Erscheint täglich M» Ausnahme der Feierlage. Bezugs-Prei»: Durch die Post bezogen und durch He« Briefträger und unsere Austräger jrei ins Laus monatlich Goldmark 1.60 Var Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Sn Fällen von höherer Gewalt besteht lein Anspruch auf Liefer- m»g der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Der Lanöoote 5in§keimer MM Leitung General-Anzeiger für öas^^^Asenz-und 5duparzbaclital Marnfprech-Anschluß Nr. 4SS Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6808 HelteTt* and verbreitetTt# Zeitung diefer ©egend. F^aapt-Hnjeigen-Blatt UMmKIUm Lei tage» t Deo« JUoTtriert« • Ho* dem Reich der (Code • Ratgeber für f)*os- and CtndvirtfdMtt «ningon^cnic; Anzeigen: Die 33 mm breit» Millimeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklamen: Die 92 mm breit« Millimeter-Zelle 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteil ist Petit. Bei Wiederholungen tariffeste» Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rechnungsdatum oder bei gerichtliche» Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 3 ilhr vormittags; größere Anzeige» müssen am Tage vorher ausgegeben werden. Bank-Konto: Dereinsbank Sinsheim e. G. m. b. L. M 155. Donnerstag, den 5. Juli 1928. 89. Jahrgang England und die Neparationsfrage. Die Unterhaltung mit Berthelot in London. London, 4. Zuli. Der diplomatische Berichterstatter des Daily Telegraph gibt auf Grund halbamtlicher englischer Informationen nunmehr zu, daß Bcrthelot sich in London nicht nur über den Kellogg-Pakt und über Tanger, sondern vor allem über die Reoifion des Dawes-Ptaaes und die mit der Reparationsfrage zusammenhängend« Schuldenfrage unterhalten habe. Betthelot soll vor allem darauf gedrungen haben, daß die Reparationsleistungen in Form von Bonds bald mobilistett werden sollen. Der englische Journalist weist darauf hin, daß derartig^ Vorschläge im einseitig«» Interesse von Deutschland und Frankreich lägen, während England und Belgien unter Umständen die Leidtragenden sein könnten, England insbesondere, wenn ihm zugemutet werde, auf Reparationsleistungen zu verzichten, während es keine Gewähr habe, daß Amettka seinerseits bereit sei, auf Englands Lage bei der Schuldenzahlung Rücksicht zu nehmest. Die Unterlage dieser Besprechungen haben die Vorschläge Parker Gilberts gebildet. Diese Preisgabe des Inhalts der bisher sorgfältig geheim gehaltenen Unterredungen Berthelots in London ist ein Versuchsballon an die amerikanische Adresse, sich nunmehr anläßlich des Besuches von Staatssekretär Mellon in Europa darüber zu äußern, inwiefern Amerika, nachdem Europa ihm den Gefallen getan habe, den Kellogg-Pakt zu unterschreiben bereit sei, seinerseits durch entgegenkommende Regelung der Schuldenfrage die Aufräumvngsarbeit unter dem verwickelten System der gegenseitigen wirtschaftlichen Verpflichtungen unter den europäischen Teilnehmern des Weltkrieges zu erleichtern. Der Berichterstatter des Daily Telegraph weist ferner darauf hin, daß Bcrthelot für Anregungen, ein Protokoll außerhalb des Kelogg-Paktes unter den europäischen Mächten zu verabreden, auf englischer Seite keine Gegenliebe gefunden habe, da man die Möglichkeit, ein solches Protokoll zustande zu bringen, für ziemlich unwahrscheinlich halte. Chamberlain überden Vertrag von Trianon. London, 4. Juli. In Beantwortung einer Anfrage über Ungarn und dem Vertrag von Trianon erklätte 'Chamberlain im Unterhaus er sei davon überzeugt, der derjenige, der ein« Revision von vor so kurzer Zrtt abgeschlossenen Detträge vorschlägt, dem Interesse des Friedens nicht diene. Rücktritt der Belgrader Regierung. Belgrad, 4 . Juli. Der Ministerrat hat heute vormittag den Rücktritt des gesamten Kabinetts beschlossen. Ministerpräsident Wukitschewitsch begab sich um ll Uhr zum König, der den Rücktritt angenommen hat. Pest, 4. Juli. Nach einer Agramer Privatmeldung des „Pefter Lloyd" beabsichtigt die bäuerlich-demokratische Koalttion im Falle der unbcftiedigmdcn Sanierung der Lage nach den blutigen Ereignissen in der Skupschtina die' Proklamierung eines .Kroatischen Landtages." Die deutschen Sicherheitsvorschläge in Genf gescheitert Genf, 8. Juli. Der Sicherheitsausschuß des Völkerbundes hielt am Mtttwoch nachmittag seine letzte Sitzung in diefer Session ab. U. a. kam das Kompromiß über die deutschen Kriegsverhütungsvorschläge zur Verlesung. Benesch als Tagungsvorsitzender betonte hierbei, daß gegenüber einer ersten Lesung dieses Kompromisses alle Staaten noch in ihrer Entschließung frei bleiben würden. Ter deutsche Vertreter, Staatssekretär v. Simson, ersparte dem Sicher- heitsansschuß den Vorwurf nicht, daß die deutschen Vorschläge in Genf nicht voll erkannt worden seien. Deutschland habe mit seinen Vorschlägen nichts weiter als eine Sicherung des Weltfriedens erreichen wollen. Der auf den deutschen Kriegsverhütungsvorschlägen aufgebaute Entwurf eines Sicherheitsvertrages hat nunmehr elf Artikel; währen- -er Artikel 4 davon spricht, daß bei lusbruch der Feindseligkeiten jede Kontrolle der Völker, »nndsmaßnahmen dem Rat zusteht, spricht Artikel 5_ die Einschränkung aus, daß die Völkerbundskontrolle einstim. nig beschlosien sein muß. Damit werden praktisch alle Völ- ierbundsmaßnahmen illusorisch gemacht, wenn ein Mitglied >es Völkerbundsrates die Einstimmigkeit der Ratsentschlie- Sungen verhindert, was einem urivrüualichen englische« Antrag entspricht. Die deutsche AunkAation in Peking vefchlagnahmt Berlin, 5. Juli. Der »Daily Telegraph" berichtete aus Peking, daß dort die deutsche drahtlose Station des Trans- ozeandtenstes von der Nankingregierung beschlagnahmt worden sei und daß im Zusammenhang damit ein Strafverfahren gegen den deutschen Leiter der Station beabsichtigt würde. Wie hierzu von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist in der Tat die drahtlose Station auf Ersuchen der Nankingregierung dieser übergeben worden, da sie von dieser als feindliches Eigentum, der ehemaligen Nordregierung gehörig, bezeichnet wurde. Alle Gerüchte über Meinungsverschiedenheiten zwischen den chinesischen Behörden und der deutschen Gesandtschaft in Peking sind unzutreffend. Deutscher Reichstag Die Anssprache über die Regierungserklärung. Berlin, 4. Juli 1928. Präsident Lobe »öffnete die Sitzung um 12 Uhr und teilt mit, daß die Vorlage über den Nattonalfeiertag einge- gangen sei. Das Haus beginnt die Anssprache über oje Regiernngs- erklärnng. In der Aussprache nimmt als erster Redner das Wort Abg. Breitscheid ISoz.t. Er erklärt, das deutsche Volk habe sich bei der Wahl gegen den Bürgerblock entschieden. Die Sozialdemokratie hat einen entscheidenden Sieg über die Deutschnationalen davongetragen. Bei der jetzigen Partet- konstellation kam nur die Große Koalition in Frage. Die Sozialdemokraten haben aus ihrem Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem deutschen Volke heraus, trotz der vorauszusehenden großen Schwierigkeiten die Regierungsbildung übernommen. Wenn die Große Koalition nach mancherlei Irrungen und Wirrungen zunächst in einer anderen Form zustande gekommen ist, als beabsichtigt war. so hat das praktisch keine große Bedeutung. Auf einen kommunistischen Zwischenruf, ob bas nun das Kabinett der Köpfe sei, erwidert der Redner, ein Kabinett der Köpfe könnten nur Kommunisten bilden, wobei aber die Sprechwerkzeuge die Hauptsache wären. In der Sache sei auch die jetzige Regierung an die Fraktionen gebunden, da sich die Minister auf das Vertrauen ihrer Fraktionen stützen müßten. Das Vertrauen der Sozialdemokratie zu dem Kabinett beruhe auf dem Vertrauen, das die sozialdemokratische Fraktion den sozialdemokratischen Ministern entgegenbringe. Die Sozialdemokratie wiffe genau, daß eine Verbindung mit bürgerlichen Parteien nicht die Verwirklichung der sozialistischen Ideen erreichen könne. Sie wolle aber Einfluß auf die Regierung gewinnen, um in dem