®»*na(mw der Feiertag« Bezugs-Pret«: h dt« Post bezogen und durch Arieftröaer und untere ArrS- trLger frei ins Laus Monatlich Goldmark 1.60 Dor Bezugspreis ist im Voran« zu entrichten. Ha Hüllen von höherer Gewalt Hesteht kein Anspruch auf Liefer- «,g der Zeitung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises. GeschüftszeitHst bis 5 Uhr Sonntags geschloffen. Vernsprrch-Anschlotz Rr. 4SÜ M 301. Der Lanöbote Sinsheimer General-Anzeiger für das iS Zeitung?K' enz-unö Lckwarzbacktal Kellelt» unct verbreitetst» ^Leitung äieler Gegen<1. tz»op1-Kiy^gam-8l»tt Müchentl. Beilagen r Gin Bild* Iw dU TOtlt . Pte BeonwenNnbe • Hx» Attn «eld» der Woche . «ataedee tBr B»«- " r»wdwl»«l»aft Montag, den 24. Dezember 1028. Ma»«iOew- Pr ach» : Anzeige»: Di« 33 mm Millimeter-Zeile 6 iKokdpig Reklamen: Die 92 mm bretk» Millimeter-Zeile 20 Woldpsg. Grundschrist im Anzeigen- «Ob Textteir ist Petit. Bei Wiederholungen to Rabats der be> Nickt innerhalb 8 Tagen nach nungsdatum oder bei gerich tl i ch« Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme dis 8 Utz» vormittags; größere Anzeige, müssen am Tag« vorher gegeben werde». Bank-Konto Bereinsbank Sinsheim «. G. m. b. L. KonferenM, nichts als Konferenzen. Die gemeinsame Vereinbarung der 6 Mächte über den Gachverständlgenausfchuß Äiefenbraud in einer Aewtzorler Kirche Berlin, 24. Dez. lieber bas Ergebnis der zwischen der deutschen Regierung und dem Genfer Beschluß beteiligten fünf Gläubigerregierungen geführten Verhandlungen gibt die nachfolgende von den beteiligten Mächten vereinbarte «cröffentlichung Aufschluß: „Die Regierung der sechs Mächte haben in Verfolg der Besprechungen, die über die Einsetzung des Sachverständigenausschuffes geführt wurden, beschlossen, das folgende Kvmmnntqnee zu verösentlichen: Herr Poincarä, Prästöent des Ministcrrats, und Herr von Hoesch, deutscher Botschafter in Paris, haben die Frage der Einsetzung des Sachverständigenausschuffes, wie er in dem Genfer Beschluß vom 18. September 1928 über die Regelung des Neparationsproblems vorgesehen ist, geprüft und sind hierüber über folgendes übereingekommen: 1. ES ist im allseitigen Interesse außerordentlich wün- schenSwert, daß sich außer den Sachverständigen, die von jeder der an dem vorerwähnten Genfer Beschluß beteiligten sechs Regierungen zu bestimmen sind, auch Staatsangehörige der Bereinigten Staaten am Sachverständigenausschuß beteilige». 2. Der Ausschuß soll nach dem Vorgang des im November 1928 eingesetzten ersten Sachverständigenausschuffes ans «n- «bKingige» Sachverständige« bestehen, die internationales Ansehen und Antorität in ihre« eigene« Lande genieße« nnd die an keinerlei Instruktionen ihrer Regiernmgen gebnnden st«». Die Zahl der Mitglieder soll zwei für jedes Land betragen. Es besteht jedoch Einvernehmen darüber, daß die Sachverständigen Ersatzmänner htnzuztehen können. 3. Der Ausschuß wird sobald wie möglich zusammentreten und zwar vorläufig in Paris. Die endgültige Entscheidung über die Wahl des Tagungsortes bleibt dem Ausschuß vor- bebalten. 4. Der Ausschuß wird von den sechs Regierungen entsprechend der vorerwähnten Genfer Vereinbarung vom 18. September 1928 den Auftrag erhalten, Vorschläge für eine vollständige ««» endgültige Regelung des Reparationspro- dlemS ansznarbeite». Diese Vorschläge sollen eine Regelung derjenigen Verpflichtungen umfassen, die sich aus den zwischen Deutschland und den Gläubigermächten bestehenden Verträgen und Abkommen ergeben. Der Ausschuß wird seinen Bericht den an dem Genfer Beschluß beteiligten Regierungen, sowie der Reparationskommission erstatten. 5. Was die Ernennung der Sachverständigen angeht, so soll in der folgenden Weise verfahren werden: Die Sachverständigen der an dem Genfer Beschlüsse beteiligten Gläubigermächte werden von den Regierungen dieser Mächte bestimmt und nach dem Belieben dieser Regierungen entweder von ihnen selbst oder von der Reparationskomission ernannt. Die Sachverständigen Deutschlands werden von der deutschen Regierung ernannt. Die sechs beteiligten Regierungen werden in geeigneter Weise feststellen, wie die Beteiligung der amerikanischen Sachverständigen am zweckmäßigsten sichergestellt wird. Der Eindruck in London London, 24. Dez. Durch die Veröffentlichung der sechs Mächte bekanntgewordene Vereinbarung in der Frage des Sachverständigenausschuffes wird, wie man in London glaubt, der Teilnahme amerikanischer Sachverständiger nur geringe Schwierigkeiten in den Weg legen. Vom deutschen Gesichtspunkte aus wird die nähere Auslegung des entscheidenden Punktes vier der Veröffentlichung, wonach die Vorschläge der Sachverständigen eine Regelung derjenigen Verpflichtungen umfaffen sollen,-die sich aus den zwischen Deutschland und de» Gläubigermächteu bestehenden Verträgen nnd Abkommen ergeben, durch die angekündigte Erläuterung der Alliierten wesentlich sein. Die BerSffentlichung erweckt de« Eindruck, als ob Sem deutsche« Gesichtspunkte in den Borverhanblnnge« weitgehend Rechnung getragen sei. Die Aussichten für die Endregelung der Reparationsfrage sind allerdings hierdurch nicht gewachsen und soweit England beteiligt ist, verdient Beachtung, daß der von Chamberlain und dem Foreign Office zur Schau getragene Optimismus im Schatzamt, besten Haltung allein ausschlaggebend ist. nicht ganz geteilt wirb. Rewyork, 24. Dez. Der gerühmte Kircheubau am Ufer des Hudson, der seiner Vollendung entgegensah, wurde am Freitag ein Raub der Flammen. Aus bisher unbekannte« Gründen brach ein Feuer aus, das sich mit ungeheurer Schnelligkeit auf die ganze Kirche ausdehnte und sie völlig ausbrannte. Große Steinquadern flogen infolge der -Hitze mit ohrenbetäubendem Getöse aus dem Mauerwerk. Der Sachschaden beträgt über eine Million Dollar. Die Kirche, deren Turm 400 Fuß hoch und deren Schiff 200 Fuß lang war, kostete etwa 4 Millionen Dollar, die zum größten Teil von Rockefeller gestiftet worden waren. Der Riesenbrand hatte etwa 100 000 Zuschauer angelockt, die zusehen mutzten, wie dieses neue Monumentalwerk in Flammen aufging. Das Feuer griff trotz des sofortigen Eintreffens der gesamten Neworker Feuerwehr mit solcher Schnelligkeit um sich, daß sich die Wehren nur darauf beschränken konnten, den Brand zu lokalisieren und zu verhindern, daß die gegenüberliegenden Wohnhäuser, die sämtlich geräumt werden mußten, in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Kirche hatte den Namen „Kirche der Milliardäre". da die Stiftungen nur von Milliardären stammten. Viele Monate werden notwendig sein, um den Schaden wieder ans» zubeffern. Obgleich die Ursoche des Feuers noch nicht einwandfrei feststeht, wird angenommen, daß es auf Funken- slug eines außerhalb des Bauwerks stehenden Bauofens zn- rückznführcn ist. Aufruf der afghanischen Aufständischen Das rnsstsche Knrierflngzeng überfällig. Konftautinopel, 24. Dez. (Funkspruch.) Nach Meldungen aus Teheran hat der Führer der afghanische« Aufstän« bischen, Basche Saka«, einen Aufruf an das afghanische BE gerichtet, in dem erklärt wird, daß -er Kampf gegen Amannllah fortgesetzt werde» solle bis zn« endgültige« Stnrz Amannllahs, der et« Verräter der alte« afghanische« Kultur sei und in seinem Kampf gegen das Priestertum gegen die Ge- setze des Islam verstoßen habe. Die Aufständischen würde» alle Verhandlungen mit der Regierung ablehnen. Das Gerücht, wonach die Aufständischen von England unterstützt würden, sei eine Verleumdung der nationalen Bewegung. Der Aufruf wurde auch den Vertretern des diplomatischen Korps in Kabul übermittelt. Das russische Flugzeug, das am Samstag mit Kurierpoft von Taschkent nach Kabul abgeflogen war, ist dort nicht ein- getroffen. Man befürchtet, daß es von den Aufständische« abgeschoffe« worden ist. Die Angehörigen der britische« Gesandtschaft in Kabnl mit Flugzeuge« nach Indien gebracht. Lvndo«, 24. Dez. (Funkspruch.) Mit Zustimmung der afghanischen Regierung sind am Samstag die in der britischem Gesandtschaft in Kabul untergebrachten britischen Frauen und Kinder durch englische Flugzeuge nach Indien gebracht worden. Mehrere in Peschawar stationierte Flugzeuge waren zu diesem Zweck auf dem zwei Meilen von der Gesandtschaft entfernten Flugplatz Kabul gelandet und kehrten nach Aufnahme der Frauen und Kinder sofort wieder nach Peschawar zurück. Der englische Kvmmtffar der indischen Grenzprovinzen hatte Vorkehrungen für ihre Unterbringung getroffen. Für die in London eingegangenen Nachrichten aus Afghanistan, wonach bas Königspaar im Flugzeug von Kabul nach Kandahar geflogen ist, liegt einstweilen eine Bestätigung noch nicht vor. Ebenso steht man in dem