Erscheint täglich mit Ausnahme ter Feiertage Bezugs-Preis: Durch die Post bezogen und durch den Briesträn:r und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.60 Der Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. In Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Lieferung der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit 1/28 bis 5 Ahr Sonntags geschloffen. Fernsprech-Anschlutz Nr. 465 Postscheck-Konto Karlsruhe Nr. 6908 Der LanSoote Änslieimer Mm Zeitung General-Anzeiger für klfenz-unö Zckwarzbaclital Heltefte und verbreitetste Leitung dieser Gegend. I)aupt-Hn}eiqs .-jer- Mod- « Patn-ber f"r P.-us- n, rnndrrtr f-baft Anzeigen. Preis«: Anzeige«: Die 3Z mm drei«» ÄliUimeter-Jeüe 6 Gowprg Reklamen- Die 92 mm breit« Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrift im Anzeigen- und Textteu ist Petit. Bei Wiederholungen tariffester Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rechnungsdalum oder bei gerichtlicher Betreibung erlischt. Anzeigen-Annahme bis 8 Ahr vormittags; größere Anzeige» müssen am Tage vorher aufgegeben werden. Bank-Konto Bereinsbank Sinsheim «. G. m b. L- M 278. Dienstag, de« 27. November 1928, 89. Jahrgang Die entfesselten Der Sturm aus dem Atlantik hält an. „Vommern" im Sinken. Sturmschaden auf Helgoland Hamburg, 27. Nov. sFunkspruch.) Wie von der Insel Helgoland gemeldet wird, hat der Sturm dort große Schäden verursacht. Die Helgoländer Düne ist an der Nord- und Ostseite stark beschädigt vordem Es wurde viel Land abgetragen. Auch das Bollwerk am Unterland ist zum Teil weg- geriffen worden. Die Wiederherstellung von Düne und Bollwerk wird große Kosten verursachen. Ein Arbeitskommando, das für die Gemeinde Schutzbefestigungsarbetten aus der Düne errichtet, konnte infolge hohen Seeganges noch nicht nach der Insel zurückkehren. Die Lage auf Sylt Die Besichtigung der Sturmschäden auf Sylt, die Landrat Skeilweit mit den Gemeindevorstehern der Insel am Sonntag unternahm, ergab, daß die Schäden in Wenningstedt und Kämpen noch erheblicher sind als zunächst angenommen wurde. Nördlich Kliffende sind ungefähr 25 Meter Steilküste abgerissen worden, in Wenningstedt sechzehn bis achtzehn Meter. Eine derartige Abbrnchkante wurde noch nicht gesehen. Ueberall befinden sich Riffe. Bei nochmaliger Flut würde alles in sich zusammenbrechen. Die Gebäude dort befinden sich in großer Gefahr. In den Pfühlen hat sich ein großer Wasserkessel gebildet. Der Hin- denburg-Damm erlitt nur ganz geringe Schäden. Der Zugverkehr ist nicht gestört. Der Pegelstanö in Morsum betrug während der Sturmflut 3,70 über Normal. Es ist also als «in Glück zu bezeichnen, daß keine Springtiede war, sonst wäre der Schade« ««übersehbar gewesen. Immerhin beweist bas entstandene Unheil die Notwendigkeit, den Bau des 13-Kilometerdetches umgehend in Angriff zu nehmen. Ebenso müssen besondere Schutzmaßnahmen für die Westküste getroffen werden. Eine von anderer Seite gebrachte Meldung, daß in Tinnum der Bahndamm überflutet wurde und die Schulkinder in Booten nach Hause befördert werden mußten, trifft nicht zu. Hochwasser in West- und Mteldentschland Köln, 27. Nov. Durch den orkanartigen Sturm, der am Samstag über Köln wütete, ist erneut großer Schaden angerichtet worden. Viele Bäume wurden entivurzelt, Schornsteine umgelegt und Dächer aZgedockt Die -'eriucdr w,n ununterbrochen tätig, nm die zahlreichen Schäden zu beseitigen. Im Fernsprechverkehr sind Maffenstörungen aufgetreten. Die Fernleitungen nach den verschiedensten Richtungen sind bielfach gestört. Infolge der anhaltenden Regenfäll« führen die Wupper und ihre Nebenflüsse Hochwasser. Besonders in Mitleidenschaft gezogen wurde die Stadt Burg, wo das Wasser die Hauptstraße überflutete und in die Häuser eindrang. Der Sturm Wan London, 27. Nov. Der nun bereits den vierten Tag ununterbrochen anhaltende Sturm hat während des Wochenendes der Schiffahrt ungeheuren Schaden zugefügt. Nicht weniger als 21 Schiffe sind verloren gegangen. Die Besatzungen wurden zum größten Teil gerettet. Die Meteorologen haben für den ungeheuren Sturm keine einwandfreie Erklärung und führen ihn auf eine mögliche Verbindung mft unterirdische» vulkanischen Ausbrüchen zurück. Die Stürme im Norde« Frankreichs. Die Schiffe können nicht in den Hafen einfahre« und müssen draußen vor Anker liegen. Am Sonntag sandte der französische 5500-Tonnen-Dampfer Admiral Pouty SOS- Rufe. Nach einer Meldung aus la Rochelle hat ein französisches Fischerboot 15 Mann der Besatzung des italienischen Dampfers Barbach gerettet, der im Golf von Gas- cogue «nterging. .Das Schicksal der übrigen Besatzung ist unbekannt. Schulschiff „Pommern" in finkendem Zustand Hmbnrg, 27. Nov. Der Deutsche Schulschiffverein gibt über den Anfall des Schulschiffes »Pommern" folgende Dar- stellung: In einem Orkan, wie er im letzten Jahrzehnt in unseren Breiten nicht vorgekommen ist, hat das Schulschiff »Pommern" in der Nacht vom Freitag, 23. November, auf Samstag, 24. November, 70 Seemeilen südwestlich von LandSend auf der Fahrt von den kanarischen Inseln nach Plymouth eine schwere Havarie dadurch erlitten, daß ihm die Maste« über Bord ginge». Durch die trotzdem weiter betriebsfähige Funkanlage gelang es, mit den deutschen Bergungsdampsern, der Bugsier- gesellschast, die bet Scilly Island stationiert sind, tn Verbindung zu treten und die Verbindung aufrecht zu erhalte», bis zwei Bergungsöampfer das Schulschiff in der Nacht vom Samstag zum Sonntag gefunden hatten. Wegen des erneut etnsetzende« schweren Nordweftstur- mes entschloß sich der Kapitän nach längerem Schleppen, di« gesamte Besatzung a»s die Schlepper zu überführe«, S«s denen sie jetzt nach einem englischen Hafen unterwegs Gturmgewaltm. — Diele Schiffe ln Seenot. - Schulschiff — Die Besatzung gerettet. sind. Mehr als 48 Stunden nach dem Unfall trieb das Schulschiff noch — ohne Besatzung — tn der Nähe von Gurnsey und blieb trotz der überstandenen Havarie schwimmfähig. Der Schlepper versuchte erneut, die Verbindung mit ihm herzustellen und das Schiff, wenn möglich, zu bergen. Die Bugsierreederei und Bergungsaktiengesellschaft Hamburg berichtet über die Rcttungsfahrt ihres Bergungsdampfers „Heros" u. a. noch, daß die beiden Hamburger Bergungsöampfer „Heros" und „Seefalke" auf die funkentele- graphischen Notrufe herbeigeeilt waren. An der Unfallstelle befanden sich schon vier britische Dampfer, unter ihnen die „Lancastria". Ein von dem letztgenannten Dampfer ausgesetztes Rettungsboot konnte in den Stürmen die „Pommern" nicht erreichen und mußte wieder umkehren. Dagegen gelang es der „Heros", die Mannschaft der „Pommern" zu bergen. Die gesamte Vesatzung gerettet Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist die gesamte Besatzung des in sinkendem Zustande befindlichen Schulschiffes „Pommern", bestehend aus 90 Mann, davon 62 Zöglingen, in der Nacht trotz schwersten Sturmes von dem Schlepper „Heros" der Bugsier- und Bergungsreederei Hamburg, also nicht von englischen Schiffen, an Bord genommen worben und befindet sich wohlauf. Die „Pommern" befand sich auf der Rückreise von den Azoren nach dem Kanal auf 42 Grad 32 Minuten Norübreite und ! Grad 2i» innen wrstUcher Länge. Auf das Seenotzeichen des Sckn tHUes hatten sich sofort eine Reihe von Fahrzeug .1 enf«-'«« Hochseeschlepper „Seefalke" und „HeroS" an die Unsallstelle begeben. Als erstes Fahrzeug war der deutsche Dampser „Röhn" von btt Uebersee-Reederei A.