Unwetter. Hühnereigroße Hagelkörner zertrümmerten Hunderte von Fensterscheiben und deckten die Dächer ab. Die Kulturen wurden vollkommen zerstört. Der Hagelschlag fiel so dicht, daß die Hagelschlossen teilweise bis zu einem halben Meter hoch lagen Wohnungsbedarf. Allein das erst in einem größeren Zeitraum lösbare Problem der Vertriebenen und der politischen Flüchtlinge habe in Deutschland soziale Spannungen hervorgerufen, wie sie in ähnlicher Art in keinem anderen Teilnehmerland gegeben seien. Aus der Gesamtsituation zieht das ERP- Ministerium den Schluß, daß die Sicherung das sozialen Friedens durch einen angemessenen Lebensstandard der breiten Schichten in der Bundesrepublik (besonders aus politischen Gründen) auch für die Zukunft eine der ersten. Aufgaben bleibe. Sdramanplan später ratifiziert BONN. Die Regierungen der sechs am Schumanplan beteiligten Länder werden demnächst einen neuen Endtermin für die Ratifizierung des Vertrages festsetzen, um den einzelnen Länderparlamenten mehr Zeit für die Behandlung des Vertragswerkes zu geben. Der ursprünglich auf den 7. Oktober festgesetzten Termin kann nicht eingehalten werden, da mehrere Parlamente ihre Beratungen über den Schumanplan noch nicht abgeschlossen haben. Die zuständigen Stellen in Bonn messen der Verzögerung in der Ratifizierung d'es Schumanplans keine große Bedeutung bei, da sie nicht auf grundsätzliche Bedenken der Parlamente gegen das Vertragswerk zurückzuführen sei. Rechtsvorschriften ausdrücklich als Aufgabe der Landesregierungen bezeichnet. Unsere Bedenken richten sich hauptsächlich gegen die Finanzkontrolle des Staates über den Rundfunk und über die weitgehende Kontrolle über die Verwendung der Rundfunkgebühren. Man wird loyalerweise verlangen können, daß, wie es im Vertragsentwurf vorgesehen ist, die Regierungen Gelegenheit haben müssen, ihre Auffassungen im Rundfunk zu vertreten und daß Gesetze und andere wichtige Mitteilungen kostenlos verbreitet werden. Es geht aber nicht an, die Rechte des Rundfunkrats durch eine staatliche Oberaufsicht zu beschneiden und einzuschränken, oder wenigstens die Möglichkeit dazu zu schaffen. Der Landtag von Württemberg - Hohenzollern hat den Entwurf ohne Debatte an den Rechtsausschuß überwiesen. Auch die Landtage 'der anderen beiden Länder werden sich wohl nicht ohne weiteres mit dem Vertrag einverstanden erklären. Auch wir sind der Ansicht, daß der Vertragsentwurf zu weit geht, weil er dem Rundfunk das Verfügungsrecht über seine Einnahmen nimmt und dem Staat die Möglichkeit gibt, über den Haushalt und die Finanzgebahnung entscheidenden Einfluß auch auf die künstlerische und technische Gestaltung des Programms zu nehmen. In dieser Hinsicht aber muß der Rundfunk unabhängig vom Staat sein. Es wird überhaupt zu überlegen sein, ob man im jetzigen Augenblick nicht von einer definitiven Regelung der Rechtsverhältnisse beim Südwestfunk absehen und zunächst einmal das in Aussicht stehende Bundes-Rundfunkgesetz abwarten sollte, das dann als Rechtsgrundlage für sämtliche Verträge mit allen Rundfunkgesellschaften der Bundesrepublik dienen könnte. „Gefährlicher Eingriff" BONN. (W.-Eigenbericht.) Die Hohen Kommissare verabschiedeten ein Gesetz über die „Beziehungen zu den Besatzungsmächten“. Dieses Gesetz nimmt die deutschen Angestellten der Hohen Kommission im wesentlichen von den Landesverratsbestimmungen der Strafrechtsnovelle aus. Wie ein alliierter Sprecher erklärte, ist das Gesetz notwendig geworden, weil nach den Bestimmungen der Strafrechtsnovelle sich jeder Deutsche strafbar machte, der mit den Westalliierten zusammenarbeitete. Als Sprecher der FDP wandte sich der Bundestagsabgeordnete Mende gegen die von den Alliierten erlassenen Einschränkungen des deutschen Strafrechtsänderungsgesetzes. Diese stellten einen gefährlichen Eingriff in die deutsche Gesetzgebung dar und machten die Landesverratsbestimmungen illusorisch. Selbstverständlich müsse die Bundesregierung auf dem Gebiet des Nachrichtendienstes mit den Westmächten Zusammenarbeiten, Wunderbare Wege der Kohle Sonntagsblatt Ein Freund der Musiker und Dichter Dr. Werner Rein hart zum Gedenken Dr. h. c. Werner Reinhart, Teilhaber der Firma Gebr. Volkart in Winterthur, ist, wie bereits kurz in einem Teil unserer Auflage gemeldet, am 29. August völlig unerwartet an einem Schlaganfall gestorben. Noch am Tag zuvor war Dr. Werner Reinhart in Konstanz -gewesen und hatte hier den Dank der Stadt für seine großzügige Unterstützung der Konstanzer Internationalen Musiktage entgegennehmen können. Unterstützung der Musiktage — damit ist das Stichwort gegeben für jenen Teil liebhabe rischer Tätigkeit, durch den der Hingegangene seinen Namen unlösbar verband mit dem geistigen und kulturellen Leben in der Stadt seines Wirkens zunächst, dann aber weit darüber hinaus ausstrahlend über das ganze Land und dessen Nachbarschaft. Das Wirken der Brüder Reinhart, deren Name längst zu einem Begriff von internationalem Ansehen geworden ist, kann aus dem künstlerischen Leben Winterthurs nicht mehr weggedacht werden. Durch die große Oskar-Reinhart-Stiftung erhielt die Stadt jüngst ein Museum von Weltrang. Was auf dem Gebiet ■ der bildenden Kunst als Sammler und Museumsgründer Dr. Oskar Reinhart leistet, das nun tat sein jüngerer Bruder Werner aus seiner durchaus musischen Natur heraus, für die Pflege der Musik. Der reichen Subvention, die er dem Winterthurer Orchester zufließen ließ, dankt die Stadt den Besitz des wohl leistungsfähigsten Symphonieorchesters der Schweiz. Die vorbildlichen Leistungen dieses Orchesters machten seinen Namen bald weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. In Konstanz gehörten seine Gastspiele zu den Höhepunkten des Musiklebens, die stets mit großer Spannung und Teilnahme erwartet wurden und den Widerhall echter und verdienter Begeisterung fanden. Bei wohl jedem dieser Konzerte konnte man in einer der vorderen Reihen einen stillen, sehr aufmerksamen Herrn sitzen sehen, der bis zu völligem Vergessen der Umgebung ganz dem Erlebnis der Musik hingegeben schien. Dieser in seinem überaus höflichen Auftreten beinah schüchtern wirkende Gast war der Mäzen des Orchesters, das seiner persönlichen Liebe zur Musik Subventionen in einer Höhe dankt, wie sie z. B. die ganze Stadt Konstanz weder für ihr Theater noch für ihr Orchester, noch für beide zusammen, aufbringen kann. Eine tiefe, ja leidenschaftliche Liebe zur Musik war es, die ein so selbstloses Hingeben im Leiben dieses, wie seine Freunde wohl wissen, ungewöhnlich gütigen, stets hilfsbereiten Mannes bewirkte. Er war selbst ausübender Musiker, fähig des Spiels auf mehreren Instrumenten, ein außerordentlicher Kenner der großen Musik sowohl der Vergangenheit wie der Gegenwart. So war es ihm, etwa bei Beratungen über Musikfeste, jederzeit möglich, aus dem Stegreif Programme zu entwickeln und vor allem auch die ausübenden Künstler zu benennen, die gerade für diesen oder jenen Zweck .die derzeit geeignetsten und maßgebenden seien. So beschränkte sich seine Hilfe keineswegs immer nur auf die Tat, sondern in hohem Maße auch auf den fördernden Rat. Er war auch stet« in der Lage, jeweils die Verbindung zu den großen Künstlern des Konzertsaales herzustellen, zu Dirigenten, Sängern, Instrumentalisten ebenso wie zu den Schöpfern der Werke selbst, den lebenden Komponisten. Wer von ihnen hätte nicht zu seinen Gästen oder auch Freunden gezählt, wer wäre nicht gern einem Ruf dieses Mannes gefolgt, von dem man wußte, daß sein Leben dem teilnehmenden Dienst am Blühen der Musik gewidmet war. Man würde indes diesen sehr merkwürdigen Mann, der sich in unserem Jahrhundert schon ausnahm wie ein Gast aus menschlicheren Zeiten, wohl allzu einseitig beurteilen, sähe man in ihm nur den Musik-Mäzen. Als solcher freilich stand er am sichtbarsten in der Oeffentlichkeit, war Präsident der Konzertkommission und Mitglied der Vorsteherschaft des Musikkollegiume in seiner Vaterstadt; außerdem u. a. Mitglied der kantonalen Kirchensynode, Ehrenmitglied des schweizerischen Tonkünstlervereins und Delegierter für die Schweiz bei der internationalen Gesellschaft für neue Musik in London. Aber die Ehrendoktor-Würde der Universität Zürich wurde ihm verliehen für seine Verdienste als Förderer des musikalischen und literarischen Lebens in der Schweiz. Das galt nicht nur dem Aufsichtsrat der schweizerischen Schillerstiftung. Wir wissen, daß Rainer Maria Rilke ihm den Aufenthalt im Schlößchen Muzot in den letzten Jahren seines Lebens verdankte; wieviele Dichter und Schriftsteller empfingen durch seine Teilnahme und Fürsorge die Möglichkeit von Monaten, ja ganzen Jahren sorgenfreien Schaffens, ohne daß die Welt davon erfuhr, ja geradezu unter der Bedingung, daß sie nicht davon erfuhr. So verlor die Stadt Winterthur mit ihrem Mitbürger Dr. Werner Reinhart nicht nur den Mitinhaber eines weltweiten Handelshauses, das in seinem bürgerlich aristokratischen Zuschnitt an jenes Haus in Lübeck erinnert, das einst einen Thomas und Heinrich Mann hervorbrächte. Mit ihm ging vielmehr ein großer Menschenfreund dahin, einer, dem aller Reichtum der Erde wesenlos scheinen mochte neben den Reichtümern des Geistes und des Herzens, denen er darum in einer so zarten wie scheuen und — das Wort sei erlaubt — keuschen Liebe sein Leben weihte. Sein Andenken wird fortleben nicht nur in den Stiftungen, die seinen Namen tragen, sondern in den Herzen aller seiner Mitbürger, die ihn verstanden haben. L. E. Reindl Othmar Schoeck 65 Jahre alt Der auch in Deutschland hoch geschätzte Schweizer Komponist Othmar Schoeck vollendet am 1. September sein 65. Lebensjahr. In Brunnen, dem reizvollen Hafenorte am Vierwaldstätter See geboren, wohnt und wirkt Schoeck seit langem in Zürich, am Fuße des Uetlibergs. Der Liebe zur Natur ist er durchs Leben treu geblieben und hat der ' Gotteswelt seine schönsten Lieder gewidmet; auch ganze Zyklen wie die „Elegie“ nach Lenau oder die Gesänge mit Orchester nach Kellers „Lebend begraben“. Wiederholt hat auch das Musikdrama Schoeck gereizt; er wagte u. a. das kühne Experiment, in Kleist’s „Penthesilea“ das gesprochene Wort klar zur Geltung kommen und nur an den Höhepunkten die Musik sprechen zu lassen. Schon früh ein Schüler Regers, ist Schoeck der modernen Musikentwicklung nie ausgewichen, auch dem atonalen Linearstil nicht, wesentlich aber blieb ihm stets die Wahrheit und Tiefe des Gefühls, die er am vollkommensten im Liede offenbaren konnte. Konstanz hat erst jüngst das Glück gehabt, zur Eröffnung der „Internationalen Musiktage“ 16 Lieder von Schoeck zu hören, die für alle ein ganz unvergeßliches Erlebnis wurden, ob nun Gesang und Klavier mit unsäglicher Innigkeit etwa Eichendorffs „Liebe treue Laute“ klingen machten oder voll genialem Schwung uns mit Gottfried Keller ins Stemenall emporrissen. Die Schweiz darf auf ihren Schoeck (der auch ein Dirigent von Rang ist) wahrlich stolz sein, cw KULTURNACHRICHTEN Der Dramatiker Ferdinand Bruckner, der zur Zeit in Berlin lebt, vollendete am 26. August das 60. Lebensjahr. Er wurde in Wien geboren und studierte dort Philosophie, Philologie und Musik. Unter seinem bürgerlichen Namen Theodor Tagger hatte er bereits Romane, Gedichte und Dramen veröffentlicht, als er in den Jahren 1929 bis 1930 in Berlin unter dem Pseudonym Ferdinand Bruckner seine erfolgreichen psychonalalytischen Dramen „Krankheit“, „Die Verbrecher“ und „Die Kreatur“ und das historische Drama „Elisabeth von England“ herausbrachte. Der Dichter emigrierte während des „Dritten Reiches“ nach Frankreich und dann nach den Vereinigten Staaten. Ein Brief Friedrich Schillers fand sich in einem völlig unversehrten Folioband bei Aufräumungsarbeiten in den Trümmern der St.-Nikolai-Kirche in Hamburg. Der Brief ist an seine Braut, Charlotte von Lengefeld, 1789 in Jena geschrieben. Der Band enthielt außerdem noch einen Brief von Schillers Tochter. Freifrau von Gdekhen-Rußwurm aus dem Jahre 1859. Sie dankte darin für die Mitteilung über die Ehrung ihres Vaters durch die Stadt Hamburg zum 1{K>. Geburtstag Schillers. Die größte Glocke der St. Nicolai- Kirche erhielt ein Profilhild des Dichters mit der Umschrift ,Andenken an Friedrich von Schillers hundertjährige Geburtstagsfeier, 10 November 1859". Die 5 7. Tagung der deutschen ophthelmologischen Gesellschaft findet vom 2. bis zum 5. September in Heidelberg statt. Geheimrat Prof. Dr. Karl Wessely, der Vorsitzende der Gesellschaft, leitet die Vorstandssitzung. Die organisatorische Leitung der Tagung übernimmt der Leiter der Heidelberger Uni- versitäts - Augenklinik, Prof. Dr. Ernst Engelfcmg. Alte Länder oder Sndweststaat? Um, nach demokratischer Art, seinen Lesern die Meinungsbildung in der Frage der 'Neuordnung der Länder im Südwesten, über die sie in Kürze entscheiden sollen, zu erleichtern, läßt der „Südkurier“'heute Vertreter der beiden Richtungen zu Wort kommen. Der „Südkurier" behält sich vor, diese Diskussion an den der Abstimmung vorausgehenden beiden Samstagen fortzusetzen. Die Redaktion Für den Südweststaat Bin nordbadischer Landtagsabgeordneter bat einmal das Wort geprägt: Baden war gut, der Südweststaat ist besser! Mit dieser Gegenüberstellung berührte er den Kern des Problems, das in diesen Wochen so lebhaft erörtert wird. Was auch immer gegen die Ländervereinigung gesagt werden mag: Baden müsse in seinen historischen Grenzen wieder hergestellt werden, weil dies die Tradition und kulturelle Sendung des Landes, die Erhaltung des landsmannschaftlichen Prinzips in allen Zweigen des öffentlichen Lebens und schließlich die Heimatliebe gebieten. Was man auch an angeblich unangenehmen Erfahrungen im persönlichen Verkehr mit den Württembergem, an Abneigung, Vorwürfen und Befürchtungen (Die Schwaben wollen uns einsacken!“) u. a. m. zu hören bekommt: All das sind nur Einwände und Begleiterscheinungen heftiger Auseinandersetzungen, die am Wesentlichen einer überaus schwerwiegenden Entscheidung Vorbeigehen — wenn sie überhaupt ernstgenommen werden können. Wer sich von persönlichen Erlebnissen und Empfindungen bei seiner Stimmgabe leiten läßt, erkennt nicht die Bedeutung der staatspolitischen Entscheidung am 16. September dieses Jahres. Allzu häufig macht man ja uns Deutschen den Vorwurf, wir würden politische Realitäten mißachten und „unpolitisch“ denken und handeln. Die bevorstehende Volksabstimmung bietet die Gelegenheit, eine solche Behaup- zu widerlegen und auch zu zeigen, daß diesmal nicht das Erbübel der Zwietracht unter den deutschen Stämmen weiterwuchern kann. Die entscheidende Frage aber ist die: welche Lösung des Neugliederungsproblems verfügt über die besseren Argumente, d. h. ist es politisch und wirtschaftlich vernünftiger zur staatlichen Zweiteilung des Südwestgebietes zurückzukehren oder den Schritt in den Südweststäat zu wagen? Der Südweststaat ist die bessere Lösung des Neugliederungsproblems, weil sie die willkürliche Grenzziehung im deutschen Südiwesten vor 150 Jahren beseitigen soll. Ein Blick auf die Landkarte genügt, um den Unsinn längst überholter Landesgren- zen, etwa bei Pfullendorf und Meßkirch, in den östlichen Teilen der Kreise Donau- eschingen und Villingen, zu erkennen. Hier kann nur der Südweststaat Wandel schaffen. Das neue Bundesland bringt Baden — seit 1918 durch die Zerreißung des oberrheinischen Wirtschaftsraumes, die abschreckende Wirkung der Grenzlage, die Abwanderung von Industriebetrieben in das Reichsinnere, u. a. nach Württemberg, wirtschaftlich geschwächt — eine Reihe beträchtlicher Vorteile. Lassen wir einige Zahlen und Tatsachen sprechen: Nur mit nordwürttembergischer Finanzhilfe konnten und können die Fehlbeträge im Etat des Landesbezirks Nordbaden (von 1949 bis 1951 zwischen 62 und 114 Milionen DM alljährlich) gedeckt werden. Die größere Steuerkraft Nordwürttembergs ist einer der Gründe, warum der Landesbezirk Nordwürttemberg beachtliche Überschüsse im Staatshaushalt erzielen kann. Millionen und Abermillionen württembergischer Steuergelder flössen bisher durch den horizontalen Finanzausgleich an andere Bundesländer und man kann es durchaus verstehen, daß Württemberg eher bereit ist, die Steuerüberschüsse im vereinigten Wirtschaftsgebiet zu verwenden als im Rahmen des Finanzausgleichs auf der Bundesebene. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß die Einnahmen des württem- bergisch-badischen Landesarbeitsamtes zu zwei Dritteln aus dem Landesteil Nordwürttemberg stammen, während die Ausgaben des Landesarbeitsamtes für Arbeitsbeschaffung zu zwei Dritteln Nordbaden zugute kommen. Das südbadische Finanzministerium hat zwar für 1951 einen Haushaltsplan vorgelegt, der sich in Einnahmen und Ausgaben ausgleicht; aber die Ausgaben für kulturelle Zwecke, dringend notwendige Bauvorhaben aller Art (Straßenbau, Wirtschaftsförderung) sind in besorgniserregendem Umfang eingeschränkt worden. Früher oder später muß das Versäumte nachgeholt werden; ob dies in einem wiederhergestellten Baden (angesichts des großen Defizits in der nordbadischen Landesverwaltung) geschehen kann, ist doch wohl sehr zweifelhaft. Eine vernünftige Gliederung des Südweststaates bürgt für eine dezentralisierte, volksnahe Verwaltung und die weitgehende Verwirklichung des Selbstverwaltungsgedankens. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Neuordnung sein, die Bedürfnisse der einzelnen Landesteile, deren Bedeutung und Eigenart nicht geschmälert werden darf, mit der Forderung nach einem sparsamen und einfachen Verwaltungsaufbau in Einklang zu bringen. Fest steht auf jeden Fall, daß im vereinigten Baden-Württemberg an die Stelle von heute drei Regierungen und 23 Ministerien, drei Landtagen mit 220 Abgeordneten, eine Regierung und ein Landtag tritt, die sich mit einer wesentlich geringeren Zahl von Ministem bzw. Abgeordneten begnügen müssen. Auf die Dauer können wir uns ja nicht den übertriebenen Verwaltungsaufwand leisten, der iS Südbaden dazu geführt hat, daß jeder Einwohner dieses Landes für die staatlichen Spitzenstellen 50 v. H. mehr bezahlen muß, als in Württemberg-Hohenzollem und 43,4 v. H. mehr als in Württemberg-Baden. Es ist gewiß kein Zufall, wenn die Neugliederungsfrage im deutschen Südwesten gerade in die Nachkriegsjahren zur Entscheidung drängt. Nach dem Zusammenbruch 1945 und im Hinblick auf die Kriegsfolgen, politische und wirtschaftliche Notwendigkeiten muß die territoriale Neuordnung des Bundesgebietes tatkräftig in Angriff genommen werden. Wir sehen im Südweststaat ein nachahmenswertes Beispiel für die Bildung gesunder und leistungsfähiger Bundesländer, deren Gewicht dazu beitragen kann, den föderalistischen Aufbau der Bundesrepublik mit den notwendigen Sicherungen auszustatten. ' Wir Badener brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Fleiß und Tüchtigkeit sind Tugenden, auf die wir stolz sein können. Aber die Folgen der beiden Weltkriege lasten besonders schwer auf unserem Grenzland, und da müssen wir nach einer deutschen Lösung des Neugliederungsproblems suchen, die als echte Nachbarschaftshilfe unter gleichberechtigten Partnern bezeichnet werden kann. Dies ist eine Wiedergutmachung der Nachteile und Schäden in den letzten 30 Jahren. Niemand verlangt von uns Badener, daß wir an wertvollen Ueberlieferungen, an kulturellen und heimatlichen Werten und Eigenart irgendetwas preisgeben. Unter dem schützenden Dach eines geordneten, leistungsstarken Bundeslandes können wir aber unter besseren Daseinsbedingungen leben. Nützen wir die Chance, die uns gegeben ist! Bleiben wir was wir sind — im Südweststaat, der die Badener vom See bis an des Maines Strand nach jahrelanger Trennung wieder zusammenführt. Für Wiederherstellung der alten Länder Um die wirtschaftlichen Vorteile, die der Südweststaat angeblich bringen sollte, ist es merkwürdig ruhig geworden. Es wäre auch grotesk, dem badischen Volke heute noch einreden zu wollen, daß der Zusammenschluß der beiden Länder dem Lande Baden erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen könnte. Wir haben in der Bundesrepublik ja keine Wirtschaftsgrenzen. Niemand hindert den Badener, mit bayerischen oder hessischen oder rheinpfälzischen oder — württembergischen Firmen Handel zu treiben. Niemand erwartet von den Württembergem, daß sie um unserer schönen Augen willen jetzt oder nach einem Zusammenschluß mehr als bisher im Badischen kaufen oder verkaufen sollen. Das sind Dinge, die im allgemeinen unabhängig von Ländergrenzen sind. Und die großen wirtschaftlichen Fragen, wie etwa die der Oberrhein-Regulierung oder des Ausbaus der Wasserkräfte oder der Förderung der Rhein Schiffahrt, die — darüber sind wir uns klar — werden auch von Baden allein gelöst werden, wenn es in seiner früheren Form erst wiederhergestellt sein wird. Die Propaganda für einen Südweststaat hat es immer verstanden, gerade in unserem Gebiet die Meinung zu schüren, als ob das Eintreten für Alt-Baden die Verewigung des finanzschwachen und aus vielerlei Gründen auf die Dauer nicht lebensfähigen südbadischen Landes bedeuten würde. Demgegenüber muß festgestellt werden: Wir Altbadener wollen die Wiederherstellung der alten Länder Baden und Württemberg, so wie sie bis zum Zusammenbruch im Jahre 1945 bestanden haben. Das alte Land Baden war sowohl wirtschaftlich als auch verwaltungsmäßig eines der am besten fundierten deutschen Län- I der. Daß Baden nach dem ersten Weltkrieg Grenzland wurde und daß es durch die Festlegung der 50-km-Zone manche wirtschaftliche Schäden erleiden mußte, ist nicht seine Schuld. Daß der Nutznießer dieser Entwicklung das benachbarte Württemberg und besonders der Raum um Stuttgart war, ist kein Verdienst und nicht das Ergebnis besonderer Tüchtigkeit, sondern eine Folge dieser Entwicklung. Es sei, um nur ein Beispiel zu erwähnen, an die erzwungene Abwanderung großer Industrie-Firmen wie Benz (Daimler-Benz) aus Nordbaden erinnert. Die Voraussetzung für die Wiederan- siedlung großer Industrien in Baden sind besser als in Württemberg. Der Rhein als große Verkehrsader gewährleistet billige Transportmöglichkeiten, der weitere Ausbau der badischen Wasserkräfte die Lieferung billigen Stroms. Auch verwaltungsmäßig ergeben sich keine ersichtlichen Vorteile. Noch im Oktoberheft der „Württembergischen Gemeindezeitung“ vom Jahre 1949 schrieb ein hoher Stuttgarter Ministerial'beamter: „Es ist ebenso beliebt wie irreführend, den Südweststaat zu fordern wegen der dabei zu erzielenden Ersparnisse an Verwaltungskosten; denn eine solche Ersparnis kann, jedenfalls in einem irgendwie fühlbaren Ausmaß, aus diesem Anlaß nicht entstehen, einmal weil die Kosten der obersten Regierungsorgane, die hier allein in Betracht kommen, nicht so hoch sind, daß sie bei einem Etat von 1700 Millionen DM eine Rolle spielen, vor allem aber deshalb, weil durch die mit der Bildung des Südweststaates fest verbundene Einrichtung von vier Regierungsbezirken jede mögliche Ersparnis mehr als ausgeglichen wird. Schon die Tatsache, daß diese vier Regierungsbezirke mit weitgehenden Voll- I machten für nötig gehalten werden, zeigt, daß es mit dem Zusammenschluß einen Haken haben muß.“ Diese Feststellung ist durchaus richtig und ist von niemanden widerlegt oder widersprochen worden. Man spricht in den Kreisen der Südweststaat-Anhänger von einer „weitgehenden Dezentralisierung“ der Verwaltungsbehörden. Glaubt jemand im Ernst daran, daß bei der Einrichtung dieser Verwaltungsbehörden so verfahren würde, daß tatsächlich nennenswerte Ersparnisse erzielt werden könnten? Das wäre schon rein praktisch gar nicht möglich, weil zweifellos Angleichungen verwaltungsrechtlicher Art nötig würden. Auch darf der Stuttgarter Zentralismus nicht unterschätzt werden. Von jeher war es die Tendenz der Stuttgarter Zentralbehörden, alles und jedes nach Stuttgart zu konzentrieren. In der kürzlich in Konstanz abgehaltenen Vollversammlung des württembergbadischen Städteverbandes wurden sehr heftig die vom Heidelberger Oberbürgermeister Dr. Swart befürworteten Landschaftsverbände gefordert. Das würde heißen, daß zum mindesten zwei, wenn nicht vier, neue Landtage, Provinzial-Landtage nach dem ehemaligen preußischen Muster, entstehen würden, die die besonderen Länderinteressen zu wahren hätten. Selbst wenn man zu einer Neuordnung des gesamten Verwaltungswesens käme: der Prozeß der Neuordnung und Umorganisierung nähme viele Jahre in Anspruch. Das alte Land Baden hätte von vornherein wieder seine frühere, bewährte verwaltungsmäßige Struktur. Es wären keine Umstellungen und Aenderungen nötig. Baden hatte früher seine bewährten Landeskommissariate und Bezirksämter. Jeder Staatsbürger hatte die Möglichkeit, leicht und ohne alle Umstände zu den maßgeblichen Behörden zu kommen. Wir brauchten bloß auf diese alten, erprobten Einrichtungen zurückzu greifen, um auch auf diesem Gebiet wieder Zustände zu bekommen, wie wir sie hatten und heute mehr denn je wünschen. Damit wäre vor allem auch dem kleinen Mann gedient, der sich kostspielige Reisen nicht leisten kann und der mit seiner Zeit geizen muß. Wir verfolgen mit diesen Feststellungen gar nicht die Absicht, die spezifischen- württembergischen Einrichtungen herabzusetzen. Sicher haben auch die Württem- berger ihre besonderen verwaltungsmäßigen Eigenarten, die sich durchaus bewährt haben. Sie sollen sie behalten, wie wir die unseren behalten wollen. Wir brauchen weder neue Regierungsbezirke noch Landschaftsverbände mit eigenen Abgeordneten. Wir brauchen nur ein friedlich-schied- liches Mit- und Nebeneinander: wir als Badener und die andern als Württember- ger. Wir wollen uns gegenseitig achten und in allen Fragen, die unsere beiden Länder angehen, freundnachbarlich Zusammenarbeiten. Jeder in seinem Bereich und in seinem eigenen Land: Hier im Land Baden, dort im Land Württemberg. m wissen warum 1 11.8.51 15. 