•cfftcM tBglU) MU Ausnahme der Feiertag« Bezngr-Pret,: Durch diePost bezogen und durch he» Briefträger und unsere Bug- träger frei ins Laus Monatlich Goldmark 1.8V Gar Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. M» Fällen von höherer Gewalt »«steht kein Anspruch auf Liefen »ag der Zeitung oder auf Rüch Zahlung des Bezugspreises. Geschäftszeit Vr8 bis 5 Uhr Sonntags geschloffen. Gernsprrch-Anschlutz Nr. 488 Postscheck-Konto Karlsruhe Rr. 8803 Der Landbote Sinshcimcr MM Zeitung ?KZ Eeneral-Änzeiger für Bfetg-utib Lckwarzdackta! Kettelt» and verbreitetste Leitung dieser Gegend. h»upt-Kn^eig«,-8t»tt «tSchent». Beilagen, 8ln Ml» tu ckte Mell » Pit »ronnenttoi», > Hg» Lern Reich der Mcxl. » Ratotbw T8r Bao«- «. r»nrfw1rrfrf»aft Anzeigen-Pracher Anzeige»: Die 33 mm »«Mi Millimeter-Zeile Ü Goldpfg. Reklamen, Di« 92 mm b«W» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- »ub Textteu ist Petit. Bei Wiederholungen tariffest»» Rabatt, der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Re^ nungsdatum oder bei gerichtlicher Betreibung erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 Uh» vormittags; größer« AnzeG» müssen am Tage vorher ä»b gegeben werden. Banl-Konto Dereinsbank Sinsheim «. G. m. b. L. M 303. Frettag. den 28. Dezember 1928. Das französische..ziollenftatul". Die FlyNenrüftungen. Pari«, 28. Dez. jFunkspruch.) Die Deputiertenkammer wir» in eiuer ihrer nächsten Sitzungen fich mit dem Gesetzentwurf des Marineministeriums über das Klottenstatut beschäftigen, das die Kampfkraft Frankreichs zur See regelt. Der Gesetzentwurf beschränkt sich ausschließlich auf die Flot- tenzufammensetzung, während Küstenschutz, Marinelust- schfffahrt und Personalsragen den Gegenstand besonderer Gesetze bilden. Nach diesem Gesetzentwurf setzt sich die ständige französische Flotte folgendermaßen zusammen: 178 000 Tonne» Panzerkreuzer und Schlachtkreuzer, 390 000 Tonnen Kreuzer, Torpedobootzerstörer, Torp edoboo te^ 96 000 Tonnen Tauchboote, 60 000 Tonnen Flugzeugmutterschiffe. In hj§- ser Tonnage kmd nicht enthalten die Sonderschtffe wie Minenleger, Kohlen- und Petroleum-Tankboote, Schulschiffe, Ftschereischutzschiffe und Werkstättenschiffe. Diese Flotte soll spätestens 1943 erbaut sein. Jedes Jahr wird das Finanzgesetz die Zahl und den Typ der Schiffe festlegen, zu deren Auftragserteilung der Marineminister ermächtigt wird. Das Flottenstatut ficht vor, daß die Linienschiffe 20 Jahre, die leichten Kreuzer 17 Jahre, die Torpedoboote und Torpedobootszerstörer 18 Jahre und die Tauchboote 12 Jahre, gerechnet von den ersten Versuchsfahrten an, im Menst sein werden. Die französische Flotte wolle die Freiheit der Verbindungen zwffchen Mutterland und Nordafrika sichern, die für die Mobilmachung zu Lande unumgänglich ist. Im Matze des Möglichen werde sie die Küste verteidigen. In Anbetracht dieser verschiedenen Aufgaben sei den leichten und schnellen Kriegsschiffe« der größte Anteil im Flotteubauprogramm eingeränmt worden. Frankreich besitze augenblicklich keine Schlachtkreuzer, dagegen neun Panzerkreuzer von insgesamt 197 900 Tonnen. Der Berichterstatter weist daraufhin, daß Panzerkreuzer heute 300 bis 400 Millionen kosten. Er erklärt. mau könne ans de« Bau neuer Linienschisse verzichte«, wen« die andere« Mächte des europäischen Festlandes ebenfalls daranf verzichten. Augenblicklich besitze Frankreich nur ein Flugzeugmutterschiff von 22 000 Tonnen. Der Berichterstatter erklärt» die Tonnage für leichte Kreuzer sei unbedingt notwendig uns müsse in kürzester Frist erreicht werden angesichts der Rolle, die diese Schiffe spielen und der notwendigen Verteilung der französischen leichten Seestreitkräfte zwischen dem Atlantischen Ozean und dem Mittelländischen Meer. 2v.- 96 000 Tonnen Unterseeboote entsprächen etwa 40 Tanä,. booten. Unter Anwendung ö r Preise auf die Gesamttonnage und Berücksichtigung der Dienstdauer der Schiffe gelangt man zu einer durchschnittlichen Jahresausgabe von 981 Millionen Franken, wenn das Flottenstatut völlig öurchgesetzi ist, und auf 794 Millionen, wenn man keine Panzerkreuzer baut. Zum Schluß weist der Berichterstatter darauf hin, daß die Gesamtwafferverörängung der französischen Kriegs- flotte im Jahre 1928 sich auf 424 000 Tonnen, der britischen Marine auf 1377 000 Tonnen, der amerikanischen auf 1037 000, der japanischen auf 694 009 Tonnen und der italienischen ans 261 000 Tonnen belief. Was den Flottenhaushall für 1929 anlange, so belaufe er sich für Frankreich auf 2960 Millionen Franken, für England auf 7216 Millionen, für die Vereinigten Staaten auf 9380 Millionen, für Japan aus 3066 Millionen, für Italien auf 1623 Millionen und für Deutschland auf 1320 Millionen Franken. Es ist nicht ohne Interesse, die Vorkriegsztsfern des französischen Flottenprogramms zum Vergleich heranzuziehen. Im Jahre 1912 hatte Frankreich 980 000 Tonnen Panzerkreuzer, 300 000 Tonnen leichte Schiffe und 94 000 Tonnen N-Bvote. Haussuchungen im Elsaß. Große Erregung der Aulonomisten. Stratzbnrg. 27. Dez. Me Meldungen über die Verlegung des Ko Iran rer Prozesses an ein innerfmnzösisches Schwurgericht und über die Vorbereitung besonderer Ausnahmemaßnahmen bilden in der gesamten elsässischen Presse den Gegenstand eifriger Besprechungen. Der Führer der Heimatbewegung, Abbe Haegy, weist in einem Interview die gegen ihn gerichteten heftigen Angriffe zurück. Er sagte: Ueber meine Person hinweg will man die Partei und schließlich den Heimatgedanken treffen. Man glaubt, ihr «»ne» tödliche« Stotz zu versetze» mit dem Attentat, das von jedermann im Elsaß, welcher Geistesrichtung er auch angehören mag, verurteilt wird. Me Spekulation aber dürfte falsch sein. Dos elfäffische Volk lehnt es ab, mit einem Attentäter identifiziert zu werden. Statt eines Gesetzes gegen die Umtriebe zur Gefährdung der französischen Einheit will man uns noch ganz spezielle Gesetze aufbürden. Und was dann? Dann haben wir wieder den Zustand der achtziger Zahre. So gut wir uns aber durch jene Zeit durchzubeißen verstanden, so gut werden wir es auch jetzt wieder vermögen. Me über die Feiertage vorgenommenen Verhöre und Haos- fuchnngen im Elsaß warm viel umfangreicher, als man zunächst annahm. Der Abgeordnete Bwglie in Mülhausen wurde verhört, weil er dem Attentäter Benoit zwei Eintrittskarten für die französische Kammer verschafft haben soll. Er protestierte in energischer Weise gegen seine Vernehmung. Me Verlegung des nächsten Prozesses an ein innerfranzösisches Schwurgericht soll übrigens nur den Anfang einer großen Anzahl von besonderen Maßnahmen bilden. Die Berufung des oberelfäffischen Präfekten nach Paris mag wohl damit Zusammenhängen. M« Untersuchung über das Fachot-Attentat wird im Elsaß weiter eifrig fortgesetzt, und zwar sind eigens von Paris nach dem Elsaß Polizeibeamte dazu berufen »vvrden. Auswirkungen des Attentats ans Fachot Frankreich wünscht ei«« grüudliche Untersuch»«« der Fachat- Angelegenheit. P«riS, 28. De«. (Funkfprnch.) Im Justizgebäude in Straßburg fand eine Besprechung statt, die sich mit dem Anschlag auf Fachot beschäftigte. Der gegenwärtige General- staatsanwall von Colmar, der vorher mit Potncars eine eingehende Besprechung hatte, teilte mit, daß die französische Negierung eine möglichst gründliche Untersuchung der Angelegenheit wünsche. Es sei notwendig, eine einheitliche Durchführung -er Untersuchung in Paris und im Elsaß zu sicher». I« autonomistischen Kreffen in Stratzbnrg wurden bereits Haussuchungen vorgenommen. Der Prozeß Roos nicht vor dem Kalmarer Schwurgericht. Paris» 28. Dez. Wie bas „Journal des Debats" wiffen will» hat man nach Besprechungen» die zwischen den fran- zöfischen interessierten Behörden stattfanden» beschlossen, den Kassationshof zu ersuchen, den Prozeß des Autonomisten Roos, der in der kommenden Sitzungsperiode vor dem Schwurgericht vom Oberrhein zur Verhandlung kommen wird» vor ein anderes Schwurgericht als das von Kolmar zu bringen. Klotz n chl aeifiestrank Paris, 28. Pez. Die Irrenärzte, die den ehemalige« Fi- «ansminister Klotz in der Spezialklinik in Fresnes dretMg! aus seinen Geisteszustand untersucht haben, haben dem Untersuchungsrichter einen Bericht übergeben, in dem erklärt wird, daß Klotz fetfte Anzeichen auf eine Geisteskrankheit zeige und daß nichts darauf schließe, daß er sich, als er die gesetzwidrigen Handlungen begangen hat, in einem unnormalen Geisteszustand befunden habe. Inm pariser Finanzflantzal Paris» 28. Dez. sFunkspruch.) Die Verhaftung Gillots» der früher