seinem Wesen nach kapitalistischen Staat so viel wie möglich für die Arbeiterklasse herauszuholen. Die Regierungserklärung atme den Geist der Koalition. Mit Genugtuung begrüße die Fraktion die Regierungserklärung zur Agrarpolitik. Erfreulich fei auch, daß die Senkung der Lohnsteuer als vordringlich bezeichnet werde. Der Redner fordert Durchführung der Steuerpolitik «ach sozialen Gesichtspunkte«. Auf dem Gebiete der Außenpolitik tritt der Redner nachdrücklichst für die Räumung der besetzten Gebiete ein. Er spricht die Erwartung aus, daß die Zusammensetzung der neuen Regierung eine beschleunigte Räumung zur Folge habe. Besonders begrüßenswert ist in der Regierungserklärung das klare unzweideutige Bekenntnis zur Republik und Demokratie. Dafür, baß diese Erklärung nicht eine leere Verheißung bleibt, haben wir eine Garantie in dem Innenminister Severing. Regierungserklärungen, so betonte der Redner zum Schluß, stehen auf dem Papier, kommen und verwehen. Es kommt allein auf den Willen an, der dahinter steht und auf die Leistungen der Regierung. Der Redner ruft zum Schluß der Regierung zu: „Und jetzt an die Arbeit für das deutsche Volk!" lBeifall bei den Sozialdemokraten.) Graf Westarp fDntl.j erklärt, daß zum 16. Male seit dem Erlaß der Weimarer Verfassung das deutsche Volk und der Reichstag die Ehre und das Vergnügen haben, die Erklärung einer neuen Reichsregierung entgegenzunehmen. Keine Regierung ist jedoch in der Stellung vor den Reichstag ge- treten, daß die Parteien über ein Regierungsprogramm sich nicht einigen konnten. Das Fehle-, einer solchen Einigung wird die erwarteten vierjährige:: Krisenferien nicht gerade ruhevoll gestalten. Die letzten Koalitionsverhandlungen haben eindeutig gezeigt, daß unser Regierungssystem wieder eiumal vollständig versagt hat. Der Redner betont die Notwendigkeit der Verfaffungs- unü Berwaltungsreform. Mit Schlagworten des Unitaris- mus und der demokratischen Patentlösung des deszentrali- sierten Einheitsstaat ist die Frage nicht zu lösen. Die Regierung wird einen entschlossenen Gegner tn uns finden, wenn sie die Aufgabe anders zu lösen sucht, als dadurch, daß die Grenze» zwischen Reich «nd Ländern klar und wirksam abgesteckt werden und daß den Ländern Selbständigkeit und Leistungsfähigkeit erhalten, bzw. wiedergegeben werden. Der Redner schlägt vor, die Regierungserklärung amtlich zu verbreiten, um zu zeigen, wie ein sozialdemokratischer Kanzler programmatisch über Landwirtschaft und Mittelstand reden, über internationalen Klaffenkampf und Verwandlung der kapitalistischen in eine sozialistisch- Republik chweigen kann. Der Redner tragt, warum m o» mcg,e- mngserklärung die Krise der Locärnopolitik nicht mit glei- hem Nachdruck in den Vordergrund gestellt worden sei wie »on der früheren Regierung. Es könne niemand ernstlich «ehaupten, daß sich autzenpolttisch irgend etwas von den Hoffnungen verwirklicht habe, die man in gewiffen Kreisen ms deutsche Linkswahlen gesetzt habe. Der Redner kündigt mtschloffene Gegnerschaft an wenn sich die Regierung etwa ms neue Kompensationsverhandlungen für die Räumung ttnlaffen wollte. In der Frage der Kriegsschuldlüge genüge Zie wiffenschastliche Widerlegung nicht. Dem Kriegsäch- iungspakt stimmt der Redner zu. Befremdlich sei, daß in der Regierungserklärung jedes Wart über den Oste« fehle. Der Redner fordert scharfe Zurückweisung des vom polnische« Außenminister erhobenen Anspruchs, daß Polen in die Räumung des Rheinlandes hineinzureden habe. Zur Zoll- und Handelspolitik betonte er, daß sich auch in der Gegenwart das Prestige der Einfuhrzölle durchaus mit dem der Ausfuhrförderung vertrage. Ein weiterer Zollabba« wäre unter den heutigen Verhältnissen für Deutschland völlig verkehrt. In der Agrarpolitik übernimmt d«r Kanzler die Politik des Ministers Schiele. Wir fordern,' daß das Notprogramm auch wirklich in gleichem Sinne fortgeführt wird. Die Regierungserklärung trägt zu deutlich den Charakter eines Wahlaufrufes. Sowohl das Wort „christlich" als auch das Wort „national" werden in der Regierungserklärung ängstlich vermieden. Um so klarer und entschiedener sind wir aewillt, dem Versuch der jetzigen Koalition, Sozialdemokratie und Liberalismus untereinander und mit dem Zentrum zu vereinigen, den friedlichen sozialen und nationalen Ideengehalt unseres Parteiprogramms entgegenzustellen. Abg. Dr. Perlitius 18.) gibt für die Zentrumsfraktion eine Erklärung ab. in der die jetzt vorliegende politische Gestaltung als eine zeitliche Notlösung bezeichnet wird. Im Hinblick darauf sehe die Zentrumsfraktio» beute von einer abschließenden politischen Stellungnahme ab. Die auf Weiterverfolgung friedlicher Verständigung hinzielenden Bestrebungen finden die ungeteilte Zustimmung des Zentrums. Verschiedene Fragen des innerstaatlichen, wirtschaftlichen ungeistig-kulturellen Lebens sehe das Zentrum schärfer, als sie in der Erklärung der Regierung zum Ausdruck gelangen. Das Hilfswerk für die Landwirtfchaft bedürfe eines weiteren Ausbaues. Die in der Regierungserklärung gekennzeichnete Einstellung zu den großen monopolistischen Organisationen in unserem Wirtschaftsleben entspreche der Auffassung des Zentrums, soweit es sich darum handele, die All- zemeinheit gegenüber wirtschaftlich unbegründeten monopolistischen Maßnahmen zu schützen. Die Erklärungen der Regierung über ihr Steuerprogramm, so heißt es weiter, lassen zu unserer Genugtuung erkennen, baß die demokratischen und sozialistischen Mitglieder des Reichskabinetts die Auffassung verlassen haben, auf Grund deren sie den letzten Etat ablehnten. Die Zentrumsfraktion wünsche eine großzügige Entwickelung der Auslaudskulturpolitik von Reichswegen. In der Schulfrage werbe die Zentrumsfraktion keiner Lösung zustimmen, die nicht der in der Verfassung gewährleisteten Gewissensfreiheit und dem Elternrecht entspricht. Zu den von der Regierung angekündigten Maßnahmen zum Schutze und zur Förderung der Familie wünscht die Erklärung der Fraktion eine ernsthafte Prüfung des Planes zur Schaffung einer Elternschafts-Berficheruug. Neben die bloße wirtschaftliche und wohnungspolitische Existcnzversichcrung müsse die positive Arbeit der staatlichen Gesetzgebung für die Erhaltung der geistigen und sittlichen Grundlagen unseres Volkslebens und ein geistig-kultureller Jugendschutz Gesetz werden. Tie Erklärung wendet stch vor allem gegen jede Erleichterung der Ehescheiduug. Die Zentrumsfraktion behalte stch im einzelnen ihre Stellungnahme vor. Abg. Ewart-Thüringen lKomm.) lehnt die Regierungserklärung ab, weil sie nur den Interessen des Großkapitals diene und zur Täuschung der Massen geeignet sei. Der Redner begründet einen ausführlichen Mitztranensantrag gegen die Regierung. Abg. Dr. Scholz (DVP.) erklärt, das Sprichwort „Was lange währt, wird gut" könne man nicht uneingeschränkt auf die neue Regierung und ihre Entstehung anwenden. Eines der ersten Probleme ist die Auseinandersetzung der Parteien üb» die interalliierte Schulbenregelung im Zusammenhang mit den Tributleistungen Deutschlands. In dieser Frage sollte eine Einheitsfront der nationalwirtschait- lichen Parteien von der äußersten Linken bis zur äußerste» Rechten möglich sein. In der Frage der Verwaltungsre- form hätten wir bestimmtere Zusagen der Regierungserklärung gewünscht. Die Voraussetzung für wirksame Reformen ist Homogenität der Regierungen im Reich und Preußen. Der Redner bezeichnet neben einem Reichswirtschaftsministerium eine besonderes Arbeitsministerium und Land- wirtschaftsministerium als überflüssig. Das Justizministe, rtum kann mit dem Jnnienministerium vereinigt werden. Auch das Postministerium und das Ministerium für die besetzten Gebiete seien entbehrlich. Das zwölfköpfige Ministerium könne leicht auf sieben bis acht Minister beschränkt werden. Das zweite große Problem ist der Finanzausgleich. Der Redner bekennt sich als Anhänger des