8.51 Bisher hatte ich keine Stamm-Cigarette. Immer habe ich auf der Suche nach meiner Marke gewechselt. Ich glaube, der Astra werde ich treu bleiben; sie schmeckt so jjjg Igut und ist doch so bekömmlich. Emmi Martin z.Zt.Augsbtcrg Die Astra — das ist eine Cigarette, die kann man mit tiefen, genuß vollen Zügen rauchen. Ich rauchte sie,, früher, ich rauche sie heute als Virginia“ und werde sie <*3 au< ^ mor £ en rauchen. Heinrich Gattenlöhner Kempten 13.8.51 Von früher her kannte ich die Astra nur dem Namen nach. Als es da mals die Astra gab, war ich 14 Jahre alt durfte noch nichtrauchen. Jetzt habe kh sie probiert und verstehe, warum diese Marke so be liebt war. Charly Schudder München Sehen Sie mich an! Sie werden mir glauben, daß ich keine halben Genüsse liebe. Deshalb rauche ich auch die Astra. Sie gibt mir alles, was ich von meiner Cigarette verlange. Sie ist eine gehaltvolle und aromatische „Virginia“ G. Anwander Wiggensbach 12. 8. 51 yyyy.f> lOPfg. 14. 8. 51 Die Astra wieder da? — Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Und als kh gestern die erste Astra nach langen Jahren rauchte, dachte ich: „Das Gute .kommt doch wieder —“ Als Virginia-Mischung schmeckt sie : w mir noch besser. Wirzbarg Georg Koniber TRADITION DER MARK.£*—■ „FORTSCHRITT DER ■YMvtäWäääi ! iiiilSii& II N- J.-E1L » i; i Hl; Ban»tag, 1. September 1951 Unterhaltung^* Nr. 136 / Seite 4 Die Erzählung vom Erntebusch Von Michael Gareth Llewelyn Meine Wanderung hatte midi in eine abgelegene ländliche Gegend vom Süd- Wales geführt, wo ich auf einer Farm übernachtete. Ich beglückwünschte Bvan, den Farmer, zu seinem Besitz. „Danke“, sagte er. „Ja, es ist eine nette kleine Farm. Vor fünfundzwanzig Jahren ziur Erntezeit brachte mich ein Ereignis hierher.“ „Du und dein Emtebusch, Vater“, sagte seine Tochter Fanny, die gerade aus der Küche kann. Und sein Sohn lachte. „Was ist denn ein Emtebusch?“ fragte ich. Ohne meine Frage zu beantworten, erzählte Evan seine Geschichte. „Ich muß ungefähr dreiundzwanzig gewesen sein, als ich hierher kam und Wainda, des Farmers Tochter und einziges Kind begegnete. Sie war ein reizendes Mädchen von achtzehn Jahren. Aber sie schien midi nicht zu beachten. Der Farmer hielt die alten Gebräuche auf seiner Farm aufrecht, besonders zur Erntezeit. Als das letzte Weizenfeld geschnitten wurde, sagte er zu den Mähern: „Laßt einen guten starken Weizenbusch in der Mitte des Feldes stehen.“ Als die scharfen Sensen die starken Weizenhalme schnitten und die Binder die dicken Garben banden, wurde das Stück in der Mitte des Feldes schmaler und schmaler. Die Hunde bellten aufgeregt, und entsetzte Feldhasen stoben davon. Die Feldmäuse rannten hin und her. In dem Stück, in dem noch der Weizen stand, kauerte ängstlich ein Hase, umringt von blitzendem Stahl und bellenden Hunden. Einer der Mäher machte plötzlich einen Satz nach vom, fing den Hasen und hielt ihn bei den langen Ohren. Er wandte sich an den Farmer und fragte: „Soll ich ihn laufen lassen, damit die Hunde etwas •zu fangen haben?“ Die Emtearbeiter kamen herbei, um das Spiel zu beobachten. »Laß ihn laufen, Vater“, sagte Wanda. „Sieh nur, wie erschrocken seine Augen sind.“ Ich schaute Wanda an, aber sie sah nicht zu mir herüber. Meine Liebe zu ihr wuchs, wfeil sie das Leben des Hasen gerettet hat. Die Mäher schnitten weiter. Schließlich stand nur noch ein starker Busch Weizen in der Mitte des Feldes. Der Farmer trat hervor. „Wir werden dieses Jahr wieder einen Emtebusch machen.“ Alle sahen gespannt zu, als er die hohen Halme flocht. Es wurde ein einziger dicker Halm mit einem Strauß Weizenähren an der Spitze. „Wir lassen ihn stehen, bis die letzte Ladung in der Scheune ist“, sagte der Farmer. Eine Woche später versammelten wir uns nach der letzten Fuhre um den Erntewagen. „Die meisten von euch kennen diesen Brauch“, sagte der Farmer. „Doch vielleicht sind ein oder zwei Neue unter euch“, und er sah mich dabei an, obwohl ich diesen Brauch gut kannte. „Wir tun folgendes: Alle unverheirateten Mädchen hier herüber!“ Gehorsam gruppierten sie sich, Wanda war auch darunter. „Die unverheirateten Männer hierher — gegenüber dem Emtebusch.“ Ich schloß mich sechs jungen Männern an. Der Farmer fuhr mit seinen, Anweisungen fort. „Ihr jungen Männer werft der Reihe nach eure Sicheln nach dem Emtebusch. Sobald einer von euch den Busch durchschneidet, rennt er los, packt ihn und läuft mit ihm die Wagenspur entlang zum Haus. Auf dem zum Emte- mahl gedeckten Tisch findet er einen Krug, in den steckt er den Busch und dann . . .“ Die Mädchen kicherten. Der Farmer wandte sich den Frauen zu und sagte lachend: „Ich erkläre gleich weiter. Zuerst müßt ihr daran denken, daß die anderen jungen Männer versuchen dürfen, den Emtebusch zu erobern, sobald ich bis zdhn gezählt habe. Wenn es einem gelingt, wird ihm die Ehre und der Preis des Abends zuteil.“ Wieder kicherten die Frauen. „Ja, irgendeine von euch darf er dann küssen — irgendeine, und die ist dann unsere Erntekönigin.“ Ich hoffte fieberhaft zu gewinnen. Ich hätte Wanda auserwählt und geküßt. „Ihr Mädchen folgt dem Rennen, damit ihr rechtzeitig auf der Farm sind, sonst verliert ihr vielleicht einen Kuß!“ Jetzt kam ich am die Reihe. Durch die Augenwinkel sah ich Wanda am Rande der Mädchengruppe stehen. Meine Sichel schwirrte durch die Luft. Sie glitt am Boden entlang und schnitt den steifgeflochtenen Busch glatt durch. Ich stürzte zum Erntebusch, packte ihn und rannte, während der Farmer bis zehn zählte, der Wagenspur nach, dem Hause entgegen. Mit einem guten Vorsprung langte ich vor meinen Verfolgern in der großen Küche an. Das Getrampel kam näher. Ich stieß den geflochtenen Stiel des Emte- tausches in den tönernen Krug, der auf der Mitte des Tisches stand. Dann entdeckte ich, daß ich nicht allein war. Durch die Tür, die nach der Miolkerei führte, kam sie herein, ein wenig atemlos, das Haar stand wie eine Wolke um ihr Gesicht, und ihre Wangen waren rot wie Mohnblumen. „Du?“ rief ich. „Ja, ich“, antwortete sie und sah mich mit ihren blauen Augen an. „Aber du kannst mich doch nicht eingeholt haben“, sagte ich einfältig. „Ich kam durch den Garten“, erwiderte sie. „Als ich sah, daß du den Erntebusch gewonnen hattest, rannte ich los und — nun bin ich hier, Evan.“ Sie lag in meinen Armen, als die lärmende Bande in die Küche stürzte. Lachend wandte sie sich den Leuten zu und sagte: „Evan ist der Mann.“ Und seitdem bin ich ihr Mann und wurde der Eigentümer dieser Farm.“ Der Farmer zog lächelnd an seiner Pfeife. Fanny begann zu kichern. Von der Küche rief Evans Frau: „Komm mal einen Augenblick her, Evan.“ Er entschuldigte sich. Der Sohn erhob sich und sagte: „Ich muß an die Arbeit. Mein Vater wird die Geschichte vielleicht später beenden.“ Ich wandte mich an Fanny. .Deine Mutter heißt also Wanda? Ein reizender Name!“ Fanny lachte fröhlich. „Was gibt’s da zu lachen,“ fragte ich. „Sie heißt Myra“, antwortete sie und fügte hinzu: „Es ist besser, wenn ich Vaters Geschichte zu Ende erzähle.“ Und sie erzählte: „Wanda war nämlich bei dem Spiel gar nicht dabei. Sie heiratete Daniel, den Sohn des Gastwirts im Dorfe. Sie kamen nicht zium Erntemahl. Es war meine Mutter, die Vater an jenem Abend küßte.“ Ich war verwirrt. „Wie kommt es dann, daß ihm diese Farm gehört?“ „Sehen Sie“, fuhr Fanny fort, .Daniel fing an zu trinken und war so ein schlechter Farmer, daß er seinen Hof an den Rand des Ruins brachte. Dann übernahm ihn Vater, und seitdem ist er hier.“ (Aus dem Englischen von Dieter Herzog) Die Kastanie Von Herta Grandt Ich stand vor deinem schattenden Palaste und dachte an den Sommer, der verging. Du warst noch dunkelgrün in jedem Aste, in deinen blätterschweren Zweigen hing noch reifend Frucht an Frucht. — Mich aber faßte ein Bangen, ob auch meines Sommers Endeit so still mich finde, stark und ohne Graun, ob es gelingen -wird auch meinen Händen, so unbeirrt nach Gottes Plan zu baun, daß Frucht und Fülle wird, was er mag senden. Ist es das Leuchten jener tausend Kerzen, die du in Frühlingsnächten angefacht, daß du so sicher stehst in Sturm und Schmerzen? Und wird die Wolke, die dich fruchtbar macht, auch gnädig weilen über meinem Herzen? Polarforschung Der Polarforscher Scott wandte sich an den damaligen Ministerpräsidenten Lloyd George mit der Bitte um finanzielle Unterstützung seiner letzten Südpolfahrt. Der Führer der britischen Liberalen drückte ihm seine Visitenkarte und die Adresse eines steinreichen kcmservativen Adligen in die Hand, der sich für alle Fragen der Polarforschung lebhaft interessierte. Scott besuchte den Mann und fand sich am nächsten Morgen wieder bei Lloyd George ein. „Nun“, fragte der Minister, „hatten Sie Erfolg?“ Scott lächelte befriedigt: „Tausend Pfd. hat er mir gegeben“, berichtete er. „Aber fünfzigtausend soll ich bekommen, wenn ich Sie dazu überreden kann, sich der Expedition anzuschließen. Und wenn ich es so einrichte, daß Sie am Pol Zurückbleiben, zahlt er mir eine Million .. Der wahre Philosoph Ein Bekannter begegnete dem Philosophen Zeno, dem Begründer der stoischen Schule, als dieser auf Liebespfaden lustwandelte. Zwei Tage später traf er Zeno wieder und meinte, bisher habe er geglaubt, Philosophen überließen solche Dinge den gewöhnlichen törichten Menschen. Zeno fragte lachend: „Willst du den armen Frauen zumuten, sich nur mit Narren abzugeben?“ L. E. Reindl: Ein Schauspiel im Hotel: Das Frühstück Eine heitere Studie von Ernst Penzoldt Der Auftritt der Gäste im Frühstückszimmer eines Hotels ist im Preis mit inbegriffen. Däs Schauspiel oder die Komödie, die allmorgendlich aufgeführt wird und bei der ich Zuschauer und vermutlich (für die andern) zugleich Mitspieler bin, lasse ich mir nur ungern entgehen. Natürlich gibt es dabei Personen, die jene Hotelbefangenheit längst abgestreift haben, die mich beispielsweise noch immer befällt, Reisende von Beruf, die sich auskennen und uns Neulinge verachten. Sie haben' ein sicheres Auftreten, sie besinnen sich keinen Augenblick, wenn sie den Kaffee bestellen, wie es ungelernte Gäste tun, die, wenn sie unschlüssig die Frühstüdeskarte studiert haben, schließlich doch Kaffee nehmen. Und natürlich ein Ei. Ich habe Hotelgäste erlebt, die aus dem Kopfe sofort sagen können, wie lange sie das Ei gekocht wünschen, obwohl eie zu Hause sich diesen Luxus nicht gestatten. Selbstverständlich wünsche ich auch ein Ei. Das gehört einmal zum Ritus, und ich weiß, was ich ihm schuldig bin. Vielleicht lasse ich mir auch eine Zeitung reichen, die einer Fahne gleicht und an einer hölzernen Prothese befestigt ist. Den Neuling (der natürlich alles tut, um den Eindruck zu erwecken, daß er ein Gewohnheits-Hotelgast sei) erkennt man leicht daran, wie er mit der Zeitung zu kämpfen hat, während es andere gibt, die, falls es der Raum zuläßt, den bekannten Fahnenschwingem der nachbarlichen Schweiz zu vergleichen sind. Ich halte „Zeitung am Steckerl“ für etwas schrecklich Unpraktisches, aber jene gewiegte«! Könner haben es heraus, wie man durch eine schüttelnde Bewegung aus freier Hand das Blatt wendet, was stets von einem knatternden Geräusch begleitet ist und die ihrigen Gäste erschrocken aufschauen macht. Das will der Verwegene. Sein Tun erinnert an Köchinnen, wenn sie Pfannkuchen wenden, mit bewundernswerter, rastellihafter Geschicklichkeit den gelben Lappen in die Luft werfen, wo er sich überschlägt und mit dem Gesicht nach unten in der Pfanne landet. So auch der erfahrene Zeitungsleser. Die blutigen Anfänger dagegen brauchen oft lange, bis sie sich zurechtgesetzt haben, damit der lästige Griff nicht stört und das Geschirr auf dem Tisch nicht gefährdet wird. Manchen Besuchern des Frühstückszimmers merkt man ihre Verlegenheit sofort an. Dazu gehört nicht zuletzt die hoteleske Wohlgewaschenheit die das alltägliche Bemühen der Hygiene fast unziemlich überschreitet. Sie durchduften das Frühstückszimmer, sie verwenden Kölnisch Wasser oder eine Seife mit Femwirkung, sie haben ausgiebig von dem Recht auf „fließendes kaltes und warmes Wasser“ Gebrauch gemacht, das ihnen zusteht, und sie haben den Anwändern ihres Zimmers durch lärmende Reinlichkeit zu gleicher Gründlichkeit Mut gemacht. Sie sind unternehmend gekleidet. Sie bedienen sich allerlei praktischer Erfindungen, um gegen alle Unbequemlichkeiten einer Reise gewappnet zu sein. Sie sind ausgesprochen reiseschlau und gerne bereit, ihre Erfahrungen anderen zugute kommen zu lassen. Die diskret aufhorchenden Tischnachbarn sollen es ruhig wissen, wie praktisch man ist. Der Zuschauer hat die Auswahl, welcher Einzelszene er sich zuwenden will. Hinter meiner Zeitung geschickt verborgen und anscheinend völlig uninteressiert, genieße ich den Auftritt eines zur Erholung froh entschlossenen Ehepaares mit Kindern von aufreizender Wohlerzogenheit. Ich habe fast den Eindruck, der Auftritt dieser musterhaften Familie sei unter der Regie der Mutter vorher sorgfältig geprobt worden. Die Premiere glückt so ziemlich. Kleine Rückfälle der Kinder in die lieb gewordenen häuslichen Gewohnheiten, die hier besser nicht am Platze sind, werden durch pädagogische Fernlenkung, durch sanft verweisende Blicke in hotelgerechtes Benehmen verwandelt. Ein Nachsicht heischendes Lächeln soll die Zuschauer besänftigen und tut es auch, wenn etwa ein Kind mit heller Stimme etwas sagt, was eigentlich nicht für fremde Ohren bestimmt ist. Es sind halt Kinder, bedeutet das Lächeln der errötenden Mutter, eure werden nicht anders sein, und ihr selber habt auch, als ihr klein ward, zum erstenmal in einem Hotel- Frühstückszimmer gegessen und gute Manieren Vortäuschen müssen. Denn es wird ja das reizende Stück „Frühstück im Hotel“ gespielt, in dem bei einem stillschweigenden Uebereinkcwntnen wir alle mitspielen. Die Mutter, sonst gewöhnt, ihren Lieben das Frühstück vorzubereiten, muß sich jetzt notgedrungen selbst bedie- Menschenraub und Rollkommando Sage mir, mit wem du umgehst, und idi sage dir, wer du bist. Dafür, daß eine so volkstümliche Lebensweisheit ihren Kern von Richtigkeit hat, mag jeder einmal seinen Beweis erlebt haben. Was aber vom Umgang mit Menschen gilt, das trifft auch für den Umgang mit Worten zu. Jeder Erzieher weiß, daß es nicht gleichgültig für die Entwicklung eines Menschen ist, an was für einen Wortschatz er sich gewöhnt. Das Seelengift, das gewissen Wendungen und Bräuchen der Sprache innewohnt, wirkt schleichend. Wer z. B. sich einmal an den Gebrauch des Wortes „umlegen“ gewöhnt hat, dem wird die Vorstellung dessen, was damit gemeint ist, und bald auch das Tun selbst nur allzu vertraut sein. Es gibt indes wirksame Gegenmittel zu jedem Gift. Meist genügt schon das Wissen um die Giftigkeit einer Substanz, um ihre schädlichen Kräfte zu bannen. Wer das erfahren hat, dem wird es ganz von selbst vergehen, auch nur im Scherz noch ein verrohendes Wort, gar einen Fluch, zu gebrauchen. Viel gefährlicher sind darum die heimlichen Gifte, Jene, die in Tarnungen kommen und sich in die Seele im Gewand der Biederkeit oder gar der Wissenschaftlichkeit einnisten. Es klingt nicht nur schön juristisch, von Völkermord als genicidium zu sprechen. Im Gebrauch des (selbstverständlich in der Neuzeit erst erfundenen) lateinischen Wortes drückt sich die Scheu aus, eine heilige und heilsame Scheu, das Unwort, das der Untat entspricht, leichthin im Munde zu führen. Man soll sich nie und unter keinen Umständen daran gewöhnen. Denn was ich leicht ausspreche, das nehme ich bereits leicht. Die Uebergänge, durch die aus dem Umgang mit Giß allmählich Vergiftung entsteht, sind unmerklich. Sie gehören zu den bewährtesten Mitteln der uralten „Muhme, der Schlange , in die der verführende Teufel seine Hoffnungen setzt. Gegen sie hilft nur das Gegengiß des immer neuen Bewußtmachens. Es prüfe jeder von Zeit zu Zeit seinen Wortschatz, ob nicht zwischen Prägungen aus edlem und ehrlichem Metall unversehens solche von giftiger Substanz geraten sind. „Menschenraub“ ist so ein Wort, das heute in vielen Nachrichten und Berichten auftaucht, juristisch geläufig, schnell ge- schrieben, schnell gesagt. Nämlich ohne die Empfindung für die furchtbaren Gewichte, die ein solches Wort hinter sich herschleppt. Dieses ganze Ungeheuerliche, Abgründige, das sich „hinter eisernen Vorhängen“ und im Dämmer vollzieht. Es entspricht in seiner Aß dem Begriff des „Rollkommandos“, mit dem einst z. B. im „Schwarzen Korps " demjenigen gedroht wurde, der die Wahrheit mehr liebte als sein Leben. Halb scherzhaß, gewaffnet mit grimmigem Humor, halb polizeilich, geschäftig, juristisch versuchen sie einzudringen in unser Bewußtsein, unseren Wortschatz, unser Empfinden, diese Vokabeln der Verrucht- • heit. Sie gehören zum „Handgelenk“ der Zwangsstaaten, der Diktaturen. Man daß sie nur gebrauchen im Bewußtsein ihres ganzen gefährlichen Gewichts. Man muß sich sehr hüten, ihnen zu vertrauen. Wo immer eines aus dieser schwarzen Zunß auftaucht, man gehe ihm zuleibe, reiße es aus. Kein Zweifel, daß man jeweils einen echten Nagel beseitigt, einen Nagel am Sarge der Menschlichkeit. Das unheimliche Protokoll Erlebnisse einer Totenwache nein lassen. Sie findet es natürlich herrlich und, ehrlich wie sie ist, spricht sie es auch aus. Man tut einen Blick in das Familienleben und, wenn man Glück bat, wird man über die Gewohnheiten der handelnden Personen bereitwillig aufgeklärt. Man sieht es vor allem an der Behandlung der Eder. Manche köpfen sie, manche beklopfen sie. Doch das gehört schon in das Gebiet der Psychologie. Die Mutter muß sich Gewalt antun, sich mit Anstand bedienen zu lassen, ohne aus der Rolle zu fallen, chne einzugreifen. Sie legt die Hände in den Schoß, aber es dauert nicht lange und schon schmiert sie Bröter für die Kinder und den Gatten, sie schenkt ein und muß darauf hingewiasen werden, mehr an sich seitist zu denken. So sind die Mütter. Ein ganz schlechtes Beispiel gibt der Ein- zeli’rühstücker links von mir unter dem Bild eines majestätischen Ozeandampfers, dessen Größe durch das winzig erschei- nende Segelschiff des Columbus, das er leicht überholt, überzeugend dargetan ist. Er ist eine Herrennatur, er ist imstande, das Ei zurückzuweisen, da es ihm entweder zu hart oder zu weich ist, obwohl er vorher doch genau angegeben hat, wie er es wünschte. Es ist ein Skandal. Man sieht ihm an, daß er derlei nicht gewohnt ist und er wird dieses Haue künftig nicht mehr mit seinem Besuch beehren. Der peinliche Zwischenfall ruft den Direkte; auf den Plan, der mit einer leichten Verbeugung die Gäste an den Tischen zu begrüßen pflegt und manchmal sogar eiq ernstes Gespräch über das Wetter führt. Der unzufriedene Herr kann sich lange nicht beruhigen. Er bekommt das nervöse Schulterzucken und schüttelt zornig die Zeitung, um seinen berechtigten Unmut zu zeigen, aber er wird mit Auszeichnung behandelt, wie ein schwieriger Patient. Sicher wird er gleich ans Telefon gerufen werden, das Ferngespräch nach Bonn ist da. Ich dagegen werde vernachlässigt. Mit mir kann man das ja machen. Ich wende mich einem neuen Auftritt zu. Das sind Hochzeitsreisende, ohne Zweifel, und so verlockend es wäre, sie ein wenig zu beobachten, man wird verstehen, daß ich mich nun meinem Frühstück widme, dem Ei vor allem. Ich bin so charakterlos, Eier weich, wachsweich oder hartgekocht zu mögen. Im schwedischen Reichsarchiv wird eines der seltsamsten Protokolle der Weit verwahrt. Die Erlebnisse, die es veranlaßen, hängen mit den Todesumständen der Königin Ulrike von Schweden und ihrer Ersten Hofdame, der Gräfin Steenbock, zusammen. Sie gehören ins Gebiet des Uebersinnlichen. Wir würden dergleichen Dinge heute skeptisch abtun. Doch die amtlichen Zeugen des Vorfalls und seine Protokollierung durch die obersten Behörden Schwedens verleihen ihm ein merkwürdiges Gewicht. Als die Königin Ulrike Eleonore von Schweden, die 1688 geborene Tochter Karls XI., am 24. November 1741 auf Schloß Drottningholm an den Blattern starb, wurde ihr Leichnam in offenem Sarg auf einem Katafalk aufgebahrt. Das Zimmer war schwarz ausgeschlagen. Unzählige Wachskerzen erleuchteten den Raum. Im Vorzimmer hielt eine Abteilung der königlichen Leibgarde die ’j. rauerwache. Schloß Drottningholm liegt elf Kilometer von Stockholm entfernt. Am Nachmittag des 25. November fuhr der Wagen der Ersten Hofdame der Königin, Gräfin Steenbock, vor. Der wachhabende Offizier ging der Gräfin entgegen und geleitete sie vom Wagen bis an die Tür des Trauergemachs. Er öffnete die Tür, ließ die Gräfin ein und schloß hinter ihr die Tür. Die Gräfin Steenbock sprach während dieses kurzen Ganges kein Wort. Der Offizier erklärte sich das mit ihrem tiefen Schmerz um die verstorbene Königin. Als sie nach einer Stunde das Trauer- d gemach noch immer nicht verlassen hatte, öffnete der Offizier behutsam die Tür, um zu sehen, ob der Gräfin etwa ein Unfall zugestoßen sei. Aber in äußerster Bestürzung trat er sofort zurück und rief die Wachmannschaften herbei. Da sahen alle, die an die Tür traten, die verstorbene Königin Ulrike, wie sie aufrecht in ihrem Sarge stand und ihre Hofdame und geliebte Freundin innig umarmte. Die Erscheinung schien zu schweben und löste sich nach einiger Zeit in Nebel auf. Als er sich zerstreut hatte, lag der Leichnam der Königin wie zuvor auf dem Paradebett. Die Gräfin Steenbock aber war nirgends zu finden. Darauf eilten einige Männer der Wache in den Hof, um nach dem Wagen zu sehen, in dem die Gräfin gekommen war. Aber auch der Wagen war spurlos verschwunden. Alle versicherten, sie hätten nicht gehört, daß ein Wagen abgefahren sei und das Schloß verlassen habe. Der wachhabende Offizier veranlaßte, daß sofort ein Kurier nach Stockholm ritt, um Meldung von diesem merkwürdigen Vorfall zu machen. In Stockholm stellte sich aber heraus, daß die Gräfin Steenbock die Hauptstadt seit Tagen nicht verlassen hatte, daß sie aber zu eben der Stunde gestorben war, als die Wache sie in den Armen der toten Königin erblickt hatte. Ueber den Vorfall wurde sofort ein außerordentliches Protokoll aufgenommen. Es ruht heute noch im Reichsarchiv, über Jahrhunderte der Skepsis hinweg ein Zeugnis von der Rätselkraft der menschlichen Seele. Dr. w. s. Die lustigen Bildergeschichten von V ater und Sohn Gezeichnet von e. o. plauen Copyright by Südveriag 96. Geschichte: Die Gegenmaßnahme oder Wettlauf mit der Schnelligkeit Samstag, 1. September 1951 bÜDKURIER Nr. 136 ' Seite 5 Nene Ernte mildert Einfuhr-Sorgen Von Staatssekretär Dr. Sonnemann, Bundesministerium für Ernährung Die erstaunliche Entwicklung, die die gesamte westdeutsche Wirtschaft (auch die Landwirtschaft!) seit der Währungsreform durchlaufen hat, schien der Hoffnung Raum zu geben, daß wir die Folgen von Nazi- und Kriegs zeit rasch überwinden würden. Die außerordentliche Steigerung unserer Ausfuhr ermöglichte es, im letzten Jahre rund 85 •/• des noch verbliebenen Einfuhrbedarfes an Ernährungsgütern mit Ausfuhrerlösen zu bezahlen — gegen nur 15 v. H. im Wirtschaftsjahr 1948/49. Der Lebensstandard der westdeutschen Bevölkerung ereichte auch auf dem Gebiete der Ernährung eine Höhe, wie sie drei Jahre zuvor von niemanden fürmögilich gehalten worden wäre. Die Zeiten des Mangels und des Hungers wurden schnell vergessen, allerdings auch die Tatsache, daß unsere Ernährung nach wie vor entscheidend abhängt von der Entwicklung unserer Devisenbilanz und den Marshall-Plan-HiKen. Der Korea-Krieg hat einen rauhen Reif auf diese Blütenträume fallen lassen. Die Fragwürdigkeit und die KrisenanfäLigkeit unserer Versorgung trat mit einem Schlage wieder fühlbar zutage. Die Weltmärkte versteiften sich über Nacht. Die Preiserhöhungen betrafen alle Hauptnahrungsmittel, besonders jedoch die Margarinerohstoffe. Es stiegen die Preise für :meri- kanischen und kanadischen Weizen von rund 300 DM je Tonne frei Nordseehäfen im Juli 1950 auf 470 bis 480 DM im April Erschwerend kam hinzu, daß wir die allgemeinen Preissteigerungen auf dem Weltmarkt nicht durch eine erhöhte Dollarhilfe abfangen konnten, mit dem Ziel, den in den Versorgungsplänen vorgesehene Einfuhrumfang aufrecht zu erhalten. Zwar wurde die MarshaLl-Plan-Hilfe, die wir mit etwa 175 Millionen Dollar angenommen und eingesetzt hatten, im Loufe des Wirtschaftsjahres auf 196 Millionen Dollar endgültig festgesetzt. Doch wurden andererseits auch gewisse Einfuhren aus dem Dollarraum, insbesondere an Zucker, durch die Erhöhung der Weltmarktpreise betroffen. Damit nicht genug: Naturkatastrophen und mittelbare Wirkungen des Koreakrieges trugen dazu bei, daß unsere Versorgungspläne immer wieder umgeworfen und wir zu immer erneuten Umdispositionen genötigt wurden. 