•etoeint «hg«ch «M Ausnahme der Feiertage Brzugs-Prrt»: G«rch die Po st bezogen und durch 0« Briefträger und unsere Austräger frei ms Lau» Monatlich Goldmark 1.6V Wer Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. D» Füllen von höherer Tewatt »efteht kein Anspruch auf Liefer- «mg der Zeitung oder auf Rück- Zahlung de» BezugSprrises. »eschüftszeit VE bis S Lhr «onnlagl geschloffen. Ke r uspr ech-Anschlutz Jtr, 460 Peftschect-Fortto W n rwrüh« Nr. 6600 General-Anzeiger für klsenz-und §ciuoarzbacktal Dev LanSvote Zinskreimer Zeitung?«ss General-Anzeiger für klsenz-und §ciuoarzbacirtal Htlttft* und verbreitslllO Leitung dieser Gegend. I)&upt-Htt?eigtn-BUtt MS«d«»«l. SeU»-«,, Sin BUdi t» dl« Mell • Dt« Brunn enTtob« » Ho* dm IUid> der fflod* • B*tg«b«r TSr B*o»- «. C*»dwirtTcb«ft Anreigen-Preif« t Anzeigen: Die 33 mm bret» Millimeter-Zeile tz Äotdpf« Reklamen, Die 92 mm drei«, Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- u»b Textteü ist Petit. Bei Wiederholungen tariffest» Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech, nungsdatum oder bei gerichtlich«, Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme dis 8 !lh» vormittagS; größer« Anzeig«, müssen am Tage vorher «ch gegeben werden. BaichKont» Dereinsbauk St»»h«im «.G.M.H.L. M 258. Samstag, den 3. November 1928. 3 ur Lnduftrieaussperrung. Erklärungen der großen Gewerkfchastsverbände. Berlin, 8. Nov. Die Organisation der freiheitlich-nationalen Gewerkschaften, zu denen auch die deutschen Gewerk- vereine Hirsch-Duncker gehören, erläßt folgende Erklärung: „Der Gesamtvorstanb des Gewerkschaftsringes deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbänöe nahm einmütig in eingehender Beratung Stellung zu der durch die Aussperrung der rheinisch-westfälischen Hüttenarbeiterschaft geschaffenen Lage. Er erblickt darin etnen groben Tarifbruch, für den die betreffenden Unternehmer die volle Verantwortung zu tragen haben, insbesondere auch alle rechtlichen, moralischen und staatspolttischen Folgen. Die Instanzen der Arbeitsgerichtsbarkeit werden in beschleunigtem Verfahren den ernsten Vorstoß gegen den Rechtsgedankcn festzustellen haben, um eine rasche rechtliche Abwicklung des Konfliktes zu ermöglichen. Der Staat hat seinerseits die Pflicht, mit unbedingter Entschlossenheit an der Idee des staatlichen Schlichtungswesens festzuhalten, die t» ihrer Autorität auch nicht durch Gewaitmatznahmen einzelner Unternehmergruppen erschüttert werden darf. Es geht um die Staatsautorität, um Recht und Ordnung. Die Mitglieder der im Gewerkschaftsring sammengeschlossenen, freiheitlich-nationalen Arbeiter- und Angestelltenverbänbe stehen deshalb in kameradschaftlicher Solidarität an der S^re ihrer von der Kampfmaßnahme der westdeutschen Grotzetsenindustrie betroffenen Kollegen und werben ihnen jede nur mögliche Unterstützung zuteil werden lassen. Aus dem Sauviqiiartler bei Neiiische» Mtallarbeiierverbandes Essen, 2. Nov. (Funkspruch.) Der Deutsche Metall- arbetterverband gibt seinen Mitgliedern bekannt: Die technische Vorbereitung der Unterstützungsaktion des D.M.B. dürfte mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes haben vom ersten Tage der Aussperrung einen Anspruch ans Berbandsnnterstütznng. Die Höhe der Sätze ist verschieden und richtet sich nach Bei- tragsleistung und Dauer der Mitgliedschaft sowie nach den Familienverhältniffen. Fm Durchschnitt kommt aus jedes Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbanbes eine Unterstützung von 25 RM. pro Woche. Ueber die Auszahlungs- methoben und die Zahltermlne wird in einer besonderen Konferenz der Geschäftsführer des Verbandes beschlossen werden. Die Kampfleitung des Deutschen Metalarveiter- Berbandes. Der Vorsitzende des Aktionsausschusses ist Bezirksleiter Wolf. In allen Stadtteilen werden in den Verkehrslokalen der Metallarbeiterverbänöe Kontrollbüros eingerichtet, wo die Anweisungen der Organisationen an die Mitglieder übermittelt werben und wo die Auszahlung der Unterstützungen erfolgt." Keine Grwerbslosenunterstützung auch für mittelbar durch die Aussperrung Betroffene«. Im Zusammenhang mit Erörterungen über die zu erwartenden Feierschichten im Bergbau infolge der in der westdeutschen Eisenindustrie eingetretenen Gesamtaussperrung ist die Behauptung aufgetaucht, daß die Frage, ob die von der Stillegung von Schachtanlagen, also mittelbar von der Aussperrung in der Eisenindustrie Betroffenen Anspruch auf Erwerbslosenunterstützung haben, noch nicht ganz geklärt sei. Auf Anfrage erführt der D.H.D. hierzu von beteiligter Seite, daß das Landesarbeitsamt in Köln in seinen Anordnungen an die angeschloflenen lokalen Arbeitsämter darauf hingewiesen hat, daß gemäß 8 84 des Arbeitsverfiche- rungsgesetzes Absatz 2 auch die mitttelbar durch die Aussperrung Betroffenen keinerlei Erwerbsunter- stützung zu erhalten haben. Die Metallarbeiterverbände zur Frage der Erwerbslosenversicherung. Essen, 3. Nov. Auf der am Freitagvvrmittag in Duisburg stattgefundenen Konferenz der Funktionäre der Metall- arbeiterverbänbe wurde die Rechtslage bezüglich der bestrittenen Erwerbslosenunterstützung für die Berbanbsmitglie- der besprochen. Ein gemeinsamer Beschluß für die Oeffent- lichkeit kam nicht zustande. Alle drei Verbände nahmen aber während der Beratungen einheiiig den Standpunkt ei«, daß die durch die Aussperrung in der Gruppe Nordwest betroffenen Arbeitnehmer berechtigt seien, Erwerbslosennnter- stützung zn beziehen. Die Verbände sind sich noch nicht schlüssig geworden, ob zur Klärung der Streitfrage die Feststellungsklage eingereicht werden soll. Im übrigen wurde über die von den einzelnen Verbänden ergriffenen Selbsthilfemaßnahmen zur Unterstützung der Mitglieder verhandelt. Am Freitagnachmittag ist in den einzelnen Verbänden weiter über die Rechtslage der Erwerbslosenunterstützung verhandelt worden. „Graf Zeppelin" £.3.127 zur Atlanlitsahrt nicht geeignet Tr. Eckeuer über das Lnftschiff. Montag Start «ach Berlin? Friedrichshafe«, 3. Nov. Dr. Eckener erklärte in einer Unterredung dem Sonderberichterstatter der Telegraphen- Union, daß er nunmehr, nachdem der Reichsfinanzminister nochmals darum gebeten habe, aller Voraussicht nach in der kommenden Woche die Fahrt nach Berlin antreten werde. T«r genaue Starttermtn könne natürlich noch nicht angegeben werden, da die Fahrt zu der jetzigen Jahreszeit eine günstige Wetterlage bedinge. Er werde bas Luftschiff in Staaken am Ankermast festmachen, wo es etnen Tag und eine Nacht liegen werde. Der Start werde in Friedrichs- Hafen zwischen 1 und 2 Uhr nachts erfolgen, damit in den Vormittagsstunden die Reichshauptstadt erreicht werden könne. Eine große Dentschlandsahrt werde in diesem Jahr nicht mehr eiugeleitet werde« können, da die Wetterverhültnifse im Spätherbst stets sehr unbeständig seien und das Schiff am Tage nur sieben Stunden bei Licht fahren könne. Während der übrigen 15 Stunde» würde die Fahrt dann meistens durch Nebel gehen. Aus diesem Grunde werde es unmöglich sein, die Fahrt nach Berlin nach Ostpreußen auszudehnen, da die Gefahr bestehe, wie es sich in Friedrichshafen gezeigt habe, baß das Luftschiff, obwohl es nur in etwa 100 Meter Höhe flog, nicht einmal die Lan- bungslichter des Werftgeländes erkennen konnte. Nach der Berliner Fahrt will. Dr. Eckener eine Reihe von kleineren E ährten für bas Retchsverkehrsministerium und die Deutsche erkehrsanstalt für Luftfahrt ausführen, die sich jedoch nur über zwei bis drei Stunden Flugdauer erstrecken dürften. Auf die Frage, ob er gedenke, noch in diesem Jahre eine zweite Amerikafahrt anzutreten, erwiderte Dr. Eckener, daß er bereits verschiedentlich ausführlich darauf hingewiesen habe, haß «ft diesem Schiff, dem „Graf Zeppelin", ein regelrechter Berkehr «ach Amerika nicht ausgenommen werde« könne. ES fei deshalb sehr fraglich, ob noch eine zweite Fahrt unternommen wird. Möglicherweise würde man jedoch noch im November der Frage näher treten können. Die nächste Bestimmung des „Gras Zeppelin" in der nächsten Zeit müsse die fein, neue Mannschaften für die »e« z« bauende« größere» Schiffe für den atlantische» Berkehr auszubUde». Hier werde der „Graf Zeppelin" noch ein reiches Arbeitsfeld finden. — Zur Frage der Blaugasgewinnnug erklärte