K R H SUDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag. Tel.: 924, 925, XIS«, 1510. 1511 Fernschreiber: 07828 8. JAHRGANG Verlag und Redaktion Konstanz. Marktstätte 4 ♦ MITTWOCH 9. APRIL 1952 Bezugspreis monatlich durch Träger 2.50 Mark zu- NUMMER 57 Ztlgl. SO Pfg. Trägerlohn, durch die Post 2.70Mark, zuzttgl. 36 Pfg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 20 Pfg. USA sperren gesamte Ausfuhr von Stahl Stahlarbeiterstreik droht ab heute — 90 Prozent der Eisenindustrie betroffen — Truman gegen Konzerne NEW YORK. (Eigenbericht.) Die amerikanische Regierung hat sich gestern 2 m einer überraschenden Maßnahme entschlossen. Mit sofortiger Wirkung hat sie die Zuteilung von Stahl an die verarbeitende Industrie gesperrt und jeden Export von Stahl verboten. Der Grund für diese Maßnahme ist der drohende Stahlarbeiterstreik. Mit der Sperrung der Zuteilungen will sich die USA-Regierung einen Ueberblick über die vorhandenen Vorräte verschaffen, mit dem Exportverbot soll auch die letzte verfügbare Tonne Stahl im Lande gehalten werden. Die Vereinigten Staaten produzieren annähernd die Hälfte allen in der Welt erzeugten Stahls, das sind sechsmal soviel wie an der Ruhr. Als Termin des Streikfoeginns ist die Nacht vom Dienstag aiuf den Mittwoch bestimmt worden. Wenn nicht noch eine Einigung in zwölfter Stunde erfolgt, werden 650 000 Stahlarbeiter in den Ausstand treten. Von dem Streik werden 90 Prozent der amerikanischen Stahlindustrie betroffen. Nur die Kaiser-Stahl-Gesellschaft hat I eich in letzter Minute mit den Arbeiter- Gewerkschaften geeinigt und der geforderten Lohnerhöhung zugestimmt. Die Verhandlungen zwischen den übrigen Stabl- konzernen und den Gewerkschaften brachen zusammen, da die Arbeiter das von der Stahlindustrie gemachte Angebot ablehnten. Die Konzerne boten eine Erhöhung des Stundenilahnes um 16 Cent an, während der Arbeiterführer Murray eine etappenweise Erhöhung um ungefähr 26 Cent ver- Beschlagnahme der Werke if WASHINGTON. Mehr als 100 000 amerikanische Stahlarbeiter verließen im Laufe des Dienstags ihre Arbeitsstätten, bevor der für Mitternacht angesetzte Streik begonnen hat. Bis in die Abendstunden war noch nicht bekannt, ob sich Präsident Truman entschließen wird, die staatliche Beschlagnahme der Stahlindustrie und damit die Dienstverpflichtung der Stahlarbeiter anzuordnen. Die Hochöfen und Walzwerke wurden am Dienstag auf den Streik vorbereitet. Eine Reihe anderer Industriezweige — wie zum Beispiel Eisenbahnen und Bergwerke — entließen Arbeiter in der Erwartung, daß der Stahlstreik eine Schließung von Fabriken erforderlich machen wird. langte. Die Gewerkschaften befinden sich mit ihrer Forderung in Uebereins timimi ng mit einer Empfehlung des amtlichen Lohn- stabilisierungsbüros. Bisher hat Präsident Truman den von der Stahlarbeiter-Gewerkschaft schon KP-Hochverrat festgestellt Eine Entscheidung des Bundesgerichts — 40 Tonnen Propagandamaterial beschlagnahmt KARLSRUHE. (Gr.-Eigenbericht.) Das Bundesgericht beschloß die Einziehung von fünf kommunistischen Flugschriften, die nach Ansicht des Gerichts der Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens dienen. Ueber das Ausmaß des aus der Ostzone kommenden Propagandamaterials machte Ministerialrat Brandt vom Bundesministerium für Post- und Fernmeldewesen einige sensationelle Angaben. Danach sind allein im letzten Vierteljahr 1951 durch die Zollprüfung 40 Tonnen ostzonalen Propagandamaterials beschlagnahmt worden. Bei einer Oberpostdirektion sind im Oktober 1951 täglich elf Zentner Flugschriften und Broschüren festgeetellt worden. Ministerialrat Brandt betonte, daß es sich dabei nicht um Gesamtzahlen handle, sondern lediglich „um kleine Spritzer einer großen Propagandawelle“. Aus den Broschüren gehe deutlich hervor, daß die verfassungsmäßige Ordnung in der Bundesrepublik gestürzt werden soll. In seinem Plädoyer wies Bundesamiwalt Schrubbers darauf hin, daß die kommunistischen Propagandaschriften kein anderes Ziel verfolgen, als mit Gewalt oder durch Drohung die auf dem Grundgesetz der Bundesrepublik beruhende verfassungsmäßige Ordnung zu ändern. Das Ziel der kommunistischen Propaganda, die Errichtung der Diktatur des Proletariats, habe sich nicht geändert. Nur die Taktik sei eine andere. Das Ziel der Ostzonenpolitiker sei, die dort herrschenden Machtveihältnisee auch auf die Bundesrepublik zu übertragen. mehrfach festgesetzten Streiktoeginn immer wieder hinausschieben können. Jetzt trägt der Präsident sich mit dem Gedanken, die gesamte Stahlindustrie wegen Vorliegen eines nationalen Notstandes zu beschlagnahmen, um so die großen Konzerne zum Einlenken zu zwingen. Der bisherige Leiter des Mohilisierungsamtes. Charles E. Wüson, ist bereits über den Lahnkonflikt zu Fall gekommen. Er konnte sich mit den Lohnerhöhungs-Vorschlägen des Lohnstabilisierungsbüros nicht einverstanden erklären, da er neue Preissteige- mngswellen auf dem Gesamtmarkt befürchtet. In einem scharf gehaltenen Schreiben hat er dem Präsidenten seinen Rücktritt erklärt. Truman hat in seinem Antwortschreiben auf die ungewöhnlich hohen Gewinne der Stahlindustrie infolge der Rüstungskonjunktur hingewiesen. Tru- mans Ziel ist, die Stahlindustrie im Interesse der Erhaltung des Arbeitsfriedens zu einer Annahme der Lohnforderungen der Gewerkschaften zu zwingen, ohne aber eine entsprechende Preiserhöhung mit allen ihren verhängnisvollen Folgewirkungen der Stahlindustrie zu gestatten. Die stärkste Festung der Welt NEW YORK. (K.-Eigenibericht.) In Alaska ist jetzt ein Fünfjahresplan angelaufen, der aus den nördlichsten Besitzungen und dem zukünftigen 49. Staat der USA die stärkste Festung der Welt machen soll. Die ersten Arteiterkolonnen und Ingenieure sind bereits an ihre Arbeitsplätze gebracht worden. Sie sind sämtliche verpflichtet über alle Bauten, die im hohen Norden errichtet wurden, strengstes Stillschweigen zu bewahren. Man weiß lediglich, daß dort große Miiitärflughäfen, sowie riesige Kasernen gebaut werden sollen, um gegenüber dem nur 120 Kilometer entfernten Sibirien und damit der Sowjetunion einen ausreichenden Schutz für den amerikanischen Kontinent zu schaffen. Die Befestigungsarbeiten sind in der Hauptsache der Reaktion auf die in Sibirien erfolgte Stationierung von 45 sowjetischen Divisionen, von denen mindestens zwei Luftlande-Divisionen sind. Erst kürzlich berichtete der nach Kanada geflohene sowjetische Luftwaffen-Leutnant Pigorow, daß diese Truppen für eine Landung in Alaska besonders geschult würden. Paris: Europa-Armee soll schneller fertig werden Zugeständnisse an Deutschland — Größere Rechte für Bundesrepublik — Europa-Vertrag vor EisenhowersRücktritt gewünscht PARIS. (INS-Sonderbericht für den Südkurier). Aus führenden diplomatischen Kreisen wird uns mitgeteilt, daß das französische Außenministerium wichtige Schritte unternimmt, um die Teilnahme der Bundesrepublik an der europäischen Verteidigungsgemeinschaft zu erleichtern. Dadurch soll eine schnellere Unterzeichnung des Vertrages durch Bundeskanzler Adenauer und den anderen Mitgliedstaaten ermöglicht werden. Der Leiter der französischen Verhandlungsdelegation, Herve Alphand, hat Ministerpräsident Pinay den Vorschlag überreicht, einige Paragraphen des Vertrages zugunsten Deutschlands abzuändem. Die Abänderungen, die Alphand vorschlägt, sollen folgende Punkte regeln: 1. Die Rechte, die sich die Alliierten in Deutschland für die Zeit nach dem Inkrafttreten des Generalvertrages noch Vorbehalten haben, werden verringert. 2. Die Befugnisse der Hohen Kommissare während der Uebergangszeit zwischen der Unterzeichnung des Vertrages und seinem Inkrafttreten werden ebenfalls zugunsten der Bundesregierung, eingeschränkt. 3. Den nationalen Streitkräften der europäischen Verteddigungsgemednschaft, also auch dem deutschen Kontingent der Europa-Armee, wird eine weitergehende Unabhängigkeit vom alliierten Oberkommando gewährt. Ministerpräsident Pinay soll diesen Vorschlägen grundsätzlich wohlwollend gegenüberstehe*». Es ist ater noch unsicher, ob Kurz notiert Staatssekretär Hallstein hat einen mehrwöchigen Urlaub angetreten, den er in der Schweiz verbringt. 35 Vertreter der deutschen Rundfunk- und elektrotechnischen Industrie trafen in London ein. Sie wollen eine Ausstellung, auf der Ban-Elemente und -Geräte gezeigt werden, besuchen, um sich über den neuesten Entwicklungsstand der britischen Industrie zu informieren. Ministerialdirigent Risse und Regiernngs- direktor Günther vom Bundeswirtschafts- ministerinm sind ans der Haft entlassen worden. Sie waren unter dem Verdacht verhaftet worden, dem Hamburger Wirtschaftsjournalist Dr. Platow unbefugt einen Kartell-Gesetzentwurf zugänglich gemacht zu haben. Der illegale Grenzverkehr von der Ostzone nach Norddeutschland hat anf Grund der hermetischen Abriegelung der Zonengrenze durch die Volkspolizei stark nachgelassen. Die Eisenbahndirektion der Sowjetzone hat sngeorduet, daß alle Türklinken, Fensterrahmen und Beschläge ans Messing von Personen- und D-Zngwagen abmontiert werden. Künftighin sollen dafür nur noch Ersatzstoffe verwendet werden. Durch Gewehr- and Maschinengewehrschüsse versuchte eine Volkspolizeistreife an der Zonengrenze bei Dannenberg einen Volkspolizisten an der Flucht in die Bundesrepublik zu hindern. Es gelang dem Polizisten jedoch, zu entkommen. Die Zahl der Todesopfer bei der Berliner Grippewelle hat sich auf 55 erhöht. Das Gesundheitsamt glaubt allerdings, daß die Epidemie jetzt ihren Höhepunkt überschritten hat. Der ehemalige Luftwaffenoberst Hans-Ulrich RndeL der sich zur Zeit in Argentinien aufhält, will demnächst in die Bundesrepublik kommen. Das Schwurgericht Nürnberg verurteilte den Jugoslawen Pecek zu 12 Jahren Zuchthaus. Pecek hatte in mehreren bayerischen Städten Jnwelierläden ausgeraubt. Ein mit 9 Tonnen schwerer nnd leichter Munition beladener amerikanischer Lastkraftwagen geriet auf der Autobahn bei Bad Hers- feld infolge Heißlanfens der Hinterachse in Brand. Deutsche und amerikanische Feuerwehren konnten den Brand erst nach zwei Stunden löschen, da fortwährend Munition in die Luft ging. Der italienische Ministerpräsident de Ga- speri empfing den deutschen Botschafter in Rom, Clemens von Brentano, zu einer Unterredung. 39 griechische Studenten, die sich zur Zeit Im Ansland aufhalten, wurden durch ein Militärgericht in Athen in Abwesenheit zum Tode verurteilt, da sie sich nicht znm Militärdienst gemeldet hatten, als ihr Jahrgang aufgerufen wurde. Die Schneeschmelze in den Vereinigten Staaten hat zn einem starken Anschwellen der Finten des Missouri geführt. Die Hauptstadt des Staates Süd-Dakota, Pierre, ist durch die Fluten bedroht. 2000 Menschen der Stadt mußten ihre Häuser räumen. Schwere Wirbelstürme in Ostbengalen töteten 279 Personen nnd beschädigten 1200 Häuser. Eine der längsten Trockenperioden in der australischen Geschichte wurde am Sonntag durch anhaltende Regenfälle abgelöst. Als die 52jährige Adele Galli ans Florenz am Rnndfunk hörte, daß sie im Fußballtoto 12 richtige Tips hatte, erlitt sie vor Aufregung einen Schlaganfall und starb. Ihre Frende wäre in jedem Fall verfrüht gewesen, da noch 120 000 andere Totofreunde richtig getippt hatten, so daß sieh ihre Quote nur auf 1200 Lire (8.40 DM) belief. die französische Regierung alle von Alphand vorgeschlagenen Maßnahmen billigen wird. Die Bestrebungen Alphands stehen im Einklang mit dem Wunsch Eisenhowers, den europäischen Verteidigungsvertrag unterzeichnet zu sehen, ehe er seinen Posten als Oberkammandierender aufgibt, um sich am Wahlkampf um die amerikanische Präsidentschaft zu beteiligen. Der politische Berater Eisenhowers hatte bereits das amerikanische Außenministerium gebeten, sich für die Unterzeichnung des Vertrages in der ersten Maihälfte einzusetzen. In Washington glaubt man die baldige Unterzeichnung des Vertrages werde die Position des Westens gegenüber dem sowjetischen Versuch stärken, Deutschland durch verlockende Angebote vom Westen zu trennen. (Siehe auch S. 2) Neuer Spionagefall in Schweden STOCKHOLM. Unter dem Verdacht schwerer Spionage für eine auswärtige Macht wurde in Stockholm ein 57jähriger schwedischer Beamter verhaftet. Wie die schwedische Nachrichtenagentur TT erfährt, soll der Verhaftete Zugang zu wichtigen Geheimnissen der Landesverteidigung gehabt halben. Die neue Verhaftung steht im Zusammenhang mit dem letzten großen Spionagefall Enbom, bei dem die Sicherheitspolizei einem kommunistischen Agentennetz in Nordschweden auf die Spur kam und drei Verhaftungen vomahm. -Mm- 0 % WOVON AMERIKA SPRICHT. Seit Anfang April befinden sich Königin Juliana der Niederlande und Prinzgemahl Bernhard zu einem Staatsbesuch in den USA. Vor dem amerikanischen Kongreß richtete die Königin einen Appell an die freien Völker, eine atlantische Friedensgemeinschaft aufzubauen. — Die Vorentscheidungen für die amerikanischem Präsidentschaftswahlen haben die Wahlpropaganda bereits auf Hochtouren gebracht. Unser rechtes Bild zeigt ein hübsches Mädchen, das Eisenhower mit den Werbesprüchen: „I like Ike“ (Ich mag Ike) und „Stimme für Ike“ propagiert. Die weiße Weste des Landtagspräsidenten Tragikomödie um Prozeß Anerbach — Hundhammer attackiert Ochsensepp MÜNCHEN. (Eigenbericht.) Wer ist Philipp Auerbach? Das ist schwer zu sagen. Ein Mensch, der für die Vernichtungsmaschine Hitlers bestimmt war und ihr entging. Ein Mann, den das Schicksal zeitweilig zum „ungekrönten König Bayerns" gemacht hatte. Nach dem Zusammenbruch, damals, als alle Werte umgewertet wurden, wurde er Chef des Landesentschädigungsamtes in Bayern. Man wirft ihm vor, daß er als solcher den bayerischen Staat um Millionen geschädigt hätte durch Ausstellung gefälschter Verlust-Bescheinigungen, an deren Erträgnissen ei verdiente. Dafür soll er sich verantworten. Das ist nicht mehr als recht und billig. Daß dieser Philipp Auerbach als einer der Arbeitssklaven in Hitlers Konzentrationslagern durch lange Zeit dem Tod ins Gesicht sah, daß er ein Mensch ist, fehl- bar und schwach, wie viele andere — aus allen Völkern und allen Rassen — einer der vielen, die durch die Zeit und die Verhältnisse an die Oberfläche gespült wurden und strauchelten, wird dabei oft übersehen. Sein Prozeß wurde immer wieder hinausgezögert. Warum? Niemand weiß etwas Bestimmtes. Er hat einen sehr rührigen Verteidiger aus Frankfurt a. M. Es ist das unbestrittene Recht eines jeden Verteidigers, jede juristisch gegebene Chance für seinen Mandanten zu nützen. Das tat Auerbachs Anwalt. Er tat vielleicht mehr, als notwendig war. Noch fünf