100 000 Tonnen Weizen aus Australien fielen aus, weil England eine Art von politischem Vorkaufsrecht ausübte. Weitere 280 000 Tonnen Brotgetreide aus den Satellitenstaaten wurden trotz eindeutiger Verträge nicht geliefert. Größere Posten Brot- und Futtergetreide, die uns von Kanada ange- boten wurden, konnten wir nicht bekommen, weil die Binnenwasserwege über die Großen Seen ausgerechnet in diesem Jahre vor der normalen Zeit zugefroren waren. Diese und ähnliche Umstände führten dazu, daß die tatsächlichen Einfuhren beträchtlich hinter den für das Wirtschaftsjahr 1950/51 aufgestellten Einfuhr- und Vereorgungsplänen zurückblieben. An Weizen haben wir rund 2,4 Millionen Tonnen bekommen, während 2,6 Millionen Tonnen vorgesehen waren. Bei Roggen betrug der Ausfall sogar zwei Drittel des gesamten Einfuhrplanes, nämlich 400 000 t, also mehr als der Bedarf für zwei Monate. An Futtergetreide fehlen uns 300 000 t, die praktisch zu Lasten der Brotgetreideversorgung gingen. Die Lagerbestände an Oel- saaten, die im September 1950 noch rund 320 000 t betrugen, also die Margarineproduktion für sieben bis acht Monate gewährleisteten, sanken infolge der Einfuhreinschränkungen ständig, bis auf 146 000 t im April 1951, so daß sich die ernste Frage ergab, ob die laufende Versorgung der Bevölkerung noch durchgeführt werden könnte. Alle diese Ausfälle und Rückschläge, die sämtlich unerwartet über uns hereinbrachen, beruhten auf Ereignissen höherer Gewalt. Wenn wir dennoch heute getrost sagen können, daß wir auf allen wesentlichen Versorgungsgebieten den Anschluß an die neue Ernte erreichen, dann darf das wohl als Beweis dafür angesehen werden, daß die Bundesregierung jeder aufkommenden Panikstimmung widerstanden hat und daß ihre Maßnahmen, so oft und so heftig und so ungerecht sie von vielen kritisiert worden sind, letzten Endes vom Erfolg bestätigt worden. Mehr Stahl, Benzin und Buna Alliierte Kontrollerleichterungen wurden jetzt rechtswirksam ,und Mai 1951. Sie haben damit den inländischen Preisstand, der im Juli 1950 bei 320 DMark je Tonne lag und inzwischen auf 420 DM heraufgegangen ist, weit übertroffen und machen also wieder Zuschüsse aus staatlichen Haushaltsmitteln erforderlich. In den zwölf Monaten des Korea-Konflikts stieg zwar der Wert der deutschen Ausfuhr auf 8362 Millionen DM. Die deutsche Zahlungsbilanz wurde aber in verhängnisvoller Weise passiv. Die Erhöhung der Kreditquote bei der europäischen Zahlungsunion konnte diese Schwierigkeiten, die zu monatelangen Einschränkungen der Devisenzuteilung und der Einfuhren führten, nur teilweise beheben. Bonn. Die alliierte Kommission hat eine Anzahl Abänderungen zum Gesetz Nr. 24 (Ueberwachung bestimmter Gegenstände, Erzeugnisse, Anlagen und Geräte) gebilligt, sowie eine Reihe von Durchführungsverordnungen zu diesem Gesetz vereinfacht. Dadurch wurden nunmehr zahlreiche Verbote und Beschränkungen in der deutschen Industrie auch rechtswirksam aufgehoben. In den Kontrollerleichterungen für die deutsche Industrie wird bestimmt, daß die Bundesrepublik jetzt Schiffe jeder Größe und Geschwindigkeit und jeder Anzahl innerhalb der genehmigten Schiffsbaukapazität frei bauen oder aus dem Ausland erwerben kann. Ausgenommen sind Schiffe mit militärischen Merkmalen, die nicht ohne Genehmigung des militärischen Sicherheitsamtes gebaut oder erworben werden dürfen. Durch die neuen Durchführungsverordnungen werden die Vereinbarungen der Außenminister in New York in die Rechtsvorschriften der Hohen Kommission aufgenommen, die eine Rohstahlproduktion über eine jährliche Quote von 11,1 Millionen Tonnen hinaus gestatten, wenn dies die gemeinsamen Verteidigungsanstrengungen fördert. Prodoktion geht zurück - Geldumlauf steigt Bank deutscher Länder zur Wirtschaftslage — Krediteinschränkung bleibt Frankfurt. Das industrielle Produktionsniveau lag im Juli im allgemeinen bereits wieder etwas tiefer als im November vorigen Jahres, dem Höhepunkt der ersten Hausse nach dem Ausbruch des koreanischen Konflikts. Die Ursachen des industriellen Rückschlages sieht die Bank deutschier Länder in der anhaltenden Absatzstockung in den Verbrauchsgüterindustrien, was auf die Bestrebungen des Handels zurückgeführt wird, seine zumindest bis in den Frühsommer hinein stark gestiegenen Warenbestände zu vermindern. Daneben ist die Produktion aber vor allem in immer stärkerem Maße durch die sich verschärfenden Versorgungsengpässe beeinträchtigt worden. Bemerkenswert ist, daß sich die Produktionsentwicklung unabhängig von der Kreditentwicklung vollzogen hat. Dies geht schon daraus hervor, daß gerade in den Monaten, in denen die Krediiteinschrän- kungen am wirksamsten waren (im März und April) die Produktion sich kräftig ausdehnte, während umgekehrt der Produktionsrückgang der letzten Monate mit einer (zu den Krediteinschränkungen im Widerspruch stehenden) tatsächlichen Erweiterung des Kreditumfangs verbunden war. Bis zu einem gewissen Grade bedeutet also der Rückgang der Produktion nur eine Anpassung an die Rohstoffbasis und neuerdings auch an die Kohlenbasis. Nicht zuletzt aber ist, wie die Bank deutscher Länder betont, zu bedenken, daß die teilweise Abschwächung der Verbrauchsgüternachfrage nur die Entsprechung zu der allmählich wieder zunehmenden Spartätigkeit dargestellt. Insofern bildet sie eine unerläßliche Voraussetzung dafür, daß die volkswirtschaftlich dringlichen Kapitalanlagen ohne Inflation finanziert werden können, ganz abgesehen . davon, daß bet begrenzter Produktion nur durch eine Zu- rückdrängung der Inlandsnachfrage Raum für die erforderliche weitere Steigerung der Ausfuhr geschaffen werden kann. Aus einer Betrachtung der Gesamtentwicklung der Geldseite der Wirtschaft ergibt sich, daß zumindest im ganzen von einer zu knappen Geldversorgung keine Rede sein kann, sondern daß im Gegenteil die Entwicklung der flüssigen Reserven der Wirtschaft Anlaß zu gewissen Befürchtungen gibt. Der Bargeldumlauf ist von Ende Januar bis Ende Juli trotz der Krediteinschränkungen um nicht weniger als schätzungsweise 2,75 Milliarden DM oder reichlich zehn Prozent gewachsen. Allein in den Monaten Juni und Juli, das heißt in der gleichen Zeit, in der die Industrieproduktion (einschließlich der Bauproduktion) um über 5 Prozent zurückging, hat sich der Bargeldumlauf um mehr als 1,5 Milliarden DM erweitert. Ohne Genehmigung können Radios oder ähnliche funktechnische Anlagen hergestellt oder importiert werden. Die Kontrollen über die Industrien zur Herstellung von Chlor, synthetischemAmmoniak, Styrol und Aluminium sind aufgehoben. Durch Aenderungen in den bisher bestehenden Gesetzen werden die Produktionskontrollen über Werkzeugmaschinen, Kugel- und Rollenlager (soweit sie nicht Präzisionslager darstellen), ferner über synthetisches Benzin, Oele und Schmiermittel, sowie Synthese-Kautschuk erleichtert. Motor mit 40 ’/• Ersparnis Düsseldorf. Der Turbinenspezialist Siegfried Rübenack in Solingen, der bis 194*5 Betriebsleiter bei BMW war, hat einen sogenannten Schwingkolbenmotor entwickelt, der ohne die herkömmlichen Kolben, Kurbelwellen, Pleuel und ohne Vergaser arbeitet. Die erstaunlich einfache Maschine, ein Mittelding zwischen Turbine und Kolbenmotor, soll eine 40prozentige Brennstoffund Materialersparnis ermöglichen. Als Ein-Liter-Motor ist sie nur 38 cm lang, 36 cm hoch und leistet trotzdem,-^45 PS. Je nach Art der Einspritzpumpe kann der Motor mit Rohöl oder Benzin betrieben werden. Statt des herkömmlichen Gasgebens wird zur Regulierung der Geschwindigkeit nur die Kompression geändert. Der Motor ist für Personenwagen und leichte Lastkraftwagen gedacht. Bundesrepublik als Einwandernngsland Bevölkerungszunahme: 608 000 — Jeder 13. Westdeutsche wanderte Fast eine halbe Million Menschen sind im vergangenen Jahr in die Bundesrepublik zugewandert. Da nur 134 000 sde verlassen haben, verbleibt ein Zuwanderer- Ueberschuß von rund 330 000 Menschen. ZU - UND ABWANDERUNG ÜBER DIE BUNDESGRENZEN 1950 iiiiimm II it ^llliPYSIl IIIIU AUSLAND IS* — IERLIN . O 1.5 c SOWJET- £ gZONE \%X 965SQ 5250 ■gm lüSiiSKüililii Zusammen mit dem Geburtenüberschuß, der 1950 278 000 betrug, ist Westdeutschlands Bevölkerung in einem Jahr um 608 000 angewachsen. Von der Zuwanderung in das Bundesgebiet entfiel der größte Teil, nämlich 246 000, auf die sowjetische Zone; in die Sowjetzone sind dagegen nur 32 000 abgewandert. Es verblieb also der Bundesrepublik ein Wanderungsgewinn von 214 000 Menschen; 1949 waren etwa 220 000 Deutsche mehr aus der Sowjetzone in die Westzonen eingewandert als den umgekehrten Weg nahmen. Dabei handelt es sich nur um jenen Zustrom, der polizeilich registriert wurde. Es ist keine Frage, daß ein solcher Zustrom auch die wirtschaftlichen Verhältnisse Westdeutschlands beeinflußt. Würde man, um nur ein Beispiel zu nehmen, für den gesamten Zuwanderungsüberschuß der Bundesrepublik, der 330 000 Menschen betrug, im gleichen Verhältnis wie für die übrige Bundesbevölkerung Wohnraum zur Verfügung stellen, so wären hierzu 65 000 Wohnungen gleich etwa ein Fünftel der gesamten Neubaurate 1950 nötig. Wenn auch nicht im Augenblick, so ist auf die Dauer gesehen dieser Mehrbedarf doch durch entsprechenden Mehr-Wohnungsbau oder längere Zeit für die Deckung des Defizits zu befriedigen. Bei der eigentlichen Ein- und Auswanderung, also der Wanderung über die deutschen Reichsgrenzen von 1937, fällt auf, daß entgegen der vielleicht naheliegenden Meinung der Zustrom die Abwanderung überwiegt. Zum Teil ist dies im vergangenen Jahre noch auf die Aufnahme von Sudetendeutschen zurückzuführen; das Statistische Bundesamt ist aber der Ansicht, daß künftig mehr Ausländer in die Bundesrepublik zuziehen als sie verlassen werden. Die Ergebnisse der Wanderungsstatistik des Jahres 1950 vermitteln insgesamt das Bild eines immer noch äußerst umfangreichen Hin- und Herströmens von Menschen. Addiert man sämtliche Zu- oder Fortzüge: sowohl diejenigen über die Grenzen der Bundesrepublik, wie auch jene von einem Land des Bundes in ein anderes (z. T. Flüchtlingsumsiedlung) und schließlich jene innerhalb des gleichen Bundeslandes, so erhält man die ungeheure Summe von 3 600 000 Umzügen in einem Jahr. Rund jeder 13. Einwohner der Bundesrepublik hat demnach also 1950 seinen Wohnsitz gewechselt oder neu in Westdeutschland aufgeschlagen. Der Warenkatalog der Loxnsstener Höhe des Steuersatzes liegt noch nicht fest Bonn. (W.-Eiigenbericht). Die Aufwandsteuer nimmt allmählich in den Verhandlungen zwischen Bundesfinanzministerium und Bundeswirtschaftsmdnisterium festere Formen an. Jedoch ist noch nicht über die beiden Hauptpunkte, die Höhe der Steuer und den Warenkatalog, entschieden. Das Finanzministerium wünscht einen einheitlichen Steuersatz von 10 Prozent des Preises, das Wirtschaftsmini- steri-um würde dagegen eine Staffelung in einen niedrigeren Satz von 6 Prozent und einen höheren Satz von 12 Prozent, der nur für ausgesprochene Luxusgüter gelten sollte, bevorzugen. Unter den besteuerten Waren sollen sich jedenfalls Süßwaren und Südfrüchte mit Ausnahme von Zitronen befinden. Außerdem werden Luxusnahrungsmittel wie Kaviar und Hummer der Steuer unterliegen, ebenso hochwertige Spirituosen und Delikatessen. Unter den sonstigen Gütern werden Kraftfahrzeuge, elektrische Geräte, Radiogeräte, optische Erzeugnisse, Beleuchtungskörper und ausländische Uhren von der Steuer betroffen sein. Unter der Gruppe der kosmetischen Artikel u. Körperpflegemittel will man nur Seife von der Steuer ausnehmen. In der Gruppe Bekleidung werden voraussichtlich nur hochwertige Waren der Steuer unterlegen, wie zum Beispiel Pelzbekleidung, aber auch teure Seiden- und Wollstoffe. Lederwaren will man nicht grundsätzlich der Steuer unterwerfen, um die Offenbacher Industrie zu schonen. Wahrscheinlich werden hier nur besonders | teure Hand- und Aktentaschen sowie Koffer betroffen sein. In ähnlicher Weise werden von Glas, Porzellan, Kristall und Keramik nur die besonders wertvollen Ausführungen der Steuer unterliegen. Schließlich denkt man noch an die Besteuerung bestimmter Papier- und Gummiwaren. Aber auch wenn man sich über den Entwurf geeinigt hat, wird damit noch nicht das letzte Worte gesprochen sein. Der Lu- xussteuer-Gesetzentwurf wird dann erst dem Kabinett vorgelegt, um schließlich im Bundestag beraten zu werden. Vieh- und Schweinemärkte Ueberlingen. Die Auffuhr zum Ferkelmarkt am 29. August betrug 94 Stück. Nahezu alle Tiere wuitden bei lebhaftem Handel abgesetzt. Preis für das Paar: 65 bis 90 DM. Freiburg. In der Woche vom 23. bis 29. August wurden aufgetrieben: 21 Ochsen, 24 Bullen, 76 Kühe, 24 Rinder, 166 Kälber, 75 Schafe, 456 Schweine. Im gleichen Zeitraum wurden abgetrieben 5 Ochsen, 2 Bullen, 9 Kühe, 1 Rind, 29 Kälber, 3 Schafe, 121 Schweine. Ueberstand: 1 Ochse, 3 Bullen, 9 Kühe, 4 Rinder. Die Preise betrugen in DiM je kq Lebendgewicht für Ochsen 1,56—2,00, Bullen 1,90—2,10, Kühe 1,36—1,86, Rinder 2,08—2,16, Kälber 2,50—2,80, Schafe 1,40—1,60, Schweine 2,70. Markt/verlauf gut. Tettnang. Dem Viehmarkt am 28. 8. wurde 1 Ochse (820.- DM), 1 Kuh und 4 Stüde Jungvieh zugeführt. Auf dem Schiweinemarkt wurden 49 Ferkel aufgeführt, von denen 18 zu Preisen von 30 bis 40 DM je Stüde verkauft wurden. Stuttgart. Infolge unbedeutenden Neu- zutriebs wurde am 30. August von einer Marktpreisnotierung abgesehen. Abgabe der Steuererklärungen Die Oberfinanzdirektion Freiburg fordert alle Steuerpflichtigen zur Abgabe von Steuererklärungen für das Kalenderjahr 1950 auf. Die Erklärungen — für die Einkommensteuer, Körper- 6chaftssteuer, Gewerbe- und Umsatzsteuer — sind in der Zeit vom 1. bis 30. September bei den Finanzämtern abzugeben. Einzelheiten im Anzeigenteil. w tri,. iEIN# lE-Gl (THR\ »•SEYCiu..., .-■UlPOlllAh -«IINEA-EIFENBEIN ÄRU'SAMBIA-SIERRAIEONE A60-AH60LA-SAM THOME-ERYTKR^ XD-FRAHZ.-SOMAULAHD-SOMAUA-SEUnv.... »RT: OSTAFRIKA-NORD-RHODESIEN-$UD-RHODl\ .TCHEltES- iKA- BECHUAHAIAND-SWAZIIAND-BASUTOUHD-So.... KlKAN. /ANZrMAROKKO-TANGER-TRiPOUTANIEN TUNIS-SENEGAL-FR /fRANZ.-SUDAN-FRANZrGUINEA-ElFENBEINKUSTE-ÄAURETANIEN AE-FRANZrNIGERIA-GAMBIA-SIERRA IE0NE-G01DKUSIE-NIGERIA /IA-BELG-K0NG0-ANG0U-5AN THOME-ERYTHRAA-ÄTHIOPIEN- B 1 /ÜSOMALILAND-FRANZ.-SOMALHAND-SOMAUA-SEYCHEUES-UGAND /ASM.AND-PORT.-OSIAFRIKA-NORD-RHODESIEN-SÜD-RHODESIEN-Sl -U DWEST-AFRIKA-BECHUAN ALAND-SWAZIIAND-B AS UTOIAN D-SUDAFR AtGERIEN-fRANZrMAROKKO-TANGER-TRIP0UTANIEN-TUNIS-NYAS tENEGAl-FRANZ-SUDAN-FRANZrGUINEA-ElFENBEINKUSIE-MAURFj AH0ME-FRANZrNIGERIA-6AMBIA-SIERRA LEONE-GOLDKUSIE-N IBERIA-BEIG.-KONGO-ANGOIA-SAN TH0HE-ERYIHRAA-A1HI0PI /RIT.-SOMAlllAND-FRANZ.-SOMALILAHD-SOMAllA-SEYCHEUES-Ub 1 NYASUAND-PORTrOSTAFRIKA-NORD-RHODESI EN-SUD-RHODESIEN' SUDWESI-AFRIKA-BECHUANALAND-SWAZIlAND-BASlITOUND-SUDAfl NTHOME-ERYTHRAA-ATHIOPIEN-/J^L-SOMAlllANO-FRANZrSO*AllL’ V)-SO*AUA-SEYCHELtES-UGA{N)ENYA-IANGAN)IKA-SANSIBAR IDESIEN-SUD-RHODESIEN-rrcHEllES-UGANDA-KENYA- GOLDKÜ LÜCHE UNION-ERYTHRAA-AIHIO ÜJDAN-FRANZrGUINEA »E-FRANZrNIGERIA-GAMB TS JG-K0NG0-ANG01A -LNZrSOMAlllAND } SANSIBAR-AI ' ;/jANAlAND-SV JilON-lEONE-GOlDKUSi VUFRlKi'HORD-RHOD \$-UGANDA-KENYA-1 \(A-BECHIUNALAN \rokko-tanger VA-SANSIBAR-M • AUURETANItl 'tSUTOLAND-TUNi /RANZ-GUINEA-EL /RANZ-NIGERIA-GAH 1 fiGrKONGO-ANGOlA-S tND-FRANZrSOMALIlANi •6AN)IKA-SAHSIBAR-AU \NDA- KENYA-GOLDKU! 1N-ERYIHRAA-AIHI0 FRAHZrGUINEA-ElF SNZrHIGERIA-GAMB' KONGO-ANGOLA-SA ERANZrSOMAlllAND 1Ki-SANSIBAR-MAUR — CHUAHAIAHD-SWAZI 0NE-G01DKUSTE-! MORD-RHODESI^ WKENYA- BASui KUANAIAND-SWAZI 0-TANGE^ V Überall Inder Welt weiß man, daß SHELL X-100 mehr ist als nur ein gutes Motorenöl. In Afrika, auf den glutheißen Wüstenstraßen, in den feuchtwarmen Urwäldern am Äquator, wird von dem Motor das Äußerste verlangt. Täglich beweist dort SHELL X-100, daß es den Motor trotz diesen Beanspruchungen vollkommen schützt. Es steht daher fest, daß es den klimatischen Einwirkungen unserer gemäßigten Zone erst recht gewachsen ist. SHELL international bewährt M0T0R0EL IN DEUTSCHLAND Herr Jakob Weimar, Ingenieur, Gomaringen schreibt ...bei Zerlegung der Motoren verschiedener Baumuster, die mit SHELL X-100 gefahren wurden, ist mir vor allen Dingen die tadeL- lose Sauberkeit der einzelnen Teile, vor allem aller Gleitflächen und Lager, aufgefallen. Aus diesem Grunde empfehle ich besonders den Besitzern neuer Wagen die ausschließliche Verwendung von SHELL X-100... Ip Samstag, 1. September 1951 SÜDKURIER Nr, 136 / Seite 6 Ulm - gotlfch oöer moöern? Der Streit um den Wiederaufbau der Altstadt — Industriebetriebe in Kasernen Ulm, die Münsterstadt an der Donau, ist mit mehr als 73 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Württembergs geworden. Bekannter als durch diese Rangstufe unter den Städten des Landes ist die Stadt an der Donau durch ihr Münster, mit dem höchsten Kirchturm der Erde, ein Superlativ, der die Fremden aller Nationen, vor allem aber Besucher aus den USA, immer wieder in die Donaustadt kommen läßt. Ulm liegt am Schnittpunkt von sechs Eisenbahnlinien und (die Autobahn eingerechnet) von acht Fernverkehrsstraßen. Die Stadt bietet sich also als ein zentraler Knotenpunkt erster Ordnung eines großen Raumes an. Der vollkommen zerstörte Ulmer Bahnhof bewältigt heute schon wieder einen Verkehr, der ihn zu einem der bedeutendsten in ganz Süddeutschland macht. Etwa alle zwei Minuten wird hier ein Zug abgefertigt. Ulm ist also eine Stadt, die geographisch außerordentlich günstig liegt und die aus dieser Lage heraus eine Stadt mit vielen wirtschaftlichen Möglichkeiten werden könnte, wenn . . . Ja, wenn! Der Ulmer Bahnhof ist in den Erinnerungen des alliierten Oberkommandierenden des zweiten Weltkrieges, General Eisenhower, als ein Musterbeispiel „totaler Zerstörung“ besonders erwähnt worden. Die Stadt hat 40 Prozent ihres Wohn- raumns verloren. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde der Stadtkern rund um das Münster, das wunderbarer Weise den Bombenhagel mit ganz geringen Beschädigungen überstand. Auch heute noch, sechs Jahre nach Kriegsschluß, zeigt sich Ulm dem Fremden, der am Bahnhof aus dem Zuge steigt, von einer trostlosen leere. Fast ungehindert durch Gebäude geht der Blick zum Münster. Diese Zerstörungen des Krieges sind ein Erbe, das eine noch so fleißige und betriebsame Bevölkerung und eine noch so strebsame und ehrgeizige Verwaltung kaum verkraften kann, Axis diesen Zerstörungen erwuchsen der Stadt schwere, fast unlösbare Aufgaben. Ulm, im Mittelalter eine der bedeutendsten Handelsmetropolen des deutschen Südens, eine der reichsten Städte des Mittelalters — das Münster zeugt heute noch von diesem Reiclitxtm der Bürger — ist eine arme Stadt. Sie hat im vergangenen Jahrhundert durch den Beschluß, Bundes- fesfung sein zu müssen, einen Rückschlag in ihrer Entwicklung erfahren, den sie seit Beginn des 19. Jahrhunderts, da die Festungswälle und die Glacis geschleift wurden, noch nicht hat überwinden können. ge der Tatsache, daß die Stadt in ihrem Kern von der schwäbischen Alb an das Donauufer gedrängt ist und für eine großzügige industrielle Ansiedlung keinen Platz hat. Am Südufer der Donau liegt Neu- Ulm mit großem Besitz an schon erschlossenem oder leicht zu erschließendem Gelände. Neu-Ulm aber ist bayerisch und obwohl beide Städte geographisch eine Einheit sind und zusammen eine Großstadt mit einer beachtlichen wirtschaftlichen Kraft sein könnten, scheitern alle Pläne einer Vereinigung beider Städte. Vielen Männern in Südwestdeutsehland ist die Stadt Ulm einst Gamisonstadt gewesen. Daran erinnert in diesen Tagen (1. und 2. September) das Treffen der ehemaligen Angehörigen der 5. Inf.-Division. Es soll eine Zusammenkunft sein, die in erster Linie der Pflege der Kameradschaft und der Nachforschung nach gefallenen oder vermißten Divisionsangehörigen zu dienen hat. Aus jener Zeit, in der Ulm die Gamisonstadt Südwestdeutschlands gewesen war, stammen auch eine Unzahl von Kasernen — wie viele es in Wirklichkeit sind, wissen die meisten Ulmer selbst kaum — 18 an der Zahl. Während den Bomben fast die Hälfte der Wohnhäuser der Stadt zum Opfer gefallen sind, blieben die Kasernen erhalten. Sie waren daher der erste Unterschlupf für Menschen und Betriebe, deren Wohnungen und Werkstätten in Trümmer sanken. Aus dieser Tatsache und aus der alten Tradition, Gamisonstadt zu sein, entsteht gegenwärtig ein neues, aktuelles Problem. Ukn soll im Zuge der militärischen Sicherung Europas wiederum eine Gamisonstadt neuer Art werden. Die Menschen, die in den Kasernen recht und schlecht hausen und die Betriebe, die in ehemaligen militärischen Gebäuden Kapital investiert und Maschinen sufgesteilt haben, müssen weichen. Obwohl der Bund der Stadt beachtliche Unterstützung angedeihen läßt — man spricht von einem Programm von 22 Mill. D-Mark, für das Wohnungen, Schulen und Industrieanlagen erstellt werden sollen — sind die Schwierigkeiten, die mit der kommenden Gamisonierung verbunden sind, ein neues Sorgenkind der Stadtverwaltung. Die Stadt steht also wiederum an einer Wegegabel, entweder eine Stadt sein zu wollen, in der Wirtschaft und Handel blühen, oder eine Stadt sein zu müssen, in der das Militärische den Ton angibt. Betrachtet man sich die Stadt von oben her, von der Spitze des Ulmer Münsters, erkennt man auf den weißen Feldern der Zerstörung schon viele Inseln neuen Lebens und Aufbauwillens. Man erkennt aber auch, daß dieser Stadt noch vieles zu tun bleibt, daß sie Aufgaben zu lösen hat, die von einer Generation kaum zu lösen sein werden, zumindest dann nicht, wenn nicht von außen her eine handfeste Unterstützung tritt. K,W. „Ehrbare, weife unb befcheiöene Leute Die Ratsherren der freien Reichsstadt Konstanz // Die Abschaffung der Bürgerausschüsse in den Städten ist immer noch heftig umstritten. Ebenso begegnet die Einrichtung der Geheimsitzungen des Stadtrats unter Ausschluß sogar der Presse starker Kritik. Unter diesen Umständen ist es nicht uninteressant, sich zu veranschaulichen, wie es unsere Vorfahren damit gehalten haben, als die Stadtrepublik Konstanz noch in voller Blüte stand. Mit zwei Problemen schlägt sich die Stadtverwaltung herum: Mit dem Wiederaufbau und mit ihrer räumlichen Enge. Ulm war einst die Stadt der Gotik. Rund um das Münster waren enge Gassen, hohe schmale Häuser mit spitzen Giebeln. Wie soll das wieder erstehen, was einst eine überaus reizvolle Altstadt war? Hier treten im Alltag die Gegensätze auf den Plan, eine starke einflußreiche Gruppe konservativ denkender Bürger, die ihr Ulm wieder so haben will, wie es einst war und eine andere fortschrittliche Gruppe, die mit der Stadtverwaltung zusammen neu und modern bauen möchte. Die Diskussionen um die Bauprableme haben im Gemeinderat, in der Bürgerschaft und in der Presse Vorrang. Es müssen durch die Enge der Altstadt dem modernen Verkehr neue Wege geöffnet werden, das geht aber nicht, ohne stärksten Widerstand der Grundeigentümer überwinden zu müssen. Auf der Seite der fortschrittlichen Kräfte' wird behauptet, daß man Ulm nie wieder so aufbauen könne, wie es einstens war.' Eine Behauptung, die von den Konservativen nicht entkräftet werden kann, die aber dennoch der Stadtverwaltung vorwerfen, sie habe zu wenig Liebe für das Alte, historisch Gewachsene. Ein Außenstehender kann sich keine Vorstellung machen von dem Kräfteverschleiß, der bei diesen Erörterungen üblich ist. Das andere Problem ist die räumliche Enge, eine Fol- Am Donnerstag nach St. Barbara anno 1461 trug der Stadtschreiber Anbrecht mit eigener Hand ins älteste Konstanzer Ge- miälchtebtuch ) „der statt Costentz ordnungen“. Wir erfahren aus den drei sauber geschriebenen Seiten, daß die freie Reichsstadt eine Art Zweikammersystem hatte, den Kleinen und den Großen Rat. Der erstere bestand aus' 23 Männern, je zehn vom Patriziat und von der „Gemeind“, d. h. den Zünften, dazu dem Bürgermeister, dem Reichsvogt und dem bischöflichen Ammann. Der Kleine Rat der täglich zusammentrat, ergänzt sich zum Großen Rat durch je 15 Bürger von den Geschlechtern und der Gemeinde. Die Wahl der beiden Ratskollegien erfolgte indirekt durch 12 Wahlmänner, welch, letztere je zur Hälfte von den dem Kleinen Rat angehörenden Patriziern und der Gemeinde erkoren wurden. Die Wahlmänner — 6 Zunftmeister und 6 von den Geschlechtern — schworen, „ehrbare.weiseundbescheidene Leute“ zu der Stadt und der Bürger Wohl niemand zulieb und niemand zuleid zu erwählen. Sie verpflichteten sich zu absoluter Unbestechlichkeit und Verschwiegenheit über alles, was bei der Wahlhandlung gesprochen wurde. Konnten sie sich nicht einigen, so trat der Reichsvogt zu den Zwölfen und gab den Ausschlag. Der Bürgermeister und der Vogt wurden durch den Großen Rat gewählt. Obwohl alle Aemter grundsätzlich ohne jedes Entgelt ausgeübt wurden und nur der Bürgermeister 30 Gulden erhielt, damit er einen Ratsknecht verköstigen könne, war es kein reines Vergnügen, Ratsherr zu sein. Die Geschäftsordnung war nämlich außerordentlich streng. Es hagelte nur so Ordnungsstrafen. Wenn ein Ratsherr, sobald der Bürgermeister seinen Platz eingenommen hatte, noch fehlte, mußte er 4 Pfennig Buße zahlen. Kam er überhaupt nicht, kostete es ihn einen Schilling, sofern er nicht eidlich bekräftigte, daß er verreist oder vom Bürgermeister aus dringendem Anlaß von der Sitzung dispensiert war. Wer sich eine Stunde verspätete, wurde mit 6 Pfennigen, wer zwei Stunden fehlte mit einem Schilling und wer erst nach Schluß der Sitzung eintraf, mit 18 Pfennigen gebüßt. Wer ohne Erlaubnis des Bürgermeisters vorzeitig die Sitzung verließ, zahlte einen Schilling. Wer einem ins Wort fiel, gab zwei Pfennig, wer einen Fremden unerlaubt in die Ratssitzung mitnahm, 6 Pfennig, wer nicht an seinem vorgeschriebenen Platz saß, 2 Pfennig, wer gegen diese Strafen aufmuckte, 6 Pf. Im allgemeinen lud der Ratsknecht zu den Sitzungen ein. Bisweilen aber benützte man auch die Ratsglocke zu St. Lorenz (heute Wessenberg- straße 2). 1376 beschloß der Rat, daß der Stadtbaumeister ein Schloß zu dieser Glocke machen und den Schlüssel dem geben sollte, der da läutet, „damit man niemand damit läuten könne als dem Rat“. Recht ungern sahen es die Stadtväter, wenn die Ratsstube — sie lag damals noch in dem alten gotischen Ratshaus am Fisch- markt — zu Lustbarkeiten benutzt würde. 1387 wurde deshalb bestimmt, daß nur noch an Hoftagen im Ratssaal getanzt werden dürfe. Ebenso war darin, das Trinken verboten, vor allem für die Fischer und Schiffsleute, die scheinbar am meisten dem Becher huldigten. Sehr streng wurde die Geheimhaltung der Ratssitzungen gehandhabt. 1429 hatte man zwar „geordnet, das man in rat alle ding öffentlich richten sollt“. Aber, so setzten die Chronisten hinzu, „es währte nit lang“. Schon nach einem Jahr kehrte man in der Tat zur alten Praxis zurück. 