•ctoctet «glich WM Lus,lahme der Feiertage Bezugs-Preis: G»rch dir Post bezogen und durch A» Briefträger und unser« Austräger srei ins Laus »snatlich Goldmark 1^0 Ger Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. Fällen von höherer Gewalt »«steht kein Anspruch auf Liefer- i«g der Zeitung oder auf Rüneler-Zeile 6 Gowprg. Reklamen: Die 92 mm drei» Millimeler-Zelle 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- und Textteu ist Petit. Bei Wiederholungen tarisfest» Rabatt, der be, Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Re<^ oungsdatum oder bei gerichtlich«» Betrechung erlischt. Anzeigen-Annahme bis 8 Uh» vormittags; größere An z ei g », müssen am Tag« vorher «G gegeben werden. Bank-Konto Derrinrdank Sttshri» «.D.M.K.L. M 266. Dienstag, den 13. November 1928, 89. Jahrgang Dampfer „Bestris" in schwerer Seenot. Die Gründe unbekannt. — Dampfer eilen zur Hilfe. — Das Wrack von Passagieren und Mannschaften verlassen. Newyork, 12. Nov. Der 10 000-To»nen-Dampfer „Bestris" befindet sich 100 Meilen von der Küste von Virginia bei schwerer See in großer Seenot. Dir Gründe sind bisher noch unbekannt. Nach den letzten Meldungen mutzten die 350 Passagiere die Rettungsboote besteigen, da sich das Schiff bereits auf die Seite legte. Bon allen Seiten begeben sich Dampfer zur Unfallstelle. Das Marinedepartement in Washington gab dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Marine den Befehl, alles aufzubi.'ten, um dem sinkenden Schiff zu Hilfe zu eilen. Wie uns ergänzend aus London noch gemeldet wird, handelt es sich jb'-ei dem in Seenot befindlichen Dampfer „Bestris" um «in britisches Schiff, das von Newyork nach Rio de Lineiro unterwegs war und 62 Reisende erster Klasse, 119 Reisende zweiter Klasse und 145 dritter Klasse außer der Besatzung an Bord hat. Reben dem englischen Dampfer „Newton" und dem japanischen Dampfer „Ohio Maru" hat das amerikanische Marineministerium vier Küstenschiffe und sechs Patrouillenboote zur Hilfeleistung entsandt. Die Passagiere haben inzwischen die Rettungsboote bestiegen. Nur der Kapitän und einige Reisende befinden sich noch an Bord des Dampfers, der sich jeden Augenblick zu überschlagen droht. Der Dampfer „Bestris" war von Newyork nach Barbardos und den südafrikanischen Häfen unterwegs. Das Schiff ist Samstag nacht in der Nähe der Küste in einen Sturm geraten, wobei sich die Ladung verschob, so dah das Schiff Schlagseite erhielt. Ein Telegramm, das der Dampfer „San Juan" von der „Bestris" erhielt, besagt, daß das Deck auf Steuerbord bereits unter Wasser ist und d'aß es dem Schiff unmöglich ist, weiterzufahren. Es herrsche ziemlich starker Seegang. Der Dampfer „San Juan" hofft, um 4.30 Uhr nachm, örtlicher Zeit die „Bestris" zu erreiche^. Außerdem sind noch andere Schiffe zur Hilfeleistung unterwegs, darunter fünf Küstenwachschiffe, von denen eines über eine Geschwindigkeit von 32 Knoten verfügt, außerdem der Dampfer „Creole" der Morganlinie, ein japanischer Dampfer, der etwa 100 Meilen von dem Schauplatz des Unglücks entfernt ist und der Dampfer „Santa Barbara", der um 11.10 Uhr örtlicher Zeit etwa 140 Meilen entfernt war, im ganzen zehn Schiffe. Da die Schiffsleitung der von ihr angegebenen Pofitton nickst ganz sicher ist, wurden ihre Kompaßpeilungen der Peilfunkstation Fire- Island, Sandyhook, Montoloking übermittelt, um ihr die Berechnung der genauen Position zu ermöglichen. Um 12 Uhr 10 Min. a. 3. war die Funkanlage der „Bestris" noch gebrauchsfähig und in Tätigkeit. Ein Dampfer „Corwin", anscheinend ein Fahrzeug der amerikanischen Marine, meldete um 11 Uhr a. Z., daß er etwa 130 Meilen von der angegebenen Position entfernt ist. Der japanische Frachtdampfcr „Ohio Maru" hat den sinkenden Dampfer „Bestris" erreicht »nd bleibt in der Näh«, um die Passagiere an Bord zu nehmen, die um 12.55 Uhr a. Z. sich in die Bote begeben haben. Um 12.25 Uhr war die Funkanlage der „Bestris" noch in Tätigkeit. Ein ungenannter Dampfer ist nur noch sieben Meilen von der „Bestris" entfernt. Aus aufgefangenen Funksprüchen geht hervor, daß auch der deutsche Dampfer „Berlin" zur Hilfeleistung unterwegs ist. Laut Funkspruch des Küstenschiffes „Davis" wurde die „Be- stris" als verloren aufgegeben. Sämtliche Paffagiere einschließlich der Bordfunker haben das Schiff verlassen. Große politische 3teöe Eoolidgeö. Das englifche franzöflsche Flottenabkommen und öle Gchulöensrage. Loudo«, 13. Nov. Präsident Coolidge hielt am Sonntag anläßlich des 10. Jahrestages des Waffenstillstandes vor der amerikanischen Legion eine große Rede, die von allen drahtlosen Stationen des Landes verbreitet wurde. Coolidge behandelte ausführlich das englisch-franzöfische FloAenabkommeu und die Schulden« frage. Es werde manchmal so hingestellt, so erklärte Coolidge, als ob die Vereinigten Staaten aus dem Kriege Profit zu schlagen suchten. Nichts könnte von der Wahrheit weiter entfernt sein, als diese Behauptung. Es sei wahrscheinlich, da die endgültigen Kosten am Kriege etwa 400 Milliarden Mark oder etwa die Hälfte des Wohlstandes des Landes ansmachten. Amerika benötige eine starke Lanbstreitkrast, aber wenn es sich feine Stellung zur See vergegenwärtige, müsse es zu anderen Schlußfolgerungen kommen. Die Vereinigten Staaten benötigten große Schiffe und seien berechtigt, für den Aufbau ihrer Handelsflotte Kreuzer zu besitzen, die mit Geschützen über 15 Zentimeter Stärke hinaus bewaffnet werden müßten. Wenn die gegenwärtigen Flottenbaupläne durchgeführt seien, werde Großbritannien im ganzen «8 Kreuzer besitzen, Amerika dagegen nur 40. Es sei offensichtlich, daß wenn die amerikanische Gleichberechtigung zur See in die Praxis umgewandelt werde, Amerika weitere Kreuzer zugestanden werden müßten. Auf der Genfer Flottenkonferenz habe Amerika den Eindruck gewonnen, daß die Forderungen Großbritanniens nicht auf eiue Begrenzung, sondern auf ei«e Ausdehuuug der Flotte hinausliefe«. Was den englisch-franzöfischen Pakt anlange, so hoffen die Bereinigten Staaten, es ablehnen zu müssen, den darin enthaltenen Anregungen zu folgen. Wenn die amerikanische Regierung diesem Abkommen beigetreten wäre, dann würde die französische Armee und die englische Flotte nahezu unbegrenzt sein. Der Grundsatz der Abrüstung zu Lande und zur See würde vollkommen aufgegeben sein. Coolidge wies weiter daraufhin, daß die Nation auf dem Wege der Rüstungsbegrenzung bereits viel geleistet hätten und auf dem Wege zum Völkerbund weitere Erfolge wahrscheinlich seien. Bis zur endgültige« Abrüstung sei jedoch noch ein langer Weg zurückzulegen, aber man dürfe die Hoffnung nicht verlieren. Auf die Schuldenfrage übergehend betonte der Präsident, datz die Bereinigten Staaten auf der Rückzahlung der Schulde« bestehe« müßte«. Wenn es gelingen würde, eine Verstärkung des guten Willens in dieser Frage zu erreichen und in Gemeinschaft mit einer weiteren Begrenzung der Rüstungen die gegenseitige AusgleiWereitschaft zu verstärken, bann würde der Fortschritt in Europa tn hohem Maße gesichert sein. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen vor der amerikanischen Legion erklärte Präsident C o o l t b g e u. a., daß im Versailler Vertrag nicht nur die ganze Karte Europas ueu gestaltet, sondern auch Deutschlands riesige Kolonalbesitzungen an die Alliierte« verteilt morden feie«. Das deutsche Privateigentum sei von den Alliierten als Abschlag auf die Reparationen einbchalten worden. Amerika habe dagegen nichts genommen, obwohl seine Kriegskosten ungeheuer groß waren und, wenn man die direkten und indirekten Ausgaben zusammenzähle, hundert Milliarden Dollar ausmachten. Es müsse alles versucht werden, um künftige Kriege zu verhindern. Man dürfe aber nicht vergessen, daß Vernunft und Gewissen noch keineswegs allein maßgebend seien. Der ererbte Instinkt der Selbstzucht sei noch lange nicht ausgerottet. Bet der deutschen Reparatronsregelung hätten die amerikanischen Sachverständigen mttgeholfen. Sie hätten auch dazu betgetragen, die Rnhrräumung ficherzustellen. Das amerikanische Volk habe Deutschland 110 Dollar-Millionen geliehen, um den Reparationsplan unverzüglich in Gang zu bringen. Deutschland habe seit 1924 etwa 1,3 Milliarden Dollar Reparationen gezahlt. Amerika habe dem Deutschen Reich, den deutschen Ländern, Geincinden und Privatgesellschaften etwas mehr als 1,1 Milliarden Dollar geliehen. Es könne nicht behauptet werden, baß dieses Geld