K UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch. Donnerstag, Samstag. Verlag und Redaktion Konstanz, Marktstätte 4 7. JAHRGANG * Tel.: 924, 925, 1U0, 15», »11. Fernschreiber: 05528. DONNERSTAG 8. NOVEMBER 1951 * NUMMER 175 Bezugspreis monatlich durch Träger 2.50 Mark zu- ziigl. JO Pfg, Trägerlohn, durch die Post 2.70 Mark, zuzügl. S6 Plg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 20 Pfg Wüstensand über Trier TRIER. Ein eigenartiges Naturereignis wurde Dienstag bei einem Regenfall in Trier beobachtet. Auf Wettermänteln und dunklen Kraftwagen setzte sich deutlich sichtbar eine feine bräunlich-rote Staubschicht ab. Die Wetterwarte Trier vermutet, daß schwere Stürme Saharasand aufgewirbelt und in höheren Luftschichten über das Mittekneer bis nach Süddeutschland mitgeführt haben. Verkehrs-Gewerkschaft kündigt KAISERSLAUTERN. Der Vorstand der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr hat sich entschlossen, zum 31. Dezember alle Lohn- und Gehaltstarife zu kündigen. „Wenn die Bundesregierung die Ungleichheit zwischen Preisen und Löhnen nicht beseitige, würden die im Deutschen Gewerkschaftsbund zusammengeschlossenen Gewerkschaften alle be- _ stehenden Tarife kündigen.“ Mitbestimmung im Betrieb BONN. (W.-Eigenbericht.) Die Pläne der Regierungsparteien gehen jetzt dahin, möglichst rasch eine allgemeine Mitbestimmungsregelung durch ein sogenanntes „Betriebsverfassungsgesetz“ zu schaffen. Dieses soll für alle Industriebereiche mit Ausnahme von Kohle und Stahl gelten, also auch für die Chemische Industrie. Die Gewerkschaften scheinen damit nicht einverstanden zu sein, da ihnen die bei Kohle und Stahl verwirklichte Ordnung einen größeren Einfluß gibt. Auf der für nächste Woche vorgesehenen Unterredung des Bundeskanzlers mit dem DGB-Vorsitzenden Fette wird diese Frage zweifellos eine große Rolle spielen. Erklärung der badischen Parteien FREIIBURG. (W. S. - Eigenbericht.) In einer gemeinsamen Erklärung haben die Vorsitzenden der badischen CDU, SPD und FDP arr. Mittwoch „alle verantwortungsbewußten Männer und Frauen“ aufgefordert, dem Gesetz über die Verlängerung der Legislaturperiode in Baden am 18. 11. in der Volksabstimmung ihre Zustimmung tu geben. Im Hinblick auf die bevorstehende Neugliederung sei dieses Gesetz mit der für Verfassungsänderungen notwendigen Mehrheit beschlossen worden. Die Volksabstimmung sei bisher unterblieben, weil durch das vom Bund erlassene erste Neugliederungsgesetz die Wahlperiode verlängert worden sei. Die Kommunistische Partei hat es abgelehnt, sich an diesem gemeinsamen Aufruf zu beteiligen. Die KPD will ihre Wähler auffordem, bei der Volksabstimmung mit Nein zu stimmen, da der alte Landtag das Volk nicht mehr repräsentiere. 722 falsche Wahlzettel BERN. (Eigenbericht.) Bei den schweizerischen Nationalratswahlen wurden im Kanton Bern nicht weniger als 722 gefälschte Wahlzettel abgegeben Es handelt 6ich um einen Streich der jurassischen Autanomisten, einer Minderheitsbewegung, die unter der Parole „Los von Bern!“ die Juragemeinden zu einem eigenen Kanton zusammenfassen wollen. Die Nachprüfung hat ergeben, daß sich durch dieses Wahl- manöver an dier Sitzverteilung nichts ändert Aber die Berner sind in tiefster Seele verletzt, weil ein derart umfangreicher Wahlschwindel in der schweizerischen Demokratie ohne Beispiel dasteht. Der jurassischen Sache, so sagen sie, sei damit ein schlechter Dienst erwiesen worden, schlimmer sei aber die grundsätzliche Seite, denn bisher habe man nur in den Diktaturen zu diesem Mittel der Verfälschung der Volksmeinung gegriffen. Kurz notiert Ein Einheitsverband der heimatvertriebenen Deutschen in der Bundesrepublik wird am 18. November in Hannover auf einer Bundes- tagnng des Zentralverbandes der vertriebenen Deutschen gegründet werden. Auf dem Jahresfest des Gustav-Adolf-Vereins in Schleswig wurde mitgeteilt, daß der Verein gegenwärtig 70 B06 deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion betreut und an 1800 Deutsche in polnischen Gefängnissen Lebensmittelpakete schickt. Für den Bau von 471 Bergmannswohnungen im Rnhrgebiet hat die ECA-Sondermis- sion für die Bundesrepublik erneut 2,1 Millionen DM ans Gegenwertmitteln freigegeben. Bau und Einrichtung des gesamten Büro- und Wohngebäude-Komplexes des amerikanischen Hohen Kommissariats in Mehlem bei Bonn haben 99,5 Millionen DM gekostet. Diese Banvorhaben sind nicht ans Besat- znngskosten, sondern ans den Gegenwertfonds finanziert worden. Im Eifelgebiet begannen fransBsisch-bel- gische Herbstmanöver. Eine Ostberliner Strafkammer verurteilte einen Kaufmann und einen Expedienten zu je fünf Jahren Zuchthaus, weil sie versucht hatten, mit falschen Warenbegleitscheinen 20 Tonnen Chemikalien ans der Sowjetzone nach Berlin zn schmuggeln. Der Tschechoslowake Emil Malina wnrde von einem US-Gericht in Nürnberg wegen Spionage zn sechs Jahren Gefängnis verur- Westmächte schlagen vor: Rüstungsabbau aller Nationen Aber zuerst Kriegsende in Korea — Bestandsaufnahme der Waffen und Kontrolle — Rüstung nach Volkszahl PARIS. Die drei Westmächte veröffentlichten in der Nacht zium Donnerstag einen gemeinsamen Abrüstungsplan. Sie setzen sich für eine kontrollierte Abrüstung nach einer weltumfassenden Inspektion und Registrierung aller vorhandenen Waffen einschließlich der Atombomben ein. Der Plan könne jedoch erst verwirklicht werden, wenn der Krieg in Korea beendet worden sei. Die Erklärung der drei Westmächte besagt: 1. Frankreich, Großbritannien und die USA werden der Vollversammlung der UN Vorschläge für eine Begrenzung und ausgewogene Verminderung aller bewaffneten Streitkräfte und aller Rüstungen einschließlich der Atomwaffen zur Prüfung vorlegen. 2. Solange die augenblicklichen Ursachen der internationalen Spannung anhalten, haben die drei Regierungen die unausweichliche Pflicht, ihre Anstrengungen zum Aufbau der für ihre Sicherheit und die der freien Welt erforderlichen Stärke fortzusetzen, da es ohne Sicherheit keinen gerechten Frieden geben kann. Sie sind auch der Ansicht, daß, wenn alle Regierungen einen aufrichtigen Beitrag zur Begrenzung der Streitkräfte und der Rüstungen leisten, die Kriegsgefahr wesentlich herabgesetzt und damit die Sicherheit aller Nationen gefestigt werden kann. 3. Der erste Schritt in jedem aufrichtigen Programm für eine Begrenzung der Rüstungen ist Abschaffung der Geheimhaltung und die Möglichkeit von Kontrollen. Dieses Vorgehen muß sich nach und nach auf alle bewaffneten Streitkräfte einschließlich der halbmilitärischen, Sicherheits- und Polizei-Streitkräfte sowie auf alle Waffen, einschließlich der Atomwaffen erstrecken. Es muß auch Vorsorge getroffen werden, daß im Rahmen einer internationalen Kontrolle die Richtigkeit aller gemachten Angaben überprüft werden kann. 4. Die Stärke aller bewaffneten Streitkräfte soll begrenzt, der militärische Anteil an der nationalen Produktion festgelegt und ein gegenseitig abgestimmtes Bundespräsident antwortet Pieck Deutsche Einheit nur durch das BONN. (W.-Eigenbericht.) Bundespräsident Prof. Heuß hat am Mittwochabend dem Ostzonenpräsidenten Wilhelm Pieck auf seinen Vorschlag zu „gesamtdeutschen Gesprächen“ geantwortet. In dem Brief heißt es: „Die friedliche Einigung Deutschlands wird sich nicht durch ein Gespräch mit ungewissen Voraussetzungen anbahnen, sondern wird sich als ein Akt der nationalen Selbst- und Neugestaltung vollziehen, wenn frei gewählte Vertreter des gesamten Volkes in freier Selbstverantwortung zu Rat und Beschluß zusammen treten“. Praktisch ist damit Piecks Vorschlag als abgelehnt anzusehen. Professor Heuß wendet sich besonders auch gegen Piecks Vorschlag, zur Überprüfung der Wahlmöglichkeiten in ganz Deutschland „eine aus Ost- und West- Volk — Kontrollrat wäre Rückschritt berechtigt sind die Berliner allerdings nicht, weil Berlin formell noch nicht zum Bundesgebiet gehört. Beamten-Nacbzahlung am 1. 12. BONN. Die aktiven Beamten sollen am Dezember — rückwirkend vom 1. Oktober an — die fünf Prozent nachgezahlt bekommen, die ihnen an der vom Bundestag beschlossenen zwanzigprozentigen Gehaltserhöhung noch fehlen Die Pensionäre sollen die Nachzahlung diann erhalten, wenn im Vermittlungsausschuß Bundestag—Bundesrat geklärt worden ist, ob die Pensionäre nach dem X31-Gesetz ebenso behandelt werden, wie die anderen Pensionäre. nationales Militärprogramm erreicht werden. 5. Mit der Diskussion dieses Programms soll sofort begonnen werden. Der Plan kann jedoch nicht verwirklicht werden, solange die Streitkräfte der Vereinten Nationen der Aggression in Korea Widerstand leisten. Gleichzeitig mit der Verwirklichung dieses Planes können und müssen die großen politischen Streitfragen geregelt werden, die die Welt bisher in zwei Teile gespalten haben. Truman: Gleicher Schu’z für alle WASHINGTON. Präsident Truman richtete in einer Rundfunkansprache einen dringenden Appell an die Sowjetunion, die umfassenden und festumrissenen neuen Abrüstungsvorschläge der Westmächte anzunehmen. Diese Vorschläge sehen letztlich ein Verbot der Atomwaffen vor. Truman schlug vor, daß jedem lande Streitkräfte im Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl zugestanden werden, wobei eine Höchstgrenze festgelegt werden solle, über die kein Land hinausgehen dürfe. Weiter solle jedes Land verpflichtet werden, nur einen bestimmten Prozentsatz der eigenen Produktion für militärische Zwecke zu verwenden. Die Atomwaffen sollen bei der Festlegung des Rüstungsstandes dem Stand ihrer Entwicklung entsprechend festgelegt werden. Solche Waffen sollten letztlich verboten werden und die Atomenergie soll nach den Bestimmungen des UN-Planes kontrolliert werden. „Wir unterstützen diesen Plan, so wie er jetzt vorliegt“, erklärte Truman, „aber wir sind natürlich bereit, jeden besseren Plan in Erwägung zu ziehen.“ „Wenn die Sowjetunion und ihre Satelliten wirklich Furcht vor den Absichten irgendeines der freien Länder haben“, so schloß Truman, „hier ist ein Plan, den sie ohne eigene Gefährdung annehmen können. Er würde ihnen., auf jeder Stufe seiner Durchführung den gleichen Schutz wie irgendeinem anderen Lande gewähren.“ deutschland zusammengesetzte Kommission unter Viermächtekontrolle der UdSSR, der USA, Englands und Frankreichs“ zu bilden. Nach Ansicht des Bundespräsidenten bedeutet dieser Vorschlag eine Neubelebung des früheren Alliierten Kontrollräte in Berlin und damit einen Rückschritt auf dem Weg zur staatlichen Unabhängigkeit. Vor allem kritisiert Professor Heuß aber die Angriffe, die Pieck in. seinem Schreiben gegen die Bundesregierung und den Bundestag gerichtet hatte. Bundesregierung und Bundestag sähen in der Wiedervereinigung der deutschen Nation das zentrale Problem des Volksschicksals. „Ihre Politik gegen Bundesregierung und Bundestag Ist von der Art“, schreibt der Bundespräsident, „die die Ernsthaftigkeit Ihres Vorschlages erschüttert. Auf dieser Ebene ist eine Aussprache im Elementaren nutzlos und würde nur zu einer Quelle neuer Enttäuschungen werden.“ Mehr Bundesabgeordnete für Berlin BONN. (W.-Eigenbericht.) Der Rechtsausschuß des Bundestags hat beschlossen, daß Berlin in Zukunft, entsprechend einem Antrag der SPD, nicht mehr durch 8, sondern durch 18 Abgeordnete dm Bundestag vertreten wird. Die Mandate wurden so aufgeteilt, daß in Zukunft die SPD 8, die CDU 6 und die FDP 5 Berliner Vertreter im Bonner Parlament hat. Stimmteilt. Zwei mitangeklagrte Tschechen erhielten je fünf Jahre Gefängnis* In Koblenz mußte ein Autofahrer scharf bremsen, um nicht einen Schäferhund m überfahren. Dadurch gab es Zusammenstöße von drei Autos, wobei insgesamt fünf Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Der atlantische Oberkommandierende General Eisenhower ist von Washington kommend mit dem Flugzeug ln Paris eingetroffen. Der amerikanische Heeresminister Frank Pace tritt eine Europareise an, auf der er auch die Bundesrepublik besuchen wird. Die kommunistischen chinesischen Behörden haben das britische System der Maüe und Gewichte als „Wahrzeichen des Imperialismus“ abgeschafft. Der portugiesische Überseedampfer „Serpa- pinto“ lief mit 8 Verletzten an Bord in Lissabon ein. Er batte sich durch einen Orkan gekämpft, der vor der portugiesischen Küste tobt. Seit swei Tagen liegt der amerikanische Frachter „George Walton“ etwa 5M km vor der amerikanischen Westküste lichterloh brennend im Pazifik. Ein japanisches Schiff hat den größten Teil der noch lebenden Besatzungsmitglieder gerettet. Ein vor zebn Jahren erblindeter schwedischer Bürstenbinder in Falun erlangte das Sehvermögen des linken Auges wieder, als er mit dem Kopf heftig an eine Ofentür stieß. Erfreut stellte er fest, daß seine Frau, die er nach der Erblindung geheiratet hatte, hübscher ist, ab er sie sich vergestellt hatte. Zweifel an einer Vierer-Konferenz Moskauer Beria-Rede ernüchterte — Bedenken in Washington PARIS. (Eigenbericht) In einer seltsamen Atmosphäre der Spannung und des Zweifels sieht die UN-Vollversammlung den angekündigten Abrüstungsvorschlägen der Westmächte und der großen Erklärung des Präsidenten Truman entgegen. Die Zweifel sind aufgestiegen, nachdem zuerst der Vorschlag des französischen Präsidenten Auriol, ein Zusammentreffen der Großen Vier zu veranstalten, als der Auftakt zu einer politischen Wendung empfunden Wurde Vor allem hat das genaue Studium der Moskauer Erklärungen bei der Feier der russischen Revolution srtark ernüchtert. Aus der programmatischen Rede, die an Stelle Stalins der stellvertretende sowjetische Ministerpräsidgent Beria hielt, kamen zunächst nur kurze Auszüge in die westliche Welt. Sie erweckten den Eindruck eines sowjetischen Einlenkens, weil darin wieder von der Möglichkeit einer Verständigung zwischen dem kommunistischen und dem kapitalistischen Lager die Rede war. Dann aber folgte der genaue Wortlaut dieser Beria-Rede und es entstand fast der umgekehrte Eindruck. Da fanden sich Sätze wie: „Es ist jetzt klar, daß Truman denselben Weg eingeschlagen hat, wie seinerzeit Hitler”. Oder auch: „Das Lager der Imperialisten strebt nach Entfesselung eines neuen Krieges.” Oder schließlich: „Ein neuer Krieg würde die Völker der Welt vor die Aufgabe stellen, den Kapitalismus durch ein sozialistisches System zu ersetzen, wie in Rußland und in den volksdemokratischen Ländern.” Das sieht vielmehr nach einer Kampfansage als nach einem Verständigungswunsch aus. Beria