Tage vor dem Verhandlungstermin erklärte er das Gericht für befangen. Er erachte nur ein amerikanisches Gericht für zuständig. Als Grund gab er ah, daß sich das Gericht nur aus früheren Parteigenossen der NSDAP zusammensetze. Das stimmt und das ist ein recht bemerkenswerter Umstand. Aber die Amerikaner lehnten trotzdem ab und verwiesen den Fall in die deutsche Zuständigkeit. Ein neuer Zwischenfall hat sich bereits ereignet. Seine Wellen drohen die bayerische Politik zu überspülen. Auerbachs Anwalt Dr. Klibansky hatte nämlich auch behauptet, der bayerische Justizminister Dr. Josef Müller (CSU), im Volksmund kurz der „Ochsensepp“ genannt, habe einmal ein „Darlehen“ in Höhe von 20 000 Mark von einem reichen Mann entgegengenommen, von einem Mann, der dem Nach den Wahlen in Indien Zweidrittelmehrheit der Kongreß-Partei — Kommunisten stärker als Sozialisten BOMBAY. (Eigenbericht.) Die Kongreß- Partei hat bei den Wahlen in Indien einen eindrucksvollen Sieg davongetragen. Im Bundesparlament und in den Parlamenten der einzelnen Staaten hat sie mehr als zwei Drittel der Sitze gewonnen. Die Summe aller abgegebenen Stimmen im ganzen Land läßt jedoch erkennen, daß die Kongreß-Partei nur 44 Prozent der gesamten Wählerschaft auf ihrer Seite hat. Die Opposition in Indien ist also größer, als die Zahl der gewonnenen Sitze im Parlament erkennen läßt Obwohl die kommunistische Fraktion im Zentralparlament nicht einmal zehn Prozent der gesamten Abgeordneten beträgt so ist sie doch die zweitstärkste Fraktion im Bundespariament geworden Für die weitere Entwicklung Indiens ist es nicht ohne Bedeutung, daß dieser Erfolg der Kommunisten fast ausschließlich mit Stimmen der Landbevölkerung erreicht wurde. In den Industriestädten haben eie kaum Einfluß auf die Arbeiter gewinnen können. Es scheint sich also ein ähnlicher Vorgang abzuspielen wie in China, wo die kommunistische Aktion bei den verarmten Massen auf dem Lande den stärksten Erfolg hatte. Die Sozialisten haben eine ausgesprochene Niederlage erlitten. Die Hoffnung daß sie im parlamentarischen Leben eins konstruktive Opposition bilden könnten, hat sich, nicht erfüllt Unter der Arbeiterschaft besitzen die Sozialisten zwar viele Anhänger, haben aber auf dem Lande noch kaum begonnen, Propaganda zu machen. Trotz des eindeutigen Wahlsieges der Kongreß-Partei läßt die Regierungsbildung in Delhi und in den Einzelstaaten auf sich warten. Die alten Rivalitäten zwischen Gruppen und Persönlichkeiten bestehen fort. Die Person Premierminister Nehru ist nach wie vor der ruhende Pol. Angeklagten Auerbach sehr nahe stünde Und nun habe der Justizminister Ochsensepp einen Gerichtsvorsitzenden bestellt, bei dem die Interessen des Ochsensepp in guten Händen lagen. Den Vorwurf mit dem „Darlehen“ hat der bayerische Land- tagspräsident Dr. Hundhammer (CSU) sofort aufgegriffen und ln einem Schreiben an den Ministerpräsidenten Dr. Hans Ehard den Rücktritt des Justizministers gefordert. Als Begründung führte Hundhammer genauer an, daß Justizminister Dr. Müller von dem im Auerbach-Prozeß mitangeklagten Landesrabbiner einen Betrag von annähernd 20 000 Mark „für politische und andere Zwecke“ erhalten habe. Die Landtagsfraktion der CSU hat sich vergangenen Samstag mit diesem Vorwurf befaßt. Es wurde festgestellt, daß Dr. Müller im Laufe von 1950 für klarbestimmte Zwecke diese 20 000 Mark erhalten habe, daß er aber 15 000 Mark wieder zurückgegeben und den Rest nachgewiesenermaßen für rein caritative Zwecke verwendet habe. Damals habe der Landesrabbiner noch nicht unter Anklage gestanden. In einer Entschließung stellte die Fraktion fest, „daß die Ueberprüfung der Vorwürfe gegen den Justizminister keinen Anlaß zu irgendwelchen Maßnahmen bietet“. Die Entschließung wurde mit 50 Stimmen angenommen. Sechs Teilnehmer hatten sich der Stimme enthalten. :Die Vorgänge haben in Bayern einsehr zwiespältiges Echo ausgelöst. Dr. Hundhammer hatte in der Begründung seines Vergehens gegen den Ochsensepp sehr ernste Gründe genannt: Die Sorge um den Staat und um die Partei, der er angehört. Man übersieht in der Oeffentlich- keit aber auch nicht, daß eine alte persönliche Gegnerschaft zwischen Dr. Hundhammer und Dr. Müller besteht und ein Widerwille gegen die von Dr. Hundhammer angewandten Methoden ist deutlich spürbar. Der Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Walter v. Cube, sprach mit Recht davon, daß die Unvereinbarkeit der beiden Charaktere Spannungen geschaffen hätte, die „selbst im barocken Rahmen bayerischer Regierungskunst“ nicht mehr zu bändigen seien. Hundham- mer besitze die „moralische Legitimation“ für diesen Kampf, denn „seine Weste ist weiß, als wäre sie die eines Justizministers“. Und „die Weste des Justizmi- nisters Josef Müller wiederum ist zwar mit allen Wassern gewaschen, aber sie ist sauber, wie die CSU-Landtagsfraktion in München nach einer vierstündigen Sondersitzung festgestellt hat“. Es spricht viel dafür, daß es so ist. Betrüblich wäre es nur, wenn der Prozeß des Philipp Auerbach im Zwielicht der parteipolitischen und persönlichen Auseinandersetzungen nicht mit jenem Maß an Gerechtigkeit und Objektivität zu Ende geführt würde, auf das der Angeklagte als Mensch Anspruch hat. Denn weniger der Mann, der falsche Doktor, der Emporkömmling, der seine Macht mißbrauchte, ist schuld, als viel mehr die Verhältnisse, die ihn in einer turbulenten Zeit auf einen Posten brachten, dem er nicht gewachsen war. Und die Leidtragenden bleiben vor allem die, denen Auerbachs Sorgen gelten sollten. Unter Juden und Nichtjuden gibt es gleich viel Gute und Böse. Aber ein Jude, der sich verirrt, wird dem Judentum immer mehr angerechnet, als ein irrender Nichtjude den Nichtjuden. Mittwoch, 9. April 1952 SpDKURIER Nr. 57 / Seite 2 Westsender nicht für Parteimitglieder Eisler gab Verbot bekannt — Denunzianten ermuntert Frischer Wind im Buckingham Palast Vorbestellungen zur Königs-Krönung aus aller Welt die Wirklichkeit des 20. Jahrhunderts nicht BERLIN. (G.-Eigenbericht) In einem Rundschreiben wurde jetzt allen Mitgliedern der ostzonalen SIED offiziell verboten, ■westdeutsche Sender zu hören. Der sowjetdeutsche Iruformatkms chef Eisler hat gleichzeitig an die gesamte Bevölkerung eine scharf formulierte Warnung gegen das „AJ>- hören feindlicher Sender“ ergehen lassen, darin heißt es: Diese Rundfunksender sind Propaigamdaaimeen der amerikanischen Spionage- und Sabotage-Zentren. Sie haben die Aufgabe, „auf deutschem Boden die deutsche Bevölkerung kriegsreif zu machen“. Mit einem deutlichen Hinweis auf das sogenannte „Friedensschutzgesetz“, mit dem der Osten die Inhaftierung politischer Gegner rechtfertigt erklärt Eidler, daß Ost- zonen-Bewohner, die westliche Rundflunk- stationen einstellen, als ,.amerikanische Agenten“ zu betrachten seien. Er fordert im gleichen Atemzuge die Bevölkerung auf, solche Leute sofort anzuaedgen. Eisler selbst nennt zwei Familien, die regelmäßig Westsend er hören. Ihre Namen BONN. (Eigenbericht). Die deutsch- alliierten Verhandlungen über den Generalvertrag haben, wie gemeldet,, so weit Fortschritte gemacht, daß nunmehr nur noch dreizehn Fragen offenstehen sollen. Eine dieser Fragen betrifft den Status des „europäischen Soldaten“ außerhalb seines Landes. Es ist klar, daß bei dieser juristischen Frage, die Gleichberechtigung der Deutschen gewahrt werden, muß, so daß die für den Generalvertrag vorgesehenen Bestimmungen über die Stellung der Alliierten in Deutschland als Muster gelten durften. Das nicht minder schwierige Problem des deutschen Gebietszustandes bedarf auch noch einer Klärung, d.h. es geht um die Frage, ob die Signatarmächte grundsätzlich das Gebiet der Weimarer Republik anerkennen oder nicht. In den Verhandlungen über die Europa- Armee haben sich zwei Hauptprobleme herauskröstallisiert. 1. Sollen sich die Signatarmächte in jedem Falle bewaffnete Hilfe zusichern, falls eine von ihnen angegriffen wird? Auf jeden Fall muß dieser Beistandspakt auch regional scharf ato- gegrenzt werden, da beispielsweise Frankreich weitreichende weltpolitische Interessen besitzt, ganz zu schweigen von England. 2. Die nordafrikanischen Besitzungen Frankreichs. Da nun Nordafrika sichtlich nach Unabhängigkeit strebt, entsteht für die übrigen Westeuropäer die Schwierigkeit, daß sie ihren französischen Partner nicht ohne weiteres gegen die Unabhängigkeitsansprüche der nordafrikani- schen Araber rückversichern können. Neuer Stellvertreter Mc Cloys BONN..Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy ernannte Samuel Heber zu seinem - neuen Stellvertreter; Reber üfoeiS WETTERVORHERSAGE des Badischen Landeswetterdienstes Wegen der Stärke des großen vom Mittelmeer bis Mittelrußland reichenden Hochs greifen die atlantischen Störungen vorläufig noch nicht auf unser Gebiet über. Wettervorhersage bis Mittwochabend: Ueberwiegend trocken und heiter, mittags sehr warm, Temperaturanstieg bis über 20 Grad Celsius, schwache bis mäßige südliche Winde. SUDKURIER Chefredaktion: Alfred Gerigk Verantwortlich für Politik:-.Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas. Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emanuei Reindl. Heimat: Alois Beck, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Druck: Druckerei und Verlagsanstalt Konstanz GmbH. 100 DM in Zürich: 8. 4.: 90/92 sfr. sind ihm durch Denunziation bekannt geworden, er fordert sie auf, ab sofort ihre „verderbliche Gewohnheit“ aufzugeben und eine Versammlung der Hausbewohner ein- zuberufeti, um dort selbstkritisch über ihr früheres Verhalten zu berichten. Sie sollen an „ihrem eigenen Bespiel dieSchädlichketi eines solchen Tuns beweisen“. Eisler rät den beiden Familien, das unbedingt „im eigenen Interesse und im Interesse ihrer Kinder“ zu tun. Trotz dieser Drohungen hören Hunderttausende in der Ostzone westdeutsche Sender; denn seit die freie Presse dort verboten ist, sind die Nachrichtendienste der westlichen Rundfunksiationen die einzige objektive Informationsquelle. Um diese hohe Zahl von „Schwarzhörern“ weiß auch das sowjetdeutsehe Informationsamt, da9 täglich zahlreiche anonyme Briefe erhält, in denen immer wieder die Hoffnung auf baldige Befreiung vom sowjetisch-kommunistischen Joch ausgesprochen wird. nimmt diesen Posten zusätzlich zu seiner bisherigen Tätigkeit als Leiter des Amtes für Politische Angelegenheiten im amerikanischen Hohen Kommissariat. Der bisherige Stellvertreter McCloys, General Hays, geht als amerikanischer Oberbefehlshaber nach Oesterreich. McCloy weist darauf hin, daß die Ernennung Refoers mit der Umorganisation des amerikanischen Hohen Kommissariats im Zusammenhang stehe, die mit Rüdesicht auf den bevorstehenden Abschluß des Generalvertrages und die Umwandlung in eine Botschaft erfolge. Samuel Reber gehört seit vielen Jahren dem amerikanischen diplomatischen Dienst an. Vor Einigung London - Kairo KAIRO. In den britisch-ägyptischen Verhandlungen ergab sich nach Ansicht politischer Beobachter eine Wende. Man sieht sie in zwei Punkten: Der britische Botschafter Stevenson hat, wie verlautet, dem ägyptischen Ministerpräsidenten Hi- lali eine Denkschrift überreicht. Darin sollen die Ergebnisse der bisher geführten zweiwöchigen Besprechungen über die Zukunft des Sudan und die Verteidigung des Suezkanalraumes niedergelegt sein. Zweitens hat der amerikanische Botschafter in Kairo, Jefferson Caffery, durchblicken lassen, daß er bei seinen Vermittlungsbemühungen einigen Erfolg hatte. Er äußerte sich optimistisch. Somit bleiben nach Ansicht politischer Beobachter die Besprechungen zwar immer noch vorbereitend, doch ist man offensichtlich einer Einigung nähergekommen. Tunesien dodi vor Sicherheitsrat NEW YORK. Die UN gab offiziell bekannt, daß der Sicherheitsrat am kommenden Donnerstag zusammentreten wird, um über die tunesische Beschwerde zu beraten. Damit haben sich vorläufig die zwölf arabischen und asiatischen Staaten durchgesetzt, die in einem gemeinsamen Schritt den Tunesien-Konflikt vor die UN gebracht haben. Frankreich hatte die Zuständigkeit des Sicherheitsrates in dieser Frage mehrfach bestritten. „Stierkampf" in Frankreich PARIS. Ein am vergangenen Sonntag in dem Jura-Städtchen Damparis durchgeführter „Stierkampf“ erheitert zur Zeit ganz Frankreich. Behörden, Tierschutz- und sonstige Vereine hatten vor dem Kampf in zahlreichen heftigen Entschließungen gegen die Veranstaltung protestiert. Trotzdem ließen die Veranstalter von ihrem Vorhaben nicht ab. Vor dem Stier — ein besonders wilder anda- lusiecher Stier war auf den Plakaten an- gekündigt — ließ am Sonntag der Torero alle seine Künste spielen, bis er den armen, Dampf aus den Nüstern blasenden und schrecklich brüllenden Stier regelrecht erstach. In diesem Augenblick, als das Tier bereite „in seinem Blute lag“ und auch die Polizei schon erschien, um dem Treiben ein Ende zu machen und den Torero und die Veranstalter festzunehmen, entstiegen zwei junge Leute dem Stierleichnam: es war nur eine Attrappe Mobilmachung mal anders STOCKHOLM. Eine private Mobilmachung veranstaltete ein schwedischer Einbrecher, dem in der Dienststelle eines Regiments in Uddevalla ein versiegeltes Paket mit Mobilmachungsbefehlen in die Hand gefallen war. Er lieferte die Briefe bei der Post auf. Ate die ersten Reservisten eintrafen, hatte der ahnungslose Regimentsstab alle Hände voll zu tun, um eilige Gegenbefehle au geben und den Irrtum aufzuklären. Der Täter ist noch nicht gefaßt. Bohnenkaffee und Uhren LÖRRACH. (B. -Eigenbericht.) Die letzten Tage brachten dem badischen Zollfahndungsdienst am Dreiländereck wieder eine Fülle Arbeit. Neben verschiedenen kleinen Zigaretten- und Devisenschmugglem wurden an zwei Tagen zehn schweizerische Staatsangehörige verhaftet, in deren Fahrzeugen Beamte des Zollgrenzdienetes Geheimfächer mit großen Mengen Bohnenkaffee gefunden hatten. In einem Auto wurden auch Pakete mit wertvollen Schweizer Uhren entdeckt, die für einen Abnehmer in Süddeutschland bestimmt waren. Sämtliche Schmuggler, darunter auch Frauen, wurden in das Lörracher Gerichtsgefängnis eingeliefert. BONN. 400 000 neue Wohnungen sind im vergangenen Baujahr innerhalb des Bauprogramms der Bundesregierung gebaut worden. Damit wurden täglich über 1000 Wohnungen kn Bundesgebiet fertiggestellt. Vizekanzler Blücher der gegenwärtig auch das Wohnungsbauministerium leitet, versicherte, daß auch im neuen Baujahr die Anstrengungen der Bundesregierung fortgesetzt werden, den Wohnungsbedarf zu decken. Insgesamt sollen nach dem ersten Wohnungsgesetz in den Jahren 1950 Ms 1955 1,8 Millionen Wohnungen gebaut werden. Beim Wohnungsbauprogramm 1951 ent_ standen durch Erhöhung der Baukosten, Verzögerungen beim Beschaffen erststelli- ger Hypotheken und durch Materialengpässe — vor allem bei Kohle und Eisen — zahlreiche Schwierigkeiten. Während 1950 die Bautätigkeit verhältnismäßig spät einsetzte und erst im zweiten Halbjahr voll zum Tragen kam, lag 1951 infolge des „Bauüberhängs“ und der früh, zeitigen Bereitstellung Öffentlicher Mittel der Schwerpunkt mehr ins ersten Halbjahr. Das Wohnungsbauprogramm für 1952 soll rund 310 000 öffentlich geförderte Wohnungen umfassen. Rund 200 000 davon sind reine Neubauten, der Rest Wiederaufbauten, Erweiterungen und Ausbauten. In dem Programm sind rund 190 000 Wohnungen für Lastenausgleichsberechtigte vorgesehen. Der Anteil der Eigenheime und Kleinsiedlungen wird auf etwa 100 000 geschätzt. Im Bergarbeiter-Wohnungsbauprogramm, dem die zuständigen Stellen größte Aufmerksamkeit widmen, wird 1952 mit dem Bau von 40 000 Wohnungen gerechnet. Der Bedarf beläuft sich auf etwa 92 000 Wohnungen. Die Schuld an Israel DEN HAAG. Die von der deutschen Delegation im Haag bekanntgegebene Stellungnahme zu den Ansprüchen des Staates Israel in der Wiedergutmachungsfrage hat bei der israelischen Delegation Enttäuschung hervorgerufen. Die israe- LQNDON. (JiFR.