die einzige Quelle war, aus der die Reparationen bezahlt wurden, es müsse aber jedenfalls ein bedeutender Faktor für die Wiederherstellung der deutschen Zahlungssähigkett gewesen sein. Amerika wünsche ein anfblühendes Europa. Amerika werde es begrüßen, wenn alle Schulden beglichen würden. Die Vereinigten Staaten seien an den alten Feindschaften in Europa uninteressiert, vielleicht sehe Amerika nicht, wie schwer es für Europa sei, das Mißtrauen zueinander zu beseitigen. Auch Kellogg setzt sich für den Frieden ein Newyork, 12. Nov. Aus Anlaß des Waffcnstillstands- tcges hielt Staatssekretär Kellogg am Sonntagnachmittag vor der internationalen Frieüensgesellschast eine Rede, die in der Hauptsache der Frage der Festigung des Weltfrie- dens und des internationalen Schiedsgerichtsgeüankens gewidmet war. Der einleitende Teil der Rede ist besonders im Hinblick auf die bevorstehende Reise des künftigen Präsidenten Hoover nach Südamerika von Bedeutung. Lhamberlam prüft die Friedenspolilil des britischen Wrlireiches London, 13. Nov. Der britische Außenminister Chamber- lain hielt am Sonntag auf einem von der kanadischen Regierung in Ottava veranstalteten Festessen eine Rede, in der er erklärte, daß die Außenpolitik des britischen Weltreiches eine Politik des Friedens sei. Er sei überzeugt, daß er mit dieser Politik von allen Dominien unterstützt werde. Der Bund der britschen Nationen sei ein Modell für den Weltbund der Nationen, der für den Weltfrieden arbeiten müsse. Großbritannien begrüße das wachsende Interesse der Dominions ln außenpolitischen Fragen. Es sei allerdings Zeit die Wurzeln des Weltfriedens zu heilen, aber das Europa von heute sei bereits Himmelweit von dem vor 5 Jahren und noch weiter von dem Europa vor 10 Jahren, als der Krieg zu Ende ging, entfernt. Englischer Industrieschutz. London, 9. Nov. Eine Deputation von über 80 rebellischen Konservattven die dem Haupteinpeüscher der Regierung einen Wunsch vorlegtcn, daß noch vor der Wahl der Eisen- und Stahlindustrie erlaubt sein solle, dem zuständigen Tribunal ihre Forderungen für Fndustrieschutz vorzulegen, erhielt nur das Versprechen, er werde ihre Wünsche dem Premierminister unterbreiten, gewann aber die Ueberzeugung, daß vor drn Wahlen in dieser Sache nichts zu machen ist und ließ sich überreden, auf die Einbringung eines derartigen Amendements zu verzichten. Dagegen wird die Arbeiterpartei am Mittwoch die Zndustricfchutzpolitkst der Regierung durch ein Amendements kritisieren, das erklärt, keine Maßregel wie eine Ausdehnung des Zndustrieschutzgesetzes könnte die heutige Lage bessern und der wirksamste Weg, um der Konkurrenz von Ländern zu begegnen, wo die Arbeitsbedingungen schlechter seien, sei eine internationale Aktion, um diese Bedingungen zu verbessern. Das Unterhaus begann heute die Aussprache über die chronische Arbeitslosigkeit. Sie zeigt, wie sehr sie alle Parteien beunruhige und wie sehr selbst Churchills Beredtsamkeit dem Hause nicht die Hoffnung geben konnte, daß dadurch ein wirklich ernster Versuch gemacht werde, die bestehenden Zustände zu ändern. Er konnte die Abgeordneten nur mit den günstigen segensreichen Wirkungen seiner Pläne für die Erleichterung der kommunalen Steuerlasten vertrösten. Es war nicht zu verkennen, daß Churchills Rede allen Parteien sehr einleuchtete. Erster Kabinettsrat in Paris" ‘ r Paris, 13. Nov. Nachdem die in Parts anwesenden Mitglieder öes neuen Kabinetts Poincars am Sonntag abend an einem vom Außenminister Brianö veranstalteten Essen teilgenommen hatten, begaben sie sich mit Ausnahme des Ministers Bonnefous ins Elysee, wo Poincars seine neuen Mitarbeiter dem Staatspräsidenten vostellte. Vom Elysee wurde folgender amtlicher Bericht ausgegeben: „Poincars kam ins Elysee,, um durch den Staatspräsidenten die Verordnungen unterzeichnen zu lassen, die die neuen Minister ernennen. Er stellte darauf Doumergue seine Mitarbeiter vor und ei» erster Kabinettsrat im Elysee folgte". Als Ergebnis dieses ersten Kabinettsrats kann festgestellt werden, daß die Regierung sich erst am Donnerstag den Kammer» vorstellen wird, nachdem sie sich über alle Fragen, die gegenwärtig auf der Tagesordnung stehen, geeinigt hat. Um diese Einigung zu erzielen, wird das Kabinett am Mon-. tag nachmittag um 5 Uhr im Finanzministerium zusammentreten und auch tn den nächsten Tagen Beratungen abhalten. Nach dem „Echo de Paris" dürfte die Regierungserklärung tn der Kammer von Poincars und im Senat von Barthou verlesen werden. Der Ministerpräsident werde sich nach der Verlesung der Regierungserklärung bereit finden, auf die Interpellationen zu antworten. Bis jetzt haben der Radikalsozialist DaDalladier und der Sozialist Vincent Auriol Interpellationen über die Regierungsbildung eingebracht. Das Blatt nimmt an, daß die Jnterpellations- aussprache am Freitag abend mit der Annahme einer Ver- trauensentschlietzung abgeschlossen werden wird. Die Pariser Mvrgenpreffe begrüßt im großen und ganzen die Kabinettsneubilöung. Einige Blätter, wie z. B. der „Matin", errechnen, datz das Ministerium des 11. November eine sichere Mehrheit von mindestens 350 Stimmen erhalte» «erde. „Petit Journal" spricht von der Verwirklichung der republikanischen Eintracht unter den fortschrittlichen Parteien durch das neue Kabinett. Das „Journal" glaubt, daß eine große Zahl von Radikalsozialisten für Poincars stimmen werde. Berlin «nd die Neubildung des Kabinetts Poincars. Berlin, 13. Nov. Die Nachricht von der Neubildung des Kabinetts Poincars wird in Berliner politischen Kreisen lebhaft besprochen. Allgemein ist man der Ansicht, daß, nachdem sich Poincars wiederum an der Spitze öes Kabinetts befindet, die bisherige Linie in der französischen Politik weiter sortgesührr werden wird. Empfang des neuen deutschen Gesandten beim argentinischen Staatspräsidenten Bnenos-Aires, 13. Nov. Wie die „Pressa" meldet, hat der neue deutsche Gesandte in Bnenos-Aires, Friedrich v. Keller, dem Präsidenten Jrigoyen sein Beglaubigungsschreiben überreicht. In den beiderseitigen Ansprachen wurden die engen wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen beider Länder, sowie der Austausch kultureller und wissenschaftlicher Güter erwähnt. Dr. Friedrich von Keller spielte auf die argentinische Neutralität unter der ersten Präsidentschaft Jriovens an und hob hervor, daß die deutsch-argentinische Freundschaft niemals auch nur im geringsten getrübt worden sei. _ Die Rheinlandbesatzung feiert den Waffenstillstand Mainz, 12. November. Die Franzosen können es sich nicht versagen, das besetzte Gebiet immer wieder zu demütigen. Den Waffenstillstandstag begannen sie mit einem Salutschießen, das mehrmals am Tage wiederholt wurde. Die militärischen Gebäude — in jeder Straße befindet sich eins Zn wenigen Worten Der Reichstag ist um 15 Uhr zu einer Plenarsitzung zn- sammengetreten. • Ter Urteilsspruch des Duisburger Arbeitsgerichts im Metallarbeiterstreik wurde zugunsten der Arbeitgeber entschieden. « Anläßlich der zehnjährigen Zugehörigkeit zum preußischen Staatsministerium wurde Ministerpräsident Tr. Braun durch Glückwünsche und Geschenke geehrt. Die Sonntagsrede Coolidges hat in Berliner politischen Kreisen lebhaften Widerhall gefunden. * Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, ist das von der „Daily Chronicle" veröffentlichte Juierview mit dem Reichspräsidenten frei erfunden. Nr. 266. Jahrgang 1928. — find mit französischen Flaggen übersät. Aus den Gebäuden dringt die Marseillaise auf die Straßen, während das Deutschlandlied nach wie vor verboten ist. Am Sonntag abend durchzog ein Fackelzug der Armee die Straßen der Stadt. Militärkapellen forderten die Bevölkerung durch das Spielen von Armeemärscheu heraus. Man läßt das besetzte Gebiet einfach nicht zur Ruhe komme«. Zehn Jahre deutsche Republik Am Samstag abend hielt in Freiburg Reichsfinanzminister a. D. Dr. Köhler eine politische Rede. In der Reichspolitik bekannte sich Dr. Köhler zu einem gesunden Föderalismus. Das Reich dürfe Länder, die leben und leben können, nicht einverleiben. Ter Redner wandte fick dann noch gegen die Aufbauschung der Panzerkreuzerfrage und forderte das Eingreifen der Reichsregierung im Nuhr- konflikt. In der Finianzpolitik verlangt der Redner stärkste Einsparung, lehnt eine Steuererhöhung dagegen ab. Die Politik des Zentrums. Berlin, 9. Nov. Wohl im Zusammenhang mit der letzten Tagung der