wurde zum erstenmal die Aufgabe zuteil, bei der russischen Revolutionsfeier zu sprechen und es ist auffallend, daß Stalin gerade Beria mit dieser Aufgabe betraut hat, der als Chef der sowjetischen Geheimpolizei, also als eine Art sowjetischer Himmler in den von der Sowjetunion beherrschten östlichen Volksdemokratien eine sehr radikale Rolle gespielt hat. Bankrott - hungrig - unbeschäftigt Harte Mahnungen des britischen Schatz kanzlers — Weniger Fleisch und Zucker LONDON. Der britische Schatzkanzler, Richard Butler, erklärte gestern im Unterhaus, Großbritannien werde „bankrott, hungrig und unbeschäftigt“ werden, wenn nicht sofort Maßnahmen zur Besserung der Finanzlage getroffen würden Butler teilte mit, die Regierung habe sofortige und drastische Maßnahmen zur Beschränkung der Einfuhren beschlossen. Auf diese Weise sollten in der Außenhandelsbilanz im Jahr 350 Millionen Pfund Sterling eingesipart werden. Unter den Waren, die unter die Einfuhrbeschränkungen fallen sollen, nannte Butler Büchsenschinken und Büchsenfleisch, verschiedene Zuckerwaren, Büchsenobst und -gemüse, Frischfleisch und Nüsse. Die Einschränkungen treten sofort in Kraft. Im deutschen Bundesgebiet werden davon vor allem die Fleischfabriken betroffen, denen es in letzter Zeit gegenüber ausländischer Konkurrenz gelungen war, in England erfolgreich ins Geschäft zu kommen. Butler gab weiter bekannt, daß die Devisenzuteilungen für britische Reisende ins Ausland mit sofortiger Wirkung für die Zeit bis zum 1. November 1952 von hundert auf fünfzig Pfund Sterling herabgesetzt werden sollen. Der Schatzkanzler fügte hinzu, auch die Anlegung von Vorräten strategisch wichtiger Rohstoffe müsse verlangsamt werden. Gleichzeitig wird der Diskontsatz der Bank von England um ein halb Prozent auf 2 % Prozent erhöht. Damit soll der spekulativen Kapitalverwendung vorgebeugt und die britischen Unternehmen zu schärferem Kalkulieren angehalten werden. Die Maßnahmen des neuen Schatzkanzlers stellen die ersten Schritte dar zur Behebung der immer bedrohlicher werdenden Finanzschwierigkeiten, die durch Rückgang des Exports und zu große Einfuhren infolge der Aufrüstung hervorgerufen waren. Churchill gewinnt Kamplabstimmung LONDON. Die erste Kraftprobe zwischen der knappen konservativen Regierungsmehrheit und der Labour-Opposi- tion wurde bereits am zweiten Tage der Sitzungsperiode des Parlaments ausgetragen. Mit 305 gegen 227 Stimmen setzte die Regierung Churchill die Annahme des Antrages durch, daß bis zur Weihnachtsvertagung des Unterhauses die Regierungsvorlagen unbedingte Priorität haben und keine anderen als amtliche Gesetzentwürfe eingebracht werden können. Dünn — nicht dumm LONDON. In der gestern wiedergegebenen Kritik Attlees an dem Regierungsprogramm Churchills ist ein sinn entstellender Fehler unterlaufen. Attlee hat das konservative Programm als eines der „dünnsten“ bezeichnet, die er je gehört habe — also nicht der „dümmsten“, wie gemeldet. Untergrund ? Von unserem Bonner Mitarbeiter Man nimmt im Bundestag die Kommunisten nicht mehr ernst. Es wird auf die Dauer langweilig, wenn sie jedes noch so entlegene Thema mit den angeblichen , Kriegsvorbereitungen” in Westdeutschland und dem „amerikanischen Monopolkapitalismus” in Verbindung zu bringen suchen. Oder wenn sie bei der Debatte über den Kehler H^fenvertrag, den Brotpreis oder den Aufbau der Sozialversicherung nach spätestens drei Sätzen von „Kriegstreibern” und „Feinden der Sowjetunion” sprechen. Der Präsident des Bundestages hat es schon »eit langem aufgegeben, die unparlamentarische Aus^ drucksweise der Kommunisten zu rügen und sie wegen jeder sinnlosen Äußerung zur Ordnung zu rufen. Das soll nun nicht heißen, daß man die kommunistische Gefahr an sich auf die leichte Schulter nimmt. Das tut vor aßem der Bundesinnenminister Dr. Lehr nicht, der ja für die Sicherheit im Bund verantwortlich ist. Er will im Bundeskabinett unbedingt einen Antrag an das Bundesverfassungsgericht durchsetzen, nach dem das Gericht die Verfassungsmäßigkeit der KPD prüfen soll. Das würde einen spannenden Prozeß geben, an dessen Ende mit ziemlicher Sicherheit das Verbot der Partei stünde. Es ist für den ordnungsliebenden MüraLster sozusagen eine Frage der Sauberkeit. Im Grundgesetz steht, daß die innere Ordnung „demokratischen Grundsätzen entsprechen” muß, und es ist völlig klar, daß davon bei der KPD nicht die Rede sein kann; die ganze Art, wie diese Partei von einer zentralen Führungsstelle aus, die sich nicht einmal im Bundesgebiet befindet, immer wieder hier und dort eingesetzt wird, widerspricht allen demokratischen Grundsätzen. Freilich werfen viele Politiker die Frage auf, was eigentlich mit einem Verbot gewonnen wäre. Es ist, als wollte man den Vögeln das Pfeifen verbieten: sie werden es doch nicht lassen. Gerade in diesen Tagen wurde bekannt, daß die KPD schon alle Vorbereitungen zum „Untertauchen” getroffen hat. Eine Untergrundbewegung mit dem anspruchsvollen Namen ,Kampfgemeinschaft Marx” ist schon gegründet. Auf ein Stichwort hin kann die Tätigkeit der Parteifunktionäre sofort in die geheimen Lokale und Keller verlegt werden. Geheimcodes bestehen seit langem. Eine Partei, in der die illegale Tätigkeit seit Jahrzehnten mit solcher Sorgfalt und, fast möchte man sagen, Inbrunst gepflegt worden ist, muß sich „unter Grund” beinahe wohler fühlen als am Tageslicht. Im Grunde haben ja die kommunistischen Parteien in aller Welt, auch nach der angeblichen Auflösung der „Kaminform”, niemals aufgehört, die Verpflichtungen des zweiten Weltkongresses von 1920 zu erfüllen, „überall einen parallelen illegalen Organisationsapparat zu schaffen, der im entscheidenden Moment behilflich sein wird, ihre Pflichten gegenüber der Revolution zu erfüllen”. Dieser illegale Apparat würde durch ein Verbot der Partei nicht betroffen; eher noch bestünde die Gefahr, daß das romantische Dunkel der verbotenen Tätigkeit junge Menschen anlockt. Gerade auf die Bekämpfung der illegalen Kader der Kommunisten kommt es aber an; sie stellen die wirkliche Gefahr dar. Wenn man dem Bundestagsabgeordneten Dr. Mende (FDP) glauben will, ist heute schon eine weit verzweigte Organisation geschaffen, die ein Kurzwellen- Funkrelais quer durch die Bundesrepublik unterhält, geheime Waffen- und Sprengstofflager angelegt hat und nur auf den Pfiff von Moskau oder Pankow wartet. Bevor dieser Pfiff ertönt, müßte hier etwas geschehen sein. Die „offizielle” KPD ist dagegen verhältnismäßig bedeutungslos, sie hat bei allen vergangenen Wahlen immer mehr Stimmen verloren und wäre finanziell längst erledigt, wenn sie nicht von der Sowjetzone aus kräftig unterstützt würde. Wenn man etwas Wirksames gegen die kommunistische Partei unternehmen und dabei auch die Untergrundarbeit treffen will, muß man in erster Linie den geheimen Geldquellen nachgehen und sie an der Zonengrenze oder wo sonst auch immer abczuschnüren versuchen. Wohin, glaubt man, fließt beispielsweise das Geld, das ostzonale Zeitungen, Behörden und Friedhofsverwaltungen sich von Leuten in Westdeutschland, die ihre Dienste in Anspruch genommen haben, auf ein D-Mark-Konto in der Bundesrepublik überweisen lassen? Ein Verbot der KPD würde die Gefahr, die uns ständig bedroht, nur verschleiern, aber nicht beseitigen. Wir haben ohnehin in Westdeutschland die Neigung, das unterirdische Wühlen der Feinde des Staates gering zu achten; zuweilen möchte man meinen, das Verdrängen der Kommunisten von der Bildfläche sollte dazu dienen, die unangenehme Erinnerung an ihre Existenz, die dadurch ja nicht ausgelöecht würde, endgültig aus unserem Bewußtsein zu tilgen. Es besteht aber aller Grund, aufmerksam zu sein und zu bleiben. Der .Kalte Krieg” hat nicht vor vier oder fünf Jahren begonnen; er schleicht seit mehr Donnerstag, 8. November 1951. SUDKURIER Nr. 176 / Seite 2 t: Bla dreißig Jahren unter der Oberfläche fort. Seine Soldaten sind die Anhänger des Bolschewismus. Man muß sie bekämpfen, aber „der Bolschewismus läßt sich nicht durch gut organisierte Kavallerie-Divisionen aus der Welt schaffen”, sagte einmal Berjajew. Und auch nicht durch die Polizei. Kampfparole gegen UN BERLIN (G.-Eigenbericht). Eine Kampfparole gegen die UN schien der Grundtenor der Federn zu sein, die in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands aus Anlaß des russichen Revdlutionstages veranstaltet werden mußten. Der Generalsekretär der SED, Walter Ulbricht, be- zedchnete es als ein Abschieben auf das tote Gleis, wenn man die Frage gesamtdeutscher Wahlen vor die UN bringe. „Die UN ist nicht nur wegen der verbrecherischen Ausnutzung einer amerikahörigen Mehrheit unfähig, die deutsche Frage zu lösen, sie ist dazu auch juristisch nicht in der Lage, weil sie nach internationalem Abkommen nicht das Recht hat, sich mit der deutschen Frage zu beschäftigen.“ Ganz ähnlich sprach der Sowjetzonen-Mi- nisterpräsident Grotewohl: „Von der UN, wie sie heute ist, haben wir nicht viel zu erwarten. Das Potsdamer Abkommen kennt für Deutschland nur eine Kontrolle, und zwar die des interalliierten Kontrollrates. Für eine UN-Kontrolle gibt es keine Rechtsgrundlage“ Flüchtlinge sollen für Sowjetzone werben Kommunistische „Landsmannschaften für Umsiedler“ gegründet BERLIN. (G.-Eigenberdcht.) Die gesteigerte politische Aktivität der Vertriebenen und Flüchtlinge aus dem deutschen Osten hat die sowjetzonale Regierung veranlaßt, eine Gegenaktion zu erwägen. Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, wurden eine Reihe kommunistischer Funktionäre vom Politbüro damit beauftragt, die Gründung sogenannter .Landsmannschaften der Umsiedler“ in der Sowjetzone vorzuibereiten. Es soll sich dabei um kommunistisch beeinflußte „Heimatvereine“ handeln. Die Gründung dieser kommunistischen „Hei- matvereine“ hat, wie aus zuverlässiger Quelle bekannt wird, ziwei Ziele: 1. sollen die Landsmannschaften kommunistische Infiltrationsversuche bei den Heimatver- triebenen in der Bundersrepublik ermöglichen, und 2. sollen sie die Forderung nach Rückgabe des deutschen Ostens unterhöhlen. Diese Forderungen sind in den letzten Wochen immer lauter erhoben worden. Besonders Berlin hat sich zu einem Zentrum der Flüchtlings- und Vertriebenen-Aktivi- tät entwickelt. Zu den Heimattreffen in den Westsektoren der Stadt kommen in zunehmendem Mäße auch Vertriebene, die in der Sowjetzone leben. Man befürchtet nun ln kommunistischen Kreisen, daß sich der Rahmen dieser Kundgebungen erweitert, weil die Vertriebenen jetzt mit der Eröffnung des „Hauses der ostdeutschen Heimat“ am Kadserdamm einen Sammelpunkt haben. Volkspolizei zur See STOCKHOLM. (D-Eigenbericht.) Die Sowjetunion hat der neuen ostdeutschen Flotte, die unter der Maske einer Volkspolizei zur See fungiert, 35 Schiffe übereignet, und zwar drei Zerstörer, acht Torpedoboote und 24 Schnellboote und Minenleger. Dieser Vorgang verdient insofern größte Beachtung, als die Kriegsmarine des polnischen Satellitenstaates demgegenüber nur einen symbolischen Wert hat mit vier kleinen Schiffen ohne nennenswerten Gefechtswert. Bekanntlich wurde der polnische Konteradmiral Wlod- zimierz Steyer im letzten Herbst durch einen sowjetrussischen Marineoffizier mit Namen Szelagowski ersetzt. Die Polen haben während des letzten Krieges alle ihre Schiffe eingebüßt, und die Russen sind ihrem Versprechen, ihnen aus der deutschen Kriegsbeute elf Schiffe zuzuteilen, nur durch die Übergabe der vier kleinen Fahrzeuge nachgekommen; 6ie haben anscheinend auch nicht die Absicht, der polnischen Flotte irgendwelche wichtigen Aufgaben zuzuweisen. Die Schiffe, die den Polen versprochen waren, hat jetzt die ostdeutsche Volkspolizei zur See erhalten. FDP lehnt Exil-LDP ah BONN. Die FDP lehnt die in Berlin unter dem Vorsitz Arthur Lieutenants gegründete „Exil-liberal-demokratische Partei Deutschlands“ ab. Der FDP-Presse- dienst erklärte, die Exilpartei Lieutenants sei lediglich eine Splittergruppe von aus der Sowjetzone geflüchteten LDP-Politi- kem, die der FDP nicht beigetreten oder aus ihr ausgetreten seien, weil sie selbst auf Grund ihrer exponierten politischen Tätigkeit unter dem SED-Regime keine Anerkennung im Westen hätten erwarten können. „Es ist nicht anzunehmen, daß Arthur Lieutenant die Hoffnung hegt, im Westen eine große politische Rolle spielen zu kennen, nachdem er sie zu lange im Osten gespielt hat.“ Mitglieder der Parteien einzeln in sich aufzunehmen, nicht Bündnisse mit ihnen zu schließen. Denn nur eine einheitliche und disziplinierte Bewegung unter autoritärer Führung kann verwirklichen, was de Gaulle als Ziel vorschwebt; ein starkes Frankreich durch Rüstung auf Hochtouren. Für eine so einseitige Festlegung konnten sich aber auch jene Abgeordneten nicht entscheiden, die ursprünglich die Zukunft des neuen Parlaments von der Zusammenarbeit mit den Gaullisten erwarteten. Wenn auch das Ergebnis der Kantonalratswahlen vom Oktober, in denen die Gaullisten bloß 13“/* * der Stimmen erhielten an Stelle der 22'/o im Juni, nicht einen verläßlichen Wertmesser abgibt, ist doch unverkennbar, daß die Gaullisten im Parlament eine Enttäuschung sind. Es ist eben nicht möglich, den Parlamentarismus abzulehnen und zu bekämpfen und gleichzeitig seine Spielregeln erfolgreich zu beherrschen. Doch ebensowenig gelang es Pleven, die andere Lösung zu erreichen. Die ihm treugebliebenen Koalitionsgruppen der Rechten sind nicht zu bewegen, die Forderungen anzunehmen, die die Sozialisten für die Versöhnung und Zusammenarbeit erheben: die Wiederherstellung des früheren Lebensniveaus der wirtschaftlich Schwachen auf Kosten der Besitzenden und ein unvermindertes Tempo des Wiederaufbäus auf Kosten der Rüstung. Damit sind die zahlreichen Konfliktstoffe, zwischen denen Frankreich, wie jedes Land heute, hin- und hergerissen wird, auf eine einzige, die Hauptlinie, zurückgeführt, das Bild ist vereinfacht. Bestehen bleibt aber, daß Frankreich keine Mehrheit für eine Regierung finden kann, weil es keine Mehrheit für eine Politik besitzt. In dem Wunsch, weder die Kanonen der Butter, noch die Butter den Kanonen zu opfern, läuft das Land Gefahr, die Butter zusammen mit den Kanonen schwinden zu sehen. Das Kleid macht keinen Polizeipräsidenten Sonderbericht unseres Dr. - Th. - Kor r e spond en ten FRANKFURT am Main. Der ehemalige Frankfurter Polizeipräsident Willi Klapproth wurde zu 10 Monaten Gefängnis verurteilt. Die 1. Große Strafkammer Frankfurt erklärte ihn schuldig, einen Meineid geleistet zu haben. Von der Anklage der versuchte» Verleitung zum Meineid wurde er freigesprochen. Es war nur der zweite Akt der überaus peinlichen Justizaffäre, der jetzt in einer dreitägigen Verhandlung vor der Großen Strafkammer in Frankfurt abrollte. Der erste Akt ging bereits im Frühjahr über die Szene. Der sogenannte „Polizei-Beste- chungs-Prozeß“, der damals verhandelt wurde, betraf Vorwürfe gegen eine Anzahl von Kriminalbeamten, daß sie sich Unregelmäßigkeiten mit beschlagnahmten Waren, sogenannten „Asservaten“, hatten zuschulden kommen lassen. Es handelte sich um amerikanische Zigaretten und um Bestechungen, die mit diesen Zigaretten begangen wurden. Am 25. April wurde der damals noch amtierende Frankfurter Polizeipräsident Klapproth in diesem Prozeß gegen seine Untergebenen als Zeuge vernommen, und er machte dabei unter Eid Aussagen, die in so klarem Widerspruch zu anderen Aussagen standen, daß der Staatsanwalt sich veranlaßt sah, die Meineidsklage gegen Klapproth zu erheben. Vor allem hatte der Polizeipräsident bestritten, von dem Zeugen Groh (der selbst zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt wurde) Zigaretten zurückbehalten zu haben, was Groh mit aller Bestimmtheit behauptete. Aber dabei blieb es nicht, sondern als nun auch ein Disziplinarverfahren gegen Klapproth in Gang kam, schickte dieser einen Mittelsmann zu Groh, um ihn zu einer bestimmten Aussage zu bewegen. Und dabei versprach er ihm Hilfe in einem Gnadenverfahren. So kam es zu dem Prozeß gegen Klapp- Wird Ägypten isoliert? Arabische Liga mit der Politik Kairos nicht einverstanden Von unserem t-Korrespondenten Frankreich sucht einen Kurs Von unserem Pariser Dr. A. R.