Erscheint täglich Ausnahme der Feier«»-«. Bezugv-Prrt» : O»rch di« Post bezog» und durch de« 'Briefträger und unser« Austräger frei ins Lau« «oaatlich Goldmark 1^0 «der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. M> Fäll» von höherer Dewelt «O«dt kein Anspruch auf Lief«» «UG der Zeitung oder auf Ruch »»blung des Bezugspreises. Geschäftszeit i/s8 bis 5 ll-r Sonntags geschloffen. Meousprech-Auschluß Nr. 4M PostschechKonto Merbrruh« Rr. SSO» General-Anzeiger für klsenz-und Zciuoarzbacütal Der Lanöooie 5 m§lreimer MM Zeitung ?Ks General-Anzeiger für klsenz-und ZcinoarzbacKtal Hilulu and v*rbr«it«tTt* Leitung dieser Gegend. ynupt-slnzeigen-Slalt d ll äs» » «tl«t»e MUfm t lleue • Hm dem RtUb der (Code • Ratgeber CSr Raos- md CendwfartTdett M 81 Mittwoch, beti 4. April 1928. Luzeigeu-Preise Hineigra: Die 33 mm bectts Millimeter-Zeile 6 Lolbpsg. ReKlam», Die 92 mm feetai Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- »wb Textteü ist Petit. Bei Wiederholungen kantfeste, Rabatt, der bei Nichkzahdimg innerhalb 8 Tag» nach Rech- nungsdatum oder bei een eheliche- Betreibung erlischt. Anzeig»-Annahme dir 8 Up» vormittags; größere Aazech« müss» am Tage vorher ■** gegeben werde». Bank-Rvnt» BereinsdenK Siuetzel» e. S. m. d. L. 89. Jahrgang Mit Gas und Luftbomben. General Geeckt über den Krieg der Zukunft. Berlin, 3. April. Der frühere Chef der deutschen Heeresleitung, General von Seeckt, hielt heute abend in der „Deutschen Gesellschaft von 1914" einen Bortrag über das Heer und den Krieg der Zukunft. Der General führte aus: Der Krieg wird mit dem gegenseitigen Angriff der Luftflotten beginnen. Erst nach der Ueberwindung der gegnerischen Luftkräfte richtete sich der Angriff gegen die anderen Ziele. Alle großen Truppenanfammlungen find wertvolle und leichte Angriffsziele. Die Störung der personellen und materiellen Mobilmachung ist eine der Hauptaufgaben des Fliegerangriffs. Der durch die Luftwaffe eingeleitete Angriff wiro von den verwendungsbereiten Truppen, also im wesentlichen von dem Friedensheer mit möglicher Beschleunigung übernommen werden. Während die beiden Berufsheere um die erste Entscheidung kämpfen, beginnt hinter ihnen die Aufstellung der Verteidigungskräfte des Landes. Der im eisten Akt des Krieges Siegreiche wird versuchen, die ihm an Zahl überlegne, an Qualität unterlegene Masse nicht zur Entfaltung ihrer Mäste, vor allem nicht zum Bilden geschlossener Material- fronten kommen zu lassen. Die Zukunst der Kriegsführung sieht General von Seeckt in der Verwendung hochwertiger und bewegungsfähiger, also kleinerer Heere deren Wirkung durch die Flugwaffe eine wesentliche Steigerung erfährt, und weiter in der gleichzeitigen Bereitstellung der gesamten Wehrkraft, sei es zur Rührung des Angriffes, sei es zur aufopfernden Verteidigung der Heimat. Das Fricdensheer bestehe aus längere Zeit dienenden Berufssoldaten, möglichst aus Freiwilligen. Die Dienstzeit ist länger bei hochwertiger technischer Verwendung des Mannes, während für andere Truppengattungen möglichste Fugendfrische wünschenswert ist. Zn engster Verbindung mit diesem Heer steht ein aus Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften zusammengesetzter Ausbildungsstamm, durch dessen Uebungsformlatio- nen und Schulen die gesamte waffenfähige Fugend hindurchläuft mit kurzer erster Ausbildungszeit und Wiedcrholungskurfcn. Man gewinnt dadurch eine militärische Masse, welche zwar für den Bewegungskrieg und die offensive Schlachtcntscheidung nicht geeignet, wohl aber imstande ist, nach notdürftiger Vervollständigung ihrer Ausbildung und bei entsprechender Bewaffnung die Verteidigung der Heimat zu übernehmen und gleichzeitig durch ihre besten Teile das kämpfende Feldheer dauernd aufzufüllen. Für die Massenbewaffnung muß der Typ der Waffe festgestellt und die Massenanfertigung im Bedarfsfälle vorbereitet we.den. Das dauernde Studium in Versuchsanstalten und Uebungsplätzen, die Vorbereitung der Umstellung der Fabriken von Friedens- zum Kriegsbetrieb, Bereitstellung von Material und Maschinen verlangen naturgemäß schon im Frieden staatliche Subventionierung, die aber für den Staat noch immer vorteilhafter sein wird, als die Beschaffung und Unterhaltung von großen Rüstungsvorräten, die veralten. Llm die Revision Weitere amerikanische Preffestimme«. Rewyork, 4. April. Die Newyorker Morgenblätter, die bemüht sind, sich mit der Rede Poincarös unparteiisch zu beschäftigen, unterstreichen nochmals die Washingtoner Meldungen, daß sich das amtliche Amerika niemals auf eine Verbindung der Reparationsfrage mit der Kriegsschuldenfrage einlaffen werde. Aus diesem Grunde sei, wie die „Rewyork Times" meinen, wenig Hoffnung Vorhanden, daß Amerika einer Revision des Dawesplaues znftimmeu werde, der die Vereinigung der Kriegsschuldenfrage einschließe. Der franzosenfreundliche „Rewyork Herald" macht erneut in einer Meldung aus Washington offensttchliche Stimmungsmache für den bekannten, auf den Verkauf deutscher Bonds hinzielenben Plan. Das Blatt meint, dieser Vorschlag müßte gerade in Frankreich günstige Aufnahme finden, da Frankreich sich dann nicht mehr länger um seine Zukunft zu kümmern brauche. Die Reparationsendsumme betrage möglicherweise etwa zehn Milliarden Dollar, wenn eine 5pro- zcntige Verzinsung angenommen würde. „Rewyork Times" erklären in einem Leitartikel, daß in dieser Angelegenheit schon mit Rücksicht auf die bevorstehenden Wahlen keine unverzüglichen Schritte zu erwarten seien Das Blatt sieht die Hauptbedeutung der Rede Poincarss darin, daß sie in Einklang stehe mit der neuen Haltung der französischen Regierung in außenpolitischen Fragen. Poincarö habe erklärt, daß Frankreich jetzt an die wirtschaftliche Einigkeit der ganzen Welt glaube. „Rewyork Herald" meint, Poincarös Rede beweise, daß er bereit sei, jeden vernünftigen Reparationsplan zu diskutieren. Er sei es gewesen, der den Dawesplan durch die Ruhrbesetzung möglich machte. Deutschland muffe offen beweisen, daß es Willens sei, in Frieden zu leben und die Reparationen abzutrage«. „Rewyork World" überschreibt ihren Leitartikel „Poin- carö erkennt die Wirklichkeit an" und sagt: Der Poincare von heute unterscheide sich stark von dem von 1923. Amerikas Regierung habe gegenüber dem Vorschlag einer Verquickung der Reparations-- und Kriegsschuldenfrage immer taube Ohren gehabt. Die Hcarst-Zeitung „American" meint, der Dawesplan habe auf dem Papier gut ausgefehen, aber Deutschland könne die Milliarden nicht bezahlen, die Frankreich und England haben wollten. Deutschland würde, falls sich der neue Plan durchsetzen sollte, Milliarden an Amerika abliefern müssen, oder es müßte vorher eine weitere Schuldenbczahlung ablehnen, wie es bereits andere europäische Nationen getan hätten. Amerika würde sich bei der Annahme des Planes in jedem Falle weiteren Haß zuziehen. Wallstreet demenstert erneut Rewyork, 4. April. Wallstreet-Kreise erklären erneut, daß vorläufig eine Ausgabe deutscher Bonds auf den amerikanischen Märkten ans den hinlänglich bekannten Gründen vollkommen unmöglich wäre. Senator Veranger über den angeblichen plan zur Zestsetzung der Reparationsschuld Paris, 4. April. Der frühere Finanzminister Henri Beranger äußert sich in der „Agence Economique et Finan- eiere" zu der vorgestrigen Meldung der „Reuyork Times" über den angeblichen Plan einer Gesamtfestsetznng der deutschen Reparationsschuld auf 32 Milliarden Mark und erklärt u. a.: Bevor Frankreich einer Verminderung der Forderung von 132 Milliarden Goldmark auf 32 Milliarden Golbmark zustimmen könnte, müßte es reichliche Ueberle- gungeu ansteSen. Ter Dawesplan sichere in seiner jetzigen Gestalt während eines halben Jahrhunderts Frankreich die nötigen Summen für die Bezahlung seiner Kriegsschuld und für die Kosten seines Wiederaufbaus. Darauf zum Teil zu verzichten, liege weder im Interesse der französischen Finanzen noch der Sicherheit Frankreichs. des Dawesplanes. Die französische Presse zum internationalen Schnldenproble« Paris, 4. April. (Funkspruch.j Die Anspielung auf die Regelung der Reparations- und interalliierten Schuldenfrage durch die Mobilisierung der deutschen Obligationen in der Rede Poincares in Carcassonne sowie die anschließenden Kommentare tu der internationalen Preffe fanden in Paris große Beachtung Auch die Meldung der „Rewyork Times" über bereits zwischen