Erscheint »glich «it Ausnahme der Feiertage. Brzugs-Prris: Durch die Post bezogen und durch de« Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.20 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. fln Fällen von höherer Gewalt »rsteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit 1,28 biS 5 Ahr Sonntags geschlossen. Merusyrech-Anschlutz Rx. 460 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6908 General-Anzeiger für klsenz-und Schuxugbachtal Der Lanöoote Hftltftft* and verbreitetste Leitung dieser Gegend. Y»up1-Hn^eigen-Slatt MSchentlich» Beilagen - Hin« IUuktriert» » Au» dem Reick, cker ffiodi » Ratgeber fflr ks»o»- «nck tandwirtTcbaft Anzeigeu-Pretse: Anzeigen: Die 33 mm dreir» Millimeter-Zeile 6 Goldpfa Reklamen» Die 92 mm breit, Millimeter-Zeile 20 Goldpig. Grundschrist im Anzeigen- un» Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tansfrüer Rabatt, der bei Nichtzahlunß innerhalb 8 Tagen nach Rechnungsdatum oder bei gerichtliche- Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 Ah» vormittag«; größere Anzeige» müssen am Tage vorher aus- gegeben werden. Bank-Konto. Drreinsban» Sinsheim r.G. m-b-L. M 58. Donnerstag, den 8. Mürz 1928. 89. Jahrgang Marx unterrichtet die Varteiführer. Der Gämifch-Bericht am Montag vor dem Reichstag. unfreier, als sogar der deutsche Luftverkehr im Hoheitsgebiet der Besatzungsmächte. (Hört, hört!) Berlin, 7. März. Nachdem Reichskanzler Dr. Marx heute mittag Bettreter der bisherigen Regierungspatteien empfangen hotte, um sie über die Beschlüsse der Reichsregierung zur Phöbus-Affäre zu informieren, waren am Nachmittag die Vertreter der Oppositionsparteien an der Reihe. Bei den Besprechungen waren von der Regierung außer dem Reichskanzler auch der Vizekanzler Hergt, Staatsminister a. D. Sämisch und Reichswehrminister Grüner anwesend. Um 5 Uhr erschienen der Vorsitzende der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion Abg. Müller-Franken mit den Abgeordneten Dr. Hilferding und Heinig. Um 6 Uhr folgten die demokratischen Reichstagsabgeordneten Koch-Weser, Erkelenz, Haas und von Richthofen, mit welchen gleichzeitig auch der Vertreter der Wittschaftspattei Abg. Hampe empfangen wurde. Aus den Erklärungen des Reichskanzlers, der ausführliche Auskunft über den ganzen Komplex der Phöbusangelegenheit gab, ging vor allem hervor, daß der Bericht des Reichssparkommissars Sämisch, oessen Veröffentlichung von den Oppositionsparteien energisch geforoert wird, bisher kein einhcitliches Ganzes darstellte. Sämisch hatte die Angelegenheit vielmehr in zahlreichen einzelnen Abschnitten bearbeitet. Das so zustanve gekommene Material kann daher nicht als ein zusammenhängender Bericht angesprochen werden, zumal jener Bericht, über den der Reichskanzler in der ersten Reichstagssitzung im Januar Mitteilung machte, seitdem fortlaufend Ergänzungen erfahren hat und in den nächsten Tagen noch erfahren wird. Der Reichskanzler hat aber versprochen, daß der Rcichssparkommissar in den nächsten Tagen entsprechend den Wünschen des Hauptausschusses des Reichstages einen zusammenfassenden Bericht über das Ergebnis der Untersuchung in der Phöbus-Affäre vorlegen wird. Sämisch selbst sprach die Hoffnung aus, daß er die Arbeit noch in dieser Woche werde fertigstellcn können, so daß der Bericht am Montag dem Reichstag gedruckt vorliegen könnte, um als Unterlage der Besprechungen im Hauptausschuß am Dienstag zu dienen. Aus den weiteren Mitteilungen des Reichskanzlers ging hervor, daß ein Teil der beanstandeten Geschäfte von Kapitän Lohmann selbständig, ein anderer Teil dagegen mit Wissen seiner Vorgesetzten entriett worden ist. Darüber, sowie über alle Geschäfte der Seetranspottabteilung soll der Bericht Sämischs Aufklärung bringen, der alles Tatsächliche umfassen und auch die budgetrechtlichen Fragen behandeln wird. Der Reichskanzler gab zu, daß einige Verfehlungen oorgekommen sind, betonte aber, daß alle Vorkehrungen getroffen seien, um eine Wiederholung solcher Vorfälle unmöglich zu machen. Die sogenannten schwarzen Fonds sind restlos ausgeräumt, es ist kein Pfennig mehr da, der ohne Wissen des Reichstags ausgegeben werden kann. Admiral Zenker hat neulich im Reichstagsausschuß erklärt, daß die Seetransportabteilung aufgelöst werden soll. Von den Führern der Linksparteien wurde in dieser Hinsicht betont, daß auch alle von der Seetransportabteilung getätigten illegalen Geschäfte restlos aufgehoben werden müßten, was vom Reichskanzler als selbstverständlich zugestanden wurde. Mit der geplanten Behandlung der Phöbus-Affäre durch den Reichskanzler haben sich die Parteiführer im wesentlichen einverstanden erklärt;: sowohl die Demokraten, als auch die Sozialdemokraten haben aber ihre endgültige Stellungnahme von der Nachprüfung ocs Sämisch-Berichts abhängig gemacht. Die Finanzwirtschaft der Reichsbahn stand im Zeichen der günstigen Konjunktur. 1927 wurden 42 bedeutende Brücken und Projekte sertiggestellt. Die Umgestaltung von 29 größeren Bahnhöfen konnte fortgesetzt und gefördert werden. Soweit sich übersehen läßt, wird für 1927 eine Grsamt- einnahme von etwa 5000 Millionen erreicht, der an Ausgaben etwa 4070 Millionen gegenüberstehen. Aus dem Be- triebsüberschutz von 930 Millionen ruhen Lasten aus dem Dienst der Revarationsschuldverschreibungen rund 590 Millionen, Zuführung an die gesetzliche Ausgleichsrücklage 100 Millionen und Dividende für die Vorzugsaktien 62 Millionen, nach deren Abdeckung ein Ueberfchutz von 170 bis 180 Millionen verbleibt. Trotzdem darf die Finanzlage der Reichsbahn für das neue Jahr nur mit Vorsicht beurteilt werden. 300 Millionen Mehrausgaben stehen bereits fest. Zur Frage der Tariferhöhung erklärt der Redner, das Reichskaibinett hat vor einigen Tagen seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß eine Erhöhung der Eisenbahntarife nur im äußersten Notfälle in Frage kommen könne. Da die vorliegenden Unterlagen das Vorhandensein einer derartigen Notlage nicht erkennen lassen, kann das Kabinett einer Tarif- erhöhuna nicht nähertreten. . Der Minister erwähnt bann vie 1927 öurchgesuyrten Verbesserungen «nd Beschleunigungen im Fahrplan. Auch die Elektrisierung der Strecken sei weiter fortgeschritten. Ich hoffe, daß die Befürchtungen, die Reichsbahn plane eine Beseitigung des Beamtenverhältnisses, ausgeräumt sind. Das Berufsbeamtentum muß aufrecht erhalten bleiben. Ich erachte es für meine Pflicht, auch an dieser Stelle den Beamten, Angestellten und Arbeitern der Reichsbahn den Dank der Reichsregierung für ihre treue Pflichterfüllung auszusprechen. (Lebhafter Beifall.) i. -r i M r w- .»* _» _ Reichsbahn, Binnenschiffahrt, Luftverkehr. Eine Rede des Relchsverkehrsministers im Reichstag. Berliu, 7. Mürz. Präsident Loebe eröffnet die Sitzung am 14 Uhr. Die zweite Beratung des Haushalts des Reichswirtschaftsministeriums wird fortgesetzt. Abg. Kling (Wirtschaftl. Bereinigung) begründet einen Antrag, die Verordnung über die schiedsgerichtliche Erhöhung von Preisen bei der Lieferung von elektrischer Arbeit, Gas und Leitungswasser mit sofortiger Wirksamkeit anfzuheben. Die Verordnung sei in der Inflationszeit entstanden und habe heute keine Berechtigung mehr. Abg. Loibl (Vayr. Volksp.) verweist auf die besonders schwierige Lage des gewerblichen Mittelstandes im besetzten Gebiet, namentlich im Grenzgebiet der bayerischen Pfalz. Abg. Schröder-Mecklenburg (Völkisch) erklärt, man habe den Eindruck gehabt, als ob der Minister seine Ausführungen schon auf eine künftige Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten eingestellt habe. Abg. Alpers (Wirtschaftl. Ber.) weist die Angriffe gegen seine Fraktion zurück und erklärt, die Wirtschaftliche Vereinigung bestehe allerdings aus drei Parteigruppe«. Aber alle drei Gruppen seien einig in der Sorge um das Wohl des Mittelstandes. Damit schließt die Aussprache. Tie Streichung des Mindergehalts wird gegen die Kommunisten abgetehnt. Der Antrag, 800 000 RM. für die Leipziger Messe in den Etat einzusetzen, wird dem Haushalts- ausschnß überwiesen. Der Antrag der Bayerischen Volkspartei gegen die Eisenpreiserhöhung geht an den volkswirtschaftlichen Ausschuß. Abg. Rauch (Bayr. Volksp.) erklärt dazu, daß diese Ueber- weisung einem Begräbnis gleichkomme. Angenommen wird dagegen der gemeinsame Antrag ber Sozialdemokraten, des Zentrums und ber Demokraten, alsbald in eine Prüfung der Gestehungskosten der eisenschaffenden Industrie einzutreteu und dem Reichstag darüber Bericht zu erstatten. Angenommen werden ferner Entschließungen über Förderung von Handwerk «nd Gewerbe und über Hilfsmaßnahmen des Sanerlandes an der unteren Nahe. Der Etat des Wirtschaftsministerinms wird in der Ansschußsassung in zweiter Beratung angenommen, ebenso der Etat des vorlänsigen Reichswirtschaftsrates. Der Gesetzentwurf über die Statistik des Warenverkehrs mit dem Auslande