- Korrespondenten PARIS. Gähnende Leere in fünf Sechsteln der Abgeordnetenbänke, ein versagender Lautsprecher, der die Worte des Präsidenten untergehen ließ, verwirrender Streit, welche Probleme man zuerst beraten soll — das war das peinliche Bild, das die französische Nationalversammlung am Dienstag, dem ersten Arbeitstag nach den Parlamentsferien bot. Ein Bild, das so gar nicht zu den schwerwiegenden Entscheidungen paßt, vor denen das französische Parlament steht. Es geht um die Grundlagen der gesamten französischen Innen- und Außenpolitik, wie der WETTERVORHERSAGE des Amtlichen Landeswetterdienstes Das große ostatlantisdie Tiefdruckgebiet verlegt seinen Schwerpunkt nordostwärts in Richtung auf die britischen Inseln. Seine Randstörungen werden auch unser Wetter zeitweise beeinflussen. Aussichten bis Freitagabend: Veränderlich, teils heiter, teils wieder stärker bewölkt bis trübe und strichweise Regen. Weiterhin recht mild, Temperaturen meist zwischen 5 und 15 Grad. Wind mäßig, vorwiegend aus Südost bis Süd. 100 DM ln Zürich: 7. 11.: 82/84 sfr. Wirtschafts- und Sozialpolitik. Es sind Entscheidungen, die auch einer geeinten und einheitlichen Mehrheit Kopfzerbrechen verursachen müßten, um so mehr einer Regierung, die ohne Mehrheit regiert. Die Wahlkoalition der vier Gruppen, die Pleven die Investitur erteilt hat, ist knapp hernach auseinandergefallen. Die wenigen Beschlüsse des neuen Parlaments kamen durch wechselnde Zufallsmehrheiten zustande. Es ist ein Zustand, der für eine kurze Uebergangszeit angehen mochte, er ist auf die Dauer unhaltbar. Pleven hat deshalb die Parlamentsferien benützt, um eine Mehrheit zu suchen, die Ihm das Regieren ermöglichen soll. Gegenüber einem sechsgeteilten Parlament von je rund hundert Abgeordneten boten sich ihm theoretisch zwei Möglichkeiten: Die Rechtswendung der Regierung zu verstärken und zu besiegeln, den Bruch der drei Regierungsgruppen mit ihren sozialistischen Verbündeten aus den Wahlen als endgültig hinzunehmen und dagegen eine Gemeinschaft mit den Gaullisten zu suchen oder die Wiederversöhnung mit den Sozialisten. Keine der beiden Lösungen war zu verwirklichen. Die Gaullisten beharren darauf, Sammelbewegung, nicht Partei zu sein, die LONDON. Für die Angelsachsen steht die Sicherung des Nahen Ostens gegen einen etwaigen Vorstoß des Kommunismus und gegen den von Ägypten vertretenen Neutralismus mit an der Spitze der Pariser Verhandlungen. Das Schicksal der Arabischen Liga steht auf dem Spiel. Ägypten hat zu heftig auf seine Führungsrolle ge- gegenüber den anderen arabischen Staaten gepocht, hat das Angebot nicht etwa nux eines Bündnisses, sondern das Angebot von Waffen, Kriegsmaterial, Flugplätzen, Hafenanlagen abgelehnt. Nun werfen der Irak, Saudi-Arabien, Jordanien, der Libanon und andere den Ägyptern vor, daß sie bevormundet werden, und daß Kairo ihnen die lockenden Schätze Amerikas vorenthalte. Kurz entschlossen haben sich die arabischen Regierungen deswegen zu einer Sonderkonferenz in Paris an Stelle einer solchen in Kairo zusammengefunden. Ägypten ist in Gefahr, völlig isoliert zu werden. Die Arabische Liga steht vor dem Zusammenbruch. Gleichzeitig werden die Außenminister in Paris aber auch über die Verteidigung der Türkei und damit des Mittelmeeres sprechen. Die Türken weigern sich entschieden, einer Strategie zuzustimmen, die Ihr Land praktisch zum Schlachtfeld beim Ausbruch eines Krieges machen würde. Sie verlangen genügend Kriegsmaterial, um am Kaukasus und Bosporus Stellungen auszubauen. Die Alliierten verlangen, daß die Türken sich auf den Taurus zurückziehen und in den Bergen im Süden von Kleinasien eine Riegelstellung einnehmen sollen. Ankara ist jedoch nicht bereit, unter Aufopferung des eigenen Landes ein Verteidigungssystem zu unterstützen, das praktisch keine vermehrte Sicherheit für die türkische Bevölkerung bieten würde. Nun soll in Paris bei den Besprechungen der Westmächte darüber entschieden werden, ob den Türken nicht doch mehr Kriegsmaterial geliefert werden könnte. Die englische Position ist stärker, seitdem London sich entschieden hat, den Suezkanal um jeden Preis zu halten. Jetzt werden laufend Verstärkungen aus England nach Ägypten gesandt, so daß eine starke Armee im Nahen Osten zusammengezogen wird. Auch die britische Flotte ist so sehr verstärkt worden, daß sie die Seewege vollkommen beherrscht. Die englische Armee am Suezkanal ist bereits stark genug, um sogar im Falle einer ägyptischen Mobilmachung unangreifbar zu bleiben. England besteht auf seinem Recht KAIRO. Großbritannien machte die ägyptische Regierung in einer Note darauf aufmerksam, daß es den britisch-ägyptisch«! Vertrag von 1936 als noch gültig betrachte Die Grundlagen aller internationalen Beziehungen würden gegenstandslos, wenn einseitige Vertragskündigungen als zulässig anerkannt würden. England beabsichtige, auf seine Rechte in vollem Umfang zu bestehen. Die britischen Militärbehörden in Aegypten haben trotz der ägyptischen Boykott- Maßnahmen die Versorgung der britischen Truppen sichergestellt. In der Kanalzone wurden in den letzten 48 Stunden wiederholt britische Posten von Aegyptem beschossen, Verluste traten keine ein. Ägyptische Mission in Moskau KAIRO. Großes Aufsehen erregt ein Bericht, der in der Zeitschrift „Al Nöda“ (Der Appell), dem Organ der ägyptischen Regierungspartei, erscheint Darin wird gesagt, daß eine hohe ägyptische Persönlichkeit soeben nach der Sowjetunion abgereist sei. ,Liese Mission“, so heißt es weiter, „wird weitreichende Auswirkungen auf die sowjetisch-ägyptischen Beziehungen haben.“ roth selbst a) wegen eines von ihm selbst geleisteten Meineides und b) wegen Verleitung zum Meineid. Dieser neue Prozeß knüpfte also unmittelbar an das im Frühjahr durchgeführte Verfahren an, brachte jedoch dennoch neue Ueberraschungen. Vor allem wirkte es als eine Sensation, daß die Protokolle des ersten Prozesses beim Beginn des zweiten verschwunden waren und nicht aufgefunden werden konnten. Das zweite Spannungsmoment trat ein, als Klapproth in der Verhandlung den verhängnisvollen Satz wiederholte, den er im April als Zeuge ausgesprochen hatte, als er behauptete, er habe die von Groh empfangenen Zigaretten diesem zurückgegeben. Die nächste Sensation brachte der zweite Verbandlungstag, an welchem die Entlastungszeugen Klapproths völlig versagten. Es ergab sich eine derartige Unsicherheit der Zeugen, daß an eine Aufklärung des Sachverhaltes nicht zu denken war. Dieser Rahmen der Verhandlungen, diese Begleiterscheinungen und charakteristischen Beobachtungen sind in diesem Prozeß fast wichtiger als der Gegenstand der Anklage selbst. Was liegt schon an den paar tausend Zigaretten, die in diesem Falle wie an tausend anderen Orten in Deutschland in jenen Jahren verschenkt, verhandelt, zu Bestechungen vielfältigster Art benutzt oder verschoben worden sind? Nicht darauf kam es bei diesem Prozeß an, sondern auf die Tatsache, daß die Anklage sich gegen einen Mann richtete, der an verantwortlicher Stelle stand, an einer Stelle, an der er selbst in erster Linie berufen gewesen wäre, darüber zu wachen, daß solche Dinge, wie sie ihm zur Last gelegt wurden, nicht vorkamen. Nicht das Urteil, sondern die Anklage sind ln diesem Falle das wichtigere. Belastend für die Zustände in Deutschland bleibt der Umstand, daß der Staatsanwalt sich in seinem Plädoyer selbst zu der Bemerkung veranlaßt sah, Klapproth sei zwar 1946 in das Kleid eines Polizeipräsidenten hineingesteckt worden, sei aber in seine Aufgabe und in den Emst dieser Aufgabe nicht hineingewachsen. Unter diesem Gesichtswinkel bleibt der Prozeß Klapproth ein Menetekel, das zu schleuniger Besinnung auf die Notwendigkeit der unbedingten Sauberkeit an denjenigen Stellen mahnt, die berufen sind, über diese Sauberkeit zu wachen. jii&g * i k i _ ’—^ i „ / fhiml „Nun woll’n wir mal sehen, ob du ganz verlernt hast, mit dem Schwanz zu wedeln.“ (Politiken-Kopenhagen) SUDKURIER Verantwortlich für Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas- Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emauuel Reindl. Heimat: Alois Beck, Herbert Steinert Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz. Marktstätte 4. Druck: Druckerei und Verlageanstalt Konstanz GmbH. Uta und Hokku Betrachtungen über das Gedicht ln Japan Manfred Hausmann hat im Verlag S. Fischer, Frankfurt, ein Bändchen mit Nachdichtungen japanischer Lyrik herausgegeben: ,Liebe, Tod und Vollmondnächte“. (71 Seiten broschiert 4.20 DM). Diese Nachdichtungen scheinen das Vollkommenste zu sein, was es auf diesem Gebiete gibt. Wir möchten den Dichter selbst erklären lassen, was es mit dem japanischen Gedicht und seiner Uebertragung auf sich habe. Die folgenden Erläuterungen stammen aus Hausmanns Vorwort zu seinen Nachdichtungen, von denen gleichfalls einige bezeichnende Proben ausgewählt wurden. • „Eins der bewegendsten japanischen Gedichte, verfaßt übrigens von einer Frau, lautet: Asagao ni tsurube torarete morai-mizu. Wenn man es wörtlich Ins Deutsche übersetzt, ergibt sich folgende Aussage: Von der Winde des Zieheimers beraubt geschenktes Wasser. Für unser Empfinden stellt das gewiß kein Gedicht dar. Ja, man kann nicht einmal behaupten, daß der Sinn der Worte, die ln einer Art von Telegrammstil aneinandergereiht sind, ohne weiteres deutlich wird. Erst nach einigem Nachdenken beginnt man zu verstehen, was die Dichterin, Frau Kaga no Chiyo, die zu Begiim des achtzehnten Jahrhunderts lebte, damit dartun wollte: Während der Nacht hat sich eine Winde um den Eimer meines Ziehbrunnens gerankt. Sie ist so schön, daß ich es nicht über mich vermag, sie zu zerstören. Ich verzichte deshalb lieber auf den Gebrauch de3 Eimers und hole das Wasser beim Nachbarn. Eine solche umständliche Uebersetzung vermittelt zwar den verstandesmäßig erfaßbaren Inhalt des kleinen Gebildes, kann aber nicht beanspruchen, eine Uebertragung, eine Hinübertragung in die deutsche Sprache, eine lebenatmende Nachschöpfung zu sein. Der Japaner beabsichtigt nicht, dem Gedicht eine Gestalt in unserem Sinne zu geben. Er hebt es nicht durch das wogend wiederkehrende, sei es qualitative, sei es quantitative, Maß aus der gestaltlos strömenden Zeit ins Dauernde und Gültige, er läßt es auch nicht durch den Klangzauber des Reimes in den Harmonien der Unendlichkeit verwehen... Er haucht nur, schnellen Atems, die Andeutung eines Bildchens hin, das sich, kaum daß es erschienen ist, auch schon wieder verfluchtet, er löst die Wirklichkeit auf, er verwischt ihre Grenzen, er macht sie schwebend, er verwandelt das Eindeutige in Vieldeutiges, er überwindet, im Sinne der buddhistischen Mahayana-Lehre, die Welt, indem er sie als etwas Träumendes erkennt und darstellt... Die Gedichtform, in der 6ich das alles vollzieht, ist das Mijika-uta, das .Kurzgedicht’, meist schlechtweg Uta oder mit einem sino-japanischen Ausdruck Tanka genannt. Das Uta setzt sich aus fünf Zeilen zusammen. Die erste Zeile enthält fünf, die zweite sieben, die dritte fünf und die vierte und fünfte wieder je sieben Silben, zusammen also einunddreißig. Man sollte meinen, damit sei ein Äußerstes an Knappheit erreicht. Aber im sechzehnten Jahrhundert hat man die ersten drei Zeilen des Uta, den Oberstollen, selbständig gemacht. Das Hokku, wie die neue Gedichtform heißt, besteht mithin aus drei Zeilen mit der Silbenzahl 5-7-5. Es hat den Anschein, als sei die deutsche Sprache nicht imstande, mit einunddreißig oder gar mit siebzehn Silben das Gleiche auszusagen wie die japanische in ihrer bündigen Gedrungenheit. Allen bislang unternommenen Versuchen, die japanischen Kurzgedichte Zeile für Zeile unter Beobachtung der Silhenzahl zu übertragen, haftet etwas Unnatürliches und Gezwungenes an. Nur in einer Sprache, die, wie die japanische, zahllose über sich hinausweisende, symbolträchtige, lange und schwierige Vorstellungsreihen auslösende Wörter enthält, nur in einer Gesellschaft, in der man es wagen darf, sich in Andeutungen auszudrücken, weil man sicher ist, daß sie in ihrem ganzen Umfang verstanden werden, und nur in einem Lande, in dem die Nennung etwa eines Blumennamens genügt, um eine Unsagbarkeit zu beschwören, kann das Kurzgedicht von den Anfängen der Geschichte bis zum heutigen Tag die gleiche beherrschende Rolle spielen. Will man diese Sprache und diese .Verdichtungen’ im deutschen Seelenraum, ln dem wesentliche Voraussetzungen zum Verständnis fehlen, neu erstehen lassen, dann muß man bei aller behutsamen Ehrfurcht mit einiger Freiheit und Kühnheit verfahren.