Paris—Berlin und Washington schwebende Verhandlungen über eine Herabsetzung der deutschen Reparationsschuld auf 32 Milliarden Goldmark ivcrden von der Pariser Presse durchaus ernst genommen. - Recht beachtlich sind die Ausführungen der „Ltbertö" zu dieser Frage: So ungewiß auch die Regelung dieser Frage noch sein könne — so schreibt das Blatt u. a. —, so nähere man sich doch einer Gesamtregelung, weil die Natur der Dinge und die Vernunft es wollen. Man nähert sich ihr, weil es unklug wäre, die Völker über zwei Generationen ■ lang einander tributvpflichtig zu machen. Es ist unvermeidlich und notwendig, mit dem Schwamm darüber zu wischen, wenn nichl heute, so doch morgen. England hat sich bereit erklärt, den Vereinigten Staaten außerordentlich hohe Annuitäten zu zahlen. Würden die Bereinigten Staaten auf ihr Guthaben gegenüber England verzichten? Bei einer Art Rente, die aus dem Ergebnis der deutschen Obligationen gebildet würde, darf es keine Ausnahme geben, anüern- ialls England bei Fortsetzung der Zahlungen an die Vereinigten Staaten gerechterweise verlangen würde, auch von seinen Schuldnern bezahlt zu werden. Auch das Problem der Zahlungsfähigkeit Deutschlands müffe geprüft werden. Deutschland hat sich für seine Sanierung stark verschuldet. Man müsse endlich ivissen, ob die Zeichner der Dawesobliga- tionen vor oder nach den Privatpersonen kommen, die seit 1924 Deutschland geliehen haben. Außerdem ist es unvermeidlich, daß im Laufe ftnanzieller Verhandlungen die deutsche Regierung auch von der Räuu;una des linken Rheinufers spricht." Immer wieder Gewalt gegen Deutsche in polnisch-Oberfchlefien Königsberg, 4. April. 'Wie aus Michalkowitz mitgeteilt wird, kam es am Montag mittag dortselbst zu schweren Ausschreitungen gegen einzelne Bürger. Eine starke Bande Aufständischer verfolgte eine Gruppe Arbeitsloser, die angeblich bei einer Kundgebung des Westmarkenvcreins Zwischenrufe gemacht haben sollen, bis in die Häuser. Ter Führer der Bande, ein bekannter Aufständischer, äußerte, er wolle alle Häuser, in denen Deutsche und Kommunisten wohnen, in die Luft sprengen. Nur dem raschen Eingreifen der Polizei ist es zu danken, daß nicht noch weitere schwere Mißhandlungen vorgekommen find. Seit Wochen schon belästigte diese Bande den Ort, in dem sie auch vor den Sejmwahlen eine Schreckensherrschaft geführt hatte. Die Beschuldigungen gegen die verhaftete« Ingenieure bleiben bestehen Kvwn», 4. April. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der aus Rostow zurückgekehrte Staatsanwalt Krylenko dem - Politischen Büro über seine Untersuchung der Donezange- legenheit Bericht erstattet. Danach soll Krylenko erklärt haben, daß alle Beschuldigungen gegen die Verhafteten aufrechterhalten werden, und daß der Prozeß in Moskau ge- tührt werden solle. Zalefkis Paktvorschlag an Litauen. Die litauische Auffassung: Ei« Ablenkungsmanöver. Königsberg, 3. April. Das polnische Angebot eines beiderseitigen Nichtangriffspaktes ist die Antwort auf ein litauisches Mcmoir, dessen Schlußfolgerung folgendermaßen lautet: Die litauische Abordnung schlägt vor: 1. Eine gemischte Kommission einzusetzen für eine Enquete über die Organ,stition militärischer polnischer Banden. 2. auf die Tagesordnung die Frage der Schaffung einer «nt- milttarisierten Zone zwischen Polen und Litauen zu setzen. Fn den Kreisen der litauischen Abordnung steht man auf dem Standpunkt, daß die Prüfung dieses konkreten litauischen Vorschlages sicherlich den gemeinsamen Konferenzpvecken dienlicher sein würde als die Diskussion eines platonischen Nichtangriffspaktes, dessen praktischer Wert gering sei. Die Vorsitzenden der drei eingesetzten Kommissionen, denen auf litauischer Seite der Gesandte in Berlin, Sidzikauskas, angehört, werden am 20. April in Berlin zusammenkommen, un» den Ort der Ausschußverhandlungcn zu vereinbaren. Die schwierige Lage im englischen Kohlenbergbar Weitere Grubenschließnngen. London, 4. April. Die ernste Lage im englischen Kohlen, bergbau, namentlich im Norden, wurde gestern der Oeffent- lichkeit durch einen in der Presse veröffentlichten Aufruf der Bürgermeister von London. Cardiff und Newcastle und durch eine Spende des englischen Königspaares in Höhe von 15 000 Mark für den zu Gunsten der notleidenden Frauen und Kinder in den Bergbaubezirken eingerichteten Fond deutlicher vor Augen geführt. In dem AuWnf heißt es, es bestehe keine Hoffnung, genügend Kohlenschätze wieder z« eröffne«, «m Arbeitsmöglichkeit für 259099 Beschäfti- gnngslose z« schassen. Amtlich wird die bevorstehende Schließung von weitere» 40 Kohlenzechen in Schottland angekündigt. Der am meisten bedürftige Bezirk ist Südwalcs. Angesichts der vo« allen unvoreingenommenen Beobachtern zugegebenen ernsten Lage im Bergbau, die kürzlich im Parlament nur einen bescheidenen Widerhall fand, ist es natürlich, daß die gegenwärtige Lohnbewegung der deutschen Bergarbeiter mit besonderem Interesse und vielleicht hier und da auch mit Hoffnungen verfolgt wird. Gin Vündnisverirag England-Afghanistan unwahrscheinlich Berlin, 4. April. Die verschiedentlich in der Preffe verbreiteten Nachrichten aus England, wonach der König von Afghanistan beabsichtige, mit England einen Bündnisvertrag abzuschließen, werden in Londoner politischen Kreisen außerordentlich skeptisch beurteilt. Angesichts der Tatsache, daß sich Afghanistan in einer sehr prekären Lage befindet und kaum anzunehmen ist, daß sich der König von Afghanistan nach irgend einer Seite hin entscheiden wird, müssen alle derartigen Bündnismeldungen als reine Kombinationen bezeichnet werden. Wettrennen um die Welt London, 4. April. Nach Meldungen aus Tokio sind zwei Japaner namens Araki und Matsni gestern zu einem Wettrennen um die Welt gestartet, der eine nach Osten, der a». bere nach Westen. Es ist bei dem Rennen der Gebrauch eines jeden Beförderungsmittels erlaubt. Bei dem Star^ dem Regierungsvertreter und Persönlichkeiten aus Diplomatie und Behörden beiwohnten, wurden den beiden Rennern von einem Priester je eine Flagge übergeben. Ein französischer Transafrikaflug. Paris, 3. April. Heute früh sind die beiden französische,« Fliegeroffiziere Hauptmann Girardot und Leutnant Lordillo» vom Flugplatz Le Bourget aufgestiegen, um ihren Transafrikaflug Paris—Colomb—Bechar—Timbuktu— St. Louis (Senegals —Casablanca—Paris durchzuführen. Sie haben einen 600 PS. Doppeldecker, der über 2000 Liter Benzin mit sich führt. Deutschlands Beileid zum Erdbe-enunglSck in Smyrna Berlin, 4. April. Wie aus Angora gemeldet wird, h»s die deutsche Botschaft dem türkischen Außenministerium a«» Anlaß des Erdbebenunglücks in Smyrna das Beileid deO deutschen Volkes ausgedrückt. Das türkische Außenministerium dankte für die warme Anteilnahme. Sr. Sergt wer die Wchlawsichtai der Sciilschnationalen Liegnitz, 3. April. Vor dem Landesausschuß der Deutsch- nationalen Bolkspartei hielt Reichsminister Tr. Hergt eine Rede über die politische Lage in der er ausführte: Mit Recht habe das Reichskabinett im Interesse unaestür- ter Frühjahrsarbeiten der Landwirtschaft den Wabltermin 3n wenigen Worten. Die Reichsministcr Hergt und Brauns sind zu einem kurzen Osterurlaub von Berlin abgereist. Die Dortmunder Union nimmt größere Betriebsetn- schränkungen vor. Mehreren hundert Arbeitern und Angestellten ist zum 21. April gekündigt worden. Vor dem Landesausschuß der Deutschnationalen Volks- Partei hielt Reichsminister Dr. Hergt eine Rede über die politische Lage und über die Wahlaussichten der Deutschnationalen. In Michalkowitz l-Oberschlesienj kam es zu Ausschreitungen mit einer kleineren Gruppe deutscher Bürger. Die Urenkelin des Marschall Vorwärts. Gräfin Blücher von Wahlstatt, ist in Bonn im Alter von 85 Jahren gestorben. Vorgestern wurde in Peking von der politischen Polizei eine Kommunisten-Razzia vorgenommen. Eß wurde» 190 Personen verhaftet, unter denen sich Ausländer best», den. Mittwoch, den 4. April 1928. Nr. 81. Jahrgang 1928. erst auf den 20. Mai festgesetzt. Damit sei auch dem Gerede ein Ende gemacht worden, als ob Deutschland sich im Wahltermin den französischen Wahlen anzupassen habe. Die Wahltage habe sich iür die Dentschnationale Volkspartei, namentlich seit ihrer Haltung in der Schulgesetzkrise und beim Aotprogramm, denkbar günstig gestaltet. Wahlparolen brauche sie nicht zu suchen. Für Tatsachen in der Rheinlandräumuna und