wird ebenfalls verabschiedet. Das Haus geht über zur zweiten Beratung des Etats des Reichsverkehrsministeriums. Reichsvettehrsmini-er Dr. Koch bespricht zunächst das Verhältnis der Reichsbahn zur Binnenschiffahrt und erklärt es für unmöglich, einem der Berkehrsmittel von vornherein den Vorzug zu geben. Im Jntereffe der gesamten Wirtschaft liege es, daß beide großen Verkehrsträger gesund erhalten werden. Am Gesamtgüterverkehr ist die Binnenschiffahrt gegenwärtig der Menge nach mit t l sr nach Tonnenkilometern etwa mit K beteiligt. Tie Mittel- und Unterinstanz der Reichswafferstraßenverwal- tung konnte leider immer noch nicht geschaffen werden. Bei der engen Begrenzung des Notprogramms läßt sich dieser Wunsch in dieser Wahlperiode nicht mehr verwirklichen. Eine Erleichterung würde es bringen, wenn Preußen endlich auf diesem zweifellos dem Reiche zukommenöen Verwaltungsgebiet seine negative Einstellung änderte. Die Reichswafferstraßenbanteu seien 1927 planmäßig gefördert worden. Der Minister weist darauf hin, daß der außerordentliche Haushalt für 1928 keine neuen Bauten eniyail. Auch bet den Teilbeträgen für die im Gange befindlichen Bauten habe die Finanzlage Zurückhaltung auferlegt, so daß Verzögerungen in der Fertigstellung in Kauf genommen werden müßten. Auch die Vollendung des Mittellandkanals werde von bisher sechs auf zehn Jahre verlängert werden müssen. Wenn es bei dem vom Hauptausschuß beschlossenen weiteren Abstrich von viereinhalb Millionen bleibe, werde die Bauzeit noch werter verlängert. Die gegenwärtig im Vau befindlichen Wasserstraßen dienten auch wesentlich den landwirtschaftlichen Interessen, deren Förderung er sich stets besonders angelegen sein lasse. Der Secdienst nach Ostpreußen hat sich bewährt. Die Fahrten nach Memel sollen auch im kommenden Jahre wieder ausgenommen werden. Der Förderung der für die schlesische Wirtschaft bedeutungsvollen Wasserstraßen habe die Reichsregierung ihre Aufmerksamkeit zugewanöt. Sie sei bestrebt, die Oder zu einem großen Schiffahrtsweg auszubauen. Aus das Gebiet der Seeschiffahrt eingehend, betonte der Minister, daß die deutschen Redereien den Wiederaufbau der Handelsflotte kräftig gefördert hätten. Die Flotte umfasse heute nahezu 3J4 Millionen Bruttoregistertvnnen gegenüber einem Bestände von 600 009 nach der Ablieferung der Schiffe bei Friedensschlutz, und 5.4 Millionen im Jahre 1914. Mit den im Herbst 1926 gegebenen 18 Millionen Zinszuschüssen sür die Werften aus Mitteln der Erwerbslosenfürsorge, seien inzwischen 120 Aufträge im Gesamtwert von etwa 140 Millionen erteilt morden. Der Kraftverkehr habe sich weiter entwickelt. Tie Zunahme der Bcrkehrsunfälle sei dauernd Gegenstand ernster Sorge. Verhandlungen mit den Ländern über einen Haftpflichtversicherungszwang seien im Gange. Zur Erweiterung der Beteiligung des Reiches an den Kraftverkehrsgesellschaften würden zwei Millionen angefordert. Leider habe der Ausschuß diesen Posten um die Hälfte gekürzt und verlangt, daß mit dem Geld besonders der Verkehr in den Grenzgebieten entwickelt werden soll. Er sei bemüht, durch Vereinbarung mit den Ländern ein einheitliches Netz von Hauptverkehrsstraßen zu schaffen. Für die zivile Luftfahrt habe das Pariser Abkommen vom 22. Mai 1926 Fortschritte gebracht, die sich 1927 günstig answirkten. Tie Erfahrungen der letzten Jahre dürften ausreichen, um einen vervollständigten Entwurf der Ausführungsverordnung zum deutschen Luftfahrtgesetz in nächster Zeit dem Rcichsrat und Reichstagsausschuß zu unterbreiten. Tie zunehmende Größe der Flugzeuge und Stärke der Motoren habe uns leider der Lösung der Wirtschaftslichkeits- trage im Luftverkehr nicht näher gebracht. Eine gewisse Einschränkung des Netzes wird kaum zu vermeiden sein. Es handelt sich um ein technisches Problem. Darum sieht der Etat fast in allen Positionen Ersparnisse vor, um umfangreiche Mittel sür Flugzeug- und Motorenbau zur Verfügung zu haben. Neben den Strecken nach den europäischen Hauptstädten verdient besonderes Jntereffe die Verlängerung Berlin—Moskau nach dem Fernen Osten. Der innerdeutsche Kurzstreckenverkehr, der finanziell hauptsächlich von Ländern und Gemeinden getragen wird, wird sich in ein System außervlanmäsngen Fliegens umbilden müssen. Ein Trans- vzeanverkehr wird in erster Linie mit Südeuropa möglich werden. Schwieriger liegen die Verhältnisse auf der Linie nach Nordamerika. Hier werden wir noch Teilerjahrungen »cioroerr werden. Sei&er ist die Luftfahrt im besetzten Gebt Berlin. 8. März. In politischen Kreisen wird eine Erklärung des früheren Relchssinanzministers Dr. Reinhold zur Phöbusangelegenheit viel besprochen. Dr. Retnhold erklärt. daß er wenige Wochen nach seinem Amtsantritt die Anregung Lohmanns, die Phöbus durch eine Tarlehensab- gube vor Ueberfremdung zu schützen, abgetehnt habe. Später sei Lohmann noch einmal zu ihm gekommen und habe erklärt, daß die Marineleitung keine Mittel mehr für diesen Zweck benötige, da die Girozentrale der Phöbus ein Darlehen von drei Millionen zur Verfügung stelle, das die Phö- bns in Raten zurückzahle. Für dieses Darlehen habe das Reichsmarineamt formell die Bürgschaft übernommen, sich aber durch eine Rückbürgschaft bei der Liguose A.-G. gesichert. Nötigenfalls verpflichte sich das Marineamt ohne Etatsüberschreitung Zahlungen aus seinen ihm zur Per-- fügung stehenden Mitteln zu leisten. Einige Zeit später habe Lohmann ihm dann eine der Girozentrale gegenüber ausgestellte Bürgschaft des Reichsmarineantts überreicht, zu der der damalige Reichswehrminister Gcßler sein schriftliches Einverständnis erklärt habe und ihn, Reiuhold ertucht, das gleiche zu tun, da aus formellen Gründen die Summe sonst von der Girozentrale nicht ausgezahlt würde. Dr. Reinhold erklärt ausdrücklich, daß alle übrigen Transaktionen in der Phöbusangelegenheit ihm in keiner Form zur Kenntnis gebracht worden seien, noch habe er sonst davon erfahren. Abrechnung des Reparalionsagenlen sür Februar Berlin, 7. März. Das Büro des Generalagenten für Reparationszahlungen veröffentlicht eine Uebersicht über die verfügbaren Gelder und vorgcnommenen Transfers im vierten Annuitätsjahre bis zum 29. Februar 1928. Danach betrugen die verfügbaren Gelder bei einem Saldo per 31. August 1927 von 185 187193 Golömark am 29. Februar 1928 120 577 106 Goldmark lvom 1. September 1927 bis 29 Febr. 1928 903 821 571 Goldmarki. Tie vorgenommenen Transfers in onsländii-bfr Währung belaufen sich an» insaeiamt In wenigen Worten Die Besprechungen der Phöbusangelegenheit km Haus- haltsausichutz des Reichstages ist vor Ende der Woche nicP zu erwarten. * Ter Bölkerbundrat hat ein Ratskomitee eingesetzt, daS sich mit der Prüfung des Zwischenfalles von Tzenr Gotthard befassen soll. * Ueber die Nachfolge des ausscheidcnden belgischen Mitgliedes der Saarregierung ist noch keine Entscheidung getroffen. » König Amanullah hat gestern mittag um 3 Uhr Berlin rerlassen. » Im Reichstagsausschuß für Entschädigungsfragen wurde die neue Fassung des § 20 angenommen, die eine Beschleunigung des Entschädigungsverfahrens erreichen will. * Ueber die Frage der ungarischen Investigation fand eine erregte Debatte im Völkerbundsrat statt. * Ter Reichskanzler machte den Fraktionsführern der Regierungsparteien Mitteilung über die Phöbus-Angelegen- heit auf Grund des Saemischberichts. * Die Ausführungen des früheren Reichsfinanzministers Reinhold über die Phöbusangelegenheit werden in politischen Kreisen Berlins lebhaft besprochen. Nr. 58. Jahrgang 1928. Donnerstag, den 8. März 1928. im Februar 67 893 725 Goldmark (372 999 655 Goldmark». Davon für den Dienst der deutschen Ausländsanleihe von 1924 im Februar 7607023 » 43 602 62t» Goldmark. Für Re- pcratious-Recovery Acts im Februar 728 991 755 Goldmark <167 144 IW Goldmark» und Barüberweisnngen 28 782 472 Goldmark <144 948 172 Goldmarc». Die vorgenommenen Transfers durch Zahlungen in Reichsmark für Sachlieferungen, Besatzungstruppen. Kosten der Interalliierten Kommissionen und anderes betrugen im Februar 62 658 215 Goldmark <404 592 011 Goldmark». Insgesamt wurden transferiert im Februar 130 551 940 Goldmark <777591 666 Goldmark». Der Saldo per-29. Februar 1928 betrug demnach 126 229 905 Goldmark. Amanullah verläßt Berlin Berlin, 8. März. König Amanullah machte gestern mittag dem Reichspräsidenten einen Abschiedsbesuch, den der Reichspräsident um 2 Uhr im Palais Prinz Albrecht erwiderte. Kurz nach 3 Uhr ist der König vom Bahnhof Friedrichstraße nach Esten abgereist. Als Vertreter des Reichspräsidenten waren auf dem Bahnhof anwesend sein Staatssekretär, sowie Major von Hindenburg. Die Reichsregic- rung war vertreten durch Staatssekretär Dr. Pünder und das Auswärtige Amt durch Ministerialdirektor Köppke. König Amanullah verabschiedet sich von der Presse. Berlin, 8. März. König Amanullah empfing gestern mittag die Vertreter der