-Eigenlbericht.) Mit fast jeder Post treffen bei den führenden Londoner Theaterkassen und Vorverkaufsstel- len Dutzende von Vorbestellungen für die Krönungsfeier ein. Dabei steiht bereits fest, daß die zeremonielle Krönung Elizabeths nicht vor dem Sommer 1953 stattfinden wird. Trotzdem liegen schon Tausende von BesteUunigien auf Fensterplätze und Tribünensitze vor, obwoM noch nicht einmal bekannt ist, durch welche Straßenzüge sich der Krönungszug bewegen wird. Einige Theaterkassen planen die Bereitstellungen von Luxuswohnungen, wo man nicht nur einen besonders guten Ueberblick über den Festzug, sondern zugleich ein Krönungsfrühstück mit Champagner genießen kann zum Gesamtpreis von etwa sechs Pfund Sterling, also rund 70 D-Mark. Auch dafür liegen bereits zahlreiche Bestellungen vor, besonders aus den Vereinigten Staaten. Inzwischen haben sich Land und Volk daran gewöhnt, wieder von einer Königin statt von einem König regiert zu werden, obwohl die Veränderungen, die der Thronwechsel zweifellos zur Folge haben wird, einstweilen noch kaum zu spüren sind. Erst wenn die offizielle Hoftrauer am 1. Juni zu Ende geht, werden sich diese Veränderungen bemerkbar machen. Königin Elizabeth hat eigene Ideen Es ist bekannt, daß Königin Elizabeth zwiar stark traditionsbewußt ist, anderseits jedoch zu der Auffassung neigt, daß der Träger der Krone und der königliche Hof fische Delegation wird ihre Regierung um neue Instruktionen ersuchen. Der deutsche Delegationsführer Prof. Böhm unterstrich den Zusammenhang zwischen den Verhandlungen im Haag und der Londoner Schuldenkonferenz. An die anderen Gläubigerstaaten müsse der Appell gerichtet werden, den israelischen Ansprüchen Vorrang einzuräumen. Prof. Böhm sagte, er halte es für gut, einen bestimmten Betrag zu nennen, den man auch den eigenen Flüchtlingen gegenüber vertreten könne. Bis zum 19. Mai werde die Bundesregierung eine eingehende und endgültige Stellungnahme zu den israelischen Ansprüchen bekanntgeben. Mit der israelischen Delegation werden vorläufig keine Besprechungen mehr geführt. Dagegen setzten die Delegierten der außerisraelischen jüdischen Organisationen ihre Besprechungen mit der deutschen Delegation fort. übersehen dürfen. Eine Vereinfachung des HofzeremonieiUs tet daher“ mit Sicherheit zu erwarten. Aber die Modernisierung der königlichen Hofhaltung dürfte darüber hinaus auch in der personellen Zusammensetzung des Hofes und des Kreises der königlichen Ratgeber zum Ausdruck kommen. Tatsächlich sind die konstitutionellen. Rechte der Krone größer, als dies manchmal angenommen wird. Es gehört zum Beispiel zu den königlichen Vorrechten, den jeweiligen Ministerpräsidenten zu ernennen, vorausgesetzt, daß es sich um einen Vertreter der Regierungspartei handelt. Dieses Problem ist offensichtlich nicht akut Immerhin ist Winston Churchill alt, und falte ihn das Schicksal van seinem gegenwärtigen Pasten abberuft, bevor die Wahlperiode des jetzigen Parlaments zu Ende ist, würde es Aufgabe der Königin sein, aus den Reihen der Konservativen Partei den neuen Ministerpräsidenten zu ernennen. Es steht keineswegs fest, daß ihre Wahl auf Anthony Eden fallen würde. „Guten Abend, Madame!" Inzwischen befaßt sich Königin Elizabeth mehr als je mit Familienangelegenheiten. Sie verbringt täglich mehrere Stunden mit ihren Kindern, Prinz Charles und Prinzessin Ann, und es ist kennzeichnend für den neuen Geist am englischen Hofe, daß sie sogar dem Dienstpersonal verboten hat, ihre Kinder mit Prinz oder Prinzessin anzureden. Sie sind für jedermann einfach „Charles“ und „Ann“ und sollen mit dem Prinzentitel erst angeredet werden, wenn sie sieben Jahre alt sind. Die Königin hat ferner angeordnet, daß die weiblichen Hausangestellten nicht jedesmal in einen tiefen Knix fallen sollen, wenn sie ihr zufällig in den Korridoren oder auf dem Treppenhaus begegnen. Ein Knix am Morgen ist genug, und im übrigen genügt es, „Guten Abend, Madame“ zu sagen. Ein Familienprablem, das die Königin stark beschäftigt, ist die künftige Stellung des Herzogs von Windsor, ihres Lieblings- cnikels, der 1935 auf die Krone verzichtete, um Wallis Simpson zu heiraten. Auch Königin Elizabeth wird die jetzige Herzogin von Windsor, niemals zu sich zum Tee bitten. Aber sie würde nichts dagegen haben, dem Herzog von Windsor eine repräsentative Staatsstellung einzuräumen. In einigen Dominien wird demnächst der Posten des Generalgouvemeurs, des direkten Vertreters der Krone, frei, und es wäre nicht überraschend, wenn dem Herzog von Windsor auf diese Weise Gelegenheit gewährt werden würde, wieder seinem Lande und zugleich ©einer Lieblingsnichte zu dienen. Wettervorhersage für den Frühling: Kalter Krieg geht weiter. (Vidcy in „News Chronicle*) m | yui&t’ X * . I 4 Für Gleichberechtigung in der Europa-Armee Zwei Hauptprobleme des Generalvertrages, die noch gelöst werden müssen Täglich über tausend Wohnungen fertig Bis 1955 sind 1,8 Millionen Wohnungen geplant Die Stimme verrät mehr als wir ahnen Wiener Hörertest verblüff t die Fachwelt Das Institut für Psychologie an der Wiener Universität führte eine merkwürdige Rundfunksendung durch. Neun Personen, die anonym blieben, traten nacheinander ans Mikrophon und lasen jeweils zwei Minuten lang einen Text vor. Man hatte die verschiedensten Berufe und Altersklassen herausgegriffen, eine Sekretärin (27 Jahre), einen Universitätsprofessor (48), Taxifahrer (30), Gastwirt (53), Lehrer (39), eine Mathematikerin (46), einen Minister (58), einen Jungen (12) und ein Mädchen (14). Die Rundfunkzeitschriften hatten das Experiment angekündigt und entsprechende Fragebögen veröffentlicht Die Hörer wurden gebeten, jeder Stimme aufmerksam zu lauschen und dann Alter, körperliche Erscheinung, Temperament und Beruf der Sprecher zu schätzen. Jedem Vortrag folgte eine kurze Pause, damit die Hörer die Eintragungen vornehmen konnten. Der Stimmen-Test fand ein großes Echo. 2700 Hörer sandten dem Institut ausgefüllte Fragebögen ein. Die Auswertung, bei der alle Antworten prozentual aufgeschlüsselt wurden, ergab einen verblüffend hohen Prozentsatz richtiger Schätzungen. So wurde das Alter der meisten Sprecher fast genau richtig angegeben. Die 27jährige Sekretärin wurde im Durchschnitt auf 26, der 39jährige Lehrer auf 38, die beiden Kinder genau richtig geschätzt. Dagegen wurde das Alter der Sprecher über 45 nicht so gut taxiert. Die Psychologen folgern daraus, daß man von der Stimme weitgehend auf das Alter schließen kann, solange nicht das „Mittel- alter“ erreicht ist. Dann neigt die Stimme dazu, jünger zu klingen, als der Betreffende tatsächlich ist. Daß das Temperament der Sprecher von der Mehrheit richtig gedeutet wurde, war noch am ehesten «rwartet worden. Kein Ausdrucksmittel spiegelt die Gefühtesphäre so unbestechlich wie die Stimme. Daß aber ein erstaunlich hoher Prozentsatz der Hörer auch den Beruf der Sprecher richtig angeben konnte — nur auf Grund der unfaßbaren und unbewußten Schwebungen der Laute, war selbst für die Psychologen eine große Ueberraschung. Der Taxifahrer wurde von über 3000 Hörem fvon 2700!) „herausgehört”, 50 Prozent tippten bei dem Professor auf „Akademiker“. Die 'Mathematikerin, der Gastwirt, Minister und Lehrer wurden von rund einem Drittel der Hörer „beruflich entlarvt“. Verschiedene Blinde, die sich an dem Experiment beteiligten, schätzten besonders gut und bestätigten damit die Erfahrung, daß das Gehör der Blinden außerordentlich fein tet. Dieses interessante Experiment veran- laßte verschiedene amerikanische Universitäten, ähnliche Tests in noch größerem Rahmen durchzuführen. Dabei kamen die Psychologen der Harvard-Universität zu ganz ähnlichen Ergebnissen wie ihre Wiener Kollegen. Auch hier wurde das Alter der meisten Sprecher im Durchschnitt bis auf ein Jahr genau geschätzt — wenn sie unter 40 waren. Die Stimmen älterer Leute wirkten gleichfalls jünger. Als man dieselben Tests ohne Radioütoertragung wiederholte, wobei die Sprecher hinter einem Vorhang standen, waren die Schätzungen noch um 7 Prozent genauer —vermutlich, weil die Stimmen durch das Mikrophon leicht verzerrt _ werden. Noch günstiger war das Ergebnis, als man die Fotos der Sprecher vorher veröffentlichte: bei Dreiviertel aller Tests wurde für jede Stimme das richtige Bild ausgesucht — Schließlich sollten die Hörer nach den I Stimmen beurteilen, ob die Sprecher lau- | nisch, nervös, pedantisch, tatkräftig, besinnlich usw. wären. 91 Proz. aller Schät- I Zungen waren richtig! Schon Sokrates wußte, daß die Stimme ein einzigartiges Hilfsmittel ist, um die Persönlichkeit der Mitmenschen zu erkennen. Ate ihm ein junger Mann vorgestellt wurde, maß er ihn nur flüchtig und sagte dann: ,.Sprich, damit ich dich sehe!“ Die moderne Psychologie aber ist einen Schritt weiter. Man hat entdeckt, daß bestimmte Stimm-Merkmale in den meisten Fällen auf verborgene Neurosen schließen lassen. An der Stanford-Universität und am Brooklyn College wurden Tausende von Stimmen auf Band aufgenommen und mit charakteristischen Eigenschaften der Sprecher verglichen. Personen mit angenehmen, sympathischen Stimmen kamen durchweg im Leben gut zurecht. Bei fast allen Personen mit unangenehmen Stimmen aber stießen die Psychotherapeuten auf gefährliche innere Konflikte, Minderwertigkeitskomplexe und die verschiedensten neurotischen Verkrampfungen. Monotone, quengelnde, müde oder schrille, metallische Stimmen waren fast immer ein Zeichen dafür, daß die Betreffenden mit irgendwelchen schweren Erlebnissen nicht fertig werden konnten. Man beobachtete ferner, daß nach einer Heilung der Neurose auch der unangenehme Klang der Stimme verschwand. Oft verrät allein die Klangfarbe der Stimme, ob man lügt oder nicht. Studenten und Studentinnen vom psychologischen Institut der DePauw-Universität hörten sich Aeußerungen verborgener Sprecher an, die etwa lauteten: „Ich verdiene 100 Dollar die Woche“, „Am liebsten trag ich Grün“, „Mein Vater ist ein schwerkranker Mann“ usw. und entschieden dann, ob es sich um „Wahrheit“ oder „Lüge“ handelte. 82*/« ihrer Schätzungen waren richtig. Bei diesen „Wahrheitstests fiel besonders auf, daß die Studentinnen ihren Kollegen durch eine Art „Spürsinn“ überlegen waren. Die Versuche zeigten aber auch, daß Frauen, die die Unwahrheit sagen, ihre Stimme besser verstellen können als Männer. W. Schirrmacher Buchkauf im Ausland Bücher, Zeitschriften und Noten bis zum Wert von 100 DM pro Sendung können jetzt auch von privaten Käufern direkt aus den OEEC-Ländem bezogen werden, mit denen bereits ein Postzahlungsverkehr besteht. Das Bundesministerium für das Post- und Pemmeldewesen teilt mit, daß Postzahlungsverkehr zur Zeit mit dem Saargebiet, mit Belgien, Belgisch-Kongo, Frankreich (mit abhängigen Gebieten), Luxemburg, Marokko (ohne die spanische Zone), den Niederlanden, Schweden und der Schweiz (einschließlich Liechtensteins) besteht Fisch mit Radar-Peilung Man hat bisher geglaubt, Radar sei eine menschliche Erfindung, die Flugzeugen und Schiffen bei der Orientierung hilft. Nun hat sich aber herausgestellt, daß die Natur den Fisch „Gymnarchus niloticus“. der in 1 westafrikanischen Flüssen, aber auch im Nil vorkommt, schon seit Jahrtausenden mit einer ausgezeichnet arbeitenden Radar-Einrichtung versehen hat. Der englische Biologe Dr. Lißmann berichtet in der wissenschaftlichen Wochenschrift „Nature“, er habe ein lebendes Exemplar dieser Fischgattung von Freunden aus Afrika bekommen und längere Zeit beobachtet. Dabei sei ihm aufgefallen, daß der Fisch verhältnismäßig schnell und sehr geschickt auch nach hinten schwimmen kann und dabei mit großer Sicherheit allen Hindernissen ausweicht. Es war bereits bekannt, daß der Schwanz des Fisches mit einem schwachen elektrischen Organ ausgestattet ist. Dr. Lißmann kam nun auf die Idee, daß dieses Organ dem Fisch möglicherweise zur Entdeckung von ungesehenen Hindernissen dienen könnte. Ate er das Aquarium mit einem Elektrodenpaar versah und es mit einer Verstärkerröhre ver- j band, konnte er tatsächlich feststellen, daß der Fisch in ununterbrochener Folge elek- * trische Impulse von sich gab. BUeb die Temperatur gleichmäßig, blieben auch Stärke und Frequenz der Stromstöße völlig regelmäßig: Je nach Aenderung der Wassertemperatur von 21 bis 3114 Grad Celsius änderte sich auch die Frequenz von 258 bis zu 318 Impulsen pro Sekunde. Die Höchstfrequenz wurde bei 28 Grad festgestellt. Die Stromstöße gehen in ununterbrochener Folge von dem Fisch aus, gleichgültig, ob er stillsteht oder sich bewegt. KULTUR NACHRICHTEN Der Intendant des Süddeutschen Rundfunks, Dr. Fritz Eberhard, hat den ehemaligen Generalintendanten der Städtischen Bühnen in Kiel, Emst Martin, mit Wirkung vom 15. April, zum Leiter des Studios Karlsruhe und der Sendestefie Heidelberg-Mannheim ernannt. Als ehemaliger Intendant der Stadtiheater Saarbrücken, Krefeld und der Städtischen Bühnen in Kiel sowie als Drehbuchautor verfügt der 1891 in Möckmühl geborene neue Leiter des Studios über reiche Erfahrungen auf dem Gebiet des Theaters und des Films. Der Wettbewerb für die Hei- matvertriebenen, den der „Bretano- Verlag/Ostdeutsche Verlagsanstalt“ ausgeschrieben hat und an dem sich bisher schon zweitausend Einsender beteiligt haben, ist auf Wunsch aus Kreisen