«rfchetst tdglich MK Ausnahme der Feiertag« Bezugs-Preis: G»^rch di«Post bezogen und durch de» Briefträger und unsere Austräger frei ins Laus monatlich Goldmark 1.8V 0tt Bezugspreis ist im Voraus zu entrichten. g» Fällen von höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Liefer- -W»g der Zeitung oder auf Rück- zahlimg des Bezugspreises. Geschäftszeit VrS bis 5 Uhr Sonntags geschloffen. Werasprech-Anschluß Nr. 4A6 Postscheck-Konto Karlsruhe Skr. SSt» General-Anzeiger für klfenz-unö älrwarzbaclital Der sLanöbote binslreimer MM Zeitung ftss General-Anzeiger für Zclrwarzbaclital Heltelte vn«t verbreitetst« Leitung äieler Gegenci. I)Lupt-Z4nzeigen-8lrtt nSdxitU 6b BU4i b 41*«Bett » Dt* BewnncnTtabt » Ho* dem Reich der ifiode » Ratgeber Tür Ran*- o. Candwirtldtaft »uzeige«. Preise: Anzeige«. Di« 33 mm drei» MMmeter-Zeile 6 Goldpfg. Reklame«: Die 92 mm drei»» Millimeter-Zeile 20 Goldpfg. Grundschrist im Anzeigen- ua» Textteil ist Petit. Ber Wiederholungen .arssfester Rabatt der bei Nichtzahlung innerhalb 8 Tagen nach Rech- nungsdatum oder bei gerichtliche»' Betreibuna erlischt. Anzeigen - Annahme bis 8 Uhr vormittags; größer« Anzeige«« müssen am Tag« vorher «ch- gegeben werden. Bant-Konto Bereinsbank Sinsheim e. G. ut. b. L. M 80. Dienstag, den 4. April 1933. Heute Tarif- und GeweiMaftögefetz. Ein Staatssekretär für den Arbeitsdienst? Berlin, 4. April. Zm Vordergrund der Kabinettsberatungen steht der Arbeitsdienst und die Jugenöertüchtigung. Es ist anzunehmen, daß im Anschluß an die heute stattfindenöe Kabinettssitzung die Ernennung des Obersten Hier!, des nationalsozialistischen Fachberaters für den Arbeitsdienst, zum Staatssekretär im Reichsarbeitsministerium erfolgen wirb. Oberst Hier! dürste die Betrauung der Arbeitsdienstfrage und vielleicht auch die Förderung sportlicher Betätigung übertragen werden. Im Reichsarbeitsministerium werden damit zwei Staatssekretäre amtieren, denn der bisherige Staatssekretär Dr. Krohm behält. soweit sie das Arbeitsgebiet des Arbeitsdienstes und der Sportertüchtigung nicht berühren, seine Funktionen weiterhin bei. Die Einführung der Arbeitsdienstpflicht dürfte in diesem Fahre nicht mehr zu erwarten sein, weil sich der Verwirklichung dieses Gedankens vorläufig noch große technische und finanzielle Schwierigkeiten in den Weg stellen. Einerseits fehlt es an den nötigen Haushaltsmitteln, andererseits ist die Gliederung und die Führerfrage noch eingehend zu klären. schweren Aufgabe zu unterstützen, ist selbstverständliche Pflicht der DBP, Die alten bürgerlichen Parteiformen sind erschüttert Ein neuer Geist fordert neue Formen. Die DVP. wird sich gern und ohne parteipolitische oder persönliche Eigensucht in den Dienst neuer und größerer. Zusammenfassungen der nationalen bürgerlichen Kräfte stellen und ihrerseits alle Bemühungen darauf richten, diese herbeizuführen. Für die Gegenwart gilt das Gebot des Zusammenstehens und des mutigen Zeugnisablegens. Wir sind und bleiben zusammen in der Gestnnungsgemetnschaft u. Organisation der DVP. Hierzu bemerkt die Nationalliberale Korrespondenz u. a.: Sollte die nächste Zukunft zeigen, daß sich die Gedanken des Nationalliberaltsmus in einem andern und größerem Rahmen erfolgreich verwerten lassen, so wird die DVP. bereit sein, auf eine eigene politische Form zu verzichten und sich um der vaterländischen Sache willen in ein größeres Organisationsgebilde