1434 wurde sogar beschlossen, ein Doppelschloß an dem Gatter vor der Ratsstube anzulegen. Die Schlüssel wurden dem Ratsknecht anvertraut, der bei Gott und allen Heiligen schwören mußte, solange die Sitzung dauerte, keinen Ratsherrn ohne Erlaubnis des Bürgermeisters herauszulassen. Die Ratsmitglieder waren also gewissermaßen Gefangene des Ratsdieners. Das paßte ihnen wenig, und so wurde 1439 beschlossen, daß diese Funktion des Ratsknechts auf die Ratsherren selber überging, die von da an wochen- URALTES, ZERSTÖRTES UND WIEDERAUFGEBAUTES ULM weis abwechselnd ihre Kollegen ein- und ausließen. Schon früher Anno 1387 hatte der Große Rat beschlossen, daß der Ratschreiber lediglich als Protokollführer den Sitzungen, de» Großen und Kleinen Rats beizuwohnen habe und man an ihn keine Fragen stellen solle. Der Ratschreiber war im übrigen eine gewichtige Persönlichkeit. Das sieht man schon aus seiner Bezahlung. So erhielt Conrad Sachs, nach einem Beschluß des Großen Rats, jährlich 100 Pfund Heller, 9 Ellen Mechelner Tuch zu einem Gewand, und dazu 8 Pfund Heller Wohnungsgeld. Natürlich waren schon damals Bürgermeister und Rat der Kritik auegesetzt. Klugerweise baute ein, Ratsbeschluß vom 11. Juli 1437 der Vetterleswirtschaft, d. h. dem häufigsten Stein des Anstoßes, vor. Wenn es sich um Angelegenheiten handelte, die die Interessen eines Bürgers berührten, so waren diejenigen Ratsherren von der Sitzung ausgeschlossen, die mit diesem Bürger bis ins 3. Glied verwandt oder verschwägert waren. Im übrigen erwies sich die hohe Obrigkeit gegenüber der Kritik nicht sehr empfindlich. Da war z. B. der Bürger C. Stickel, der sich 1421 einen guten Witz erlaubte. Sei es nicht zum Lachen, meinte er, daß, wie einst ein „Schülerbischof“ ein rechter Bischof geworden sei, die Stadt jetzt einen Bürgermeister hätte, den man früher nicht einmal zum Ratsknecht haben wollte. Er wär aber heute ein rechter Eseltreiber, ohne niemand etwas schaffen könnte. (Der „Schülerbiechof“ bezieht sich auf die Sitte (besser Unsitte), daß die Domscholaren alljährlich am Nikolaustag einen Bischof wählten, der dann mit zwei Diakonen ins Münster zog und dort die Firmung nachahmte.) Bürgermeister war 1421 Heinrich v. Tettikofen. Daß er die Esel in Verwaltung und Stadtregiment ordentlich antrieb und zum Schaffen brachte, kann ihn nur ehren. Jedenfalls hören wir nichts über eine Bestrafung des Witzbolds. Schlimmer war schon, was sich 1380 Peter Brunner geleistet hatte. Er setzte das Gerede in Umlauf, man hätte die biederen Männer aus dem Rat abgesetzt und an ihrer Stelle meineidige Bösewichter eingesetzt. Das konnte sich ein hoher Rat natürlich nicht gefallen lassen, uroj so wurde Brunner auf ein halb Jahr aus der Stadt verwiesen. Einen tragischeren Ausgang nahm eine Sache, die sich 1438 zutrug. Der Scherer Pontius wurde auf dem Obermarkt enthauptet, weil er an die Münstertür einen offenen Brief gegen die Geschlechter, angeschlagen hatte. Das gleiche Schicksal erlitt Albrecht Gißler, der dem Pontius den Brief aufgesetzt hatte. Der Rat erblickte im Vorgehen der beiden Hochverrat und wollte offenbar ein Exempel statuieren, zumal Geschlechter, Zünfte und Volk kurz zuvor auf dem Kaufhaus den Richtungsbrief Kaiser Sigismunds beschworen hatten. Man wachte also sehr streng über die Stadtverfassung, zumal die Spuren der Zunftaufstände vor jeder Wiederholung innerer Unruhen schrecken mußten. Die Eingriffe von außen und vor allem das Ende der Reichsfreiheit konnte indessen dieses konservative Beharren nicht abwenden. W. Sch. AUS DER CHRISTLICHEN WELT Der Eingeborenen-Klerus in der Kirche In den letzten Jahren ist die auffallende Tatsache zu verzeichnen, daß Geistliche der beiden großen christlichen Konfessionen, die dem Eingeborenen-Klerus angehören, nach Europa kommen. Gerade in diesen Wochen berichtete die Presse immer wieder vom Besuch der Boten Gottes afrikanischer und asiatischer Herkunft in Deutschland. Nichts veranschaulicht mehr die wachsende Bedeutung des Eingeborenen-Klerus als die Anwesenheit solcher Gäste, die der weißen Bevölkerung Gottes Wort verkünden, ihr die Gnadenmittel spenden und den Gottesdienst feiern. Der Geist brüderlicher Liebe und die Einheit im Glauben haben die Vorurteile und Gegensätze überwunden, die sich aus den rassischen Unterschieden ergeben könnten. Welch ein Wandel seit jener Zeit, da der Rassenhaß sein folgenschweres Unwesen trieb. Das Missionswerk der christlichen Kirchen steht und fällt heute mit der Anerkennung der Gleichberechtigung der Eingeborenen auch insoweit, als sie grundsätzlich die geistliche Führung der ihnen anvertrauten Gläubigen übernehmen können. Mit dem Erwachen der farbigen Völker, ihrer Forderung nach Selbstregierung und -Verwaltung, nach Unabhängigkeit von fremden Herren und Einflüssen mußten sich auch die Kirchen der neuen Lage anpassen. Aber auch die wachsende Zahl von Christen in den Missionsländern macht es praktisch unmöglich, die vorhandenen Seelsorgestellen nur mit Angehörigen der weißen Rasse zu besetzen, zumal dann nicht, wenn ein ausländerfeindliches Regime die europäischen und amerikanischen Missionare zum Verlassen des Landes zwingt. Ueber den Anteil Eingeborener an der Gesamtzahl der in den katholischen Missionsgebieten tätigen Priester unterrichtet eine kürzlich veröffentlichte Statistik der wir folgendes entnehmen: Neben rund 15 500 Auslandsmissionaren sind zur Zeit in Afrika, in den Missionsländem Amerikas, Asiens und Australiens fast 10 400 Einheimische seelsorgerisch tätig. Die Verteilung auf die einzelnen Kontinente läßt erkennen, inwieweit es die besonderen Bedingungen gestatten, auf die Mitwirkung von ausländischen Missionaren zu verzichten. In Asien (ohne China, Japan und Korea) überwiegen bereits die einheimischen Priester (3800) bei fast 2300 ausländischen Seelsorgern. Australien und Ozeanien zählt 2100 einheimische und 2000 ausländische Priester, China, Japan und Korea 2890 und 3550, die Missionsländer in Amerika 400 und 1220, in Afrika 1100 und 6370 (in runden Ziffern). In Japan allein widmen sich mehr als 1 v. H. aller katholischen Männer dem Priesterberuf oder studieren in Priesterseminarien. Eingeborene Missionsbischöfe gibt es in Afrika, China und Japan; ein Chinese ist Mitglied des Kar- din.alkollegiums. Zahlreiche Schulen und Universitäten bilden den eingeborenen Priestemachwuchs aus, wobei die Lehrtätigkeit von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur von Europäern und Amerikanern ausgeübt wird. Mit dieser Tradition scheint allerdings Rot-China brechen zu wollen. Die von französischen Jesuiten geleitete Universität „Aurora“ in Schanghai wurde vor kurzem verstaatlicht, die Professoren, meist französische Staatsangehörige, mußten die Hochschule verlassen. Dank der Mitarbeit eingeborener Geistlicher erweisen sich die Kirchen als widerstandsfähiger, da die Einheimischen grundsätzlich nicht ausgewiesen werden. Aber auf der anderen Seite sind sie weit mehr den Zugriffen der landeseigenen Behörden ausgesetzt, die es nur in seltenen Fällen wagen, gegen Ausländer mit der ganzen Schärfe des Gesetzes vorzugehen. Die Entwicklung im kommunistischen China offenbarte deutlich, wie auch das Problem des Eingeborenen-Klerus seine zwei Seiten hat. Gegen Hunderte von europäischen und amerikanischen Missionaren erging der Ausweisungsbefehl. Durch die Anwesenheit von einheimischen Seelsorgern wird zwar die christliche Bevölkerung nicht völlig ihrer geistlichen Führung beraubt, doch wendet sich nun der ganze Drude der kommunistischen Kirchenpolitik gegen die Landsleute im geistlichen Gewand. Was heute in China geschieht, kann sich morgen in anderen Missionsländern wiederholen. Die erstaunlichen Missionserfolge in den letzten Jahren und Jahrzehnten dürfen nicht über die Gefahren hinwegtäuschen, die vom antichristlichen Nationalismus und Kommunismus her drohen. spectator Staat, Glaube und Religionsunterricht Bundestagspräsident Dr. Ehlers, der im „Oldenburger Sonntagsblatt“ einen Beitrag zu den „Schuldebatten in Nordrhein- Westfalen und West-Berlin veröffentlicht, wendet sich darin gegen die Ansicht, es könne dem Staat gleichgültig sein, was seine Glieder glauben oder nicht glauben. „Wir sind nicht der Meinung”, erklärt Dr. Ehlers, „daß der Staat seine Glieder durch Druck zu Christen machen müsse. Das heißt aber nicht, daß wir es für richtig halten, wenn er durch sein Verhalten in der Frage des Religionsunterrichts in der Schule zum Ausdruck bringt daß ihm die glaubensmäßige Haltung seiner Bürger höchst belanglos und uninteressant ist. Man sollte etwas davon verstanden haben, daß weder politische Ideologien noch Parteiprogramme eine Sicherung gegen den Staat zerstörende Kräfte sind, wenn die Bürger dieses Staates nicht Fundamente ihres Lebens haben, die tiefer gehen als materielle Verhältnisse. Niemand fordert, daß der Staat ein Kind zwingt, Religionsunterricht zu nehmen, aber er sollte sich verpflichtet wissen, dazu zu helfen, daß den Kindern, die es wünschen, ein Unterricht gegeben werden kann, der wirklich Unterweisung im christlichen Glauben und nicht irgendein Weltanschauungsunterricht auf allgemein biblischer Grundlage ohne bekennten smäßige (Bindung ist.“ (epd) Christi. Jugend fühlt sich verantwortlich Die besondere Verantwortung der christlichen Jugend in der gegenwärtigen Weltsituation beschäftigte die internationale Studentenkonferenz im Sachsenhain, die 70 Studenten aus zehn Ländern dreier Kontinente zur Vorbereitung der Lutherischen Weltbundtagung 1952 vereinigte. „Wir wollen über alle politischen Grenzen hinweg als Anhänger des gleichen Bekenntnisses Freunde sein und auch in kritischen Zeiten die Verbindung festigen“, erklärte eine junge Amerikanerin unter Zustimmung aller Konferenzteilnehmer. Der Vizepräsident des christlichen Studentenweltbundes, der Inder M. M. Thomas, bezeichnet* es als Aufgabe der indischen Kirchen, besonders lebendig zu sein, um sich in ihrer Stellung zwischen Ost und West sowohl mit den alten Kulturen als auch mit der Welt des modernen Fortschritts auseinandersetzen zu können. Dazu müsse die christliche Botschaft in einer Sprache verkündet werden, die der heutige Mensch auch verstehe. Der amerikanische Studentenpfarrer Hetland äußerte zu einer Mitarbeiterin des epd, er sei dankbar dafür, während seines Aufenthalts in Deutschland nicht nur an den vollen Schaufenstern vorübergegangen zu sein, sondern mit Flüchtlingen, Landarbeitern und Bergleuten gesprochen zu haben. Sein Mitarbeiter Rev. Yoder betonte: „Ich werde meinen Landsleuten in Amerika viel von der immer noch in Deutschland herrschenden Not berichten, um sie zu weiterer Hilfe und einem besseren Verständnis der deutschen Probleme anzuspornen.“ (epd) Hl. Stuhl und Südweststaat Vatikanstadt „Entgegen anders- lautenden Meldungen, die in einigen Blättern in Deutschland erschieneh sind, sind wir berechtigt zu erklären, daß sich der Hl. Stuhl in der Frage, ob die beiden Länder Baden und Württemberg so bleiben sollen wie sie sind, oder aber zu einem neuen StaatengebUde, dem sogenannten Südweststaat zusammengeschlossen werden sollen, bisher jeder Stellungnahme enthalten hat und auch in Zukunft die Absicht hegt sich vollkommen aus ihr herauszuhalten.“ Mit dieser amtlichen, vom „Osservatore Romano“ und vom Vatikansender verbreiteten Richtigstellung entfallen alle Spekulationen konfessioneller Natur, che man bisher in dieser ausschließlich die Bevölkerung der beiden Länder interessierenden Frage angestellt hat. Kardinal-von-Galen-Denkm&l Zum Gedächtnis des Bischofs von Münster, Kardinal Clemens August Graf von Galen, wurde auf dem Vorplatz des Clemens-August-Gynmaeiume in Cloppenburg (Westfalen) ein Standbild des Kardinals von Galen feierlich enthüllt Offizial Grafenhorst aus Vechta würdigte das mannhafte Einstehen des Kirchenfürsten im Kampf für Recht und Menschenwürde während der Zeit des nationalsozialistischen Regimes und stellte Galen besonders der Jugend als Vorbild hin. „Christ und Welt“ verkauft Wie aus den dem Ev. Hilfswerk nahestehenden Kreisgn bekannt wird, hat Dr. Gerstenmeier die Wochenzeitschrift „Christ und Welt“ an einen amerikanischen Geschäftsmann namens Edward Weitjen verkauft. Weitjen ist deutscher Herkunft und hat seinen Wohnsitz in Genf, Paris und New York. Die Ausgabe vom 9. 8. erschien erstmals in dem nach dem Verkauf neugegründeten „Verlag Christ und Welt“, der ein vom Ev. Hilfswerk unabhängiger weltlicher Verlag ist. gamsta? öffi snr Abga Die Erklä Zeitlichen stener und bei den abweichende 1151 geendel des dritten A. Einkomm 1. unbest a) wen b) c) v v> o a: b d) w z< li U 2 . besd Kaie 2 . Steu anla B. Körper 1. unb« und sons‘ fähif vern öffer frei 2. besd gen noch C. Gewerbe« L alle im werbel Betrag 2 . Kapita schäfte bergre 2 . Erwerl vereint private werbe« schaftl wirtset verwal 4 . ohne Höhe nehme ab sch h D. Eine zugeben Umsatz) Land- u ermittelt zugeben E« Eine Stei amt daz Steuerer] Für die wenden Wer später onvollständi Freiburg L Bek In Abär die Welnat gestundet. Die nad GVB1. S. den Abgabe i. Januar 1 September Für Erli monatlich, J amt einzur« die monatli Einreichung abgabeschul Von der 1. Grund terveri 2. weinha gesetze verschi 3. Transil Nicht bef Dessertw Freiburg, de Badisch C Sl«i MHarfa Hohes TügUd Konkurrenz heiten-, V gesch., bill «enabsatz! b bisse Böbll fach 42. 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Aufschlußreiche Broschüre kostenlos durch das MEDOPHARM-WERK • MÖNCHEN 8 A 4 S Amtliche Bekanntmachun gen _ öffentliche Aufforderung sur Abgabe von Steuererklärungen ffir das Kalenderjahr 1950 Hie Erklärungen für die Einkommensteuer einschließlich der einheitlichen Feststellung von Einkünften, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1950 sind in der Zeit vom 1. September bis 30. September 1951 bei den Finanzämtern abzugeben, steuerpflichtige, die Gewinne aus abweichenden Wirtschaftsjahren bezogen haben, die nach dem 30. Juni 1951 geendet haben, haben die Erklärungen spätestens am 10. Tag des dritten Monats nach Ablauf des Wirtschaftsjahres einzureichen. A. Einkommensteuererklärungen haben abzugeben: 1. unbeschränkt Steuerpflichtige, a) wenn ihr Einkommen im Kalenderjahr 1950 mehr als 600 DM betragen hat und darin weder lohnsteuerpfliditäge Einkünfte noch Einkünfte aus einem nichtbuchführenden land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb. enthalten sind; b) wenn ihr Einkommen im Kalenderjahr 1950 ganz oder teilweise aus lohnsteuerpflichtigen Einkünften bestanden hat und entweder aa) das Einkommen im Kalenderjahr 1950 24 000 DM oder mehr betragen hat, oder bb) die Einkünfte, von denen der Steuerabzug vom Arbeitslohn nicht vorgenommen worden ist, -n im Kalenderjahr 1950 mehr als 600 DM betragen haben; ' c) wenn ihr Einkommen im Kalenderjahr 1950 ganz oder teilweise aus Einkünften aus einem nichtbuchführenden land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb bestanden hat und die anderen Einkünfte im Kalenderjahr 1950 mehr als 600 DM betragen haben; d) wenn sie Einkünfte aus mehreren Dienstverhältnissen bezogen haben, die dem Steuerabzug vom Artbeitslohn unterliegen, und der Gesamtbetrag dieser Einkünfte im Kalenderjahr 1950 3600 DM überstiegen hat; 2. beschränkt Steuerpflichtige über die inländischen Einkünfte im Kalenderjahr 1950; >. steuerpflichtige, die wegen berechtigten Interesses die Veranlagung beantragen. B. Körperschaftsteuererklärungen haben abzugeben: 1. unbeschränkt Steuerpflichtige (Kapitalgesellschaften, Erwerbsund Wirtschaftsgenossenschaften, Versicherungsvereine a. G., sonstige Juristische Personen des privaten Rechts, nichtrechtsfähige Vereine, Anstalten, Stiftungen und andere Zweckvermögen, Betriebe gewerblicher Art von Körperschaften des öffentlichen Rechts), soweit sie nicht nach § 4 KStG voll steuerfrei sind, über ihr Einkommen im Kalenderjahr 1950; 2. beschränkt Steuerpflichtige (Körperschaften, Personenivereinigun- gen und Vermögensmassen, die weder ihre Geschäftsleitung noch ihren Sitz im Inland haben), über ihre inländischen Einkünfte im Kalenderjahr 1950. C. Gewerbesteuererklärungen haben abzugeben: 1. alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, deren Gewerbeertrag im Wirtschaftsjahr den Betrag von 4000 DM oder deren Gewerbekapital an dem maßgebenden Feststellungszeitpunkt den Betrag von 20 000 DM überstiegen hat; 1. Kapitalgesellschaften (Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, bergrechtliche Gewerkschaften); 2 . Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften und Versicherungs- Vereine auf Gegenseitigkeit; sonstige juristische Personen des privaten Rechts und nichtrechtsfähige Vereine haben eine Ge- werbesteuererklärung nur abzugeben, soweit sie einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb (ausgenommen Land- und Forstwirtschaft) unterhalten, der über den Rahmen einer Vermögens- Verwaltung hinausgeht; 4. ohne Rücksicht auf die Höhe des Gewerbeertrags oder die Höhe des Gewerbekapitals alle gewerbesteuerpflichtigen Unternehmen, bei denen der Gewinn auf Grund eines Buch- abschlusses zu ermitteln ist oder ermittelt wird. D. Eine Umsatzsteuererklärung ist von allen Unternehmern abzugeben, deren Gesamtumsatz (steuerpflichtiger und steuerfreier Umsatz) im Kalenderjahr 1950 mehr als 500 DM betragen hat. Land- und Forstwirte, deren Gesamtumsätze nach Richtsätzen ermittelt werden, brauchen eine Umsatzsteuererklärung nur abzugeben, wenn sie vom Finanzamt dazu aufgefordert werden. E. Eine Steuererklärung hat außerdem abzugeben, wer vom Finanzamt dazu besonders aufgefordert wird. Die Zusendung eines Steuererklärungs-Vordrucks gilt als besondere Aufforderung. Für die Steuererklärungen sind die amtlichen Vordrucke zu verwenden. Diese sind bei den Finanzämtern erhältlich. Wer später erkennt, daß eine abgegebene Erklärung unrichtig oder unvollständig ist, hat dies dem Finanzamt unverzüglich anzuzeigen. Freiburg 1. Br., den 1. September 1951 Oberfinanzdirektion Freiburg i. Br. Prostata- Leiden (Beschwerden beim Wasser- Lösen) werden ohne Operation mit Erfolg behandelt im Sanatorium Brunau Zürich (Schweiz), Brunaustr. 15 St«llewongetoote ) Gesucht fleißiger u. zuverläss. Bursche (LAA) der, wenn möglich, in allen landw. Arbeiten bewandert ist. 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Weinabgabe In Abänderung der öffentlichen Aufforderung vom 21. 7. 1951 wird die Weinabgabe aus Verkäufen vor dem 1. Januar 1951 vorläufig gestundet. Die nach § 2 der Durchführungsverordnung vom 30. 1. 1950 (Bad. GVB1. S. 99) vorgeschriebenen Weinabgabeanzeigen sind daher von den Abgabepflichtigen für Erlöse aus Verkäufen, die in der Zeit vom 1. Januar 1951 bis SO. Juni 1951 getätigt wurden, bis spätestens 10. September 1951 dem zuständigen Landwirtschaftsamt einzureichen. Für Erlöse aus Verkäufen ab 1. 7. 1951 ist die Weinabgabeanzeige monatlich, Jeweils bis 10. des folgenden Monats, dem Landwirtschaftsamt einzureichen. Soweit es sich um kleinere Umsätze handelt und die monatliche Weinabgabeschuld DM 5- nicht übersteigt, kann die Einreichung der Weinabgabeanzeige und die Entrichtung der Weinabgabeschuld kalendervierteljährlich erfolgen. Von der Weinabgabe sind befreit: 1. Grundweine, soweit sie vom Einführer nicht unverarbeitet weiterveräußert werden, 2. weinhaltige und weinähnliche Getränke im Sinne des Weingesetzes, wie Wermutwein, Schaumwein, Weinbrand, Weinbrandverschnitt u. a. m., 3. Transitweine. Nicht befreit von der Weinabgabe sind: Dessertweine, Süßweine sowie Deckweine. Freiburg, den 28. August 1951. Badisches Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung. f Sletlemiwgebof« ) Mitarbeiter gesucht Hohes Dauerelnkommen Täglich Bargeld Konkurrenzloser Haushalt-, Neuheiten-, Verkaufsschlager, ges. gesch., bill. Millionenartikel. Riesenabsatz! Näh. d.Industrieerzeug- tüsse Böblingen/Württ., Schließfach 42. Gesucht 1—2 tüchtige (LAA) Möbelschreiner auf feine Möbel. Eintritt sof. Anfragen an Balmer * Co., Möbelfabr., Oberhofen-Lengwil Thurgau/Schweiz 1 Zimmermann (LAA ' findet sofort Arbeit bei Paul Griesemer, Zimmerei, Güttingen, Thurg. (Schweiz), Telephon 8 66 43. Gesucht tüchtiger, selbständiger Spengler (LAA) In modern eingerichteten Betrieb. 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Die Bänke in den Anlagen sind noch einmal alle besetzt. Das Geschäft in Eis und Sprudel steht sozusagen noch auf solider sommerlicher Grundlage. Die Luft ist rein und würzig. Durch den September zieht der Duft der Bergamotten, Gravensteiner und Goldparmänen. Die Kartoffelfeuer schicken ihre Rauchfahne in die . frühe Dämmerung. Oh, im September kann es noch einmal wunderschön sein. Viel zu früh noch, an Handschuhe, warme Unterwäsche und Kohlenrechnungen zu denken. Ein verdienter Pädagoge Fachschuldirektor Dipl.-Ingenieur Fritz Huber tritt mit dem heutigen Tage in den Ruhestand. Er ist seit 6. April 1920 an der Gewerbeschule in Konstanz tätig gewesen und übernahm im Jahre 1945 die Leitung der Schule. Besondere Verdienste erwarb er sich durch den Wiederaufbau der Schule nach Beendigung des Krieges. Sein besonderes Augenmerk schenkte er dem Ausbau der Meisterschule für das Bauhandwerk, und in der er zuletzt hauptsächlich tätig war. Mit Direktor Fritz Huber scheidet ein verdienstvoller Lehrer aus dem aktiven Schuldienst. Morgen Beginn der Herbstmesse Morgen Sonntag wird die Konstanzer Herbstmesse eröffnet, die bis zum 9. September dauert. Die Verkaufsbudenreihe ist wiederum in der Laube auigebaut. Auch dieses Mal war die Nachfrage aus Händlerkreisen so groß, daß viele Interessenten nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Eier Vergnügungspark auf dem Döbele bietet eine reiche Fülle von Volksbelustigungen aller Art. Meist sind es auch hier alte „Stammgäste“, die beinahe regelmäßig die Konstanzer Messe besuchen. Die Einzelhandelsgeschäfte (außer Lebensmittel) haben morgen nachmittag gleichfalls geöffnet. Achtjähriger Junge ertrunken Am Strandbad Horn ist am Mittwochabend ein acht Jahre alter Junge aus Dortmund, der sich mit seiner Mutter in Konstanz in Ferien befand, ertrunken. Der Junge war erst am Abend vermißt worden. Die Wasserschutzpolizei fand seine Leiche am Donnerstagmorgen, etwa 30 bis 40 Meter vom Ufer entfernt, in einer Tiefe von l'/i Meter. Wie sich der Unglücksfall ereignet hat, konnte noch nicht geklärt werden. Sie müssen ihrem Geld nachsehen Wie seinerzeit berichtet wurde, mußte die Karlsruher Firma, die mit dem Bau von Wohnungen für die Besatzungsmacht an der Mainaustraße beim „Tannenhof“ beauftragt war, infolge finanzieller Schwierigkeiten den Bau einstellen. Nunmehr stellt sich heraus, daß mehrere Personen dieser Firma unter dem Verdacht des betrügerischen Bankerotte in Karlsruhe festgenommen wurden. Die Betrügereien durch die Firma sollen in verschiedenen Städten Südbadens erfolgt sein. Sie werden auf mindestens 30 000 DM geschätzt. Unter den Geschädigten befinden sich auch etwa 15 Geschäftsleute aus Konstanz, von denen einer einen Betrag von 16 (XX) DM ausstehen hat. Ulmen sterben in Konstanz Das Ulmensterben, das seit einigen Jahren in Deutschland beobachtet wird, macht sich mehr und mehr auch in Konstanz bemerkbar. So mußte dieser Tage eine Ulme vor dem Haus der Jugend gefällt werden. Das Eingehen der Bäume wird durch einen Fadenpilz verursacht, der durch die sogenannten Ulmenkäfer eingeschleppt wird. Aehnliche Beobachtungen sind neuerdings auch bei Weißbirken festzustellen. Nachdem schon im Vorjahre an der Mainaustraße bei der Pauluskirche mehrere Birken abstanden und gefällt werden mußten, sind in diesem Jahre dort wieder sechs Stämme eingegangen. Wenn am Sonntag Öle Sonne fcheint... Besinnliche Betrachtungen eines Fußgängers Beinahe wäre ich während meines Sonntagsspazierganges unter ein Motorrad gekommen! Aber nicht deswegen, weil ich eine böswillige Verkehrssünderin gewesen »wäre und auf der Fahrbahn inmitten des 'Stadtbildes promenierte. Es geschah auf einem Wege, der sehr deutlich mit einem Stopzeichen für Fahrzeuge aller Art markiert ist. Wie es dazu kam, sei auf kleinen Umwegen berichtet. Ich wollte für ein paar Stunden „Ferien vom Ich und vom Alltag“ machen. Dazu braucht man gar nicht - allzu weit zu gehen. Der Jakobswald bietet für besinnliche Spaziergänger kleine Erholungsfreuden. Aber — hinter den Mauern der Stadt fallen jegliche Verkehrsvorschriften fort ... so könnte man meinen. Doch auf diesen besonderen Umstand achtete ich nicht sogleich. Ich hörte gerade zwei kleinen, buntgefiederten Jakobswaldbewohnern zu, die sich tirilierend in Variationen über ein heiteres Thema ergingen! In diese harmonischen Naturlaute schrillte plötzlich eine grelle Dissonanz ... ich wurde daran erinnert, daß es Radfahrer gibt. Nun, warum sollen sie nicht auch eine Fahrt ins Grüne machen? Dagegen ist nichts einzuwenden. Pedaltretend näherte sich eine Familie: Vater, Mutter, Sprößling. Alle drei in einer Reihe. Als bescheidener Fußgänger tat ich einen Seitensprung in einen Graben, denn ich wollte an diesem schönen Tage nicht unter die Räder kommen. Ein Eichhörnchen sah „sehr von oben herab“ mit Interesse zu und — dachte sich jedenfalls seinen Teil über Verkehrsdisziplin. Ich auch. Die nächste Radlergruppe fuhr ganz nach Vorschrift hintereinander. Aber leider auf der falschen Seite. Es wurde mir einmal gesagt, es gäbe Menschen, di« im ganzen Leben nicht lernen könnten, rechts und links zu unterscheiden. Das glaube ich jetzt. — Der Klügere gibt nach dachte ich schließlich friedfertig und der sonntäglichen Stimmung angepaßt. Ich schlug einen schmalen, etwas holprigen Pfad ein und fühlte mich vollkommen sicher. Verfehlter Optimismus! Warum sollen denn simple Fußgänger etwas besonderes haben? So dachte bestimmt jenes radelnde Ehepaar und sauste den schmalen Holper- Tveg herunter, der dazu gehörende japsende Rassehund im Zickzack hinterdrein! Ich wollte den wohlwollenden Leuten nicht 2um Hindernis werden und wich aus — ins Gestrüpp. Gegenüber vom Waldhaus Jakob steht eine Bank. Hat man sie vom Sand gereinigt, so kann man sich darauf niederlassen und die schöne Gegend genießen. Wenn auf moosigem Waldboden Tannenzapfen und Buchein liegen, so ist dies dem Naturbild völlig angepaßt und wirkt reizvoll. Bananenschalen jedoch lallen bestimmt nicht von heimischen Waldbäumen. Und wenn auch auf einer Tüte, die mit etlichen angefaulten Birnen gefüllt ist, »Deutsches Obst“ steht, so hat man es gewiß nicht von einer Buche geschüttelt. Ferner waren rings um die Bank in malerischer Anordnung verstreut: 43 Schokolade- und Bonbonhüllen, 36 große und kleine Einwickelpapiere, ein Taschentuch, drei Zigarettenschachteln, ein halber Bierteller, ein großer, zerfetzter Papiersack, etliche Glasscherben und Omnibusbillette. Es wirkt ungemein stilvoll, daß inmitten dieser „ßestever^eilung“ der weiße Pfahl mit der Straßertbezeichnung steht: Beethovenstraße! Sehr reizvoll und bei den Konstanzern auch recht beliebt ist der Uferweg vom Wasserwerk bis nach Staad. Und hier steht, gut sichtbar, das schon erwähnte Stopschild. Was mir zuerst entgegenkam, waren zwei wild gewordene jugendliche Radler, indianerbraun, mit bunten Käppchen. Und kurz darauf vernahm ich hinter mir nervenaufreizendes Motorradgeräusch. „Soll absteigen!