SÜDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag Tel.: 924, 925. 1130, 1510, 1511 Fernschreiber: 07628 Verlag und Redaktion Konstanz. Marktstätte 4 8. JAHRGANG DONNERSTAG 19. JUNI 1952 NUMMER 96 Bezugspreis monatlich durch Träger 2,50 Mark zu* zilgl. 30 Plg. Trägerlohn, durch die Post 2.70 Mark, zuzügl. 38 Pfg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 20 Pfg. Schmuggel sdiutzwürdig? BASEL. Die TJhrenschrnuggelaifäre des Prinzen von Liechtenstein hatte vor der Basler Strafkammer ein gerichtliches Nachspiel. Zwei leitende Angestellte einer Basler Speditionsfirma wurden wegen „wirtschaftlichen Nachrichtendienstes zugunsten einer ausländischen Macht“ zu hohen Geldstrafen verurteilt. Die beiden Angestellten hatten, um eine Kautionssumme von 200000 Franken zu retten, der deutschen Zollfahndung verschiedene Fälle von Groß- 6chimuggel mit Uhren aogezeigt. Der Staatsanwalt betonte vor dem Basler Gericht, wenn auch Schmugglergeschäfte anrüchig seien, so gehe es doch nicht an, daß Schweizer Staatsangehörige ausländischen Behörden Dinge meldeten, die sich in der Eidgenossenschaft abspielten. Der Schaden, der durch die Angaben der beiden Angestellten Schweizer Firmen entstanden ist, belaufe sich auf über zwei Millionen Schweizer Franken. Der Vertreter der geschädigten Schweizer Firma erläuterte, „daß auch Schmuggler in beschränktem Maße ein echutzwürdiges Interesse besitzen, zumal ja in der Schweiz derartige, durch ausländische Kontingentierungs - Bestimmungen aufgezwungeneGeschäfte toleriert werden.“ Bogoljubow gestorben TRIBIEIRG. (Eigenbericht.) Unerwartet verstarb am Mittwoch Schachgroßmeister Bogoljubow im Alter von 63 Jahren. Bogoljubow wurde 1889 in Kiew geboren und entdeckte während seines Studiums seine Begabung für das Schachspiel. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges wurde Bogoljubow in Manheim, wo er an einem Schachturnier teilnahm, als russischer Staatsangehöriger interniert. Als Aufenthaltsort wurde ihm Triberg/Schwarzwald zugewiesen, wo er sich später verheiratete und ansässig blieb. Bogoljubow hat in zahlreichen Meisterschaften und Turnieren sein großes Können bewiesen; er gehörte zu den schärfsten Rivalen der früheren Weltmeister Dr. Lasker, Dr. Euwe und Raul Capabianca. Auch als Schachschriftsteller und Lehrmeister hat er sich einen großen Namen gemacht. 1949 wurde Bogoljubow deutscher Schachmeister. Noch weniger Arbeitslose BONN. Die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik ist in der ersten Junihälfte um 20 418 auf 1 291 550 zurückgegangen. Bei den Männern ging die Zahl der Arbeitslosen um 22 770 auf 802 495 zurück. Die Abnahme ist auch diesmal wieder in der Hauptsache auf Einstellungen in den Außenberufen, in geringerem Umfang in der Fahrzeugindustrie und im Schiffbau zurückzuführen. Die auf getretenen Schwierigkeiten bei der Finanzierung neuer Bauvorhaben haben dazu geführt, daß die Entlastung im Baugewerbe in der ersten Junihälfte keinen größeren Umfang angenommen hat. Höchstpreise für schwarze Bräute LONDON (R.-Eigenbericht). Der britisch- nigerische Gewerkschaftsbund hat ein Sofortprogramm ausgearbeitet, durch das Festpreise für heiratsfähige junge Mädchen und Frauen eingeführt werden sollen. Damit will man den Inflatorischen Erscheinungen auf dem afrikanischen Frauenmarkt — die Freier müssen auch heute noch ihre Bräute von deren Eltern kaufen — energisch entgegentreten. Gegenwärtig kostet ein junges Mädchen bis zu 5000 Dollar, und dieser Preis ist keine seltene Ausnahme. In diesem Zusammenhang erklärte ein Beamter des britischen Kolonialamtes, daß der afrikanische „Frauenmarkt“ unter den „allgemeinen Inflationstendenzen der Weltwirtschaft“ leide. Der Forderung nach Höchstpreisen stimmte kürzlich auch die Untersuchungskomrnission der UN zu, die si ch mit „Sklavenhandel und ähnlichen Gebräuchen“ zu befassen hat Scheitert Deutschland vertrag an den Ländern? Der ßundesrat will Freitag die Ratifizierung besprechen - Baden-Württemberg hat Schlüsselstellung BONN. (W.-Eigenbericht.) Ueber die Haltung des Bundesrates (der Vertretung der Länder) in der Frage der deutsch-alliierten Verträge gewinnt man allmählich Klarheit. Nach den bisherigen Besprechungen im juristischen Sonderausschuß ist es kaum mehr zweifelhaft, daß die Länder die Auffassung vertreten, die Verträge bedürften der Zustimmung des Bundesrats. Sowohl Baden-Württemberg als auch Bayern nehmen diesen Standpunkt ein, ganz zu schweigen von den Ländern, die eine rein sozialdemokratische Regierung haben. Der Bundesrat wird zunächst der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nicht vorgreifen. Sollte diese Entscheidung der Ansicht des juristischen Sonderausschusses recht geben, so besteht die Möglichkeit, daß eine Mehrheit des Bundesrates die Verträge ablehnt. Die Entscheidung hängt bei den Stimmen von Baden-Württemberg. Mit besonderer Aufmerksamkeit ist in Bonn die Tatsache verzeichnet worden, daß Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier allen Mitgliedern des Bundesrats die bekannte Rede des FDP-Abgeordneten Dr. Pfleiderer zugeschickt hat. Diese Vorschläge werden allerdings erst dann interessant, wenn durch die Ablehnung der Verträge die Möglichkeit zu neuen Verhandlungen mit den Westmächten zu prüfen ist. Der Bundesrat wird sich am kommenden Freitag mit dem Deutschland-Vertrag und dem Vertrag über die europäische Verteidigungsgemeinschaft befassen. Bundeskanzler Dr. Adenauer wird voraussichtlich an der Sitzung 'teilnehmen und über das Vertragswerk sprechen. Vom Bundesrat selbst wird wahrscheinlich nur eine Reihe von Erklärungen abgegeben. Er will dem Bundestag die erste Stellungnahme überlassen. Ehard für Zustimmung BONN. (W.-Eigenbericht.) Der bayrische Ministerpräsident Dr. Ehard hat am Mittwochabend in einer Rundfunkrede erklärt, daß die Verträge seiner Ansicht nach nicht ohne die Zustimmung des Bundesrates verabschiedet werden können. Gleichzeitig sprach er sich aber für die Billigung der Verträge aus. Selbstver- Zonengrenze zum Notstandsgebiet erklärt Kanzler: Kommunisten wünschen keine Wiedervereinigung Deutschlands BONN. (W.-Eigenbericht.) Bundeskanzler Dr. Adenauer hat am Mittwoch vor dem Bundestag angekündigt, daß die Regierung das gesamte Gebiet entlang der Zonengrenze, das von den Abriegelungsmaßnahmen der Sowjets und der Ostzonenbehörden betroffen ist, zum Notstandsgebiet erklärt wird. Gleichzeitig lenkte er die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf die Vorgänge an der Zonengrenze, wo Sowjetsoldaten und „Volkspolizisten” die Einwohner teilweise gefesselt und unter Anwendung der Schußwaffe verschleppten. 7500 Menschen seien bisher über die Grenze nach Westen geflohen. Dr. Adenauer kündigte eine Reihe von Hilfsmaßnahmen an. In einer Debatte des Bundestages über die sowjetischen Maßnahmen und ihre Folgen erklärte der Kanzler, nach Ansicht der Regierung verfolgten die kommunistischen Behörden zwei Zwecke; 1. Die sowjetische Zone solle noch mehr als bisher in das System der sowjet-russischen Satellitenstaaten einbezogen werden; 2. der Widerstand der Bevölkerung gegen diese engere Einbeziehung in das östliche System solle stärker als bisher unterdrückt werden. Die Kommunisten wollten den freien Willen der Bevölkerung endgültig brechen. Die Behauptung, daß die Maßnahmen notwendig geworden seien, um sich gegen Spione und Saboteure zu schützen, bezeichnet« Dr. Adenauer als ebenso „aus der Luft gegriffen” wie die Behauptungen über angebliche Befestigungsarbeiten und amerikanische Panzerauf stell langen auf dieser Seite der Zonengrenze. Der Kanzler betonte, die Maßnahmen der Komunisten zeigten erneut, daß sie die Wiedervereinigung Deutschlands nicht ernstlich anstrebten. Vielmehr betrieben sie jetzt, im Gegensatz zu ihren Reden, die völlige Abschließung der Ostzone von Westdeutschland. Dr. Adenauer ging nicht auf die Bemerkung des SPD-Abgeordneten Behrisch ein, daß die Bundesregierung den Flüchtlingen und den betroffenen Betrieben an der Zonengrenze helfen müsse, weil sie durch den Abschluß der Verträge mit dem Westen den unmittelbaren Anlaß zu den sowjetischen Maßnahmen geboten habe. Diese Bemerkung wurde aber von dem FDP-Abgeordneten Dr. Preusker heftig zurückgewiesen, der betonte, daß allein die kommunistischen Machthaber in der Sowjetzone verantwortlich zu machen seien. Der Sprecher der SPD erklärte in der Debatte; „Was sich in jüngster Zeit an der Zonengrenze abgespielt hat, gehört nicht in die Geschichtsbücher, sondern in die Kriminalakten”. In Fristen von 2—48 Stunden müßten zahlreiche Bewohner der Grenzgebiete ihre Häuser verlassen und würden „wie das liebe Vieh, nur mit weniger Sorgfalt” nach Osten verfrachtet. ständlich könnten sie noch nicht als Schlußpunkt der Politik der Bundesrepublik angesehen werden. Scheitere aber diese Politik, die als bisheriges Ergebnis die Verträge hervorgebracht habe, so könne man sich „an den fünf Fingern ab- zählen, daß damit der Idee der europäischen Gemeinschaft ein ganz schwerer Schlag versetzt wird“. Ehard fügte hinzu, die Verträge könnten nicht den Sinn haben, den Weg zu echten Gesprächen mit Rußland zu verbauen. Ehard appellierte eindringlich an den Bundesrat, seine Entscheidung nicht nach parteipolitischen Gesichtspunkten zu treffen, sondern aus der Verantwortung, „die sich aus seinem föderalen Wesen und Sinn ergibt“. Es würde schlimm für das Ansehen des Bundesrates sein, wenn seine Entscheidung nur ein Widerspiel des parteipolitischen Kräftespiels im Bundestag sein würde. SPD für Wiedergutmachungsgesetz BONN. Die SPD-Fraktion hat beschlossen, im Bundestag den Entwurf eines Wie- dergutmachungsgesetzes für die Opfer des nationalsozialistischen Regimes einzubringen. Das Gesetz soll die sogenannte innere Wiedergutmachung einheitlich für das Bundesgebiet regeln. In dem Gesetzentwurf wird der Widerstand gegen den Nationalsozialismus für Recht erklärt. Wer aus Überzeugung oder aus Glaubens- und Gewissensgründen gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft Widerstand geleistet hat, um die Menschenrechte zu verteidigen oder einem Verfolgten beizustehen oder der Zerstörung Deutschlands Einhalt zu gebieten oder sich gegen die Unterdrückung aufzulehnen, hat sich um das deutsche Volk und den deutschen Staat verdient gemacht, heißt es im ersten Paragraphen des Gesetzentwurfes. Schwedisch-sowjetischer Konflikt verschärft sich Protestnote der UdSSR — Alarmbereitschaft der schwedischen Küstenverteidigung Kurz notiert Der Münchener Stadtrat beschloß einstimmig, die bisherige Promenadenstrafie, an der das erzbischöfliche Palais and da« erzbischöf- liche Ordinariat liegt, in „Kardinal-von-Fanl- haber-Straße“ nmznbenennen. Die Dankspende des Deutschen Volkes hat eine Summe von 696 0W Mark erreicht. Das Evangelische Hilfswerk hat im vergangenen Jahr Gaben im Werte von 14 Millionen Mark aus dem Ausland erhalten. Sechs höhere deutsche Staatsbeamte sind anf Einladung des britischen Außenministeriums zu einem vierzehntSgigen Besuch nach England gereist, um die dortige Verwaltung zu studieren. Die Polizei hat in Kiel 25 Zentner Propagandamaterial der Kommanisten bei Haussuchungen beschlagnahmt. Im Herbst dieses Jahres wird mit dem Wiederaufbau der im Kriege zerstörten größten Hängebrücke Europas bei Köin-Roden- kirchen begonnen werden. Der österreichische AuBenminister Dr. Gruber trifft am Donnerstag zu einem offiziellen Besuch in Belgrad ein. Er wird von Mar- ■chaU Tito empfangen werden. Die gröfiten internationalen Flottenmanöver der Nachkriegszeit begannen gestern mit der Formierung von 256 Schiffen zu Geieitzfigen, zn „roten“ Angreiferflotillen and zn „blauen“ Verteidigungskräften. Manöverfeld sind der Kanal, die Nordsee und der östliche Atlantik. Vierzehn führende Mitglieder der Sozialistischen Partei der Türkei wurden verhaftet. Die Behörden begründen diese Maßnahme damit, daB die Sozialisten Propaganda gegen die Beteiligung der Türkei am Koreakrieg betrieben hätten. Bei einer Explosion in einer Grobe in Char- leroi (Belgien) kamen nenn italienische Bergleute ums Leben. In Frankreich wurden seit Kriegsende 249 828 Wohnungen gebaut. Der Gesundheitszustand König Ibn Sands von Arabien hat sich plötzlich verschlechtert. Die Prinzen des königlichen Hauses, die sich im Ansland befinden, wurden telegrafisch nach Hanse gerufen. Jugoslawien wurde in den letzten Tagen von schweren Hagelunwettern heimgesneht. Insgesamt wurden vierzehn Menschen getötet. In Novi Sad (Neustadt) wurden 206 Häuser beschädigt. Die Landwirtschaft erlitt schwere Schäden. Bei einer mehrstündigen nächtlichen Ver- brecberj&gd über die Hausdächer im Stadtgebiet von Laibach (Jugoslawien) wurden vier bewaffnete Banditen von der Folisel erschossen. STOCKHOLM. Der- schwere sowjetisch- schwedische Flugzwischenfall, über den wir in den letzten beiden Nummern unseres Blattes ausführlich berichteten, hat am Mittwoch eine weitere Verschärfung erfahren, Der sowjetrussische Außenminister Wyschinski hat dem schwedischen Botschafter in Moskau eine Note überreicht, in der gegen „Verletzung sowjetischer Hoheitsgewässer durch ein schwedisches Militärflugzeug am 16. Juni* protestiert wird. In dieser Note heißt es unter anderem, ein schwedisches Militärflugzeug habe die Grenze der UdSSR im Gebiet von Kap Risna auf der Insel Dagö überflogen. Sowjetische Jäger hätten die Mannschaft des schwedischen Flugzeuges aufgefordert, sofort zu landen. „Das Flugzeug weigerte sich", so heißt es weiter in der Note, „dieser Aufforderung Folge zu leisten und er- öffnete das Feuer auf eine der sowjetischen Maschinen. Nachdem das sowjetische Flugzeug das Fteuer beantwortet hatte, flog das schwedische Militärflugzeug in Richtung auf das Meer davon.“ In der sowjetischen Note wird also nicht erklärt, daß das schwedische Flugzeug unmittelbar nach der Beschießung durch das sowjetische Flugzeug ins Meer gestürzt ist. Zur größten Ueberrascbung der Weltzeuges habe plötzlich bemerkt, daß sie sich über der Insel Dagö befand und sei, nachdem der Irrtum erkannt wurde, sofort umgekehrt. Die schwedische Küstenverteidigung hat volle Alarmbereitschaft zur Beobachtung des Luftraums über der Ostsee angeordnet. Die Bergungsversuche des bei Gotska Sandoen am Freitag, den 13. Juni, abgestürzten schwedischen Flugzeuges gehen weiter. Die Stockholmer Zeitung „Expressen“ berichtet, daß die ersten Untersuchungen des nur in 20 Meter Tiefe liegenden Flugzeuges das Vorhandensein von Einschuß-Spuren ergeben hätten. Dies sei ein Beweis, daß auch diese Flugzeugkatastrophe auf Beschießung durch sowjetische Flugzeuge zurückgehe. König Gustaf Adolf unterstrich in Gael- levare (Nordschweden) die Entschlossenheit Schwedens, sich mit Waffen zu verteidigen, wenn das Land in einen Kampf gestürzt werden sollte. Die Schweden seien ein friedfertiges Volk. Unglüdcseligerweise lebten sie jedoch in einer Welt, in der man mit bewaffneten Konflikten rechnen muß. Dänen schießen künftig zurück KOPENHAGEN. Dänische Militärpilo- öffentlichkeit hat sich Schweden bei der ten haben, wie in Kopenhagen amtlich sowjetischen Regierung entschuldigt, weil ein Catalina-Suchflugzeug am 13. Juni, also drei Tage vor dem eben geschilderten Zwischenfall, sowjetisches Hoheitsgebiet überflogen hat. Die Besatzung dieses Flugfestgestellt wurde, den Befehl, zu schießen, wenn sie bei Flügen über der Ostsee oder sonstwo angegriffen werden. Der Befehl besagt, daß die Piloten in diesem Fall nicht auf Anweisungen zu warten brauchen. F I N N l A N 0 aiiwüi« IIHWIM« StockMÜr UdSSR PXNI- ^ WJmttrlUf. tärmsK lr1vaW >r>äsl>trö-"‘- ^ . MUH » D*mg Vnter poln. Verwaltung Kilometer 300 DIE SOWJETUNION GREIFT ÜBER DIE OSTSEE. Die Sowjets möchten die Ostsee in ein russisches Binnenmeer verwandeln. Unsere Karte verzeichnet die Hauptstützpunkte der r u ssis che n Ostseepolitik. Von Porkkala, dem sowjetischen Stützpunkt auf finnischem Boden, der mit Reval (Tallinn) zusammen den Finnischen Meerbusen abriegelt, bis an die Grenze der Ostzone gegen Lübeck, also bis zu einem westlich von Kopenhagen gelegenen Punkt, reiht sich ein sowjetischer oder sowjetisch kontrollierter Stützpunkt an den anderen. Ein vorgeschobenes Zentrum der sowjetischen Ostseepolitik bildet die Insel Rügen. In den 5 Werften an der Küste der deutschen Ostzone (Warnemünde, Rostock. Stralsund) wird fieberhaft gearbeitet. Die Belegschaft umfaßt 28 000 Arbeiter. Eine Versuchsstation für neue Waffen wurde bei Insterburg errichtet. Der Weg der Bundesrichter Von unserem Th.-Mitarbeiter „Wir müssen uns im Plenum über einen Gegenstand gutachtlich äußern, über den beim Ersten Senat ein Verfahren anhängig ist“. Durch diesen Satz aus einem Gespräch mit Bundesrichtern ist die Problematik auf gezeigt, vor der das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zur Zeit steht: seit Monaten liegt die Feststellungsklage von 144 Bundestagsabgeordneten des Bundestages vor, die verfassungsgerichtlich entschieden wissen wallen, ob ein Bundesgesetz über eine deutsche Beteiligung an der europäischen Verteidigungsgemeinschaft nicht verfassungsändernden Charakter habe, während der Bundespräsident ein Rechtsgutachten für den gleichen Zweck anfordert. Da das vom Bundespräsidepten erbetene Gutachten vom Plenum, d. h. gemeinsam vom Ersten und Zweiten Senat, die Feststellungsklage dagegen nur vom Ersten Senat zu behandeln ist, werden beide Senate zunächst darüber beraten, wie sie sich verhalten sollen. Folgen wir dem gesprächsweise geäußerten Beispiel eines Bundesverfassungsrichters, um damit den Schritt vom Erhabenen zum Lächerlichen aufzuzeigen, der die Autorität des Gerichts schlechthin untergraben müßte. Nehmen wir an, bei dem Gutachten erklären sich nur vier Mitglieder des Ersten Senats für die Vereinbarkeit des Wehrbeitrages mit dem Grundgesetz, sieben aber dagegen. Im Zweiten Senat würden sich jedoch neun dafür und nur zwei dagegen aussprechen (die Zahlen sind durchaus willkürlich und rein theoretisch angenommen!), dann ergäbe sich gutachtlich eine Mehrheit des Plenums von 13 Stimmen für die Vereinbarkeit von Wehrpflicht und Verfassung. Bliebe im Ersten Senat beim Entscheid über die vorbeugende Feststellungsklage das angenommene Stimmenverhältnis bestehen, würde er im Gegensatz zu Plenum und zu dessen gutachtlicher Aeußerung das Urteil fällen: Wehrbeitrag ist verfassungswidrig. Das Beispiel kann man auf den Kopf stellen — so oder so erhellt es, daß eine solche Zweigleisigkeit unmöglich ist. Die in dem Gutachten niedergelegte Auffassung wird fraglos die wohl überlegte und aus dem Widerstreit der Meinungen geradezu herausgemeißelte Ansicht des einen deutschen Bundesverfassungsgerichtes sein müssen, von der 6ich eine vorher oder nachher verkündete Entscheidung des Ersten Senats über die Fertstellungaklage nicht unterscheidet. Die Bundesverfassungsrichter werden sich hüten, in den Ermessensbereich des Politikers einzudringen, und etwa ihm unbequeme politische Entscheidungen durch Richterspruch abzunehmen. Mithin wäre es durchaus möglich, daß er Erste Senat die Feststellungsklage als eine vorbeugende für unzulässig hält, weil die deutsche Verfassungsgerichtsbarkeit keine Klagen kennt, die auf Unterlassung einer bestimmten Handlung hinzielen. Das Plenum kann beim Gutachten für den Bundespräsidenten ohnehin gewissermaßen vorbeugend wirken und als Verfassungsorgan staatsrechtliche Verantwortung mittragen, ohne mit einem Urteil sozusagen handelnd neben die politischen Verfassungsorgane (Bundestag, Bundesregierung, Bundesrat) zu treten. Das gewünschte Gutachten kann ebenfalls die Frage klären, die möglicherweise Gegenstand einer weiteren Feststellungsklage, diesmal des Bundesrates, vor dem Zweiten Senat des Bundesverfassungsgerichts werden könnte; ob nämlich die Gesetze zur Ratifizierung der Verträge Zustimmungsgesetze sind. Hätte die Opposition recht, dann könnte die Bundesregierung künftig keinen internationalen Vertrag unterzeichnen, ohne eich vorher vergewissert zu haben, ob die von ihr vorgesehene parlamentarische Prozedur für die Ratifizierung nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichtes auch verfassungsgemäß ist. Bei einem solchen Verfahren wäre eine Bundesregierung gegenüber dem Ausland praktisch überhaupt nicht handlungsfähig. Mehr noch: Das Bundesverfassungsgericht würde in den Ablauf politischer Entscheidungen vorzeitig ein bezogen. Gerade das haben die Väter des Grundgesetzes offensichtlich vermeiden wollen, indem sie das Gericht «st einschalteten in dem Augenblick, in dem es um die Unterschrift des Bundespräsidenten für die Ratifikation geht. Der bedeutsame Vorfall zeigt, wie sorgfältig all« mit dem Fundament des Staates, der Verfassung umgehen sollten. Man kann rie nicht strapazieren, um politische Ziele zu verwirklichen, die man im Parlament nicht erreichen kann. In den USA steht dem „Supreme Court“ eine Erfahrung von 150 Jahren zur Verfügung. Das deutsche Bundesverfassungsgericht ist bereits im ersten Jahr seines Bestehens vor Anforderungen gestellt, die tatsächlich als Feuerprobe zu bezeichnen sind. Allerdings haben sie nicht nur jene 24 Richter — von denen zur Zeit noch zwei nachzuwählen sind, zu bestehen, sondern die deutsche Demokratie schlechthin. Donnerstag, 19. Juni 1952 SÜDKURIER Nr. 96 / Seite 2 ponnersta Sind die Franzosen Neutralisten? Von unserem Pariser Dr PARIS. „Alle Franzosen sind Neutralisten“, behauptete vor kurzem ein amerikanischer Beobachter als Ergebnis seiner Frankreichreise. Es ist richtig, daß die Widerstände in Frankreich gegen die Beziehungen mit Amerika in ihrer jetzigen Form nie so allgemein und nie so heftig waren wie in diesem Augenblick. Wo Schwierigkeiten auftauchen, in Indochina, in Nordafrika, in Deutschland, in der sozialen Frage, in der Rüstung werden Klagen gegen die Unzulänglichkeit oder das Versagen der moralischen oder materiellen Hilfe Amerikas laut. Denn diese Hilfe wird immer weniger als freiwillig, als Geschenk, immer mehr als Anspruch betrachtet, der sich als eine Art Lastenausgleich aus der gemeinsamen Führung zweier Kriege und aus der gemeinsamen Verteidigung des Friedens gegen einen dritten Krieg ergibt, wobei Frankreich als Schauplatz der vergangenen Kriege unendlich größere Opfer zu tragen hatte, gleich wie es als möglicher Schauplatz eines neuen Konfliktes unendlich größere Risiken auf sich lädt. Secheinhalb Milliarden Dollar ist die Höchstgrenze, die der Kongreß für die Europahilfe aufbringen zu können erklärt, hält man in Paris den Amerikanern vor, während die Einnahme der amerikanischen Bevölkerung in den nächsten zwei Jahren um 50 Milliarden Dollar gesteigert werden soll. Die Rüstung nötigt Frankreich, an die amerikanische Finanzhilfe zu appellieren, BERLIN. (G.-Eigenbericht.) Das sowjetdeutsche Innenministerium bereitet gegenwärtig die Durchführung eines „Volksentscheids“ gegen die Bundesregierung vor. Diese Aktion wird voraussichtlich am 15. Juli gestartet. Durch sie soll die Bundesregierung offiziell als „illegal und volksfeindlich“ erklärt werden. Diesen Schritt will man mit der Feststellung be_ gründen, daß die Bundesregierung sich gegen die deutsche Einheit „versündige“, indem sie den von den Sowjets geforderten gesamtdeutschen Beratungen nicht zustimme. Bereits jetzt werden alle Westberliner, die einen Passierschein in die Ostzone beantragen, aufgefordert, eine Entschließung zu unterschreiben, daß sie gegen Adenauer sind. (Von den 4000 westberliner Antragsteller haben bisher nur 27 einen Passierschein in die Ostzone erhalten.) In den ostberliner und eowjetzonalen Kinos wird gegenwärtig schon eine provisorische Volksabstimmung veranstaltet. Zwischen Wochenschau und Hauptfilm WETTERVORHERSAGE des Badischen Landeswetterdienstes Eine von Westen herankommende ausgedehnte Tiefdruck rinne überquert langsam Mitteleuropa. Dabei werden vorübergehend kühlere Meeresluftmassen vom Nordatlantik her zu uns hereinströmen und das Wetter unbeständig gestalten. Die Aussichten bis Donnerstagabend: Wechselnde, vorwiegend starke Bewölkung und besonders am Donnerstag schauerartige Regenfälle, zum Teil noch mit Gewittern. Merklich kühler als an den Vortagen. Gegen Wochenende wahrscheinlich nur vorübergehende Wetterbesserung. Wiedererwärmung. Winde aus Südwest bis West, zeitweilig auffrischend. SUDKURIER Chefredaktion: Alfred Gerigk Verantwortlich für Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf Ludwig Douglas. Wirtschaft: Dr. Gustav Adolf Groß. Feuilleton: Ludwig Emanuel Reindl. Heimat: Alois Beck, Herbert Steinert. Sport: Alfred Strobel. Chef vom Dienst: Helmut Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Druck: Druckerei und Verlagsanstalt Konstanz GmbH. 100 PM in Zürich: 16. 6.: 92/94 sfr. \ AR.