Kabinettschef des Ministers de Monzie war und Ritter der Ehrenlegion ist, hat in Paris großes Auffehen erregt. Damit scheinen die Verhaftungen in der Angelegenheit der „Gazette du Franc" jedoch nicht abgeschlossen zu sein, da der Untersuchungsrichter vielleicht noch heute zur Verhaftung einer weiteren bekannten Persönlichkeit schreiten wird. Saipßmg der deulWn deMaflers t« Saiilaa Rom» 28. Dez. sFunkspruch.) Ter deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl, von Bergen, wurde am Donnerstag vom Papst in Privataubienz empfangen und überbrachte ihm die Glückwünsche des Reichspräsidenten znm Neuen Jahre. Anschließend stellte der Botschafter dem Papst den Gesandtschaftsrat Dr. Menshause« vor. Die „Katholische Aktion- Ein Brief des Papstes. Der Papst hat. wie die „Germania" meldet, an den Fürstbischof von Breslau, Kardinal Bertram, ein Schreiben gerichtet, in dem er die „Katholische Aktion" des längeren behandelt. In dem Briefe heißt es u. a.: Die Katholische Aktion strebt nur dahin, daß die Laien am hierarchischen Apostolate in bestimmtem Maße teilnehmen. Ebenso wie die Kirche und ihr hierarchisches Apostolat ihren Auftrag von Gott empfangen hat. ist diese Katholische Aktion nicht eine rein äußerliche sondern eine geistige, ist nicht eine irdische, sondern eine dem Himmel entstammte, ist nicht eine 'politische, sondern eine religiös« zu nennen. Man kann sie aber mit vollem Rechte eine „soziale", eine gesellschaftliche nennen. Denn ihr Ziel ist es, das Reich Christi, unseres Herrn, zu fördern. Me Katholische Aktion kann und will ihre Ziele erreichen, indem sie in geziemendem Gehorsam gegen die Gesetze Gottes und der Kirche, von bürgerlichen, weltlichen Parteibestrebungen sich vollständig sernhält. Sie will den ganzen Menschen fördern in der rechten, religiösen und bürgerlichen Bildung, das heißt in gediegener Frömmigkeit, in tiefer Erkemrtnislder gesunden Lchre, in Stttenreinheit: wem diese Eigenschasten schien würden, der würde das hierarchische Apostolat nicht fruchtbringend ausüben können. Die Katholische Aktion will bei allen ihren Plänen nicht auf sonderlichen Wegen und Weisen ihr Ziel erreichen. Vielmehr leitet und lenkt sie di« bestehenden Werke und Vereinigungen jeder Art — seien es religiöse Bereinigungen zur Iugenddildung oder Frömmigkeit, seien es Vereinigungen des bürgerlichen und wirtschaftlichen Gebietes lenkt sie hin zum sozialen, gesellschaftlichen Apostolate. Sie entzieht den ihrigen keineswegs den Zutritt zu den Aufgaben des öffentlichen Lebens^ so weit immer die Ausübung derselben ihnen offen steht,- im Gegenteil ertüchtigt sie die Ihrigen zu öffentlichen Aemtern. indem sie ja diese zu tugendhaftem Lebensivandel und zur Erfüllung der Christenpflichten in aller Strenge anleitet. Erscheint sie nicht geradezu geboren dazu, um der Gesell- 89. Jahrgang _jhl_u -MjuugsB B —wmm schüft die besten Bürger und dem Staate die gewissenhaftester» und tauglichsten Beamten zu geben? Wer könnte also behaupten. daß sie das wahre Wohl des Staates vernachlässige; dieses Wohl das sich nirgends findet, wo nicht christliche Liebe herrscht — jene Liebe, die die Aufgabe hat. das öffentliche Wohl in jeder Beziehung zu fördern? Me Katholische Aktion verdient nicht nur Förderung seitens der Bischöfe und Priester — sondern auch Förderung seitens der Leiter und Behörden jedes Staates. Der Anschluß wird kommen. Eine Umfrage ein« Wien« Zeitung. Wien, 26. Dez. Me Weihnachtsausgaben der Wiener Zeitungen stehen ganz im Zeichen der offiziell immer nicht aktuell genannten, in der öffentlichen Diskussion ab« noch nie so aktuell gewesenen Anschlutzsragr. Die Reue Freie Presse hat sich einen Weihnachtsgruß Hermann Müllers verschrieben, in dem es heißt, daß der Kanzler in der Rechtsangleichung einen neuen Beweis ftir das unzerstörbare Zusammengehörigkeitsgefühl des deutschen Dol- kes im Reich und in Oesterreich erblickt. Er äußert seine große Freude über das auf dem deutschen Iuristentag in Salzburg aufgestellte großdeutsche Programm für die zukünftige Arbeit. Rach schweren Fahren »verde das deutsche Bolk der schweren Zukunft Herr werden, wenn es in allen großen Fragen sich einige. Koch-Weser schreibt in der „Reuen Freien Presse": „Rechtsgemeinschaft ist Kulturgemeinschast". Seit Fah-rzehnten besteht fast völlige Gleichheit des Handels- und Wechselrechts. Ern zweiter Quäler für den gemeinsamen Bau wird das gemeinsame Strafgesetzbuch sein. Mr dritte Eckpfeiler ist die gemeinsame Gestaltung des Berfahrensvechts. Das Ziel müsse sein, dast die deutschen Gerichtsentscheidungen in Oesterreich und di« österreichischen in Deutschland so gelten, als wenn sie von den eigenen Gerichten erlassen werden. Er ruft den Deutsch-Oester- reichern zu: „Auf ans Werk!" Wirth, der gewesene Reichskanzler, setzt sich im Reuen Wiener Journal mit Henry de Fouvenel auseinander, der die „ungünstige Auswirkung des Kelloggpaktes" in der Richtung der Anschlußfrage beklagte, dann auch mit Briand, dessen Auslegung des Selbstbestimmungsrechtes uns außerordentlich befremden muß. Wirth ist überzeugt, der Friedensgcdanke werde als stärkste geistige Strömung der Völker das neue Europa erfüllen müssen. Es soll die schönste, erhebenste Arbeit einer ganzen Generation werden, daß die Friedensfreunde in Mutschland und Oesterreich. Frankreich die Freundeshand reichen. Pektin«? hetzt gegen de» Anschlvß Paris, 28. Dez. Die Erklärungen des Reichskanzlers Müller und des Justizministers Koch in der Anschlutzfrage haben die gesamte französische Presse ans den Plan gerufen. Besonders hervor tut sich bei dieser Gelegenheit wieder Per- tinax im „Echo de Paris", der eine ganze Reihe von Forderungen aufstellt, die vor der Rheinlandräumung geklärt werden müßten. Pertinax schreibt, daß die kettenden Staatsmänner Frankreichs in der Sicherheitsfrage fich nur mit dem Problem der Rheinlandränmung und der ständigen Ueber- wachung des entmilitarisierten Rheinlandes zu beschäftige« scheinen. Wenn das Unglück aber wolle, so schreibt er, baß Deutschland in den nächsten Jahren die europäische Ordnung umzustürzen versuche, so werde es sich nicht an die bestehenden Grenzen hatte«. Die deutsch-polnische Grenze sei einer der schwächsten Punkte. Pertinax wirft dann die Frage auf» warum Deutschland nicht zu der Erklärung gebracht werden könne, ob es Polen und der Tschechoslowakei Nichtangrtffs- verträge geben wolle. Frankreich fei in der Frage der Rheinlanöräumung noch nicht gebunden und es könne jederzeit ungehindert die Aussprache wieder anfnehmen. Soovers Rückkehr nach Washington Die Ernennung der Sachverständigen. Parts, 28. Dez. Die Entscheidung des neuen amerikanischen Präsidenten Hoover, von Rio de Janeiro nach Washington zurückzukehren, statt wie ursprünglich gepdant in Florida Halt zu machen, wird darauf zurückgeführt, baß er bei der Wahl der beiden Sachverständigen für die bevorstehende Konferenz Mitwirken möchte, wenn auch die Sachverständigen wahrscheinlich ihre Arbeit noch unter der Amtszeit des Präsidenten Coolidge beginnen werden. Wie man in Washington besonders unterstreicht, hat sich Hoover stets über die Reparationsfrage ans dem Laufenden gehalten, nachdem er als Sekretär in das Handelsbepartement nach Washington kam. Mach einer Meldung des Newyork Herald wird Parker Gilbtrt in wenige« Tagen nach Washington kommen» um dann wie bei früheren Angelegenheiten den künftigen Staatspräsidenten mit seinen Beobachtungen bekannt z« machen. 3« wenigen Worten Der Gesamtüberblick über de» Verkehr ans der Reichsbahn von Berlin aus für die Zeit vom 21. bis 26. Dezember ergibt, daß etwa 380 60t» Personen in dieser Zeit Berli« verlassen haben, das sind 66 000 mehr als im Jahre 18W. * Rach Meldungen aus Kabul hat Amanullah einen Aufruf an das afghanische Bolk gerichtet, t» dem er Zugeftäud- »isse an die religiösen Gemeinschaften ankündigt. Die Aufständischen sollen von dem Obermullah aufgefordert werde», den Kampf gegen die Regiernngstruppen einzustellen. » I« Geisleden bei Heiligenstadt ging ein ganzer Häuserkomplex in Flammen auf. Vier Feuerwehrleute würbe» bei den Löscharbciten verletzt. 