“, dachte ich und fühlte mich ganz im Recht des Fußgängers. Doch der Motorisierte dachte anders. Plötzlich wurde ich zur Seite gerissen und eine nette Auch-Fußgängerin meinte erschrocken: „Aber beinahe . . “ Ja, beinahe wäre ich zu einer Lokalnotiz über einen Verkehrsunfall im „Südkurier“ geworden. „Motorradfahren ist hier verboten!“, wagte ich zu sagen. Der Jüngling, den dies anging, schaute sich um und sah mich vernichtend an. Was haben Fußgänger hier zu suchen,, sagte der Blick. Dann sauste er weiter und überquerte schließlich eine Wiese. Neun weitere Motorräder „parkten“ an verschiedenen Stellen des Weges, 23 Zelte zierten die „Ausblicklücken“ im Ufergebüsch, und der See und das jenseitige Meersburg gaben einen wirkungsvollen Hintergrund zu den an Wäscheleinen baumelnden Damen Schlüpfern, Badeanzügen, Kinderhöschen, Röcken, Blusen, Jacken und dergleichen. Strohhaufen, diverse Kochgeschirre und Feuerstellen ergänzten das wirklich malerische Bild. Ich wollte es mir etwas eingehender betrachten, da benutzten wieder ein paar radelnde „wilde Zeltbewohner“ den Uferweg als Rennstrecke und ich — gab es auf, einen geruhsamen Spaziergang auf stillen Wald- und Uferwegen zu machen und fuhr mit dem städtischen Omnibus sicher nach Hause. -lm.- Konstanzer und Besatzung : Zulammenrcohncn auf engem Raum Die beschlagnahmten Wohnungen — Zwei Bilanzen — Ausweg: gemeinsames Planen Da« Wohnungsproblem, ohnehin eine große Sorge für Konstanz, wird vielleicht noch brennender werden. Denn erhöhter Schutz für Europa und für Deutschland fordert erhöhte Zahl der Besatzungstruppen, und das könnte sich auch für Konstanz bemerkbar machen, wenn nicht rechtzeitig Vorsorge getroffen wird. Aber wenn die Besatzungstruppen von gestern die Verbündeten von morgen sind, müßten sie — und wir hoffen, werden sie — nicht mehr vom Kriegsrecht gegenüber den Besiegten reden, sondern vom Grundsatz ausgehen, daß in gleicher Not bedeutet: gleiche Ansprüche, gleiche Pflichten, wie es Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer kürzlich für das europäische Verteidigungsproblem formulierte. Die Konstanzer wissen aus ihrer geographischen Lage an der Dreiländerecke sehr gut Bescheid über internationale Notwendigkeiten, aber sie sind sich auch — und zwar in Uebereinstimmung mit der Besatzungsmacht — darüber klar, daß dieser Winkel kein Feld der großen strategischen Planung ist. Diese Voraussetzungen muß man abklären, wenn man das Wohnpro- blem so lösen will, daß daraus Nutzen für beide Seiten — Einwohner und Besatzung — entsteht. Und das ist notwendig, wenn 6ie Partner werden sollen. Zunächst eine Bilanz, die rein zahlenmäßig für die Besatzungsmacht zu sprechen scheint. Als der von Hitler begonnene Krieg endete, aber im April 1945 in großen Teilen Deutschlands noch gekämpft wurde, schienen uns die Wohnraum-An- sprüche der einmarschierenden Truppen Konstanz fast zu erdrücken, was sich eben aus der Kampf-Situation von damals ergab. Nach dem 26. April 1945 wurden in Konstanz beschlagnahmt: 12 Hotels, 14 Gaststätten, 21 Gewerbebetriebe, 26 Tankstellen, 89 Villen oder Wohnhäuser, 502 Einzel- oder Teilwohnungen, 381 Einzelzimmer, 91 Garagen und 57 sonstige Räume und Grundstücke, die für die Ansprüche französischer militärischer und ziviler Stellen zur Verfügung gestellt werden mußten. Die Häuser und Wohnungen mußten in Fristen geräumt werden, die zwischen einer und acht Stunden differierten. Jetzt, sechs Jahre und vier Monate später, sieht es ganz anders aus, fast die Hälfte des anfänglich beschlagnahmten Wohnraumes wurde zurückgegeben. Beschlagnahmt sind nach dem Stand vom 1. Juli 1951: ein Hotel, eine Pension, neun Gewerbebetriebe und Tankstellen, 100 Garagen, 82 Einzelhäuser, 271 Wohnungen, 122 Einzelzimmer, eine Schule und 19 sonstige Räume oder Grundstücke. Diese 641 „Einheiten“, die nach einer Landeserhebung rund 29 750 qm Wohnraum ausmachen, kosten dem Land Baden monatlich etwa 330 000 UM an Miete, Licht- und Gasverbrauch. Aber damals — im April 1945 war eben noch Krieg — jetzt ist seit dem 8. Mai 1945 Waffenstillstand und seit ein paar Wochen sogar Friedenszustand. Deshalb war es nicht nur ein Verdienst der Besatzungsmacht, das nicht verkannt werden soll, sondern eine natürliche Entwicklung, daß die Wohnraum-Ansprüche der Besatzungsmacht sich verminderten. Deshalb wird es auch von’ der Besatzungsmacht richtig verstanden werden, wenn man nun die Bilanz der Einwohnerschaft oder richtiger der Be- satzungsgeschädigten aufstellt. Heute warten noch immer rund 300 Konstanzer Familien auf die Rückkehr in ihre Wohnungen. Sie sind zum größten Teil Eigentümer von schönen Häusern und Wohnungen, die sie in einem Leben harter Arbeit ersparten. Auf einem Handkarren oder in Koffern schleppten sie in jenen Frühsommertagen des Jahres 1945 das Notwendigste, was ihnen verblieb, zu Verwandten oder Freunden. Allen bedeutet der Verlust des eigenen Heims einen tiefen Einschnitt ins Leben, den die restlichen Jahre ihres Lebens vielleicht nicht einmal mehr heilen können. Vielen brachte dieser Wohnungsamt hat 66 ausquartierten Familien (214 Familien bleiben übrig) Wohnungen zugewiesen. Diese 214 sollen, wie uns das Wohnungsamt mitteilt, „nach und nach zusammen mit den übrigen Wohnungssuchenden an die Reihe kommen.“ Da diese« An-die-Reihe-kommen aber noch Jahre dauern kann, fordern die Besatzungsgeschädigten in- und außerhalb der „Interessengemeinschaft“ den Bau von Wohnblocks im Rahmen des sozialen Bauprogramms für ihren eigenen Bedarf. Die Bundesregierung hat neuerdings für die Neubauten der im ganzen Bundesgebiet Der Häuserblock in der Jahnstraße mit 12 "Wohnungen ist nur ein Anfang von weiteren Besatzungsbauten mit 46 Wohnungen. Auf unsere Frage, ob nach der Fertigstellung dieser insgesamt 60 Besatzungswohnungen «ine Freigabe jetzt requirierter Wohnungen zu erwarten sei, konnte Bezirksdele- gierter A. Nicoulaud nur seine Hoffnung ausdriidcen. Bild: Sdineider-iRessel Schnitt eine Folge nicht abreißender Streitigkeiten und Tragödien in überfüllten Wohnungen. 60 neue BesatzungsWohnungen Inzwischen haben Länder, Gemeinden und nach ihrem Entstehen die Bundesregierung Millionen in Besatzungsneubauten investiert. Allein in Konstanz werden für die Bedürfnisse der Verteidigungstruppen zur Zeit 48 Wohnungen in der Stein-, Friedrich- und Mainaustraße gebaut. Ein Block mit 12 Wohnungen in der Jahnstraße ist bezogen worden. Bei einem durchschnittlichen Baupreis von 34 000 DM pro Wohnung ergibt sich eine Gesamtbausumme von 2,04 Millionen DM. Auf unsere Frage, ob nach dem Neubau dieser, insgesamt 60 Besatzungswohnungen eine Freigabe jetzt requirierter Wohnungen zu erwarten wäre, erklärte Bezirksdelegierter Andr6, Nicoulaud, daß er für Konstanz hoffe, bis Anfang 1952 einige Wohnungen freigeben zu können. Jedoch hänge gerade in dieser Angelegenheit alles weitere von der internationalen Poliik und den Maßnahmen der Verteidigungsstreitkräfte ab. „Ich möchte nichts versprechen, was ich nicht halten kann“, sagte abschließend De- legue Nicoulaud. Inzwischen haben die Konstanzer Besatzungsgeschädigten sich größtenteils der „Interessengemeinschaft der Wohnungsverdrängten“ angeschlossen, die „die Belange der durch die Beschlagnahme Betroffenen gegenüber den deutschen und französischen Dienststellen vertritt.“ Das Wieöer Turnoerein Konftanz t$6£ Gründungsversammlung beschloß neue Satzung Alte und junge Tumfreunde hatten sich in großer Anzahl am Donnerstag im „St. Johann“ eingefunden, um der Gründung des ältesten Leibesübungen treibenden Konstanzer Vereins beizuwohnen. Der bisherige Leiter der VfL - Turnabteilung, Max Saig, ging in seiner Eröffnungsansprache nochmals kurz auf die Vorgeschichte der Trennung vom VfL ein und legte die Gründe dar, die ein Wiederaufleben des alten Vereins bestimmten. Die sportlichen und freundschaftlichen Beziehungen zum VfL und auch zu anderen Sportvereinen sollen durch die Wiedergründung des TV 1862 in keiner Beziehung unterbrochen oder gestört werden. Nach Bekanntgabe der Tagesordnung verlas Turnbruder Wunderlich die von ihm zusammengestellten Satzungen, die nach reger Aussprache in einzelnen Punkten etwas geändert bzw. ergänzt wurden. Ferner wurde von der Versammlung beschlossen, daß der Turnrat in der bisheri- % ?r Zeichnung: H. Gutscbow gen Besetzung die Geschäfte bis Ende des Jahres weiterführen soll und Neuwahlen in der Jahreshauptversammlung erst zu diesem Zeitpunkt abzuhalten sind. Nach der Ansprache von Gau Vertreter Sepp Häusler (Ueberlingen) wurde die Gründung des TV 1862 Konstanz als vollzogen angesehen. Als Vertreter der Stadtverwaltung sagte außerdem Stadtrat August Bader die Unterstützung des „jungen“ Vereins zu. Über einzelne Organisationsfragen u. a. m. entspann sich sodann eine rege Aussprache, die Uebereinstimmung darüber brachte, daß sich der TV 1862. wie früher nicht nur auf das reine Geräteturnen beschränken dürfe, sondern auch das volkstümliche Turnen (Leichtathletik, Faustbal’i usw. treiben müsse. Ueber den möglichen Anschluß einer Handballabteilung wird die nächste Tumratssitzung entscheiden. Sämtliche Anwesenden meldeten sich als Mitglied an, gleichzeitig wurden auch die Abmeldungen vom VfL gemäß gegenseitiger Abmachung durchgeführt Die Freude der alten Mitglieder des früheren TV 1862 faßten Wilhelm Herold und der Senior des Vereins, Gauehrenvor- sitzender Studienrat Faißt zusammen. Max Saig gedachte sodann noch in einer Gedenkminute der Toten, dabei besonders Karl Stadel, dessen Todestag sich am 30. September zum achten Male jährte. Das alte Tumerlied „Turner auf zum Streite“ beendete den Abend. 30 Jahre Anstalt für Bodensee-Forschung Die Anstalt für Bodensee-Forschung in Konstanz-Staad begeht, wie bereits berichtet, am Mittwoch, 5. September, ihr 30jäh- riges Bestehen. Aus diesem Anlaß wird um 16 Uhr im Stadtratssaal eine Feierstunde abgehalten, die von Darbietungen des Schmitt-Bohn-Trios umrahmt sein wird. Prof. Dr. M. Auerbach, der ehrenamtliche Leiter der Anstalt, wird einen Ueberblick über die bisherige Tätigkeit der Forschungsanstalt geben. Studienrat E. R. Kiefer berichtet über die Rassen- und Artbildung bei Süßwassercopepoden. Ausquartierten 35 Millionen DM bereitgestellt. Für Baden würde dies eine Zuwendung von 5—6 Millionen DM bedeuten, wobei (nach den bisherigen Unterlagen) Konstanz bei der Zuteilung von Mitteln auf Grund seines beschlagnahmten Wohnraü- mes von 29 750 qm erst an sechster Stelle hinter Baden-Baden (150 000 qm), Freiburg (93 000 qm), Offenburg (49 000 qm), Rastatt (40 000 qm), Lahr (32 650 qm) rangieren dürfte. Dennoch will die Konstanzer „Interessengemeinschaft“ den vorgesehenen städtischen Wohnblock in der Jahnstraße für sich beanspruchen Beanstandung fand'bei den Besatzungsgeschädigten auch die schleppende Auszahlung der Mietzinsen durch die Stadtkasse; Dieser Mißstand soll nach Aussagen des Requisitionsaihtes allerdings jetzt behoben werden. Auch das jahrelange Warten auf die Schadenersatzsumme, für deren Feststellung ein deutschfranzösischer Rechnungshof in Freiburg zuständig ist, erregt die Gemüter. Alle Wünsche und Forderungen münden in der großen, aber leideT wohl vorerst nicht erfüllbaren Sehnsucht: über das eigene Heim wieder frei verfügen zu können. Beispiele von anderwärts Herford: Hier wurde eine Kommission gebildet, der je drei deutsche und drei englische Beauftragte angehören. Diese Kommission besichtigt die zur Diskussion stehenden Häuser und Wohnungen und gibt ihre Empfehlungen an einen gemischten deutsch-englischen Ausschuß, der dann endgültig das Verfahren beschließt. Darüber hinaus sehen in der englischen Zone neuere Maßnahmen vor, daß Besatzungsangehörige je nach Rang bestimmte Wohnungsgelder ausgezahlt bekommen. Nehmen sie kleinere Wohnungen, als für ihren Rang vorgesehen ist, so erhöhen sie praktisch ihr Einkommen. Den Ueberschuß des Wohnungsgeldes für beispielsweise eine Sechs-Zimmerwohnung können sie behalten, wenn sie sich mit drei Räumen begnügen. Also ein Anreiz, Wohnungsansprüche herabzusetzen. Frankfurt: In Kürze sollen erstmalig aus Bundesmitteln 148 Zwei- und Dreizimmerwohnungen für Besatzungsgeschädigte erstellt werden. München: 3000 Münchener besatzungsgeschädigte Familien fordern die Aufstellung deutsch-amerikanischer Wohnungskommissionen. Lahr: Ein Antrag der „Interessengemeinschaft der Besatzungsgeschädigten“, einen Vertreter in den städtischen Wohnungsausschuß aufzunehmen, wurde vom dortigen Stadtrat abgelehnt. Dafür wird im viel kleineren Lahr ein Wohnblock in der Lindenstraße gebaut, und der Kreisdelegierte Thorne konnte sagen: „Der Bau von Besatzungswohnungen wird derart gefördert, daß in absehbarer Zeit mit der Freigabe eines Großteils der Wohnungen zu rechnen ist.“ Und nun Konstanz: Konstanz, die Stadt an der Grenze, ist nicht nur eine Visitenkarte für Deutschland, sondern in gleichem Maße auch für die französische Besatzungsmacht. Wenn in anderen deutschen Städten, die von größerer strategischer und taktischer Bedeutung sind, möglich war, durch Zusammenarbeit die unvermeidlichen Härten des europäischen Verteidigungsaufbaues zu mildern, so ist es hier notwendig. Denn für die entstammde europäische Gemeinschaft könnte und sollte Konstanz bei seiner geographischen Lage jedem von außen Kommenden ein Beispiel dafür sein, daß in der französischen Zone eine echte Partnerschaft selbst bffim Zusammenwohnen im europäischen Raum entstanden ist. wh ßamstag, 1. September 1951 SÜDKURIER K Nr. 136 / Seite 10 Das PferÖ fttrbt nicht aus Am 2. September wird der „Tag des Pferdes" begangen Gemächlich rollt der schwere Wagen über den warmen Asphalt. Es ist der Wagen einer alten Konstanzer Speditionsfirma, die es sich zur Tradition gemacht, trotz allen Fortschritts der Technik weiterhin Pferde zu halten. Wohl erleichtert die Technik so manche Verrichtung unseres täglichen Lebens, aber gleichzeitig beunruhigt sie ung Menschen. Und da hat es etwas sehr Beruhigendes, wenn in all dem Hasten, das wir Tempo nennen, wie ein ddtion. In der Pflege unserer vier Pferde wechseln wir ab. Wer gerade an der Reihe ist, der hat allerdings rund zwölf Stunden Arbeit am Tag. Aber man tut es gern, denn wir alle hängen an den Pferden. Die Tiere kennen uns so gut, daß wir mit ihnen besser reden können, als mit so manchem Menschen." Es heißt immer, das Leben der Pferde in den Städten sei freudlos und hart, sie seien nur Arbeitstiere, würden ausgenützt Zeichnung: Harald Guisdiow •mV ms unerschütterliches Monument au6 einer schöneren Vergangenheit, ein Pferdegespann des Weges zieht. Da kommt die gute alte Zeit gefahren. Seht! Sie haben es nicht so eilig gehabt wie wir, und doch haben sie, so sagt man, besser gelebt. Wozu also nur die Eile, die Unruhe? Doch lassen wir das Fragen nach diesen Dingen! Denn wir werden nur ungenaue Antwort bekommen. Fragen wir den Mann, der auf dem Wagen sitzt, ob es sich denn heutzutage überhaupt noch rentiert, Pferde zu halten. „Oh, gewiß rentiert es sich“ — ist die Antwort — „allerdings nur für Transporte innerhalb des Stadtgebietes." — „Ist es nicht“ — so fragt man weiter — „recht umständlich mit den Pferden? Sie müssen doch viel mehr Pflege haben als zum Beispiel ein Traktor.“ — „Gewiß“ — sagt der Mann — „aber wenn sie gut gepflegt werden, dann sind eie dafür auch dankbar und leisten wertvolle Arbeit ohne jemals zu versagen.“ Und der Mann auf dem Wagen erzählt weiter. Man hat sich neben ihn gesetzt. Er braucht kaum nach vom au sehen. Seine Pferde kennen die Straßen der Stadt Konstanz genau, wissen wohin sie zu gehen haben, biegen von selbst in die Querstraße ein und blichen ab und zu nach hinten, als wollten sie fragen: „Ist doch richtig so, nicht wahr?“ — „Wir sind“ — sagt der Mann — „drei Fuhrleute 'bei unserer Spe- Hauptltnte Ober öer See: Fähre, Bei der Jahresversammlung der Thur- gauischen Verkehrsvereinignug, die dieser Tage in Gottlieben stattfand, erklärte der Präsident, Direktor H. Hürlimann (Frauenfeld), Hauptlinie über den See bilde die Fähre Staad—Meersburg mit der Hauptautoverkehrsader Kreuzlingen—Genf. Großes Interesse müsse der Personenverbin- dung Roimanshorn—Friedrichshafen geschenkt werden; diese Verbindungen müßten ausgebaut werden. Beim Trajekt- Autoverkehr über den Bodensee habe es keinen Zweck, Nebenlinien zu schaffen, und eines Tages, wenn sie nichts mehr leisten, zum Pferdemetzger gebracht. Das war auch oft so, zur Zeit, da das Pferd als Zugtier unentbehrlich gewesen ist. Da wurde es von vielen nicht anders betrachtet, als heute ein Motor, der rationell arbeiten muß und verschrottet wird, wenn er nichts mehr taugt. Wer sich aber in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einer größeren Stadt noch Pferde hält, dessen Ueberlegungen sind nicht nur vom Verstand bestimmt. Man sieht es am Beispiel jener Speditionsfirma, die sagt: „Wir halten Pferde aus Tradition.“ Unter solchen Umständen wird es einem Pferd nie schlecht ergehen, es wird immer seinen Hafer und, sein Heu haben, auch wenn es einmal etwas teurer käme, als die Unterhaltung eines Traktors. In Konstanz gibt es heute noch 62 Pferde, in der Altstadt 20 und in Petershausen 21. Die übrigen dürften wohl zu den landwirtschaftlichen Betrieben am Stadtrand gehören, wo das Pferd ja noch immer eine ganz andere — man kann sagen lebenswichtige — Rolle spielt. Der „Tag des Pferdes“, der im ganzen Bundesgebiet am ersten Sonntag im September begangen wird, hat nicht nur eine festliche, sondern vor allem eine wirtschaftliche Bedeutung. Eine solche Veranstaltung gilt der Werbung. Alle Reit- und Faihrvereine, Pf erdezuchtverbände und Landgestüte sind daran beteiligt und höchst interessiert, denn sie haben, genau wie viele andere Wirtschaftszweige, schwer zu kämpfen und sind gezwungen, die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit auf 6ich zu lenken. Ihr großer Konkurrent ist die Technik. Mit dem Reitpferd konkurriert das Sportauto, mit dem Zugpferd der Traktor und der LKW. Der Mann auf dem Wagen aber ist optimistisch. „Ganz und gar“ — so sagt er — „wird das Pferd vom Motor, bei uns in Europa jedenfalls, nie verdrängt werden, weil wir durch Generationen viel au sehr mit ihm verwachsen sind, weil eben bei uns, die Menschen, die das Pferd lieben, nicht aussterben werden.“ helbra Etn Mcttfch auf Der BQhne Gastspiel Elsie Attenhofers Im Theater am Bodensee Die vielen Besucher, die am Mittwoch ins Theater gekommen waren, machten in ihrer Gesamtheit nicht den Eindruck von Menschen, die etwas Besonderes oder gar Festliches erwarteten, wie es ja eigentlich bei jedem Theaterabend der Fall sein sollte. Man war zumeist in sommerlicher Straßenkleidung. Auch, als der Vorhang sieh öffnete, war wirklich gar nichts Festliches wahrzunehmen. Ein Stück Bühne, von einem reichlich abgenutzten roten Plüschvorhang umschlossen. Davor der nicht gerade fein polierte Flügel und außer dem Klavierstuhl nur noch ein leicht beweglicher Sessel. Sonst nichts. Plötzliche Stille im Zuschauerraum. Ein Mensch tritt auf. Nein — kommt ganz einfach auf die Bühne: Elsie Attenhofer. Eine große, blonde Frau, weder jung noch alt wirkend, einfach und ohne Staraufmachung. Sie sagt zur Einleitung nur: „Ich hoffe, daß es mir gelingen wird, etwas zu Ihrer Unterhaltung beizutragen.“ Es ist ihr gelungen — und noch etwas mehr. Sie brachte ihr Programm „Liebe in vielen Sprachen“ und auch die Parodie auf unsere politische Gegenwart „Europa-Union“, an mehreren Telefonen gesprochen, die viele schon durch den Rundfunk gehört haben. Was uns an ihrem Auftreten besonders erfreute und bemerkenswert erschein, ist Elsie Attenhofers Mangel an Eitelkeit. Man hat den Eindruck, sie nimmt ihre eigene Person gar nicht wichtig. Während alles, was die Attenhofer mit ihrer schönen Stimme singt oder' spricht und was sie auch mimisch ausdrückt, von Wissen und Klugheit zeugt, ist für sie das Kabarettistische offenbar mehr ein Anliegen des Herzens als des Verstandes. Und gerade dadurch, daß sie ihre eigene Person zurücktreten läßt, gelingt ihr auch das Mimische. Sie wird, was sie darstellt: eine deutsche, russische oder chinesische Mutter, eine versnobte Bernerin oder ein alberner Holly- woodstar. Viele Kabafettisten sehen heute ihre Aufgabe darin, dem Publikum mit einem Trommelfeuer von Pointen, die „Menschlichkeit“ einzuhämmern. Sie wirken dabei oft nur als Marionetten, die sich selber viel zu wichtig nehmen. Das Besondere und Erhebende am Gastspiel Elsie Attenhofers — sie erschien uns als ein M e n s ch auf der Bühne. Emst B r a s ch Die neuen FUme „Stern vom Broadway“ (Scala) Darf der Kritiker auch einmal ganz wie andere Leute sich in den Parkettsessel fallen lassen, auf Bleistift und Notizbuch verzichten (vielleicht hat er beides sowieso vergessen) und den Kindern gleich nur schauen und lauschen? Warum nicht? Eigentlich sollte jeder, dessen Beruf die Kritik ist. soviel Kindlichkeit sich bewahren, daß er allemal von neuem gespannt und unvoreingenommen wie die Kleinen vor dem Bühnenvorhang, der Filmleinwand sitzt und gleich einem Wunder Bilder und Worte auf sich zukommen läßt. Erweisen sie sich am Ende als nicht eben wunderbar, so merkt man's ja bald und kann noch immer eine gestrenge Beckmesser-Miene aufsetzen. Doch wo es möglich ist, preist der Kritiker lieber, als daß er verreißt. Den Warner-Bros.