der Landsmannschaften bis zum 31. August dieses Jahres verlängert worden. Für die besten Erzählungen, die nicht mehr als zehn Schreibmaschinenseiten umfassen sollen, sind Preise von 500, 300 und 200 Mark ausgesetzt, für die besten Gedichte 150, 100 und 50 Mark. Die Mathematiklehrer an den höheren Schulen des Bundesgebiets tagen vom 15. bis 18. April in Tübingen. Veranstalter der Versammlung ist der Verein zur Förderung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts, der auf ein sechzigjähriges Bestehen zurück- blicken kann. 1 i { ] j SÜDKURIER iuntteerjiiinttg Nr. 57 / Seite 3 Atanftanj bett 9. »peil 1952 Die Zeit Des Ofterpufcee In vielen Wohnungen herrscht in diesen Tagen vor Ostern Hochbetrieb. Da wird gebürstet und geschrubbt, gekehrt und geputzt. Dort werden die Vorhänge heruntergenommen und gewaschen, da die Fenster wieder einmal gründlich gesäubert oder Spinnweben, die sich in irgendeinem Winkel eingenistet haben, entfernt. Kurzum, (Aufnahme: Schneider-Ressel) die Hausfrau hat in diesen Tagen des Osterputzes alle Hände voll zu tun, um neben ihren sonstigen Pflichten auch noch diese kräftezehrende Arbeit mit oder ohne Hilfe zu vollbringen. Was wäre auch ein Frühjahr oder ein Osterfest ohne diesen Großputz? Alfred Riedle 70 Jahre alt Wer Alfred Riedle schlank und elastisch jeden Tag schnellen Schritte* durch die Straßen gehen sieht, würde nicht vermuten, daß er am heutigen Tag seinen 70. Geburtstag feiern kann. Aber Jagd- und Skisport haben ihn jung erhalten und sein Geist ist noch so frisch, daß er es mit jedem Vertreter der jungen Generation aufnehmen kann. Kaufmann Alfred Riedle war von jeher ein Mann, den es nicht in seinen engen Räumen hielt. Seit Jahren vertritt er die Interessen der Kaufmannschaft in der Oeffenthchkeit, früher als Mitglied des Bürgerausschusses und heute als Vorsitzender des Einzelhandelsverbandes Südbaden, Bezirksverband Konstanz. Er ist außerdem Mitglied des Präsidiums dieses Verbandes und des Landesvorstandes, Beiratsmitglied der Industrie- und Handelskammer Konstanz und des Verkehrsvereins. Alfred Riedle war einer der ersten Skiläufer in Konstanz und wurde wegen seiner Verdienste um diesen Sportzweig zum Ehrenpräsidenten des Skiklubs ernannt Bei der Schützengesellschaft 1493 wen er lange Jahre als Oberschützenmeister tätig; in der Elefanten-AG. war er im Elferrat lange Zeit aktiv tätig. Durch seinen echten, trockenen Humor ist er auch heute noch in weiten Kreisen bekannt Direktor Dr. A. Fischer t In seinem neu erbauten und erst vor kurzem bezogenen Haus in Litzelstetten, starb an einer Herzembolie in den Vormittagsstunden des vergangenen Montag im Alter von 67 Jahren, der ehemalige kaufmännische Direktor der Holzverkoh- lungs-Industrie-AG., Dr. rer. pol. Adalbert Fischet. Direktor Fischer, der zuletzt zum Aufsichtsrat der Degussa-AG. mit dem Sitz in Frankfurt zählte, war seit 1907 bei der Hiag tätig und mehrere Jahre lang als deren Direktionsmitglied in Konstanz weithin bekannt. Bei der Verschmelzung der Hiag und später des Vereins für Chemische Industrie-AG. mit der Degussa hat Dr. Fischer ausschlaggebend mitgewirkt. Während seiner 25 Jahre langen Tätigkeit als Vorstandsmitglied der Degussa hatte Dr. Fischer vorwiegend die kaufmännische Leitung im Holzverkohlungsbereich. Nachdem er 1945 in den Ruhestand getreten, war es sein großer Wunsch, seinen Lebensabend am Bodensee zu verbringen, wo er als 22jähriger seine Laufbahn begonnen hatte. Leider war es ihm nur kurze Zeit vergönnt, sich der Muse und Zurückgezogenheit in seiner Bodensee-Wahlheimat zu erfreuen. Jachthafen wird gebaut Das Landratsamt hat nunmehr die vorläufige Genehmigung für den Bau des Jachthafens in der Seestraße erteilt. Allerdings müssen noch verschiedene Instanzen gehört werden, doch dürften von diesen Stellen keine Schwierigkeiten entstehen. Der Yachtclub hat außerdem der Stadtverwaltung gegenüber nachgewie- stn, daß er in der Lage sein wird, die von der Stadt geforderten 35 000 DM aufzubringen. Der Verein erwartet allerdings noch, daß ihm aus Totomitteln der Be- Theaterfrage roieöer oor Dem StaÖtrjt Sommer- und Winterspielzeit stehen zur Debatte Etwas überraschend kam in der gestrigen Stadtratssitzung wieder die Theaterfrage zur Sprache. Die Stadträte zeigten allerdings keine große Geneigtheit, sich ohne weiteres über dieses heikle Gebiet auszulassen und so wurde die Angelegenheit auf die nächste Sitzung vertagt. Inzwischen werden sich die verschiedenen Parteien mit dieser Frage beschäftigen und dann ihre Meinung darlegen. Die Frage stand auf der Tagesordnung, weil Intendant Kreibig ersucht hatte, im Hinblick auf die künftigen Dispositionen sich zu erklären, ob man in Konstanz mit eher Sommerspielzeit und mit einer Spielzeit im kommenden Winter rechnen könne. Bürgermeister Schneider gab hierzu die nötigen Erklärungen. Danach beabsichtigt das Stadttheater vom 1. Juni bis 15. August Freilichtaufführungen zu veranstalten und anschließend sofort mit der Winterspielzeit zu beginnen, die bis Mitte Mai 1953 dauern soll. Für die Sommer- spieizeit wird ein Zuschuß von 22 900 DM benötigt. Hierfür stehen noch 10 000 DM aus dem Zuschuß des Landes Baden zur Verfügung. Ferner will man die Spielbank um einen Zuschuß in gleicher Höhe ersuchen und schließlich rechnet man mit einem Überschuß von 5000 DM aus der jetzigen Spielzeit. Schwieriger gestaltet sich schon die Winterspielzeit. Es sind 110 Aufführungen in Konstanz vorgesehen. Dazu würden noch 40 auswärtige Aufführungen kommen. Alles in allem wird für diese Spielzeit ein Zuschuß von 133 250 DM benötigt. 60 000 DM stehen als Theaterzuschuß der Stadt im Haushaltsplan. Woher der Restbetrag genommen werden soll, ist noch nicht bekannt und bereitet einiges Kopfzerbrechen. Es ist auch nicht geklärt, inwieweit der neue Staat Baden- Württemberg einen Zuschuß leisten wird. Schließlich steht der Stadtrat noch vor der Entscheidung, wenn keine Winterspielzeit in Konstanz mit eigenem Ensemble durch- geiührt wird, den bisherigen Intendanten als künstlerischen oder organisatorischen Berater zu verpflichten. Es würde dann dessen Aufgabe sein, Gastspiele auswärtiger Bühnen in Konstanz durchzuführen. Über alle diese Fragen wird nunmehr in der nächsten Sitzung des Stadtrats gesprochen und dann Beschluß gefaßt werden. trag von 5000 DM zugehen wird. Auf Guind des Nachweises der Finanzierung hat der Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung die Arbeiten für den Jachthafen vergeben. Der Zuschlag wurde an die Firma Baresel, Stuttgart, erteilt, die gegenwärtig auch den Fährehafen in Staad aus- bau,. Die Kosten betragen rund 70 000 DM. Für den Bau des Jachthafens sind zwölf Wochen in Aussicht genommen. Zuchthaus für Hoteidleb Die Große Strafkammer Konstanz verurteilte einen 22jährigen Hotel- und Gaststättendieb, der im September, Oktober und November vergangenen Jahres das ganze Bodenseegebiet von Radolfzell über Meersburg bis Lindau sowie Konstanz unsicher machte,wegen 46 Diebstählen einfacher und schwerer Art Im Rückfall zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus und drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Vier Monate Untersuchungshaft werden dem Verurteilten angerechnet. Die Opfer sind fast ausschließlich Hotelangestellte, aus deren Unterkünften er Geld und andere Wertsachen entwendete. Im ganzen fielen ihm allein an Geld über 5350 DM in die Hände. (Ausführlicher Bericht folgt.). Karfreitagsmusik in der Pauluskircfae Im Mittelpunkt der diesjährigen Karfreitagsmusik in der Pauluskirche steht „Der Kreuzweg“ von Hermann Simon, eine musikalische Andacht nach Gedichten von Ruth Schaumann mit Ursula Buk- kel, Sopran und Willi Kraus, Baß. An der weiteren Ausgestaltung dieser Feierstunde beteiligen sich Hans Henger an der Orgel und der Pauluschor mit Werken von Joh. Seb. Bach. Zu dieser Passionsandacht, die um 17 Uhr beginnt, ist bei freiem Eintritt jedermann eingeladen. Oster-Premiäre im Stadttheater Am Ostersonntag und Ostermontag bringt das Stadttheater Konstanz die erst kürzlich in Gießen mit großem Erfolg ur- aufgeführte Lustspiel-Operette „Der König von Koffeinien“ des bekannten Komponisten Arno Vetterling in der Inszenierung von Emst-Peter Horn und mit den Bühnenbildern Paul Josef Komanns. Die am Samstag, 12. April, stattflndende Aufführung „Schlaf der Gefangenen“ von Chri- stopher Fry ist die letzte Aufführung dieses interessanten Werkes in Konstanz. Weitere SchulfchlußsFeicrn in Konftanz Höhere Handelsschule und Handelsschule Der Schlußfeier der Höheren Handelsschule lind Handelsschule im Bürgersaal gas das' Schmitt-Bohn-Trio den musikalischen Rahmen. Gedichtvorträge und Lesungen, dargeboten von Schülern und Schülerinnen, leiteten über zur Ansprache von Direktor Müller, der sich gegen den Ungeist der Vermassung wandte und die Erziehung zur Persönlichkeit forderte. Durch eine Charakteristik des Massenmenschen, wie er in den totalitären Staaten gezüchtet wird, veranschaulichte er die Gefahren, die dadurch nicht nur der Bildung im allgemeinen, sondern vor allem auch der Erziehung der Jugend drohen. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Schule von rund 820 Schülern besucht wurde, von denen 248 auf die Höhere Handelsschule und 574 auf die Handelsschule entfallen. Entlassen werden aus der Höheren Handelsschule 105, aus der Handelsschule 132 Schüler. Preise und Lob erhielten: O 1 Werner Oschmann, Preis; Edgar Lorenzi, Lob; Wilhelmine Waldenspuhl, L.; 0 2: Marianne, P.; Elfriede Wagner, L.; Anna Pfister, L.; Inge Schäfer, L.; HII 1: Robert Steinhäuser P. Fritz Bertsch, L.; Kurt Seiffert, L. EI2: Liselotte Franzen, P.; Gabriele Deeg, L.; Brigitte Künie, L. H II 3: Gerda Bischoffberger, P. ; Elfriede Hornstein, L.; Helga Mack, L.; Margarete Weißer, L. III 1 Franz Störk, P., bei Josef Sauter, Tapetengroßhandlung; Franz Effertz, L., bei Rieh. Holdertnann, Arzneimittel; Ille 2 Herta Gutjahr, L., bei Adolf Oettinger, Schreibwaren; III4: Christa Dinkeldein, P., bei Verkehrsamt; Elfriede Hartmann, L., bei Bodensee-Reisebüro; Marianne Hofer, L., bei Paul Häußler, Maschinenfabrik; Barbara Jahn, L., bei Südkurier; Gerda Morisse, bei Ernst Stief, Stempelfabrikation; III p 5: Erich Stoiber, L., bei Postamt Konstanz; Ille 6: Doris Renkel. P., bei Ernst Butzmann, Lebensmittel. B. Uebrige Klassen: HII Gutmann Klaus Lob, H I 2 Müller Elfriede L., Stühle Monika L., H I 3 Bühl Elisabeth L., Hornstein Marianne L.; WO U HI Justin Else Preis, Nutz Hildegard Lob, Pf aff Erna L.j II1 Zinnert Hans Lob, bei Byk Gulden; Gei6enberger Jürgen L., bei Schneider & fturge 5 tabtnad)ri(f)ten Das Fest der silbernen Hochzeit feiern heute Mittwoch die Eheleute Alfred Schwarz und Frau Frieda, geb. Haigen, Reichenaustraße 152. Sein 74. Lebensjahr vollendet heute Leo Schreiber, Reichen aiustraße 2. Auf eine 40jährige Tätigkeit im Schuhhaus Aug. Hang, Kanzleistraße, kann heute Frl. Lina Kienzle, Grünenbergweg 61, zurückblicken. Die Arbeitsjubilarin, die wegen ihrer umfassenden Fachkenntnisse von der Handelskammer Konstanz zu Lehrlingsprüfungen beigezagen wurde, ist in weiten Kreisen bekannt. Ueber 40 Jahre sind vergangen, seitdem der Turner Max Lang den Weg in den Turnverein fand. Als die Pressearbeit in der Deutschen Tumerschaft organisiert wurde, übernahm er kn Hegau-Bodensee- Tumkreis das Amt eines DT-Kreispresse- wartes, gab für die Jugendfeierstunde Freiburg 1924 ein Werbeheft heraus, stellte für den Hegau-Bodensee-Tumkreis ein Kreis-Handbuch zusammen und schenkte seiner Vaterstadt die 100jährige Tum- ge schichte. Die städtischen Krankenanstalten haben jetzt feststehende Bezeichnungen erhalten und zwar Chirurgische Abteilung, Medizinische Abteilung, Frauenklinik und Kinderklinik. In der unteren St. Mauritius-Kapelle des Münsters, meist Heiliggrab-Kapelle genannt, sind am Gründonnerstag und Karfreitag Betstunden. Die Kapelle ist auf eine Stiftung des hl. Bischofs Konrad zurückzuführen. Im 14. Jahrhundert umgebaut, erhielt sie Ende des 15. Jahrhunderts das jetzige Gewölbe. An der gotischen Decke des sog. Zunftsaales des Rosgartenmuseums sind ernste Schäden aufgetreten. Eine Kommission des Stadtrates wird die Frage prüfen, was geschehen soll, insbesondere ob noch in diesem Jahr die erforderliche Instandsetzung durchzuführen ist. Dieser Tage weilten beim Bodensee- Reisebüro 28 Vertreter der Bremer Reiseorganisation Schamow zu Gast. Der Aufenthalt in Konstanz diente zur Information über Ferienreisen nach dem Bodensee. Heute Mittwochnachmitag sind sämtliche Ladengeschäfte bis 17 Uhr geöffnet. Der Freitag-Wochenmarkt fällt wegen des Karfreitags aus und wird auf den Kar- samstag verlegt. Der Samstags-Wochenmarkt in Petershausen fällt aus. Innerhalb der Altstadt wird der Müll morgen Donnerstag zwischen 7—12 Uhr und in Petershausen von 13.30—17 Uhr abgefahren. Die nächste Müllabfuhr wird in beiden Stadtteilen erst wieder am kommenden Dienstag vorgenommen. Die Mitglieder der Gewerkschaftsjugend, die bei der Maifeier der Konstanzer Gewerkschaften mitwirken, treffen sich heute Mittwochabend kn Gewerkschaftshaus, Obere Laube 63. — Die Geschäftsstelle des DGB ist außer an den Osterfeiertagen auch am Karsamstag geschlossen. Der Skiklub Konstanz unternimmt über die Osterfeiertage eine Oster-Skifahrt nach Malbun in Liechtenstein. Neue Filme „Herz der Welt“ (Roxy) Die jungen Leute wissen kaum noch, wer Bertha v. Suttner, die Hauptfigur dieses Filmes, war. Nun, sie hat einen Roman „Die Waffen nieder!