dezentralisierten Ein- heitsstaatss und wendet sich dagegen, daß lebensunfähige kleine Länder künstlich aufrecht erhalten werden. Auf dem Gebiete der Außenpolitik begrüßen wir es. daß der bisherige Kurs, der seit fünf Jahren in den Händen Dr. Stre- semanns liegt, fortgesetzt wird. Ueber den Schutz der Land» 3n wenigen Motten ~ Im Reichstag wurde gestern die Aussprache über die Regierungserklärung begonnen. *. Im Laufe des Mittwoch vormittag hat Reichskanzler a. D. Marx sich von de« Beamten der Reichskanzlei und des Ministeriums für die besetzten Gebiete verabschiedet. Ueber Berlin ist am Mittwoch ein orkanartiger Sturm hinweggegangen, der große Verwüstungen anrichtete. Auch aus Mitteldeutschland kommen Meldungen über schwere Sturmschäden. • Die deutsche Hilfsexpeöition für die Jtalta-Mannschaft begibt sich unter Leitung des Fliegers Udet am Donnerstag »ach Spitzbergen. * Die deutsche Funkstation in Peking ist »on der Nankingregierung beschlagnahmt worden. * Das südslawische Kabinett ist am Mittwoch zurückgetreten. * Nach Meldungen aus Athen hat Venizelos die neue Regierung gebildet. ^ Der Reichspräsident empfing gestern Dr. Eckener, der ihm über die Fertigstellung und die Fahrten des neuen Zeppelinluftschiffes Bortrag hielt. Rr. 155. Jahrgang 1928. Der gfluMole * Smsheimer Aeiümg. Donnerstag, den 5. Juli 1928. Wirtschaft wird in der Regierungserklärung mehr gesagt, j als in irgend einer früheren. Mit einer Zollsenkung dürfe Deutschland allerdings nicht vorangehen. Der Redner erörtert dann die ftenerliche« Forderungen seiner Partei. Senkung der Einkommensteuer für mittlere Einkommen und Steuervereinheitlichungsgesetz. Die Kreise der Landwirtschaft und des Mittelstandes sollten sich überlegen. ob es richtiger ist, immer untätig und negativ der Regierung gegenüberzustehen und ob sie nicht bester in der Regierung ihre Forderungen vertrete». Die Deutsche Volkspartei wird die Taten der Regierung abwarten und behält sich ihre Kritik vor. Sie wird sachlich aufbauend sein, entsprechend der Grunöetnstellung der Partei: National und liberal. Der Redner erklärt, daß seine Partei an der Regierung Mitarbeiten werde zum Wiederaufbau des Vaterlandes Abg. Dr. Haas-Ba-e« (Dem.) erklärt, nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen dürfte man der Hoffnung sein, daß sehr schnell eine Regierung gebildet werde. Die Zusammensetzung der Regierung war durch das Wahlergebnis und durch die Mehrheitsverhältniffe klar gegeben. Trotzdem haben wir wieder erleben müssen, daß viele Tage mit den Fraktionen zwecklos verhandelt wurde. Was wir jetzt schon bei den Regierungsbildungen zu beklagen haben, ist nicht eine notwendige Folge des Parlamentarismus. Die Fraktionen hätten sich nach Anschauungen der demokratischen Partei nicht darum zu kümmern, wer als Minister berufen werde. Sie dürften auch keine Regiernngsprogxamme machen. Es sei auch nicht nötig, daß eine Regierung ein Programm auf Jahre hinaus entwickele. Das Zentrum sei durch seinen früheren Fraktionsvorsitzenden Guerard in der Regierung vertreten, und es wäre eine merkwürdige Auffassung, wenn es sich für die Reichsregierung nicht verantwortlich fühlen wollte. Auch der Deutschen Volkspartei scheine die Anwesenheit Dr. Stresemanns noch nicht genügend, an einer Verantwort»«« für das Kabinett teilzunehmen. Die Regierung sei eine Koalitionsregierung wie jede andere Koalitionsregierung. Die Demokratische Partei sei mit dem Inhalt der Regierungserklärung einverstanden und begrübe die klaren Erklärungen zur Außenpolitik. Er weise den Versuch des Grafen Westarp, den nationalen Willen der Regierung an- zuzweifelu, entschieden zurück. Gerade die außenpolitischen Ausführungen legen das Zeugnis für die starke nationale Linie der Regierung ab. Auch die Demokratische Partei erhebe die Forderung nach einer Revision der Friedensverträge. Im Vordergrund der letzten Retchsregierung fei diese Forderung wohl nicht enthalten gewesen. Erfreut sei seine Partei von dem Willen der Reichscegie- rung, auf dem Wege zum Einheitsstaat weiter zu beharren. Deutschland gebühre der Regierung auch Dank, daß sie ! klar zum Ausdruck gebracht habe, daß sie für den Mittelstand und die Bauernschaft besorgt sein werde. Besonders eilig sei die Beseitigung beS steuerlichen Unrechts. Die Demokratische Partei lasse keinen Zweifel darüber, daß das Berufsbeamtentum erhalten bleiben müsse. Seine Fraktion erwarte, daß die Regierung, der sie Vertrauen entgegcn- > bringe, die demokratischen und sozialen Punkte der Partei fördern werde. Abg. Drewitz (Wirtschaftsparteij weist den Vorwurf zurück, daß sich die Wirtschaftspartei vor der Uebernahme der Verantwortung drücken wolle. Es sei ein wesentlicher Teil der Forderungen der Reichspartet des deutschen Mittelstandes in dem Programm der Reichsregierung ausgenommen word. Vermißt würden von seiner Partei noch indessen bestimmte Zusagen über die Herabsetzung der Real- und Sonderstenern und auch die unbedingt notwendige Zusage der Regierung über die Hauszinssteuer. Solange sie erhoben werde, müsse sie ausschließlich für den Neubau von Wohnungen und kleingewerblichen Räumen, keinesfalls aber für Verwaltungsausgaben Verwendung finden. Die Wirtschaftspartei werde sich der neuen Regierung gegenüber solange abwartenö verhalten, bis Klarheit darüber bestehe, in welchem Sinne sich die. sehr theoretisch gehaltene Erklärung der Reichsregierung praktisch auswirken werde. Abg. Leicht (Vayr. Volksparteij gibt namens seiner Fraktion Erklärung ab, m der u. a. ausgeführt wird, die neue Retchsregierung hat sich nicht als Koalitionsregierung, sondern als Kabinett der Persönlichkeiten konstituiert. Wenn schon jede Koalitionsregierung auf einem Kompromiß der verschiedenen in ihr vertretenen Parteien ihre Tätigkeit aufbauen muß, so kommt doch der Kompromißcharakter des Programms der neuen Reichsregierung so stark zum Ausdruck, daß man sehr gespannt sein muß, wie die Regierung die Schwierigkeiten überwinden wird, die bei der Ausführung sicher noch größer sein werden als bei der Formulierung. Je nach dem hierbei die grnndsätzliche Einstellung der Bayerischen Volkspartet auf den krikturellen, staatspolttischen und wirtschaftlichen Gebieten Berücksichtigung findet, wird auch unsere Haltung gegenüber den Einzelmaßnahmen der Regierung »nd gegenüber der Regierung selbst sich ergeben Abg. Döberltz (Christi. Rat. Bauernp.j erklärt, daß Re- giernngsprogramme solange wertlos seien, als bis sich dt« Parteien restlos nicht dazu bekennen. Zu der Regierungs, erklärung könne man im großen und ganzen nur wenig Vertraue« haben, was besonders für die Politik, die di« Landwirtschaft betreffe, zutreffe. Die in der Regierungserklärung versprochenen Maßnahmen der Intensivierung der Landwirtschaft, Boüenverbesserung, Absatzsteigerung ufw begrüßt der Redner. Vor allem aber müssen die Wirtschaft- lichen Produktionen gegen das im wesentlichen billiger arbeitende Ausland geschützt werden. Der Redner vermißt dt< Ankündigung einer Senkung der Realsteuern, die unbedingt notwendig sei, und Schaffung eines berufsständischen Parlaments Darauf werden die Beratungen abgebrochen und aui Donnerstag 12 Uhr vertagt. Präsident Loebc schlägt vor, aü die Tagesordnung auch den Gesetzentwurf über den Nationalfeiertag zu fetzen, zieht jedoch seinen Vorschlag zurück, alt Abg. Stöcker (Kom.s beantragt, weiter einen Antrag auf di, Tagesordnung zu bringen, wonach der 1. Mai zum Feierta, erklärt werden soll. Abg. Frick (Nationalsoz.j beantragt ei* von seiner Gruppe eingebrachtes Mißtrauensvotum für di, Reichsregierung, auf die Tagesordnung zu setzen. Der An trag soll natürlich kein Vertrauen für die Reichsregierunr bedeuten, aber die Parteien zu einer klaren Stellungnahm, zwingen. Präsident Loebe erklärt, daß er die Frage der Zulässigkeit dieses Antrages erst dem Aeltestenrat vorlegei wolle. Die Antragsteller könnten nicht die Absicht haben, der Regierung das Vertrauen auszusprechen. Es handele sich offen bar um ein unwahrhaftiges Vorgehen. Der Aeltestenrat sol entscheiden, ob eine solche Verhöhnung des Reichstages zuge lasten werden dürfe. (Beifall bei der Mehrheit.» Es wird beschlossen, daß der Aeltestenrat vor der Voll sitzung am Donnerstag über die Zulässigkeit des national sozialistischen Antrages entscheiden soll. Auf die Tagesord nung der Donnerstagfitzung wird noch ein Mißtrauens antrag der dentschnationalen Reichstagfraktion gesetzt, de, besagt: „Die Retchsregierung besitzt nicht das Vertrauen del Reicbstaas." Schluß nach 17 Uhr. Gin deulschnationaler Mßlrauensanlrag Berlin, 8. Juli. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat im Reichstag folgenden Mißtrauensantrag gegen die Reichsregierung eingebracht: „Die Reichsregierung besitzt nicht das Vertrauen des Reichstages." Antrag auf Billigung der Regierungs- erklärung Berlin, 6. Juli. Im Reichstag ist von allen in der Regierung vertretenen Parteien folgender Antrag eingebracht worden: „Der Reichstag billigt die Erklärungen der Reichsregierung und geht über alle anderen Anträge zur Tagesordnung über." »Entschlossene Reformarbeit- Mangelnde Ausführlichkeit kann dem vom Reichskanzler Müller am Dienstag im Reichstag verkündeten Regierungsprogramm gewiß nicht vorgeworfen werden — im Gegenteil: wohlmeinende Freunde des neuen Kabinetts hätten ihm zur Beschränkung raten sollen. Wer allerdings soviel verspricht, wie das die neue Reichsregierung auf allen Gebieten tut, der muß schon viel Worte machen, selbst wenn er innerlich davon überzeugt ist, einen Uebergang und nichts von Dauer darzustellen. Wird die Entstehungsgeschichte des seit 1918 sechzehnten deutschen Reichskabinetts, wird seine Grundlage im Auge behalten, dann muß zugegeben werden, daß es immerhin für eine starke Dosis von Selbstvertrauen zeugt, wenn dt« Regierungserklärung von „entschlossener Reformarbeit" auf allen Gebieten spricht. „Ein entschiedenes Weiterarbeiten auf dem Weg des sozialen und politischen Fortschritts" kündigt sie an. Wer einen Fortschritt in politischer Hinsicht nicht festzustellen vermag, wird um so mehr der Auffassung sein, daß der soziale Fortschritt — gemeint ist die Ueberspannung des sozialen Gedankens — sich in seiner Endauswirkung auf die Bolksgesamtheit nicht als Fortschritt erweisen kann. Wer den Staat gewissermaßen als eine im luftleeren Raum schwebende Sache für sich betrachtet — und man wird den Eindruck nicht los, als ob dies bei der Regierungserklärung der Fall sei —, der kann natürlich leicht einer „entschlossenen Reformarbeit auf allen Gebieten" zustimmen, wer sich aber bewußt bleibt, daß der Staat v o n d er Gesamtheit lebt und" für die Gesamtheit da ist. daß sein Ergehen und Schicksal abhängig ist und bleibt von der Lage der Gesamtwirt- schast seiner Bevölkerung, der wird der angekündigten „entschlossenen Reformarbeit" nur mit Grausen entgegensehen. Fm innenpolitischen Teil seines Programms erklärt Reichskanzler Müller: „Die deutsche Wirtschaft bedarf zu ihrer vollen Entfaltung der Entwicklung und Vertiefung ihrer weltwirtschaftlichen Beziehungen." Wir wollen über di« Gedankentiefe dieses Satzes nicht streiten, jedenfalls steht aber fest, daß der deutschen Wirtschaft uad somit dem deutschen Arbeiter die angenehmsten weltwirtschaftlichen Beziehungen nichts nützen, wenn sie im eigen« Lande unter der Last dessen erstickt, was der Staat ihr aufbürdet! Darüber ist in den letzten Jahren genug geredet worden, die Tatsachen liegen derart offenkundig auf der Hand, daß wirklich manches dazu gehört, um in diesem Augenblick mit der Absicht einer „entschlossenen Resormarbeit" hervorzutreten, die i n allen ihren Einzelheiten sich nur dann durchführen oder überhaupt in Angriff nehmen läßt, wenn der deutschen Wirtschaft neue Last« auferlegt werden. Nichts fft in der Regierungserklärung enthalten über ein« so bitter notwendige „Rationalisierung" des Staates, über einen Abbau seiner Ausgaben — dagegen werden neue Gesetze angekündigt, di« den daran vorhandenen Ueber- fluß noch steigern! Hermann Müllers Hinweis auf die „Preisgestaltung auf dem deutschen innern Markt" und sein Eingeh« auf die „unser Wirtschaftsleben beeinflussmden monopolistischen Organisationen" lassen erkennen, wohin es ihn drängt. Und wenn dann gleichzeitig auf die schwere Notlage hingewiesen wird, in der sich weitere Kreise des Mittelstandes in Handwerk, Handel und Gewerbe befinden, dann läßt sich nur sagen, daß die Reichsregierung ein dankbares Betätigungsfeld finden würde für eine „entschlossene Reformarbeit", wollte sie der in der Tat „nicht gebotenen Ausdehnung der Betätigung der öffentlichen Hand angemessene Grenzen setzen." Aber hier wird die „entschlossene Reformarbeit" bald erlahm«: dafür dürfte der die öffentliche Hand in Staat und Gemeinde weithin beherrschende Marxismus Sorge tragen. Es wird auch interessant sein, zu sehen, ob die Reichsregierung bei der von ihr angekündigten Förderung des Wohnungsbaues der übermäßigen Betätigung der öffentlichen Hand Grenzen fetzt oder nicht! Was der Reichskanzler zur auswärtigen Politik sagte, ist selbstverständlich. Es ist heute kein deutsches Kabinett mehr denkbar, das nicht die Befreiung der besetzten Gebiete, nicht unter Hinweis auf Deutschlands Entwaffnung die versprochene allgemeine Abrüstung verlangen wollte. Bemerkenswert bleibt, daß der Sozialdemokrat Müller die „bis zum letzten Ende durchgeführte" Entwaffnung Deutschlands fest- stellte. Me Regierungserklärung ist in ihrem innerpolitischen Teil ganz auf Wirkung nach außen eingestellt: auf Wirkung für diejenigen, die von den anderthakbhundert Sozialdemokraten im neuen Reichstag ihr Heil erwarten. So ist es Ämn nicht verwunden sich, wenn bei all ihrer Ausführlichkeit die Erklämng nicht darauf näher eingeht, woher kic Mittel kommen sotten um alle die gemachten Versprechungen in die Mirklichkeft mnzusetzenk Denn mit den in Aussicht gestellten und notwendigen, ja zu geringen Steuersenkungen vermindern sich die Eimiahmen des Reiches, mit ihnen Hand in Hand zu gehen, hätte eine Berringerung der Ausgaben — d. h. ein Abbau der Aufgaben des Staates —, wo aber ist in der Regierungserklärung davon die Rede? Es bleibt das Geheimnis von Hermann Müller, der selbst mit Mehreinnahmen nicht rechnet und sparsamste Haushaltsführung ein un- bedingtes Erfordernis nennt, wie das Problem gelöst werden soll, Soll es auf Kosten der deutschen Wirtschaft, des deutschen Steuerzahlers gelöst werden, dann wird Sie „entschlossene Reformarbeit" alles andere als aufwärts führen! Dann kann die neue Reichsregierung auch -licht „die Führung auf dem Wege des Wiederaufbaues" für sich in Anspruch nehmen — weil es dann zu keinem Wiederaufbau kommt. Die Taufe -es L Z. 127 Die Taufe des neuesten Zeppelin-Luftschiffes ist nunmehr endgültig auf den 9. Juli festgesetzt worden. Die Verzögerung um einen Tag — am 8. Juli hat bekanntlich Graf Zeppelin seine» 90. Geburtstag — erfolgt mit Rücksicht auf die Tagung des Deutschen Luftfahrerverbandes in Konstanz. Die Tauffeierlichkeiten selbst werden in der Zeit zwischen 11 und 12 Uhr vormittags sein, die Taufe vollzieht Gräfin Zeppelin. Außer verschiedenen Regierungsvertretern werden die Abgeordneten verschiedener Lustfahrtoereinigungen bei der Taufe anwesend sein. — Die Bauarbeiten des Luftschiffes sind vollkommen beendigt. Nur die Motore sind noch nicht eingebaut, außerdem konnte mit der Füllung noch nicht begonnen werden. Man würde aber mit all diesen Arbeiten schon fertig sein, wenn sich nicht die Be- EM ROMAN von 3 .SCH N EIDER 'FOERSTL Kurz nacyoem er nacy Vl. Wyiren gerammen war, wuroe dem Pfarrherrn gemeldet, daß der alte Schäfer Goller in seiner Waldhütte am Sterben läge. „Bleib'ns mir mit dem Herrn Pfarrer vom Leib," hatte er zu Dr. Karsten gesagt, als dieser ihn auf den Ernst