* Erscheint tSglich -arit Ausnahme der Feiertage Bezngv-Prrts: »onatlich Goldmark 1.60 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. 8 » Füllen von höherer Gewalt »«steht kein Anspruch auf Liefer» ' «ng der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. . V 28 bis 5 !lhr onntägs geschloffen. Fentsprech-Anschlntz Nr. 46S Postscheck-Konto Karlmmh« Nr. 696S Der Lanöbote 6c0r. 839 Sinshetmer MM Zeitung ? General-Anzeiger Me Hfenj-und Lcknoarzöaclrtal H*lt*Tt« und verbreitetste Leitung dieser Gegend. h»upt-Unzeigen-SiLtt UlSckevtt. Seil»-«,, Sin Slick in cki«Mel« » Sie SrnnnenlNid« » So» «len, Reick «ler Wext, • R*tgeb«r für B»o»- 0. CaBdvtrtlcba.ft Anzeigen.Preife: Anzeige». Die 33 mm drei» -l'tiUimeter-3eile 6 Goldpeg. Reklamen, Die 92 mm breit« Millimeter-Zeile 2Ü Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteü ist Petit. Bei Wiederholungen tariffester Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rechnungsdalum oder bei gerichtlich«, Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme bis 8 !lhr vormittags; größer« Anzeig,, müssen am Tage vorher gegeben werden. Bank-Konto Dereinsbank Sinsheim «. G.«. d. L. M 236. Dienstag, den 9. Oktober 1928. 89. Jahrgang Friede und Militärverträge. Italiens Antwort an Varls und London London, S. Oktober. Ueber den Inhalt der italienischen Antwort an die Regierungen Englands und Frankreichs zum Flottenabkommen berichten englische Blätter aus Rom, daß die Antwort zwar das Kompromiß als unannehmbar bezeichne, im ganzen aber nicht eine unbedingte Ablehnung üarstelle. Die dauernden Prcffeveröffentlichungen hätten die Form der Antwort offensichtlich beeinflußt und das französische Bemühen, eine französisch-englische Entente auch nach der Aufgabe des Flottenabkommens als bestehend hinzustellen, werde in Rom mit einiger Unruhe verfolgt. Die Ablehnung stützte sich fast ausschließlich aus die Gegensätze gegenüber Frankreich. Ueber den genauen Inhalt werde vorläufig Stillschweigen bewahrt, da die Note erst am Dienstag abend in London und Paris ausgegeben wird. Es wird nun erklärt, daß die Antwort von weitreichender Bedeutung sein könne. Die allgemeine Einstellung der italienischen Regierung zur Frage der Abrüstung wird in folgenden fünf Punkten festgelegt: 1 . Zusammenfassung aller Arten von Rüstungen als eine einzige Einheit; 2. Der gegenwärtige Status quo darf als Zuteilungsgrundlage benutzt werden; 3. Die Begrenzung der italienischen Rüstungen dürfe nicht einen endgültigen Charakter besitzen. Diese Begrenzung müsse nunmehr im Verhältnis zu dem Gesamtabrüsten der anderen Staaten stehen, wobei Italien Parität mit der am stärksten bewaffneten Kontinentalmacht verlangt. 4. Italien sei bereit, die geringstmögliche Entwaffnungsgrundlage anzunehmen, solange die übrigen Kontinentalmächte nicht eine ge- genteikige Haltung einnehmen. 5. Das Verfahren zur Her- Wien, 9. Oktober. Auch die Nacht nach den Kundgebungen in Wiener Neustadt ist ruhig verlaufen. Der Abtransport der letzten Teilnehmer an den Kundgebungen in den Abendstunden ging ohne Zwischenfall vor sich. Die heimkehrenden Heimwehrtruppen wurden in einzelnen Fällen von Sozialdemokraten mit Pfuirufen empfangen. Stöcke wurden drohend gegen sie erhoben. Doch die strenge Disziplin der Heimwehplcute machte jeden Zwischenfall unmöglich. Die von auswärts nach Wiener Neustadt abtransportierten Truppen werden heute oder spätestens morgen wieder in ihre Garnison einrücken. -st Die Optimisten haben in Oesterreich wiever einmal Recht behalten. Der Doppelaufmarsch oer beiden Gegner Grünweiß und Rot in Wiener-Neustadt ist ohne Zwischenfall verlaufen. Den umfassenden Maßnahmen der Organe der Staatsgewalt und der musterhaften Disziplin der Selbstschutzformatjonen, die sich durch keine Reizungen oer sozialdemokratischen Stadtverwaltung, wie Auspflanzung roter Flaggenmäste auf oem Festplatz der tzeim- wehren und durch keine feindlichen Zurufe der fanatjsierten roten Bevölkerung provozieren ließen — von der nichtmarxisftschen Einwohnerschaft wurde dafür der Festzug der Heimwehrtruppen wie Befreier von oem Fache eines jahrelangen unerhörten Ter- wrs begrüßt und mit stürmischen Heilrufen empfangen und mit Blumen überschüttet — ist es natürlich in erster Reihe zu danken, daß der kritische Sonntag ruhig verlaufen, ist. Damit ist der 7. Oktober ^eine Probe auf den inneren Wertgehalt des jungen österreichischen Staates geworden. Das Ergebnis des 7 . Oktober ist der Eindruck: An dem fest«« Willen der verantwortlichen Staats- lenker >st der marxistische Terror gescheitert. Man hat die Regierung wegen des Aufgebots so starker Machtmittel in Wlener-Neustadt lächerlich machen wollen. Aber die Regierung hat heute wohl jedem objektiv Denkenden im 3n- und Auslande die Ueberzeugung beigebracht, daß auch die Katastrophe des vorjährigen Juli hacke vermieden werden können, wenn nicht der sozialdemokratische Wiener Bürgermeister und Landeshaupt- tnattn, 0 ei|j fein kate§nrisches ?3cto qegcn bie von der Bundes- regierung verlangte Berufung von Truppen eingelegt hätte, was nach der sehr merkwürdigen österreichischen Verfassung möglich ist und den Arm der Bundesregierung gelähmt hatte. Hat oer Tag von Wiener-Neustadt nun gezeigt, daß die öffentliche Gewalt in Oesterreich stark genug ist, den inneren Frieden, wenn nötig, auch zu erzwingen, so ist oamit nun andererseits auch die Voraussetzung geschaffen und der Boden bereitet, um »un die innere Abrüstung ernsthaft in Angriff zu nehmen. 2m Nativ-' nalrat hat ja der Bundeskanzler Dr. Seipel dieser Tage auf die Anfrage des sozialdemokratischen Abg. Dr. Renner, ob di« Regierung bereit sei. zu Verhandlungen über die innere Abrüstung durch eine Einladung an die Parteien die Znitiatioe zu ergreifen, mit einem klaren „Fa" geantwortet. Leider bestärkt cs nicht die Zuversicht, in den Erfolg dieser inneren Abrüstungsverhandlungen wenn als höhnisches Echo auf die Erklärung des Bundeskanzlers aus der sozialdemokratischen Presse der Ruf zurückkam: „Es lebe der Schutzbund!" Klar ist, daß. wenn die inner« Abrüstung nicht bloß auf dem Papier bleiben, und, wie der Bundeskanzler sehr richtig erklärte, „nicht nur ein Kampf zwischen Formationen eingestellt werden soll, die im militärischen Schritt aufmarschieren, sondern auch sonst der Friede in unserem Volke hergestellt werden soll", auch gesetzliche Garantien geschaffen werden müssen, und zwar Garantien gegen jeden Terror, in welcher Form und Gestalt immer er austreten sollte. Es darf in Oesterreich keinen Betriebsterror. keinen Organisatwnsterror und keinen Bersamm- lungsterror mehr geben! Aber die Sozialdemokratie muß nicht nur die Sabotage der Parlamentsarbeit aufgeben, sondern sie muß «such ihr Linzer Programm mit oer Drohung' der „Diktatur — ... . und fein Standpunkt zur Mrüstungssrage beiführung der Abrüstung müsse einjach sein und solle keine auswärtige Kontrolle etnschliehen. London, 9. Oktober. Die zwischen London und Paris schwebenden Verhandlungen über die Veröffentlichung aller mit dem Flottenabkommen zusammenhängenden Dokumente gestalten sich, nach dem diplomatischen Korrespondenten des „Daily Telegraph", sehr schwierig. Paris vertrete in Uebereinstimmung mit der französischen Note vom 20. Juli die Ansicht, daß selbst wenn die Flottenübereinkunft durch die amerikanische Ablehnung außer Kraft gesetzt worden sei, die englisch-französische Zusammenarbeit mit dem Ziel ähnlicher Vereinbarungen durch verschiedene Methoden veibehalten werden müsse. Eine solche Zusammenarvelt werde von Paris tatsächlich als'Mittel einer allgemeinen Verständigung hingestellt, die, wie man zugeben müsse, keineswegs klar definiert sei. England habe auf die französische Anregung in der Note vom 28. Juni zwar nicht geantwortet, aber die Vereinigten Staaten und Italien, das letztere als gemeinsamer Garant des Friedens tm Rheinland, würben sicherlich weitere Erläuterungen verlangen. In der militärischen Frage stimmten die Darlegungen von englischer und französischer Seite nicht überetn. Die in Paris nun zugegebene Tatsache, daß die Vereinbarungen auf diesem Gebiete von dem Flottenabkommen unabhängig seien, werden in Wirklichkeit kaum viel bedeuten, wenn sie mit den weitergehenöen französischen Bestrebungen der Sicherung einer weitere» englisch-französischen Zusammenarbeit auf dem Gebiete der Landabrüstungen unabhängig von dem Schicksal des Flottenkompromisses verbunden würden. des Proletariats" revidieren. Das scheint noch ein' langer und mühseliger Weg! Ehe er nicht zurückgelegt ist, kann von einer inneren Abrüstung in Oesterreich uns von der Herstellung des wahrhaften inneren Friedens nicht die Rede sein. Dann freilich mutz sich auch .der Austromarxismus gründlich gemausert haben, und nur in diesem Falle kann die Demokratie