“ (1889) geschrieben, und der wurde, in ein Dutzend Sprachen übersetzt, ein Welterfolg, während allerdings seine praktischen Wirkungen, wie bekannt, gleich Null blieben,, denn die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts bescherte uns immer scheußlichere Waffen und Kriege. Trotzdem: Wenn die „Helden“ von einst sich über die „Friedensbertha“ lustig machten, heute stimmt die Welt dieser bedeutenden Frau darin zu, daß Frieden besser ist als Krieg, ob er gleich nicht einfach durch Niederlegung der Waffen zu gewinnen und zu erhalten ist Schaden kann es jedenfalls niemandem, einmal wieder aus dem Munde einer klugen und begeisterungsfähigen Frau den Ruf nach Frieden und Menschenliebe zu hören. Und Harald Braun als Drehbuchautor und Regisseur bürgt für ernste, saubere Gestaltung des großen Stoffes. Da der Film zwischen 1864 und 1914 spielt, ist eine geschlossene Handlung kaum möglich, immer wieder aber ergeben sich Höhepunkte, die den Zuschauer mitreißen, am stärksten jener große Friedenskongreß von Monaco Anno 1892, wo in der Tat die Suttner einen Konflikt zwischen Italien und Frankreich vermeiden half. Hier hat auch Hilde Krahl in der Hauptrolle Gelegenheit, alle Saiten ihrer reichen Begabung spielen zu lassen. Schönheit, Be- schwingtheit, überlegene Heiterkeit und die Kraft zum packenden Appell an die Politiker aus 12 Nationen. Und sie redet mit großer Selbstüberwindung, denn im gleichen Kongreßhaus liegt ihr geliebter Gatte im Sterben (Dieter Borsche, ein Offizier von männlicher Haltung und voll menschlichem Verstehen). Allerbestes geben auch Mathias Wieman und Werner Hinz, jener ein Alfred Nobel (der Erfinder des Dynamits) von tiefer Verschlossenheit und doch mit Güte im Herzen, dieser ein kaltschnäuziger Geldmann (Zaharoff) von hinterhältigster Gefährlichkeit. Das Rührendste: die 70jährige Frau Suttner, die (1914!) die Verwirklichung ihrer Träume nicht erleben darf und doch, weil sie an die Macht der Liebe glaubt, mit einem Lächeln um die Lippen stirbt. Ein Film, für Karwoche und Ostertage wie geschaffen; in manchen Frauenaugen blinkten Tränen. C.W. „Der Unheimliche“ (Scala) In Kriminalfilmen ist Spannung die Hauptsache. Nachdem aber offenbar alle Mittel, das Publikum mit überraschenden Effekten zu fesseln, erschöpft oder zumindest zu sehr bekannt sind, sinnen die Filmhersteller auf neue Wirkungsmöglichkeiten, um dann doch auf die alten zurückzukommen. Hier, im „Unheimlichen“, ist es wieder die Hypnose, die dazu dienen muß, ein Verbrechen zu organisieren und den Zuschauer in Erregung zu versetzen. Dies gelingt, wenn auch nicht so überzeugend, daß man bei logischem Nachdenken alles für glaubhaft hält. Wahrscheinlich kam es in diesem Film darauf gar nicht so an. Vielmehr scheint es die Absicht zu sein, das Publikum durch eine verwirrende Fülle von Ereignissen und einen rasenden Szenenwechsel in Atem zu halten und gerade das Nachdenken zu verhindern. Dabei wird der raffinierte technische Komfort, den Verbrecher und Kriminalpolizei gegeneinander aufbieten, allmählich zum Hauptinhalt des Filmes. Läßt das Drehbuch aber im Ganzen viele Wünsche offen, so sind Regie (Helmut Weiß) und Darstellung um so besser. In den Hauptrollen spielen Ilse Steppat, Rolf v. Nauckhoff, Hans Nielsen auf der Seite der von den Verbrechern Verfolgten. Hans Magel, Charles Regnier als Gangster ihre Rollen in disziplinierter und ausgezeichnet charakterisierender Weise. W.M. „Frauengeheimnfa“ (Gloria) Wörtlich übersetzt heißt der Titel dieses amerikanischen Filmes zutreffend und ohne Zweideutigkeit „drei Geheimnisse“. Handelt er doch von drei jungen Müttern, die am gleichen Tage und am gleichen Ort einer Sohn das Leben gaben, die Tatsache seiner Geburt bisher aber geheimgehalten haben. Anscheinend glaubte aber der deutsche Verleih wieder einmal, ein knalliger Titel sei werbewirksamer. Und also gab man dem Film die höchst geschmacklose Bezeichnung „Frauengeheimnis“. Der Titel eines Filmes ist sein Aushängeschild, darum sollte er auch mit mehr Sorgfalt bedacht werden. Der Film ist besser, als sein deutscher Name es vermuten läßt. Seine story ist klar und straff gebaut. Aber nicht so straff, daß nicht Zeit bliebe, die drei ganz unterschiedlichen Frauen-Charaktere zu entwickeln, die das Drehbuch sehr geschickt zusammenführt Wir begegnen ihnen, als sie alle drei glauben müssen, ihr zur Adoption abgetretenes Kind sei erneut elternlos, in einem Moment voller Spannungen also, der Erinnerungen wachruft und Entscheidungen fordert Und diese Spannung hält lobenswerterweise an. Dank vor allem der einfallsreichen Regie und der sauberen schauspielerischen Leistung im besonderen der drei Hauptdarstellerinnen: Eleanor Parker, Patricia Neal, Ruth Roman. Bemerkenswert ist auch, wie das Problem gelöst worden ist — mit einem kleinen Schuß Sentimentalität zwar, aber nicht mehr als erlaubt ist. Dr. EH „Egoismus der Liebe“ (Capitol) Ein Besessener, bei dem erst die Kunst, dann lange nichts, dann er selber, dann allenfalls der Impressario und ganz zuletzt die Frau kommt, die er als sein Eigentum betrachtet. Die Frau, einst unerfahrenes Mädchen, in das sich der Künstler während eines Konzertes verguckte, verliert sich im Laufe schwerer Erlebnisse an einen aufstrebenden Jüngeren, findet aber zu ihrem Gatten zurück — während er das gleiche Opfer — aber in einem anderen Sinne vollzieht: er tritt ab von der Bühne des Lebens. — An diesem schwedischen Film sind Musik und fotografische Regie meisterhaft. Die Frau, um die es geht (Viveca Lindfors). äußerlich etwas auf Garbo aufgemacht, verfügt vor allem über sprechende Augen. Bisweilen aber ist sie etwas mauerblümchenhqft. Eine undankbare Rolle. Der Mann, um den es geht, wirkt meist unheimlich und beklemmend; er ist zwar in diesem Film wandlungsfähiger als Viveca Lindfors, aber den großen Künstler glaubt man ihm kaum. Die jungen Leute um die Frau herum sind nicht viel mehr als Staffage, keiner ein großer Gegenspieler des Mannes. Der Impressario ist eine quicklebendige Charakterrolle. So konzentriert sich wohl bewußt alles auf die Eheleute, ohne daß ihre Tragödie ganz glaubhaft versinnlicht wird. Die Sterbeszene grenzt an Kitsch, der Schluß ist großartig leise und verhallend. Der Regisseur Olaf Molander zeigt hier, was er kann. Aber gegen das Drehbuch, für das er mitverantwortlich ist, kommt er nicht ganz auf. Jugendliche dürfte der Film langweilen; für Erwachsene enthält er manches Nachdenkliche. -ng. Da« Konilanzer Münder Wenige Konstanzer Bürger kennen wohl die Geschichte und die reiche Architektur ihres Domes in Konstanz, der der Gottesmutter geweiht ist. Unter der sachkundigen Führung von Baurat Hitzel erhielten die Mitglieder mit Familienangehörigen des KKV „Colum- bus“ einen Einblick in die Geschichte des Konstanzer Münsters. Trotz der fünf Bauepochen wurde der Dom zu einem harmonischen Ganzen vereinigt. Der hohe Seitenturm stürzte 1128 ein, 1511 verbrannten die beiden Westtürme, wobei 10 Glocken schmolzen. Während der Reformation im Jahre 1530 wurden die Bildwerke zerstört oder entfernt Der silberne Hochaltar wurde von Bischof Johann Jakob Frhr. v. Fugger beschafft. Das Altarbild stiftete Prinz Max. Daß im Chor, vor dem Hochaltar, 13 Bischöfe, u. a. auch der englische Erzbischof von Salisbury, Robert Hall um, welcher 1417 gestorben ist, ‘ähre letzte Ruhestätte gefunden haben, dürfte wohl wenig bekannt sein. Interessant waren auch die Ausführungen von Baurat Hitzel über die Krypta, über die St.-Konrads-Ka- pelle und über das Grab des hl. Konrad. Wst. Mohl, Gemüsegroßhandlung; Häuptle Hermann L., bei Karl Zeller, Papierwaren- Großhandlung; Hoffmann Wilfried L., bei Byk Gulden; II e 3 Linnebach Helm. Preis, bei Hensler, Feinkost; Bosch Helmut L., bei Hensler, Feinkost; II e 4 Schmidt Gudr. Lob, bei Hensler, Feinkost; I e 3 Schächner Klara L., bei Josef Schächner, Lebensmittel; I e 4 Fischer Johanna L., Müller Luzia Lob, bei Rieh. Holdermann, Arneimittel. Stephansschule Die frostige Trostlosigkeit des Schuleinganges, welche die Besucher der Entlassungsfeier beim Betreten der Stephansschule empfing, ließe wohl den Gedanken an das Wort: „Ihr alle, die ihr eintretet, lasset alle Hoffnung fahren!“ zu, aber niemals d‘ie feierliche Stimmung ahnen, welche der Schulentlassung zu eigen war, zu der sich 85 Entlaßschüler mit ihren Eltern, Geistlichen und Lehrern in der Aula zusammenfanden. Die wohlklingenden, gediegenen Lieder des Scbülerchores, die gedanklich zusammenhängenden Gedichte und Sinnsprüche, von Entlaßschülern mit innerer Anteilnahme deklamiert, gipfelten inhaltlich in der Ansprache von Rektor Horn, der aus dem Herzen und zu den Herzen der Entlaßschüler sprach. Es gelte für sie nicht nur um die Bemühung des Aufgehens in ihrer beruflichen Lebensaufgabe, sondern ebenso um die Verwirklichung tätiger Lieber für den Mitmenschen, so wie es der Redner im Mittelpunkt seiner Ausführungen am Lebensbild von Henry Dunant zeigte, dessen selbstlose Hingabe ihn als Helden der Liebe und Menschlichkeit zum Schöpfer des Roten Kreuzes werden ließ. Werdet Träger lebendiger Bürgschaft für den Nächsten, seid edel, hilfreich und gut im dauernden Verkehr mit den Menschen. So schlossen die Abschiedsworte an die Entlassenen, von denen Ernst Hahn, Berthold Grundier, Eduard Ketterer, Manfred Mettler, Siegfried Ullmann, Heinz Waibel noch mit Schulpreisen und Peter Bischof, Hans Herrmann, lEugen Dietrich und Manfred Ockle mit Religionspreisen ausgezeichnet wurden. Mädchenvolksscbu le ZofHmgen Zahlreich hatten sich Gäste und Eltern zu der sehr fein auf den Frühlingsgedanken abgestimmten Feier der Mädchenvolksschule Zoffingen eingefunden. 73 Schülerinnen waren es, die zur Entlassung kamen. Rektorin Frau M. Rita richtete tief empfundene Abschiedsworte an die Mädchen : Die Schule war die lehrende und leitende Führerin durch das Kinderland, nun beginnt eine neue Lebenswanderung. Aber die Kräfte, die aus dem Innern kommen und starkes Gcttvertrauen, stehen helfend und schützend im Lebenskampf zur Seite. Von der beglückenden Liebe zur Natur und Heimat sprach Frau M. Rita, und auch von der Freude, die man andern gibt und vom Helfen, wo Hilfe nötig. Lieder und Dichtungen, die den Frühling, die Natur und das Jungsein besingen, umrahmten ein sehr gedankentiefes Gespräch junger Menschenkinder über den Ausblick in die Welt und der gläubigen Zuversicht, daß diese Welt, trotz allem was in ihr vorgeht, schön ist. Ein Frühlingsreigen, anmutig und beschwingt, fand sehr viel Beifall. Ebenso der Klaviervortrag zweier Mädchen. Für besonders gute Leistungen wurden sechs Entlaßschülerinnen mit Preisen ausgezeichnet. Ihre Namen sind: 1. Gertrud Betz, 2. Angela Geisenberger, 3. Sigrid Hermann, 4. Margot Mailänder, 5. Rosmarie Schoch, 6. Irmgard Winter, 7. Gertrud Nisel. Wallgutschule 75 Vierzehnjährige, darunter drei Buben und zwei Mädel der Hilfsschule, kamen in der Wallgutschule im Rahmen einer würdigen Feier zur Entlassung. Rektor Trautwein gab den Schülerinnen, die nun die Schwelle ekles neuen Lebensabschnittes überschreiten, Worte des Ansporns und der Mahnung mit auf den Weg. Stellvertretender Schulleiter O. Weiner sprach von der Notwendigkeit des erworbenen Wissens für den kommenden Weg ins Berufsleben. Die Klassenlehrerin Frl. Schädler hatte das Programm der festlichen Stunde mit feinem Einfühlen dem „Lob der Frauen“ gewidmet. Musik, Dichtungen und Lieder gaben den Darbietungen gehaltvolle Gestalt. Ausgezeichnet waren die einzelnen und gemeinsamen Vorträge der Entlaßschülerinnen: Kompositionen von Beethoven, Joh. Seb. Bach, Gedichte von Schiller, Goethe und Walther von der Vogelweide, Worte berühmter Männer über ihre Mütter, Volksweisen und Frühlingshymnen. Eine Schülerin übermittelte in Gedichtform und mit Blumen den Dank an die Lehrer. Drei Mädchen wurden für besondere Leistungen mit Preisen ausgezeichnet. Zwei Preise waren Stiftungen der ev. Kirchengemeinde. Die Namen der Preisträgerinnen sind: Ingrid Schmäh, Annemarie Rüdiger, Jutta Gasch. t Gestern abend verschied nach langer, schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere herzensgute Mutter und Großmutter Maria Sdtmieder im Alter von 69 Jahren, wohlvorbereitet mit den hl. Sterbesakramenten. Konstanz, den 8- April 1952 HüetUnstraße 8 In tiefer Trauer Richard Schmieder und Tochter Maria Hilde Stadler geb. Sdtmieder Die Beerdigung findet an Donnerstag, 15 Uhr statt. TU ’i» • * 1 •tf iii II feilt:!!. m II! Silin n !'‘ iS. :.i PU Mittwoch, 9. April 1952 SÜDKURIER Lastenansgleich in der Sackgasse? Vertriebene und Altsparer lehnen Entwurf ab — Vorfinanzierung ungeklärt Bonn. (W.-Eigenbericht). Nach Ostern will der Bundestag das umfangreiche, über 400 Paragraphen zählende Gesetz über den endgültigen Lastenausgleich verabschieden. Mehrere Sitzungstage sind bereits für die Beratung dieses größten Gesetzes-Werk es Vorbehalten, das der Bundestag bisher behandelt hat. Aber es ist noch nicht abzusehen, wann der Lastenausgleidi Wirklichkeit wird. Kenner des parlamentarischen Ablaufs sagen voraus, daß noch Monate vergehen können, ehe das Gesetz im Bundesanzeiger verkündet Wird und damit Rechtskraft erhält. Dazwischen dürften noch lange Kämpfe unter den verschiedensten Interessengruppen, den Fraktionen und den Ländern liegen, über deren Ausgang Voraussagen jetzt noch unmöglich sind. Denn der Entwurf, den der Lastenaus- gleidis-Ausschuß des Bundestags in monatelanger, wirklich aufopfernder Arbeit, über Parlamentsferien und Feiertage hinweg, schließlich fertiggestellt hat, stellt offenbar viele Abgeordnete des Bundestags nicht zufrieden. Der Bund der Vertriebenen Deutschen, dem als zentralem Organ der Vertriebenen die in allen Parteien sitzenden Flüchtlings-Abgeordneten voraussichtlich folgen, hat den Entwurf als unbefriedigend abgelehnt. Ebensowenig erklärten sich die Organisationen der Alt- eparer mit den Vorschlägen einverstanden, denen in dem Entwurf lediglich zugesdchert wird, eine Regelung der Altsparer-Entschädigung sei durch die jetzige Form des Lastenausgledchs „nicht ausgeschlossen“. Audi von seiten der Länder, die zugunsten des Lastenausgleichs auf ihre Einnahmen aus der Vermögenssteuer verzichten sollen, werden recht wirksame Proteste erwartet. Und schließlich gibt es im Bundestag eine ganze Reihe • von Abgeordneten, deren die Opfer des Lastenausgleichs einfach zu weit gehen und in ihm nur die Gefahr einer weiteren „Sozialisierung“ sehen. Man glaubt zwar allgemein, daß es auch der Zusammenfassung aller dieser einander teilweise widersprechenden Kräfte nicht gelingen wird, den Lastenausgleich zum Scheitern zu bringen. Aber sie werden seine Verwirklichung mindestens noch einige Zeit aufhalten. Seit einiger Zeit ist nun die Frage in den Vordergrund getreten, ob man nicht durch eine „Vorfinanzierung“ weiterkommen könne. Da es ausgeschlossen erscheint, sofort von den Abgabepflichtigen einen großen Teil ihrer Abgabe zu erhalten, und andererseits für viele der Vertriebenen eine erst nach einigen Jahren eintretende Hilfe wertlos wäre, will man versuchen, aus irgendwelchen Quellen vorweg Mittel zu bekommen, die dann nach und nach aus den jährlichen Abgaben zurückgezahlt werden könnten. Der amerikanische Hohe Kommissar McCloy soll versprochen haben, sich nach amerikanischem Kapital umzusehen, aber bei der jetzigen Weltlage besteht offenbar keine Aussicht auf eine ins Gewicht fallende amerikanische Staatsanleihe. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat den befreundeten Kölner Bankier und CDU-Abgeordneten Dr. Pferdmenges gebeten, in Deutschland selbst Anleihemöglichkeiten ausfindig zumachen. Aber auch hier haben sich anscheinend bisher keine Aussichten gezeigt. So hängt diese Kernfrage, die den Lastenausgleich wesentlich erleichtern könnte, nach wie vor in der Luft. Deutsche Schuldverpflichtungen gegenüber der Schweiz Die umstrittene Clearing-Milliarde — Debatte auf der Londoner Konferenz Zürich. (Dr. S.-Eigenbericht). Die Regelung der deutschen Schulden gegenüber der Schweiz war eines der Probleme, mit denen sich die vorübergehend unterbrochene Schuldenkonferenz in London beschäftigte. Deutschland schuldet der Schweiz einen Betrag von 1,177 Milliarden Franken aus Clearing(Verrechnungs)-Vorschüssen, die der Bund im Zusammenhang mit dem deutsch-schweizerischen Handelsverkehr während des zweiten Weltkrieges gewährt hatte. Hinzu kommen schweizerische Forderungen aus Kohlenvorschüssen, Internierungskosten, der Rheinregulierung u. a. m. Die Forderungen schweizerischer Privatgläubdger an den deutschen Staat (vor allem aus Young- und Dawes-Anleihen), die deutschen Lander-, Gemeinde-, die Reichsbahn- und Privatschulden belaufen sich auf rund 1,5 Milliarden Franken. Der strittigste Punkt in den Schuldenverhandlungen ist das Schicksal der 1,177 Milliarden Franken Clearing-Schulden, die nach Auffassung der Alliierten zunächst nicht in die Tagesordnung der Londoner Konferenz aufgenommen werden sollten. mögen in der Schweiz, sondern andere Einnahmequellen der westdeutschen Regierung herangezogen werden. Die Schweiz war bereit, die genannte Summe auf die sogenannte Clearing-Milliarde anrechnenzu lassen, lehnte aber die Bedingung ab, daß die Eidgenossenschaft eine Quittung für den Restbetrag aller Ansprüche aus der Clearing-Milliarde ausstellt, d. h. auf den Betrag von rund einer Milliarde Franken verzichtet. In einem am 22. Februar in Bern vor- unterzeichneten deutsch-schweizerischen Abkommen war vorgesehen, daß der Schweiz ein Betrag von 121,5 Millionen Franken zur Ablösung der alliierten Ansprüche auf die deutschen Vermögenswerte in der Schweiz (gemäß Washingtoner Abkommen von 1946) zur Verfügung gestellt werden. Zur Finanzierung dieses Betrages sollten nicht die deutschen Ver- Auf der Londoner Konferenz ist es nun der Schweiz gelungen, die Frage der deutschen Clearing-Schulden zur Sprache zu bringen, obwohl die Alliierten die Zustimmung zum deutsch-schweizerischen Abkommen vom 22. Februar verweigert und die Behandlung von Forderungen neutraler Staaten auf der Londoner Tagung abgelehnt hatten. Deutschland und die Alliierten haben anerkannt, daß die 121,5 Millionen Franken als Entschädigung an die Schweiz keine Tilgung der Clearing-Milliarde bedeuten und daraus ergab sich auch ihr Einverständnis zu weiteren deutsch-schweizerischen Verhandlungen über diesen Teil der deutschen Verpflichtungen. Noch nicht beantwortet ist der schweizerische Vorschlag, die rund 18 000 deutschen Kleinvermögen unter 10 000 Franken von den Bindungen des Washingtoner Abkommens zu befreien. Wie verlautet, beabsichtigt der Bundesrat, die bereits wiederholt erwähnten 121,5 Millionen Franken zur Entschädigung der schweizerischen Rückwanderer und Kriegsopfer zu verwenden. Wenn Kurzarbeit eingetülirt werden soll Vieh- und Schweinemarkte Ankündigungsfrist einhalten — Gelten Mindestarbeitsklauseln? Engen. Schweinemarkt am 7, April: Auffuhr 128 Ferkel, verkauft 93 Ferkel. Preise: DM 90 bis 110 pro Paar. Die Einführung von Kurzarbeit kann nur im Einvernehmen mit der Betriebsvertretung und nur nach vorheriger Ankündigung an die Belegschaft erfolgen. Erst nach Ablauf der Ankündigungsfrist ist eine Herabsetzung der Arbeitszeit unter gleichzeitiger Kürzung des Entgelts zulässig. Die Dauer der Ankündigungsfristen bestimmt sich in erster Linie nach den arbeitsvertraglichen Abmachungen. Hier sind zunächst die einzelnen Tarifverträge zu nennen, deren einschlägige Bestimmungen auch auf die nichtorganisierten Arbeitnehmer Anwendung finden, sofern der Arbeitgeber tarifgebunden ist. Die Ankündigungsfristen sind in aller Regel kürzer als die Kündigungsfristen. Für Angestellte betragen sie nach den Industrie-, Groß- und Einzelhandelstarif einen Monat. Bestehen keine Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder Einzelarbeitsverträge, oder enthalten diese keine Bestimmungen über die Einführung von Kurzarbeit, so kann diese nur nach Ablauf der vereinbarten oder gesetzlichen Kündigungsfristen eingeführt werden. Allerdings kann auf die Einhaltung der Fristen von den Vertragsparteien ganz oder teilweise verzichtet werden. Die Gewährung der Kurzarbeiterunterstützung durch die Arbeitsämter wird jedoch in diesen Fällen nur möglich sein, wenn entweder die Notwendigkeit der Einführung von Kurzarbeit auf höhere Gewalt zurückzuführen ist oder wenn für den Betrieb ein schwerer wirtschaftlicher Notstand vorliegt. Dies gilt auch, wenn ein Wegfall der Ankündigungsfrist bei Vorliegen besonderer Umstände im Tarifvertrag oder sonstigen Arbeitsverträgen vorgesehen ist. In den Fällen einer tariflich garantierten Mindestarbeitszeit ist die Einführung einer unter die Garantiegrenze absinkende Kurzarbeit nur möglich bei Gewährung eines nach der garantierten Mindestar- beitszeit berechneten Entgelts. Dabei kann zweifelhaft sein, ob in Fällen höherer Gewalt Ansprüche aus Mindestarbeitszeitklauseln abgeleitet werden können. Unter die Fälle höherer Gewalt werden auch behördlich angeordnete Sperrungen oder Kontingentierungen von Strom, Gas, Kohle oder Rohstoffen einzubeziehen sein. j. j. Hasladi, Auf dem Schweinemarkt vom 7. April waren auifgetrieben 280 Ferkel und 20 Läufer. Preis für Ferkel 30—50 DM, für Läufer 60—95 DM je Stück. Geschäftsgang lebhaft, kein lieber- stand. Nächster Schweinemarkt am 15. April. — Auf dem Großviehmarkt vom gleichen Tage bestand die Zufuhr aus 29 Stüde, davon 19 Ochsen, 10 Kalbinnen. Geschäftsgang gut. Nächster GraS- vielhmarkt am 5. Mai. Mannheim. Am 7. April wurden aufgetrieben 440 Stüde Großvieh, 575 Kälber, 33 Schafe, 1647 Schweine. Die Preise betrugen in DM je 50 kg Lebendgewicht für Odisen 95—117, Bullen 95—114, Kühe 65—83, Farreu 103—120, Kälber 105—153, Schweine 20 (g 2) — 123. Nur bei Großvieh kleiner Ueberstand. Stuttgart. Auffuhr am Dienstag, 8. April: 1143 Rinder, 1101 Kälber, 2263 Schweine und 13 Schafe. Preise: Ochsen a 96—110, b 78—90, Bullen a 97—107, b 90—97, Kühe a 76—88, b 72—76, c 62—70, d 50—60, Färsen a 106—118, b 92—100, Kälber Sonderklasse über Notiz, a 142—145, b 135—142, c 125—134, d bis 105, Schweine a, bl, b2, c 115—120, d 112—116, e, f 100—110, gl 00—108, g2 bis 95, Schafe nicht notiert. Marktverlust bei Rindern langsam, Ueberstand in allen Gattungen, bei Kälbern belebt, geräumt, bei Schweinen langsam, ebenfalls geräumt. Nächster Stuttgarter Markt am 16. April. Nr. 57 / Seite 4 DLG-Weinprämiierung 1952 Mainz. Die Sieger der diesjährigen Weinprämiierung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) wurden im kurfürstlichen Schloß zu Mainz verkündet. Die Beurteilung der zu diesem Zweck eingeschickten 293 Weine war in diesem Jahr etwas strenger als im Vorjahr. 182 Weine wurden ausgezeichnet, auf 81 entfielen Siegerpreise, auf 47 erste Preise. In der Gruppe vier, die Franken, Württemberg-Nordbaden und Baden umfaßt, fiel der Bundessiegerpreis auf 1949er Ip- höfer Kammer, Silvaner, Trockenbeerenauslese, Wachstum Juliusspital Weingut. Neuer Höchststand der Kohlenförderung Essen. Einen neuen Nachkriegshöchststand erreichte die Steinkohlenförderung im März mit einem vorläufigen Ergebnis von 10,744 Millionen Tonnen bei 26 Arbeitstagen. Die durchschnittliche Förderung je Arbeitstag erhöhte sich nach Mitteilung der deutschen Kohlenbergbauleitung von 409 600 t im Februar auf 413 200 t. Sportdienst des Südkurier Badische Segeitiieger an zweiter Stelle im Bundesgebiet Luftsportverband Baden verfügt über vier Segelflugzeuge — Mitgliederzabl gestiegen Baden nimmt hinter Württemberg in der Segelfliegerei im gesamten Bundesgebiet den zweiten Platz ein. Diese Bilanz wurde auf der Hauptversammlung des Luftsportverbandes Baden in Heitersheim gezogen. Als ein Erfolg kann auch die Steigerung der Mitgliederzahl im badischen Luftsportverband von zehn Gruppen und 515 Mitgliedern im Jahre 1951 auf 19 Gruppen und 785 Mitgliedern im Jahre 1952 angesehen werden. Der Luftsportverband Baden verfügt außerdem zur Zedt über zwei Einsitzer und zwei Doppelsitzer. Mit diesen vier Maschinen wurden in den letzten Wochen im Gelände bei Heitersheim zahlreiche Ubungsflüge durchgeführt. Bei den Neuwahlen ergaben sich kaum Veränderungen. Präsident des Luftsportverbandes Baden bleibt Reichel, Freiburg. Hinsichtlich einer Fusion mit dem württembergischen Luftsportverband wurde mitgeteilt, daß man eine verwaltungsmäßige und technische Zusammenlegung der beiden Verbände (also Baden und Württemberg) befürwortete, jedoch finanziell unabhängig bleiben wolle. bepg 119,5. Altersklasse: 1. und Tagesibester Ralph Rüdiger, Skizunft Feidberg 113,1, 2. Rudi Heinzsl- roann, Todtnau 129,7. Jugend: 1. Erich Klingel, Todtnauberg 130,2, 2. Hans-Peter Kaiser, Feldlberg 131,1 und 3. Hansjörg Kiefer, Skizunft Feddiberg 149,0. Hildesuse siegte auf dem Feldberg (O.S.-Eigenbericht) Erhebliche Neuschneefalle in der zurückliegenden Woche brachten dem Feldberg einen verspäteten Winter und gute Voraussetzungen für den Dr.-Geßner-Gedächtnistauf, der am Sonntagvormittag im Wächtenkessel .stattfand. Ernst Romitunger hatte einen recht flüssigen Torlauf ausgesteckt. Bei den Damen war nach mehrwöchiger Abwesenheit die zweifache deutsche Meisterin Dr. Hiildesuse Gärtner am Start und sicherte sich mit den Teilstreckenzeiten 70 und 59 Sek. und der Gesamtzeit von 129 Sek. unangefochten den ersten Platz. Ihre Schwester Helga kam dm ersten Durchgang zwar auf 68,8 Sek., war jedoch im zweiten Durchgang eine Zehntelsekunde langsamer und wurde so von ihrer großen Widersacherin Hildesuse knapp auf den zweiten Platz verwiesen. Bei den Herren war Ralph Rüdiger von der Skizunft Feldberg Tagesbester mdt 55,B und 57,3, Gesamtzeit 113,1 Sek. Ravensburg und Rietheim steigen ab Handball-Verbandsliga Württemberg: Turnerbund Ravensburg — Pfullingen 6:8: Schnaitheim — Stuttgarter Kickers 9:8; Süssen — Altenstadt 9:10; Rietheim — Oßweil 5:18. Das Schicksal von Ravensburg und Rietheim ist damit endgültig besiegelt. Die eindeutige Uetoer- legenheit der nordwürttembergischen Vereine beweist sich im übrigen dadurch, daß die vier *üd- württembergischen Vertreter geschlossen am Tabellenende stehen. Frischauf Göppingen 18 17 1 — 239:98 35-1 Oßweil 20 15 2 3 254:137 32-8 Schnaitheim 17 12 — 5 162:143 24-10 Altenstädt 18 Sp/22 P, Zuffenhausen 18/21, Tumer- schaft Göppingen 19/20, Stuttgarter Kickers 21/18, Süssen 19/17, Freudenstadt 19/16, Pfullingen 19/12, Tumerbund Ravensburg 19/4, Rietheim 17/3. Handball-Landesliga; Trossingen — Lindau 6:2 t Eislingen—Weilstetten verlegt; Tettnang — Balingen 17:3; Gelslingen — Schwenningen 9:4. Holzheim 17 Sp/32 P, Gelslingen 18/26, Lindau 17/20, Tettnang 16/19, Schwenningen 14/16, Eislingen 14/14, Weilstetten 14/10, Trossingen 16/10, Rottwell 16/7, Balingen 16/4. Ergebnisse. Damen: 1. Dr. Hiildesuse Gärtner, Skizunft Feidberg 129, 2. Helga Gärtner, Skizunft Feldlberg 137,7, 3. Dr. Inge Kienzle, Skizunft Feild- berg 143,3 Sek, Herren, aMgemedne Klasse: l.Mano Krieg, Skizunft Feldberg 114,9, 2. Erich Albrecht, Skdduib Freiburg 116,8, 3. Kurt Laile, Todtnau- Jagd- und Sportwaffenamnestie Die in Jäger- und Schützenkreisen längst erwartete Durchführungsanordnung zur Sportwaffenamnestie ist erfolgt. Hiernach besteht für die nachträglich anzumeldenden Jagd- und Sportwaffen eine Meldefrist bis zum 2. Mai 1952, während der letzte Termin für das Vorzeigen der Waffe der 31. Mai 1952 ist. Die Anmeldung und Hinterlegung hat beim zuständigen Landratsamt zu erfolgen. Für Kleinkaliber Ist eine Buße von 50.— DM und für Feuerstutzen eine solche von 100.— DM zu bezahlen. Für diese beiden Waffen ist in Zukunft ein Waffenschein notwendig. Wer noch einen Zimmerstutzen hat, kann ihn ohne weiteres besitzen und auch am Scheibenstand verwenden, ohne Sondergenehmigung, ohne Waffenschein und ohne Buße. Em. Schwarzmarkt blühte am Neckarstadion Ohne den zusätzlichen Aufbau von Stahlrohr- Tribünen ist das Stuttgarter Neckarstadion bei größeren Fußballspielen trotz eines Fassungsvermögens von 66 000 Zuschauern zu klein. Das war die Quintessenz des entscheidenden Treffens um die süddeutsche Meisterschaft VfB Stuttgart — 1. FC Nürnberg (2:0). Von den Fußballfans wurden die Absperrungen durchbrochen, die Tore gesprengt und ohne Rücksicht auf Verluste ging es hinein ins Stadion, über Kinder, Frauen und nicht zuletzt Kriegsversehrte hinweg. Frauen klagten über zerrissene Strümpfe, die Männer über Löcher in den Hosen. Flaschen schwirrten durch die Gegend und verursachten Verletzungen. Ueber Beschäftigung konnten sich nach all dem die Helfer des Roten Kreuzes nicht beklagen. Am Ende wurden von den 32 Sanitätern ungefähr 70 Verletzte verarztet. Und noch etwas fiel uns auf. Der Schwarzmarkt blühte wieder wie in den besten Tagen. Kaum waren die letzten Stehplatzkarten wie die warmen Brötchen aus den Kassenhäuschen gekapert worden, postierten sich die Herren Schwarzhändler vor den Eingängen und priesen ihre Karten für Stehplätze um 5.— DM und die Sitzplatzkarten zu 20.— DM an. Natürlich fanden diese Karten auch ihren Herrn. Trotzdem mußten aber doch noch 10 000 Zuschauer umkehren. Singen und Konstanz in einer Pokalgruppe? Auf Einladung des Verbandsspielausschusses des Süddeutschen Fußball-Verbandes und der regionalen Spielausschüsse tagten am Samstag in der Fallbacher „Krone“ die Vertragsspielervereine Süddeutschlands, um sich endgültig über die Austragungsart des Pokals zu entscheiden. Bei der Einteilung der Gruppen gab es noch geringfügige Aenderungen, so daß die Pokalgruppen in folgender Besetzung aufmarschieren werden: Gruppe 1: Eintracht Frankfurt, Offenbacher Kiekers, FSV Frankfurt, Hessen Kassel, SV Darmstadt 98, hessischer Amateurverein. Gruppe 3: VfB Mühlburg, ASV Durlach, 1. FC. VfL Neckarau, SV Wiesbaden, ASV Feudenheim, nordbadischer Amateurvertreter. Gruppe 3: VfB Mühlburg, ASV Durlaeh, 1. FC Pforzheim, Freiburger FC, Singen 04, südbadischer Amateurvertreter (VfL Konstanz?). Gruppe 4: Schwaben Augsburg, TSG Ulm 46, BCA Augsburg, SSV Reutlingen, VfR Aalen, württembergischer Amateurvertreter. Gruppe 5: Bayern München, Wacker München, Jahn Regensburg. TSV Straubing, ASV Cham, bayerischer Amateurvertreter eins. Gruppe 6: Schweintet 05, SpVgg Fürth, 1. FC Bamberg, Bayern Hof, bayerischer Amateurver- tieter 2, (Diese Gruppe spielt nach dem Ausscheiden von Aschaffenburg nur mit fünf Mannschaften). Singen Ib in der 1. Amateurliga? Nach dem Beschluß des DFB-Bundestages vom 27. 