Zcntrumsfraktion des Reichstags vor dem Parlamentsbeginn und auch mit dem im Dezember stattfindenden Parteitag beginnt die „Germania" am Mittwoch abend eine Artikelreihe über die „Grundanschauung der Zentrumspolitik." Der erste Aufsatz geht davon aus, daß der starke Rückgang der Zentrumsstimmen bei der Wahl und die Ankündigung der katholischen Aktion durch den Reichskanzler Marx erneut die Erörterung über die Grundlage und Berechtigung der Zentrumspartei habe in Fluß kommen lassen. Es wird angefiihrt, daß es nicht nur jetzt, sondern zu allen Zeiten ein altes und neues Zentrunt innerhalb der Partei' gegeben Hobe, das heißt zwei Gruppen, von denen die eine am Hergebrachten hänge und die andere starkes zum aktiven politischen Leben hindränge. Die Frage, ob das Zentrum eine konfessionelle, oder eine politische Partei sei, wird nicht ganz klar beantwortet, dagegen wird die religiöse Grundlage der Zentrumspolitik mit allem Nachdruck betont. Aus dem Glauben ergebe sich zwar kein spezielles politisches System, aber eines Haltung der Besonnenheit und Mäßigung, die der Anlaß sei, daß das Zentrum eine politische Mittelstellung einnehme. Es heißt oann weiter: „Daß es sich hierbei um keine auf rechts oder links bezogene Stellung handeln kann, sondern nur um eigene, ihm innewohnende Kräfteenergie braucht eigentlich nicht besonders betont zu werden." Die Feststellung, daß das Zentrum «ine Partei der Mitte sei, scheint überhaupt der politische Zweck des Aufsatzes zu sein, der umso mehr Bedeutung erhält, als vie politische Entwicklung des Winters noch gar nicht abzusehen ist. Am Ende heißt es dann noch: „Wie das Zentrum seine Mittelpolitik einsetzt, an welchem koalitions-politischenPunkte liegt in seiner ausschließlichen Entscheidung. Es wirkt immer wie ein verschiebbares Gewicht an einer Wage, ohne dabei seine eigene Aufgabe und Entscheidung in unabhängiger politischer Fnitiative zu verlieren. Es behält sein eigenes politisches Gesicht!" Sie Aussperrung in Westdeutschland vor dem Reichstag ll. Sitzung.) Berlin, 12. Nov. Am Regierungstische Reichskanzler Müller, Wissell, Dr. Curtius. Präsident L o e b e eröffnet die Sitzung um 3 Uhr und teilt -mit, baß er anläßlich der glücklichen Ankunft des Zeppelin-Luftschiffes in Amerika namens des Reichstags ein Glückwunschtelegramm an Dr. Eckener gesandt habe. Aus der Tagesordnung stehen die Interpellationen «nd Anträge znr Anssperrnng in Westdentschland. Tie Kom- muniiteu beantragen die Gewährung von Arbeitslosenunterstützung an die Ausgesperrten und Aufhebung des gesetzliche« Schlichtungswesens. Das Zentrum hat neben einer Interpellation drei Gesetzentwürfe eingebracht: Einmal soll das Gesetz über die Arbeitslosenversicherung dahin geändert werden, daß bei Aussperrungen trotz Verbindlichkcits- erklärung eines Schiedsspruches Arbeitslosenunterstützung an die Ausgesperrten zu zahlen ist. Ferner werden Aende- rnngen der Verordnungen über Tarifverträge und über das Schlichtungswesen beantragt. Weiter wird die Reichsregierung ersucht, schon jetzt Maßnahmen zu treffen, um einer Wiederholung ähnlicher Auseinandersetzungen, wie jetzt in Westdeutschland, vorzubeugen. Die sozialdemokratische Fraktion legt gleichfalls einen Gesetzentwurf über die Unterstützung der Ausgesperrten vor. Die Mittel sollen der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung vom Reiche D» ga»H»te * vimchei»« Seit«-. erstattet werden. Die Arbeitgeber sollen zum Ersatz der Mittel verpflichtet sein. Vor Eintritt in die Tagesordnung beantragt Abg. Dr. Frick (Nat.-Söz.) die Absenöung eines Telegramms an den österreichischen Nationalrat. wonach der Reichstag des heute vor zehn Jahren vom Nationalrat einstimmig bekundeten Anschlußwillens Deutsch-Oesterreichs au das deutsche Mutterland mit dem Gelöbnis gedenkt, seinerseits alles zu tun, um den Anschluß so schnell wie möglich zu verwirklichen. Reichsarbeitsminister Wissell teilt mit, daß das Arbeitsgericht in Duisburg dem Antrag des Arbeitgeberverbandes stattgegeben und die Verbindlichkeitserklärung für rechtsunwirksam erklärt habe. Er glaube nicht, daß die Rechtslage damit endgültig entschieden sei. Mit Sicherheit muffe mit einer Anrufung des Reichsarbeitsgerichts gerechnet werden. Der Minister gibt dann einen historischen Ueberblick über die Entwicklung des Kampfes in Westdeutschland. Tie Gewerkschaften hätten das Lohnabkommen fristgerecht gekündigt und, nachdem die Verhandlungen mehrfach ergebnislos geblieben waren, den Schlich ter angerufen. Nach dreitägigen schwierigen Verhandlungen, die die Möglichkeit einer Einigung nicht ergaben, wurde am 26. Oktober nachmittags der Schiendsspruch gefällt. Am 13. Oktober, also bereits von Einleitung des Schlichtungsverfahrens, hätten die Firmen auf Anweisung ihres Verbandes den Arbeitern zum Monatsende gekündigt. Diese Maßnahme des Arbeitgeberverbandes habe die Schlich- tungsverhändlangen außerordentlich belastet. Wiederholte Versuche des Schlichters, die Rechtswkrksamkeit der Kündigung für einige Wochen hinauszuschieben, um den Druck vom Schlichtungsverfahren zu nehmen, verliefen ergebnislos. Die Erklärungsfrist der Parteien lief am 29. Oktober ab. Die Gewerkschaften nahmen den Schiedsspruch an, die Arbeitgeber lehnten ihn ab. Am gleichen Tage berief das Reichsarbeitsministerium für den 30. Oktober die Parteien zu einer Aussprache, die bis in die frühen Morgenstunden des 31. Oktober dauerte. In den Vormittagsstunden habe er dann die Entscheidung über die Verbindlichkeitserklärung getroffen und für umgehende telegraphische Verständigung der Parteien gesorgt. Die Entscheidung war bereits erhebliche Zeit vor der Entlassung der Belegschaften in den Händen der Parteien. Angesichts dieser Sachlage köuue weder dem Schlichter «och dem Arbeitsminister der Vorwurf gemacht wer» de«, daß sie zu spät eiugegriffe« hätte«. Er selbst habe sich davon überzeugen müssen, daß bei der Gegensätzlichkeit der Auffassungen eine Verständigung nicht zu erzielen war. Nach ernster Prüfung sei er zu der Entscheidung der Verbindlichkeitserklärung gekommen. Er habe nicht übersehen können, daß in anderen Bezirken der Metallindustrie die Löhne für die Arbeitnehmer günstiger sind als in der Gruppe Nordwest und zwar sogar noch nach Durchführung des jetzigen Schiedsspruches. Es lägen Anzeichen dafür vor, daß die Gerüchte, wonach auch in Arbeitgeberkreisen zunächst eine gewisse Neigung zur Annahme bestanden habe, durchaus nicht unglaubhaft seien. Die Entlassung der Arbeiter auf Grund der Kündigungen habe nur erfolgen können, wenn am 1. November ein tarifloser Zustand eintrat. Andernfalls hätten die Entlassungen eine Verletzung der Pflichten des Tarifvertrages bedeutet. Der Minister betonte, baß nach seiner Auffassung ein solcher Zustand nicht eingetreten sei. Der Arbeitgeberverband sei verpflichtet gewesen, seine Mitglieder zu veranlassen, die Kündigungen zurückznnehmen, in dem Augenblick als ihnen das Zustandekommen des neuen Tarifvertrages bekannt geworden -tt. Die Austragung der Rechtsstreitigkeiten konnte auch ohne Aussperrung auf dem gesetzlich vorgeschriebenen Wege erreicht werden. Von der weitesten Oeffentlichkeit ist es daher auch nicht gebilligt worden, daß die Arbeitgeber trotz dieser Möglichkeit einen Arbeitskampf herbeigeführt haben, der in seinen Auswirkungen Hunöerttausende und Millionen in schwerste Bedrängnis bringt u. der Wirtschaft schwere Wunden schlagen mutz. Nachdem trotzdem die Aussperrung ausgesprochen war, habe er sich um möglichste Beschleunigung des Verfahrens bemüht. Er werde das auch weiterhin tun. Insbesondere sei er auch bereit, der Sprungrevision stattzugeben. Eine neue Vermittlung der Reichsregierung könne bis znr Klärung nicht in Bettacht komme«. ( Trotzdem halte er auch jetzt noch die Herbeiführung eines Dienstag, den 13. November 1928. Zustandes für möglich, daß in den Betrieben weitergearbettet wirb und die Rechtsfragen aus dem arbeitsgerichtlichen Wege ausgetragen werden. Wenn sich aber die Arbeitgeber auch jetzt zur Wiedereröffnung der Betriebe nicht entschließen könnten, dann müßten sie sich in ihrer Verantwortung für diese Unterlassung bewußt sein. In dieser Beurteilung glaube er einig mit der großen Mehrheit der deutschen Oeffentlichkeit zu sein. Er, der Minister, könne nicht glauben, daß die Unternehmer, um eine Aenderung des Schlichtungswesens zu erreichen, eine derartige Aussperrung vorgenommen haben sollten. Er glaube auch nicht, daß irgend welche Prestigegründe bei der Frage der Wiedereröffnung der Betriebe eine Rolle spielen könnten. Es wäre jedenfalls erfreulich, wenn der Reichstag mit möglichst großer Mehrheit einen derartigen Wunsch aussprechen würde. Der Minister beschäftigt sich dann mit den Anträgen auf Aenderung der Schlichtungsverordnung und bezeichnet den gegenwärtigen Zeitpunkt, wo man unter dem Druck der Aussperrung stehe, als denkbar ungünstig für die Beratung solcher Anträge. Er selbst halte eine Abänderung weder für erforderlich, noch wünschenswert. In der Frage der Unterstützung der Ausgesperrten habe der Vorstand der Retchsanstalt zunächst einen ablehnenden Bescheid erteilt. Die letzte Entscheidung falle aber im Spruchverfahren. Der Minister erklärte, daß erhebliche Bedenken dagegen beständen, die Folgen der Aussperrung in bestimmten Fällen auf die Arbeitslosenversicherung zu nehmen. Die Versicherung würde dadurch autze»- ordentlich belastet, und in ihrer finanziellen Lebensfähig!