Abtransport der Frauen und Kinder eher einen Hinweis dafür, daß auch die afghanischen Behörden noch mit einer Fortdauer der Unruhen für längere Zeit hinaus rechnen. Die afghanische Gesandtschaft in London erklärt dagegen, daß die Lage in den letzte» 48 Stunden sich wesentlich gebeffcrt hat. Die Rebellen sollen von den die Stadt umqebenden beherrschenden Höhenzügen vertrieben und 36 Meilen znrückgewor- fen worden fein. Die königstreu gebliebenen Arneeetetl« sollen gleichzeitig beträchtlich« Berstärkungen erhalte» fw> ben. — Amannllah bttdet ei» Freikorps. Konftautinopel, 22. Dez. Wie aus Teheran gemeldet wird, stnb dort Nachrichten aus Afghanistan etngetroffen, die besagen, daß König Amannllah ein Freikorps ans Angehörigen der nördlichen Stämme bildet. Wie weiter gemeldet wird, find am Freitag die Kämpfe zwischen den Regierungs» truppen und den Aufständischen neu entflammt. Türkisch« und russische Instrukteure, die im Dienste der afghanische« Armee stehen, sollen an der Unterdrückung des Anfstande» teilnehmen. Dem Kvntg sei eS gelungen, Kabul »o« da» Anfständifche« freizuhaltrn. Hauptschauplatz der Kampfhand, lungen fei zurzeit ein Hügel in der Nähe von Kabul. Di« Verluste seien anf beiden Setten erheblich. Rach einer «»« bestätigten Meldung solle« zwei türkisch« Offiziere i« Be»« laufe der Kämpfe gefallen sein. 3 » Heuigen Motten Der Reichspräsident hat zum 80. Geburtstag des Univer- fitcttSprofeffors Wilamowitz-Moellendorff diesem ein längeres Glückwunschschreiben durch Staatssekretär Zweigert überreichen lassen. • Der Reichspräsident hat vom Reichsgerichtspräsidente» Dr. Simons die Bestätigung des Rücktrittsgesuches erhalte». * Am Freitag fanden zwischen Coolidge und Kellogg Be», sprechemgen über die Reparationsfrage statt. FachotS Zustand Wetter befriedigend. Gelbstgestellung des Mörders des Generalstaatsanwatts Fachot. Paris, 24. Dez. Wie zu der Selbstgestellung des «a* Masb ourg (Kreis Weißeuburg) stammenden Georg Benoit. de» den Anschlag auf den Generalstaatsanwalt Fachot oer- ückt hat, ergänzen- gemeldet wird, sprach Benoit am Fretlag- abend eine« Polizeibcamteu mit den Worten an: „Heute Mknegen habe ich auf Herrn Fachot geschossen". Bet seiner Nttwehmung, die sofort nach der Verhaftung erfolgte, er- kKinte Benoit, daß er am 2. Juni 1900 in Walbourg geboren, verheiratet und in Straßburg-Neudorf wohnhaft sei. I» Paris halte er sich seit einem Monat auf. Er habe sich zunächst nach Le Mans begeben, weil er annahm, Fachot sei a» einem dortige» industriellen Unternehmen beteiligt. B»« dort aus habe er auch zwei autonomistische Zeitungen »o» seinem geplanten Anschlag in Kenntnis gesetzt und d«nm gebeten, sich seiner Frau anzunehmen, seinen Namen hacke er dabei jedoch nicht genannt. Von Le ManS ans sei e» dann nach Paris gekommen, wo er längere Zeit vergebens «ach der Adresse des an de» Kaffationshof berufenen Generalstaatsanwalts gesucht habe. Als Grnnd für die Tat gack Benoit an, er habe sei« Gewisse« erleichtern und die Metonomiste« räche« wollen. Alle autonomistische Zeitungen h«Se er aufmerksam gelesen und besonders den Colmarer Mrtonomistenprozetz verfolgt. An Fachot habe er den Urheber „des Unglücks seiner Landsleute, der Unschuldigen mit de»en er litt", gesehen. Er habe niemals Politik getrieben «kd gehöre keiner Partei an. Er habe sich niemand eröffnet als ihm der Gedanke gekommen sei, Fachot zu töten. Der Generalstaatsanwalt habe vielleicht seine Pflicht als Beamter getan, er, Benoit, habe die seine als Elfäffer getan. Geber die Ereigniffe am Freitagvormittag erklärte er u. a., daß er bereits am Mittwoch und Donnerstag vergebens verfocht habe, Fachot in seiner Wohnung zu sprechen. Am Frei- tagoormittag habe er dann das Treppenhaus bewacht und sei cnec» alleren Herrn gefolgt, der den Fahrstuhl bestiegen hacke. Als dieser Herr in seine Wohnung gehen wollte, habe er ihm erklärt, «inen Brief für Herrn Fachot übergeben zu wolle». Anf die Antwort dieses Herr«, daß er selbst Fachot fti, habe er ihm den Brief übergeben und in dem Augenblick, als Fachot stch anschickte ihn zu lesen, drei Revolverschüfle auf ihn abgegeben. In einem Handkoffer BenoitS fand mau ein neues Reue Explosion ln London. Sine Tanzhalle und ein Hotel zerstört. — Sin Mann getötet. London, 23. Dez. In dem Londoner Borott Charlton ereignete stch spät nachts eine Explosion, die auf ausströmendes Gas zurück- grfühtt wird. Eine Tanzhall« und das daneben liegende Lord Sorwick.Hotel wnrden teilweise zerstört. Der Herd der Explosion liegt scheinbar in der Hall, des Hotels. Sin Mann, der sich dort aufhielt, wurde getötet und vier Personen verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Durch die Explosion, Hie" mit dem Getöse des Platzens einer Bombe vor sich ging, wurden sämtliche Fenster der b»iden Häuser zertriimmrtt. Polizei und Feuerwehr sowie Angestellte Rasiermesser, sowie zwei französische autonomistenfeindliche Zeitungen und mehrere Eintrittskarten in die Kammer. Benoit wurde am Freitagabend in die Santee überführt. Zu feinem Verteidiger hat er den aus dem Colmarer Prozeß bekannten Rechtsanwalt Klein gewählt. Einer Meldung des „Journal" zufolge, erhielt der aus dem Colmarer Prozeß bekannte Generalrat Hauß am Donnerstag einen für den Erwinia-Verlag bestimmte» Brief, der am 18^ Dezember in Le Mans zur Post gegeben war und in dem es in unreinem Deutsch u. a. heißt: Ich schicke Ihnen diese Zeilen, damit man nicht Sie und Ihre Partei eines neuen Komplottes bezichtigen kann. Die Zeit ist nicht sehr fern, da ich einen durch das Verleugnen der Colmarer Justiz gefaßten Plan verwirklichen werde. Die Tränen, die unser Volk vergießt, sollen als Freudentränen vergossen werden und ihnen neuen Mut geben, unser armes Ländche» zu befreien. Ich weiß, daß meine Zukunft das Gefängnis sein wird, aber ich will es geduldig tragen, zum Wohle unseres Landes und unserer Freiheit. Drei bekannte elsässische Autonomisten übergaben in den letzten Tagen dem Generalstaatsanwalt Bonfils einen mit zwei Anfangsbuchstaben Unterzeichneten Brief, in dem der unbekannte Schreiber erklärte, er gehe nach Le Mans, nm Fchaot zu töten. Am folgenden Tage übergaben die Elsässer dem Generalstaatsanwalt einen weiteren Brief, in dem es heißt, daß der Schreiber stch nach Paris begeben wolle, «m dort seinen Racheakt auszuführen. FachotS Zustand weiter befriedigend Paris, 24. Dez. (Funkspruch.) Nach einem Bericht der Aerzte ist der Zustand des Generalstaatsanwalts Fachot wetter befriedigend. Der Mörder FachotS stellt sich. P a r i S, 22. Dez. Der Unbekannte, der «« Freitag vormittag de« Revolveranschlag anf de» Generalstaatsanwalt verübte, hat stch freiwillig der Pariser Polizei gestellt. Ts handelt stch «« de« Straßburger Schlächtermeister Georges Benoit, der «ns Walbnrg gebürtig ist nnd stch bereits fett eine« Monat in Pari- «nfhält. der Gasgesellschast, die sofott hrrbeigrrufen wurden, konnten an den Gasleitungen inner- und außerhalb des Hauses jedoch keinrttei Leck feststellen. Der Getötete ist rin Angestellter der englischen Siemens- Gesellschaft, der sich zu einem Tanzabend, den die Angestellten der Firma in einem Saale des ersten Stockwerkes des Hotels veranstalteten. begeben wollte. Die Regiernugskommiffion, die gestern ihre erste Sitzung abhielt, ist beauftragt worden, gründliche Untersuchungen anzustellen und Gutachten abzugeben, die die Gefahr von Explosion in Zukunft vrrhindem können. Nr. 301. Jahrgang 1928. Der Landvolk * 8ivshrj»er Zetllms. Montag, den 24. Dezember 1928. Franzosen-Weihnacht 1918. Erinnerungen an eine bittere Zeit vor zehn Zähren. Fsts wirklich Weihnacht, das Fest der Liebe und Eintracht, des Freudebereitens? Wir Deutschen im Elsaß des Jahres 1918 können es kaum glauben. Denn seit Wochen, seit dem „Siegereinzug" müssen wirs täglich fühlen, daß wir entrechtet sind. Das Weichbild der Stadt dürfen wir nicht mehr verlassen. Gefangene: trotz der Versicherungen der französischen Gewalthaber in den öffentlichen Anschlägen, daß man sich für Leben und Besitz der Deutschen im Elsaß verbürge! Täglich erfolgen Ausweisungen über die „Kehler Brücke", die man Tränenbrücke nennen sollte, denn die herzzerreißendsten Szenen spielen sich ab. Selbst vor den Feiertagen hören diese Ausweisungen nicht auf; es ist, als ob man das „deutsche Weihnachtsfest" verhöhnen wolle Familien werden auseinandergerissen! die Männer verweist man des Landes, Frauen und Kinder müssen Zurückbleiben, oder bleiben in der Not der Stunde freiwillig, um ihre Habe zu schützen. Wohin soll man? Wochenlang schon ist man ohne Nachricht aus Deutschland, man weiß nicht