einzuordnen. Es wird abzuwarten sein, ob die nächste Zeit dafür Raum und Aussichten schaffen wird. Solange das aber nicht der Fall ist, hat die DVP. nicht das Recht, ihre Anschauungen und Ideale preiszugeben. Heute wird ein Gesetz erscheinen, das die Tarif- und Gewerkschaftspolitik in neue Bahnen lenkt und die bisher prioiligierte« Gewerkschaften beseitige« soll. Es hat sich dabei die Frage erhoben, ob die Bearbeitung ber Tariffragen nicht zweckmäßigerweise aus dem Arbeitsministerium herausgenommen und einem anderen Neffort übertragen werden soll. Wie man hört, wird erwogen, ein besonderes Korporations-Ministerium zu schassen, welches die Bearbeitung der Tariffragen übernehmen soll. Die Annahme, daß mit einer Verlängerung der Arbeitsverträge bis zum Herbst zu rechnen sei, gewinl an Wahrscheinlichkeit, da die Regierung für die Ueberleitung der neuen Maßnahmen eine gewisse Zeit braucht. Tie Einbringung eines Anti-Streikgesetzes scheint nicht beabsichtigt zu sein. Die Reform des Siedluugsweseus dürfte in einer der nächsten Kabinettssitzungen hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt behandelt werden, daß eine wirksame Siedlung naturgemäß nur dann möglich ist, wenn die Rentabilität der Landwirtschaft völlig wieöerhergestellt ist, Eine Reihe von Maßnahmen hierzu ist bereits getroffen worden. Tie Verordnungen über die Einführung des Einfuhrmonopols für Oele nnd Fette dürften in Kürze erscheinen. Die Ausgleichabgaben der Margarineindustrie in Höhe von 25 Pfg. je Pfund werden von Ende April ab erhoben. Zu diesem Zeitpunkt werben dann auch die Fettverbilligungskarten eingeführt werden. Bei den Maßnahmen zur Wiederherstellung des Berufsbeamteutums sind noch einige Vorarbeiten zu leisten. Jedenfalls werden aber diese Maßnahmen noch so zeitig in Kraft gesetzt werden, daß die neuen Magistratsmitglieder noch Anfang Mai ernannt werden können. Das Kabinett hat sich mit der Sache bisher noch nicht befaßt. Prüfung bei den Krankenkaffen Berlin, 4. April. Der Reichsarbeitsminister hat die Sozialministerien der Länder gebeten, alsbald eine eingehende Prüfung der Eigenbetrieve der Krankenkassen vorzunehmen. Damit wird dem Vorwurf begegnet, der in der Oeffentlich- kett wiederholt erhoben wird und der darin gipfelt, daß diese Eigenbetriebe unwirtschaftlich arbeiten. Die nunmehr seitens des Reichsarbeitsministers eingeleitete Nachprüfung soll sich insbesondere auf Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit der Unternehmungen erstrecken. Die Revision steht in Verbindung mit der planmäßigen Neuordnung auf dem Gebiete der Sozialversicherung. Nach dem Ergebnis der Untersuchung wird der Reichsarbeitsminister dort, wo es nötig ist, tatkräftig eingreifen. Seulsche Volksparkei strebt Neuorganisation an Berlin, 4. April. Parteivorstand und Reichsausschuß der DBP. faßten nach eingehenden Beratungen am Freitag und Samstag eine Entschließung, in der es u. a. heißt: Die Deutsche Bolkspartti steht in den Rethen der unter Hinden- bnrgs Führung wirkenden nationalen Front. Die nationale Regierung unter ihrem Reichskanzler Adolf Hitler bei ihrer Zer neue würilembergische Landtag Stuttgart, 4. April. Nachdem in dem vorläufigen Geses zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich die Berten lungszahl auf 25 000 — nicht 22 00 — festgesetzt worden ist ergibt sich eine veränderte Zusammensetzung des neue» württembergischen Landtages. Dir