-Korrespondenten um «ich aber diese Hilfe zu erhalten, muß es den Amerikanern einen wachsenden Einfluß auf seine Entschließungen einräumen. „So führt die Rüstung“, schreibt Robert Borei in Frankreichs gewichtigster Zeitung, dem ,Monde“, „zur militärischen und politischen Unterwerfung“. Dennoch wird sich kaum ein politisch Geschulter in Frankreich finden, der an die Möglichkeit einer wirklichen Neutralität glaubt und für sie ein treten wollte. Nur die Bedingungen der Zusammenarbeit sollen geändert werden. Seit zwei Jahren haben sich alle französischen Regierungen bemüht, die Anstrengungen in Indochina und für die Rüstung in Europa an bestimmte Gegenleistungen zu knüpfen. Von einem Pool, einer Zusammenlegung der wirtschaftlichen und der militärischen Kräfte sprachen Rene Mayer, Pleven, Robert Schuman u. a., doch mehr den Zweck andeutend als fordernd. Das Bedürfnis Frankreichs nach Finanzhilfe war zu dringend, seine Position als Verhandlungspartner zu schwach, um seine Wünsche durchzustehen. Wenn Frankreich Amerika braucht, braucht Amerika Frankreich nicht weniger, diese einfache Formel ist heute Gemeingut geworden. Also kein Neutralismus, aber Damm gegen zunehmende Abhängigkeit. Es geht Frankreichs Regierung darum, an Stelle des Begriffs der Hilfe den Begriff von Leistung und Gegenleistung, die moralische Gleichstellung durchzusetzen. verliest ein kommunistischer Funktionär eine mitgebrachte Entschließung gegen Adenauer, gegen den Deutschlandvertrag und für die Aufstellung einer Nationalarmee. Er fordert dann die Zuschauer, die gegen diese Entschließung sind, auf, sich zu erheben, was nicht ganz ungefährlich ist, da der Staatssicherheitsdienst tausend Augen hat. Ruinen der „Bodenreform" BERLIN. (Eigenbericht.) Mit der Bodenreform war es seit Anbeginn in der Sowjetzone keine Glücksache. Man hatte sie nicht nur in allzu viele Paragraphen verbaut, sondern die gesamten Neubauernhäuser auch allzu häufig auf allzu leichtem brandenburgischem Sand und aus allzu klumpigem Lehm gebaut. So schreibt dieser Tage in reuiger Armesündermanier die sowjetzonale Fachzeitung „Bauern- Echo“: „In der Gemeinde Reichenow (Brandenburg) wurden im Jahre 1948 Lehmbauten errichtet, die aber im nächsten Jahr wieder eingefallen sind. 5 Milliarden DM Kosten — 8 PARIS. (Eigen-Bericht.) Der Nationalversammlung liegt gegenwärtig das Projekt zur Bildung einer Studiengesellschaft vor, die den alten Plan eines Großschifffahrtsweges zwischen Atlantik und Mittelmeer, zwischen Bordeaux und Marseille, weiter fördern soll. Sollte dieser Kanal gebaut werden, so würde das mindestens 500 Milliarden Franken (etwa 5 Milliarden Mark) kosten. Während ältere Entwürfe zur Ueberwindung eines Höhenunterschieds von 187 m noch 72 Schleusen vorsahen, glaubt man jetzt mit 8 Schleusen auskommen zu können. Die Schiffe könnten den Umweg um Gibraltar vermeiden, einen Umweg von rund 1500 km oder von 2—3 Tagen. So ließen sich auch die Kosten für die Oeltransporte aus dem mittleren Orient erheblich senken. 300 große Städte, 32 Handels- und 91 Handwerkskammern, die Generalräte und Mitbestimmung nicht Sache der Betriebsratsmitglieder ? FRANKFURT. Der Leiter des wirtschaftewissenschaftlichen Institute des Deutschen Gewerkschatftsbundes, Dr. Victor Agartz, der auf dem Gewe rkschafts ta g der IG Chemie, Papier und Keramik in Frankfurt sprach, betonte, daß der kapitalistische Charakter eines Betriebes durch ein Betriebsverfassungsgesetz nicht geändert werde. Die Mitbestimmung als eine gesell- schafts- und wirtschaftliche Aufgabe könne jedoch grundsätzlich nur in der gewerkschaftlichen Spitzenorganisation liegen. Sie könne nicht von einzelnen Gruppen oder Betrieben gemacht werden. DGB klagt gegen Arbeitsminister KÖLN. Der Bundesvorstand des Deutschen Gewerkschaftsbundeg hat beim Landesverwaltungsgericht in Köln gegen den Bundesarbeitsminister Klage wegen Ermessensmißbrauchs erhoben. Der Klage liegen Vorgänge bei der Besetzung des Verwaltungsrates und des Vorstandes der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslagenversicherung zugrunde. Der DGB wirft dem Bundesarbeitsminister vor, die gesetzlichen Vorschriften bei der Berufung der Vorstandsmitglieder nicht beachtet zu haben. Indien erstrebt Führungsrolle NEUDELHI. (Eigenbericht.) Auf einem Empfang der indischen Regierung für die Gebietsfürsten, Maharadschas und Nabobs des Landes in Neudelhi stellte Ministerpräsident Pandit Nehru fest, daß seiner Ansicht nach die indische Politik die einzig richtige in Fernost sei. Er wandte sich zum ersten Male in einer schärferen Tonart gegen die in der UN vereinigten Länder und behauptete, sie benutzten dieses Gremium, um neue militärische Kraftproben vorzubereuten. Indien erstrebe die Führungsrolle in Fernost und werde in Kürze den einflußreichen West- und Oststaaten einen Plan zur Bildung „neutraler Stützpunkte“ vorlegen, durch die der Korea- und Indochinakonflikt sogleich beendet und jede Meinungsverschiedenheit geschlichtet werden könne. „Indien, Siam, Indochina, Formosa und Korea müssen gegen die West- und Osteinflüsse abge- schirmt sogenannte neutrale Inseln ergeben, deren Sicherheit gegen die Großmächte vom stärksten Stützpunkte, von Indien, garantiert wird“, sage Nehru. 11 Abgeordnete vor Militärgericht PUSAN. Ein südkoreaniischer Regierungssprecher teilte in Pusan mit, daß die unter der Beschuldigung einer Verschwörung mit den Kommunisten auf Veranlassung von Staatspräsident Syngman Rihee verhafteten 11 Abgeordneten der südkoreanischen Nationalversammlung vor ein Militärgericht gestellt werden. De Verhandlung werde unter Ausschluß der öffentlich- lichkeit stattfinden. Jahre Bauzeit vorgesehen Gemeinden aus 35 .Departements wünschen an den Vorarbeiten teilzunehmen. Bei der Durchführung des Projektes will man im Stromgebiet der Garonne ähnlich große Wasserkraftwerke errichten wie in der letzten Zeit im Gebiet der Rhone. Zwar bestand auch bisher schon eine direkte Verbindung zwischen Atlantik und Mittelmeer durch den Canal du Midi, aber dieser Kanal mit seinen hundert Schleusen, Schon vor 270 Jahren fertig- gestellt, ist heute längst nicht mehr modernen Verkehrsanforderungen gewachsen. Auch die Landwirtschaft ist an dem Vorhaben interessiert; sie erwartet die Beseitigung der Gefahren des Garonne- Hochwassers und vorteilhafte Bewässerungsmöglichkeiten. Der Bau würde 7—8 Jahre dauern und den Arbeitsmarkt günstig beeinflussen. SED-Volksentscheid gegen Bundesrepublik Bonner Regierung soll als „illegal und volksfeindlich“ erklärt werden Ein Kanal zwischen Atlantik und Mittelmeer Fliegende Menschen über Michigan Wenn der Fallschirm abgeworfen wird, muß der Motor einsetzen DETROIT. (Eig. Bericht.) Selbst den abgehärteten Cowboys und Holzarbeitern des Staates Michigan der USA stockt der Atem, wenn die ersten 120 Hubschrauber- I Springer südlich Hillman ihre verwegenen Sprungübungen machen. Unwillkürlich blicken eie von der Arbeit auf, wenn die stahlblauen Leiber der neuesten Düsentransporter in 3000 bis 5000 Meter Höhe ihre Kurven riehen. Da, plötzlich lösen sich einige Dutzend kleiner schwarzer Punkte von den Maschinen. Wenig später pendeln 120 Fallschirmspringer mit besonders großen Fallschirmen dem Erdboden entgegen. Doch in 800 bis 1000 Meter Höhe werfen sie unversehens ihren sicheren Schirm ab, um kurz darauf selbständig mit einem angeworfenen Tornisterhubschrauber zu kreisen, mit Platzpatronen auf Erdziele zu schießen, Menschenluftkämpfe Mann gegen Mann auszufechten und schließlich nach etwa einer Stunde Flie- gens zu landen. „Hubschrauberspringen ist freiwillig und wird freiwillig bleiben“, berichtet Oberst Tross. „Meine Elitemannschaft von 120 Mann, die bisher einzige ihrer Art in den Staaten, setzt sich nur aus verheiratet sind. Ich bin selbst schon zweimal abgesprungen und weiß, daß al* meinen Hubschrauben-Springem sekundenlang das Herz still steht, wenn der Fallschirm abgeworfen werden soll. Wird der Motor auch einsetzen und alles klappen, ist die lebensentscheidende Frage.“ Der Tomisterhuibschrauber wird schon seit einiger Zeit in den USA erprobt. Erstmalig jedoch von Fallschirmspringern, die während des Abwärtsgleitena den Propeller über ihrem Kopf mittels Zugzündung anwerfen und im gleichen Augenblick den Fallschirm lösen und ihn wie ein Tuch davon flattern lassen. Versagt der Kleinhubschrauber auf dem Rük- ken, stürzen sie in den Tod. Doch die Präzision der Konstruktion verhinderte bis- Männem zusammen, die Waisen und un- her jeden Unglücksfall. * SK. Der „Südkurier“ brachte am 1. April dieses Jahres das Foto eines „Fliegenden Infanteristen“. Viele unserer Leser hielten diesen Ein-Mann-Hubschrauber für einen Aprilscherz. Der obenstehende Artikel zeigt, daß man in Amerika inzwischen über die ersten Versuche hinaus ist. Saar-Frage kommt vor Europarat Nach dem Scheitern der deutsch-französischen Ausgleichs-Versuche BONN. (W.-Eigenbericht). Bundeskanzler Dr. Adenauer hat dem Bundestag mitgeteilt, daß er beabsichtigt, die Saarfrage vor dem Ministerrat des Europarate zur Sprache zu bringen. Auf eine Anfrage der SPD teilte er mit, daß er dem Präsidenten des Ministerrats und dem französischen Außenminister Robert Schuman geschrieben habe, nach dem Scheitern der deutsch-französischen Saargespräche seien nun die Gründe hinfällig, die ihn seinerzeit veranlaßt hatten, im Ministerrat auf eine Diskussion der Saarfrage zu verzichten. Seinen Briefwechsel mit dem französischen Außenminister bekanntzugeben, der damals dem Verzicht auf die Saardebatte im Ministerrat vorausgegangen war, lehnte der Bundeskanzler ab. Auch die Forderung, die Regierung solle die Rechtsgutachten über die Vereinbarkeit der neuen Verträge mit dem Grundgesetz dem Bundestag vorlegen und der Bundestag solle zu dieser Frage selbst juristische Sachverständige hören, konnte die SPD nicht durchsetzen. Der Bundeskanzler erklärte, bisher habe er nur ein Gutachten von Prof. Jellinek. das bereits veröffentlicht sei. Der juristische Experte der SPD, Dr. Arndt, sei „früher aufgestanden als Staatssekretär Hallstein“, der im Gegensatz zu Arndt noch keine entsprechenden Gutachten besorgt habe. „Ich habe Herrn Hallstein schon gesagt“, meinte der Kanzler unter allgemeiner Heiterkeit, „er solle sich an Herrn Arndt mal ein Beispiel nehmen.“ Der SPD-Abgeordnete Jahn (zugleich Vorsitzender der Eisenbahner-Gewerkschaft) beschwerte sich darüber, daß Dr. Adenauer auf das zeitliche Zusammentreffen der Streikaktionen der Gewerkschaften und des kommunistischen Streikaufrufs gegen die außenpolitischen Verträge hingewiesen hatte. Er fragte den Kanzler, ob er damit die Gewerkschaften als Steigbügelhalter der Kommunisten bezeichnen wolle. Dr. Adenauer erwiderte, auf Grund der Fühlungnahme mit dem DGB erscheine es nicht ratsam, die Frage jetzt zu beantworten. Gleichzeitig wandte sich der CDU-Abgeordnete Pelster gegen Darstellungen von Gewerkschaftsseite, daß die Sozialpolitik der Bundesregierung rückschrittlich sei. In den sieben Jahren seit 1945, sagte er, sei sozialpolitisch mehr geleistet worden als von 1919 bis 1933. 24 sozialpolitische Gesetze seien verabschiedet worden. 42 weitere seien in Arbeit. Zwangsanleihe in Israel TEL AVIV. (Eigenbericht). In langen Schlangen standen dieser Tage die Einwohner des Staates Israel vor den Banken, um ihre alten Banknoten gegen neue umzutauschen. Von diesen behält der Staat allerdings gleich 10 °/e ein als Beitrag für eine Zwangsanleihe, die zur Gesundung der schwer erschütterten Wirtschaft führen soll. Alle Bankkonten sind vorübergehend gesperrt, bis der 10°/'o-Abzug der Guthaben, die mehr als 50 israelische Pfund betragen, errechnet worden ist. Bargeld muß jedoch schon von 5-Pfund-Noten an aufwärts umgetauscht werden. Unlängst erst wurde die Währung abgewertet, um die Importe zu verteuern und den Verbrauch an ausländischen Gütern künstlich einzudämmen. Demselben Zweck dient die neue Maßnahme, die in der akuten Devisenknappheit des Landes ihre Ursache hat. Eine weitere bittere Medizin stellt die neue Verordnung dar, nach der wegen Benzinknappheit alle Motorfahrzeuge nur noch 5 Tage in der Woche fahren dürfen. Die Antwort auf die sowjetische Deutschlandnote wird „erwogen“ . .1 (Hannoversche Presse) Neue deutsche Dramatiker kommen zu Wort Uraufführungen in Man Athen ist nicht in Griechenland Das Nationaltheater in Mannheim setzte als Schlußpunkt unter die Bilanz einer Spielzeit, die eine Reihe von wesentlichen Uraufführungen zeitgenössischer deutscher Dramatik auf der Haben-Seite verbuchen kann, die Komödie eines jungen Autors: „Athen ist nicht in Griechenland“ von Alb. Klein-Noack. Hier wird che Sage von Pygmalion und seiner sich in Fleisch und Blut verwandelnden Statue Galathea ins Rampenlicht einer satirisch-politischen Parabel gerückt, der Parabel vom Staat, der einen Krieg verlor und dessen Land von den Siegern besetzt wird. Recht oder Unrecht, Menschlichkeit oder Unmenschlichkeit, das ist hier die Frage. Mit der Zeitbestimmung „Besetzung Griechenlands durch die Römer, einige Monate nach Einstellung der Feindseligkeiten“ wird unmißverständlich auf die Situation Deutschlands nach diesem Krieg angespielt Die Deutschen sind in diesem Fall die Griechen, die Hunger leiden, um zur Räson gebracht zu werden, deren Frauen sich verkaufen und deren Schwächlinge denunzieren. Hier denunzieren eie den Bildhauer und Botschafter Itta- kas in Athen, Pygmalion, und nur der List einer Hetäre, die den Malitärgou vemeur des Siegerstaates in ihre Netze lockte, ist es zu verdanken, daß er Satisfaktion erhält Den Denunzianten ereilt sein Schicksal, obwohl er zuerst für seinen Verrat die Vergünstigung einer täglichen „Militärration* erhält. Lauter Reminiszenzen an die ersten Jahre des Militärstatuts, frech transponiert in die Aera Roms. Denn die Sieger sind in diesem Fall die Römer, die den Griechen Kultur beibringen wollen, indem sie „Vergeltung“ üben. Geist vom Geist echter Komödie, Zeitnähe mit nahezu explosivem Sprengstoff — aber darüber hinaus mangelt es dem Autor an der dramatischen Durchdringung des Stoffes und vor allem an der klaren politischen und philosophischen nheim und Baden-Baden Konzeption. Denn der Philosoph im Mittelpunkt des Stückes, ein zweiter Sokrates, der ständig den Dialog sucht und im Dialog allein den seligmachenden Preis für das Leid der Welt erblickt, gebricht es an scharfer und verständlicher Dialektik. Er treibt spitzfindige Sophisterei und trägt dieKirche aus dem Dorf, das hier Athen heißt und nicht in Griechenland ist. ,Das Leid wird der Träger einer neuen Weltsprache sein“ - so und ähnlich lauten die Sentenzen, die eine Art Leitartikel in Dialogform sind. Wie immer, wenn eine gute und wirksame Bühnenidee philosophisch verbrämt wird, wird der Einfall verwässert, das Konzentrat verdünnt Hier sollte das Konzentrat heißen; Läuterung der Welt durch das Leid. Die Mannheimer Inszenierung (Paul Riedy) spielte mit Mut die Effekte aus. Die Römer essen Kaugummi und teilen im Internierungslager Prügel aus. Die Griechen fallen vor ihnen auf die Knie. Manch reizendes Detail vom Haftbefehl für Pygmalion bis zur Liebesszene wird mit Delikatesse ausgebreitet Unter den Schauspielerinnen fiel Elisabeth Vehlbehr auf, die noch von Hilperts .Deutschem Theatef“ her, am Bodensee in Erinnerung ist Das Publikum dankte mit einem Achtungsapplaus, der auch dem anwesenden Autor galt. Dr. Wolf Schwerbrock „Die ganze lange Nach)" Mit seinem Stück „Die ganze lange Nacht“ führt uns der heute 35jährige Joachim W. Reifenrath in jenes dunkle Land, aus dem ,Jeein Wanderer mehr wiederkehrt“. Er tut es freilich nicht in einer Art, die allzusehr an andere (Kafka, Kasack) erinnert Sein ins Meer abgestürzter amerikanische Flugkapitän Kennedy beichtet vor dem Kommissar der unheimlichen und namenlosen Stadt, in die er geraten ist, sein Leben. Die Vorstellung ist wohl, daß er, der eigentlich im Kampf mit den Wellen liegt und den Tod vor Augen hat, sein Leben mit all seinen Widersprüchen, Richtigkeiten und Unrichtigkeiten rekapituliert. Das wird durch das Verhör deutlich gemacht. Einen wirklichen Sinn haben die drei Akte also nicht, — sie bringen weder etwas Neues, noch fesseln sie etwa durch Besonderheit die Dialoges. Denn die Idee dieser toten Stadt, aus der die Schatten einmal befreit zu werden hoffen, ist uralt, und es ist gleichgültig, ob man sie nun Hades oder Hel nennt. Nur sollte sich der Autor solche Geschmacklosigkeiten wie Bar mit Wisky — Ausschank und Hafenmädchen ersparen. — Die Baden-Badener Uraufführung wurde von Alois Garg vom Südwestfunk mit leidlichem Takt inszeniert — Cuno Fischer schuf das schemenhafte Bühnen- büd. Der am Schluß aufkommende Beifall war mehr eine Sache der Höflichkeit M. Th. B. Neues über Fliegende Untertassen In den letzten Wochen haben erneut einige Gelehrte zu dem Phänomen der „Fliegenden Untertassen“ Stellung genommen. Während Professor Esclamgon von der Academie Frangaise die Existenz der Untertassen glattweg verneint, da keiner der vielen Astronomen, die Nacht für Nacht den Himmel mit großen Fernrohren absuchen, je eine „Fliegende Untertasse“ gesehen habe, bringt Professor Durval de Andrade, Professor für Elektrotechnik in Belo Horizonte in Brasilien, das Phänomen mit Atombom- ben-Versuchsexplosionen in Zusammenhang; Bei großen Unwettern bilden sich gelegentlich Kugelblitze; so ähnlich könne man sich bei der Energie-Entladung durch eine Atomexplosion die Entstehung der mit Riesen geschwindigkeit rotierenden „Fliegenden Untertassen“ vorstellen. Professor Donald H. Menzel, Astrophysiker der Harvard-Universität, hält das Phänomen für eine Fata morgana, eine Luftspiegelung, die unter besonderen atmosphärischen Bedingungen eintritt (wenn eine wärmere zwischen kälteren Luftschichten liegt), und Sonne, Mond, Autolichter oder Straßenlaternen als „Fliegende Untertassen“ an den Himmel zaubert. Er hat die Bedingungen in seinem Laboratorium nachgeahmt und glaubt nur so die eigenartigen geräuschlosen Bewegungen der „Untertassen“ erklären zu können. Auch die Fotografien des Studenten Hart aus Lubbock (Texas) vom 30. August 1951, glaubt er so erklären zu können. Ein deutscher Diplomingenieur dagegen meint auf Grund seiner Kriegserfahrungen, diese Fotografien stellten Abgasstrahlen von kurvenden Nurflügelflugzeugen dar. Neuerdings haben Tagesaufnahmen eines vor fast 20 Jahren nach Brasilien ausgewan- derten Kasseler Bildreporters Eduard Schulz-Keffel Aufsehen erregt, die angeblich am 7. Mai an der brasilianischen Küste gemacht wurden und für die der amerikan. Luftattache eine hoheSumme gezahlt haben soll Die sehr gewagte Hypothese von außerirdischen Erdbesuehern ist in der Diskussion der letzten Zeit wieder etwas in den Hintergrund getreten. KULTURNACHRICHTEN 30 Jahre Heimeran-Verlag ist ein Jubüäum dieses Monats, das Bücherfreunde erfreulich daran erinnern kann, wie gut ein Verleger, wenn er nur wirklich ein Buchverleger und nicht ein Buchmacher ist, auch literarisch anspruchsvoll und höchst gediegen über die Runden selbst der schwierigsten Zeit kommen kann. Emst Heimeran, der als Schriftsteller zu den erfolgreichsten Autoren seines Verlages gehört, feierte am 19. Juni seinen 50. Geburtstag. Die Ausfuhr national wertvoller Kunstwerke soll durch ein Gesetz verhindert werden, forderten die Landeskonservatoren der Bundesrepublik auf einer Tagung in Trier. Sie verlangten ferner die Einrichtung von Restaurierungswerkstätten an Zentralstellen im Bundesgebiet, in denen unter der Aufsicht der Landeskonservatoren vom Verfall bedrohte öffentliche und private Kunstdenkmäler erneuert werden sollen. Professor Hermann Rein, der Physiologe der Göttinger Universität, ist zum neuen Leiter des Max-Planck-Insti- tutes für Physiologie in Heidelberg berufen worden. Das Institut für medizinische Forschung, das 1945 von den Amerikanern beschlagnahmt wurde, ist nun freigegeben worden. Es besteht aus dem Institut für Chemie unter Prof. Dr. Kuhn, dem Institut für Physik unter Prof. Dr. Bothe und dem Institut für Physiologie unter Prof. Dr. Rein. Das Zyklotron des Instituts für Physik wird gegenwärtig wesentlich verbessert und den modernsten Anforderungen angepaßt. Arturo Toscanini hat eine Einladung der Londoner Philharmoniker angenommen, im Herbst dieses Jahres in zwei Konzerten die Brahmsschen Symphonien zu dirigieren. Hellen Hesse, eine Enkelin des Dichters Hermann Hesse, wurde von Gustaf Gründgens für die nächste Spielzeit an das Düsseldorfer Schauspielhaus verpflichtet. Friedrich Holländer, der die unvergessenen Chansons für Marlene Dietrich im „Blauen Engel“ schrieb, komponierte in Hollywood die Musik zu dem Shaw-Film „Androklus und der Löwe“. Max Bittrich, der seit vielen Jahrzehnten zu Freiburg lebende Schriftsteller, vollendete am 17. Juni sein 85. Lebensjahr. Gebürtig aus Forst in der Niederlausitz, ist er, der Autor von „Spreewaldgeschichten“, eines Schwarzwaldromans „Der Sturz ins Glück“ und einer am Bodensee spielenden Versnovelle „Der Sünder“ in schöner Synthese im badischen Land heimisch geworden. Die „Bücherei des deutschen Ostens“ in Herne hat ihren Bestand auf über 5500 Bände vergrößert. Die Bücherei leiht an alle Interessenten aus. ] Vo n u Die sehr! Schornstein häßlichen Veranlagen Licht des I und Dunst steifer Wir Schomsteir Das Ruh ! romantisch ■wir aber a mitten dui meer der nach Nord stand man Heimatlieb ter und Ki Erde, die i Deutschlan liches Resei fea gesche „Herne hen“, riet : seldorf, wc Königsalle ■inzwischen ’benstraßen der übrige gessen lass es tatsächli meter lan wo keine 1 das ist im dastehend! ten die Sta stunden u uns, wie Städte aus Aber nai metern wc das schon gen Mondl fahren ahr kunft: Mo< und einzeli ter des zu! werden. „Friedlic in der wi benswürdi ein südde teirp, wirk lieh, in dt begegnen, hartes Lei keit, ja h Da ich 3 sagt, kein „Einkleidu Schwierig! sen und, den ansch gebauten I pels berec als mir r sehen, mit ten Bergm: rußten Ge glich, als < Han] Der „La 1 Ganz Hi die nieder gen der geben unc aufhaltend Pierre We wird. 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Die oft so häßlichen Formen der Türme und Förderanlagen verschwammen im milden Uicht des Frühlingsabends. Nein, von Ruß und Dunst war nichts zu spüren — ein steifer Wind ließ die Rauchschwaden der Schornsteine wie weiße Fahnen flattern. Das Ruhrgebiet ist keine romantische Landschaft. Als wir aber auf der Autobahn mitten durch das Häuser- meer der Industriestädte nach Norden glitten, verstand man plötzlich die tiefe Heimatliebe der Stahlarbeiter und Kumpels zu dieser Erde, die ihnen Arbeit und Deutschland ein unerschöpfliches Reservoir an Rohstoffen geschenkt hat. „Herne müssen Sie sehen“, riet man uns in Düsseldorf, wo die prachtvolle Königsallee und ein paar inzwischen aufgebaute Ne- ’benstraßen die Trümmer der übrigen Stadtteile vergessen lassen. In Herne gibt es tatsächlich eine drei Kilometer lange Hauptstraße, wo keine Bomben fielen — das ist im „Revier“ einzig dastehend! Tausende belebten die Stadt in den Abendstunden und wir erinnern uns, wie einst deutsche Städte aussahen. Aber nach wenigen Kilometern weiter umgibt uns das schon vertraute Bild einer städteartigen Mondlandschaft: Bochum. Beim Durchfahren ahnen wir die Planung für die Zukunft: Moderne neue Straßendurchbrüche und einzelne Hochbauten, die den Charakter des zukünftigen Stadtbildes bestimmen werden. „Friedlicher Nachbar“ heißt die Zeche, in der wir einfuhren. Eine äußerst liebenswürdige Bezeichnung für diese, für ein süddeutsches Auge entsetzlich nüchtern wirkende Industrieanlage. Erstaunlich, in dieser Nüchternheit Menschen zu begegnen, die ohne falschen Pathos ihr hartes Lebenswerk mit innerer Fröhlichkeit, ja Munterkeit vollenden. Da ich meiner Größe nach gelinde gesagt, kein Wichtelmann bin, machte meine .Einkleidung“ als Bergmann einige Schwierigkeiten. Die viel zu kurzen Hosen und die stets gebückte Haltung in den anscheinend nicht für meinen Wuchs geballten Schächte erregten bei den Kumpels berechtigte Heiterkeit. Um so mehr, als mir meine Frau folgte, deren Aussehen, mit den in ihrem Fall viel zu weiten Bergmanns-Hosen und einem total verrußten Gesicht, eher dem eines Maulwurfs glich, als dem eines richtigen Kumpels. Da waren wir nun endlich in 800 Meter Tiefe, „vor Ort“, so heißt der Platz, wo in drangvoller Enge der Kohlenfloez zutage tritt. Die Kumpels arbeiten hier acht Stunden lang, zusammengefaßt in eine Kameradschaft zu je fünf Mann. Acht Stunden lang bei 25 Grad Hitze. Sie ließen, als wir kamen, für ein paar Augenblicke die Arbeit ruhen. In einem hinreißenden Sketch, gewürzt mit dem ganzen Humor der westdeutschen Seele, erklärte ein Kumpel sein Tagewerk, das ihm immerhin fast tausend Mark im Monat bringt. Aber mit 50 Jahren und auch früher heißt es aufhören mit der schweren Arbeit. Wie ein Gespenst steht die Gefahr der „Steinstaublunge“ im Leben des Kumpels, die ihn ersticken läßt, wenn er nicht rechtzeitig die Arbeit unter Tag beschließt. Als wir eine empfindliche Neigung empfanden, wieder an das Tageslicht befördert zu werden, erhielten wir die Anweisung, durch eine schmale Öffnung, die Sohle (so heißt ein Stockwerk in der Zeche, das parallel zur Erdoberfläche läuft) schräg nach unten zu verlassen. Mit 60 Grad Gefälle, in einem Raum von nur 1,20 m Höhe baumelten und glitten wir 100 m nach unten, als einzigen Halt die Stempel (Holzverschalungen, damit das Gestein nicht einstürzt). Die ganze Anlage heißt „Streb“, sie geht von einer höher gelegenen Sohle zu einer tieferen. In diesem Streb liegen die Kumpels zum Teil auf dem Rücken und brechen mit dem Preßlufthammer die Kohle. Ein Höllenlärm, noch größere Hitze und eine von Kohlenstaub übersättigte Luft macht jede Bewegung zur Qual. Es mag sein, daß Bergleute, die oft bedrückende Atmosphäre nicht so stark empfinden, wie der Laie, den wohl die 800 m Tiefe zum erstenmal besonders belasten. Als wir wieder nach oben an das Tageslicht kamen, belauschte ich zufällig die Diskussionen über die Notwendigkeit, in der Nähe der Grube eine Eiche zu fällen — ein Neubau machte dies notwendig. Mit welcher Liebe wurde hier von einem Baum gesprochen. Und mit welchem Stolz wurden ein paar Grünanlagen gezeigt, die das nüchterne Bild der Zeche mildern sollen. Die harte Wirklichkeit des Bergmannslebens wird durch eine beispielhafte Kameradschaft erleichtert. Als wir die, seit 1946 stets steigende Kurve der Kohlenförderung betrachteten, fiel ein viertägiger, völliger Ausfall der Förderung auf — es war im vergangenen Jahr. Vier Bergleute waren durch plötzlichen Bruch des Gesteins drei Tage eingeschlossen gewesen. Dann hört jede Arbeit in der Zeche auf —Hind so soll es überall an der Ruhr sein. Die vier Männer wurden geborgen — die ganze Anstrengung der gesamten Zeche richtete sich ausschließlich auf die Rettung dieser Kameraden. Aber auch einen Tag später, als alles gut abgelaufen war, fuhr niemand in die Zeche ein. Alle feierten in fröhlichem Umtrunk das wiedergewonnene Leben der Kameraden — und sie feierten wohl auch unbewußt den unbesiegbaren Optimismus der Kumpels an der Ruhr. Holterdiepolter ratterte der Volkswagen über die zerfurchte Landstraße. Ich war glücklich, nicht mehr im roten Spatz, dem Flugzeug, das mein Schwiegersohn steuerte, zu sitzen. Die Landung — nein, es war keine Landung. Ale ob er einen Treffer erhalten hätte, schoß Carlos ab. Als der Spatz, der Tico-tieo, die Baumwipfel strich, sträubten sich meine weißen Haare, aber ich muckste mich nicht. Er wollte mir imponieren. „Das war ja großartig!