0 Der am Mittwoch abend von Bukarest nach Temesvar abgegangene D-Z«g stieß in der Nähe von Verctorova mtt einem Gegenzug zusammen. Die beiden Lokomotiven nud zwei Wagen wurden völlig zertrümmert. Mehrere Personen solle« getötet worden sein. Skt Landßot« * Sfns&eiaur gkitnag. Freitag, den 28. Dezember 1928. Rr. 303. Jahrgang 1928. W Nnterfchlaguugen in der polnischenMrmee. Gefängnisstrafe« für polnisch« Offiziere. Warschau, 24. Dez. Am Samstag ist vor dem hiesigen Kriegsgericht der aufsehenerregende Prozeß gegm 18 Offiziere des militärisch-topographischen Instituts zu Ende geführt worden. Die Anklage lautete auf Unterschlagung im Gesamtbeträge von etwa einer Million Zloty. Der Prozeß gegen den Chef des genannten Instituts. General Iazwinski. ist infolge seines hohen Ranges vom übrigen Verfahren getrennt worden. Die Anklage lautet im letzteren Fall auf Pflichtversäumnis bei der Kontrolle der Untergebenen. Was die übrigen Offiziere anlangt, so hat das Verfahren ergeben, daß die dienstlichen Verfehlungen und Veruntreuungen bereits 1823 begonnen haben. Iin ganzen wurden 170 Zeugen und mehrere Sachverständige vernommen. Das Kriegsgericht verurteilte sieben Offiziere zu Gefängnisstrafen von vier Monaten bis zu vier Jahren und Ausstoßung aus dem Heeresoerband. Die übrigen Angeklagten, darunter ein Oberst a. D.. zwei Oberstleutnants und mehrere Majore wurden zu Arreststmfen von drei Tagen bis sechs Wochen verurteilt. EnMher Aiplomalenzug in Lhina angehalien Paris, 28. Dez. Die Kundgebungen, die zu Ehren des britischen Gesandten in Nanking stattgefunden haben, haben nicht die Zustimmung aller Chinesen gefunden. General Hutsungtu ließ auf der Strecke zwischen Nanking und Peking den Zug des englischen Gesandten, der sich in Gesellschaft des holländischen und des portugiesischen Gesandten befand, anhalten, um die Lokomotive auszutauschen. Der General fuhr in entgegengesetzter Richtung und hatte eine viel langsamere Maschine als der englische Gesandte. Der General befahl kurzerhand dem Bahnhofsvorstand, die Lokomotiven zu wechseln. Da der Beamte sich weigerte, schlugen die Soldaten auf ihn ein und bemächtigten sich der Lokomotive des Diplomatenzuges. Die Diplomaten mutzten bei grimmiger Kälte sechs Stunden warten, bis eine andere Maschine aus Peking eintraf. Aech keine Klarnng der politischen Lage in Jnaoslavien Belgrad, 28. Dez. Im Anschluß an eine Besprechung der Parteiführer der Radikalen, der Demokraten und der Mohammedaner mit dem Ministerpräsidenten Korosetsch wurde dieser vom König in Audienz empfangen. Wie verlautet, soll nochmals versucht worden sein, Davidowitsch zur Aufgabe der Forderungen der Demokratischen Partei zu bewegen. AHrss Amanullchs an das aWaniWe Volt Zugeständnisse an die Aufständische«. Kouftantiuopel, 28. Dez. (Funkspruch.) Wie aus Kabul gemeldet wird, macht der strenge Frost weitere Kämpfe i« Afghanistan unmöglich. Der König habe an das afghanische B«lk eine« Aufruf gerichtet, in dem er eine Politik des Friedens sowie Zugeständnisse a« die religiöse« Gemeinschaste« auküudigtc und die Unterstiitzung des Bolkes im Kampf gegen die Aufständische« verlange. Zwischen seiner Mutter und Vertretern der religiösen Gemeinschaften sei ein Abkommen erzielt worden. Wie weiter gemeldet wird, soll der Obermullah beschlossen haben, die Aufständischen zur Einstellung des Kampfes gegen die Regierungstruppen an^ufordern. Der König habe den Kronrat eiuberufen. Eutspauunug der Lage i« Afghanistan. London, 28. Dez. (Funkspruch.) Die aus Afghanistan vorliegenden Berichte stimmen darin überein, daß eine wesentliche Entspannung der Lage zu Gunsten König Aman- «llahs eingetreten ist. Durch englische und indische Flug- Menge find wettere 28 Frauen und Kinder von Kabul nach Peschawar gebracht worden, wo ste unter die Obhut der zuständigen Konsuls gestellt werden. Der französische Letter der bolivraniMen Fliegerschule abgesturzt Paris, 28. Dez. Der französische Kriegsflieger, Kapitän Lemaitre, der die bolivianische Fliegerschule leitete, ist nach einer Meldung aus Asuncion über Puerto Suarez abge- stürzt. Das Flugzeug wurde zerstört, der Flieger erlitt schwere Berletzungen. Me „U 88" mttergW „Englische Heldentaten". Paris» 28. Dez. Der „Matin" veröffentlicht eine tnter- effaute Zuschrift des französischen Fregattenkapttäus Darde über das tragische Ende des deutschen Unterseebootes „U 88", das unter dem Kommando des Korvettenkapitäns St^vieger stand und am 17. September 1917, 8 Uhr nachmittags auf der Südwestküste von Irland von dem englischen Dampfer „Stonecrop" versenkt wurde. Die „Stonecrop", ein mit zwei Kanonen und vier Haubitzen ausgerüsteter Dampfer, war von dem U-Boot „U 88", das sich durch die Versenkung der „Lusitania" einen Namen gemacht hat, angehalten und heftig beschossen worden. Die englische Besatzung folgte scheinbar der deutschen Aufforderung, den Dampfer zu ver-' taffen, erösfnete dann aber, als sich das U-Boot auf 700 Meter Entfernung genähert hatte, ein rasches Feuer. „U 88" tauchte unter und erschien dann wieder in senkrechter Entfernung an der Oberfläche, wobei große Löcher an der Bordwand zu erkennen waren. Dann verschwand das Boot wieder, um nicht wieder zu erscheinen. Die „Stonecrop" wurde ihrerseits am folgenden Tage versenkt. HMriede bei der Reichsbahn Das Lohnabkommen nicht gekündigt. BeM«, 38. Dez. In den letzten Tagen haben beim Eisen- büchuersstrhettsverbanü der größten Organisation der Deutsche« Eisenbahner Berhandlungen darüber stattgefunden, ob das bis Mm 31. Dezember laufende Lohnabkommen gekündigt werden solle oder nicht. Der Betrat des Verbandes, der W aus Vertretern aller deutschen Ortsgruppen zusammensetzt, ist nach langen Erwägungen zu der Ucberzeugung gekommen, daß aus taktischen Gründen eine Kündigung hes Abkommens zur Zeit nicht empfehlenswert sei und hat dem Vorstand des Verbandes anheim gestellt, entsprechende Schritte erst später zu einem gelegenere« Zeitpunkt zu unternehmen. Der Weihnachtsverkehr auf der Reichsbahn. Berlin, 28. Dez. Der Gesamtüberblick über den Verkehr auf der Reichsbahn von Berlin ans für die Zeit vom 21. bis 26. Dezember ergibt, daß etwa 380 000 Personen in dieser Zeit Berlin verlaffen habebn, das sind 60 000 mehr als im Jahre 1927. Die Verkehrssteigerung beträgt 20 v. H. In den Tagen vom 21. bis 24. Dezember sind von Berlin abgefahren 166 Bor- bzw. Nachzüge sowie zwei Sonderzüge von Berlin nach Insterburg mit Fahrpreisermäßigung. Bis znm 24. verließen etwa 800000 Personen die Reichshaupt- stadt. Am 25. Dezember fuhven 15 Vorzüge und ei» Sonderzug. Am Nachmittag des 26. Dezember ließ der Verkehr sehr nach und die Züge hatten nur noch eine durchschnittliche Besetzung von 50 v. H. Am 26. Dezember sind von Berlin abgefahren 20 Vor- bzw. Nachzüge. H-r der SutMchuug im Werftarbetterßrekk Hambnrg, 28. Dez. In den Werftorten, wo beretts Abstimmungen über Annahme oder Ablehnung des Berliner Schiedsspruches erfolgt find, wurde letzterer mit überwiegender Mehrheit abgelehnt. So haben die Lübecker Werftarbeiter sich in einer Urabstimmung mit 555 gegen 28 bei vier ungültigen Stimmen gegen die Annahme ausgesprochen. In Bremerhaven ist die Urabstimmung zu 94 Prozent gegen den Spruch verlaufen. Die endgültige Entscheidung hängt jedoch von den großen Werftorte» ab, vor allem von Hamburg, wo die Werftarbeiter heute abstimmen werben. Wie der „Hamburger Anzeiger" meldet, rechnen die Gewerkschaften dauiit, daß sie am Freitag abend dem Reichsarbeitsminister die ablehnende Haltung der gesamten Werst- arbetterschaft werden mttteilen muffen, worauf Nachverhanb- lungcn im Reichsarbeitsminrsterinm erforderlich würben. Letzte Telegramme in Kürze. Die amerikanische« Sachverständige«. Rewyork, 28. Dez. Wie aus Washington gemeldet wirb, haben Owen Uoung und Rufus Dawes größte Aussicht, die Sachverständigen für Europa zu werden. Nach Meldungen aus Europa hat man auch Morrow als Kandidaten genannt. Kellogg erklärte aber, daß der augenblicklich in Washington weilende Morrow unentbehrlich fei und möglichst schnell nach Mexiko auf seinen Gesandtenposten zurückkehren müsse. Alle enropäische« Frauen «ns Kabul abgeholt. Nach weiteren in Neu-Delhi eingegangenen Berichten aus Afghanistan sind nunmehr alle Frauen und Kinder europäischer Nationalität von Kabul nach Indien gebracht worden. Die Flugmöglichkeit nach Kabul ist inzwischen wegen schweren Schneefalls «nterbnnöen worden. Die britische Gesandtschaft in Kabul ist in direkter Verbindung mit Indien «nb ebenso mit der afghanischen Regierung. In Dschallalabab find keine weiteren Kämpfe mehr zu verzeichnen. Flngzengznsammenftoß. London, 28. Dez. (Funkspruch.) Wie das Luftministerinm bekannt gibt, find bei einem Zusammenstoß zwischen zwei Flugzeuge» südwestlich von Chartum drei Militärflieger getötet worden. Der Pilot der einen Maschine, ein Fliegcr- offizier und sein Begleiter, ein Hguptmann, wurden bei dem Absturz sofort getötet. Der einzige Jnsaffe der zweiten Maschine starb bald an seinen Verletzungen. M dem Mo im Eise emgedroche« 5 Personen ertrnnke«. London, 28. Dez. Auf dem Wege von Little Lawec »ach Shippegan in der Nähe von Neu-Braunschweig ist ein Anto im Eise eingebrochen und in dem See verschwunden. 