in Oesterreich einen Sieg verzeichnen. Tschechische Schikanen Die Reise der Egerländer «ach München «egen Patzschwie, rigkekke» verhindert. München, 9. Okt. Wie erst jetzt bekannt wird, wurden die Egerländer aus Teplitz-Schönau, Kommotau, Franzens, bad, Karlsbad, Marienbad und Egern an ihrer beabsichtigten Reise nach München von der tschechoslowakischen Behörde we- gen Paßschwierigkeiten verhindert. Die Stadt München sowie die Ausstellung hatten bereits alle Begrüßungsfeiern vorbereitet. Anstelle der Empfangsfeierlichkeiten wurde nunmehr vom Sndeten-deutschen Heimatbund eine Protestversammlung abgehalten, in der lebhaft gegen das schikanöse Verhalten der tschechischen Behörden Einspruch erhoben wurde. Eine dahingehende Entschließung wurde angenommen. Wahlen in Lettland 100 Prozent Wahlbeteiligung der deutschen Bevölkerung. Riga, 9. Oktober. (Funkspruch.) Die Wahlen für das neue lettläudische Parlament fanden am Sonntag unter außerordentlich starker Wahlbeteiligung statt. Nach vorläufigen Schätzungen haben in Riga 90 Prozent der Wähler ihre Stimmen abgegeben. Die deutsche Bevölkerung Lettlands ist zu 100 Prozent ihrer Wahlpflicht nachgekommen. Die Zählung der Wahlstimmen ist zur Zeit noch im Gange. Obgleich für das ganze Land ein vorläufiges Ergebnis noch fehlt, kann bereits sicher mit fünf deutschen Sitzen im kommenden Parlament gerechnet werden. Ein sechstes Mandat für die Einheitsliste der deutschen Parteien erscheint durchaus im Bereich des Möglichen. In Riga haben die Wahlen einen bedeutenden Erfolg der linksradikalen Gewerkschaften, die den Kommuntsten nahestehe«, gebracht, die den linken Sozialdemokraten voraussichtlich drei Sitze abgerungen haben. Als Ergebnis der lettländischen Parlamentswahlen ist ei« großer Erfolg der deutschen Einheitsliste zu verzeichnen. Die Wahl ergab sechs deutsche Mandate gegen bisher fünf. Geheime Ueberwachung des Fernsprechers i« Elsaß. StraßbnrS» 9. Oktober. Die geheime Ueberwachung des Fernsprechers durch die Polizei in Straßburg hat die „Hu- manitö" festgestellt. Sie berichtet, ein Angestellter beS kom-^ munistischeu Parteibüros habe, nachdem er kurz zuvor gesprochen habe, das Gewerkschaftsbüro anrufen wollen. Ehe aber eine Verbindung hergestellt war, hörte er im Telephon, wie ein bekannter Autonomist seiner Zeitung durch bas Telephon einen Artikel diktierte. Dabei ist der Beweis geliefert, daß sowohl das kommunistische Büro als auch die Anschlüsse bekannter Autonomisten an eine geheime Zentrale zur Ueberwachung angeschloffen sind, die anscheinend Material sammeln für den nächsten Komplottprozeß. Abrüstung in Amerika Rewyork, 9. Okt. (Funkspruch.) Senator Hale, der Vorsitzende des Senatsausschusses für Heeresangetegenheiten, und das Kongreßmitglied Britten, Vorsitzender des Flotten- ausschuffes des Repräsentantenhauses, erklärten Präsident Coolidge, daß beide Häuser die notwendigen Mittel für die unverzügliche Inangriffnahme von 9 19 000 Tonnenkreuzern und weitere 15 Kreuzer zur Verfügung stellen werden. Außeredm sei ein sehr weitgehendes Ausbauprogramm für die Luftflotte und die Unterseeboote in Aussicht genommen. Untersuchung der Rulidsunk-KöpeMiade Berlin» 9. Oktober. Wie verlautet, sind die für den Berliner Rundfunk verantwortlichen Persönlichkeiten Montag vormittag zum Reichsinnenministerium bestellt würden, um über die Angelegenheit der kommunistischen Rundfunkrede Bericht zu erstatten. Welche Maßnahmen zur Vermeidung von Vorfällen, wie sie am Samstag den Berliner Rundfunkhörern beschert wurden, ergriffen werden, steht im Augenblick noch dahin. Der Ansager des Rundfunks, Jä- nisch, ist, wie die Funkstunde bestätigt, vorläufig vom Amte suspendiert worden. Der kommunistische Fnnkredner vo« einem „Vorwärts"- Redaktenr verprügelt. Berlin, den 9. Oktober 1928. Der „Vorwärts"-Redakteur Schiff hat nt. der Nacht zum Montag am Unter- grundbahnhof Hallesches Tor den kommunistischen Land- .tagsabgeordneten Schulz und folgte ihm bis zum Bahnhof Hermannplatz. Hier trat er auf ihn zu, stellte ihn zur Rede und versetzte ihm einen Schlag mit der Faust ins Gesicht. Es entspann sich ein Ringen, dem erst dadurch ein Ende bereitet wurde, daß ein Bahnhofbeamter eingrisf und beide mit Hilfe von Polizeibeamten in seinen Dienstraum führte. Gegenüber dem Untergrundbahnbeamten wies Schulz auf seine Immunität hin, um diesen zu veranlassen, von weiterer Benachrichtigung der Polizei Abstand zu nehmen. Wie die „B. Z." über den Vorfall, der sich zwischen dem Vorwärts-Redakteur Schiff und dem kommunistischen Land- tagsabgeorbneten Schulz in der Untergrundbahn abspielte» weiter mitteilt, trat Schiff am Hermann-Platz auf Schulz, der sich offenbar bereits beobachtet fühlte, zu und sagte zu ihm: „Herr Schulz, Ste gehen mir heute nicht mehr durch die Finger." Herr Schulz antwortete, offenbar in dem Glauben, es mit einem Kriminalbeamten zu tun zu haben: „Sie können mir nichts mehr machen!" worauf Schiff fortfuhr: „Jawohl, ich bin im Bilde, Sie verkriechen sich hinter Ihre Immunität, die Sie gestern zu Ihrer Straftat mißbraucht haben. Gegen Verhaftung sind Sie zwar immun, aber nicht gegen meine Faust." Nach diesen Worten versetzte er dem kommunistischen Abgeordneten einen Schlag ins Gesicht, daß die Brille des kommunistischen Abgeordneten in Trümmer ging Wie Schulz sich verborgen hielt Wie eine Berliner Korrespondenz mitteilt, hat der kom« munistische Landtagsabgeordnete Schulz die Entführung de» Redakteurs Schwarz selbst inszeniert. Er erklärte, daß nach Durchführung des Volksbegehrens sich ebensowenig der Verantwortung entziehen wolle wie seine übrigen Freunoc, die nicht ins Ausland gegangen seien. Schulz gibt auch zu, Jänisch bewußt getäuscht zu haben. Allerdings habe er sich nicht als Dr, Schwarz bezeichnet, sondern er habe sich Jänisch nur mit den Worten vorgestellt: „Ich habe die Ehre, um 7.30 Ubr im Rundfunk über Friedensprobleme zu sprechen," Daraufhin habe ihm Jänisch das Manuskript ausgefolgt und nach einiger Zeit die Sprechzelle verlassen. „Nach meinem -Vortrag", so soll Schulz erklärt haben, „habe ich das Boxhaus verlassen, nachdem ich nicht weniger als sechsmal das mir zugedachte Honorar zurückwelsen mußte. Ich begab mich bann in den Reichstag, wo ich mit politischen Freunden eine Konferenz hatte und fuhr nachts im Auto nach Neukölln, wo ich bei Freunden übernachtete. Morgens fuhr ich dann zur Untergrundbahnstation und wollte an einem Zeitungsstand eine Arbeiterzeitung kaufen. Das Fräulein in dem Verkanssstand erklärte mir. daß ste nur noch eine bürge»», liche Zeitung besitze und riet mir. diese zu kaufen, da ein- hochinteressanter Artikel vom Berliner Rundfunk darin Zn wenigen Motten Montag 13.33 Uhr ist Graf Zeppelin zu seiner letzten Werkstättenfahrt aufgestiegen. » In der Nacht zum Montag wurde der kommunistische Funkredner, Abg. Schulz, von einem Vorwärts-Redakteur in der Untergrundbahn verprügelt. m Staatssekretär von Schubert wird sich zu Dr. Stresemann begeben, um itiit ihm die außenpolitische Lage zu besprechen. « Montag morgen starb plötzlich der Vizepräsident des Aeroklubs von Deutschland. Major von Tschudi. In Dresden und Umgebung sind in den letzten ^agen etwa 40 Personen an Darmleiden erkrankt. * Am Sonntag explodierte bet der deutschen Erdöl A.-G. in Regis-Breitingen ein Generator, wobei zwei Personen getötet wurden. * In den Bereinigten Staaten konnte am Sonntag ein schwarzer Tag der amerikanischen Fliegerei festgestellt werden. In Detroit, Denver und Cincinnati sind schwere Flug, zeugabstürze vorgekommen. * Im Strafgefängnis von Ohio brach ein Brand aus, dem bisher 15 Gefangene zum Opfer fielen. Ende der Kundgebungen in Wiener Neustadl. Nuhiger Verlaus der Nacht. Nr. 236. Jahrgang 1928. D» Laoddole * Stnshetmer Ieivms. Dienstag, den 9. Oktober 1928. stehe. Ich stellte mich vollkommen unwissend und so erzählte mir die Verkäuferin alle Einzelheiten meines Streiches. Jkch benutzte wiederum die Untergrundbahn bis zum Potsdamer Platz und ging zu Fuß nach dem Reichstag, ohne daß mich jemand erkannt hätte. Tort blieb ich nun den ganzen Tag und bin dann abends nach Hause gefahren, bis ich am Hermann-Platz den Zusammenstoß mit dem Vorwärtsredakteur Schiff hatte. Keine Erhöhung der portosahe bei der Post Berlin, 9. Okt. Entgegen der von einem Berliner Blatt gebrachten Meldung, wonach die Post in der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates am 11. und 12. Oktober eine Erhöhung der Portosätze fordern würde, wird von zuständiger Stelle erklärt, daß diese Meldung frei erfunden ist. Hellpach über Autzenpolitik. Genf war kein Mißerfolg. — Besorgnis um den Diplomatennachwuchs. Köln. 8. Okt. Der Wahlkreis Köln-Aachen der Deutschen demokratischen Partei hielt am Sonntag einen außerordentlichen Parteitag ab, auf dem