in- und ausländischen Presse, die sich sehr zahlreich im Palais Prinz Albrecht elugefuiiöen hatten. Der König gab noch einmal seinem reichen Dank für den überaus ferundlichen Empfang Ausdruck, der ihm in Deutschland geworden sei, unterstrich die freundschaftlichen Beziehungen seiner Regierung zu der Reichsregierung und dankte insbesondere der deutschen Prefle für die Würdigung, die er und sein Land besonders in Artikeln erfahren hat. Zum Abschied schüttelte der König den nächststehenöen Pressevertretern symbolisch für die ganze deutsche Presse herzlich die Hände. König Amanullah hat sich auch gestern noch vom Reichspräsidenten verabschiedet, um dann Berlin endgültig zu verlassen. Die Betrügereien bei den Leuna-Werken Frankcnthal, 7. März. Die Beweisaufnahme am Montag begann mit dem Anklagekomplex Castell. Die beiden ersten Zeugen, Kriminalsekretär Then aus Würzburg und Kriminalsekretär Schäfer aus Heiüenheim, wurden zunächst vernommen. Schäfer wurde gefragt, ob die Angaben des Angeklagten Castell über den Erwerb seines Vermögens den Tatsachen entsprechen. Der Zeuge Then erklärte, daß Castell bei seinem Weggang von Heidenheim, wo er Privatarchitekt war, nur wenig Geld besessen habe. Großes Interesse erweckte die Vernehmung des Ministerialdirektors Hotz, der damals Leiter der Oberpostdirektion Speyer gewesen war, und der sich nun über das Verhältnis Wagners zur Post verbreitete. Der Zeuge gab zunächst über den Verkauf eines Grundstücks Wagners durch die Post Aufschluß: Dr. Höfle habe damals in einem Begleitschreiben zu einem Wagnerschen Brief betont, daß ihm das Angebot wichtig erscheine, und daß er seine Annahme empfehle. Der Kauf kam auch tatsächlich zustande, zu einem Preis, den der Zeuge für angemessen hielt. Bei der Schilderung des zweiten großen Verkaufs des Wagnerschen Grundstücks an die Reichspost, bestätigte der Zeuge, daß er, Ministerialdirektor Hotz, von Castell auf die Wagnerschen Grundstücke aufmerksam gemacht worden wäre, mit dem Bemerken, daß Wagner den Grundstückmarkt beherrsche. Nach einiger Zeit, als Dr. Höfle zur Wahlagitation in der Pfalz weilte, teilte er dem Zeugen mit, daß er wegen Kaufes des Wagnerschen Grundstückes nach Speyer komme, was auch geschah. Man einigte sich auf den Preis von 85 000 Mark. Tie Mitwirkung Dr. Höfles an dem Verkauf war bis jetzt ebenso wenig bekannt, wie seine Anwesenheit beim Vertragsabschluß in München. Weiter berichtete der Zeuge, daß ihm einige Zeit nach Speyerer Verhandlungen Dr. Höfle anläßlich seiner Anwesenheit in Berlin mitgeteilt habe: „Wir können jetzt den Vertrag unter Dach und Fach bringen. Ich werde morgen nach München fahren und habe Wagner schon dorthin bestellt.^ Dr. Höfle hat in die Verhandlungen eingegrisfeu und dem Zeugen auch den Auftrag gegeben, mit der Stadtverwaltung Ludwigshafen zu verhandeln, damit Wagner die Wertzuwachssteuer erlassen werde. Ministerialdirektor Hotz erwähnt dazu, daß Wagner von den zwei Millionen, die Lange-Hegermann aus Postgeldern bekommen und die er nach der Feststellung im Barmat-Prozeß verschoben hat, Der Landbote * Sinsheim« Seitens. nichts erhielt, daß er aber aus Reichspostmitteln 200 000 Mark über die Danatbank bekommen hat. (Durch Vermittelung Dr. Höfles, wie der Vorsitzende dazu feststellt.) Von einer Bestechung Dr. Höfles durch Wagner weiß der Zeuge nichts. Er weiß nur, daß Wagner ihm einmal ein Auto gezeigt habe, mit der Bemerkung, daß es für Dr. Höfle bestimmt sei. Er habe das Disziplinarverfahren gegen Castell erst eingeleitet, als ihm die Gerüchte zu Ohren gekommen waren, daß Castell von Wagner Geld bekommen habe. Baurat Müller des Hochbaureferates der Oberpostdirektion in Speyer bekundete, daß das Vorgehen Castells bei der Vergebung der Heizungsanlagen in den Postgebäuden Grünstadt und Kirchheimbolanden an Wagner nicht den Vorschriften entsprach. Der Fall Castell. Die Durchstechereien zwischen Wagner und Castell, die nach der Anklage bei der Ausführung von Arbeiten durch die Firma Albert Wagner und die Bau-Aktiengesellschaft begangen worden sein sollen, gehen bis zum Jahre 1923 zurück. Solange in der Pfalz kein geeignetes Hochbaureferat und die Oberpostdirektion zuständig war, forderte Castell die in Betracht kommenden Firmen bei der Vergebung von Arbeiten für die Post zu Angeboten auf, die er auch in Empfang nahm und dem Hochbaureferat in Würzburg vorlegte, wobei er gleichzeitig Vorschläge wegen des Zuschlags machte. Infolgedessen war es Castell möglich, bei den Submissionen für die Heizungsanlagen der Postgebäude in Grünstadt und Kirchheimbolanden im Juli 1923 vor Ablauf des Tubmis- sionstermins die Angebote der mitkonkurrierenden Firmen dem Angeklagten Wagner mitzutcilen, so daß Wagner sein Angebot entsprechend einrichten konnte und dadurch den Zuschlag erhielt. Derselbe Vorgang soll sich bei der Vergebung der Heizungsanlagen und der Jnstallationsarbeiten iw Postamt Nord in Ludwigshafen im Oktober 1924 und im März 1925 abgespielt haben, ebenso bei der beschränkten Submission für die Erd-, Maurer-, Steinhauer- und Eisenbeton- arbciten beim Neubau dieses Postgebäudes im August 1924. Dafür soll Castell für jede Arbeit, die Wagner für die Post ausführte, einen bestimmten Prozentsatz, mindestens 22 400 Mark, erhalten haben. Oberingenieur Helmuth Weber erhielt durch Bauführer Weber Einsicht in die Angebote der Konkurrenz, nach denen der Zeuge sein Angebot einrichtete. Der Zeuge Roth, der früher Angestellter der Firma Wagner war, schilderte die Art und Weise, wie Wagner und Castell bei der Vergebung von Postarbeitcn vorgegangen sind, und das Verhältnis Wagners zu Castell. Als der Zeuge die Angebote für den Postneubau in Langmeil ausarbeitete, sagte ihm Wagner: „Ich möchte dich nicht mehr bei derartigen Arbeiten sehen: wenn Angebote für die Post zu machen sind, so gehst du zu Castell und läßt dir Angebote geben/' Das hat der Zeuge in der Folge auch getan. Castell hat ihm stets die Konkurrenzpreise mitgeteilt. Der nächste Zeuge, Ingenieur Gebauer, früher im Leunawerk, der sich über die Angelegenheit der Flanschen- kappen äußerte, sagte, daß er keine Schmiergelder erhalten habe. Die starke Versteifung der Kappen durch Winkeleisen ist ihm aufgefallen. Frankenthal, 8. März. Die Vormittagssitzung am Dienstag begann mit der Vernehmung des Zeugen M e e s. eines früheren Angestellten Wagners. Die Verteidigung wiederholte den schon gestern gestellten Antrag, den Zeugen unvereidigt zu vernehmen: der Antrag wurde abgelehnt. Tei Zeuge, der hauptsächlich in der Buchhaltung belchastlgt war machte Aussagen darüber, daß die Firmr Wagner «ub Missionsangebote von Konkurrenzfirmen zur Unterlagl ihrer eigenen Angebote gemacht habe. Der Zeuge beitatlgte daß Wagner seinen Freund Castell „Depesche" zu nenne, , pflegte. Die 40 000 Mark, die Wagner von Ca,tell geliehei ! batte, wurden auf Konto Tiedlungsbauten gebucht, ein Be trag von 10 000 Mark, der zur Deckung eines fälligen Wechsels benützt wurde, kam auf Konto Hasemann-Kaiserslau- tern. Daß unter Hasemann Castell zu verstehen war, ging aus der Bekundung des Zeugen hervor.daß er später .'500 Mark von der Bank zu Wagner ins Büro bringen mußte, der das Geld dem im Büro anwesenden Castell gab. mit den Worten: „Castell, gib es Hasemann." Oberingenieur Göttel soll zu Mees einmal gesagt haben: „Wenn ich einmal ein eigenes Geschäft habe und Wagner erhält für die Post die Aufträge, dann werde ich dem Castell das Handwerk legen." Ueber das Zustandekommen des bekannten Schutzabkom- mens bei Vergebung der Erd-, Maurer- und Eisenbeton- Arbeiten am Postamt Luöwigshafen-Nord wurden die Zeugen Meyerer, Prokurist der Firma Josef Hoffmann Söhne, sowie der Baumeister Zimmermann in Luöwigshafen vernommen. Einige Tage nach Ausschreibung der Arbeiten kam der Auftrag der Post, wobei sich der Zeuge bei Castell erkundigte. ob ihm das Vorrecht auf den Auftrag bekannt sei. Bei diesem Gespräch wurde zwar kein Name genannt, der Zeuge ahnte aber, daß Wagner in Betracht kommt. Daraufhin fand zwischen den beiden Firmen Hofsmann und Ztm- mermann eine Besprechung statt, in der die Preise festgesetzt und die viel zu hohen Preise Wagners herabgesetzt wurden, so daß sie vertretbar erschienen. Unter der Bedingung, daß die beiden Firmen Hoffmann und Zimmer man bei dem Angebot für die Eiscnbetonarbeiten billiger bliebe», die nach ihrer Auffassung von dem Gesamtauftrag getrennt werden konnten, gingen sie auf das Abkommen gegen Zahlung von je 10 000 Mark ein. Auch dem Zeugen Zimmermann hatte Wagner erklärt, daß die Post ihn für seine Verdienste entschädigen und den Bau des Postamtes Nord überlassen werde. Wagner berief sich dem Zeugen gegenüber auf seine guten Beziehungen zu leitenden Persönlichkeiten der Post. Der Zeuge hatte bei seiner Unterredung mit Postbeamten den Eindruck, daß Wagner bevorzugt werde Weiter sagte der Zeuge aus, daß