der Ab- rüsrung geg. den abgewirtschafteten Ueberparlamentarismus iür eine verfassungsmäßige Reichsprüsidentschaft, für schärs- ne Rationalisierung in Reich und Ländern, auf dauerhafter föderalistischer Grundlage, für Christentum und Elternrecht bis zum endgültigen Erfolg des Reichsschulgesetzes, für Einträglichkeit der Lanwirtschaft und für Abänderung unseres Handelsoertragssystems im Interesse starken Schutzes des Binnenmarktes, insbesondere der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und gegen Politisierung von Reichswehr und Beamtentum: für Entlastung der Wirtschaft gegen Mängel bei der Arbeitslosenversicherung, für das Kleinrentnerrecht, und nicht zuletzt für eine nationaldenkende wehrhafte Jugend und Hochhaltung der Sinnbilder unserer großen Vergangenheit. vor allem der Farben Schwarz-Wetß-Rot Alles in allem ein Programm, das ganz und gar nicht parteipolitisch zugeschnitten sei. Letzten Endes liege das politische Schicksal Deutschlands heute in den Händen der Bauern. Marschierten,zsie einheitlich zum Wahlkampf, so sei die sozialistische Gewerkschaftsherrschaft zu Ende. Ganz falsch sei es, sich in müder Ergebung etwa aus eine Linksschwenkung des Reichstages oder gar eine Linksregierung einzustellen. Käme sie, so würde sie an der eigenen Unfähigkeit ohnedies bald wieder zusammenbrechen. Zunächst sei aber die Rechte auch noch da und si - könne in ruhiger Selbstsicherheit abwar- ten, was aus dem allgemeinen Schlamasel am Ende herauskomme. Die Deutschnationale Bolkspartei halte es mit Hindenburg, der in vaterländischer Arbeit und Pflichterfüllung das Heil für das deutsche Volk erblicke. Sergl und Brauns in Osterurlaub Berlin, 4. April. Reichsjustizmintster Hergt und Reichs- arbeitsminister Brauns sind zu einem kurzen Osterurlaub von Berlin abgereist. Kerne Zusammenarbeit Zunkers-Köhl Berlin, 4. April. Wie die Telegraphen-Union von den Junkerswerken erMrt, ist an der von der „Vossischen Zeitung" verbreitetenMachricht, daß Herr Sachsenberg von den Junkerswerken in Baldonal eingetroffen ist, um dem Start Köhl—Hüuefeld beizüwohnen, kein wahres Wort. Weder Sachsenberg, noch irgend ein anderer der leitenden Herren von Junkers ist in Irland oder beabsichtigt noch dorthin zu fahren. Ärmliches SienWraidekia-re» gegen Reichsba-ndirektor Amman» Berlin, 4. April. Zu den Unregelmäßigkeiten im Eisenbahnzentralamt wird von maßgebender Stelle mitgeteilt, daß die Untersuchung zur Zeit im vollen Gange ist. Gegen den Reichsbahndirektor Neumann ist das förmliche Dienststrafverfahren eingeleitet worden. Die Reichsbahn und Staatsanwaltschaft haben ebenfalls entsprechende Mitteilungen hierüber ausgegeben. Ter Verdacht einer strafbaren Handlung gegen Baurat Hugo Müller hat sich ebenfalls bestätigt, doch sind die Ermittlungen in diesem Falle noch nicht abgeschlossen. Das Ergebnis der Velriebsratewahleu im Ruhrbergbau Bochum, 4. April. Die vom 28. bis SO. März stattgefundenen Betriebsrätewahlen haben folgendes Ergebnisse: bracht: Freie Gewerkschaften 208 286 Stimmen, 18sttz Mandate: Christliche Gewerkschaften 76 934 Stimmen. 688 Mandate: Hirsch-Dunkersche Gewerkschaft 4009 Stimmen, 43 Mandate: Polnische Berufsvereinigung 728 Stimmen, vier Mandate: Sydikalisten 4935 Stimmen, 37 Mandate: der deutsche Arbeiter 7936 Stimmen. 32 Mandate: sonstige: 4767 Stimmen, 13 Mandate. Die Lobnverhaudlungen im Ruhrbergbau ergebnislos verlausen Esse«, 4. April. Die Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau »erliefen ergebnislos, weil über die Anträge der Gewerkschaften, die neben anderen Abänderungen der Lohnordnung eine Lohnerhöhung von 1,50 Mk. für jeden Arbeite, von 20 Jahren und darüber forderten, eine Einigung Der Saabbott * Sinsheim« SetrmW. nicht erzielt werden konnte. Ter Zecheuverband mutzte eine weitere Belastung des Ruhrbergbaues, die sich aus Grund der gesamten Forderungen um reichlich 200 Millionen Mark auswirken würden, ablehnen. Die Schlichtungsverhandlungen fanden am 11. April im Rathaus in Essen statt. Vetriebseinschränlung der Dortmunder Amon Dortmund. 4. April. Mit dem 31. März haben einige hundert Arbeiter und Angestellte bei der Dortmunder Union die Kündigungsbriefe erhalten. Wie es heißt, sollen von der Betriebseinschränkung nach und nach etwa 2000 Mann betroffen werden. Außerdem gibt es bereits am gestrigen Dienstag und am Karfreitag eine Feierschicht. In den nächsten Tagen wird ein Regierungskommisiar bei den Bereinigten Stahlwerken eine Untersuchung wegen der geplanten Betriebseinschränkungen einleiten. Dortmund. 4. April. Zu den Arbeiterentlassungen und Betriebseinschränkungen bei den Vereinigten Stahlwerken, Abteilung Dortmunder Union, wird von unterrichteter Seite mitgeteilt. daß die einschneidenden Maßnahmen in erster Linie auf den Mangel an Aufträgen seitens des Eisen- bahnzentraiamls zurückzuführen seien Zur Zeit liege kaum ein nennenswerter Auftragsbestand für Eisenbahnmatertal vor. Weiter hätten die Stahlwerke in den letzten Monaten durch unlohnende Preise für einige Artikel, namentlich für Stabeisen. Verluste erlitten, sie die Verwaltung zwinge, die Erzeugung dieser Artikel vorläufig einzustellen. Die Folge davon sei, daß Arbeiterentlassungen in größerem Umfange nicht umgangen werden könnten. Betroffen würden zunächst von der Maßnahme 1800 Leute, darunter 90 Beamte. Außerdem müssen nach Bedarf Feierschichten eingelegt werden. Ob und in welchem Umfange die Feierschichten und Entlassungen aufrecht erhalten werden müßten, hänge davon ab, ob das Eisenbahnzentralamt und andere Behörden sich im letzten Augenblick doch noch entschließen werden, größere Aufträge zu vergeben In diesem Falle würden die Entlassungen selbstverständlich so schnell wie möglich wieder rückgängig gemacht werden Das Handwerk und die kommenden Wahlen Angesichts der bevorstehenden Wahlen machen sich im Hand- . werk erneut Bestrebungen geltend, die durch, die Aufstellung besonderer Handwerkerlisten' eine bessere Berücksichtigung des Berufsstanües durchsetzen wollen. Zum Teil sollen diese Wünsche dadurch Erfüllung finden, daß sich die örtlichen Berufsorganisationen des Handwerks zu Arbeitsgemeinschaften in Form loser Kartelle zusammenschließen, um so die Grundlage für die eigene Partei abzugeben. Der Reichsverband des deutschen Handwerksund Gewerbekammertag als die maßgebenden Spitzenorganisatio- nen des gesamten Berussstandes lehnen diese Verquickung berufsständischer Interessenvertretung mit politischen Bestrebungen ab, da jede Verbindung mit solchen Zielen die unabhängige, freie Willensbildung in den Spitzenverbänden wie auch die entsprechend notwenoige freie Vertretung der Interessen gefährden und die berufsständische Geschlossenheit des Handwerks zerschlagen müßte. Grundsätzlich nehmen die Spitzenverbände des Handwerks auch gegenüber den Plänen zur Gründung besonderer Handwerkerparteien eine ablehnende Stellung ein. Es ist durchaus nicht notwendig, vor neuen Wahlen die Gründung neuer Parteien zu betreiben, die letzten Endes wegen der- damit verbundenen Zersplitterung lediglich zu einer Schädigung und Schwächung des Bürgertums führen. Die Schicksalsverbundenheit des Handwerks mit den anderen Berussständen verbietet eine klassenmäßige Bindung innerhalb einer besonderen Partei. Sollten tatsächlich neue Parteien auf berufsstänoischer Grundlage einige Vertreter in die Parlamente entsenden, so wird deren Tätigkeit unfruchtbar bleiben, da sie niemals einen ausschlaggebenden Einfluß erreichen können und ihr parteimäßiger Aufbau auf einer Verkennung des Wesens des politisch-parlamentarischen Systems beruht. Die Spitzenverbände des Handwerks halten daher an den Jenaer Beschlüssen aus dem Jahre 1920 fest, die eindringlich vor Versuchen zur Bildung einer selbständigen politischen Handwerkerpartei' warnen. Will das Handwerk eine bessere Berücksichtigung seiner Interessen erreichen, so wird das nur möglich sein, durch Anschluß an die bestehenden Parteien, die sich Schutz und Förderung des Handwerks zu eigen machen. Nur engste Mitarbeit in deren Reihen wird eine bessere Wahrung handwerkerlicher Belange ermöglichen. Bon diesen Parteien darf allerdings erwartet werden, daß sie sich für die berechtigten Forderungen des Handwerks einfetzen. Sie vereiteln dadurch am besten die Bestrebungen, die auf die Aufftellung besonderer Handwerkslisten hinzielen. Der Verkehrsion der Veamien Bor