Reichötagsabgcordnetcr Professor Hell- pach-Heidelberg ein programmatisches Referat zur politischen Lage hielt. Hellpach betonte u. a., daß die deutsche Außenpolitik in personeller Beziehung seit Iah en geradezu von einem wütenden Schicksal verfolgt weroe. Rathenau fiel durch Mörderhand; h.ute wirkt Stresemanns Erkrankung lähmend auf die außenpolitische Aktivität Deutschlands zurück. Erst vor kurzem verloren wir Diplomaten von Rang, Freihcrrn v. Maltzan und den Botschafter v. Brockdroff-Rantzau. Diese p'ötzlich auftauchenden B.r- luste zeigen, daß stets die ganze Nation a der Außenpolitik tnl- haben sollte. Nichts sei bedenklicher, als oie heute weit verbreitete Meinung, unsere Außenpolitik läge in bewährten Händen und man brauche sich um sie nicht zu kümmern. Ueber die Genfer Verhandlungen betonte Hellpach, es sei falsch, Genf als einen Mißerfolg zu bezeichnen. Die Räumungs- und die Reparationsverhandlungen werden fortgeführt werden. Man kann n'cht gut sagen, daß dies schon ein Erfolg sei. aber es müsse doch anerkannt werden, daß man zuguterletzt in Genf dach eine friedliche und normale Basis gefunden habe, auf der eine n ue Verständigung möglich fei. Als eine wichtige und in ihrer Bedeijtung vielfach verkannte Voraussetzung für die deutsche Außenpolitik bcznchnete Hellpach den Nachwuchs in der deutschen Diplomatie. Hier stände längst nicht alles so, wie es stehen konnte uno sollte. Im diplomatischen Nachwuchs sei heute der Adel wieder auf der ganzen Linie im Vordringen begriffen. Es gehe nicht an, oatz der diplomatische Nach-, wuchs Deutschlands sich mehr oder weniger aus akademischen Korporationsklüngeln zusammensetze. Das wesentlichste Erfordernis der deutschen Innenpolitik ist nach Hellpachs Meinung oie Stabilität der Regierung. Die Bemühungen bestimmter Kreise, eine Rcgierungsstabilität in Deutsch- lano auf mechanischem Wege zu erzielen, seien überaus bedenklich. Am^Artikel 54 der Reichsverfassung müsse unbedingt f stgchalten werden. Auch den entsprechenden Vorschlägen des Abgeordneten v. Kardorff ständen schwere Bedenken entgegen. An denjenigen Verfassungsbestimmungcn rütteln zu lassen, durch die das demokratisch-parlamentarische System heute in Deutschland fest verankert ist, würde geradezu eine Ermutigung für alle faschistischen Elemente in Deutschland bedeuten. Verkauf des Welfenfchatzes nach Amerika? Lüneburg, 7. Okt. Nach Auslassungen oes Archiekten Krüger Lüneburg hielt vor wenigen Tagen die Provinzialkommission zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler in der Provinz Hannover in Stade eine Sitzung in oer Oberpräsident Noske die Mitteilung gemacht haben soll, der Herzog von Eumberland habe den sogenannten Schatz Heinrichs des Löwen nach Amerika v.rkaufen wollen. Dieser Schatz des Löwenherzoys enthält unschätzbare Kleinode frühester deutscher Kunst. Der Schatz sei bereits in die Schweiz gebracht und dem deutschen Zugriff entzogen worden. Der Auftrag an den vermittelnden Kunsthändler sei auch schon erteilt. Als Kaufpreis würden zehn Millionen Dollar genannt- Eine geringe Hoffnung, Deutschlano den wertvollen Schatz zu erhalten, gründe sich lediglich darauf, daß es gelinge, den Eigentümer von dem Verkauf der Kostbarkeiten ins Ausland abzubringen. Der Textteil der Zeitungen. Reinhaltung von Gratisreklamen. Dierichs-Dochum, der Vorsitzende des Anzeigenausschusses des Vereins Deutscher Zeitungsverleger gab bei der Hauptversammlung eine ausführliche Darlegung der gegenwärtigen Verhältnisse im Anzeigengeschäft. Zur Beseitigung von Unzuträglichkeiten, die sich in letzter Zeit mehr uno mehr heranzubilden scheinen, legte er der Versammlung folgende Entschließung vor, die einstimmig Annahme fand: „Mit wachsender Sorge verfolgt der Verein deutscher Zei- tungsverleger dte immer weitergehenden Forderungen der Ann- noncenexpeditionen und Inserenten nach Gratisreklame, die allzuhäufig nicht oie notwendige Ablehnung finden. Es muß an dem bewährten Grundsatz der deutschen Presse f stgehalten werden, den Textteil absolut rein und unabhängig vom Anzeigenteil zu halten. Wird bei einem Austrage die Aufnahme von Gratisreklame im Text zur Bedingung gemacht, so ist dies als unzulässig unter allen Umständen abzulehnen. Ausnahmsweise können kurze geschäftliche Mitteilungen am Schlüsse oes redaktionellen Teiles und von ihm deutlich getrennt veröffentlicht werden od.r wenn sie durch eine besondere Ueberschrift als nichtredaktionell gekennzeichnet sind. Voraussetzung für die Befolgung von besonderen Platzvorschriften der Inserenten ist grundsätzlich die höhere Berechnung. Die Aufnahme svon Anzeigen auf den vorderen Texlseiten entwertet den redaktionellen Teil und schadet dem Ansehen der Zeitung." Das Windmühlenflugzeug in Köln. Köln, 5. Okt. Der spanische Flieger oe la Cicrva, der am 7. Oktober zur Eröffnung oer Ila nach Berlin fliegen wird, hat heute von Brüssel kommeno auf dem Kölner Flughaf.m eine Zwischenlandung oorgenommen. Der Flieger traf um 17.15 Uhr mit seinem Windmühlenflugzeug in Köln ein. Die Landung war äußerst interessant. Das Flugzeug stand lange Zeit über dem Platz ruhig auf einer Stelle, ging dann langsam herunter und landete glatt fast ^>hne Auslauf. Morgen vormittag wird der Weiterflug über Kassel nach Berlin erfolgen. Großer Geschwaderflug über der „3la" Berlin, 9. Oktober. Montag nachmittag führten im Rahmen des Sternfluges aus allen Teilen Deutschlands zur ILA herbeigeellten Flieger über dem Ausstellungsgelände einen großen Geschwaderflug aus. „Graf Zeppelins" letzte Probefahrt Friedrichshafen, 8. Oktober. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist soeben 13.33 Uhr zur Werkstättenfahrt gestartet. Zum Start des „Grafen Zeppelin", der letzten Werkstättenfahrt, wird ergänzend berichtet: Um 13.15 Uhr wurden die Osttore der protzen Halle geöffnet. An den Laufkatzen noch verankert, setzte sich das Luftschiff um 13.27 Uhr langsam in Bewegung. Um 13.33 Uhr war der Start glatt vollzogen, dem viele Zuschauer auch aus Oesterreich und der Schweiz beiwohnten. Das Luftschiff erhob sich in 10U Meter Höhe und nahm Kurs nach Osten, überflog den Bo- densee und drehte dann nach Westen in Richtung Konstanz. An Bord sind im ganzen 80 Personen. Dr. Eckener und Kapitän Lehmann flogen diescsmal nicht mit- sie beobachteten vielmehr die Manöver vom Lande aus. Die Führung befindet sich in den Händen des zweiten Kapitäns Klem mina. __ Die Teilnehmer an der Fahrt Vom Reichs-Verkehrsministerium: Handelsminister Schreiber und Staatssekretär Dr. Seefeld, vom Staatsrat der bayerische Gesandte in Berlin, Preger, und Stadtrat Alhorn. Ferner die Reichstagsabgeordneten Klöckner und Schulz-Bromberg. Für den Abgeordneten Heymann, der ursprünglich die Fahrt mitmachen sollte, nahm der Abgeordnete Dr. Herz daran teil. Außerdem von der Deutschen Versuchsanstalt für Luftschiffahrt Dr. Krüger als Funksachverständiger. Weitere Fahrgäste sink: Prof. Tomaschek, Prof. Dieckmann und Generaldirektor Späth lRhenania Ossagj. Außer dem Vertreter der Monopolprefle waren noch zwei weitere Preffevertreter an Bord, und zwar ein Vertreter der Kopenhagener Preffe und ein Vertreter der Affociated Preß. Ferner haben die Gräfin Brandenstein und verschiedene Damen der Mitglieder des LZ-Konzerns die Fahrt mitgemacht. * Friedrichshafen, 8. Okt. Ein von der Funkstation deZ Luftschiffbaues Zeppelin um 17.20 Uhr von Bord aufgenommener Funkspruch besagt, daß das Luftschiff nach 17.30 Uhr zu landen beabsichtigte. Um 17.25 Uhr erschien „Graf Zeppelin" in niedriger Höhe aus westlicher Richtung kommend über dem Werftgelänöe, flog darüber hinweg und nahm noch einmal Kurs auf Lindau. Um 17.45 Uhr kreuzte das Luftschiff wieder über dem Werftgelände. Die Werkstättenfahrt des „Graf Zeppelin" erstreckte sich, wie beabsichtigt, nur über dem Bodenseegebiet. Während der ganzen Fahrt kreuzte das Luftschiff über dem See und nahm die fFunkpeilversuche vor. Dann wurden die Geschwindigkeits- meffungen vorgenommen, wobei der Luftkreuzer zunächst mit 2, dann mit 3, 4 und zum Schluß mit 5 Motoren auf größte Turenzahl gebracht wurde und eine Geschwindigkeit von zirka 130 Stundenkilometern erreichte. Glatte Landung Friedrichshafen, 8. Oktober. Graf Zeppelin ist von seiner Werkstattenfahrt um 18.30 Uhr glatt gelandet. Ueber Süddeutschland liegt zurzeit ein starkes Hoch, und das Tief, das seit einigen Tagen über dem Atlantik lag, hat sich nunmehr nach Nordosten verflacht. Unter diesen Umständen wird mit ziemlicher Sicherheit der Start zur Amerikafahrt am Mittwoch früh erfolgen. Vildsunk an Vord des Luftschiffes Berlin, 8. Okt. Wie die.