-G. Breme« an der Unfallstelle eingetroffen. Der Kapitän der „Rhön" hatte dann sofort funkentelegra- phisch seiner Reederei Mitteilungen über die Lage der »Pommern" gemacht. Der inzwischen eingetroffene Hochseeschlepper „Seefalke" von der Reederei Schuchmann versuchte trotz des schweren Orkans, die „Pommern" ins Schlepp zu nehmen, was jedoch nicht gelang. Während der Schlepper »Heros" mit der Besatzung die Unfallstelle bereits verlassen hat, ist der Schlepper „Seefalke" bet der sinkenden, allerdings vorläufig noch schwimmenden „Pommern" geblieben, um unter Umständen die Bergung zu versuchen. Wettere deutsche Schiffe in Seenot Amsterdam, 26. Nov. Von dem norwegischen Dampfer »Christian Michelsen", der sich am Sonntagnachmittag an der Küste bei Rotterdam in Seenot befand und später 2000 Meter nördlich von Waterweg strandet«, wurden abends 84 Mann der Besatzung gerettet. Drei Mann sind ertrunken. Der Kapitän befindet sich noch an Bord. Bei Amuiden wurden Notsignale von dem 3000 Meilen entfernt befindlichen Dampfer „Rodelsheim", wahrscheinlich deutscher Herkunft, aufgefangen. Auch der Dampfer „Sa- ltnto" auf 52,30 Grad nördlicher Breite und 4,10 Grad westlicher Länge gab Notsignale. Die Lage nach dem Weilsjpnich Düsseldorf, 27. Nov. In den beteiligten Kreise« äußert man sich angesichts der durch das zweite Duisburger Urteil und de« Mißerfolg der ersten Einigungsverhandlungen beim Regterucktzsprästdenten zweifellos verschärften Lage nicht sehr optimistisch über die Möglichkeit, nun doch noch zu einer Einigung zu kommen, die eine baldige Wiederaufnahme der Arbeit, wenn auch vorbehaltlich der Entscheidung des Reichsarbeitsgerichtes ermöglichen würde. Man weist darauf hin, daß bei neuen gemeinsamen Verhandlungen nahezu pon vorn angefangen werden müßte. Sollten die neuen Einigungsbemühungen des Regierungspräsidenten scheitern, so wäre noch mit einer mehrwöchigen Dauer des Kampfes z« rechnen, zumal die Entscheidung des Reichsarbeitsgerichtes kaum vor Ablauf von 14 Tagen vorliegen dürfte. Gin Schreiben der Metallarbeilerverbände an Aordweff Düsseldorf, 27. Nov. Die Metallarbeiterverbände haben folgendes Schreibe« an den Arbeitgeberverband Nordwest gerichtet: »Wir nehmen Bezug auf das am 24. November verkündete Urteil des Landesarbeitsgerichts Duisburg. Wir fordern nunmehr unter Bezugnahme auf unser Schreiben vom 6 » November 1928 den Arbeitgeberverband Nordwest auf, die vvrgenommene Aussperrung aufzuheben und die Mitglieder anzuweisen, die Betriebe unverzüglich zu öffnen. Indem «Ar alle bereits entstandenen Schadenersatzansprüche aufrechterhalten, machen wir Sie auch für allen weiteren Schaden verantwortlich, der aus der Nichtbefolgung dieses Aufforde- rungsschretbens entsteht." Di, Revifionsverhandlung im Eifenkonflikt nicht vor Mitte Dezember. Berlin» 28. Nov. Wie man erfährt, ist mit der Reoistvns- Verhandlung in der Angelegenheit des Schiedssprnches i« Eisenkonflikt vvr dem Reichsarbeitsgericht nicht vvr dem 15. bis 20 . Dezember z» rechnen. Annahme des Schiedssprnches für Hagen-Gchwelm durch de» Dentsche« Metallarbeiterverband. Hage«, 27. Nov. Wie die „Hagener Zeitung" berichtet, hat der Deutsche Metallarbeiterverband den Schiedsspruch für die Hagen-Schwelmer Eisenindustrie angenommen. Die übrigen Gewerkschaften und der Märkische Arbeitgeberverband werden ihre Entscheidung in den Abendstunden bekanntgeben. Lohnbewegnng bei der Post Berlin, 2«. November. Nach einer Montagsblättermel- düng aus Düsseldorf versammelte sich dort am 24. und 25. November der Gesamtvorstanü der deutschen Postgewerkschaft, um zu den Stanüesfragen für das Lohnempfänger- personal der Deutschen Reichspost Stellung zu nehmen. Der Vorstand hielt es für notwendig, den Lohntarif zum 31. Dezember 1928 zu kündigen, da der steigenden Berelendung des Personals entgegengewirkt werden mühte. Einstimmig wurde die Kündigung des Lohntarifs beschlossen. Admiral Scheer t Weimar» 27. Nov. Admiral Reinhard Scheer ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag infolge eines Herzschlages plötzlich verstorben. * Admiral Scheer, der noch vor wenigen Monaten seinen 65. Geburtstag feiern konnte, wurde am 30. September 1863 geboren und trat 1879 als Kadett in die Marine ein. 1882 wurde er Leutnant zur See und 1895 Dezernent der Zentralabteilung des Reichsmarineamtes, wo er tätig war, bis er 1900 Korvettenkapitän und Chef der 1. Torpeüoabteilung wurde. Von 1907 bis 1909 war er Kommandant, des Linienschiffes „Elsaß". 1909 bis 1911 Chef des Stabes der Hochseeflotte, im Herbst 1911 wurde er zum Direktor des allgemeinen Marinedepartements im Reichsmarineamt ermtznnt, im Frühjahr 1913 zum Vizeadmiral und Chef des zweiten Geschwaders. Nach dem Tode des Admirals Pohl übernahm er Ende Febrngr 1916 den Oberbefehl über die gesamten Hochseestreitkräfte. Unter seiner Führung maßen sich die deutschen Hochseestreitkräfte am 31. Mai 1916 mit der englischen Flotte in der Schlacht vor dem Skagerrak. Obwohl die britische Flotte an Zahl fast um das Doppelte überlegen war, obwohl diese zahlenmäßige Ueberlegenheit noch durch die Ueberlegenheit der Kaliber erheblich vergröbert wurde, und obwohl besonders tn den Abendstunden die deutschen Schiffe sich in der taktisch denkbar ungünstigsten Lage befanden, ge- lang es der deutschen Flotte durch einen entscheidenden Stotz mitten tn die Gegner hinein, ihn zum Abdrehen zu zwingen. Wenn die englische Flotte es nicht gewagt hat, sich den deutschen Seestreitkräften noch einmal zur Schlacht zu stellen, und wenn die Verluste an Mannschaften und Schiffen auf englischer Seite ein Mehrfaches der deutschen Verluste betrugen, so war dies vor allem das Verdienst des Admirals Scheer. Im Juli 1918 wurde Scheer Chef des Admiralstabes der Marine als Nachfolger des Großadmirals von Holtzenborff. Nach dem Kriege war Scheer eine zeitlang politisch tätig. Bekannt ist, baß seine Gattin im Oktober 1920 von Einbrechern ermordet worden ist. Beileid des Reichspräsidenten - Berlin, 27. Nov. De» Reichspräsident hat an die Tochter des in der vorvergangenen Nacht gestorbenen Admirals Scheer folgendes Beileidstelegramm gerichtet: »Die Nachricht von dem so unerwarteten Tode Ihres Bakers» des Admirals Scheer, den ich erst vor wenigen Tagen tn voller Gesundheit bei mir gesehen habe, hat mich tief erschüttert. Ich bitte Sie und die Ihren den Ausdruck meiner herzlichen Anteilnahme an Ihrem Schmerz entgegenzunehmen und versichert zu sein, daß ich dem ruhmreichen Führer der deuffchen Flotte, dessen Name mit der Seeschlacht am Skagerrak in der deutschen Geschichte weiterlebt, stets ein ehrendes» kameradschaftliches Gedächtnis bewahre» werde." In wenigen Worten Admiral Scheer ist in der Nacht zum Montag an einem Herzschlag plötzlich gestorben.^ Die gesamte Besatzung des finkenden Schulschiffes »Pommern" ist von dem deutschen Hochseeschlepper „HeroS" gerettet worden. *. Auf dem Grunewaldfriedhof in Berlin fand am Montag die Beisetzung Hermann Sudermanns statt » Nach dem Ministerrat am Montag vormittag erklärte Innenminister Tardieu, daß die Ernennung der französischen Sachverständigen nicht Sache der Regierung, sondern der Reparationskommisston sei. • In Bukarest kam es am Sonntag nach einer kommunistischen Kundgebung gegen die neue Regierung zu schweren Ausschreitungen. • Aus ganz Westdeutschland kommen Meldungen über schwere Sturm- und Ueberschwemmungsschäben. Der Sturm hat auch auf der Insel Helgoland großen Schaden angerichtet. * Die Ueberschwemmungen auf der Insel Sylt gehen znr Zeit zurück. Die Sturmschäden auf der Insel sind erheblicher, als zuerst angenommen wurde. Nr. 278. Jahrgang 1928. D« Laadbote * Siusheimer Zeitung. Dienstag, den 27. November 1928. Veischung Sudermanns Berlin, 27. Nov. Trotz des stürmischen Wetters und bes anaufhörltch niedergehenden Regens versammelte sich a:r. Montagmtttag auf dem Grünewaldfriedhof eine unübersehbare Menschenmenge, um die irdischen Ueberreste des Dichters Hermann Sudermann zur letzten Ruhe zu geleiten. Die kleine FrieLhofkapelle faßte nur einen geringen Teil der Leidtragenden. Unter den Erschienenen sah man Kultus, minister Dr. Becker, Oberbürgermeister Dr. Büß, die Kollegen des Dichters, Rudolf Presber, Schorsch Engel, Heinz Tovote und andere. Die Beisetzung der sterblichen Ueberreste Sudermanns erfolgte dann im Erdbegräbnis an der Sette seiner vor vier Jahren verstorbenen Gattin. Württemberg als Vorbild. Die Referendare verlangen eine Vertiefung der juristischen Ausbildung. Dom 16. bis 18. November fand in Berlin die Jahresversammlung des Reichsbunds deutscher Referendare statt, zu der das Reichsjustizministerium, das Reichsfinanzministerium, das Reichsinnenministerium, sowie das preußische Justiz- und Finanzministerium, der preußische Richtcrverein, der preußische und sächsische Assessorenverein und der Berliner Anwaltsverein Vertreter entsandt halten. Die Regierung und die Oeffentlichkeit interessierten besonders die Verhandlungen über die vom Reichsbund beabsichtigte Reichsschulungswoche und ein Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Richard Grau-Berlin über die Vereinheitlichung des Vorbereitungsdienstes zumal die letztere Frage bereits von einem Ausschuß der Länder behandelt wird. Der Redner setzte sich lebhaft für eine einheitliche Ausbildung der Justiz- und Verwaltungsbeamten ein. Der zukünftige Verwaltungsbeamte muß streng juristisch ausgebildet werden, ebenso kann der Richter nicht ohne verwaltungsrechtliche Kenntnisse auskommen. Dabei wurde besonders auf die Verhältnisse in Württemberg hingewiesen, wo schon jetzt die angestrebte einheitliche Ausbildung der Justiz- und Verwaltungsbeamten besteht. Ueber die Gestaltung des künftigen Vorbereitungsdienstes führte der Redner aus: Das veränderte Staatssystem muß auch eine Veränderung der Ausbildung mit sich bringen. In hohem Maß wird von dem Juristen eine Beschäftigung mit wittschaftlichen und sozialen Fragen verlangt. Deshalb soll nach einem dreijährigen Studium, das in Trimester statt der jetzigen Semester zu teilen ist, der Referendar eine dreieinhalbjährige praktische Ausbildung erhalten, von denen er 2Vs Jahre — nötigenfalls unter Abkürzung der jetzigen Anwaltszeit — im Iustizdicnst und ein Jahr bei Verwaltungsbehörden zubringt. Notwendig ist kielst eine Ausbildung in allen Zweigen des Verwaltungsdienstes, sondern «ine gründliche Ausbildung, nun» auch nur in einem Derwaltangszweig, wobei auch Befchästigung bei einer kommunalen Selbstverwaltung» einer Handelskammer, einem Wirtschafts- oder Sozialvrrbaad möglich fein soll. Besonders befähigten Juristen soll von Staats wegen die Möglichkeit gegeben werden, eine ausländische Verwaltung kennenzulerncn. Eine „Uniformierung" des Vorbereitungsdienstes in dem Sinne, daß die Ausbildung im ganzen Reich die gleiche werden soll, kann nach Ansicht des Redners nicht in Frage kommen.