einiger Zeit empfahl dar Reichspostminister in einem l Erlab den ihm unterstellten Beamten und Anaestellten. sick im schriftlichen und mündlichen Verkehr mit dem Publikum eines höflichen Tons zu befleißigen. Dieser Erlatz hat in allen Beamtenkreisen lebhaftes Interesse gefunden und ift„ von vielen anderen Behörden zum Anlaß genommen worden, ihren Beamten und Angestellten ein gleiches Verhalte» ans Herz zu legen. Das soll auch seitens verschiedener Kommunalvermaltungen geschehen sein, was ja auch ganz besonders zu begrüßen wäre, weil bei ihnen vor allem der mündliche Verkehr mit dem Publikum überaus rege ist. Es scheint aber doch, als ob damit, im allgemeinen wenigstens, ein durchschlagender Erfolg nicht erzielt worden wäre. Denn in einem Artikel der „Kommunalpolitischen Blatter" läßt der Ratsasscssor Tr. Zehrenfeld in Bautzen durchblicken, daß die Klagen aus dem Publikum über unangemessene Behandlung durch die Kommunalbeamten im schriftlichen und mündlichen Verkehr nicht verstummen wollen. Er läßt sich daher die Mühe nicht verdrießen, diesem Uebelstande nach Möglichkeit abzuhelfen, u. a. rügt er die unpersönlich« Note im schriftlichen Amtsdeutsch und sagt, daß gerade mit der Anwendung der dritten Person, noch dazu möglichst in der Passiv-Form, die Behörden auch heute noch das Publikum geradezu vor den Kops stoßen. Als besonders schlechtes Beispiel aus der Praxis führt er folgenden Bescheid auf ein in sehr höflichen Formen gehaltenes Bewerbungsschreiben an: „Auf das (!) Bewerbungsgesuch wird (!) mitgeteilt, daß Ihre Bewerbung Berücksichtigung nicht finden kann. Die Anlagen (!) des Gesuchs folgen anbei zurück." Natürlich hätte sich die Antwort um vieles höflicher gestalten lassen, zumal wenn man ihr eine persönliche Note gegeben hätte, die in dem Empfänger des Schreibens das Gefühl erweckt hätte, daß es ihn persönlich betreffe. Damit soll natürlich nichts gegen die Vervielfältigung der amtlichen Schreiben gesagt sein. Das läßt sich nicht umgehen, und daran darf niemand Anstoß nehmen. Sehr richtig führt der Verfasser des Artikels u. a. weiter aus: „Es schadet auch nichts, wenn sich die Behörden hier und da kaufmännischer Umgangs- und Höflichkeitsformen bedienen. Es tut ihrem Amtscharakter jedenfalls weder Abbruch noch Schaden, wenn die Behörde den Empfänger ihres Schreibens mit „Sehr geehrter Herr!" anredet und ihre Schreiben mit „hochachtungsvoll" unterzeichnet. Im einzelnen Falle wird der natürliche Takt, der sich durch Uebung schulen läßt, die richtigen Grenzen finden. Eine allgemeine, wohl von jedermann schon unliebsam empfundene Eigentümlichkeit unserer behördlichen Aufzeichnungen besteht darin, daß in den Akten und sonstigen behördlichen Schriften bei der Nennung von Beteiligten das Wort „Herr", „Frau", „Fräulein" nicht gebraucht wird, sondern daß es einfach heißt: „Beschwerde des Müller", „Gesuch der verw. Meier" oder gar „Eingabe des p. Schulze". — — Dr. Zehrenfeld bezeichnet es als das geringste Maß von Höflichkeit, daß jedermann von der Behörde erwarten darf, daß stets, wenn der Name genannt ist. auch die Bezeichnung „Herr". „Frau" oder „Fräulein" gebraucht wird. GenMfaal Urteil im Wagner-Prozeß. FrankenthKl, 4. April. Das erweiterte Schöffengericht Frankenthal verkündete gestern, nach mehr als fünfwöchiger Prozetzdauer, folgendes Urteil: Wagner erhält wegen fortgesetzten Betrugs und der aktiven Beamtenbestechung insgesamt zwei Jahre Gefängnis, wovon ein Jahr als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten, sowie 18 000 Mark Geldstrafe, im Nichtbeibringungsfalle 150 Tage Gefängnis. Castell erhält wegen fortgesetzten Verbrechens der passiven Bestechung ein Jahr und drei Monate Gefängnis und 5S*> Mark Geldstrafe oder 50 Tage Gefängnis. Die entfallenen Bestechungsgelder in Höhe von 5000 Mk. werden vom Staat als verfallen erklärt. Die Untersuchungshaft wird in Höhe von einem Jahr angerechnet. Außerdem wird dem Angeklagten auf die Dauer von 6 Jahren die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter ausgesprochen. Schwarz erhält wegen fortgesetzten Verbrechens der positiven Bestechung eine Gefängnisstrafe von drei Monaten: Waibel wegen des gleichen Verbrechens und wegen Vergehens wegen der Beihilfe zum Betrug vier Monate Gefängnis: August Weber wegen Verbrechens der passiven Beamtenbestechung sechs Wochen Gefängnis. Hechtenberger erhält wegen Verbrechens der Bestechung nach 8 12 des Gesetzes zwecks Bekämvfung des unlauteren Wettbewerbs 10 000 Mark Geldstrafe oder 100 Tage Gefaug- niS, Frühauf wegen des gleichen Verbrechens 2000 Mark Geldstrafe oder 40 Tage Gefängnis, außerdem wegen Beihilfe zum Betrug 3000 Mark Geldstrafe oder 60 Tage Gefängnis: Hammann wegen des gleichen Verbrechens 4W> Werners Werbung. Roman von George Manville Fenn und Carl Johannes. „Nein," murmelte er dabei vor sich hin. „ich habe nicht all die Jahre hindurch bloß zu dem Zwecke gearbeitet, daß ein Abenteurer mein sauer erworbenes Geld vertut. Nein, mein Herr von Werner, daraus können Sie sich verlassen I" Erschreckt fuhr er von seinem Stuhl in die Höhe, dabei einen Haufen Goldstücke umwerfend: denn eben in diesem Augenblick drang das Zwitschern eines Zaunkönigs. der draußen auf eineni Zweige saß, so laut und klar in seine Ohren, als ob der Vogä im Zimmer sänge. „Guter Himmel! Bin ich denn von Sinnen?" rief er erschreckt. „Wie kommt es. daß das Fenster offen steht, ohne daß ich davon etwas wußte? Wer hat es geöffnet? Ja — Klara — setzt erinnere ich mich". Er er bosi t' Fenster zu treten und es wieder |u schließen, da warf er plötzlich krampfhaft beide Arme in Sie Höhe, stürzte mit schwerem Fall aus den dicken Smyr- nateppich und lag dort mit verzerrten Zügen in heftigen Krampst« und mit den Händen gegen einen Stuhl schlagend. Vierundzwanzigstes Kapitel. -- Werner besucht das Museum. An dem Morgen des Tages, welcher aus das Wett- rennen folgte, erwachte Werner mit noch heftigeren Kopf- sch m er z e n, Heber die Ursache wa er sich nur zu wohl im klaren, ab« nid# daüb«, wie er diese quälenden Schmer- zen los werden sollte. Schließlich kam er auf den Gedanken, daß es ihm vielleicht einige Erleichterung brm- gen könnte, wenn « sich die Haare schneiden ließe. So machte « sich unverzüglich nach dem Frühstück aus den Weg zu dem einziges Friseur des Ortes, Michael Wimble, Aber dessen Ladentür ein großes Schild mit der Aufschrift „Museum", zur Anlockung unerfahren« Sommergäste vranate. Michael Wimble war sehr stotz aus sein Museum, von dem er zu erzählen pflegte, daß er jedes Stück davon sel- b« gesammelt und mit dem begonnen hatte, als er schon vor geraumer Zeit zärtliche Empfindungen für die hübsche Kapitänswitwe. Werners Wirtin, zu hegen pstegte. Den Anfang der Sammlung bildete ein Seestern mit vier kleinen und einem abnorm großen Strahl, den er einmal bei seinen regelmäßigen Morgenspazi«gängen am Me«esstrand gefunden hatte. Nachdem er dies Naturwund« getrocknet und zum Staunen seiner Kunden an der Wand befestigt hatte, ge- fid ihm dieser Zimmerschmuck so gut, daß « jede, noch so geringfügige Kleinigkeit in Steinen, Muscheln oder dergleichen, die « draußen fand, nach Hause trug und auf Regalen oder in Wandschränken ordnete, bis seine Sammlung von den harmlosen Eingeborenen mit ein« gewissen Bewunderung betrachtet wurde und nach seiner Ansicht auch dazu diente, ihn in den Augen seiner schönen Witwe als einen Mann von Bedeutung erscheinen ließ. Da W«n« sonst die Dienste des Friseurs in d« nächstgelegenen größeren Stadt in Anspruch zu nehmen pflegte, wurde « von Wimble mü einer tiefen, ehrerbietigen B«beugung begrüßt. D« Barbi« hMte ihn in einen nicht überreinen Frisiermantel, und fragte daun, mit d« Schere klappernd: „Viel ob« wenig, Herr?" „Vieh aber schneiden Sie es mir nicht etwa ganz kurz" erwiderte Werner verdrießlich, denn dies« kleine schwatzhaste Barbier war ihm lästig. „Viel, ab« nicht zu viel", murmelte Wimble vor sich hin und begann dann mit dem seinem Gewerbe eigenen Redceifer: „Sie wünschen also, ich soll es kurz schneide« — ja, Herr, — sehr gute Idee das, Herr, hält einem den Kops kühl und man hat nicht die Uuöequqemlichkeit wie mit den langen Haare». Ich bewundere ofi die Frisur des Herrn Glhddhr — der hält seine Haare auch so kurz. Herr. Werner zuckte zornig zusammen. „Keine Ursache. Herr — habe Sie nicht geschnitten, Herr — die Schere berührte nur die Haut — ja kalt« Stahl, Herr, — was wollte ich doch sagen,.