„Voss. Zeitung" zu berichten weiß, wird „Graf Zeppelin" auf seiner Amerikafahrt Bildfunk an Bord haben, nachdem die Versuche, die Prof. Dieckmann aus München in Friedrichshafen gemacht hat, geglückt sind. Diese Einrichtung wird in den Dienst der Wctterberatung gestellt, was eine umwälzende Neuerung bedeutet. So braucht der Wetterwart an Vord des Lustschifses nicht mehr die einzelnen Wettermeldungen zusammenzustellen, sondern er bekommt die fertige Wetterkarte als Bild hinaufgefunkt. Auf diese Weise kann man so zeitig wie möglich dem schlechten "tter ausweichen und günstigere Zonen aufsuchen. Zeppelin" ~ und die Außenpolitik Ueber wartende Städte, menschenbedeckte, wimmelnde Dächer, über herbstlich farbige Wälder und Felder zieht am blaßblauen Herbsthimmel ein silbernes Märchenwunder. Mit heißen Köpfen und schlagenden Herzen folgen unsere Augen ihm, nicht glaubend, daß dieses Wunder Wirklichkeit ist. Und deutsche Wirklichkeit! Unsere Wirklichkeit, unser „Gras Zeppelin", Wir wollen dem alten, toten Grafen, dem Urheber dieses, unseren Wunders danken, aus tiefem dankerfülltem, deutschem Herzen danken. Ihm, der sein Leben dieser Aufgabe weihte, uns den Zeppelin zu geben, der bei diesem Bemühen arm und einsam wurde, der schwer un- hart mit seinen Plänen angelassen wurde, und durch Zähigkeit und seine aufrüttelnde Begeisterungsfähigkeit doch die Erfüllung seiner Pläne durch dte Hilfe des gesamten Volkes erreichte, ist als Gruß dieser neue Luftriese geweiht. Am 7. Oktober findet in Berlin die Eröffnung der internationalen Luftfahrtausstellung statt. Hierzu war die Probefahrt des „Graf Zeppelin" eine würdige Einleitung. In allen Zeitungen des In- und Auslandes sind bereits die neuesten Erfindungen und Werke der Deutschen Luftfahrt behandelt worden, vor allen Dingen auf ihre Eignung für dtk verschiedensten Luftfahrtlinien hin. Ohne die Mitwirkung aller führenden Organisatoren und Meister des Flugfaches ist an eine durchschlagende Errichtung eines weitgehenden europäischen Flugverkehrs nicht zu denken. »Graf Zeppelin" erprobt alle seine Möglichkeiten zu der Eröffnung des Flugverkehrs, der zwei Welten einander näher bringen soll. Hier Deutschland, hier Amerika. Man ist im Auslande bei eifrigen Berechnungen, was Deutschland und Frankreichs Aufwendungen betragen und bewirken. Im Verhältnis zu den angewandten Geldmitteln fällt die Kritik nicht zugunsten Frankreichs aus. Die Franzosen schließen sich dem allgemeinen Welturteil über ihren Flugverkehr überzengungsvoll an. Die zunehmenden Unglücksfälle hinterlassen nur schwer aus- zulöschxnöe Mißstimmung und sich immer vergrößerndes Mißtrauen im Franzosenvolk. Erst der kürzlich erfolgte tragische Unfall, bei dem der Tod des französischen Luftfahrtministers zu beklagen war, hat zu schwerwiegenden Unterredungen geführt. Dte Unbill im Volke steigt. Deutschland ist im Flugwesen von der ganzen Welt als tonangebend anerkannt und wird selbst in Frankreich den dort bestehenden Flugzeugwerken als Vorbild empfohlen. Von neutralen Beobachtern wird es als ein großer Fehler angesehen, daß man W Afl «. WOIFGANG HARKEN „Darf man fragen, wie alt Me sind, Mister Tessing?" erkundigt sich Mrs. Porter. „Gewiß. Ich bin vor kurzem fünfundfünfzig Jahre alt gewesen." Prüfend glitt Mrs. Porters Blick über fein Antlitz. „Aelter habe ich Sie auch nicht geschätzt. Ich bin fast in Ihrem Alter. Mister Tessing. Frauen verraten Ihr Alter nicht gern, aber ich will es Ihnen verraten. Ich werde die nächste Woche dreiundfünfzig Jahre." , „Sie sehen viel jünger aus! Ich hätte Sie auf höchsten- -echsundvierzig Jahre geschätzt. „So aufrichtig klang der -ron Tesiings. daß sich Mrs Porter herzlich freute. „Sie^wollen schmeicheln, Mister Tessing!" Der Schloßherr schüttelte den Kopf. „Sie werden nie aus meinem Munde eine Schmeichelei hören. Auch von Hanno und Jan dürfen Sie das nicht erwarten. Beide sind unbedingt aufrichtig." , Da hupte es draußen. Das Auto war wieder angelangt. Nach, wenigen.Minuten rief die Glocke zum. Diners Die Herzogin unterhielt sich mit dem Comie über edle Pferde. Hanno hörte mit Interesse zu. Die Herzogin stellte die Behauptung aus, daß der amerikanische Mustang besser sei als der Araber. „Herr Comte," sagte sie, „ich habe in Toronto zwei Araber gehalten und hatte zwei Jahre lang Gelegenheit, sie gegen den Mustang auszuprobieren. Es ist immer zugunsten de» Mustang ausgefallen." Der Comte verneigte sich und warf der Herzogin einen feurigen Blick zu. „Dann muß ich allerdings mit meiner Behauptung zurückstehen." Die Herzogin schien sich zu freuen, den Comte überzeugt zu haben. Aber Sie sah. Widerspruch auf Hannos Zügen, Und das verstimmte-sie wieder. - „Sie scheinen Tessing?" nicht meiner Meinung zu sein, Mister „Sie ahnen das Richtige. Man soll zwar einer schöner! Frau nicht widersprechen, aber wenn Sie gestatten . . ." „Ich gestatte . . sagte die Herzogin rasch und etwas unfreundlich, was Hanno nicht störte. : „Dann möchte ich behaupten, daß Sie im Unrecht sind, jFrau Herzogin. Sie haben einen Araber in einem Land« ausprobiert, das für ihn die ungeeignetsten klimatischen Verhältnisse hat. Der Araber kann seine volle Leistungsfähig! keit nur in der heißen Zone, in der Wüste und in der Eben! zeigen. Nehmen Sie einen Mustang mit nach Afrika, uni Sie werden feststellen, daß er dort drüben dem Araber nichi das Wasser reicht. Diese Probe habe ich in meiner Unerfahrenheit gemacht." Die Herzogin biß sich auf die Lippen. Das war ein Zeichen daß sie sich ärgerte. Sie mußte Hanno recht geben, aber sh war verstimmt, daß es vor dem Comte geschah. Das Gespräch wandte sich anderen Themen zu. Mat unterhielt sich von Reisen in Alaska. Hanno staunte übe, die Ortskenntnis der Herzogin. Im Verlaufe des Gesprächt gewann sie in seinen Augen, und er erkannte, daß er sst vielleicht falsch eingeschätzt hatte. Sie war viel gereist urteilte sachlich und entwickelte sehr menschliche Ansichten. . Der alte Tessing sprach mit Mrs. Porter. Ihre Unterhaltung war sehr angeregt. Hanno löffelte in Ruhe sein Kompottschüsselchen aus. „Sind Sie nun satt, Mister Hanno?" Hanno blickte auf und sah in das ungnädige Gesicht det Girls. „Wenn Sie mich nicht schleunigst auch'so nett unterhalten, wie der Comte meine Schwester, dann bin ich Ihne» böse." „Böse!" scherzte er. „Darauf möchte ich's nun nicht ankommen lasten. Beileibe nicht! Ich werde Ihnen auch etwas Nettes erzählen." „Ja, Mister Hanno, aber etwas wirklich Nettes. Eigent- lich wollte ich Sie einmal etwas fragen." „Bitte! Losgelegt!" „Warum sind Sie denn noch nicht verheiraterr- . .Hanno riß die Augen auf. „Verheiratet? Ich? Ja i keine Talent dazu, und dann . . . dann mag mi^ Marion lachte, daß ihr die Herzogin einen strafendes Blick zuwarf, für den das Girl eine Grimasse übrig hatte. . »O, wie Sie lügen! Sagen Sie nur offen. Sie wollet nicht heiraten." Sie sah drollig aus in ihrem Zorn. War er echt oder ae- fpielt? „Auch richtig! Aber sagen Sie um Himmelswillen, mit kommen Sie auf solche Gedanken?" „Ach, ich schwärme fürs Heiraten." himmelte sie ihn an . „Um Gottes willen!" wehrte er ab. „Bald komme ich au den Gedanken und heirate Sie aus Gefälliükeit vom Fiel weg." ; „O, das wäre himmlisch!" i „Die Sache hat bloß einen Haken," führte er den Scherl fweiter. „Sie haben zu viel Vermögen. Ich bin ein armes .Teufel. Wir passen nicht zusammen." „Aber Mister Hanno!" sagte sie ganz verwirrt. „Dis Herren in Berlin wollten mich deswegen doch erst recht hetz raten, bloß Mama hat's nicht erlaubt." „Ihre Frau Mutter ist sehr vernünftig. Sie sind aucf noch etwas zu jung zum Heiraten." 1 „Da kann man doch warten. Mister Hanno." „Ra also, schön, wir warten noch ein bißchen. Nichs wahr?" „Abgemacht, wir warten. O, das denke ich mir fein, wen» Sie nächstes oder übernächstes Jahr zu uns nach Torantt kommen und halten um meine Hand an." „Famos! Wenn Sie nun aber in der Zeit einen andere» finden, der Ihnen noch bester gefällt?"