seiner Lage aufmerksam machte. „Wollen Sie den Herrn Kooperator haben?" hatte Karsten gefragt. „Lafs'ns mir meine Ruh', Herr Doktor! Gar kein' will ich feh'n. Ich brauch' auch sonst niemand, ich werd' schon fertig mit mir selber." Karsten hatte desungeachtet Pfarrer Schmitt verständigt, der sich sofort bereit machte, in die Waldhütte zu gehen, aber Ellermann bat: „Lasten Sie mich den Alten besuchen. Herr Pfarrer " „Du konntest was erleben!" warnte Schmitt. „Der Goller ist zu allem fähig." „Mehr als hinauswerfen wird er mich ja nicht!" meinte Ellermann und setzte dem Pfarrer so mit Bitten zu, daß dieser endlich nachgab. Aber sein Empfang in der Waldhütte war entmutigend. „Es ist bester, Sie bleib'n draußen." hatte Goller gesagt. „Tat ja doch nichts nützen! Was S' mir sagen wollen, weiß ich so. Da brauch'ns Ihna gar keine Müh' geb'n. Bei mir könnens überhaupt nicht anfangen, da müßten's zwei Tag dadleiben, soviel Hab ich beieinander!" „Dann bleibe ich eben da. wenn es Ihnen recht ist!" hatte Ellermann erwidert. . v m „Solang 's Tag ist, gelt? — _ Aber bei der Nacht, da mocht'ns nicht herauß'n fein, da köm Ihnen die Furcht an, so scheichsam is da. wenn kein Mensch in der MH ist. Könnt' leicht sein, daß Ihnen wer den Hals zudrück'n tat und man wüßt' am andern Morgen nicht einmal, wer's gewesen ist." Dabei hatten seine graugrünen Augen den Kooperatoi boshaft angeschielt. Ellermann erwiderte kein Wort. Er legte seinen Arm um den Leib des Alten, den ein Hustenkrampf befallen hatte. Als der Anfall vorüber war, schüttelte er ihm das armselige Bett und drückte ihn sanft in das karierte Kisten. „Jetzt sollen Sie ein wenig schlafen, Goller," sagte er freundlich. „Schlafen wär schon recht, wenn ich könnt," meinte der Kranke. „Aber sobald ich die Aug'n zumach', krieg ich's mit der Angst, da laß ich's lieber offen." „Wenn es Ihnen lieb ist, bleibe ich da. Sie können sich dann sorglos niederlegen." „Soviel Kurage hätt'ns Herr Kooperator und tät'n da- bleib'n die ganze Nacht bei mir?" Ellermann überhörte den Spott der Worte und wischte mit seinem Leinentafchentuch dem Kranken den Schweiß von der Stirne. „Schlafen Sie jetzt, Goller," bat er. Ein neuer Hustenanfall schüttelte den Körper des Alten, dann fielen chm die Augen zu. Sein Körper lehnte schwer gegen die Brust Ellermann's, .der ihn während des Anfalles gestützt hatte. Der junge Geistliche wagte sich nicht zu bewegen, um ihn nicht zu wecken. Nur wenn es wie ein Stöhnen aus der Brust Gollers kam, sah er angstvoll dem Asten ins Gesicht. Dann ward es Nacht. Durch das kleine Fenster der Waldhütte fiel ein bleicher Strahl des Mondes und ließ das Gesicht des alten Schäfers wie eine Totenmaske erscheinen. „Laß ihn nicht sterben, ehe sich mir seine Seele erschlossen hat," flehte Ellermann zum Himmel. Dann üdermannte ihn die Müdigkeit. Sein Kops sank gegen die ^rböbte Rückwand des Bettes Er war ein geschlafen. trok oer unvequemen r:age, oie er sich nutzt ja veranoern gerram hatte, damit der Alte nicht aus dem Schlafe gerissen wurde. Gegen Morgen weckte ihn ein heiseres Schluchzen. Erschrocken fuhr Ellermann auf. „Goller, was ist?" frug er angstvoll. Der Aste saß gegen die Wand gedrückt und wandte keinen Blick von ihm, während Träne um Träne über seine Wangen rann. „Wie ich aufg'wacht bin, Herr Kooperator, Hab ich g'meint ich träum, weil ich's flicht glaub'n Hab' können, daß es so was gibt. Kein Hund wär' herinnen blieb'n die ganze Nacht, weil's ihm zu dämpfig ist und Sie sind dagedlieben, einem jeden hätt' g'raust vor mir und Sie hab'n mich im Arm a'balt'n die aan,e Nackt. Ick bab' mein Kinderalaub'n wieder g'fund'n, den mir die Mensch'n g'nommen yav'n. Ich bin nicht schlechter g'wesen, wie die andern, aber die Leut' hab'n mi' schlecht g'macht. Wenn wo eine Schandtat verübt worden ist, dann hat's g'heißen, der Goller is g'wesen. Hat's wo brennt, dann Hab' ich der fein müssen, der anzünd hat, ist wo g'stohlen worden, nachher hab'ns mich als Dieb ang'schaut. Die Bauern von Wylten haben die Türe zugemacht, wenn's mich kommen hab'n feh'n und wenn die kleinen Kinder nicht g'schlafen haben, hat's g'heißen: „Wart' nur, der Goller kommt und nimmt dich mit und verscharrt dich im Wald." Da hat mich die Wut packt und das Graus'n und ich Hab die Leut g'mied'n, sonst hätt' ich ein paar umbringen müssen, so hat's kocht in mir! — S' ganze Leb'n ham's mir verpfuscht, s' ganze Leben!" Er vergrub das Gesicht in die abgemagerten Hände und jammerte leise wie ein Kind. „Goller!" bat Ellermann mit einem Schwanken in der Stimme: „Goller, wir müssen verzeihen, wie der verziehen hat, der für uns alle gestorben ist. Ihm sind wir alle gleich, alle sind wir Sünder vor ihm und hoffen doch auf feine Liebe und sein Vergeben!" „Ich kann nicht verzeihen, Herr Kooperator, ich kann nicht, wo mir die Menschen das ganze Leben zerschlagen haben — das ganze Leben!" Ellermann umschloß mit seinen Händen die des Alten und sah ihn flehend an. aber Goller wandte den Kopf ab. Da ließ der junge Geistliche seine Hände los und hob ihm die seinen bittend entgegen. „Goller, für alle jene, die Ihnen Böses getan haben, die Schuld tragen an Ihrem gescheiterten Leben, bitte ich Sie um Verzeihung!" „Halten's ein, Hochwürden," schrie der Alte. „Haltens ein!" Ein furchtbarer Kampf drückte sich auf seinem Gesichte aus, die Adern schwollen an den Schläfen an. „Goller," bat Ellermann, „ist es so schwer, zu vergeben?" Der Alte stöhnte qualvoll auf: „Wenn Sie einer niederschlagt, und tritt Ihnen mit Füßen und spuckt Ihnen ins Gesicht, täten nachher Sie verzeihen. Herr Kooperator?" „Ja," jagte Ellermann ohne Besinnen. „Nachher will ich's halt auch probieren!" versprach Goller, während der Atem pfeifend aus seiner Brust kam. Rr. 155. Jahrgang 1928. _ 'ryanüng des bekannten Brenngases unliebsam verzögerte, Za der 'Bau dieser Gasanstalt leider erst sehr spät begonnen norden konnte. Die Arbeiten gehen rüstig vorwärts, so daß man Ende des Monats mit den ersten nötigen Gasmengen rechnen kann. Die reinen Werkstättensahrten können dann ln den letzten Tagen des Juli ausgenommen werden. Größere Fahrten kommen dann erst im August in Frage. (Süd-- deutsche Zeitung.) Ser Empfang der Szeanflieger in Saldonel London, 5. Juli. Nach Meldungen aus Dublin wurde die Europa" von der irischen Küste von Flugzeugen der irischen Luftstreitkräfte nach Baldonel begleitet. Auf dem Flugplatz batten sich zur Begrüßung der Flieger der Präsident des irischen Freistaates. Cosgrave, der Verteidigungsminister, Frau Fitzmaurice, der deutsche Generalkonsul, sowie die hohen Offiziere der irischen Armee eingefunden. Tausende von Zuschauern umsäumten den Flugplatz. Viele Personen wurden in dem Gedränge ohnmächtig. Die Begeisterung der Menge konnte kein Ende finden. Nur unter Schwierigkeiten konnten die Flieger zur Stadt geleitet werden, wo am Abend in der Stadthalle ein Festbankett gegeben wurde. Eli» neuer Ozeanflug - Labelli zum Flug Newyork—Rom gestartet?' Rom, S. Juli. Wie aus Newyork gemeldet wird, ist der Italiener Sabelli zum direkten Fluge Newyork—Rom gestartet. Eine amtliche Bestätigung dieser Meldung liegt allerdings noch nicht vor. Windhose über dem Harz Schwere Sturmverheerunge» in Mitteldeutschlaud. Halle, 5. Juli. Ueber Mitteldeutschland tobte, nachdem in der vorletzten Nacht zwei schwere Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen die Hitzewelle beendet hatten, am Mittwoch ein heftiger Sturm. Um 11 Uhr vormittags tobte vom Brok- ken bis nach Blankenburg durch den ganzen Harz mit furchtbarer Gewalt eine Windhose, die großen Schaden angerichtet hat. Bet Dreiammenhohnen ist der Wald buchstäblich umgelegt worden. Lange Strecken sind mit abgerissenen Baumkronen bedeckt. Die Obstbäume haben großen Schaden erlitten. Besonders groß waren die Verwüstungen durch den Sturm auch in Bitterfeld und Umgebung. Von einer größeren Anzahl von Häusern