Errechnung aufgrund de) Retchstagswahlergebnisses vom 5. März in Württemberg lohne Hohenzollerns ergibt nunmehr folgendes Bild: NSDAP 26 (237 SPD 9 (14) Zentrum 10 (17) Kampffront Schwarzweißrot 3 t 3) Christi. Bd. 2 l 3) Deutsche Demokratische Partei 1 l 4) Bauern- und Weingärtnerbunö 3 t 9) 54 Der bisherige Landtag umfaßte 80 Abgeordnete. Die auf den Wahlvorfchlaq der Kommunisten entfalle» den Sitze werden nicht gezählt. Die Deutsche Volkspart«! geht leer aus. Ser neue bayerische Landtag München, 4. April. Aufgrund des GleichschaltungSa«, fetzcs wird sich voraussichtlich folgende Zusammensetzung o«1 neuen Bayerischen Landtages ergeben sin Klammern die E» gsbnisse der Wahl vom 24. April 1932): NSDAP BVP SPD Bayernbund DNVP 48 (43) SO (4L) 8 ( ») 5 ( Ü 5 ( 3) Da die Kommunisten, die im bisherigen Landtag 8 Maa date hatten, im neuen Landtag ausscheiden, dürfte dieser au) 104 Mitgliedern gegenüber bisher 128 Abgeordneten best» den. An der Hand der Listenverbindunqen muß noch nachgeprüft werden, ob etwa noch ie ein Mandat auf die Deut- Iche Volkspartei und auf den Christlichen Bolksdienit entfällt. Flucht ms Ausland bedeukek freiwilliges Ans scheiben ans der deutschen Volksgemeinschaft Berlin. 4. April. Weite Kreise des deutschen Volkes »nl darüber empört, baß qewiffe in den letzten 14 Jahren a, maßgebender Stelle stehende Männer ietzt die Grenze über- schritten haben und mit dem in Deutschland verdienten Gel) ein gutes Leben führen. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, sind Erwä- gungen im Gange, um besonders in dem Fall, wo es sich bei den ins Ausland geflüchteten Beamten oder im Staatsdienst steheilöen Männer handelt. Maßnahmen ergriffen werde» können, die die ins Ausland Geflüchteten ihrer Rechte all verlustig gegangen erklären. Zur Die Boykott-Aktion der NSDAP st in ganz Deutschland! in größter Ruhe und voller Disziplin vor sich gegangen. Wo kleinere Störungen stattfanöen, da waren sie durch kommunistische Provokateure veranlaßt. Die Sondergerichte werden diese wenigen Fälle schon in den nächsten Tagen klären und es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dabei ganz exemplarische Strafen herauskommen. Man wird diese Strenge der Gerichte durchaus verstehen, wenn man sieht, mit welch eiserner Disziplin die SA und SS dem Befehl ihrer Parteileitung nachgekommen ist. Im Ausland hat die Bewegung ihren Zweck schon zum größten Teil erfüllt. Aus allen Ländern kommen Nachrichten, daß die Aufrufe gegen die deutschen Firmen und die deutschen Waren aus den Zeitungen verschwunden sind und es sind nur noch kleine Kreise, die glauben, die Hetze forl- setzen zu sollen. Selbst in Amerika, wo die Lügenpropaganda ganz vorzüglich organisiert war, hat der Einfluß der Aufklärungsarbeiten der deutschen Regierung und. der Aufklärungsabteilungen der NSDAP bereits reinigend gewirkt. Die amerikanische Regierung hat durch ihre Reserviertheit ebenfalls zur Aufklärung betgetrage». In England ist eine Klärung insofern eingetreten. als die Untersuchungen ergeben haben, daß die deutschen Kommunisten die Aktion geleitet und gefördert haben. Ihre englischen Genossen haben ganz besonderen Beifall bei den Juden polnischer und galizischer Abstammusa gefunden, während sich Lage. die alteingesessenen englisch-jüdischen Familien kaum beteiligt haben. Die Erklärungen des englischen Außenministers und des Kriegsministers haben nunmehr