einmal, ob die Angehörigen dort die Wirren der Revolution überstanden haben. Man hört gelegentlich, daß man in Kehl gut empfangen und untergebracht würde. Aber wohin soll man bann? Wie drohende Gespenster lauern Ungewißheit, Not, Heimatlosigkeit.... Das Elsaß ist! Ae Heimat, die Wahlheimat des Herzens. Eine andere gibt es für viele Tausend Deutsche schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Das Land, das Fugend, Glück, Freundschaft und Aufstieg sah. ist Heimat, Heimat!... Bei den meisten deutschen Famili.n ist schon Auflösung, Ratlosigkeit! Allmählich verschwindet aus altvertrauien Räumen alles Behagen und macht einem Durcheinander Platz. Kisten und Koffer stehen gepackt. Wer es heute noch nicht weiß, der erfährts morgen, was es heißt: rechtlos, geduldet sein, keine „bleibende Statt" mehr zu haben.. „ Bielen sind altelsässer Freunde jetzt eine Hilfe, ein Trost in der Not,- mancher Charakter besteht in diesen Tagen seine Feuerprobe! Biele Deutsche dürfen beispiellose Treue und Unerschrockenheit erfahren von den Mußfranzoscn des Versailler Diktates... Fetzt in den Tagen vor Weihnachten melden sich aber auch schon die geschäftstüchligen Ausbeuter der Stunde! es sind viele darunter, die den Mantel immer nach dem Winde hängen. Sie kommen ungebeten in die Häuser und versuchen Verkäufe von Hausrat, Bildern, Leinenzeug, Kunstschätzen und Silber zu erzwingen, möglichst zu schamlosen Schleuderpreisen! und oft gelingt es ihnen! Nur die „Beamtenfamilien" dürfen alle Habe mitnehmen; die Angehörigen freier Berufe hängen von der Laune oder Gnade Frankreichs ab. Fhr Eigentum verfällt den „allmächtigen Siegern". Schon hört man hie und da, daß französische Offizier« deutsche Familien aus Wohnung und Besitz treiben und sich mit Kind und Kegel einnisten. Und der Christabend kommt: Auf den Straßen ist ein Leben und Treiben wie zur Friedcns- zcit im Fasching. Uniformen aller Nationen sieht man. abendländische und morgenländische; Sprachen schwirren wie beim babylonischen Turmbau durcheinander. Nur deutsch hört man selten, und dann nur gedämpft. Die Altelsässer wagen kaum ihr uraltes „elsässer Ditsch" zu gebrauchen, denn sie sind vor Beschimpfungen durch die Befreier nicht sicher; manchem wird ein wütendes „Boche" nachgeschrien ... Groß ist der Bedarf an Christbäumen: die alte deutsche Sitte gefällt den Franzosen und ihren Kindern, sie wollen alle „elsäs- sische Weihnacht" feiern. Wir sind Zeugen, daß eine alte Französin, die Pogesentannen für Schwarzwaldbäume hält, ein politisches Gespräch anfängt und den Verkäufern zukneist: „Man solle alle diese Bäume aufkaufen und immer mehr davon aus der „Bochic" holen, denn der ganze Schwarzwald müsse verschwinden, weil Riesenwaffenlager dort versteckt seien für den Revanchekrieg." Wir wollen keinen Baum, das Herz ist uns zu schwer! Was wird aus uns? Vor den Schaufensterauslagen stehen wir still mit d.n andern, die Kausen können! Unerhörte Herrlichkeiten sieht man. Ganz vergessen hatte man, daß cs solche Schätze gibt! Eine Kaufgier übcrkommt fast jeden nach den langen Fahren des Ent- behrcns. Aber man kann als Deutscher nichts kaufen, man wagt es nicht mehr, denn man weiß nicht, was morgen ist. Kein Deutscher darf mehr Geld abheben von den Banken, alle Konten sind gesperrt. 3n unserem Haus« wohnen zwei Elsässer Familien; zur Kriegszeit waren sie „gut deutsch"; jetzt haben sie ihr „französisches Herz" entdeckt! Sie feiern „elsäsfische Weihnacht" mit den „Siegern". Alle Türen sind bekränzt, Tannengrün umrahmt den Willkommengruß: „aux liberateur"! Fmmer wieder singt man die Marseillaise. Wir gehen auf die Straße, Dämmerung umfängt uns. Ueberall hinter den Fenstern sieht man Christbäume in sanftem Schimmer strahlen und deutsche Weihnachtslieder werden gesungen von Elsässern und Altdeutschen... Erlösende Tränen kommen.... -k H ATA HAR! RQMÄN vc* ARNO FRANZ Der Alte, der ein Geschäft vermutete, als ihm der Indei gemeldet wurde, ließ ihn vor. Beide standen sich einen Moment wortlos gegenüber uni jeder dachte das gleiche: Welch ein Gesicht! Kara brach das Schweigen zuerst.' „Ich komme von meiner Herrin und Euerm Enkelkind/ sagte er und kreuzte grüßend die Arme über der Brust. Zelle stutzte und war betreten. „Wer ist Ihre Herrin?" fragte er. „Eure Tochter, Mijnheer!" Auf Zelles Stirn zogen sich Wolken zusammen. Tie hingen die Brauen über den Augen. „Ich habe keine Tochter." sagte er kurz. „Was einem die Götter gaben, verleugnet man nicht „Wenn Ihr sie nicht habt, wäret Ihr sie nicht wert." Der Alte, der aufbrausen wollte, sah in zwei flammend« Augen, aus denen sengende Glut schaß und schwieg. .. " sagte er mit sichtlicher An in ihren unerfreulichen Der> hältnissen auf Java geraten — nein, ich habe sie gebeten.' „Verzeihung, Mijnheer," fiel Kara ein. „Geraten gebeten! Was ist das?" „Wissen Sie es nicht?" „Ich bin nicht sicher," antwortete der Inder und fuhr nachdenkend fort: „Ich habe ihr gedient, sie vor dem Tode behütet, bin ohne ihr Wißen nach Holland gekommen, weil ich immer für sie fürchtete und will fiir sie sterben, wenn es ihr nützt. Das ist nicht viel. Aber es ist doch etwas, was ich tat und zu tun berest bin. — Wenn man aber bittet. Mijnheer, er- wartet man etwas zu des anderem Besten. Gewiß! Aber doch im Grunde auch für sich. — Ist das richtig, Mijnheer?" Zelle sah den Inder aus westen Augen verwundert an. dann sagte er: „Ja!" .. -Ich will Euch nur folgen können, deshalb fragte ich. Rach veanmngenoer ont« strenauna und Ueberwinduna „ouj yave meiner Tochter Und wir sitzen in der Kirche: Heimatgefühl will uns umfangen. Eine deutsche Predigt aus versöhnlichem Herzen gibt uns neuen Mut und wir singen leise die geliebten Lieder mit. Wir kommen heim: Was ist in unserer Wohnung? Unsere Fenster sind ja hell wie von mildem Kerzenschein im Fnnern? Unser altelsässer Mädchen, das schon jahrelang im Hause ist. öffnet uns strahlend. Sie ist aus der Weitzenburger Gegend und treudeutsch wie ihre ganze große Verwandtschaft. Sie führt uns ins Zimmer. Fhre Augen leuchten vor Freude auf unsere Freude. Ein kleines Christbäumle brennt auf 'einem Gabentischlein. Altelsässer Freunde sind versammelt, um uns ein stilles Freundschasts- fest zu bereiten. Und es schellt: Eine Bäuerin aus dem Unterelsaß kommt, seit Fahren unserem Hause schon treu verbunden. Sie ist in ihrem Feststaat, in ihrer schönsten „Schlupfkapp". Fhr „Philippel", der Fünfte, ist bei Mutter und versteckt sich verlegen hinter ihren „Seidenschurz". „Allez, „Philippel, nun sag bin Sprüche!." Und er sagt's: „O du fröhliche, o du selige..." Als sie fort ist mit ihrem Philippel, da kommt unser Fest. Still und doch ein wenig hoffnungshell durch die Liebe unserer Freunde, durch die milden Kerzen am Bäumle. Trotzdem wirs wissen: „Letzte, allerletzte Weihnacht in der Wahlheimat des Herzens, im geliebten Elsaß ... Prälat Kaas zur Konkordatsfrage. Trier, 21. Dez. Am Donnerstag abend sprach, wie nachträglich bekannt wird. Prälat Dr. Kaas, der neue Vorsitzende der Zentrumspartei, im Verein katholischer Akademiker Trier über Wesen und 3«halt des Konkordats. Er führte etwa folgendes aus: Die Frage des Konkordats, die heute innerhalb der deutschen Oeffentlichkeit zur zentralen Frage der politischen Debatte geworden sei, müsse so ernst aufgefaßt werden, daß jede Leidenschaftlichkeit und Unsachlichkeit ausgeschieden werden könne, um ein sachliches und ungetrübtes Urteil über oie Dinge zu erhalten. Die heutigen Verhältnisse hätten manches gemeinsam, mit denen zur Zeit des Abschlusses des Konkordats zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Wenn aber damals die Krone Preußens aus der Not der Verhältnisse heraus zu einer Ordnung der staatsrechtlichen Verhältnisse gekommen sei, ohne daß die früheren preußischen Könige darin eine Preisgabe ihrer Souveränität sahen, so vermöge man heute in einer freien Vereinbarung zwischen dem heutigen Staat und der höchsten Spitze der katholischen Kirche keine Preisgabe, sondern nur eine Bestätigung der staatlichen Souveränität zu erblicken. Die Revolution habe vom staatsrechtlichen Standpunkt aus gesehen, Verhältnisse geschaffen, die es begreiflich erscheinen ließen, daß der heilige Stuhl die Konzession des vergangenen Fahrhunderts nicht mehr einhalten zu können erklärte. Wenn man zum Beispiel einem verantwortlichen Monarchen einen Einfluß auf die Besetzung der Bischofstellen einräume. so sei das heute bei einem parlamentarisch regierten Staate, wo man mit einem kirchenfeindlichen Kultusministerium rechnen müsse, nicht mehr möglich. Die Tatsache bestehe auf jeden Fall, daß e^ne neue