Dr. Eckener, daß diese zur Zeit stocke, da das Röhrensystem nicht den Anwird Schulschiff. svroerung enriprecye. Es müßten hier einschneidende Umänderungen vorgenommen werden. Das Gas selbst habe sich aber vorzüglich bewährt und die einzelnen technischen Fehler bei der Herstellung des Gases würden in kürzester Zeit beseitigt sein. Der mit Spanien abgeschlossene Charter-Vertrag für den „Gras Zeppelin" sei dadurch hinfällig geworden, daß die in dem Vertrag auferlegte Verpflichtung, daß Spanien bis zum 1. November eine Luftschiffhalle bauen müsse, nicht erfüllt worden sei. Zu dem Aufruf der Stadt Frankfurt, für eine neue Zeppelin-Spende habe er seine Zestimmung nicht gegeben. Im Gegenteil sei man sowohl bet der Reichsregierüng als auch bei den leitenden Stellen des Zeppelinbaues der Meinung, baß die Zeiten für Spenden vorbei seien. Dir Frage der Errichtung eines Weltlnftschiffhafens sei noch in der Schwebe. Es komme aber immer noch die Gegend südlich von Osfenburg zwischen Lahr und Basel in erster Linie wegen der günstigen meteorologischen und ähnlichen Verhältnisse in Frage. Montag Nacht Zeppelinftart »ach Berlin! Friedrichshafe«, 8. Nov. (Funkspruch.j Der Start des „Graf Zeppelin" zu seinem Fluge nach der Reichshauptstadt ist am Freitag mittag nach einer eingehenden Besprechung Dr. Eckeners mit dem Direktor deS Gtaakener Flugplatzes Wehner auf Montag vormittag 2 Uhr festgesetzt worben. Natürlich wird der Start von dem Wetter abhängen und davon, ob bis zu diesem Zeitpunkte die Arbeiten an dem Schiff beendet sein werden. Die Landung wird in Staaken erfolgen. Im Laufe des Montag wird Dr. Eckener zusammen mit feinen Mitarbeitern und der Besatzung vom Reichspräsidenten enrpfangen werden. Die ReichSregterung wirb ihm tm Kaiserhof et« Essen geben. Der Rückflug nach Friedrichshafe» wird in der Nacht zum Dienstag ebenfalls um 2 Uhr früh erfolgen. Reichsverkehrsminister ». Gnerard und Ministerialdirektor Brandenbnrg zn« Erfolg des „Gras Zeppelin". Berlin» 3. Nov. Nach seiner Rückkehr von Friedrtchshafen äußerte sich Retchsoerkehrsminister von Gnerard einem Vertreter der Telegraphen-Union gegenüber auf die Frage, wie nach dem Erfolg des „Graf Zeppelin" Sie Ansfichte« für die Einrichtung eines regelmäßige« Berkehrsdienstes mit Luftschkffe» zu beurteilen seien, daß der Flug ohne Zweifel eine weitere Etappe in der Fliegerei überhaupt bedeute. Naturgemäß sei ein regelmäßiger Flugdienst mit Luftschiffen vor allen Dinaen eine finanzielle Fraae. 89. Jahrgang " m i . ■ i ii jijaji - j a — Auch Ministerialdirektor Brandenburg, der als Vertreter der Regierung sowohl die Hin- als auch die Rückfahrt über den Atlantik an Bord des Zeppelin mitgemacht hat, hob die finanzielle Seite der Angelegenheit hervor. Eckener habe ja schon in Amerika erklärt, daß eine Gesellschaft mit einem Kapital von 11 Millionen Dollar gegründet «erden solle, • aber das sei eine rein private Angelegenheit. Ob ein regelmäßiger Zeppelinflugverkehr rentabel zu gestalten sei, müsse zunächst noch untersucht werden. Soviel stehe jedoch fest, baß für die Ueberquerung des Atlantik Luftschiffe» unbedingt vor Flugzeuge« der Vorzug gegeben werden müsse. Was die Sicherhettsfrage angehe, so ereigneten sich ja auch auf der Eisenbahn und bei Flugzeugen Unglücksfälle. Nicht gelöst sei im Falle der Einrichtung eines regelmäßigen Luftschiffdienstes die Einhaltung eines festen Fahrplanes mit bestimmten Ankunft- und Abfahrtzeiten. Auch die französische Presse zollt Anerkennung Paris, 3. Nov. Das Urteil der Pariser Morgenpreffe über den Rückflug des „Graf Zeppelin" ist durchweg sehr freundlich und anerkennend. Ohne Unterschied der politischen Einstellung drücken die Blätter ihre Hochachtung vor den Leistungen Eckeners und seiner Mannschaft aus. Der „Matin" schreibt, daß vom Standpunkt der Technik und der Praxis aus, die Reise des Zeppelin über den Ozean als eines der schönsten Dinge zu bewerten sei, die auf Rechnung der großen Luftfahrttaten zu suchen seien. Trotz Unwetter und dichtestem Nebel habe es während der ganzen Fahrt keine Schwächen und nicht das geringste Hindernis gegeben. Die große Freude in Deutschland sei nur zu gut zu verstehen. Der scharf rechts gerichtete „A v e n i r" betont, daß die doppelte Probe des Luftschiffes zu seinen Ehren und zu Ehren des Erbauers und seines Piloten Dr. Eck "' r beendet sei. Der „Q u o t i d i e n" wendet "ch gegen den x: ch, die Leistungen des Luftschiffes herab,' en, was nicht von sportlichem oder philosophischen: Geist spreche. __ _ London 3 Nov. Mit Ausnahme des „Daily Chrontcle" enthalten sich die Londoner Morgenblätter jeder kritischen Würdigung des Zeppelinfluges. Rur die Erklärung Dr. Eckeners, daß bas Luftschiff weder stark «och schnell genug sei, um für einen regelmäßigen Ozeandienst in Frage zu kommen, wird in großer Aufmachung wieöergegeben. Kommandeur Burney betont im „Daily Expreß", baß die Erfahrungen des „Graf Zeppelin" den Erwartungen der britischen Luftschlffkonstrukteure entsprechen. Der „Daily Chronicle" betont in seinem Kommentar, daß die beiden Flüge des „Graf Zeppelin" zwar nicht de« einwandfreie« Beweis für die Brauchbarkeit des Luftschiffes im Ozeanverkehr erbracht hätten, dennoch aber ein bemerkenswertes Stadium in der Entwicklnng des Lnftschiff» banes bedeuteten. Dr. Eckener und der Besatzung müsse man z« ihren Leistungen gratulieren. Der Weltlustschiffhasen kommt »ach Südbaden Friedrichshafe», 8. Rov. Wie Dr. Eckener dem Sonderberichterstatter der Telegraphen-Union gestern erklärte, fei di« Frage der Errichtung eines Weltlnftschiffhafens «och in der Schwede. Es komme aber immer «och die Gegend südlich von Osfenburg zwischen Lahr «nd Basel in erster Linie wegen der günstige« meteorologische» «nd ähnliche« Verhältnisse in Frage. Der blinde Paffagier. Ei« Reklametrik der Hearstpresse. Die lustige Geschichte von dem blinden Passagier an Bord des „Gras Zeppelin" hat in letzter Stunde eine nicht minder lustig« Aufklärung gefunden. Es hat sich herausgestellt, daß dieser interessante Knabe ein regelrechter Passagier der Hearstgrnppr war und von vornherein dazu bestimmt schien, die Rolle des blinden Passagiers zu spielen. Die hearstpresse hatte Anspruch auf drei Plätze bei der Rückfahrt, ließ aber kurz vor der Abfahrt erklären, daß sie nur auf zwei Plätze Anspruch erhebe. Das geschah zu dem Zweck, den jungen Mann, der von den beiden Hearstvertretern in das Luftschiff eingeschmuggelt worden war, vor der Besatzung als Eindringling hinstellen zu können. Er spielte denn auch seine Rolle als blinder Passagier vorzüglich, betätigte sich im Abwaschen des Geschirrs wie ein leibhaftiges Küchcnmädchen und erregt« allerseits Freude und Bewunderung. Es war also das, was die Vertreter des amerikanischen Verlags beabsichtigt hatten, erreicht: Eie konnten der Berichterstattung über die Rückfahrt eine sensationelle Note geben. Als man sich aber Zn wenigen Wörten Dr. Eckener erklärte in einer Unterredung, daß er aller Voraussicht nach in der kommenden Woche die Fahrt nach Berlin antreten werbe. » Der Gewerkverein Deutscher Metallarbeiter (Hirsch- Duncker) hat zur Aussperrung in der nordwestlichen Eisenindustrie eine Erklärung erlassen. * Der Parteivorstand der Deuffchen Volkspartei hat aus seiner Heidelberger Tagung beschlossen, den Zentralvorstand der Partei auf den 23. November nach Berlin einznberufen. * Im Kyritzer Landbunüprozeß beantragte der Staatsanwalt die Strafen. Mit Ausnahme des Hauptangeklagten Kleine wird keiner der Angeklagten eine Gefängnisstrafe zu erwarten haben. Der gowHote * Wmchrt»» Seit«,. Samstag, dm 3. November 1428. ' Nr. 258. Jahrgang 1928. __ Friedrichshafen näherte und das Interesse der deutschen Iourna- j listen an dem jungen Mann immer reger wurde, als sogar Maler und Zeichner ihm aus den Leib rücken wollten, da traten die Vertreter der Hearstpresse dazwischen und erklärten schmunzelnd, das sei ihr Mann, ihr dritter Passagier, der rechtmäßig den dritten Platz der Hearstpresse auf der Rückfahrt eingenommen habe. In der Sensationsmaeherei, bei der es auf die historisch« Treue nicht sonderlich ankommt, sind die amerikanischen Journalisten den d cutschen nun einmal überlegen. Der „blinde Passagier" war mit Voraussetzung und Ueberlegung