auch die ausgepeitschte englische Presse zum Schweigen gebracht. Von Frankreich haben wir di« Hetze erwartet, und wir brauchen durchaus keine allzu große Rücksicht darauf zu nehmen. wenn von Paris ans noch weitere tendenziöse Angriffe gegen die deutsche Regierung erfolgen. Die Bewegung paßt den Franzosen in ihr Programm. Wir sind die Liebenswürdigkeiten der Grande Nation seit Jahrhunderten gewöhnt. In der Entstellnngskunst hat aber entschieden der Straßburger Sender den Vogel abgeschoffen. Es ist kaum wiederzugeben, mit welchen Mitteln der Redakteur des Senders gearbeitet hat. Tagelang hat man verschwiegen, daß die Boykott-Aktion lediglich eine Gegenmaßnahme der deutschen Regierung und der NSDAP gegen die Hetze im Ausland bedeute und daß die Regierung gar kein Interesse daran hatte, von sich aus eine solche Bewegung ins Leben zu rufen. Tagelang mußte die französische Oeffentlichkeit hören, daß neue Greuelpropaganöa in Deutschland gemacht wurde, daß ein armer Volksteil von 600 OOO Menschen, Männer und Frauen. Kinder und Greise, dem Hunger und dem Tod preisgegeben seien. Wer bei uns mit offenen Augen die Dinge verfolgt hat, der muß sich auch selbst dann mit Abscheu von einer derartigen Berichterstattung wenden, wenn er mit dem Reaierunasvroaramm nickt einverstanden aewe- 94. Jahrgang sen wäre. Die niederträchtigen Verleumdungen fanden ihre« Höhepunkt in der Erklärung der lothringischen Inden, die einen Appell' an das Weltgewissen richteten und darin die größten Entstellungen gebrauchten. Doch, wie gesagt, wir dürfen dieser französischen Hetze keinen allzu arotzen Wert beimessen, denn Frankreich ist bei der heutigen Lage der Abrüstungskonferenz außerordentlich nervös und seinen Vertretern ist heute jedes Mittel recht, wenn es dazu beiträgt, das Ansehen der deutschen Regierung zu schädigen oder die deutsche Regierung als Friedensstörer hinzustellen. Wir hätten es gern gesehen, wenn Herr Goebbels unseren Stuttgarter Sender beauftragt hätte, Aufklärungen in französischer Sprache täglich einige Male zu geben, damit die französische Bevölkerung auch von uns aus aufgeklärt worden wäre. Wir brauchen an dieser Stelle nicht besonders zu betonen, daß man in Frankreich die Bevölkerung nicht mit der Regierung identifizieren darf. In keinem anderen Land hat sich eine Regierungskaste so herausgebildet wie gerade in Frankreich. Die feindliche Hetzpropaganda hat aber auch ihren guten Sinn bewiesen: in fast allen Ländern haben sich die dort wohnenden Deutschen zu nationalsozialistischen Zellen zu- sammengeschtoffen und dadurch die Einheitsfront mit der deutschen Regierung und der Heimat hergestellt. Es liegen uns gerade in den letzten Stunden Nachrichten vor. insbesondere aus Noröitalien. von Mailand bis hinauf nach San Remo, daß dort überall öerartiqe Gruppen aebildet worden sind, die durch Telegramme und Schreiben dem Reichskanzler Hitler ihre Huldigung dargebrackt haben. Aehnliche Nachrichten liegen aus den deutschen Kreisen in den afrikanischen Kolonien vor. wo kaum noch ein Deutscher zu finden ist. der nicht aus Hitler, die jetzige deutsche Regierung und die schwarz-weiß-rote Fahne schwört. Diese Gruppen arbeiten ietzt unermüdlich an der Aufklärung, und wir dürfen bestimmt annehmen, daß in kurzer Zeit die Wahrheit de» Sieg über die Lüge und Verleumdung davongetragen haben wird. Nie war das Auslanösdeutschtum so eng verbunden mit der