-Film vom Broadway um die drüben einst gef eierte Tänzerin Marilyn Miller läßt man sich gerne gefallen, denn in .Tune Haver ist eine Darstellerin und Tänzerin gefunden worden, die mit ihren schlanken Tanzbeinen der berühmten Vorgängerin wohl gleichkommt. Jung, blond, zuerst scheinbar noch halb ein heiteres Kind, reift sie allmählich zu einer schönen Frau heran, die auch die Liebe und den Ernst des Lebens erfährt, alles ohne Pose oder gemachte Pt- kanterie und stets eine reine Freude fürs Auge Umgeben ist sie von ein paar natürlich-schlichten amerikanischen jungen Männern und von etlichen urkomischen Typen. Ihre ganze tanzende Familie bekommt den Ziegenpeter, den Mumps, und was der Vater dabei aufstellt, ist allein eine Komödie für sich. Ganz großartig ein Kollege der Frau, ein langer und immer länger werdender Grotesk-Stepptänzer mit schlechthin geistvollen Tricks und einem guten Herzen dazu. Menschlich Rührendes und anderseits Revue- bflder vcn erlesenem Farbenzauber ergeben zusammen eine Mischung, die für einen verregneten Sommerabend schon einen angenehmen Ersatz zu bieten vermag. C. W. Samstag ITEM, LIEBE HERREN! Ihr wißt, daß die Zeitläufe jetzt eben seltsam sind und man wohl bedarf, daß ihr gut Acht habt Tag und Nacht. Nun ist aber ein solch ungebührlich Wesen mit Schreien, Singen und Juchzen nachts auf der Gassen eingerissen, daß man zu Zeiten nicht hören kann, ob es Scherz oder Emst sei, was Bürgermeister und Rat ganz unleidlich ist. Darum ergeht ihre ernstliche Mahnung, eure Söhne und Knechte anzuhalten, daß sie jetzt in diesen Läufen nachts auf der Gasse still sind und gar nicht schreien, insbesondere keine unziemlichen, groben Lieder. Den Wächtern ist befohlen, ihnen das zu wehren. Wird aber einer ergriffen, der solches nicht hält, den wird der Rat dermaßen bestrafen, daß er wünschen wird, er hätte still geschwiegen. (Aus einer Konstanzer Polizeiverordnung aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts.) Nur zroanzig kamen Um die aufgelegten Stimmlisten nachzusehen Was beherbergt der Bodensee? Aus einer offiziellen Zusammenstellung des Eidgenössischen Fischereiinspektorats in Bern ist zu entnehmen, daß der Bodensee heute noch folgende Fischarten beherbergt: Blaufelchen, Gangflsche, Sand- (Weiß)-Felchen, Muränen, Kilche (Kropffelchen), Seeforellen, Regenbogenforellen, Saiblinge (Rötel), Aeschen, Trüschen, Hechte, Zander, Barsche (Egli, Krätzer), Karpfen, Brachsmen, Schleien, Barben,' Weißfische (Alet, Nasen usw.), Aale, Welse und sonstige Fische. Einzelne dieser Fischsorten werden allerdings nur selten gefangen, auch wenn sie tatsächlich'vorhanden sind. So wurde 1949 kein Welsfang gemeldet, 1950 ein einziger. Regenbogenforellen wurden in den letzten Jahren überhaupt keine gefangen. Muränen nur wenige Exemplare, während die Fänge an Blaufelchen im Jahresdurchschnitt gelegentlich mehr als die Hälfte der Gesamtfänge auszumachen- pflegen. Wenn es nach der Zahl derer gehen würde, die die eine Woche auf dem Statistischen Amt aufgelegten Stimmlisten für die Volksabstimmung am 16. September nachsahen, dann wäre es um diese Abstimmung schlecht bestellt. Es kamen nämlich nur 20 Personen und sahen nach, ob sie auch in der Stimmliste eingetragen waren. Die Wirklichkeit wird dann allerdings anders aussehen. Es sei heute schon darauf aufmerksam gemacht, daß jeder, der am 16. September von seinem Wohnort abwesend ist, sich rechtzeitig einen Stimmschein besorgt. Die Stimmscheine gelten aber nur in dem 1/and, in dem der Betreffende seinen Wohnsitz hat. Wenn ein Konstanzer also am 16. September in Stuttgart zu tun hat, kann er nicht mit einem Stimmschein in Stuttgart zur Abstimmung gehen. Er muß seinen Stimmschein in einer Gemeinde Südbadens abgeben. Ebenso verhält es sich umgekehrt. Ferner sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Benachrichtigungskarte zur Volksabstimmung, die bereits in den Händen der Stimmberechtigten ist, nicht als Stimmschein anzusehen ist. Es sind bei früheren Wahlen immer wieder Fälle vorgekommen, daß Personen von auswärts in einem Abstimmungsraum erschienen und der Meinung waren, sie könnten auf Grund dieser Abstimmungskarte in Konstanz zur Wahl gehen. Das geht am 16. September nicht; fremde Personen können nur mit einem Stimmschein zur Abstimmung gehen. Auf dem Statistischen Amt in Konstanz werden Stimmscheine bis zum 15. September ausgestellt beschickt. Das herbstliche Obst taucht nun in größeren Mengen auf. Äpfel, die es sehr reichlich gab, kosteten 35—40 Pfg., Birnen, ebenfalls in verschiedenen! Sorten vertreten, erhielt man für 25—45 Pfg. Trauben kosteten 65, 70 und 75 Kg. Pfirsiche, reichlich vorhanden, waren mit 1.10 DM ausgeschrieben. Und natürlich gab es wieder Zwetschgen in Hülle und Fülle. Hagnauer kosteten 25 Pfg. Mirabellen gab es für 35 bis 45 Kg. Brombeeren, die man immer nur sehr wenig an den Ständen sieht, wurden für 70 Pfg verkauft. Für die Pilzliebhaber gab es einige schmackhafte Sorten von diesem gesunden Gericht. Man bezahlte dafür 80 Pfg. Tomaten zeigten sich sehr zahlreich und waren für 25—30 Pfg zu haben. Bohnen kosteten 40 PTg., Spinat gab es für 25—35 Pfennig. Blumenkohl, diesmal etwas reichlicher vorhanden, erhielt man für 50 Pfg. bis 1 DM. Gurken kosteten 15—25 Pfg., die kleinen Einmachgurken 100 Stück 3 DM. Für Salat bezahlte man 10—15 Kg., für Gelbe Rüben 20 Pfg., für Zwiebeln 20 Pfg. Rotkraut kostete 15 Kg., Wirsing 25 Pfg., Paprika 60 Pfg. Man sah auch wieder Orangen, das Pfund für 1.40 DM. SUber- felchen kosteten 1.35 DM. Reich beschickte Obststände Zur Freude der Hausfrauen, nehmen jetzt wieder die Meßbuden einen großen Teil der Unteren Laube in Anspruch. Das bedeutet, daß es für die meisten Frauen einen längeren Morgenspaziergang zum Wochenmarkt zu machen gibt und daß man etwas mehr „ins Gedränge“ kommt. Beides durfte man geistern wieder einmal erfahren. Doch nichtsdestoweniger kauften 1 die Hausfrauen sehr eifrig ein, denn es gab viel und allerlei zu erstehen. Die Obststände waren auch diesmal wieder reich S&trse Stabtnadjridjten Ihren 8ß. Geburtstag begeht heute Frau Maria Zimmermann, Fürstenbergstraße 100; 80 Jahre alt wird Frau Johanna Strauß, Neuhauserstraße 33; 79 Jahre Kau Rosa Sigwart, Berggasse 8. Den 7S. Geburtstag feiert gleichfalls heute Malermeister i. R. Carl Ströhle, Bcdanstraße 4. Frl. Edith Baduin, in der Lehre bei Schneidermeister Josef Oehler, Kreuzlin- ger Straße, und Frl. Brigitte Stender, in der Lehre bei Schneidermeister Kurt Conrad, Gottlieber Straße, bestanden die Gesellenprüfung im Herrenschneiderhandwerk mit Auszeichnung. Die Kriminalpolizei unternahm in der Nacht zum Freitag eine große Kontrolle im Stadtgarten und in verschiedenen Außenbezirken sowie Waldgebieten. Es wurden keine verdächtigen Personen angetroffen. Ein seit mehreren Monaten in Konstanz tätiger Schneider wurde festgenommen, weil er an seiner früheren Arbeitsstätte in Düsseldorf mehrere Kunden um Stoffziutaten, Stoffe usw. im Betrag von 3600 DM geschädigt hat. Der Mann, der, wie berichtet — nachts aus einem in der Bruderturmgasse parkenden Auto eine Aktentasche entwendet hatte, konnte ermittelt und festgenommen werden. Die Aktentasche wurde unter dem Bett des Mannes gefunden. Die neuntägige Lugano-Reise, die vom Bodensee-Reisebüro im Monat September veranstaltet wird, ist ausverkauft. Im Monat Oktober wird nochmals eine neuntägige Fahrt in den Tessin veranstaltet. Ab 1. September betreut ein neuer Hauswart die Waldheim-Gaststätte, der hierfür eine kleine Entschädigung erhält, während alle übrigen Mitarbeiter ehrenamtlich tätig sind. Der Ertrag der Gaststätte wird daher in der Hauptsache zur Instandhaltung und Erweiterung der Sportanlage verwendet. Am Montag beginnt in der Städt. Frauenarbeitsschiule, Blarerstr. 11, wieder der Unterricht in Wäsche- und Kleidernähen sowie Handarbeiten. Am Dienstag ist auf dem Uebungsplatz in Wollmatingen ein Scharfschießen. Die Straße Wollmatingen—Litzelstetten ist an dieses Tage zwischen 7 und 12 Uhr für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Gewerkschaft Bau, Steine und Erden hält morgen eine wichtige Mitgliederversammlung im „Bauhof” ab. Auf der Tagesordnung steht ein Referat von H. Bagehorn. über die Bezirkskonferenz in Stuttgart und über die Kündigung des Rahmen- und Lohntarifes. Der Bund der Danziger e. V. Lübeck, Ortsstelle Konstanz, hält heute in Engstiers Biergarten seine Monatsversammlung ab. Die Landsmannschaft der Itommern, Brandenburger und Wartheländer hat am Montagabend im „St. Johann“ eine Mo- natsversammiung. Heute Samstagabend ist das gestern wegen der schlechten Witterung ausgefallene Sender-Konzert des Städt. Orchesters mit Werken von Dr. Friedrich Sie- bert, Stuttgart, unter Leitung des Komponisten. Am Sonntagmorgen konzertiert das Städt. Orchester bei freiem Eintritt. Am Abend wird der Gebirgstrachtenyer- ein „Edelweiß'' mit volkstümlichen Darbietungen die Besucher erfreuen. Das neue Bodensee-Heft Die September-Nummer der im See- hasfln-Verlag Reinhold Walther Schwarz erscheinenden „Bodensee-Hefte“ zeichnet sich wiederum durch einen gediegenen, gut abgestimmten Inhalt aus. Wilhelm Boeck gibt einen Überblick über Leben und Werk Joseph Anton Feuditmayers, von dessen 'künstlerischem Schaffen die Feuchtmayer-Ausstellung in Ueberlingen beredtes Zeugnis gibt. Mit Richard Leseer wandert der Leser durch den Garten des Sanatoriums „Konstanzer Hof“- einer der schönsten Gärten am See. Emst-Alfred von Dücker ist mit zwei Beiträgen vertreten. Er würdigt das Lebenswerk des in Ittendorf lebenden 60jährigen Architekten und Facbschriftstellers Kol .Fritz Spannagel und gedenkt des 100jährigen Bad- Hotels in Ueberlingen. Walther Reimer berichtet über die Wiederinstandsetzung der Schloßkirche von Friedrichshafen. Von Interesse dürfte auch die Abhandlung von Gerta Schneider „Römische Bäder am Bodensee“ sein. Daneben enthält das Heft eine Reihe kleinerer Beiträge, zium Teil feuilletonistischen Gharakters. Besonders hingewiesen sei auf die zahlreichen wohlgelungenen Aufnahmen. Berichte über Veranstaltungen und Kunstausstellungen runden das wertvolle Heft ab. Warum Südweststaat? Auch an dieser Stelle sei auf die öffentliche Versammlung des Südweststaat- Komitees Konstanz heute abend im Festsaal von „St. Johann“ hdngewiesen. Die Redner, Ministerialrat Fritz Maier, MdB., Freiburg und Generalsekretär Albert M. Lehr, Freiburg, werden eich insbesondere auch mit den neuesten politischen Entwicklungen beschäftigen, die mit der Volksabstimmung in engefti Zusammenhang stehen. Feierstunde in Wollmatingen Am Sonntag 20 Uhr findet in der evangelischen Kirche in Wollmatingen eine Feierstunde statt. Im ersten kirchenmusikalischen Teil kommen Werke von G. F. Händel und J. S. Bach zu Gehör mit Martin Schneider an der Orgel und Frau Gertrud Nünlis-Kreuizlingen. Ferner hält Karrer Allinger-Pforzheim einen Lichtbildervortrag über seine Erlebnisse auf seiner Amerikareise. Wer hat ärztlichen Sonntagsdienst Am Sonntag, 2. September, versieht Dr. Wild, Obere Laube 75, (Telefon 81) ärztlichen Sonntagsdienst. Bei den Apotheken hat die Malhaus-Apotheke Sonntagsdienst und in der folgenden Woche Nachtdienst. — Garagenbereitschaftsdienst: Harter u. Hägele, Lieinerstraße 14-16, Telefon 1099. Großarl: ditionell die ; Bei dei neuen Fa in der vi der äuß dessen W liehe Stei Schanze 1 der Ost-\ Saubachfi längerem; diagonal Teils der straße un er den De desselben Heiß. Im neu Kleingärt an einer 1 30 m zu ’ Außengra dings nur tiefe ist i liehe Maß Emmishoi beleplatz Die Pai Wiesen, der Nähe: das Anw Ecke - De wieder ab Löry. Eil Paradies : den die I tet. 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Drehbuch, Regie und Aufnahmetechnik dieses alten Streifens zeigen nicht mehr als eine'schablonisierte Filmauffassung, deren genormte Ausdrucksmittel das menschliche Schicksal zur „Rolle“ degradieren. Greta Garbos große Kunst einer echten Menschendarstellung sprengt aber alle Hemmnisse und Grenzen, die eine kalte Atelierroutine dem Künstler auf erlegen kann. Weder technische Mängel noch Fortschritte vermögen das Künstlertum der Garbo so wenig zu beeinflussen wie zeitbedingte oder filmische Unvollkommenheiten. Als Königin Christine von Schweden, die — nach freier Erfindung des Films — aus Liebe zu einem Mann auf ihren Thron verzichtet, füllt die Garbo diese Figur allein im Menschlichen aus. Nicht das Kostüm und nicht die historische Situation sind hier entscheidende Akzente. Auch ohne die Pracht der barocken Gewänder und ohne di9 prunkhafte Theatralik der Staatsaktionen wäre diese Christine, eine Frau, die liebend und leidend nur um ihr Glück und Ihre weibliche Lebenserfüllung kämpft. Die Garbo „spielt* nicht eine Königin, sie ist ganz einfach ein Mensch. Um ihn darzustellen, bedarf es bei Greta Garbo keiner schauspielerisch- komödiantischen MitteL Ihr Gesicht allein drückt alles aus, was an seelischer Spannung, an gefühlerfüllter Dramatik in diesem Menschen vor sich geht. Im Zucken einer Augenbraue, im Zittern der Lippen liegt mehr als in der reichsten und noch so gekonnten Gestik, mit der eine weniger begnadete und doch immer noch ausgezeichnete Schauspielerin sich auszudrücken vermag. Man kann in diesem Gesicht lesen, wie in einem Buch, das die Geschichte der Königin Christine erzählt. Aber nidit einmal der Worte bedarf es, um zu verstehen, was da erzählt wird (am wenigsten bedarf es der synchronisierten Worte, die Greta Garbos Stimme nicht hörbar werden lassen). Als Stummfilm wäre diese Königin Christine, nur weil die Garbo sie spielt, von der gleich erschütternden Ausdruckskraft. Denn hier wird ein Film zum Kunstwerk, weil zu seinem Verständnis nicht mehr gehört als ein unmittelbares Gefühl für menschliches Schicksal, dessen Tragik die Garbo zur künstlerischen Erfüllung bringt. W. M. „Der Seeräuber“ (Capitol) Zugegeben: Dieser Fox-Fart>film mit Tyrone Power und Maureen O'Hara ist ungewöhnlich turbulent. Spannend ist er nicht deshalb, weil man im Zweifel wäre, auf welcher Seite der einstige Seeräuber wirklich kämpft, auf der Seite der Piraten oder der legalen Macht. Spannend ist vielmehr, wie er seine gefährliche Rolle meistert. Spannend ist es. wie die schöne Gouverneurstochter, von dem Seeräuber anfänglich nicht gerade mit Samthandschuhen angefaßt, sich zu ihm bekehrt, den Verwundeten mit ihrem Rock verbindet, ihn dreimal Jimmy boy nennt und behauptet, sie sei ihm freiwillig gefolgt. Im Hintergrund, leicht angedeutet: Wie der Seeräuber von der adligen Dame gebändigt wird, und, wie diese — auch das darf nicht vergessen werden — langsam Blut leckt (und sich schließlich zu der Parole des einstigen Seeräubers bekennt: „Vor dem Weinkauf erst probieren.. . .“). Im Hintergrund weiter: Die historische Geschichte eines Seeräubers, der vom englischen König geadelt und zum Gouverneur von Jamaica ernannt, sich nun mit seinen Piraten für König und Vaterland streitet. Was freilich ira Film eirien leicht komischen Anstrich hat und. im Grunde, ein „Kämpfertum an sich“ verherrlicht. Raffiniert, wie der Film es versteht, dem Mord und Totschlag ein Mäntelchen umzuhängen, so daß fast alles moralisch glatt geht Ein bißchen kurz ist es freilich geraten, dieses Mäntelchen. Wer von einem „Vollmann“ träumt, wer einen Sieg über eine normalerweise Unerreichbare zu sehen wünscht, wer sich darüber freuen kann, wenn ein Degen, in den Bauch gespießt, hinten wieder herauskommt, wer manches Scheußliche als „Realismus“ eines garantiert historischen Films hinzunehmen gewillt ist, wird mit dem Film zufrieden sein. Filme dieser Art sind wenig dazu angetan, Gutes im Menschen zu wecken. —ng „Im Namen des Gesetzes“ (Roxy) Eigentlich kennt man das Thema dieses Streifens aus unzählieen amerikanischen Filmen: auf vorgeschobenem Posten der Zivilisation kämpft ein tollkühner Einzelner, der „Sheriff“, in anarchischen Verhältnissen für Recht und Gerechtigkeit. Aber was ist in diesem italienischen Film aus diesem Thema geworden! Ort der Handlung ist nämlich nicht der Wilde Westen, wo die Guten und die Bösen fein säuberlich geschieden sind und die Guten natürlich immer schneller schießen sondern die heiße, sonnenverbrannte Erde Siziliens mit den rätselhaft unergründlichen Menschen dieser Völkerbrüeke, die Europa , mit dem Norden Afrikas verbindet. Heiße? Blut, das immer wieder wild aufflackert und die Idee des Rechtes beinahe als eine Utopie erscheinen lassen könnte, verlangt ein unerbittlich hartes Gesetz. Aber der Staat ist weit und seine Bürokratie schwerfällig; Sizilien ist eine Insel und die Menschen auf ihr trauen nicht der Spitzfindigkeit der Paragraphen; die Anwälte sind korrupt und auf der Seite der Reichen, die das Land besitzen. So hilft man sich selbst, und um nicht der Willkür zu verfallen, überläßt man nach jahrhunderte altem Brauch das Richten der Maffia, jener geheimen Feme, die es kürzlich in dem Falle Giuliano in Zeitschriften und Illustrierten zu einem so umstrittenen Ruhm brachte. In diesem Film nun stehen sich ein junger Richter und die Maffia gegenüber ln echter Tragik, die durchgestanden sein will bis zum letzten, und bei der jeder auf seine Art recht hat, obwohl der Film nichts beschönigt und nichts opernhaft romantisiert. Im Grunde geht es um ganz reale Dinge, um che Arbeitslosigkeit der Taglöhner, um den Raub von Mauleseln, um immenschliche soziale Gegensätze, um einen besitzgierigen Baron, um die todbringende Feindschaft, in die sich Männer über ein heranwachsendes Mädchen verstrik- ken. In allem hält sich der Film an die Wahrheit, und man lernt diese Menschen in ihrem Haß und in ihrer Liebe und die Bräuche dieses Landes mit neuen Augen sehen. Und beinahe könnte man den Film auch künstlerisch als ein Ereignis bezeichnen, wäre' da neben dem Schicksal des sechzehnjährigen Mädchens nicht eine zweite Liebesepisode eingefügt, die Klischee bleibt, wenn sie auch dem Film nicht mehr viel schaden kann. — enz — Seite 10 licht nun e es sehr , Birnen, 1 vertre- Trauben le, reich- M ausge- 3 wieder iagnauer ss für 35 n immer sht, wur- Pilzlieb- ;e Sorten Man bereich und , Bohnen iir 25—35 ras reich- r 50 Plg. Pfg., die k 3 DM. Pfg., für n 20 Pfg. ' 25 Pfg., l wieder I. Silber- t im See- Schwarz zeichnet jenen, gut Im Boeck ben und yers, von e Feucht- ngen be- -d Leseer arten des einer der ist-Alfred »n vertrete des in rchitektem itz Spangen Bad- r Reimer ndsetzung lafen. Von iliing von r am Bo- das Heft zum Teil Besonders len wohl- ite über Stellungen Jie öffent- weststaat- im Fest- esen. Die ier, MdB., Mbert M. »besondere hen Ent- der Volks- nmenhang len der evan- lgen eine chenmusi- von G. 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September, warten dann die auf Hochglanz polierten Zwiebeln auf der Unteren Laube auf ihre Liebhaber. Von Der Sternfchanze zum Saubach Bei den Ausschachtungsarbeiten zu der neuen Fabrikanlage von Haaf und Stöckle in der verlängerten Blarerstraße wurde der äußere Stadtgraben angeschnitten, dessen Wasser einst um eine hier befindliche Sternschanze flössen. Die Spitze der Schanze lag 40 m weiter westlich, da wo der Ost-West ziehende Graben die heutige Saubachführung schneidet. In seiner Verlängerung nach Osten zieht der Graben diagonal unter den Häusern des südlichen Teils der Döbelestraße zwischen Blarerstraße und Döbelewirtshaus. Dann erreicht er den Döbeleplatz und läuft am Nordrand desselben bis zur Tankstelle der Firma B. Heiß. Im neuen Baugelände, den früheren Kleingärten, war der Graben oberflächlich an einer Einmuldung zu erkennen, die auf 30 m zu verfolgen war. Die Breite dieses Außengrabens des Stadtwalles ist allerdings nur 3—4 m, und auch seine Sohlentiefe ist gering, nur einen Meter. Aehn- liche Maße hat der Außengraben, der vom Emmishofer Tor zur Tankstelle am Döbeleplatz führte, es ist derselbe Graben. Die Paradiesler hatten hier Felder und Wiesen. Nur wenige Häuser standen in der Nähe; in der jetzigen Tägermoosstraße das Anwesen von H. Gohr und an der Ecke- Döbelestraße-Schulthaißstraße das wieder abgebrochene Haus von Fuhrhalter Löry. Ein schmaler Feldweg führte vom Paradies zum Döbeleplatz. Nach 1907 wurden die Felder an Kleingärtner verpachtet. Diese füllten den Graben, der immer noch Wasser hatte, allmählich auf. Viele Porzellanscherben sind in dem schwarzen Grabenschutt enthalten. Der Wall hinter dem Graben ist in den Kleingärten noch deutlich zu erkennen, er ist nur teilweise abgetragen. Etwa 40 m von dem neuen Fabrikgelände erreichte der Graben den Saubach. Hier war eine Zeitlang ein Steg, auf dem Unser Sonntagsspaziergang: Zum Runöberg ober Tabor In der näheren Umgebung von Konstanz bietet der Rundberg eine sehr schöne Aussicht über den Untersee, die Insel Reichenau und Wollmatingen. In den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts machte der damalige katholische Ortspfarrer eine Wallfahrt nach dem Gelobten Lande und fand, daß der Rundberg eine überraschende Aehnlicbkeit mit dem Taborberg habe. Seine PfaTrkinder folgten seiner Anregung und nahmen eine Umbenennung vor, und die Städter folgten nach. Die Familie Herose errichtete auf dem Gipfel ein Schaugerüst, und nach Jahren, als dieses baufällig geworden war, baute der Verschönerungsverein einen hohen, festen Turm, von dem man lange J ’l.re nach allen Seiten blicken konnte. Leider ging er im Oktober 1947 ln Flammen auf. Dem Verein war es bis jetzt nicht möglich, Ersatz zu schaffen. Auch heute lohnt sich aber noch der Besuch des Tabors. Wir gehen durch die Wilhelmstraße und Friedrichstraße am Königsbau vorbei auf die Höhe, aber schon nach 50 Schritten links ab durch das Kuhmoos nach den Militärschießständen und linss hinüber zum Schwaketenwald, der jetzt zum Friedhof gehört. Wer gerne steigt, kann auch die Aussicht vom Bismarckturm mitgenießen und dann an deT Friedhofmauer entlang demselben Ziel zustreben. Das Kuhmoos war vor 50 Jahren noch sumpfig, doch hat die Besiedelung jetzt begonnen. Vom Schwaketen führt ein breiter Weg nach Norden, bald teilt sich links ein Fußweg, den wir begehen, zuerst an jungen Tannen, dann an Buchen entlang, dann mit geringer Steigung empor. Wenn diese Höhe erreicht ist, dringt der Weg in den Wald ein in einen reizenden schattigen Laubgang leicht abwärts (20 Minuten). Nun führt ein Fahrweg quer über die Wiese hinüber in ein Wäldchen mit hohen alten Eichbäumen und auf derselben Talseite, in kurzem Bogen stehen wir am Fuße des Tabors. Anfangs geht es steil aufwärts, aber dann in wpitem Bogen rechts bequemer in die Höhe. Nach 15 Minuten sind w.r auf dem Gipfel, wo eine Bank zum Ruhen und Genießen einlädt. Der Rückweg ist gegeben. Neben der Bank ^beginnt der Abstieg auf die Straße nach Wollmatingen. In einer halben Stunde finden wir dort beim Rathaus, beim Gasthaus zur .Linde* das Auto der Stadt Kon tanz, das bereitsteht, uns heimzubringen. A. F. man bequemen Fußes in die Schweiz zu den Döbelewiesen gelangen konnte, ohne daß einem Stacheldraht und Hängebalken die Aussicht in die freie Schweiz nahmen. Bei einem Hochwasser schwemmte einmal der Saubach eine tote Sau herbei, die an dem Steg hängen blieb unter Verbreitung übler Gerüche. Ob daher der Name Saubach kommt. Unterdessen war das Zwischenstück Emmishofer Tor — Döbeleplatz — Blarerstraße durch eine Grenzregulierung an Deutschland gefallen (um 1880), der Saubach bekam seine gerade Linienführung Emmishofer Zoll — Stadtgärtnerei. Während der Merian-Stich von 1633 auf diesem Teil der Festung Konstanz nur eine große Sternschanze zeigt, sind auf späteren Darstellungen deren zwei, vielleicht ist ein Umbau erfolgt. Das 19. Jahrhundert zerstörte den unnütz gewordenen Verteidigungsring. Sic transit gloria mundi! Aus dem Festungsgraben, der sich um Sterne wand, war ein simpler Grenz- oder Saubach geworden, der mit größerem Gefäll allerdings wie früher die Grenze hütet. Tiefenpsychologie und Meditation auf der Mainau Das Internationale Institut auf Schloß Mainau unternimmt den interessanten Versuch, „der vielseitigen seelischen Not unserer Zeit zu begegnen“ — wie es im Einladungsprospekt heißt — indem es Anfangs September einen Kursus über Tiefenpsychologie und Meditation für Anfänger veranstaltet. Der Lehrgang beginnt am 3. und endet am 12. September und eteht jedermann ollen. Die Kosten des Kursus einschließlich Unterkunft, Verpflegung und Unterricht betragen 50 DM. Was wird nun in diesem Lehrgang geboten? Zunächst eine Einführung in die Probleme und Tiefen der menschlichen Seele und damit Hand in Hand gehend Lehre und Übung der Meditation. Besonder® hervorzuheben ist dabei, daß sich der Kursus nicht in theoretischen Vorträgen und Diskussionen erschöpft, sondern auch mit praktischen Medidationsübungen, wie Atmen, Entspannung, bildhaftes Schauen usw. Verbunden ist und daß die Lehrer auch zu persönlicher Hilfe und Aussprache bereit sind. Da die gemeinsame Arbeit täglich nur drei bis vier Stunden dauert, wird genügend Zeit zur Erholung, Entspanung und Sammlung sein. Die Leitung des Kurses liegt in den Händen von Professor Dr. Gerhard Pfah- ler, Tübingen, Dr. Friso Melzer, Mainau, und Rektor K. G. Isakson, Schweden. Vits bet 9tod)bar?d)aft Insel Reichenau. Ihren 83. Geburtstag feierte dieser Tage Frau Gertrud Merz. Insel Reichenau. Das Fest der goldenen Hochzeit feiern am Montag, 3. September, Reinhold Zeidler, Oberpostassästent i. R. mit Frau Ludwina, geh. Müller. Das Jubelpaar erfreut sich guter Gesundheit. Der Jubilar steht im 80., seine Gattin im 77. Lebensjahr. — Den Weg zum erstenmal in die Schule traten diese Woche elf Knaben und zwölf Mädchen an. — Mit der Instandsetzung der Bheinstraße ist dieser Tage begonnen worden. Die Straßenbauarbeiten wurden der Firma F. Leonhard, Konstanz, übertragen. — Die Ringlandlichtspiele zeigen im ,3ären“-Saal am Sonntag und Montagabend „Von Mensch zu Mensch“. Litzelstetten. Fräulein Gertrud von Sellin feiert heute, Samstag, ihren 85. Geburtstag. — (Fräulein Rita Heidrkh, hier, und der Mechaniker Rüdiger Kanzler schließen heute den Ehebund. Langenrain. In den letzten zwei Jahren wurden hier zahlreiche Wohnhäuser mit einem neuen Verputz versehen. Diese neu verputzten Häuser fallen angenehm auf. Um so unangenehmer fällt ein der Gemeinde gehörendes Wohngebäude direkt an der Hauptstraße durch sein baufälliges Aussehen auf. Außerdem steht das Haus verkehrshindemd an einer gefährlichen Kurve. Den eifrigen Bemühungen des Gemeinderates ist es nun gelungen, die beiden in diesem Hause wohnenden Flüdit- lingsfamilien in neuen Wohnungen unterzubringen und von der Behörde die Genehmigung zum Abbruch des alten Hauses zu erhalten. Noch vor Einbruch des Winters dürfte mit dem Abbruch begonnen werden. Dettingen-Wallhausen. Am Sonntag, den 2. September, feiert die hiesige Pfarrei ihr Kirchenpatrozinium, das Fest der hl. Verena. Der Hauptgottesdienst mit Festpredigt eines Benediktinerpaters von Beuron und anschließendem levitiertem Hochamt, beginnt um 9 Uhr. Am Abend findet im „Trauben“-Saal unter Mitwirkung des Kirchenchores, des Männergesangvereins und der Musikkapelle eine weltliche Feier der Pfarrgemeinde statt. Fünfzig Jahre Arbeit für Öen Tag Zum goldenen Berufsjubiäum von Carl Weichardt Bodensee und Schwarzwald 16 Musikkapellen in Markelfingen Radolfzell. Anläßlich des 30jährigen Bestehens des Musikvereins Markelfingen 'bei Radolfzell findet in der Zeit vom 1. bis 3. September in Markelfingen ein großes Musikfest statt, dessen Höhepunkt der Festzug am kommenden Sonntag sein wird. Bis zum Wodienanfang hatten 18 Ivfusik- kapellen ihre Teilnahme zugesagt. Das Fest wird mit einem B-ankett am Samstagabend im Festzelt eröffnet. Telefon Singen 2667 — Fernsicht vom Hohentwiel Singen. Seit einigen Tagen kann man sich durch einen Anruf bei der Nummer Singen 2667 erkundigen, wie auf dem Hohentwiel die Fernsicht ist. Zweimal täglich werden außerdem Meldungen über die Fernsicht von der Bergeshöhe an einer Anschlagtafel am Rathaus bekanntgegeben. Bei guter Sicht reicht der Fernblick nach Osten, Süden und Südwesten von den bayerischen Bergen über die Alpenkette bis zum Montblanc. Vom Schwarzwald sieht man den Feldberg. Badischer Apothekertag in Ueberlingen Ueberlingen. Die Landes-Apothekerkammer Freiburg hat Ueberlingen als Tagungsort für den Badischen Apothekertag 1951 gewählt, der am 22. und 23. September abgehalten wird. Zu der Tagung werden mehrere hundert Apotheker erwartet. Die Stadtverwaltung hat für die Tagungen den Museums- und Rathaussaal zur Verfügung gestellt. Dr. Moll plante Aufzug zur Oberstadt Meersburg. Der verstorbene Bürgermeister Dr. Karl Moll plante noch kurz vor seinem Tode die Anlage eines elektrischen Aufzuges von der gemauerten Felswand hinter dem Hotel „Hecht - , ein Plan, der jedoch nicht zur Ausführung gelangte. Ein derartiger Aufzug würde insbesondere im Sommer wesentlich zur Entlastung des starken Verkehrs beitragen. »Die beste Selbsthilfe-Siedlung“ Friedrichshafen. Der Wohnungsausschuß des Bundestages hat in Friedrichshafen die schönen Miethausblöcke in der Eckenerstraße mit 98 Wohnungen derWürttembergischen Heimstätte GmbH, besichtigt und diese als die „bestgelungene Selbsthilfe-Siedlung südlich des Mains“ anerkannt. Niedrigere Hopfenpreise als im Vorjahr Tettnang. Nach den neuesten Schätzungen kann 1 im Anbaugebiet Tettnang in diesem Jahre mit 15 000 bis 16 000 Zentner Hopfen gegenüber 12 000 Zentner im Vorjahr gerechnet werden. Der diesjährige Hopfenpreis wird voraussichtlich nicht das Niveau des Vorjahres (900 bis 1000 DM pro Zentner) erreichen. 