— ja so. — Herr Glhddhr trägt also sein Haar auch so kurz, Herr, — ganz wie ein Franzose, — scheint übrigens großes Ge- fallen an unserem Orte zu finden, der Herr Glhddhr. Seine Dacht scheint hier immer im Hafen zu liegen. H«r. Wern« stöhnte vor Wut und bereute es ftef. daß « den Einfall gehabt hatte, sein Haar schneiden zu lassen, während der Mann harmlos fortfuhr: „Haben Sie auch etwas davon gehört, Herr — cs ist das allgemeine Gespräch hi« am Orte, daß dies« Herr Glhddhr uns«em Fräulein Gartram den Hof macht?" W«n« knirschte mit den Zähnen. «Und H«r Gartram soll sich ganz und gar auf di« Partie gesetzt haben. Na, He« Glhddhr kann von Glück lagen üh losch« schonen, reichen nnd jungen Braut. He« Gartram mutz eine Menge Geld dort oben in seinem Schloß liegen haben. Mich wundert es nur, daß noch nie ein Einbruch gemacht worden ist. — Ja, das wundert mich. Bitte. H«r, die and«e Sette vom Kopf. Wenn Sie ihn so halten wollten. — So, das ist recht! — Danke sehr. — Steinmauern und eiserne Riegel und Türbalken sind ja ganz schon,' ab« wie ich nealidj Kl Herrn Doktor Ash« sagte, als Ich ihm die Haare schnitt, wenn ein ordentlicher Raub« einmal irgendwo einbrechen will, dann können Steinmauern und eis«ne Qu«balken nichts dagegen helfen. Run, H«r Doktor, sagte ich, das kommt doch ganz gewiß auch zuweilen vor, daß die Türen offen nnd die ebenen Balken zurückgezogen sind, und solche Gelec^nhdt benutzt dann ein ordentlich« Dieb imd Räuber." „Sc!" rief Wern« ungeduldig. „Sie meinen cttso, daß es Zeiten gibt, wo man Herrn Gartram lek&i be» stcklen könnte?" Nr. 81. Jahrgang 1928. D« Laadbotr * Simtzet«« Setvmg. Mittwoch, den 4. April 1928. Mark Geldstrafe oder 20 Tage Gefängnis bezw. 2000 M«k Geldstrafe oder 40 Tage Gefängnis. Schönberger wurde freigesprochen _ „ ^ Klöpfer wurde wegen Vergehens der Bestechung nach z l- zu 1200 Mark Geldstrafe oder 15 Tagen Gefängnis ver- Römer wurde freigesprochen, ebenso der Angeklagte Her- mann. Biberich erhält wegen fortgesetzten Vergehens der Beihilfe zum Betrug 300 Mark Geldrafe oder 30 Tage Ge,ang- nis: Stallmann 500 Mark Geldstrafe oder 50 Tage Gefängnis und wegen Beihilfe zur Bestechung 300 Mark Geldrafe oder 30 Tage Gefängnis. , Kür den Staat verfallen werden insgesamt 55 160 Mark erklärt, sowie der Wert eines Koffers in Höhe von 3o Mark. Baden. Entschließungen des Badische« Lehrervereins. Die in Bad Freyersbach (Renchtal) abgehaltene Vertreterversammlung des Badischen Lehrervereins hat verschiedene Entschließungen einstimmig angenommen, von denen sich die erste mit der B e s o l d u n g s r e f o r m befaßt. Hierin wird festgestellt, daß die Einstufung der Volksschnllehrer- schaft ihrer Arbeit und Verufsbedeutung auch jetzt nicht gerecht wird, und daß auch künftig eine Angleichung der Besoldung der Bolksschullehrer an die der akademischen Lehrer erstrebt wird. Der Ausschluß der Klassenlehrer von der Volks- und Fortbildungsschule, von den Verzahnungsstellen wird als Zurücksetzung empfunden und es wird erwartet, daß im bevorstehenden Stellenplan für den Staatsvoran- schlag, gemäß der Erklärung der badischen Regierung im Landtag, wenigstens die volle Auswirkung der Besoldungsordnung zur Durchführung kommt. Hinsichtlich der Wartezeit wird in der zweiten Entschließung begrüßt, daß der Landtag endlich die Notwendigkeit der Anrechnung der unverschuldeten Wartezeit der nicht verwendeten Schulkandiüaten und Kandidatinnen anerkannt hat. Sie fordert, daß die über ein Jahr hinaus zugebrachte Wartezeit auf das Vergütungsdienstalter angerechnet wird, und erwartet raschesten Vollzug der notwendigen Maßnahmen. Die dritte Entschließung umfaßt die bekannte Stellungnahme des Badischen Lehrervereins zum Reichsschulgesetz, wobei zum Ausdruck kommt: Der rückliegende Kampf habe gezeigt, daß die badische Simultanschule im Willen des badische Volkes verankert ist. — In der vierten Entschließung wird gegen de« Abbau der örtlichen Sonderzuschläge protestiert. Der Rheinbrückenba« doch «och im Herbst. Mannheim, 4. April. Die Möglichkeit, daß noch in diesem Jahre mit dem Bau der drei Rheinbrücken begonnen werden kann, hat sich in den letzten Tagen verstärkt. Das einzige Hindernis, das bisher in der notwendigen Zustimmung der Interalliierten Rheinlandkommtssion bestanden hat, ist zwar noch nicht formell beseitigt, doch hat die Rheinlandkommission zu erkennen gegeben, daß die Zustimmung zum Bau der Brücken nicht verweigert wird. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, daß noch im Herbst ds. Jch-mach Beendigung der Vorarbeiten der Bau begonnen werden kann. Aus Nah und Fern. * Sinshenn, 4. April. (Bon d»r Handelsschule.) Am Mittwoch, den 4. April, hat die Handelsschule ihr Schuljahr beendet. Den äußeren Abschluß bildeten aus dem Lehrstoff der 3 Klassen ausgewählte Unterrichtsproben, verbunden mit Auslegung der schriftlichen Echülerarbeiten. Mehrere Vertreter hiesiger Lehrfirmen und des Beirats zeichneten die Veranstaltung durch persönliche Anwesenheit aus. Für ihr Interesse, oas als anspornendes Moment für den Eifer der Schüler nicht hoch genug angeschlagen werden kann, sei ihnen auch an dieser Stelle herzlich gedankt. Folgende Schüler und Schülerinnen konnten für Fleiß und gute Leistungen mit Preisen bedacht werden. 1. Klasse: Emma Ebert in Fa. E. Speiser, hier: Sophie Wirth bei Bereinsbank, hier: Aurelia Geiger aus Grombach. 2. Klasse: Theodor Geiser in Fa. Gebr. Ziegler, hier- Hans Kopp in Fa. A. Lichdi, hier: Wolfgang Wohlgemuth in Fa. Bad. Eisen- und Blechwarenfabrik, hier. 3. Klasse: Elisabeth Stcinmann in Fa. E. Schick, hier,- Ernestine Wejlupek in Fa. F. Rothenbiller, hier. Belobt wurde in der l. Klasse: Albert Müller in Fa. E. Speiser, hier. Den Sonderpreis in Kurzschrift für Anfänger erwarb Aurelia Geiger aus Grombach. Wiederbeginn des Unterrichts ist am Montag, den 21. April. * Sinsh«m, 4. April. (Der Ursprung des Wortes „Kar"- woche.) Die Philologie ist sich über den Ursprung des Wortes „Kar"woche noch immer nicht einig. Viele Gelehrte denken bei per Silbe „Kar" an das griechische Wort „Eharis", was Gnade bedeutet, andere an das lateinische „Charus", was Liebe. Treue usw. bedeutet. Aber Zakob Grimm, der wie kein anderer in die Geheimnisse unserer Sprache eingedrungen ist, nimmt an, daß das Wort deutschen Ursprungs ist. Diese Annahme wird durch den Umstand gestützt, daß sich die mit „Kar" zusammengesetzten Worte nur im Deutschen finden. Nun gibts im Gotischen ein Wort „kara", das Klage bedeutet. Bon ihm leitet Grimm die mit „Kar" zusammengesetzten Wörter ab. Das gotische Wort hat sich im Althochdeutschen im Stamm „Chara", im Mittelhochdeutschen als „Kar" erhalten. Karwoche ist also die Klagewoche, die mit dem Freitag der Klage und dem Samstag der Klage schließt. Man feiert vielfach den Karfreitag als den Todestag Jesu Christi geradezu durch einen Klagegesang in der Kirche. * Sinsheim, 4. April. (Bewältigung des Osterverkehrs 1928). Zur Bewältigung des Osterverkehrs in diesem Jahre hat die Reichsbahndirektion Karlsruhe wieder umfangreich; Maßnahmen getroffen. Zu den meisten Hauptzügen werden während der Feiertage zahlreiche Ergänzungszüge gefahren, fodaß mit einer reibungslosen Abwicklung auch bei dem stärksten Andrang gerechnet werden darf. Sollten die vorgesehenen Sonderzüge nicht ausreichen, so stehen bei außergewöhnlichem Andrang von Reisenden weitere Wagen in Bereitschaft. Sobald ein Vorzug besetzt ist, werden die Reisenden auf den Hauptzug verwiesen, damit keine unnötigen Verspätungen entstehen. Fm Interesse der glatten Regelung des Festverkehrs, der an das Bahnperfonal die größten Anforderungen stellt, liegt es, wenn auch das Publikum selbst den Bahnbeamten ihren Dienst durch unnötige Fragen und Beschwerden nicht erschwert. Sinshenn, 4. April. (Deutsches Turnfest in Köln.) Eine wichtige Arbeit fft der ordnungmäßige An- und Abtransport der großen Massen von Teilnehmern am 14. Deutschen Turnfest in Köln, der sich nur mit Sonderzügen bewirken läßt, für o:ren Benützung die Reichsbahndirektion 33 % Proz. Fahrpreisermäßigung gesichert hat. Mit dem Schiff wenigstens eine Teilstrecke nach Köln zu fahren, wird für viele Turner ein ganz besonderes Erlebnis fein, hat man doch Gelegenheit, dadurch die schönsten Teile des Rheinlandes kennen zu lernen und Eindrücke selten schöner