Heimat wie heute: nie haben sich die Deutschen auf der ganzen Welt so solidarisch mit ihrer Hermatregterung erklärt, wie seit dem 5. März. Die deutsche Volkserhebung hat ihre Wellen bis nach den äußersten Grenzen Asiens, Australiens und Amerikas geschlagen. An diese Auswirkung haben die Hetzer sicherlich nicht gedacht. Interessant ist die Haltung der Schweiz. Wir haben erst vor einigen Tagen einen geharnischten Protest gegen die maßlose Propaganda der schweizerischen Sozialdemokraten geschrieben. Nunmehr hat die schweizerische Regierung zu der Angelegenheit insofern Stellung genommen, als sie sich mit den eingewanderten Marxisten und den zugereisten Inden beschäftigt. Wir geben die Berner Erklärung im Wort* laut wieder, aus der zu ersehen ist. daß die Schweizer Regierung sich nicht nur von der Aktion der Schweizer Sozialdemokraten restlos distanziert, sondern daß sie die von Deutschland Eingewanderten aar nicht in ihrem Lande wünscht. Man schreibt; „Das eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement hat den Kantonen über die sremdenpolizeiliche Behandlung der wegen der Ereignisse in Deutschland in die Schweiz einrei- senöen Israeliten Weisungen erteilt. Darin ist gesagt, daß diesen Ausländern in der gegenwärtigen, sür sie schweren Zeit ein vorübergehender Aufenthalt in der Schweiz nicht verwehrt werden solle. Es könne sich aber im Hinblick auf die bereits bestehende Uebersremdung des Landes und auf die Lage des schweizerischen Arbeitsmarktes nur um eine vorübergehende Zuflucht handeln, ohne Ausübung einer Er- werbslätigkeit. Die Kantone werden aufgefordert, jede Uebertretung sremdenpolizeilicher Vorschriften sowie jedes Verhalten solcher Ausländer, das Anlaß zu Beunruhigung im Innern bieten oder die Beziehungen zu einem anderen Lande stören könnte, unnachsichtlich mit Wegweisung zu ahnden. Auch sind Richtlinien gegeben worden zum Einschreiten der Fremüenpolizei, sobald die Grundlagen und Beziehungen für einen dauernden Aufenthalt geschaffen werden wollen, insbesondere wenn Anstalten zum Erwerb einer Lie- 3 a weatzr« Korten Neichsminister Hugenberq hat im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminister den Ministerialrat Bayrhosfer mit der Prüfung der Vorwürfe beauftragt, die gegen die Geschäfts» führung und gegen die Ausgestaltung der zentralen genos- senschaftlichen Verbände des landwirtschaftlichen, gewerk- lichen und Konsumgenossenschaftswesens sowie ihrer Landesund Provinzialorganisationen. Verbandskassen und Warenanstalten erhoben werden. Außer Geheimrat Kastl haben weitere fünf Hetren der höheren Beamtenschast des Reichsverbandes der deutschen Industrie, die insgesamt aus 35 Köpfen besteht, ihre Posten niedergelegt. Am Samstag find in der Danziger Niederung ein großer SA-Aufmarsch statt. Reichstagsabg. Förster sprach über die politische Laqe in Danzig, wobei er sich scharf aeaen die Regierung Ziehm wandte. Der verhaftete Rektor der Technischen Hochschule Braun- schweig. Prof. -Gaßner, ist von seinem Amt zurückgetrete«. Auch der Sohn des Rektors ist verhaftet worden. Im überfüllten Sitzungssaal des ehemaligen Herrenhauses in Berlin fand gestern nachmittag eine qroße öffentliche Kundgebung der Glaubensbewegung „deutscher Ehrt- sten" statt. Im Aufträge der politischen Polizei wurde am Samsta« in den Berliner Geschäftsräumen der „Derop", Buöapester- straße 9. sowie im Laboratorium in Weißensee