“ • So heißt nun ln Hausmanns Uebertragung das oben erörerte Dreizeilen-Gedicht über die Winde: Eine blühende Winde hatsich ummeinen Brunneneimer gerankt. Ich schöpfe das Wasser beim Nachbarn. Frau Kaga No Chiyo Einige andere Fünfzeiler (Uta) und Dreizeiler (Hokku) beleuchten blitzartig das Wesen dieser fernöstlichen dichterischen Erfassung des Augenblicks, in dem das All sichtbar wird: Ein Blitz flammt durch die Nacht. Da, der Fischer! Gerade schwingt er sein Netz. Buson Ist da ein abgefallenes Blatt an seinen Zweig zurückgeschwebt? Ach nein, es war ein Schmetterling. Arakida Moritake Regungslos mit umgehängtem Mantel blickt ein alter Mönch zu den blühenden Kirschzweigen auf. Shido Wenn jemand dich fragen sollte, worin die Seele unsres Inselreichs sich offenbare, sag ihm: Im Hauch der wilden Kirschblüten zur Stunde des Sonnenaufgangs. Motoori Norinaga Wem soll ich unser Leben vergleichen? Es ist wie die blinkenden Wellen, die hinter dem Segel dort im Dunst des Morgens spurlos vergehen. Mansei In jedem Frühling, wenn der Hauch, der Goldorangenblüten mich umweht, ist mir, als spürte ich den Duft des Kleides wieder, das die Geliebte trug in meiner Jugend. Ariwara No Narihira Willst du zerreißen, Lebensfaden, so reiße! Ich kann die wilde Sehnsucht, wenn ich noch länger lebe, nicht vor den Menschen mehr verbergen. Prinzessin Shokushi Eine einsame Frau steht am Fenster und sieht hinaus. Es regnet und regnet Enomoto Kikaku Unmerk lieh reiht sich Tag an Tag. So bist du entstanden, Vergangenheit Buson Viele Gedichte klingen wahr. Aber die tiefste Wahrheit lebt in denen, die einfach sind wie Kinderworte. Muteuhito KULTURNACHRICHTEN Die deutsche Forschungsgemeinschaft hat beschlossen, zwölf Millionen DM für Forschungszwecke auszugeben. Die deutsche Forschungsgemeinschaft tagte erstmalig nach dem Zusammenschluß der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft mit dem deutschen Forschungsrat unter der Leitung von Vizepräsident Prof. Dr. Ludwig Raiser. Gefordert werden Forschungsvorhaben auf allen Gebieten der Geisteswissenschaften, Naturwissenschaft«! und Technik. Besonders erhebliche Mittel wurden für Arbeiten zur Erforschung der spinalen Kinderlähmung bewilligt. Dr. Adolf König, der emeritierte Professor an der Technischen Hochschule Karlsruhe, vollendete das 70. Lebensjahr. Prof. König wurde besonders durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Nutzbarmachung des atmosphärischen Stickstoffes für Düngezwecke bekannt. Darüber hinaus meldete er zusammen mit Prof. Haber ein Patent über die Oxydation des Stickstoffes im gekühlten Hochspannungsbogen an. Die Ernst - Barlach - Gesellschaf t will ihren Sitz von Neumünster nach Hamburg verlegen. Eine erste evangelische Jugend- und Eheberatungsstelle im Bundesgebiet, die erforderlichenfalls auch medizinisch - therapeutische Behandlungen vornimmt, wurde in Düsseldorf eröffnet. Mit der Leitung wurde der Arzt und Psychotherapeut Dr. Guido Groeger, Erlangen, beauftragt. Ein „Deutscher Blutspenderdienst e. V.“ ist in Heidelberg gegründet worden. Er will in verschiedenen deutschen Städten Zentralstellen einrichten und für unentgeltliche Blutspender sorgen. Vorsitzender ist Prof. Dr. Carl Heinrich Bauer von der chirurgischen Klinik in Heidelberg. Donnerstag, 8. November 1851 SÜDKURIER Nr. 175 / Seite 8 Wiedersehen mit Saussouei Vormittag in Potsdam — Eine rassische üarnisonstadt — „Seite wieder frei** Von einer Berliner Mitarbeiterin de* „SOdkurler" Freunde aus der Ostzone, die man öfter einmal zu einem Kurfürhendammbummel eingeladen hat, wollen sich revanchieren und laden einen zu einem Spaziergang und anschließendem Mittagessen in Sanssouci ein. Erst wehrt man entsetzt ab: seit Jahren hat man dien Ostsektor, geschweige denn die Ostzone nicht mehr betreten und jetzt soll man nach der russischen Gamisonstadt Potsdam, zu dem Sitz der 6owjetzonalen Zentralverwaltung? Aber man läßt sich beschwichtigen, seit Wochen haben keinerlei Bahn- und Paßkontrollen mehr stattgefunden. Die Erinnerung an den Park von Sanssouci im Herbst aus früheren glücklicheren Jahren, als die schöne Umgebung Berlins dem „Inselbewohner“ noch kein verschlossenes Paradies war, tut ein übriges. Der Auftak* ist nicht sehr vielversprechend. Der Zug nach Potsdam, der früher alle zehn Minuten fuhr, fährt jetzt alle vierzig Minuten über die Stadtbahn. Auf der Station Griebnitzsee (der einst weltbekannte Name Babelsberg-Ufastadt ist längst verschwunden) darf er seit einem halben Jahr nicht halten, aus ungeklärten politischen Gründen. Erschütternd ist die Ankunft auf dem Bahnhof in Potsdam. Er ißt schmutziger denn je, die grellbunten Plakate, die blutroten und blitzblauen Transparente mit Friedenstauben verdecken die Trümmer nicht, sie unterstreichen nur. Die verwitterte Baracke auf dem Bahnhofsvorplatz trägt immer noch den stolzen Namen „Mitropa- Gaststätte“. Ein solcher Dunst schlägt dem Besucher aus dem ungepflegten Raum entgegen, daß er auf eine eingehendere Besichtigung verzichtet. Die Bahn rattert über die Stadtbrücke. Frischer grüner Rasen blinkt von der Freundschaftsinsel herüber. „Vor vier Wochen war das noch ein Trümmerfeld“, erzählt der Einheimische. Stadtschloß, Gamisonskirche, Stadtkirche sind immer noch Ruinen, umgeben von unaufgeräumten Trümmerstätten. Im Lustgarten machen sich anscheinend die buntbemalten Wagen eines Rummelplatzes breit, nachher erfährt man, daß sich dahinter eine „Factibuchausstellung“ verbirgt. Am „Platz der Einheit“, dem ehemaligen Wilhelmplatz, steigt man aus. Und nun umfängt einen das Leben und Treiben dies neuen Potsdams. Viel sowjetisches Militär mit kahlgeschorenen Schädeln, in den dicken flauschigen Wintermänteln, viel ländliche Bevölkerung in derber Kleidung, dicke Joppen, Kopftücher, plumpes Schuhwerk, eigentlich viel zu warm für das schöne Herbstwetter. Dazwischen die Städter, viele, deren Schuhwerk, deren elegantem Mantelschnitt man die Westberliner Herkunft änsieht, aber überwiegend die anderen Grauen, Dürftigen, die noch immer nach der Parole „Aus alt mach neu“ sauber, aber ärmlich gekleidet sind. s - 2\ >%**■* * v" *. ^ PS#'*' ' Vw* -**■$ ’ U *SLl.3L. -ster.'IS*- gm wM' Das alles drängt sich ohne Unterschied vor den Auslagen der Geschäfte. Und hier stellt dier Fremde, dter seit zwei Jahren nicht in Potsdam war doch einen gewissen Fortschritt fest. Zwar können die Auslagen weder an Reichhaltigkeit noch an geschmackvoller Aufmachung mit westlichen Schaufenstern konkurrieren, aber es ist doch vieles, wenn auch in minderer Qualität wieder da. Der Ostzonenbewohner, der nicht auf die Qualität achtet, kann sich doch schon besser helfen. Die Mäntel und 1 Anzüge, die Stoffe sind zwar nur aus Zellwolle, aber es gibt sie doch wenigstens, dazu auch erschwinglich. Seidenstoffe fehlen allerdings gänzlich. Putsch auf Probe In Argentinien Offiziere revoltieren gegen Revue-Star Ein Putsch auf Probe dürfte wohl nirgendwo in der Welt —. außer in Argentinien Sinn haben. Die dramatischen Hintergründe der fehIgeschlagenen argentinischen Revolte lassen niun erkennen, daß dort tatsächlich versucht wurde, einen Probe-Putsch zu inszenierein, um die Regierung nervös zu machen und- das argentinische Volk auf größere Dinge vorzubereiten, die in etwa einem halben Jahr bevorstehen. Die wirklichen Anstifter, die dem Probe- Putsch tatsächlich nur eine Erfölgschance von 1:5 gaben, sind nicht gefaßt worden. General Benjamin Menendez und andere frühere Offiziere, die sich jetzt in Haft befinden, hatten sich nur als freiwillige Strohmänner für dein Putschversuch zur Verfügung gestellt. Was ist nun in Wirklichkeit vorgegangen? Die ablehnende Haltung gegenüber den Perons, die schon lange in der Elite des argentinischen Offizierkorps aller Waffengattungen glomm, flackerte zu aktiver Opposition auf, als Eva Peron, Gattin des Diktators und früherer Revuestar, sich bei den kommenden Wahlen um die Kandidatur für den Posten des Vizepräsidenten bemühte. Im Grunde ist diese Haltung mehr gesellschaftlicher Natur als politischen Ursprungs. Die Offiziere des Heeres und der Flotte wurden traditionsgemäß von den „besseren“ Familien Argentiniens gestellt, und diese stehen Eva Perons Vergangenheit mit bitterer Ablehnung gegenüber. Die Gefahr, daß Evita die Stellung eines a. D. Evita — Peron tappt im Dunkeln Vizepräsidenten ednnehmen könnte, und die Befürchtung, daß sie Herrscherin des Landes werden könnte, falls ihrem Gatten etwas zustößt, war mehr, als diese Gruppe ertragen konnte. Einflußreiche Sprecher des Heeres stellten Peron ein Ultimatum, und Eva war gezwungen, ihre ehrgeizigen Pläne aufzugeben. Während die Radikale und Sozialistische Partei während der letzten fünf Jahre Peron offen bekämpft haben, nahmen die Konservativen bisher eine passive Rolle ein. Jetzt aber entschlossen sie sich zum Handeln und fanden bei dem Heer Widerhall General Menendez, ein ehemaliger Offizier, der in allen Teilen des argentinischen Heeres größtes Ansehen genießt, erklärte sich bereit, während des ersten Versuches als Strohmann zu fungieren. Die Revolution schlug fehl, wie mit ziemlicher Sicherheit voruszusehen war; aber das Nahziel wurde erreicht Indem sie die Initiatve zu einer offenen Revolte ergriffen, hatten die Konservativen gezeigt daß sie auf Unterstützung innerhalb des Heeres und der Flotte rechnen können, und sie gelangten dadurch in eine vorteilhafte Position in den Verhandlungen mit anderen Oppositionsparteien über einen zweiten und größeren Schlag. Der nächste Schlag soll etwa ein halbes Jahr nach den November-Wahlen erfolgen. Inzwischen tappt Peron noch immer im Dunkeln, wer der Mann ist der an der Spitze der gegen ihn gerichteten Verschwörung steht. „Seife frei“ steht groß an einem Schaufenster. Unvorstellbar für den Wiestbe- wohner, daß man sich hier noch bis vor ein paar Wochen mit kümmerlichen Kriegsseifenzuteilungen begnügen mußte. Ein paar Schritte hinter dem Brandenburger Tor ebbt der Verkehr plötzlich ab: Man steht am Parkeingang von Sanssouci. Weder in kaiserlichen Zeiten, noch unter der Weimarer Republik, nicht einmal unter den Nazis wurde hier Eintritt erhoben. Das blieb der Volksrepublik Vorbehalten. Man geht die gepflegte Lindenallee hinunter, die Blätter leuchten goldgelb ln der Herbstsonne. Rechts schimmert die Marmorstatue vom Alten Fritz. Selbst die haben sie unangetastet gelassen. „Du glaubst gar nicht, was das für uns bedeutet in der Ostzone, daß hier noch eine Stätte ist, die das Historische bewahrt. Ueberall wo anders wird es verfolgt, zerstört, ausgemerzt. Warum sie es hier hegen und pflegen, ist unverständlich, aber es siei ihnen gedankt“, schüttet der ostzonale Begleiter sein Herz aus. Dann liegt das Schlößchen vor einem mit den vielen Stufen, die hinaufführen, gegen den Hintergrund flammend roter und gelber Herbstbäumie. Im Goldfischteich schwimmen die Goldfische, die Taxushecken sind sauber verschnitten, der Rasen kurz geschoren, die Gewächshäuser verglast. Eine Schulklasse steht herum, die Lehrerin verstummt in ihren Erläuterungen, als wir uns nähern, sonst ist niemand zu sehen. Die historische Mühle liegt in Trümmern, das scheinen die einzigen Trümmer hier zu sein, denn die Orangerie ist wohlerhalten und all die Marmorbüsten und Götterbilder lugen aus dem umgebendien Gelb und Grün unversehrt hervor, vielleicht ein bißchen verwitterter, aber um so lieblicher in die Landschaft passend. Hele Kalter Krieg auf Kohlen Auf Spitzbergen, der norwegischen Inselgruppe im nördlichen Eismeer, sind seit einiger Zeit geheimnisvolle Dinge im Gange: Die sowjetischen Kohlengruben beschäftigen trotz ihrer geringen Produktion mehr Arbeiter als je, alles junge Leute im militärpflichtigen Alter. Die russischen Schiffe, die eigentlich nur Kohlen holen sollen, treffen gelegentlich vollbeladen in Spitzbergen ein. Zahlreiche Stollen der sowjetischen Gruben wurden stillgelegt und sollen als Lager für Kriegsmaterial benutzt werden. Andere Meldungen besagen, daß es sich bei den Bergwerksdirektoren in Wirklichkeit um hohe Offiziere der Roten Armee handle... Diese Vorgänge bilden den Hintergrund zu der neuen offiziellen Moskauer Forderung nach Revision des Spitzbergen-Abkommens von 1920. In dem internationalen Vertrag erkannten die Großmächte Norwegens Oberhoheit über das Eiland an. Die Sowjetunion erhielt zu besonders günstigen Bedingungen das Recht, in bestimmten Gebieten Kohle abbauen zu dürfen. Jetzt beanspruchen die Russen außerdem eine 50prozentige Beteiligung an der Verwaltung. Denn die Inselgruppe hat heute eine große strategische Bedeutung. Sowjetische Flugplätze, deren Anlage das Internationale Abkommen strengstens untersagt, wären ein Gegengewicht gegen amerikanische Luftbasen auf Island und Grönland. Spitzbergens Fjorde könnten im Sommer auch den größten Schlachtschiffen Unterschlupf gewähren. Der Besitz der Inselgruppe würde die Sowjets in die Lage versetzen, die Zufahrt durch die „Nördliche Durchfahrt“ weitgehend zu sperren. Diese Stützpunkt - Bedeutung Spitzbergens hat einen anderen Anziehungswert in den letzten Jahren völlig in den Schatten gestellt: Die reichen Kohlenvorkommen. Sie sind bereits im 17. Jahrhundert entdeckt worden. Aber niemand wagte sich an den Abbau. Spitzbergen war noch vor 50 Jahren das Paradies der Pelztierjäger, Tggj;; ritiaas i ISLAND O J / t «■ iZI dessen Einsamkeit nur selten von Europa- Müden und Nordlicht-Hungrigen gestört wurde. Erst 1905 ging Mr. John M. Longyear aus Bosten mit modernen Maschinen an den Kohlen-Abbau heran. Er entfesselte einen Kohlenrausch, der dem Goldfieber in Alaska nicht nachstand. Denn die Spitzbergen-Kohle ist wertvoll. Die Flöze sind von einer Mächtigkeit, wie sie der Kontinent nicht kennt Trotzdem arbeiten die Gesellschaften oft mit Verlust. Denn der Transport verschlingt riesige Summen. Und die Bergleute in Spitzbergen sind die bestbezahlten der Welt Sie verdienen monatlich zwischen 900 und 1000 DM. Wäre es nicht so, würde niemand in Spitzbergen arbeiten, denn auf diesen Inseln, die nur 650 Kilometer vom Nordpol entfernt liegen, herrscht fast ein halbes Jahr lang tiefe Nacht Dann sinkt die Temperatur bis zu 60 Grad unter Null. Zwischen November und Juni gibt es keine Zeitungen und der Rundfunk-Empfang ist schlecht Wenn die Nächte heller werden, überkommt eine Art Föhnstimmung die Menschen. Es gibt Nervenzusammenbrüche, sogar Selbstmorde. L. M. Staatsbesuch, nicht Modenschau - sagt Prinzessin Elizahetli Die offizielle Rundfahrt des britischen Thronfolgerpaares — Keine Kleinigkeit für eine Fünfundzwanzigjährige Von unserem Mitarbeiter in Toronto Prinzessin Elizabeth9 Staatsbesuch in Kanada begann mit einem Rätselraten unter den amerikanischen Journalisten: Wae trägt die Thronfolgerin unter ihrem Nerz- mantel? Ein Kleid oder ein Kostüm, In welcher Farbe? Blau oder grau? Man erkundigte sich bei der Begleitung der Prinzessin. Schließlich ließ man bei Elizabeth selbst anfragen. Die Antwort war nicht ermutigend 1 : „Ich bin auf keiner Modenschau, sondern auf einem Staatsbesuch in Kanada.