ihm Wagner den Bau eines Bankgebäudes durch allerlei Machenschaften wcggeschnappt habe. Woldemaras rügt den Völkerbmu Er will nicht nach Gens kommen. Genf, 8. März. Der litauische Ministerpräsident W»l-e- maras hat gestern nachmittag auf die ihm vor einigen Tagen gemachte telegraphische Mitteilung über die bevorstehende Behandlung der polnisch-litauischen Frage an den Generalsekretär des Völkerbundes eine Depesche gerichtet, in der er sich darüber beschwert, daß ihm nicht rechtzeitig von der Absicht des Rates Mitteilung gemacht wurde, einen Bericht über die polnisch-litauische Frage entgegenzunehmen. Woldemaras erklärt, es liege zur Zeit für den Rat keine Veranlassung vor, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Er teilt sodann mit, daß er weder zu den gegenwärtigen Verhandlungen nach Genf komme, noch einen Delegierten entsenden werde. Auf dieses Telegramm hin wird -er holländische Außenminister Blokland, der mit der Berichterstattung über die polnisch-litauische Frage beauftragt ist, voraussichtlich morgen oder übermorgen im Rat eine Erklärung abgeben. Man hält es unter diesen Umstäu-en nicht für möglich, auf der gegenwärtigen Ratstagung in eine Erörterung der Frage der polnisch-litauischen Beziehungen einzutreten. Weiterbehandlung der ungarischen Znvestigalionsaffäre Gens, 8. März. (Funkspruch.) Zur weiteren Erörterung der ungarischen Jnvestigattonsaffäre wird von gutunterrich- teter Seite darauf hingewiesen, daß gegenwärtig keine -er im Völkerbundsrat vertretenen Großmächte an einem offiziellen Jnvestigationsverfahren gegen Ungarn interessiert sei. Es wird bezweifelt, ob die Verhandlungen über diese Frage im Rat noch bis zum Schluß dieser Ratstagung zu Ende gelangen werden. Vielmehr besteht gegenwärtig der Gedanke, dem heute eingesetzten Dreierkomitee Holland, Finnland und Chile die Befugnis zu erteilen, durch einen zuerteilten Sachverständigen der einzelnen Völkerbunüs- organe an Ort und Stelle eine Prüfung vornehmen zu lassen. Auch scheint der Gedanke erwogen zu werden- in gleicher Weise wie im Dezember anläßlich des polnischlitauischen Streitfalles die Militärattachees der Großmächte an dieser Untersuchung teilnehmen zu lassen. Jedenfalls braucht mit einem offiziellen Jnvestigationsverfahren- gegen Ungarn nicht mehr gerechnet zu werden. Zwischen den maßgebenden Ratsmitgliedern sind zur Zeit Verhandlungen im Gange, um einen einmütigen Beschluß zur Regelung -er ungarischen Waffentransportaffär: herbeizuführen. Cham- berlain wird entgegen anderslautenden Meldungen erst am Samstag Gens verlassen. Seipel antwortet. Wien, 7. März. Der Hauptausschuß des österreichischen Nationalrates ist für heute, Mittwoch, vormittag einberufen worden. Bundeskanzler Dr. Seipel wird zweifellos sowohl auf die Mussolini-Rede zurückkommen wie auch über seine Prager Reife Bericht erstatten. Hiezu wird uns aus Wien von einer informierten PersöMich- keit geschrieben: Wie ist die Situation nach der Erklärung Mussolinis? Der italienische Ministerpräsident hat gesagt, daß die im österreichischen Nationalrat aufgestellten Behauptungen über Unterdrückung und Verfolgung der Deutschen in Südtirol den Tatsachen nicht eut- sprechen. Tiroler politische Kreise wollen nun «ine Werners Werbung. Roman ppp George Manoille Fenn und Carl Johannes. Er legte diesen in eine Schublade des Schreibtisches, verschloß dieselbe sorgfältig, zog den Schlüssel heraus und steckte ihn in seine Westentasche. „Das Beste, ich gebe den Schlüssel an Fräulein Klara. Ja, ja, wenn ich mich nun hätte verleiten lassen, so zu handeln, wie es wohl mancher unter diesen Umständen getan hätte." Er zog sein Taschentuch heraus und wisthte sich den Cchveiß vou der Stirn. „Ich wußte wirklich nicht, daß soviel Neugierde in mei- ner Natur läge", flüsterte er dabei mit einem leisen La- chen. „Nun. das Studium der Menschen gehört nun einmal zum Menschen, sagte sa nwhl irgendjemand einmal, und ich selber bin um nichts schlimmer daran inscüge dieser besonderen Kunde, die ich über die Angelegenheiten meines werten Freundes und Gönners erlangt habe." Seltsamerweise regte ihn dieser Gedanke wiederum so sehr auf. daß er sich den kalten Schweiß vou Stirn und Händen trocknen mußte, bis er dann im Lehnstuhl bei Kaffee und Zigarre allmählich wieder ruhig wurde und beinahe einschlummerle. Da hörte er draußen Schritte. Venen ein leises Klopsen folgte, und Klara trat in das Zimmer. Der Doktor erschrak heftig, blickte sie verstört an und fragte: „Weshalb kommen Sie?" „Weshalb ich komme? Wie geht es ihm? Ich habe doch die Seit verschlafen — es ist schon halb vier Uhr." „Schon so spät?" „Hern: Doktor'" rief Klara in ängstlicher Erregung und ergriff feinen Arm. „Sie verheimlichen etwas vor mir! Sagen Sie mir um des Himmels willen, ist mein Vater —" „Besser — bester", unterbrach er sie, sich wieder fas- send. „Ich — ich war wM etwas schlaftrunken infolge des langen Wachens. Nicht ganz korrekt, aber nur natürlich." Sie blickte ihn verwundert an — er erschien ihr so seltsam — und außerstande, die Ungewißheit noch länger zu ertragen, wandte sie sich mit wild klopfendem Herzen zum Lager ihres Vaters, während ihr etwas in die Ohren zu flüstern schien: Er ist tot — er ist totl Neuntes Kapitel. > Klares Besuch. Sarah Woodham saß regungslos m dumpfem Hin- brülen aus einer Bank in ihrem kleinen Wohnzimmer. Ihr Leben war bisher ein ganz alltägliches gewesen. Viele Jahre hatte sie als Dienerin ans dem Schloste in an- gestrengter Arbeit gelevt, bis Jsaac Woodham. der Werk- führer des Steinbruchs. Laienprediger in der Kapelle und einer der engherzigsten Fanatiker seiner kleinen Sekte, seine Augen auf sie warf und ihr mittelte. daß er um Erleuchtung von oben gebetet und die Offenbarung erhalten hätte, daß es seine und ihre Pflicht wäre, einander zu heiraten. Sarah forderte in gleich kalter und leidenschafts- loser Weise eine Zeit der gegenseitigen Prüfung, und nach- dem ein Jahr verstrichen war. gab sie Jsaac Woodhim ihr Jawort, verließ das Schloß und zog zu chm in eine der Arbeiterhütten beim Steinbruch, welche bald die reinlichste und ordentlichste von allen in der Niederlassung wurde. Aeußerlich trugen sie beide keine besondere Neigung oder Zärtlichkeit für einander zur Schau, sondern führen ein ruhiges, ordentliches, kinderloses Leben. Besonders angenehme Erinnerungen an ihre Dienstzeit auf dem Schloste hatte sie nicht, aber eine riefe, beinahe mütterliche Zärtlichkeit blieb ihr zu dem jungen Mädchen, welches sie von klein an hotte beranwachsen sehen, und diese Zunei- gung wurde auch dadurch nicht beeinträchtigt, daß sie von ihrem^ Gatten fast nichts anderes als die bittersten Schmähungen wider seinen Tyrannen horte und bald auch aus vollem Herzen in dieselben einstimmte. So vergingen die Jahre, bis die Katastrophe eintrat. uno -Laray. oie. »o pioizucy zur Wirwe geworoen. zu oer Erkenntnis kam. daß sie trotz aller äußerlichen Gleich, gültigkeit ihren Mann doch recht von Herzen geliebt hatte, und dann erschauerte sie, als sie des Eides gedachte, den er ihr abgerungen, und den sie jetzt wie einen unwider- rusiiiben Beiebl aus dem Jenseits empfand. Wahrend sie so Stunde aus Stunde mit der Leiche ihres Gatten im Nebenzimmer dasaß, gewöhnte sie sich mehr und mehr an den Gedanken, Gartram wirklich als seinen Mör- der zu betrachten, und mehr und mehr ward es ihr zur fixen Idee, sie wäre das Werkzeug, bestimmt, die Rache des Himmels an dem verruchten Tyrannen zu vollstrecken. „Der Weg wird mir gezeigt werden", flüsterte sie vor sich hin, „der Weg wird mir gezeigt werden, und der Gott- lose wird zugrunde gehen. Ja, mein lieber Mann, ich werde es tun und du sollst in Frieden ruhen." Da fuhr sie auf und blickte zornig nach der Tür. als eine schlanke Gestatt die Schwelle überschritt und eine sanfte Stimme ihren Namen rief und im nächsten Augenblick Clara Gartram laut aufschluchzend sie zärtlich um- armte, auf der Bank neben ihr niedersank und ihr zu- flüsterte: „Meine arme, arme Sarah! Ich konnte nicht früher kommen; wie kann ich dir Helsen, wie soll ich dich trösten?" Und zum erstenmal traten der Witwe lindernde Trä- neu in die brennenden Augen, die Glut des Hasses und der Rachsucht schien zu verlöschen, und ihre Arme umschlangen die zarte Mädchengestalt, als ob sie nur bei ihr Trost und Rettung finden könnte; in leidenschaftlichem, hysterischem Schl'rcMn machte ihr verzehrender Gram sich Luft. Lange Zeit verging, ehe sie Worte fand und ihrer Trösterin zuzuflüstern vermochte: „O. wie gut von Ihnen, niein Liebling, daß Sie zu mir kommen. Nie. nie werde ich es Ihnen vergesten!" „Ich wäre schon früher zu dir gekommen, aber nrein armer Papa war so krank und ich wagte es nicht, ihn allein zu lassen. Jetzt ist er bester und wieder aus dem Bett. Und nun — es wird mir schwer, setzt schon mft dir von der Zukunft au sprechen —" Rr. 38. Jahrga