wurden die Dächer vollständig oder zum Teil abgeöeckt. Groß ist die Zahl der entwurzelten Bäume. Eine Starkstromleitung wurde zerrisien. Der Telefonbetrieb mußte teilweise stillgelegt werden. Todesopfer des Orkans Bad Gruud, 4. Juli. Im westlichen Harzgebiet richtete am Mittwoch vormittag ein Orkan schwere Schäden an. Alte Bäume wurden entwurzelt. In Bad Grund wurde das Dach eines Pavillons vom Sturm emporgehoben und zur Erde niedergedrückt, wo es Personen traf. Eine Dame wurde getötet, ein Herr wurde schwer verletzt. Nach vermißten Kurgästen wird noch gesucht. Man rechnet noch mit einer - ßeren Anzahl Leichtverletzter. Auch in Clausthal-Zellerfeld wütete der Sturm, riß schwere Bäume um und beschädigte mehrere Häuser. Die Telephonverbtndungen waren teilweise unterbrochen. Das Unwetter war von wolkenbruchartigem Regen begleitet, der die Harzgewässer in kurzer Zeit zu reißenden Gebirgsbächen anschwellen ließ. Das Unwetter bauerte mit unverminderter Heftigkeit eine Stunde. Der Schaden ist ganz beträchtlich. Grünberg, 5. Juli. (Funkfpruch.) Mittwoch nachmittag wütete über Grünberg und Umgebung ein orkanartiger Wirbelsturm, der großen Schaden anrichtete. Starke Bäume wurden wie Streichhölzer geknickt. An der evangelischen Kirche wurden zwei Linüenbäume von 80 Zentimeter Durch- mester umgeworfen, wodurch das Kirchendach beschädigt wurde. Die Telephonleitungen nach Berlin und Breslau waren stundenlang unterbrochen. Gewttierfiurm im Rhein- und Aeckartal Mannheim, 5. Juli Am Mittwoch früh entlud sich ein heftiges Unwetter über Mannheim und Umgegend. Zahlreiche Fensterscheiben sind bet dem Heftigen Sturm, von dem das erste Gewitter begleitet war, in Scherben gegangen. Der schwere Sturm hatte auch die Folge, daß ein Teil der öffentlichen Gasbeleuchtung wieder eingeschaltet wurde dadurch, daß durch die starken Schwankungen im Gaswerk die Zündapparate in den Gaslampen in Betrieb gesetzt wurden Auf dem Straßenheimer Hof in Sardhofen ist ein Tabakschuppen von 120 Meter Länge zusammengestürzt. In Ludwigshasen hat der Sturm an der Bahnlinie nach Munden- heim sieben Telegraphenstangen umgeriffen, so daß der Telephonbetrieb gestört wurde. Die Königstuhlwarte bei Heidelberg hat am Mittwoch früh um 4,41 Uhr eine Orkangeschwindigkeit von über 17 m tu der Sekunde festgestellt. Durch einen umstürzenden Baum wurde die Lichtleitung der Sternwarte zerrissen. In Heiligkreuzsteinach, Schönau, Neckargemünd nnb anderen Neckartalorten wurden vom Orkan Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Auch auf den Feldern richtete das Unwetter großen Schaden an. Die Halmfrüchte lagen wie gewalzt am Boden. Anwetter über der Vorderpfalz Ludwigshasen. 5. Juli. In den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages ging über der Voröerpfalz ein heftiges Gewitter mit Wolkenbruch nieder, das auf den Feldern groben Schaden anrtchtete. Verschiedentlich wurden Dächer abgedeckt und Bäume in großer Anzahl entwurzelt. Die Fernsprechverbindungen waren unterbrochen. Auch in Mannheim hat das Unwetter sehr gewütet. In der Nähe Mannheims wurde ei» 20 Meter langer und 12 Meter hoher Tabakschuppen umgeworfen. Hagelschläge im Mosel- und Rahetal. Tier, 4. Juli. In der Umgegend von Trier, an der Mosel Und im Nahetal ist am Dienstag abend ein in seinen Folgen katastrophales Unwetter niedergegangen. Ein Hagelschlag, der über 10 Minuten lang andauerte, hat «nermeUichen Schaden angerichtet. Man sah zahlreiche Hagelschlößen in der Größe von kleinen Hühnereiern. Die Körner fielen in der Dichte eines starken Platzregens und wurden durch «inen orkanartigen Sturm vlit einer solchen Gewalt gegen den Erdboden geschleudert, daß ne an Stellen wirkten, wie Maschinengcwehrfeuer. Unzählige Glas- Anden. Glas- und Afpaltdächer wurden zertrümmert. Zahllose B«rme wurden vollkommen «ntiaubt, Korn- und Gemüsefelder zernagen. Am schlimmsten hat wiederum der Moselwinzer ge- ^en. In manchen Weinbergen stehen nur noch die Holz- oder Ersenrebenpfähle und die kahle» Stöcke da. Die schlimmsten Schals werden von der Saar und der mittleren Mosel gemeldet. Bus Olwiger Tal bei Trier und ganze Strecken des Ruwer- «les werden nicht nur in diesem, sondern auch in den folgenden wahren keine Weivenck« haben, weil die Strecken zu sehr beschä- Der Laadbste * Siasheimer Jeitmrz. digt worden sind. Hilfsmaßnahmen für die Schwergeschädigten sollen sofort in AiPriff genommen werden. Zahlreiche Tote in Schlesien. Breslau, 4. Juli. Ueber Schlesien und OberMesien gingen heute nacht schwere Unwetter nieder, die sich in einem orkan- artigen Sturm austobten. Am heftigsten waren sie in Off- Oberschlesien, wo schwere Schäden angerichtet wurden. Auch Menschenleben hat das Unwetter gefordert. In der Stadt KönigshMe wurden Telegraphmmasten in den Straßen wie Streichhölzer umgeworfen. 2n den Betriebsanlagen von Königshütte-West wurden drei Kräne 80 Meter fortgeschlejudeyt. Einer von ihnen siel auf ein Hausdach, das vollständig zertrümmert wurde. Nur einem glücklichen Umstand ist es zu danken, daß gerade in diesem Augenblick sich in dem betreffenden Hause keine Bewohner befanden. In Friedrichshütte wurden fünf Häuser vollständig zertrümmert, nachdem zunächst die Dächer abgedeckt worden waren. Es gab dabei Tote und Derwundete. Die Zahl der Totem konnte bisher noch nicht ermittelt werden. In Friedenshütte wurde» ebenfalls ein Haus durch einen umstürzenden Kran zertrümmert. Mischer Landlah Eine Theaterdevatte im Badische« Landtag. vv Karlsruhe, 4. Juli. Mittwoch nachmittag 4 Uhr wurde die Beratung der zurückgestellten Titel des Voranschlags für das Ministerium des Kultus und Unterrichts ausgruommen. sozialdemokratische Abgeordnete Riickert berichtete zunächst über die Ausschußberatungen der Titel Wissenschaft und Künste und teilte die Beschlüße des Ausschusses mit. Zu Position Landestheater wurde ein Koali- tionsantrag abgeändert vorgelegt, die Regierung zu ersuchen, 1. den zwischen dem badischen Staat und der Stadt Karlsruhe bestehenden Vertrag über die Finanzierung des Landestheaters auf den nächsten zulässigen Termin zu kündigen, 2. mit der Stadt Karlsruhe alsbald Verhandlungen zwecks Abschlußes eines neuen Vertrages einzuleiten mit dem Ziele der Erhöhung des von der Stadt anfznbringen- de« prozentualen Anteils an den Kosten der Unterhaltnng des Landestheaters. Der Anteil des Staates an den Kosten ist jeweils durch den Staatsvoranschlag im voraus und fcstliegend zu bestimmen. Im weiteren Verlauf der Ausschutzberatungen wurde ein volksparteilicher Antrag über Schutz der Naturdenkmäler angenommen. Abg. Bauer lD.Vp.) betonte besonders, baß der im letzten Voranschlag vorgesehene Staatszuschuß von 1,348 Millionen RM. um ^ Mill. RM. überschritten worden sei. Im Interesse des Theaters müffe ein fester Betrag eingesetzt werden, der nicht überschritten werden darf, denn sonst höre die Defizitwirtschaft nicht auf. Kultusminister Leers gab die Zahlen bekannt, die zur Ueberschreitung geführt haben. In der Aussprache erklärte der Zentrumsabgeordnete Egler, daß ein Teil seiner Fraktion sich der Abstimmung enthalten werde, weil das Theater nicht allen Teilen des Landes zur Verfügung stehen kann infolge der räumlichen Entfernung. Das Zentrum werde dem Voranschlag zustimmen. Der sozialdemokratische Abgeordnete Haebler betonte, die Verpflichtung des Staates gegenüber dem Landestheater aus historischen Gründen. Das Landestheater sei immer ein Zuschußbetrieb gewesen. Die Sozialdemokratie sei der Auffasiung, daß Karlsruhe in erheblichem Maße an den Kosten des Landestheaters beteiligt werden müsse. Das Landestheater müsse unbedingt als Kulturbühne erhalten werden. Abg. Scheel (Dem.) betonte, das Karlsruher Landestheater habe eine Tradition, mit der man nicht von heute auf morgen brechen könne. Er habe Bedenken dagegen, daß neue Vereinbarungen auf fünf Jahre abgeschlossen werden sollen. Dem Antrag