“ Auf einer „Marathon-Reise“, -wie die Fahrt von der Weltöffentlichkeit getauft wurde. Sie nähert sich jetzt ihrem Ende. In den nächsten Tagen werden die britische Thronfolgerin und ihr Gatte wieder nach England fliegen. Sie haben in Kanada 15 000 Kilometer zurückgelegt, 70 Städte besucht und rund 20 Ansprachen gehalten, ganz abgesehen davon, daß sie am laufenden Band Besichtigungen Vornahmen, Kränze niederlegten und Hände schüttelten. Es war eine anstrengende Reise, obwohl der Sonderzug mit seinen zehn Wagen allen erdenklichen Komfort enthielt. Ein Schlafzimmer, einen Anklei- deraum und ein Bad in Muschelrosa für die Prinzessin, ein cremefarbenes Schlafzimmer für ihren Gatten, einen birken- holz-getäfelten Salon. Aber zu selten hatte das Paar Zeit, sich dieser Annehmlichkeiten zu erfreuen. Während der Herzog von Edinburgh als Seeoffizier an Strapazen gewöhnt ist, sah die Prinzessin bereits in der zweiten Woche der über einen Monat währenden Fahrt ermüdet aus. Dazu mag auch die Tatsache beigetragen haben, daß dieser Staatsbesuch nicht nur körperlich, sondern auch große seelische Anforderungen an die britische Tihronfolgerin stellte. Es war ihr erstes offizielles Auftreten in Amerika, ihr erster repräsentativer Staatsbesuch, den sie völlig ohne väterliche Unterstützung durchführen mußte. Keine Kleinigkeit für eine Fünfundzwanzigjährige. Und es gab Augenblicke, in denen spürte man das. Sie gab keine Pressekonferenzen oder Interviews. Und Reporter, die trotzdem versuchten, mit ihr in ein Gespräch zu kommen., mußten erleben, daß sie sofort von der Bildfläche verschwand. Als in Ottawa ein dreijähriges Mädchen ihr Blumen überreichte und dabei — von der Begeisterung ringsum verwirrt — zu weinen anfing, wußte Elizabeth nur das übliche „Thank you dear“ (Danke, Liebes), zu sagen. Ihre Mutter, die das gleiche bei dem Staatsbesuch 1930 erlebt hatte, nahm damals das weinende Kind auf den Arm und beruhigte es — erinnerten die amerikanischen Zeitungen. Nur ganz selten wagte sie bei diesem Staatsbesuch, aus sich herauszugehen. Die Argus-Augen der Oeffentlichkeit entdeckten die Tränen, die ihr in die Augen stiegen, wenn sie nach ihrem schwer kranken Vater gefragt wurde. Sie bemerkten die stolze Aufregung, die sich ihrer bemächtigte, als man ihr aus London mitteilte, daß die ersten Gehversuche der kleinen Anne erfolgreich verlaufen seien. Der Herzog von Edinburgh spielte bei diesem Staatsbesuch überhaupt eine wichtige Rolle. Denn er hat die Fähigkeit, rasch mit Menschen in Kontakt zu kommen. Eine Gabe,die besonders in USA sehr geschätzt wird. Der Herzog würde, so schrieben die amerikanischen Berichterstatter, das Zeug dazu haben, beispielsweise einen Wahlkampf in Texas zu gewinnen. Wichtiger aber als all das war sein Bemühen, Elizabeth bei ihrer schwierigen Aufgabe zu helfen. Wenn sie müde und nervös erschien, verstand er es mit wenigen Worten, sie aufzumuntern und zum Lächeln zu bringen. Deshalb ist es zu einem guten Teil dem Herzog von Edinburgh zu verdanken, daß Elizabeth nicht nur die Achtung und Sympathien der kanadischen Bevölkerung, sondern auch ihre Liebe gewann. Millionen jubelten dem jungen Paar ziu. Die Reise war genauestens eingeteilt. Jede Minute war ausgenutzt. Kein Wunder also, daß die jungen königlichen Gäste manchmal den Wunsch niederkämpfen mußten, diesen Stundenplan zu durchbrechen. Vielleicht betonten sie deshalb so oft, sie seien zum erstenmal in Amerika und sie möchten das sehen, was die Touristen anzieht. Man zeigte ihnen daraufhin die kanadischen Fünflinge, die amerikanische Kongreßbibliothek, deren Fassade ebenso wie die des Kapitols vorher von der Feuerwehr saiubergewaschen worden war. Aber ihre Eindrücke vom nordamerika- nischen Kontinent blieben spärlich: Indianer-Kanus, die den Zerstörer umringten, der das Paar zur Insel Vanicouver brachte. Eis, das die Autostraße blockierte und zu Umwegen zwang. Regen, der den Anblick der Rockie Mountains verwehrte und Philip um die geplante Entenjagd in Britisch Columbia brachte. Aber das ist wohl auch nicht möglich, wenn man mit einem Stab von mehreren hundert Menschen reisen muß. Allein 4000 Journalisten waren bei Elizabeth „akkreditiert“. 150 folgen dem Sonderzug ständig. Sie berichteten über alle Einzelheiten der Reise. Sie beschrieben spaltenlang das Staatsbankett von Montreal, bei dem gerösteter Fasan serviert wurde. Sie notierten sämtliche Geschenke, die Elizabeth bekommen hat: Von den zwei silbernen Kinderbestecken bis zu den 500 Büscheln Weizen, die ihr in Regina, der „Königin“ de.s Weizenlandes überreicht wurden. Uncj sie unterrichteten den amerikanischen Kontinent gewissenhaft über die Garderebe der Prinzesisn, die in dieser Frage später nicht mehr so ablehnend war wie zuerst. Im Gegenteil. Sie wählte unter ihren 18 Kostümen jeden Morgen sehr bedächtig das aus, was ihr am geeignetsten für den Stundenplan erschien; Das dunkelrote Kleid für die Reise zu Truman, das Kostüm mit dem Fischgrätenmuster für den Empfang in der Stadt Calgary, den braunen Samtmantel mit dem Kutscherkragen für die militärischen Vorführungen in Trenton. Vielleicht hat sich die Prinzessin an das umfangreiche Kleiderprogramm der Madame Auriol erinnert, deren Staatsbesuch im Frühjahr ein riesiger Erfolg der französischen Haute Couture in Amerika war. Se \\ Erfinde dolomo des (ährt die \frleti 4 Banz 1692 Der neue Ooffnter-Wogen 1894 Der Sieger im ersten Autorennen-, em Daimler 1894 Darmier-Wogen mit Heckmotor mit Mob» iloe\ ,******" 97 Neukonstnj® ^eVoCOV 1 " f,llati°" "-£ 2 SS*-'= 2 SS**!:;£ Des* 1 ’ Oil cö grenzen geben Ourch bae Haus Zollhaus am Emmishofer Tor wird abgebrochen — Neubau nicht vor dem Frühjahr Nachdem, der schweizerische ZoHhof am Emmisfaofer Tor seit Tagen aufgerichtet ist und die beiden großen Gebäude seit Wochen ihre endgültige Form erkennen lassen, beginnen ab kommenden Montag nunmehr auch deutscherseits die Vorarbeiten für den großen Umschlagszollhof. Der Baubeginn hat sich auf deutscher Seite deswegen verzögert, weil zunächst die Bundesmittel nicht genehmigt waren, inzwischen aber eingetroffen sind. Die Höhe der Baukosten und damit die Summe, die vom Bund bezahlt wird, war allerdings vom Bezirksbauamt in Konstanz nicht zu erfahren, da man offenbar eine erneute Debatte über „Behördenbauten ja oder nein“, wie sie bekanntlich beim Bau des Arbeitsamtes am Webersteig entstanden war, vermeiden will. Also wird am kommenden Montag mit dem Abbruch des in den 90er Jahren erstellten deutschen Zollgebäudes am Emmishofer Tor begonnen. Obwohl der Baubeginn schon seit Wochen zu erwarten war, kommt er für das Konstanzer Hauptzoll- amt doch überraschend. Das Amt hat erst gestern abend von privater (!) Seite vom Abbruch des Emmishofer Zollgebäudes erfahren. Deswegen steht im Augenblick auch noch nicht fest, wie in Zukunft der Grenzgänger- und Autoverkehr an dieser Zollstelle geregelt wird. Vermutlich wird der Autoverkehr nach der Schweiz über das Kreuzlinger Tor geleitet, während die Grenzgänger vorerst auf der Straße abgefertigt werden, was auch für die Zollbeamten nicht angenehm sein dürfte. Zunächst wird heute Donnerstag das Städtische Elektrizitätswerk mit dem Verlegen der Starkstromleitungen beginnen, was insofern einige Schwierigkeiten mit sich bringen wird, als an diesem Netzstrang eine Reihe von Betrieben, u. a. auch die Bundesbahn angeschlossen sind. Außerdem wird das Fernsprechbauamt mit dem Verlegen der Femsprechleitungen in den nächsten Tagen beginnen. Als erster Bauabschnitt ist dann die Überbrückung des Grenzbaches vorgesehen, der sich dann die Tiefbauarbeiten für den deutschen Zollhof anschlteßen. Dabei sehen die Pläne vor, den deutschen Zollhof ohne Zwischenraum direkt an das schweizerische Zollgebäude anzubauen, so daß die deutsch- schweizerische Landesgrenze mitten durch das Haus geht und Konstanz somit um eine Grenzkuriosität reicher werden dürfte. Sobald der deutsche Zollhof auf halber Höhe steht, was wegen der Frostgefahr nicht vor dem Frühjahr zu erwarten ist, wird mit dem Ausbau der Straße „zur Laube“ begonnen werden, wobei das Straßenknie Döbelestraße — Obere Laube ein schwieriges Verkehrsproblem ergeben dürfte. Die in Oer Stille arbeiten Treue Hausangestellte wurden geehrt Das Badische Rote Kreuz hat nun, einer alten Tradition folgend, am Mittwoch- nachmittag in (St Johann die Hausangestellten, die lange Jahre in der gleichen Familie tätig sind, im Rahmen einer Feier würdig geehrt. Landgeriehtspräsi- dent Deufel begrüßte im Namen des Ortsvereins vom Roten Kreuz, sowie als Vorsitzender des Kreisvereins vom Roten Kreuz die zahlreich erschienenen Gäste und übermittelte den dreißig Hausangestellten, die erschienen waren, .und an blumengeschmücktem Tisch Platz genommen hatten, besondere Grüße. Ein ansehnlicher Geldbetrag wurde Jubilarinnen, die 40 big 50 Jahre in einer Familie tätig sind, im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft durch Oberregierungsrat Dr. Huggle mit herzlichen und anerkennenden Worten überreicht. Oberbürgermeister Knapp gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß ein alter, schöner Brauch nun wieder auflebt. Treue auf beiden Seiten, bei den Familien und ihren Angestellten, ein gegenseitiges Geben in dieser Art, sei die Grundlage für ein jahrzehntelanges bestes Einvernehmen. Der jungen Generation möge dieses treue Schaffen und Wirken zum Vorbild werden. Sehr schöne gesangliche Darbietungen wurden vom Kinderchor der Wessenberg’- schen Erziehungsanstalt — unter Leitung von Hauptlehrer Silber — dargeboten. Anschließend nahm der Vorsitzende des Ortsvereins vom Roten Kreuz, Apotheker Dr. Welsch, die Ehrung der 30 Jubilarinnen vor, die Urkunde und Ehrengabe überreicht bekamen. Frau Regierungsrat Sturm fand herzliche Worte des Dankes namens der Angestellten sowie auch der Hausfrauen für die würdige Ehrung, die der stillen, unermüdlichen Tätigkeit der im Haushalt Schaffenden galt. Im weiteren Verlauf des Nachmittags Wurden die Jubilarinnen mit Kaffee und vorzüglichem Kuchen bewirtet. Die Kinder der Weseenfoerg’schen Erziehungs- | anstatt trugen mit ihren reizvollen, volks- ' tümlichen Liedern und ihren hübschen I Gedichtvorträgen sehr zur Unterhaltung bei. Es wurden geehrt: Katherina Grundier 51 Jahre bei Familie Ellegast; Rosa Burger 50 Jahre bei Familie Prof. Neuburger; Hedwig Burger 48 Jahre bei Familie Abelmann; Theresia Hahn 43 Jahre bei Prof. Keller; Katherina Frick 40 Jahre biet nicht allzusehr hinter anderen Städten zurückzubleiben. Das Programm der Veröffentlichungen „Quellen zur Konstanzer Geschichte“, das sich Stadtarchivar Dr. Feger gestellt hat, gilt hauptsächlich dem Stadtrecht, von dem bis jetzt mehrere Bände abzusehen sind. Zwei davon sind bereits erschienen, einer ist im Drude und zwei sind im Manuskript fertig. Dem Ziel, in unserer schnellebigen Zeit das Interesse an der Vergangenheit in weiteste Kreise zu tragen, dienen die Vortragsabende, die beinahe jede Woche im Stadtarchiv einen zahlreichen Hörerkreis versammeln, und in denen immer wieder auch Laienhistoriker zu Wort kommen, die — oft beraten von Dr. Feger — aus Freude an der Heimatgeschichte daran arbeiten, einzelne Gebiete städtischer Vergangenheit unserem Wissen zu erschließen. qu— Neue Filme Gloria: „Sensation in San Remo“, das ist der neueste deutsche Revue-Farbfilm mit Marika Rökk. Abend für Abend verwandelt sich die Gymnastiklehrerin Cornelia in die Chansonsängerin und Tänzerin Corry, bis sie bei einem Kapellen-Wettstreit in San Remo anerkannter Revuestar wird. — Capitol: „Zigeuner-Wildkatze“, ein Farbfilm um die Abenteuer der entführten Grafentochter unter den Zigeunern. Mit Maria Montez, Jon Hall und Peter Coe. (Freitag bis Montag.) — Scala: „Der alte Sünder“. Wien, wie es einst war, sorglos, glücklich, charmant, will dieser Film mit Paul Hörbiger wieder in Erinnerung bringen. (Freitag bis Montag.) — Sondervorstellungen (Samstag und Sonntag). Gloria: Carl Froelichs Meisterfilm um zwiespältige Erziehungsprobleme: „Mädchen in Uniform“. Capitol: Der Schweizerfilm um den § 218: „Ist Dr. Ferrat schuldig?“ — Roxy: Vom Freitag bis Dienstag „Allotria in Florida“, ein amerikanischer Farbfilm mit Don Ameche, Betty Grable und Robert Cummings. — Nachtvorstellung am 10. November und Matinee 11 Uhr am 11. November: „Zwischen den Eltern“, ein Eheproblem-Film mit Willy Fritsch, Hans Brausewetter und Erna Morena. bei Familie Gottmann; Berta Noe 38 Jahre bei Frau v. Babo; Maria Frick 35 Jahre bei Familie Gottmann; Anna Meier 34 Jahre bei Familie Riggler; Lina Weiß 33 Jahre bei Familie Mannhart; Paula Fleig 33 Jahre bei Familie Horcher; Maria Fetscher 31 Jahre im Kloster Zoffingen; Theresia Hilpert 28 Jahre bei Familie Haunz; Ella Rieger 27 Jahre bei Familie Mahler; Cäcilie Echle 26 Jahre bei Familie Gradmann; Susanne Weisser 26 Jahre bei Familie Mayrhofer; Walburga Gapp 25 Jahre bei Geistl. Prof. Schüler; Emma Butzengeiger 23 Jahre bei Familie Winter; Agnes Zimmermann 23 Jahre bei Familie Neumann; Friederike Bachhofer 22 Jahre bei Familie Burger; Maria Restle 22 Jahre bei Familie Roedenbeck; Luzia Grimm 21 Jahre bei Familie Haug; Walburga Hagen 20 Jahre bei Familie Kaiser-Gradmann; Resi Baur 20 Jahre bei Familie Hogg; Anna Keller 20 Jahre bei Fräulein Schieß; Walburga Rief 20 Jahre im Marienhaus; Elsa Handlaser 19 Jahre bei Familie Rotzinger; Pauline Lutz 19 Jahre bei Frh. v. Rotberg; Johanna Schneider 19 Jahre bei Familie Penke; Ottilie Ströhle 18 Jahre bei Familie Kutt- ruff; Resi Riedmüller 16 Jahre bei Frau Reg.