- nötig ist nur eine Einigung über die Grundsätze und deren Aufnahme in das Gerichtsverfassungsgesetz,- die Normierung im einzelnen muß den Ländern überlassen bleiben. — Daß mit der Vereinheitlichung des Vorbereitungsdienstes, namentlich bei einer verlängerten Dorbereitungszeit, eine wirtschaftliche Sicherstellung der Referendare Hand in Hand gehen müsse, wurde nicht nur vom Redner, sondern auch in der anschließenden Aussprache nachdrücklich. betont. Eine Entschließung, in der die Vertiefung der juristischen Ausbildung gefordert und die Notwendigkeit einer Reichrschulungs- woche, die im Januar stattfinden soll, betont wird, fand einstimmige Annahme. Eröffnung der Internationalen WirtschaMouferenz Grus, 27. Nov. Die internationale diplomatische Konferenz für Wirtschaftsstatistik ist am Montag hier eröffnet worden. Auf der Tagung sind 42 Staaten durch Abordnungen vertreten, darunter sieben Nichtmitgliedsstaaten des Völkerbundes und sechzehn außereuropäische Länder. Ferner haben die Internationale Handelskammer und das Inter- nattonale Landwirtfchaftsinstitut Vertreter entsandt. Deutschland ist durch de« Präsidenten des Statistische» Reichsamtes, Wagemann» «nd de« Direktor des Reichsamtes, Platzer» vertreten. Der vom Völkerbundsrat ernannte Präsident Rappard (Schweiz) hielt die Eröffnungsrede, in der er darauf hin- wtes, baß eine gesunde Wirtschaftsstatistik die Grundlage einer gesunden Wirtschaftspolitik sei. Andererseits sei eine gesunde Wirtschaftspvltik die erste Vorbedingung einer guten internationalen Politik zur Sicherung des Friedens. Der gegenwärtige Zustand der Wirtschaftsstatistik bedürfe grundlegender Verbeflerungen, denen diese Konferenz dienen solle. Aebmeichung der deutschen Denkschrift auch in Rom und Tokio Berlin, 27. Nov. Wie von unterrichteter Seite verlau- >et, find an die Uebergabe der deutschen Denkschrift in London und Paris Besprechungen angeknüpft worden. Die ?age wird in Berlin aufgrund dieser Besprechungen im Gegensatz zu verschiedenen ausländischen Blättermeldungen eicht ungünstig beurteilt. Im übrigen wird darauf ver- viesen, daß die deutsche Denkschrift nicht nur in London md Paris, sondern auch in Rom, Tokio und Brüssel über- :eich1 worben ist. Frankreichs Vertreter im Sachverstöndigen- ansschuß Die Reparationskommissiv« für Ernennung zuständig! Paris, 27. Nov. (Funkspruch.) Der französische Minister- :at vom Montagvormittag beschäftigte sich mit laufenden nnerpolitischen Angelegenheiten. Entgegen den noch in der Nontag-Morgen-Presse allgemein noch ausgesprochenen Er- vartungen wurde die Frage der Ernennung der französischen sachverständigen nicht entschieden. Innenminister Tardieu erklärte beim Verlaffen des Mi- iristerrates daß die Ernennung der beiden französischen sachverständigen nicht Sache der Regierung sei, sondern daß die Rcparationskommission dafür zuständig wäre. In politischen Kreisen verlautet hierzu, daß die Alliierten »unmehr eine formelle Mitteilung der Reichsregierung über die Einberufung der Konferenz erwarten, in der Ort und Zeit der Konferenz vorgeschlagen werde. Erst nach Erhalt dieser Einladung sollen die französischen Sachverständigen ernannt werden. __ Letzte Telegramme in Kürze. Deutsche Schiffe im Stnrm an der holländische« Küste. Amsterdam, 26. November. Sonnabend nachmittag ist der deutsche Schlepper „Fair play" mit fünf Vermißten an Bord im Hafen von Helder angekommen. Das Schiff war mit einem Salzschiff im Schlepptau auf dem Weg vou Cuxhaven nach Zaanüam und ist am Freitag an der holländischen Küste in das Unwetter geraten. Die Schlepptaue rissen. Mit Lebensgefahr versuchte man bei haushohen Wellen die Mannschaft des Salzschiffes in Sicherheit zu bringen. Als der Dampfer sein Steuer verlor, mußten die Versuche anfgegeben werden. Ebenfalls war es unmöglich, an den in Seenot befindlichen deutschen Dampfer „Pedtus" heranzukommcn. Das Schiff wurde nach Norden abgetrieben. Vielen anderen konnte rechtzeitig Hilfe gebracht werden. So ist es u. a. gelungen, eine große Anzahl von Fischerbooten durch Schlepper in Sicherheit zu bringen. Ein Rheinschiff ist bei Nymwegen gesunken. Selbstmord der Gattin eines Rittergntsbefitzers. Leipzig, 27. Nov. Die Gattin des Rittergutsbesitzers Nathan Samuel aus Kospa hat sich am Sonntag abend von einem Personenzug überfahren lassen. Sie war sofort tot. Frau Samuel litt an Schwermut. In einem hinterlaffenen Brief an den Gatten und Sohn hat sie die Absicht, in den Tod zu gehen, mitgeteilt. Ihre Schwester hat vor einiger Zeit in Magdeburg gleichfalls Selbstmord verübt, indem sie sich in die Elbe stürzte. Prosessor Dr. Kurz ermordet. Werder (Havels, 27. Nov. Am Montag vormittag wurde der Landschaftsmaler Professor Albert Kurz, der an der Konitzer Chaussee im Werder eine Villa besitzt, mit einem Beil erschlagen aufgefunden. Gleichzeitig wurde ein junger Mann mit einem schweren Brustschuß in das Werdersche Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei ist zur Zeit »och mit der Aufklärung des rätselhaften Falles beschäftigt. Chinesischer General von Kommunisten ermordet. Peking, 27. Nov. (Fuukspruch.) Wie ans Kanton gemeldet wird, ist der kommandierende General Schao bei einer Trnppenbesichtignng in der Provinz Tschangscha durch einen kommunistische« Bombenanschlag ermordet worden. Die Täter sind flüchtig. Bade« ehrt Karl Benz. Verleihung oer Staatsmedaille. Karlsruhe, 16. November. Das Staatsministerium hat dem Dr. ing. e. h. Karl Benz in Ladenburg zum Eintritt in das 85. Lebensjahr die badische Staatsmedaille in Gold verliehen. Im besonderen Auftrag des Staatsministeriums hat gestern der Landeskommissär von Mannheim dem Bedachten in seiner Wohnung in Ladenburg die Staatsmedaille nebst Berleihungsürkunde überreicht. In der von Künstlerhand gefertigten Verleihungsurkunde ist zur Begründung dieser Ehrung ausgeführt: Dr. ing. e. h. Karl Benz hat vor mehr als vierzig Jahren den ersten Motorwagen gebaut. Er ist durch feine bahnbrechende Erfindertätigkeit der Begründer der in Deutschland hoch entwik- kelten Automobilindustrie geworden und hat damit zu dem hohen Ansehen der deutschen Industrie im Auslande beigetragen und dem Verkehrswesen der ganzen Welt neue Wege gewiesen. Karlsruhe, 20. November 1928. Badisches Etaatsministerium gez. Dr. h. c. Remmele, Staatspräsident. Das Schicksal der Eisenwerke Gaggenau. Die Eisenwerke Gaggenau A.