der Koalitionsparteien stimme seine Fraktion zu. Abg. Laug sDnat.) gab im Namen seiner Fraktion eine Erklärung ab, wonach diese dem Antrag auf Kündigung des Vertrages zustimmen, den Teil aber aus Erhöhung des prozentualen Anteils der Stadt Karlsruhe ablehnen wird. Angesichts des Ernstes der Lage werden die Deutschnationalen die Position ablehnen. Der kommunistische Abg. Bock wünschte, daß das Theater den schaffenden Ständen zugänglich gemacht wird. Kultusminister Leers betonte, daß die Regierung durchaus aus dem Standpunkt -er Erhaltung des Laudestheaters als Staatstheater stehe. Die Lage sei sehr ernst. Wenn der Antrag der Koalitionsparteien angenommen werde, so werde das Kultusministerium in loyalster Weise dessen Inhalt ausführen, und zwar nicht bloß deswegen, weil der Landtag es beschlossen habe, sondern weil er, der Minister, davon überzeugt sei, daß damit der Erhaltung des Landestheaters gebient wexde. Abstimmung. Der volksparteiliche Antrag auf Festsetzung der Zuschutzsumme auf 1,2 Millionen RM. wurde mit 46 Stimmen (Regierungsparteien) gegen 6 Stimmen lDeutsche Volkspartei) bei vier Enthaltungen lRechtS) abgelehut. — Der Antrag des Haushaltsausschusses (Antrag der Koalitionsparteten) wurde in seinem ersten Teil einstimmig und in seinem zweiten Teil mit 44 gegen S Stimmen jDeutschnationale) bei drei Enthaltungen iKommunisten) angenommen Abg. Dr. Schofer jZentrumj dankte der Regierung für »ie Einsetzung von 20 000 RM. zur Fortführung der Jn- äandsetzungsarbeiten am Freiburger Münster. Ein An- :rag Bock wollte diese Summe gestrichen haben,' dieser An- :rag wurde aber abgelehnt. Der volksparteiliche Antrag (Gesetzentwurf über Schutz »er Naturdenkmäler) wurde einstimmig angenommen. Nächste Sitzung Donnerstag vormittag KlO Uhr: Kul- wsetat. — Schluß 19 Uhr. Aus dem Haushaltausschutz des Badische« Landtages. Karlsruhe, 3. Juli. Der Haushaltausschuß befaßte sich n seiner heutigen Sitzung mit der im außerordentlichen Etat »es Wasser- und Straßenbaues für die Instandsetzung der Landstraßen angeforderten Mittel in Höhe von 14 Millionen Mark. Die Aussprache, an der sich alle im Ausschuß ver- :retene» Parteien wiederholt beteiligten, fand mit der ein- timmigen Annahme eines von den Parteien des Ausschus- .es gemeinsam gestellten Antrages ihren Abschuß. Der Antrag hat folgenden Wortlaut: Die beim ordentlichen Titel Straßenbau und beim außerordentlichen Titel sich etwa ergebenden Einsparungen sollen für weitere Pflasterungen von Straßendecken bis zu 20 Kilometer verwendet und erforderlichen Falls soll der für Walzdecken vorgesehen« Betrag entsprechend gekürzt werden. Sodann kamen die Eingaben des Verbandes badischer Ge- Donnerstag, den 5. Juli 1928. . metnden vom 21. 11. 27 und 28. 5. 28 wegen andersartige Festlegung der Beitragsleistungen der Gemeinden zur Un- terhaltung der Landstraßen zur Erörterung. In der Nachmittagssitzung wurden die letzten Positionen des Titels Wasser- und Straßenbau erledigt. Die Position Beihilfen an unbemittelte Gemeinden zu den Kosten der Wasserversorgungsanlagen wurde um 100000 M. aus 150 000 M. erhöht. Ein Antrag Klaiber, die Grundsteuer und Gebäudesondersteuer der landwirtschaftlichen Betriebe für bas Jahr 1927 zu erlassen, wurde abgelehnt. Ein weiterer Antrag, die Grunderwerbssteuer beim Tauschen von gleichwertigen landwirtschaftlichen Grundstücken unter Landwirten nicht zu erheben, wurde Angenommen. Dann behandelte der Ausschuß die Aufhebung der Fleischsteuer. Ein sozialdemokratischer Antrag verlangte, die Aufhebung des ganzen Fleischsteuergesetzes. Ein Zentrumsantrag die Aufhebung der Hausschlachtungen für Schweine mit Wirkung ab 1. April 1929. Der Finanzminister betonte, das Staatsministrium habe die Aufhebung der Fleischsteuer abgelehnt, da diese eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer um drei bis vier Pfennig zur Folge habe. Die Aufhebung der gewerblichen Fleischsteuer sei ein Geschenk an die Metzger, die zu den Berufskreisen gehörten, denen es nicht am schlechtesten gehe. Die Sozialdemokraten wandten sich scharf gegen die Befreiung der Hausschlachtungen von der Schlachtsteuer und verlangten für den Fall der Annahme dieses Antrages die Erhöhung der Position für gehobene Fürsorge um 400 000 Mark. In der Abstimmung wurde der Antrag auf allgemeine Aufhebung der Schlachtsteuer bei Stimmenenthaltung der Demokraten gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartet und der Sozialdemokratie abgelehnt. Daraufhin wurde der Antrag aus Befreiung der Hausschlach- tung von Schweinen mit Wirkung auf 1. Zlpril 1920 bei Stimmenenthaltung der Sozialdemokraten und der Demokraten angenommen. Ein Antrag, die Regierung möge prüfen, wann die gewerbliche Schlachtungssteuer aufgehoben werden kann, wurde einstimig angenommen. Aus Rah und Fern. * Einsheim, 5 . Juli. (Neue Frachtbrief« ab 1. Oktober.) Wie uns die Handelskammer Heidelberg mitteilt, hat die Reichsbahndirektion Karlsruhe die Drucklegung der Frachtbriefe (Fracht- Eilgut und Tierfrachtbriefe) nach den Mustern der am 1. Oktober dieses Jahres in Kraft tretenden Eisenbahnverkehrsordnung eingeleitet. Die Verfrachter werden daher schon in nächster Zeit die neuen ab 1. Oktober ds. Is. gültigen Frachtbriefe von den Abfertigungsstellen und von den für den Druck von Frachtbriefen zugelassenen Druckereien beziehen können. Die Handelskammer weist darauf hin, daß die bisherigen deutschen Frachtbriefe voraussichtlich nur noch bis 31. Dezember ds. 2s. verwendet werden können. Me bisherigen internationalen Frachtbriefe, für die ab 1. Oktober ds. Is. ebenfalls ein neues Muster zu verwenden ist, verlieren mit diesem Tage ihre Gültigkeit. Die neuen iMernationalen Frachtbriefe werden etwas später als die deutschen bezogen werden können. % Rauenberg, 4. Juli. (Das Patroziniumsfest) beging die Gemeinde am Peter- und Paultag. Es beteiligten sich daran die Ortsvereine. Am Vormittag des Feiertages zog eine Prozession durch den Ort. Im Laufe des Nachmittags fand eine Gemeindefeier statt, bei der ein Kapnzinerpater den Festvortrag hielt. Im Anschluß daran wurde die Ehrung einiger Sänger des CCäcilienvereins vorgenommen. % Aglasterhausen, 4. Juli. (Beerdigung.) Unter großer Beteiligung wurde der hiesig« Fabrikant Ernst Klempp zu Grabe getragen. Noch vor wenigen Wochen konnte der Verstorbene seinen 70. Geburtstag begehen. 50 Jahre war er in Aglaster- haufen und 30 Jahre Mitinhaber der hiesigen Peitschenfabrik Scherer und Klempp. Um den Ausbau der Freiwilligen Feuerwehr hat sich der Verstorbne besonders verdient gemacht. * Kleingarlach, 4. Juli. (Feuer.) In der Nacht vom Montag zum Menstag gegen y 4 2 Uhr, als kaum die Jubelfeier der Freiwilligen Feuerwehr beendet war, brach in der „Unteren Gasse" Feuer aus. In der an einen Neubau von Emil Faber angehängten Scheuer verbrannten die dort lagernden Vorräte an Heu und Feldgerätschaften. Der Neubau wurde zum Teil stark beschädigt. Der Feuerwehr gelang es, nach einftündiger anstrengen- Arbeit die Gefahr zu beseitigen. Soviel man hört, wird Brandstiftung vermutet. % Neckargem Und, 4. Juli. (Der Saarlandsbesuch.) Der angekündigte. Besuch von ungefähr 80 Saarländern, früher Badener, traf am Samstag abend ein. Mit der Feuenvehrka- pelle an der Spitze marschierten die treuen Reichsdeutschen mit ihrem neuen Banner mit badischem Wappen in das Städtchen ein, überall von der Bevölkerung freudigst begrüßt. Beim Halt auf dem Marktplatz wurden sie vom Geschäftsführer des Berkehrsvereins willkommen geheißen, worauf sofort der Dank erfolgte. Unter Führung des Berkehrsvereins bestchtigteu die Gäste am Sonntag vormittag die Sehenswürdigkeiten unseres Städtchens. Gegen 11 Uhr traf man sich beim Konzert im Schwanen, wo die offizielle Begrüßung durch Bürgermeister Dr. Leist stattfand. In zündender Rede drückte Mrektor Hall-Saarbrücken den Dank der Gäste aus. Nach dem Mittagessen kehrten die