5 Personen ertranken. Eisenbahnunglück in Rumämev Bukarest, 28. Dez. (Fnnksprnch.) Der am Mittwoch abend von Bukarest nach Temesvar abgegaugene D-Zng stieß bei Butoesci in der Nähe von Berciorova mit eine« Gegenzng zusammen. Die beiden Lokomotiven »nd zwei Wagen wnrden vollständig zertrümmert. Ei« Weichensteller und mehrere Personen sollen getötet worden sein. Kleine Äachn'chten Mordversuch an seinem Schlafgenoffe«. Köln, 28. Dez. In den frühen Morgenstunden des ersten Weihnachtsfeiertages versuchte in Küln-Ehrenfeld ei« 36 Jahre alter wohnungsloser Arbeiter, der mit einem a«de«u in einer Laubenkolonie übernachtete, diesen zu ermovde» und zu berauben. Er schlug ihn mit einem Beit zu Boden. Trotz der Verletzungen setzte sich der Getroffene zur Währ und rief um Hilfe. Der Täter konnte darauf festgenommen. Totschlag auf offener Straße. Plane«, 28. Dez. Der 25 Jahre alte Kaufmann Karl Frick ist am Donnerstag früh von einem unbekannten Storni derart geschlagen worden, daß er einen Schäöelbruch n»d einen Kieferbruch davontrug. In schwer verletztem Zustande wurde er nach dem Krankenhaus verbracht, wo er bald darauf verstarb. Fritz gehörte der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an. Ueber die Gründe des Ueberfalles ist zur Zeit noch nichts bekannt. Znsammenstoß zwischen Kleinbahn und Autobus. 13 Fahrgäste verletzt. Dresden, 28. Dez. Als am 2. Weihnachtsfeiertag der gegen 11 llhr vormittags in Heidenau abfahrende stark besetzte Zug der Müglitztalbahn sich der Station Burkhartswald- Maxen näherte, stieß er mit einem von Wehrstein kommende», nach Dresden fahrenden Postautobus zusammen. Der Antoführer hatte den Warnungspfiff der Lokomotive überhört. Der Autobus wurde aufgerissen und dabei 13 Personen verletzt. Der Verkehr war auf dieser Strecke über zwei Stunden unterbrochen. Revolte betrunkener Strasgesangener. Ei« Gefängnisdirektor schwer verletzt. Stockholm, 28. Dez. (Funkspruch,) Am Heiligen Abend überfielen eine Anzahl Gefangene, die sich an verdünntem Politurspiritus berauscht hatten, das Wachpersonal mit Stühlen und andern Geasnitänden. Ein Gcfünanisöirektor und der zweite Direktor wurden schwer verwundet, außer» dem wurden zwei Beamte leichter verletzt. Erst nach hartem Kampf gelang es, die Betrunkenen zu überwältigen. Dreißig Schisser durch einen Erdrutsch verschüttet. Komno, 28. Dez. (Funkspruch.) Wie aus Moskau ge- meldet wird, stürzte infolge eines starken Erdbebens di« Halbinsel Aja in der Krim ins Meer. Durch den Erdrutsch wurden zwei Fischerboote mit etwa 30 Mann Besatzung verschüttet. Der Erdrutsch ging so schnell vor sich, daß die Fischer nicht mehr gerettet werden konnten. Ei« Svjähriger erschießt seine« Vater. Kelheim, 28. Dez. Im Verlauf eines FamilienstretteS am Heiligen Abend griff der 20 Jahre alte Sohn des Win- denmachers Goettler zu einem Revolver und tötete feie«« Vater dnrch einige Schüsse. Der Täter wurde sestge«»«- men. Er will in der Notwehr gehandelt haben. MATA HARI ROMAN von ARNO FRANZ „Ianette kann Sie begleiten, Fräulein, wenn Ihnen dar recht ist. Eine Dame wie Sie. geht hier besser in Gesell- sihqst" „Tut! — Also dann rufen Sie Iannette. Und Iannette kam. Mitte dreißig schätzte ste Trante — sie war nicht sehr hübsch aber ruhig und still, wie am Glüc vorbeigegangen und ihr in dieser Beziehung verwandt „Macht es Ihnen nichts aus. Fräulein, mit mir zu gehen, fragte Traute auf dem Wege zum Museum. „Sie müssen sich mir dann jeden Tag attachieren." „8s ist mir schon recht Ich habe ZAt." „Keinen Beruf?" „Stellungslos!" „Dann entschädige ich Sie natürlich für die mir geopferten tunden " Das war der Französin durchaus angenehm. „Wenn Sie wollen, mein Fräulein." sagte Sie verschämt, gebrauchen kann ick es schon * „Natürlich will ich." _ . hpd so wurde Iannette Daillant Traute Mac Leods An- indsdame . _ Daß sie dazu hervorragend geeignet war. erkanme Traute refts auf diesem ersten Ausflug in das Reich des fernen tens. Im Vestibül des Müsse Guimet setzte sich Iannette eines der dortstehenden Samtsophas und ließ Traute n. was sie wollte. Was gingen sie die Buddhas und hiwas an? Sie hätte so schlankweg auf das Ende der vigkeit warten können. Traute dagegen war ganz Leben und Empfinden, rnu eiten Augen durchwanderte sie die Säle, durchwandert« chien, Java, Tibet. China, Japan und Aegypten. St« nippte von allen Kostbarkeiten. Trinken wollte sie Ster. Erst «infühlen, dann systemattsch arbetten. Nicht eich übernehmen. . . . .. Wandeln wollte sie sich in ihrem Empfinden und in ihren nschauungen und zwar fo gründlich und vollkommen, datz t das war, was sie vorzustellen beabsichtiate. Man sollte sie für eine geborene Hindu und erzogene Lempeltänzerin halten müssen! Sie wollte nicht täuschen, ie wollte sein! Mit bewundernswerter Zähigkett begann sie ihr Studium ks erstreckte sich nicht nur auf den Tanz allein, sondern mch auf alle anderen Zweige der Kunst und auf Religion. Sitten und Gebräuche der Inder überhaupt. Im ersten Stockwerk des Müsse Guimet befand sich die Sibliothek. Fünfundreißigtausend Bände — Handschriften «nd Bücher — enthielt sie. Der Bibliothekar war ihr behilf- ich, das zu finden, was sie suchte, und ein feiner, alter Herr, »er sich zu seinem Vergnügen auch mit Indien, dem Land der runkenen Liebe, wie er es nannte, beschäftigte, half chr ebenfalls. Und dieser alte Herr war ein sehr berühmter Mann. Er var Frankreichs bedeutendster Rechtsanwalt. der Advokat klunet. Neben der Bibliothek lag die Galerie d'I4na mit seinen reichen Kult- und Gebrauchsgegenständen aus Indien und Hava. Zwischen beiden Räumen trennten sich Trautes Tage und hre Nächte zwischen den großen Varietes, in denen die prominenten der Tanzkunst gastierten. „Bald bin ich so weit." schrieb ste eines Tages chrem Datei. .Ich besitze so ziemlich alles, was ich brauche. Mein erster Schritt in die Oeffentlichkett muß mich oben sehen. Ganz »ben!" Aber dieser erste Schritt sollte so bald nicht getan wexden Bnnen. » ^ * Mac Leod hatte in Erfahrung gebracht, daß sich Hannele m Kloster und Traute in Paris befanden. Mit jener Tatsache war er einverstanden. Mit dieser eicht „Ich will dich hetzen, bis du winselnd vor meiner Tür um kinlaß bittest." das war keine Redensart gewesen. Als Gattin brauchte er sie nicht, als Kameradin erst recht licht, aber als Haushälterin, als Pflegerin, als Magd wollte ir sie wiederhaben. Welcher dienstbare Geist ist billiger als die eigene Frau? kr kannte keinen. Er schrieb ihr. und dieser Briek siel wie Blitz und Donner n ihr Leben. Es war ein echt Leodscher Brief. Ohne An- rede begann er: Wiederum ohne mein Wissen Haft du dich aus der Wohnung deines Vaters entfernt, wie damals aus meiner. Ich weiß, was du vorhast Mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln werde ich dieses Vorhaben zu vereiteln suchen. Ich dulde nicht, daß du meinen Namen wie eine Dirne durch die Straßen schleifst. Jetzt gibst du mir die Handhabe, dich oin- den zu können. Also höre: Entweder kehrst du unverzüglich zu mir zurück oder begibst dich ebenso unverzüglich zu deinen Verwandten nach Nimwegen, die die einzigen sind, die auf deinen leichtsinnigen Charakter _ und deine lockere Moral Einfluß auszuüben vermögen. Wenn nicht, hetze ich dir die Polizei auf den Hals und laste dich in ein Kloster sperren. Für immer und «l« Zeiten! Dort kannst du dann »heilige Tänze" tanzen. Wähle! In das unbehütete Haus deines Vaters, d« übrigens eine seiner bekannten längeren Reis« nach Deutschland angetreten hat, kommst du «ich "wieder. Du hast nur die Wahl zwischen Amsterdam Nimwegen oder dem Kloster. Mac Leod. Die gesetzesunkundige Traute war einer Ohnmacht naß« als sie diesen Brief gelesen hatte. Daß dieser Wisch eine nich ausführbare Drohung war, wußte sie nicht. Wer hätte er chr auch sagen sollen? Sie durfte ja über ihre Verhältnisse nicht reden. Eine Hindutänzerin aus Amsterdam war eine Groteske und eine Dewadasi aus Benares konnte nicht Mac Leok heißen. Den Namen, der über Nacht erstrahlen sollte, mußte sie hüten vor jedermann und der erste Schritt, der dieser Namen zur Geltung zu bringen hatte, durste erst dann getan werden, wenn alle Voraussetzungen erstellt waren. Sie waren es noch nicht. Ihrem Können fehtte die letzte