“ sagte ich, als ich aus der Kiste torkelte. Eine Unverschämtheit, dachte ich, mit einem allmählich hochbetagten Schwiegervater dermaßen umaugehen. Meine Stimmung geriet fast ins Platzen, als Carols über die Einwanderung der Donaudeutschen zu reden begann. „Kein Land hat Erbarmen gehabt mit den Ärmsten aller Armen als Brasilien“, erklärte er. „In der ganzen Emigrationsgeschichte gibt es so etwas nicht, daß eine Regierung mit spontaner Geste — sim. senhor — 100 000 Menschen, arm wie Lazarus, ihre Grenzen öffnet.“ Ich schwieg. So hatte er es in den brasilianischen Zeitungen gelesen. Sig hätten berichten sollen, daß der berühmte Conselho de Imigraqao in Rio de Janeiro bis zuletzt sich sträubte, erst auf das persönliche Eingreifen des Papstes Unterzeichnete der Bundespräsident Enrico Dutra den Vertrag. „Die Hunderttausend werden eine schöne Stange Geld kosten.“ Ich entgegnete: „Gewiß, aber nicht Brasilien. Die auf die Initiative der Caritas Internatdonalis durchgeführte Ansiedlung führt, da die Hilfe der Regierung in Bern notwendig war, die bekannte Schweizer Europa-Hilfe gemeinsam mit den ihr angeschlossenen schweizerischen Hilfswerken durch. So ist es, mein Herr! Industrielle der Schweiz finanzieren —“ „Wie-was?“ „Es ist so, beruhige dich! Die Idee der Finanzierung dieses gewaltigen Projekts besteht nämlich darin, für die Schweizer Exportindustrie durch Extraquote zusätzliche Importlizenzen für Waren nach Brasilien kn Werte von 30 Millionen Schweizer Franken zu beschaffen. Mein guter Carlos konnte keine Einwände mehr machen, denn Häuser kamen in Sicht. Die Szenerie verwandelte sich plötzlich, statt Waldungen ein mit Holzhäusern, Schuppen und einer Menge Mer- cedes-Benz-Lastwagen und Traktoren angefüllter Platz. „Guarapuava!“ rief Carlos. Kaum waren wir ausgestiegen, lag Carlos in den Armen eines Herrn, er kannte alle Welt. „Senhor Jose“, stellte er ihn mir vor. „ein Geschäftsmann aus Curitiba. Unter seiner Führung machten wir nach kurzem Imbiß einen Spaziergang durch eines der schon im Bau begriffenen Dörfer. „Von den Millionen brasilianischer Emigranten haben keine hundert so anfangen können wie diese hier“, bemerkte Senhor Jose zum Mißfallen meines Carlos. Wir betraten ein nagelneues Heizhaus. Es fehlte nichts in den drei Stuben und der Küche. Kochherd, Tische, Bänke, Betten, alles ist da. Jeder Kolonist erhält mindestens 20 ha gutes Land zugeteilt, noch weitere 5 ha jede Arbeitskraft über 16 Jahren aus seiner Familie. Auf der Rundfahrt sprechen wir einen alten Banatschwaben mit seiner Frau an. Während sie uns die Hände drücken, strahlt auf ihrem runden starren Gesicht Freude auf. Bei einer Flasche Bier kommen sie langsam zum Erzählen. Furchtbar, was sie erlebt haben! Was kann ein Mensch aushalten! „Wir hatten keine Hoffnung mehr. Bis wir eines Tages von der Schweizer Europahilfe hörten. Da lebten wir wieder auf. Es ist schwer für alte Leute, aber wir danken Gott, daß wir eine neue Heimat gefunden haben. Schreiben Sie auch den Schweizern, daß wir ihnen den Dank nie vergessen!“ Abends hörten wir den alten Liedern zu. die das junge Volk zur Ziehharmonika singt. Schmerzlich wehmütig klingen selbst die lustigen Weisen. Ilaiiptniaiin Westerling gibt Rechenschaft ... Die beste Cigarette meines Lebens! DIE RUHR. Von den Bergwerken im Hintergrund wird die Kohle auf Kähnen zum Weitertransport verladen. Photo: Atelier Ullcü *»*« i imm .umBti » ums Der „Lawrence des Südpazifiks“ — Wird ihn Holland an Indonesien ansliefern? Ganz Holland wartet mit Spannung, ob die niederländische Regierung dem Drängen der indonesischen Regierung nachgeben und den, sich zur Zeit in Holland aufhaltenden Hauptmann Raymond Paul Pierre Westerling an Indonesien aüsliefem wird. Um ihrem Begehren Nachdruck zu verleihen, hat die indonesische Regierung einen ihrer höchsten Justizbeamten nach dem Haag geschickt, um an Hand der von : ihm mitgebrachten Urkunden zu beweisen, daß Westerling einer der größten frei umherlauf enden Schurken und für die Republik Indonesien jedenfalls der Staats- feind Nr, 1 ist. Da tritt nun Westerling selber mit einem Bündel von Urkunden hervor, und zwar in der Form eines umfassenden, mit großer Klarheit geschriebenen Memoirenbandes. Das in Antwerpen und Amsterdam erschienene Werk heißt „Mijn Memoires“, und die erste, 5000 Exemplaren betragende Auflage war schon vor dem Erscheinep nahezu ausverkauft. Denn Hauptmann Westerling ist ein Mann, der die Fantasie des niederländischen Volkes ungemein stark beschäftigt. Wer ist Hauptmann Westerling? Was beabsichtigte er, als er im Jahre 1950 Dja- karta ((Batavia), die Hauptstadt Indonesiens, zu überrumpeln und die Regierung des Präsidenten Sukamo durch einen Staatsstreich über den Haufen zu rennen suchte? War er von bloßer abenteuerlicher Ehrsucht oder von höheren, dem Gemeinnutz dienenden Gesichtspunkten geleitet? Das Buch gibt darauf in bündiger, klarer Sprache Antwort. Wir lernen darin einen, in Konstantinopel geborenen Holländer kennen (er wurde wegen dieser Geburtsherkunft in Indonesien „der Türke“ genannt), den es anfänglich aus unbezähmbarer Abenteuererlust aus dem Elternhaus forttrieb, um am Kriege gegen Deutschland teilzunehmen. Er wandte sich nach England, wo er zwar in allen Künsten eines Fallschirmspringers ausgebildet wurde, wo ee ihm aber erst gegen Ende des Krieges, da es in Europa nicht mehr viel zu tun gab, gelang, an die Front zu kommen. Er erreichte darauf hin, nach Indonesien zu ; kommen, und schloß sich hier den aus Nie- derland detachierten Truppen an. Hier in Indonesien nun wurde aus dem . Manne, der das Abenteuer um seiner selbst Willen suchte, ein bald in den Haupt- ruannsrang erhobener Soldat, der sich und seine Existenz dem Sinn einer größeren Aufgabe unterstellte. Der Sinn dieser Aufgabe war, den sich unter vielerlei Masken v «hüllenden Kommunismus in Indonesien hi bekämpfen, und zwar mit denselben barten, erbarmungslosen Mitteln, die dieser wendete. Als er nach der Insel Celebes •Wchickt wurde, um diese von Terroristen hi säubern, gelang ihm die Erledigung des Auftrages überraschend schnell und zuverlässig, allerdings nur unter Anwendung rücksichtsloser Härte. Die Gegenpropaganda hat behauptet, Westerling habe 20 000, ja 40 000 Menschen hinmorden lassen, er selber beziffert die Zahl der in seinem Auftrag Exekutierten auf über 600 und legt in seinem Buche Rechenschaft über die Notwendigkeit seines Vorgehens ab. Die Republik Indonesien setzte auf ihn einen Kopfpreis von 20 000 Pfund Sterling aus, doch wagte niemand, eich diesen Preis zu verdienen, da der „Türke“ mit seinem unheimlichen, einen jeden einschüchte^n- den Blick für unverletzbar galt. Nach dem Scheitern der niederländischen Kriegsaktionen und dem plötzlichen Tod des holländischen Generalissimus Spoor — von dem Westerling vermutet, daß er ver- ‘ giftet wurde — quittierte Westerling den Dienst, zog sich mit seiner Frau in ein kleines indonesisches Dorf zurück, organisierte einen privaten Lastwagendienst, wurde binnen kurzem ein reicher Mann, sah sich aber von der Bevölkerung Westjavas immer aufs neue angefleht, den Föderativstaat Westjava gegen die Zentralisierungsbestrebungen Djakartas zu verteidigen. Er folgte dem Rufe und brachte binnen kurzem ein Heer von 2? 000 Mann auf die Beine, „die Legion des rechtschaffenen Fürsten“, mit dem er nach anfänglichen Erfolgen zu jenem Überrumpelungsversuch Djakartas ausholte, der mißlang. Er mußte flüchten, gelangte auf abenteuerliche Weise nach Singapore, wurde hier von den Engländern gefangen gesetzt, hernach aber nach Holland abgeschoben, nur daß er aus dem Flugzeug, das ihn nach Holland bringen sollte, in Kairo ausstieg und mit einem Sabenaflugzeug nach Belgien flog. Die belgische Regierung gewährte ihm für einige Zeit freien Aufenthalt. Die Memoiren Westerlings sind das Buch eines Mannes, der sich auf Grund seiner Taten den Ehrennamen eines „Lawrence of the South-Pacific“ verdiente, obschon auch er, wie der englische Lawrence, letz- lich scheiterte. Sein Scheitern schreibt er dem politischen Maskenspiel der Regierung Sukamo zu, die ihre eigentlichen Absichten vor den Staaten des Westens (Amerika und Vereinigte Staaten) bis heute zu verhüllen wußte. In einer flammenden Anklage, mit der Westerling seine Memoiren schließt, bezichtigt Westerling die Machthaber des zentralistischen Indonesiens der Sowjethörigkeit. Sie warten nur auf den Augenblick, um die Maske fallen zu lassen und in Indonesien die Volksdemokratie auszurufen, womit Moskau die ungeheuren Naturschätze Indonesiens in die Hände fallen würden. Er erwartet, daß in Indonesien jene entscheidenden .Ereignisse eintreten werden, durch die das Schicksal der gesamten Welt künftig bestimmt werden wird. Kein Wunder, daß man nun in Holland darauf gespannt ist, ob Holland diesen Erzfeind des Kommunismus nach Indonesien aüsliefem wird. F. M. Huebner, Amsterdam iiii Einen Moment dachte ich dran, daß ich im Bad kein elektrisches Gerät benutzen sollte. Aber das schöne warmeWasser,dabei sogleich das Haar trocknen, — es war wunderbar. Meinen Schrei höre ich heute noch, meinen Schreck kann ich nicht mehr nachempfinden. Mein Umkippen hat die Schnur aus dem Kam- takt gerissen. Niemals werde ich mehr so unvorsichtig sein. Nachher sah ich: die Leitungsschnur war schadhalt Danach saß ich im Sessel. mm ER Vlft Und rauchte eine Cigarette,—es hat mir noch keine so geschmeckt; Sie war die beste Cigarette meines Lebens, Die SALEM No. 6 ist eine sehr, sehr .gute Cigarette, • so aromatisch, so duftig und dennoch • zMIL'DE'R VI%Gl7i< so daß wir ans wünschen, sie werde die beste Cigarette Ihres Lebens! 1^5*3; psIiS 1 ■tiA.. - pö ***** \ Donnerstag, 19. Juni 1952 »ODKURIER Nr. 96 / Sette < Müssen Betriebsausgaben belegt werden? Von Oberreg.- Da» Finanzamt kann nach § 205a der Abgabenordnung verlangen, daß der Steuerpflichtige die Empfänger von Be- triebsabgaben oder Werhungskosten genau bezeichnet, wenn er beantragt, daß diese Posten bei der Festsetzung des Einkommens abgesetzt werden. Wird diesem Verlangen nicht entsprochen, so werden die betreffenden Ausgaben nicht zum Abzug zugelassen. Diese Vorschrift ist schon seit langem Gegenstand von Erörterungen in den Wirtschaftskreisen. Die Anwendung der Bestimmung ist bisher nicht einheitlich gewesen. In einzelnen Bezirken haben die Oberfinanzdirektionen den Finanzämtern zur Pflicht gemacht, grundsätzlich in allen Fällen, in denen bei Betriebsausgaben die Zahlungsempfänger nicht bezeichnet werden, die geltend gemachten Ausgaben als Privatentnahmen zu behandeln. Die gesetzliche Bestimmung verfolgt einen doppelten Zweck. Einmal 6oll verhindert werden, daß Beträge als Betriebsausgaben ausgewiesen werden, die tatsächlich reine Privatentnahmen sind. Zum anderen soll erreicht werden, daß Beträge, die tatsächlich Betriebsausgaben sind, auf der Seite des Zahlungsempfängers auch versteuert werden. § 205a ist eine K a n n - Vorschrift, stellt also das Verlangen nach Namhaftmachung des Zahlungsempfängers in das Ermessen der Finanzverwaltung. Bedenklich erscheint es daher, wenn durch Verwaltungsanweisung eine Kann- vorschrift in eine unabdingbare Mußvorschrift umgestaltet wird. Dies kommt einer Gesetzesänderung gleich, die nur im Wege eines materiellen Gesetzes herbeigeführt werden darf. Den Finanzämtern wird damit die Möglichkeit genommen, von dem ihnen im Gesetz eingeräumten pflichtgemäßen Ermessen Gebrauch zu machen. Es ist nicht immer so, daß der Name des Zahlungsempfängers nur in der Absicht der Steuerverkürzung geheim gehalten wird. Es können dafür auch wirtschaftlich durchaus berechtigte Gründe entscheidend tat Dr. Heimle sein. Ausnahmen von dem Belegzwang sind dann gerechtfertigt, wenn das Finanzamt zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Ausgaben echt sind, wenn also die tatsächliche Zahlung nachgewiesen wird und triftige Gründe für die Nichtbenennung des Empfängers vorgebracht werden können. Insbesondere ist eine großzügige Auslegung im Rahmen einer wirtschaftlichen Betrachtungsweise dann möglich, wenn den nicht voll belegten Ausgaben entsprechende Einnahmen gegenüber stehen. In ihrem jahrelangen Verkehr mit den Steuerpflichtigen haben die örtlichen Finanzämter ein zuverlässiges Bild von dem Geschäftsgebahren der einzelnen Steuerpflichtigen gewonnen. Sie können daher besser als zentrale Instanzen beurteilen, welche Handhabung der Vorschrift dem Einzelfall gerecht wird. Es wäre eine Ueberschreitung der Grenzen des pflichtgemäßen Ermessens, wenn unterschiedslos auf dem Belegzwang beharrt wird, auch dort, wo nach den bisherigen Erfahrungen keine Anhaltspunkte für ein steuerunehr- liches Verhalten vorliegen und wo feststeht, daß berechtigte Gründe einer genauen Bezeichnung des Zahlungsempfängers entgegenstehen, und wo weiter festgestellt werden kann, daß die Wareneingänge und die Einnahmen ordnungsgemäß verbucht werden. § 205a muß seinem Sinn und Zweck entsprechend angewendet werden. Es soll durch ihn kein allgemein wirtschaftlicher Schaden entstehen. Einige Finanzgericbte, zuletzt auch der Bundesfinanzhof (in einer Entscheidung vom 23. Februar 1951) haben in ihren Entscheidungen daher immer wieder darauf abgehoben, daß bei der Anwendung des § 205a AO die Finanzbehörden die allgemeinen Grundsätze von Billigkeit und Zweckmäßigkeit beachten sollen. Es dürfen von den Steuerpflichtigen nicht Unterlagen verlangt werden, deren Beschaffung ihnen nicht zugemutet werden kann. Richtig ist, daß es im Einzelfall oft schwierig Kohle- und Slahlgemeinsdiaft tritt ins Leben Italien Unterzeichnete als letztes Land — Wohin kommt die Hohe Behörde? Als letztes Land der sechs Schuman- plan-Länder hat jetzt Italien den Vertrag über die europäische Kohle- und Stahlgemeinschaft unterzeichnet; Holland, Frankreich, Bundesrepublik, Luxemburg und Belgien waren vorangegangen. Damit ist der Weg frei für den Aufbau der verschiedenen Organe der Kohle- und Stahlunion. Am 30. Juni werden die Außenminister der sechs Mitgliedstaaten in Paris zusammentreten, um die Einzelheiten zur Inkraftsetzung des Vertragswerkes auszuarbeiten. Die Außenminister sollen nach Möglichkeit die vorgesehenen acht Mitglieder der Hohen Behörde benennen; das neunte Mitglied wählen diese sich dann hinzu. Damit kann die Hohe Behörde, das oberste Lenkungsorgan der Kohle- und Stahlgemeinschaft, ihre Arbeit beginnen. Gleichzeitig wird auch entschieden werden müssen,, welche Stadt Mitteleuropas (z. B. Trier, Brüssel oder Luxemburg) zum Sitz der Hohen Behörde auserkoren wird. Der Schumanplan wurde vom italienischen Parlament als eine neue Wirtschaftsordnung bezeichnet, „die den Weg zur Bildung einer ausgedehnteren-und tiefergehenden Gemeinschaft zwischen Völkern weist, die bisher untereinander gespalten waren und durch Bruderkriege an den Rand des Abgrundes gebracht wurden.“ -ro" • .HOHE BEHÖRDE . AA ANZAHL DER V6RTRETER STAHL 13,6 HOHLE BUNDESREPUBL. BELGIEN NfEDERLD. tttXSG. ITALIEN SAAR FRANHRCH PRODUKTION 19 5 1 (Mill.t) „In der Hauptrolle: 25 ) CHARLOTTE LENZ" Roman von Roland Marwitz Nun wurde es still und man hörte nur ein leises Summen im Apparat. War es möglich, daß Karl Wagner den Hörer aufgelegt hatte? „Hier spricht Charlotte Lenz“, sagte sie nach einigem Warten zaghaft, sie war ohne Hoffnung, daß Karl Wagner antworten würde. Jetzt aber vernahm sie die Stimme von vorhin, und sie erkannte, daß es Floris Reuter war, der sprach. „Wenn sich da jemand einen Silvesterspuk erlaubt, so ist das erstens geschmacklos und zweitens verfrüht. Nennen Sie also Ihren Namen, und sagen Sie, was Sie wollen, andernfalls hängen wir ein.“ „Kennst du meine Stimme nicht mehr, Floris?“ flüsterte Charlotte erregt. „Warum glaubst du nicht, daß ich es wirklich bin?“ „Ich glaube es dir, Lenz“, kam die Antwort. „Und jetzt sage mir, was du willst.“ „Ich möchte Karl sprechen, Floris.“ „Das wird nicht möglich sein, meine Liebe. Hast du vorhin das Lachen gehört? Es war Karl Wagner, der sich so unbändig freut, daß er jetzt noch auf der. Couch liegt und noch immer lacht. Er ist 9ehr fröhlich der Doktor! So fröhlich, daß es gut ist, wenn man ihn abends nicht allein läßt. Ich glaube, du hast mich verstanden und wirst nicht mehr darauf bestehen, daß du ihn sprechen kannst.“ „Doch Floris. ich will ihn unbedingt sprechen! Unbedingt!“ „Unbedingt!“ Er schien ihre Stimme nachzuahmen. „Unbedingt! Doktor Wagner wollte dich auch einmal unbedingt heiraten. Unbedingt! All sein Wollen hat ihm nichts genützt!“ Charlotte zitterte, jede Sekunde konnte Floris das Gespräch beenden. „Es geht nicht um mich!“, rief sie, „es geht um ein Menschenleben! Sage dem Arzt Doktor Wagner, daß es um ein Menschenleben geht, und daß er der einzige ist, der helfen kann!“ „Es wird auch in England gute Aerzte geben!“ erwiderte der Regisseur. .Jedenfalls ist es unmöglich, daß Karl Wagner mit dir sprechen kann.“ „Er muß, Reuter! Er muß!" Sie fühlte ihre Ohnmacht und sie konnte es nicht hindern, daß ihre Stimme in Tränen erstickt war. Da hörte sie Karl Wagners Stimme. Er sprach sehr leise und ganz ruhig. „Bist du krank, Charlotte?“ Brauchst du meine Hilfe?“ „Karl!“ „Ich höre. Bitte antworte mir klar und ruhig, was ist geschehen?“ „Ich bin nicht krank, Karl. Aber deine Hilfe brauche ich. Es handelt sich um eine Operation. Eine Kugel, zwei Zoll über dem Herzen ... Es gibt hier niemanden, der sie wagt, vielleicht ist sie auch aussichtslos, aber du würdest den Mut haben, sie wenigstens zu versuchen. Morgen bekommst du einen Flugpostbrief, er enthält den Krankheitsbericht und- ein Röntgenbild. Urteile nicht danach. Komm. Nimm ein Flugzeug und komm. Sie nannte noch die Adresse und bat um ein Telegramm, das ihr die Ankunft melden sollte. * Es war still am andern Ende der Leitung. „Karl!“ rief sie flehend, und nun vernahm sie wieder jene Stimme, die eine wunderbare Ruhe ausströmte. Karl Wagner sagte, daß er sich nur die Adresse notiert hätte und daß er, nach Erhalt der Röntgenaufnahme, ihr telegraphieren würde. Ja, und jetzt müsse er einhängen, er habe Gäste, man säße beim Wein und alle wären sehr fröhlich. „Du auch, Karl?“ „Ich auch, Charlotte. Lebe wohI. v Sie legte den Hörer auf ohne Abschiedsworte, ohne Dank. Warum war es Ist, eine gerechte Entscheidung zu treffen. Man wird überall dort, wo unbelegte Ausgaben nach den Gesamtumständen des Falles glaubhaft erscheinen, ihre Anerkennung unter Verzicht auf die Vorlage von Belegen rechtfertigen können. Eingeschränkte Ausfuhr nach Frankreich Paris. Eine Zwischenlösung zur Regelung des deutsch-französischen Warenaustausches im zweiten Vierteljahr 1952 wurde ln Paris vereinbart, wie das französische Außenministerium mitteilte. Die Bundesrepublik hat sich bereit erklärt, ihre Ausfuhr nach Frankreich bei den meisten Warengattungen um 50 •/• zu vermindern, während die Einfuhr nach Deutschland unverändert bleibt. Frankreich hat dagegen entsprechend den Empfehlungen der OEEC zugesagt, seine Lieferungen an bestimmten, für die deutsche Wirtschaft wichtigen Rohstoffen zu erhöhen. Steuerbegünstigtes Wertpapiersparen Das Einkommensteuergesetz ist kürzlich durch eine Bestimmung ergänzt worden, welche die steuerliche Behandlung festverzinslicher Wertpapiere bei weiterer Festlegung nach Ablauf der 3jährigen Sperrfrist regelt. Wer 1949 Wertpapiere, insbesondere auch DM-Hypothekenpfand- briefe, steuerbegünstigt erworben hat, kann beim Finanzamt beantragen, den für den ersten Erwerb aufgewendeten Betrag erneut als Sonderausgabe von seinen Einkünften des Jahres 1952 im Rahmen der gesetzlichen Höchstbeträge abzuziehen. Vorausgesetzt, daß die Wertpapiere auf weitere drei Jahre gesperrt werden. Wer also schon beim ersten Erwerb eine Steuervergünstigung von 30®/o des Anschaffungspreises erhalten hat, kann jetzt ohne neuerlichen Kapitalaufwand nochmals 30°/o und entsprechend mehr, wenn die erste Steuererspamis noch höher lag, sparen. Der Antrag an das Finanzamt muß gestellt werden, bevor die erste 3jährige Sperrfrist abgelaufen ist. Es können jedoch bis zum 26. Juni 1952 noch Anträge für solche Wertpapiere eingereicht werden, bei denen die Sperrfrist schon vor Inkrafttreten der neuen Bestimmung, d. h. vor dem 27. Mai 1952, abgelaufen war. Vieh - und Schweinemärkte Pfullendorf. Auf dem am 17. 6. stattgefundenen Vieh- und Sdiweinemarkt waren aufgeführt: 1 Ochse; 5 Kalbinnen (verkauft 3), Preis 1000—1260 DM; 8 Rinder (3) 320—590 DM; 245 Ferkel (205) 90—120 DM je Paar; 5 Läufer (5) 120—130 DM je Paar. Handel auf dem Viehmarkt sehr ruhig; auf dem Sdiweinemarkt anfänglich ruhig, später lebhafter. Fr ei bürg. Am 16. Juni wurden aufgetrieben 127 Rinder, 154 Kälber, 315 Schweine,, 40 Schafe. Bullen, Kühe, Kälber, Schweine flott; Ochsen, Färsen, Schafe ruhig. — Die Preise betrugen in DM je 50 kg Lebendgewicht f. Ochsen 88—114, Bullen 90—112, Kühe 65—103, Färsen 100—120, Kälber 125—158, Schweine 110—122, Schafe 80—90. Mannheim. Am 16. Juni wurden aufgetrieben: 380 Stüde Großvieh, 308 Kälber, 17 Schafe, 1535 Schweine und 2 Ziegen. Marktverlauf: Großvieh langsam, Uberstand; Kälber mittel, geräumt; Schweine langsam. Die Spitzenpreise waren nur für beste Fleischschweine zu erzielen! Speckschweine stark vernachlässigt. Die Preise betrugen in DM je 50 kg Lebendgewicht für Ochsen A 105—115, B 91—104; Bullen A 108 bis 115, B 100—106; Kühe A 90—102, B 78—85, C 71—77, D bis 70; Färsen: A 112—119, B 98 bis 110; Kälber A 145—160, B 130—140, C 116 bis 126; Schweine A 115—122, Bl 117—123, B2 118—125, C 120—124, D 120—124, G 1 105—110. Neae Wirlsdiaflslileratnr Tätigkeitsbericht für das Geschäftsjahr 1951/52 des Deutschen Industrie- und Handelstags, Bonn. Die eisenschaflende Industrie der sowjetischen Besatzungszone. Herausg. vom Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen. 39 Seiten. Du und die soziale Rentenversicherung (Stand März 52). Herausg. vom Verband deutscher Rentenversicherungsträger, Frankfurt. 16 Seiten. Gesetz Uber einen Währungsausgleich für Sparguthaben Vertriebener (Ostsparergesetz). Text und Kommentar, BVD-Schriften. Wegweiser für Heimatvertriebene. Verlag, Frankfurt. 16 Seiten, 1.— DM. Zeitgemäßes Außenhandels-Alphabet Fachwort-, Begriffs- und Verfahrenserklärungen. Verlag Lu- cas, Wuppertal-Elberfeld. Herausg. von der Oberrheinischen Bank. 343 Seiten. schmerzlich, daß Karl Wagner mit Freunden beim Wein saß und fröhlich war? Früher hatte er derlei nie getan. Er war abends im Theater gewesen, an jedem Abend, an dem sie spielte, dann war er heimgefahren, selten nur, daß er sich einmal entschloß, mit ihr und den anderen vom Bau auszugehen. Und Floris Reuter war bei ihm! Floris Reuter, der sich einen Ton gegen sie erlaubt hatte, daß sie ihm die nächste Rolle vor die Füße werfen würde! „Unter deiner Regie — nie mehr!