ng 1928. _ Denkschrift ausarbeiten, in der alle Phasen der Entnationalisierung der Deutschen in Südtirol, alle damit verbundenen Polizei- und behördlichen Maßnahmen, alle Verfolgungen mit allen Einzelfällen wiedergegeben und dokumentarisch belegt werden. Diese Denkschrift soll an alle auswärtigen Mächte und an alle Mitglieder des Völkerbundes geschickt werden. Die Regierung hat kein Mittel zur Hand, um die Abfassung und Versendung einer üerattigen privaten Denkschrift zu verhindern. Ihrem Einfluß ist es gelungen, zwei große bürgerliche Protestkundgebungen in Innsbruck und Wien vorläufig zu Verschieben. Ob sie nicht doch wieder aufleben, ist ungewiß. Jur Hintanhaltung der geplanten sozialdemokratischenProtestversammlungen. die weniger aus Mitgefühl für die entrechteten Deutschen in Südtirol, als aus dem Grunde veranstaltet werden, um Dr. Seipel Unannehmlichkeiten zu bereiten, hat die Regierung keine Handhabe, denn die Sozialdemokraten find Oppositionspartei. Die Regierung kann auf die Mehrhcitsparteien mäßigend einwirken, nicht aber auf die Opposition, zu der seit dem 15. Juli jede Brücke abgebrochen ist. Auch im Tiroler Landtage sind noch Reden zu erwarten, die kaum nach Gefallen Mussolinis fein werden. Auch aus Südtirol hört man, daß dort die Absicht besteht, von nun ab den Berichten über die Verfolgung der Deutschen «ine größere Publizität zu geben und in einzelnen europäischen Hauptstädten Pressestellen mit der Aufgabe zu errichten, die amtlichen Kreise rasch und wahrheitsgetreu über die Vorgänge zu unterrichten. Das ist das vorläufige Echo der Rede Mussolinis. Der italienische Ministerpräsident hat gedroht, sich im Falle der Wiederholung italienfeindlicher Kundgebungen bei den Verhandlungen über die österreichische Inoestitionsanleihe zu revanchieren. Da sich Italien bereits mit der Zurückstellung der Reliefkredite einverstanden erklärt hat, könnte diese Drohung nur bedeuten, daß die rtalienis^c Regierung ihre Zustimmung wieder zurückzieht. Bundeskanzler Dr. Seipel wird am Mittwoch im Hauptausschuß auf die Rede Mussolinis antworten. Wer die Persönlichkeit Dr. Seipels kennt, weiß, daß diese Antwort durchaus sachlich und leidenschaftslos sein wird. Er ist nicht der Mann, der. sich durch die Empfindlichkeit und Nervosität anderer hinreißen läßt. Seine Antwort wird genau so klar und gradlinig sein wie alle seine bisherigen Erklärungen. Veginrr -er Jialienifieruilg der Familiennamen in Südtirol Bvze«, 8. März. Die Organisation der Familiennamen durch Dekrete des Präfekten hat nunmehr begonnen. Im Amtsblatt wird, angeordnet, daß der Schreibnahme des in Augsburg geborenen Adolf Schmalix auf die angeblich italienische Form Smalrs zurückgeführt wird, ebenso der Schreibname des in Innsbruck geborenen Karl Pircher in die Form Foli. Antisemitische Studentenausschreitungen in Lemberg Warschau, 8. Marz. In Lemberg ist es gestern zu schweren antisemitischen Ausschreitungen nationaldemokratischer und raüikalisterter Studenten gekommen, die wegen der Wahl von 2 jüdischen Abgeordneten einen Demonstrationszug durch die Stadt veranstalteten. Eine große Anzahl Juden, darunter einige Frauen, wurden von den Studenten schwer mißhandelt. Die Studenten drangen in einige Pri- oatwohnungen ein, zerstörten eine Anzahl jüdischer Läden und plünderten sie. Die Polizei, die erst nach längerer Zeit eintraf, verhaftete 28 Studenten. Die Erregung in der Bevölkerung über diese Rohheitsakte ist außerordentlich groß. Reue Terroratte in OfioverMefien Kattowitz, 8. März. (Funkspruch.) Nachdem der Wahlsonntag im allgemeinen ruhig verlaufen ist. setzt jetzt wieder neuer Terror in den kleineren Ortschaften Ostoberschlesiens ein. Von den Aufständischen wurden an verschiedenen Angehörigen der deutschen Minderheit für den deutschen Wahlerfolg Racheakte begangen. In Gottschalkowitz (Kreis Rybnik) wurde ein.Vertrauensmann der deutschen Wadlgemeinschaft in seiner Wohnung von einer Bande von etwa 15 Aufständischen überfallen. Die Bannten raubten sämtliche noch vorhandenen deutschen Stimmzettel und einen Betrag von 15 Zloty. Der Ueberfallene wurde mit Ochsenziemern bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen Er mußte zum Arzt geschafft werden, der eine schwere Gehirnerschütterung feststellte. Aehnliche Meldungen kommen aus Zalenze, Li- pinc und Bismarckhütte. Als Opfer der deutschen Erfolge bei den Sejmwahlen werden zahlreiche im Staatsdienst stehende Angehörige der deutschen Minderheit mit der Begründung fristlos entlassen, daß sie sich staatsfeindlich betätigt hätten. Die Entlassungen werden auch von Gutsbesitzern gegen Arbeiter, die Stimmzettel für die deutsche Wahlgemeinschaft verteilt hatten, angewandt. Vor einem Krieg in Arabien? Jvd Sauds Truppen auf dem Bormarsch. London, 8. März. iFunkspruch.) Nach Meldungen aus Basra haben die Führer der drei wichtigsten arabischen Stämme nach einer Konferenz mit Jbn Saud mit ihren Truppen den Vormarsch in der Richtung auf Koweit und Transjordanien angetreteu. Wenn Jbn Saud wirklich seine gesamte Macht von mindestens 300 000 Mann gegen Tarnsjordanieu und das Jrak- gebiet einsetzen sollte, würde die Entsendung bedeutender britischer Streitkräste nach Bagdad notwendig werden. Katholikenverhastiitigen in Mexiko Paris, 8. März. Nach einer Agenturmelöung aus Mexiko finden massenwei^ Verhaftungen in den Kreisen der besten Familien der Hauptstadt statt, und zwar unter der Anklage einer religiösen Propaganda, die gegen die neuen Gesetze für die Katholiken verstoßen soll. Massenmord in China 3000 Bewohner einer chinesische» Ortschaft ermordet. Rewyork, 8. März. (Fuukspruch.) „Newyork Times" berichte« ans Peking, die dortigen Kommunisten hätte« die gesamte Einwohnerschaft einer Ortschaft im Hinterlande von Swata«, im ganzen 3000 Menschen, ermordet, weil sie Anhänger des katholische» Glaubens wäre». Eine neue Tangerkonferenz? London, k. März. Die „Times" sprechen in einem Leitaufsatz die Ueberzeugung aus, daß, nachdem nun die französisch-spanischen Unterhandlungen endlich zu einer Verständigung geführt hätten, eine Viererkonferenz bald folgen werde, um zu besprechen, unter welchen Bedingungen Großbritannien und Italien ihre _ Der Lasdbote * Smsyermer 3etti«z. _ Zustimmung zu dem französisch-spanischen Abkommen geben könnten und daß diese Aussprache, guten Willen und gesunden Menschenverstand auf beiden Seiten vorausgesetzt, keine ernsten Schwierigkeiten bieten solle. Die heutige Lage in Tanger sei unerträglich und das bisher geltende Statut in Tanger brauche eine Abänderung, aber nur eine Abänderung innerhalb seines eigenen Rahmens. Von einer durchgreifenden Revision könne, was England betrifft, keine Rede fein. Das Blatt hält dann Frankreich und Italien eine kleine Predigt über den enormen Wert, den die Herstellung herzlicher Beziehungen zwischen ihnen für sie beide nicht nur im Mittelmeer und in afrikanischen Fragen, sondern auch in europäischen Fragen haben muß, da sie wesentlich zur Beruhigung Europas beitragen würden und Großbritannien besonders willkommen wären. Es fei ein offenes Geheimnis, daß die Besprechungen, die in Rom zwischen dem italienischen Auswärtigen Amt und dem französischen Botschafter geführt wurden, bisher wenig Erfolg hatten. Vielleicht weroe die Tangerkonferenz der britischen Diplomatie Gelegenheit bieten, die Wiederaufnahme dieser Besprechungen unter anderen und besseren Bedingungen zu fördern. Mischer Landtag Der Haushaltsausschutz zur Besichtigung von Stratzen- deckuuge«. Karlsruhe, 7. März. Am Dienstag morgen fuhr der Haushaltsausschuß des badischen Landtages nach Dinglin- gen bei Lahr, um von da aus per Auto einige Straßen, in welchen ein neues Verfahren von Oberflächen-Teerung vorgenommen worden ist, zu besichtigen. Von der Regierung nahm Finanzminister Dr. Schmitt, von der Wasser- und Stratzenbaudirektion Präsident Tr. Fuchs und Oberbaurat Kitiratschky daran teil. Auf der Bahnstation Dinglinaen gab der Finanzminister in einführenden Worten einen kurzen Ueberblick über die finanziellen Wirkungen des Straßenbaues in Baden. Bei 3000 Kilometern Landstraßenweg in Baden gehen diese Aufwendungen in die Millionen. Anleihen für Straßenherstellung seien zu vermeiden. — Daun erläuterte Baurat Büchner aus Emmendingen, Mitglied des Landtages und vor kurzem zum Bürgermeister in Mannheim gewählt, in längeren Darlegungen das von ihm angewandte Verfahren für die Oberflächen-Teerung, welches sich bis jetzt ausgezeichnet bewährt habe und auch finanzielle Einsparungen beim Straßenbau ermögliche. Die Ersparnisse seien wesentlich: 1 Kilometer Kleinpflasterdecke koste 70 000 Mk., 1 Kilometer Walzdecke 0000 Mk., mithin Ersparnis 60 000 Mk. Dem Landtag werde eine Denkschrift zugehen. Präsident Dr. Fuchs gab einigen Bedenken gegen die Büchnersche Auffasiung Ausdruck, worauf der Haushaltsausschuß bei der Fahrt von Dinglingen