Romantik zu sammeln. Auch hier ist es dem Hauptfest. ausfchuß gelungen, mit den ersten Schiffahrtsgesellschaften äußerst günstige Preise zu erzielen. Eine Fahrt von Rüdesheim bis Köln, wie sie für uns in Betracht kommen würde, kostet 4 Mk. Die Zusammenstellung der Teilnehmerzahl für Sonderzüge und evtl. Schiffahrt ist Aufgabe der Kreisleitung, für die es daher dringend nötig ist, diese alsbald zu ermitteln, denn nur aufgrund den ihr von den einzelnen Vereinen mitgeteilten Zahlen kann sie die überaus wichtige Frage der Hin- und Rückfahrt regeln. Es ist daher für die Vereine, die ihre Mitglieder die Vergünstigung eines Sonderzugcs oder die herrliche und billige Fahrt mit Sonderschiff auf dem Rhein genießen lassen wollen, eine selbstverständliche Pflicht, den ihnen von der Kreisleitung zugegangenen Fragebogen ungesäumt und lückenlos auszufüllen. Eine weitere äußerst wichtige Arbeit ist die Wohnungsanmcldung. Auch ihr ist die besondere Aufmerksamkeit der Vereine zuzuwenden, auch diese Vordrucke sind ungesäumt und genau auszufüllen, denn wie früher die Wohnungsanmeldung efftattet wird, je besser ist die Aussicht auf eine gute Unterkunft in Köln. --- Michelfeld, 3. April. (Der Gesangverein „Sängerbund") brachte am Freitag seinem Ehrcnmitgliede Friß Kolb anläßlich feines 70. Geburtstages ein wohlgelungenes Ständchen. Der 2. Vorstand Böhmer überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche des Vereins und überreichte ihm ein Geschenk. Tief gerührt dankte der Gefeierte und ermahnte die Sänger auch fernerhin dem Verein die Treue zu halten und das deutsche Lied zu hegen und zu pflegen. Eine kleine Nachfeier schloß den Abend. x Eppingen, 3. April. (Gemeinnützige Baugenossenschaft.) Die am Samstag abend 8 Uhr im Gasthaus „Zur Eisenbahn" stattgehabte ordentliche Generalversammlung der Gemeinnützigen gen Baugenossenschaft war leider sehr schwach besucht. Aus dem Bericht des Vorstandes ist besonders hervorzuheben, daß die Genossenschaft im Jahre 1927 zehn neue Wohnungen hergestellt und vermietet hat, sowie daß die Gesamtzahl der fertiggestellten Wohnungen sechzehn ergibt. Die Zahl der Mitglieder ist auf einundneunzig gestiegen. Die Einzahlungen der letzteren auf Geschäftsanteile betrugen am Ende des Jahres 1927 24564 Reichsmark. Nach Verlesung des Berichtes der Rechnungsprüfungskommission wurde dem Bofftand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt., Die laut Statut ausgeschiedencn Aufsichtsratsmitglieder Heinrich Zimmermann und Otto Wieser wurden wiedergewählt. Beim letzten Punkt der Tagesordnung wurde angeregt, möglichst auch im jetzt begonnenen Jahr eine Bautätigkeit zu entfalten. Die in Aussicht genommene Erhöhung des Mietzinses rief eine ziemlich weitgehende Auseinandersetzung hervor. Es mußte aber schließlich anerkannt werden, daß man der Baugenossenschaft, wenn sie ihren Verpflichtungen in kulanter Weise Nachkommen soll, die Einnahmequellen nicht verschließen darf. % Schlüchtern, 3. April. (Verschiedenes.) Die Bauarbeiten an unserer Wasserleitung sind jetzt beendet und heute fließt zum ersten Male das Wasser durch die Röhren, was allgemeinen Jubel und Freude bei unserer Einwohnerschaft hervorruft. — Als ein gewiß gutes Zeichen oes Gesundheitszustandes unserer Gemeindeglieder darf es bezeichnet werden, daß im ersten Vierteljahr 1928 kein Sterbefall oorgckommen ist. x Friedruhsfeld, 3. April. (Zu dem Brand, ist noch nachzutragen, daß man den ersten Alarm für einen Aprilscherz hielt, bis dann auch die Dampfpfeife der Stcinzeugfabrik Alarm gab. Der Brand wurde von der Ortsfeuerwehr und der Wehr der Steinzcugfabrik bekämpft. Der telephonisch verständigt« Direktor Reis alarmierte dann auch noch die Heidelberger Feuerwehr, die sich als aktiv an der Brandbekämpfung beteiligte. Auch die Feuerwehr des Bahnhofs Seckenheim war erschienen: die später kommende Mannheimer Berufsfenerwehr brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Der Schaden beträgt etwa 100 000 Mark. x Untergrombach, 3. April. (Noch gut abgelaufen) ist der Zusammenstoß eines Motorradfahrers mit einem Fuhrwerk, dessen Pferd plötzlich scheute und in das Rad hineinsprang. Der Beifahrer wurde in erheblicher Weise verletzt, während der Fahrer mit geringen Hautschürfungen davonkam. Auch der Fuhrmann stürzte vom Wagen, trug aber keine körperlichen Nachteile davon. T Bad Freyersbach, 2. April. (Jahresversammlung). Der badische Lehreroerein ist am heutigen Montag in seinem idyllisch gelegenen Heim zu seiner diesjährigen Vertreterversammlung unter dem Vorsitz des Obmanns Hofheinz zusammengetreten. Neben den Vertretern der einzelnen Bezirkskonferenzen im Lande wohnen den Verhandlungen bei: der Schatzmeister des deutschen Lehrervereines Schulrat Müller aus Berlin, der gleichzeitig Referent für Baden ist, ferner der Vorsitzende des Pfälzer Bezirkslehrervereins und Ministerialrat Hertz Karlsruhe. Dße Verhandlungen dauern d rei Tage. Den Höhepunkt bildet ein Bortrag des bekannten Dr. Paul Rohrbach über „Auslandsdeutschtum und Schule." ** Mannheim, 4. April. (Der Hund im Hühnerstall.) In Rheinau brach ein Rattenfänger (Hund) in einen Hühnerstall einer Fabrik ein und bas 28 Leghühner und einen Hahn tot. Die Tiere schleppte er einzeln in den heimischen Hof und begrub jedes Huhn einzeln für sich. Anscheinend wurde der Hund bei seinem Mordwerk gestört, denn er ließ einige Hühner unverletzt im Stalle. ** Mannheim, 4. April. (Streik im Mannheimer Hafen.) Die Kranenführer und Arbeiter der Stückgut- und Getreidebetriebe im Mannheimer Hafen sind wegen Ablehnung ihrer Lohnforderungen in den Streik getreten. Es handelt sich bis jetzt um etwa 100 Mann, doch ist eine Ausdehnung des Streikes zu erwarten. Die geforderte Lohnerhöhung beträgt 15 Prozent. ** Schwetzingen, 4. April. (Sechzigjahrfeier der Oberrealschule Schwetzingen.) Am Samstag konnte die Oberrealschule Schwetzingen auf ein 60jähriges Bestehen zurückblicken. Am Vormittag wurde eine Gedenktafel für die im Weltkrieg gefallenen Lehrer und Schüler enthüllt, während am Nachmittag der eigentliche Festakt mit Schlußfeier stattfand. Als Vertreter des Unterrichtsministeriums war Oberregierungsrat Dr. Steiner anwesend. Die Festrede hielt Oberrealschuldirektor Weiß, der einen Rückblick auf die Geschichte der Schule gab. Am Abend fand ein Fackelzug der ehemalige« Schüler und anschließend ein Festkommers statt. ** Brühl bei Schwetzingen, 4. April. (Späte Sühne.) Ein junger Mann, der vor fünf Jahren hier einen Ladendiebstahl verübt hatte, wurde dieser Tage verhaftet. Er hatte vor dem Einbruch, der ihm eine erhebliche Beute brachte, einem Bekannten erzählt, der die Sache nicht für sich behalten konnte. ** Karlsruhe, 4. April. (Unfallstatistik im Februar). Im Monat Februar ereigneten sich 66 Zusammenstöße. Getötet wurden bei einem Zusammenstoß eine Person. Verletzt wurden bei Zusammenstößen 29 Personen. Eine Person kam durch Aufspringen auf eine fahrende Straßenbahn zu Schaden. Sachschaden entstand durch die Zusammenstöße bei 68 Fahrzciiaen. Wegen Verstoßes gegen die Verkehrs- vorschriften mußten 171 Kraflsahrzeugsührer zur Anzeige gebracht werden. ** Karlsruhe «4. April. (Schießen mit einer Schreck- schußpistole« In der vorletzten Nacht gab in einem Cafö in der Altstadt eine berufslose Frauensperson auf ein 25- jäbriaes Mädchen mit einer Schreckschnßpistole einen Schub ab und verletzte sie im Gesicht. Tie Täterin gelangte zur Anzeige. ** Karlsruhe, 4. April. tZusammenstoß und Unfall). An der Ecke der Karl- und Kriegsstraße stieb ein Personenkraftwagen mit einem Radfahrer zusammen, weil letzterer dem Auto das Vorfahrtsrecht nicht lieh. Der Radfahrer wurde zu Boden geschleudert und trug eine Gehirnerschütte- rung und eine Schulterverletzung davon. — Durch unvorsichtiges Ueberschreiten der Straße hinter einem Straßenbahnwagen lief ein 58jähriger Schreiner gegen ein in entgegengesetzter Richtung fahrendes Lastauto und trug starkblutende Wunden am Kopf und an den Händen davon. ** Kehl, 4. April. (Kein Kvkainschmnggel. aber Betrug.) Der Straßburger Polizei war es, wie berichtet, in den letzten Tagen gelungen, mehreren Kokainhündlern aus die Spur zu kommen und sie endlich festzunehmen. Tie Polizei hatte in Erfahrung gebracht, daß in mehreren Wirtschaften Handel mit eingeschmuggelten Rauschgiften getrieben wurde. Eine strenge Ueberwachnng der Lokale ergab, daß