-Ra/t Sturm. Verölenter Danh Wer im Verlaufe der vergangenen Sommersaison Gelegenheit hatte, einen Einblick in die Tätigkeit des Bodensee-Reisebüros zu tun, hat feststellen können, daß ein reibungsloser Ablauf des vom Reisebüro bewältigten Riesenprogrammes im Interesse des Fremdenverkehrs nur durch die restlose Tätigkeit aller Betriebsangehörigen gewährleistet werden konnte. In unermüdlicher Tag- und Nachtarbeit mußten die entsprechenden Vorbereitungen getroffen werden. Ueber das Wochenende wurde nun den 20 Angestellten des Bodensee-Reisebüros als Dank für ihre Arbeit während der Saison Gelegenheit geboten, die Teile der benachbarten Schweiz kennen zu lernen, die im vergangenen Sommer nicht bereist wurden, im kommenden Jahr jedoch auch in das Ausflugsprogramm einbezogen werden sollen, nämlich das Berner Oberland, das Wallis und den Genfer See. Die Schweizerische Bundesbahn, mit der, neben den einheimischen Verkehrsverbänden, eine enge und freundschaftliche Zusammenarbeit bestand, hatte auf Anregung des Vorstandes des SBB- Bahnhcfes Konstanz, H. Jakob, das Reisebüro zu dieser schönen Fahrt eingeladen. Die Landeshauptstadt Bern, wo sich zur Begrüßung H. Meyer von der Direktion der Bern-tLötschberg-Simpilon-Bahn eingefunden hatte, das malerische Zermatt am Fuße des Matterhorns und das durch seine herrlichen Quais ganz südländisch anmutende Genf wurden besucht. Dankbar würdigte der Leiter des Bodensee-Reisebüros, Paul Dorsch, die geleistete Arbeit und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Saison 1952 ein ebensolcher Erfolg be- schieden sein möge. Malerinnung und Städtische Sparkasse Es wurde vor kurzem berichtet, daß die Städtische Sparkasse Konstanz eine Viertelmillion DM für Renovierungsarbeiten zur Verfügung gestellt hat. Die Gelder werden jedoch nur an Interessenten abgegeben, die sich verpflichten, die Aufträge an diejenigen Handwerker zu geben, die mit der Städtischen Sparkasse im Konto- Korrentverkehr stehen. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister wendet sich nun die Malerianung gegen diese Bestimmung, weil die Innung die Ansicht vertritt, die Städtische Sparkasse zwinge durch die Bedingung sämtliche Handwerker von Konstanz bei der Sparkasse ein Konto zu eröffnen, um sich eine evtl. Jahrzehnte alte Privatkundschaft zu erhalten. „Diese Bedingung seitens der Sparkasse“, so-heißt es in dem Schreiben an den Oberbürgermeister weiter „die immerhin eine städtische Einrichtung und somit der Allgemeinheit verantwortlich ist, hat im Handwerk großen Unwillen hervorgerufen.“ Der Oberbürgermeister wird ersucht, darauf hinzuwirken, daß die Eröffnung von Zwangskonten bei der Städtischen Sparkasse rückgängig gemacht wird. m Elli Donnerstag, 8. November 1951 SÜDKURIER Nr. 175 / Seite 6 Wenn Drei Mann eine Grube graben.. ♦ Ein gerichtliches Nachspiel zum Wollmatinger Musikfest Was wäre ein Musikfest ohne Fahnen: an den Häusern, auf dem Festplatz, schließlich auch am Ortseingang, wo sie dem Fremden weithin von dem freudigen Ereignis künden! Drei gesetzte, musikbegeisterte Männer hatten zum Wollmatinger Musikfest die Aufgabe übernommen, die beiden Fahnen am Ortsausgang nach Radolfzell zu setzen. Ueberlegen gingen sie an die gern übernommene Arbeit Man wählte die Plätze für die beiden Stangen zu beiden Seiten der Straße. Auf der rechten Seite der Straße hieß es vorsichtig zu sein, hier mußte am Straßenrand ein Kabel liegen. So hatte der eine den beiden andern Männern verkündet, denn er kannte sich als Telegrafenbeamter darin aus. Auf seinen Vorschlag wechselte man weiter nach rechts auf ein Privatgrundstück hinüber, wo keine Gefahr bestand, denn gemeinhin pflegt man auf Privatgrundstücke keine Fernkabel zu legen. Wie erstaunt waren die drei Männer, als sie dennoch bei ihrem schaufelbreit«! Loch in einer Hefe von etwa 70 cm auf ein Kabel stießen. Es war das Fernkabel nach Stuttgart. Als der Mann, der als Fachmann etwas davon verstand, in dem Erdaushub des einen Grabenden die kleinen Scherben des Schutzziegels erkannte, gab er sofort das Kommando .Halt!“ und untersuchte das Kabel auf dem Grund des Loches, das an einer Stelle eine Dalle hatte. Nach beendeter Arbeit tat er ein Weiteres und rief das Verstärkeramt an und erkundigte sich, öb an dem Fernkabel nach Stuttgart eine Störung aufgetreten sei. Er erhielt eine beruhigende Auskunft. Als er nach Beendigung seines Urlaubs seinen Dienst wieder angetreten hatte, unterrichtete er auch im Vorbeigehen einen Vorgesetzten vom Femmeidebauamt. Noch immer schien alles in Ordnung. Erst genau einen Monat später trat dann an dem besagten Kabel eine Störung auf. Nach einem starken Regenfall war an einer andern Stelle Wasser in die tiefere Erde gedrungen, das inzwischen die beschädigte Stelle des Kabels erreicht hatte und die Störung hervorrief. Dadurch entstand der Post ein Schaden von 300 DM; vor vier Wochen hätte sich der Schaden noch für den zehnten Teil der Summe reparieren lassen. Die drei Männer erhielten einen Strafbefehl über 40 DM für den Telegrafenbeamten und über je 30 DM für die andern beiden. Da sie dagegen Einspruch erhoben, stand die Sache am Mittwoch vor dem Konstanzer Amtsgericht zur Verhandlung. Auf .fahrlässige Gefährdung des Tele- grafembetriebes“ lautete die Anklage. .Kleine Fädle“ sind juristisch nicht immer die einfachsten und leichtesten. Bei der Klarstellung dieses Falles handelte es sich, wie so oft vor Gericht, um die Feststellung des Tatbestandes der Fahrlässigkeit. Mußten die drei Männer voraussehen, daß sie bei den Grabarbeiten möglicherweise das Kabel treffen kannten? Die Sache stand für sie auf des Messers Schneide. Das Gericht verneinte schließlich die Frage und gelangte zu einem Freispruch für alle drei. Ob aber Freispruch oder nicht — beim nächsten Musikfest, oder wann immer sie wieder Fahnenstangen aufzurichten haben, werden die drei noch vorsichtiger sein. Auch „unter Tage“ gibt es gewisse Verkehrsregeln“, die beachtet sein wollen, drp. Wegen Vergehens gegen Paragraph 183 Das Amtsgericht Konstanz verurteilte am Mittwoch einen 23jährigen jungen Mann aus Konstanz wegen Vergehens gegen Paragraph 183 (Erregung öffentlichen Aerger- nisses) zu einer Gesamtstrafe von drei Monaten Gefängnis, unter Einbeziehung einer sechswöchigen Gefängnisstrafe, der der gleiche Tatbestand zugrunde liegt und die der Verurteilte z. Z. absitzt. Ebenfalls zu drei Monaten Gefängnis verurteilte das Amtsgericht einen 46jährigen Mann wegen Erregung öffentlichen Aergemisses; in diesem Falle gilt die Strafe als durch die Untersuchungshaft verbüßt. Jugenölager aus zwölf Nationen Der Württembergische Landessportbund beabsichtigt in der Zeit vom 1. bis 14. August 1052 in Konstanz ein großes Zeltlager unter der Beteiligung von etwa 600 Jugendlichen aus zwölf Nationen zu veranstalten. Das Zeltlager, das der Annäherung deutscher und ausländischer Jugend dienen soll, ist als Sportlager gedacht und soll etwa zwölf verschiedene Sportarten wie Fußball, Leichtathletik, Boxen, Rudern, Kanu usw. umfassen. Im Anschluß an das Zeltlager sollen dann die in Konstanz vorgesehenen, vom RV „Neptun“ ausgerichteten deutschen Jugendmeisterschaften im Rudern stattfinden. Als Platz für das internationale Jugendzeltlager stehen das Strandbad Jakob, ein Geländestreifen des ehemaligen Golfplatzes vor der Insel Mainau und das Ufer am Wasserwerk zur Diskussion. Heute Eröffnung des Caritas-Bazars Heute, Donnerstagnachmittag, wird der Bazar des Caritasverbandes Konstanz zugunsten der karitativen Kinderhilfe im großen Saal des St. Johann eröffnet. An den verschiedenen Ständen werden Textilien, Haushalts- und Spielwaren aus Spenden Konstanzer und auswärtiger Geschäfte, Firmen und Einzelpersonen sowie eelbst- angefertigte Arbeiten von Angehörigen der katholischen Müttervereine zum Kauf an- geboten. Ferner gibt es Kaffee, Kakao, Tee, Kuchen und warme Würstchen. Eine reich beschickte Tombola mit schönen Gewannen wird viele Wünsche erfüllen. Mitglieder der verschiedenen katholischen Organisationen werden nachmittags und abends ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm bieten. Lohn für Blumenpflege Im Rahmen eines kleinen Festaktes wird am kommenden Samstag, 20 Uhr, in der Schottenturnhalle die Prämiierung der am schönsten geschmückten Fenster, Baikone und Vorgärten durch den Geschäftsführenden Arbeitsausschuß .Konstanz in Blumen“ stattfinden. Auch die Preise im Tankstellen - Sonderwettbewerb kommen dabei zur Verteilung. Das Schmitt-Bohn- Trio wird die Feierstunde mit einem Ter- zetto von Dvorak einleiten. Die Bürgerschaft der Stadt ist herzlich eingeladen. Die Preisträger erhalten vorher schriftV'he Benachrichtigung. Als Ausweis für den Empfang der Preise gilt die Einladung, die mitzubringen gebeten wird. Bahnhof-Friseur-Salon neu eröffnet Das Friseurgeschäft am Bahnhof, das vor kurzem an Friseurmeister F. Roithinger überging, wurde von Grund auf erneuert und modernisiert. Wer heute die hellen und lichten Räume betritt, ist überrascht, wie gediegen und geschmackvoll sie umgestaltet wurden. Der Herrensalon ist mit bequemen Original-Beldam-Stühlen ausgestattet, die sich ohne Mühe hochstellen oder seitlich verstellen lassen. Die Toilettetische stellen erstklassige Schreinerarbeit dar mit großen von Chromleisten umrahmten Spiegeln. Stahlmöbel und moderne, fast geräuschlose Apparate vervollständigen die Einrichtung. Auch der Damensalon zeichnet sich durch eine vornehme Note aus mit seinen geräumigen Kabinen und seinen mit deutschem Marmor verkleideten Toilettetischen. Ausweise zeigen lassen Es ist in der letzten Zeit verschiedentlich vorgekommen, daß Personen in Wohnungen kamen und sich als Beauftragte des Wohnungsamtes ausgaben, die berechtigt seien, die Wohnungen anzusehen. In dieser Woche erschienen in einer Wohnung der Oberen Laube zwei Männer und stellten das gleiche Verlangen. Als die Woh- niungsinhaberin einen Ausweis sehen wollte, machten die beiden Männer Ausflüchte und verschwanden schließlich. Von seiten des Wohnungsamtes ward darauf hingewiesen, daß die Angestellten des Amtes, die den Außendienst versehen, einen Ausweis mit Lichtbild besitzen, der von der Stadtverwaltung ausgestellt ist. Wenn sich jemand als Beauftragter des Wohnungsamtes ausgibt, um eine Wohnung in Augenschein zu nehmen, kann er ohne weiteres nach seinem Ausweis gefragt werden. Vom TV 1862 Konstanz Der Turnverein 1862 hielt im Nebenzimmer von St. Johann eine Mitgliederversammlung ab, auf der vor allem die bevorstehenden Veranstaltungen, insbesondere die Badische Junioren-Meisterschaft am 1. und 2. Dezember in der Schottenturnhalle besprochen wurden. Die Nikolausfeier wird wie alljährlich in allen Abteilungen durchgeführt werden. Der traditionelle Turnerball 1952 ist für den 9. Februar 1952 im großen Saal von St. Johann vorgesehen. Die geplante Filmvorführung über Leichtathletik und die Verteilung der Diplome vom Turnfest in Arien wurden verschoben. Durch eine große Werbeaktion sollen weitere Mitglieder für den Verein gewonnen werden. Sparen am Unrechten Platze? Man schreibt uns: Ort der Begebenheit: Das Hauptpostamt Konstanz, vor einigen Tagen, 17 Uhr. Ein Herr wendet sich an das diensttuende Fräulein am Telegrammschalter mit der Frage, wo der Lichtschalter für den Schaltervorraum sei. Er müsse eine Karte schreiben, aber es sei schon zu dunkel. Darauf das Fräulein höflich aber bestimmt „Wir dürfen kein Licht in diesem Raum machen, weil sich die meisten Leute dort nur zum Lesen auf halten!“ Hierauf der Herr: „Ja, es ist aber doch ein Schreibraum!“ Das Fräulein weiß nichts anderes zu tun als die ihr erteilte Weisung zu wiederholen. Frage: Muß man als Fremder erst in ein Gasthaus gehen, um nach Einbruch der Dunkelheit eine Postkarte schreiben zu können? Sport Gelingt Vorarlberger Boxern die Revandiet Am Samstag empfängt der „Rheinstrom" eine Vorarlberger Boxauswahl zum Rückkampf im Konzil. Die Konstanzer Staffel hatte am 15. September die Vorarlberger in Bregenz 13:7 geschlagen. Die Gäste hoffen, daß ihnen mit einer verstärkten Mannschaft, in der neben dem bekannten Frank voraussichtlich noch fünf Vorarlberger Meister vertreten sind, die Revanche glücken wird. Daß sie nicht ganz aussichtslos an den Start gehen, beweist der hohe Sieg vor kurzem in Laupheim, wo die Vorarlberger nicht weniger als fünf k.-o.-Siege erringen konnten. $lus ber 9tad)barfd)aft Dettingen-Wall hausen. Im Alter von 70 ’A Jahren starb am Sonntag nach langem Leiden der frühere Hiifswaldhüter und Holzhauermeister Josef Müller von Wallhausen. Unter starker Beteiligung wurde der Verstorbene auf dem Dettinger Gottesacker zur letzten Ruhe gebettet. Nach den kirchlichen Gebeten des Ortsgeistlichen sprach ein Vertreter des Konstanzer Forstamts Worte des Dankes und der Anerkennung für die geieisteten Dienste und legte einen prachtvollen Kranz am Grabe nieder. Auch die früheren Arbeitskameraden gedachten des Dahingeschiedenen durch eine Kranzspende und gaben ihm vollzählig das letzte Geleite. Langenrain. Nachdem der Wohnungsbau in Kaltbrunn, der von der Gemeinde Langenrain finanziert wurde, fertiggestellt ist, sind nun die beiden Flüchtlingsfamilien 'Kappel und Mayer nach Kaltbrunn umgezogen. Außer einer neuen Wohnung haben beide Familien eine bessere und nähere Verbindung an ihre Arbeitsstätten gefunden. — Auf dem hiesigen Friedhof wurden auf Allerheiligen die Gehwege mit feinem Straßenschotter belegt. Das große Friedhofkreuz wurde wiederum in die Mitte des Friedhofes versetzt und um das Kreuz eine gärtnerische Anlage angelegt. — In der Pfarrkirche hat Pfarrer Kary verschiedene zweckmäßige Aenderungen vorgenommen. Der Einbau der neuen Orgeil hat sich aus technischen Gründen verzögert, doch hofft man, daß mit dem Einbau bald begonnen wird. Neuer Termin der Fertigstellung soll Mitte Dezember sein. Seuchensperrgebiete aufgehoben Überlingen. Nachdem in den letzten beiden Wochen im Kreis Überlingen keine neuen Fälle von Maul- und Klauenseuche aufgetreten sind, wurden die Sperrgebiete Überlingen und Mühlhofen aufgehoben, bzw. auf die Seuchengehöfte selbst beschränkt. Es ist zu hoffen, daß noch in dieser Woche nach festgestellter Abheilung die Schlußdesinfektion vorgenommen werden kann. Die Gefahr der Weiterverbreit* tung besteht jedoch noch weiterhin, nach* dem in Aulendorf ein Seuchenfall festgestellt wurde. Mädchen durch Starkstrom getötet Stockach. Die 22jährige Tochter eines Landwirts in Schwackenreute kam mit einem unter Strom stehenden Leitungsmast in Berührung und wurde auf der Stelle getötet. Der Draht fiel in der Dämmerung zu Boden, so daß er nicht rechtzeitig bemerkt wurde. Zuerst kam der zehnjährige Bruder des Mädchens mit der Leitung in Berührung und stürzte zu Boden. Das Mädchen wollte dem Buben helfen und faßte dabei den Draht an. Bodensee und Schwarzwald Kormorane aut dem Untersee Radoltzell. Wie in den letzten Jahren, so werden auch jetzt wieder einige Kormorane in der Nähe des Radolfzellers Hafens beim Fischraub beobachtet. Die geflügelten Räuber zeichnen sich insbesondere dadurch aus, daß sie unheimlich schnell und lange tauchen und auch größere Fische verspeisen. 