-G. befinden sich bekanntlich in Zahlungsschwierigkeiten, sie haben deswegen das Vergleichsverfahren, eine Zusammenlegung des Aktienkapitals und eine langjährige Stundung der Forderungen beantragt. Die erste, für gestern «ach Karlsruhe einberufens Gläubigerversmnmlung hatte über das Schicksal dieses für Bade» wichtigen Werkes zu befinden. Der Vorschlag der Verwaltung, der neben der Stundung eine Abfindung mit neu auszugebenden Aktien vorsah, wurde abgelehnt und «ine Kommission beauftragt, die Grundlagen des Werkes und seine Rentabilitätsmöglichkeiten genauestens zu untersuchen. Von dem Ergebnis der Untersuchung wird der Fortbestand des Werkes und damit die Beschäftigung von 1200 Arbeitern ab hängen. Die Karlsruher Handelskammer fordert Einschränkung der Zahl der Tagungen. — Keine neue« organisatorischen Gründungen. Karlsruhe» 24. Nov. In der letzten Vollversammlung der Handelskammer Kartsruhe wurde die Anregung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie nach Einführung eines-organisatorischen Sperrjahres besprochen. Syndikus Dr. Krienen führte aus, daß auch auf dem Gebiete des Organisationswesens Rationalisiernngsmatznahmen angebracht erscheinen. So hätte die Zahl der Einladungen zu Tagungen und Versammlungen einen Umfang angenommen, daß selbst große Organisationen nicht im entferntesten in der Lage seien, ihnen nachzukommen. Eine Einschränkung der Zahl der Tagungen sowie ihre möglichst einfache Ausgestaltung sei dringend zu wünschen. Mit Recht sei die Forderung erhoben worden, daß in der nächsten Zeit von neuen organisatorischen Gründungen abgesehen wird, znmal» da wohl auf sämtlichen Gebieten bereits zuverlässig arbeitende Organisationen vorhanden seien, die in vielen Fällen noch eine stärkere Vereinheitlichung und Zusammenlegung vertragen könnten. iDe Herausgabe mancher Sammelwerke, die fast ganz von Inseraten der Firmen getragen wären, hätte mit Recht den Unmut vieler Industrie- und Handelsfirmen hervorgerufen. Die durch die Belastungen der geschilderten Art verursachten Geldausgaben würden besser auf die Förderung des Wohnungsbaues verwandt, ans dem das gesamt? Wirtschaftsleben Nutzen hätte. Die Ausführungen des Berichterstatters fanden die einmütige Zustimmung der Kammer und diese beschloß, bis zum HerbS deS kommenden Jahres von einer Beteiligung an irgendwelcher Neugründung abzusehen und Mittel nur für solche Unternehmen zur Verfügung zu stellen, die unbedingt bewährt sind und deren Förderung einen Teil der Aufgabe darsteilt, durch zufammengefaßte und planvolle Arbeit an dem Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft und der deutsche» Zukunft mitzuwirken. Verband badischer Gemeinden Gernsbach, 26. November 1928. Der Verbandsvorstand hielt am 20. November 1928 hier- selbst eine Sitzung ab, in der u. a. beschlossen wurde, einen besonderen Ausschuß zu bilden, der die mit der Verwaltungsreform zusammenhängenden Fragen zu bearbeiten hat. — Den Verbandsgemeinden wird nahegelegt, die Entwürfe der Gas- und Stromlieferungsverträge an den Verbanösvor- stanö zur Prüfung und Begutachtung einzusenden. — Die Verbandsgemeinden werden aufgeforöert, sich in allen zweifelhaften Berwaltungs- und Rechtsfragen an den Verbandsvorstand zu wenden, der alsbald sachdienlichen Aufschluß geben wird. — Um die bereits mehrfach beantraate Aenöe- ichloßksrff RONAN™ WO LFGAN& HARKEN „Es. . . ist Jan. Mutter. Er kommt, den Rächer zu holen." Sie verstand ihn nicht und schüttelte den Kopf. „Was ist »as? Was meinen Sie, Hanno?" „Die Stunde der Rache ist da, Mutter!" sagte er hart, ent- chibossen. „Rächen! Du willst ..." „Aimes rächen. Ja. Mutter. Sie sollen es wissen, daß )er Comte d'Urbanez, der Mann, den die Herzogin von Wrnchefton heiraten will, der Menschenjäger von Brasilien st." Frau Porter war unfähig, ein Glied zu rühren. Und'Hanno trat zur Tür und öffnete. __ Jan trat ein. Er sah die Tote und zitterte. „Was. , ist geschehen, Hanno?" fragte er heiser, und Tränen tratei ihm in die Augen. „Esther sst gestorben!" antwortete Hanno mit weg gewandtem Gesicht. Dann war lange Stille im Zimmer. Nur der Atem de> drei Menschen war zu hören. „Ist ... es soweit?" fragte Hanno Jan. Der nickte. . ^ . v Frau Porter hatte sich wiedergesunden. „Was willst d, tun. Hanno? Willst du Blut?" „Auge um Auge! Zahn um Zahn! Unbeugsam, har sprach es der Mann, beugte sich nieder zu der Toten uni küßte sie auf die Stirn. , „Schlafe. Esther. Es ist nur em Schlafen! Bielleich werde ich bald bei dir fein." „Hanno," bat die Frau wieder, „mir bangt um dich! „Mutter." sagte Hanno weich, „ich glaube an em Schick sal. Und ich glaube an Gott, felsenfest, Mutter. Hab Dan kür das „Du" das du mir geschenkt hast. Aber laß m«i |cjbt gehen und sei ganz still, Mutter. Bezwinge dem Herz Es gibt Dinge, die ein Mann nur allein mit sich und feine» alefwen ausmacken kann. Leb« wobt. Mutter!" Ehe sie ein Wort sprechen konnte, hatten die beiden da, Zimmer verlassen und gingen leise den Korridor entlang. Gemeinsam betraten sie den Keller, wo die Gesellen bereit: auf sie warteten. „War alles ruhig?" „Ja!" antwortete Edward. Dann begaben sich alle vier in den Weinkeller. Als Hanno sich anschickte, in die unterirdische Bibliothe hinabzusteigen, sagte Jan: „Hanno, ich weiß jetzt, daß de Comte wirklich der große Hochstapler Graf Bonaparte ist.' „Du weißt es?" fragte Hanno hastig. „Ja!" Aus seiner Rocktasche brachte er eine Karte. Hann, las: „Graf Bonaparte dankt!" „Woher hast du sie? ' „Vom Comte. Sieh dir die andere Seite an. Er hat i« Spiel ein Vermögen an mich verloren. Als das Bargel ausging, gab er mir Karten. Visitenkarten und notierte j« weils auf die Rückseite die Schuldsumme mit seiner Unter schrift. Der göttliche Zufall hat mir auf diese Weise ein solche Karte in die Hand« gespielt. „Zufall! Vorsehung. Jan. Jetzt laß mich gehen." „Wirst du ihn den Gerichten überliefern? „Ja! Sobald der Comte hinab zu mir gesttegen sst, so! Anton Nordensteen aus dem Schlaf wecken und ihn hei unterholen." Danach verschwand er in die Tiefe. Jan schoß die G« Heimtür und nahm seinen Versteckplatz ein. Die Herzogin fand keine Ruhe. Sie ging in das Zim mer der Mutter hinüber, fand aber nur Marion, die siä unruhig im Schafe wälzte. Sie erwachte beim Nahen de Schwester. „Ist Mutter. . . immer noch bei Esther, Marion?" Verichlaien nickte Marion und sagte dann angstvoll „Jkb iorg mich io um Esther " „Soll ick einmal hinüber zu Esther gehen?" „Ja Winnie, tu es Dann bin ich beruhigt." Die Herzogin warf ihr Morgenkleid über und verließ da Zimmer Als sie vor Esthers Tür stand, lauschte sie. Totenstille. Eine entsetzliche Angst schnürte ihr die Kehle zu. Als sie ins Zimmer trat, schrie sie aus. denn sie erkannt auf oen ersten Blick, daß eine Tote in den Kissen lag. „Mutter!" schrie sie entsetzt. „Ist Esther . . „ tot?' „Sie ist tot, Winnie!" sagte die Mutter herb. „Vor eine Stunde starb sie." Bitter weinte die Herzogin auf. „Mutter, so jung . . und sterben!" „Schicksal, Kind. Hanno hat recht, es ist Schicksal, uni wohl uns, wenn wir uns damit abgefunden haben." „Wo ... ist Hanno, Mutter?" „Fortgegangen," antwortete Frau Porter hasttg. „G war bis zum Tode bei ihr. Er ist . . . fortgegangen, um . die tote Geliebte zu rächen." „An. . . wem?" rief die Herzogin heiser, s «An . . . dem Comte, Winnie!" „An . . . dem . . . Comte!" Das junge Weib schrie auf. „Du liebst ihn wohl, den Comte, Winnie! Den Schurken der drüben in Brasilien ... um einer Wette willen, unt«> dem Vorwände der Verteidigung . . . Menschen schoß. D« Aimeä ... die tote Liebe Hannos, damals hinterrücks er schoß. Du liebst ihn wohl, den. . . Meuchelmörder." Das war zu viel für das junge Weib. Sie brach in d» Knie, stöhnte und brach in ein wildes Schluchzen aus. „Liebst du ihn, Winnie? Bei Gott, sage es mir." Die Herzogin richtete sich auf. Beide Männer, der Comb «nd Hanno, erstanden vor ihren Augen. Die Zeit, die ft mit ihnen auf Schloß Korff zusammengelebt hatte, zog st wenigen Augenblicken vor ihrem geistigen^Auge vorüber. Mit einem Male ward es klar in ihrer Seele. Sie fühtte was Liebe war, und wußte, wem ihre Liebe galt. „Mutter . . rief sie stürmisch und umarmte sie, „ich . Lebe ihn nicht! Ich liebe ihn nicht! Aber Hanno habe stt so lieb, Mutter, so lieb, ich gehe zugrunde, wenn er sttrbi Mutter, so lieb habe ich ihn!" Da leuchtete es in den Augen der Mutter auf. Gütig u« fing sie die Tochter und drückte sie an sich. „Komm, Kind! Sieh die Tote an Sie hat Hanno ge liebt bis zum letzten Augenblick. Hanno hat sie nicht lieb« können. Sie hat ihn geliebt und wußte warum. Ich wkl beten, daß Gott dich mit dem besten Manne, dem Hanno glücklich macht." __ Nr. 278. Jahrgang 1928. rnns deS Straßengesetzes in einer für die Landgemeinden tragbaren Weise zu fördern, wird ein besonderer Ausschuß gebildet, der die Angelegenheit weiter zu behandeln hat. — Nach ß 28 des Grunöerwerbsteuergesetzes wird vom 1.1.1329 an vom Grundbesitz der Stiftungen eine Grunderwerbsteuer erhoben. Durch Vermittlung des Deutschen Landgemeinöe- tages und der badischen Regierung soll Antrag auf Gesetzes- Lnderung gestellt werden, da die Belastung der Stiftungen, die ihre sämtlichen Kapitalvermögen durch die Inflation verloren haben, zu groß ist. — Dem Verlangen verschiedener Verbandsgemeinden entsprechend, daß sie den Gemeinden Laubstreu aus den Staats- und Gemeindewalöungen zuweisen, wenn eine Notlage der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung wegen der großen Trockenheit im Jahre 1928 nachgewiesen wird. — Durch Vermittlung des Deutschen Lanö- gemeinüetages werden Vorschläge über die Gewährung von Entschädigungen an Gemeinden für Hilfeleistungen in der Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gemacht. — Der vom Reichsrat in zweiter Lesung verabschiedete Entwurf des Arbeitsschutzgesetzes entspricht in bezug auf das Nachtbackverbot, auf die Sonntagsruhe, auf den Ladenschluß an Werktagen usw. den Jntereflen der Landbevölkerung nicht. Der Entwurf ist überhaupt nach großstädtischen Gesichtspunkten aufgestellt. Dem Deutschen Landgemeindetag in Berlin werden daher Vorschläge mit dem Antrag auf Weiterleitung gemacht. — Dem Finanzierungsplan, den der Verwaltungsrat der Bad. Försorgekafse für Gemeinde- und Körperschaftsbeamte Aufgestellt und dem Ausschuß dieser Anstalt zur Genehmigung vorgelegt hat, wird zugestimmt. — Der Landesschlichtungsausschuß und die Bezirksschlichtungsausschüsse für Gemeinde- und Körperschaftsbeamte sollen gebeten werden, bei ihren Entscheidungen bezüglich der Besoldungen mehr als bisher Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Gemeinden und auf die Leistungen der Beamten zu nehmen und demgemäß eine Schematisierung zu vermeiden. Außerdem soll beantragt werden, daß zu den Schlichtungsausschußsitzungen, in denen Fälle aus Landgemeinden entschieden werden, Vertreter vom Lande zugezogen, welche die Berhältniffe und Bedürfnisse genau kennen, und nicht wie bisher städtische Vertreter. — Die Gemeinden sollen ersucht werden, zu den Bezirksversammlungen und zur Hauptversammlung des Verbandes baö. Gemeinden neben dem Bürgermeister abwechselnd auch Gemeinderäte zu entsenden, damit sich diese ein Bild über die Tätigkeit des Verbandes machen können. Bis jetzt wurden sie anscheinend nicht genügend unterrichtet und haben daher oft den Verband bad. Gemeinden mit dem Verband der Gemeindebeamten Badens verwechselt und die Meinung vertreten, daß unser Verband sich in der Hauptsache mit Besolöungsfragen zugunsten der Bürgermeister und Gemeinöebeamten beschäftigen, während er diese Dinge in Wirklichkeit nur nebenher, aber stets vom allgemeinen und Gemeinöestandpunkt aus behandelt und sich in der Hauptsache den viel wichtigeren sonstigen Gemeinöe- und Gemeinöefinanzfragen zuwendet. Tagung des Landesverbandes für Frauenbestrebungen in Vaden-Vaden Baden-Baden, 26. Nov. Am Samstag und Sonntag hielt hier im Rathaussaal der Badische Verband für Frauenbe- strebungen seine sechste Generalversammlung ab. mit der eine öffentliche Tagung verbunden war. Die Vorsitzende? Frau Geheimrat Jellinek, leitete die Verhandlungen und begrüßte mit herzlichen Worten die Delegierten der dem Verband angeschlossenen Fachverbände, eine Reihe von Gästen, worunter sich der Vertreter der Stadt Baden-Baden befand. Der erste Tag brachte zunächst die Erledigung der geschäftliche« Angelegenheiten. Frau Bensheimer- Mannheim erstattete einen sehr umfangreichen Bericht über die geleistete Arbeit, während der zwei Jahre umfaflenden Geschäftspertode. Im unmittelbaren Anschluß an die letzte Generalversammlung konnte der Verband einen starken Zuwachs an Verbandsvereinen verzeichnen. Eine große Zahl von Eingaben wurden gestellt, die teils von Erfolg beschie- den waren, zum anderen aber auch von den zuständigen Behörden nicht entsprochen wurde. An diesen Tätigkeitsbericht schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion. Eingehend wurden Wege erörtert und Vorschläge gemacht, die der Frau wieder die Türe zum Parlament, welche ihr durch das neue Wahlgesetz nahezu verschlossen ist, sich wieder öffnet. Es wurde nun beschloffen, da dieses Wahlgesetz von den kleineren Parteien angefochten und zu erwarten ist, daß eine Aenöerung zu Gunsten einer beschränkten Landesliste vorgenvmmen wird, in diesem Falle an die Parteien heranzutreten mit der dringenden Aufforderung, bet Einführung einer solchen kontingentierten Landesliste die Frauen in stärkerem Maße zu berücksichtigen. Darauf wandte sich die Aufmerksamkeit dxr Versammlung auf die besorgniserregende Entwicklung, die sich durch das „Ueberangebot" an Berussanwärtern im Berechnungswesen der höheren Schule bemerkbar macht. In einer einstimmig angenommenen Entschließung, die an alle maßgebenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, an die Vertreter der Parlamente und der großen Verbände gerichtet wird, wird die dringende Bitte ausgesprochen, der Unsitte übersteigerter Forderungen an Schulzeugnisse, an bestimmten Klassenbesuch (Abiturium, Prtmareife) Einhalt zu gebieten. Tüchtigkeit für einen bestimmten Beruf lasse sich nicht immer durch ein Schulzeugnis Nachweisen und andererseits werde durch das Eindrängen zu den höchsten Stufen der Schule das Niveau der zu diesem Weg eigentlich Berufenen hcrab- gedrückt und dadurch die Leistungsfähigkeit der Führerschicht gemindert. Der Sparerlaß der Regierung auf dem Gebiete der Schule dürfe sich nicht nur gegen die Mädchen «nswtrken. Für den fretgeworöenen Direktionsposten an »er dritten Höheren Mädchenschule in Karlsruhe fordert der Verband die Besetzung mit einer Frau. Das alte und neue Frauenideal. Einen ästhetischen Genuß bot am Abend der Vortrag von Frau Dr. Marianne Weber über bas alte und neue Frauen- tdcal. Der zweite Tag zeigte in vier Referaten und einer ausgedehnten Aussprache die Bedentnng »er Franenarbeit t« Gefängniswesen und in der Fürsorge auf. In sachlichen Ausführungen führte die Anstaltsoberlehrerin in Bruchsal, Frau Jda Lepttng,in den neuen Strafvollzug in Baden ein. Fra« Lenka von Koerber, Anstaltshelferin der Vereinigten Strafanstalten Leipzigs, bekannte sich als An- hängerin einer fortschrittlichen Reform des Strafvollzuos. Ihre Ausführungen gipfelten in der Forderung, die Für- fvrgetätigkeit neben dem Geistlichen einem wissenschaftlich geschulten Fürsorger zu übertragen, dem freiwillige Helferinnen zur Sette gestellt werden sollen. Etwas Unerlätz- Eches sei die Erforschung des kriminellen Menschen. Zwei »eitere Referate, von der Polizeifürsorgertn Anna Schrie, der aus Mannheim und der Landesfürsorgerin Gerda Lu- "S aus Karlsruhe gehalten, befaßten sich mit der Gefähr- detenfürsorge in Baden. Frl. LucaS forderte eine lücken- lose Ausgestaltung der Organisation, um wirksam eingreife» »n können, aber auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Der Laaddole * Swschet»« Seivmz. den Beratungsstellen und der Gesundheitsbehörde. Daß nach Aufhebung der Reglementierung der Prostituierten so bittere Erfahrungen gemacht werden mußten, wäre auf die schlechte Vorbereitung des Gesetzes zurückzuführcn. In einer Entschließung, von den Frauen einstimmig angenommen, wird an die badische Regierung die dringende Bitte gerichtet, ihr Interesse dem Ausbau der Strafgefangenen- «nd Entlaffenensürsorge in erhöhtem Maße zuzuwenden. Eine weitere Entschließung spricht sich gegen die geplante Aufhebung der Meldepflicht der Inhaber öer Gast- und Schankwirtschaften für alle weiblichen Angestellten unter 20 Jahren besonders auch deshalb, weil hier eine Hilfsarbeit bei öer Durchführung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten geleistet wird. Die Frage der Vorbildung der weiblichen Polizei und ihre Prüfung wurde einer Fachkommission übertragen. Aus Rah und Fern. * Sinsheim, 27. Nov. (Deutsche Kriegsgräberfürsorge.) Die Angehörigen der Gefallenen, die über die letzte Ruhestätte der letzteren noch irgendwelche Auskunft wünschen, werden sich für eine Mitteilung des Volkskunde^ deutscher Kriegsgräberfürsorge" interessieren. Derselbe teilt mit, daß das Zentral-Nachweiseamt für Kriegsverluste und Kriegsgräber jetzt im Besitze der meisten Listen der Sammelfriedhöfe in Frankreich ist. Der Bölkerbgpd will alle bisher unerledigt» Nachforschungsanträge erneut aufgreifen,' es ist aber dazu eine neue Anfrage nötig, die beweist, daß noch Interesse für die Feststellung des betr. Grabes vorhanden ist. Wer also eine neue Anfrage stellen bezw. die nicht beantwortete frühere Anfrage erneuern'will, der kann bei den Vorstandsstellen der betrj. Bezirksgruppe des „Bolksbundes deutscher Kriegsgräberfürsorge" entsprechende Fragebogen oder Wohnkarten erhalten, nach deren Eingang der Fall aufgegriffen wird. Ö Sinsheim, 26. Nov. (Sicherung von Bahnübergängen.) Vor einigen Tagen führte der Allgemeine Deutsche Automobil-Club, welcher sich in letzter Zeit besonders der Sicherung des Verkehrs an Eisenbahnübergängen angenommen und eigene Versuchsanlagen aufgestellt hat, eine solche in der Nähe von Pegau den Vev- tretern der zuständigen Behörden vor. Es handelte sich in der Hauptsache um ein Blinklicht, welches in Tätigkeit tritt, wenn der Zug sich dem Eisenbahnübergang nähert, und so lange leuchtet, bis der Zug den Uebergang völlig passiert hat. Ferner