gekommen, denn er konnte beim Verlassen des'Luftschiffes sogar einen vollkommen geordneten Paß vorzeigen. Die deutschen Behörden brauchen also ihren Großmut für ihn nicht in Bewegung zu setzen. Zum neuen Besuch Gilberts i.t Paris Paris, 3. Nov. Im „Echo de Paris" schreibt Pertinax zur neuen Reise Parker Gilberts nach Paris. Der Reparationsagent habe inzwischen mit den Deutschen gesprochen und werde Poincars über die Berliner Absichten unterrichten. Es sei fraglich, ob Parker Gilbert auf seinem ursprünglichen Plan bestehen werde, oder ob er sich bemüht hätte, eine Ver- schnungsformel zu finden. Ebenso fraglich sei es, auf westen osten ein Ausgleich geschaffen werden solle. Man werde dje Deutschen nicht leicht von ihrer Forderung, die in der vorzeitige« Rheinlandräumnng und in einer sehr fühlbaren Erleichterung ihrer Reparationen bestehe» abbringe«. Auch die deutsche Forderung, unabhängige Sachverständige in die Kommission zu entsenden, sei unverständlich. Allerdings wäre ein Mann, wie Sir Josuah Stamp vollkommen fähig, im Sachverstänüigenausschuß mitzuwirken. Offensichtlich arbeite Deutschland darauf hin, daß England die Schiedsrichterrolle übernehme. Der gestrige pariser Kabinellsrat Paris, 3. Nov. Der Ministerrat, der am Freitagvormittag unter dem Vorsitz des Staatspräsidenten zusammen- irat beschäftigte sich einleitend mit den Kongregationsartikeln, wie sie iu den Artikeln 70 und 71 des FinanzgesetzcZ enthalten sind. Nach Zusammentritt der Kammer am 6. November wird die Regierung den im letzten Kabinettsrat beschloffcnen neuen Text der Artikel einbringen. Hoover hat die meisten Aussichten Reuyork, 3. Nov. Zu den bevorstehenden amerikanischen Wahlen haben sich bisher 43 Millionen eingeschrieben, was eine Rekordziffer bedeutet. Die in 24 der wichtigsten Städte abgeschlossenen Wetten lauten 3:1 für Hoover. Die „Literary Digest" veranstaltete eine Probeabstimmung, die 1% Millionen für Hoover und nicht ganz 1 Million für Smith erbrachte. Hoover wird sich nach Kalifornien und nicht nach Neuyork begeben, um den Wahlkampf in ihren stärksten Staaten abzuschließen. Die Parole ist nur noch die Religionsfrage, bet der sich beide Kandidaten Unduldsamkeit vorwerfen. Selbst die Prohibition und die Farmerfrage treten gegenüber der Religionsfrage in den Hintergrund. Außenpolitische Richtungen der beiden Kandidaten spielen im Wahlkampf keine Rolle mehr. Die Juständigkeitsfrage. Ein« Entschließung des Bundes zur Erneuerung. Die Länderkonferenz ging auseinander und überließ den beiden von ihr eingesetzten Unterausschüssen die weitere Vorarbeit für eine notwendige Berfassungs- und Berwaltungsreform. Die Befürchtung, daß dadurch die dringliche Frage unnötig hinaus- geschoben werden könne, vermindert sich angesichts des Umstandes, daß der Bund zur Erneuerung des Reiches, oer „Lutherbund", rasch und tatkräftig das Ergebnis der letzten Aussprachen aufgriff und nun mit Richtlinien an die Oeffentlichkeit tritt, die einen der Kernpunkte, nämlich die Zuständigkeitsfrage, nach Gebühr in den Vordergrund stellen. Der Bund hat mit diesem Hervortreten bewiesen, daß er durchaus nicht, wie gelegentlich der^ Länderkonferenz gesagt wurde, als erledigt und tot anzusrhen ist! Wir-sind der Ansicht, daß sich die amtlichen Stellen, d. h. die beiden von der Länderkonferenz eingesetzten Unterausschüsse, ernstlich mit der Stellungnahme des „Lutherbundes" werden befassen müssen; auf alle Fälle dürste das neuerliche Heroortreten des Bundes und die von ihm bewiesene Rührigkeit Anlaß sein für einen gesunden und nur wünschenswerten Wettbewerb, der die amtlichen Stellen anstacheln könnte und der Sache dienlich sein wird. Keine vorzeitige Einberufung des Reichstages Berlin, 3. Nov. An zuständiger Berliner Stelle ist von einer vorzeitigen Einberufung des Reichstages zur Beratung von Maßnahmen im Ruhrkonflikt nichts bekannt. Strefemann am Samstag wieder in Berlin Berlin, 3. Nov. Wie die Telegraphen-Union erfährt wird Dr. Stresemann entgegen anderslautenden Meldungen voraussichtlich erst im Laufe des 3. November wieder in Berlin eintreffen, um am 5. November die Amtsgeschäfte wieder zu übernehmen. Besondere Empfangsfeierlichkeiten sind nicht vorgesehen. Reichspräsident und papstsrieden Berlin, 2. November. In dem Prozeß des Ritters von Lama gegen den Hofpredtger Doehring, Reichskanzler Michaelis und evangelischer Bund und anderer, der den Borwurf Lamas zum Gegenstand hat, daß der Reichskanzler Michaelis 1917 sich hinter die oberste Heeresleitung gesteckt und aus konfessionellen Gründen einen Friedensvertrag des Papstes abgelehnt habe, findet zurzeit die Vernehmung einer Reihe auswärtiger Zeugen durch den ersuchten Richter statt. Rechtsanwalt Luetgebrune-Göppingen hatte namens der Angeklagten unter Beweis gestellt, daß die Behauptung Michaelis habe sich bei der Behandlung des Papstfriedensange- botes nicht an Kaiser und Reichstag, sondern an die oberste Heeresleitung gehalten, eine glatte Geschichtsfälschung sei. Michaels habe hier niemals der obersten Heeresleitung das Feld geräumt, sondern sich streng an den Kronratsbeschluß vom 11. September 1917 gehalten. In der am Donnerstag im Reichspräsidenten-Palais stattgefunöenen Zeugenvernehmung des Reichspräsidenten von Hinöenburg hat, wie eine Berliner Korrespondenz meldet, der Reichspräsident mit aller Entschiedenheit betont, daß weder er noch General Ludenöorff, der Reichskanzler Michaelis oder der damalige Staatssekretär im Auswärtigen Amt Äühlmann ihre Maßnahme wegen des päpstlichen Friedensangebots durch konfessionelle Beweggründe hätten bestimmen lassen. Das Angebot des Papstes sei vielmehr endgültig in der Kronratssttzung vom 11. September 1917 unter Vorsitz d.es Kaisers im Schloß Bellevue eingehend erörtert worden. Der Verlauf der Kronratssttzung sei in dem Buch von Michaelis „Für Staat und Volk" zutreffend wieöerge- geben worden, in dem der Verfaffer betont, daß auf seine Einwirkung hin der Kaiser, der noch tags zuvor wieder von der Notwendigkeit des Besitzes der flanöerischen Küste gesprochen hatte, zu dem Entschlüsse der Berzichterklärnng auf Belgien gebracht worden sei. Den Bedenken der obersten Heeresleitung sei damit Rechnung getragen worden, daß das Friedensangebot des Papstes mit dem Ablauf des Jahres 1917 limitiert worden sei. Ritter von Lama hatte weiter die Behauptung aufgestellt, daß der Reichskanzler Michaelis nach der Kronratssttzung sich durch die oberste Heeresleitung habe bestimmen lassen, entgegen dem Kronratsbeschluß ctnenglatten Verzicht auf Belgien nicht auszusprecheu, um so die Bemühungen des Papstes zu vereiteln. Hierzu hat Reichspräsident von. Hindenburg auf Vorhalt des Vertreters der Beklagten, des Rechtsanwalts Dr. Luetgebrune, sich dahin geäußert, daß seit der Kronratssttzung vom 11. September in der Frage der Friedensbedingungen irgendwelche Differenzen zwischen der Reichsregierung und der obersten Heeresleitung nicht mehr bestanden hätten. Die oberste Heeresleitung habe sich vielmehr dem Kronratsbeschluß gefügt. Staatssekretär von Kühlmann habe vor dem Untersuchungsausschuß des Reichstages mit Recht darauf hing.ewiesen, daß der Briefwechsel zwischen dem Reichspräsibentenunö und dem Reichskanzler Michaelis im September 1917 nur privater Natur gewesen fei, und nur den Fall im Auge gehabt habe, daß die Situation sich ändere, falls ein Frieden bis Ende 1917 nicht zustandegekommen fein sollte. Sine amtliche Mitteilung Berlin, 3. Nov. Amtlich wird mitgeteiltr In einem Teil der Presse sind Mitteilungen über die gestrige in nichtöffentlicher Sitzung stattgehabte Vernehmung des Herrn Reichspräsidenten als Zeugen im Prozeß um bas Friedensangebot des Papstes erschienen, die iu Einzelheiten unzutreffend sind. Der Herr Reichspräsident hat bei seiner Vernehmung unter Hinweis auf die Publikationen des früheren Reichskanzlers Dr. Michaelis und des Generals Ludendorff ausgesuyrt, »atz die «ehauptung, Michaelis habe aus konfessionellen Beweggründen die päpstliche Friebensvermittlung im Jahre 1R7 abgelehntz nach seiner Kenntnis der Dinge in jeder Beziehung unbegründet und unrichtig sei. Derartige Motive hätten nach dem allgemeinen Eindruck, den er aus den damaligen Vorgängen behalten habe, weder bet ihm noch bei anderen