“, würde sie ihm sagen, aber schon jetzt sah sie sein freundliches und hochmütiges Lächeln. „Ich brauche dich und du brauchst mich, Lenz. Das weißt du doch allein“, würde er sagen, und es war wahr. Selbst diese seltsame Rolle, hier im fremden Haus schien durch ihn kontrolliert. Ja, so lange es noch eine Rolle war, dachte Charlotte, aber sie ist es längst nicht mehr. Gewiß, ich lüge. Ich sage, ich wäre Percys Kusine und ich tu’ ein wenig ahnungslos in den Dingen des Leben«, die ich seit langem kenne, aber meine Liebe ist nicht Spiel, so wenig, wie meine Angst um ihn . i . „Alles ist Spiel!“, glaubte sie Floris Reuter zu hören. Sie drehte das Licht aus und lief im Dunkeln die Treppe empor. Oben auf dem Flur sah sie einen schmalen Lichtspalt. Er fiel aus Percys Zimmer durch die angelehnte Tür. Eben noch war die Tür geschlossen und alles finster gewesen * Die Fahrt nach der Cottage von Herald Hills führte nicht durch die grauen Elendsviertel Eastends. Man fuhr an Parks vorbei, an Villen in herrlichen herbstlichen Gärten und ließ dann auf einer wundervollen Chaussee die letzten, die allerletzten Häuser Londons zurück. Charlotte steuerte den Wagen undPercy wies ihr den Weg. Sonst sprachen sie kaum miteinander. Nur als ein Motorradfahrer auf einer blutroten Maschine sie zum zweiten Male zu überholen versuchte, fragte Sportdienst des Südkurier Als man noch in Knickerbocker Tennis spielte . • • 75 Jahre Wimbledon — Der berühmteste Turnierplate der Welt Tennisspieler aus 33 Ländern bestreiten das am kommenden Montag beginnende Wimbledon-Turnier. Da dieses weltberühmte Turnier zugleich seinen 75. Geburtstag feiert, sei ihm eine kleine Rückschau gewidmet. „Die Herren werden ersucht, nicht in aufgerollten Hemdsärmeln zu spielen, wenn Damen anwesend sind”. Dieser Anschlag war amSchwar- zen Brett des „All England Club' vor Beginn des ersten Tennis-Turniers in Wimbledon am 9. Juli 1877 zu lesen. Damals trugen die Spieler weiße Knickerbocker, schwarze Kniestrümpfe und graue Tuchmützen. Aufgerollte Hemdsärmel waren nicht lange tabu, und die Kniehosen wichen bald den langen weißen Leinenhosen. Aber erst 50 Jahre später ereignete sich die Revolution der Herrenmode, als Bunny Austin in den 20er Jahren in kurzen Hosen auf dem Platz antrat. „Schamlos ...' . . . flüsterten ältere Damen, als die Französin Suzanne Lenglen 1919 den traditionellen Tennisdreß — Rock bis zur Erde, hochgeschlossene Bluse, Korsett und Strohhut — boykottierte und im dünnen, knielangen und armfreien Seidenkleidchen antrat. Später erschien die Spanierin Lili de Alvarez als Erste im hosenartigen Tenniskleid, und die Australierin Lycett 1930 ohne Strümpfe auf dem Centre Court. Danach übernahmen die Amerikanerinnen die Führung der Tennismode in Wimbledon. So sehr beherrschten die Spitzenhöschen der Gussie Moran und die Extravaganzen der jungen Nancy Chaf- fee und Beverley Baker die Szene, daß der Tennissport fast ins Hintertreffen geriet. Suzanne Lenglen in Ungnade Suzanne Lenglen war die beste Tennisspielerin, die je in Wimbledon antrat. Sie hielt den Meistertitel von 1919 bis 1923 und im Jahre 1925. Sie war der Liebling von Wimbledon und ein Bombenkassenerfolg — bis 1926. Da gab es den großen „Skandal“. Königin Mary hatte ihren Besuch in Wimbledon angekündigt. Suzanne sollte ursprünglich nur in einem Doppel antreten. Die Turnierleitung forderte die Französin auf, auch in einem Einzel zu spielen. Sie weigerte sich temperamentvoll und Königin Mary mußte eine halbe Stunde lang in ihrer Loge auf den Spielbeginn warten. Die 10 000 Zuschauer wurden unruhig. Später gab es eine fürditerliche Szene, und „La Lenglen“ ‘spielte nie wieder in Wimbledon. * Sekt, Gin und. Tennis Die größte Heiterkeit erregte das dreistündige Tennisduell zwischen Lycott (Australien) und Schimitou (Japan), das 1921 stattfand. Jedes- mal beim Platzwechsel genehmigte Lycett sich einen kräftigen Schluck Gin, und als die Flasche leer war, ließ er sich Sekt kommen. Einmal fiel ihm der Schläger aus der Hand, und er kroch auf allen Vieren über den Rasen zur Sektflasche, Trotzdem: er gewann den entscheidenden Satz 8 : 6 . Sensationelle Zwischenfälle Im Jahre 1937 sah man in Wimbledon den auffälligsten Besucher. Es war ein afrikanischer Negerhäuptling, der nur unter einem Baldachin daherschreiten durfte. Auf dem Weg zur Ehren- löge aber blieb das „Dach“ im Türrahmen stek- ken und zerriß. Da rettete ein Direktor von Wimbledon die, heikle Situation, eilte mit einem Regenschirm herbei- geleitete den afrikanischen Potentaten auf seinen Platz wid hielt den Schirm stundenlang über ihm aufg«pannt. Unliebsame Wimbledon-Besucher hat es auch gegeben. 1913 hätten die Suffragetten beinahe die Tribünen in Brand gesteckt. 1935 bedrohte ein Mann den Klubsekretär und verlangte ein Interview mit der amerikanischen Schönheitsund Tenniskönigin Helen Wills. Es war ein Gei. steskranker, der aus dem Irrenhaus entsprungen war. Im gleichen Jahr erspähten Detektive auf einer der Riesentribünen den langgesuchten Mas- senmörder Toni Mancini und verhafteten ihn an Ort und Stelle. H. R i v e r Keine Chance mehr für gemeinsamen Start in Helsinki Der Präsident der 15. Olympischen Spiele, Erik von Frenckell, hat, wie der Präsident des Deutschen Nationalen Olympischen Komitees, Dr. Karl Ritter von Halt, bekanntgab, nach seinem Besuch in Ostberlin mit Bedauern erklärt, daß er keine Möglichkeit für einen gemeinsamen Start der deutschen Sportler aus Ost und West in Helsinki mehr sehe. Da die Mitglieder-Ver- sammlung des Internationalen Olympischen Komitees im Februar 1952 in Oslo beschlossen hatte, daß nur eine deutsche Mannschaft in Helsinki starten darf und Einigkeit über diesen Start noch nicht erreicht war, hatte von Frenk- kell in perlin einen Kompromißvorschlag gemacht, n^di dem beide Parteien die Möglichkeit haben sollten, sachlich getrennt, aber formell gemeinsam, zu starten. Wie das Deutsche Nationale Olympische Komitee zu den Besprechungen von Frenckells in Ostberlin mit dem Präsidenten des NOK der Sowjetzone, Kurt Edel, erfahren hat, wurde dort ein Protokoll angefertigt, aus dem hervorgeht, daß von Frenckell da- bei unter Vorbehalt der Stellungnahme des NOK der Bundesrepublik bis an die Grenze des Möglichen gegangen ist. Zur Unterzeichnung dieses Protokolls hatte er eine längere Frist gesetzt, jedoch vergeblich auf die Unterschrift gewartet. GoMsdimit Im goldenen Trikot Die vierte Etappe der Tour de Suisse von Adelboden nach Monthey über 235 km gewann der Luxemburger Jan Goldschmit im Alleingang mit 6:15,29 Stunden vor Rosello (Italien) mit 6:19,19 Stunden und Kebaili (Algier) mit 6:19:54 Stunden. ' Durch seinen Etappensieg übernahm Goldschmit auch die Führung in der Gesamtwertung mit 9 Sek. vor Keteleer. Von den Deutschen belegen Hörmann mit 25:19:46 Stunden den 42., Pfannenmüller mit 25:29:52 den 56. und T-heisen mit 25:56:23 Stunden den 66. Rang. Kreuz und quer durch die Sportwelt In Triberg findet am 22. Juni ein Handball- Länderspiel Südbaden — Rheinland statt. Balingen ist am kommenden Wochenende Austragungsort der 4. deutschen Hochschulmeister- schaften nach dem Kriege, zu denen bisher 350 Studenten und Studentinnen ihre Meldungen abgegeben haben. Die deutsche Olynfpia-Turnerriege wird vor der Fahrt nach Helsinki vom 29. Juni bis 5. Juli ihr letztes Training in Uberlingen-a. B. absolvieren. * Bei einer Amateur-Boxveranstaltung in Würzburg ging ein 21 jähriger Boxer nach mehreren Kopftreffern schwer k.o. und verstarb ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Deutschlands Tennisspieler und -Spielerinnen ermitteln vom 19. bis 22. Juni auf der Anlage des Gelsenfcirchener Tennisclub« ihre nationalen Meister. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, Sigfrid Edström, hat das Organisationskomitee der Olympischen Sommerspiele in Helsinki angewiesen, die bereits angenommene Anmeldung von Nationalchina abzulehnen. Der Bund Deutscher Radfahrer erhielt vom Nationalen Olympischen Komitee die Mitteilung, daß der Radsport mit einer Nichtberücksichtigung für Helsinki rechnen müsse oder aber im günstigsten Falle höchstens drei bis vier Fahrer in Frage kämen. Auf der Fahrt zu den Ausscheidungswettkämpfen um die Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft nach Delmenhorst verunglückte die Leichtathletikmannschaft des SV Blau-Weiß Osnabrück mit einem Omnibus. Die Sprinter und Staffelläufer wurden schwer verletzt. ■ Conny Ruxr schlug in der -Kieler Ostseehalle den Amerikaner Don Elfis nach Punkten. Im Wasserball-Länderkampf besiegte die italienische Mannschaft das deutsche Team 11:4. Spaniens Handball-Nationalelf unterlag dem nordbadischen Verbaridsligaverein SG Leutershausen mit 10:15 (6:9) Toren. Mit einem 7:0-Sieg über England gewannen die USA in Wimbledon zum 13. Male hintereinander die begehrteste Tennis-Trophäe bei den Damen, den Wightman-Cup. Ein juüger Stallbursche und zwölf Rennpferde kamen in den Flammen ums Leben, als ein Teil der Stallungen auf der New Yorker Pferderennbahn im Belmont-Park ausbrannte. Die beiden deutschen Teilnehmer an der Handball-Weltmeisterschaft in Zürich, Bernhard Kempa (Göppingen) und Heinz Singer (Polizei Hamburg) retteten in Luzern ein kleines Kind aus dem Vierwaldstätter See vor dem Tode des Ertrinkens. % Neuen Frauenweltrekord über 800 m lief in Kiew Nina Pletnewa (Sowjetunion) mit 2:08,3 Minuten. Einen neuen Segelflug-Weltrekord im Zielflug für Einsitzer stellte der sowjetische Flieger Efi- menko mit 630 km auf. Charlotte, ob Percy diesen vermummten Menschen kenne. Sie dachte an Peter Storkows Agenten und Percy bemerkte gleich, daß ihr Fahren unsicher wurde. „Nein“, lächelte, Percy. „Ich kenne ihn nicht. Aber wenn du wünschst, kann er mich kennen lernen. Wollen wir ihm den Weg blockieren?“ „Wahrlich nicht. Ich bin es gewohnt, angestarrt zu werden von Hunderten, mein Lieber.“ „Wieso, Charly?“ Sie erschrak. „Nur so...sagte sie leichthin, aber er merkte, daß sie erschrocken war. Wieder fuhren sie schweigend. Die Straße stieg über sanfte Hügel und glitt dann zwischen Wiesen und Gehölz erneut zu Tal. Manchmal tauchte ein Dorf auf. Es schien menschenleer zu sein. Nur Hunde schlugen an und' watschelnde Enten flatterten auseinander. Nach zwei Stunden hatten sie Herald Hills erreicht. Das Landhaus mit seinem tiefen, strohgedeckten Dach sah sehr einfach aus. .Es hatte nur einen kleinen, heckengeschützten Garten, ein Stüde Wiese und einen Tennisplatz. Charlotte mußte das alles besichtigen. Phöbe hatte ihr gesagt, wie sehr Percy an Herald Hills hing. Eine alte Frau war bei ihrem Kommen erschrocken ins Haus gelaufen. Als eie zurückkam, trug sie ein schwarzes Staatskleid und eine weiße, altmodische Schürze. Sie knixte vor Charlotte wie vor einer Königin und versicherte, daß sie auf so hohen Besuch gar nicht vorbereitet sei, dennoch würde Madam zweifellos mit dem Tee“ zufrieden sein. Sie sagte „Madam“ und blieb auch dabei, nachdem Percy Charlotte als Miß Lenz vorgestellt hatte. „Was hast du, Percy?", fragte Charlotte, als er schweigend im Zimmer auf und nieder ging. » „Nichts.“ „Nichts? Wenn ich so antworte, dann weiß ich, steht es immer verteufelt ernst mit mir. Du darfst mir ruhig die Wahrheit sagen!" Sie stand am Fenster und blickte hinaus. Der Tag war grau. Alle Sonne schien für immer vergangen. Der Tennisplatz erinnerte an einen hohen, schrecklichen Käfig. Dicht vor dem schlaff herabhängenden Netz lag ein einzelner Ball. Wer mochte zuletzt mit ihm gespielt haben? „Ich glaube, die Wahrheit zu sagen, wäre an dir", sagte Percy Gloster, und er stellte sich an das andere Fenster und blickte gleichfalls auf den Platz, auf dem er nie wieder spielen konnte. „Was heißt das, Percy?“ „Das heißt, daß ich gestern abend das Telephonschrillen hörte. Ich stand püf und ging in mein Zimmer. Der Apparat stand nicht mehr auf meinem Schreib-, tisch, er stand unten in der Halle.“ „Du hast mein Gespräch mitangehört?“ „Ich habe es selbstverständlich nicht mit angehört, aber ich konnte es nicht verhindern, daß ich die ersten Worte vernahm. Wenn ich nicht irre, sprachst du mit Herrn Doktor Wagner?“ ,Ja, ich sprach mit Karl Wagner, Percy.“ „Verzeih, ich glaubte, du hättest die Verlobung gelöst, Charly.“ „Nein, so anständig bin ich nicht gewesen. Ich bin ihm am Tag unserer Trauung davongelaufen, um nach England fahren.“ „Du kanntest mich noch nicht. Charly.“ „Nein, ich kannte dich nicht, aber ich wußte, daß ich nach England fahren mußte, statt auf die Hochzeitsreise nach Italien.“ „Wolltest du das Doktor Wagner sa- gen?“ „Nein, Percy. Ich glaube. Ich interessier« Doktor Wagner nicht mehr besonderst Hier gibt es kein Verzeihen ....“ „Wenn er dich liebte, Charly .. (Fortsetzung folgt! güDKU ? ' NI Der Lok - und zischei ; linder, setz r der in Bei : echine ihre Am Stellv wird geha Weiterfahr ftihrer blic ein Gleis i kel der Ni Lokomotiv' Kohlen ei ihrer Verv etwas in d rücken üb Stellwerk, auf dem A ten. Diens genommen fach! Tatsi aufragendc borgen — Schmunzel führer sei zählt seine ladern. Sei stilles Abk dien nicht ren. 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Rennpferde als ein Teil ker Pferde- te. ler an der h, Bernhard iger (Polizei kleines Kind im Tode des <1 m lief in ) mit 2:08,3 l im Zielflug Flieger Efi- IÜDKURIER lümflanjrr jrituna Nr. 96 / Seite 5 ^onftana beit 19.3unt 1952 Ntftplalj im Kohlenfach Der Lokomotivführer öffnet den Regler und zischend strömt der Dampf in die Zylinder, setzt Kolben und Stangen und Räder in Bewegung. Langsam rollt die Maschine ihrem „Stall“ zu. Feierabend . . . Am Stellwerk in Höhe des Kohlenfaches wird gehalten, bis der Fahrauftrag zur Weiterfahrt gegeben wird. Der Lokomotivführer blickt kurz zur Seite hinüber, wo ein Gleis weiter das Kohlenfach im Dunkel der Nacht liegt. Das matte Licht der Lokomotive läßt die finsteren Umrisse der Kohlen erkennen, die hoch aufgetürmt ihrer Verwendung harren. Sitzt da nicht etwas in den Kolflen? „Vorfahren und Einrücken über Weiche 103!“ ruft es vom Stellwerk. Endlich steht die Lokomotive auf dem Abstellgleis bereit zu neuen Fahrten. Dienstende! Schnell die Karbidlaterne genommen und nachgesehen im Kohlenfach! Tatsächlich, inmitten und unter den aufragenden Kohlenbrocken sitzt wohlgeborgen — eine Bachstelze in ihrem Nest! Schmunzelnd verläßt der Lokomotivführer seine Beobachtungsstelle und erzählt seine Neuigkeit sofort den Kohlenladern. Schnell spricht es sich herum. Ein stilles Abkommen wird getroffen, das Tierchen nicht in seinem Brutgeschäft zu stören. Kohlen werden nur noch am anderen Ende des Lagers in die Hunde geschaufelt, wenn auch dann die schwere Last mehr als 50 Meter weiter bis zum Kranen geschoben werden muß. Und wenige Tage später das freudige Ereignis des ganzen Bahnbetriebswerkes: Wir haben Jugend bekommen! Fünf junge Bachstelzen! Bei der Arbeit gibt es jetzt nur noch freudige Gesichter. Immer wieder wird beobachtet, wie die fleißige Bachstelzenmutter mit unzähligen Mücken, Käfern und Gewürm in den Kohlen verschwindet. Freudiges Gezirpe kündet an, daß ein hungriger Gelbschnabel sein „Vesper“ bekommen hat. Ich aber stehe am Kohlenfach und sehe dem munteren Treiben zu. Wenige Meter vom Nest entfernt rollt pausenlos der Betrieb eines großen Bahnhofes vorbei. Zug um Zug stampft polternd seinem Ziele zu. Doch nichts stört den Ablauf des emsigen Tierlebens. Ich freue mich an der Natur und freue mich über die Eisenbahner. Sage mir noch einer sie seien ein rauhes Volk! Entbehrungsvoll und hart ist ihr Dienst, mitunter auch hart ihre Sprache, aber ihr Herz ist gut, offen ihr Sinn für Gottes Natur. Fritz Ha.mpl 75 Jahre Wagner & Stein In den Kranz der Industrie-Jubiläen fügt sich als weiteres Blatt das 75jährige Bestehen der Firma Wagner & Stein, Gießerei- Werkzeug-Fabrik, Konstanz, Gartenstr. 3. Der Vater des jetzigen Inhabers, Ludw:'< Theodor Wagner, gründete 1877 das hiesige Werk als Zweigbetrieb des Steckborner Etablissements, wie der damalige Ausdrude lautete. Der frühe Tod des Gründers brachte den Eintritt von Eugen Stein in den Betrieb. Die Inflation nach dem ersten Weltkrieg bedingte die Loslösung von Steckborn und den Übergang des Konstanzer Unternehmens an Eugen Wagner. Durch ausgedehnte Reisen, vorzügliche Auslandsverbindungen und gute Erledigung der 'Bestellungen, schuf sich die Firma einen treuen Stamm von Kunden, der sich bis nach Südamerika erstredet. Die Pflege des Exports auf einer gesunden Basis bildet die Stärke des Unternehmens und brachte es über alle Fährnisse der Zeit. Mit eiserner Energie, unterstützt durch seine tatkräftige Gattin, vermochte es Eugen Wagner körperliche Leiden zu überwinden und das Werk mit Hilfe treuer Mitarbeiter auf einem gesunden Fundament weiter auszubauen. cfg Umbau im Stadtteil Hinterhausen Zu den beiden fertiggestellten und bereits bewohnten Neubauten in der Eichhornstraße mit ihren schönangelegten Zier- und Blumengärten gesellen sich jetzt zwei weitere im Bau befindliche Gebäude. Sie befinden sich etwa gegenüber dem ehemaligen Offiziershaus. Weniger Freude bereitet zur Zeit das Begehen der Mozartstraße. Hier sind seit einigen Wochen Kanalisationsarbeiten im Gange. Dankbar waren die Anwohner der Hebel- und Eichhornstraße, wenn endlich auch bei abgeschlossenen Straßenstücken die Gehwege an den Häuserfronten geteert und der Wildgraswuchs beseitigt würde. Dritigenöe Aufgaben öer Stabt: Schulhaudneubauten Wohnungsamt benötigt über 84 000 DM — Zuschuß für die Polizei 193 500 DM — Einzelheiten aus dem neuen Haushaltsplan Der Haushaltsplan der Stadt Konstanz für das Rechnungsjahr 1852 ist, wie berichtet, nunmehr fertigestellt und schließt im ordentlichen Haushalt in Einnahme und Ausgabe mit 9 240 050 DM ab, im den bisherigen Erfahrungen in dieser Höhe meistens aber nicht ausreichen. Der Restbetrag von rund 140 000 DM entfällt auf die Personalausgaben für Beamte und Angestellte, die sachlichen Ver- Rechnungsjahr 1951 waren es 8 257 890 DM. waltungsausgaben, wie Telefon, Schreib- Es müssen also in diesem Rechnungsjahr fast eine Million DM mehr zur Finanzierung der städtischen Ausgaben aufgewendet werden als im Vorjahr. Beim außerordentlichen Haushaltsplan ist der Unterschied noch größer, es stehen hier 1 216 120 DM für das Rechnungsjahr 1951 einem Betrag von 3 189 620 DM im Rechnungsjahr 1952 gegenüber, von denen allein 2 641920 DM durch Darlehensmittel aufgebracht werden müssen. Für welche städtischen Aufgaben diese Summe vorgesehen sind, soll eine Betrachtung der 10 Einzelpläne des ordentlichen Haushalts zeigen. Die Hauptverwaltung mit dem Städtischen Verwaltungsamt, der Zentrale der gesamten Stadtverwaltung, mit den obersten städtischen Verwaltungsorganen benötigt einen Zuschuß von 243 230 DM. Darin sind u. a. enthalten die Bezüge der drei Bürgermeister, die Aufwandsentschädigungen und der Auslagenersatz an die Stadträte und die Mitglieder der Ausschüsse mit jährlich 80 780 DM, ferner der bauliche und sonstige Aufwand für die Rathäuser Konstanz-Stadt, Wollmatingen und Allmannsdorf, mit rund 16 000 DM, und ein Betrag von 5000 DM für die Vertretung der Stadt nach außen, die sogenannten Repräsentationsmittel, die nach MotorrabOieb in Linbau angefchoffen In Konstanz wurde das Motorrad gestohlen In der Bodanstraße wurde am Dienstag, nachmittag ein Motorrad entwendet, das einem Mechaniker aus Volkertshausen (Kreis Stockach) gehörte. Das Motorrad hatte einen Wert von 1800 DM. An einem Grenzübergang bei Lindau versuchte in den Abendstunden des gleichen Tages ein Schweizer, mit einem Motorrad unerlaubterweise nach Oesterreich zu fahren. Als er auf Halterufe der Zollbeamten nicht hörte, wurden einige Warnschüsse abgegeben, von denen der Mann am Oberschenkel und an einer Hand getroffen wurde. In seinem Besitz befand sich das in Konstanz gestohlene Motorrad. Er beleidigte die Polizei Ein 27 Jahre alter, verheirateter Angestellter, dessen Name auf dem zweiten Polizeirevier in Petershausen festgestellt werden sollte, benahm sich dort sehr ungebührlich. Trotz Aufforderung weigerte er sich, das Revier zu verlassen. Als er schließlich von den Polizeibeamten entfernt wurde, setzte er sein ungebührliches Benehmen auf der Straße fort und be- Sprenghörper finö eine ftänfcige Gefahr Insbesondere Kinder sollten gewarnt werden Trotzdem beachtliche Fortschritte gemacht worden sind in der Säuberung der Landschaft von herumliegender Munition, Blindgängern, Bomben und Minen und sonstigen Sprengkörpern gehen jeden Tag .zahlreiche Meldungen über derartige Funde bei der Leitung der staatlichen Sprengkör- perbeseitigung ein. Das Landratsamt Konstanz weist deshalb auf die großen Gefahren hin, die immer noch bestehen und ersucht um Beachtung nachfolgender Richtlinien!: In vielen Fällen werden neue Fundstellen durch Zufall oder bei der Durchführung von (Bauarbeiten, Aufforstungen und Kultivierungen entdeckt. In manchen anderen Fällen Erdboden oder in Gewässern nicht etwa unschädlich', sie wird vielmehr infolge der Zersetzung in ihren Umhüllungen und Si- cherheitseinrichtungen immer gefährlicher. Die Bevölkerung wird deshalb auf die Gefahren, die herumliegende Munition darstellt, aufmerksam gemacht und aufgefordert, die Gefahrenstellen insbesondere Lagerstätten von Bomben und Blindgängern, Stellen, an denen Munition vermutlich vergraben oder in Gewässern versenkt wurde, Trümmer- und Schuttplätze, auf denen Sprengkörper vermutet werden — unverzüglich bei den zuständigen Stellen (Bürgermeisterämtern, Polizeirevieren und Gendarmerie-Poeten) anzuzeigen. ■ ruhig die flickte hin- }nne schien Tennisplatz hrecklichen herabhän- • Ball. Wer flt haben? zu sagen, iter, und er eneter und ;z, auf dem abend das stand pul ier Apparat m Schreib'r|i> Halle.“ tangehört?“ dlich nicht ;e es nicht Worte versprachst du rl Wagner, hättest die nicht gewe- ;erer Trau- England ^ ht. Charly' t. aber ich and fahren isreise nach Tagner s a ' interessier« ■ besonders- <4 ly...