30 000 DM Brandschaden Ravensburg. In einem landwirtschaftlichen Anwesen in der Gemeinde Waldburg brach aus bisher ungeklärter Ursache ein Brand aus, dam trotz sofortigen Eingreifens der Feuerwehren sowohl das Wohnhaus als auch das angebaute Oekonomiegebäude zum Opfer fiel. Auch sämtliche Getreide- und Futtervorräte wurden ein Raub der Flammen. Der Schaden wird auf 30 000 DM geschätzt. Kaffee-Schmuggel aufgedeckt Donaueschingen. Die Gendarmerie nahm dieser Tage drei Personen wegen Kaffeeschmuggels fest. Die Ermittlungen der Zollfahndungsstelle nach den Verbindungsstellen der Organisation sind noch im Gange. Die Hintermänner dürften sich im Ausland befinden. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß zwischen dem Devisenschmuggel an der Grenze bei Lindau und dem Kaffeeschmuggel aus der Schweiz ein Zusammenhang besteht. Landesverbandstag der Bildhauer und Steinmetre Villingen. Die Bildhauer und Steinmetze Südbadens hielten in Villingen ihren Landesverbandstag unter Leitung von Landesvorsitzendem Bildhauermeister A. Storr (Freiburg) ab. Der stellvertretende Vorsitzende Küster (Konstanz) berichtete als Mitglied des Beirats des Hauptvorstands über die Haupttagung in Hannover und beschäftigte sich eingehend mit dem Existenzkampf, den gegenwärtig das Bildhauerhandwerk gegen die Konkurrenz der Industrie zu führen hat, die mit maschinell hergestellten Grabsteinen das Land überschwemmt Zu seinem Schutze bringt der Landesverband eine Musterfriedhofordnung herags, auf die der Landesvorsitzende näher einging. In Zukunft werde nicht jeder, der nicht zur Innung gehört, einen Grabstein aufstellen dürfen, sondern nur der Meister, der eine Berechtigufigskarte erhält. Jeder Kreis werde einen Friedhofreferenten erhalten, der die Friedhöfe aui Einhaltung der vorgeschriebenen Ordnung, zu kontrollieren habe. Auf PKW aufgefahren — tot St Georgen. Ein 60jähriger Radfahrer aus St Georgen, der die rechte Straßenseite nicht einhielt, fuhr auf den Kühler eines entgegenkommenden Personenkraftwagens auf, prallte gegen die Windschutzscheibe, fiel wieder vor den inzwischen haltenden Wagen zurück und erlag einige Minuten nach dem Unfall an den Folgen der erlittenen schweren Verletzungen. Am 1. September vor fünfzig Jahren entschied sich ein junger Lehramtskandidat, der eben sein Doktor- und sein Staatsexamen mit Erfolg hinter sich, gebracht hatte, dem Lehrberuf zu entsagen und Journalist zu werden. Es war Carl Weichardt, der damals dreiundzwanzig- jährige Oldenburger, den das freiere Leben in der Redaktion mehr lodete als die Schulstube, die schwerere Aufgabe der täglichen Neubewährung statt der gesicherten Lebensstellung. Doch blieb Carl Weichardt Zeit seines Lebens, auch wenn er nicht mit erhobenem Zeigefinger vorm Katheder die Regeln der Grammatik lehrte, ein Erzieher. Denn der echte Journalist, dem Tag und seinen immer wechselnden Aufgaben verpflichtet, verfehlt seinen Beruf, wenn ihn nicht die Leidenschaft des Besser-Wollens und des Besser-Tuns erfüllt. Auch der Journalist hat seine Maßstäbe und Gesetze, nach denen er seine Arbeit ausrichtet. Eis sind die Grundsätze der Ehrlichkeit und Sauberkeit, die er im öffentlichen Leben vertritt. Ein halbes Jahrhundert hat Carl Weichardt nun in diesem Sinne gewirkt. Die äußeren Stationen: Frankfurt a. O., Leipzig, Frankfurt a. M. und Berlin. Mit fünfundzwanzig Jahren wurde er Herausgeber und Chefredakteur der großen Familienzeitschrift „Welt und Haus“, die er zu bedeutender Auflage brachte. Und fünf Jahre später berief ihn die „Frankfurter Zeitung“ als Chef de® Feuilletons und ersten Theaterkritiker. Fast ein Vierteljahrhundert gehörte er dann dem Redaktionsstab der „Frankfurter Zeitung“ an. Eine kurze Unterbrechung erfuhr diese Tätigkeit durch eine Verpflichtung als Dramaturg und Regisseur für Schauspiel und Oper, wobei Carl Weichardt seine Kenntnisse und Erfahrungen nach der praktischen Seite hin ergänzte, was seinem schriftstellerischen und kritischen Wirken wiederum zugute kam. Im ersten Weltkrieg schickte ihn die „Frankfurter Zeitung“ dann nach Bern und Zürich, wo Weichardt in diesen damals so wichtigen Nachrichtenzentren als Korrespondent wirkte. Nach dem Krieg folgte ein beruflicher Aufenthalt in Wien, von wo aus Weichardt in vielen Reisen auch den Balkan kennenlemte. Aus eigenem Antrieb übersiedelte Weichardt später nach Berlin, um dort im Ullstein-Verlag die Feuilleton- Redaktion der „Berliner Morgenpost“, der Zeitung mit der damals größten Auflage, zu übernehmen. Al® die politischen Verhältnisse in Deutschland ihren trüben Verlauf nahmen und der Journalist mit eigener Meinung nicht mehr erwünscht war, zog es Carl Weichardt schließlich vor, seinen geliebten Beruf aufzugeben und sich nur eigenen Arbeiten zu widmen. Damals kam er an den Bodensee. Aus seinem schriftstellerischen und künstlerischen Schaffen sind vor allem die „Notizen eines Musikkritikers“ zu erwähnen, ein Buch, das in höchst lebendiger Weise ein Bild aus der Musikwelt in der Zeit vor dem 1. Weltkrieg zeichnet. Die Tragödie „Kleist“, schon mit großem Erfolg aufgeführt, soll demnächst wieder über die Bühnen gehen. Weichardt ist dem dichterischen Wort besonders verpflichtet. Seine „Gesammelten Gedichte“ legen davon ein beredtes und ernsthaftes Zeugnis ab. Seit Jahren gehört Dr. Weichardt der Redaktion des Südkurier an. Die Leser lernten ihn als klugen und verständnisvollen Kenner der deutschen wie der Welt- Literatur kennen. Seine Kollegen verehren in ihm einen unermüdlichen Nestor der Zunft, der sein reiches Wissen und seinen guten Rat in freundschaftlichliebenswürdiger Weise nie versagt. In lebendiger Aufgeschlossenheit verfolgt der Dreiundsiebzig jährige, wie es ein Junger nicht eifriger tun kann, das kulturelle Geschehen unserer Zeit. Erfüllt von heiterer , Lebensgläubigkeit ist Weichardt unermüdlich tätig, heute wie vor fünfzig Jahren, seine Kraft und sein Können dem Beruf, der bei ihm eine wahre Berufung ist, zu widmen. Eine besondere Freude ist es jedesmal für ihn, wenn er in das Nachbarland, in die Schweiz, fahren kann. Dort, wo er, auch aus verwandtschaftlichen Gründen, eine Wahlheimat gefunden hat, geht ihm das Herz auf, wenn er in den Festen, Kundgebungen und auch Im Alltag, die alten Ideale eines wahren demokratischen Volkes findet. Carl Weichardt ist also jetzt ein Jubilar. Es liegt seinem bescheidenen Wesen nicht, sich feiern zu lassen. Ihm kam und kommt es immer auf die Sache, auf die Leistung an. Aber eben diese Leistung, fünfzig Jahre in der Oeffentlichkeit und für sie gearbeitet zu haben, ist Anlaß genug, des Tages und des Mannes zu gedenken, der solch ein Werk vollbracht hat. Der Südkurier tut dies daher heute mit Dankbarkeit und mit der großen Freude, Carl Weichardt zu den Seinigen zählen zu dürfen. Und da Dr. Weichardt noch so munter „im Geschirr“ ist, brauchen seine Kollegen gar nicht mehr besonders zu wünschen, ihn noch viele Jahre als Freund und Mitarbeiter in ihrem Kreise zu erleben. Lokale Sportumschaii Fußball-Bezirksklasse Bodensee am 2. 9.: FC Singen III — FC Radolfzell II (13 Uhr); Stetten a. k. M. — Immenstaad; Zizenhausen — Pfullen- dorf? Markdorf — Stodrach II; Konstanz HI — Meßkirch. Am 9. 9.: FC Stockach II — Konstanz III (13 Uhr); FC Singen II — Stetten a. k. M. (13 Uhr); FC Radolfzell II — ■ Zizenhausen; Meßkirch — Markodrf; Immenstaad — Pfullendorf. Die Heimspiele des VfL Konstanz finden auf dem Sportplatz Tannenhof statt. Im Interesse einer termingerechten Durchführung des Spielbetriebes vor Einbruch des Winters können Anträge auf Spielverlegungen nicht berücksichtigt werden. Für die Spiele, die um 13 Uhr angesetzt sind, entfällt die Wartezeit von 10 Minuten. Fußball-B-Klasse Bodensee am 2. 9.: Gruppe I: Kluftern I — Markdorf II; Meersburg I — Hagnau I; Neufrach I — Bermatingen I; Konstanz IV spielfrei. — Gruppe II: Ueberlingen II — Hödingen f; Sipplingen I — Owingen I; Aach-Linz I — Neufrach II; Walbertsweiler 1 — Altfieim I. Spielbeginn jeweils 14.30 Uhr. FC Krouzlingen Senioren — VfL Konstanz M Tradi"-Elf . 2:6 (2:0). In einem Nachtspiel standen sich obiqe Mannschaften gegenüber. Während die technisch gut versierten Kreuzlinger in der ersten Halbzeit durch zwei vermeidbare Tore in Führung gingen, machte 6ich nach der Pause doch ihr höheres Alter bemerkbar? so mußten sie zwangsläufig noch sechs Treffer einstecken, von denen allerdings der eine oder andere ebenfalls zu verhindern gewesen wäre. VfL Konstanz gegen Sdiramaberg Mit den Schrambergem erscheint am Sonntag eine Mannschaft zum Freundschaftsspiel, die man in Konstanz lange nicht mehr gesehen hat. Die Gäste nehmen zur Zeit in der württembergischen Amateurliga einen vorderen Platz ein und werden der neufonnierten Elf des VAL sicher manches abverlangen. Trotz der beiden Siege gegen St. Georgen und Kehl müssen die Leistungen des Nachwuchses ständig gesteigert werden, um in den kommenden schwereren Auseinandersetzungen die Routine der Älteren vorteilhaft ergänzen zu können. Ein aufschlußreiches Treffen steht in Aussicht. — Das Vorspiel bestreitet die 1. Mannschaft des FC Uberlingen 09 gegen die Reserven des VfL Konstanz. Handball-Bezirksklasse am 2. 9.: Gottmadingen — Singen; Mühlhofen — Ueberlingen? Meßkirch — Mimmenhausen; Konstanz — Steißlingen. Ara zweiten Spielsonntag wird im Rahmen eines Herbstschauturnens in Gottmadingen Singen erwartet und es muß eine schwere Aufgabe lösen, wenn es zu den Punkten kommen will. In Mühlhofen gibt es eine Auseinandersetzung mit Ueberlingen. über deren Ausgang eine Vorhersage recht gewagt erscheint, da beide Mannschaften als gleich spielstark anzusprechen sind. In Meßkirch wird sich zum ersten Heimspiel Mimmenhausen vorstellen, dem es aber gelingen sollte, die Gastgeber niederzuhalten. Konstanz wird die Gelegenheit gegen Steißlingen nutzen und den schlechten Start vom vergangenen Sonntag wettmachen. Handball-Kreisklasse: Mühlhofen — Markdorf; Meßkirch — Oberuhldingen; Ueberlingen — Radolfzell. Bei den Kreisklassenbegeg- nungen ist man geneigt, den Platzvereinen die größeren Gewinnaussichten einzuräumen. Handball-Jugend; Radolfzell — Singen? Meßkirch — Mimmenhausen? Konstanz — Steißlingen— Mühlhofen — Markdorf fällt aus, da Markdorf seine Jugendmannschaft zurückgezogen hat.. Handball au ftak t auf der Jahnwiese. Morgen Sonntag (vormittags 10 Uhr) empfangen die Kon- Stanzer Handballer im ersten Heimspiel der Ver- bandsrunde die spielstarken Turner aus Steißlingen. Die Gäste stellen eine kampfkräftige Elf ins Feld, so daß die Gastgeber alles daran&etzen müssen, um die Scharte vom Vorsonntag auszuwetzen. Internationales Radballtumder in Konstanz Wie bereits gemeldet, veranstaltet der Velo- Club Konstanz am Samstag und Sonntg in der Schotte n-tum'halleein internationales Radballtumier. Hieran beteiligen sich die Mannschaften von Zürich als Vertreter der Schweiz, Straßburg-Cronenburg für Frankreich, Lustenau für Österreich und die 1. Mannschaft des Velo-Club Konstanz für Deutschland. Da die Radballturniere in Konstanz stets einen außergewöhnlich guten Sport boten und sie andererseits bedauerlicherweise ,,Seltenheitswert" besitzen, dürfte diese Veranstaltung einen großen Anklang finden. Mit dem Ehepaar Masereti (Zürich) und Mohn (Amriswil) im Kunstfahren sowie den besten Kräften des Konstanzer Rollschuhsports ist ein Rahmenprogramm geboten, das den beruhigenden Ausgleich zum Kampfsport gibt. In wenigen Zeilen Der bekannte Schweizer Skispringer Fritz Tschannen wandert dieser Tage mit seiner Familie nach Montreal (Kanada) aus. Bei den Schwäbischen Tennismeisterschaften in. Kempten holten sich die Vorjahrssieger Dr. Hildebrandt (Augsburg) und Frau Kramer (Augsburg) erneut die Titel im Einzel. Vom 7.—9. September werden in Reutlingen die Tennismeisterschaften von Württemberg-Hohen- zollern ausgetragen. Deutsche, schweizerische und österreichische Mannschaften haben ihre Meldung zum 7. Internationalen Bodensee-Mannschafts-Schachturnier am 23. 9. in Konstanz abgegeben. Der von Herbert Klein (München) am 9. Juni 1951 aufgestellte Weltrekord über 200 m Brust mit 2:27,3 Min. wurde vom Internationalen Schwimmverband offiziell anerkannt. In Tettnang findet am 9. 9. das 1. Internationale lOO-Runden-Rennen für Radamateure aus der Schweiz, Österreich und Deutschland statt. Die argentinische Regierung wird für die Vorbereitungen und Entsendung der Olympiamannschaften ihres Landes 2K Mill. Pesos zur Verfügung stellen. Konstanzer Hafenpegel: 31. 8.: 398 Zentimeter. — Wasserwärme am 31. 8.: Rheinstrandbad: 19 Grad; Freibad Horn: 20 Grad. — Wetterbericht der Wetterbeobachtungsstation Konstanz: Samstagvormittag noch verschiedene kurze Regenschauer, bis Sonntagabend: Zunahme des Hochdruckwetters, wäriper. k denn es geht keine Wnschkroft verloren! SÜDKURIER Nr. 136 / Seit* Nach dem turbulenten Start der neuen Saison bei der 11. Uga Süd haben sich bereits am zweiten Spieltag die Wogen geglättet. Drei Mannschaften «— TSV Straubing, Hessen Kassel und ASV Cham — übernahmen die Sodtze und sind noch die einzigen, die keinen Verlustpunkt aufzuweisen haben. Doch schon am ersten September-Sonntag kann Hessen Kassel aus diesem Trio aussdiei- den, denn bekanntlich ist in Ulm bei den ,,Spatzen” das Gewinnen schwer. Straubing und Cham haben den Vorteil des ekrenen Platzes und dürften «ich vom Freiburger FC bzw. 1. FC Pforzheim kein „X” für ein „U” vormachen lassen. Schwer hat es auch von den Ex-Oberligisten der BC Ausgburg in Bamberg. Interessant verspricht die Paarung zwischen den beiden Absteigern aus dem Oberhaus, SV Darmstadt 98 — SSV Reutlingen zu werden. In der I. Liga konnte Dannstadt beide Spiele (3:0 und 4rl) gewinnen und es ist zu erwarten, daß die Hessen auch diesmal die Oberhand behalten werden. Die Frage, ob Singen gegen den SV Wiesbaden seine beiden ersten Punkte holen kann, ist schwer zu beantworten. Keine Chance hat der Neuling Aalen bei seinem Besuch in Hof und vergebens dürfte sich auch der zweite Aufsteiger ASV Feudenheim bemühen, ungempft aus Regensburg heim zu kommen. Es spielen; TSV Straubing—Freiburger FC, Ulm 1846 -—Hessen Kassel, ASV Cham—1. FC Pforzheim, Jahn Regensburg — ASV Feudenheim, SV Darmstadt 96 — SSV Reutlingen, FC Singen 04 — SV Wiesbaden, ASV Durlach — Wacker München, 1. FC Bamberg — 'BC Augsburg, Bayern Hof — VfR Aalen. Spielplan der 1. Liga Süd: Offenbach—VfB Stuttgart (Sa.), Neckarau —Aschaffenburg (Sa.), FSV Frankfurt — 1. FC Nürnberg, Fürth — FC Schweinfurt 05, VfR Mannheim— SV Waldhof, Bayern München —VfB Mühlburg, Schwaben Augsburg — TSV 1660 München. West: Fort. Düsseldorf—Schalke 04, Erkenschwick— 1. FC Köln, Hamborn 07 — Rotweiß Essen, Schwarzweiß Essen — Leverkusen, Borussia Dortmund—iRheydter SV, Preußen Dellbrück — Aachen, Katernberg—Preußen Münster, STV Horst —Meidericher S’V. Nord : Vict. Hamburg—Eintr. Osnabrück (Sa.) HSV — Arminia Hannover, Braunschweig—'FC St Pauli, Bremerhaven—'Eimsbüttel, Concordia Ham bürg—Lüneburg, Hannover 96 — Werder Bremen Holstein Kiel—Bremer SV, VfL Osnabrück—Göttingen 05. Heimsiege sind zu erwarten 1. Amateurliga Südbaden: 1844 Freiburg — RW Lörrach (1. 9.); ASV Freiburg—VfR Stockach, FV Uhr —FV St. Georgen, FC Rastatt —SV Weil, SV Schopfheim— FV Kehl, FV Offenburg — FV Kuppen'heim, FC VilÜngen — VfiR Achern, SC Baden-Baden—FV Gutach. Man wird kaum falsch tippen, wenn man am dritten Spielsonntag der 1. südbadischen Amateurliga hauptsächlich Heimsiege erwartet. Allerdings .muß sich dann im wichtigsten Spiel, Offenburg gegen Kuppenheim, der Platzbesitzer mächtig anstrengen und auch 1044 Freiburg ist am Samstag gegen Lörrach so wenig vor einer Ueber- raschung sicher, wi§ sein Lokalrivale ASV gegen den Neuling Stockach. Dagegen stehen die übrigen aufgestiegenen Vereine Kehl (in Schopfheim) und Gutach (beim SC Baden-Baden) vor schweren Spielen und auch die Gegner von Uhr, Rastatt und Villingen werden wohl ohne Punkte die Heimreise antreten. Konstanz und Rheinfelden sind spielfrei. Alle Südvertreter im Kampf I. Amateurliga Württemberg: Normannia Gmünd — VfiR Schwenningen, Sportclub Stuttgart — FV Ebingen, VfR Heilbronn — SpVgg Feuerbach, SC Schwenningen — VfL Sind (f fingen, Sportfreunde Stuttgart — FC Eislingen, SV Tübingen — Union Böckingen, VIL Kirdvheim—SoVgg Trossgigen, FV Zuffenhausen — VfB Friedrichshafen. Selbstverständlich ist es verfrüht, von Trossingen als einem der wahrscheinlichen Abstiegskandidaten zu sprechen, aber soviel steht fest, daß der diesmalige Gegner Kirchheim zu den aussichtsreichsten Mei- «terschaftsanwärtem gehört, und ebenso eteht fest, daß die Aussichten. Trossingens am 2. September sehr, 6ehr schwach sind. Der VfiR Schwenningen, in der vorigen Saison als bester der Südvereine an vierter Stelle, wird jedenfalls auch gegen „Normannia’' keinen Punkt abzugeben brauchen und somit vorerst an der Snitze bleiben. Im Kampf SC Stuttgart — Ebingen liegt ein Unentschieden nahe. Die Neulinge SC Schwenningen und Heilbronn haben noch keinen Punkt erreichen können. Schwenningen wird diesen unerfreulichen Status auch gegen Sin'delfingen wohl nicht zu ändern vermögen, wogegen Heilbronn für einen Punkt gegen Feuerbach gut sein sollte. iWemn Friedrichshafen auswärts hält, was es Im ersten Spiel daheim versprach, müssen gegen Zuffenhausen zwei weitere Punkte herausspringeo. Die Sportfreunde und Eislingen sind alte Bekannte; Tübingen und Böckingen haben gemeinsam der JI. Division Ade gesagt. 2. Amateurtlga, Gruppe Oberschwaiben: Laup- heim—Schussenried, Biberach—Waldsee, Lfnden- berg—Schwendi, Lindau—-Ravensburg, Ehingen— Riedlingen, Aulendorf—Wangen, Saulgau—‘Weingarten. Erstmals das volle Programm, in das nun auch die beiden Absteiger aus der 1. Amateurliga — nach einjährigem Gastspiel — eingreifen: Weingarten und ILaupheim. Wichtigstes Spiel: Lindau—Ravensburg. 2. Amateurl’ga Südbaden: Radolfzell — Riela- singen, Bl-uimberg — Donaueschingen, Engen — Wollmatingen, Furtwangen — Vöhrenbach, Konstanz Ib — Uberlingen, Neustadt — Triberg. Stuttgart sieht Mario Lanzi wieder 5. Leichtathletik-Länderkampf gegen Italien im Neckarstadion Das Stuttgarter Neckarstadion wird sich am Wochenende im neuen verbesserten Gewände vorstellen, wenn die Leichtathleten Deutschlands un'd Italiens zu ihrem 5. Länderkampf einmarschieren werden. In Schwabens Hauptstadt sind die Azzurri« alte, gern gesehene Bekannte. Der einzige Länderkampf auf deutschem Boden fand nämlich 1940 ebenfalls in Stuttgart statt und brachte damals den Deutschen mit 104:74 Punkten einen schönen Sieg. Vorher hatte Italien in Mailand im Jahre 1939 mit 110,5:76,5 den Kürzeren gezogen und später folgten 1940 und 1941 weitere Begegnungen in Turin und Bologna, die erneute deutsche Siege mit 94,5:83,5 bzw. 88:80 Punkten brachten. Auf italienischer Seite war der glänzende Mittelstreckler Mario Lanzi der Held vieler großer Lauf-Wettbewerbe. Lanzi, der ewige Widersacher unseres Rudolf Harbig, holte sich 1036 in Berlin hinter Woodruff-USA mit 1:53,3 'die Silbermedaille, während Harbig damals bereits im Vorlauf aussdiied. 1939 wurde Lanzi dann Harbigs großartiger Schrittmacher, als der Deutsche a-m 15. Juli den herrlichen 000-m-Weltrekord mit 1:46, in Mailand aufstellte. Auch 1940 lieferte Lanzi in Stuttgart beim Länderkampf Deutschland — Italien unserem Rudolf Harbig über 400 m und 800 m herrliche Zweikämpfe und unterlag nur knapp (40 m: 47,2 — 47,4, 800 m: 1:47,8 — 1:49,3). Man kann es deshalb verstehen, daß sich Stuttgart auf das WieFußball-Oesterreich ist optimistisch Niemand zweifelt an einem Erfolg gegen Deutschland Vom bevorstehenden Fußball-Länderspiel gegen Deutschland am 23. September wird kaum geredet und man hat den Eindruck, als zweifelten die Österreicher nicht im geringsten an einem Erfolg ihrer Nationalelf. Ein solcher würde ja auch das sehr umfangreiche internationale Programm des DPB erheblich stören. Allein für 1952 sind sechs Länderspiele vorgesehen mit Belgien, England, Deutschland (oder der Schweiz), Jugoslawien, Frankreich und Italien. Vom DFB erfuhren wir, daß das Länderspiel gegen Deutschland im Stadion der Stadt Wien, das im Jahre 1926 im Prater erbaut wurde, vor sich gehen wird. Die Anlage bietet zwar nur für rund 65 000 Personen Platz, zeichnet sich aber durch einen ausgezeichneten 'Rasen aus und bietet 60 Gewähr dafür, „daß zwei Klasse-Mannschaften” (wir zitieren den DFB wörtlich) „ihr volles Können zu entfalten mögen.” Ferner wurde uns mitgeteilt, daß die Nominierung des Spieler-Kaders gegen Deutschland erst gegen Mitte September durch Bundesikapitän -Nausch erfolgen wird., Es sei jedoch damit zu rechnen, daß da6 erfolgreiche Team des letzten Spieljahres soweit als möglich beisammen gelassen wird. Der DFB hat übrigens den DFB ersucht, einen englischen Schiedsrichter für den Lander-kampf zu no-minieren. Sehr eifrig wi.rde bei den loürzlichen Gastspielen deutscher Mannschaften in Wien registriert, was die deutschen Nationalspieler (und Anwärter) über den bevorstehenden Länderkampf sagen. Spundflasche vom HSV meinte: ,Wenn die Österreicher nur halbwegs in Form sind, kann Deutschland das Länderspiel nicht gewinnen. In Deutschland spielt man zu sehr mit Kraft, in Wien scheint alles von selbst zu ge-hen. Wer soll da schon dem Wirbel widerstehen können?” Un'd Spundflasches Vereinskamerad Krüger sagte: „Kehie Chance gebe ich Deutschland in Wien. Unfaßbar ' für mich ist die Kondition von S-pielern wie Riegler und Hanappi, die doch wirklich 90 Minuten laufen, Bälle bringen und selbst aufs Tor schießen.” — Pöschl von Werder Bremen meinte: „Gegen die Wiener ist nichts zu machen. Denen liegt das Fußballspiel im Blut. Deutschland kann hier nicht gewinnen!” Etwas anders klingt eine Äußerung des österreichischen Nationalspielers Happel: „Ich glaube, daß wir es im Länderspiel gegen Deutschland sehr schwer haben werden, wenn wir nicht gleich von Beginn an die Besseren sind. So etwas geht aber nicht immer auf Kommando. Die deutsche Elf für Wien? Die aus Kreisen des DFB stets gut informierte „Frankfurter Neue Presse" weiß zu berichten, daß die deutsche Nationalmannschaft für das Länderspiel gegen Österreich in Wien wie folgt vorgesehen ist: Turek (Fortuna Düsseldorf); Streitle (Bayern München), Kohlmeyer (1. FC Kaiserslautern); Baumann (1. FC Nürnberg), Posi-pal (Hamburger SV), Schanko (Borussia Dortmund); Krüger (HSV), Morlock (1. FC Nürnberg), O. Walter, Fritz Walter (1. FC Kaiserslautern), Barufka (VfB Stuttgart). dersehen mit Mario Lanzi- freut, der heute noch als 37jähriger die grün-weiß-roten Farben vertritt und Mitte der Saison in Parma mit 1:53,8 nur u-m eine halbe Sekunde langsamer war als vor 15 Jahren beim Olympia 1936! Die deutsche Mannschaftsaufstellung Mt Stuttgart. 100 m: Kraus, Zandt, 200 m: Kraus, Zandt, 400 m: Haas, Huppertz, 800 m: Cleve, Ulzheimer, 1500 m: Lueg, Lamers, 5000 m: Schade, Müller, 10 000 m: Eberlein, Kruzycki, 1,10 m H.: Troßbach, Zepernick, 400 m H.:-Sailen, Scharr, Weitsprung: Göbel, Klophaus, Hochsprung: Baehr, Theilmann, Dreisprung: Trozowski, Gleim, Stabhoch: Schneider, Stührk, Kugel: Hipp, Theurer, Diskus: Hipp, Kunz, Speer: Koschel, Keiler, Hammer, Storch, Wolf. 4X100 m: Kraus, Zandt, Wundtke, Haas, 4X400 m: Cleve, Sailen, Huppertz, Haas. Neben Lanzi ist man natürlich vor allem auf die» Europameister von 1950, Consolini (Diskus) und Filiput (400 m Hürden) gespannt. Consolini ist auch Olympia-Sieger von 1940 und dieses Jahr mit 54,19 m wieder Weltbester. Sepp Hipp wird Italiens Diskus-Athleten Consolini und Tosi den Doppelsieg nicht streitig machen können, aber der Feuerbacher Scharr ist über 400 m Hürden schnell genug, Europameister Filiput zu schlagen. Italiens Stärken sind außerdem das Hammerwerfen, wo Ta'ddia auf 54,69 m kam, und die Sprinterstaffeln über 4XlOO und 4X400 m. Zeiten von 41,6 und 3:16,8 sagen hierüber genug. Hegau-Jugend gegen Zürich Auf Einladung des Leichtathletik-Clubs Zürich findet heute Sa-mstag in Zürich der erste Jugend- vergleichskampf des Bezirks HegaujBodensee gegen eine Stadtmannschaft von Zürich statt. Folgende Wettbewerbe kommen zur Austragung: 100 m, 400 m, 1000 m, 3000 m, 4XlO0-m-Staffel, Weit- und Hochsprung, Kugel-, Diskus- und Speerwurf. Die Hegau-Mannschaft setzt sich wie folgt zusammen: Heinz Riede (TuS Meersburg), Walter Herrund Rolf Maus (FC Singen), Karl Henz (Mfcß- kirch), Klaus Hornung (Uberlingen), Peter Neu (Uberlingen), Walter Schmidhäusler (TV Radolfzell), Pirmin Schmid (SV Allensbach), Hermann Eble (TG Stockach! Leonhard Schaffner und Edgar Mateyka ('FC Singen). Um die goldene Meisternadel Als letzter Lauf zur Deutschen Motorrad-Stra- ßen-Meisterschaft ist 'das Noris-'Ringrennen am Sonntag vorgesehen. Auf dem 4 Kilometer langen Rundkurs im Nürnberger Ausstellungsgelände geht es darum, wer die Meisterliste 1951 ergänzen wird, die bereits die Namen Hein Thorn-Prikker (Bad Godesberg) in der Klasse bis 250 ccm und Wiggerl Kraus/Huser (München) in der Klasse der leichten Seitenwagen enthält. Klare Meisterschaftsanwärter sind H, P. Müller (Ingolstadt) in der Achtel- Literklasse und die Münchner Müller/Huber bei den schweren Seitenwagen, da sie jeweils einen klaren Punktvorsprung vor ihren Mitbewerbern haben. Völlig offen sind die Soloklassen bis 350 ccm und bis 500 ccm, wobei die bisherigen Zwei- kämufe Baltisberger contra Roland Schnell und Schorsch Meier contra Walter Zeller in der letzten Phase darüber entscheiden werden, wer sich mit der goldenen Meisternadel schmücken darf. Obstbaomz&hhutg Freiburg. Vom 15. September bi« zum 15. Oktober findet im Bundesgebiet eine Zahlung der Obstbäume und Beerenobststräucher statt. Diese Maßnahme erweist sich als notwendig, weil die letzte Zählung im Jahre 1946 unter den damaligen Verhältnissen keine einwandfreien Ergebnisse gewährleistete und inzwischen größere Veränderungen im Obstbaumbestand eingetreten sind. Von der Genauigkeit der Bestandszahlen und Ertragsschätzungen hängt die Zuverlässigkeit der Ernteberechnung ab, die ihrerseits wieder die Grundlage für Planungen und andere volkswirtschaftliche und handelspolitische Maßnahmen auf dem Gebiete der ObsKversorgung bildet. Die Zählung wird nach Gemeinden und innerhalb der Gemeinden nach Flurstücken ohne Rücksicht auf die Eigentumsverhältnisse vorgenommen. Einzelangaben und Feststellungen werden nicht zu steuerlichen Zwecken zur Verfügung gestellt. 