eine Durchsuchung vorgenommen, da der Verdacht kommunistischer Umtriebe unter der Angestelltenschaft bestand. Elf Personen wurden zwangsgestellt. Die Berliner Abendblätter bringen folgende Reutermel. düng ans Neuyork: Entsprechend den Wünschen des amett- kanischen Staatsdepartements und der führenden Kongreß- mttglieder haben lie amerikanischen Juden sich zum Still, schweigen gegenüber der Lage der Juden in Deutschland entschlossen. In Montreal (Kanada) zerstörte ein Großfeuer den schloß- artigen Besitz der Lady Banhornes, der Witwe des bekannten kanadische« Eisenbahnköntas. Bet dem Brand wurd» die wertvollste kanadische Gemäldesammlung, die auf zwei Millionen Dollar geschätzt wird, vernichtet. Mitverbrannk ist u. a. ei« lebenaroßes Portrait von Velazauez. Nr. 80. Jahrgang 1933. Der Lrmdbote * Sinsheim« Zeitung. Dienstag, den 4. April 1933. genfchast, -ur Gründung eines Geschäftes, zur Beteiligung an einem solchen usw. getroffen werden. Ueber die sremden- polizeiliche Behandlung der politischen Flüchtlinge werden demnächst besondere Weisungen erlassen. Soweit eine osfizielle Mitteilung des eidgenössischen Juli iz- und Polizeidepartements, desien Vorsteher beute dem Bundesrat Kenntnis gegeben hat von dem Umfang der bisher beobachteten Einwanderungen. Diese beziehen sich, entsprechend den bekannten Maßnahmen der deutschen Regierung, zum Teil auf Israeliten, zum Teil aus Angehörige von politischen Linksparteien. Von jeder der beiden Gruppen mögen in den letzten Tagen etwa 200 bis 300 Personen auf Schweizer Boden gekommen sein. Die Schweizer Mustermesse in Basel wies einen ziemlich starken Besuch von Deutschen auf, die dann zum Teil die Schweiz nicht mehr verlaflen haben. Im Falle einer weiteren, beträchtlichen Zunahme der Einwanderungen würde das Justiz- und Po- lizeiöepartement den Erlaß weiterer Maßnahmen prüfen." Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist es nicht wahrscheinlich, daß es die deutsche Regierung nötig hat. die Boykott-Aktion am Mittwoch noch einmal aufzunehmen, sondern. daß sie auf gesetzmäßigem Wege die Regelung für die Zukunst in aller Ruhe treffen kann. Die bisherigen Erklärungen der Regierung sind eindeutig, in Einzelfällen natürlich äußerst hart, aber auch von jüdischer Seite beginnt man die Maßnahmen zu verstehen und versucht durch sachliche Aufklärung einen Mittelweg zu fickden. der Hitlers Programm rechtfertigt, aber auch auf der anderen Seite akzeptiert werden kann. Das Kabinett hat jetzt Wichtigeres zu tun und den Kauws gegen die Arbeitslosigkeit aufzunehmen, als sich in einen nutzlosen Streit mit der Weltmeinung zu begeben. BtffotöikHti - IlnlenMng mit Streich« Berlin, 4. April. Lin Vertreter der nationalsozialistischeG Korrespondenz hatte eine Unterredung mit dem Leiter de? S entralkomitees zur Abwehr der jüdischen Greuel, uni oykotthetze, Julius Streicher, der sich über das Gelinge« des Boykotts u. a. wie folgt äußerte: Es war nicht immer leicht, die richtige Entscheidung zu treffen. Es war notwendig, auch manchmal gegen die eigene innere Ueberzeuguns iui Dienste des großen Ganzen zu entscheiden. Streicher hol weiter hervor, daß der Boykott im ganzen Reiche in tadelloser Ordnung durchgeführt worden sei. Provokationen wurden durch die Wachsamkeit 5er SA und SS im Keim« erstickt. Als das erfreulichste Kennzeichen könne festgestelll werden, daß die Aktion vom ganzen Volk getragen war