“ stzung folgt} r öwawtwwi« „Reste von 1945“ Diese Panzerfäuste und Munitionskisten wurden vor kurzem von einer Tauchergruppe vor Überlingen aus dem Bodensee „gefischt“, ln drei Tagen hat diese Tauchergruppe vor Überlingen 11 000 Schuß Flakmunition und 50 Panzerfäuste an Land gebracht. len dürfte die Vermutung gerechtfertigt sein, daß den Anzeigern das Vorhandensein von Sprengkörpern schon lange bekannt war, daß die Meldung aber aus Bequemlichkeit oder wegen Unterschätzung der Gefahr unterblieben ist. Ein solches Verhalten ist unverständlich. Die noch allerorts vorhandenen Sprengkörper stellen, wie die hohe Zahl von Unfällen beweist, für die ganze Bevölkerung, besonders aber für die Jugend, eine ständige Gefahr dar. Darüber hinaus besteht immer die Möglichkeit, daß Unkontrolliert herumliegende Munition in Hände gerät, die sie zu Sprengstoffattentaten und Sabotageakten mißbrauchen. Munition wird durch Lagerung im Freien, Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß sich Grundstückseigentümer oder Grundstücksbesitzer wegen fahrlässiger Tötung oder fahrlässiger Körperverletzung strafbar und zivilrechtlich schadenersatzpflichtig machen können, wenn durch Munition, die sich auf ihrem Grundstück befindet und deren Vorhandensein sie anzuzeigen unterlassen haben, ein Unfall oder ein erheblicher Sachschaden verursacht wird. Es ist daher im Hinblick auf die Gefahren, die der Bevölkerung durch etwa noch herumliegende Sprengkörper drohen, erforderlich, daß der Beseitigung solcher Sprengkörper erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt wird. schimpfte die Polizei mit wüsten Ausdrücken. Weil der Mann angetrunken war, wurde er darauf festgenommen und in den Notarrest gebracht. Zwei Stunden ohne Strom Bei dem schweren Gewitter, das am Dienstagabend über Konstanz niederging, schlug der Blitz gegen 20.15 Uhr in der Nähe des' Bahnübergangs Riedstraße in einen Lichtmast, der an der Bahnlinie entlang laufenden Stromleitung. Der Mastkopf zersplitterte und es gab Kurzschluß. Der Störtrupp des E-Werks konnte den Schaden nach zweieinhalb Stunden beheben. Während dieser Zeit war der Stadtteil Wollmatingen ohne Strom. Drei glückliche Helsinki-Fahrer Unter dem Titel „Helsinki ruft“ hatte der Südwestfunk zugunsten des Olympischen Komitees seit Beginn des Jahres eine sportliche Rätselsendung in Fortsetzungen veranstaltet. Die Teilnehmer mußten die richtigen Lösungen und einen kleinen Geldbetrag einsenden. Unter den insgesamt 803 Einsendern, die die Bedingungen des Wettbewerbs erfüllten, wurden nun gestern abend in der Konstanzer Spielbank die Gewinner der für die richtigen Lösungen ausgesetzten Helsinki-Reisen ausgelost oder besser gesagt, am Roulettetisch ausgespielt. Die glücklichen Gewinner konnten, soweit sie am Radio saßen, ihre Namen gleich hören, denn der Südwestfunk hatte die Auslosung direkt übertragen. Eine Fahrt zu den Olympischen Spielen in Helsinki werden an treten: der 13- jährige Schüler Manfred Kühnreich aus Mayen (Eifel), der 18 Jahre alte Hans Bernd Diekmann aus Mainz und Helmut Rothweiler aus Freiburg. Der Südwestfunk machte Aufnahmen Dieser Tage! weilte der Südwestfunk in Konstanz. Unter der Leitung des städtischen Musikdirektors Dr. Richard Treiber wurden von Konzerten des Städtischen Orchesters zwei Aufnahmen gemacht, die in den nächsten Wochen im Programm des UKW zu hören sein werden. Am Diens. tag wurde ein Unterhaltungsprogramm der Stadtkapelle auf genommen. Auf die Aufnahme eines Stadtgartenkonzertes des Städt. Orchesters mußte wegen eines auftretenden Gewitters verzichtet werden. Elternabend im Suso-Gymnasium Im Suso-Gymnasium trafen sich am mittel, Bücher, Drucksachen, Versicherungen u. ä., sowie die Ausgaben für die Unterhaltung und Ergänzung der Einrichtung. Diese Summe mag wohl recht hoch erscheinen, dürfte aber unter Berücksichtigung dessen, was einer Stadtverwaltung in der Größe von Konstanz an Aufgaben übertragen sind, und bei der umfangreichen Verwaltungsarbeit, die damit verbünden ist, nicht zu hoch festgesetzt sein. Das Städtische Wohnungsamt erfordert in diesem Jahr einen Zuschuß von 84 570 DM, von dem allein die Personalausgaben 77 000 DM ausmachen. Dabei muß allerdings gesagt werden, daß das Wohnungsamt der Stadt Konstanz mit seinen 16 Angestellten, gemessen an der Zahl der Wohnungssuchenden, wohl das personell am schwächsten besetzte Amt in Südbaden ist. Für das Requisitionsamt sind Ausgaben in Höhe von 173 480 DM eingestellt, die fast in voller Höhe vom Land wieder ersetzt werden. Der vorgesehene Betrag dürfte aber in diesem Jahr nicht ausreichen, weil die Requisitionsämter Stockach und Ueberlingen aufgelöst und dem Re- quisitionsamt Konstanz angeschlossen worden sind. Dessen Aufgabenkreis ist somit wesentlich erweitert. Das Requisitionsamt Konstanz hat nunmehr ein Gebiet zu betreuen, das sich bis Singen, Stetten a. k. M., Pfullendorf und den See hinauf bis Immenstaad erstreckt. Für die Wahrnehmung eines Teiles des Aufgabengebietes der Ortspolizei durch die staatlichen Polizeiorgane haben die Städte einen jährlichen Beitrag zu diesen Kosten zu zahlen. Dieser Beitrag wird entsprechend der Einwohnerzahl errechnet und zwar wird pro 1000 Einwohner ein Polizeibeamter als beitragspflichtig angerechnet. Da sich der Beitrag für einen Polizeibeamten von 3500 DM auf 4500 DM erhöht hat, mußte im Haushaltsplan 1952 ein Betrag von 43 X4500 DM = 193 500DM eingestellt werden. Obgleich sich die südbadischen Städte gegen diese Erhöhung stark gesträubt hatten — für Konstanz macht sie mehr allein 43 500 DM jährlich aus — blieb nach der augenblicklichen Rechtslage nichts anderes übrig, als diesen erhöhten Beitrag im Haushaltsplan 1952 verzusehen. Eine Zahlung kann durch die Stadt nicht verweigert werden, nachdem durch das Haushaltsgesetz des Landes Baden die Beiträge in dieser Höhe im Hinblick auf die erhöhten Personalaufwendungen festgesetzt worden sind. Weitere ortspolizeiliche Aufgaben, die durch die Stadt Konstanz selbst wahrgenommen werden, sind die Feuerpolizei mit einem Zuschußbetrag von 1300 DM zur Deckung der Kosten für die Feuerschau, die Feld- und Forstpolizei, die einen Zuschuß von 23 630 DM erfordert sowie die Gesundheitspolizei mit 1560 DM Zuschußbedarf. Entsprechend der gesteigerten Bautätigkeit hat sich auch der Aufwand für die Baupolizei auf 32 500 DM erhöht, dem aber höhere Gebühreneinnahmen mit 12 000 DM gegenüberstehen. Für die Anschaffung von Verkehrszeichen konnten nur 200 DM mehr als im Vorjahr (insgesamt 4000 DM) .bereitgestellt werden, ein Betrag, der den Anforderungen nicht voll genügen dürfte, weil die Verkehrszeichen und Hinweisschilder noch immer beliebte Zielscheiben sind. 70000 DM Schulgelder für allgemeinen Haushalt Eine Ausgabenerhöhung um rund 50 000 D-Mark auf insgesamt 207 940 DM ist bei den Volksschulen festzustellen, die in der Hauptsache auf den Betrag von 38 500 DM für den vorgesehenen Schuldendienst zurückzuführen ist. Für den geplanten Schul- V isneubau im Haidelmoos und den Einbau einer neuen Heizungsanlage in der Wallgutschule müssen Darlehensmittel in Anspruch genommen werden, für die im Rechnungsjahr 1952 Zins- und Tilgungsbeträge in dieser Höhe anfallen. Der Aufwand für die bauliche Unterhaltung der Volksschulgebäude hat sich um 3000 DM auf J5 420 DM erhöht. Gerade auf diesem Gebiet dürfte — vor allem bei der Stephansschule — noch manches nachzuholen sein. Bei den Höheren Schulen bewegen sich die Ausgabenansätze in ungefähr der gleichen Höhe wie im Vorjahr, lediglich der Ansatz für die bauliche Unterhaltung dekSüscPGymnasiümS 'SSifet in diesem Jahr eine erhebliche Steigerung, da die Erneuerung der Heizungsanlage mit einem Kostenaufwand von 10 500 pM erforderlich wird. Insgesamt benötigen die drei Höheren Schulen einen Betrag von 121 550 D-Mark gegenüber 98 620 DM im Rechnungsjahr 1951. Solange aber der Finanzausgleich noch ruht, fließt den Städten auch das Schulgeld dieser Anstalten zu. In Konstanz werden erwartet: 1952 1951 DM DM Humboldt-Gymnasium 76 900 74 500 Ellenrieder-Gymnasium 58 000 55 500 Suso-Gymnasium 57 000 58 000 zusammen 191 000 188 000 Diese Anstalten bringen der Stadt im Rechnungsjahr 1952 also netto rund 70 000 D-Mark, die als allgemeine Deckungsmittel dem ordentlichen Haushalt dienen. Dieser Ueberschuß ergibt sich nur deshalb, weil, die Lehrerstellen- und Sonderbeiträge, die die Gemeinden nach dem bad. Finanz- und Lastenausgleichsgesetz vom 16. 6.1943 zu zahlen hätten, seit dem Krieg vom Land nicht mehr erhoben werden. Andererseits‘erhalten die Gemeinden auch keine Zuschüsse oder Bedarfszuweisungen mehr, die zur Entlastung des ordentlichen Haushalts dienen könnten. Konstanz ist also wie alle anderen Städte gezwungen, einen Teil der Schulgeldeinnahmen für allgemeine Deckungsmittel zu verwenden. Der Gewerbeschule wurden in diesem Jahr 38 540 DM zugestanden, denen Einnahmen aus den freiwilligen Kursen, dem Berufsschullastenausgleich u. a. in Höhe von 5880 DM gegenüberstehen. Leider wurden für die bauliche Unterhaltung nur 1500 DM mehr als letztes Jahr bewilligt, obgleich dieses Schulgebäude sehr er- neuerungsbedürftig ist. Auch räumlich genügt es den heutigen Ansprüchen nicht mehr. Einem der nächsten Haushaltspläne wird es Vorbehalten sein müssen, hier eine Aenderung zu ermöglichen. Audi das Handelsschulgebäude ist schon lange zu klein geworden. Nachdem ab 1. 4. 1951 eine sechsklassige Wirtschaftsoberschule errichtet wurde, ist die Schul- raumfrage bei der Höheren Handelsschule in ein akutes Stadium getreten. Die teilweise Unterbringung in Schulräumen des Humboldt-Gymnasiums und die Bereitstellung von 6000 DM im diesjährigen Haushaltsplan für die Einrichtung dieser Räume kann daher nur als Provisorium angesehen werden. Neben der Wohnungsnot dürfte die Schulraumnot in Konstanz an erster Stelle stehen. Die Lösung dieses Problems durch Schulhausneubauten muß eine der vordringlichsten Aufgaben der Stadtverwaltung bleiben. (Fortsetzung folgt) Einhcit0ücrbanÖ ber Heimatoertriebenen Der Landesvorsitzende der heimatvertriebenen Deutschen, Dr. Eichler-Freiburg, sprach dieser Tage auf einer Versammlung der Heimatvertriebenen in St. Johann. Aus seinen Ausführungen war zu entnehmen, daß die vier Landesverbände im Süd westraum sich nunmehr zu einem Landesverband zusammenschließen werden. Zu diesem Zweck sei ein Ueberlei- , tungsausschuß bestellt worden, dessen Montagabend die Eltern der Sextaner und i Vorsitzender der Vorsitzende des Landes- die Lehrer dieser Klasse zu einem Elternabend. Der Direktor der Schule, Oberstudiendirektor Dr. Malzacher hieß die Erschienenen willkommen. In gegenseitiger Aussprache wurde vor allem die Notwendigkeit einer guten und verständnisvollen Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule hervorgehoben. Bei den im Frühjahr neu eingetretenen Schülern macht sich das durch die Aenderung des Schuljahrschlusses bedingt verkürzte Schuljahr sehr stark bemerkbar. Schon aus diesem Grunde ist ein gutes Zusammenwirken notwendig. Von den Eltern wurden verschiedene Anregungen und Wünsche vorgebracht. So wurde unter anderm vor allem die vielen Aenderungen der Lehrbücher von Eltern und Lehrern mit Recht beanstandet. Erfuhr doch zum Beispiel der „Ludus Latinus“ im Jahre 1948, 1950 und 1951 eine Aenderung und nächstes Jahr soll wiederum eine neue, veränderte Ausgabe erscheinen. Die Direktion der Schule wurde 'gebeten, beim Ministerium und vor allem beim Verlag vorstellig zu werden. Die Tendenz der ständigen Aenderungen der Schulbücher macht sich ja auch in anderen Fächern und Schulen bemerkbar. In erster Linie sind die Eltern mit mehreren Kindern, die an sich schon finanziell stark beansprucht sind, die Leidtragenden. — Der Direktion wurde für die Veranstaltung . dieses Abends von einem Sprecher der Eltern herzlich gedankt. Augen auf im Straßenverkehr l verbandes Württemberg, Dr. Mocker- Stuttgart, ist Durch die Bildung eines Flüchtlingsministeriums in Stuttgart hätten die Heimatvertriebenen endlich einen Platz in der staatlichen Verwaltung be- „Was geht in Bonn und Stuttgart vor sich?" Ueber dieses Thema spricht am kommenden Samstagabend im Bürgersaai Arbeitsminister Hohlwegler in einer öffentlichen Versammlung der Sozialdemokratischen Partei, Ortsverein Konstanz. Freie Aussprache. kommen. Bei der Behandlung von Ver- triebenen-Fragen würden die Erfahrungen, die die Vertriebenen-Verbände bis jetzt gesammelt hätten, nutzbar gemacht. Landesvorsitzender Dr. Eichler besprach insbesondere das Wohnungswesen, das in Konstanz infolge des starken Fremdenverkehrs sehr schwierig sei. Den Heimatvertriebenen könne aber nur geholfen werden, wenn sie selbst ihre untragbare Wohnungslage den Orts- und Kreisverbänden melden, die dann von sich aus das Weitere veranlassen werden. Die Arbeit an der Jugend liege noch sehr im argen. Die Kinder der Heimatvertriebenen wüßten zu wenig von ihrer alten Heimat. Man müßte sie stärker mit dem kulturellen Gedankengut vertraut machen. Der Redner forderte einen engeren Zusammenschluß der Heimatvertriebenen. Nur so könnten die wirtschaftlichen und sozialen Interessen stärker vertreten werden. Auch in Konstanz sollte der allgemeine Wahlspruch gelten: Ein aufrichtiges, ehrliches Herz in treuer Gemeinschaft! Nur Wenige wurden bewegt In Konstanz hatte dieser Tage die in München aus der Taufe gehobene „Deutsche Gemeinschaft“ ihre Premiere. Es wäre vielleicht der von den Veranstaltern erhoffte politische Gala-Abend geworden, wenn die Massen, die man mit großer Plakatierung zum Erscheinen aufgefordert hatte, wirklich gekommen wären. So waren es aber nur an die hundert Personen ... teils weiblichen, teils männlichen Geschlechts — und alle vorgeschrittenen Alters — die sich im „Alemannen“-Saal versammelt hatten, um' die angekündigten Sprecher der nationalen Opposition zu hören, die unter dem Motto „Bonn marschiert ins Nichts“ mit der Politik der Bundesregierung „abrechnen“ wollten. In der von einer einzigen Sprecherin gehaltenen Abrechnung ertönten, wie man erwarten konnte, jene sattsam bekannten politischen Tonleitern rechts-radikaler Herkunft, die uns einmal schon bei einer nationalen, gleichfalls in München gestarteten Bewegung schrill in die Ohren klangen. In der also löblich versammelten Gemeinschaft zählte die eine Hälfte der Anwesenden eich gewiß mit zu den Verschworenen, indes die andere Hälfte sichtlich aus Neugierigen bestand. Da auch ein eigens zu dieser Gemeinschafts-Veranstaltung aus Niedersachsen herbeigeeilter Abgesandter der SRP Remers mit „aus tiefstem Herzen“ gespendeten Glückwünschen pünktlich zur Stelle war (dem wiederum die Referentin ebenso herzliche Grüße für die „Kameraden“ in Niedersachsen auftrug) gibt es gar keinen Zweifel mehr über die Marschrichtung dieser „Bewegung“, die in Konstanz so wenige in Bewegung brachte. Donnerstag, 19. Juni 1952 SÜDKURIER K Nr. 96 / I 3 6 Ein fcbroleriger Transport In diesen Tagen dieDURA-GmbH., Strumpffabrik für feine Damenstrümpfe, im Zuge der Produktionserweiterung eine weitere neue, moderne Cottonmaschine. Die Maschine wurde auf dem Petershauser Güterbahnhof entladen (siehe Bild); für den Transport mußte sie zerlegt werden. Zehn Kisten, zum Teil neun Meter lang, waren für die Verpackung nötig. Auf der Maschine, die 15 000 kg schwer ist, werden die feinsten Perlon - Strümpfe hergestellt, und zwar 14 Paar in einem Arbeitsgang. Die Montage der Maschine beansprucht sechs Wochen. Eine Cotton-Maschine — so benannt nach ihrem Erfinder — ist die komplizierteste Textilmaschine der Welt. Für ihre Bedienung sind Spezialarbeiter erforderlich, die ihre Fachkenntnisse in der im Chemnitzer Raum oder im Sudetenland beheimateten Strumpfindustrie erworben haben. Die Anschaffung weiterer solcher Strumpfmaschinen zur Förderung des Exports ist vorgesehen. Smutje Stabtnad)rid)tim In der Mainaustraße wurde in der sogenannten Dreherkurve ein 16 Jahre alter Lehrling neben seinem Fahrrad bewußtlos aufgefunden. Der Junge hatte eine Gehirnerschütterung erlitten. Wie sich der Unfall ereignet hatte, konnte noch nicht geklärt werden. Die Bodanstraße wurde gestern kurz vor 12 Uhr von einem Konstanzer Autofahrer als Rennstrecke benutzt. Die Folge davon war, daß der Fahrer des Pkw. beim Ueberholen eines anderen Autos mit einem entgegenkommenden Wagen zusammenstieß. An beiden Fahrzeugen gab es erheblichen Sachschaden; Personen wurden nicht verletzt. Am Dienstag fand in der Zeit von 14 bis 16 Uhr auf der Unteren Laube eine Verkehrskontrolle statt. Es wurden kontrolliert; 54 Pkw.. 17 Lkw., 36 Krafträder, 6 Omnibusse, 9 Kraftdreiräder und 60 Fahrräder. Wegen verschiedener technischer Mängel wurden beanstandet: 10 Pkw., je 2 Lkw., Krafträder und Kraftdreiräder sowie 29 Fahrräder. Außer den bereits genannten Geschäften nehmen noch folgende Blumengeschäfte Anmeldungen für den diesjährigen Wettbewerb „Konstanz in Blumen“ entgegen: Blumenstube Weißmann, Marktstätte, Blumenhaus „Erica“, Kreuzlinger Straße, Blumengeschäft Stadtmüller, Stefansplatz. Der Kanu-Club hält heute Donnerstag abend im Hotel „Barbarossa“ seine Monatsversammlung ab. Am Samstag findet am Fließhorn bei Dingelsdorf die traditionelle Sonnwendfeier, verbunden mit Kanu-Zeltlager, statt. In einer Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Konstanz des Blödes der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) spricht am Freitagabend im „Ale- manpe“ der 2. Vorsitzende des Landesverbandes und Mitglied des Landtags, Stu- Mit fünf Stimmen Mehrheit Die Gemeinde Kreuzlingen hatte am Sonntag in einer Abstimmung darüber zu entscheiden, ab sie während der nächsten zehn Jahre ein Viertel des jährlichen Defizits der Mittelthurgaubahn, höchstens aber 23 000 Franken, zu übernehmen gewillt war. Von dieser Entscheidung hing es ab, ob die vorgesehene Sanierung der Bahn für die nächsten zehn Jahre in Kraft gesetzt werden konnte. Mit einer Mehrheit von fünf Stimmen, mit 783 Ja gegen 778 Nein, wurdj die Vorlage angenommen. dienrat Feiler, über die Neugestaltung und den weiteren Ausbau des BHE sowie über die Beteiligung des BHE an der Landesregierung. ' Morgen Freitag wird der Beethoven- Abend der Volkshochschule im Bürgersaal wiederholt. Dr. Franz Hirtler spielt die drei berühmtesten Klaviersonaten Pathe- tique, Mondscheinsonate und Appassio- nata). Die Wollmatinger Naturfreunde veranstalten am Samstagabend im Naturfreundehaus auf dem Fürstenberg eine Sonnwendfeier. Es spricht Wanderfreund Schulz-Freiburg. Die Bevölkerung ist zu der Veranstaltung eingeladen. Mittagessen in einem Topf In den letzten Tagen herrschte bei der Firma X. Wittmann „Sonderbetrieb“. Zahlreiche Hausfräuen fanden sich ein, um sich über eine Neuerung auf hauswirtschaftlichem Gebiet belehren zu lassen. Warum viele Töpfe auf dem Herd, wenn es auch mit einem geht? Der Dampf topf „Kochlust“, aus Reinaluminium hergestellt, äußerst stabil, kann vielseitig verwendet werden. Die Hausfrau kocht nicht nur das Mittagessen in diesem einen Topf, auch ein Kuchen kann gleichzeitig darin gebacken werden; als Dampfentsafter ist der Topf vorzüglich geeignet und auch zum Einkochen von Früchten und Gemüse. Der Vertreter der Herstellerfirma, Ritter- Eßlingen, führte praktisch vor, wie in 20 Minuten eine reichhaltige Mahlzeit fertig- gestelt wird. Es schmeckt vorzüglich. Die Frauen waren t begeistert über ,die Zeit- und Arbeitserspamis,. über die Erhaltung aller Vitamine und ernährungswichtigen Stoffe in den dampfgekochten Speisen und über die Schmackhaftigkeit der fertigen Gerichte. Das Schaukochen findet noch heute und morgen statt. Wege zur Gesundheit Es waren viele, die sich am Dienstagabend im Bürgersaal für den Vortrag der wissenschaftlichen Abteilung der W■Ollmuth-Zentrale Schlachters interessierten. Dr. med. Strecker sprach über das Thema „Naturgemäße Verhütung und Heilung von Krankheiten und chronischen Leiden“. Der Redner stellte an den Anfang seiner Ausführung die Tatsache, daß der Gesundheitszustand der Bevölkerung während der Kriegs- und Nachikriegsjahre gesunken und besonders dieNervenkraft nicht mehr stabil sei. Dies bedeute die Ursache von vielen Erkrankungen. Besonders wichtig für die Lebensfunktionen sei che Körperelektrizität. Elektrotnedizi nasche Verfahren würden darum in die Heilkunst mit einbezogen. Wie nun der künstlich erzeugte galvanische Schwachstrom — ohne irgend welche Schädigungen hervorzurufen - im menschlichen Körper heilend, anregend und auch krankheitverhütend wirkt, darüber berichtete der Redner aus seinen ärztlichen Erfahrungen. Vielseitig seien die Verwendungsmöglichkeiten des galvanischen Schwachstromes, doch nicht bei allen Krankheiten wirksam. Lichtbilder veranschaulichten, bei welchen Arten von Erkrankungen und auch in welcher Weise die Anwendung des elek- tro-galvanischen Stromes erfolgt. Vom Lyceumclub Heute Donnerstag veranstaltet der Lyceumclub abends im Clubhaus ein Klavierkonzert. Es spielt die Konzertpianistin Victoria Wolfram, München, Meisterschülerin von Professor Pembaur, Mozart, Beethoven, Chopin, Liszt. Räuberische Katzen Jetzt ist wieder die Zeit, da die Jungvögel ausfliegen. Wie jedes Jahr mehren sich in diesen Tagen die Klagen über räuberische Katzen. Trotzdem immer wieder darauf hingewiesen wird, daß die Katzen, insbesondere zur Zeit der Jungvögel, nicht ohne Aufsicht ins Freie gelassen werden sollen, ist der Erfolg sehr bescheiden. So hatte in einem Garten in der Sierenmoos- Straße ein Rotschwanz-Paar mit unendlicher Mühe acht Junge aufgefüttert. Sieben von ihnen wurden von räuberischen Katzen in den Beerensträuchern gefangen. Es zeugt von Verantwortungslosigkeit, wenn Katzen über' Nacht ins Freie gelassen werden. Untertags soll dies nur geschehen, wenn sie vorher ausreichend gefüttert worden sind, wozu ab und zu auch ein kleines Stück rohes Fleisch gehört. Wer behauptet ein Tierfreund zu sein, sei es deshalb ganz. Er pflege seine Katze naturgemäß und denke daran, daß neben seinem Liebling noch tausend andere Tiere, insbesondere aber unsere Vögel, ein Lebensrecht haben. Sie danken unsere Fürsorge durch ihre Nützlichkeit. Unglücksmas chine mit Metallgehäuse Zu dem Unglücksfall im Kreis Ueber- lingen, bei dem ein Landwirt beim Benutzen eines elektrischen Viehputzgerätes durch einen elektrischen Schlag getötet wurde, bittet uns die zuständige Bezirksvertretung der Firma „Vorwerk“ um folgende Mitteilung: Der Unfall ist nicht durch eine Vorwerk-Kobold-Viehputzma- schine entstanden, denn dieses Gerät ist mit Preßstoffgehäuse und Gummistriegel ausgerüstet, was den Vorschriften des VdE und der einzelnen Elektrizitätswerke entspricht. Es handelte sich nach den Ermittlungen der Gendarmerie vielmehr um eine Maschine mit Metallgehäuse. zrr± Mario Lanza der bekannte Tenor der Metropolitan Oper New York spielt die Hauptrolle in dem Film „Der große Caruso“, der zur Zeit im „Gloria“ zu sehen ist. Schweizer Auöflugöfahrten zum ßoöenfee In Erwiderung der vielen Ausflugsfahrten der Feriengäste vom Bodensee nach der Schweiz veranstalten die Schweizer Bahnen umgekehrt Fahrten aus der Schweiz in die Bodenseegegend. Neben einzelnen Fahrten der Schweizer. Bundesbahnen führt die Bodensee-Toggen- burgbahn von St. Gallen und weiterer Urp.^bung die ganze Saison über jede Woche fünf Fahrten zum Bodensee und in den Schwarzwald. Diese Fahrten führen alle nach Konstanz oder über Konstanz j mit längerem Aufenthalt; so wöchentlich dreimal nach Konstanz — Meersburg zur Insel Mainau; ebenfalls jede Woche dreimal nach Konstanz und zur Insel Reichenau; einmal in jeder Woche führt eine Fahrt ins Donautal nach Beuron — Sigmaringen; dazu kommt ieden Sonntag eine Fahrt von St. Gallen und Umgebung in den Schwarzwald nach Titisee, Feldberg und Schluchsee Mehrmals in jedem Monat wird ein Sonderzug von St. Gallen bis Stuttgart gefahren. Welch starken Anklang diese Ausflugsfahrten von St. Gallen aus in der Schweiz finden, zeigt, daß äer erste Sonderzug nach Stuttgart mit dem Tanzexpreß der Deutschen Bundesbahn am 15. 6. 52 bereits acht Tage vorher aiusverkauft war. Ausflug des St. Stephans-Chores Der Frühzug brachte am Sonntag ein munteres Völklein, von goldenem Sonnenschein begleitet, mit der SBB nach Ror- schach. Dort war Besuch des Jugendgottesdienstes. Die Bergfahrt in offenen Wagen bot schon herrliche Ausblicke auf den Bodensee und die Berge. In Heiden, der Endstation, warteten drei komfortable Postautos, die die Teilnehmer in vielen Nadelserpentinen durch eine herrliche Landschaft mit malerischen Orten, die wie Spielzeug an die Hügel und Hänge gestellt waren, in schöner Fahrt nach St. Gallen brachten. Der Nachmittag galt der Besichtigung der interessanten Stadt, des Tierparks, des lohnenden Besuches des Aussichtspunktes „Vögelinsegg“ und der meisterlichen Aufführung der f-moll-Messe von Bruckner durch den Domchor von St. Gallen im überfüllten herrlichen Dom. Abends traf man sich in der gepflegten Gaststätte „Walhalla“ zu einem gemütlichen Hock. Ausflug des Chores der Lutherkirche Am Fronleichnamstag unternahm der Kirchenchor der Luthergemeinde mit drei ! großen Omnibussen der Deutschen Bun- 1 desbahn einen Ausflug ins Säntisgebiet. Ueber St. Gallen, Herisau. Umäsch ging die Fahrt zunächst zur Schwägalp und nach kurzem Aufenthalt wieder zurück nach Umäsch, Appenzell und Wasser- auen. Von hier stiegen die Fahrtteilnehmer zum Seealpsee auf. Nächstes Ziel der Fahrt war Teufen und das in der Nähe gelegene Pestalozzi-Dorf Trogen. Der Chor trug hier zwei geistliche Lieder vor, die allgemeinen Beifall fanden. Der Leiter des Pestalozzi-Dorfes erläuterte Zweck und Ziel dgy Anstalt, die elternlose Kinder betreut, unterrichtet *und sie für das spätere Leben beruflich ausbildet. Neun Nationen sind hier vertreten. In letzter Zeit werden auch Schweizer Kinder aufgenommen, die bisher im Ausland waren. Die Kinder sind in Gemeinschaften von 15 bis 18 Kindern in Häusern untergebracht und werden von ie einem Hausvater und einer Hausmutter betreut. Neben dem Unterricht und der beruflichen Ausbildung in Werkstätten kommt auch der Sport zu seinem Recht. Das Dorf wird nur von freiwilligen Spenden der Schweiz unterhalten. Eine besondere Freude bereitete der Chor den deutschen Kindern durch den Vortrag zweier Lieder, die von den Kindern mit einem weiteren Lied erwidert wurden. Dekan Mono hielt eine kurze Ansprache an die Kinder. Ueber St. Anton, Heiden, Rheineck. Arbon trafen die Teilnehmer an der Fahrt zur nächtlichen Stunde wieder in Konstanz ein. Zu einem 75. Geburtstag auf Oer Infel Reichenau Wer in der heutigen Zeit der Umwälzung, der unglücklichen Wanderung so vieler Menschen fünfundsiebzig Jahre seßhaft in seiner Heimat, auf seinem ererbten Boden der Väter gelebt und gearbeitet hat, und dessen Arbeitserfolge weit über die Grenzen der Heimat anerkannt werden, dem darf man wahrlich zu seinem 75. Geburtstag herzlich Glück wünschen. Wir meinen: Isidor Beck auf der Insel Reichenau. Er ist der Besitzer der Bootswerft auf der Südseite der Insel, in der er noch heute mit seinen beiden Söhnen Franz und Emil rüstig in einer Arbeit steht, die durch ihre Gründlichkeit, Exaktheit, Schönheit und Eleganz auf dem ganzen See berühmt ist. Denn Isidor Beck baut Schiffe — Gondeln, Fischerboote, große Watschiffe, Segelboote und Motorboote. Sie fahren über den ganzen See und machen dem Namen „Isidor“ Ehre. In der Nazizeit war dieser Name natürlich verdächtig; er mußte zu einem harmlosen J zusammenschrumpfen, denn bei jedem Schreiben, sei es offiziell oder an Firmen, kamen Rückfragen nach dem Ariernachweis. Wir alten Reichenauer lachten darüber, denji wir wußten ja alles von der Tradition der Familie Beck und der Schiffswerft aus dem 19. Jahrhundert. An der kleinen natürlichen Bucht ständen in den 30er Jahren nur ein Haus und ein Schuppen und am Strand lagen Gondeln, Lauen, Segler, die Josef Beck und sein Genosse Welti bauten als Schiffmacher am „Schiffmachersland“. Im Jahre 1845 bestellte die neue Dampfschiffahrtsverwaltung Friedrichshafen ein Segelschiff beim Schiffmacher Josef Beck. Der Vertrag existiert noch. Das Schiff sollte 4500 Gulden kosten und jede Woche der Verzögerung der Ablieferung mit 20 Gulden Abzug berechnet werden. Ich glaube bestimmt, Josef Beck tat den Termin eingehalten. Dieser Vertrag zeigt, daß schon damals die Arbeit der Beck’schen Werft auch am Obersee anerkannt wurde. So ging es weiter bis zum heutigen Tag an dem Isidor Bede stolz auf Jahrzehnte erfolgreicher Arbeit blicken kann. Wenn auch das Wasser „keine Balken“ hat, die Balken, die von der Schiffswerft Bede auf dem Wasser schwimmen, sind fest und tragen sicher, soweit Menschenwerk das vermag. Denn das Wasser ist halt doch ein dem Menschen oft feindlich gesinntes Element. Das wissen die Seebewohner und die Männer der Schiffswerft Beck besonders. Bei Sturm sind sie immer hilfsbereit und eilen jedem Schiff in Seenot oft unter eigener Gefahr, zu Hilfe und fügen damit ein Ruhmesblatt in die Geschichte ihrer Arbeit. Sie geben ihren seetüchtigen Booten noch ihre eigenen seetüchtigen Persönlichkeiten' als Ergänzung. Der große Römer Pompejus tat den Ausspruch; „navigare necesse est“. Der Ausspruch gilt heute noch, und so blüht die Schiffahrt am Bodensee. Lilly Braumann-Honsell, Insel Reichenau Bezirksbauerntag in Radolfzell Radolfzell. Für die Landkreise Konstanz, Stodcach und Überlingen findet vom 12. bis 14. Juli ein Bezirksbauerntag statt. Die Festrede hält der Präsident des Bad. Landwirtschaftl. Hauptverbandes, Bundestagsabgeordneter Lambert Schill. Eine Fach-Ausstellung ist ebenfalls vorgesehen. Von Oer Kunft, Oie HanO zu roeüen Ein Gedenkwort Dieser Tage wurde im Wessenberghaus eine Ausstellung von Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts aus städtischem Besitz eröffnet. Der größte Teil davon stammt aus der Wilhelm-Brandes-Stiftung, deren ältere Werke im vergangenen Jahr in Konstanz und auswärts mit außergewöhnlichem Erfolg gezeigt wurden. Der Ausstellung angeschlossen ist eine Sonderschau J. A. Feuchtmayer und Chr. D. Schenk. Als Raffael sich anschickte, in ein näheres Verhältnis zu Dürer zu treten, glaubte er ihm sein Inneres nicht deutlicher offenbaren zu können als durch Zusendung einer Aktstudie, um ihm „seine Hand zu weisen“. Die Handschrift der Meister kennenzulernen, das also ist es, wozu die Handzeichnung den Betrachter am trefflichsten zu führen vermag. Es ist so, wie Goethe dies ausdrückt, als er wieder einmal eine Anzahl von Handzeichnungen berühmter Künstler erworben hatte: „Solche Zeichnungen sind unschätzbar, nicht allein weil sie die rein geistige Intention des Künstlers geben, sondern auch weil sie uns unmittelbar in die Stimmung versetzen, in welcher er sich im Augenblick des Schaffens befand.