Reife. Kostüme und Musik ivaren auch noch zu beschaffen. Nr. 303. Jahrgang 1928. Ei« grauenvoller Berkehrsunfall. Marsch««, 28. Dez. Am Mittwoch hat sich bei Lodz ein schwerer und besonders grauenvoller Verkehrsunfall ereignet. Ein Auto raste mit voller Geschwindigkeit in ein ihm begegnendes Gespann hinein, wobei beide Pferde auf der Stelle getötet wurden. Die Deichsel des Wagens durchschlug gleichzeitig die Autoscheibe und riß dem Chauffeur den Kopf ab. — Ein roher Batermörder. Mailand, 28. Dez. Ein 17jähriger Bursche tötete in Mailand seinen Vater mit vier Revolverschüssen. Als der Vater bereits sterbend am Boden lag, zertrümmerte der Sohn ihm noch den Schädel mit einem Gewehrkolben. Der Täter, sein Bruder und seine Mutter, die i« Verdacht stehen, de» Mord angestiftet zu haben, wurden verhaftet. Aus Rah und Fern. X Slnsheün, 28. Dez. (Weihnachten.) Weihnachten vorüber aber noch klingt es immer noch weihnachtlich in uns und schöne, liebe .Erinnerungen an Weihnachtserleben nehmen wir mit in die wiederbeginnende Arbeit. Mit der Weihnachtsfeier des Kindrrgottesdienstes in der evang. Stadtkirche, in der ein prächtiger Ehristbaum mit seinem Lichterglanz Alt und Jung erfreute, hob gleichsam das weihiwchtliche Singen an. Bon Herrn Bikar Becher geleitet kündeten die Kinder die Weihnachtsbotschaft, wechselten die schönen, lieben Weihnachtslieder mit Solo und Duett (Frl. A. u. L. Buhl) und Quartett (Zöglinge des Iugendstistes Sunnisheim) und Orgelvorträgen, gespielt von Anstaltslehrer Grether der auch den gesanglichen Teil eingeübt hatte. Herr Bikar Becher hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Kindergottes- dienstes für die Heranwachsende Zugend hervor und bat die Eltern um treue Mitarbeit. Der 4. Advent gehörte den Kindern der Kinderschulen. Freude am Weihnachtsbaum und an den Weih- nachtsgaben konnte man in den strahlenden Kinderaugen lesen. Am heiligen Abend selbst feierte die Anstaltsgemeinde der Kreis- Pflege-Anstalt Weihnachten. Der Gottesdienstraum mit weihnachtlichem Tannengrün geschmückt, mit der lichterreichen Weihnachtstanne und kleine Tännchen, brachte in aller Herzen Weihnachtsstimmung, die noch durch Harmoniumklang, Chorgesang und die Ansprache des Anstaltsgeistlichen Dekan Eisen vertieft wurde. Dann hob das von Herr und Fmu Direktor Dr. Treiber einstudierte und wunderschön dargestellte Weihnachtsspiel an, Schwestern der Anstalt, Frl. A. und L. Buhl und Frl. Gertrud Schweizer führten ihre, dankbaren Rollen prächtig durch. Allen leuchtet der Weihnachtsstern, dem alten Priester Wodans im germanischen Wald, dom Perser-, Inder- und Numidierkönig. Alle finden sie das Kind von Bethlehem, Jesus der Herr überwindet die Götter. Dankbar schaute die Anstaltsgemeinde das sinnige Spiel. — Das Zugendstift Sunnisheim, das seine Zöglings schon am heiligen Abend bescheert hat, hatte am 2. Weihnachtstag fein« Feier, bei der durch Einübung der 4 stimmigen Chorlieder, der Musikvorträge und der turnerischen Vorführungen, Herr Anstaltslehrer Grether sich besonders verdient gemacht hatte. Sehr schön war der Bortrag des „Glöckleins von Inisfer" und das Weihnachtsspiel „Knecht Ruprecht im Karzer". Der Anstaltsgeistliche Herr Stadtpfarrer Honnickel hob in seiner Ansprache hervor, wie Weihnachten ganz besonders Freude schenken wolle. Es feien nicht die Freuden des verlorenen Sohnes im Gleichnis, sondern die Freuden in Gott und die Freude der treuen Pflichterfüllung im Leben, während Herr Direktor Schmidt in seiner Ansprache betonte, daß das Iugendstist seinen Zöglingen zu solcher Freude verhelfen wolle durch Erziehung zur Arbeitsfreudigkeit. — Der 2. Weihnachtsfeiertag sah in verschiedenen Sälen Weihnachtsfeiern verschiedener Vereine. Im „Stadtparksaal", der bis zam letzten Platz gefüllt war, hatte sich wie alljährlich der Einladung des Kirchenchors folgend die evang. Gemeinde eingefunden. Nach den Begrüßungsworten des Vorstandes, Herrn Ratschreiber Gütz, erklang der herrliche Weihnachtschor: „O hehre Nacht" von Bruno Leipold, dann hob sich der Vorhang und „Die Heimatbrücke" von Hindenlang kam zur Aufführung und nach einer kurzen Pause das ganz prächtige Weihnachtsstück von Karl Siber: „Durch Not und Leid zur Weihnachtsfreud". All« die Darstellerinnen und Darsteller, deren Namen wir nicht alle aufzählen können, haben ihre Sache ganz prächtig gemacht und viel Freude bereitet. Besonderer Dank aber gebührt dem Dirigenten, Herren Hauptlehrer H. Christmann, der nicht nur die Chöre eingeübt, sondern auch die Theaterstücke inszeniert hat. Allen, die mithalfcn beim Zustandekommen dieses schönen Gemeindeabends dankte mit herzliche» Worten Dekan Eisen. Bedauerlicher Weis« mußten die 2 großen Chöre von Löw aus- fallen. Wir hoffen aber, sie am Gememdeabend, am 20. Januar hören zu dürfen. Eine Gabenveriosung brachte den Gewinnern viel Freude. — Möchte in alle Häuser Weihnachten von Gott geweiht« Freude gebracht haben. Sinsheim, 27. Dez. (Stadtpark-Lichtspicle.) Der Name Kaczmarek klingt an und für sich schon so ungemein lustig und seltsam, daß man beim Aussprechen nicht ohne Grund auf den Gedanken kommt, daß damit eine ganz ulkige Angelegenheit verbunden sein muß. Dem ist in der Tat so; denn dieser KacMarek ist der Held einer ausgelassenen Filmsatire. Erinnerungen an vergangene Soldatenzeit werden bei jedem wachgcrusen. Die tollpatschigen Streiche des seltsamen Rekruten Kaczmarek erregen den größten Heiterkettsrrfolg. Wenn nun ein Schauspielerensemble wie Fritz Schulz, Hans Funkermann, Paul Heidemann, Hanni Weise die andern Typen des Films darstellen, so kann man sich an den Fingern abzählen, daß eine Filmgeschichte voll der komischsten und tollsten Situationen entstehen muß und der Zweck sich einmal richtig auszulachen und sich zu freuen dürfte erfüllt sein. Als Beiprogramm läuft der Film „Filmfieber", der Leidensweg einer Mutter, eine Tragödie in 8 Akten. Es dürfte sicher jeder auf seine Rechnung kommen und kann ein Besuch der Stadtpark- Lichtspicle nur empfohlen werden. (Näheres siehe Inserat.) KP Sinsheim, 28. Dez. (Rentenauszahlung.) Die Invaliden- und Unfallrenten für den Monat Januar 1929 werden am 29. Dezember ausbezahlt. -4 Sterns furt, 27. Dez. (Verschiedenes.) Beim Schlittenfahren stieß der 19 Jahre alle Schlosser Karl Augustdörfer mit einem anderen Rodler zusammen und bmch das Nasenbein. Die Derlrtzung erfordert Behandlung im Akademischen Krankenhaus in Heidelberg. Am Sonntag. 23. Dez, abends, fand im Gasthaus zum „Deutschen Kaiser" die Weihnachtsfeier des Gesangvereins Germania statt. Unter dem tüchtigen Dirigenten, Herrn Hauptlehrer Grimm, brachte der Chor den zahlreich Erschienenen verschiedene Lkder zum Bortrag. Auch die Theaterstücke und Gesangsoorträge der Spieler fanden reichen Beifall. * Wmbstadt, 27. Dez. (Ehrung.) Am verflossenen Sonntag Nachmittag fand in der hiesigen Kleinkinderschule die alljährliche Weihnachtsfeier der Meinen statt. Recht anmutig und nett brachten die Kinderlein Reigen. Lieder, Gedichte usw. allerliebst zum Bortrag. Dieser Anlaß gab dem Frauenverein auch günstige Gelegenheit, um seiner verdienten Präsidenten Fmu Anna Äirn Witwe für ihre 25 jährig« Tätigkeit an der Spitze des Vereins den Dank abzustatten. Herr Stadtpfarrer Kreuzer tat dies in einer Ansprache und überreichte der Jubilarin als äußeres Zeichen «in vom Frauenverein gestiftetes schönes großes Bild „Der gute Hirte". Herr Bürgermeister Spiegel dankte der Jubilarin ng- Der Landüote 4- Sinsheim« Zeitung. _ mens der Stadtgemeinde für die segensreiche Arbeit zum Wöhle der Gemeinde und Iugeno. Herr Ratschreiber Karl Zürn dankte namens der Jubilarin für die Ehrungen. Mit einer Bescherung der Kleinen nahm die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß. % Mrchelseld, 27. Dez. (Wiedersehensfeier.) Am 2. Weihnachtstage veranstaltete der Jahrgang 1878 anläßlich des 50. Geburtstages, eine Wiedersehensfeier im Gasthaus z. Adler. Der Feier wohnten außer sämtlichen ortsansässigen Kameraden auch solche von Auswärts bei. Um 2 Uhr eröffnet« Kamerad Gemeinderat Bader die Feier durch eine schöne Ansprache, welcher sich noch mehrere Kameraden anschlossen, u. a. besonders Photograph Richard Landes aus Wiesloch. Eine Sammlung für die Kleinkinderschule ergab den schönen Betrag von 28 Mark. Nur zu schnell verging der Nachmittag. Gegen Abend führte der Zug die Auswärtigen in ihre Heimat zurück. Man trennte sich in j dem Bewußtsein, ein paar frohe, glückliche Stunden verlebt zu haben. A Siegelsbach, 27. Dez. (Opfersinn.) Daß