«^ möglicherweise großen Gefahren ausgesetzt. Solange kein anderer Weg sichtbar sei, bleibe die gesetzliche Pflicht der Ge-I meinöen zur Hilfe. Die Reichsregierung werde sich mit der^ preußischen Regierung in Verbindung setzen, um nach Maß- ‘ gäbe des Bedarfs den Gemeinden zu helfen. In der Aussprache erklärt Abg. Florin (Komm.), eS handele sich hier nicht um Rechtsfragen, sondern um politische Machtfragen. Der Redner ruft die Arbeiterschaft auf, ein Bündnis mit den Hüttenarbeitern etnzugehen und überall zwischentarifliche Lohnforderungen zu stellen. Die Notstandsarbeiten müßten eingestellt werden. Abg. Dr. Stegerwald (Ztr.) begründet die Interpellation des Zentrums. Man hätte.verfügen müssen, daß bis zur Austragung des Rechtsstreites die alten Löhne wettergezahlt werden und der Rest rückwirkend nach der gefällten Entscheidung gezahlt wird. Die Unternehmer hätten schon vor einem Jahre ein Rundschreiben angekündigt, daß sie bei erster Gelegenheit dem Arbeitsminister die Stirn bieten wollten. Zu diesem Zwecke hätten sie einen Kampffonü von 50 Millionen angesammelt. (Hört, hört.) Für diesen Kampf - hat sich aber das Unternehmertum die Unrechte Zeit und die Unrechte Stelle ausgesucht. Den« gerade im der «ordwestdentschen Eisenindnstrie find die Löhne besonders schlecht «nd die Gewinne besonders gut. Auch nach dem Schiedssprnch erreiche« die Löhne in dieser Industrie kanm den Betrag der Umsatzstener. Das Vorgehen der Unternehmer ist weder politisch, noch psychologisch zu verantworten. Die Reformbedürftigkeit des staatlichen Schlichtungswesens wird von allen Beteiligten anerkannt. Die Beseitigung dieses Schlichtungswesens haben aber auch die Unternehmer nicht zu fordern gewagt. Die jetzige Aussperrung ist ein Kampf von unmittelbarer politischer Bedeutung. Es geht einfach nicht, daß ein für rechtsverbindlich erklärter Schiedsspruch von einer Partei nicht anerkannt wird. Wir müsse« eine Klärung habe«: Entweder verschärfter Klaffenkampf oder verstärkte Friedensbereitschaft in beiden Lagern. Die Große Koalition hat nnr eine« Sinn, wenn auch nach der wirtschaftliche« Seite der Bode« znr beiderseitigen Berständignngsbereitschaft betteten wird. Es hat keinen Sinn, wenn wirtschaftlich das entzwei geschlagen wird, was politisch aufgebaut ist. Das ist der Hintergrund unserer Anträge. Wir sind nicht in allen Punkten mit dem Minister einverstanden. Die Verbindlichkeit^ erklärung ist ein staatlicher Hoheitsakt von ganz besondere Bedeutung, der mit der ganzen Autorität und Rechtskraft ausgestattet werden muß, die seiner Bedeutung entspricht. Ein solcher Schiedsspruch muß wie ein vollstreckbares ohne jeden Widerstand durchgesetzt werden. Wenn es nicht anders geht, mnß diese Frage in ähnlicher Weise geregett werden, wie beim Arbeitszeitgesetz. Darauf werden die Beratungen abgebrochen und die Weiterberatung wird auf Dienstag 2 Uhr vertagt. Schluß nach 18.00 Uhr. WOLFGANG HARKEN Amon, Der alles interessiert angehört hatte, warf plötzlich »in: „Der Comte hat nach meinem Dafürhalten vermutet, »aß der Gang von der Bibliothek ausgeht. Darum hat er »as Bibliothekszimmer nach jeder Richtung hin geprüft. Er >at nichts gefunden, denn es war nichts zu finden. Aber »as Schloß hat ja nicht nur diese Bibliothek. Die Chronik prictst von der unterirdischen Bibliothek. Ich meine, wenn »ielleicht in den Aufzeichnungen über den Gang, die der besitzt, vermerkt ist, daß der Gang von der Srbliothek ausgeht, dann wird wohl die unterirdische Biblio- hek gemernt sein." Alle stimmten ihm zu. „Es gilt, die unterirdische Bibliothek zu finden. Haben mr diese, dann haben wir den unterirdischen Gang . . , Denn er noch existiert." Hanno nickte. „Das ist auch meine Ueberzeugung, Anton, für uns ergibt sich also das eine: Nachts den Comte keinen lugenbück aus den Augen zu lassen. Besonders die kom- »ende Nacht nicht, denn er wird annehmen, daß da alles be- anders fest im Sckstafe liegt in Anbetracht der sttapaziösen fesllichkeit. Er kalkuliert richtig, aber mir sind mack, Anton und Edward, Ihr werdet die nächsten Stunden Ichlasen, damit ihr die Nacht auf dem Posten seid. Nur beobachten sollt ihr, und früh eure Wahrnehmungen melden. Danach werden wir unsere ferneren Handlungen einrichten." „Und?" fragte Jan noch. „Und . . . bemühen müssen wir uns, ob wir im Zimmei des Comtes nickst irgendwelche Anhaltspunkte finden, ot wir es tatsächlich mit dem Grafen Bonaparte zu tun haben.' „Das will ich cmf mich nehmen!" sagte Jan. Das Diner verlief sehr lebhaft und lustig. Die Stimmung vom Vortage steckte noch in allen, und der hundertjährig« Wein aus Korffs Keller tat das übrige. Ganz glänzender Laune war der Comte. Er riß die Gesellschaft mit. In der geistvollsten Weise führte er die Unterhaltung, war jedem Thema gewachsen, variierte es und war um kein Wort verlegen. Er ging aus seiner Reserve heraus, und das gedämpft« Feuer seiner dunklen Augen ward zum Strahlen. Seine ganze Persönlichkeit, seine siegreiche Schönheit, alle« setzte er am heutigen Tage ein. Und es gelang. Die Herzogin hing an seinen Augen. Der Comte wußte daß er gewonnenes Spiel hatte. Ihn bangte nicht mehr un> ihr Jawort.. Auch Hanno sah es. Er bemühte sich, dem Comte nich! nackzustihen, und . . . doch gelang es ihm nicht. Als nach dem Diner der Comte den Vorschlag machte einen Katerbummel nach der Försterei zu veranstalten, stimmten alle begeistert zu. Die Küche hatte zu tun, um Speise und Trank einzupacken, denn daß der Förster eine Gesellschaft von zwanzig Leuten bewirten sollte, das konnte man nicht erwarten. Aber Platz hatte er in seinem geräumigen Forsthaus genug. Gegen 16 Uhr fuhr die Gesellschaft von Schloß Korff wez und wurde im Forsthause freundlich ausgenommen. Bis zum Abend blieb man dort und fuhr dann vergnügt wieder heim. * * ♦ Jan war zum Leidwesen Marions nickst mitgefahren. Er wußte warum! Die Entschuldigung, daß er sich um die Küche kümmern müsse, war mrr eine Ausrede, Jan hatte ganz ander« Pläne. Er stand, nachdem die Gesellschaft etwa eine Stunde fort war, im Zimmer des Comte und sah sich aufmerksam um. Bachara hatte recht. Es war eine musterhafte Ordnung. Nichts lag herum. Borsichtig ttat er zum Schrank. Nichts von de« Gegenständen des Zimmers faßte er an, nichts verrückte er, und als er den Schrank öffnete und die Sachen des Comte durchsuchte — er hatte ein unangenehmes Gefühl dabei — "tter es in der allervorfichttgften Weife. Nirgends fand er etwas. Alle Anzüoe und anderen Kleidungsstücke des Comte enthielten nichts. Sämttiche Taschen waren leer. Doch. . . nein. Als er den einfachen Hausrock, den der Comte nur in feinem Zimmer trug, befühlte, spürte er etwas Hartes. Ein Buch schien es zu sein. Borsickstig nahm er es heraus. Es war ein einfaches Notizbuch, und als Jan kn ihm blät» lerte, fand er auch nur belanglose Nottzen. Hotelrechnungen waren vermerkt, einzelne Stichworte standen in ihm. au» »enen nichts zu ersehen war. Als er aber fast in der Mitte des Buches war, stutzte e* Dort stand: 28. V. 32 3 Rote, 29. V. 32 1 Roter. 2. VI. 32 1 Roter. 4. VI. 32 4 Rote, 5. VI. 32 1 Roter. 