waren die durch die neue Eisenbahn-Bau- und Betriebs-Ordnung vorgesehenen Warnkreuze in selbstleuchtender Ausführung angebracht, deren Wirksamkeit bei Dunkelheit erprobt wurde. Schließlich zeigte man noch Scheinwerfer, welche aus der Lokomotive angebracht waren und die zu befahrende Strecke weithin erleuchteten, um so andere Fahrzeuge an der Eisenbahnkreuzung auf das Nahen des Zuges aufmerksam zu machen. An der Vorführung nahmen Vertreter des Reichsverkehrsministeriums, der Deutschen Reichsbahn-! gesellschaft, sowie der örtlichen Verwaltungsbehörden in großer Zahl teil. Ihre Anwesenheit war ein Beweis für das Interesse, welches der Abwendung von Gefahren an den Eisenbahnübergängen auch seitens der zuständigen Behörden entgegengebracht wird. K Eschelbach, 26. Nov. (Bedeutende Zunahme der Arbeitslosigkeit.) Die Firma I. Reiß, Zigarrenfabriken. Mannheim, hat in ihrer hiesigen Filiale den Betrieb ganz eingestellt, wodurch über hundert Leute arbeitslos geworden sind. In anderen Betrieben, wurde die Arbeitszeit gekürzt. Diese Maßnahmen werfen ein grelles Licht auf die Verhältnisse in der Zigarrenbranche, wenn man bedenkt, daß früher gerade die Wochen vor Weihnachten für die Fabriken die meiste Arbeit brachten. * Neckarbischofsheim, 26. Nov. (Die Fleckviehzuchtgenoffen- schast Neckarbischofsheim) hielt gestern im Dreikönig ihre Geneml- versammlung ab. Anwesend waren u. a.: Landrat Strack-Sins- heim, Beterinärrat Römer-Sinsheim, Zuchtinspektor Dr. Metzger- Heidelberg, Tierarzt Dr. Graulich hier. Landwirtschastsasfesfor Hartner-Ladenburg. Die Versammlung leitete der Vorstand der Fleckviehzuchtgenossenschaft, Gemeinderat Schieck. Den Rechenschaftsbericht erstattete Ratschreiber Albrecht. Ausbezahlt wurdest staatlich«? Prämien mit 1065 Mk., genossenschaftliche 970 Mark, Der Kassenbestand beträgt 1256 Mk. Der Kassenbericht der Pferdezuchtgenossenschaft erstattete Dr. Graulich. Im Vordergrund der Verhandlungen standen die Zuchtfragen, die eine lebhafte Aussprache hervorriefen. Das größte Interesse brachte man dem neuen Tuberkulosetilgungsverfahren und den Milchleistungsprüfungen entgegen. Diese Einrichtungen wurden eingehend erörtert und man -gelajngte zu der Ueberzeugung, daß sie den Züchtern zum Nutzen und dem Volke zum Wohle gereichen. * Siegelsbach, 26. Nov. (Verschiedenes.) Gestern fand die feierliche Investitur des Herrn Pfarrer Beuschlein statt. Eine große Gemeinde hatte sich zu dieser Feier eingefunden. Die Filial- gemeinde Rappenau überraschte Herrn Pfarrer Beuschlein am Vorabend durch ein Musikständchen, ausgeführt vom Musikoerein Rappenau. — Am Nachmittage fand im Anschluß an die Investitur die Einweihung der neuen Orgel statt. An den Weiheakt schloß sich ein Orgel-Konzert des Herrn Orgelinspektors Steinhardt-Karls- rhue an. * Bad Rappenau, 26. Nov. (Verschiedenes.) Mit dem gestrigen Buß- und Bettage fand die seit 8 Tagen in der hiesigen Kirche stattgefundene Kirchl. Volksmission ihren Abschluß. — Am Samstag Abend versammelt« der hiesige Gewerbe-Verein seine Mitglieder mit Angehörigen in den Lokalitäten der Brauerei Häffness. Der Abend dient, wie der Vorsitzende, Herr Glasermeister Gug- golz, in seiner Begrüßungsansprache erwähnte, insonderheit der Wiederbelebung und des engeren Zusammenschlusses des Vereins, da nur ein fester Zusammenschluß und Einigkeit das Handwerk retten könne. Wetter gab der Vorsitzende einen kurzen Bericht über den vor einigen Wochen in Steinsfurt stattgefundenen Gautag des Elsenzgaues. Der angeregte und teilweise auch besprochene Plan der Abhaltung eines Familienabends wurde auf Antrag bis zur Generalversammlung, die demnächst siattfinden soll, zurückgestellt. Musikalische Darbietungen der Jazzkapelle, sowie Solovorträge der Frau Gustav Rothenhöfer und deklamatorische, humorvolle Borträge des Herrn Eisenbahn-Inspektors Hch. Schmid, oerherr. lichten den Abend. % Eppingen, 26. Nov. (Die Ortsgruppe der „Badischen Heimat") hielt am Freitag ihren zweiten Vortragsabend ab. Karge von der Reichsrundfunkgesellschaft referierte über das Thema „Die , Neuerungen in der Radiotechnik". Eine kleine Funkausstellung einheimischer und auswärtiger Firmen ging d:m instruktiven Bortrag voraus. Die Begrüßungsansprache hielt Studienrat tzaible. » Epping n, 26. Nov. (Bürgerausschuß). Der Bürgerausschuß versammelt sich heute abend im Rathaussaal zu einer Sitzung. Aus der Tagesordnung entnehmen wir, daß der Mädchenfortbildungs- schulverband Eppingen—Adelshofen—Richen neu zu bildm ist, nachdem die Gemeinden Ittlingen und Rohrbach aus dem Mädchenfortbildungsschulverband Eppingen ausgeschieden sind. Den 2. und letzten Punkt der Tagesordnung wird der Gemeindevoranschlag 1928 einnehmen. Nachdem dieser in letzter Sitzung abgelehnt wurde, hat der Bezirksrat für den Amtsbezirk Sinsheim jetzt Aufftellung und Vorlegung binnen 10 Tagen gefordert, andernfalls wird der Bezirksrat in seiner nächsten Sitzung einen Voranschlag für Eppingen aufftellen. Dienstag, den 27. November 1928. x Ans dem Amtsbezirk. 22. Nov. (Bauern, behaltet eure Altertümer!) Es ist eine alltägliche Erscheinung, daß Händler. Agenten und Privatsammler das Land bereisen, um Altertümer aufzukaufen. Kein Dorf, keine Einöde ist zu abgelegen, daß nicht Kaufliebhaber sich dort einfinden und den Leuten Altertümer abschwätzen. Meistens wird nur ganz geringes Entgelt beuchst und oft werden die Gegenstände vom ersten Käufer an einen größeren Händler in der Stadt mit Gewinn wetterverkauft. Der größere Händler aber gibt sie wieder an Sammler und Museen mit mehr oder minder bedeutendem Nutzen. Bor allem gesucht sind gegenwärtig mittelalterliche Holzfiguren. Aber auch andere Schnitzereien, Wand- und Deckenvertäfelungen. Bilder. Möbel. Gitter. Wirtshausschilder. Zinngeräte, Geschirr und Ton und Porzellan, Gläser usw. werden aufgekaust. Urkunden, Handschriften und alte Bücher finden Abnehmer. Tür- und Fenster- Verzierungen und sonstigen Schmuck entfernt man von Häusern. Nicht einmal Flurdenkmäler, wie Steinkreuze, Figuren von Feld- Kapellen sind sicher vor der Gewinnsucht. Es wird zu der Bevölkerung vertraut, daß sie zu stolz ist, um solche Erinnerungen aus Großvaters- und Ahnenzeiten ohne Not wegzugeben, und dpß es nur dieser Warnung bedarf, um sie von übereilten Entschlüssen abzuhalten. Man wende sich lieber an eines der Museen, wenn man zum Verkauf genötigt, oder zum kostenlosen Ueber- lassen geneigt ist. Altertümer aber, die mit einem Bauern verbunden sind, sollten überhaupt nicht aus ihrem Zusammenhänge gerissen werden. % Schwaigern, 26. Nov. (Fahrlässigkeit die Brandursache.) Der Brandplatz in Schwaigern war am gestrigen Sonntag das Ziel vieler Einwohner hiesiger Stadt und der umliegenden Gemeindest« Wie man hört, ist es der Kriminalpolizei gelungen, die Ursache des Großfeuers festzustellen; ein etwa 18 - jähriger Junge wurde wegen fahrlässiger Brandstiftung in Haft genommen. = Mannheim, 26. Nov. (Selbstmord eines Ehepaares.) In vergangener Nacht wurden der 54 Jahre alte Vorarbeiter Kaspar Imhvf aus Sendelbach mit seiner 46 Jahre alten Ehefrau in der Küche ihrer Wohnung, Lortzingstraße 14, tot aufgefunden. Die Eheleute hatten den Gashahn geöffnet. Die Ursache des freiwilligen Todes dürfte darin zu suchen sein, daß dem Ehemann durch den Liebhaber seiner Tochter mit Anzeige wegen einer lange zurückliegenden angeblichen Verfehlung gedroht wurde. --- Mannheim, 26. Nov. (Tragischer Tod.) Am Samstag abend gegen 10 Uhr ist im Hause G 7, 31 der 43 Jahre alte ledigs Hafenarbeiter Johann Emig mit einer Petroleumlampe in der Hand auf der Treppe seiner Wohnung ausgerutscht und gefallen. Dabei ist die Lampe zerbrochen und der Inhalt hat Feuer gefangen. Das brennende Petroleum ergoß sich über seine Kleider und Emig erlitt so schwere Brandwunden, daß er am Sonntag morgen im Krankenhaus gestorben ist. — Mannheim, 26. Nov. (Eine Greisin im Bett verbrannt.) In vergangener Nacht ist in den C-Quadraten das Bett einer 81 Jahve alten Witwe vermutlich bei Verwendung eines Kerzenlichtes in Brand geraten. Die alte Frau hat sich dabei so schwere Brandwunden zugezogen, daß sie alsbald gestorben ist. = Mannheim, 26. Nov. (Ein Mannheimer Schüler tödlich ver- unglückt.) Der von der Caritas in einer Mühle bei Langenbach im Kinzigtal untergebrachte Dolksschiiler Johannes Fellhauer von hier kam zwischen das Getriebe und wurde von der Transmission, unter der er anscheinend durchschlüpsen wollte, erfaßt und dabei so schwer verletzt, daß er starb. = Weinheim, 26. Nov. (Der Apfelkuchen als Fußmatte.) Eine ergötzliche Geschichte hat sich in Bensheim