auch noch in unseren Tagen in den Herzen vieler Männer und Burschen die Liebe und Opfergesinnung für ihre Kirche noch nicht erloschen ist, das beweist die Diasporagemeinde Siegelsbach, wo die kath. Männer fast ohne Ausnahme in dem der kath. Kirche gehörenden kleinen Heiligenwald drei Wochen lang umsonst gearbeitet und oas angewiesene schlagbare Holz zum Verkauf aufbereitet haben. Wer nicht selbst konnte, stellte oder bezahlte einen Ersatzmann. Der Verdienst der Arbeit kommt der Tilgung der Orgelschuld zugute. Diese Leistung muß um so mehr anerkannt werden, als gleichzeitig im Gemeindewald Gelegenheit gegeben war, durch Waldarbeit Geld zu verdienen, worauf diese Männer im Interesse der kath. Sache verzichtet haben. — Dieses Beispiel verdient Anerkennung und Nachahmung. -- Flehingen, 27. Dez. (Festgenommen.) Bon der Gendarmerie festgenommen und in das Gefängnis in Bruchsal eingeliefert wurde ein Fürsorgezögling der hiesigen Anstalt unter dem Verdacht, sich an einem Kinde vergangen zu haben. = Derdingen, 27. Dez. (Permißt). Seit Donnerstag, den 13. Dezember, wird die 20 Jahre alte Landwirtstochter Berta Bücher von hier vermißt. Sie hat Derdingen an genanntem Tage, anscheinend in einem Zustande seelischer Depression verlasse». Berta Bücher ist zirka 1,66 Meter groß, hat krause, braune Haare, trägt gmuen Mantel mit grauem Pelzkragen, bräunliches Kleid und schwarze Spangenschuhe. Hoffentlich hat sie sich kein Leid angetan. Den betrübten Eltern wendet sich allgemeine Teilnahme zu. Wer Auskunft gebe» kann über den Aufenthalt der Bücher, wende sich an die nächste Polizei- oder Gendarmerie- Station. = Hellbronn, 27. Dez. (Ein raffinierter Betrug.) Ein wegen eines Deliktes unter Anklage gestellter in Heilbronn in Untersuchungshaft befindlicher junger Mann sollte auf Betreiben seines Verteidigers nach Stellung einer Kaution von 3000 Mk. vorläufig auf freien Fuß gesetzt werden. Bei den Eltern des jungen Mannes erschien vor einigen Tagen ein Herr und stellte sich als Bürovorsteher des Rechtsanwalts vor. Er gab an, daß er beauftragt sei, die 1000 Mk. Kaution abzuholen, daraufhin der Sohn sofort in Freiheit gesetzt würde. De? erfreute Vater rannte zum Schultheiß und borgte sich 1000 Mark die er dem Manne übergab. Als dann der Sohn am Nachmittag und Abend nicht «intraf, rief man den Rechtsanwalt an und stellte fest, daß ein Betrüger am Werke gewesen war. Die Kriminalpolizei brachte ihn bald hinter Schloß und Riegel. ----- Walldürn, 27. Dez. (15 000 Mark Schadenersatz.) Frau Sägebrecht von hier, die im Herbst 1927 aus einem Eisenbahnzug stürzte, wobei sie einen Arm einbüßte, erhielt von der Reichsbahn 15 000 Mark Schadenersatz zugesprochen. Die Frau wurde damals von Unwohlsein befallen und suchte Erholung auf dem Wagenvorplaß. Die Treppensperre war nicht geschlossen. Erschwerend für die Bahn war der Umstand, daß in dem betreffenden Zug kein Wagen mit einem Abort mitgeführt wurde. - Osterburken, 27. Dez. (Selbstmord am heiligen Abend.) Am Weihnachtsabend u-n 6 Uhr erschoß sich ein 22 jähriger Bursche von Leibenstadt auf der Landstraße. Der Grund zur Tat ist anscheinend auf Liebeskummer zurückzuführen. Mannheim, 28. Dez. (Grausiger Selbstmordversuch.) Nach vorausgegangenen Streitigkeiten übergotz sich eine 18jährige Hansangesteüte im Badezimmer ihrer Dienstherrschaft in Neckarau mit Petroleum und zündete sich dann an. Schwer verbrannt wurde die Verzweifelte ins Krankenhaus gebracht. Mannheim, 28. Dez. Zu der Selbstmorötragööie zweier Ddannheimer in der Schweiz bei Schaffhausen wird noch gemeldet, daß von einem Doppelselbstmord eigentlich keine Rede sein knan. Frl. Müller hatte wohl einem Bekannten ihrer Firma, bei der sie tätig war, geschrieben, daß, wenn er diese Karte erhalten werde, sie nicht mehr unter den Lebenden weilen werde. Sie hatte aber anscheinend ihren Vorsatz, aus dem Leben zu scheiden, wieder aufgegeben, denn jetzt wird eine Aeußerung von ihr bekannt, wonach sie geicne wieder zu ihren Eltern gefahren wäre, wenn sie Reisegeld beseffen hätte. Am Tatort fand man nun noch ein Meffer, mit dem der Unglücklichen der Hals durchschnitten wurde, worauf ihr Bräutigam sie auf die Schienen schleppte, um Selbstmord durch Ueberfahrenlassen zu begehen und Doppelselbstmord vorzutäuschen. Die Beerdigung des unglücklichen jungen Mädchens sowie ihres Bräutigams hat vor einigen Tagen hier stattgefunden. Mannheim, 28. Dez. (Ein Tobsüchtiger springt aus dem Fenster.) An der Alphornstratze stürzte sich in der Nacht zum 1. Feiertag ein 24jähriger Schreiner infolge eines Tob- fuchsansalls vom zweiten Stock auf die Straße, wo er mit einer Beckenquetschung liegen blieb. Wertheim» 28. Dez. (132 Wildschweine erlegt.) Bei der letzter Tage im Spessart veranstalteten Treibjagd im dortigen Fürstlich Löwensteinischen Wildpark wurden 13' Wildschweine erlegt. Adelsheim, 28. Dez. (Erschossen aufgefundcn.) Zwische» den Nachbarorten Leibenstadt und Unterkeffach wurde am heiligen Abend der 26jährtge Lanöwirtsfoh» Heinrich Kubach von Leibenstadt mit zwei Schußwunden im Kopf tot aufs«' fnnden. Mau vermutet Selbsttötung. Das Motiv zur Tat ist unbekannt. Buche«, 28. Dez. (Der Altheimer Brandstifter unzurechnungsfähig?) Der jugendliche Brandstifter von Altheim, Eduard Weber, dürfte demnächst zur Beobachtung seines Geisteszustandes iu eine psychiatrische Klinik gebracht werden. Es sollen erhebliche Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit aufgetaucht sein. Oftersheim (bet Schwetzingen), 28. Dez. (Ein Schadenfeuer.) Am zweiten Wethnachtstag brach i« dem Laden von Fritz Brecht Feuer aus, das sich schnell ansbreite» konnte, da die Wasserzufuhr bei den Löscharbeiten mangelhaft war. Das Feuer vernichtete den größte» Teil der Warenbestände sowie die Ladeneinrichtung. Der Materialschaden beträgt schätzungsweise 5000—6000 Mark. Am Hause selbst wurde ein Schaden von etwa 1000 Mark angerichtet. Sarlsrnhe» 28. Dez. In der Nacht zum Mittwoch erlttt »tu 30jährtger Elektrotechniker von hier dadurch eiue« Unfall, daß etn Bekannter, den er um Feuer für feine Zigarette Freitag, den 28. Dezember 1928. . gebeten hatte, mit seiner brennenden Zigarette zu nahe an dessen rechtes Ange kam. Die Verletzung ist so erheblich, daß ein Verlust des Auges zu befürchten ist. — Ein 17jähriges Dienstmädchen glitt am Heiligen Abend im Hausflur ihrer Dienstherrschaft aus unh zog sich dabei innere Verletzungen zu, so daß sie ins Krankenhaus verbracht werden mußte. — Ein 18jährigeS Dienstmädchen stürzte am zweiten Weih- nachtsfeiertag vom dritten Stock eines Hauses in den Hof uno zog sich erhebliche, jedoch nicht lebensgefährliche Verletzungen zu. — Am Sonntag abend wollte ein 25jähriger Monteur im Hause seiner Eltern mehrere Metzgermesser von einem Raum in einen anderen tragen, blieb jedoch an der Türklinke hängen, wobei sich eines der Meffer in seine linke Seite bohrte. Er wurde ins Krankenhaus verbracht. — Am zweiten Weihnachtsfeiertag wollte ein 40jähriger Kranen- führer von hier ein Pferd bewegen, dieses stieg jedoch hoch, überschlng sich und begrub den Unglücklichen unter sich. Er erlitt dabei einen Beckenbruch und vermutlich auch innere Verletzungen und mußte ins Krankenhaus verbracht werden. Karlsruhe, 28. Dez. Am Vormittag zum heiligen Abend nahm die Polizei drei ledige Einbrecher aus dem Stadtteil Daxlanden fest und brachte sie hinter Schloß und Riegel. Es handelt sich um einen 21jährigen Hilfsarbeiter, einen 19jährigen Mechaniker und einen 16jährigen Zimmörmanns- lehrling. Dieses Kleeblatt hatte in der letzten Zeit verschiedene Einbrüche nach Lebensmittel ausgeführt und auch gute Beute gemacht. Ein verheirateter Schneider in der Durmersheimerstraße diente den Tätern als Hehler. — Am gleichen Tage wurden nicht weniger als vier Fahrräder von der Straße weggestohlen. Karlsruhe, 28. Dez. (Selbstmord.) Am heiligen Abend nahm sich ein verheirateter 47jähriger Postbeamter in seiner KÄche durch Oeffnen des Gashahnen und durch einen Schnitt mit dem Rasiermesser in den Hals das Leben. Der Lebensmüde war nervenleidend. Karlsruhe, 28. Dez. In der Nacht zum Donnerstag fuhr auf der DurlacherAllee der Führer eines Personenwagens den in gleicher Richtung fahrenden verheirateten Kellner Steible von hinten an. Dieser stürzte zu Boden und wurde etwa 30 Meter weit geschleift. Der Ueberfahrene wurde nach dem stäöttschen Krankenhaus verbracht, wo die Verletzungen als lebensgefährlich erkannt wurden. Der Kraftwagenführer wurde festgenommen, weil die Schuld sehr wahrscheinlich ihm