11. VI. 32 3 Rote. 12. VI. 32 2 Rote. Und so ging es fort über zwei g«mze Seiten. Als letzte Aufzeichnung stand: „13. VIII. 32 1 Roter" und darunter »ls Notiz: „Schade um die letzte, fie war ein schönes Weib. Wer sie hat mich verschmäht." . — . - Da wußte Jan, was die Aufzeichnungen bedeuteten. Es war das Tagebuch des . . . Menschenjägers. Jan biß die Zähne zusammen. Eine maßlose Wut kan über chn. Noch einmal überlas er die Opferlsste des Mannes, der drüben im roten Manne nicht den Menschen sah der unter dem Vorwände der Verteidigung, in Wirklichkeä um einer nichtswürdigen Wette willen, Menschen getötei hotte. ,, . . r Und er dachte an Aime6 und verstand, daß in Hanno nur eins lebte: die Rache. „ . Er entnahm seiner Brieftasche Papier und wollte die Aufzeichnung abschreiben, aber es gelang nicht. Seine HäniX zitterten vor Aufregung. Hätte er in diesem Augenblick den Comte vor sich gehabt, wahrlich, er hätte ihn mit seinen Händen, in denen Bären- kräfte lebten, erwürgt. Er schrieb die Zahlen ab. Er zwang sich zur Ruhe, aber ihn bangte vor dem Augenblick. da er das Pavier in Hannos Hände leaen mußte. Stt. 266. Jahrgang 1928. D« Laud-ote * Siosheimer Zeituag. Dienstag, den 13. November 1928. Llrieilsjpnich des Suisburg« Arbeitsgerichts Duisburg, 13. Nov. Bor dem Duisburger Arbeitsgericht wurde am Montagvormittag die Feststellungsklage der Gruppe Nordwest im Arbeitskampf in der Metallindustrie verhandelt. Vor dem Gericht hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt. .... Zu Beginn der Verhandlung verlas der Vorsitzende die Klaao'kbrift, die Erwiderung der beklagten Metallarbeiterverbünde, und hierauf die Replik Arbeitgeberverbandes. ^ liluU , leitete der Vorsitzende die Güteverhandlungen ein. Er bat beide Parteien sich grundsätzlich wegen einer eventuellen gütlichen Beilegung der Streitigkeiten zu äußern. Die Vertreter der Arbeitgeberseite baten, in den Rechtsverhandlungen fortzufahren, da der Arbeitgeberverband keine Basis sehe, irgend einen Weg zur gütlichen Vereinbarung in diesem grundsätzlichen Rechtsstreit zu finden. Der Vertreter der Metallarbeiterverbände äußerte, daß nunmehr nach der Verlautbarung der Gegenseite sich eine gütliche Regelung wohl nicht finde« lassen werde. Nach diesen Ausführungen beider Parteien setzte das Gericht das Vers"*'''-"' Snndikus Grauer vom Arbeitgeberverband machte nähere Ausführungen zu den einzelne» Punkten der Klageschrift. Er erklärte, daß in diesem Rechtsstreit nicht nur ein Rechtsspruch in rein formeller, sondern auch in materieller Hinsicht gegeben werden müsse. Dr. Grauer besprach sodann die einzelnen Punkte der Fest- stellungsklage. Aus die Verlesung der von Arbeit-Nordwest beigebrachten wissenschaftlichen Gutachten, die der Gegenseite übergeben worden sind, wurde verzichtet. Herschel, der .Vertreter der Beklagten beantwortete hierauf die Ausführungen des Klägers mit den aus der Gegenklage der Verbände bekannten Argumenten. Äeuer Antrag der Gewerkschaften Im weiteren Verlauf der Verhandlung vor dem DniS- burger Arbeitsgericht schloß der Vertreter der Beklagten seine Ausführungen mit der Bitte an das Gericht, die Klage abzuweisen und für die Gültigkeit des für verbindlich erklärten Spruches etnzutreten. Ter Vorsitzende gab bekannt, daß ihm soeben ei» Schreiben überreicht worden sei, in dem der christliche Metallarbeiterverband Sitz Duisburg, der Deutsche Metallarbeiterverband Sitz Stuttgart und der Genzerkverein Deutscher Metallarbeiter H. D. Sitz Düsseldorf gegen die Arbeitgeber Nord- West folgendes beantragen: „Wir beantragen, das Gericht möge feststellen, daß der am 31. Oktober 1928 für verbindlich erklärte Schiedsspruch zwischen den Parteien für rechtskräftig erklärt wird". Der Kläger verzichtete zunächst auf eine Stellungnahme zu diesem neuen Antrag und behielt sich weitere Schritte vor. Da das Wort zu weiteren Ausführungen von beiden Parteien nicht mehr gewünscht wurde, schloß der Vorsitzende die Beweisaufnahme und bas Gericht zog sich zur Beratung zurück. Der Arleilsspruch Nach eineinhalbstündiger Beratung wurde vom Duisburger Arbeitsgericht im Tarifstreit der Metallindustrie der Gruppe Nordwest folgender Spruch verkündet: „ES wird festgestellt, daß ein Tarifvertrag auf Gruud des für verbindlich erklärte« Schiedsspruches vom 3«. Oktober 1928 nicht besteht. Die Koste» des Rechtsstreites haben die Beklagten z« trage«. Der Wert des Streiobjektes wird mit einer Million Reichsmark anerkannt. Dit Gerichtskoste« betrage« 800 Reichsmark." An den Spruch schloß sich eine kürzere Begründung an, die noch einmal die wichtigsten Punkte des Streites hervorhob. Vegrürrdung des Spruches Aus der Begründung des Spruches des Duisburger Arbeitsgerichtes sei folgendes hervorgehoben: Das Gericht stellt sich auf den Standpunkt, daß die Feststellungsklage der Arbeitgeber materiell begründet sei. Für ein Schlich:ungs- »erfahren sei aus dem Grunde kein Rau mgegeben, «eil es in eine« laufenden Tarifvertrag eingreife. Außerdem weise der Schiedsspruch formelle Mängel auf, dir im einzelnen in der schriftlichen Begründung weiter klargelegt werde«. * Die Bermittlnngsakti»« des Düsseldorfer Regiernngspräfi» deuten. Berlin, 13. Nov. Wie der D.H.D. meldet, werden die Arbeitgeber der Gruppe Nordwest der Einladung des Düsseldorfer Regierungspräsidenten Bergemann zur Besprechung der Möglichkeiten einer Beilegung des Lohnkonfliktes am Dienstag Folge leisten. Letzte Telegramme in Kürze. Keine Interviews mit dem Reichsprästdente«. Berlin, 13. Nov. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt »ird, ist das von der Londoner „Daily Chroniele" veröffentlichte Interview mit dem Reichspräsidenten frei erfunden. In ausländischen Zeitungen seien in letzter Zeit wiederholt derartig« Interviews mlt dem Reichspräsidenten von Hinde«- burg wiedergegeben worden, t’.e kein wahres Wort enthielten. Zur Mordsache Losch. MagdeVnrg, 18. Nov. Gestern wurde die zur restlosen Aufklärung des Mordfalles Kosch bisher vergeblich gesuchte Schußwaffe in der Elbe gefunden. Es Handel sich um einen Trommelrevolver, der noch mit vier Patronen geladen ist, während zwei Hülsen leer find. Zwei Arbeiter vom Zuge zermalmt. Gleiwitz, 18. Nov. (Funkspruch.) An der Bahnstrecke Gleiwitz—Kandrzin wurden Montag zwei Arbeiter, die sich auf der Strecke befanden und das Warnungsstgnal deS Streckenwärters überhörten, von einem Schnellzug erfaßt. Einer der Arbeiter wurde völlig zermalmt, dem zweite» wurde die Schädelüecke abgerissen. Beide waren sofort tot. Der Unglücksfall ist auf die Unvorsichtigkeit der getöteten Arbeiter selbst zurückzuführen. Sechs Personen ertrunken. London, 18. Nov. Wie auö Neuseeland gemeldet wird, ist im Hafen von Otago eine mit 7 Personen besetzte Aacht gefunken. Sechs von de» Insassen find ertrunken, während der 7. von einem zu Hilfe eilenden Fährboot ausgenommen wurde. Bombenanschläge in Dublin. London. 13. Nov. In Dublin wurde» am Sonntag durch Bombenanschläge zwei Denkmäler, die des Königs William III. und des Königs Georg II. inmitten der Stadt schwer beschädigt. Offenbar sollte dadurch die Teilnahme der Bevölkerung an den Waffenstillstandsfeiern verhindert werden. Erplvfionsuuglück in Turin. Mailand, 12. November. Am Samstag ereignete sich in einer Turtner Zellulosefabrik ein schweres Unglück. Nach einer starken Explosion stürzten die Arbeiter mit brennenden Kleidern aus der Fabrik,- andere sprangen aus den Feü- stern. Zahlreiche Schwerverletzte sind zu beklagen. Die Fabrik ist vollkommen niedergebrannt. Die Ursache der Exploston ist noch unbekannt. M. HandiverkergenoffenschaMag Karlsruhe, 12. Nov. Der Revisionsverband gewerblicher Genossenschaften in Baden, dem 104 Genossenschaften angehören, hielt am Sonntag im großen Sitzungssaal des Landtages seine diesjährige Tagung ab. Zu der Tagung, der am Samstag eine Revisorenkonferenz und Ausschußsitzung vorausgegangen waren, hatten sich aus allen Teilen des Landes Vertreter der gewerblichen Genossenschaften einge- funöen, ferner waren Vertreter der Regierung und Behörden zu bemerken. Vertreten waren ferner die Handwerkskammern, der Handwerkskammertag, der Verband der unter- und der vberbaüischen Kreditgenossenschaften, die Lanöesgewerbebank für Süöwestöeutschland und die Vereinsbank. Nach den üblichen Begrüßungen betonte der Vertreter des Innenministeriums, Regierungsrat Müller, wenn die Regierung dem Handwerkerstände nicht so Helsen könne, wie sie gerne möchte, so liege das in den finanziellen Verhältnissen begründet. Besonders begrüßenswert sei es, daß der Handwerkerstand sich bemühe, die Schwierigkeiten selbst zu meistern. Präsident Jsenmann sprach namens der gesamten Hanö- werkerorganisatton des Landes