Vereinbarung und Modernisierung der früheren Bestimmungen ein Gebot der Notwendigkeit sei. Die neue staatliche Verfassung habe der Kirche eine Freiheit gebracht, die es dem Staate unmöglich mache, die Einflußnahme auf kirchliches Gebiet als ein Recht zu fordern, das er früher auf Grund der bestehenden Staatsrechte als selbstverständlich betrachtete. Hätte man nach der Weimarer Nationalversammlung Männer gehabt, die den Konkordatsgedanken durchgeführt hätten, dann würde wohl heute kein Mensch mehr über die Konkordatsfrage sprechen. Nachdem dies nicht geschehen sei, kompliziere sich die Lage von Fahr zu Jahr. Durch «in Reichskonkordat würden die Verhältnisse der Diasporastaaten erfaßt, so daß dort wenigstens eine gewisse Grundlage für die Pflege des Konkordatsgedankens hätte geschaffen werden können. Auch die inneren Verhältnisse im Deutschen Reiche drängten weiter notwendig auf den Abschluß von Länderkonkordaten hin. Zum Schluß behandelte Prälat Dr. Kaas Wesen und Inhalt des Konkordats von Standpunkt des Vatikans aus, nachdem er vorher betont hatte, daß der sachliche Inhalt der zur Schaffung des Konkordats gepflogenen Besprechungen zurzeit der Oefsentlich- keit auf legalem Wege noch nicht zugänglich sei. Dr. Simons besteht auf seinem Aüütrttt Berlin, 24. Dez. Der Reichspräsident empfing am Samstagvormittag um 11 Uhr den Reichsgerichtspräsibenten Dr. Simons zu einer Aussprache über den zwischen dem Staatsgerichtshof und der Reichsregierung entstandenen Konflikt. An der Besprechung, die bis nach 12 Uhr dauerte. unsere Werren fmo ja jo verichteven. — Wollt Ihr nun westerreden. Mijnheer." Zelle war aus seiner Bahn gedrängt, aus seinen siebzig Jahre alten Anschauungen, die dieser fremde Mann untergraben hatte. „Ihr sagtet, daß Ihr Mevrouw gebeten hättet," erinnerte Fara, der an die Herrin dachte, die ihn mit Ungeduld erwartete „Ja, das jagte rch," begann Zelle endlich „Ich habe sie gebeten, sich von diesem Unflat Leod scheiden zu lassen. Sie jat es nicht getan Selbst Leods Tante hat sie vergebens gebeten. Noch heute trägt sie diesen Schandnamen." „Was ist der Name. Mijnheer? Nichts! Er wird erst ;twas, wenn man ihm eine Bedeutung gibt. Ob ich Kara reiße oder Ali oder Mac Leod ist gleich, wenn ich der bin. rer ich bin. Mich ließen die Götter werden, den Namen gaben mir Menschen." „Damit kommt man in Indien aus, aber bei uns nicht." -rwiderte Zelle. „Hier läuft der Name vor den Menschen »er." „Und das Geld hinter ihm." jagte Kara. „Und zwischen »em Namen und dem Gelds steht der Mensch. Er verneigt ich vor beiden und stößt überall an. Was den Menschen o wichtig scheint, sind Aeußerlichkeiten, Mijnheer. Es sind ite Aeußerlichkeiten. unter denen Ihr leidet. Ihr seht einen Kamen. aber nicht einen Menschen. Und weil Ihr das tut. oerdet Ihr ungerecht." „Erlauben Sie mal! Sind Sie hierher gekommen, mir >as zu sagen?" „Nein! Ich mußte es Euch aber sagen, west ich sah. daß ihr es nicht wußtet." „Schön." sagte Zelle. „Ich bin ungerecht. Das weiß ich tun. — Ich weiß aber immer noch nicht, was Sie eigent- ich von mir wünschen und weshalb Sie hier find." „Ich möchte Euch zu Eurer Tochter führen." Zelle lachte. „Nach Arnheim! Zu Fuß?" „Nein, Mijnheer, nur nach dem Bahnhof. Sie können in Auto nehmen." Da verschlug es dem Allen die Sprache. Die Zornesader hwoll. Er wurde krebsrot. Kara. der es sah. fuhr in seiner immer gleichmäßigen tube fort. nahmen ferner der Reichskanzler, der Reichsjustizminister sowie Staatssekretär Dr. Meißner teil. Am Schluß der Aussprache erklärte Reichsgerichtspräsident Dr. Simons er sei zwar nach de« Darlegungen des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers ««d des Reichsjnftizministers »berze«,t. daß die Absicht einer Mißachtung des StaatsgerichtshvseS «nd seiner Entscheidung seitens der Reichsregiernng nicht vorläge, müßte aber dennoch mit Rücksicht ans die von ich» von Anfang an eingenommene grundsätzliche Stellungnahme ans einem Abschiedsgesuch beharren. Gleichzeitig erklärte sich der Reichsgerichtspräsident auf Wunsch des Reichspräsidenten und der Reichsregierung und im Hinblick auf die Geschässtlage des Reichsgerichts bereit, sein Amt bis zum April kommenden Jahres weiter zu führen. D«S Reichsgericht zur kaufmännischen Geschästssührnng der Reitbahn. Der 3. Strafsenat des Reichsgerichts hat sich anläßlich der Revision eines Urteils wegen Bestechung und unlautere» Wettbewerbs sehr deutlich darüber ausgesprochen, welche moralischen Verpflichtungen der Reichsbahn und ihren Be- amten aus der gesetzlich bedingten kaufmännischen Führung ihres Betriebes erwachsen. Anlaß gab ein Urteil des Landgerichts in Hamburg, nach dem ein Ingenieur wegen aktt«« Bestechung und Vergehens nach § 12 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und drei Eisenbahnbcamte wegeu «»assiver Bestechung (die Beamte hatten Geschenke augeuom- en und Blankoangebote ausgestellt) und des gleichen Vergehens zu empfindlichen Gefängnisstrafen verurteilt worden waren. Gegen dieses Urteil war Revision eingelegt worden Das Reichsgericht har diese Revision jetzt verworfen. Aus den Entscheidungsgrünüen möge mitgeteilt sein: Der Ingenieur hat wohl gewußt, daß er den Beamten Strafbares zumute, wenn er die Preisangaben von ihnen forderte, wie das geschehen ist. Strafbar machten sich die Beamten auch schon allein durch die Annahme der ihnen dargebotenen Geschenke; sie sind sich darüber auch nicht im Zweifel gewesen. Es ist richtig, daß die Reichsbahngesellschaft ihren Betrieb nach kaufmännischen Grundsätzen zu führen und zu verwalte» hat, kaufmännisch aber heißt keineswegs, daß die bestehenden Geschäfte mißachtet werden dürften. Auch für die Reichsbahn gilt das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Die Nennung der Konkurrenzpreise mag der Reichsbahn gegenüber eine nützliche und in ihrem Sinne nicht unlautere Handlung gewesen sein. Unlauter kann ein Angestellter aber auch dann handeln, wenn er ungesetzlich in den Wettbewerb bei der Vergebung von Aufträgen für die Rechnung seines Arbeitgebers eingreift. Die Reichsbahn kann ihre Angestellten zu Gesetzwidrigkeiten nicht verpflichten und hat sie auch nicht dazu verpflichtet. Die Bekanntgabe der Konkurrenzpreise hat nicht zum Pflichtenkreis der angeklagten Beamten gehört, auch dann nicht, wenn sie geglaubt haben, aus kaufmännischen Gründe« die Lieferantenfirmen gegeneinander ausspielen zu müssen. Gleichgültig ist, ob es sich um eine öffentliche Ausschreibung oder um freihändige Vergebungen gehandelt hat. Ulm—Stuttgart—Mühlacker elektrisch? Reichsbahnbeteiligung am Stuttgarter Elektrowerk. Stuttgart, 22. Dez. Da das Großkraftwerk der Stadt Stuttgart den Anforderungen des nächsten Jahres nicht mehr genügt plant die Stadt den Bau eines nenrn großen Dampf- großkraftwerks am Neckar. An den Kosten, die für den ersten Ausbau auf 30 Millionen RM., für den vollen Ausbau auf 48 Millionen RM. geschätzt werden, beteiligen sich neben der Neckarwerke A.-G., Eßlingen, voraussichtlich auch die Rheinisch- Westfälischen Elektrizitätswerke A.-G., sowie die Reichsbahn. Dieser soll nach Fertigstellung des Werks der Strom für d«e Elektrifizierung der Bahnstrecke Ulm—Stuttgart—Mühlacker mit etwa 20 000 Kilowatt zur Verfügung gestellt werden. Daneben beabsichtigt die Stadt Stuttgart, sich an dem Ausbau der ader- rheinischen Wasserkräfte, sowie am Schluchseewerke und den Vorarlberger Werken zu beteiligen. „Poraussichtlich" beteiligt sich an dem neuen Stuttgatter Elektrizitätswerk auch die Reichsbahn. Am Schluchseewcrk hat sich ja die Reichsbahn auch „voraussichtlich" beteiligt, aber nachher hat sie sich doch anders besonnen. Man wird über die Stuttgarter Beteiligung noch kein endgültiges Urteil abgeben dürfe«, da sich die Reichsbahn vielleicht auch hier nachher anders besinnt. Oder geschah vielleicht der Rückzug vom Schluchseewerk mit Rücksicht auf Stuttgart? War man vielleicht der Ansicht, daß ein Dampfkraftwerk eher den Zwecken der Reichsbahn angepaßt werden könnte als ein Wafferkmftwerk? Man wird dies fast annehmen müssen denn ein sichtbarer Grund, die Strecke Basöl— Frankfurt gegenüber Ulm—Stuttgart—Mühlacker zu veraach- lässigen, besteht nicht. Aber man muß abwarlen. „Seit gestern ist Mevrouw ohne Heimat. Der Unflat Leod, »ie Ihr ihn nennt, hat sie verjagt, weil auch die Frau, bei er ste war. nur den Schein achtet. Mevrouw wird es auch wrgen sein und wird es immer sein, solange sie aus dte- rnigen angewiesen ist, die sich vor dem Namen beugen und licht vor dem Menschen." In Zelle war Sturm Jetzt fühlte er auf einmal, daß die Zaronin in Traute auch ihm die