Die Abwehrkundgebungen waren im ganzen Reich ganz ungeheuerlich, „auch wenn diese Abwehrbewegunq heute ihre« Abschluß findet, so wird doch ein bedeutendes Ergebnis fest- zustellen sein: 1. Das internationale Judentum sieht, daß das neu« Deutschland nicht mit sich Schindluder treiben läßt. 2. baß nicht nur das deutsche Volk, sondern die ganze Weil durch den uns von den Juden selbst aufgezwungenen Abwehrkampf auf di« Judenfrage hingewiesen worden isi, dis nicht nur eine Frage des deutschen Volkes, sondern eim Frage der Menschheit ist." Bildung des amerikanische« jüdischen Kriegsrat; ^ Nework, 3. März. Der Judenführer. Staatsanwalt Aro, --aatiren. gab die Bildung eines jüdischen Kriegsrates bekannt, der die Aufgabe haben soll, einen die ganze Welt um spannenden Boykott der deutschen Waren durch die jüdische« Zwischenhändler herbeizuführen, die angeblich 80 vom Hundert des deutschen Handels kontrollieren. Als Ziel diese« Bewegung wird offen die Zerstörung des deutschen Handelt und die Vernichtung der deutschen Industrie zugegeben. Zahlreiche jüdische Organisationen in den Vereinigte«! Staaten haben zu Gunsten der angeblich durch die Herrschaf! der Nationalsozialisten in Not geratenen deutschen Jude«! große Sammlungen in die Wege geleitet. Die Juöenführes Wise und Deutsch gaben eine Erklärung ab. daß der ameri, kanische Juüenkongreß unter Berücksichtigung der Wünsch; des Staatsdepartements im Augenblick von Kommentare« über die traurige Lage der deutschen Juden Abstand nehme« wolle. Im übrigen ist infolge der Abwehraktion ö« N.S.D.A.P. die allgemeine Laae weitgehend entspannt. Warum mußte die deutsche Wirtschaft zusammenbrechen? Y Wie sehr die verarbeitende Industrie Deutschlands bisher unter der steuerlichen Ueberlastung zu leiden hatte, das zeigen die folgenden aus kleinen und mittleren Betrieben entnommenen Zahlen. Ein und derselbe Kleinbetrieb hatte bei rund 60 000 RM. Umsatz 1931 insgesamt 584,20 im Jahr 1932 aber 2406,59 Steuern zu zahlen. Ein Mittelbetrieb mit 400 000 RM. Jahresumsatz hatte 1931 eine Steuerlast von insgesamt 4158- RM., 1932 aber von 20 632,95 RM! Allein die Steuern verteuerten also den Umsatz um 6—7 Prozent. Entsprechende Betriebe des Auslandes haben insgesamt nur 2 Prozent vom Umsatz Steuern zu traaen. Besonders drückend ist die Belastung mit der Gewerbesteuer. Sie betrug z B. in einem ganz kleinen Betrieb vor dem Kriege 92 RM., heute sind es 498,444 RM., bei einem mittleren Betrieb gpr dem Kriege 684.— RM., heute sind es 4 650,92 RM. Je Arbeiter stieg die Gewerbesteuer auf Beträge von 50, 80 und mehr RM- an. Ebenso stiegen die Sozialversicherungsletstunqen je Arbeiter von 38,71 auf 236,84 RM. Da die Preise gegenüber einem Indexstand von 1913 = 100 auf 87,4 sanken, konnte natürlich angesichts einer derartigen Weasteueruna der Betriebsmittel „an der Quelle", wie es Reichskanzler Hitler unlängst sehr richtig als falsch kritisierte, überhaupt nur schärfste Rationalisierung mit Ausschaltung von Arbeitern die industriellen Betriebe bis heute über Wasser halten und es ihnen ermöglichen, wenigstens einen Teil ihrer Belegschaften uück. zu beschäftigen. Ell« Veinhorn bei hindenburg Berlin, 4. April. Der Reichspräsident empfing gestern die bekannte Fliegerin Elly Beinhorn und überreichte ih, den Hindenbr gpokal, den das Preisgericht unter dem Bor- sitz des Ministerialdirektors Dr. Brandenburg Fräulein Beinhorn