und erklärte, in der Anwesenheit der Vertreter des Ministers des Innern und der Abgeordneten des Badischen Landtages sehe er das gute Zeichen, daß man von dieser Seite den Nöten des Mittelstandes Verständnis entgegenbringe. Das Handwerk habe auf den Gebieten der beruflichen und sozialen Organisation Fortschritte gemacht. Die Rationalisierung, die die Industrie eingeführt habe, sei auch beim Handwerk nötig. Der Geschäftsführer des Revifionsverbandes, Spall, erstattete sodann den Geschäftsbericht. Er stellte mit Befriedigung fest, daß die, Organisation sich auch im aubgelaufenen Jahre gut entwickelt habe. Bei der Frage der Besteuerung der Genossenschaften stellte er ausdrücklich fest, daß gewerbliche Genossenschaften keine besonderen Steuervergünstigungen genießen, während den Konsumgenossenschaften gerade in Baden besondere Vorrechte zugestanden worden seien. Bedauerlich sei, daß bezüglich der Kapitalertragssteuerpflicht der Warenrückvergütung der Reichsfinanzhof eine ungünstige Entscheidung gefällt habe, die vom Deutschen Genoflen- schaftsverbanö mit Recht als ein Fehlspruch bezeichnet worden fei. Durch diese Entscheidung werden nämlich Warenrückvergütungen stets kapitalertragssteuerpflichtig, wen» der Geschäftsbetrieb über den Kreis der Mitglieder hinausgehe. Im Gegensatz zu dieser Entscheidung sei die neuerliche Einstellung des Reichsfinanzhofes zum 8 7 des Umsatzsteuergesetzes zu begrüßen. Hiernach seien u. a. auch die Umsätze steuerfrei, wenn ein Unternehmen oder eine Genossenschaft die Waren selbst oder durch eine Spedition von der Bahn dem Kunden unmittelbar zugehen lasse. Im Anschluß an Aeußerungen des badischen Finanzministers bei der Tagung des Landesverbandes Badischer Gewerbe- und Handwerkervereinigungen schloß der Redner die Bitte, der badische Ftnanzminister möge dafür sorgen, daß in der Besteuerung der gewerblichen Genossenschaften und der Konsumgenossenschaften die Ungleichheiten ausgemerzt werden, so daß nach dem Grundsätze der Gerechtigkeit beide Genossenschaften den gleichen Bedingungen unterworfen werden. In seinem Revisionsbericht stellte Herr Spall fest, daß im Jahre 1927 insgesamt öl und im Jahre 1928 58 Revisionen durchgeführt worden seien. Die Umsätze der dem Verbände angehörenöen Genossenschaften seien im allgemeinen gestiegen^ insgesamt betrugen die Umsätze von 76 Genossenschaften 42 Millionen. Auch die Sparguthaben bei Genossenschaften hätten eine recht erfreuliche Erhöhung erfahren. Eingehend behandelte der Redner die Kreditgebung an Mitglieder, wobei er davor warnte, lange Kredite zu geben. Im Anschluß an das mit lebhafter Zustimmung aufgenommene Referat machte Bäckermeister Arnold einige kritische Bemerkungen und gab der Meinung Ausdruck, daß der Landtag nicht das nötige Verständnis für das Genossenschaftswesen habe. — Abrechnung und Voranschlag, Neuwahlen und Zuwahlcn wurden rasch und einmütig erledigt. Sodann sprach Direktor Korthaus vom Deutschen Genossenschaftsverband in Berlin über den Kampf des selbständigen, gewerblichen Mittelstandes um seine wirtschaftliche Freiheit. Der Handwerkerstand müsse etwas mehr Selbstbewußtsein haben. Das Kreditwesen bedürfe ebenfalls dringend einer Reform. Mit einem herzlichen Glückauf für die Zukunft der Handwerkergenossenschaften schloß der Vorsitzende Lacroix die Tagung. Aus Rah und Fern. * Sinsheim, 13. Nov. (Die gestrig« Sonnenfinsternis) konnte leider nicht beobachtet werden, da der Himmel mit Regenwolken verdeckt war. Eine totale Sonnenfinsternis wird Deutschland erst am 30. Juli 1954 erleben. Wie unsere Wissenschaftler mifteilen, wird die Sonnenfinsternis am 21. Juli 2726 vielleicht die größte bisher dagewesene sein. Doch bis' dahin wird noch manches Wasser den Rhein hinunter fließen. -e- Ein«ch>eim, 12. Nov. (Allgemeine Ortskrankcnkasse.) Die Zahl der Mitglieder unserer Kasse betrug am 1. November 1928 6354 (6351) und zwar männlich 3669 (3680), weiblich 2685 (2671). Hiervon waren versichert als versicherungspflichtig: 5379 (5377) und zwar männlich 3148 (3162), weiblich 2231 (2215) als freiwillig. Als freiwillig: 975 (974) und zwar männlich 521 (518), weiblich 454 (456). Am Stichtag 1. 11. 28. betrug die Zahl der arbeitsunfähigen Kranken: 153 (135) und zwar männlich 89 (75), weiblich 64 (60). Hiervon waren als pflichtversichert gemeldet: 136 (131) und zwar männlich 81 (74). weiblich 55 (57) als steiwillig: 17 (4) und zwar männlich 8 (1), weiblich 9 (3). Wöchnerinnen wurden gezählt als pflichtversichert 12 (10), als freiwillig versichert 2 (2). Die in Klammern angegebenen Zahlen bedeuten jeweils das Ergebnis vom 1. des Vormonats. § Sinsheim. 13. Nov. (Die Wichtigkeit der polizeilichen Anmeldungen.) Vor allem auf den Landvrten bestehen eigenartige Begriffe über die Wichtigkeit der polizeilichen Anmeldungen von zuge- ney Personen. Durch die unterlassene Anmeldung kommt es trotz eifrigen Nachforschungen der Sicherheitsbeamten vor, daß sich die von Behörden gesuchten Personen.Wochen und Monate lang in einem Ort aufhalten ohne ergriffen zu werden. Ganz abgesehen von der strafrechtlichen Seite liegt in der unterlassenen Anmeldung eine Rücksichtslosigkeit gegenüber dem friedlichen Bürgertum, das kein Interesse daran hat, daß lichtscheue Elemente unter ihnen ungehindert den Weg zu neuen Straftaten bahnen können. 2n vielen Fällen melden sich diese Leute selbst, indem sie nach Verübung eines Diebstahls oder sonstiger Straftat ihren Dienstherr heimlich verlassen. Nicht unerwähnt soll hier bleiben, daß derjenige, der eine von der Behörde gesuchte Person unangemeldet beherbergt um sie der Justiz zu entziehen, wegen Begünstigung gerichtlich zur Rechenschaft gezogen wird. A Sinsheim, 11. Nov. (Starke Ueberfüllung des Bäckereigewerbes mit Lehrlingen.) Die Zeit rückt näher, wo sich Eltern und Vormünder mit der Unterbringung ihrer schulentlassenen Söhne und Mündel Kopfzerbrechen machen. Allgemein herrscht bekanntlich das Bestreben in den Elternkreisen, die Kinder einen solchen Beruf erlernen zu lassen, in dem sie später auch einigermaßen vor wirtschaftlicher Not sicher sind. Das Bäckereigewerbe zählt bestimmt zu den Berufen, in denen Lehrlinge recht gern beschäftigt werden. Und auch die Eltern haben in den unbemittelten Kreisen häufig ein starkes Interesse, ihre aus der Schule ent» lassenen Söhne möglichst vollständig vom Tisch als Esser wegzubringen. Im Bäckereigewerbe bietet sich hierzu gute Gelegenheit, da allgemein die Lehrlinge in Kost und Wohnung beim Lehrmeister beschäftigt werden und somit wenigstens für den leiblichen Unterhalt gesorgt ist. Es darf aber auch die zweite Seite, die vas Bäckergewerbe aufweist, nicht außer acht gelassen werden. Bom Zentralverband der Bäckermeisterinnungen ist kürzlich das Ergebnis einer Umfrage eröffnet worden, aus dem mit aller Deutlichkeit heroorgeht, daß eine starke Ueberfüllung mit Lehrlingen in diesem Gewerbe vorhanden ist. Die Folge dieser überaus starken Lehrlingshaushaltung wirkt sich für die Bäckergehilfen wirtschaftlich schlecht aus. Für viele Tausende aus der Lehre entlassene junge Menschen gibt es keine Gelegenheit, als Gehilfe im erlernten Beruf zu verbleiben. Nach den amtlichen Ergebnissen über die Arbeitslosigkeit bei den Bäckern betrug im Monatsdurchschnitt die Zahl der erwerbslosen Gehilfen 24 641. * Sinsheim, 11. Nov. (Nummer statt Ott.) Die Ott« des Deutschen Reiches erhalten Nummern, die deren Bearbeitung in den Büros und Kassen erleichtern soll. Ein vorläufiges Ortsnum- mern-Berzeichnis mit etwa 20 000 Orlen ist vor längerer Zeit erschienen. Demnächst wird das Gesamtverzeichnis ferttg. Es umfaßt etwa 90 000 Orte und selbständige Gemeinden. Die Nummern sollen im gesamten Schriftwechsel verwendet werden. Auf dem Einheitsscheck ist ein Platz für die Nummer vorgesehen. Auch auf allen übrigen geschäftlichen Vordrucken Geschäftsbrief, Rechnung, Auftragsbestätigung wird für eine einheitliche Unterbringung der Ortsnummer gesorgt. Im Geschäftsbriesvordruck Din 676 ist die rechte obere Ecke für das Ablegewort bestimmt. Dies ist auch für die übrigen zu vereinheitlichenden Vordrucke vorgesehen. Unmittelbar darunter soll die Ottsnummer zu stehen kommen. * Sinsheim, 9. Nov. (Die gestörten Rundfunkhörer.) Das Dresdner Landgericht hat einen Beschluß gefaßt, der von prinzipieller Wichtigkeit für alle Rundfunkhörer ist. Achtundvierzlg Dresdner Rundfunkteilnehmer hatten unter Führung des