^ „Dann schreibe ich Ihnen eine Karte." „So ist's richtig!" lachte Hanno- „Sie schreiben mir eint Karte. Also, Miß Marion, ich hoffe, Sie bleiben noch ei* Weilchen auf dem Schloß. Ich will Ihnen ein guter Kamerad sein. Aber vom Heiraten sprechen wir nicht mehr, da» regt mich zu sehr auf." Da beugte sie sich dicht zu ihm und flüsterte ihm ins Ohr! '„Und wenn Sie sich mit Händen und Füßen wehren, Mistel Hanno, ich heirate Sie oder . , . I „Oder?" fragte er belustigt, l «Den Jan, der gefällt mir auch so gut." Rr. 236. Jahrgang 1928. Der Landbote * Sinshetmer Zeitung. Dienstag, den 9. Oktober 1928. je -en Glauben hegen konnte, nachdem mau sich im Weltkrieg von der Beständigkeit des deutschen Volkes überzeugendurfte, den Geist der Fortentwicklung und des Weiterkommens im deutschen Volke durch verschwindende aufgezwungene Maßregelungen unterdrücken zu können. Und geradezu lächerlich war es, dadurch die Alleinherrschaft für Frankreich auf dem Gebiete des Flugwesens zu erhoffen. Man kann nur ein auffallendes Zurückbleiben Frankreichs in dieser Hinsicht beobachten. Vor langer Zeit haben in England einige ihrem Lande vorauseilenöe Politiker dieselben Betrachtungen über die Entziehung der deutschen Handelsflotte angestellt. Dadurch sei, wie jene Engländer sich äußerten, Deutschland" geradezu in einen gewaltsamen Vorsprung gebracht worden, denn es sei natürlich gezwungen, sich eine neue Flotte für den Handel zu schaffen, die es sich nach der neuzeitlichen Technik mit den modernsten und fortschrittlichsten Mitteln aus- statten würde. Deutschland ist durch das Friedensöiktat die Herstellung von Militärflugzeugen untersagt. Infolgedessen hat es sich eine ganz neue Luftfahrtbasis geschaffen, die denen aller Länder voraus ist. Frankreich aber, im Glauben, uns durch den Weiterbau von Militärflugzeugen weit überlegen an Macht und Möglichkeiten zu sein, ist dort, wo es vor zehn Jahren stand, bis zum heutigen Tage stehen geblieben. Weiter bietet es sich in der Welt zum Bau seiner vollkommen veralteten und der Jetztzeit in Nichts entsprechenden Flugzeuge — vergeblich an. Deutschland hingegen wird als Ratgeber und Lehrer in der ganzen Welt gesucht. Die einzige französische Konkurrenz ist also in Wahrheit nur im Bau der Militärflugzeuge zu sehen, und diese Konkurrenz ist ja noch zu verschmerzen. Das ist die einstimmige Ansicht aller Kritiker des Auslandes und — Frankreich wird sich diesem Urteil innerlich wohl oder übel anschließen müssen. Es kann stch nicht zur Abrüstung „entschließen". Warum nicht? Monsieur Poincarö spricht immer noch von Deutschlands Kriegsstärke. Man ist weiter recht fleißig bemüht, Deutschlands Lebenskeim zu zerstören und uns unter ständigen Drohungen zu halten, denn wir sind noch zu „kriegsstark". In Deutschland hat man sich daran gewöhnt, unseren berechtigten Stolz über unseren ragenden Stand im Flugwesen, neben vielen anderen wirksamen Weiterentwicklungen, still zu empfinden. Aber unsere Zurückhaltung ist ganz überflüssig, wenn wir schweigen —, die anderen dröhnen es in Frankreichs Ohren, und Frankreich kann nicht taub sein, denn woher sonst das Wissen von der „Kriegsstärke", die ja nach Mons. Poincarös Andeutungen, sehr geheimnisvollen übrigens, in unserer Luftflotte liegt? Am selben Tage, als der Tenk- malsreöner seine letzte Rede tätigte, wirkte der frühere französische Präsident Millerand in derselben Richtung. Ein wenig ausfallender und unbeherrschter als Poinears, doch sonst der französischen allgemeinen Stellungnahme ganz entsprechend. Man hört von einem notwendigen Schutze für Polen durch das gerüstete Frankreich. Polen plant den Abbruch der Weichselbrücke bei Münsterwalde, früherem deutschen Gebiet. Wir haben in diesen Tagen eine Protestnote in Warschau gegen dieses Vorhaben eingereicht. Es ist bezeichnend, daß man, statt weiterzubauen, nur zerstören kann, zer- h stören muh, weil'man nicht bauen kann. Während man sich hier bemüht, auf dem Wege der Luftfahrt neue Verbindungen zu schaffen, werden dort alte zerstört. Eine gute Verbildlichung der europäischen Politik! Also muß das schwache Polen von Frankreich gestützt und gehalten werden. Ja, ja, Herr Millerand hat Sorgen. Der deutsche Reichskanzler hat sich auch nicht gut geführt. Und zwar kann Herr Millerand das sehr gut beurteilen, denn er urteilt vom Standpunkt des Sozialisten aus. War selber auch mal Sozialist und mutz doch wissen, wie man sich dann zu benehmen hat. Und nun gar der Kellogg-Pakt. Wo in Deutschland „täglich der Umschwung der Negierung nach sozialistischer Seite" zu erwarten ist! „Graf Zeppelin,,, durch dich hat mancher schwere Sorgen! Das arme Frankreich und noch manches andere „Arme", Aber wir haben keine Sorgen durch dich, nur Stolz, und werden uns gegen Einmischungen in die innersten Angelegenheiten unseres Landes schon 'wehren und sie uns zu verbitten wißen. Das neue amerikanische Luftschiff als Flugzeugmutterschiff London, 9. Oktober. Die Pläne für die beiden vom amerikanischen Marinemintsterium in Auftrag gegebenen neuen Zeppelinluftschifse sehen, nach Berichten aus Newyork, die Anbringung von fünf Aufklärungsflugzeugen innerhalb der Flugzeughülle vor. Die Linie der äußeren Hülle soll durch die Flugzeuge nicht beeinträchtigt werden, da diese, um den Luftwiderstand zu vermindern und die Sicherheit zu erhöhen, innerhalb des Schiffes selbst untergebracht werden sollen. Marineminister Wilbur erklärte, daß mit den beiden in Auftrag gegebenen Luftschiffen der Versuch gemacht werden solle, aus den Erfahrungen der Katastrophe mit der „shcnanüorh" die Folgerungen zu ziehen. Letzte Telegramme in Kürze. Major von Tichndi. der Vizepräsident des Aeroklubs von Deutschland, gestorben. Berlin, 9. Oktober. Montag morgen starb plötzlich in einem Berliner Sanatorium der Vizepräsident des deutschen Aeroklubs, Pkajvr von Tschudl, infolge Rippenfellentzündung und Herzschwäche. Er hatte vor einigen Tagen das Sanatorium ausgesucht, un» sich einer Operation zu unterziehen, verschied aber ganz plötzlich noch vor der Operation. Hauptmann Köhl bei Oberbürgermeister Dr. Adeuauer. Köln, 9. Okt. Hauptmann Köhl berührte auf seiner Vortragsreise auch Köln und benutzte die Gelegenheit, sich mit Oberbürgermeister Dr. Adenauer in Köln auszusprechen. Das Presieamt teilt mit: „Der Amerikaflieger, Hauptmann Köhl, hat Herrn Oberbürgermeister Adenauer einen Besuch abgestattet und seinem Bedauern über die bekannten Vorgänge im Sommer d. I. Ausdruck gegeben. Nach der Aussprache war er Gast des Oberbürgermeisters in dessen Wohnung." Explosion bei der Deutsche« Erdöl-A.-G. ln Leipzig. Zwei Personen getötet. Leipzig. 9. Okt. sFunkspruch.) Am Sonntag explodierte bei der Deutschen Erdöl-A.-G. in Regis-Breitingcn ein Ge- nerator, wobei vier Personen, die mit der Reinigung beschäftigt waren, verletzt wurden. Sie wurden in ein Leipziger Krankenhaus eingeliefert. Zwei der Verletzten starben im Laufe des Tages. Die Ursache der Explosion ist bisher noch nicht geklärt. Ueberfall ans de« Grase« Hardenberg. Darmstadt, 9. Oktober. In der Nacht zum Montag wurde auf den Grafen Hardenberg, den großherzoglichen Hofmarschallchef der großherzoglichen Verwaltung, der mit^dem Hause des Großherzogs eng verbunden ist, in seiner Wohnung im neuen Palais ein Ueberfall verübt. Gegen 2 Uhr schleppte sich der Graf halb bewußtlos zum Polizeiamt und alarmierte das Uebersallkommando. In seiner Wohnung entdeckte man vor seinem Bett eine Blutlache. Vermutlich ist der Graf von Einbrechern niedergeschlagen worden. Seine Verletzungen sind nicht lebensgefährlich. Ob Gegenstände geraubt sind, oder ob der Ueberfall politischer Natur ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Graf Hardenberg konnte noch nicht über die oder den Täter vernommen werden da er vernehmungsunfähig ist. Starkes Erdbeben in der Türkei. Drei Dörfer verschüttet. Konstautinopel, 9. Oktober. sFunkspruch.) Wie aus Ar»? gora amtlich gemeldet wird, hat sich in einem der türkischen Wilajets ein starkes Erdbeben ereignet. Drei Dörfer sind verschüttet, siebzehn Dörfer und Flecken haben erheblichen Schaden erlAten. Tie Regierung hat Truppen nach dem betroffenen Gebiet zur Hilfeleistung entsandt. Die Zahl der betroffenen Personen und Getöteten ist noch nicht festgestellt. 20 italienische Arbeiter von einem Erdrutsch verschüttet. Rom, 9. Oktober. Bei Neapel wurden 20 Erdarbeiter, die beim Bau der Straße Arenella Capella bei Cangiani beschäftigt waren, von einem Erdrutsch verschüttet. Erst nach schwierigen Rettungsarbeiten gelang es der Feuerwehr, einen Teil der Verunglückten zu retten. Sieben Arbeiter konnten nur als Leichen geborgen werden, 13 weitere mit schweren Verletzungen. . „ > . Stahlhelmausmarsch in Mannheim 11 Verletzte, 15 Verhaftungen. Mannheim, 9. Oktober. Am Samstag abend trafen in Mannheim zahlreiche Stahlhelm-Abordnungen aus Baden und Württemberg, eine sogar aus Potsdam ein: auch eine Grupps aus dem Saargebiet war gekommen, um an der Mannheimer und Heidelberger Kundgebung teilzunehmen. Starke kommunistische Zusammenrottungen begrüßten die Stahlhelmer mit Gröhlen und Pfeifen. Mit Eintritt der Dunkelheit bewegte sich ein Fackelzug durch die Stadt, wobei es an verschiedenen Stellen zu Zusammenstößen kam, die jedoch durch die zahlreich eingesetzte Polizei beigelegt wurden. Bei der Kundgebung bemerkte man neben dem Bunöesfüh- rer Seldte und dem Landesverbandsführer von Württemberg und Baden, v. Neufville, auch den Prinzen August Wilhelm von Preußen, de» Sohn des Kronprinzen Wilhelm. Der Poltzeibericht teilt mit: Die Stahlhelmkundgebung am 6. und 7. Oktober nahm im allgemeinen ihren pro- grammäßigen Verlauf. Sowohl am Abend des 6., wie auch am Sonntag war die Polizei verschiedentlich genötigt, die Mitläufer unter Anwendung des Gummiknüppels abzudrängen und ernstere Zusammenstöße zu