Tür gewiesen hatte. Er saß schweigend mit geballten Händen. „Ihr verabscheut den Namen Leod." sprach Kara weiter. Wißt Ihr auch Mijnheer daß Ihr dem Träger dieser tamens helft. Euer Kind vernichten? — Kommt. Mijnheer! «re Tochter wartet auf Euch. Eurem eigenen Blute bleibt hr immer verpflichtet, was auch geschehen sei." Zwingend ruhten die großen schwarzen Augen in der «deren blauen. Ganz leise und doch setze Silbe deutlich, als ob er etwa ganz __ iroßes und Heiliges ausspreche, sagte Kara die letzter Borte: •3n ihrer Noi beten die Menschen des Abendlandes « rmem, oen sie — Vater nennen, auf daß er ihnen helfe^ rmq Eure Tochter nennt Euch so. mit dem Namen Eures höchster sattes. Denkt daran. Mijnheer." Da erhob sich Zelle Straff und gerade ging er zur Tür. , „Kommen Sie." sagte er. „ich will meine Tochter begrüßen." „Und heimführen," drängte der andere. Da nickte der Alte und Kara folgte ihm- Im Heim ihres Vaters war Traute zunächst geborgen. Den Haag war nicht irgendeine Stadt, es war die Stadt. Für Traute wenigstens. Es war ihre Heimat und die Ställe 1er Erinnerungen Im Haag hatte ste ihre Erziehung genoffen, dort hatte sie ruch Mac Leod kennengelernt. Die lunge, die erste Liebet Im Haag war sie bei Hof gewesen und der Konigln- Kegentin oorgestellt worden. Dort hatte sie die erst«, Triumphe gekostet. Nur AiGeuehmes und Schönes hatte sie in dieser Stadt erlebt und erfahren. Und aus dem Vergangenev leuchteten zwei kurze Episoden in ihre Einsamkeit herüber, die wie Sterne waren an ihrem Lebenshimmel und ste immer wieder beschdstmten. t Der Landbote * Siusheimer Zeitung. Ste. 301. Jahrgang 1928. Baden. Die Vorsiiag« i« badisch«« landwirtschaftliche« Seuofienschaftswese«. Di« beiden landwirtschaftlichen Organisationen in Karls« nche und Freiburg teilen in einer gemeinsamen Erklärung folgendes mit: Die schwebenden Zusammenschlußverhandlungen der landwirtschaftlichen Genossenschaftsorganisationen Karlsruhe und Freiburg find im Badischen Landtag und in der Presse im Perlauf der letzten Tage wiederholt Gegenstand von Er- ürte rungert gewesen. Der Verband badischer landwirtschaftlicher Genossenschaften Karlsruhe und der Genoffenschasts- »erband des Badischen Bauern-Vereins e. V., Freiburg im Breisgau sind in dieser Frage mit dem Reichsverband deut- * scher landwirtschaftlicher Genossenschaften Berlin einer Mei- > nung. Die diesbezügliche Entschließung des Reichsverbandes lautet: „Die politische und konfessionelle Neutralität des Ge- «offenfchaftswesens ist unter allen Umständen zu wahren." Fn diesem Sinne werden die Verhandlungen zwischen den beiden badischen landwirtschaftlichen Genofienschafts- vrganisationen geführt. Sie sind aus dem Gebiete des Weinbaus und der Milchwirtschaft bereits zum Abschluß gelangt. Sollten die im Interesse der Landwirtschaft liegenden Bestrebungen aus Zusammenschluß der Genofienschaftsverbänöe, der Zentralkassen und Warenzentralen zum Erfolge führen, so mutz die Behandlung dieser Dinge in der Oeffentlichkeit «nter anderen als rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten unbedingt unterbleiben. Profefior Boll Schöpfer -er Heidelberger Shurman-Büste. Heidelberg, 22. Dezember. Im Auftrag der Universität Heidelberg und des badischen Kultusministeriums hat der Aaeösruher Bildhauer Profefior Christoph Voll, der aus Saarbrücken an die Karlsruher Landeskunstschule berufen wurde und seit dem 1. November Profefior der Bildhauer- Meifterabteilung ist, die Büste Dr. Shurmans, die in der Heidelberger Universität zur Aufstellung gelangen wird, modelliert. Bo« der Qualität der 1928er badischen Weine. Freiburg, 18. Dez. Das Badische Weinbau-Institut, die staatliche Versuchs- und Forschungsanstalt für Weinbau- unfi Weinbeharchlung, wandte sich in einer an den Badischen tzaadesprefiedienst gerichteten Zuschrift gegen einige Presse- stußerungen, in denen angeführt war, es stehe heute schon fest, daß die Güte des Jahrgangs 1928 in keinem Wein- daugechiet an den berühmten Jahrgang 1921 heranreiche. Das Badische Weinbauinstitut erklärt hierzu: Daß in den «eisten deutschen Weinbauländern der 1928er Jahrgang dem ller Jahrgang nicht gleich kommen wird, steht fest. Ebenso steht aber auch fest, daß Baden bezüglich der Qualität der !9Wer Weine eine große Ausnahme macht, weil infolge rechtzeitiger Niederschläge in Baden, nicht aber in den ruderen deutschen Weinbaugebieten die Traubenretfe begünstigt wurde. Nach den amtlichen Zahlen für Rlost- gemichte und Säure» steht ein Großteil der badischen Weine »or allem erst vor Mitte Oktober geherbstete den 21er Keinen gleich oder sie übertreffen diese in der Qualität, stine gegenteilige Behauptung kann nur den Zweck haben, reu Wert des Badischen Weines in weiten Kreisen herabzusetzen, um dadurch die Winzer vielleicht zu billigerer Abgabe res Weines zu bewegen. Daß die Preise, wie sie zur Zeit »on den Winzern für die hochwertigen Produkte verlangt werfen, zu hoch wären, wird niemand behaupten können, der Ae ungeheuren Ausgabe» und Arbeitsleistungen kennt, die »ei einem modernen Weinbau nötig werden. Hoffnung auf bester Wirtschaftsbediugnnge« ln der Uhren- industrie. Schramberg, 23. Dez. Bei der Generalversammlung der Gebrüder Junghans A.-G., Uhrenfabrik, machte Direktor Erwin Junghans die wichtige Feststellung, daß die Uhren- inbustrie entgültig befferen Zeiten entgegenzugehen scheine In den ersten sechs Monaten des Jahres seien die Fabriken der Gesellschaft voll beschäftigt gewesen und der Umsatz habe sich erneut gesteigert. Gegen Fastnacht 1929. Auf der Sitzung der Pfarrsynode des Kirchenbezirks Frei- durg wurde eine Entschließung gefaßt, in der es heißt, daß immer «och der Versailler Vertrag mit seinen wirtschaftlichen Fesselungen auf Deutschland laste, immer noch Millionen deutscher Volksgenossen unter dem Druck fremder Besatzung seufzen, immer noch di« Zahl der Arbeitslosen wachse und die Wohnungsnot unzählige Opfer auf gesundheitlichem und sittlichem Gebiet fordere. Trotzdem «erde mit einem Eifer und mit Opfern, die einer besseren Sache würdig seien, an üen Vorbereitungen für Fastnacht 1929 gearbeitet. Alle evangelisch gesinnten Männer und Frauen sollten sich bemühen, die Gewissen zu wecken und mit allen Mitteln bi^e« oolksverderblichen Treiben entgegenwirken. Aus Rah und Fern. Weihnachten! Durch die kalte Winternacht — klingen fromme Weih- »achtslieöer, — neue Hoffnung ist erwacht — und die Kinder finge« wieder: — Einmal werden wir noch wach, — heißa, San« ist Feiertag, — dann, erfüllend unsre Bitten, — kommt der Weihnachtsmann geschritten. Alt und Jung und Groß und Klein — sollen froh üen Blick erheben, — Friede soll auf Erden sein, — Freude sei der Welt gegeben! — Liebe hat den Weg gebahnt — und sie waltet und ste mahnt, — daß die Menschen sich beeilen, — w«Wz»tun und mitzuteilen! Mbertansend Wünsche sind — noch bis morgen zu erfüllen, — ««»schlos ist kein Menschenkind, — manches Sehnen ist z» stellen, — und der gute Weihnachtsmann — strengt sich stet« »ach Kräften an, — Gegensätze auszugleichen, — daß die «ttten Sorgen weichen! Gar zuviel gibt's noch zu tun — vor dem Fest an allen Emde«, — aber morgen dürfen ruh'n — di« geschafft mit filGst'gen Händen, — wer zu frischem Tun bereit, — möge «tt Zufriedenheit — nun ein frohes Fest genießen, — Krewd« möge ihm ersprießen! Weihnachtszeit sei Friedenszeit, — dieser Grundsatz sei et« steter, — fern von der Parteien Streit — fitzt daheim der BEWoertreter, — statt der Reden inhaltsschwer — schwingt die Wünschelrute er, — und er meint: an frohen Festen — ist'» bei Muttern doch am besten! Frieden soll auf Erden sein — trotz des Winters Sturm- gebrause, — Friede herrsche allgemein — hier zu Land in jede« Hause, — bann geht es uns wenig nah, — wenn in Tckbamerika — sich zwei Völker nicht vertragen, — und die Köpfe bluttg schlagen. Daß der Zustand ungesund, — davon will ich hier nicht spreche», — darum mag der Völkerbund — stch allein de» Kopf zerbrechen. — Aber hier in unser« Laub — seien Haß und Streit verbannt, — Friede sei des Feste» Setter, — Freude ziehe ein! > ' j Sinsheim, 24. Dez. (Sinsheim als Tagungsort.) Landes- I Kirchemnusikdirektor Dr. Poppen in Heidelberg, hält für die Dirigenten der evangel. Kirchenchöre der Bezirke Eppingenj, Neckarbischofshetm und Sinsheim am 27 . u. 28. Dezember 1928 hier ein Kurs ab. — Fn der Zeit vom 28. auf 31. ds. Mts. treffen sich die Gaupressewarte des 10. Turnkreises (Boden), unter Führung des Kreispreseswartes. Herrn Dr. Fischer in Karlsruhe, in Sinsheim um die Arbeitspläne und die Richtlinien für das kommende Jahr aufzustellen und