nach Kippenheim, Kenziugen und Herbolzheim au verschiedenen Stellen Halt machte, um das neue Teerverfahren in Augenschein zu nehmen. Der allgemeine Eindruck war, daß diese Straßen in sehr guter Verfassung sind und den Anforderungen des stets wachsenden Verkehrs sicher auf längere Zeit standhalten. — Vcn Emmendiugeu erfolgte die Weiterfahrt über Freiburg nach Oberrimsingen bei Breisach, um die dortige Auto-Rennstrecke, deren Verbreiterung u. a. auch der Allgemeine Deutsche Automobil-Club anstrebt, zu besichtigen. Die Gefahr, bestehe, daß die Rennen aus Baden verlegt würden, wenn eine Verbesserung dieser Wegstrecke nicht erfolge. — Um Uhr fuhr der Ausschuß über Freiburg nach Karlsruhe zurück. Aus Nah und Fern. * Sinsheun, 8. März. (Wirteverein.) Gestern abend veranstaltete der Wirteoerein des Bezirks Sinsheim im Löwensaal eine Frühjahrs-Abendunterhaltung, die bei Tanz und Gabenverlosung einen recht angeregten Verlauf nahm. Bei dieser Gelegenheit wurde der langjährige erste Vorsitzende des Vereins, Herr August Leinberger, unter Ueberreichung einer Urkunde zum Ehrenvorsitzenden erhoben. ep Sinsheim, 7. März. (Verschärfte Einmanderungsbestim- mungen). Bekanntlich hat der Wechsel in den Zulassungsbestim- mungcn der Einwanderungsländer häufig Fälle von Familien- trennnng verursacht. So warteten anfangs 1927 rund 2000 Frauen und Kinder auf die Wiedervereinigung mit den in den Bereinigten Staaten lebenden Familienhäuptern. Auch in anderen Erdteilen wurden die Einwanderungsbestimmungen verschärft. Es ist deshalb wichtig, genaue Erkundigungen rechtzeitig einzuziehen. Hierauf verweist mit Recht der Evang. Hauptoerein für deutsche Auswanderer in Witzenhausen, dem die Aen- derungen dieser Bestimmungen fortlaufend zugehen. So teilt er neuerdings mit, daß die Regierung von Riederländisch-Indien die Gebühren von 25 Gulden für die Zulassung von Ausländern zunächst auf 50, dann auf 100 und kürzlich auf 200 Gulden erhöht hat. Auskünfte über die Verhältnisse in allen Auswanderungsgebieten werden von der genannten Stelle kostenlos erteilt. Sinsheim, 7. März. (Vom Hausierwesen.) Das Badische Landespolizeiamt hat die Gendarmerie und die Polizei in Baden angewiesen, dem Hausierwescn erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen und folgenden Erlaß an die untergeordneten Stellen gerichtet: „Durch ihre Redekunst verstehen es reisende Stoffhausierer, hauptsächlich auf dem flachen Lande, ihre minderwertigen Stoffe zu hohen Preisen loszuschlagen. Wie gut dieses Geschäft geht, erhellt sich daraus, daß sie es sich leisten können, ihre Haufierfahrten per Mietauto zu unternehmen. Teilweise versprechen sie ihren Opfern Zahlungserleichterungen, verstehen es aber, durch allerlei Redensarten unter Erschleichung von Wechselakzepten die Kunden in ihre Hand zu bekommen. Nicht nur in Baden allein, sondern auch in den anderen Ländern des Reiches nehmen diese Beträge derart überhand, daß es geboten erscheint, das Geschäftsgebaren dieser Händler zu beobachten und gegebenenfalls mit aller Schärfe gegen sie vorzugehen." ^ Sinsheim, 7. März. (Schule und Naturschutz.) Die neue Verordnung über den Schutz der heimischen Pflanzen- und Tierwelt in Baden hat gegen früher weitgehende Veränderungen und Erweiterungen der Schutzbestimmungen und der Schutzlisten gebracht. Damit die Bestimmungen sich schon im kommenden Frühjahr richtig auswirken können, hat das Unterrichtsministerium angeordnet, im Naturkundenunterricht aller Schulen schon jetzt neben den bisherigen Hinweis auf den Schutz der Vögel, ihrer Nester und Eier, darauf hinzuweisen, daß alle Amphibien und Reptilien (Frösche, Kröten, Molche und Salamander, Eidechsen und Schlangen mit Ausnahme der Kreuzotter und Viper) geschützt sind und nicht gefangen, getötet oder beunruhigt werden dürfen. Desgleichen wäre zu betonen, daß der Laich der Amphibien unter schütz gestellt worden ist. Eine Schilderung der nützlichen Lebensweise unserer Amphibien, besonders für die Land- und Gartenwirtschaft werde diese Ausführungen gut unterstützen. Bei der Besprechung der Pflanzen ist schon heute auf die im Frühjahr blühenden Arten, wie Seidelbast (Daphne mecereum), Sterhy- cinthe (Scilla bifolia), großes Schneeglöckchen (Leucojum ver- num), Weiden usw. aufmerksam zu machen. Die Schüler sind aus- Domierstag, den 8. März 1928. drücklich auf die Strafbarkeit der Uebertretung der Naturschutzoerordnungen hinzuweisen. * Waibstadt, 7. März. (Turnverein). Am verflossenen Sonntag. fand im Gasthaus zum Badischen Hof die ordentliche Generalversammlung des hiesigen Turnvereins statt. Nach kurzen Begrüßungsworten seitens des 1. Vorstandes Herrn Heinrich Kaiser, erstattete der Schriftführer und zugleich Kassier des Vereins Herr Anton Konrad, den umfangreichen Geschäfts- und Kassenbericht. Letzterer ist sehr befriedigend, während der Mitgliederstand mit 106 als niedrig zu bezeichnen ist. Dem Gesamt- oorstand konnte Entlastung erteilt werden. Bei den darauffolgenden Wahlen wurden außer den wiedergewählten Turnratsmitgliedern neugewählt Karl Kreth jg., Karl Rieser und Hermann Klaus, als Turnräte. An Veranstaltungen im laufenden Jahre wurde beschlossen: Ein Bortrag über Frauenturnen, gehalten von Gau-Frauenturnwart Reallehrcr Karl aus Wertheim am 10. März und die Wiederaufführung des lokalhistorischen Theaterstückes „Das Brunnenweibchen" in teilweiser Neubearbeitung am 22. April. Gau- und Bezirksturnfest fallen in diesem Fahre mit Rücksichtnahme auf das in Eöln stattfindende große deutsche Turnfest aus. Nach Erledigung noch einiger weiterer turn-sportlicher Angelegenheiten schloß oer Vorstand die gutbesuchte Generalversammlung mit Worten der Mahnung, der Turnsache treu zu bleiben. * Waibstadt, 7. März. (Siedelungsgelände.) Fn der verflossenen Woche wurde ein Wasserleitungsstrang unter dem Bahnkörper hindurchgelegt, sodaß nunmehr das herrliche Baugelände am Schelmenbaum und Halbmorgen noch mehr für Siedlungsbau geeignet ist. Es ist zu begrüßen, daß man im Gemeindeparlament nun doch eingesehen hat, daß der Zug der Siedelung nur an die Verkehrsadern strebt, und hier fördernd eingegriffen hat, durch die Verlegung der Wasserleitung nach der Steige. Das für Sieoelungszwecke schon seit vielen Jahren vorgesehene Gelände, die Seeläckern rechts der Sinsheimer Straße, das infolge seiner nicht ungünstigen Beschaffenheit auch gut geeignet gewesen wäre, wiro wohl praktisch kaum mehr als Siedlungsge- länoe in Betracht kommen, weil es sich lediglich für landwirtschaftliche Anwesen eignet u. die Landwirtschaft infolge ihrer ungünstigen Wirtschaftslage bei uns, für Neusiedelungen nicht in Betracht kommt. % Neidenstein, 7. März. (Eine Ortsgeschichte.) Auf Ostern erscheint eine Ortsgeschichte von Burg und Dorf Neidenstein: sie ist mit zwölf Illustrationen uns zwei Plänen versehen. Als Neuheit heit oerartiger Erscheinungen führt di«: Neidensteiner Ortsgeschich- te im Anhang eine Chronik sämtlicher Familiennamen. Sie erscheint im Selbstverlag von Lehrer Ruo. Heid in Neidenstein. £ Lobenfeld, 7. März. (Eine Beerdigung.) Der so tragisch ums Leben gekommene Polizeibeamte Karl Winterbauer wuroe gestern Nachmittag unter großer Beteiligung auf oem heimatlichen Friedhof bestattet. Dem Trauerzug voran schritt eine Musikabteilung oer Badischen Polizei, es folgten weiter der Gesangverein der Polizeireiter, der katholische Kirchenchor, der Turnverein, der Gesangverein Frohsinn Lobenfeld und viele Polizeibeamtc. Nach der Einsegnung durch Pfarrer Ioos schilderte Major Reis, Karlsruhe den Toten als einen frisch-fröhlichen Reiter, und als Muster ■ eines pflichttreuen Beamten und widmete im Namen der Reiterabteilung der badischen Polizei einen Kranz. Weitere Kränze widmeten der Verband der badischen Polizeibeamten, die Kameraden der Heidelberger Polizei, die von Lobenfeld stammen, ferner der Turnverein Lobenfeld u. a. Musikstücke und Lieder umrahmten die ergreifende Feier. x Neckargerach, 7. März. (Motorradunfall.) Auf der Land-, straße zwischen Neckargerach und Binau stießen Schreinermeister August Schäfer und sein Begleiter, Bildhauer Julius Schunder. mit einem Radfahrer zusammen, wodurch beide vom Motorrad geschleudert wurden. Während August Schäfer mit Hautabschürfungen davonkam, hatte Julius Schunoer einen doppelten Armbruch zu verzeichnen. Der Radfahrer, den die Schuld an dem Unfall treffen soll, bekümmerte sich nicht um die Verletzten, sondern machte sich eilends davon. X Aus dem kleinen Odenwald, 7. März. (Die Autolinie-Nek- kargemünd — Haag.) Wie man aus Epfenbach erfährt, müssen die Gemeinden die seinerzeit die Garantieleistung für die Autolinie Sinsheim — Epfenbach — Peichartshauscn übernahmen, seit November keinerlei Zuschüsse mehr leisten, oa sich die Linie selbst rentiert. Als es sich um die Errichtung dieser iLmie handelte, wurde auch stets die Rentabilitäisfrage verneint, und