10. 51 sind die ersten Amateur mannschaf- ten der Vertragsspielervereine auf Antrag in den Verbandsspielbetrieb der Amateurklassen mit allen Rechten und Pflichten des Auf- und Abstiegs einzugliedern. Die Einstufung dieser Amateurmannschaften soll wie bei neu gegründeten Vereinen erfolgen. Bei bereits erwiesener Spielstärke können die Landesverbände auch eine Einstufung in eine höhere Spielklasse vornehmen. Diese Amateurmannschaften können als höchste Spielklasse die erster Amateurliga erreichen und im Falle der Erringung der Meisterschaft in dieser Spielklasse auch an den Spielen um die deutsche Amateurmeisterschaft teilnehmen. (SK) Damit hätte die Reserve des Vertragsspielervereins FC Singen — sie steht gegenwärtig in der Tabelle der 2. Amateurliga Südbaden Staffel III relativ günstiger als der FC Radolfzell — im Falle der durchaus möglichen Meisterschaft und nach Aufstiegsspielen die Chance, in die 1. Amateurliga Südbadens aufzurücken. Bisher mußte die Singener Mannschaft außer Konkurrenz in der genannten Staffel spielen, und Radolfzell hatte einige Aussichten, die Meisterschaft zu erringen. Leuthe-Gottmadingen überbot Europarekord Im Rahmen einer Ringkampfveranstaltung in Gottmadingen brachte der 28jährige Gottmadin- ger Leichtgewichtler im Gewichtheben (Olympischer Dreikampf) 640 Pfund zur Hochstrecke. Er überbot damit den europäischen Rekord in dieser Disziplin um 5 Pfund. Einem Teil unserer heutigen Ausgabe liegt ein Wettschein des Württembergisch-Badischen Totos im West-Süd-Block zum 36. Wettsonntag bei. Das Spiel mit dem Tod 22) Ein Frauenroman von Gisi Grober Abdrucksrechte beim Rhein-Nahe-Verlag Bingen Selig schwatzend hing Angiolina an seinem Arm, während sie durch die kleinen Gassen schritten. Collins trug das Köf- ferchen. Das Mädchen machte große Augen, als sie das elegante Auto sah, dessen Tür Collins aufriß. Brummend zog der gedrosselte Motor durch die Straßen der Stadt. Einmal noch hielt Collins vor einem Laden an und brachte einen gelbseidenen Automantel, eine knapp anliegende Kappe und Staub, brille für Angiolina heraus. Sie mußte die Sachen sofort anziehen. Jefferson betrachtete sie befriedigt. Die Kappe umschloß wie eine Nonnenhaube das schmale Gesicht, versteckte das schwarze Haar zur Gänze. Die dunklen Augen verschwanden hinter der Brille. Collins sprach nicht viel während der Fahrt, er hatte zu tun, den Wagen richtig zu steuern. Er war ein vorsichtiger Fahrer, er liebte sein Leben zu sehr, um es einer Gefahr auszusetzen. Angiolina hatte anfangs entzückt in die Gegend geschaut, dann aber war sie schläfrig geworden und schließlich lehnte sie an des Mannes Schultern und schlief fest Es war drei Uhr nachmittags, als Collins das Mädchen weckte. Angiolina schreckte auf, blickte um sich, und ihr Herz setzte aus, so schön war, was sie sah. Der Wagen hielt oben auf der Berg-: Straße. Unter ihnen breiteten sich die Plitvicer-Seen. Sechzehn Seen in mannigfaltigster Form und Größe terrassenförmig zwischen Wäldern und romantischen Felsen. In schaumigen Kaskaden stürzten die Seen ineinander. Schmal wand sich das weiße Band der Straße ihre Ufer ent. lang, lief über kleine Brücken quer hin-. Ober auf die andere Seite. Smaragdgrün leuchtete das Wasser in der Mitte, wechselte in zartes Silbergrün und zersprühte bei den kleinen Wasserfällen in schaumiges Weiß. In der Sonne rot und blau und golden flammende karstige Felsen spiegelten sich abwechselnd mit saatgrünen Wäldern in der Tiefe. ,S • W S i Ü 'S 1 t*: te 3 J» . Q *0 B fc« 1 Ä !=> /O - ; S u «* 8 » 3' «0 ’ JSd { fl 0) T? 0> ’ o U « . Bfittwoch, 9. April 1952 SÜDKURIER Nr. 57 / Seite 7 Dae neue Sdiulhaue Revolution im Klassenzimmer — Neue SitzmSbel sollen alte Schulbänke verdrängen Die Freiburger Ausstellung „Das neue Schulhaus", gefördert von badischen Ministerien und zusammengestellt von der Pädagogischen Arbeitsstelle Karlsruhe und der Architekturabtei- luag der Technischen Hochschule ebenda, verdankt ihren Ursprung der Erkenntnis, daß zwischen der seelischen und geistigen Erziehung unserer Kinder und dem Schulhaus enge Verbindungen bestehen. Und da durch Kriegszerstörungen und Beschlagnahme sehr viele ehe- malige Schulgebäude ausfallen, da ferner der ' Schulraummangel durch den Zuzug von Heimatvertriebenen wesentlich verstärkt wird, so ist diese Ausstellung besonders aktuell. Alle verantwortlichen Kreise sind sich darüber klar, daß neue Schulen gebaut werden müssen. Mit Grauen denken wir an freudlose, nüchterne überbelegte Schulkasernen — nicht nur in den großen Städten, sondern auch auf dem Land, und wir sehen die Gefahr, die unsere Kinder in gesundheitlicher Beziehung bedroht. Schlechtes Licht, vor allem an der Innenwand, verdirbt die Augen und führt zu falscher Körperhaltung und Rückgratverkrümmung. Schlechte Belüftung und Sonnenlosigkeit fördern Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten. Dem modernen Lehrer, der nicht mehr mit dem Stock, mit unbarmherzig gezücktem Bleistift und unheimlichen Notizbüchern das Schicksal der Kinder verdüstert, der ein helfender, wissender ■ älterer Freund, nicht mehr ein hinter seinem Pult thronender Tyrann ist, kann das Katheder und die starre Reihe der Schulbänke kein brauchbares Werkzeug sein. Er braucht Bewegungsfreiheit für sich und die Kinder. Er braucht Tische und Bänke, Licht und Luft, Räume, die , freundlich und weit allem Hellen offen stehen j und doch heimelig bergen. Eine Kleiderablage kann als Vorraum und Windschleuse für die Klassenzimmer dienen. So werden nach außen offene Schulflure möglich, auf denen in der Pause die Kinder sich in frischer Luft bewegen können. Wo das Gelände zur Verfügung steht, möglichst alles zu ebener Erde und in Verbindung mit dem Schulgarten. Und der Schulhof ein Garten, kein Kasemenhof. Das braucht keineswegs mehr zu kosten als früher, wie Beispiele auf dieser Ausstellung sinnfällig zeigen. Es werden freilich auch Schulen gezeigt; die wie eine Pelztierfarm wirken, andere sind kleine Fabriken, bei noch anderen wird das Volksvermögen in Beton umgesetzt. Aber einige sind beglückend wohl gelungen. Bei ihnen hat sich der Baumeister freigehalten von nur verstandesmäßiger Nüchternheit oder von eitler Eigen Willigkeit; die neuen Gedanken sind mit liebevoller Gestaltungskraft geformt und mit sorgfältiger, kultivierter Gewissenhaftigkeit ausgeführt. Hier sind Schulen entstanden, die es wert sind, menschlicher Jugend den Arbeitsrahmen zu geben. Aus der Schulkaserne von ehedem braucht nicht die Schulfabrik von morgen zu werden. Außer vielen deutschen sind auch prächtige Beispiele aus dem Ausland zu sehen, so die landschaftlich sehr bevorzugte Felsberg-Schule in Luzern, einige sehr feine skandinavische Bauten, aber auch USA, Frankreich, England, die Niederlande und Oesterreich sind vertreten. Besonders schön und zweckmäßig ist die vom Städtischen Hochbauamt entworfene Schule in Karlsruhe-Weiherfeld, deren Modell wir im Bilde zeigen; sie ist zum Teil schon in Betrieb. Beglückend ist hier, wenn man hört, wie sich die Erwartungen erfüllt haben; Die Schüler sind sehr aufgeschlossen und benehmen sich in den Klassenräumen, die mit Tischen und Stühlen möbliert sind, wie in einem Wohnzimmer. Der Stock als Erziehungsmittel ist hier — wie in ganz Nordbaden — verschwunden. Ganz zwangsläufig ergibt sich eine engere Verbindung zwischen Schülern und Lehrern, die jetzt nicht mehr hinter einem Katheder thronen oder vor der Klasse stehen, sondern mitten unter ihnen leben und wirken. Dr. ing. v. T. Den Rhein entlang Freie Wählervereinigung in Freibnrg Freiburg. (A.-Eigenbericht.) Im Hin'blick auif die im Herbst stattfindenden Kemmunatwohlen hat sich in Freiburg eine „Freie Wählerveremigung’‘ gebildet, dae am Samstag erstmals an die Oeffent- lidikeit trat. Die Freie Wählervereinigung will für eine stärkere Betonung des Persönlichkeits- Wahlrechts eintreten und bei der Aufstellung der Kandidaten für den Stadtrat, vor allem die Kriegs- generation berücksichtigen. „Park-Hotel-GeseUsdialt" gegründet Freiburg. (A.-Eigenbericht.) In Freiburg wurde die „Colombl-Paik-Hotel-Gesellschaft“ gegründet, die auf dem Gelände des ehemaligen Ffründ- hauses, gegenüber dem Colomibipark, ein repräsentatives Hotel mit 100 Betten errichten will. Mit dem Bau soll noch in diesem Jaihr begonnen werden. — Mit dem Bau des Freiburger Amerikahauses auf dem Grundstück des ehemaligen Bertho ldgymnasium, gegenüber dem Stadttheater, soll ebenfalls noch in diesem Jahr begonnen wer- Di« neue Schule in Dammerstock-Weiherfeld bei Karlsruhe. Von links nach rechts: Klassen in Gruppen zu je dreien, verbunden durch einen offenen Pausengang. Vor jeder Klasse Unterrichtsfreiplatz. — Hauptbau zweigeschossig, zwölf Klassenräume, Verwaltung, Turnhalle Gartenhof. den. Die Baukosten für das Amerikahaus werden vollständig von den USA getragen. Großes Bauprojekt der Amerikaner in Heidelberg Heidelberg. Die amerikanische Besatzungsmacht will ikn Heidelberger Stadtteil Rohrbach 250 B^ satzungswohnungieffi bauen, von denen 187 noch in diesem Jahr fertiggestellt werden sollen. Wie dazu von deutscher Seite bekannt wurde, beanspruchen die Amerikaner für dieses Projekt etwa 80 000 qm Boden. Die zuständigen deutschen Behörden in Heidelberg weisen darauf hin, daß es sich um bestes Acker- und Gartenland handle. Der Vorschlag der Heidelberger Stadtverwaltung, durch den Bau mehrstöckiger Häuser landwirtschaftlich nutzbaren Boden zu ersparen, sei von Vertretern der Besatzungsmacht noch vor geraumer Zeit als brauchbar anerkannt worden. Umso unverständlicher erscheine der Entschluß des amerikanischen Hauptquartiers für Europa, die Wohnungen nunmehr doch auf der vorgesehenen Gesamtfläche zu erstellen. Die Bauten sollen ohne Mitwirkung der deutschen Behörden bereits vergeben worden sein. Die Stadtverwaltung erwägt, gegen dieses Vorgehen beim Landtag und beim Bundestag Protest einzulegen. * Polizeibeamter tödlich überfahren Stuttgart. Ein Polizeibeamter wurde in der Schwieberdinger Straße in Zuffenhausen von einem Lastkraftwagen tödlich überfahren. Der Beamte hatte einen Bagger begleitet und dem Lkw. ein Hatteaeidien gegeben, um dem Bagger den Weg freizulhalten. Wie dlie Ermittlungen ergaben, waren an dem Lkw. die Bremsen nicht in Ordnung, weshalb es dem Fahrer nicht gelang, »ein Fahrzeug rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Ehern. Angehörige der 335. Inf.-Div. treffen sich Stuttgart. Ein Stuttgarter Treffen ehern. Angehöriger der 335. Inf.JDiv. findet am 3. 5. 1952 6tatt. Die Division ist nach harten Rückzugskämpfen vom Donez bis Pnith im August 1944 in Rumänien fast völlig aufgenieben worden. Tausende werden seither vermißt. Mitzuhelfen,. möglichst viele Schicksale dieser Vermißten zu klären, soll der Hauptzweck dieses Treffens sein. Um den anwesenden Suchdienst des Roten Kreuzes weitgehendst zu unterstützen, werden die Kameraden gebeten, Tagebücher, Aufzeichnungen, Bilder, Feldpostnummern usw. mitzubringen. Anmeldungen, Quartier- Wünsche sind zu richten an: Helmuth Ambos, Stuttgart-W, Rötestraße 52. Was stimmt da nicht ? Bilderscherz Nr. 96 des Südkurier: Vor 60 Jahren — ein 25jähriges Feuerwehr-Jubiläum: Flaschnermeister Schiele-Konstanz (sitzend erste Reihe rechts), ein Veteran von 1870, an seinem Ehrentage mit den Kameraden seiner Schlauch mannsdiaft von der Konstanzer Feuerwehr. (Aufnahme eingesandt von Oskar Joos, Obereschach bei Villingen.) Auflösung von Bildersdierz Nr. 95: Die Gerüststange, die von links schräg nach oben geht, hat keinen vernünftigen Sinn — außerdem reicht sie nicht bis auf den Erdboden. Sie ist ins Bild retuschiert. Den Preis von zehn Mark erhält: Gudrun Kaiser, Ueberlingen a. S., Nußdorfer Straße 61. Ferner sandten richtige Lösungen ein: Ida Waibel, Konstanz, Bodanstraße 14? Hans Holzwarth, Villingen, Goethestr. 21? Karl Emmenegger, Untereggingen? Gertrud Franz, Ueberlingen, Luziengasse 14? Rudi Platzer, Singen, Am Posthalterswäldle 29? Ernst Albrecht, Radolfzell, Seestr. 55; Heinrich Velten, Brenden über Tiengen. Turm mit vieles Fragezeichen Der fast 60 Jahre alte, im Bau befindliche Stöcklewaldturm hat unseren Freunden recht viel Kopfzerbrechen gemacht. Eigentlich müßte er doch Fenster haben — oder sind sie etwa vom Baugerüst verdeckt? Sie sind es tatsächlich. Ganz oben gehört doch wohl eine Schutzmauer für die Turmbesteiger hin — aber der Turm ist ja erst im Bau begriffen! Und was mag der rechts vom steinernen Turm befindliche Holzturm bedeuten? Ob das nicht vielleicht ein ins Bild hineingemogelter Jäger-Hochsitz ist? Nein, das ist der alte Holzturm, an den sich ältere Leser noch entsinnen können, ein Holzturm, wie man ihn auch anderswo finden konnte — er diente der kartographischen Landesaufnahme. Und gibt es in dieser Höhe von über 1000 Metern noch so hohe Bäume? Ja, es gibt sie! Und sogar so große, daß sie die Höhe des Turmes fast erreichten. Jedenfalls ist die Baumkrone rechts vom Holzturm nicht „anmontiert". Eine alte Rohrbacherin, jetzt in Furtwangen lebend, erzählt, wie sie als Kind schon den Holzturm bestiegen hat? aber noch interessanter war es für sie und ihren Bruder, wenn sie auf dem Wege zum Stöcklewaldkopf an der Bretterhütte des alten Heinzmann vorbeikamen, die mit Heiligenbildern austapeziert war. Der Alte, dessen Brust mit vielen Denkmünzen und Festabzeichen dekoriert war, vor dessen Hütte zwei Zuber zum Auffangen des Regenwassers standen— denn dort oben war kein Brunnen — der viel schwarzes Habermus aß, konnte herrliche Geistergeschichten erzählen ... In der Hütte stand sein selbstgezimmerter Sarg, der ihm als Bücherschrank diente. (Fünf Mark Belohnung für Frau Anna Mückle, Furtwangen, für die Mitteilungen.) „Durchfchntttsroetter" zu Oftern? In den letzten hundert Jaihrea gab es an den 30 Tage# des Monats April durchschnittlich 14 Tage mit Regen-, Schnee- oder Graupelschauern, vor West- und Nordseiten von Gebirgen sogar noch ein paar nasse Zwischenfälle mehr. Durchschnittlich sind an den 30 Apriltagen insgesamt .40—50 Liter Wasser gefallen. Oder, um die Sache harmloser zu machen: an jedem „Regentage“ etwa drei Schauer zu 10 Minuten oder einer von einer halben Stunde. Da aber im Durchschnitt etwa alle zwei Tage 3 Liter Regen fallen, so wäre, wenn das Wetter sich an den Durchschnitt hält, für einen der Ostertage ein kurzer Regenschauer zu erwarten. Rechnen wir ein bißchen weiter, so verbessern sich die Wetteraussichten: Ostern fällt nämlich in die