zugetragen. Eine Frau hatte mit ihrem Mann Besorgungen gemacht und überließ diesem, da sie noch etwas allein zu besorgen hatte, derweil die Aufsicht über einen herrlich geratenen Apfelkuchen. So ein quadratischer Kuchen aber ist nicht bequem zu tragen,,, weswegen der Mann ihn bis zur Rückkehr feiner Frau vor die Tür der Ortskrankenkasse stellte, deren Schalter um die Zeit bereits geschloffen waren. Aber einer hatte noch in den Räumen zu tun: Der Schornsteinfeger. In der beginnenden Dämmerung hielt er die appetitliche Torte für eine Fußmatte auf der er sich als höflicher Mann die Schuhe abstreifte. Als er sein Irrtum bemerkte, war es zu spät. i ** Dnrlach, 27. Nov. (Wegen Mordversuchs festgenommen). Von der Fahndungspolizei wurde in öer Wanderherberge in Durlach am Samstag ein 24jähriger Müller, ein Tscheche, festgenommen und ins Karlsruher Gefängnis eingeliefert, der von der Kriminalpolizei in Berlin wegen Mordversuchs zur Festnahme ausgeschrieben war. ** Billinge«, 27. Nov. Ein Adler von ziemlicher Größe wurde am Samstag nachmittag in der hiesigen Gegend, in einer Höhe von mehreren hundert Metern schwebend, beobachtet. Das Tier, welches in Nordrichtung flog, dürfte aus den Alpen kommen. ** Breisach, 27. Nov. (Vom Bulldogg der Kopf abgebrückt.) Bei Achkarren stürzte öer Müller Wilhelm Bock von Nimburg mit seinem Bulldogs den Stratzenrain hinab und kam so unglücklich unter bas Fahrzeug zu liegen, daß ihm der Kopf abgeörückt wurde. Dem Vegleitmann war es durch rechtzeitigen Absprung gelungen, sich in Sicherheit zu bringen. ** Singen «. H.» 27. Nov. (Historische Funde). Bei Ausgrabungen zu einem Neubau in öer Nähe des neuen SchulhaufeS im benachbarten Böhringen wurde eine größere Menge menschlicher Knochenreste und etwa 15 Toten, schädel gefunden; ferner das Metallstück einer schweren Lanze, eine Streitaxt, ein zierliches Tongefätz usw. Das mitgefundene Tonkrüglein und andere Tongefässe weisen auf eine sehr frühe Zeit zurück. Man wird nicht fehlgehen, wenn man die Gräber auf die Hunnenschlachten anno 909, 913 und 926 zurückführt. Wiederarifflatkern des Sifinger Großfeuers Pforzheim, 27. Rov. Montag früh K4 Uhr brach in de« benachbarten Eifingen wieder«« Feuer ans, dem diesmal zwei Wohnhänser und zwei Scheunen znm Opfer fiele«. Weitere vier Familie« mit 18 Köpfe« find obdachlos. Die Besitzer find Goldarbeiter Schückel und Altratschreiber Bauer, Der Brand brach in Anwesenheit der Feuerwache ans. Vermutlich hat «nter de» Trümmern die Asche weitergeglüht und ist durch de« herrschende« Sturm wieder z« eine« Brande ansgelebt. Man vermntet Brandstiftung. Die Untersuchung ist eingeleitet. Wie uns weiter berichtet wird, wurde das Wteöer- aufflackern des Feuers bereits um 3 Uhr von der Feuerwache bemerkt, die es auch sofort bekämpfte. Plötzlich stand eine Scheune in Hellen Flammen. Es wurde sofort die Pforzheimer Weckerlinie herbeigerufen, deren Kommandant, Herr Forschner, und Regieruugsrat Dr. Dittler vom Be- zirksamt ebenfalls sofort persönlich erschienen. Ter Schaden des Brandes beträgt 40 000 RM. Ein der Brandstiftung ver« -Lchtiger Hausbewohner ist bereits verhaftet worben. Weitere Zeugeneinveruehmungen sind im Gange. Der gestrige Brand bildet die Fortsetzung des vorjährigen Brandes- der Brand- platz liegt gegenüber dem Brandplatz vom Samstag, so daß also ein ganz neue- HäuservierteS ne« aufgebaut werden muß. Nr. 278. Jahrgang 1928. Der L»»-d»rr * Stnstzet»» Jeiumg. Dienstag, den 27. November 1928. Tod eines Ehepaares durch Gasvergiftung. Mannheim, 27. Nov. Sonntagnacht wurde der 54jährige i Vorarbeiter Oskar Jrnhos aus Sendelbach bei Oberkirch mit ] seiner 46 Jahre alten Ehefrau in der Küche der Wohnung tot ; aufgefunden. Die Eheleute hatte» den Gashahnen geöffnet. ! Die Ursache zu dem traurigen Schritt dürfte darin zu suchen ! sein, daß der Ehemann durch den Mann seiner Tochter mit j Anzeige wegen einer lange zurückliegenden angeblichen Ver. - sehlung bedroht wurde. Durch Explosion einer Petroleumlampe verbrannt. Mannheim, 17. Nov. Am Samstagabend trug in einem Hause G 7 31 der 43 Jahre alte ledige Hafenarbeiter Johann Emig eine Petroleumlampe die Treppe hinunter. Dabei rutschte er aus, die Lampe entfiel seiner Hand und das Petroleum explodierte und setzte die Kleider des Emig in Brand. Der Verunglückte erlitt so schwere Brandwunden, haß er daran starb. Tödlicher Autounsall bei Weinheim. Weinheim, 26. Nov. Gestern abend hat sich wie wir erfahren, auf der Strecke zwischen Sulzbach und Weinheim ein schweres Autounglück ereignet. Ein Wagen der Firma Stöld in Weinheim fuhr in einen Bauernwagen hinein, der Langeisen geladen hatte. Beim Aufprall erlitt der im Auto mitfahrende, 28 Jahre alte Sohn des Stationsvorstehers Eberle in Wcinheim derart schwere Verletzungen, daß er an der Unglücksstelle starb. Die Verletzungen einer zweiten im Auto befindlichen Person sind nicht schwerer Art. Schwerer Zugunfall. Ludwigshafen a. Rh. 26. Nov. Am Montag, den 26. Nov., kurz vor 15 Uhr entgleiste auf der Glanbrücke vor Bahnhof Odern- heim beim Personenzug 874 Bad Münster a. St.—Homburg die Lokomotive und der Packwagen. Die Lokomotive stürzte über die Brücke und liegt auf dem linken Ufer des Glan. Der Packwagen blieb an der Brücke hängen, die Personenwagen blieben im Gleis. Verletzt wurde der Lokomotivheizer Gottfried Laienberger aus Kaiserslautern, der mit Kraftwagen nach Kaiserslautern gebracht wurde. Der Lokomotivführer Jakob Puls dürfte tödlich verunglückt fein: er konnte bis jetzt noch nicht gefunden werden. Die Entgleisungsursache ist noch nicht festgestellt. Ein Wilderer-Drama. Kaiserslautern, 26. Nov. Ein blutiges Stoma, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel, trug sich am Sonntag nachmittag in dem Walde bei Ramstein zu. Der Jagdaufseher Drumm von hier erschoß auf dem Waldweg nach Landstuhl den verheirateten Tagner Johann Schröer von Spesbach, den Vater zweier Kinder. Nach der Angabe des Drumm habe er im Malde Schüsse gehört und als er den Schröer vor sich sah, habe er geglaubt, daß er es mit einem Wilderer zu tun habe. Schröer habe mit einem Revolver auf ihn angelegt, worauf er selbst geschossen und den Angreifer ge- töt.t habe. Das Hochwafier der Brigach. Billingen, 27. Nov. Der unablässig wolkenbruchartig niedergehende Regen hat Sonntagnachmittag die Brigach plötzlich derart anschwellen lasten, ■ daß zwischen Villingen und Grüningen weite Landstrecken überschwemmt wurden. Einwohner von Rietheim bei Villingen, die vorgestern abend auf der Station Marbach ausstiegen, mußten zu ihrer Ueber- raschung feststellen, daß ihnen die Straße nach Rietheim durch das darüber hinwegschietzende Hochwaffer versperrt war, so daß sie weiter nach Villingen fahren und einen höher gelegenen Heimweg etnschlagen mußten. Die Vanträuber von Marseille sestgenommen Paris, 27. Nov. Der Polizei von Marseille ist es am Sonntag gelungen, die fünf Verbrecher festzunehmen, die vor einigen Tagen einen Ueberfall auf eine Bank verübten, den Kassierer töteten und 385 006 Franken raubten. Die Polizei verhaftete zuerst zwei Barbesitzer in Marseille, die der Hehlerei verdächtig waren und bei denen 250 000 Franken gesunden wurden. Dann gelang eS, die fünf Haupttäter fest- zunehme», die aus Ajaccio stammen. Taifun im japanischen Meer. Tokio, 27. Nov. (Funkspruch.) Im japanischen Meer tobt ein furchtbarer Taifun. Die japanischen Häfen sind gesperrt, alle Schiffe müflen im Hafen bleiben. Mehrere S.O.S.-Rufe wurden aufgefangen. Ein Schiff ist an der Küste gestrandet. Nähere Nachrichten fehlen noch. Schulkinder, die bezahlt «erben. In der eigenartigen, glücklichen Lage, daß die Schulktn« der nicht nur jeglichen Schulunterricht umsonst haben, sondern auch noch extra geldliche Vergünstigungen erhalten, ist der kleine Ort Peel aus der Insel Man. Dieses Stöbt- chen besitzt nicht weniger als sechs Stiftungen, welche zugunsten von Bilüungszwecken errichtet wurden, und die im Laufe der Jahre zu beträchtlicher Höhe angewachsen sind. Tie älteste Stiftung dieser Art wurde im Jahre 1615 von einem gewiffen Philip Christian errichtet, der in jungen Jahren von seiner Vaterstadt Peel nach London wunderte, und dort als Tuchmacher ein großes Vermögen erwarb. Andere Bürger aus Peel, die in anderen Städten zu Wohlstand gelangten, folgten seinem Beispiel. Nun hat aber Peel nur eine Bevölkerung von etwa 2500 Seelen, so daß für die sehr bedeutenden Ztnserträgntffe nur schwer Verwendung zu finden war. Man baute daher zunächst einmal eine sehr schöne Schule, an der jeglicher Unterricht kostenfrei erteilt wird. Nach dieser großen Ausgabe trat eine vor» übergehende Ruhe ein. Jetzt sind aber die Zinsen schon wieder derart angesammelt, daß sich die Verwaltungen der Stistungen dazu entschlosten haben, den Eltern der Schulkinder größere Beträge laufend zu bewilligen, vo» depe» die Kleinen erhalten werden sollen. ^ ^ > aber auch hier nicht in allen Qualitäten. Fette Schwein« waren gesucht und erzielten höchste Preise. Gleichzeitig mit dem Schlachtviehmarkt fand gestern der Pferdemarkt statt. Der Verlauf ist gegenüber den Bormärkten etwas lebhafter gewesen. 