zwei Individuen aus Kehl einen Käufer für 500 Gramm Neo-Sal- varsan suchten. Einem Polizeiinspektor gelang es, die Bekanntschaft der beiden zu machen und sie zum Abschluß des Handels für 3000 Mark zu bewegen, nachdem sie erst 4600 Mark verlangt hatten. In Begleitung des vermeintlichen Käufers ging man nach einem kleinen Hotel, wo die Ware nntergebracht war. Statt nun zu bezahlen, wie vereinbart war, nahm der Kommisar die beiden fest. Es handelt sich um den 29jährigen Handelsvertreter August Lang und den 37jährigen Metzger Emil Kappler, beide aus Urloffen bei Appenweier. Tie weitere Untersuchung ergab noch, daß der angebliche Neo-Salvarsan weiter nichts als ein harmloses Pulver war, so daß also nicht Schmuggel, sondern Betrug in Frage kommt. Beide Täter wurden in das Straßburger Untersuchungsgefängnis eingeliefert. ** Triberg, 4. April. (Tödlicher Unglücksfall.) Auf tragische Weise ist der Fabrikbesitzer Karl Vieser, der Mitinhaber der bekannten Jute- und Leinenweberei Vieser und Zimmermann in Triberg, unerwartet, auf der Höhe seines Schaffens, zu Tode gekommen. In seinem Betriebe geriet er, auf bis jetzt noch nicht geklärte Weise, bei der Prüfung einer Transmission in das Getriebe und wurde von demselben erfaßt. Er wurde so schwer verletzt daß der Tod alsbald eintrat. Vieser, der als Fabrikant und als Mensch in seiner Tätigkeit weithin, auch im Auslande, geschätzt war, stand im Alter von 54 Jahren und hinterläßt eine Familie, die erst vor kurzem durch den Tod der Mutter Viesers betroffen worden war. Die ganze Stadt steht unter dem Eindruck des unerwarteten Vorgangs, der aus der Schwarzwaldindustrie wiederum einen fähigen Kopf hinweggenommen hat. ** Häg bei Zell i. W., 4. April. (Messerstecherei.) Hier gerieten einige junge Burschen in Streit, in dessen Verlauf dem Hermann Rümmele vier bis fünf schwere Äiche in den Unterarm und in die Herzgegend versetzt wurden, so daß derselbe nach Zell ins Krankenhaus verbracht werden mußte. Die Gendarmerie hat bis jetzt vier Verhaftungen vorgenommen. ** Lörrach, 4. April. (Ein Personenkraftwagen überrennt Spaziergänger.) In der Freie-Straße in Basel, eine der belebtesten Geschäftsstraßen der Stadt, fuhr am Dienstag nachmittag ein Personenauto, dessen Führer die Herrschaft über den Wagen anscheinend verloren hatte, in die Passanten hinein. Zwei Frauen wurden erheblich verletzt und mußten ins Krankenhaus verbracht werden, ein älterer Mann kam mit leichteren Verletzungen davon. ** Immenstaad (bei Ueberlingen), 4. April. (Tragischer Unglücksfall). Auf dem Wege zu seiner Schlafstätte stürzte der ledige Ernst Ganter, der im Hause seiner Schwester Tüncherarbeiten ausführte, so unglücklich im Dachraum durch den Heuaufzug hinunter, daß er mit zerschlagenen Gliedern bewußtlos in der Tenne liegen blieb, wo er nach etwa zwei Stunde» von den Hausbewohnern bewußtlos aufgefunden wurde. Ohne das Bervntztsein wieder erlangt zu haben, erlag er in der Nacht noch seinen inneren Verletzungen. ** Kaiserslautern, 4. April. (Tie Frau mit dem Messer.) Zu einer blutigen Konfirmationsfcier kam es zwischen Nach- barslsuten am Enkenbacherweg. Im Verlaufe eines Streites, der in Tätlichkeiten ausartete, versetzte die Witwe Jakob Nauerz einem Fuhrmann drei Sitche in die Brust und Magengegend. Der Ehemann der Täterin war am 4 Mai 1927 von seinem Bruder Albert erstochen worden. Tödlicher Abstnrz vom Dache des „Zähringer Hof". Baden - Baden, den 4. April. Gestern vormittag gegen %9 Uhr stürzte Herr Franz Klehe, in Fa. K. u. H. Klehe, vom Dache des Hotels „Zähringer Hof" in der Langen Straße, wo zur Zeit Reparaturarbeiten vorgenommen werden. Der Verunglückte war mit der Besichtigung der Spenglerarbeiten auf dem Dache beschäftigt. Dabei verlor er aus unbekannter Ursache den Halt und das Gleichgewicht und stürzte ab Zuerst prallte er auf den Leitungsdraht der Elektrischen Straßenbahn und fiel dann zu Boden. Nach diesem Sturz aus etwa 20 Meter Höhe war der Unglückliche sofort tot. Durch den doppelten Aufschlag auf die Stromleitung und den Asphalt erlitt er Schädelbrüche schwerster Natur. Der Tote wurde sofort mit dem Leichenwagen abtransportiert. Herr Franz Klehe war einer der Mitbegründer der altbekannten Firma Klehe und Söhne, die später in die Firma Hakleba umgewandelt wurde. Mit ihm ist ein tüchtiger und allgemein geschätzter Geschäftsmann auf tragische Weise aus dem Leben geschieden. Sein Hinscheide» löst in weitesten Kreisen für die schwer geprüfte Familie tiefstes Betleid aus. Großsener im Schwarzwald. Untexkirnach bet St. Georgen, 4. April. Ein verheerendes Schadenfeuer suchte vorgestern abend 10 Uhr den zwischen Unterkirnach und St. Georgen gelegenen Bauernhof Mähen fie überlegt welche Vorteile Sie beim Einkauf in unserem Hause haben/ Die kleinen Opfer an Zeit und Fahrgeld werden vielfach aufgewogen aurch die Güte unserer Qualiiälen, welche im eigenen modernsten Fabrikbetrieb her- gestellt werden. Geöriider JHanCS Mannheim P 4, 11/12 Q Nr. 81 . Jahrgang 1928. Der Landbote * Sinsheimer Zeitung. Mittwoch, den 4. April 1928. -es Landwirts Weibert-Winterhalter heim. Die Familie, welche bereits zu Bett lag, bemerkte den Brand erst, als die Flammen schon das Dach verzehrt und auf das untere Stockwerk übergegriffen hatten. Nur mit Mühe konnten sie das nackte Leben retten. Weder Kleider noch sonst etwas vom Inventar konnte geborgen werden. Da das Hans zugleich die Oekonomieräume umfaßt, hatte das Feuer auch bereits den Stall ergriffen und 12 Stück Großvieh sowie zwei Schweine kamen in den Flammen um. Obwohl man von Unterkirnach aus mit Autos und Wagen zu dem eine Wegstunde entfernten Brandplatze eilte, kam jede Hilfe zu spät. Das fast ganz aus Holz bestehende alte Bauernhaus war schon fast völlig niedergebrannt. Brandursache noch unbekannt. Auch die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Raubiwersall auf eine Frankfurter Steuerkaffe Frankfurt, 4. April. Gestern vormittag drang ein 28 Jahre alter Fabrikarbeiter in eine Steucrzahlstelle in einem Frankfurter Außenbezirk ein. Der maskierte Räuber bedrohte die Beamten mit vorgehaltenem Revolver und floh mit einer großen Summe auf seinem Rade. Polizeibeamte verfolgten den Flüchtigen. Auf einem Platz im Stadt- innern wurde er vom Rade gerissen. In diesem Augenblick brachte er sich einen Schuß in die Schläfe bei. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus transportiert, wo er bereits verstorben ist. Die geraubten 6600 Mark konnten der Steuerkaffe wieder zurückgebracht werden. Springflut in Venedig Berlin, 4. April. Wie die „Nachtausgabe" berichtet, hat eine Springflut den Markusplatz in Venedig und andere Teile der Stadt vollständig überschwemmt. Ein von der Flut gegen ein Riff geschleudertes Fischerboot kenterte, die sechsköpfige Besatzung ertrank. Auch ein anderes Fischerboot mit. drei Jnsaflen. bas vermißt wird, dürfte das gleiche Schicksal gehabt haben. 800 Familien sind infolge des Hochwassers in Venedig obdachlos geworden. Auch aus dem Flußgebiet des Poo und der Etsch werden große Ueberschwemmungen gemeldet. 10 Bauerngehöfte eingeäschert. Linz a. d. Dona«, 4. April. In der Ortschaft Freunüorf wurden am Montag neun Bauernanwesen eingeäschrt. Der Schaden wird auf 120 000 Schilling geschätzt. Man vermutet Brandstiftung. Politischer Mord beim Mittagtisch. Warschau, 4. April. In Chelmin bei Thorn gab während einer politischen Unterhaltung beim Mittagtisch ein polnischer Oberleutnant vom 66. Infanterieregiment auf seinen Nachbarn, einen Eisenbahnbeamt-n, sechs Schüffe ab. die den Beamten tödlich verwundeten. Die beiden Tischgenossen galten als gute Freunde. Beweggründe sind nicht bekannt. Der Täter wurde festgenommen. Schwere Sturmschäden in der Krim. Kowno, 3. April. Wie aus Mosku gemeldet wird, hat ein Orkan in üerKrim schwere Schäden angerichtet. Viele Dörfer sind vernichtet und die Felder verwüstet worden. Die Zahl der ums Leben gekommenen steht noch nicht fest. Ei« Neffe der Königin von England im Auto schwer verunglückt. Paris, 4. April. Vicomte Trcmaton. ein Neffe der Königin von England, wurde vorgestern auf der Straße nach Leon schwer verletzt. Beim Ueberholen eines anderen Wagens überschlug sich sein eigenes Auto, wobei einer der Begleiter des Vicomte, ein Londoner Student, sofort getötet wurde. Er selbst wurde schwer verletzt. Die großen Petrolenmbrände in Neuseeland. London, 