beizumessen ist. Leuteshei.m bei Kehl, 28. Dez. (Selbstmord.) Am Vorabend vor Weihnachten hat sich der 26jährige Sohn Emil des Metzgermeisters Reiß erschossen. Was den jungen Mann zu. dem unseligen Schritt getrieben hat, konnte noch nicht einwandfrei sestgestellt werden, doch scheint er die Tat in einem Anfall nervöser Ueberreizung ausgeführt zu haben. Ibach bei Waldshut, 28. Dez. (Grotzfeuer.) In Unteribach brach am Donnerstagmorgen im Haufe der Maria Schmidt, das von dem Kaufmann Josef Schmidt bewohnt wurde, Feuer aus, dem in kurzer Zeit das gesamte Anwesen zum Opfer fiel. Die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Auch die Fahrnisse, die Einrichtung des Ladens sind vollständig mitverbrannt, Lörrach, 28. Dez. (Unangenehme Affären.) Schuldirektor Emil Schmidt hat die ihm zur Last gelegten Verfehlungen zugegeben, so daß demnächst die gerichtliche Verhandlung gegen ihn stattfindet. — Wahrscheinlich wird auch gegen einen höheren Bahnbeamte» auf der Güterstation des Badischen Bahnhofs in Basel und einen höheren Postbeamten in Grenzach verhandelt werden, die wegen Unterschlagung angeklagt sind. Das Ende der Ludwigshaseuer Gaswerksasfäre. Direktor Dr. Liefe im Rnhestand. Lndwigshafe», 28. Dez. In der Gaswerksangelegenheit wurde in dem gegen Oberbauöirektor Dr. Liese anhängigen Dienstverfahren als festgestellt erachtet, daß keinerlei Unredlichkeiten oder ehrenrühAge Handlungen vorgekommeu sind. Da mit Rücksicht auf die ungünstigen- Betriebsergebnisse der letzten Jahre ein gedeihliches Zusammenarbeiten zwischen Stadt und Direktor Dr. Liese nicht mehr tunlich ist und das Werk im Hinblick auf die erforderlichen Umbauten raschestens einer sachkundigen Leitung bedarf, wurde Direktor Dr. Liese, seinem Ansuchen entsprechend, in den Ruhestand versetzt. Gleichzeitig ist das eingeleitete Dienststrafverfahren eingestellt worden. — Soweit geht die bürgermeisterliche Verlautbarung. In den nächsteu Tagen werden die baulichen und technischen Aenderungen im Gaswerk in Angriff genommen; im neuen Gtatsjahr rechnet man mit einer besseren Wirtschaftlichkeit des Werkes. Gm gavzer Häuserkompiex in Flammen Bier Fenerwehrlente verletzt. Kassel, 28. Dez. In Geisleden, eine Stunde von Heiligenstadt entfernt, brach am 2. Weihnachtsfeiertag in dem Gehöft des Landwirts Knoche ein Feuer aus, das in der mit großen Stroh- und Futtervorräten gefüllten Scheune reiche Nahrung fand und sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete. Im Augenblick stand etn ganzer Häuserkomplex in Flammen. Das Großvieh konnte mit knapper Not gerettet werden. Zahlreiches Kleinvieh ist in den Flammen nmgekom- men. 4 Feuerwehrleute wurden bei den schwierigen Lösch- arbetten verletzt und mußten in ärztliche Behandlung genommen werden. Der Schaden wird auf 100 000 Mark geschützt. Als Entstehungsursache wird Kurzschluß angenommen. MißglSüter Aebersall auf eine Slalionskaffe Erfnrt» 28. Dez. In den Weihnachtsfeiertagen versuchten maskierte Räubber die Stationskaffe des Haltepunktes Schwallungen bet Meiningen auszurauben. In der Nacht drangen sie mit dem Ruf: „Hände hoch!" in das Stationsgebäude ein. Der diensthabende Beamte setzte sich jedoch mit einem Beil kräftig zur Wehr. Einer der Räuber gab darauf zwei Schüsse aus ihn ab, die jedoch ihr Ziel verfehlten und wohl nur aus einer Scheintotptstole stammten. Als die Räuber sahen, daß ihr Anschlag mißlungen war, ergriffen sie die Flucht und konnten unerkannt entkommen. Sisrege» über Wien lieber 90 Personen verletzt. Wie«, 28. Dez. Mittwoch nachmittag ging über Wie« ein Eisregen nieder, der die Bürgersteige mtt einer glatten Kruste überzog. Die unmittelbare Folge davon war, daß auf den Wegen zahlreiche Passanten stürzten und sich teils schwere Knochenbrüche -»zogen. Von 5 Uhr nachmittags bis spät in die Nacht waren die Wagen der Rettuugsgesellchast t» Tätigkeit. Die Unfallstationen, sowie die Krankenhäuser füllten sich mtt Verunglückten. Ueber 90 Personen mußten zum Teil mtt schweren Verletzungen in ärztlicher Behandlung bleiben, während einige sich nach Anlegung von Rot- Nr. 303. Jahrgang 1928. Freitag, den 28. Dezember 1928. verbänden wieder nach Hause begeben konnten. Hast die ganze Polizeischulmannschaft, sowie auch Reservemannschaften leisteten an den Straßenkreuzungen Hilfe, um die Passanten über die Straßen zu geleiten. Der Autoverkehr war vollkommen lahmgelegt. Die vereisten Straßen von Wien stellten an die Rettungsmannschaften ungemein schwere Ausgaben. Hausbesitzer und Pförtner wurden durch Rundfunk gebeten, die Bürgersteige und die Straßenübergänge zu bestreuen, um das Ueberqueren der Straßen zu erleichtern- Tie Paffanten schritten so gut es ging zur Selbsthilfe. Man sah einzelne Personen auf Händen und Füßen über die Straße kriechen. ~' " y Der „Weihnachtsbnmmel" als Todesursache. In der italienische» Kolonie von Neuyork wohnte der ISjährige Musiker Stefano Bargio bei seiner Tante Rosa Semico zur Miete. Er war ein guter Musiker, aber ein schlechter Hausgenoffe, über dessen leichtsinnigen Lebenswandel sich die Tante oft ärgerte. Kürzlich nun kam er wieder einmal stark angetrunken nach Hause und verlangte durchaus von seine» beiden Kusinen, die im gemeinsamen Wohnzimmer saßen, zu erfahren, welche Geschenke sie ihm für Weihnachten zugedacht hätten. Die Tante kam ihren beiden Töchtern, die sich vor dem Angetrunkenen fürchteten, zu Hilfe. Sie suchte den Neffen aus der Tür zu schieben, indem sie scherzend erklärte, daß solchen Nichtsnutzen wie ihm der Weihnachtsmann höchstens eine Rute brächte. Hierüber geriet der 19jährige in eine solche Wut, daß er einen Revolver zog und die Tante sowie die älteste Base nieder- schotz. Die zweite wurde ebenfalls verletzt und liegt im Krankenhause schwer krank darnieder. Doch hofft man, daß sie mit dem Leben davonkommen wirb. Zuletzt töte/e der junge Mann sich selber durch einen Schuss j» di« Schläfe. Vrand aus einem gestrandeien Dampfer London, 28. Dez. Einige Tage vor Weihnachten geriet in der Nähe der Insel Utö der amerikanische Dampfer „Kaspar" auf Grund. Die Bergung zog sich infolge des ungünstigen Wetters einige Tage in die Länge. Am Dienstag brach an Bord des Dampfers aus unbekannter Ursache ein Brand aus, der rasch an Ausdehnung zunahm und die 37 Mann starke Besatzung in Lebensgefahr brachte. Nach großer Mühe gelang es, ein Rettungsboot mit 20 Mann auszusetzen, die von einem Bergungsdampfer ausgenommen wurden. Ein zweites Rettungsbot kenterte bei seiner Aussetzung. Mehrere Angehörige der Besatzung des brennenden Dampfers sprangen über Bord und mußten teilweise in bewußtlosem Zustande aufgefischt werden. Endlich gelang es den letzten an Bord befindlichen Personen ein drittes Rettungsboot auszusetzen und so das nackte Leben zu retten. Ein Angehöriger der Besatzung ' -en Tod. Vunkerkran eiligefiürzt Brunsbüttelkoog, 28. Dez. Am Donnerstag vormittag wurde der große auf der Nordseite des Nordostsee-Kanals befindliche Bunkerkran durch eine gewaltige Sturmböe während des Betriebes von der Verankerung geriffen u. stürzte, nachdem er am Ende der Schienen Widerstand gefunden hatte, in sich zusammen. Die Eisenkonstruktion, die sich tief in die Erde einbohrte, ist vollständig verbogen und geknickt. Zahlreiche Ferusprech- und sonstige elektrische Leitungen wurden von dem stürzenden Kran zerstört. Ein Arbeiter wurde leicht verletzt._ Turnen, Sport und Spiel. Sinsheim — Freie Turner Mannheim 4 :3 (Halbzett 1 :2). Die freie Sportabteilung des Arbeitergesangverein „Volkschor" hatte am 1. und 2. Weihnachtsfeiertage den obengenannten Verein zu Gast«. Der erste Tag fand seinen Abschluß durch ein ge- D» Lauddore * SUshet»» SewlW. mütliches Beisammensein bei Gesang. Couplets usw. Der zweite Tag begann mit Regen und Tauwetter, das jedoch gegen Mittag nachlies. Um halb 3 Uhr betraten die Mannschaften das Spielfeld das in schlechter Verfassung war. Vom Anspiel weg merkt man leichte Erregung der Mannschaften. Der Ball kommt vor Sinsheims Tor, ohne jedoch gefährlich zu werden. Im Anschluß durch einen Eckball kommen die Gäste durch Kopfstoß zum 1. Treffer 0 : l. Unsere Elf kommt jetzt mehr aus sich heraus, und kann 7 Minuten später das Resultat auf 1:1 stellen. Trotz der schlechten Platzverhältnisse führen beide Mannschaften ein ofst-. nes Feldspiel vor. Durch Ueberlausen der Strafraumgrenze durch den Sinsheimer Torwarts mit dem Ball in den Händen, gibts einen Strafstoß, den Mannheim verwandelt. 