verhüten. Während der Veranstaltung an den beiden Tagen wurden nach Feststellung der Polizei 11 Personen verletzt, darunter 8 Zivilpersonen, 2 Stahlhelmer und 3 Polizeibeamte. Festgenommen wurden an beiden Tagen 15 Personen, und zwar drei Stahlhelmer wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Körperverletzung, der Rest Zivilpersonen wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Körperverletzung, groben Unfugs und unerlaubten Zeitungsverkaufs. Sämtliche Festgenommene wurden nach Beendigung der Veranstaltung und nach Feststellung ihrer Persönlichkeit wieder entlassen. Verschiedenen Teilnehmern auswärtiger Stahlhelmgruppen wurden schon bei ihrem Eintreffen Stöcke abgenommen. Bei der Rückkunft der Ortsgruppe Mannheim des Stahlhelms ereignete sich am Sonntag gegen 22.39 Uhr auf dem Bahn- hofsplatz eine Schlägerei zwischen Mitgliedern des Stahlhelms und Zivilpersonen, in deren Verlauf ein Stahlhelmmann wegen groben Unfugs durch das alarmierte Polizeikommando sestgestellt werden konnte. Kundgebung der weiblichen Handels- «nd Büroangestellte«. Karlsruhe, 8. Oktober. Am Sonntag vormittag veranstaltete der Ga» Südwest der weiblichen Handels- und Büroangestellten im Festsaal des Hotel Germania eine öffentliche Kundgebung im Rahmen seines 7. ordentlichen Gautags. Die Vorsitzende der Geschäftsstelle Karlsruhe, Fräulein Hilpert, begrüßte zunächst die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder, die verschiedenen Vertreter der Behörden, der Stadt Karlsruhe, die Landtagsabgeordneten, Vertreter des Gewerbeamtes, der städtischen Handelsschule, der evangelischen Jugendfürsorge, des Bundes der Vereine der Wandervögel u. a. m. Nach Verlesung der Grüße, die Kultusminister Dr. L e e r s der Tagung übersandte und nach den üblichen Begrüßungen der Behöröcnvertreter wurde dem Gau Baden der von ihm bei dem diesjährigen in Nürnberg stattgehabten Reichsjugenö- tag erstrittene Reichswimpel übergeben. Die Referentin für die öffentliche Kundgebung, Fräulein Margarete Schuckert aus Berlin, Mitglied des Haupt- Vorstandes, sprach über die Forderungen zur sozialen Gesetzgebung. Sie führte dazu u. a. aus: Die sozialpolitische Gesetzgebung soll einen Schutz gewähren gegen die Macht des Unternehmers. Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf Sicherung eines arbeitsunfähigen Alters. Das ' Arbeitsschutzgesetz und das Berufsgesetz stehen augenblicklich im Mittelpunkt der Aufgaben unserer Bewegung. Das Schlichtungsverfahren ist zurückgegangen: besser ist jede freie Verhandlung, um zu einem Ergebnis zu kommen, da ja auch der Schlichtungsausschuß nicht immer genügend Hilfe verschaffen kann. Der Reichstag wird sich demnächst mit dem Arbeitsschutzgesetz, dem Schutz für die freien Arbeitnehmer beschäftigen. Vor allem muß die Arbeitszeit geregelt werden. Die achtstündige Arbeitszeit soll durch Tarifvertrag festgesetzt werden. Die jetzt zu weit gehende Mehrarbeit soll auf höchstens 60 Stunden jährlich vermindert werden. Die Bezahlung der Ueberstunden soll nach einem Grundbetrag des Tarifs zu regeln sein. Ter Ladenschluß soll auf 6 Uhr abends festgesetzt werden, mit Hstündi- ger Endbedienung, entgegen dem 7-Uhr-Landenschluß mit 20 Minuten Endbedienung. Auch die Verkaufsstellen auf den Bahnhöfen außerhalb und innerhalb der Sperren sol- len unter den allgemeinen Ladenschluß kommen. In ihren weiteren Darlegungen forderte die Rednerin unbedingten Ladenschluß an allen Sonn- und Feiertagen, mit Ausnahme eines Sonntags vor Weihnachten. Tie Landbevölkerung, die auch zu den Verhandlungen mit Be-' Hörden und Banken am Werktag in die Stadt kommen muß, muß sich daran gewöhnen, auch für ihre Einkäufe den Werktag zu benutzen. Was die jugendlichen Arbeitnehmer anbelangt, so soll die Zeit der Berufsschule als Arbeitszeit angerechnet und bezahlt werden. Auch die llrlaubszeit der Jugendlichen von 14-is »nd von 16-18 Jahren soll auf drei bezw. zwei Wochen festgesetzt werden. Die Forderung des neunten -Schuljahrs wird von allen F r a u e n v e r bä n d e u g e st e l l t. Die noch in der Ent. Wicklung stehende Jugend sollte länger vom Berufsleben ferngehalten werden. Schließlich kam die Rednerin noch auf das Kündigungsschutzgesetz und die Altersversorgung zu sprechen. Stein auf Stein müsse an dem großen sozialen Werk aufgebaut werden, um Arbeitsfreude, Lebensmut und Lebensraum zu schaffen. Die Ausführungen fanden sehr lebhaften Beifall. ___ Verschlechterung der Lage des Arbeitsmarktes. In der Berichtszeit fiel am 1. Oktober das Inkrafttreten einer grundlegenden Aenderung in der Organisation der Arbeitsvermittlung, die Loslösung der öffentlichen Arbeitsnachweise von ihren langjährigen Trägern, den Amtskörperschaften und Gemeinden, und ihre Eingliederung als Arbeitsämter in die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung. Daß der neuen Organisation schwere Aufgaben bevorstehen, läßt die Entwickelung in der Berichtswoche erkennen. Die rückläufige Bewegung des Gesamtarbeitsmarktes, die schon seit Wochen deutlich erkennbar war, hat sich in verstärktem Maße fortgesetzt. Die Un- terstützungseinrtchtungen haben eine erhebliche Mehrbelastung um insgesamt 1791 Personen erfahren. Dabfi ist Allerdings zu berücksichtigen, daß eine erhebliche Zahl auf heit' hessischen Gebietszuwachs kommt, den das Landesarbeitsamt Südwestdeutschland am 1. Oktober erfahren hat. Für die alten Gebiete von Württemberg und Baden beträgt die Zunahme der Unterstützten rund 1000 Personen oder 3,7 Proz. Im ganzen Baden bezogen am 3. Oktober 25 051 Personen die versicherungsmäßige Arbeitslosenunterstützung und 5 059 die Krisenunterstützung. Die Gesamtzahl der Unterstützten betrug 29110 Personen, davon waren 22 945 Männer «nb 6165 Frauen. Auf die Arbeitsämter in Württemberg und' Hohenzollern kommen 6692 und auf die Arbeitsämter in Baden 22 418 Hauptunterstützungsempfänger. Die Mehrbelastung des Arbeitsmarktes ist in erster Linie auf die nunmehr sehr merkliche Abnahme der Beschäftigungsmöglichkeiten in den von der Jahreszeit abhängigen Gewerbezweige» zurückzufühcen. Aus Nah und Fern. * Sinsheim» 9. Okt. (Autobrand.) Am Samstag Abend fing auf dem Weg zwischen Dühren und Mkchelfeld das Auto der Mineralwasierhanolung Fuchs Feuer und brannte völlig ab. Der Schaven ist durc' Versicherung gedeckt. * Sinsheim, 9. Okt. (Notlandung.) Am Samstag Nachmittag mußte ein Flieger im Tale bei der Fohlenweide infolge einer Motorstörung landen und wäre dabei beinahe in die Hochspannungsleitung gefahren, wenn er nicht durch Leute auf dem Felde darauf aufmerksam gemacht worden wäre. Nach kurzem Aufenthalt war die Störung behoben und der Weiterflug konnte erfolgen. * Sinsheim, 9. Okt. (Künoigungsfrift des Untermieters.) Nach den Bestimmungen des Mieterschußgesetzes kann ein Untermieter, der monatlich seine Miete zahlt, nur mit 14 tägiger Frist auf den Schluß des Kalendermonats kündigen. Ebenso verhält es sich umgekehrt. Als letzter Kündigungstermin wird nach d:r allgemeinen Ansicht oer 15. eines jeden Monats anzusehen sein. * Bad Rappenau, 8. Okt. (Bubenstreich.) In der Nacht vom Freitag auf Samstag wurde auf der Landstraße zwischen Rappenau und Bonfeld, in der Nähe der Landesgrenze, von bübischer Hand ein Draht in ungefährer Mannshöhe über die Straße gespannt. Ein die Straße kommender Bonfelder Motorradfahrer riß den Draht ab, ohne dabei glücklicherweise Schaden zu nehmen. Zu wünschen wäre nur, daß die „Drahtzieher" ermittelt w'rden, damit sie den wohlverdienten Lohn für ihre frivole Tat erhalten. °°° Reichartshausen, 8. Okt. (Abendunterhaltung.) Die freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hat am Rotkreuztag zu einer Abendvnterhaltung cingeladen, wo in ernsten und heiteren Bildern, Aufführungen und Gesängen und in eingehendem Lichtbildervortrag die weitverzweigte Arbeit des Raten Kreuzes dargestellt wurde. Die Arbeit der Sanitätskolonne, für die durch Blumenverkauf und Postkartenverkauf und Haussammlung und Straßensammlung über 100 Mark gegeben wurden, wurde eingehend geschildert. Herr Bürgermeister Stech dankte in ehrcnden Worten den Veranstaltern uno rief alle Mitbürger auf, mitzuhelfen an dem schönen Werk. Herr Mannschott erinnerte in packender Rede an die Opfer besonders der Samtätsmannschaften in allen Schlachten des Weltkrieges und forderte auf zur Ertüchtigung unseres Jungvolkes auch in dieser Hilfstätigkeit zu ernstem frohen und schwerem Dienst an Volk und Vaterland. — Ncckarsteinach, 8. Okt. (Schwerer Unfall.) Der Malerund Tünchermeister Jakob Walter von hier hat die Maler- und Tüncherarbeiten an einer der Ueberführungen über di: Bahn in Hirschhorn übernommen. Er wollte am Freitag einem Gehilfen einen Topf mit Farbe bringen uno stieg mit demselben auf den Stufen am Bahndamm empor, um die Farbe dem Gehilfen zu überreichen. Dabei verlor er das Gleichgewicht und stürzte zehn Meter hoch ab, direkt in den Bach, wo er bewußtlos liegen blieb.. Er wurde ins Krankenhaus zu Hirschhorn gebracht, wo ein Beinbruch, schwere Armverletzungen uno anscheinend innere Verletzungen festgestellt wurden. Walter hatte am Abend das Bewußtsein noch nicht wieder erlangt. Sein Sohn Konrad, der auf einem Gerüst zwölf Meter hoch arbeitete, sah oen Absturz seines Vaters, verlor auf oem Gerüst vor Schreck das Bewußtsein und stürzte ebenfalls ab, jedoch ohne besonders schweren Schaden zu erleiden. Allgemein tiefes Mitleid wendet sich der schwergeprüften Familie zu. -- Heidelberg, 8. Okt. (Anzeigen wegen Verkehrsübertretungen.) Vom 30. September bis 6. Oktober gelangten wegen Berkehrsüberireiunaen verschiedener Art zur Anzeige: 106 Kraft- wagenführer, 34 Motorradfahrer. 