5. Südbadischer Schachkongreß Freiburg. Heute beginnt in Waldkirch (Brsg.) der 5. Südbadische Schachkongreß. Allein für das Gäste-Meister-Tumier haben sich 20 Teilnehmer gemeldet, die im deutschen Schach einen Namen haben: die deutschen Meister Ei6inger (Karlsruhe), Dr. Paul Schmidt (Heidelberg), die nord- öadischen Meister Dt. Lauterbach (Heidelberg), Dr. Unruh (Karlsruhe), Dt. Meyer (Mannheim), die pfälzischen Meister Beisei und Mertins aus Speyer, der Mittelrheinmeister Firmenich (Buir/Köln), der Meister von Oberbayern, Adam (Traunstein), der Sieger in Scheidegg und Baden-Baden, der bayerische Meister Paul Kieninger (München), der württembergische Meister Lazarek (Göppingen). Um den Titel des südbadischen Meisters kämpfen der Titelverteidiger und deutsche Meister Machate, weiter Kraus, Diemer, Barnstedt (Offenburg), Ko-pp (Freiburg), Dr. Linder (Radolfzell), die beiden Aufstiegsmeister aus Offenburg, Meßmer und Kruszka, wahrscheinlich auch Sutterer (Baden- Baden) und Schuppler (Breiten). Den Aufstieg in die Meisterklasse wollen «ich erkämpfen Lott (Konstanz), Best (Freiburg), Greis (Radolfzell), Läufer (Furtwangen), Sartori (Endingen), Kampe (Freiburg). Im Hauptturmer mit rund 30 Teilnehmern finden wir an bekannten Na-men Renner und Marmula (Konstanz), Dr. Müller (Ilvesheim), Frau Baitsch (Zell a. H.), Schwandt (Hechingen), Werle (Freibuig), Haas (St. Georgen), Liebich (Mannheim), Vögtlin (Brombach), Jehly (Schopfheim), Krüger (Offenburg), Coeppicus (Baden-Baden). Auch das Nebenturnier mit etwa 15 Teilnehmern ist beachtlich besetzt, «o u. a. R. Herrmann (Baden-Baden), Frau Schmidt-Roiß (Konstanz), Frau Ganter und Frau Müller aus Freiburg, Hergarten (Hechingen), Dr. Nosal (Freiburg). Der Titel eines südbadischen Jugendmeister« wird von jungen Schachspielern, überwiegend au« Offenburg und Freiburg, „ausgemacht”. 13jährtger di« Beine abgefahren Gernsbach. Auf der Hof6tätte ereignete 6ich ein schwerer Verkehrsunfall, dessen Opfer ein 13jäh- rig«s Mädchen wurde. Der Personenkraftwagen eines Reisenden kam beim Anfahren unversehens in schnelle Fahrt und überfuhr nach dem Wenden auf dem Gehweg das dort mit seinem Vater stehende Mädchen, dem von der Stoßstange des Wagens beide Beine unterhalb des Knies abgedrückt wurden. Nach der Verbringung in das Baden* Badener Krankenhaus mußten beide Beine am*' 1 *' tiert werden. Erdölbohrungen bisher erfolglos Karlsruhe. Die seit etwa neun Monaten in der Nähe von Ettlingen vorgenommenen Bohrungen nach Erdöl blieben bisher ohne Erfolg, obwohl man bis zu einer Tiefe von 2000 Metern ging. Die Erdölgesellschaft will nun trotzdem bis zu 2500 Metern vorstoßen. Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der Staatl. Lotterie-Einnahme Bernhard, Frankfurt a. M. t Kaiserstraße, direkt am Hauptbahnhof, bei. Rundfunk Südwestfunk (SWF); Stuttgart (St) Beromünster (Be); Vorarlberg (V) SAMSTAG, 1. September: SWF: 6.10 Marktberichte; 9.30 Kreuz und quer durch Deutschland; 11.50 Bauraposcht (Tübingen); 12.10 Für den Winzer (Rheinfunk); 14.00 Wir jungen Menschen; 14.30 Schlager; 14.50 Briefmarkenecke; 15.00 Aus französischen Opern? 16.00 Stierkampf in Madrid; 16.30 Wochenend und Sonnenschein? 17.40 Mir lachet (Tübingen); 20.00 Das waren noch Zeiten? 22.15 Sportrundschau; 22.30 Tanzmusik. — St: 5.45 Marktrundschau; 6.40 Der Wald und unsere Ortsnamen? 7.00 Christen im Alltag? 11.45 Der Silo — ein Ententeich; 15.40 Jugendfunk; 17.15 Amerikanische Schlager? 18.00 Lieder von Othmar Schoeckj 19,05 Volksmusik; 20.05 Heitere Chronik der Familie Staudenmaier; 20 45 Wunschkonzert; 21.45 Sportrundschau; 22.10 Schöne Stimmen; 22.45 Tanzmusik. — Be: 6.25 Besinnliches Frühkonzert?: 11.30 Leichte Unterhaltung; 12.40 Schlager; 14,20 Unter uns gesagt; 15.00 Iran; 16.30 Konzert des Radio- Orchesters? 17.30 Milligramme in unserer Nahrung; 18.10 Liebes- und Jagdlieder; 18.40 Tonjäger; 19.00 Orgelmusik; 20.G0 Der geheimnisvolle Sender; 21.00 Traumfahrt; 22.05 Von den Ra<3Weltmeisterschaftens 22.20 Tanzpipsik. — V: 13.00 MittägskOTizert aus Wien? 13?45' Die katholische Jugend; 14.45 Bunter Nachmittag; 15.45 Im Narrenschiff der Zeit; 16.45 Asketen, Wüstlinge und Eingemauerte — Bericht aus Tibet; 17.45 Zithermusik; 18 00 Hörspiel nach Dumas: Die drei Musketiere; 19.45 Oesterreichische Märsche? 20.15 Großes Volkskonzert? 22.50 Tanzmusik. SONNTAG, 2. September: SWF: 8.10 Ständchen (Freiburg); 9.00 Nachrichten aus der christlichen Welt; 10.30 Der Traum als Spiegel der Seele; 11.45 Erwerb von Land verpflichtet; 12.05 Franz Schneller plaudert (Freiburg); 13.00 Aus Paris: Freiheit des Geistes? 14.00 Paul Alverdes: Fußball — ferngehört; 14.15 Froh und heiter? 15.00 Ravensburg; 16.00 Fröhliche Klänge, dazwischen Berichte vom Leichtathletik-Länderkampf Deutschland — Italien; 18.30 Sportreportage; 19.40 Weltpolitische Wochenschau; 20.00 Orchesterkonzert aus Luzern, Dir.: Furtwängler, u. a. Beethoven, 7. Symphonie; 22.20 Sport und Musik; 23.10 Tanzmusik. — St: 6.00 Volksmusik; 8.00 Vom Tag des Pferdes; 11.10 Künstlerorte Europas: Ascona; 13.30 Sommerfahrt durch die Heimat; 15.00 Tonfilmschlager? 17.00 Hörspiel: Der Schatten eines Strohhalms; 17.55 Unterhaltungsmusik; 19.00 Sport- Toto; 19.30 Brücke Kehl; 20.05 Aus Bayreuth: Walküre, 2. und 3. Akt; 21.45 Sport aus nah und fern? 23.25 Tanzmusik. — Be: 7.10 Geistliches Konzert aus Kanada; 10.15 Konzert des Studio-Orchesters? 11.20 Berühmte Liebende? 14.15 Handorgelduett; 14.45 Volkstümliche Klänge; 15.30 Blumen als Schmuck der Erde? 17.20 Mendelssohn in der Schweiz; 18.05 Schöne Landorgeln; 19.00 Beethoven-Violin- sonaten, gespielt von Kulenkampf; 20.05 Aus der Oper „Die weiße Dame" von Boieldisu; 21.10 Hüttenbücher erzählen; 22.30 Liebeslieder-Walzer von Brahms. — V: 8.20 Von Gott — an Gott; 9.35 Andachtsstunde; 11.30 Handharmondka-Konzert? 12.00 Neues englisches Musikschaffen? 13.00 Vom Gletscherschnee zum Bodensee? 15.00 Hörspiel: Der Glockenspuk am Bodensee; 16.00 Strauß-Konzert aus Wien; 18.10 Opernmelodien; 20.15 Volkskonzert; 21.35 LiedeT nach Gedichten von Weinheber; 22.20 Alte und neue Tonfilm- Melodien; 23.00 Tanzmusik. MONTAG, 3. September: SWF: 6.10 Marktberichte; 11.30 Imker und Bdenen (Freiburg); 14.00 Schulfunk: Der schwarze Trank; 17.00 Von der Stadtpfeiferei zum Sinfonieorchester; 17.40 R. G. Haeblers „Badische Geschichte - (Freiburg); 18.00 Vom Katholikentag in Weingarten (Tübingen); 20.00 Ballettmusdk; 20.30 „Elektra",. Oper von Richard Strauß; 22.30 Die^md&erae Kirnst und das Publikum; 23.00 Schlafen Sie schon? — St: 5.45 Marktrund- schau; 6.40 Der Zwerg Perkeo? 10.15 Schulfunk: Der Abt von Hirsau; 15.00 Kinder der Volksschule Neuffen erzählen; 17.00 Italienische Kammermusik; 18.35 Der Garten als nützlicher Mülleimer; 19.00 Wieniawsky, Violinkonzert Nr. 2, Tschaikowsky, Klavierkonzert Nr. 1; 20.05 Wenn im Korn die Sensen klingen? 21.00 Unterhaltungskonzert; 21.45 Lage in Asien; 22.10 Der Komponist Arthur Honegger; 23.0Ü Lyrische Kriminalgeschichte: Hier ist doch nichts los. — Be: 6.25 Frühkonzert; 12.40 Konzert des Studio-Orchesters? 16.00 Nur frisch, nur frisch gesungen; 17.30 Kleine Wanderungen für Pflanzen- und Insektenfreunde; 19.00 Kleine Wetterkunde; 20.00 Basler Wunschkonzert; 21.00 Briefkasten? 22.15 Zeitgenössische^ Kammermusik. — V: 13.00 Mittagskonzert aus Wien; 16.00 Konzertstunde; 18.45 Der Wunderdoktor vom Bodensee; 19.15 Jugendfunk; 19.50 Ist das Paris?; 20.15 Klingendes Funkbilderbuch? 21.00 Frohes Konzert für jedermann; 2140 Franz Karl Ginzkey liest aus eigenen Werken; 22.20 Humor am Abend; 23.00 Musik. . bis Mitternacht. Geheimnis um Jan Roman von 29) Gertrud v. Brockdorff „Warum quälen Sie mich immer mit de Boor?“ fragte ich unterdrückt. „Quäle ich Sie? Ich glauibe, Sie wären inzwischen darüber hinweg. Und ich habe nun einmal den komischen Ehrgeiz, von Ihnen nicht schlechter behandelt zu werden als er.“ „Manchmal habe ich das Gefühl, als wären Sie immer sein Feind gewesen“, sagte ich leise, während wir langsam weitergingen. Sein Gesicht wurde sofort starr und ruhig wie eine Maske. „Sein Feind? Etwa weil ich Sie damals vor ihm bewahren wollte? Ich liebte Sie, Karoldne, und ich war in Sorge um Sie... das ist alles...“ „Wirklich alles?“ „Was sollte es sonst noch sein?“ fragte er und blickte mir in die Augen, und ich fand keine Antwort. Wir hatten das Haus erreicht, und er verabschiedete sich schnell. „Auf übermorgen, Karoline...“ „Auf übermorgen“, sagte ich und sah ihm nach, wie er über die Straiße ging. Er ging jetzt hastig, als wäre er auf der Flucht. Der kleine Herr im Regenmantel, der auf unserer Straßenseite hinter uns hergeschlendert war, hatte sich umgedreht, ging langsam den gleichen Weg zurück und verschwand schließlich um die gleiche Ecke, hinter der auch Michael verschwunden war. „Was ist heut mit dir los? Du bist ja nicht bei der Sache“, sagte Luilu während der Arbeit. Verwirrt suchte ich nach einer Ausrede. „Ich habe gestern meine Stellung in der Konditorei verloren. Und mit der Bank wird es mir wahrscheinlich ähnlich ergehen.“ „Regst du dich darüber auf? Das war doch vorauszusehen .. Obwohl Lulus Augen in den letzten Jahren ziemlich schlecht geworden waren und sie dauernd darüber klagte, hatte sie unter Umständen einen eigentümlich scharfen Blick, der ihr das Aussehen eines wachsamen Vogels gab. „Ich weiß, was dir im Kopf herumgeht“, sagte sie mit ihrer prononcierten Aussprache, durch die der ostpreußische Dialekt ganz schwach durcbklang. „Ich habe mir das Meinige gedacht, seitdem neulich dieser Herr Springer mit seinen Rosen auftauchte. Daß dir um Gotteswillen den Kopf dadurch nicht verdrehen, daß er in dich verliebt ist!“ „Michael ist ein alter Freund von mir und hat immer zu mir gehalten.. „Lehr du mich Männerfreundschaften kennen. Darüber weiß ich Bescheid!“ bemerkte Lulu kurz verächtlich. „Was ist das überhaupt für ein Mensch? — Von guter Herkunft abgeglitten und heruntergekommen .. „Er ist lungenkrank.. „Um so schlimmer für dich.“ „Er war ein Freund von Jan“, sagte ich leise, obwohl es nicht ganz stimmte. Aber es schien mir in diesem Augenblick das einzige Argument, das für Michael ins Feld zu führen war. „Ein Freund von Jan de Boor? — Ein Schulgenosse meinetwegen... aber ein Freund? Männer wie de Boor haben viele Freunde dieser Art, und wahrscheinlich war er zu gutmütig, ihn abzuschiitteln. — Hast du einmal auf die Augen dieses Springer geachtet? Ich achte immer auf die Augen; ihr Spiel ist so charakteristisch, und keiner kann sie verstehen. Als du neulich Vorspielen wolltest... und als es hieß, es bandle sich um ein Werk von de Boor... hast du nicht gemerkt, daß er förmlich erschrak? Auf mich machte es den Eindruck, als wäre er am liebsten davongelaufen. — Natürlich merkte er, daß ich ihn beobachtete) von da an war er auf seiner Hut.. „Ich fürchte, du beurteilst ihn falsch“, sagte ich. ohne von der Kohlrabiknoile aufzublicken, die ich gerade schälte. Je heftiger Dulu gegen Michael sprach, desto heftiger nahm ich innerlich für ihn Partei, aber es lag mir nichts daran, vorzeitig einen Streit vom Zaun zu brechen. Ich hatte über Michaels Heiratsantrag nachgedacht, und er erschien mir immer verlockender. Vielleicht war ich mir damals über die tiefsten Gründe, die meine Entscheidung beeinflußten, noch nicht so klar wie heute; vielleicht spielte auch noch jenes verhängnisvolle Mitleid mit, das ich von jeher für Michael empfunden hatte und das mir meinen Schritt als einen Akt der Seihstaufopferung und Barmherzigkeit darsteilte.. Michaels Argumente waren klug gewählt gewesen und 'klangen unaufhörlich in mir nach. Trotz meines Vagantenlebens wurzelte ich viel fester in den bürgerlichen Anschauungen meines Elternhauses, als ich selbst ahnte, und noch immer bedeutete eine Heirat... sogar eine Heirat mit Michael... für mich den Inbegriff von Sicherheit und Geborgenheit. — Möglicherweise mischte sich jetzt auch noch etwas Trotz hinein... Trotz gegen Rainer, der mich verlassen hatte, der mir niemals schrieb und den ich endgültig in mir auslöschen mußte. Es war ein heißer Tag gewesen und die Nacht >var erstickend schwül, mit dumpfem Gewitterrallen in der Feme. — Dulu hatte ein Schlafmittel genommen und atmete stöhnend, wie ein Mensch, dem der Schlaf keine Entspannung, sondern eine Arbeit bedeutet. — In dieser Nackt überdachte ich das letzte halbe Jahr meines Lebens noch einmal und bemühte mich, die Drohungen und Aussichten, die mir die Zukunft bot, so kalt und klar wie möglich zu überlegen und gegeneinander abzuwägen. In dieser Nacht entschloß ich mich, Michael zu heiraten. Da er Dulus Gegenwart vermeiden wollte, hatte ich vorgeschlagen, mich am Nachmittag des nächsten Tages im Cafe Luitpold zu treffen. Der Tag war schön und klar, und die Frische des Gewitters, das sich gegen Morgen mit rauschenden Regengüssen entladen hatte, lag noch in der Luft. Als ich das Cafe betrat, bemerkte ich den kleinen Herrn von neulich in einer Fensternische. Er war in eine Zeitung vertieft, außer der nichts für ihn zu existieren schien. Michael wartete schon und blickte mir fast ängstlich entgegen. „Ja oder nein?“ fragte er, nachdem er die Bestellung aufgegeben hatte. „Ja ..sagte ich. „Unter den angegebenen Bedingungen.“ Er lächelte mir zu und legte seine Hand auf die meine. „Glaubtest du, ich würde dir etwas abhandeln?“ Seine Hand war heiß und unruhig; wieder konnte ich das harte Klopfen seines Pulses spüren. „Ich bin schon über eine halbe Stunde hier“, sagte er. „Ich ängstigte mich, ob du überhaupt kommen würdest. — Ich bin sehr glücklich, Karoline...“ Ich erwiderte sein Lächeln, und wenn ich mich auch nicht glücklich fühlte, so war ich doch tief beruhigt, als hätte ich eine drohende Gefahr gebannt. „Ich denket, sagte Michael, „wir heiraten so bald wie möglich und ziehen erst später in unser eigenes Haus. Ein möbliertes Zimmer mit Küchenbenützung wird sicher sofort zu haben sein ...“ Er zeigte mir dann die Ringe, die seinen Eltern gehört hatten, und ich mußte den Ring seiner Mutter anprobieren. Er paßte wie angegossen. „Ich hab’ ihn aufgehoben“, sagte Michael, „bis ich einmal eine Frau finden würde, die ich liebte.“ Und nach einer kleinen Pause: „LXi weißt, daß ich schon einmal verheiratet war?“ „Ja. Du hast es mir erzählt...“ Vielleicht erwartete er jetzt eine Frage, aber ich fragte nicht Langsam, Arm in i Arm, wanderten wir durch die Straßen. ■„Wir sagen keinem Menschen etwas, Karoline, und machen alles in der Stille ab ...“ Auch mir schien diese Methode die beste. Mit der vollendeten Tatsache würde sich Lulu am ehesten abfinden. Um an diesem Tage noch etwas Besonderes zu unternehmen, fuhren wir zusammen nach Nymphenburg. Es kam mir beinahe komisch vor, daß der kleine alte Herr im grauen Regenmantel mit uns in der gleichen Straßenbahn fuhr. Diesmal hatte er keine Zeitung vor der Nase, sondern war in ein Buch vertieft. Wir kümmerten uns nicht weiter um ihn, sondern bauten mit halblauter Stimme an unseren Plänen. Zuerst also die möblierte Wohnung) in drei Monaten spätestens würde dann der Umbau unseres Hauses fertig sein. „Ein hübsches kleines Haus mit einem Gärtchen dahinter; es wird dir gefallen“ sagte Michael. „Ich glaube, ich kann dort zur Ruhe kommen: ich sehne mich so nach Ruhe •. Lulus Bemerkung über seine Augen fiel mir ein, und ich konnte mir nicht erklären, was ihr daran so mißfallen hatte. Sie waren groß und glänzend, erregte Augen von unnatürlicher Wachheit, hinter der eine große Müdigkeit stand. „Arbeitest du auch nicht zuviel, Michael* — Damals sagtest du doch, du müßtest dich noch schonen...“ „Jetzt bin ich wieder gesundgeschrieben. Und die Arbeit ist auch nicht zu schwer. Du darfst dir deswegen keine Sorgen machen. — Ueberhaupt keine Sorgen mehr machen, Karoline, und. alles vergessen, was hinter uns liegt.. ,Alles vergessen? — Ist das überhaupt möglich?“ „Vor allem mußt du de Boor vergessen!“ sagte er unterdrückt. Von seinem verhaltenen Ton erschreckt, blickte ich ihn an: jetzt hatte er auf einmal die Augen, von denen Lulu gesprochen hatte. (Fortsetzung folgtt* Samstag, 1. September 1951 SUDKURIEB X Nr. 136 ' Seite 13 t Nach Irrigem Leiden entschlief am Montag, den 27. August 1951, versehen mit den kirchlichen Tröstungen, mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Alfred Haas im Alter von 667t Jahren. Wir haben ihn in aller Stille in seiner Heimat in Rielasingen zur letzten Ruhe gebettet. Für die vielen Zeichen herzlicher Anteilnahme danken wir herzlich. Besonderen Dank den Herren Aerzten, sowie den ehrw. Schwestern des Krankenhauses Arien für die liebevolle Pflege. Singen, den 30. August 1951. Gartenstadt 31 ln tiefer Trauer Sofie Haas, geb. Klaiß, und Kinder nebst allen Anverwandten. DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang meiner lieben Gattin, unserer guten Mutter und Großmutter Christina Gießer geb. Lutz sagen wir ein herzliches Vergelts Gott. Besonderen Dank Herrn Dekan Mono für seine tröstlichen Worte sowie allen Spendern von Kränzen und Blumen und allen, die am Begräbnis teilgenommen haben. Konstanz, den 1. September 1951. Gatte Eugen Gießer Tochter Maria Schmidt, geb. Gießer und Anverwandte r Wollgaag Alexander Die Geburt ihres zweiten Buben zeigen in dankbarer Freude an: Edith Häusler, geb. Schrempf Willy Häusler Städt. Frauenklinik, den 31. August 1951 Zur Torkel 14 Ihre Ferien - Filme lassen Sie am besten vom Fachmann ausarbeiten. Foto-Ntndio Kahns Ihr Foto-Ratgeber Konstanz, Untere Laube 43 Telefon 1302 SUDKURIER die große Heimatzeitung Autoselbstfahrer- Verleih moderne Wagen mit Triptyk für die Schweiz. Telefon 32 Konstanz. 25 Jahre SiviiKj. 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Etwaige Einwendungen sind beim Landratsamt oder bei dem Unterzeichneten innerhalb zwei Wochen von heute an gerechnet vorzubringen, widrigenfalls alle nicht auf privatrechtlichen Titeln beruhende Einwendungen versäumt gelten. Es wird dabei besonders darauf hingewiesen, daß die vor Inkrafttreten des Wassergesetzes vom 8. 4. 1913 kraft besonders privatrechtlicher Titel an den öffentlichen Gewässern oder natürlichen nicht öffentlichen Wasserläufen begründeten Rechte nunmehr als dem öffentlichen Recht angehörige Nutzungsrechte zu betrachten sind (S 113 Satz 2 des Gesetzes), und daß daher auf solche Rechte sich stützende Einwendungen, falls sie innerhalb der gesetzten Frist nicht vorgebracht sind, ebenfalls als ausgeschlossen gelten. Konstanz, den 1, September 1951. Der Oberbürgermeister, Regelmäßige Einschätzung der Gebäude zur Gebäudeversicherung Alle seit 1. Januar 1951 noch nicht versicherten Neubauten, deren Wert nach 1914er Baupreisen mindestens 100 M erreicht und alle bereits versicherten Gebäude, an denen im Laufe des Jahres Werterhöhungen (durch Verbesserung, An-. Aus-, Auf- oder umbau) oder Wertminderungen (durch Alter, Baufäiligkeit, Einsturz, Abbruch) eingetreten sind, welche nach 1914er Baupreisen mindestens den Betrag von 200 Mk. erreichen, müssen längstens bis zum 1. Oktober 1951 beim städtischen Gebäudeversicherungsbüro, Hussenstr. 23, « 1 . Obergeschoß, Zimmer 24, oder beim Gemeindesekretariat in Wollmatingen zur regelmäßigen Einschätzung angemeldet werden. Gebäude, die erst nach dem Ablauf dieser Anmeldefrist, aber noch vor Jahresabschluß unter Dach gebracht werden, ebenso noch in dieser Zeit eintretende Wertserhöhungen oder Wertsverminderungen an bereits versicherten Gebäuden sind alsbaid nachträglich anzumelden. Für die nicht zur Versicherung aufgenommenen Gebäude und Werterhöhungen besteht kein Versicherungsschutz und daher im Schadensfälle auch kein Entschädigungsanspruch an die Gebäudeversicherungsanstalt. Gebäudeeigentümer, welche die vorgeschriebenen Anzeigen unterlassen, können mit Geld bis zu 150,- DM bestraft werden. Konstanz, den 1. September 1951. Der Oberbürgermeister. Allgemeine Ortskrankenkasse Konstanz Öffentliche Zahlungsaufforderung Die freiwillig Versicherten und. die Versicherten der Rentner-Sterbe- geld-Zusatzversicherung werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Zahlurig des Beitrages für den Monat August 1951 bis spätestens 3. September 1951 erfolgen muß. Nach den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften erlischt die Mitgliedschaft mit Ablauf des Monats, wenn dieser Zahlungstermin nicht eingehalten wird Diese Zahlungserinnerung gilt als gebührenpflichtige Mahnung im Sinne der Gemeindebetreibungsordnung. Konstanz, den 1. September 1951 Der Vollstreckungsbeamte als Vollstreckungsbehörde Handelsregister Neueintrag H R B Bd. 5/121 — 20. 8. 51: Firma Elizabeth Arden Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Köln, Zweigniederlassung Konstanz (Hansegartenstraße 15). Gegenstand des Unternehmens: Die Herstellung und der Vertrieb von kosmetischen Artikeln, die bereits unter dem Namen Elizabeth Arden vertrieben werden. Stammkapital: 250 000 RM. Geschäftsführer: Thaddeus Yates, Kaufmann in London. Annemarie Menzner, geb. Wienecke in Köln hat Prokura derart, daß sie gemeinsam mit einem Geschäftsführer vertretungsberechtigt ist. Dr. Hermann Knips, Köln, und Annemarie Menzner, geb. Wienecke in Köln haben Gesamtprokura je gemeinsam mit einem Geschäftsführer oder einem Prokuristen. Kurt von Zedlitz-Neukirch, Krefeld, hat Gesamtpiokura in Gemeinschaft mit einem Geschäftsführer oder weiteren Prokuristen. Der GeseUschaftsvertrag ist am 26. September 1927 errichtet und am 3. November 1928, 19. Dezember 1929, 26. November 1934, 11. Januar 1935 und 4. Oktober 1937 geändert. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch eitlen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen vertreten. Die Veröffentlichungen der Gesellschaft erfolgen im Bundesanzeiger. Amtsgericht Konstanz C Kraftfahrzeug« ) ( Heiraten ] Opel Kapitän 50 Lenkradschaltung, Radio, Heizung, Nebel-, Kurven- u. Rückscheinwerter, Schonbezüge usw. günstig abzugeben Sonntag, den 2. 9. ab 11 Uhr „Deutsches Haus“, Konstanz od. Tel. Stuttgart 74 898. Witwe (Geschäftstochter), 29 Jahre, mit 8jährigem Jungen, kath., intelligent, Aussteuer und größeres Barvermögen, wünscht charaktervollen Lebensgefährten entsprechenden Alters, Geschäftsmann oder Beamten, evtl, auch gemeinsamer Existenzaufbau. Nur ernstgemeinte Bildzuschr. erbeten unt. 87 127 5üdkur. Konstanz. 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Pauluskirche: Sonntag, 2. 9., 9 Uhr Gottesdienst, pfr. Koch; 20 Uhr Feier des hl. Abendmahles, Müsken. Freitag, T. 9., 20 Uhr Beginn der Proben des Kirchenchores. A llm annsdorf: 15 Uhr Gottesdienst, Pfr. Koch. Konstanz-Wollmatingen: 10 Uhr Gottesdienst, 20 Uhr Feierstunde mit Kirchenmusik (Martin Gotthard Schneider, Orgel, und Frau Gertrud Nünlist, ,Sopran) und Lichtbildervortrag von Pfarrer Allinger, Pforzheim, „Erlebnisse auf meiner Amerikareise“; Mittwoch, 20 Uhr Bibelstunde. Heilanstalt: 9 Uhr Gottesdienst. Allensbach: 8.45 Uhr Gottesdienst, 10 Uhr Kindergottesdienst; Freitag, 16 Uhr Bibelstunde. Reichenau: 10.15 Uhr Gottesdienst. Mainau: 10 Uhr Gottesdienst. Ivang. Stadtmission, Kstz., Schottenstraße 19, Sonntag, 10.45 Uhr, Sonntagsschule, 15 Uhr Predigtgott eschenst. Mittwoch, 20 Uhr, Bibelstunde. Die Chrlstengemelnachaft Konstanz, Mangoldstr. 9. Sonntag 9.30 Uhr, Sonntagshandlung f. Kinder; 10 Uhr Menscfaenwelhehandlung. Methodistenkircbe. Gemeindesaal, Gebhardstr. 25. Sonntag, 9.30 Uhr Gottesdienst; 10.45 Uhr Sonntagschule. Donnerstag, 20 Uhr, Blbel- stunde. iv. frelkirchl. Gemeinde (Baptisten). Gottesdienst Sonntag, 9.30 Uhr, „Landenberg“, Allmanns- dorf, Mainaustraße. Alt-kath. Gottesdienste. Christuskirche, Münsterplatz 8. Sonntag: 1.38 Uhr Amt mit Predigt. Christian Science Gruppe Christi. Wissenschafter, Konstanz Obere Sonne, Hussenstraße 6, Gottesdienst So. 10 Uhr, III. Mi. 1. Monat 20 Uhr. Aarzfe J Dr. Grundtes, Konstanz verreist vom 3.—22. Sept. 1951. Vertreter Dr. Scholz, Konstanz, Gouvernementstraße 2. Dr. Mutschler, Facharzt für Orthopädie, Konstanz, Rheinsteig 9, verreist vom 2. 9. bis 17. 9. Praxis wird durch Vertreter weitergeführt. Am 5. u. 7. 9. keine Sprechstunde. ^ Dr. Fasst Facharzt für Nerven- und Gemütskrankheiten Konstanz, Schulstraße 4 sk 1. Sept. zs allen Krankest!. zagelass. 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