der maßgebenden Instanzen irgendeine Rolle gespielt. Der Landbimdprozeß Kyritz Für Hauptangeklagte« Kleine Gefängnis beantrag _ Kyritz, 3. Nov. Im Kyritzer Lauöbundprozeß b. rgte Staatsanwalt Müller folgende Strafen: Gegen M. ... Soi* des zehn Monate Gefängnis oder 2000 Mk. Geldstrafe, gegen den Hanptangeklagteu Kleine ein Jahr Gcfägnnis, 200 Mark Geldstrafe und Publikation, gegen 15 weitere Angeklagte, darunter Jena, Staffehl u. a. Gefängnisstrafen von sechs bis neun Monaten oder Geldstrafen von 100 bis 800 Mark, für die übrigen Angeklagten, soweit nicht Freispruch beantragt ist, sechs Monate Gefängnis oder 200 vis 600 Mark Geld- strafe. Für elf Angeklagte hat der Oberstaatsanwalt Freispruch beantragt. Mit Ausnahme des Hauptangeklagten Kleine wird also nach dem Antrag des Oberstaatsanwalts keiner der Angeklagten eine Gefängnisstrafe zu gewärtigen haben. Die Anklagerede des Staatsanwalts. Gestern begannen die Plädoyers. Zunächst nahm Staatsanwaltschaftsrat Borchert das Wort und führte u. a. aus, daß nicht bestritten werden könne, daß die Not der Landwirtschaft in der Zeit, als die Unruhen spielten, recht groß war. Man hat am Biertisch wiederholt davon gesprochen, daß am Finanzamt die Fensterscheiben eingeworfen werden müßten, weil das Finanzamt der schlimmste Feind der Landwirtschaft sei. Der Führnng des Landbundcs, insbesondere dem Land- bnndgeschästsfnhrer Cordes, müsse man den Vorwnrs mache», daß er nicht genügend getan habe» um die aufgeregte Stimmung der Landwirte zn beruhige«. Der Staatsanwaltschaflsrat unterstrich, daß die Beweisaufnahme allerdings nicht ergeben habe, daß die Forderung des Lanöbundes die Aufreizungen gewünscht oder organisiert habe. Der Anklagevertreter ging svöann iw einzelnen aus den Verlauf der Kundgebung ein und bezeichnete die Reden, die dort gehalten wurden, zwar als nicht besonders freundlich, aber auch nicht als aufreizend. Zum Schluß seiner Ausführungen betonte der Staatsanwaltschaftsrat, wenn die Kundgebung in Kpritz im Gegensatz zu denen in anderen Orten nicht ruhig vor sich gegangen sei, so trage die Führung die volle Schuld. Es handle sich um Ausschreitungen einer zu vandalischen Handlungen aufgereizten Menge. Wenn auf Seiten der Polizei einige Schimpfworte gefallen seien, so fielen diese gegenüber dem Auftreten der Angeklagten gar nicht ins Gewicht. Me volle moralische- Schuld treffe nur die Leitung des Landbundes. Er überlasse es im übrigen dem Oberstaatsanwalt, nachzu- ' weisen, inwieweit die Angeklagten sich strafrechtlich schuldig- gemacht hätten: Das ilrteil im zweiten Spritweberprozesi Berlin, 2: Nov. In dem großen Spritschiebungs-Prozetz gegen den Rüben-Konzern, in dem die Brüder Hermann und Heinrich Weber die Rolle der Hauptangeklagten spielten, da der Apotheker Rüben selbst seit Dezember 1924 ins Ausland geflüchtet ist, wurde am Donnerstagnachmittag das Urteil gefällt. Die vierte Große Strafkammer hat für die beiden Svritweberprozesse ein Gesamturteil gesollt und Hermann Wester zn einer Gesamtstrafe von zwei. Jahren Ge» fänguis wegen Betruges gegenüber der Reichsmonopolver» waltung verurteilt. Auf Sie Strafe wurden 1 Jahr 6 Mo» nate und 7 Tage für erlittene Untersuchungshaft angerech» net. Die gegen Hermann Weber in dem zweiten Spritschieberprozeß vom Schöffengericht verhängte Geldstrafe von 60 000 Wlait wurde aufrechterhalten. Gegen Heinrich Weber wurde auf eine Gesamtstrafe von elf Monaten Gefängnis erkannt, worauf acht Monate Untersuchungshaft iu Anrechnung gebracht werden. Ferner wurde die verhängte Geldstrafe von 20 000 Mark durch die in dieser Sache erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt. Tie Haftbefehle gegen Hermann und Heinrich Weber wurden aufgehoben, da bei der jetzt noch zu verrbüßenden Reststrafe ein Fluchtverdacht nicht mehr besteht. Die in erster Instanz verurteilten drei Zollbeamten wurden auf Kosten der Staatskasse frei, gesprochen. Bei dem freigesprochenen Zollbeamten Enders wnrden der Staatskasse auch die ihm entstandenen notwen. »chloß Korff M/VNvok WOLFGANG HARKEN vtunD herum, immer rund herum, nur im Abstand von mehreren Takten hielt er inne und stepte ein paar Schritte Esther Ristori ritz die Augen auf. „Famos! Und den kenne ich noch nicht. Konnn, Marion, den wollen wir gleich probieren." Der Berliner trat schmunzelnd zum Grammophon un! stellte es an. Die Platte spielte den „Schlittschuhläufer" vor Waldteufel. „Himmlisch," sagte Marion und sah die Freundin glücklich an. „So 'nen schönen, neuen Tanz habe ich noch nicht gelernt." Das Siepen klappte im ersten Augenblick noch nicht richtig, aber bald hatten sie es beide weg und waren glücklich einen neuen Tanz gelernt zu haben. Als das Stück ziemlich zu Ende ging, trat Hanno mit der Herzogin ein. ihnen folgte der Comte und Nordensteen „Ausgezeichnet," sagte Hanno. „Die Damen tanzen Walzer!" Walzer . . .! M>t einem Ruck standen die beiden Tänzerinnen. „Walzer?" fragte Esther erstaunt. ..Das ist doch der neue Tanz Round ever!" ..Round ever!" lachte Hanno laut auf. „Das ist bt. anser guter, alter Walzer „Der Schlittschuhläufer" vo: Waldteufel mit Step-Einlage. . ». m , . Esther stand verblüfft, während die Gesellschaft in em schallendes Gelächter ausbrach. . „O, Sie Berliner. Sie trauriger Landsmann! fuhr Esther den Berliner an „Was fällt Ihnen ein. mir so emer Bären aufzubinden!" , r . , Das treuherzige Gesicht des Berliners entwaffnete sie so- „Frollein Ristori. nehm' Se mir's nich' üwel! Icke haw! flacht, daß wir mit'n Charleston un' dem Black bottor schon den Kulmirnationspunkt überschritten Hamen., ^ fang' wir wieder mit'n Walzer an und nenn ihn bloß: Immer rund herum." Alles klatschte zu der Rede des Berliners. Dann ging es an das Auspacken der großen Kisten. "7* Fürwahr, das war eine Jagdbeute, wie sie glänzender ficht sein konnte. Sechsundzwanzig Jaguare und zweiund- »reitzig Puma, außer verschiedenen anderen Tierfellen. Nicht nur die Herzogin war förmlich blaß vor Staunen» ruch der Comte gab seiner Anerkennung rückhaltlos Ausdruck. „Sie sind wirklich ein Jäger!" sprach er begeistert. „Ich danke Ihnen, Herr Comte. Ihre Anerkennung reut mich ganz besonders. Vielleicht werden wir noch ein- nal zusammen jagen." Dabei sah er ihm lächelnd in die Augen. Den Comte hatten diese Worte eigenartig berührt. Er richtete seine dunklen Augen fragend aus Hanno, der aber fielt dem Blick unbefangen, fiebenswürdig stand. „Es sollte mich freuen, wenn diese Möglichkeit einmal gesehen wäre. Allerdings bin ich kein Jäger mit dem Messer, darin sind Sie mir voraus. Herr Hanno Tessing." „Das tut es nicht. Es kommt darauf an, daß man das Wild stellt und zur Strecke bringt" Hannos Worte waren liebenswürdig hingesprochen, aber w zitterte in ihnen doch ein Unterton, scharf, hart, grausam Die sensible Herzogin spürte es. und sie sah in den Augen >es Sprechers kalte, unbedingte Entschlossenheit. War das der Hanno, den sie kennenlernte, der offene, varmherzige Charakter? So ganz anders erschien er ihr etzt. Sie ahnte nicht, daß sich Jäger und Wild gegenüber- tanden. 