55 Radfahrer und 5 Führer sonstiger Fahrzeuge. — In der Zeit vom Samstag aut Sonntag wurden elf Motorräder wegen Fehlens von schalldämpfende» Mitteln sichergestellt. P St. Ilgen, 8. Okt. (Verschiedenes.) Die hiesige katholische Kirche wurde in diesem Jahre einer notwendigen und gründlichen Renovation unterzogen. Der Kostenaufwand beträgt ungefähr 3000 RM. Das gesamte Dachwerk, das bedenkliche Schäden aufwies, wurde erneuert. Auch das Mauerwerk erhielt einen frischen Verputz. Die baulichen Aenderungcn sind umso mehr zu begrüßen, da die Kirche ein Bauwerk von historischem Werte darftellt. — Ein schon längst bestehender Mißstand wird gegenwärtig durch die Kanalisation des Bachgrabens behoben. Das Abwasser konnte bisher infolge des geringen Gefälles sehr schlecht abfließen, was von den Anwohnern besonders lästig empfunden wurde. — In der Zigarrenindustne herrscht zur Zeit wieder fühlbare Beschäftigungslosigkeit. Die Hälfte der Arbeiter der Firma Gebr. Mayer müssen auf unbestimmte Zeit aussetzen. Die Bau- tätigkeiti st dieses Jahr beinahe vollständig zum Stillstand gekommen, was vielleicht seinen Gruno in der Besserung -der Wohnungsverhältnisse hat. — Auch dieses Jahr läßt die pfälzische Kirchenschaffnei einen größeren Teil des Wiesengeländes nörölich des Dorfes umbrechen, um durch eine Zwischenkultur den Boden wieder grasfähig zu machen. — Der Betrieb in der hiesigen Gerberei ist seit einiger Zeit stillgelegt. Die Arbeiter sino zum Teil entlassen oder arbeiten in dem Schwesterwerk Nr. 236. Jahrgang 1928. D« Landbote * Sinsheim« Zeitung. Dienstag, den 9. Oktober 1928. Mühlburg weiter. — Die Flughalle, die auf dem Wege der Zwangsversteigerung in den Besitz der städtischen Sparkasse Heidelberg übcrgegangcn war, wurde von der Finna Gebr. Erhardt. Leimen, erworben, oie in dem Gebäude ein Tabaklager eingerichtet hat. Ein Teil oes Schuppens dient als Wohnungen. — Die Kartoffelernte ist beendet. Der Ertrag ist den Witterungsverhältnissen entsprechen» zufriedenstellend. Auch Offenbnrg hat seine Modekönigin. Offenbnrg, 9. Okt. Als Abschluß der- Herbstmesse und dem damit verbundenen Schaufensterwettbewerb hatte der Verein selbständiger Kaufleute Offenburg einen Modeball veran-* staltet. Das Hauptprogramm bestand in der „Wahl der mittelbaöischen Modekönigin 1928/29 und ihrem aus sechs Damen bestehenden Hohfstaat". Als Moöekönigin wurde die Tochter des Malermeisters Karl Maier gewählt. Acht Verletzte bei einem Autounglück. ** Friedrichshafen, 9. Okt. Zwischen Friedrichshafen urfid Tettnang ereignete sich ein schweres Autounglück. Das Auto des Metzgers Arnegger geriet auf der Fahrt zum Volksfest in Tetnang ins Schleudern und fuhr mit großer Wucht gegen einen Baum. Dabei wurden alle acht Insassen verletzt und zwar vier Personen, davon zwei Kinder, schwer, so daß sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Großfeuer in Dresden Ein Motorradfahrer beim Zusammenstoß mit der Feuerwehr getötet. Dresden, 9. Oktober. Am Samstagnachmittag brannte ein großer Vetriebsschuppen der Ostdeutschen Sägebangesellschaft m. b. H., in dem in Tag- und Nachtschichten Walzasphalt hergestellt wird, nieder. Während des Brandes er- folgten mehrere Explosionen. Bei der Anfahrt der- Feuerwehr wollte ein Motorradfahrer noch zwischen zwei Fahrzeugen hindurchf ihren. wurde aber erfaßt und auf die Straße geschleudert. Der Fahrer war sofort tot. Sein auf dem Sozius sitzender Bruder wurde schwer verletzt. 4 Flugzeuge llbgestürzl Acht Tote und zwei Schwerverletzte. Newyork, 9. Okt. (Funkspruch.) In Detroit stießen bei einem Landnngsmanöver zwei Flugzeuge zusammen, wobei das eine in Flamme« anfging und das andere vollkommen zerstört wnrde. Fünf Personen fanden den Tob. I» Denver, der Hauptstadt von Colorado, stürzte ein Flugzeug ans einer Höhe von 2999 Fuß ab. Die beide« Insassen, zwei Schwestern, waren anf der, Stelle tot «nd der Führer schwer verletzt. Bei einem Flugzeugabsturz in Cincinnati sOhio) wnrden der Führer getötet «nd ei« Passagier schwer verletzt. Zwanzig Sträflinge verbrannt. Großfeuer in einem amerikanischen Gefängnis. Function City (Ohio), 8. Oktober. In einer Ziegelei in Function City, in der Strafgefangene beschäftigt wuroen, brach «in Feuer aus, das den Schlafraum zerstörte, in dem 279 Gefangen« schliefen. Es werden zwanzig Gefangene vermißt, die wohl alle verbrannt sind, - während cs fünfen gelang, in der Verwirrung zu flüchten. Acht Gefangene sind schwer, zahlreiche leicht verletzt. Der niedergebrannte Schlafsaal war ein einstöckiges Holzgebäude, das in wenigen Minuten vollständig in Flammen stand. Unter den Sträflingen brach eine Panik aus. Zwei Türen oes Schlafsaalcs wurden von den Gefängnisbeamten geöffnet, die dritte wurde von den flüchtenden Sträflingen selbst eingeschlagm. Der bei der Oeffnung der Saaltüren entstandene Luftzug hat dann die schnell« Ausbreitung der Flammen begünstigt. Man nimmt an, daß das Feuer von einigen Sträflingen angelegt worden ist, die bei der Verwirrung zu entkommen hofften, oder daß es durch die dfekt« Isolierung einer in einem Wäscheschrank untergebrachten elektrischen Leitung entstanden ist. Turnen. Sport und Spiel. Verbandsspie'e im Gau Etsenz. Eppingen — Rappenau 3 :0. Meckesheim — Siegelsbach 2 .3. Hinsheim — Steinsfurt 2 :2. (Privatspiel.) Sinsheim empfing oie Phonirmannfchaft von Steinsfurt, die mit einem großen Anhang hierher kamen um ihre Mannschaft siegen zu sehen. Leider konnte das Spiel nicht als Verbandsspiel ausgetragcn werden, da der bestimmte Berbandsschiedsrichter nicht erschien. Die beiden Mannschaftsführer einigten sich schließlich zu einem Freundschaftsspiel. Das Spiel selbst war von Anfang his zum Schluß sehr spannend, wurde fair durchgeführt und endete unentschieden. Me Gäste hatten etwas mehr Torgelegenheiten, waren eifrig bei der Sache, in Mittelläufer und rechtem Verteidiger hatten sie die besten Leute, bei letzterem fiel besonders seine harte Spielweise unangenehm auf. Sinsheim lieferte das technisch bessere Spiel, alle Mannschaftsteile arbeiteten mit vorbildlichem Eifer und Siegeswille, besonders die beiden Verteidiger zeigten großes Können, auch der Torhüter meisterte brenzliche Sachen, das zweite Tor hätte er jedoch verhüten müssen. Die zwei Tore die Sinsheim schoß, entfallen auf Mittelstürmer und Halbrechten. Ein Sieg der einheimischen Mannschaft wäre sicher gewesen, wenn nicht ein Spieler schon frühzeitig den Platz ver- lassen hätte. i Fußball. F.C. 1911 Meckesheim — S C. 1921 Siegelsbach 2 :3 (1 :2) Am vergangenen Sonntag trafen sich obige Mannschaften auf dem Meckesheimer Platze zum fälligen Bcrbandsfpiel. Gleich von Beginn an entwickelte sich ein rasiges Tempo, das bis zum Schlußpfiff von beiden Parteien durchgehalten wurde. Meckesheim konnte etwa in der Mitte der ersten Halbzeit durch einen schön hereingegebenen Eckball, der durch Kopfftoß verwandelt wurde, in Führung gehen. Jedoch konnten sich die Schwarz- Weißen nicht lange dieses Vorsprunges erfreuen. Rach kaum 5 Minuten, mußte sich Meckesheim ourch den Halblinken der Roten den Ausgleich gefallen lassen. Rach drei weiteren Minuten konnte der Mittelstürmer Siegelsbachs durch Prachtschuß zum Führungstreffer einsenüen. Wenige Minuten darauf war es derselbe Spieler, der eine ähnliche Bombe abgab, welches aber am Torpfosten abprallte. So ging es mit 2:1 für den Sport-Klub in die Pause. Gleich nach Wiederbeginn konnte Meckesheim wieoer ausgleichen. Das Spiel wird nun immer schärfer. Die Meckesheimer Angriffe scheiterten aber alle an dem so aufmerksamen Hintertrio Siegelsbachs, dessen Torhüter nicht mehr zu schlagen war. Etwa 15 Minuten vor Schluß konnte der Mittelstürmer des Sport-Clubs im Anschluß an eine Ecke seine Mannschaft erneut in Führung bringen, so daß das Endresultat 3 :2 zugunsten der Gäste lautete. Der beste Mann auf dem Spielfeld war zweifellos der Siegelsbacher Tormann, der sich in seiner gewohnten Hochform befand, während man das vom Meckesheimer Hüter nicht sagen kann. Somit hat sich der Neuling in der A-Klasse gut eingeführt. 