“ Die Sammlung von Handzeichnungen, die Konstanz vor bald 50 Jahren aus dem Besitz von Wilhelm Brandes zum Geschenk erhielt, erfüllt diesen Zweck um so eher, als sie sich über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrhunderten erstreckt. Ohne ihre Bedeutung gegenüber denen unserer großen Museen überheben zu wollen, darf doch gesagt werden, daß es Pflicht ist. sich dem großherzigen Stifter dankbar zu erweisen und den besonderen Umständen nachzugehen, unter denen er Zeit und Arbeit für sein Lebenswerk geopfert hat. Zunächst ist es wichtig zu erfahren, was Brandes überhaupt zum Kunstsammler geführt und wie er sich der von ihm selbst gestellten Aufgabe gewidmet hat Das Schulthaißsche Gut an der an Wihelm Brandes Seestraße, das ihm gehörte, war ein, wenngleich patrizisches, doch schlichtes Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, a^er in der Barockzeit im Innern umgestaltet. Zunächst fielen breite Treppen und Treppengalerien in die Augen; dagegen waren die Zimmer nicht allzu hoch und so machte das Ganze einen ungemein wohnlichen Eindruck. Hier wirkte das vom Hausherrn Gesammelte weit mehr als natürliche Einrichtung denn als Museum. Die kunstgewerblichen Gegenstände, auf deren Besitz er anfangs am meisten bedacht war, hatte er auf alle Räume geschickt verteilt. Alte Möbel, Webereien. Porzellan und seltenes Gerät aller Art stand hier nicht zur Schau, sondern diente fast ganz dem täglichen Gebrauch. Auch einen heimatlichen Kunstzweig hat Brandes vollständig gefördert: als einer der ersten hat er den hohen Wert der Zizen- hausener Terrakotten erkannt; ihrem künstlerischen Schöpfer, Hieronymus Heß in Basel, galt seine volle Bewunderung. So schmückte eine in ihrer Vollständigkeit wohl seltene Sammlung dieser reizenden Figuren alle Konsolen, Tische und Gesimse. Aber auch kleinere Werke der Holz- und Steinplastik fehlten nicht, während er bewußt Schöpfungen der großen Meister, besonders in der Malerei, seinem Heim noch femhielt, mochte auch oft genug die Versuchung dazu an ihn herantreten. Für seinen größten Schatz durfte man mit Recht den Inhalt des eichengeschnitzten Kupferstichschrankes halten, der die Wand des Wohnzimmers einnahm. Seit den 70er Jahren hatte Brandes alle Kraft und Zeit diesem Zweig seiner Sammlung geschenkt. In seinem Beruf als Bankdirektor war er gewohnt und hatte sich darin geübt, graphische Arbeiten, Wertpapiere, Geldnoten und Unterschriften genauestens auf ihre Echtheit zu untersuchen und dies kam ihm nun zustatten. Am meisten fühlte er sich von den niederländischen Radierern und Kupferstechern angezogen; hat er sich doch bei langen Aufenthalten in Holland jene Begeisterung für dessen Natur und Menschen geholt, die ihn zeitlebens immer wieder dorthin zog. Anfänglich hielt er sich an die bescheideneren Künstler, als er aber größere Sicherheit in der Beurteilung erworben hatte, wagte er sich auch an die Großen, an Ostade, Waterloo, Everdingen — und schließlich an Rembrandt. Er gehört gewiß nicht zum Typus des Kunstsammlers, für den das Sammeln Selbstzweck ist; für ihn war das Verständnis für seine Schätze und die Fähigkeit, jedes einzelne Stüde selbst zu erleben, das Erste. Jedenfalls war dann so eine für einen Privatmann unerhört scheinende Fülle an allem zustandegekommen, was niederländische Meister der Kupferplatte anvertraut haben. Es müssen wundervolle Stunden gewesen Sein, wenn es einem Besucher vergönnt war, in diese Mappen hineinzublicken. Das kam selten genug vor; denn ihr Besitzer hatte schon damals die Absicht, einmal alles einem öffentlichen Institut zu schenken. Die Hoffnung aber, ein Verzeichnis dieser wertvollsten Sammlung an Kupferstichen aufzufinden, hat sich bis jetzt nicht erfüllt und die Erinnerungen derer, die sie gesehen haben, reichen nicht aus. Sicheres und Präzises zu sagen. Es ist bekannt, daß eine Unglücksnacht diese erste Sammlung von Brandes zunichte machte. Während er sich am Weihnachtsfest 1895 in Karlsruhe zum Besuch des ihm befreundeten und geistig verwandten Kunstgelehrten Marc Rosenberg aufhielt, brannte, infolge von Unvorsichtigkeit beim Heizen, sein Heim in Konstanz vollständig nieder. Er hat später oft erzählt, wie er in Karlsruhe während jener Nacht durch Klopfen am Fensterladen geweckt worden sei, wie aber weder er noch seine Gastgeber irgend etwas entdecken konnten. Am Morgen bekam er dann die Hiobsbotschaft aus Konstanz. Die nächsten Monate fühlte er sich wie gelähmt; aber schon im folgenden Sommer suchte er sich durch Reisen nach Italien, Spanien und Ägypten von dem Schlag zu erholen und sich auch bereits nach einem neuen Feld seines Kunstsammelns umzusehen. Diesmal war es ausschließlich die Handzeichnung, in deren Dienst er sich stellen wollte. Die Museen in Mailand und Florenz, die er damals eingehend studierte, mögen ihn in seinem Entschluß bestärkt haben. Bestand früher, nach seinem eigenen Geständnis, die Gefahr, bei so ausgedehnten Sammelgebieten, wie etwa dem Kunstgewerblichen, manchmal von Fälschungen oder künstlerisch weniger Wertvollem sich betören zu lassen, so hörte er nun bereitwilliger auf den Rat sachverständiger Freunde und erfahrener Kunsthändler, so Gutekunst und Meder, so daß er dieser früheren Sorge fast enthoben war. Hätte man in den vergangenen Jahrzehnten mehr von Brandes’ echtem Kunstverständnis und seiner im ganzen so sorgfältigen Arbeitsweise gewußt, so wäre man nicht durch die Furcht, zu viel „Unechtes“ in der Sammlung zu haben, daran gehindert worden, sie der Öffentlichkeit vorzulegen. Nun hat sich ja ergeben, daß Brandes nicht bloß der Dilettant war. als der er hier galt, sondern daß er in der Kunst derer, die den Zeichengriffel zu führen und ihre „Hand zu weisen“ verstanden, sich voll bewandert zeigte und daß die Altdeutschen und Niederländer, die' Italiener und Franzosen, wie die Zeichnungen des 19. Jahrhunderts, die er uns hinterlassen hat, durchweg echte Kunst sind. B. Tiefenpfychologie unö Erziehung Professor Dr. Pfahler, Tübingen, sprach vor einigen Tagen im überfüllten Bürgersaal über: „Was der Erzieher von der Psychologie der Tiefe wissen sollte“ in der ersten öffentlichen Versammlung der evangelisch- religions-pädagogischen Arbeitsgemeinschaft Die Psychologie sei, wie der Redner zu Beginn seiner Ausführung hervorhob, kein weltanschauliches Anliegen, sondern ein Weg, um in die Tiefe der menschlichen Seele vorzudringen. Das sei aber nur möglich, wenn man von der Praxis des Lebens ausgehe. Nur mit Hilfe der hierbei gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse könne man ein wirkliches Bild vom Innenleben des Menschen gewinnen. An Hand von zahlreichen Beispielen wies der Redner nach, daß nicht nur einzelne Handlungen, sondern die gesamte seelische Verfassung des Menschen zu verstehen sind, wenn alles das, was im Innersten des Menschen aus früherem Erleben in seinem Unterbewußtsein haften geblieben ist, aufgehellt wird. Am tiefsten werde stets der Mensch von all den Erscheinungen, die mit Geburt und Tod Zusammenhängen, beeindruckt werden. Da jeder Mensch Vorgänge erlebe, die auf ihn vorteilhaft oder nachteilig einwirken, so könne eintreten, daß eine nachteilige Wirkung eines solchen Vorganges sein gesamtes Innenleben wie ein Dämon beherrsche. Diese dämonischen Kräfte nicht nur zu ergründen, sondern auch den Menschen davon zu befreien, könne niemals nach einer besonderen Methode geschehen, sondern es müsse Fall für Fall behandelt werden, weil jeder anders gelagert sei. Diese im menschlichen Unterbewußtsein haften gebliebenen Eindrücke subjektiver Evidenzerlebnisse seien ein Ur- phänomen aller menschlichen Existenz, dessen Aufhellung uns heute bereits wichtiger als eine Zergliederung des Seelenlebens erscheine und somit auch für die Erziehung des Kindes von größter Bedeutung sei. Jeder vermöge durch Selbstbeobachtung sich davon zu überzeugen, daß auch sein Tun und Handeln von den gleichen Kräften beeinflußt werde. Damit habe der Schöpfer den Menschen die Freiheit des Handelns geschenkt, ihm jedoch auch die Verantwortung dafür übertragen. Zeichne sich dadurch der Mensch vor allen anderen Geschöpfen aus. Am Abend las der Redner aus seinen Werken: „Der Mensch und seine Vergangenheit“, Klett-Verlag, Offenburg, und „Die Früchte“, Calwer-Verlag. Stuttgart, von denen besonders die Novelle über das Schicksal eines im zweiten Weltkrieg degradierten und zum Tode verurteilten deutschen Offiziers einen tiefen Eindruck auf die reichen Beifall spendende Zuhörerschaft hinterließ. Dr. W. E. Bad. Handwerkerlag in Radolfzell iBodensee am 2t. ■. 22. Juml Samstag, 20 Uhr: Festlicher Auftakt mit Hans-Sachs-Spielen Sonntag, 10 Uhr: Großkundgebung des Handwerks Sonntag, 14.30 Uhr: Schiffsfahrt zur Reichenau, Schweizer Ufer, Rheingebiet, mit fröhl. Fest- wiesen - Ausklang aut der Halbinsel Mettnau Dormersl B Leben Bevor Jahrzehn gerüttelt viele, oft in denen sollen, ti oder zu ■ eichten, ihnen zu zu urtea Menschhi hat, habe Wirkung Hälfte de selbether erfahrene künden, macht hi mit es e chende I lagen Mi greise J 1 Rascherhat, sehe Bücher t chen Vei „Der Me „Selbstei und das menschli wahren Erwägur Es gehö Stimme Anden den Men W. 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Viele, sicher richtige Einsichten, viele gute Ratschläge standen in ihnen zu lesen. Doch nach den Ereignissen zu urteilen, die jene also angeredete Menschheit doch recht eigentlich ausgelöst hat, haben solche Belehrungen keine große Wirkung gehabt. Der Mensch der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fühlte sich zu selbstherrlich, um auf noch so weise und erfahrene Stimmen zu lauschen, die verkünden, was „wir“ bisher grundfalsch gemacht haben und was nun zu tun ist, damit es endlich besser werde. Das ansprechende Buch über die „Sittlichen Grundlagen Menschlicher Beziehungen“, das der greise Journalist Franz Carl Endres im Rascher-Verlag, Zürich, herausgebracht hat, scheint uns ein später Nachfahr dieser Bücher voo der Lebensweisheit (Im gleichen Verlag erschienen von F. C. Endres „Der Mensch im Banne seiner Schwächen“, „Selbsterkenntnis und Selbsterziehung“ und das heitere Büchlein „Glossen zum menschlichen Alltag“. Ob seine klugen, wahren und in der Erfahrung gereiften Erwägungen genug offene Herzen finden? Es gehört Geduld und Demut dazu, die Stimme der warnenden Alten zu hören. Anders steht es mit den Gedanken über den Menschen hier und heute, die Theodor W. Adorno in seinen „Moralia Minima“, Reflexionen aus dem „Beschädigten Leben“, geformt hat. Adorno ist der Verfasser jener vielbeachteten, vieldiskutierten „Philosophie der Neuen Musik“, von dem Thomas Mann entscheidende Anregungen für seinen „Dr. Faustus“ erhielt. Auch wenn ein gut Teil der Bitterkeit und des Pessimismus, die in diesem gewichtigen Buche von fast 500 Seiten walten, auf das Konto der schweren persönlichen Erlebnisse des Verfassers geschrieben werden können — diese „Moralia Minima“ packen die Themen unseres wahrlich beschädigten Lebens tief genug an, um jeden nachdenklichen, wachen Leser immer von neuem zu fesseln und aufzurütteln. Hier setzt sich ein Mensch von sehr reinem, hohem Ethos und klarem, hellen Geist mit der Wirklichkeit auseinander, in der ein jedes von uns lebt und webt, ein jeder, dem es nicht genügt, zu arbeiten, um zu essen und sich zu kleiden; jeder, der ein geistbestimmtes Dasein führen muß, weil es ihm eben auferlegt ist. Gefährlich tief hat der Verfasser in unser hartes, beschädigtes, geistiges Leben zwischen den brutalen wirtschaftlichen und politischen Mächten geschaut. Seine schneidenden, bohrenden Gedanken besitzen die Radikalität und Tiefe eines Pascal. Nur, daß sich diesem christlichen Denkfer über unserem seit eh und je beschädigten Dasein im Hier und Jetzt der Himmel wölbte, während sich der Philosoph der Moralia Minima gänzlich dem Diesseits ausgeliefert wähnt. (Verlag Suhrkamp, Berlin-Frankfurt) Und nun legt mir das Spiel einer Fügung zu diesen zwei Betrachtern unserer gefährdeten abendländischen Menschlichkeit ein drittes Buch auf den Tisch. Es heißt „Urphänomene“ und ist die reife Ernte einer genialen Frau und Dichterin, die auch Historikerin war: Ricarda Huch. Gerafle wenn man die schier ausweglos düsteren. Erwägungen Adornos soeben hat auf sich wirken' lassen, überrascht bei der leidgeprüften, 80jährigen Greisin ihr gar nicht billiger Optimismus. Diese 1 kluge alte Frau erwägt in dem schmalen Bande, ihrem letzten Werk, nicht, wie es auf Erden nicht ist, oder wie es „eigentlich“ sein sollte, sondern aus dem eigenen Erleben erwächst ihr, daß es „Urphänomene“ gibt, die zum Menschen gehören, solange er als Gottes Kreatur auf Erden weilt. Es gibt z. B. die Familie.. Und kein Staat, keine Wirtschaftsform vermag es, sie endgültig zu zerstören, sie abzuschaffen. Da ist die Endlichkeit des Erdendaseins, mit der sich der Mensch nie und nirgends hat ahfinden können. Etwas in ihm verneint beharrlich, daß es mit dem Tode aus und vorbei ist, auch wenn das „flügellahme Denken der modernen Menschen den Unsterblichkeitsglauben weitgehend abgenagt hat“. Unbefangen, fast möchte man sagen, naiv wie ein Kind, spricht, nein gestaltet Ricarda Huch ihre Erwägungen, sicher ruhend in einer tiefen Gläubigkeit. Wie wunderbar ist der Satz, mit dem sie den Abschnitt über Gott beginnt: „Ich halte es für einen Fehler, wenn diejenigen, die über den Ursprung der Gotteserkenntnis nachdenken, Gott als etwas nicht Vorhandenes betrachten, das erfunden werden mußte, während es etwas Daseiendes, wenn auch nicht unmittelbar Wahrnehmbares ist, das, weil verborgen, nur gefunden zu werden brauchte.“ Aus ihrer Gläubigkeit erwächst ihr Optimismus wie eine Blume, ganz natürlich. Klar und reif strömt der Fluß der Gedanken ohne efen Stachel der Polemik. Die andern schreien: „Dies fehlt uns, und jenes sollte nicht sein!“ Oder: „Die Welt ist eine graue Zwang^anstalt geworden, entziehst du dich ihrem Zwange, wirst du ein Halber, ein Sonderling. Im Grunde kannst du dich den Folgen der vertechnisierten Welt nicht entziehen und zahlst ihr täglich deinen bitteren, lebenbedrohenden Tribut“. Ricarda, die Frau, weist lächelnd auf das stete Wunder der Geburt des Menschen, bei der sie mit Luther „Gott auf frischer Tat“ sieht. Ihr ruht das Dasein in Gott, ob es nun der Mensch wahr haben will oder nicht. Die „Urphänomene“ sind bereits 1946 im Atlantisverlag, Zürich erschienen; die zweite, jetzt erreichbare Auflage erschien, wie der Verlag berichtete, um ein Kapitel „Freiheit“ aus dem Nachlaß vermehrt. Dr. M. Brigitta Hilberling O.P. „Wir sind füreinander geboren 1 ' Zum Briefwechsel Richard Strauß — Hugo v. Hofmannsthal „Wir sind füreinander geboren und werden sicher Schönes zusammen leisten, wenn Sie mir treu bleiben.“ So steht im ersten Brief von Richard Strauß an Hugo v. Hof- mannethal im Jahre 1906. Fast ein Vierteljahrhundert später, 1929, heißt es im Beileidsbrief des Komponisten an Frau v. Hofmannsthal: „Noch nie hat ein Musiker so einen Helfer und Förderer gefunden. — Niemand wird ihn mir und der Musikwelt ersetzen!“ Es war zunächst Hofmannsühal, der dem Musiker die Zusammenarbeit vorschlug. Bald aber erkannte Strauß die ungeheure Glücksstunde, die ihm, dem vergleichsweise sehr robusten Musiker, den Mann aus einer anderen Welt, den geistig fein- gliedrigen, zarten, aber äußerst präzisen Dichter in den Weg geführt hatte. Wie ein unmerklich überlegener, aber zu unerbittlicher Wahrung seines Standpunktes entschlossener Mentor steht Hofmannsthal von da an vor dem genialen Zupacker Strauß, der sich „einen schönen Renaissancestoff“ wünscht, dessen Sehnsuchtsziel „ein ganz wilder Cesare Borgia oder Savo- narola“ wäre oder ein „Stoff aus der französischen Revolution“. Treuherzig fragt er den Dichter, ob er „Dantons Tod“ von Büchner kenne oder—doch schon ein wenig unsicher — von Sardou den „9. Thermidor“. ,/Meine Gedanken über das, was ich an Opemsujets für möglich halte (sie sind ziemlich weitherzig) und was ich andererseits für absolut nicht mehr möglich halte (Thermidor!), möchte ich Ihnen entwickeln“, antwortet Hofmannsthal darauf, nachdem er auch die Zumutung eines „Renaissance- stoffes“ im Stil eines Sardou mit aller Entschiedenheit abgelehnt hatte. Wie muß dem Dichter Loris-Hofmannsthal zumute gewesen sein, wenn er in einem Brief über einen geplanten Semiramis- Text das Drängen des Theater-Musikers auf die szenische Anwendung der „hängenden Gärten“ las, „da sie doch das Einzige sind, was das große Publikum von Semira- mis kennt.“ „Sie glauben nicht“, bekräftigt Strauß sich, „wie sehr das Publikum noch immer auf dekorative Kunst hereinfällt.“ „Hereinfällt. .Hofmannsthal hatte den Blick in die Tiefe, der ihm Gewißheit über die Goldadern unter der rauhen und grobbürgerlichen Oberfläche des stoffhungrigen Musikers gab. Er stellt je und je die Distanz her, die ihm das Zusammenwirken mit dem so ganz anders Gearteten ermöglichen soll. „Daß ich für mich dichte, und nicht für Sie, mit aller Freiheit“, betont er, während es wieder von Strauß zurücktönt: „Vergessen Sie nicht dabei ausgiebiges Ballett, Kriegsmusik, Siegesmarsch, welches mir außer den erotischen Elementen besonders liegt.“ Welches mir besonders liegt... DasWun- der dieses Briefwechsels, den Beurteiler bereits als den bedeutendsten nach dem zv*i- schenSchüller und Goethe bezeichnet haben, ist die Tatsache, daß Hofmannstihal die Geduld und Geisteskraft aufbrachte, so primitiven Appetiten gegenüber den Mut nicht zu verlieren. Wie sich dies bemerkenswerte Verhältnis im Lauf der Jahre und der Zusammenarbeit, nicht zuletzt trotz der Erfolgsverschiebung von der Dichtung auf die Musik, zu wachsendem Vertrauen und Verstehen verdichtete, zu einer Arbeitsgemeinschaft, aus der die herrlichsten Werke des musikalischen Theaters in unserem Jahrhundert erwuchsen, das zu verfolgen, ist ein bewegendes und äußerst lehrreiches Erlebnis. Und es ist in der Tat auch ein geistiges Schauspiel hohen Ranges, dieser immerwährenden künstlerischen Auseinandersetzung und Klärung zwischen dem bayerischen und dem österreichischen Temperament, zwischen dem Naturgenie und dem auf dieser Erde doch immer ein wenig fremden Geist der Schönheit beizuwohnen. Da wachsen Wurzeln schließlich von einem Herzen zum anderen, Kraft und bäuerische Schlauheit vereinen sich mit Feinheit und geistiger Zucht. Das Ergebnis sind Werke wie „Elektra“, „Josefelegende“, ’ „Rosen- kavalier'V „Ariadne auf Naxos“, „Die Frau ohne Schatten“, „Die ägyptische Helena“, „Arabella“, die aus dem Erlebnisraum unserer Welt des halben 20. Jahrhunderts nicht mehr wegzudenken wären. Daß jetzt der Briefwechsel, der all das Wunderbare vorbereitend begleitet, geschlossen vorliegt, — von Franz und Alice Strauß heraus gegeben und von Willi Schuh bearbeitet, als Dünndruckband von 728 Seiten im Atlantis-Verlag, Zürich, — werden alle Freunde des Theaters und der Musik dankbar begrüßen. _ L.E. R. „Villa und andere Prosa“ ist der Titel eines Bandes von Rudolf Borchardt, der innerhalb der zweiten Serie der Bibliothek Suhrkamp erscheint. Rudolf Borchardt, der im Januar 1945 in Sterzing (Südtirol) gestorben ist, wäre am 9. Juni 75 Jahre alt geworden. K Nr. 96 / Seite 7 • Das erste Buch Eine Erinnerung von Paul Alverde» An ein besonderes Gefühl von Freude oder von Stolz kann ich mich nicht erinnern, wenn ich von der ersten Begegnung mit dem ersten eigenen Buch erzählen soll. Wie sich der eigene Name auf einem Titelblatt gedruckt ausnimmt, daran hatte ich mich über den Korrekturen zur Genüge geweidet. Er machte sich sehr schön, zum Frohlocken schön, die Erinnerung daran ist mir geblieben. Das fertige Buch aber, es war eine Erzählung, erweckte Verlegenheit und Unbehageit. Es war nun heraus, daß man schrieb, und zugleich war unabänderlich heraus, daß man es nicht besser gekonnt hatte. So lange eine Arbeit noch in der Schublade liegt, läßt sich eine holde Hoffnung nähren, daß noch nicht aller Tage Abend sei und daß eine allerletzte Niederschrift das eigene Mißtrauen stillen und das bedeutsam schweigende Stirnrunzeln der wenigen Eingeweihten in Lob verwandeln werde. Diese Hoffnung war nun zu begraben, und- mit in ihr Grab nahm sie den Mut, das Ding nun aufzuschlagen und noch einmal zu lesen. Es pflegt Jahre zu dauern, bis er sich wieder regt, daran hat sich nichts geändert bis auf den heutigen Tag. Es kam hinzu, daß ich mit diesem ersten Buch in die Oeffentlichkeit geraten war wie Pilatus in das Credo. Alles was ich damals schrieb, war zum Vorlesen in einem Freundeskreis bestimmt, der sich alle Woche um eine mächtige Teekanne versammelte. Sie wurde bis in den grauen, den Morgen hinein nachgefüllt, und ebenso lange pflegte das wechselseitige Vorlesen und Debattieren zu währen, von rauschenden Vorträgen an einem Mietklavier unterbrochen. Es gab damals noch kein Radio, Schallplatten besaßen wir nicht und Konzertkarten konnten wir meist nicht erschwingen, doch unser Hunger nach Musik war unersättlich. Von diesen Abenden ist dann auch außer der Klaviermusik etwas laut geworden. Eines Tages fragte mich ein junger Verleger, ob er von dem Vorgelesenen nicht einmal etwas sehen könnte. Eigentlich ergab sich nun alles Weitere voh selbst, das erste kleine Buch erschien. Zum Glück war es ein junger Verleger, und meine Scheu vor der Oeffentlichkeit erwies sich als unbegründet. Sie nahm seiner und meiner kaum wahr. Immerhin, man hätte sich nicht ungern in dem Schaufenster einer I Buchhandlung gesehen und ich unternahm deswegen ausgedehnte Wanderungen durch München; aber es war vergeblich. Ith bin auch in einige hineingegangen und visierte so über die Ladentische hinweg, wo die neuen Bücher ausgelegt waren. Aber das meinige befand sich nicht darunter, und ich unterließ diese Nachforschungen schon bald wieder. Sie kosteten Geld, denn ich wagte