12 . Bauernmaskenball in Altenecken. Am Morgen inspizierte Herr Ehrenklau, der Wirt zum .Bären", noch einmal die festlich geschmückten Räume und rieb sich die Hände. Das wurde nach seiner Ueberzeugung rin Geschäft. Seit Tagen war.en alle Eintrittskarten aus- »erkauft. Nicht nur ganz Altenecken, sondern auch Neuen- »era beteiligte sich mit Feuereifer. Während er so beim Kalkulieren war, brachte ihm der Kellner Jean, der eigens für den Maskenball engagiert war. neue telephonische Bestellungen auf Eintrittskarten. Der „Bären"-Wirt überlegte und fand einen Ausweg. Der ganze Easthoi mit allen Räumlichkeiten wurde in den Maskenballbetrieb einbezogen. Die Gaststube, oben das kleine Vereinslokal, alles, alles. So war es richtig: Betrieb in sämtlichen Räumen des „Bären". Das klang! „Jean!" Wie ein geölter Blitz eilte der dienstbare Geist herbei. „Monsieur wünschen?" Herr Ehrenklau glaubte nicht recht gehört zu haben. „Was agen Sie, Jean? Monteur? Hier ist Herr Chrenklau. merken Sie sich das! Also hören Sie zu. Rufen Sie den Weinhändier Brückner in Neuenberg an."" „Sehr wohl!" Schon wollte der Kellner fortellen. „Jean! Was sind Sie für ein Mensch! Keine Minute können Sie ruhig stehen. Also Horen Sie. Er soll tntr heute noch hundert Flaschen von dem Effenheimer und fünf, fig Flaschen Sekt senden." Der Kellner machte ein verdutztes Gesicht. „Sie erwarten wohl ein großes Geschäft. Herr Ehrenklau?" „Und ob!" Stolz reichte er dem Kellner die Telegramme» * * * „Alles fertig?" fragte Hanno, der am Steuer faß. „Jawohl!" rönte es ihm lustig von allen Seiten entgegen. „Die Fuhre kann man abgehen." Die Fuhre! Der Name war wirklich zutreffend. Das Auto war gepfropft voll. Am Steuer faß Hanno, neben ihm Jan, hinten im Wagen bemühten sich die drei Porterfchen Damen und Esther, sowie der Comte. Nordensteen^ und Robert Tessing zu sitzen. Daß da Marion, das vergnügte Girl, auf Robert Tesiings Schoß und ebenso Esther bei Nordensteen sitzen mußte, sei nur nebenbei erwähnt. Aber das tat nichts! Die Stimmung war ausgezeichnet. An das Auto war ein Schlitten angehängt. Die Gesellen hatten ihn gebaut und mit Bremsen verleben. Auf dem Schlitten saßen die sechs Gesellen, der schwarze Wako. und zur Krönung die beiden reizenden Wirtstöchter aus Altenecken Knorw batten st« olle Platz. Aber was tat es. Die Hauptsache war. Stimmung, und die war eine geradezu überschäumende. Rr. 258. Jahrgang 1928. Der Landbote * Sinsheim» Zeitung. Samstag, den 3. November 1928. orgen »usgaven einschließlich der BerteidigungSkosteu ans» erlegt. Aendert das Schlichtungswesen. Berlin, den 2. November. Me Deretnignng der Deutschen Arbeitgeberverbände hat am heutigen Donnerstag dem Reichsarbeitsminister die von ihr in der gemeinsamen Besprechung vom 16. OKt. im Reichsarbeitsministerium in Aussicht gestellten Reformvorschläge für das deutsche Schlichtungswesen überreicht. Die Vorschläge haben etwa folgenden Inhalt: ausgehend von dem Grundsatz, daß es nicht Aufgabe des Staates ist, in die Sphäre privat-wirtschaftlicher und privatrechtlicher Angelegenheiten, wie sie die Regelung der Arbeitsbedingungen darstellen, von sich aus zwangsweise einzugreifen, kann infolgedessen ein Eingreifen des Staates nur dort als berechtigt anerkannt werden, wo cs sich um Fragen handelt, die in ihrer Bedeutung und Auswirkung nachweislich über den der wirtschaftlichen und sozialen Interessen der streikenden Parteien hinausgehen. Diese Voraussetzung liegt in folgenden zwei grundsätzlichen Fällen vor: 1. Bei Arbeitsstreitigkeilen in den sogenannten „lebenswichtigen Betrieben". 2 . Bet Streitigkeiten, „die die deutsche Volkswirtschaft so stark treffen, daß die Lebensmöglichkeiten der Gesamtbevölkerung bedroht sind." Durch diesen Antrag soll einmal die jetzt vorhandene Möglichkeit des Zwangseingriffs ohne Vorhandensein eines öffent- lichen Interesses überhaupt beseitigt, außerdem der in der zweiten Ausführungsverordnung enthaltene Begriff des „öffentl. Interesses" eindeutiger gesetzlich festgelegt werden. (Siehe Paragraph 6 der Schlichtungsoerordnung und Paragraph 23 der zweiten Ausführungsverordnung.) Die Durchführung dieser Vorschläge bedeutet eine wesentliche Einschränkung der Verbindlichkeitserklärung. Diese Einschränkung bildet die Grundlage der Vorschläge für das Verfahren, unter dem die Verbindlicherklärung erfolgen soll. Die Vereinigung deutscher Arbeitgeberverbände schlägt die Einrichtung einer zentralen Reichsschiedsstelle vor, deren Vorsitzender mit Zustimmung beider Parteien für einen längeren Zeitraum mit weitgehender Fundierung seiner Stellung zur Sicherung seiner Objektivität und Unabhängigkeit ernannt wird. Diese — völlig neutrale und unpolitische — Stelle soll die Aufgabe haben, auf Antrag einer der Parteien in der Reichsregierung zunächst das Vorliegen der Zuständigkeitsvoraussetzungcn für eine etwaige Verbindlicherklärung und sodann bei Bejahung dieser Frage materiell die Fähigkeiten des ergangenen Schiedsspruchs nach der wirtschaftlichen und sozialen Seite hin zu prüfen. Im Falle der Bejahung dieser Fragen kann alsdann die Reichsschiedsstelle den Spruch der Reichsregierung zur Verbindlicherklärung empfehlen. Der Ausspruch der Berbindlicherklärung erfolgt alsdann durch die Reichsregierung als Akt der Staatshoheitsverwaltung, da nach den eben gemachten Vorschlägen über den Umfang der Verbindlicherklärung dieser Zwangseingriff nur dort in Frage kommen soll, wo unmittelbar das vom Staate zu schützende Allgemeininteresse auf dem Spiele steht. Erhöhung der Umsatzsteuer. Berlin, 2. Nov. Wie in politischen Kreisen verlautet, wird neuerdings im Reichsfinanzministerium erwogen, zum Ausgleich des kommenden Reichshaushalts eine Erhöhung der Umsatzsteuer vorzunehmen. Es heißt zwar, daß Steuerpolitiker des Zentrums und der Deutschen Dolkspartei für diesen Gedanken gewonnen sein sollen, doch bestcht kein Zweifel darüber, daß ein solcher Gedanke in weiten Kreisen stärkste Gegnerschaft finden würde, und zwar nich nur aus steuerpolitischen, sondern vor allem aus volkswirtschaftlichen Gründen. Letzte Telegramme in Kürze. Die Tragödie des Unteroffiziers Losch. Annie Roths erste Vernehmung. Magdeburg, 3. Nov. Die im Zusammenhang mit dem Tode des Reichswehrunteroffiziers Kosch am Mittwoch verhaftete Geliebte des Soldaten, Annie Noth, wurde am Donnerstag vom Untersuchungsrichter vernommen. Die Vernehmung drehte sich vor allem um die Herkunft des Revolvers, mit dem der Unteroffizier erschossen wurde. Besonderer Wert wurde auf die Feststellung gelegt, ob Kosch oder Annie Noth sich vor dem 20. Oktober im Besitze einer Schußwaffe befunden haben. Da die Aussage der Verhafteten über diesen wie auch über andere Punkte ziemlich unklar waren, erließ der Untersuchungsrichter eine Bitte an die Magdeburger Bevölkerung, bei der Aufklärung des Dramas behilflich zu sein. Die Todesstrafe gegen b«m Obregon-Mörder beantragt. Paris, 3. Nov. Wie aus Mexiko gemeldet wird, beantragte der Generalstaatsanwalt gegen den Mörder des General. Obregon die Todesstrafe und gegen die gleichfalls beschuldigte Nonne 30 Jahre Gefängnis. Ein Wahnsinniger erschießt eine ganze Familie. London, 8 . Nov. Aus Sidney wird berichtet, daß ein wahnsinniger Mann namens Gurnett Robb sich nach dem Hause seines Onkels begab und dort die beim Mittagessen befindliche Familie mit einem Gewehr angriff. Der Onkel wurde schwer verletzt und liegt hoffnungslos darnieder. Drei weitere Personen wurden auf der Stelle getötet. Robb beging nach der Tat Selbstmord. Zum Attentat anf de« polnischen Generalkonsul in Prag. Prag, 3. Nov. Bei einem erneuten Verhör des Attentäters auf den polnischen Generalkonsul in Prag erklärte er, daß er nach seiner Flucht aus russischer Kriegsgefangenschaft, in die er als österreichischer Kriegsfreiwilliger gefallen sei, bis zum Umsturz in der österreichischen Armee gedient habe und später an den Kämpfen der ukrainischen Truppen gegen die neuentstanöene polnische Republik teilgenommen hätte. Die Kämpfe mit den Pole» hätten ihn zum erbitterten Gegner der Republik gemacht. Erst in diesem Jahre habe er den Entschluß zur Ausführung des Attentats gefaßt. Eröffnung der türkischen Nationalversammlung. Angora, 3. Nov. Am Donnerstag eröffnete der Staatspräsident Kemal Pascha die Nationalversammlung mit einer längeren Rede über die Innen- und Außenpolitik der Türket im letzten Jahre, die geplanten Reformen und die augenblickliche Wirtschaftslage. Anschließend wurde das Gesetz über die Einführung des lateinischen Alphabeths ohne Aussprache angenommen. Innerhalb vier Wochen müssen alle türkischen Zeitungen in lateinischer Schrift erscheinen. Rene schwere Zusammenstöße zwischen Mohammedaner« «nd Hindus. London, 2. Nov. In Kalipahari (Südindieick kam es nach eidungen aus Bombay zu schweren Unruhen zwischen Mohammedanern und Hindus, in deren Verlauf drei Mo- >a edaner und zwei Hindus getötet wurden. Die Zahl er verwundeten ist sehr groß. Die Lage ist noch ungeklärt. Die dentfche Sprache in de« lothringische« Volksschule«. Paris, 2. Rovkmber. Der lothringische Generalrat »ahm nit alle» gegen eine Stimme bei einer Stimmenthaltung inen Antrag des Abg. von Saargemünd an, wonach in allen Volksschulen des deutschsprechenden Gebietes vom ersten Schuljahr an deutsch gelehrt werden soll. Der Abstimmung ling eine lebhafte Aussprache voraus, in der der Antragteller auf die Vor- und Nachteile des Zweisprachen-Unter- llchts hinwies und