52 glUddldie Gewinner Radolfzell. 52 glückliche Gewinner erhielten für ihre Teilnahme am Blumenwettbewerb der Stadt Preise und Anerkennungen. Nachdem die Stadtverwaltung Mittel für den Blumenschmuck- Wettbewerb zur Verfügung stellte, haben die Gärtner beschlossen, den Blumenfreunden eine weitere Anerkennung zuteil werden zu lassen und ihnen durch Zimmerpflanzen eine besonders Freude zu bereiten. 125 Jahre Ludwigshafen Ludwigshafen. Der Ort Ludwigshafen am Bodensee konnte am 7. November seinen 125. Namenstag, feiern. Im Jahre 1824 wurde die alte Schiffslände zu Sernatingen mit badischen Staatsmitteln in einen neuzeitlichen Hafen umgebaut, der erste badische Bodenseebafen, der am 26. August 1826 am Geburtstag des Großherzogs Ludwig von Baden den Namen Ludwigshafen erhielt. Darauf richtete der Gemeinderat die Bitte an den Landesfürsten, den Namen des neuen Hafens auf den ganzen Ort Sernatingen auszudehnen, was mit Entschließung vom 7. November 1826 genehmigt wurde. Achtzehn neue Jungjäger Ueberlingen. Auf dem Haldenhof fand die dritte Jungjägerprüfung des Jagdkreises Ueberlingen statt. Den Prüfern stellten sich 18 Kandidaten, darunter auch eine Frau. Die Prüfung wurde diesmal von allen Prüflingen bestanden. Zwangsräumung am Vorabend des Feiertages Ueberlingen. Am Vormittag des Pfingstsamstags erschienen in einer Baracke im Sonnental in Meersburg zwei Gendarmeriebeamte, ein Güterverwalter der Stadt und einige Arbeiter, um die Zwangsräumung einer von einer Heimatvertriebenen unberechtigterweise bezogenen Barackenwohnung durchzuführen. Eine in der gleichen Baracke wohnende 39jährige Heimatvertriebene geriet darüber in so große Erregung, daß sie die Gendarmeriebeamten beschimpfte und tätlich bedrohte. Sie stand nun vor dem Amtsgericht Ueberlingen. Amtsrichter und Staatsanwalt stellten fest, daß auch die Verwaltungsbehörde an diesen unerfreulichen Ereignissen ein gut Teil Schuld tragen und daß es nicht nötig gewesen sei, ausgerechnet am Pfingstsamstag diese Maßnahme durchzuführen, zumal die Wohnung noch vier Wochen leerstand. Das Gericht verurteilte die Beklagte zu einer Geldstrafe von 80 DM. 30 Gehöfte verseucht Meßklrch. In den letzten Tagen hat sich die Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Schwenningen weiter ausgebreitet. Nahezu 30 Gehöfte werden als verseucht gemeldet. Um auch der Verschleppung durch Schulkinder vorzubeugen, wurde die Volksschule vorübergehend geschlossen. 1,2 Millionen Feriengäste Friedrichshafen. Während der Hauptverkehrsmonate von Mai bis September fuhren 1,2 Millionen Ferienreisende (220 000 mehr als im Vorjahr) mit den Schiffen, die in Friedrichshafen und Lindau stationiert sind. Nicht inbegriffen sind dia mit dem Fähreschiff »Schüssen* beförderten Passagiere. Die Zahl der Sonderfahrten verringerte sich von 816 im Vorjahr auf 777. Dagegen wuchs die Zahl der Kursfahrten. Zahlreiche Sonderfahrtwünsche konnten nicht befriedigt werden, weil ea an Schiffen fehlte. Die Zahl der gefahrenen Kilometer stieg von 63 208 auf 74 031. Immer wieder Todesopfer des Verkehrs Donauesdiingen. Eine 73jährige Witwe geriet in Donauesdiingen in die Fahrbahn eines Motorradfahrers. Sie erlitt einen schweren Schädelbruch und andere Verletzungen. An den Folgen starb sie noch im Laufe der Nacht. Storzenbof niedergebrannt Vllllngen. In dem abgelegenen Storzenhof bei Tennenbronn brach aus bisher noch unbekannter Ursache ein Brand aus, dem das ganze Anwesen zum Opfer fiel. Der Fahrnis- und Gebäudeschaden wird auf 70 000 DM geschätzt. Die gesamten Erntevorräte, die landwirtschaftlichen Geräte und alle Fahrzeuge wurden ein Raub der Flammen. Das Vieh konnte gerettet werden. D seif Hof, eines der stattlichsten Anwesen der ganzen Gegend, war 1871 neu erstellt worden, nachdem er ein Jahr zuvor abgebrannt war. Gasthaus eingeäschert Waldshut. In der Scheune eines Gasthauses in Nöggenschwiel brach aus unbekannter Ursache ein Brand aus, der sich sehr schnell auf das ganze Ge- täude ausdehnte. Die Feuerwehren hatten die ganze Nacht zu tun, um den Brand zu löschen. Der Gebäude- und Sachschaden ist hoch. Gerettet wurde ein Großteil des Mobiliars, einige Maschinen und das Vieh. Das Gebäude selbst brannte bis auf die Grundmauern nieder. Konstanzer Hafenpegel: 7. 11.: 274 cm. DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Verstorbenen Friedrich Dehm Kapitän i. R. sowie für die Kranz- und Blumenspenden und für die Teilnahme am Begräbnis sagen wir herzlichen Dank. Konstanz, 6. November 1951. In tiefer Trauer Frau Betty Dehm und Anverwandte Hildegard Rücken SUDKURIER die große Heimatzeitung IScfwnetz durch gut passende schmerzlindernde Bionellmn sind etwas ganzNeuortiges gegen Kopfweh, Grippe, Rheuma und Frauenbesdiwerden.Sdimerz.Bionellen werden gelutsdit und gehen durch die Mundschleimhaut {perlingual) direktindießlutbahn.Deshalb ) helfen sie so gut. 20Stüd 1. GESUNDHEITSSCHUHE Reformhaus G. Neumann Konstanz, Heugasse 44 Die bekannte fluppantkUHik PUPPEN - STAIGER nur Neugasse 44/1. Stellenangebot« Ihre Vermählung geben bekannt Hugo Roßknecht Kaufmann Edith Roßknecht geb. SAteiber November 1951 Konstanz, Bahnhofstraße5 Osterode /Harz Gesucht per sofort Mithilfe (Grenzgängerin), in Haushalt und zur Betreuung eines 20 Monate alten Kindes. — Sofort melden bei Frau Felber, Restaur. 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Ueber die augenblickliche Situation und die Gründe für das Anschwellen dieser Seuche, die die Landwirte in große wirtschaftliche Schwierigkeiten bringt, gab Regierungsrat Bürgermeister, der zur Behandlung dieser Frage ans Engen ln das Landwirtschaftsministerium nach Freiburg geholt worden ist, unserem Korrespondenten interessante Einzelheiten bekannt. Danach sind zur Zeit nach dem augenblicklich vorliegenden Material 314 Gehöfte in 83 Gemeinden und 14 Landkreisen Südbadens verseucht. Der Hauptgrund für die Zunahme der Seuchendichte ist sehr oft in einem zu späten Anzeigen der Krankheitssymptome zu «then. Die Maul- und Klauenseuche, die im Jahre 1948 zum erstenmal nach dem Krieg in den Ländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein aufgetreten ist und sich von dieser Zeit an ohne Ausartungen permanent hielt, kam erst im Sommer 1951 zum akuten Ausbruch, und zwar durch einen bisher unbekannten Erregertyp, der sich, wie man herausgefunden hat, aus einer Art Selbsterhaltungtrieb heraus, aus den vorher bekannten Erregern entwickelt hat. Dieser neue Typ kann deshalb sehr schlecht bekämpft werden, weil das ihm entsprechende Impfserum, das erst gefunden werden mußte, bei der einzigen in Deutschland bestehenden Serum-Fabrik, den Behring-Werken, nicht im erforderlichen Umfang hergestellt werden kann. — Noch 814 Gehöfte verseucht Aus diesem Grunde sind im badischen Landwirtschaftsministerium Bestrebungen im Gange, eine Einfuhr aus der Schweiz im Wert von 100 000 Dollar zu erreichen, Eine Basler Fabrik, die sich bereit erklärt hat, das neue Serum zu entwickeln, muß jedoch noch einen entsprechenden Auftrag der Berner Regierungsstellen abwarten. Der badische Landwirtschaftsminister Kirchgäßner will in diesen Tagen zu Verhandlungen nach Bern fahren, um diesen Auftrag zu erwirken. Früher hat in diesen Fällen Italien mit Impfstoff ausgeholfen; wegen Eigengefährdung wurde jedoch jetzt die Ausfuhr gesperrt. Die Schwierigkeiten in der Bekämpfung, die jetzt durch den Mangel an Impfstoff ganz besonders erschwert wird, liegen aber auch darin, daß die Tiere in der Zeit zwischen Ansteckung und Sichtbarwerden der Krankheitssymptome bereits den Erreger in den Excrementen ausscheiden. Auch diese Zeit ist bei dem neuen Erregertyp bis zu zehn Tagen gestiegen. Der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums machte noch einmal darauf aufmerksam, daß die Maul- und Klauenseuche, die bisher in Baden nur bei zwei Menschen, festgestellt worden ist, eine typische „Zwischenschlepperkrankheit“ sei, die an Schuhen, Autoreifen usw. haften könne. Es sei deshalb besonders notwendig, die vom Landwirtschaftsministerium angeordneten Schutzbestimmungen einzuhalten. Zur Zeit können, so erklärte Regierungsrat Bürgermeister, nur die allerdringendsten Impfungen durchgeführt werden, weil der nötige Impfstoff nicht da ist. Mddentsehe Uauehöi Kommt eine Verbtadug Bodaoseo—Doaaxf Ulm. Aul dar Tagung da« Verbandei „Obere Donau", die vor einigen Tagen in Günzburg •tattland, wurden Einzelheiten über den geplanten Ausbau der Donau zwischen Ulm und Kelheim bekannt. Die Höhenunterschiede sollen durch 19 Staustufen überwunden und dabei über eine Milliarde kWh elektrische Energie gewonnen werden. Bei Kelheim trifft der von Nürnberg kommende Ludwigskanal auf die Donau und die Rhein — Neckar — Donau-Wasserstraße verbindet sich hier mit der Rhein—Main—Donau- Wasserstraße zu einem gewaltigen Großschifffahrtsweg von gesamteuropäischer Bedeutung, der den direkten Wasserweg von Holland und seinen Atlantikhäfen nach dem Südosten freigeben würde. Von besonderem Interesse für den südwestdeutschen, Schweizer und Bodenseeraum ist ein Bodensee-Hochrhelnanschluß, der Ulm mit Friedrichshafen durch eine etwa 100 km lange Wasserstraße in späteren Jahren verbinden soll. Vorbesprechungen mit Schweizer Interessenten und einer holländischen Interessengruppe über die Gesamtprobleme sind vom Verband „Obere Donau" in Kürze geplant. Einstellungen bei der Post Tübingen. Die Oberpostdirektion Tübingen stellt nach Ablauf des Schuljahres 1951/52 eine begrenzte Anzahl schulentlassener Volksschüler als Fem- meldelehrlinge ein. Annahmegesuche sind bei den Postämtern, die Auskunft über die Einstellungsbedingungen und die erforderlichen Beweibungs- papiere geben, bis spätestens 20. November 1 0<: 1 einzureichen. Blick über die Grenzen Ein Brunnen für Heidi Zürich. Hier hat sich unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Georg Thürer ein Arbeitsausschuß zur Errichtung eines Brunnens gebildet, der die vor 50 Jahren verstorbene Schweizer Dichterin Johanna Spyri ehren soll. Er wird als Brunnenfigur die bekannteste Gestalt dieser Dichterin, das Heidi, zeigen und ist als Geschenk der schweizerischen Jugend an Heidis Heimat in Maienfeld (bei Bad Ragaz) gedacht. Den Rhein entlang Die llteste Einwohnerin Badenwellers Badenweller. Dieser Tage vollendete die Großherzogin Hilda von Baden, die schon seit mehreren Jahren in Badenweiler wohnt, ihr 87. Lebensjahr. Die hochbetagte Jubilarin, die die älteste Einwohnerin des Kurorts ist, erfreut sich noch ordentlicher Gesundheit und macht noch täglich Spaziergänge. „Opelliaus* wird freigegeben Freltarg. (W.S.-Eigenbericht.) Das in unmittelbarer Nähe des Feldberger Hofes gelegene sogenannte .Opelhaus“, das der Skizunft Freiburg gehört und zusammen mit dem Feldberger Hof beschlagnahmt war, wird, wie wir vom französischen Landeskommissariat erfahren, mit Wirkung vom 15. November freigegeben werden. anderen Steile überfielen zwei farbige US- Soldaten einen deutschen Radfahrer, schlugen ihn mit schweren Gegenständen nieder und versuchten, ihm das Fahrrad wegzunehmen. In einem Lokal zündeten amerikanische Soldaten zahlreiche Feuerwerkskörper an und steckten dadurch die Papiergirlanden, Vorhänge und Möbel in Brand. Todessturz von der Regenrinne Mannheim. Nach einer erheblichen Auseinandersetzung hatte ein Mann seine junge Ehefrau in der Wohnung eingeschlossen und sich entfernt. Die Eingeschlossene ließ sich ieichtsinnigerweise an der Regenrinne aus dem oberen Stockwerk hinunter. Hierbei rutsche sie ab und stürzte auf die Straße. Infolge Bruchs der Wirbelsäule trat der Tod auf der Stelle ein. Schweres Autounglück Luzern. Auf der Hauptstraße Luzern — Olten geriet bei der Fahrt durch einen Wald ein Personenauto in eine mit Laub gefüllte Straßenschale, drehte sich um die eigene Achse, fuhr rückwärts einen Waldtobel hinunter und prallte gegen einen Baum. Die beiden Mitfahrer, ein Mechaniker und ein Sägereiarbeiter, wurden so schwer verletzt, daß sie auf der Unfall- steile starben. Die Getöteten sind Väter von sechs bzw. sieben unmündigen Kindern. Neues Schifl der Schweizer Hochseeflotte Bern. In Hamburg ist das 1948 gebaute Seeschiff „Viktun" (7850 t) in Schweizer Besitz übergegangen und wird unter dem neuen Namen „Caianda" seine erste Fahrt nach Brasilien an- treten. Der Bundesrat hat dem Schiff die Bewilligung zur Führung der Schweizer Flagge erteilt. Flugplatz für Düfenfäger gefudit Weitere Freigaben in Kehl Freiburg. (W.S.