es nicht, wieder hinauszugehen, ohne etwas erstanden zu haben, von einem andern, versteht sicht. Nach mir selber zu fragen, brachte ich nicht über mich. Ich fühlte mich bei der bloßen Vorstellung davon bereits rot bis hinter die Ohren werden. Ich glaube, ich werde es noch heute, wenn mich in der Straßenbahn oder sonstwo vor fremden Ohren jemand auf meine Autorenschaft hin anredet. Natürlich hängt das mit dem oben erwähnten schlechten Gewissen zusammen. Es wurde nicht besser dadurch, daß in einer entlegenen Zeitschrift ein Wohlmeinender dieses Buch alsbald über den grünen Klee lobte. Ich las es still -für mich, ohne Erröten und war durchaus seiner Meinung. Aber wie sollte es mir jemals gelingen, ihn mit dem nächsten Buch nicht fürchterlich zu enttäuschen? Dennoch hat er ein gutes Werk an mir getan. Seinetwegen holte ich den Text, den er so hoch erhoben hatte, doch wieder heror, als ich eben wieder einmal an allem verzweifelte und schöpfte etwas Mut. Ich fand wenigstens hier und da etwas darin, das mir nun auch selber gefiel. Dabei ist es nach so langer Zeit gehlieben bis auf den heutigen Tag. Deshalb vermag ich des anderen, der mir das erste eigene Buch in die Hände brachte, doch nicht allein mit Verlegenheit und mit Unbehagen zu gedenken. Die Werke von Zane Grey und Ernest Haycoi bringt der Awa-Ver- lag Krüger & Co., München, in brauchbaren Uebersetzungen und guter Ausstattung. Sie sollen dem erlebnishungrigen Jugendlichen den Griff nach schmutzigen Kolportage-Machwerken ersparen, aber auch den anspruchsvolleren Leser an den modernen amerikanischen Abenteurerroman großen Stils heranführen. Bis jetzt sind erschienen „Schatten auf der Fährte“ von Zane Grey und „Der Marshall von 1 River Bend“ von Ernest Haycox. -dt Uber Geschmäcker läßt sich doch streiten Tce-Gedeck von 1950 — Tee-Kessel von 1880. Bildprobe aus Walter Dexels Werk „Hausgerät, das nicht veraltet“ (Otto Maier-Verlag, Ravensburg), in welchem sinnvolle zeitgenössische Gebrauchsformen oft in wirksamem Kontrast zu „schönen“ Formen der historisierenden Jahrzehnte am Ende des 19. Jahrhunderts gezeigt werden. Gibt es eine verlorene Generation? Zu sieben Romanen aus unserer Zeit Ist es •wirklich eine «verlorene Generation“, die dieser letzte Krieg auf dem Gewissen hat? Einige der sieben europäischen Autoren, deren neue Bücher vor uns liegen, bejahen es. Andere finden den Glauben an den Menschen im Glauben an Gott wieder. Aber was ist das für ein Glaube! Die Hölle hat mehr Wirklichkeit in ihm als das himmlische Erbarmen. Alle uns vorliegenden Bücher bedeuten eine ernsthafte Auseinandersetzung und Besinnung. Die moralische Forderung, die selbst der Unterhaltungsroman stellt, nehmen wir als Zeichen, daß nichts von dem vergeblich war, was wir erlebten. Der S. Fischer Verlag legt mit Jiri Mucha's Kriegs- und Nachkriegsroman «Rüdekehr nach Ninive* einen psychologischen Beitrag zum Problem der indirekten Schuld vor, in die ein schwacher Mensch gerät, wenn er «ich richtungslo« von Sympathien und Antipathien treiben läßt, die weder Liebe, noch Haß sind. Der Typ dieses jungen Tschechen ist. international, Tausenden fehlt wie ihm die Kraft zur Entscheidung. Mucha, mit Maurois und Gide befreundet, in Paris und London geschult, erzählt überaus natürlich und wahrhaftig, aber er dringt zu keiner Losung vor. Sein berufloser Heimkehrer spürt an der Sdiwelle des Alterns nichts als die vergebliche Sucht nach der Jugend, um die ihn der Krieg betrog, und vermag der gelähmten Frau statt Lieb« nur Lüge zu geben. Auch der zweite bei S. Fischer erschienene Nachkriegsroman, Friedrich Torberg's «Zweite Begegnung“, spielt in Prag. Ein völlig anderes Temperament wagt sich dichter ins aktuelle Geschehen und nimmt mit Entschiedenheit Stellung. Das Buch ist durchsetzt mit Tagebuch-Aphorismen, die bestechend kluge Argumente gegen das autoritäre System enthalten. Derselbe Autor zwingt den Leser in einer der wenigen wirklichen Liebesgeschichten, die es heute gibt. Daß diese Wiederbegegnung am Rande von Flucht und Tod mitten in die politische Auseinandersetzung hineingestellt ist, macht sie so erregend und hautnah. Man darf am Schluß auf atmen: die fast schon mißglückte Flucht aus dem hermetisch abgeschlossenen Land gelingt. Dieser zeitnächste, bis ins Jahr 1948/49 reichende Roman hinterläßt über sein schriftstellerisches Format hinaus einen menschlich positiven Eindruck. Trotz bitteren Ausgangs, trotz des heiklen Themas der heimatlos gewordenen Kinder, erreicht auch der Italiener Giuseppe Berto mit seinem bei Claassen in Hamburg erschienenen «Der Himmel ist rot" einen bejahenden Ausblick. Diese Halbwüchsigen stehlen und bilden Banden, aber sie halten untereinander eine herrliche Kameradschaft, und man behält fortwährend das Gefühl: in eine normale Entwicklung zurückgestellt, würden sie zu Menschen werden, die dem harten Dasein unserer Tage gewachsen sind. Literarisch weniger anspruchsvoll ist die Jahreschronik wartender Frauen von Dorothea Hollatz: «Wer unter euch ist ohne Sünde“ (Bertelsmann, Gütersloh). Auch dieser ernsthaft unterhaltende Roman ist aus einer sauberen Grundhaltung und mit viel Kenntnis des menschlichen Herzens geschrieben. Barbara Zaehle nennt ihren zeitlich weiter zurückführenden Roman eines Widerstandskämpfers im östlichen Grenzraum «Der Verborgene". Sie versetzt sich so in die Seele des Mannes, daß ihre Frauengestalten Randfiguren bleiben. Ein flüchtiger Richter, der die Gerechtigkeit nicht preisgeben wollte, stellt sich der polnischen Geheimarbeit zur Verfügung, wird an die Gestapo verraten und sieht nur den Ausweg in den Freitod. In einem unerwarteten Durchbruch zu wahrer Gläubigkeit übergibt er 6ich jedoch im letzten Moment der Grausamkeit seiner Häscher. Ein auch im Widerstand untergeordnetes Schicksal findet seine Erhöhung im bewußt hingenommenen Leid, ein fast als Bericht begonnenes Buch seine Erhöhung ins Dichterische. Der Verlag Kösel, München, dem wir die Bekanntschaft mit Barbara Zaehle verdanken, legt ferner den Versuch einer apokalyptischen Zukunftsdeutung vor: Anton van de Velde «Gott und das Gewürm“. Der holländische Autor benutzt eine Mischung surrealistischer und legendärer Elemente, um die Verderbnis der letzten Menschen zu schildern, die endlich, der biblischen Prophezeiung folgend* das Jüngste Gericht heebeizwingt. Es fehlt an Abstand, ähnlich wie bei dem Schweizer Albert Talhoff in dem «Roman“ genannten, aber auf Handlung weitgehend verzichtenden Buch einer gesprächsweisen Gewissenserforschung «Vermächtnis" (Eugen Rentsch Verlag, Erlenbach-Zürich). Wenn Letzte Dinge mit dieser gefühlsmäßigen Direktheit ausgesprochen werden, ist der Mensch unserer Zeit nicht ohne weiteres bereit, sie anzunehmen. Auch angesichts dieser sieben Romane erweist sich wieder, daß die unpathetische Form am reinsten gelingt. Hedwig Rhode Wolfsjagdkorps - Wikinger - Marathontanz Es gibt einige Neuerscheinungen guter Verlage, die über Zeit und Thema hinausdeuten, sei es durch sinnbildhafte Erneuerung einer geschichtlichen Wahrheit, sei es durch ein dichterisch ins Allgemeingültige gehobenes Menschenbild. Eine moderne Mythe und zugleich ein charakteristisches Beispiel des ganz und gar in Handlung umgesetzten psychologischen Romans ist Jean G i o n o s 1946 geschriebenes Buch «Ein König allein?, soeben bei Cotta in der prachtvollen Uebertragung von Richard Herre erschienen. Auch im Gesamtwerk des südfranzösischen Dichteis bedeutet dieser Roman eine Krönung. Giono demonstriert die hoffnungslose Vereinsamung des nach Freiheit dürstenden Menschen durch die kühne Gleichsetzung seines Majors vom Wolfsjagdkorps mit dem Verbrecher, den er stellt, und dem Tiej, das er jagt. Ein im Schnee erstickendes Pyrenäendorf mit seinem beklemmend ereignislosen Alltag wird zum Schauplatz einer Reihe von Untaten und Schicksalen, die alle nur Vorbereitung sind für die unterbewußte Menschenjagd, welcher der mit sich selbst zerfallene Held, der kein Mörder mehr sein kann und doch die Ur- instinkte in sich nicht abzutöten vermag, zuletzt in den selbstgewählten Tod entflieht. Ein Teil dieser eminent männlichen Tragödie wird als Erzählung der einzigen Frau in den Mund gelegt, die den Einsan^n erkannt hat aus ihrer ungebrochenen Weibhaftigkeit heraus. Diese Rundung ins Vollmenschliche erweist des Dichters Meisterschaft und macht aus dem erschütternden zugleich ein beglückendes Buch. Der zweite große Roman, der uns beschert wurde, stampit von einem bisher in Deutschland unbekannten nordischen Autor: Haldor lax* ness: «Islandglocke“. Es ist-.das historische Schicksal Islands, die Tragödie eines ehemals heldischen Volkes, das Hunger und Versklavung heruntergebracht haben, bis die Skaldeninsel im herrschenden Dänemark der Wende des 17. Jahrhunderts zum Inbegriff der Hölle wurde. Ein breitangelegtes Werk, das nur zu begreifen ist, wenn man sich auf die Tonart der alten Sagas besinnt, hinter deren hart berichteter Handlung das in einzigartiger Zu£it mißhandelte HeTZ der Wikinger und ihrer unrührbaren Frauen sichtbar wird. Es fällt schwer, sich von hier aus einem Schriftsteller des geschichtslosesten Amerika zuzuwenden. Und doch ist auch Ben Lucien Burmans «Land der Sehnsucht“ (Blanvalet, Berlin) etyas wie eine heutige Mythe. Freilich wird der Roman eines Vaters, der den Gefahren der Zivilisation zu entkommen sucht, im nüchternsten Reporterstil gegeben. Wir sehen unbekanntes Amerika: die Welt der kleinen Schausteller und Drugstores am Rand der endlosen Landstraßen, die Selbstjustiz einsamer Moordörfer, die erschreckenden sozialen Hintergründe des irrsinnigen Marathontanzens. H. R. „Undwas bleibt, istder Mensch“ In diesem umfangreichen Zeitroman lotet Kurt Ziesel mit geduldiger Gründlichkeit und mit Geschick die Tiefen und Untiefen deutscher und amerikanischer Eigehart aus und präsentiert 6eine Ergebnisse in eine dichte Handlung verwoben. Ein jünger amerikanischer Kampfflieger wird im Luftkampf beim Versagen seiner Maschine vom deutschen Gegner ritterlich geschont und schießt diesen in der Hitze des Gefechtes ab, als kurz darauf das Glück sich wendet. Er empfindet dies als Schuld, die er schwer trägt. So bleibt er dem Toten durch die Lektüre^ von dessen Tagebuch seelisch verbunden und sudit nach seiner Gefangenschaft die Aussöhnung mit der verlassenen Frau, bis die langerwartete Begegnung in schöner menschlicher Reife am Ende des Buches gelingt. Frankre ch und das zurückeroberte Paris, Brüssel und das verträumte flämische Land, die Wälder und Seen Ma- surens bei dem Sturm aus dem Osten und die Umgebung Münchens in der ersten Nachkriegszeit sind die gut geschilderten Schauplätze, auf denen sich die dunkleren und helleren Schicksale zahlreicher Menschen der Gegenwart erfüllen. I.H. (Kurt Ziesel: Und was bleibt, ist der Mensch. Verlag Deutsche Volksbücher. Stuttgart 1951. 643 Seiten. Leinen DM 16.50) Ein bürgerlicher Schelmenroman Von den Literaturgeschichten merkwürdig vernachlässigt, doch von dem Volke geliebt, ist Claude Tilliers «Onkel Benjamin“ von mehreren Generationen begeisterter Leser in Frankreich wie in Deutschland verschlungen worden. Auch den Heutigen hat der wacker für Freiheit, Recht und Brüderlichkeit streitende, jederzeit den Armen hilfsbereite und mit allen Fasern seines Herzens das Leben liebende Landarzt im roten Frack noch allerhand zu sagen. Zeitlos sind die herrlichen Landschaftsbilder eines wahren Poeten. Vielleicht mögen manchen die deftigen Freß- und Saufszenen des saft- und kraftstrotzenden Kumpanen, der so gut echte Freundschaft zu halten versteht, unzeitgemäß erscheinen. Diesen sei gesagt, daß es sich hierbei nur um die verständlichen Wunschträume eines genialen, aber armen und schwindsüchtigen Schulmeisters aus der Heimat Rabelais’ handelt, der mit dem Einsätze seines Lebens gegen die Vorurteile der Saturierten und für das gute Recht der Unterdrückten und Bedürftigen stritt. (Volksausgabe im Hera-Verlag, Wilhelmshaven.) Das Leben eines Sonderlings NuiTist auch «der verrückte Ferdinand* wieder aufgetaucht, Gerhart Pohls, des jetzt 50jährigen, lebend g erzählte, unproblematische, doch gehaltvolle Lebensgeschichte eines originellen Kauzes. (Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 336 Seiten.) Und wiederum wird er sich zahlreiche neue Freunde gewinnen, dieser unternehmungslustige Zimmergeselle, den es geheimnisvoll in die «verweinten Wlälder* Russisch-Polens zieht? der mit ihrem Holze in der niederschlesißchen Heimat während der Gründerjahre ein Vermögen verdient und der bei allem ranzigen Gehabe doch nicht seine liebevolle Seele an das Geld verliert. Mutterglück entdeckt die Welt Von der auch bei uns längst bekannten und geschätzten flämischen Schriftstellerin Marie Gever» erschien ein neuer Roman in sorgfältiger Ueber- setzung (v. Eva Rechel-Mertens) und in künstlerischer Ausstattung durch den Hamburger Maler Alfred Mahiau: „Hohe Düne*. (L. Staadcmahn Verlag. Bamberg. 207 Seiten.) Mit echt weiblichem Sinn für das Atmosphärische erzählt die Autorin die Geschichte einer mädchenhaften jungen Frau, die nach kurzer Ehe zu Beginn des zweiten Weltkrieges mit ihren Eltern in ein holländisches Seebad flieht, und fern von dem tragischen Kriegsgeschehen durch ihr Erlebnis der Mutterschaft aus dem Kindertraum an Sinnen und Seele erwacht: zur Freude an sich selbst, zum ahnenden Erkennen der Andern, zu besonderer Hinneigung zu den un- kenventionellen Halbwüchsigen: vor allem aber zu dem Glück über die bezaubernden Schönheiten der Natur und dem beseligenden Innewerden Gottes. I. H. Lebenskreise .Drei Stunden hinter Berlin* hat In« Seidel die Briefe aus dem Vikariat 1902 ihres Mannes Heinrich Wolfgang Seidel genannt, die sie bei Bertelsmann herausgibt. Eine erholsame humorgetränkte Idylle, deren Zauber man sich gern gefangengibt — das ist wirklich .gute alte Zeit' im Raabe'schen Sinn. Zwei kleine Biographien, gewidmet Menschen, die keine Berühmtheiten waren, aber als Beispiele wahrer Menschlichkeit über den Kreis ihrer Freunde hinaus Beachtung vardienen: Peter Wust, „Der Philosoph . von Münster", ein Lebensbild von Wilhelm Verne-' kohl (Regensbergs Kleine Reihe) und Michael Bauer, .Ein Bürger beider Welten*, uns nahegebracht von Margareta Morgenstern, der Witwe Christians, (R. Piper & Co., München). Der Katholik wie der Anthroposoph läuterten sich durch immerwährende Geistesschulung zur höchsten Würd« christlicher Persönlichkeit: Helfer zu sein und Vorbild im Ueberwinden. -o- Martin Kessels .Gesammelte Gedichte" (Rowohlt) gehen mit überzeugend« Selbstverständlichkeit aus dem Bänkelsängerton (.Berliner Leithen-Polka“) in gereimte Lebensweisheit vom Schlage des alten Claudius über. Man muß sie sich fast alle gesprochen vorstelien. Dann fühlt man, wie sehr sie mitten aus einer wach erlebten Großstadtwirklichkeit entstanden sind. Donnerstag, 19. Juni 1952 SÜDKURIER K Nr. 95 / Caite 8 ponnerstag, Kreuzungen rocibte fein neues Schulbaue ein Ein vorbildlicher Schulhausbau für zwei Millionen Franken' Die Schweizer Grenzstadt Kreuzlingen nahm am Dienstag die Einweihung ihres neuen »Primarschulhauses vor. Die ganze Gemeinde feierte mit ihrer Jugend ein Kinderfest voller Jubel und Fröhlichkeit; das noch lange in allen Herzen nachklingen wird. Wenn eine Stadt mit 10 000 Einwohnern eine Schule für 450 Kinder im Werte von über wei Millionen Franken erstellt, dann spricht dieses für das Verantwortungsbewußtsein ihrer Bürger, der heran- wachsenden Jugend gegenüber. Der Zürcher Architekt E. Schoch ging mit seinem Entwurf unter 59 Wettbewerbsprojekten als Sieger hervor. Er gliederte die Anlage in vier getrennte Baukörper: der zweigeschossige Haupttrakt dient zur Aufnahme der Klassen- und Lehrerzimmer, ein mit hellen Werkstätten stellt, ist von bewegender Schönheit, die jeden Besucher beeindruckt. Es ist für die Schweiz bezeichnend, daß man in den Schulen in bezug auf die Kunst des Beste für gut genug befindet, weil man sich sagt, daß gerade die Eindrücke, die den Menschen in seiner Jugend begleiten, entscheidend sind für seine ganze Entwicklung, und daß die ästhetische Erziehung ein Teil der allgemeinen Erziehungsarbeit ist. Es ist selbstverständlich, daß große Klassenfenster das Licht des Tages ungehindert eintreten lassen. Um die Schulmöbel den wachsenden Kindern in der Größe anpassen zu können, sind Tische und Stühle verstellbar. Auch die Arbeitsschule ist mustergültig eingerichtet: helle Handarbeitszimmer, eine elektrische Küche, Werkräume für die Buben, ausgestattet mit Hobelbänken -v *?■ ■. . ■ ~m _ unterkellerter Bau zur Unterbringung der Arbeitsschule sowie einer Wohnung für den Schulwart, der 3. Baukörper nimmt die mit einer großen Glaswand abgeschlossene Turnhalle auf, und der vierte Bau beherbergt einen Kindergarten. — Der Haupttrakt ist mit der Arbeitsschule durch eine überdachte Pausenhalle verbunden. Unter den Bauten sind Luftschutzräume durch unterirdische Gänge miteinander in Verbindung, die auch die Rohre der Zentralheizung aufnehmen. Ist schon der äußere Eindruck der Bauten in ihren Proportionen wohltuend und überzeugend, so nimmt ihre innere Ausgestaltung den Besucher durch die Gediegenheit des Materials gefangen. Das in der Eingangshalle befindliche Mosaik von Carl Rösch, das das Verhältnis des Menschen zu den vier Grundelementen darund prächtigen Werkzeugschränken — ein wahres Paradies für die „Buebe“ und „Meitli“, die sich hier vorbereiten auf den Ernst des Lebens. Reizend der Kindergarten mit seinen Stühlchen und Tischchen und seinem farbenfrohen Brunnen; hier scheint das Märchenreich der 7 Zwerge köstliche Wirklichkeit zu sein. Für Konstanz, das sich zur Zeit ebenfalls mit Schulhausplänen im Haidelmoos beschäftigt, stellt das Kreuzlinger „Wehrli- Schulhaus“ eines willkommene Anregung, aber auch Verpflichtung dar. Denn auch für unsere Stadt gilt das Wort Winston Churchills nicht minder, das der Kreuzlinger Schulpräsident Knus in seiner Ansprache zitierte: „Die beste Art, sein Kapital anzulegen, besteht darin, sein Vermögen für die Erziehung der Kinder auszugeben.“ H. F. Konftanz in Blumen fchlägt oor: Kitsch gehört nicht in den Garten! Oder finden Sie, lieber Gartenfreund, es geschmackvoll, die Kanten von Beeten und Rabatten oder Rasenflächen mit Bierflaschen zu umsäumen? Um wie vieles schöner sieht beispielsweise eine Kante aus Zierrasen aus! Oder wenn es etwas solideres sein soll, eine Einfassung aus Natursteinen oder Klinkern. Auch die Tropfsteingrotten oder die Zugspitze in Miniatur, die stolz „Alpinum“ genannt wird, gehört zum Thema Kitsch, ganz abgesehen von den Wind- oder Wassermühlen, den bunten Glaskugeln oder den im Goldfischteich angelnden Gartenzwergen und tönernen Rehlein mit und ohne Kopf! Wenn man über diese Dinge nicht die gleiche Freude äußert wie der Gartenbesitzer, zählt er stets die vielen kleinen und großen Mühen auf, mit denen seine gartenarchitektonische Arbeit verbunden war. Und dann, wenn diese Argumente nicht fruchten, führt er sein stärkstes Geschütz auf: Die Kinder! Für sie hauptsächlich — so sagt er — hat er diese kleine Welt im eigenen Reich erstehen lassen. Aber — die Kinder sollen lernen, die schönen Dinge der Welt und der Natur zu sehen, denn gerade sie sind dafür in ihrem Alter so empfänglich. Und schließlich gehört auch das zur Erziehung, ganz besonders in Beziehung auf Kunst. Doch für Kinder sind gerade diese Sachen völlig falsche Objekte, um in ihnen Kunstverständnis zu wecken. Es gibt in Konstanz so viele schöne Gärten, die als Anregung dienen können. Der Arbeitsausschuß „Konstanz in Blumen* wird auch in diesem Jahre Vorgärten nicht prämiieren, in denen solche Ueberbleibsel einer pseudo-romantischen Stilepoche zu finden sind. Ständig erhält die Geschäftsstelle „Konstanz in Blumen“ Anfragen, ob jetzt noch Rasensamen ausgesät werden kann. Rasen geht im Sommer besonders gut auf und kommt dann gut gekräftigt in den Winter. Gerade dieses Jahr mit seinen verhältnismäßig vielen Niederschlägen ist zur Anlage einer Rasenfläche sehr geeignet. Bei den Blumen in Balkon- und Fensterkästen sowie in den Vorgärten ist jetzt auf Ungeziefer und Krankheiten zu achten. Als preiswerte Bekämpfungsmittel haben sich bewährt: Gegen Läuse und Raupen: Queria- pulver und Sineal; gegen Schnecken: Sdineck- ex; gegen Mehltau: Cosan; gegen Rostkrankheiten: Versol. fhts ber XacgbarfcfKtft Dettingen. Wie bereits in der Dienstag- Ausgabe berichtet wurde, verunglückte in den frühen Morgenstunden des vergangenen Montag Schreiner Wilhelm Fetscher von hier mit seinem Klein-Kraftrad in Konstanz so schwer, daß der Tod alsbald eintrat. Der Verunglückte ist geborener Wollmatinger und war über 20 Jahre hier ansässig. Er stand im 43. Lebensjahr und hinterläßt eine trauernde Gattin und Tochter. Die Beerdigung findet in Konstanz- Wollmatingen statt. — Die Radfahrer- Abteilung des Sportvereins nahm am Sonntag am Radsportfest in Immendingen teil und errang den IIB-Preis sowie • den Weitpreis. — Ueber das Wochenende weilten die Fußballer aus Mietingen bäi Ulm in unserer Gemeinde. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Sportverein mit den Gästen ein Freundschaftsspiel. 1. Versehrten-Sportfest in Radolfzell ra. Alle Versehrten des Kreises Konstanz sind eingeladen, am Sonntag, 29. Juni, zum 1. Versehrten-Sportfest nach Radolfzell zu kommen. An den Wettkämpfen selbst (Schwimmen und Leichtathletik) können nur Unfallversicherte teilnehmen. Auskunft und Anmeldung bei Emil Grabow, Radolfzell, Haselbrunnstraße 45. Nach Ulm anstatt „nach Stuttgart“ Stockach. Unter dem Vorwand, er sei mittelloser Student, erschwindelte sich ein 28jähriger Bursche beim katholischen Pfarramt 16 DM zu einer „dringenden Fahrt nach Stuttgart“. Ein hiesiger Einwohner, bei dem er den gleichen Trick versuchte, verständigte die Gendarmerie. Es handelt sich um einen von der Ulmer Polizei bereits Gesuchten. Tagung der Bodenseesegler in Bregenz Bregenz. Bei einer Tagung der Bodenseesegler in Bregenz wurde die Wiedergründung des Internationalen Bodenseeseglerverbandes vollzogen. Den Vorstand bilden unter Vorsitz von Walter Kunze (Bregenz) Direktor Gisy (Deutschland) und H. Scherrer (St. Gallen). Der internationale Bodensee-Seglerverband will wie früher sich mit der Durchführung von Regatten, Sturmdienst, Rettungsdienst usw. befassen. Die neuen Filme Das Gloria bringt ab Freitag den neuen, achtfach mit Preisen ausgezeichneten Film „Alles über Eva“, zu dem Erich Kästner die deutschen Dialoge schrieb. — Im Capitol läuft der humoristische Abenteuerfilm „Der blaue Stern des Südens“ mit Victor de Kowa und Gustav Knuth, Regie: Wolfgang Liebeneiner. — Die Scala zeigt vom Freitag bis Montag den ersten Teil des Filmes „Jesse James, Mann ohne Gesetz“, vom Dienstag bis Donnerstag „Rache für Jesse James“ (II. Teil). — Im Roxy wird von Freitag bis Montag der Film „Hotel Sahara“ aufgeführt. Sonderveranstaltungen: Capitol: „Die blaue Dahlie“, Roxy: „Kennwort 777“ (Samstag), und das Lustspiel „Die unvollkommene Liebe“ (Sonntag). „Der Kongreß tanzt“ (Roxy) Jetzt tanzt er wirklich zum allerletzten Male, der Wiener Kongreß von 1815 im unvergeßlichen Charell-Film, mit Willy Fritsch als Kaiser Alexander und Lilian Harvey als süßem Wiener Mädel. Vor einem Vierteljahrhundert war dies der erste große Sieg des deutschen Tonfilms, und die Seligkeit, die er uns damals schenkte, klingt und schwingt noch heute in uns nach. Die Jüngeren, die von Kind auf später so viel Trübes erleben mußten, werden mit dem Hauptschlager wohl meinen: „Das ist zu schön, um wahr zu sein“, die Älteren aber wehmütig mitsummen: „Das gibt’s nur einmal, das kommt nicht wieder...