nun nachdem die Ortschaft Daisbach mit angeschlossen ist, rentiert sich die Verbindung schon nach einem Jahre. Man ist gespannt, was aus dem Projekt "Neckargcmünd — Haag wird. Die Garantiefrage ist längst gelöst, üoch nichts rührt sich, woraus zu schließen wäre, daß es damit einmal Ernst wird. Man sollte es nicht für möglich halten, daß es in allernächster Nähe von Heidelberg noch Orte gibt, die keinerlei Berkehrsmöglichkeit haben, die heute so gut wie hinter dem Monde liegen, während sie zu Postkutsche's seligen Zeiten in kürzester Zeit per Eilwagen nach Neckargemünd und Heidelberg Kommen konnten. * Rauenberg, 7. März. (Totenehrüng.) Um den Gedächtnisobelisk an der katholischen Kirche versammelten sich am Sonntag nach dem Hauptgottesdienst die Vereine und die Bevölkerung, um in einer schlichten Feier den Totengedächtnistag zu begehen. Nach einigen musikalischen und gesanglichen Borträgen der hiesigen Musikvereinigung und des Gesangvereins Liederkranz hielt Herr Oberlehrer Stemmer die Gedächtnisrede. Er wies auf den Heldenmut und das tragische Geschick des fernen frühen Todes hin und schloß mit der Mahnung der Gafallenen an ihre Hinterbliebenen das deutsche Vaterland durch Einigkeit zu schützen. * Mühlhausen, 7. März. Am Sonntag fand hier die ordentliche Generalversammlung der Bolksbank für das Angelbachtal. e. G. m. b. H., Mühlhausen, statt, die von 155 Mitgliedern von hier und der Umgebung besucht war. Herr Bankvorstand Warmer erläuterte an Hand des Geschäftsberichts die Umsätze, die Bilanz, Gewinnrechnung und Mitgliederbewegungen 1927. Die erst am 6. Juni 1926 gegründete Genossenschaft hat bereits 272 Mit-, glieder, einen Jahresumsatz von über 6 Millionen und Spargelder und sonstige Einlagen von ca. 200 000 RM Die Haft- und Garantiesummen und Reserven betragen ca. 285 000 R.-M. Die Genossenschaft erfreut sich auch im neuen Jahr eines guten Zuspruches, und Mitgliederzahl und Einlagen find stetig im Wachsen begriffen. Schwetzingen, 7. März. (Notlandung eines Flugzeuges.) Gestern nachmittag 5 Uhr ist auf Hockenheimer Gemarkung, in der Nähe des Talhauses, ein Kleinflugzeug der Döblinger Flugschule, das sich aus dem Rückflug von Frankfurt nach Böblingen befand, notgelandet. Der Pilot sah sich infolge eines Motordefektes zum Niedergehen gezwungen. Beim Landen stellte sich das Flugzeug auf den Kopf, wobei der Propeller so stark beschädigt wurde, daß der Apparat nicht mehr flugfähig ist und abtransportiert werden muß. Der Pilot erlitt keine Verletzungen. x Schwetzingen, 7. März. (Der Kampf um den Schloßgarten) scheint sich immer mehr zuzuspitzen. Wie man in der „Schwetz- inger Zeitung" liest, fano gestern eine Besichtigung des -Schloßgartens üurch die maßgebenden Stellen statt, zu der die Schwetz- inger Zeitung nicht geladen war. Zu einer anschließenden Sitzung wurde die Redaktion im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern erst 10 Minuten vor Beginn eingeladen, weshalb sie begreiflicherweise dankend verzichtete. Eine erweiterte Vorstands- Nr. 58. Jahrgang 1928. D» Laudbote * Sinsheimer Zeitung. Donnerstag, den 8. März 1928. fitzung des Verkehrsvereins am Adens fand gleichfalls unter 2lus- fchluß der Zeitung statt. Es fei der Schloßgartcnverwaltung das uneingeschränkte Vertrauen ausgesprochen worden. — Vom ersten Landesoorsitzenden des Verbandes badischer Gartenbaubetriebe Kocher ist die „Schwetzinger Zeitung" zu der Erklärung ermächtigt worden, daß der Verband „die jetzigen sog. Wicderaufdau- arbeiten im Schwetzinger Schloßgarten, insbesondere aber den radikalen Eingriff in den wertvollen Baumbestand des Gartens mißbilligt und ablehnt. Der Verband badischer Gartenbaubetrieble ist, ohne die derzeitige Schloßgartenverivaltung persönlich anzugreifen, grundsätzlich der Ueberzeugung, daß die Verwaltung und Leitung des Schloßgartcns einem tüchtigen Fachmann übertragen werden sollte." x Ludwigshafen, 7. März. (Eine originelle Idee.) Aus Anlaß des bevorstehenden 75 jährigen Stadtjubiläums Ludwigshafens veranstaltet der gesamte Ludwigshafener Einzelhandel unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisteisters Dr. Weiß einen Iubiläumsoerkauf. In allen durch das Iubilüumsplakat gekennzeichneten Geschäften erhält jeder Käufer für je 5 Mark Bareinkauf gratis ein Los, mit oem er wertvolle Preise gewinnen kann. = Berlin, 7. März. (11 000 Eier zerschlagen.) In der Nacht zum Dienstag wurden in einer Geflügelfarm der Ergon-A.-G. auf dem früheren Flugplatz in Karlshorst bei Berlin in einem der Wirtschaftsgebäude Kisten mit 1l 000 gestempelten Eiern, die als Bruteier versandt werden sollten, von Einbrechern geöffnet und sämtliche Eier zerschlagen, daß sie nur nach eine breiige Masse bildeten. Die Eigentümerin der Farm vermutet einen Racheakt. ** Karlsruhe, s. Marz. lLelvjtlolungsversuch.j Mne ledige stellenlose in der Südstadt wohnhafte Kontoristin brachte sich am Dienstag abend am rechten Handgelenk eine etwa 5 Ztm. lange Schnittwunde bei, um sich das Leben zu nehmen, weil sie sich mit ihrem Bräutigam entzweit hatte und ohne Barmittel war. ** Karlsruhe, 8. März. (Betrüger.) Ein vielfach vorbestrafter Kaufmann von Charlottenburg sprach in den letzten Tagen hier bei Familien vbr und bat um Unterstützung unter dem falschen Vorbringen, er heiße Dr. Keßler, sei Chemiker, habe eine Stellung auswärts in Aussicht, jedoch fehle ihm das Reisegeld zum Stellenantritt. Dem Betrüger gelang es dadurch, sich größere Geldbeträge zu verschaffen. Er wurde festaenommen. ** Freudeustadt, 8. März. (Von der Murgtalbahn.) Heute nachmittag findet hier eine Konferenz zur Besprechung der Vorarbeiten für die Inbetriebnahme der Murgtalbahn bis Freudenstadt statt. Die Geliebte und sich sich sebst erschoffeu. Heidelberg, 8. März. Am Dienstag wurde in der Nähe von Ziegelhausen die Leiche eines Mannes und eines jungen Mädchens gefunden. Die amtliche Erhebung ergab, daß es sich wohl um ein Liebespaar handelt, das gemeinsam aus dem Leben schied. Der erste Schuß wurde anscheinend von dem Manne abgegeben. Er> drang dem Mädchen durch die Schläfe und führte den sofortigen Tod herbei. Auch der Kopfschuß des Mannes wirkte sofort tödlich. Während die Personalien des etwa 16jährigen Mädchens noch nicht fest- gestellt werden konnten, hat man in dem Manne den 24jäh- rigen Privatdedektiv Heinrich Bauer aus Hamburg ermittelt. Beide haben sich, nachdem sie bereits vorübe-rgehend in Heidelberg gewohnt haben, am Montag schon in dieser Gegend aufgehalten und wurden noch am Abend auf einer Bank sitzend angetroffen. Das Motiv der Tat dürfte Liebeskummer sein. Das große Los fällt nach Pforzheim Das Große Los der Preußisch-Süddeutschen Klassenivtte- rie, das in zwei Serien den glücklichen Gewinnern je 500 000 Reichsmark bringt, wurde gestern gezogen Das Glückslos trägt die Nummer 805 845. In der ersten Abteilung ist es nach N e u m ü n st e r gefallen, wo es in Achtellosen gespielt wurde, in der zweiten Abteilung nach Pforzheim in Biertellosen. Schweres Grubenunglück bei Neurode. Neurode, 8. März. Gestern nachmittag ereignete ,.ch auf dem Kuniaundcnschacht der Wenzeslausgrube in Ludwigsdorf bei Neurode ein Kohlensäureausbruch. Sechs Bergleute wurden dabei getötet. Zwei weitere werden vermißt. Nenn weitere Bergleute waren noch in der Grube eingeschlossen, konnten aber nach mühevoller Bergungsarbeit gerettet werden. Die Gelsenkirchener Dollaranleihe überzeichnet. Newyork, 8. März. (Funkspruch.) Am gestrigen Mittwoch ist in Newyork die sechsprozentige Fttnfzehnmillionen- Dollaranleihe der Gelsenkirchener Bcrgwerks-A.-G. aufgelegt worden. Die Anleihe war in kurzer Zeit überzeichnet. Schwere Bluttat in Vrenzlau Zwei Kommunisten -rschosien. Berlin, 8. März. Wie der Märkische Landesdienst aus Prenzlau meldet, hat sich dort, sofort nach Aufhebung der verschärften polizeilichen Maßnahmen anläßlich der kürz» lichen Unruhen, eine schwere Bluttat zugetragen. Gegen Mitternacht erschienen in einem dortiaen Lokal zwei angetrunkene Kommunisten namens Ziebell und Gielow, die einen an einem anderen Tisch sitzenden Artur Müller, der keiner politischen Richtung angehört bäntelten Als Müller sich das verbot, fielen sie über ihn her. Müller zog einen Revolver und schoß um sich, worauf Ziebell von einem Herzschuß getroffen, tot zusammenbrach, wäbrend Gielow später verstarb. Der Täter wurde verhaftet. Acht Prozent Dividende bei der Hapag. Berlin, 8. März. Wie der Deutsche Handelsdienst erfährt, wurde in der heutigen Aufsichtsratssitzung der Hapag beschlossen, der am 2. April stattfindenden ordentlichen Hauptversammlung die Verteilung einer Dividende von 8% gegen 6% im Vorjahre vorzuschlagen. Großer Antomobilschwindel ansgedeckt. Berlin. 8. März. Wie Berliner Blätter melden, beschäftigt sich die Berliner Kriminalpolizei zur Zeit mit der Aufklärung eines großen Automobilschwindels. Im Verlaufe der Ermittelungen ist der Berliner Amomobilhändler W. Hauke, der Bruder eines Berliner Rechtsanwaltes, von der Kriminalpolizei verhaftet worden. Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit werden schwere Beschuldigungen gegen den Rechtsanwalt Dr. von Stranz erhoben, der, wie behauptet wird, sich der Urkundenfälschung schuldig gemacht haben soll. Gegen Rechtsanwalt von Stranz ist Strafantrag gestellt worden. 10 Opfer eines Wohnungsbrandes Eine Frau mit ihren 8 Kindern verbrannt. Ouebeck, 7. März. In St. Marie de Beauce entstand während der Nacht in einem Wohnhause, vermutlich durch einen überheizten Ofen ein Brand, durch den eine Frau mit ihren acht Kindern sowie der Großvater der Familie ums Leben kam. Schweres Erdbeben in Süditalien. Sizilien und Calabrim heimgesucht. Mailand, 7. März. In Messina und Reggio Calabria wurde heute mittag wenige Minuten vor 12 Uhr ein heftiges Erdbeben verspürt, das über 10 Sekunden dauerte. Me Bevölkerung stürzte erschreckt ins Freie. In beiden Städten kam es zu wilden P-anikszenen. Die Fassade des Palastes der Provinzverwaltung von Reggio Calabria wurde ernstlich beschädigt. In dieser Stadt haben außerdem zahlreiche Prioathäuser Risse erhalten. Schwere Schäden werden auch aus Bagnara und Primi gemeldet. Im Städtchen Radicena sollen nach den ersten Meldungen Menschenleben zu beklagen sein, doch fehlen Einzelheiten. Aach aus anderen Orten der Provinz fehlen Nachrichten infolge der durch das Beben entstandenen Unterbrechung der Drahtverbindungen. Das Erdbeben wurde auch in Catanzaro und Cosenza und zahlreichen anderen Orten wahrgenommen. Nach den Blättermeldungen scheint es das stärkste Beben in Calabrien und Sizilien seit der Katastrophe in Messina im Jahre 1908 zu sein. Turnen, Sport und Spiel. Arbeitersportbewegung. Am kommenden Sonntag, den 11. März treffen sich in Friedrichsfeld zum 1. Serienspiel der Vorrunde der freie Fußballverein Friedrichsfeld und die Sportabteilung des Arbeiterge- sangvercins Volkschor Sinsheim mit zwei Mannschaften. Die Sinsheimer werden alles daran setzen in Friedrichsfeld gut abzuschneiden, eventuell die Punkte nach Hause zu bringen. Friedrichsfeld dagegen wird dem Neuling Sinsheim eine spielstarke Mannschaft gegenüber stellen, gegen die Sinsheim einen schweren Stand haben dürfte. Der Ausgang dieses Spieles steht jedoch offen. Es ist also ein sehr interessantes Spiel zu erwarten. Abfahrt der Mannschaften wird am Freitag in der Spielerversammlung bekannt gegeben. Nachstehend folgen die Vereine, gegen die unsere 1. und 2. Mannschaft die Serienspiele auszutragen haben. Es sind dies Vereine die gut bekannt sind und ein schönes Fußballspiel vorführen. Mn Sinsheimer Arbeitersportlern, sowie den Anhängern der Sportbewegung wird in den kommenden Spielen ein schon lange nicht mehr gesehener, fairer Fußballsport vorgeführt werden. Die Senenmannschastsoereine: 1. Friedrichsfeld. 2. Wieblingen. 3. Nußloch. 4. Pfaffengrund. 5. Sandhaufen. 6. St. Ilgen. 7. Handschuhsheim. 8. Edingen. 9. Sinsheim. F r e i H e i l. B. Radi o» Programm für Freitag, den 9. März 1928. Berlin (483), Königswufterhauscn (1250). 20.30 Uhr: Was Schö- Mufik. neres könnt's fein als ein Wiener Lied ... 22.30 Uhr: Nacht- Breslau (322). 20.00 Uhr ^ Liederstunde: Ernst Smigelski. 21.00 Uhr: Gleiwitz: Bunte Stunde. Frankfurt (428). 13.00 Uhr: Schallplattenkonzert. 15.30 Uhr: Jugendstunde. 16.30 Uhr: Hausfrauennachmittag. 17.47 Uhr: Die Lesestunde. 19.50 Uhr: Uebertragung a. d. gr. Saale des Saalbaues. 20.00 Uhr: Konzert der Museumsgesellschaft. Darauf: Kassel: Spätkonzert der Hauskapelle. Hamburg (394). Uebertragung a. ü. Stadttheater: 19.25 Uhr: „Don Giovanni", Oper, von A. Mozart. 23.30 Uhr: Tanzfunk. Köln-Langeaberg (488). 20.15 Uhr: „König Nicolo", Schauspiel v. F. Wedekind. Königsberg (329). 20.00 Uhr: Symphoniekonzert. 22.30 Uhr: Uebertragung von Berlin. Leipzig (365). 20.15 Uhr: Volkstüml. Orchesterkonzert. 22.15 Uhr: Tanzlehrkursus: Walzer. 22.30 Uhr: Tanzmusik. München (535). 19.30 Uhr: „Die lustigen Weiber von Windsor", komische Oper v. Nicolai. Stuttgart (379). 12.30 Uhr: Schallplattrenkvnzert. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 20.00 Uhr: Uebertragung v. Frankfurt: Anschl.: Kurzgeschichten. Daoentry-Experimental (491). 21.00 Uhr: Bunte Stunde. 22.00 Uhr: Leichtes Orchesterkonzert. 23.15 Uhr: Tanzmusikübertragung. Daventry-London (361). 11.15 Uhr: Kurzer Gottesdienst. 18.15 Uhr: Kinoerstund«. 19.00 Uhr: Konzert des Frank Weft- fields Orchesters. 20.15 Uhr: Grundlagen der Musik: Schumann: 12 kleine Stücke Nr. 5—8< 21.00 Uhr: National- Symphoniekonzert. 23.35 Uhr: Bunte Vorträge. Wien (517). 20.30 Uhr: Tonmeister in Frohlaune (Musikalische Bagatellen und Humoresken. Radio-BertriiH «-SSS-WS-SSUWD E. Schick, Uhrmachermetster. SiNShei« ft. E. Selbt-Brrtret« — Laaer ta Deleftmbe» -Röhre», Kaobex- Batterie» — 6hk llchen Grs»Stellen, Barta-Arksmukatoren-Lechestatl«». — Leies»» »I». JUM#-güeratut, Pr,grai»«.Zeit?christen bei 3 . Soll. SmMtz, Sic^cia. Neueste amtliche Kurse mitgrteilt von der Bereinsbank. e. ®. m. b. H. Sinsheim vom 8. März 1928. Bnleilrea: tn 0 io Ablösungsschuld mit Auslosungsschein - . 51,SO ohne Auslosungsschein . . l«,so Bankalitt« ln »io Bad. Bank . . . .160 Darmpädier- und Nationalbanl 223 Deutsche Bank . . . . 161 Deutsch« BereinSvanl . 102,eo Dresdner Bank . . .157,50 Mtiteldeutsche Ereditbanl - . — Retchsüank . ... — Rtzeln. Eredltbank . . 129,60 Sudd. DtSconto Bes. . . . isa B»r>n»«rK»« Sklica in oi t 167,25 176,50 M 3.60 114 lOi t arpener Bergbau alt Westeregeln ManneSnnmnröhrenwerle. ManSfelder Bergb. u-tzülieiiw Oberschl. Llsenb. Bedarf . f hünlr Bergbau u.HiiNendelriet ivo azwerl Hetlbronn . . . i»8 «erletnigte Königs- Lanrahütle — Aktiea ladaftr. vat»ra«H«aa,»a: in Olt AUg. Dlektr. Stammaktien. . 153,50 Bad. Elektrizität Mannheim . — Bad. Maschinen Durlaed . >38,5o Ecmentwerk Heidelberg . . 110,25 Daimler Motoren 89 Tisch. Bold- un SUberscheld«. 191,50 Elcktr. Licht und Kraft . . 910 Eniatll.und Stanzwerk Ullrlch. i i,50 Farbenlnduftrle . . . 350,50 iSritzner Maschinen Durlach . 143 Karlsruher Maschinen . . — Knorr Hetlbronn — Matnkrastwerke Höchst . , — Neckarsulmer Fahrzenawerle . 75 Schurkerl Eleür. Nürnberg . !«8 Setltnduftrte Wolfs... 7« Südd. Zucker . . .191 Zellftoss Waldhos Slamakllcn . 951 Aktiea bratsche« Traa»p,rlaastaltea: tn »/» amburg. Ameri». Paketsahrt 150,50 " SIruben>u.Bergbahn 61,50 Lloyd Dratsra: 153 Geld «rtel New-Aort 1 Dollar 4 »802 4 , 188 t London i Pfund 00 . 40 Z 20,413 Holland wo Kulden 168 .S 3 168.57 Schwelr 100 Kranes 80.48 80,64 Wien 100 Schilling 58.88 ftft Paris lvll Krane 18 . 14 t 16 484 Jlalien Ivo Lire 99,11 23.15 Ungefähren wurden: Milchschweine 156, Läufer 32. Verkauft wurden: Milchschweine 90, Läufer 20. Höchster Preis für Milchschweine Paar Häufigster „ . Niedrigster „ „ 42.—. für Läufer 60 — RM. 36.-. 50.- „ 30.- „ .. 35.- .. Wetterbericht. Karlsruhe, 7. März. Tie flaclren Tiefdruckgebiete über Nord- und Ostsee verursachten gestern nacht leichte Regcn- fälle. Bei den jetzt herrschenden geringen Druckgegensätzen konnte cs noch nicht zu einer wesentlichen Umgestaltung der Wetterlage kommen. Wir haben daher mit Weiterbcstand der meist reckt milden Witterung zu rechnen. Simm-». RMolzierstrigerW. Die Gemeinde Reichartshausen versteigert aus ihren Gemeindewaldungen, jeweils vormittags 10 Uhr beginnend aus der Hiebstelle: 1. Am Dienstag, den 13. Mürz 1928. 60 Eichenstämme IV.—V. 17 Forlenstämme u. Abschn. II.—V. 23- Lärchenstämme IV.—V. 33 Fichtenstämme IV.—V. 416 Baustangen I.—V. 740 Hopfenstangen I—V. 605 Rebstecken I—II. 1300 Bohnenstecken 2. Am Mittwoch, de« 14. März 1S28. 36 Ster du. Scheiter 130 „ Prügel (bu. u. gem.) 5500 Wellen (meist bu.) Zusammenkunft beim Rathaus. Reich a rtshausen, den 7. März 1928. Semeinderat: Baumgärtner Sigmann. Stempel und Klischees ■acte Zeichnung b Holzschnitt, Autotypie liefert oder Fotografin Zinkitzung od. ausgefQhrt rasch billig 8. Becker’schs Buchdruckerei Sinsheim beim Bahnhofs „Alle, die da« Kafleler Simonsörol bei mir versucht haben, sind begeistert dafür", so schreibt ein Norweger aus Oslo. Nur mit obigem Warenzeichen echt erhältlich bei Gebrüder Krell, Lebensmittel. I - i: Jfen/ CJvW'VVVMf' c/C'i&’Ck Reklame keine | Einnahme! yHiiiiiiiiii Käse billiger ab Dabrik 9|Ps».Taselköse Mk.4.00 S „ Dtfch. Edamer „ 4.95 9 „ helft. Tilsiter (delikat) „ 4.95 9 „ Holländer „ 7.00 ab hier, Nachnahme, Porto Mk. 1.— garant. vorzügl chnittfeste Ware. E. Heinze, Käsefabrik Hamburg 20 Lokstedterweg Nr. 312. Fff? TfT Zwei im Leite im Alter von 18—18 Fahren als Hilfsarbeiter gesucht. K arl Maier. Sinsheim . Lehrjunge Ein anständiger, kräftiger Junge, welcher Lust hat das Glaserhandwerk zu erlernen, kann eintreten bei Wilhelm Ra« Glasermeister Sinsheim. 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