4. April. Nach den letzten Meldungen hält der riesenhafte Petroleumbrand in Auckland (Neuseeland) seit 48 Stunden fast unvermindert an. Jede Hoffnung, die Flammen wirksam bekämpfen zu können, ist aufgegeben worben, da immer neue Explosionen erfolgen. Bei den Löscharbei- ten haben sich mehrere Feuerwehrleute schwere Verletzungen zugezogen. Die Bevölkerung ist in großer Aufregung. Großer Banmwoübraud in Karachi. London, 4. April. Nach Meldungen 'aus Karachi steht dort seit Montag ein Baumwollager in einer Ausdehnung von etwa zwei Kilometer in Flammen. Waffermangel erschwert die Löscharbeiten. Militär ist mit der Räumung der angrenzenden Lager beschäftigt. Der Schaden wird bereits mit etwa 15 Millionen angegebeu. Die Großsürsti« Marie von Rntzland ist in das Firmenregister als Direktor einer neuen Gesellschaft eingetragen worden, die in London zur Herstellung von Seifen und zu ihrem Verkauf gegründet wurde. Die Großfürstin, die eine Tochter des Großfürsten Paul und eine Cousine des verstorbenen Zaren ist, floh während der Revolution, in der ihr Mann getötet wurde, nach England. Sie hat bisher in London einen Modesalon geleitet und besaß außerdem in Paris ein Atelier, in dem von russischen Flüchtlingen Stickereien hergestellt werden. Radio»Programm für Donnerstag, den 8. April 1928. Berlin (483). Königswusterhausen (1250). 20.30 Uhr: Passion. Breslau (322). 20.15 Uhr: „Ostern", ein Pafsionssipel von Aug. Etrindberg. 21.30 Uhr: Finnische Tonsetzer. Uhr: Jugendstunde. 15.00 Uhr: Konzert: Jos. Haydn. 16.00 Frankfurt (428). 13.30 Uhr: Kassel: Mittagsständchen. 14.30 Uhr: Jugendstunde. 15.00 Uhr: Konzert: Jos. Haydn. 16.00 Uhr: Kassel: Karfreitagsmystericn von Manfred Kyber. 17.30 Uhr: Vorträge aus den Christuslegenden von Eelma Lagerlöf. 18.30 Uhr: Borträge. 20.00 Uhr: Konzert des Cä- cilien-Bereins und Rühlschen Gesangvereins a .d. Saalbau. Hamburg (394). 20.00 Uhr: Klassisches Violinkonzert. 21.00 Uhr: Volkslieder. Anschließend: Uebertmgung a. d. Restaurant Ostermann. Köln (283). Langenberg (468). 20.15 Uhr: Volkstümliche Musik. Königsberg (329). 20.10 Uhr: „Jedermann", das Spiel vom Sterben des reichen Mannes v. Hoffmannsthal. Leipzig (365.) 20.15 Uhr: Johannes-Passion von Bach. 22.30 Funkpranger. München (535). 20.15 Uhr: „Das Trauergespräch Christi am Kreuz" von Friedrich von Spee. 21.00 Uhr: Lamento von Joh. Chr.Bach und Stabat mater von Franz Schubert. Stuttgart (379). 12.30 Uhr: Schallplatten. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert 18.15 Uhr: Borträge. 20.00 Uhr: „Maria Stuart", Trauersipel von Schiller. Daventry-Experimental (491). 21.00 Uhr: Orgelkonzert. 22.00 Uhr: Chor- und Orchesterkonzert. 23.15 Uhr: Gemischtes Konzert. London (361). Daventry (1604). 11.15 Uhr: Kurzer Gottesdienst. 13.00 Uhr: Konzert. 16.00 Uhr: Abenögottesdienst. 17.00 Uhr: Orchesterkonzert. 18.15 Uhr: Kinderstunde. 19.00 Uhr: Tanz. 20.15 Uhr: Moderne franz. Klaviermusik. 20.45 Uhr: Glasgow: Gälischer Abend. 21.15 Uhr: Militärorchesterkonzert. 22.35 Uhr: Bunte Charlottstunoe. 23.30 Uhr: Tanzmusik. Radio-Paris (1750). 13.30 Uhr: Mittagskonzert. 21.30 Uhr: Mathäuspassion. Oratorium von Bach. Wien (517). 20.00 Uhr: „Das Osterspiel von Klosterneuburg" von Giesela Berger. 21.00 Uhr: „Christus am Oelberg", Oratorium von Beethoven. Zürich (588). 20.15 Uhr: Uebertr. a. d. Stiftskirche St. Gallen. 21.30 Uhr: KonzeN des Hausorchesters. Prag (348). 20.00 Uhr: Konzert der Bereinigung für Kirchenmusik, Anton Brücker: Große Messe und Psalm 150. E. SdjUfit, Uhrmachermeifter. SlUShkiM U. C. ■*. etttrt«©?rtrtt*r — Lager t» Delcsnukcn -Röhre«, 'Anotxx- — Man Ucheu GrsatzteUen, Barta-Akkumalatorrir-öaveöaa»!». — Sätfaa n. P ttNMwl'Zetts chrfften bet 3. Doll, Buchtzbrr, i vmBmmmmmMmmmmmmmtmsmy*#* SpielplM des Städtischen Theaters Heidelderz. Mittwoch, 4. April. Anf. 191/2 Uhr. Ende gegen 222/1 Uhr. (Abonnement A 26). „Der Troubadour,,, Oper in 4 Akten. Donnerstag, 5. April. Anf. 19 1/2 Uhr. Ende gegen 221/2 Uhr. (Abon. B 27). „Caesar und Cleopatra". Eine historische K«m. Freitag, 6. und Samstag, 7. April, geschlossen. Sonntags 8. April. Anf. 15 14 Uhr. Ende 17i/ 2 Uhr. (Halbe Pr.) „Zwölftausend", Schauspiel in 3 Akten. 8. April. Anf. 19i/ 2 Uhr. Ende gegen 22(4 Uhr. Erstausführung. (Außer Abon.) „Der Corregidor". Oper in 4 Akt. Montag. 9. April. Ans. 15 Uhr. Ende gegen 18 Uhr. „Undine". Romantische Zauberoper. 9. April. Anf. 20 Uhr. Ende gegen 23 Uhr. (Außer Abon.) „Die gold'ne Meisterin". Operette in 3 Akten. Neueste amtliche Kurse mitgeteilt von der Bereinsbank. e. S. m. b. H. Sinsheim vom 4. April 1928. «»leiten: in 0/0 Ablösunasschuld mit Auslosungsschein ' . 52 ohne Auslosungsschein . . 15,85 Bankaktie in °/o Bad. Bank . — Darwstädier- und Naiionalbanl 2t» Deutsche Bank . . . . i«« Deutsche Bereinsbank . >01,50 Dresdner Bank . . . . idt Mitteldeutsche Lredttbaul - . Sit Reichsbank .... IS2.ro Rhein. Srcdttbank . . . 125 Südd. Disconw Ges. . . . :39,5a BeegmeeK» < Aktien In n,o Larpener Bergbau . . >?v,s 0 Kalt Weperegel» . . . — Manncsmannröhrenwerke. . 153 Mansfclver Bergb. u.tzütteuw Ui,50 vberschl. Eisend. Bedars . . — § hörst; Bergbau u-tzüttcubetrieb li>o,s azwerk Heilbronn . . .195 Bcrleinigte Königs- Laurahütle — Aktien Indnstr. «nteenehmnngen: in o/o Allg. Elektr. Stammaktien. . i«,,50 Bad. Elektr izstät Mannheim . — Bad. Maschinen Durlach . . 141,50 Sementwerk Heidelberg . . 148,58 Daimler Rotoren ... 92 Dtsch. Goid- nn Silberscheide. 195 Elektr. Licht und «rast . . 888,»5 Smatll.und Stanzwerk Ullrich . 15 Farbeninduftrie . . . 2 5«,25 Äritzner Maschinen Durlach , 13« Karlsruher Maschinen . . — Knorr Hetlbronn . . . 165 Mainkrasttverke Höchst . ,117 Neckarsulmer Fahrzeugwerle . «o Schuckeri Elektr. Nürnberg . — Seiliiidustrte Wolff. . . i» Südd. Zucker . . .135 Zellstoff Waldhol Stamakiien . 88,58 Aktien deutsche« Tramoportanftalten: in «/» Hamburg. Amerik. Paletfahri 183 Heidelberg. Strasten-u.Bergbahn — Norddeutscher Lloyd . . 155 Devisen: Geld Briel New-Aort 1 Dollar 1 tico 4,184» London l Psund ,o.z» 20,43 Holland 100 Gulden 168.18 >es.c 2 Schwel, 100 Kranes 80.430a 80,480* Wien 100 Schilling 58.12 «8.8« Paris 100 Franc 18 . 43 a l«.47a Italien 100 Lire aa,o«7 23.107 Wetterbericht. Karlsruhe. 3 April. Ueber Island ist der Kern eines neuen Tiefdruckgebietes angelangt. Sein tiefster Druck liegt unter 722 mm. Nach Durchzug des Zwischenhochs, unter dessen Einfluß die Niederschläge nachgelaffen haben, wird das Tief in nächster Zeit für Zufuhr von Warmluft nach dem Festland sorgen. Wir rechnen daher mit Erwärmung, die von leichten Niederschlägen eingeleitet wird. Evangelischer Gottesdienst. Gründonnerstag, den 8. April 1928. 1/219 Ahr: Gottesdienst mit Abendmahl: Vikar Becher. 1/28 Uhr: Abrndmahlsgottesdienst: Dekan Eisen. Tharfreitag, den «. April 1928. (Kollekte für das Schülerheim des Melanchthonvereins — Kirchenchor.) 1 / 2 IO Ahr : Gottesdienst mit Abendmahl: Dekan Eisen. 1/22 Ahr: Predigtgottesdienst: Pikar Becher. Charfreitag Abend 8 Uhr Versammlung im BercXnshaus. Handelsregister B Bd. 10.3. 7 (Reinhold Stilz, Aktiengesellschaft, Einsheim): Die Firma ist geändert in: Badisches Stanz- und Emaillierwerk Aktiengesellschaft. 2. April 1928. Amtsgericht Sinsheim. Gemeinde-Solbad Das Qemein deso 1 bad ist ab Samstag, den 31. März ds.Js. wieder geöffnet und ist vorerst wie folgt offen: An Wochentagen von 1 bis 6 Uhr nachmittags, Sonntags von vorm. 8 Uhr bis nachm. 3 Uhr. Am Karfreitag und Ostersonntag ist das Bad geschlossen. Rappenau, den 28. März 1928. Der Gemeinderat: Hof mann. g!lllllllllllllinilllllllllflil!lllilllllllllllllllllllilllllltllflllllillll!!!lllill!i^ Mädchen-Kleidung IHödcbenkleider iMädcheninäiitel Mußlin und Zephir Größe 45 . 2.60, 1.75, reinwoll. Popeline, z. T. bestickt, Gr. 45 9.-, 6.75, Zephir u. Dirndl, echt Indanthren, 4.50,3.30, MuBlin, Waschseide, Voile, 14.50,7.50,5.75 Covertcoat Kashaart etc., 9.50, Kips und Fresco flotte Formen, 15.50, elegante Stücke, engl, gemustert, 27.-, 25.-, Loden imprägn., Ka- putze u. Gürtel, ur. 60 m m 2.80 i 3.401 2.30! 14.501 23.50! 12.30! i E. Speiser, Sinsheim. > iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifiiiuiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiifnH Wohnhaus mit Colonialwarengeschäft sowie 3 Zimmer, Küche u sonst. 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