“ Dieser bahnbrechende Bildstreifen hat dabei als erster viele wahrhaft filmische Effekte erfunden, so die großartig gesteigerte Droschkenfahrt der Christi durch das tanzende Wien oder etwa die Verwandlung des blanken Ballsaalparketts der Wiener Burg in ein wogendes Meer, über das Napoleon von Elba zurückkehrt. Welch eine Freude aber auch, Künstler wie Willy Fritsch, Paul Hörbiger oder Lil Dagover in ihrer strahlendsten Jugend zu sehen! Wie vollendet schon der junge Conrad Veidt als Fürst Metternich! Adele Sandrock aber war offenbar bereits Anno 1928 so monumental bejahrt wie humorig. Wir sind für diese letzte Begegnung mit einem Filmglück von einst aufrichtig dankbar; manche werden dabei wohl auch längst verlorener teurer Menschen gedenken, mit denen vereint sie an diesem Film sich einst erfreut haben. cw 1500 Zufchauer laßen im „Schroißhaften Erfreuliches und Unerfreuliches vom Boxkampf „Rheinstrom* — Padua Der Boxkampf „Rheinstrom“ — Padua (wir berichteten am Dienstag darüber) war eine feine Sache — sportlich gesehen. Das Drum und Dran war weniger erfreulich. Punkt 8 Uhr öffnete der Himmel seine Schleusen und warf damit alle Freiluftveranstaltungspläne über den Haufen. Der Umzug vom Stephansturnplatz in die Schottentumhalle ging recht flott vonstatten. Aber dann begann das Fiasko: ein Sturm auf die Halle setzte ein, die Türen wurden beinahe eingedrückt, Sitzplatzkarteninhaber schimpften, weil sie stehen mußten, „Nassauer“ drängten sich dazwischen, und als die Kämpfe mit einstün- diger Verspätung schließlich begannen, glich die Schottenturnhalle einer vollgepfropften Heringstonne. Hunderte aber standen noch vor der Halle und gingen verärgert nach Hause. * Wir sahen einen Reporter des Südwestfunks, der sich samt Assistentin und Aufnahmegerät mühsam eine Gasse durch die Menge bahnte und schließlich ein paar Qua- dratzentimeterchen Platz am Ring ergattern konnte. Wir sahen Stadtrat A. Bader, den Sportbeauftragten der Stadtverwaltung, wie er, hoffnungslos eingekeilt, sich am laufenden Band die Schweißperlen von der Stirn wischte. Nach dem Kampf erklärte er, jetzt habe er am eigenen Leibe verspürt, wie dringend der Neubau einer Sporthalle in Konstanz sei. * Genau das ist es! Konstanz braucht endlich eine neue, geräumige Sporthalle. Solche Vorkommnisse wie am Freitagabend dürfen sich nicht wiederholen. Man soll nicht immer den Veranstaltern die Schuld in die Schuhe schieben. Wer gesehen hat, wie die gesamte Vorstandschaft des „Rheinstrom“ und die Boxer von frühmorgens bis abends geschuftet haben, um eine Freiluftveranstaltung aufzuziehen, der ^Jcann nicht mehr von einer fehlerhaften Organisation sprechen. Freilich, mit ungünstigem Wetter mußte man rechnen. Aber welcher Veranstalter hofft nicht bis zur letzten Sekunde, daß doch noch alles gut gehen möge? Gerade der „Rheinstrom“ gibt sich alle erdenkliche Mühe, auch ausländische Klassemannschaften zu verpflichten. Und der Erfolg? Hunderte von Konstanzer Boxsportfreunden mußten wieder nach Hause gehen, weil sie keinen Platz fanden. Wir denken heute schon an den demnächst stattßndenden Kampf gegen Amsterdam! Es bleibt nur zu hoffen, daß das Schwitzbad von Stadtrat Bader nicht umsonst war... * Trotz allem: ein Lob dem Konstanzer Publikum. Niemand murrte, niemand beklagte sich, obwohl das drei Stunden lange, eingepferchte Stehen in' der schwülen Luft eine harte Geduldsprobe bedeutete. Sogar alte Frauen (der Zustrom des schwachen Geschlechts wird überhaupt immer stärker) harrten geduldig aus und klatschten enthusiastisch Beifall. * Ringrichter Neuhold, Zürich, ein international erfahrener Mann, war hervorragend. Seine unerschütterliche Ruhe, sein freundliches Lächeln, wenn er einen Kämpfer ermahnte, glätteten oft die Wogen im Ring und im Zuschauerraum. Der „Rheinstrom“ hat aus dem Kampf gegen Mailand die Lehren gezogen und unseren Rat befolgt. Damals gab es bekanntlich bei den Gästen unzufriedene Gesichter wegen der Urteile. Diesmal amtierte ein absolut neutrales und einwandfreies Kampfgericht. Und niemand focht die Entscheidungen an! * Die Italiener waren prächtige Kerle. Bescheiden, kameradschaftlich und für jede Aufmerksamkeit dankbar. Als beispielsweise der Fliegengewichtler Marni mit einem Riß über den Augenbrauen zum Ringarzt mußte, folgte ihm der hünenhafte Friso wie ein Wachhund. Er betreute seinen verletzten Kameraden geradezu mütterlich und ließ ihn nicht aus den Augen. Der gute Doktor mußte immer wieder „mille grazie“ des Paduaner Präsidenten und des Verletzten entgegennehmen. * Die Gäste aus dem Süden waren begeistert von Konstanz, von ihren deutschen Kameraden und von der Gastfreundschaft des „Rheinstrom“. Auch das boxerische Können des Gegners hat dem Paduaner Trainer Leopardi (früher ein bekannter Profiboxer) imponiert. Er meinte, daß sich der „Rheinstrom“ mit jedem italienischen Boxclub messen könne. Und aus den vielen herzlichen „arrivederci“ beim Abschied war herauszuhören, daß die Konstanzer Boxer beim Rückkampf im Herbst in Padua ein außergewöhnlicher Empfang erwarten wird. Weg. Bodensee and Sehwarzwald Kein Personenaufzug zur Oberstadt Meersburg. Meldungen über den Bau eines Personenaulzuge« zwischen Unter- und Oberstadt entsprechen nicht den Tatsachen. Sie sind auch schon deshalb undiskutabel, weil es noch keineswegs feststeht, ob das hierfür in Frage kommende Gelände von der Domänenverwaltung zur Verfügung gestellt wird. Bereits 1938 war ein ähnlicher Plan abgelehnt worden. Unterstadt für Motorräder gesperrt Meersburg, Wegen der Klagen der Bürger und Gäste über die vor allem nachts an- und abfahrenden Motorräder hatte sich die Stadt im Interesse eines gepflegten Kurbetriebes beim Landratsamt um die Sperrung der Unterstadt für Motorräder bemüht. Die Verkehrspolizeibehörde hat nun dem Antrag stattgegeben. Als Parkplatz für Motorräder wurde der örtliche Teil des neuen Parkplatzes bei der Spitzkehre bestimmt. Bemerkenswerte Malereien in Aufkirch Ueberlingen. Als man unter den Tünchen und Anstrichen im Chor der Michaelskirche in Aufkirch zu schürfen begann, entdeckte man auf den Rippen des Gewölbes Tintenfische, Schildkröten und Affen, Fabelwesen und Pflanzenornamente, die ein Maler um 1450 aufgemalt hatte. Bemerkenswert sind ferner die Figuren zweier weltlicher Stifter in der Tracht des frühen 15. Jahrhunderts. Leider müssen zahlreiche spätgotische Malereien, mit denen die ganze Nordwand des Chores überzogen war, als verloren gelten. Lediglich eine frühe Madonna kann erhalten werden, ebenso eine reich gemalte Umrahmung des Sakramentshäuschen. Mit brennender Zigarette eingeschlafen Villingen. Ein junger Mann legte sich in Vil- lingen mit der brennenden Zigarette ins Bett und schlief dabei ein. Durch die noch glühende Zigarette wurde das Bett in Brand gesetzt und verbrannte teilweise Hausbewohner wurden durch den Brandgeruch auf die Gefahr aufmerksam, weckten den noch immer Schlafenden zur rechten Zeit und löschten die Glut. Die Kreisbrandmeister tagten Villingen. Auf einer Tagung der Kreisbrandmeister Südbadens anläßlich des 100jährigen Jubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Villingen am Samstag, 14. Juni 1952, wurde einstimmig beschlossen, den südbadischen Landesbezirksverband der Feuerwehr zu gründen. Zum Vorsitzenden wu"de der südbadische Landesbrandmeister Hehn-Achfrn gewählt. Die südbadischen Kreisbrandmeister beauftragten weiter den Präsidenten des deutschen Feuerwehrverbandes, Bürger- Rottweil, in Uebereinstimmung mit der Auffassung der württembergiseben Feuerwehren, bei der Staatsregierung des neuen Bundeslandes dafür einzutreten, daß der bisherige Landesbrandmeister Ludwig Hehn , bis zur Verabschiedung eines neuen Feuerschutzgesetzes durch den Landtag mit der Führung der Freiwilligen Feuerwehren des neuen Bundeslandes beauftragt wird. Opferstödce erbrochen Bad Dürrheim. In der katholischen Kirche wurde dieser Tage ein Opferstode erbrochen und das darin befindliche Geld entwendet. In der gleichen Zeit wurde auch der Opferstock der Mariengrotte neben der Kirche ausgeraubt. Wünsche des Kreises an die Landesregierung Waldshut. Die Kreisversammlung nahm auf ihrer letzten Sitzung eine Entschließung an, die sich mit der Schiffbarmachung des Hochrheins, dem ehemaligen Zollausschlußgebiet, dem Wiederaufbau des Aluminium-Walzwerkes Wut- öschingen, den Bundesstraßen durch das Hochrhein- und Wutachtal, der Höhenlandwirtschaft und der Bekämpfung der Rindertuberkulose befaßt. In der Zollausschlußfrage wird erneut ein „Revidiertes Heidelberger Abkommen* gefordert. Die Entschließung wird dem Staatsministerium und den zuständigen Ministerien in Stuttgart zugesandt werden. Jugendherberge Küssahurg gefährdet? Waldshut. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß die schön gelegene Jugendherberge Küssaburg, die viele Tahre lang der Jugend aus dem ganzen Bundesgebiet und # dem Ausland gute Dienste geleistet hat, ernstlich gefährdet ist und möglicherweise aufgelöst wird. Und dies nur, weil in dieser Jugendherberge als einziger in Deutschland, verboten ist, Speisen oder Getränke an die Besucher zu verabreichen. Der Grund liegt in einer vor Jahren getroffenen Vereinbarung mit dem Grundstücksbesitzer des Herberggeländes, der in der Nähe eine Wirtschaft betreibt. Lörrach baut ein Krematorium Lörrach. Nachdem die Finanzierung durch ein langfristiges Darlehen einer Versicherungsgesellschaft sichergestellt ist, will die Stadt Lörrach voraussichtlich noch in diesem Jahr mit dem Bau eines modernen Krematoriums mit Leichenhalle beginnen. Der Bau, der nach neuesten Erfahrungen errichtet werden soll, ist mit 250 000 DM veranschlagt. Konstanzer Hafenpegel: 17. 6.: 404 cm 18. 6.; 408 cm. t Unsere liebe, gute Mutter und Oma, Frau Marie Reiske ver'v. J entscb . gab. Wolf ist am 15. Juni 1952 von uns gegangen. Wir haben sie am 17. Juni 1952 in aller Stille zur letzten Ruhe gebettet. Konstanz, den 17. Juni 1952 Dr. Hans Jentsch, Wangen am See Alfred Jentsch, Konstanz und Angehörige. DER. ist Bisco Polizeistundenverlängerung / Eintrittspreis: DM 1.50 INDtSTRIE-GEWEBRSCHAFT 0BITCK UND PAPIER 7}odlar - Ckilbi Sonntag, den 22. Juni 1952 beim „HEIME®" Kreuzlingen-Os JiouzaH und Tanz Bauernkapelle von Radio Vorarlberg Volkstümlicher Gesang, Solovorträge, veranstaltet von Jodel-Doppelquartett des Berner-Verein Kreuzlingen Stellenangebot« J Stenotypistin m Kenntnissen von leicht. Buch- haltungs- u. Versandarbeiten per 1. 7. gesucht Beschäftigung halbtags vormittags. Zuschriften erb. unter 3726 Südkurier Konstanz. ; St«ll«ngesndt« _ Zimmermann 22 J., ln ungekünd. Stetig, sucht sieb zu verändern (Mitte Juli). Zuscfar. u 77 028 Südk. Konstanz. Bau- u. Möbelsdireiner 23 J.. ln ungekünd. Stellg. sucht sich zu verändern (Mitte Juli). I Zuschr. u. 77 027 Südk. Konstanz. c Ycrfc&il« Große Wäsche Zentrifuge (Kupfer) und Waschmaschine mit Kupfertrommel (reparaturbedürftig) zu verkaufen. 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Lindai konzert de ken von ) Schubert. : Staatsoperi Kunstausst „Gegenstär Filmpalast: f mm ^ m t I P Di Sa*9T 7 poonerstag, 19. Juni 1952 SÜDKURIER G Nr. 95 / Seit* Auf Dem Killesberg fchroatig Figaro Öas Szepter Fadramstellnng and Deutsche Meisterschaft des Prisen rhandwerks in Stuttgart Blick über die Grenzen Stuttgart. (Sch.-Eigenbericht.) Spielein, Spieglein *n der Wand: Vor rund fünfzig Spiegeln und vielen tausend Zuschauern ließ der Zentralverband de» deutschen Friseurhandwerks auf dem Höhen- park Killesberg in Stuttgart die deutsche Haar- Revue , J'antasia 1952“ passieren. Durklänge jarrschten vor. Kurzes Haar — zwei bis drei Zentimeter über der Nadtenlinie — ist Trumpf, per Knoten kann nur noch als Fasdiings-Ueber- jasdiung gelten. Die modische Linie wurde zum gollwerk gegen die Uniformierung erklärt... In Silber, Malachitgrün, Gold, Lila, Bleu, Braun, Rot, Schwarz prangten die Damen auf den Stühlen des Wettbewerbspodiums, als die fünfzig Minuten herum waren, die den Jüngern Figaros zur Verfügung standen, um aus einem Haarbündel eine anmutige Frisur zu zaubern. Das kurzgeschnittene Haar gibt Gelegenheit zu Variationen in allen Formen. Opalisierende, ineinander verlaufende Farben in allen Tönungen bestimmen das Bild. Wie einfach hat es heute die Dame, wenn eie in einem Gesellschaftskleid ausgeht: Sie kann nun — dem Kleid entsprechend — auch die Farbe ihrer Frisur wählen, die am anderen Tag mit ein paar Griffen vom Friseur wieder entfernt wird. Fünf Wettbewerbe wunden an zwei Tagen in Stuttgart ausgetragen, darunter einer, in dem sieh Kulturfpiegel oom ßoöenfee Konstanz. 24. 6. Kammermusik- abend des Schmitt-iBohn-TWos im Rathaushof mit Werken von Beethoven (20.30 Uhr). Bei schlechter Witterung im Treppenaufgang zum Ratsaal. — Ausstellung von (Handzeichnungen des 19. Jahrhunderts in der Wessenberggalerie. Ausstellung von deutschen Handzeichnungen des 20. Jahrhunderts im Wessenberghaus. l Radolfzell. 21 .‘22. 6. 4. Badischer 'Handwerkertag: Samstag, 20 Uhr, in der Festhalle festlicher Auftakt unter dem Motto „Das Handwerk in Dichtung und Lied“. Sonntag, 10 Uhr, Kundgebung des Bad. Handwerks, Festansprache „Das Handwerk im öffentlichen Raum” von Handwerkskammerpräsident und Bundestagsabgeordneten Bernhard Günther, Köln. Singen. 22. 6. „Meisterabend froher Unterhaltung” in der Scheffelhalle mit Barnabas v. Geczy, Marita Gründgens, Maria v. Schmedes u. a. Ueberlingen. 21. 6. Chorkonzert des Sängervereins Ueberlingen mit Werken von Prof. Braunfels, Lahusen und Weis- man (20.15 Uhr), Rabensaal). 24. 6. Schoech- Liederabend (20 Uhr Museumssaal) 26. 6. Braunfels-Abend unter Mitwirkung des Winterthurer Streichquartetts (20 Uhr Museumssaal). Lindau. Stadttheater: 23. 6. Kammerkonzert des Ebert-Trios, Wien mit Werken von Beethoven, Sehostakowitz und Schubert. 25. 6. Balletabend des Wiener Staatsopernballets. Im Konzertsaal täglich Kunstausstellung des Franklin-Instituts „Gegenständliche Kunst unserer Zeit ’. — Filmpalast: Farbfilm „Sudan”. der Friseur an der historischen Frisur aus dem Zeitalter 1715—1752 (kleine Puderfrisur) versuchen sollte. Unter munteren Klängen zog Team für Team der deutschen Garde Figaros — insgesamt 65 Teilnehmer aus ganz Deutschland — in die Runde. Scheren blitzten, Kä mm e wellten, Fläschchen klirrten, Brennscheren klapperten — und dann war das Zauberwerk in der Hexenküche yolibracht. Manch eine, die nur zusah, erblaßte schier vor Neid ob der großen Möglichkeiten, die fortan gegeben sind. Unter rauschendem Beifall gingen hundert Männer auf das Podium, Friseure und »Patienten“. Haarschneidemaschinen surrten auf, als das Zeichen zum Beginn des Wettbewerbes gegeben wurde. Im Gegensatz zu den neuesten Damen- Frisuren triumphiert der Langschnitt: Zart und behutsam gingen die Jünger Figaros ans Werk. Kein Härchen zuviel wurde abgeschnitten, sanft sind die Uebergänge, locker die Haarfülle, kultiviert der Schnitt, nichts mehr zu sehen von den Einflüssen aus der Kriegszeit,' als .Streichholzlänge“ das Diktat von oben war; Amerikas Einflüsse mit der kurzen Herrenfrisur waren nicht zu sehen. Warum eigentlich nicht? Fühlt man sich stark genug. Die Facon beizuhaiten? Heiß ging es her in den großen Hallen auf dem Killesberg. Die Menschen drängten sich in der Der trinkfeste Bundespräsident Lörrach. In einem Brief an den Oberbürgermeister der südbadischen Grenzstadt Lörrach, Arend Braye, hat 6ich Bundespräsident Professor Theodor Heuss dieser Tage für die freundliche Aufnahme bedankt, die ihm cLe alemannische Bevölkerung bei seiner Teilnahme an den diesjährigen Hebelgedenkfeiern im Mai bereitete. „Es waren gelungene Tage”, versichert Heuss und erinnert an d~e rege Teilnahme schweizerischer und französischer Trachtengnippen an dem Festzug anläßlich des Lörradier Hebeltages. Dieser Umstand zeige die Verbundenheit der Menschen über alle Grenzen hinweg. Der Bundespräsident kommt in seinem Dankschreiben an Oberbürgermeister Braye auch auf eine amüsante Episode zu sprechen, die ihm bei der alemannischen Bevölkerung den Ruf eines trinkfesten Weinkenners einbrachte. Während des Festzuges hatte eine Trachtengruppe Heuss einen mit erstklassigem Markgräfler Wein gefüllten Pokal überreicht, den der Ehrengast in einem Zuge austrank. „Daß in dem mir gereichten Pokal eine ganze Flasche Markgräfler enthalten war, ist mir erst nachher bewußt geworden. Ich hätte ihn doch nicht ganz leeren und an Sie weitergeben sollen", meint Bundespräsident Heuss in seinem Brief an Lörrachs Stadobenhaupt. . Im Großhandel das Kilo Kirschen für 18 Pfennige Freiburg. Wegen ernster Absatzschwierigkeiten und großer Preisstürze auf dem süddeutschen Kirschenmarkt hat der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband in einem am Montag an das Bundesministerium für Landwirtschaft gerichteten Telegramm die sofortige Sperrung aller Kirechenein- fuhren aus Italien gefordert. Die sogenannte Katastrophenklausel im Handelsvertrag mit Italien biete hierzur die Möglichkeit. Auf dem Kirschenmarkt in Oberrotweil am Kaiserstuhl sind in den letzten Tagen große Mengen Kirschen liegengeblieben und mußten eingestampft werden. Die vom Fachschau, die in mustergültiger Weis« vom Zentralverband in Gemeinschaftsarbeit mit dem Landesinnungsverband der selbständigen Friseure von Württemberg und Baden angelegt worden war. Die Industrie stellte die letzten Erfindungen auf allen Gebieten des Friseurwesens aus. Da sah man neue Schwenkapparate zum Kaltondolieren, Dauerweller, Mandcure-Instrumente, kosmetische Erzeugnisse, Haarwasser und Essenzen, Klingen, Wirbelwindhauben, Friseurwäsche, Schärfgeräte, komplette Friseureinrichtungen. Apparate für bioelektrische Lebensströme, OelpumptStühle UKW-Dauerwellapparate, kurzum: Man glaubt sich versetzt auf einen internationalen Kongreß für Chirurgen .. . Will man das Ergebnis chemischer Experimente, letzter technischer Errungenschaften aber auch letzter Erkenntnisse auf dem schwierigen Terrain des guten Geschmacks auf einen Nenner bringen, so könnte man sagen: Allen Trägern langen Haa- res ist endlich Tür und Tor geöffnet zum Herzenswunsch: zur kultivierten Frisur. Vorbei mit den Zeiten, da sich junge Mädchen in die Fron häßlicher Primadonnen-Gebilde begaben, da sich junge Damen frühmorgens mit vergeblicher Gymnastik den Knoten wanden, der nie hielt, da die reife Frau mit Haarfärbemitteln auf Monate hinaus den Gesamteindruck ihrer Erscheinung herunterwirtschaftete. Locker, farbig, kurz — so trägt man heute sein Haar, den schönsten und natürlichsten Schmuck, über den der Mensch verfügt. Großhandel gebotenen Preise sanken bis au? 18 Pfennige pro Kilogramm. Der Landwirtschaftliche Hauptverband macht die Bundesregierung für diese katastrophalen Preisstürze und die Absatzschwierigkeiten mitverantwortlich. Die Regierung habe die Bedürfnisse der süddeutschen Landwirtschaft vollkommen verkannt und die Einfuhrsperrfristen für Kirschen, die der Bauernverband schon vom 1. Juni angefordert hatte, erst mit Wirkung vom 26. Juni eingeführt. Die Folge sei eine Überschwemmung des deutschen Marktes mit italienischen Kirschen in einer Zeit, in der die süddeutsche Kirschanemte in vollem Gange sei. Allein in der Zeit vom 6. bis 16. Juni seien aus Italien über München 676 Eisenbahnwaggons Kirschen eingeführt worden. Die Ehefrau und zwei Töchter ermordet Haueneberstein (Kreis Rastatt). Die 40jährige Frau Theresia Gantner und ihre beiden Töchter, die 17jährige Gerda und die dreijährige Renate, wurden am Dienstagabend in ihrer Wohnung in Haueneherstein im Kreis Rastatt ermordet aufgefunden. Die Frau und die ältere Tochter lagen mit durchschnittenen Schlagadern im Bett, die Dreijährige war durch schwere Schläge auf den Kopf ermordet worden. Der Tod scheint nach den bisherigen Ermittlungen bereits in den frühen Morgenstunden des Dienstag eingetreten zu sein. Die Tat ist mit größter Wahrscheinlichkeit von dem zur Zeit flüchtigen Ehemann bzw. Vater der Ermordeten, dem 40jährigen Blechner Friedrich Gantner, verübt worden, der außerdem seinen 12- jährigen Sohn Julius durch Schläge auf den Kopf schwer verletzt hat. Nach den bisherigen Ermittlungen scheint der Junge kurz nach der Tat wieder zu sich gekommen zu sein, worauf ihn der Vater aus dem Mordzimmer heTausgetragen, verbunden und in sein Bett gelegt hat. Julius wurde am Abend von seinem 16jährigen Bruder aufgefunden, als dieser von der Arbeit zurückkehrte. Professor Jakob Jud t Zürich. In Zürich-Zollikon starb im 71. Lebensjahr Prof. Dr. Jakob Jud, von 1922 bis 1950 Ordinarius für romanische Philologie an der Universität Zürich, eine internatonale Autorität auf dem Gebiet der romanischen Sprachwissenschaft. Der Verstorbene machte sich vor allem einen Namen als Herausgeber des „Sprach- und Sachatlas Italiens und der Südschweiz' sowie der Zeitschrift „Vox Romanica“. Für seine besonderen Verdienste um die Erhaltung und Förderung der vierten Landessprache der Schweiz, des Rhäto-Romanischen, wurde Prof. Jud im vergangenen Jahre zum Ehrenbürger des Kantons Graubünden und der Gemeinde Scuol ernannt. Alt-Bundesrat Felix Calonder t Zürich. Im 89. Lebensjahre starb hier der ehemalige Bundesrat Dr. jur. Felix Calonder, ein bedeutender Politiker auch auf internationalem Felde. Ein Sohne des Engadins, wurde er frühzeitig Führer der Freisinnig-demokratischen Partei des Kantons Graubünden und bereits 1899 Mitglied des Ständerates. 1913 wurde er in die Schweizer Regierung, den Bundesrat, gewählt und betreute zuerst das Politische Departement, nachher das Jusitzdepartement. Im November 1921 vom Völkerbund zum Vorsitzenden der deutsch-polnischen Kommission mit dem Sitze in Kattowitz ernannt, entfaltete er als solcher eine sehr wertvolle und gerechte Tätigkeit. Als die Kommission für Oberschlesien im Juli 1937 ihre Arbeit einstellte, kehrte Calonder in die Schweiz zurück, nachdem ihm sowohl von Deutschland wie von Polen hohe Anerkennung für seine vermittelnde Tätigkeit zuteil geworden war. Das Narzissenfest in Montreux Montreux. In Montreux am Genfer See, wo zur Zeit alle Hänge und Wiesen von weißen Narzissen überblüht sind, wird zum 22. Male das berühmte Narzissenfest gefeiert. Aus allen Teilen der Schweiz sowie aus den Nachbarländern waren schon am Sonntag Tausende gekommen, um an den Veranstaltungen teilzunehmen. Tags zuvor gab es bereits einen Blumenkorso mit zahlreichen Wagen und zehn Musikkorps; anschließend entfalteten sich die erste von etlichen Konfettischlachten, die seit jeher zu einem der Hauptvergnügen dieses Festes im Freien gehören. Der offizielle Tag schloß mit einer großartigen Aufführung von Verdis „Aida“ im Freien. Alle 3500 Sitzplätze waren besetzt. Bis zum 22. Juni werden von der Truppe des Teatro dell’Opera von Rom mit ihren 400 Personen die Opern „Aida“ und „Macht des Schicksals“ wiederholt. Den Rhein entlang RüftdfCUtU Südwestfunk (SWF); Stuttgart (STG) Beromünster (BEB|; Vorarlberg (VOR) DONNERSTAG, 19. Juni: SWF: 6.10 Marktberichte; 13.15 Musik nach Tisch; 14.30 Kin- derliedersingen; 15.00 Welt und Wissen; 17.15 Rechtsspiegel; 17.40 Landwirtschaftliche Hochschule Hohenheim (Freiburg); 18.20 Jugend spricht zu Jugend; 18.30 Musik zum Feierabend); 20.00 Unterhaltungsmusik; 20.30 Neue Schlager; 21.00 Erinnerung an Schlesien; 22.30 Alte französische Musik; 23.30 Anekdoten um berühmte Männer. — * STG: 5.20 Marktrundschau; 9.05 Unterhaltungsmusik; 11.10 Symphonie von Richard Wagnej; 11,45 Fleisch oder Milch? 15.00 Märchen, und: Wir hören Vogelstimmen; 17.40 Qr. Kolporteur und der Bierlui; 18.00 Klänge aus London; 18.30 Sport gestern und heute; 20.05 Frohes Raten für jedermann; 20.45 Volksmusik; 21.30 Lyrische Kriminalgeschichte: Hier ist doch nichts los; 22.20 Altitalienische Chormusik; 22.40 Der deutsche Anteil am zeitgenössischen Drama; 23.10 Musik v. Rachmaniniff u. Rimsky-Korsa- kow. — *BER: 11.00 Berner Studentenchor; 12.40 Volkstümliche Musik; 13.50 Populäre Musik fremder Länder; 16.00 Sendung für Junge über siebzig; 16.30 Unterhaltungsmusik; 17.45 Neue Pariser Chansonsj 18.35 Der Hasenroman; 19.00 Kleines Konzert: 20.00 Lustspiel von Gogol: Der Revisor; 22.20 Zeitgenössi- sisdle Schweizer Kammermusik — * VOR: 13.00 Mittagskonzert; 16.00 Wiener Philharmoniker spielen Straußwalzer; 16.30 Märchen; 17.00 Bastelecke; 17.10 Von den Wiener Festwochen: Brahms-Sonate; 18.30 Gesang und Gitarre;19.15 Lehrlinge singen und musizieren; 20.15 Hörspiel: Mary Rose; 22.15 Geschichte der Mathematik; 22.30 Yma Su- mac, das indische Stimmwunder; 23.00 Strub- Quartett spielt Beethoven-Quartett. FREITAG, 20. Juni: SWF: 6.10 Marktberichte; 13.30 Musik nach Tisch; 15.15 Nachmittags- konzert; 14.30 Die Sprache als Quell der Dichtung; 15.15 Nachmittagskonzert; 16.45 Ein kosmopolitisches Idyll; 17.00 Sang und Klang im Volkston; 17.40 Als Zoologe unterwegs (Tübingen); 18.30 Musik zum Feierabend; 19.30 Chorgesang; 20.00 Operettenklänge; -21.00 Konzert, u. a. Brahms, 2. Symphoniei 23.15 Musik des 14. und 15. Jahrhunderts. — * STG: 5.20 Marktrundschau; 8.00 Jeder spart anders; 12.00 Musik am Mittag; 16.00 Nachmittagskonzert; 16.45 Neue italienische Liebesromane; 17.00 Leicht beschwingt; 17.40 's Bawett erzählt; 18.00 Unterhaltungsmusik; 18.35 Jugendfunk; 19.00 Unterhaltungsmusik; 19.10 Rechtsspiegel; 20.05 Cellokonzert von Dvorak; 21.00 Stars von drüben; 21.30 Geistige Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland;, 22.20 Unterhaltungsmusik; 23.15 Unterhaltung’ und Tanz. — * BER: 6.25 Muntere Morgenmusik; 11.00 Berühmte Dirigenten und Solisten; 12.40 Konzert des Studio- Orchesters; 13.25 Ritter vom hohen C; 14.00 Für die Frau; 16.00 Wunschkonzert; 17.30 Kinderstunde; 19.10 Weltchronik; 20.15 Hörfolge: Aus alten Zuger Chroniken; 22.15 Venetianischer Alltag; 22.20 Musik von Strawinsky. — * VOR: 12.00 Mittagskonzert aus Wien; 13.00 Wunschkonzert; 16.00 Konzertstunde; 16.20 Für die Jugend; 16.55 Wissen für jedermann; 17.10 Nachmittagskonzert; 18.00 Grimrn’sche Volksmärchen; 18.25 Altitalienische Arien; 19.45 Politische Wochenschau; 20.15 Hörspiel: Das Märchen vom Holunderstrauch; 21.30 Unterhaltungskonzert; 22.20 Leise Klänge zum späten Abend; 23.00 Opernkonzert. 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