1 :2 für Mannheim geht es in die Pause. Unsere Elf hat jetzt mehr vom Spiel, sie drängen und es klappt, 2 :2. Bei einem Durchbruch Sinsheims wird der Halbrechte unianft gehindert und der zugesprochene Elfmeter wird unter Umständen verwandelt. 3 :2. Die Gästemannschaft nicht müßig, ziehen immer wieder vor Sinsheims Tor und es gelingt ihnen auch den Ball ms Retz zu jagen, 3 :3. Immer wieder ist Sinsheims Elf im Angriff. Die Vorlagen werden nicht ausgenützt. Es ist ja auch nicht möglich, auf einem glittfcherigen, vereisten Boden, kurz zu starten. Endlich 2 Minuten vor Schluß gelingt es Sinsheim, das 4. und Siegestor zu verwandeln. Mit 4:3 für Sinsheim verlassen die Mannschaften den Platz. Bei gemütlicher Unterhaltung verbrachte man noch die wenigen Stunden, die den Gästen noch verblieben. Die Gäste aus Mannheim haben spielerisch sowie gesellschaftlich in Sinsheim einen guten Eindruck hinterlassen. Uck 20.16 Uhr verließen die Mannheimer Sinsheims Mauern. Der.Schiedsrichter, ein Genosse aus Mannheim konnte in seinen Entscheidungen gut gefallen und leitete das Spiel für beide Mannschaften in voller Zufriedenheit. Radio-Program», Für Freitag, den 28. Dez. Berlin. 16.30 Uhr: Heitere Rezitationen, 20.00 Uhr: Dialoge der Weltliteratur. Breslau. 16.30 Uhr: Unterhaltungskonzert. 20.35 Uhr: Klavierkonzert. Frankfurt. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 13.30 Uhr: Schallplatten. 15.05 Uhr: Jugendstunde. 20.15 Uhr: Alte Musik. Köln. Langenberg. 10.15 Uhr: und 12.10 Uhr: Schallplatter>. 13.05—14.30 Uhr: Mittagskonzert. 17.00 Uhr.-^Jugendfunk. 17.45—18.30 Uhr: Kammermusik. 20.00 Uhr: Abendkonzert. 21.00 Uhr: „Hokuspokus". Komödie. Leipzig. 12.00 Uhr: Mittagskonzert. 21.15 Uhr: Aus beliebten Opern. München. 6.45 Uhr: Morgengymnastik. 11.20 Uhr: Schnllplatten. 12.55 Uhr: Mittagskonzert. 16.30 Uhr: Unterhattungskon- zert 20.00 Uhr: Symphoniekonzert. Stuttgatt. 10.30 lind 12.15 Uhr: Schallplatten. 16.30 Uhr: Nachmittagskonzert. 20.00 Uhr: Uebertmgung aus Freiburg, anschl. Unterhaltungskonzert aus Eaf« Beide, Mannheim. Wien Rosenhügel. 20.05 Uhr: Kammermusikabend. 21.20 Uhr: Konzert des Wiener Mandolinenorchestervereins. Davrntry Experimental. 21.00 Uhr: Bunte Stunde. 22.00 Uhr: Orchesterkonzert. 0—0.15 Uhr: Tanzmusik. Budapest. 9.15 Utjr: Dormittagskonzert. 12.20 Uhr: Schallplatten. 20.00 Uhr: Konzert von Bela Bariot. Dahnhofstr.2s Radio-Häufer Heidelberg Telefon «si Modernste Rundfunk-Anlagei. - Versand sämtlicher Zubehörteile nach allen Orte«. - vertrererbesuch u. Vorführung unverbindlich. ftefctfr£ttetatw, vro-ra««. 3 eitschriste» bei 3 . Doll 6 ta*cf» Marktberichte. Karlsruher Schlachtviehmarkt vom 28. Dezember 1028. Ausfuhr: 24 Ochsen, 29 Bullen, 29 Kühe, 98 Färse», 206 Kälber, 1213 Schweine. Preise: Ochsen 54—57, 52—54, 51—52, 49—51, 47—49, 46—47.- Bullen: 49—50. 46 -47, 45-46, 43 bis 45,- Kühe: 23—33: Färsen: 51—57, 43—51: Kälber: 74—77. 71—74, 68—71, 55—60: Schweine 78—81, 80—83, 81—83, 81 bis 83, 78—81, 74—77. Tendenz: bei Großvieh langsam, Ueberstand, bet Schweinen langsam, geräumt, bei Kälbern lebhaft, geräumt. Der nächste Btehmarkt findet am 2. Jan 'ratt. ~ , . ______ Mannheimer Produktenbörse. Die Börse verkehrte auch heute in ruhiger Haltung. Der' Besuch war schwach, wie dies immer zwischen der Weihnachts» zeit und Neujahr der Fall ist. Im CifÄeschäft lagen Angebote vor in seeschwimmenöem Weizen in holl. Guld. per IM kg cif. Rotterdam: Manitoba III zu 12.85, Manitoba lV, Pacific, zu 12.15, Cansas II zu 11.90, Baruffo, 78 kg, zu 11.45 und Rosafö, 78 kg, zu 11.50. Im Waggongeschäft nannte man im nichtofstziellen Berkehr gegen 12% Uhr tu Reichsmark per IM kg, waggau- frei Mannheim: Weizen inl. mit 23.25—23.50, ausl. 24.28 bis 28, Roggen inl. 22.50, Hafer inl. 22—23.25. Braugerste badische, hessische und Württemberg. 25.25—25.75, pfälzische Gerste mit 26.25—26.75, Futtergerste 20—22, Mais mit Sack 22.50—22.75. Südö. Weizenmehl Spez. 0 mit 33, südd. Roggenmehl 29.50—31.50, Weizenkleie 13.75, Biertreber mit Sack 20.25—20,50. Neueste amtliche Kurse mitgetetlt von der Bereinsbank, e. <5. m. b. H. Sinsheim. vom 28. Dezember ISIS. «»leih»»: AbiösungSIchuld mit Auslosungsscheiu ohne Buslosungsschein in ° ° 5?,50 14,50 ttanhnhti* ln »/<> vod. Bank ... 1os f 75 vatmftädler- und Nationalbant 288 a e Bank .... i70i/8 e BereinSbant . 101 vreSdner Bank . . .170,75 Mitteldeutsche Eredttbank - .12 »etchsbank . . . . 3S7 schein. gredttbank . . 125,85 Sementwerk Heidelberg . . t3S Daimler Motoren ... 78 Dtsch. Sold- int Silberscheide. 157 ffitettr. Licht und Kraft . . 845.50' Emaill.und Statt,werk Ullrich . — t arbeninduftrte ... 2t» ritzner Maschinen Durlach . U»,°» Karlsruher Maschinen . > — Knorr Hellbraun . . .145 Mainkrastwerle Höchst . , 18* Neckarsnlmer Fahrzeugwerle . i» Schuckert Slcktr. Rürnbrg . 85« Setltnduftrte Wolft . . - *71* Südd. Zucker . . . >55,85 Zellstoff Waldhol Stamaltte« . 87* Aktie» deutsche« v«eg»e»k». Aktie» in 0,0 Harpener Bergbau . . — Kali Westeregel,i . . . 28 * ManneSmannröhrenwerke. iso Wansselder Bergb. u.Hütieuw UiVs Oberschi. Lisei b. Bedarf . — Phönix Bergbau u.Hütlenbetrted i l Saizwerl Hellbraun . . . — vereinigte Königs. Laurahütte 77,5« Aktie» indnstr. Nnterueh««»,»»: in O/o 91 Ug ikleltr. Stammaktien. . 9 ad. Llellrijiiat Mannheim. — Bad. Maicdinen Durlack, . . 158,50 TraireportanftaUe». in ' *' 'amburg. Amerik. Paletsahrt 1*1,85 Heidelberg. Strahen-u.Berabahn — Norddeutscher Lloyd . 136*75 Devise»! Geld thfef New-Iort 4 Dollar 4 1936 4.2016 London : Psund 90.35? 20,397 Holland Ivo Gulden 166,59 i6fl,93 Schweiz too Krane» 80,93 81,08 Wien 100 Schilling 59.06 69.18 Paris 100 Franc 16.41 16 46 Italien K.O litte 91.L94 23.004 Wetterbericht. Sarlsrnhe» 27. Dez. Mit dem Warmlufteinbruch ist während öer Weihnachtsfeiertage bei auffrischenden Süöwest- winöen zunächst in der Ebene und später auch im Gebirge allgemein Tauwetter eingetreten. In tieferen Lagen ist die Schneedecke nunmehr vollkommen abgeschmolzen; im Gebirge liegen noch meist 20—30 cm Schnee. Der Hochschwarzwald hat stellenweise noch bis zu 80 cm; die Höchsttemperaturen betrugen in der Rheinebene gestern 11 Grab, im Gebirge 5—7 Grad über Null. Auf dem Feldberg blieb die Temperatur meist in Gefrierpunktsnähe. Neue Warmluft- maffen rücken von Südfrankreich in Begleitung eines Ttef- druckwirbels heran, ihnen voraus eine Regenfront. Wir werden daher die milde Witterung behalten. Stadtpark - Lichtspiele, Sinsheim Besitzer: Friedrich Petri. Freitag, 28., Samstag, 29., Sonntag, 30., Montag, 31. jeweils abds. 8^2 Uhr. Das bekannte große Programm jiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii^ 1 Turn verein Mein) e. V. 13611 ^owsö^ 6 Akte 6 Akte Wollen Sie lachen, dann kommen Sie zu ... . Kaczmarek m i 8 Akte 8 Akte == Anläßlich der Jahresversammlung der = Gaupressewarte des X. Kreises findet am E Samstag, den 29. Dezember abds. 9 Uhr beginnend, im Saale des Gasthauses zum S Löwen ein Begrüßungs-Abend, verbunden = mit einem Schauturnen = statt, wozu wir unsere Mitglieder, sowie H Freunde der Turnsachejierzlichst einladen. Der Turn rat UAftAAAifeAAAi BZu JademlfestelB (böses Los das Bede) (Der Leidensweg einer Mutter) Los 904 U Stück Mtfc _Porto u. Liste 904 uuaqewmne k 100 MO nSMdv S-Hfc 8 Preise: Balkon 1.20, Sperrsitz 1.—, I. Platz 0.80,11. Platz 0 60 Arbeitslose gegen Ausweis iß Ermäßigung. Zein MM In unserem Anzeigenteil und unsere Leser zeigen sich bei Dir Brauchen Sie einen neuen Schirmt dann danken Sie an meine große Auswahl in Damen* n. Herren- achirme. Nur der Fachmann f bt Ihnen die Gew&hr, wirkst Qualitäts-Schirme, sowie Spazierstöcke zu billiges Preisen aambieten. PlOck il fliiilliilit '_ Bitte beachten 8ie die Preise im Fernste* Aundftmk — weitersagen! Ist fahrend In allen Rundfunkfragen Dk größte FonkzdtsdKiitl - bringt wöchentbdi alle a»s- Muiichcn Programme der in- mxl anslSndkAen Sender Heft JO Pt, Moi»»t*b«ine RM 2.- / Man bcstdit betau Postamt «Arimr PlirHmiihm| / tVobehefc nomt vom Vtriy Berlin N 2» t. ID-Q»,»*» Sinsheim Vom alten zum neuen Jahre ffjg Samstag, den 29., Sonntag, den 30., Montag, den 31. Oez. 1928 u. Dienstag, d. 1. Januar 1929 jeweils 830 Uhr abends, bringen wir den weltbekannten Großfilm SUPERMANN* 8 Akte 8 Akte Nach dem gleichnamigen Roman rttn Hermann Sud ermann Als Beiprogramm: „Küss’ mich noch zweimal." Film^ioieske in 2 Akten. „Pferde unter der Zeitlupe.“ Lehr i'm in einem Akt. Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein Die Direktion. Schristleitung: H. Becker; Druck und Verlag: G. Becker'fche Buchdruckerei in Sinsheim.