erklärte, er lasse sich bei seinem Antrag wn politischen und pädagogischen Erwägungen und dem Dohle Frankreichs leiten. Aus Nah und Fern. ep Sinsheim, 3. Nov. (Reformationsfest". Am 31. OKI. am Vorabend vor Allerheiligen 1517 hat Luther, der Augustinermönch, einst die 95 Thesen an die Pforte der Schloßkirche zu Wittenberg angeschlagen. Dieser Thesenanschlag wurde der Aufbruch der großen reformatorischen Bewegung. Ueberall in der deutschen evangelischen Welt feiert man deshalb in diesen Tagen das Reformationsfest. Die badische Landeskirche tut es am morgigen Sonntag. Wo die Gemeinden im Besitze der Kirchenfahne mit dem violetten Kreuz auf weißen Grunde sind, werden an die- sem Tage die Kirchen beflaggt sein. In den gottesdienstlichen Feiern ist es immer ein Höhepunkt, wenn das Lutherlied ,„Ein feste Burg ist unser Gott" angestimmt wird. Beim Ausgang aus den Kirchen wird eine allgemeine Kirchensammlung für die badische Diaspora veranstaltet,- dürft,, das große deutsche Gustav-Adolf- Vereinsfest in Freiburg ist das Interesse dafür neu angefacht worden. In vielen Gemeinden, vor allen in denen der großen Städte werden außerdem Gcmeindeabenoe gehalten mit Borträgen aus der Reformationsgeschichte. auch mit Festspielen. * Sinsheim, 3. Nov. (Konzert mit Tanz.) Am Sonntag Abend veranstaltet die Feuerwehrkapelle unter Leitung seines rührigen Dirigenten Hch. Geffers im Saale zur„Rcichskrone" ein Konzert. Für dasselbe ist ein reichhaltiges Programm aufgestellt, so- daß der Abend jedem Besucher genußreiche Stunden bieten wird. cf Sinsheim, 3. Nov. (Welt-Kino.) Eine blinde Mutter spielt in dem Film „Die heilige Lüge", der am 2., 3. und 4. ds. Mts. im Welt-Kino zur Aufführung gelangt, die Hauptrolle. Durch eine geschickte Operation wird sie sehend und muß erlxben, wie es ihren Kindern, die sie in Glück und Reichtum glaubte, schlecht geht. Erschütternde Szenen von Kindesliebe und Mutterglück rollen sich ab und die glänzende Besetzung durch namhafte Darsteller, von denen wir nur Otto Gebühr und Sybil Merel hervorheben wollen, bieten die Garantie für eine herrliche Aufnahme dieses klassischen Filmwerkes. * Sinsheim, 3. Nov. (Besitzwechsel.) Das Wohnhaus mit Nebengebäuden vom verstorbenen Kutscher Hassel in der Hauptstraße ging um den Kaufpreis von 14 500 Mk. in den Besitz von Schmiedmeister Reichert in Mönchzeil über. Ferner wurde das Schmitt'sche Anwesen der „Zwingermühle" zum Preis von 35 000 Mark von Aug. Schween in Helmarshausen angekauft. ^ Sinsheim, 3. Rov. (Kaltfärben.) Das Kaltfärben und Batiken im Hauhait ist heute die Losung. Die Richard Wagner- Drogerie hat von der Malax-Farbenfabrik Berlin eine Werk- meisterin nach hier erbeten, welche nächsten Montag und Dienstag das Kaltfärben und Batiken praktisch vorführen und erläutern wird. Jeder Besucher kann sich einen kleinen Gegenstand kostenlos färben und batiken lassen, welcher sofort wieder mitgenommen werden kann. Näheres besagt das Inserat. Babstadt, 3. Nov. (Konzert.) Der „Orchesterverein Leimen" bei Heidelberg gibt unter der vortrefflichen Leitung seines Dirigenten Karl Frieß, Heidelberg, ein geborener Babstadter nächsten Sonntag ein großes Konzert in der Bahnhofrestauration M. Seitz. Die Kapelle erwarb sich auf dem Musikfest im Juni in Ziegelhausen den ersten Preis unter starker Konkurrenz. Herr Frieß bürgt für einen musikalischen Hochgenuß durch ein vorzüglich zusammengestelltes Programm, sodaß ein Besuch des Konzerts, auch für Auswärtige sehr zu empfehlen ist. -- Fttlingen, 2. Nov. (Todesfall.) Im Alter von 74 Jahren ist hier Metzgermeister und Altochsenwirt Hieronymus Kauzmann gestorben. Seine Beisetzung offenbarte deutlich, daß der Bcv- storbene überall in bestem Ansehen stand. Am Grabe sang der Sängerbund" seinem verstorbenen Mitglied zum letzten Abschied. % Rohrbach, 2. Nov. (Die Zuckerrübenernte) ist gegenwärtig in vollem Gange und ist die Straße nach Eppingen, wo die Ablieferung erfolgt, von den Fuhrwerken stark in Anspruch genommen. Dabei kommt die (teilweise) Straßenverbesserung dem Verkehr sehr zu statten, wenn auch leider nicht, wie es wohl nötig wäre, ie Landstraße Eppingen—Breiten auf dem Abschnitt Eppingen—Neuhof ganz verbessert und geteert wurde. x Aus dem Amtsbezirk, 2. Nov. (Landwirtschaftslehre.) Am Montag, den 12. November beginnt an der landwirtschaftlichen Kreis-Winterschule Eppingen der Unterricht für Landwirtssöhne. Die Eppinger Schule ist eine der ältesten landwirtschaftlichen Fachschulen Badens und verfügt über eine äußerst reiche Lehrmittelsammlung. Die Lage der SftMe inmitten einer ackerbaulich und tierzüchterisch hochentwickelten Gegend und in der Nähe unserer Industriezentren ermöglicht ein weitgehendes Lebendigmachcn des Unterrichts durch Anschauung, sodaß eine gründliche und vielseitige Fachausbildung gewährleistet ist. Eine seit Fahren von der Landwirtschastsschule ausgehende erfolgreiche Berfuchstätig- keit trägt dazu bei, die Berührung und Zusammenarbeit mit der Praxis noch eingehender zu gestalten und ermöglicht, die Erfahrungen auch für die Fortbildung unseres bäuerlichen Nachwuchses nutzbar zu machen. Der Lehrplan gliedert sich in einen Unter- und einen Oberkurs, wobei darauf hingewiesen werden sott, daß der 2. Kurs aufbauend auf dem Lehrplan des 1. Kurses, das Besondere der Landwittschaftslehre dem Iungbauern nahebringt. Im Oberkurs werden eingehend behandelt: Gräserkunde, Wiesenbau, Sortenfragen, Fruchtsolge, Tierzucht, -Fütterung u. -Nutzung, Milchwirtschaft, Obst-, Wein- und Gemüsebau, die kauf- niännische Ausbildung des Landwitts, Geld und Kreditwesen, der Landwirt als Genossenschaftler, der Landmitt als Gewerkschaftler. Der geldliche Aufwand für den Schulbesuch ist durch das Entgegenkommen der Kreisverwaltung Heidelberg, die neben dem Staat etwa 9 Zehntel der Unterhaltungskosten der Anstalt trägt, verhältnismäßig gering. Ein gemeinsamer Mittagstisch für die auswärtigen Schüler trägt der gesellschaftlichen Erziehung Rechnung und sorgt zugleich für preiswerte Verpflegung. Im Interesse unserer einheimischen Landwittschast ist zu hoffen und zu wünschen, daß möglichst viele Landwirte ihren Söhnen den Besuch der Fachschule ermöglichen, damtt diese sich dort das heute unentbehrliche geistige Rüstzeug für den Existenzkampf holen, um als freie Bauern ihre väterliche Scholle zu erhalten oder eine neue Wittfchast zu gründen — trotz der ausländischen Konkurrenz. --- Oestringra, 2. Nov. (Schwerer Unfall.) Auf der Straße nach Rettigheim wurde der Tünchermeister Gerlach von einem Auto erfaßt, zu Boden geworfen und in erheblicher Weise verletzt. Angeblich sott der Verunglückte selbst an dem Unfall schuld sein. — Heidelberg, 2 .Nov. (Diebstähle von Fahrrädern und anderen Dingen.) Gestohlen wurden vier Fahrräder: ein Herrenfahrrad (Marke „Presto" Nr. 24804), das vor einem Haufe in der Hauptstraße aufgestellt war,- ein Herrenfahrrad (Marke (Opel) Nr. unbekannt) aus dem Hofe des St. Annahofpitals; ein Fahrrad (Marke „Diamant" Nr. unbekannt) aus einem Hausflur in der Hauptstraße; ein Fahrrad (Marke „Presto" Nr. unbekannt), das ein Waldarbeiter bei der Holdermanns Eiche an einem Baum aufgestellt hatte. — In einer Wirtschaft in Heidelberg-Rahrbach wurde ein Herrenmantel im Wette von 160 RM. und ein Herrenmantel tm Werte von 50 RM. von noch unbekannten Täter« entwendet. — Aus einem Hofe in der Eppelheimer Straße wurden eine Anzahl dott aufgehängte Wäsche- und Bekleidungsstücke von noch unbekannten Tätern entwendet. % Sulzfeld, 2. Nov. (Walokauf). Unter den Kommunalprojekten unserer Gemeinde nimmt gegenwärtig der geplante Waldkauf das Hauptinteresse ein. Freiherr Clemens von Göler-Ravens- burg in Daisbach beabsichtigt, seinen auf der hiesigen Gemarkung liegenden 64 Hektar großen Walo zu verkaufen und war es der Gemeinde, dank dem Entgegenkommen des Besitzers möglich, der Walderwerbung näher zu treten. Die Gemeinde hat denn auch von dem gesetzlichen Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und vorbehaltlich der Zustimmung des Bürgerausschusses den Wald um 140 000 Mark gekauft. Es wird erwartet, daß der Bürgerausschuß, der in nächster Zeit einberufen wird, dem Beschluß des Gemeinderats zustimmt, zumal die Gemeinde bekanntlich über einen verhältnismäßig geringen Waldbestand verfügt. — Breiten, 2. Nov. (Unfall.) Gestern morgen gegen 5 Uhr fuhr ein von Neustadt (Hard) kommendes, mit Häuten beladenes Lastauto mit Anhänger den Diedelsheimer Berg hinauf. Da bet brach die Kuppelung, die den Anhänger mit dem Hauptwagen verband. Der Anhänger fuhr rückwärts den Berg hinunter und prallte gegen das Haus des Heinrich Bauer. Die Hauswand des Gebäudes wurde an der unteren rechten Seite eingedrückt. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Der im Anhängen fahrende Mitfahrer konnte sich durch Abspringen retten. Der Anhänger ist beschädigt. Unmittelbare Gefahr für das Haus besteht nicht. ** Ladenbnrg, 8. Nov. (Brieftanben-Ausstellung.) An kommenden Sonntag veranstaltet der Vriestaubenverein „Luftpost" im Adlersaal eine Reisevereinigung-Aus'tellung, bei der etwa 180—200 Brieftauben zur Schau gestellt sind, alles Tiere, die in diesem Jahre schon bis zu 630 km in 12 Stunden zurückgelegt haben. An der Ausstellung beteiligen sich die der Reisevereinigung angehörenden Brreftau- benvereine in Ladenbnrg, Neckarhausen, Ilvesheim, Sek- kenheim und Friedrichsfelö. ** Karlsruhe, 3. Nov. (Unfälle.) An Allerheiligen nachmittags fiel in der Hans-Thoma-Straße der 5jährige Junge eines Bahnwärters aus Teutschneureut von dem Wagon eines Pferdefuhrwerks herunter und erlitt eine leichte Gehirnerschütterung. - Zur gleichen Zeit rutschte am Karls- tor eine Frau auf dem nassen Asphalt aus und brach sich den Oberschenkel. Sie wurde mit dem Krankenauto nach dem Neuen Vinzentiushaus verbracht. — Vormittags ivurde ein 55jähriger Arbeiter von Durlach beim Ueberqueren der Landstraße Durlach—Karlsruhe bei der Straßenbahnhaltestelle Bahnhof von einem Personenkraftwagen ans Frankfurt umgefahren und eine kurze Strecke weit geschleift. Er erlitt außer Hautabschürfungen im Gesicht eine Gehirnerschütterung und wurde ins Krankenhaus Durlach eingc- liefert. Die Schuldfrage ist noch nicht einwandfrei geklart. — Nachmittags wurde ein Fußgänger, als er die Kaiserstraße am Kaiserplatz überqueren wollte, von einem Motorradfahrer von hinten angefahren und auf den Gehweg geworfen, wobei er sich offenbar innere Verletzungen zuzog. Die Schuld trägt der Motorradfahrer. ** Karlsruhe, 8. Nov. (Ertappter Einbrecher.) In der Nacht zum Donnerstag wurde von einem Polizeibeamten ein Einbrecher festgenommen, der in der Zeit vom 24. bis 28. Oktober mehrfach während der Nachtzeit durch ein Kellerfenster in den Keller eines Hauses in der Waldhornstraße und von dort durch eine Falltüre in den Wirtschaftsranm der Wirtschaft zum „Weinberg" eingestiegen war und ans der dort befindlichen unverschlossenen Wirtschaftskasse Geldbeträge zwischen 8 und 15 Mark entwendet hatte. Der Täter, der in demselben Hause wohnhaft ist, gab nach längerem Leugnen die Diebstähle zu. Er wurde ins Gefängnis eingeliefert. ** Freibnrg i. Br., 3. Nov. (Aus Liebeskummer in den Tod.) Zwei Studenten entdeckten auf dem Brombergkopf die Leiche eines Mannes, der sich erhängt hatte. Gestern früh wurde von der Staatsanwaltschaft Freiburg der Tote als der Bäcker Friedrich Honold aus Neuulm erkannt. Honold dürfte sich aus Liebeskummer das Leben genommen haben. Da seine Eltern sein Verhältnis mit einre Kontoristin nicht dulden wollten und es hintertrieben mit der Drohung, er würde das väterliche Geschäft nicht erhalten; Honold war dann nach Freiburg gezogen, wo er bei einem hiesigen Bäckermeister in Arbeit stand. ** Freibnrg, 3. Nov. (Flüchtiger Buchhalter.) Die im vorgestrigen Polizeibericht angeführten, beide flüchtig gegan. genen kaufmännischen Angestellten sind zwei 21jährige (I) Buchhalter, die in einem hiesigen Geschäftshaus für elektrische Artikel die Vertrauensstellung von Buchhaltern bekleideten. I» der von ihnen verwalteten Kasse ist ein runder Fehlbetrag von 10 000 Mark aufgeöeckt worden. Das Geld wurde anscheinend nicht von einem Tage zum andern, sondern allmählich veruntreut. Wozu es die Flüchtigen verwendet haben, bedarf noch der Aufklärung. ** St. Blästen, 3. Nov. (Mit dem Auto in einen Kanal gefahren). Der Gipsermeister Alfred Mutter wollte - die Ehefrau des Gastwirts Josef Geng vom Tannhäuser bei St. Blasien mit seinem Auto nach Haus bringen. Unterwegs fuhr Mutter über die Straßenböschung hinaus in einen bei der Straße befindlichen Kanal. Das Auto überschlug sich und die beiden Insassen wurden herausgefchleu- dert. Glücklicherweise kamen Passanten des Wegs, die die Beiden aus dem Wasser retten konnten. Frau Geng scheint erhebliche Verletzungen erlitten zu haben. Beide Insassen des Autos wurden ins Krankenhaus verbracht. ** Straßburg t E., 3. Nov. (Tragisches Ende eines Streits.) In Haytngen in Lothringen begann der 42jährige Arbeiter Rosatio mit seiner Frau einen Streit, in defien Verlauf er seiner 18sährigen Tochter, die thn beschwichtigen wollte, eine Kugel in den Leib schoß. Darauf ging er in den Hausflur und tötete sich durch einen Schuß in die Schläfe. — (Schiffszusammenstoß.) Bei Neubreisach ist auf dem Rhein-Rhonekanal ein Brikettschiff infolge Zusammenstoßes mit einem anderen Schiff gesunken. Es gelang, das gesunkene Schiff ans User zu schleppen und den Verkehr aufrecht zu erhalten. Möbelfabrik Telkamp Die Fabrik liefert direkt an Private Verkaufshaus nur in Heidelberg am Bahnhof Bismarckplatz Riickgebäude Hotel Tannhäuser. Nr. 258. Jahrgang 1928. Der Lauddate * Stushet«» 3ettxag. Samstag, den 3. November 1928. Schreckenskampf mit einem Tobsüchtigen Er glaubte Heidger z« sei«. Berli«, 8. Nov. Wie die »Nachtausgabe" aus Kassel meldet, kam der 19jährige Kaufmann Fett am Freitag früh stark betrunken nach Hause, stürmte mit einem Revolver in »er Hand in die «Schlafzimmer seiner Pflegeeltern und drohte ihnen» fie zu erschießen. Dem Pflegevater gelang es, dem Tobenden den Revolver aus der Hand zu schlagen und mit seiner Frau zu flüchten. Fett bewaffnete sich darauf «it einem langen Dolchmesser und durchlief das ganze Haus. Die Bewohner flüchteten uur notdürftig bekleidet ans die Straße. Inzwischen hatte Fett de« Revolver wieder gefunden «nd bedrohte «nn alle Strahenpassanten. Das Ueberfallkommando mußte mit Scheinwerfern anrücken. Erst nach langer Zeit gelang es, an das Bersteck -es Tobsüchtigen heranzukommen. Fett hatte die Kücheneinrichtung zertrümmert und darauf eine Barrikade errichtet. Fortgesetzt feuerte er auf die Beamten, von denen vier Verletzungen davontrugen. Es gelang schließlich an den Tobsüchtigen heranzukommen und ihn zu fesseln. Auf der Wache gab er an, durch übermäßigen Alkoholgenuß und durch Erzählungen von dem Mörder Heidger in die Wahnvorstellung versetzt worden zu sein, selbst Johann Heidger zu sein. Blutige Sludenlenschlachl in Lemberg Berlin, 3. Nov. Nach einer Abendblättermeldung kam es bei den Lemberger Zusammenstößen zwischen ukrainischen und polnischen Studenten und der Polizei, wie ergänzend gemeldet wird, zu einem regelrechten Kampf, in dessen Verlauf 200 Schüsse gewechselt wurden. Dabei find allein 18 Polizisten verwundet und 22 Ukrainer von der Polizei verhaftet worden. JnS. gesamt wurden bet den Ausschreitungen ungefähr 70 Personen verletzt. Außerdem wurden 60 Ukrainer, die in den Räumen der ukrainischen Genossenschaft »Zentronjus" eine Beratung abhielten, von der polnischen Polizei verhaftet und ins Untersuchunasaefängnis einaeliesert. ^ Radio • Programm ^ für Samstag, den 3. Nov.: Breslau. 20.15 Uhr: Fröhliche Funkerei. Uebertragung aus dem großen Konzerthaussaal. 22.30—24 Uhr: Tanzmusik. Frankfurt. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.45 Uhr: Schulfunk. 15.05 Uhr: Iugendstunoe. 16.35—18 Uhr: Nachmittagskonzert aus Stuttgart. 20.15 Uhr: „Zwei glückliche Tage." Anschl. bis 00.30 Uhr: Tanzmusik aus Berlin. Hamburg. 20.00 Uhr: „Mayers." Schwank in 3 Akten. 22.30 Uhr: Konzert aus dem Kaffeehaus Wallhof. Köln und Langenberg. 17.45—18.30 Uhr: Vcsperkonzert. 20Uhr: Lustiger Abend. Anschl.: bis 1 Uhr: Nachtmusik uno Tanz. Königsberg. 20.05 Uhr: „Hoffnung und Segen". Eine Fischer- Tragödie. 22.15—24 Uhr: Unterhaltungs- und Tanzmusik. Königswusterhausen. 20 Uhr: „Seeschlacht." Tragödie. Anschl. bis 00.30 Uhr: Tanzmusik. Leipzig. 20 Uhr: „Wenn ich König wür." Romantisch-komische Oper. Anschl.: Tanzmusik aus Berlin. München und Kaiserslautern. 