9UM» • Programm Für Dienstag, 9. Oktober. Breslau. 20.15 Uhr—22 Uhr: Franz Schubert. Frankfurt. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 13—14 Uhr: Mittagskonzert aus Stuttgart. 16.35—18.05 Uhr: Nachmittagskonzert aus Stuttgart. 20.15 Uhr: Bunter Abend (Stuttgart). An- fchließeno heitere Stunde. Hamburg. 18.25 Uhr: „Me Walküre". Anschl. Konzert aus dem Cafe Wallhof. Köln und Langenberg. 13.05—14.30 Uhr: Konzert. 20.30 Uhr: „Me Walküre" Königsberg. 20.35 Uhr: „Ninke-Trio". 21.30 Uhr: Finnische Volkslieder. 22.30—24 Uhr: Konzert. Königswusterhausen. 20 Uhr: Abenounterhaltung. 21 Uhr: Musik der Gegenwart. Leipzig. 20.30 Uhr: Das Klavierkonzert. 22.15 Uhr: Tanz- und Unterhaltungskonzert. München. Kaiserslautern. 11.20 Uhr: Schallplattenkonzert. 12.55 bis 13.50 Uhr: Mittagskonzerl aus Nürnberg. 16—17 Uhr: Teekonzert. 17.30 Uhr: Besperkonzert. 19.40 Uhr: Abeno- konzert. 21 Uhr: Volkstüml. Zitherkompositionen. 21.55 Uhr: „D'Ratschkathl". 22.35 Uhr: Tanz. Stuttgart. 10.30 bis 11 Uhr: Schallplattenkonzert. 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.15 Uhr: Konzert. 20.15 Uhr: Bunter Abend. Wien. 21.15 Uhr: Aus dem Schatzkästlein des deutschen Volksgesanges. Anschl. Abend- und Tanzkonzert. Daventry-Experimrnta». 20.45 Uhr: Orchesterkonzert. 23.15 Uhr: Gitarresoli. Bahnhofstr.23 Radio-Häuser Heidelberg Telefon 4991 Modernste Rundfunk—Anlagen-Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orten. - Bertrelerbesuch u. Vorführung unverbindlich. RadK-Literatur. Programm-Zeitschriften bei J. Doll, Buchhblg., Sinsheim Spielplan des Städtischen Theaters Heidelberg. Dienstag, 9. Oktober. Anfang 19.45 Uhr — Ende 22.45 Uhr (Abonnement A 3): Der Bettelstudent. Mittwoch, 10, Oktober. Anfang 19.45 Uhr — Ende 22.30 Uhr Abonnement C 3): Oberon. Donnerstag, 11. Oktober. Anfang 19.45 Uhr — Ende gegen 23 Uhr (Abonnement B 3): Der Patriot. Freitag, 12. Oktober. Anfang 19.45 Uhr — Ende gegen 23 Uhr (Außer Abonnement): Der Patriot. Samstag, 13. Oktober. Anfang 19.45 Uhr — Ende gegen 22.30 Uhr (Außer Abonnement): Me lustigen Weiber von Windsor Sonntag, 14. Oktober. Nachmittags 15.30 Uhr —Ende 17.30 Uhr Volks- und Fremdcnvorstellung zu ermäßigten Preisen (Außer Abonnement): Kleine Komödie. Abends 19.45 Uhr — Ende 22.45 Uhr (Außer Abonnement): Der Bettelstudent. Marktberichte. Schweinemarkt. Sinsheim, 9. Oktober. Dem Schweinemarkt waren zugeführt: 43 Läufer zum Preise von 55—70 RM. pro Paar. 34 Milchschweine zum Preise von 30—35 RM. pro Paar. Mannheimer Produktenbörse. Die Offerten von Amerika sind ganz wesentlich erhöht und daraufhin verkehrte die Börse in fester Haltung. Im Cif-Geschäft nannte man für seeschwimmenden Weizen holl. Gulden cif Rotterdam: Manitoba III 12,75, Manitoba IV 12,10, Australwetzen 13,25, Kansas II 12,75, Barusso 78 Kilo 12,50, Rosast 78 Kilo 12,55. Im Waggongeschäft verlangte man im nichtoffiziellen Verkehr gegen 12)4 Uhr in Reichsmark, waggonfret Mannheim: für inländischen Weizen 24.50, ausländischen 26—28.59, Roggen inländischen 22—23.59, Hafer inländischen 22.50 bis 23.25, ausländischen 23—23.50. Vkraugerste, badische, hessische und württembergische 26.75 bis 27.75, pfälzische Gerste 27.75 bis 28.75, Futtergerste90.75 bis 21.—, Mais mit Sack 22.25 bis 22.50, sübd. Weizenmehl Spezial Null 34.60, südb. Roggenmehl 31.25 bis 83.25, Weizenkleie 14.25, Biertreber 19—20.—. Karlsruher Schlachtviehmarkt vom 8. Oktober 1928. Ausfuhr: 78 Ochsen, 56 Bullen, 40 Kühe, 141 Färsen, 67 Kälber, 1398 Schweine. Preise: Ochsen: 53—56, 51 bis 53, 50—51, 48—50, 46—48, 45—46; Bullen: 48—49, 45 bis 46, 44—45, 42-44; Kühe: 22—82; Färsen: 50—56, 42 bis 50; Kälber: 75—79, 68—75, 64—68, 50—56; Schweine: 78—81, 80—88, 81—83, 82—84, 78—81, 74-77. Tendenz: Bei Großvieh langsam, bei Schweinen und Kälbern lebhaft, geräumt. Ablösungsschuld mit Auslosungsschein ohne Auslofungsschetn . . IS,30 Bankaktie in °/° Bad. Bank . . , . 184 Darmstädler- und Naiionaibank 292,50 Deutsche Bank .... 168,25 Deutsche Bereinsbank . toi Dresdner Bank . ... 16 » MUeldeutsche Kreditbank. . - Reichsbank . . . . 2 »s Rhein. Crediibank . . . 125,5» Sübd. Disconw Gef. . . . >35 Berg«erst». Aktien in 0/0 arpener Bergbau . . — all Westeregeln . . . £36,6» Mannesmannröhrenwerke. . >31 Mansfelder Bergb. «.Hüllen« 116,25 Oberschl. Eisenb. Bedarf . . Ios,5» Phönix Bergbau u.Hüttenbeirieb »7,25 Salzwerk Heilbronn . . .200 vereinigte Kön'gS- Laurahüite — Aktien indnstr. Unternehmung«»: in 0/0 Allg. Elektr. Stammaktien. . 187,25 Bad. Clelirizität Mannheim . — Bad. Maschinen Durlach . . 168,5» Cementwerk Heidelberg . . ! 26,2 5 Daimler Motoren ... 83 Dtfch. Gold-un Stlberschetde. 914 Elektr. Licht und Kraft . . 813 Emaill.und Sianzwerk Ullrich . — E arbenindustrie . . , 460,50 ritzner Maschinen Durlach . 126 Karlsruher Maschinen . . — Knorr Heilbronn . . . i«7 Mainkrastwerke Höchst . , 12» Neckarsulmer Fahrzeugwerl« . 32 Schulleri Elektr. Nürnberg . « 9 Setltnduftrte Wolff . . . 66,so Süd». Zucker . . . >46,75 Zellstoff Waldhof Stamaliien . 3»l,t0 Aktien deutscher rranapartaoftalten: in 1 o Hamburg. Amerik. Paleifahr! >57,75 eidelberg. Siratzen-u.Bergbahn »»,5» orddeuischer Lloyd . . >51,95 Devise«! ' Geld Brie' Rew-Uork > Dollar «,1972 «,2052 London 1 Pfund 20.367 20,397 t olland too Gulden 168.28 >68,«» chweiz 100 Francs 80,78 88 94 Wien 100 Schilling 56.06 e».l8 Paris 100 Franc >6.3»»/« 16.43»/* Italien 100 Lire 28 29.0* mitgeteilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim, vom 9. Oktober 1928. Anleihe»: in 0/0 Wetterbericht. Karlsruhe, 8. Okt. Unsere Witterung steht seit mehreren Tagen unverändert unter dem Einfluß des kontinentalen Hochdruckgebietes, das nunmehr von Westen her durch starke Druckwellen langsam aufgebaut wird. Da wir jedoch zunächst noch auf der Vorderseite des ozeanischen Tiefdruckgebietes verbleiben, können wir auch morgen mit Fortdauer des milden und trockenen Herhstwettcrs rechnen._ Geschäftliche Mitteilungen. Herbstmesse bei Rothschild. Wenn der Wildwein rot sich färbt, die Kastanien reif von den Bäumen prasseln, dann weiß das Kaufhaus Rothschild, daß der Herbst eingezogen ist. Und dieses Ereignis hat das Kaufhaus immer schon in einer besonderen stilvollen Weise begrüßt. Auch dieses Jahr gibt es eine vcritable Herbstmesse bei Rothschild und das will sagen, daß das Publikum in allen Abteilungen des weitläufigen Kaufhauses richtigen Messebetrieb antre fen wird. Mr äußere Stil ist glänzend gelungen durch die Umwandlung der Räume in eine richtige Zeltstadt. .Jede einzelne Abteilung hat ihr eigenes Zelt, dazwischen bunte Schirme und Ballons zur Dekoration. f Selbstverständlich bietet diese Messe von Rothschild in fast allen Abteilungen weit herabgesetzte Preise, die durch besondere Gelegenheitsposten außergewöhnlich günstige Einkaufsmöglichkeiten bieten. Besondere Vorteile bieten sich in Damenkonfektion, Seide- und Kleiderstoffen, sowie Bett-, Tisch- und Leibwäsche, cbenfalls Strümpfe und Trikotagcn in nur guten Qualitäten. Schürzen und Modeartikel find in reicher Auswahl zu billigsten Preisen angeboten, ebenso auch Herrenartikel in reichster Auswahl uno bester Ausführung zu besonoers günstigen Messepreisen. Man hat oas richtige Gefühl, bei Rothschild auf einer Messe zu sein und wanüelt mit großem Behagen von Zelt zu Z lt. Zur Dekoration und Belustigung des einkaufendcn Publikums kleineren Formats ist die rückwärtige Front des Kaufhauses mit einem überaus lustigen Kasperltheater verziert. Die mooernsten Humoristen treten dort auf — freilich.nur im Bilde. Auch die Außenfront zeigt, daß bei Rothschild Herbst-Messe ist, indem sich an der Fassade kleine Mcßzelte mit Karrikaturcn kauflustiger Menschen befinden. Auch in den Schaufenstern wird mit Humor auf die Herbst-Messe hingewiesen. Jedenfalls fft ölest große Veranstaltung ein Ereignis für Heidelb 'n und ein schöner Eingang zum kommenden Herbst. Das Kaufhaus Rothschild, führend und vorbildlich, geht mit der Zeit und dient den Interessen des kaufenden Publikums. Eilt..WerhiüVargeld..Eilt Günstiges Sonderangebot Infolge unauflchiebbarer Zahlungen verkauft Fahr- radfabrik einen Posten erstklassiger Fahrräder Marke „Ideal (keine zurückgesetzte Ware) weit unter Preis und zwar HmenslhNÄll. 9M. 58.00 JMtOsO-NAtt. . . RM 62.00 iei freier Verpackung und 5 IähK Uriftlichr Garantie für Rahmen und Gabelbruch. Die Ausführung erfolgt mit Torpedo. N.S.U. oder Komet stnlaus. rücktrittbremse. (2 Jahre Garantie-ContinentalEx. selsior oder Metzeler-Bereifung, englische oder deutsche Lenkstange mit Handbremse und Glocke. Rahmen ele- gante schnittige Form aus bestem Material verarbeitet. 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