deutschen funktechnischen Verbandes ein Heilinstitut wegen Störung des Rundfunkcmpfangs durch Hochfrequenz-Heilapparate v rklagt. Es handelt sich in diesem Prozeß um die bisher gerichtlich noch nicht entschiedene Frage, ob den Rundfunkhörern ein Rechtsschutz gegen Störungen durch «ine elektrische Anlage in der Nachbarschaft zusteht. Das Bürgerliche Gesetzbuch gewährt nach seinem Wott- laut einen Abwehrschutz nur gegen sinnlich umnittelbar wahrnehmbare Einwirkungen der Nachbargrundstücke, wie z. B. Dämpfe oder Rauch. In dem Dresdner Prozeß wird nun der Standpunkt verfochten, daß auch die nur unmittelbar durch die Detektoren! oder Röhren der Empfangsgeräte wahrgenommenen Rundfunk- störungcn als Einwirkungen im rechtlichen Sinne gelten müssen und daß den Rundfunkteilnehmern daher die Besitzstörungsklage zusteht. Das Dresdner Landgericht ist dieser neuen Gesetzesauslegung heute beigetrtten und hat beschlossen, über den ursächlichen Zusammenhang der Rundfunkstörung mit dem Betrieb der Heilapparate Beweis zu erheben. Damit ist das Klagerecht der Rundfunkhörer bereits grundsätzlich anerkannt und der Ausgang des Prozesses zugunsten der Kläger hangt nunmehr nur noch von der Führung des tatsächlichen Beweises ab. * Waibstadt, 12. Nov. (Hoizhieb.) Das Aufbereiten des Gemeindeholzes wurde vergeben. Da die hiesigen Gemeindewaldungen einen beträchtlichen Ueberstand aufweisen, werden dieses Fahr zirka 3008 Festmeter Holz geschlagen und teils zu Bürgcrgaben verwendet und teils versteigert. '2$. Stcinsfurt, 12. Nov. (Gautag der Gewerbevereine.) Am gestrigen Sonntag hielt der Elsenzgau des Landesverbandes der bad. Gewerbe- und Handwerkervereinigungen seinen diesjähttgen Gautag in Steinsfutt ab. Der ergangenen Einladung hatten viele Mitglieder Folge geleistet. 13 Vereine mit etwa 100 Personen, Bettreter der Handwerkskammer Mannheim, der Gewerbeschulen Eppingen und Sinsheim und der gewerblichen Fortbildungsschulen waren erschienen. Bor dem eigentlichen Gautag fand die Wahl zur Hauptversammlung der Kmnkenkasse statt, wozu Drechsler- meister Lehmann-Sinsheim und Sattlermeister Stroh-Eppingen einstimmig gewählt wurden. Die ausgestellte Tagesordnung sah zunächst die Erstattung des Jahres- und Kassenberichts vor: Im Mittelpunkt der Tagung stand ein für alle Anwesenden interessanter Bottrag von Dipl. Ing. Schmttt von der Handwerkskammer Mannheim über das wichtige Thema: „Die fachliche Or- ganisatton im Handwerk. Der lebhafte Beifall, der dem Redner gezollt wurde, darf als Beweis dafür angesehen werden, daß die Handwerksmeister mit den Ausführungen des Referenten einig gehen. Bon der sich anschließenden allgemeinen Aussprache wurde lebhaft Gebrauch gemacht. Besondere Beachtung wurde hier dem Krankenkassenwesen und der Gesellenprüfung geschenkt. Gegen halb 6 Uhr waren die Beratungen zu Ende geführt und der Gauvorsitzende schloß die Tagung mit dem Dank an alle Anwesenden für ihre rege Mitarbeit, nachdem zuvor ckls nächster Tagungs- ort Rappenau bestimmt wurde. * Kirchardt, 12. Nov. (Ev. Kirchenchor). Der hiesige gemischte Thor hat beschlossen, von nun ab die Bezeichnung „Evang. Kirchenchor" zu führen. Seine Hauptaufgabe wird die Pflege des Kirchengesangs sein, um dann bei den hohen kirchlichen Feste» und sonstigen Anlässen die Gottesdienste durch Gesangsvotträge zu verherrlichen und zu beleben. * Untergimpern, 12. Nov. (Bürgermeisterwahl). Bei der gestern stottgehabten Wahl eines Bürgermeisters wurde Johann Reichensperger mit 134 Stimmen gewählt. Der seithettge Bürgermeister Friedrich Hafselder erhielt 104 Stimmen. i Dargen, 12. Nov. (Die Wasserleitungsfrage) ist in letzter. Zeit wieder Gegenstand lebhaften Gesprächs geworden. Schon seit langer Zeit bestehen in unserem Orte unhaltbare Zustände. Der größte Teil der Gemeinde hat es sehr bequem, in dem er das Wasser einer früher gebauten Leitung entweder in der Behausung selbst hat. oder es unmittelbar aus nächster Nähe der Wohnung beziehen kann. Dagegen sind die höher gelegenen Ortsteile gezwungen, ihr Wasser oft von weitentfernten Pumpbrunnen zu beziehen, die teilweise in sehr schlechtem Zustand sind. --- Heidelberg, 12. Nov. (Der blinde Zeppelinpassagier macht Nr. 266. Jahrgang 1928 . Der * viustzei«« Zetrm»,. Dienstag, den 13. November 1928. » Schule.) Die abenteuerliche Zeppelinfahrt des jungen Clarence Terhune war einem 15 jährigen Heidelberger Zungen in den Kopf gestiegen. Er beschloß nach Friedrichshafen durchzubrennen und sich dort in das Luftschiff einzuschmuggeln. Bon gleichaltrigen Freunden zur Bahn gebracht, die ihm noch zum Abschied als Wegzehrung ein Brot und eine Hartwurst schenkten, kaufte er sich für das Baroermögen von 10 Pfennig eine Bahnsteigkarte und stieg hier wohlgemut in den Stuttgarter Zug. dem Weberschen Versuchsfeld hier infolge Motordefektes nieder. Das Flugzeug wurde bei der Landung an den Tragflächen und am Propeller leicht beschädigt. Der Pilot blieb unverletzt. Es handelt sich um ein französisches Postflugzeug, das bei der Notlandung eine ganze Reihe von Obstbäumen umgefahren hat. Es ist im Laufe des Nachmittags entleert worden und wird voraussichtlich einige Tage hier liegen bleiben müffen, bevor es wieder startbereit ist. auf den Ausgleich, was Ihnen aber durch die gute Abwehr der Roten versagt blieb. Somit endete das fair durchgeführte Treffen mit 3:2 Toren zugunsten Siegelsbachs, also mit demselben Resultat wie beim Borspiel in Meckesheim. Die Gäste hatte« ihre Hauptstärke in der Verteidigung und die Einheimischen in der Läuferreihe. Siegelsbach hätte den Torchanren nach höher gewinnen müssen. Fußball. ** Karlsruhe, 13. Nov. lKandidatenaufstellung.) Der Ortsausschuß der Zentrumspartei hielt hier eine Sitzung ab, der auch Prälat Dr. Schofer anwohnte. Einmütig wurden als Kandidaten für die Lanötagswahlen 1929 an erster Stelle Präsident Dr. Baumgartner und an zweiter Stelle Frau Klara Siebert nominiert. Dann folgen Stadtverordneter Schretnermeister Echtle an dritter und Stadtverordneter Zimmermeister Messung an vierter Stelle. Die Berufung einer fünften Stelle bleibt Vorbehalten. ** Ludwigshafen a. Rh., 13. Nov. lAus vier Meter Höhe abgestürzt.) Am Samstagnachmittag fiel bei der Beseitigung eines Leitergerüstes in der Schlachthofstraße eine etwa zwölf Meter lange Leiter um, mit der ein 34 Jahre alter verheirateter Gerpstbauer aus etwa 3—4 Meter Höhe abstürzte. Er erlitt eine Verstauchung der Hand und brach sich einige Zähne aus. Durch die stürzende Leiter wurde das vierjährige Söhnchen eines Fabrikarbeiters in der Margarethenstraße getroffen, das einen Bruch des linken Oberschenkels erlitt. Das verletzte Kind wurde durch die Unfall» wache ins Krankenhaus gebracht. ** Hardheim (bei Buchen), 12. Nov. lEtne Oelmühle durch Brand zerstört.) Die zwische« Hardheim und Rödental gelegene Oelmühle (genannt Neumühle) wurde durch Feuer fast vollständig zerstört. Das Feuer entstand im Kelterhaus, in welchem eine große Menge Holz und Reisig aufgestapelt war. Es war erst bemerkt worden, als es schon eine größere Ausdehnung genommen hatte. Der erste Stock des Wohnhauses konnte noch erhalten werden, so daß die Bewohner nicht obdachlos geworden sind. Die Entstehungsursache ist bis jetzt noch unbekannt, doch wird Brandstiftung vermutet. ** Durlach, 13. Nov. lJm Walde erhängt aufgefunden.) Samstagmittag wurde im Bergwald der Gemarkung Turlach in der Nähe der Munitionsfabrik Wolfertsweier ein verwitweter 66jähriger Maurer aus Durlach an einem Baum erhängt aufgefunden. Die Beweggründe zur Tat sind unbekannt. ** Pforzheim, 13. Nov. (Die Bierflasche als Waffe.) I« einem Automatenrestaurant hier spielte bet einem Streit die Bierflasche eine Rolle. Mit einer solchen wurde gegen den Maurer Wyrich ein so heftiger Schlag auf den KovI ausgeführt, daß Wyrich sofort ins Krankenhaus verbracht werden mußte. ** Bädeu-Badeu-Lichtental» 13. Nov. (Die Aebtissin von Lichtental gestorben.) Im 59. Lebensjahr und im 81. Jahre ihrer Ordensprofetz ist die 41. Aebtissin des Klosters Lichtental, Frau Maria Gertrudis Molz, O. Eist, gestorben. Sie stand 20 Jahre dem hiesigen Kloster vor. ** Freiburg» 13. Nov. (Kellerwirtschaftskurs.) Vom Mittwoch, den 28. bis Freitag, den 30. November 1928, hält das Badische Weinbautnstitut in Freiburg in seinen Räumen (Peterhof) einen dreitägigen Kellerwtrtschaftskurs ab, um Winzern, Küfern, Wirten und sonstigen Interessenten Gelegenheit zu