zweite Zehntage-Periode des April, in der das Wetter besser zu sein pflegt als in dem launischeren ersten oder dritten Monatsdrittel. Legt man die Fünftageperiode vom 11. bis 15. April zugrunde, so ist eher mit Durchsdinitts-AprUwei- ter als mit besonders schlechtem oder besonders gutem Wetter zu rechnen. Da es außerdem unterdurchschnittlich kühl ist, so wird es zu Ostern eher Knospen als Frühlingsblüten geben. er m 'SSW*:;;::::? Dl« Brot« essen wir fix auf — da Ist Mtlkana Rahmschmelz drauf! Heilwasser aus ; Dr.Schieffers Stoffwechselsalz Gesucht treue, sauber. Tochter ln kl. Geschäftshaushalt. Schöner Lohn, geregelte Freizeit und familiäre Behandlung. Bewerbungen mit Bild sind zu richten an; Emil Berger, Konditorei, Meiringen (Berner Oberland), Schweiz. Gesucht zu baldigem Eintritt selbständige, tüchtig« Tochter welche kochen kann, ln Geschäftshaushalt. Sehr guter Lohn. Bewerbg. mit Photo, und wenn möglich Zeugnissen an Konditorei Max Wüthrich, Forch Straße 175, Zfirich 7/32, (Schweiz). Milkan^mit seinen sieben Sorten schmeckt den Kindern immer prima! Vor allem der neue, überfette Rahmschmelz macht der Milkana-Reihe alle Ehre. Es ist ja auch edler, geschmolzener Naturkäse und deshalb so nahrhaft wie Milch. Audi auf der Rahmschmelz- Packung sind die hübschen, bunten Disney -Tierbilder. MILKANA * Ast adurtzrecMtiäion Grind«« MS Milk« jetzt MIIKANA und Brot macht Wangen rot! Kaffee — wohlschmeckend ergiebig und so sparsam Normn!:tnlce 37 h Doppelpcke 68 " U\otu\ts\tü wenn man daiaut bes\ehV lum WästV\ewastb«ft tos , VüXüPaVS^ Wtoonvvsotfc WxsOcv-XuYieri Seit 75 Jahren Spitzenqualität und jetzt sogar mft Gewebe-Elixier und Licht-Bleiche Bestgeschonte, schwanweiße Wüsche zu niedrigstem Preis fhompton sorgt für Ganz und FrNdw - Ganz durdi PHo jede« Schuh, jedem Boden durch Selftx. Frische jede« Wischeschatz durch Tfcompsom rotes Wasdiputver-Mcec. Migräne, Zahnschmerzen, Benommenheit und Unbehagen ? ebenl-2Tabletten schneit spuroarel rletchtenrng u. einen klaren Kopf. J Temagin, lOToblettm DM ..95 in ofl«n Apoth«k«n Stelle—ng«bct« In Konditorei sofort gesucht Lehrling ln modern eingerichteten Betrieb. Daselbst Junges Mädchen zur Stütze der Hausfrau. Familienanschluß zugesichert. Bewerbung an Konditorei Caf4 Alpstein H. Krapf, Gais, Kanton Appenzell (Schweiz). Schwerweberei mit Verarbeitungsbetrieben sucht zur Entlastung des Inhabers überdurchschnittlich befähigte Persönlichkeit als Geschäftsführer Verlangt wird ein Textilkaufmann mit reicher Erfahrung und fundiertem Wissen. Voraussetzung für die Erfüllung dieses Postens sind ausgezeichnete Marktkenntnisse zwecks Steuerung des Fabrikationsprogramms, Lenkung des Absatzes (In- und Ausland), gute Behördenbeziehungen. Garneinkauf und Kalkulätionswesen muß geleitet werden können. Die Stellung soll eine Lebensaufgabe bedeuten und wird entsprechend hoch dotiert. Angebote mit den üblichen Bewerbungsunterlagen sowie handgeschriebenem Lebenslauf erbeten unter L 813 an Ann.-Exped. Jak. Vowinekel, Bielefeld. ^Ürzig Gesucht solider, selbständiger Melker zu 2« Kühen u. Jungvieh. Neue Stallungen. Zeitgemäßer Lohn zugesichert. A. Schönmann, Schloßhof, Dörnach, Telefon 061/6.26.77 (Schweiz). Miele Motoiräder-Motorihhfräder Sachs-Motor 38 ccm djM 3 uhrsüeugfiir BüdO auf der Dose stehi, ist's Qualität! 1912-1952 40 ]ahre Büdo Schuh- und Bodenpflege JunghUhner 1951 Rebhuhn u. weiße Leghorn, alle am Legen, etwa 100 Stück, zu verkaufen. Franz Koble, Friedrichshafen a. B., Tel. 2312. VersdileJe—s Die Württemb. Schwesternschaft vom Boten Kreuz nimmt laufend Lernschwestern und Vorschülerinnen zur Ausbildung in der Krankenpflege auf. Anmeldungen sind zu richten an Oberin Köhlsv, Stuttgart-N., Re- lenbergstraße 80. C OosdUfH. hm pt ih l m m g ) Gummistempel Karl Schäfer, Vllllnren/Schw. Kopf, Herz, Magen, Nerven I „Früher litt ich sehr unter Nerven-, Herz- und Magenbeschwerden und hatte häufig Kopfweh. Nichts half mir. Seit 5 Jahren gebrauche ich nun regelmäßig Klosterfrau Melissengeist und siehe: Obwohl Ich Inzwischen 74 Jahre alt bin, hat sieh mein Zustand andauernd gebessert! Ich mag Klosterfrau Melissengeist nicht mehr missen!“ So schreibt Frau Wally Felchtinger, München, Ortenburger Str. 11/0. Auch ihr Urteil beweist: „Der echte Klosterfrau Melissengeist, d e r ist das Ideale Hausmittel für Kopf, Herz, Magen, Nerven!“ Klosterfrau Melissengeist, ln der blauen Packung mit 2 Nonnen, ist in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Denken Sie auch an Aktiv-Puder 1 Mittwoch, 9. April 1952 SÜDKURIER K Fl Nr. 57 / Seite 8 t Heute früh verschied, ganz unerwartet an einem Herzschlag, mein geliebter Mann, unser guter Vater und Großvater Dr. rer. pol. Adalbert Fischer im 67. Lebensjahr Litzelstetten b. Konstanz, den 7. April 1952. Frankfurt a. M. In tiefster Trauer: Clara Fischer, geb. Raupp Dr. med. Herbert Fischer und Familie Dr. med. Helga Fischer. Im Alter von 67 Jahren verstarb am 7. April, völlig unerwartet, das Mitglied unseres Aufsichtsrates Herr Dr. Adalbert Fischer an einer Herzembolie. Der Verstorbene war seit 1907 in der von uns mitbegründeten Holzverkohlungs-Croßindustrie AG. tätig. Mit der Eingliederung dieses Unternehmens in unsere Gesellschaft trat er als dessen führendes kaufmännisches Vorstandsmitglied im Jahre 1930 in den Vorstand der Degussa ein. Nach seinem Übertritt in den Ruhestand blieb er als Mitglied des Aufsichtsrates unserem Unternehmen verbunden. Mit seinem kaufmännischen Weitblick und seiner unermüdlichen Schaffenskraft hat der Verstorbene die Geschicke der ihm anvertrauten Arbeitsgebiete zum Wohle unseres Unternehmens verantwortlich gestaltet. Seine menschlichen Eigenschaften und sein soziales Verständnis sichern ihm die bleibende Wertschätzung aller seiner Mitaibeiter. Allzufrüh hat der Tod seinen Wunsch vereitelt, sich im gerade fertiggestellten neuen Heim in Litzelstetten am Bodensee noch lange Jahre von seiner erfolgreichen Lebensarbeit auszuruhen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Frankfurt am Main, am 8. April 1952. Aufsichtsrat, Vorstand und Belegschaft der Deutschen Gold- u. Silberscheideanstalt vorm. Roessler t Gestern nacht verschied nach kurzer Krankheit unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter, Frau Katharina Sautsr geb. Kemmger im Alter von 88 Jahren. Konstanz-Wollmatingen, den 8. April 1852 Fürstenbergstraße 77 Oie trauerndes Hlnterbliebesen Familie Emil Worch Familie Otto Hof Familie Jakob Bösel Familie Ernst Sauter, Rochester USA Beerdigung am 10. April 1952, 15.30 Uhr, in Wollmatingen. DANKSAGUNG Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Verstorbenen Richard Stadler Postassistent i. R. sprechen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Besonderen Dank für all die Blumen- und Kranzspenden und all denen, die den Entschlafenen durch ihr letztes Geleit ehrten. Konstanz, 8. April 1952. An der Lincfe 14 Frau Katharina Stadler Söhne Richard und Erich IT ppvpn für Karsamstag-Liturgie Aull Stack DM —20 and DM —25 J IvHfteoU, Konstanz f Xascartenatr. 7 bringt Ihnen die Bodenpflege mit KINESSA- Bohnerwadis. Es ist besonders ausgiebig (H-kg- Dose auf ca. 80 qm), der Hartwachsglanz läßt sich mühelos erzielen und hält wochenlang. Ein richtiges .Sparwachs* also. KINEffA BOHNERWACHS Drogerie K. Kornbeck Emmentaler volifeti Konstanz Für die vielen Glückwünsche und Geschenke anläßlich unserer goldenen Hochzeit danken wir allen recht herzlich. Karl Moser U. Frau Amalia geb. Henner Konstanz, 9. April 1952. Sälützenstraße 13 Acrzfe J Dr. Steinkopff prakt. Arzt, Konstanz, Luisenstraße 12, vom 9.—14. 4. verreist. Vertretung Dr. Seiz. Dr.Rndolphi ÄUGENÄRZT Radolfzell, Teggingerstr. 22 v. 10.4. - 14.4.52 verreist c Stellenangebot« D Hoteldiener für Rentner geeignet, gesucht. Zuschr. u. TS 428 Südk. Konstanz. Schweiz Gesucht tüchtiger Melker zu mittlerem Viehstand. Jos. Müller-Troxler, Landw., WanwiVLttz. (Schweiz). Junge für leichtere Arbeiten u. Botengänge, evtl, halbtägig in hiesiges Feinkostgeschäft für sofort ges. Zuschr. u. 77 434 Südk. Konstanz. Mädchen, ehrl., gebildetes, stundenweise für leichte Hausarbeiten in Fremdenheim gesucht Zuschr. unter 77 437 Südkurier Konstanz. Frau oder Mädchen, zuverlässig und fleißig, für modernen Haushalt nachmittags gesucht. Zuschr. u. 75 415 Südk. Konstanz. Gesucht zu Damenschneiderin eine der Lehre entlassene fleiß., exakte Tochter Eintritt sofort. Zu erfr. unt. 75 419 Südkurier Konstanz. Putzfrau, sauber u. ehrlich, dreimal wöchentlich in gepflegten Haushalt gesucht. Konstanz, Alter Graben 17, l. Stock. Leichtes, luftiges Da men-California- Modell 29 Eleganter 3-ösen-Schuh hellf. mit Loch- und Steppereiverzierung 3250 Moderner Herren-Derby Sthub 39 50 Flotter Herren-Hochlroni- Slipper 34 50 mit Wulstnähten Heule Mittwodi-Nadimitfag geöffnet! Konstanz, nur Ecke Kanzlei-Hussenstra^e r änzaicjanscklufi für Ostern Aus technischen Gründen können Anzeigen für die Osler- Festausgabe nur bis Gründonnerstag, 12 Uhr angenommen werden. Bei Voriiegen dringender Familienanzeigen bitten wir, Rückfrage zu halten. SÜDKURIER STADT-THEATER KONSTANZ Spielplan Ml. Sa. 9. 4. 15.30 Uhr 20 Uhr 12. 4. 20 Uhr Leiste öff, Aufführung Christels Osterreise -.40 -.80 1.20 DM Schlaf der Gefangenen Abonnement u. Freiverkauf Letzte Aufführung Schlaf der Gefangenen Abonnement u. Freiverkauf Ostersonntaa nnd Ostermontag 20 Uhr Der König von Koffeinien Musik TOD Arno Vetterllna Theaterkasse 10.30—13 / 17—19 Uhr TELEFON 1885 Paradekissen in besten Qualitäten WäsdiegesdiSft HOeflinstrafte 5 HEUTE Drei kämpfen um ein Kindt Frauengeheimnis Das Lied der Mutterliebe Viveca Lindfors in GAJjjjjS Egoismus der Liebe Schwedisches Eifersuchtsdrama Deutscher Kriminalfilm Der Unheimliche Nielsen. Sfeppal Naudchoff Wo: 15. 1/.3U. 20Uhr (Scala: 20.15) tDeinftube Roberte Qualitäts-Weine Hussenstraße 86 < Schnetztor Karfreitag geöffnet Inserieren bringt Gewinn Das Festtagessen erhält seine besondere Note mit dem passenden Weinl Im Spezialgeschäft finden Sie die große Auswahl in Weinen, Likören, Schaumwein usw. in den verschiedensten Preislagen, bei fachmännischer Beratung tBitttpatiMttttp jur „$locft t“ Inselgasse 13 — Telefon 1131 Wir empfehlen für Karfreitag alle Sorten SEEFISCHE Filets v. Seelachs, Kabeljau, Rotbarsch, Schellfisch and Kabeljau im Schnitt, Echter Salm Marinaden Lab« Forellen gewäss. Stockfische ohne Haut Bad. Bodenseefischerei-Genossenschaft Hofhalde 4 Am Donnerstag auch Verkauf in Staad u. a. Gottmannplatz Edmund Einhart & Co., RosgartenstraBe 11 Am Donnerstag auch Verkauf in Wollmatingen Neueste Modelle Bodensee - Sporträder mit und ohne englische 3-Gangschaltung Spezial Reparaturwerkstatt« für engl, und Schweizer 3-Gang-Nabenschaltung. Fahr rad-Hagen Konstanz, Kreuzlinger Straße 40 Wäschegarnilnren kauft man gut und billig W äschegeschäf t Hüetlinstraße 5 Stellengesuche Gärtner, tüchtiger, übernimmt Gartenpflege. Zuschr. unt. 75 417 Südkurier Konstanz. y«nw‘tfB8g«8 Schlafzimmer mit Wohnküche, gegen Bauzuschuß zu verm. Alte Leute erwünscht. Zuschr. unt. 75 428 Südkurier Konstanz. ... wenn Linoleum, dann HASSLINGFR Passage neben Bayr. Biertialien Raum 45 qm trocken, hell an ruhigen Betrieb ab sofort zu vermieten. Zuschr. u. 75 418 Südk. Konstanz. c Atlotguidi« Gut möbl. Zimmer mit Badbenützung, v. led., gut situiert. Herrn f. läng. Zeit ab sofort gesucht. Zu erfr. u. 75 423 Südkurier Konstanz. Konstanzer TextUunternehmen sucht in Stadtmitte Leerzimmer mögl. mit separatem Eingang zur Lagerung von Stoffen. Zuschriften unter 77 321 Südkurier Konstanz. Gesucht in Konstanz Lagerraum ca. 200—300 qm, hell u. sauber, zentral gelegen, evtl, mit kleinem Verkaufsladen mit Schaufenster. Zuschr. u. 77 429 Südkurier Konstanz ( Wohnungstausch ) Schöne 2- Zimmer* Wohnung in Staad, für 2 Personen, mit Küche, Bad u Zentralheizung, unmittelbar am See, gegen 3- Zimmer-Wohnung oder 2-Zimmer-Wohnung und 1 Einzelzimmer in der Nähe, zu tauschen gesucht. Eilzuschr. u. 77 318 Südk. Konstanz. { Verkäufe Cbergangs-Damenmantel, Hänger, Gr. 44. u. Kostüm zu verkaufen Konstanz, Hüetlinstr. 37. 2. Stock. Amtliche Bekanntmachung Die Hauptgeschäftsstelle in Konstanz sowie ehe Zahl- und Meldestelle der Kasse in Radolfzell sind am Samstag, den 12. April 1952, geschlossen. Die Auszahlung der Barleistungen (Krankengeld, Hausgeld, Wochenhilte) für die laufende Woche wird bereits am Donnerstag, den 10. April 1952, von 8—12.30 Uhr vorgenommen. Konstanz, den 8. April 1952. Allg. Ortskrankenkasse Konstanz Verkauf« J Füllhalter aller Systeme repariert Adolf Oettinger, Konstanz, Bahnhofplatz 13 (gegenüber Hauptpost) Waschmange mit Motor zu verk. Kstz., Wilhelmstr. 16 Hth. Wer bei „Renken" war, sieht wieder klar. Sigismundstr., tr-dte Dammgasse 9 und Fürstenbergstr. 91 Krankenkassenlieferant Boucle-Teppich, 2,50X3,50, DM 80.-; Stehlampe, neuw. (Holz), 60.-; Damen-Vahrrad m. Dynamo 60.-; Stores, Handarbeit, selten schön, Damenmäntel, Kleider, kl. Größen v. 7.- DM an. Schuhe, Gr. 38 u. 39, guterh., von DM 10.- ab. Neue Herrenschuhe, Gr. 43 (schwarz), DM 25.—, Ladenpreis DM 35.—, zu verk. Konstanz, Kreuzlinger Straße 45a, Laden. Alles für den Schulanfang Lederranzen von 9.95 an ^ ^ Joh. Hauber mit der Glasvitrine KAN ZUEISTRASSE 300 Reisbuschein zu verkaufen. Eduard Hagen, Konstanz-Staad, Fischerstraße 1. Koulqesudr« ) Kinderstuhl mit Einsatz ges. Zuschrift. u. 75 416 Südk. Konstanz. Ticrmarkt 4 Legenten u. 1 Erpel zu verk. Liggeringen, Haus 15. Kraftfahrzeuge ) Fiat-Topolino, Kombi-Wagen, 600 ccm, Baujahr 50, zu verk. Do- naueschingen, Telefon 754. DKW-Meisterklasse, F 8 Limousine, maschinell und allgemein in vorzüglichem Zustand, preisgünstig zu verkaufen. Zuschr. u. 77 433 Südkurier Konstanz. Opel-Kadett in gutem Zustand, fahrbereit, verk. Dr. Hofmann, Tel. Bannholz 1. Immobilien J Kapitalsanlage Wohnhaus in guter linksrheinischer Wohnlage in Konstanz mitvierS-Zimmer- wohnungen zu nur DM 20 000.- Barzahlung sofort zu verk. IMMOBILIEN-BÜRO CARL LUEGER Konstanz. Kanzleistraße 1, Telefon 131 [ Verschieden«* ) Bauaufträge aller Art übernimmt erstkl. Architekt bei mäßigem Honorar. Zuschr u. 75 397 Südk Konstanz. Wenn Sie über etwa 80 000 Dfl verfügen (zu einem Teil sofort. über den Rest später) und Ihre Existenz aufbessem wollen, dann schreiben Sie bitte u. 75 327 Südk. Konstanz. Hut-Kohler Konstanz Wessenbergstrafje 8 Kopfkissen I. Qual., sehr preiswert W äschegeschäf t Hüetlinstraße 5 Zu Ostern _ vorteilhaft | kaufen ■ Vollmilchschokolade mit Nuß 100 Gramm *168 Und Süfo Rabatt in Sparmarken Da haben die Kinder e'was vernünftiges!