durchzuberaten. Der Turnverein hier wird mit seinen sämtlichen Turnabteilungen am Samstag den 28. Dez. im Saale des Gasthauses zum Löwen hier einen Begrüßungsabend veranstalten. — Weiter tagt am 16. Februar 1929 der Hauptausschuß des Odenwaldklubs mit seinem I. Vorsitzenden Herrn Oberbürgermeisters Dr. Gläf- sing in Darmstadt, in unfern Mauern. Die Vereine Sinsheims, die Träger der Fdeen dieser Großorganisationen sind, werden sich alle Mühe geben, den Aufenthalt der Gäste so angenehm als möglich zu machen. * Sinsheim, 24. Dez. (Der goldene Sonntag). Fm goldenen Glanz der aufgehenden Sonne begann der goldene Sonntag. Der herrliche Wintertag trug viel dazu bei. daß sich in den Nachmittagsstunden eine große Menschenmenge durch die Geschäftsstraßen unserer Stadt bewegte. Auch die Eisenbahnzüge hatten viele Besucher von Auswätts gebracht. Die äußeren Erscheinungen dieses goldenen Sonntags ließen auf ein gutes Geschäft schließen. Mit Paketen beladen, eilten abends die Menschen der warmen Behausung zu. * Sinsheim, 24. Dez. Unserer heutigen Nummer liegt der Wandkalender für das Fahr 1929. sowie eine Weihnachtsnummer bei. von der wir wünschen, daß sie unfern Lesern und Leserinnen Weihnachtsstimmung in Haus und Herzen hineinzutragen vermöge. * Sinsheim, 24. Dez. (Rentenzahlung für Januar 1929.) Die Postanstalten zahlen die Militärrenten für Fanuar 1929 am Donnerstag, den 27 . Dezember, und die Zioilrenten für Fanuar am Samstag, den 29. Dezember. * Sinsheim, 24. Dez. (Warnung.) Die Polizei in Bens- heim warnt vor einer gewissen Frau Mathilde Hermann, geboren am 26. 12. 1878 in Mannheim. Sie soll angeblich in Stuttgart wohnen, logiert sich in Wirtschaften und Gaststätten ein und verschwindet dann unter allerlei Dorwänden. Die gerisseneSchwind- lerin hausiert auch zuweilen mit Bleistiften, sucht in der Hauptsache Fudenfamilien auf. trägt eine pelzgefütterte Jacke und ist eine gesetzte, dicke Frau. imimiiiuiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiniimimiiiiiiimitmimiiiBiiiEimiiitmimitiimmiiimiiiiiiiiiiiii Bestellen Sie den Landbolen für den Monat Zanuae. Für jeden, der sich in Kürze und doch eingehend über alle wichtigen Tagesereigniffe u. besonders lokale Begebenheiten unterrichten will,empfiehlt sich einAbonnement auf den Landboten. der täglich erscheint Bestellungen werden bei der Post u. unseren Agenten angenommen. Der Abonnementspreis beträgt frei ins Haus gebracht monatlich nur Mk. 1 . 60 . Es kann auf den Landboten auch nach Beginn des Monats abonniert werden. ‘Ynfomfo baben im Landboten wegen seiner großen UIIT Verbreitung erfahrungsgemäß best. Erfolg. SNlUIIIIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll» * Sinsheim, 24. Dez. (Domglocken im Rundfunk). Die bayerischen Rundfunkhörer werden künftig Gelegenheit haben, das Geläut der großen Münchener Domglocken auch durch Rundfunk zu hören. Die Deutsche Stunde in Bayern arbeitet gegenwärtig an der Errichtung einer besonderen Uebertragungsanlage, die erstmalig am 24. Dezember, 14.45 Uhr und 24 Uhr, sodann in der Sylvesternacht um 24 Uhr in Tätigkeit treten wird. Ferner überträgt der westdeutsche Rundfunk über Langenberg am 24. Dezember abends 18.30 Uhr das Geläute der deutschen Glocke und des Kölner Domes. ^ Weiler, 24. Dez. (Bürgermeisterwahl.) Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl haben von 568 Wahlberechtigten, 520 ihre Stimmen abgegeben. Es entfielen auf den seitherigen Bürgermeister F. Barther 256, auf Gg. tzildenbmnd, Schmiedemeister 200 und auf Karl Friedrich. Landwirt. 56 Stimmen. Da ein Kandidat eine Stimme mehr haben muß als die übrigen, ist die Wahl unentschieden, weil zwischen dem ersten und den beiden andern Kandidaten Stimmengleichheit besteht. ^ Eichtersheim, 23. Dez. (Autounfall.) Auf der Straße Eichtersheim-Mühlhanfen ereignete sich am Dienstag ein Zusammenstoß zwischen einem Lastwagen aus Mannheim und dem Taxameterauto des Heinrich Heller jun. aus Eichtersheim. Letzterer befand sich mit einer Schwerkranken auf der Fahrt von Heidelberg nach Michelfeld. Trotzdem der Lastwagensührer das in lang- samer Fahrt entgegenkommende Krankenauto an den Rotenkreuz- slaggen auf 40 Meter Entfernung erkennen mußte, gab er die Straße nicht frei, so daß der Taxameterfahrer zur Verhinderung eines direkten Zusammenstoßes gezwungen wurde, in den Straßengraben abzubiegen. Trotz dieser Geistesgegenwart wurde der Personenwagen noch seitlich, gerammt, doch waren außer erheblichem Materialschaden glücklicherweise Verletzungen von Personen nicht zu beklagen. — Die Rücksichtslosigkeit der Lastwagenführer bildet die allgemeine Klage. Sie kann nur beseitigt werden, wenn die übrigen Autofahrer solidarisch sind und rücksichtslose Lastwagenführer ebenso rücksichtslos zur Anzeige bringen. x Aus dem Amtsbezirk, 24. Dez. (Badisches Bundessänger- fest 1929.) Fn einer in Freiburg stattgefundenen gemeinsamen Sitzung des Hauptausschnsses fanden eingehende Beratungen über das Freiburger Bnndessängerfest statt. Bor allem wurde ein vorläufiger Kostenvoranschlag und die Hallensrage. die nach den Vorschlägen der Stadtverwaltung «ine in jeder Beziehung durchaus befriedigende Lösung finden wird, besprochen. Unter Berücksichtigung aller in Betracht kommenden Gesichtspunkte wurde einstimmig beschlossen, den von den einzelnen Festteilnehmern zu zahlenden Festbeitrag stuf vier Reichsmark festzusetzen. Festbuch und Festzeichen sollen den teilnehmenden Sängern unentgeltlich geliefert werden, ihnen auch sonstige Vergünstigungen vermittelt werden. Die Anmeldungen der Vereine sowohl zum Wettsingen, wie zum Festbesuch« überhaupt, werden bis zum 31. Dez. 1928 erwartet. X Aus dem Amtsbezirk. 24. Dez. (Der Zustrom zur Fremdenlegion.) Fn der Zeit vom 1. Oktober bis 30. November 1928 wurden in der Pfalz 112 Zugänger zur französischen Fremdenlegion aufgegriffen. darunter 12 Fugrndliche unter 20 Fahren. 51 dieser Zngänger sagten aus, daß die französischen Besatzungsbehörden zur Ergänzung des Mamischastsbestandes der Fremdenlegion tätig gewesen sind. Die Weisung des französischen Kriegs- mimsteriums an die Befatzungsdrhörden. sich jeder Tätigkeit zur Auffüllung der französischen Fremdenlegion im besetzten Gebiet zu enthalten, ist im Fahre 1927 und wiederholt 1928 Montcq, den 24. Dezember 1928. ergangen. Es kann daher französischerseits heute nicht mehr geltend gemacht werden, daß der Befehl noch nicht in den Besitz sämtlicher französischer Behörden gelangt wäre. - Molsch, 21. Dez. (Glück im Unglück.) Auf der Station Rot-Malsch ereignete sich gestern nachmittag halb 2 Uhr ein Unfall der leicht schwere Folgen hätte nach sich ziehen können. Ein Heidelberger Lastkraftwagen kam in voller Fahrt von der St. Leoner Seite gegen die soeben geschlossene Schranke, durchfuhr dieselbe, als im Augenblick der Personenzug Heidelberg—Bruchsal einlief. Es ist als ein sonderbares Glück zu bezeichnen, daß der Führer des Zuges denselben einige Meter vor dem ziemlich stark demolierten Lastkraftwagen zum Stehen bringen konnte, und somit keine Menschen zu Schaden kamen. Den Schrankenwätter trifft keine Schuld. --- Eberbach, 21. Dez. (Zigeunerplage.) Wie die „Eberbacher Zeitung" berichtet, herrscht zurzeit an verschiedenen Otten des Odenwaldes eine außerordentlich lästige Zigeunerplage. Die Banden kommen in größerer Anzahl anmarschiert, beziehen an geeigneter Stelle ihr Lager und belästigen scharenweise die Einwohner durch Betteln und Hausieren, oft in sehr aufdringlicher Weise. Fn der kleinen Ortschaft Allemühl hat sich eine ganze Rotte häuslich niedergelassen uno schwärmte in dem Orte derart aus daß es die Einwohnerschaft mit der Angst zu tun bekam und nach der Gendarmerie rief. Die Bedenken der Landbewohner sind nicht unberechtigt, denn vor den Zigeunern sind nur Mühlsteine sicher. -- Tauberbischofsheim, 22. Dez. (Aufbauoberrealschule Tauberbischofsheim.) Rach der Verordnung des Unterrichtsministeriums hat die hiesige Aufbau-Realschule, der Ostern 1928 eine Oberprima ungegliedert wurde, die Bezeichnung „Aufbau-Oberrealschule Tauberbischofsheim" zu führen. Die Stadt hat somit zwei Vollanstalten, ein humanistisches Gymnasium mit neun Klassen und eine Oberrealschule mit sieben Klassen, an denen das Reifezeugnis erworben werden kann. Es wird wohl in Deutschland wenige Städte von der Größe von Tauberbischofsheim geben, die zwei Bollanstalten besitzen. Stadt und Umgebung begrüßen dankbar die Fürsorge, die die Regierung der alten Liobastadt zuteil werden läßt. ’ — Wertheim, 22. Dez. (Eine Waldbesitzerversammlung.) Unter Leitung von Leonhard (Mosbach) fand eine Tagung des