162 Pferde standen bit 11 Uhr zum Verkauf. Die Preise bewegten sich auf der Bafil des Vormarktes. Mauuheimer Produkteubörse. Bei ziemlich unveränderten Forderungen des Auslandei verkehrte die Börse in ruhiger Haltung. Der Konsum ist im Einkauf weiter zurückhaltend, zumal bas Mehlgeschäft recht schleppend ist. Im Weizen lagen Angebote in seeschwimmender Ware cit Rotterdam in holländischen Gulden per 100 Kilo vor: ir Manitoba III zu 12,85. Manitoba IV zu 12,35 Cansas II z» 12,35, Voruffo, 78 Kilo, zu 11,85 und in Rosafe, 73 Kilo, zu 11,80. Im Waggongeschäft nannte man gegen 12.30 Uhr im nicht. offiziellen Verkehr per 100 Kilo in Reichsmark, waggonfrei Mannheim: Wetzen inländischen mit 23,75 bis 24, auslän- dischen mit 26,50—28, Roggen inländischen mit 22,56—22,75 Hafer inländischen mit 22—23, ausländischen mit 23,50—24 Braugerste badische, hessische und württembergische mit 25 bis 25,50, pfälzische Gerste mit 26 bis 26,50, Futtergerst« mit 20 bis 22, Mais mit Sack mit 22,76, süddeutsches Weizen- mehl Spz. 0 mit 81, süddeutsches Roggenmehl mit 29,50 bis 82, Weizenkleie mit 13,25 bis 13,50 und Biertreber mit Sad 20 biS 20,50. Neueste amtliche Kurse Spiel-lan des StSdlijcheu Theaters Heidelberg. Dienstag, 27. Nov. Ans. 19.45 Uhr. — Ende gegen 21.45 Uhr. (Abon. A 10). „Emilia Galotti". Trauerspiel in 5 Aufz. Mittwoch, 28. Nov. Ans. 19.45 Uhr. — Ende gegen 22.15 Uhr. (Außer Abon. u. Bühnen-Bolksbund). „Fenufa". Oper in 3 Akten. , Donnerstag, 29. Nov. Ans. 19.45 Uhr. — Ende gegen 22.30 Uhr. (Abon. B 10). Schrvarzwaldmädel. Operette in 3 Akten. Freitag, 30. Nov. Ans. 19.45 Uhr. — Ende gegen 23.00 Uhr., (Abon. C 10. Uraufführung.) „Der Schadenflicker", Schauspiel in 5 Akten. Marktberichte. Karlsruher Schlachtviehmarkt vom 26. November 1928. Ausfuhr: 80 Ochsen, 59 Bullen, 45 Kühe, 127 Färsen, R Kälber, 1445 Schweine. Preise: Ochsen 53-56, 51—53, 5« bis 51, 48-56, 46-^8, 46-46; Bullen 48-49, 45-46, 44—46, 42—44; Kühe 22—32; Färsen 50-56, 42—50; Kälber 67—70, 64-67, 61—64, 48—52; Schweine 75—78, 77—80, 78—80, 71 bis 81, 75—78, 71—74. Tendenz: Bet Großvieh sehr lang, sam, Ueberstand; bei Schweinen langsam, Ueberstand; bei Kälbern langsam, geräumt. mitgrteilt von der Bereinsbank, e. G. m. b. H. Sinsheim. vom 27. November 1928. Ablöt ungSIchnld mit AuSlosungSschetn ' ohne AuSlofimgStchei« . tn °/o 51,10 WO/o Bankaktie tn «8> Bad. Ban« .... 1« Darmftädter- und Nattonalbant — Deutsche Bau« .... 107,25 Deutsche Beretnsbant . IN, Dresdner Bau« .... 168,25 Mitteldeutsche Sredttbaul > . sis.sv RetchSbank . ... 332 Rhein. Sredttbaul . . . 124,70 Küdd. DiScoato Bes. . . 130 Sementwerk Heidelberg . 136,56 Daimler Motoren . . o8,5o Dtsch. Bold- uu Silderschetd«. 191 Blektr. Licht und Kraft . . 25t ,50 Bmaill.und Gtauzwerl Ullrich. I» Farbentndustrte . . . so>,75 Grttzuer Maschinen Durlach . No.ss Karlsruher Maschinen . . — Knorr Hetlbroun . .143 Matnlraftwerke Höchst . , 114,25 Neckarsulmer Kahr»euawerl« . 21,60 Schultert Blektr. Nürnberg . 240,5» Setltnduftrte Wolss. . . 6S30 Südd. Zucker , . .153 Zellstoff Waldhos Stamaftteu . »77 Aktien dentschr« Bergn>«rk»> Aktion ln 0,11 Sarpener Bergbau . >30,75 «alt Westeregeln . . . — ManueSmannröhrenwerle. — ManSselder Bergb. u.Hüttenw 114,25 Oberschl. «tsenb. Bedars . . l2i t höntx Bergbau u.Hütteubetrteb — alzwerl Hetlbroun . . . — vereinigte Königs. Laurahütt« — Aktion indnsto. Untornohmnugon: in «Io All«. Eleltr. Stammaktien. . 1*6,75 Bad. Blekirizuä t Mannheim . — Bad» Maschinen Durlach 180,50 IranoportanstaUon! In > 0 -amburg. Amertk. Paletsahrt 1*3 setdelberg. Strahen-u.Bergbahn 57,75 tarddeutscher Lloyd . . 1447/0 «ontsonr Geld «lief New-Bork i Dollar 4 1886 4.1076 London 1 Pfund *0.3iVj 20A«0» Holland ioo Buidrn Schweiz wo FraneS 168.84 108,60 80,73 80.08 Wien ivo Schilling 58.8dl 60.04 Paris ioo Franc IH.371 16 411 glatten 100 Lire 81.95 il.8» Mannheimer Schlachtviehmarkt. Die Gesamttendenz des gestrigen Mannheimer Schlacht, viehmarktes war gegenüber dem Vormonat etwas freund, licher. Bis zum 11 Uhr waren aufgetrieben 976 Stück Großvieh, und zwar 195 Ochsen, 168 Farren und 613 Rinder uni Kühe, sowie 2624 Schweine, 667 Kälber, 48 Schafe und ! Ziegen. Am Grotzviehmarkt entwickelte sich schon in den früher Morgenstunden ein recht lebhaftes.Geschäft; auch im weitere« Verlauf verlief der Markt im Gegensatz zu den Vormärkter mittelmäßig. Die Preise konnten sich infolge des kleinere« Auftriebs wieder etwas befestigen, und zwar hauptsächlicj für erstklassiges Vieh, während für geringere Qualitäte« Vormarktpreise bezahlt wurden. Das Kälbergeschäft verlief ruhig und war hier ein Preis- stillstand zu beobachten. Auch der Schweinemarkt, der wäh. rend der Wintermonate, erstmals gestern, bereits um Xi Uhr abgehalten wurde, hatte ebenfalls infolge des kleinerer Auftriebs eine kleine Befestigung der Preise zu verzeichnen, Wetterbericht. Wetternachrichten der Bad. Landeswetterwarte v. 26. Nov. Karlsruhe, 26. Nov. Ein neuer Sturmwirbel ist gestern über die Nordsee hinweggezogen ünü hat auch unser Gebiet erheblich in Mitleidenschaft gezogen. In ganz Baden fiel mit kurzen Unterbrechungen Regen bei stürmischen Winden. In Karlsruhe wurden einzelne Windstöße von 20—25 Sekunbenmeter gemessen. Ans dem Felöberg liegt 10 cm. Schnee. Das Zentrum der Störung zog gegen sieben Uhr abends vorüber. Der tiefste Druck lag zu dieser Zeit zwischen 733 und 735 mm. Anschließend trat Aufheiterung bei abflauenden Winden ein. Der Sturmwirbel wandte sich nach Süd-Osten; bei nach Westen drehenden Winden wird uns daher seine Rückseite kühles und zunächst noch unbeständiges Wetter bringen. Hierbei sind im Gebirge Schneefälle zu erwarten. Mit der Ausbreitung hohe» Druckes über Westeuropa steht später vielfach heiteres und trockenes Wetter in Aussicht. Statt besonderer Anzeige. In tiefem Schmerze machen wir Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß meine liebe Gattin, unsere treubesorgte Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Marie Wartmann im Alter von 551/4 Jahren, wohlvorbereitet durch die heiligen Sterbesakramente, im Herrn verschieden ist. Sinsheim, den 26. November 1928. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wartmann u. Burckari Die Beerdigung findet am Mittwoch Nachmittag um 2 Uhr statt. fei' i ■ " Tiir'Tiu" bS— e—— wSSmmmSSL^—i im Danksagung. 1 Für _ die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie 1 kür die vielen Kranz- und Blumenspenden beim Heimgang 1 nj e i»er lb. Frau, unserer guten Mutter, Schwiegermutter, ■ Großmutter, Schwester Schwägerin und Tante ■ Karolina Bauer geb. Dietrich 1 sagen wir herzlichen Dank. Ganz besonders danken wir 1 Herrn Stadtpfarrer Honickel, den lieben Krankenschwestern I und Allen denen, die ihr während ihrer langen Krankheit 1 hilfreich zur Seite standen. ■ Die trauernden Hinterbliebenen: I Gustav Bauer, Kaminfegermeister. 1 Sinsheim, den 26. November 1928. 1 I |®( ®@@®@®@@©O®O 0 O Me Atzeige ist -er Weg m Erfolg! G®®®®®®®®®®®®® = Illustrierte Preisliste kostenlos == = Alleinverkauf für Sinsheim: = iyiiiiiiiiiiii!!i!i!iiiii!iiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiifiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii!= CHEStJNDiai BE9B&HRT 0 * 4 ■’4 l L Speiser, Sinsheim. | illllliliiliillllliillliiililllllllllllllliilllliillllllliiiillilllliillllllllllllllllB^ für elektr. Anschluß, 3 kg schwer, hochglanz vernickelt, Sohle geschliffen (auch für Stärkewäsche “ geignet) mit Aufstellvor- rientung.RM. 750 R h eTn eie k t r a Eiefetr-zitauwerfe Sinsheim a. E. Fernruf 233. Anger Herr kann gut und billig wohnen und essen. Zu erfragen unter Nr. 1772 beim Land- boten. # fachgemäße Anpassung n. Bedienung . bei Aib.WickeBhäattr d "Ä. r Wand-Obren von 25.- R.- M. an in allen Preislagen bis zu 100.— R.-M. E. SCHICK Gegr. 1875. der Wäsche our ,ko--Vleict»loda macht daS umttäadli^e *** ijd>e uberffam«. Ueborlcgon Si* b»«e. «oteviel Je« nah Arbeit Sie dadurch sparen können. Schrtftleltmm: v- Becher: Druck mrd Verlag: it. 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