geben, sich mit den neuen Methoden der Wetnbereitung und Weinbehanölung vertraut zu machen. Die Erfolge der frühere« Kurse haben den Wert der Veranstaltungen hinlänglich bewiesen. Es soll deshalb kein Interessent die Gelegenheit versäumen, sein Wissen zu bereichern. ** Säckiugen, 13. Nov. (Böser Streit in Alkoholstimmung). Vor der Rhetnbrücke in Säckingen gerieten zwei junge Leute, die bei einer Bohrarbeit an der Thermalquelle in Säckingen beschäftigt sind, und von einer Bierreise aus der Schweiz zurückkehrten, in Streit. Der Schmied Ernst Haug zog ein Messer und brachte dem Hilfsarbeiter August Dorner aus Sinsheim eine schwere Verletzung am linken Arm und Schenkel bei. Dorner mußte bewußtlos ins Krankenhaus gebracht werden. Haug wurde verhaftet. Landung eines französische« Postflugzeuges bei Muggensturm. Muggensturm, 12. Okt. Um 2.45 Uhr ging ein französisches Flugzeug, aus der Richtung Karlsruhe kommend, aus Die Aufklärung eines eigenartige« Todesfalles. Pforzheim, 13. Nov. Am letzten Donnerstag wurde eine verheiratete 28jährige Frau in ihrer Wohnung im Vorort Dillstein tot aufgefunden. Schon damals kreisten verschiedene Gerüchte, die sich nun anscheinend verdichtet haben. Es wurden nämlich der Ehemann mit einer Frau verhaftet, die des Zuwiöerhandelns gegen die §§ 218—220 des R.S1.G.B. beschuldigt werben. Ei« verhängnisvoller Streit. Pforzheim, 13. Nov. Zwischen dem 17jährigen Lehrling Willi Aichert und dem 22jährigen Arbeiter Wenöelin Ohnmacht entstand am Samstag mittag in einer hiesigen Schreinerei ein Streit. In dessen Verlauf griff Aichert, um sich gegen seinen älteren Gegner zu wehren, zu einer sogenannten Spachtel und schlug damit dem Ohnmacht unglücklicherweise so schwer gegen die Halsschlagader, daß diese zerriß und der so schwer Getroffene schon auf dem Transport zum ' Krankenhaus infolge Verblutung gestorben ist Der Täter wurde verhaftet. Er hatte an diesem Tage gerade seine Lehrzeit beendet. Der wandernde Berg bei Lorch Frankfurt a. M. 12. Nov. Zn Lorch am Rhein mußten im Zahre 1920 zahlreiche Häuser geräumt werden, da ein Bergsturz des Rolligbrrges drohte. Kurz nach der Räumung trat der Sturz dann auch ein. Der wandernde Berg schien sich dann beruhigt zu haben. Er scheint jetzt aber wieder zu erwachen. Zn den letzten Tagen löste sich ein viele Zentner schwerer Felsblock und rollte donnernd zu Tal. Eine neunköpfige Familie mußte schleunigst ihr Wohnhaus räumen. Messungen haben ergeben, daß der Berg in den letzten Monaten wieder vorwärts wunderte. Marktberichte. Mannheimer Schlachtviehmarkt. Dem Schlachtviehmarkt am Montag waren zugeführt: 258 Ochsen. 160 Bullen. 375 Kühe. 472 Färsen. 747 Kälber. 55 Schafe. 3534 Schweine. Bezahlt wurden pro 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen 54-56. 42—46, 42—45, 36—38, 32-36, 30 -32; Bullen 48-50, 44-46, 36-40, 30-34; Kühe 46-49, 35—40, 26-30, 16-20; Färsen 55-57, 47-49, 36-39; Kälber 72-75, 66-70, 60-62, 48—52; Schafe 44—46; Schweine 79, 78-79, 77—78, 73 bis 75, 70—72, 65—68, 64—70. Marktverkauf: mit Großvieh ruhig. Ueberstand; mit Kälbern mittelmäßig, geräumt; mit Schweinen ruhig, Ueberstand. Mannheimer Produktenbörse. Manuheim» 12. Nov. Bei weiter anhaltender Zurückhaltung des Konsums und bei unveränderten Forderungen des Auslandes verkehrte die hiesige Börse in ruhiger Haltung. Im cik-Geschäft verlangt man für seeschwimmenden Weizen in holl. Gulden per 100 kg cif Rotterdam: Mantoba III 12,70, Manitoba IV 12.20, Kansas II 12.35, Barusso, 78 kg, 11.90, Rosafs, 78 kg, 12.00. Im Waggongeschäft nannte man gegen 12*4 Uhr in Mark per 100 Kilo waggonfrei Mannheim: Wetzen inl. 23.75, ausl. 26—28, Roggen inl. 22.75—23, Hafer inl. 23.25—24, ausl. 23.50—24. Braugerste (badische, hessische und württembergische) 25—26, pfälzische 25.50—26.75, Futtergerste 20—20.25. Mais mit Sack 22.75, südd. Weizenmehl Spezial Null 34.25, südd. Roggenmehl 29.75—32, Kleie 13.25, Biertreber mit Sack 19.75—20.25. Turnen, Sport und Spiel. Fußball. S. E. 1921 Siegelsbach — F. T. 1911 Meckesheim 3 :2 (2 :0). Am vergangen Sonntag empfing der Neuling in der A-Klasse, Sport-Elub Siegelsbach, den F. C. 1911 Meckesheim zum fälligen Berbands-Rückspiel. Nach ausgeglichenem Spiel konnte Siegelsbach in der 36. Minute durch seinen Mittelstürmer in Führung gehen. Fünf Minuten darauf erhöhte der Linksaußen des Sport-Clubs auf 2 :0, womit das Halbzeitergebnis hergestellt war. Zn der 4. Min nach Wiederbeginn konnte derselbe Spieler ein drittes Tor für seine Farben buchen. Zm wetteren Verlauf gelang es Meckesheim durch einen Strafstoß und einen Hand-Elfmeter zwei Tore aufzuholen. Die Schwarzweißen drängen nun mächtig -Phönix Steinsfurt I. — Sportverein Sinsheim I. 4 2. Zu diesem Treffen hatte sich eine größere Anzahl Zuschauer «in- gefur.den, die lebhaften Anteil nahmen. Beide Mannschaften traten in stärkster Aufstellung an. Phönix setzte seinen Siegeszug fort und konnte wie zu erwarten war seinen Gegner mit obigem Resultat niederringen. Der beste Mann von Sinsheim war zweifellos der Torwächter, die besten Schüsse meisterte er in hervorragender Weise, nur ihm kann Sinsheim es verdanken, daß das Resultat nicht höher ausfiel. Die Phönix Elf war in Hochform. Sinsheim spielte eifrig, konnte aber nicht zu sehr gefährlich werde«. Das schönste Tor des Tages fiel durch den Steinsfurter Halbrechten, der eine scharfe Flanke durch Kopfschuß fein ins Eck plazierte. Phönix steht mit 5 Spielen 10 Punkte ungeschlagen an, der Spitze der Tabelle. Die übrigen Vereine spielten: Rappenau — Eppingen 1 :2 Siegrlsbach — Meckesheim 3 :2. Der Tabellenstand ist folgender: Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte Steinsfurt Siegelsbach Eppingen Sinsheim Rappenau Meckesheim o 6 4 5 7 5 5 3 3 2 1 1 2 1 3 5 4 19 : 2 13 :17 10 : 6 14 :14 12 :18 11 :18 10 7 6 4 3 2 Radio-Prograam» für Menstag, 13. Nov.: Breslau. 20.30 Uhr: Konzert für das Ausländ. Uebertragung von Prag. Frankfurt. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 13 Uhr: Mittagsständchen. 15.05 Uhr: Zugendstunde. 16.35 bis 18 Uhr: Konzert aus Stuttgart. 20.00 Uhr: Gedächtnisfeier zum 100. Todestage von Franz Schubert. Uebertragung aus der Stiftskirche in. Stuttgart. Anschi.: Schallplattenkonzert. Hamburg. 19.25 Uhr: „Samson und Dalila," Oper. Uebertragung aus dem Stadttheater. 22.30 Uhr: Konzert aus dem Kaffeehaus „Ostermann." Köln und Langenberg. 20 Uhr: „Mensch ärgere Dich nicht." 21 Uhr: Einsame Musik. Königsberg. 20.05 Uhr: Operetten-Abeno. 22.30 bis 24 Uhr: Tanz- Könjgswusterhausen. 20.00 Uhr: Zunge Dichter, 22.30 Uhr: Konzert für das Ausland. (Prag.) Leipzig. 20.15 Uhr: Selten gehörte Balladen. 21.00 Uhr: Mosaik. (Eine bunte Stunde.) ,22.15 Uhr: Tanz- und Unterhaltungsmusik aus Dresden, München. Kaiserslautern. 11.20 Uhr: Schallplattenkonzert, 12,55 Uhr: Konzert. 14.45 Uhr: Frauenstunde. 17.30 Uhr: Befper- konzert. 21.15 Uhr: Kovzertstunde. 22.35 Uhr: Tanzkursus. Stuttgart. 10.30 Uhr: Schallplattenkonzert, 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 15.45 Uhr: Frauenstunde. 16.15 Uhr: Nachmittagskonzert. 20.00 Uhr: Gedächtnisfeier zum 100. Todestage von Franz Schubert. Uebertragung aus der Stiftskirche. Anschl.: Unterhaltungskonzert. Davenlry Experimental. 23.15—00.15 Uhr: „Die Großhcrzogin von Gerolstein," Komische Oper. Toulouse. 21.30 Uhr: Konzert. 22.10 Uhr: Konzert, Mailand. 20,50 tchr: Gemischtes Konzert. 23 Uhr: Tanzmusik. Wien. 20.30 Uhr: Konzert aus Prag. Anschl.: Abendkonzert. Bern. 20.00 Uhr: Orchesterkonzerl aus Lausanne. 22 Uhr: Kursaal-. orchester. Brünn. 19 Uhr: Orchefterkonzert. Barcelona. 22.10 Uhr: Orchesterkonzert. 23—24 Uhr: Klavier» und Tenorsoli. Bahnhofstr.23 Radio-Hauser Heidelberg Telefousog» Modernste Rundfunk—Änlagei,-Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orten. - Bertrctcrbesuch u. Borsührung unverbindlich. Radio-Ltterntnr. Programm-Zeitschristen bei S. Doll Buchhblg.. Sinsheim. Verein „Badische Heimat" Mittwoch, den 14. November abends i&9 Uhr im Löwensaal Heinrich Merordtilbend „Aus eigenen Werbe« in Poesie und Prosa" Otrsgruppe Sinsheim Ohne Reklame keine Einnahme! MümiiiiiiiniiiiiiHiiiiniiniiiiiiiniiiiiiiimiiiimiitHiinniiiiiniiiiira^ maHtKLEHXD* | Illustrierte Preisliste kostenlos s Alleinverkauf für Sinsheim: ^ I E. Speiser, Sinsheim. J cklll. . - jfte hmntdcnJVuijciitclaHifr ? nimmt sie » Henho! SIEH! 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