Waldbesitzerverbandes statt, die sich eines sehr gute» Besuches erfreute. Es standen die Belange der badischen, insbesondere der fränkischen Waldbesitzer zur Erörterung. Leonhard gab einen Ueberblick über die bisherigen Erfolge des Verbandes der Waldbesitzer. Insbesondere verbreitete er sich über die Ringbildung in der Holzindustrie, der die Waldbesitzer geschlossen gegennber- treten müßten. Ein Drittel des Gesamcholzverbrauchs würde immer noch aus dem Ausland eingeführt. Der deutsche Waldbesitzer müsse bestrebt sein, in erster Linie Qualitätsware auf den Markt zu bringen. An der Aussprache beteiligten sich Forstrat Keller sowie Bürgermeister Bardon. Mannheim, 22. Dezember. (Lebensgefährliche Balgerei.) Ins Allgemeine Krankenhaus wurde ein 14 Jahre alter Schleiferlehrling eingeliefert, der in einem Betrieb in Käfertal bei einer Balgerei mit einem gleichaltrigen Dreherlehrling mit einem Dreikantschaber einen Stich ins Herz erhielt. Es besteht Lebensgefahr. Heidelberg, 23. Dez. Der Rohbau des Kaiser-Wilhelm- Forschungsinstituts geht seiner Vollendung entgegen. Der Bau wird voraussichtlich bis Frühjahr beendet sein. Lndwigshasen a. R., 23. Dez. lTödlicher Unfall. — Ein Kind verbrüht.) Dieser Tage fiel die 36jährige Frau Anna Dimont aus Ludwigshafen in der Bismarckstraße vom Rad und blieb bewußtlos liegen. Sie starb tm Krankenhause an Schädel- und Wirbelsäulebruch. — Am Mtttwockvormittag fiel das 6jährige Pflegekind Marz. Geißel in der Küche seiner Pflegeeltern in eine Waschbütte und zog sich erhebliche Wunden zu. Es erlag im Krankenhanse seinen Verletzungen. Steinach k. K., 23. Dez. Reichspräsident von Hinüen- burg hat die Patenschaft über die beiden iüngsten Erdenbürger Steinachs, den 7 . und 8. Knaben des Steinbrucharbeiters Joh. Schnaitter übernommen. Da auch noch eine Geldspende überreicht wurde, haben die Eltern sich über diese doppelte Weihnachtsfreude außerordentlich gefreut. Freiburg, 22. Dez. Verhaftet wurde ein Kaufmannslehrling ans Berlin, der wegen Unterschlagung von 2000 Mark. gesucht wird. Freibnrg, 23. Dez. (Todesfall.) Wie bereits gemeldet, ist Sparkaflenöirektor Ferdinand Klöble am Donnerstag vormittag einem Schlaganfall erlegen. Er hat 34 Jahre lang die Geschicke der Städtischen Sparkafie in Freiburg geleitet. Während dieser Jahre hat er die Städtische Sparkaffe zu ihrem jeitzgen.Umfang ausgebaut. Seiner Initiative ist es auch zuzuschreiben, daß die städtischen Spargelder nicht restlos verloren gingen. Fischbach (bei Villingen), 22. Dezember. (Ein Taubenmarkt.) Unter großer Beteiligung findet in der Adventszeit im Zinken Sickingen wieder der bekannte Tauben- markt jeden Sonntag statt, auf welchem die Taubenpreise für den näheren Schwarzwald und die Baar festgelegt werden. Es ist dies eine sehr alte Schwarzwälder Sitte, ähnlich wie in anderen Gegenden der Schellenmarkt für die Hüterbuben. Horben (bet Freiburg), 22 . Dezember. (Ein Bauernanwesen im Bohrertal eingeäschert.) In der Nacht auf Freitag wurde aus noch nicht geklärter Ursache das ganz ans Holz bestehende Bauernhaus „Zur hinteren Mühle", das im hinteren Bohrertal liegt, nebst Scheune und Stallung eingeäschert. Soweit bis jetzt bekannt ist, konnte das Vieh gerettet werden, während das Mobiliar und die sonstigen Fahrniffe verbrannten. Infolge des hohen Schnees gestatteten stch die Rettungsarbeiten sehr schwierig. Ei« polizeiwachlmeister muß seine« Sohn niederschteßeu Berlin, 24. Dez. Wie der Lokalanzeiger auS Kaffek meldet» mußte in der Nacht zum Sonnabend der 58 Jahre alte Hauptwachtmeister Rau von der Schutzpolizei seinen eigenen 20jährigen Sohn, der stch mit gleichgesinnten Freunden zu einem gefährlichen Boden- und Kellereinbrecher ausgebildet hatte, gelegentlich einer neuen Straftat festnehmen. Ra« legte seinem Sohn Handschellen an, die der junge Mann tnüeffen auf der Straße abriß, um sich wütend auf seinen Vater zu werfen und ihn niederzuschlagen. Der Hauptmacht» meister aber zog seinen Dienstrevolver und feuerte zwei Schüffe ab, von denen der eine den Sohn tn die Brust traf, so daß er schwer verletzt znsammenbrach. Schloß Diersfordt »ei Wesel «iedergedranut. Zwei Feuerwehrleute getötet. Wesel, 22. Dez. Im Herrensitz der Familie des Grase« Stolberg-Wernigerode, Schloß Diersfordt, brach am Freitag nachmittag Feuer aus, bas sich infolge des starken Winde» sehr schnell ausbreitete. In den Abendstunden war das ganz« Gebäude eingeäschert. An den Löscharbeiten, an denen die Nr. 301. Jahrgang 1928. Montag, den 24. Dezember 1928. Freiwillige Feuerwehr mm Wesel und Sie Feuerwehr des Rheinisch-westfälische» Elektrizitätswerkes teilnahmen, ereigneten sich mehrere schwere Unglücksfälle. Ein Weseler Feuerwehrmann wurde von einem herabstürzenden Maner- stück von der Leiter gerissen und blieb schwerverletzt liegen. Durch herabstürzende Balken wurden ferner zwei Feuer- wehrleute zu Boden geschlagen und von Glutmassen verschüttet. Beide erlitten den Flammentod. Der Brand ist vermutlich durch Funkenflug eines Ofens entstanden. Das Schloß enthielt sehr wertvolle Kunstgegenstände und Gemälde, die nur zu einem Teil geborgen werden konnten. Schwerer SmbemmglSck in Za-aa 48 Personen getötet und verwundet. Peking, 24. Dez. Die japanische Privat-Telegraphen- Agentur Tocho bringt eine unvollständige Meldung über ei» schweres Grubenunglück in Japan, wonach in einem Schacht des japanische« Trusts Rifhi in Rordjapa« bei eiuem Fahr- ftnhlnuglück 48 Personen getötet und verwundet worden sei« sollen. Seitens der japanischen Behörden und der amtlichen japanischen Telegraphen-Agentur liegt bisher noch kein Bericht vor. Zwölf Autobuspaffagiere durch Gas betäubt. Bergifch-Glalbach, 23. Dez. Infolge Fehlzündung platzte in einem Personenauto das Stahlrohr der Heizung. Die ins Innere des Wagens eindringenden Gase wurden zunächst nicht bemerkt. Bei der Ankunft des Wagens in Essen-Bechen waren 12 Personen betäubt. Die meisten der Verunglückten konnten bald wieder ins Bewußtsein zurückgerufen werden, fünf von ihnen sind bettlägerisch krank. Lebensgefahr besteht nicht. Erdrutsch begräbt füuf Mensche». Mailaich» 23. Dez. In der Nähe der Abbruzzenstadt Aquila ist infolge eines Erdrutsches ein Bauernhaus eingestürzt und hat fünf Söhne des Besitzers begraben, darunter einen, der am Vortag vom Militärdienst in Urlaub heimgekehrt war. Dir Mutter wurde schwer verletzt, während der Vater die Gefahr rechtzeitig erkannte und sich in Sicherheit brachte. Turnen, Sport und Spiel. Der Freien Sportabteilung des Arbeitergesangverein Dolks- chor Sinsheim ^ist es gelungen, auf den 2. Weihnachtsfeiertag die 1. Fußballinanschaft der Freien Turnerschaft Mannheim nach Sinsheim, zu einem Freundschaftsspiel zu verpflichten. Diese technisch gutbesetzte Elf wird unserer 1. Mannschaft, sowie den Zuschauern ein dem Arbeitersport würdiges Spiel zu Tage fördern. Das Spiel findet am 2. Weihnachtsfeiertag auf dem städtischen Sportplätze, nachmittags halb 3 Uhr statt. Das Handballspiel im Neckar-Elsenz-Turngau. P Die Spiele der diesjährigen Endrunde, die am 4. Nov. mit dem Spiel Steinsfurt gegen Ittlingen begann, sollte nach dem Spielplan am 16. Dezember die Entscheidung um die Gaumeisterschaft bringen. Infolge unvorhergesehener Umstände wird nunmehr der 20. Januar als Endtermin festgesetzt. Von den sechs im Wettbewerb stehenden Vereinen haben bis jetzt drei ihre Pflichtspiele durchgefiihrt, während Sinsheim noch je ein Spiel gegen Ittlingen und Rappenau zum Austrag bringen wird. Trotz der Unvollständigkeit des Endergebnisses kann keine nennenswerte Aenderung mehr eintreten. Der Turnverein. Bammental h^t sich mit seinem letzten Spiele auf eigenem Platze gegen den Tv. Ittlingen an die Spitze der Tabelle der A-Klasse gebracht, sodaß ihm die Meisterschaft im Gaue nicht mehr zu entreißen ist. Den zweiten Platz wird der Tv. Sinsheim besetzen, der ja noch zwei Spiele zu absolvieren hat und im günstigsten Falle um einen Punkt hinter Bammental Zurückbleiben mutz. Ittlingen wird mit Steinsfurt, falls das Ergebnis am 6. Januar nicht zu seinen Gunsten ausfällt, den dritten Platz teilen. Die Vereine Rappenau und Eschelbach folgen dann in weiterem Abstande. Die Tabelle zeigte nach Schluß der Vorrunde folgendes Bild: Verein Spiele gew. unentfch verl. Pkte. Bammental. 