Gäste gegen 2 Uhr nach Heidelberg zurück. -- Ziegelhausen, 4. Juli. (Die freiwillige Feuerwehr) Ziegelhausen veranstaltet am Sonntag, den 8. Juli d. Is., nachmittags 3 Uhr, auf dem herrlich am Neckar gelegenen Gemeindesportplatz in Ziegelhausen ein Strandfest. Der musikalische Teil wird von der Feuerwehrkapelle Ziegelhausen ausgeführt. Am Abend erfolgt die Beleuchtung der Neckarbrücke mit BeleuchtlMg der umliegenden Anhöhen. Ein Feuerwerk bildet den Abschluß der Veranstaltung. % Heidelberg, 4. Juli. (Eine neue Heidelberger Industrie.) Die Schnellbett G. m. b. H. Heidelberg-Fulda hat anläßlich der Saarländer-Tagung mehrere moderne Massenquartiere für 1300 Mann in der Landhausschule, Wilckensschule, Mönchhoffchule und Ebertschule errichtet. Eie hatte bereits über Pfingsten hier 700 Schnellbelten in verschiedenen Schulen ausgestellt und wird zum 14. Deutschen Turnfest in Köln 2000 Schnellbetten liefern. Das zerlegbare Heidelberger Schnellbett aus lackiertem Stahlrohr und Hanffegeltuch, grau, farbig und gestreift, ist in einer Minute auf- und abschlagbar und auch leicht transportabel. * Heidelberg, 4. Juli. (Ein Berkehrsunfail an der Heiliggeistkirche). Am Montag abend ereignete sich an der Heiliggeistkirche wieder ein schwerer Verkehrsunfall. Ein über den Fischmarkt kommender Lastkraftwagen nahm oie Kurve am Hauptportal der Kirche zu knapp und überfuhr einen dort gehenden Mann, der einen Obcrschenkelbruch erlitt. Mr Fall ist umso tragischer,, als der Ueberfahrene Vater von zahlreichen, noch unmündigen Kinder» ist. Der Fahrzeugführer wurde festgestellt und gegen.sijhn Anzeige wegen sahrläffiger Körperverletzung erstattet. ; Malsch (Ettlingen), 4. Juli. (Beim Kirschenpflücken schwer verunglückt.) Die Frau des Bezirksrates Kunz stürzte beim Kirschenpflücken vom Baume und zog sich schwere Verletzungen, darunter Knochenbrüche, zu. * Walldorf, 4. Juli. (Verschiedenes.) Samstag nacht wurden an der Reilinger Straß« von unbekannter Hand zwei Feldfrevel begangen, von denen noch nicht feststeht, ob sie einen oder mehrere Täter haben. Das eine Mal handelt es sich um die Entwendung von ungefähr 180 Mckrübensetzlingen von dem Acker Nr. 155. Jahrgang 1928. Der LavdVote * Finsheimer Zeitung. Donnerstag. den 5. Juli 1928. e eines Landwirtes, das andere Mal um die Verstümmelung von drei jungen Obstbäumchen auf dem Acker eines anderen Landwirts. — Am Montag abend gerieten in einem Gasthaus der Schlosser Gustav Holzwart und sein Schwager Beith in angetrunkenem Zustand miteinander in Händel, wobei auch das Messer eine Rolle spielte,- denn Holzwatt stach Beith mehrere Male in den Kopf, fodaß ihm vom Arzt ein Verband angelegt werden mußte. Kinder schwer verletzt. An dem Aufkommen der Schwerverletzten wird gezweifelt. Die polizeiliche» Ermittelungen sind sofort ausgenommen worden. Die polnische Preffe benutzt diesen bedauerlichen Unglücksfall zu einer neuerlichen Hetze gegen die Deutschen, indem sie behauptet, daß die Handgranate in einem Hause gefunden worden sei, in dem in der Abstimmungszeit ein solches Abstimmungskommissartat «ntergebracht war. Grotzfeuer im Bauland. Slopsau bei Adelsheim, 5, Juli. Am Sonntag brannte hier die Doppelscheune des Straßenwarts Albert Schulz nieder. Die Wehren aus dem Orte und den umliegenden Dörfern waren bereits des Feuers Herr geworden, als sich plötzlich das Nachbargebäude des August Diez entzündete, ks wurde mit Wohnhaus, Doppelscheune und Nebengebäu- en ebenfalls ein Raub der Flammen. Die Geschädigten tnö versichert,- der Schaden ist sehr groß. Brandursache un- »ekannt. Ein schwerer Autouufall im Taubergruud. Tauverbischofsheim, S. Juli. Am Montag ereignete sich an der Straße Königheim—Tauberbischofsheim, etwa 50 m unterhalb der Dölzxr Mühle, ein Autounfall, über deffen Ursache man nur Vermutungen anstellen kann. Das Auto, in dem sich das Ehepaar Kaufmann Firsching und die Frau des Redakteurs Kiefer befanden, streifte zunächst einen Baum. Das Auto fuhr dann noch 50 Meter weiter, wo es bei einem Steinhaufen an einen Baum prallte und schwer beschädigt wurde Die drei Jnsasien wurden dabet teils schwer, teils leichter verletzt. Ihr Zustand gibt jedoch zu Besorgniffen keinen Anlaß. Schreckliches Unglück in Tarnowitz Sechs Kinder bei der Explosion einer Handgranate getötet. «attowitz, 5. Juli. In Tarnowitz ereignete sich am Dienstag nachmittag ein schweres Unglück. Kinder fanden beim Spielen eine Handgranate, die explodierte. Sechs Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren wurden sofort getötet, vier Radio-Programm für Freitag, den 6. Juli 1928. Berlin (483), Königswuperhaufen (1280). 20.39 Uhr: Orchester- konzett. Breslau (322). 20.30 Uhr: Militärkonzett. Frankfutt (428). 13.00 Uhr: Schallplatienkonzett: Rufs. Musik. 15.30 Uhr: Fugendstunde. 16.30 Uhr: Hausfrauennachmittag. 17.47 Uhr: Me Lesestunde. 18.30 Uhr: Kassel: Botträge. 20.15 Uhr: Uebertragung v. Stuttgart. Hamburg (394). 20.00 Uhr: Volkstümliches Konzett. Darauf: Kabarett: Köln-Langenberg (468). 20.15 Uhr: „Der Zigeunerbaron", Operette v. Zoh. Strauß. Königsberg (303). 20.05 Uhr: Uebertr. von Danzig: Symphoniekonzert 22.15 Uhr: Nachtmusik. Leipzig (365). 20.15 Uhr: Dresden: Eine Stunde Haydn. 22.30 Uhr: Unterhaltungskonzert. München (535). 20.00 Uhr: „Lobetanz", ein Bühnenspiel von L. Thuille. Stuttgatt (379). 12.30 Uhr: Schallplatienkonzett. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 20.15 Uhr: „Eugen Onegin", Lyrische Szenen von P. Tschaikowsky. Daventry-Experimental (481). 20.00 Uhr: Bunter Abend und Sendespiel: „The Linkmann. 22.15 Uhr: Tanzmusik. Daoentry-Loadon (361). 12.00 Uhr: Sonatenkonzett. 12.30 Uhr: Orgelkonzett. 16.00 Uhr: Balladenkonzert. 17.15 Uhr. Kinderstunde. 18.00 Uhr: Orchcsterkonzett. 19.15 Uhr: Grundlagen der Musik. 19.45 Uhr: Klavierkonzert Dorothy Heß 21.15 Uhr: Aktuelle Plauderei. 21.45 Uhr: Kurzes Diolin- konzett. Paris (1750). 12.30 Uhr: Mittagskonzert. 15.45 Uhr: Musi- kalischer Nachmittag. 20.30 Uhr: Symphoniekonzert. Wien (517). 20.05 Uhr: Vorlesung Karl Zeska. Anschl.: „Besuch um Fünf", Sketsch o. Fr. Paul. 21.30 Uhr: Tanzkonzert. Zürich (588). 20.15 Uhr: Italienische Opernstund«. 21.00 Uhr: Unterhaltungskonzert. Prag (348). 19.15 Uhr: Unterhaltungsmusik. 20.00 Uhr: Konzett. E. Schick, Radio-Vertrieb, Sinsheim a. E. Zubehör — Einzelteile — Reparaturen — Brratvng — Ladestation Radio-Literatur. Programm-Zeitschriften bei 3. Doll, Boch-dlg., Zinshei» Schweinemarkt in Bruchsal vom 4. Iuli 1928. Angefahren wurden: Milchschweine 211, Läufer 24. Verkauft wurden: Milchschweine 140, Läufer 16. Höchster Preis für Milchschweine Paar 36.—, für Läufer 56.— RM. Häufigster „ „ „ .. 32.-. „ „ 52.- „ Niedrigster „ „ , . 28.- .. „ 46.- „ Wetterbericht. aKrlsrnhe, 4. Juli. Bei anhaltend heiterem Wetter und schwacher Luftbewegung wurden gestern in der Ebene bis zu 33 Grad als Höchsttemperatur erreicht. Nachts traten in Verbindung mit einer von Westen anrückenden Tiefdruckrinne vielerorts Wärmegewitter auf. Die von der Rückseite der Rinne einbrechende Kaltluft verursachte bet ihrem Auftreffen auf die stark überwärmten kontinentalen Luftmassen auch heute morgen noch verbreitete Gewitter, bei denen bei steigendem Druck starke Abkühlung folgen wird. Nach Ausgleich der Temperaturgegensätze steht wieder heiteres Wetter bevor. sämtliche Verkaufsräume in unserem Stammhäuse F 4, f-3 vollständig renoviert und modernisiert. ir zeigen ab 5. Juli in einet sehr interessanten Sonder »Sc hau in 14 neuzeitlich eingerichteten Fenstern 'ehmtzum Scheuen Tfenkd's ATA dasunverglei. RISnihBlR) M Schaufenster — Gegr. 1903 F 1 “3 UM 20-21 W ZweiggeschSft: Planken, 14,1 "WS üas führende Haus für gediegene Mittelstands-Einrichtungen: \uswärüge Fahrtvergtttung! Jeder Käufer erhält ein nraktisches Billige Kinder-Mädcbeu-Fraaen Wisch-Kltidtr Verkaufsanzeige. 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