-Eigenbericht.) Nach einer Meldung der Badischen Staatskanzlei sind in der Stadt Kehl wieder 22 Wohnungen freigegeben worden. Wie wir dazu ergänzend erfahren, ist mit einer weiteren größeren Freigabe, die nach der Regelung der noch ungeklärten zolltechnischen Fragen den Bahnhof von Kehl umfaßt, noch im Laufe dieses Jahres zu rechnen. Hohe Lautungen bei geringen Verwaltungskosten Freiburg. Das Vereorgungsamt Freiburg hat für die Kriegsopferversorgung im September 1951 insgesamt 6,1 Millionen DM ausgegeben. Davon entfielen auf die Rentenversorgung einschließlich Kapital- und Witwenabfindung fünf Millionen DM. Die Verwaltungskosten des Versorgungsamtes betrugen im Berichtsmonat 135 774 DM. Sieben Verletzte bei Autozusammenstoß KarUruhe. Auf der Autobahn zwischen Karlsruhe und Pforzheim sind aus bis jetzt nicht geklärten Gründen drei Personenkraftwagen bei der Ortschaft Palmbach zusammengestoßen, wobei sieben Personen zum Teil schwer verletzt worden aind. Bei zwei Personen besteht Lebensgefahr. Zwischenfälle mit amerikanischen Soldaten Mannheim. Zu mehreren Zwischenfällen mit amerikanischen Soldaten kam es in den letzten Tagen in Mannheim. In einem Falle leisteten 50 amerikanische Soldaten den deutschen Polizisten Widerstand, als diese zwei Mädchen aus einem Nachtlokal holten, weil sie keine Papiere hatten. Nur mit großer Mühe konnte die Mili- tärpoiizei größere Unruhen verhindern. Die Mädchen bissen und kratzten die Beamten und klammerten sich an ihre Freunde fest. An einer Baden-Baden fürchtet um seine Existenz — Ein Rastatt. (Eigenbericht.) Die bisher hinter verschlossenen Türen geführten Vorbesprechungen zur Anlegung eines Flugplatzes für Düsenjäger in Mittelbaden stehen zur Zeit im Mittelpunkt einer heftigen Diskussion. (Siehe auch „Freiburger Wochenbericht.") Soweit bis jetzt Einzelheiten aus den von militärischen Dienststellen mit den Städten und Gemeinden in der Umgebung von Baden-Baden geführten Verhandlungen bekannt geworden ist, soll ein Düsenjäger-Flugplatz in der Nähe des bisherigen Flugplatzes Baden-Oos angelegt werden. Der Flugplatz Baden-Oos, der jetzt von der französischen Luftwaffe benutzt wird, eignet sich auf Grund seiner schlechten Lage nicht für eine Erweiterung. Es ist deshalb vorgesehen, das neue Fluggelände im Dreieck Hügelsheim — Iffezheim — Sandweier (Kreis Rastatt) anzulegen. Dieses Gelände liegt in unmittelbarer Nähe des erst kürzlich mit erheblichen Unkosten gehanten Grundwasserwerks für die Stadt Baden-Baden. Würde dieser Plan durchgeführt, so argumentiert man in Baden- Baden, dann wäre die Wasserversorgung der Kurstadt bedroht. Darüber hinaus befürchtet man die Bedrohung der Existenz Baden-Badens als Kurstadt, wenn seine Ruhe durch den Düsenjäger-Flugbetrieb dauernd gestört würde, „Was nutzt die Bitte an die Baden-Baden durchfahrenden Kraftfahrer, im Kurgebiet nicht zu hupen, wenn über der Kurstadt kriegerische Erinnerungen wieder aufleben?", sagen die Baden-Badener und machen, wie Oberbürgermeister Schlapper Pressevertretern gegenüber äußerte, alle An- Projekt, das ganz Mittelbaden Interessiert strengungen, einen anderen Platz für die Düsenjäger ausfindig zu machen. Nach unseren bisher erhaltenen Informationen ist ein Gelände bei Durmersheim (Kreis Rastatt) gegebenenfalls als Düsenjäger-Flugplatz in Aussicht genommen. Während aber bei dem Projekt in der Nähe von Baden-Oos, große Waldteile dem neuen Flugplatz zum Opfer fallen würden, müßte bei Durmersheim der im Kreis Rastatt sowieso knappe fruchtbare Ackerboden geopfert werden. Weitere Gegenvorschläge lassen erkennen, daß man von Baden-Baden aus alle Anstrengungen macht, den zukünftigen Düsenjäger-Flugplatz, dessen Anlegung in Mittelbaden ein unumstößlicher militärischer Plan geworden ist, weiter nach Süden zu verlegen. Es dürfte deshalb wohl nicht ausgeschlossen sein, daß bald im Kreis Bühi ähnliche Diskussionen, wie sie jetzt die Gemüter in Baden-Baden und im Kreis Rastatt beunruhigen, ausgelöst werden. Aus der badischen Staatskanzlei wurde mitgeteilt, daß die badische Landesregierung bereits mit den Dienststellen des Landeskommissariats m Freiburg in Verhandlungen eingetreten sei. Die zuständigen badischen Regierungsstellen seien davon unterrichtet worden, daß im Land Baden an verschiedenen Stellen Vermessungen vorge- nommen wurden, die der Anlage von Flugplätzen dienen könnten. Soweit übersehbar, sei jedoch bis heute noch keine Entscheidung gefallen. Die badischen Dienststellen würden der Frage der Flugplatzanlagen besondere Aufmerksamkeit widmen. Freiburger Wochenbericht Von unterem Korresponden Trotz aller Sorgen um AibstLmnuings- termine, PropagandaversamrnJiungen und um die Wiederherstellung des alten Landes Beden sind unserem Staatspräsidenten Gespräche, die sich um Schulfragen drehen, doch immer noch die liebsten. Das jedenfalls war der Eindrude, den man auf der letzten Pressekonferenz gewinnen mußte. Als nämlich, wie nun schon über drei Jahre, das Gespräch auf die aktuelle politische Lage kam, also zum Beispiel auf die Erklärung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Dr. Veit vor dem Stuttgarter Landtag, da gab der Staatspräsident zwar Antwort, wenn gefragt wurde, aber seine Antworten bewegten sich immer auf derselben Linde: Ich bin für die Wiederherstellung Badens und trete dafür ein. Als aber jemand nach der konfessionellen Lehrerbildung fragte, da öffneten sich die Schleusen. Und was er dann sagte, das war doch sehr beherzigens- und überleg enswert: „Wir wollen Demokraten sein“, sagte er, .sind aber absolut gegen jedes Elternrecht. Der Staat hat in Schulfragen eine Monopolstellung ; ich bin gegen jede Monopolstellung, gleichgültig von welcher Seite. Wer zahlt denn eigentlich die Steuern?“ Er sei in größter Verlegenheit wegen des Schul jahisdüusses. Der Landtag und ein großer Teil der Bauern seien für einen Osterbeginn eingetreten und dem hätten sich mittlerweile die meisten deutschen Länder angeschlossen. Die Vertreter des Handwerks wollten den Schul- schluß im Herbst lassen, weil zu Ostern keine Lehrstellen vorhanden seien und außerdem sei das Problem der höheren Schulen sehr wesentlich, deren Krebsschaden geradezu der Osterbeginn sei. Staatspräsident Wohleb belegte das: Wenn man im Sommert ertial mit einer neuen Arbeit beginne, so sei das schon allein wegen der Hitze schlecht, und wenn man dann gleich die großen Ferien kämen, dann könnten die Lehrer nachher wieder von vorne beginnen. „Aber unserer Jugend geht es ja wie einem Kunden, der sich von einem Lehrling rasieren lassen muß.“ Jeder meine, er könne an ihr herumexperimentieren. Er selbst schlage vor, die Volksschulen mit einem verkürzten achten Schuljahr zu Ostern und die höheren Schulen mit den Herbstferien enden und beginnen zu lassen, was jedoch sein Ministerium, das Kabinett und der Land- ten Waldemar Schweitzer tag dazu sagen würden, sei eine andere Frage. Die ständige Pressekonferenz — die übrigens erst zum zweitenmal stattfand und sowohl bei der Presse als auch bei dem Staatspräsidenten anscheinend auf fruchtbaren Boden gefallen ist —, brachte noch andere wesentliche Nachrichten': Das süd- badische Kabinett ist zur Zeit damit beschäftigt, zwei zu Regierungs raten ernannte Beamte für Flüchtlingsfrag en einzusetzen; dies sei vor allen Dingen auf Drängen der Heimatvertriebenen selbst geschehen, die einen Anspruch auf eine ausreichende Interessenvertretung hätten. Im übrigen müsse man es der badischen Spendet Erholungsplätze für Berliner Kinder „Das Berliner Hilfswerk hat sich in einem Aufruf an die Bevölkerung der Bundesrepublik gewandt und darin aufgefordert, für Berliner Kinder Erholungsplätze für die Dauer von 4 bis 6 Wochen bereitzustellen. Wer keine Möglichkeit hat, ein Kind in sein eigenes Heim einzuladen, kann einem bedürftigen mittellosen Kind dadurch zu einem Erholungsaufenthalt verhelfen, daß er auf ein Sparkonto des Hilfswerks Berlin einen Betrag — auch die kleinste Summe — einzahlt. Privatpersonen und Heime, die ein Berliner Kind aufnehmen wollen, können sich bei den zuständigen Jugendämtern in eine Liste eintragen. Wer sich mit Geldspenden an der Hilfsaktion beteiligen will, kann sie auf das Spendenkonto der Stadt Sparkasse Frankfurt Giro Nummer 92777 überweisen. Wirtschaft hoch anrechnen, daß der Großteil der bisher nach Baden um-gesiedelten Heimatvertriebenen in Arbeit gebracht worden sei. Das Anbeitsproblem sei bei aller Anerkennung für die Dringlichkeit der Beschaffung des Wohnraumes das weitaus wichtigste. Im Zusammenhang mit einer Nachricht, daß der kleine Flugplatz in Baden-Oos zu einem Düsenjäger-Flugplatz ausgebaut werden solle (siehe Artikel „Ein Flugplatz für Düsenjäger gesucht“), sagte Wohieb, die Landesregierung habe leider bisher noch keine Möglichkeit, bei den für die Verteidigung notwendigen Planungen mit- zuwirken. Rundfunk Südwestlunk (SWF); Stuttgart (St) Beromünster (Be); Vorarlberg (V) DONNERSTAG, 8. November: SWF: 6.10 Marktberichte; 11.30 Schwäbisch gschwätzt ond gsonga (Tübingen); 12.00 Vom Bad. Landw. Hauptverband (Freiburg); 14.00 Kin- derliedersingen; 16.00 Sang und Klang im Volkston (Tübingen); 17.30 Reditsspiegel; 17.40 Volkskundliche Hörfolge: Von Katzen (Tübingen); 20.00 Operettenklänge; 21.00 Andre Gide: Der schlechtgefesselte Prometheus; 22.15 Französisch-deutsches Gespräch; 23.30 Kleines Kinokabarett. — St.: 6.40 Dichtergräber im Schwarzwald; 9.05 Marktrund- schau; 11.10 Violinkonzert von Tsdiai- kowsky; 11.45 Die Winterfütterung beginnt; 16.00 Konzertstunde; 16.45 Bericht von den internationalen Hochschulwochen; 17.10 Unterhaltungsmusik; 17.45 Wenn der wilde Jäger umgeht; 18.00 Klänge aus London; 19.00 Schöne Opernmelodien; 20.05 Wir senden — Sie spenden 20.45 Unterhaltungskonzert; 22.30 Heimatlose und Entgleiste; 23.15 Orchesterkonzert: Pfitzner und Richard Strauß; 0.05 Jazz. — Be: 6.25 Werke von Dvorak und Smetana; 11.55 Alte deutsche Volkslieder; 10.20 Alltag der Nomaden; 11.55 Alte deutsche Volkslieder; 13.50 Lieder von Richard Strauß; 19.00 Für den Operettenfreund; 20.00 Chormusik; 20.30 Hörspiel: Der Gang durchs Fegefeuer. — V: 16.00 Italienische Hausmusik; 16.30 Jugend musiziert für Jugend; 18.00 Erzählung von Binding 18.30 Lieder von Schubert, Schumann, Brahms; 19.15 Konzert aus Europa; 20.15 Konzert der Wiltener Stadtmusik; 21.05 Hörspiel: Die fünf Sekunden des Mahatma Gandhi; 22.15 Was ist abstrakte Kunst? 22.30 Bunter Melodienreigen. FREITAG, 9. November: SWF: 6.10 Marktberichte; 11.30 Für den Heimatfreund (Freiburg) ; 14.00 Schulfunk: Mark Twain: Tom Sawyer; 15.00 Musik am Nachmittag; 15.45 Dostojewski als christlicher Denker; 16.30 Der Engländer, verwandelt und unwandelbas; 16.45 Unterhaltungsmusik; 17.30 Welt und Wissen; 17.40 Heimatreportagen (Freiburg); 18.10 Dia Physik in der Oeffentlichkeit (Tübingen); 18.20 Flüchtlinge sind auch Menschen; 19.30 Chorgesang; 20.00 Filmmusiki 20.45 Die ältere Frau im Beruf; 21.00 Johann- Strauß-Konzert; 22.30 Zärtliche Weisen; 23.00 Die Ritterrüstung. - St: 9.05 Marktrundschau; 15.00 Schulfunk: Bismarcks Berufung; 15.30 Musik für Kinder; 17.00 Froh und heiter; 17.45 Dreschflegel klapperet; 18.00 Operettenmelodien; 19.15 Rechtsspiegel; 20.05 Symphoniekonzert; 22.10 Tanzmusik; 23.15 Unterhaltung und Tanz. — Be: 6.25 Muntere Morgenmusik; 11.00 Furtwängler und Menuhin musizieren; 12.40 Konzert des Studio-Orchesters; 15.20 Schulfunk: Das Wildschwein; 16.00 Wunschkonzert; 18.00 Saxophonmusik; 18.15 Lieder zur Laute; 19.10 Weltdironik; 20.05 Irische Volkslieder; 21.15 Mozart-Arien; 22.20 Unterhaltungskonzert. — V: 12.00 Mittagskonzert aus Wien; 13.00 Wunschkonzert 16.20 Für die Jugend 16.45 Vasa Prihoda spielt; 19.15 Sendung des österreichischen Alpen- vereins; 19.30 Warum ist das Erziehen heute so schwer? 19.45 Politische Wochenschau; 20.15 Lachendes Kabarett; 21.00 Unterhaltungskonzert; 23.00 Beschwingt und heiter. 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Soweit eine Stundung nicht vorliegt, sind die unter a) genannten Schuldigkeiten terminmäßig und die unter b) bezeichneten Rückstände sofort zu begleichen. Eine Einzelmahnung kann nicht erfolgen. Wird eine Steuerzahlung schuldhaft nicht rechtzeitig entrichtet, so werden vom Fälligkeitstage ab Säumniszuschläge erhoben. Die Säumniszuschläge betragen 2 vom Hundert des rückständigen Steuerbetrages für den ersten angefangenen Monat vom Fälligkeitstage ab gerechnet und 1 vom Hundert des rückständigen Steuerbetrages für jeden weiteren angefangenen Monat. Bei Schulgeld tritt an Stelle des Zuschlags eine Versäumnisgebühr von 1 vom Hundert, mindestens 50 Dpf. Der Zuschlag für verspätete Zahlung der Fremdenverkehrsabgabe beträgt 2 vom Hundert. Gegen säumige Zahler muß das Verwaltungszwangsverfahren eingeleitet werden. Die hietbei entstehenden Vollstreckungskosten fallen dem Schuldner zur Last. Konstanz, den 7. November 1951. Stadtrentamt. Handelsregister — Neueintrag 15. 10. 51 A Bd. 10/571: Firma Leo Harder, Elektrogroßhandlung in Konstanz (Hussenstraße 22). Das Geschäft ist auf Grund Erbfolge von Kaufmann Leo Harder ln Donaueschingen übergegangen auf Elisabeth Harder, geb. Klein, Witwe, in Konstanz. Der Sitz der Firma ist von Donaueschingen nach Konstanz verlegt. 30. 10. 51, A Bd. 9/371, Firma Ellegast-Grundler in Konstanz: Maria Ellegast, geb. Grundier, Witwe, ist aus der Gesellschaft ausgeschieden; gleichzeitig sind die Kaufleute Franz Ellegast und Max Ellegast in Konstanz als persönlich haftende Gesellschafter in diese eingetreten. Alle Gesellschafter sind einzeln zur Vertretung ermächtigt. 24. 10. 51, B Bd. 4/52, Firma Wiederaufbau Warmbeton GmbH., ln Konstanz: Die Gesellschaft wurde gemäß } 2 des Ges. v. 0. 10. 34 (RGBL 1, S. 914) gelöscht und gilt als aufgelöst Vereinsregister 22. 10. 51, Bd. II OZ. 87: Kolpingshaus Konstanz-Stadt e. V., mit dem Sitz in Konstanz. Amtsgericht Konstanz. Stellenangebote KonditorgehlH« nicht über 21 J., tüchtig u. sauber, sofort gesucht. Zuschr. unt. 92 247 Südkur. Konstanz. Junger, selbständiger Elekfro-Monleur gesucht. Sofortiger Eintritt erwünscht. J. Neidhart, Installationen, Stein am Rhein (Schweiz). Junge, flotte Stenotypistin per sofort gesucht. Zuschr. unt. 40 684 Südkur. Konstanz. Hausgehilfin jüngere, kinderheb, aus Konstanz für ganztags in kl. Haushalt ges. Zuschr. u. 49 680 Südk. Konstanz. Gesucht zu baldmöglichem Eintritt sauberes, flinkes Küdienmädchen das evtl. Interesse hätte, die kalte Küche etwas zu erlernen. Jahres- Rundfunk-Spezial- Reparaturwerkstätte Radio- u. Elektro-Geräte- vertrieb KONSTANZ, Hindenburgstr. 63 „Ja Ia, dort - in der Hüetlinstratfe 5 gibts auch extra schöne Dualitäten i" Bettücher, 140/220, V. DM11.85 an; Bettücher mit verstärkter Mitte, 150/220, DM 14.70, 140/220, DM 13.70; Bettuch m. verst. Mitte, Meterware, 140 breit, beste Qualität DM 6.45 p. m. Linon für Kissen- u. 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Radfahrer-VereiiLyConstantia"1886 e.v. Samstag, den 10. November, 20 Uhr, lm Hotel „8t. Johann*, oberer Saal TAmilian - Clband mit 7 am und Preisverteilung für Sportjahr 1951. Hierzu laden wir unsere Mitglieder mit Angehörigen freund- liehst ein. Freier Eintritt mit Mitgliedsausweis oder Triptyk. Der Vorstand. Bayrischer Hof SV «■aut*', Heute Sdiladtfplalle Es ladet freundlich ein: Fasnllfe Konkol Gaststätte Cwrünenberg Otephaniplati I Heute Donnerstag einmaliges Schlachtfest Es laden freundlichst ein: Frans Hof, Küchenmeister, n. Fraa Spitolhellerei ftonftoni, Brüthengoffc 12 S o n 0 e t o n g e b o t Nur für kurze Zeit Füßen mein und Sufcc offen, pro Liter 1.20 DM Gereinigte Literflaschen, Korbflaschen usw. bitte mitbringen. DlllelAPMIlihol können nicht von heute auf morgen rUISIISrIBI wKIQI geschaffen werden. - Darum zögern Sie nicht zu lange und bestellen Sie jetzt schon Ihr Weihnachtsgeschenk in Form eines bequemen Sessels oder Couch Grofle Auswahl in Möbelstoffen Wilh. 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