5 4 1 0 9 Sinsheim 5 4 0 1 8 Ittlingen 5 3 0 2 6 Steinsfurt 5 2 1 2 5 Eschelbach 5 1 0 4 2 Rappenau 5 0 0 5 0 Der neueste Stand der Tabelle der Endrunde weist in der Reihenfolge der Vereine keinerlei Verschiebung auf. Unter Berücksichtigung der neuesten Ergebnisse stellt sich diese folgender- maßen dar: Derein Spiel« gew. unentsch. verl. Pkte. Bammental 10 8 1 1 17 Sinsheim 8 6 0 2 12 Ittlingen 9 5 1 3 11 Steinsfurt 10 4 3 3 11 Rappenau 9 1 1 7 3 Eschelbach 10 1 0 9 2 Neben den 6 Mannschaften der A-Kkisse wetteifern im Gau« 4 Mannschaften der Klasse B der Vereine Sinsheim. Ittlingen. Steinsfurt und Eschelbach. Aller Voraussicht nach wird sich i n dieser Klasse der Tv. Ittlingen an erste Stelle bringen» An den Spielen der Jugend beteiligen sich drei Vereine. Das Endergebnis wird sehr wahrscheinlich zu Gunsten von Neckargemünd entscheiden. Di« Stärke der einzelnen Vereine lag in verschiedener Richtung. Durchweg können die Leistungen als befriedigend bezeichnet werden und zeugten von intensiver Arbeit und treuer Hingabe. Der Verein Bammental präsentierte eine gleichmäßig' durchgebildete und gut disziplinierte Mannschaft, während Sinsheim über einen techn. gut geschulten, gewandten u. schußfreudigen Sturm verfügte. Ittlingen gefiel durch sein gleichmäßiges Spiel, nur zeigte die Mannschaft teilweise Blößen, die manchem Vorteil den verdienten Erfolg versagten. Dies gilt besonders für kritische Situationen im Spiel. Steinsfurt scheint dieses Jahr etwas vom Mißgeschick begleitet zu sein. Es könnte trotzdem besser dastehen, wenn die Spieler verlässiger wären. Der Verein Rappenau hat nach einer Zeit des Abstieges und der Schwäche wieder an Kraft und Spielstärke gewonnen und geht mit besseren Aussichten in das neue Jahr hinüber. Ein Schmerzenskind innerhalb der Spielbewegung im Gaue ist der Verein Eschelbach Der Verein könnte an den Leistungen gemessen viel besser dastehen, wenn ihm ein energischer und zielwcisender Führer zur Verfügung stände. Es darf im Rahmen einer Uebersicht auch darauf hingewiesen werden, daß die immer noch viel zu oft in Erscheinung tretenden Auswüchse beim Spiel gerade in unserem Gaue nur vereinzelt festgestellt wurden. Dies gilt an erster Stelle für die Mannschaften, die Spitzenleistungen boten und die geradezu eine musterhafte und echt turnerische Haltung und Disziplin zeigten. Für die Abstellung von Einzelfällen muß auch in Zukunft Sorge getragen werden, damit der rechte Geist die Spielbewegung beherrscht. Erfreulich ist auch die Tatsache, daß bei den einzelnen Mannschaften Wechsel nur sehr selten vorkamen, was in den Leistungen deutlich zu erkennen war.und was gleichzeitig nach außen hin den inneren Zusammenhalt der Spieler kennzeichnetö. Vorteilhaft ausgewirkt hat sich während der diesjährigen Spielperiode der frühere Beschluß des Gauspielausschusses, wonach für die Spiele der ersten Mannschaften auswärtige Schiedsrichter herangezogen werden sollten, während wie vorher für die B-Klasse die Platzvereine den Schiedsrichter zu stellen hatten. Unter der fremden Leitung wickelten sich die Spiele zur Zufriedenheit beider Parteien ab. In der Gesamtbeurteilung kann gesagt werden, daß das Handballspiel, das ja noch kein« alte Tradition im Gaue besitzt auch in der laufenden Spielperiode gefördert und auf eine ersreuliche Höhe gebracht wurde. Me Beobachtungen der Leistungen berechtigen zu diesem Urteil voll und ganz, zumal man berücksichtigen muß. daß es sich um einen reinen Landgau handelt, dessen Vereine oft keinen und nur in wenigen Ausnahmen einigermaßen zufriedenstellende Plätze zur Verfügung haben. Erschwerend kommt noch hinzu, daß die Einteilung des Gaues der Durchführung eines weitgreifenden Spielprogramms hindernd im Wege steht, sodaß manche Vereine von vornherein im Hinblick auf die großen Kosten bei Auswärtsspielen gezwungen sind, aus die Beteiligung zu verzichten. Dies gilt besonders für die Orte des Neckartales. Vielleicht findet in Zukunft eine umsichtige Spielleitung noch Auswege zur Abstellung dieses Uebelstandes. Im Frühjahr 1929 wird nun der Gaumeister Gelegenheit finden, seine Kräfte mit dem A-Meister eines von der Kreisspielleitung noch zu bestimmenden Nachbargaues zu messen. Wenn man die Kräfteverteilung des Vorjahres zur Unterlage der Vorausberechnung nimmt, so darf man auch dieser Entscheidung optimistisch ent- gcgensehen. M. Kr. Fußball-Ergebniffe aus Eüddeutfchland Gruppe Württemberg. FC. Birkenfeld — VfB. Stuttgatt 3:5. Gruppe Nordbayern: ASV Nürnberg"— 1. FC. Nürnberg 2:3. Gruppe Baden: Sp.Dgg. Freidurg Karlsruher FV. 1:6. Phönix Karlsruhe — FB. Offenburg 3:3. Gruppe Main: Viktoria Aschaffenburg — Eintracht Frankfurt 2:3. FSB. Frankfurt — F.Bgg. 03 Fechenheim 9:0 FE. 94 Hanau — Rot-Weiß Frankfurt 3:2. Union Nirderrad — Germania Bieder 4:1. Offenbacher Kickers — Sp.Bgg. 60/94 Hanau 4:0. Gruppe Hessen: FC. 63 Langen — Haffia Bingen 1:6. VfL. Neu-Isenburg — Eportgem. Höchst 7:0. Alemannia Worms — SB. Wiesbaden 7:5. Wormatia Worms — FSB. 05 Mainz 1:0. Grupp« Rhein : Waldhof-Mannheim — FC. 08 Mannheim 7:0. VfL. Neckarau — Sp.Bgg. Sandhofen 2:1. Gruppe Saar: FD. Saarbrücken — DfR. Pirmasens 4:2. ' Boruffia Reunkirchen — 1. FC. Idar 3:1. FC. Pirmasens — SV. 05 Saarbrücken 6 :0. Privatspiele: Heilbronn-Böckingen — DFC. Prag 3 :4 (3 :2) Bayern München — WAC. Wien 3:1. Bayern Hof — Sportverein 1860 München 2 :7. Die wichtigsten Sport-Ereignisse. Der deuffche Boxmeister Czirson wurde im Kampf um die Europameisterschaft im Leichtgewicht von dem Franzosen Raphael in der elften Runde durch k. o. besiegt. In dem ersten Lehrspiel süddeuffcher Mannschaften gegen österreichische Berufsfußballspieter unterlag der Wiener AC. dem Sportverein Bayern, München. Der deutsche Fußball-Club Prag schlug nach wechselvollem Kampf eine aus BfR. Heibronn und Union Bückingen kombiniette Mannschaft. Die Badische Meisterschaft im Arbeiterfußball errang Feudenheim durch einen 2:3 Sieg über Rheinau. Bei den Mesterschaftsspielen im Rheinbezirk fiegten B.f.L. Rek- karau, Sp. Waldhof und Phönix Ludwigshafen. Radio»Program» Für Momag, den 24. Dezember: Breslau. 17.45 Uhr: Weihnachten. 19.00 Uhr: Weihnachtsklänge (Berlin.) Frankfurt. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 12.30 Uhr: Wech- nachtskonzert. 19.00 Uhr: Weihnachtskläng« (Berlin) Hamburg. 18.15 Uhr: Weihnachtskonzert. 20.00 Uhr: Weihnacht der Einsamen. Köln und Laugenberg. 18.47 Uhr: Weihnachtslieder. 21 di, 22.30 Uhr: Kammermusik. Königsberg. 19.00 Uhr: Weihnachtsklänge (Berlin). Königswusterhaufrn. 19.00 Uhr: Weihnachtsklänge. Leipzig. 19.00 Uhr: Turmblasen zur Weihnacht. 20.00 fitzt: Volkstümliches Orchesterkonzert. 22—24 Uhr: Echallpkattea. München. Kaiserslautern. 12.55 Uhr: Konzertstund«. 16.00 Uhr: Aus alten Märchen. 17.00 Uhr: Die Kinder matten. 21.00 Uhr: Weihnachtsstunde. Stuttgatt. 10.30 und 12.30 Uhr: Schallplattenkonzert. 15.00 Uhr: Märchennachmittag. 17 Uhr: Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. 20.15 Uhr: Bunte Weihnachtsstunde. 22,15 Uhr: Literarisch-musikalische Stunde. Wien. 15.40 Uhr: Tiroler Weihnachtsspiel. 18.45 Uhr: Weihnachten der Einsamen. 23.45 Uhr: Abendmusik. Daventrq Erperimental. 19.30 Uhr: Leichtes Orchesterkonzeest. 21.00 Uhr: Konzert. Mailaist». 20.30 Uhr: Gemischtes Konzert. Barcelona. 22.20 Uhr: Orchesterkonzert. 22.50 Uhr: Weihnächte« und die Kleinen. Budapest. 16.30 Uhr: Rundfunk-Weihnachten. Voh«h«sftr.2s Radio-Häuser Heidelberg Tief« wo Moderupe Rm>dfu«r-ÄnIaa-u-«ersm>d sämtlich« Zubehörteil» nach «Hin Ottn. - Bertrel erbesuch u. Borftchnm« »uverSiudNch. n,di,-Litern«. Pnsra«».Zeitschrift« bei 3. Soll vmdtzdl^ OmMb Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Anna Liebler Alfred Jäger Sinsheim a. E. ßonndorf Weihnachten 1928 Bestecke Alpaka, Silberauftag« u. Silber bei ilb. WicktBbSiiw Welt-Kino DQ Sinsheim »* Jugendliche haben Zutritt. Zu zah Ireichera Besuch ladet freundlichst ein Die Direktion.. was mird mir I das 3ahr 1929 bringen? Diese Frage beantwortet , Ihnen gewiffenhaft.Eendrn Sie Geburtsdatum. Drobe» bentuni kostenlos. Astral. N H. Schmidt, Berlin. 537 8 Gräfestr. 36. Rückp. erb. »Zaiede&fcte!» Grosses Las das BesM Ueber die Weihnachtsfeiertage Dienstag 25., und Mittwoch, 26. Dezember 1928 jeweils 8* Uhr abends, bringen wir den bekannten Film Hat da geliebt an scbBsen Rhein 6 Akte von Professor Dr. von Eberiein Als Beiprogramm: „Hochzeit an Bord“ 3 Akte Naturfilm in 1 Akt“ ICH. jihwq_ M56 Gdijewal «900 9000 Los SO« UStück 5.-» Porto O. uste XH Geldgewinne tooooo alt SM »Stock 5.-*fc P^srto 2Dj emifiehl RJR DEN BOOM MAMmer. aot Ha m & r totA-BBze, oamssßttom\ lieber die Feiertage kommt wieder Prima Bockbier zum Ausschank Albert Etzel, Brauerei r. Lamm Sinsheim. Ringe Colliers Nadeln Armbänder Ohrgehänge ; Für jeden Geschmack kann] kann ich ihnen etwas vorlegen. E. SCHICK Gegr. 1875. Chlorodont häßlich gefärbt Zahnbelag. 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