14.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 16.00 Uhr: Unterhaltungskonzert. 17.40 Uhr: Zitherkonzert von Anton Roth. 19.30 Uhr: Unterhaltungskonzett 20.30 Uhr: „Tageszeiten der Liebe". Lustspiel. 22.30 bis 24.00 Uhr: Tanzmusik. Stuttgart. 10.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 14 Uhr: Fugendstundc. 15 Uhr: Darbietungen aus Mund- und Handharmonikas. 16.00 Uhr: Wagner- Nach.uittag. 20.15 Uhr: Schwäbischer 2 > cnd. Uebertragung von Backnang. 23.30 Uhr: Tanzmusik. Anschl.: Versuch der Uebertragung amerikanischer Sender. Toulouse. 21.30 Uhr: Konzert. Mailand. 20.50 Uhr: Orchesterkonzert. 23.00 Uhr: Zigeunermusik. Bahnhofstr.23Radio-H8user Heidelberg Telefon 4091 Modernste Rundfunk—Anlagen- Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orten. - Bcrtrcterbesuch u. Vorführung unverbindlich. Radio-Literatur. Programm-Zeitschrifteu bei 3. Soli vuchhdlg., Sinsheim Marktberichte. Heidelberger Wochenmarkt. Kartoffeln das Pfund 7 Pfg., Weißkraut 10—15, Rotkraut 15-18, Wirsing 12—15. Rosenkohl 25 bis 30. Blumenkohl 20 bis 1.00. Mangold 10 Pfg-, Spinat 15. Bohnen gelbe 65 bis 70. Tafeläpfel erste Wahl 30—50, Tafeläpfel zweite Wahl 20 bis 30, Tafelbirnen erste Wahl 30—50, Tafelbirnen zweite Wahl 20—30. Kochäpfel 15—20, Kochbirnen 15 bis 20. Kopfsalat das Stück 10—20, Endivien 10 bis 20, Feldsalat, % Pfd. 10—25, Rettig das Stück 5—15, Radieschen das Gebund 10, Tomaten 15 bis 20, Schwarzwurzeln 60—70, Karotten das Gebund 8—10, Rüben, gelbe, rotfleisch 10—15, Rüben rote 15, Rüben, weiße 8—12, Bodenkohlrabi 8—10, Kohlrabi das Stück 10—15, Zwiebeln 15. Evangelischer Gottesdienst. Refornmtionsfest 4. November. Kirchenchor. Kollekte für die evang. Diaspora. Vrl0 Uhr: Hauptgottesdienst mit Abendmahl. Dekan Eisen, r/s 2 Uhr: Eröffnungsgottesdienst für den Konfirmanden-Unter- Unterricht. Dekan Eisen. Evang. Bereinshaas. Sonntag, den 4. November, um 8 Uhr Versammlung. Montag, den 5. November 8 Uhr Männer- und Iünglingsverein. Mittwoch, den 7. November um 8 Uhr Bibel- und Gebetstunde. Wetterbericht. Wetternachrichten der Bad. Landeswetterwarte vom 2. Nov. Karlsruhe, 2. Nov. Der Tiefdruck über Nord-Westeuropa hat sich inzwischen nach Süd-Osten verlagert und erstreckt sich heute von Frankreich über Norüdeutschland bis nach Kurland. Da wir somit auf seiner Vorderseite geblieben sind, kam es gestern nur stellenweise zu leichten Regenfällen. Ueber Nordeuropa liegt jetzt etn aus Kaltluftmaffen aufgebautes stabiles Hochdruckgebiet. Der Tiefdruck wird daher über dem Festland erhalten bleiben und uns weiterhin Bewölkung und zeitweise Regen bei wenig veränderter Temperatur bringen. Sprengpulver und Böllerpulver - JaSiWia Ihren Bedarf in Glas- u. Porzellanwaren Korbsessel, Oefen u. Herde sowie alle HaushaltungsgegenstSnde finden Sie im Haushaltung sg eschSit Heinrich Lackner beim Bahnhof. Komme am Montag auf den M a r k t nach Eins, heim mit einer großen Partie _ Schuhwaren Spezialität: Handgemachte Schuhe u. Stiefel. Gottlieb Deck aus Reutlingen. Reichöbund der KrieasbefchSdigte«, Kriegsteilnehmer trab Krteierhiltterbliebeue» Sau Baden // Sitz Karlsruhe Kriegsstratze 200 Fernsprecher 5518 Parteipolitisch und religiös neutral! Aelteste, größte u erfalgreichste Kriegsopfer- Organisation betreu! Im Reiche aber «ooooo zahlende RtttgNedee l mit mehr ol« öooooo Familien - Ungehörigen 1 3« Baden allein gehören 30000 Kriegsopfer als zahlende Mitglieder mit über 60000 Familienangehörigen den Reichsbund an! Der Reichsbund hat in Baden überall Ortsgruppen» Er ist auf alle« Gebieten der Kriegsopfer - Bersorguug anb -SSrsorge mit bestem Erfolg tätig. Dittangsvollste Vertretung im 6pr»chversahre«! 3n allen Gerichiskreisen Zweiggcschästsstellen. Kein Kriegsopfer sollte dem Reichsbuud als Interessenvertretung fernstehen, wetbnng«« nehmen die Gauleitung, Zweiggefchästs- stellen, Bezirksoereine und Ortsgruppen entgegen! LwripgrschaN Aeae n ie de» »rrichwkrei« TRannftHrn I» Sri veiverg, Mobebocheesteoste 13, Fernsprecher 1096 Auskunft erteilt TNbert «Schubert Ginsheim a. E. _ bei der Kirche. Eine Reise im Luftschiff „Graf Zeppelin“ Die soll ja ganz wunderbar sein, Doch fand’ ich kein „Palmbräu-Märzen“ an Bord, Dann bleib’ ich lieber daheim. a aaaaasaaai Große Auswahl in gut bürgerl. Einrichtungen finden Sie stets im Sinsheimer Möbellager Barth A. Stoll Stellengesuche finden im Landbote« «eitgehendste Beachtune Achtung! Hausfrauen! Vereinshank 8inshelm eingetr. Genossenschaft m. besehe. Haftpflicht (vormals Vorschuß-Verein) Gegründet 1868. Annahme von Spareinlagen bei zeitgemäßer Verzinsung. Kostenloses Färben »nd Valide» All de» bestens denWtte», daMdende» MM-VM-SW-Men M Mvvtstg, de« s.«. Sievststg, dt« 8. MMer in «einem Sefchöftslotal. roirb durch eise Dame vorgeföhrt Jedem Besucher wird ein kleiner Gegenstand kostenlos gefärbt oder gebatikt, der sofort wieder mitgenommen werden kann. 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Bahnhof, Babstadt Sonntag, 4 . November, nachmittags l/24 Uhr Großes Konzert des 18 Mann starken Orchestervereins Leimen bei Heidelberg unter Leitung seines Dirigenten, Herrn Karl FrieB, Heidelberg (geb. Babstadter). Es wird gute Militär- Musik geboten. Keine Shimmy-Musik. Programm, das zum Eintritt berechtigt, 50 Pfg. Gelegenheitsangebot! I! 1 Mathit Zweisitzer 6 HP mit elektr. Licht und Starter.KM. 900.— 1 Opel 5/14 PS 4-Sitz. off. m. elektr. Licht RM. 800.— 1 Opel Limousine 10/40 PS mit elektr. Licht, Starter etc. RM. 2800.— Lieferwagen: 1 Peugeot 5/15 PS mit Prische . . RM. 500.— 1 Adler 5 PS offener Viersitzer . . RM. 400.— 1 Opel 9/24 PS mit elektr. Lichtanlage Kastenwagen.RM. 900.— 1 N. A. 8. mit Pritsche.RM. 800.— 1 N. A. 8. mit elektr. Beleuchtung 10 PS Personenwagen.RM. 500.— Sämtliche Fahrzeuge sind motorisch einwandfrei, fahrfertig für jeden Zweck geeignet. Zwischenverkauf Vorbehalten. Haussmann, Heidelberg Rohrbacherstr. 83/85 Telefon 2508. Palast-Lichtspiele Sinsheim „Stadtpark-Saal“ Donnerstag, 1., Freitag, 2., Samstag, 3. und Sonntag, 4. November jeweils abends 8.20 Uhr, Sonntag Nachmittags 3 6 Uhr. Emil Jannings in Der Weg allen Fleisches übertrifft all seine seitherigen Filme. 9 Akte. 9 Akte. Nebst grobem Beiprogramm — Nur für Erwachsene. — Preis der Plätze 1.20, 10.80 0.00 rä I n A 1 a 11 1 1 - \ On «UM In die Well. Ein interessanter Funkversnch. Pat und Patachon in der Reichshauptstadt. Kürzlich übertrug zum ersten Male die „Norag" an Bord eines Ozeandanrpfers die Abfahrt des Schiffes nach Uebersee auf eine größere Anzahl deutscher Radio- ssnder. — Unser Bild zeigt, wie der Kapitän sich von Deutschland verabschiedet. Anläßlich der Uraufführung des 23. Films der beiden bekannten Filmkomiker weilten Pat und Patachon in Berlin. — Das lustige Gespann bei der „ll f a" in Neu babelsberg. Von links: Betty Amaun, Carl Platen, Pat und Patachon und der Regisseur Joe May. Der neue Zeppelin-Ankermast in Staaken. H Byrds Start zur Südpolexpedition. Zur 700-Jahrfeier der Stadt Güstrow in Mecklenburg. Aus dem Flugfeld in Staaken bei Berlin wurde der Ankermast für den Zeppelin fertiggestellt, an dem das Luftschiff bei seinem nächsten Berliner Besuch anlegen wird. Commander Richard E. Byrd mit seinem Hund „Igloo", der ihn auf allen seinen Expeditionen begleitet und aucki diesmal als Maskotte mitgehr, de r f e i n e r V e r a b s ch i e d un g i m Hafen von Los Angeles Dieser Tage begeht die Stadt Güstrow in Mecklenburg unter zahlreichen Festlichkeiten die Feier ihres 700jährigen Bestehens als Stadt. — Der Borwins-Brunnen auf dem Pferdemarkt in Güstrow. Zehn Jahre tschechoslowakische Republik. Der Ostasienflug Hünefelds. In Prag wurde kürzlich die zehnjährige Wiederkehr des Gründungstages der tschechoslowakischen Republik mit großen Feierlichkeiten begangen. Den glanzvollsten Punkt der Veranstaltungen bildete eine große Parade vor dem Präsidenten der Republik, Masaryk. — Der Präsident mit dem Kriegsminister und der Generalität beim Abreiten der Truppenaufstellung. Der Ozeanflieger Freiherr v. Hünefeld hat seinen Fernflug Berlin-Tokio beendet. v te rK-i k“ 5 erfolgreiche Langstreckenflugzeug vom Typ der „Bremen", hat die R'.esenstrecke in hervorragender Form bewältigt. — Die „Europa" nach der Landung in Kalkutta.