zuerkannt hatte. Die Zuerkennung erfolgte Haupt- sächlich wegen des bekannten Fluges über Indien «ach Australien sowie quer durch Nordamerika. Mit der PreiS. verleihung ist eine Geldprämie von 10 000 Mark verbunden SM-GrenzlMd-MWW in ZlveiblNen. Zweibr»cke«, 3. April. Der Sonntag war für Zweibrücken ein Berkehrsttag erster Ordnung. Schon in den Vormittagsstunden kamen die saarländischen Nachbarn mit Kraftfahrzeugen aller Art in die Grenzstadt so daß die vorgesehenen Parkplätze bald gefüllt waren. Die Sonderzüge der Eisenbahn brachten weitere Benichcrmassen. und in den Straßen der Stadt herrschte ein ganz ungewöhnlicher Verkehr. Trotz des überaus starken Kraftwagenverkehrs haben sich keine Unfälle ereignet. Um 10 Uhr war die Fruchhalle überfüllt von den Amtswaltern des Gaues Saar und des Kreises Zweibrücken. vor denen die Gauleiter Bürck tSaars, Bürckel lPfalzl. der Bundschuhvorsitzende Schicker! der Gaubetriebszcllenleiter L>elzner. der Organisationsleiter Saar, Pfeiffer, und der Gaukampfführer Bösing sprachen. In der ersten Vormittagsstunde wurden die Fahne« der Bunöschuhgruppen Ottenbach. Dellfeld. Hornbach. Krähenberg und Käshofen geweiht. Gegen 2 Uhr begann der gewaltige Aufmarsch, an dem mehr als 10 000 Personen, davo« etwa die Hälfte aus dem Saarland teilnahmen. Ueber eint Stunde dauerte der Vorbeimarsch, und noch lange war daj Ende des Zuges nicht avzusehen. als in der Festhalle öi< große SaargrenzlandkundgeVung ihren Anfang nahm. Deutsch-italienischer personataustausch Nach einem Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung nud Arbeitslosenversicherung haben am 1. März d. I. im Retchsministerinm zu Berlin zwischen Vertretern der deutschen und italienischen Regierung Verhandlungen stattgefunden. die zum Abschluß einer Vereinbarung für die erleichterte Zulasiung von Gastarbeitnehmern zum Zwecke der beruflichen und sprachlichen Fortbildung führten. Die deutsch-italienische Vereinbarung soll am 1. Mai d. I. in Kraft gesetzt werden. Aufgrund dieser Vereinbarung können jährlich 200 Arbeitnehmer, davon 100 im Hotel- und Gastwirtsgewerbe, 60 Techniker und Arbeiter in der Jndu. strie und 40 kaufmännische und Bankangestellte in Italien bezw. Deutschland ohne Rücksicht auf die Lage des Arbeitsmarktes zu Berufsausbildungszwecken zugelasien werden. Eines Kopf-um-Kops-Austausches bedarf es nicht. Für di« Zulassungen für Angehörige des Hotel- und Gastwirtsgewerbes ist die Fachabteilung für das Hotel und Gastwirtsgewerbe beim Lanöesarbeitsamt Süöwestdeutschland in Baden lArbeitsamtj als Zentralstelle für ganz Deutschland bestimmt. Mchfeiu-liche Kundgebnngeü in Sberschlesien dauern an Kattowitz, 4. April. Die deutschfeindlichen Kundgebungen :n Ostoberschlesien dauerten auch gestern an. So wurden wiederum Zeitungsstände in Kattowitz nach deutschen Zeitungen durchsucht, die von den Händlern nicht mehr öffent- ousgelegt werden. Bor dem Verlagsgebäude der „Kattv- witzer Zeitung" sammelte sich eine große Menschenmenge an, die Schmährufe gegen das Minderheitenblatt ausstieß. Di« Polizei zerstreute die Menge. Die Montagsausgabe der Zeitung wurde beschlagnahmt. In Königshütte wurde an mehrere Gebäude und Geschäfte. die sich in deutschen Händen befinden, sowie an das deutsche Privatgrnnnasium Aufrufe geklebt, die mit Toten- ^öpfen versehen waren und in denen gegen den Gebrauch de« >n1fchen Sprache protestiert wird. Auch kn Teichen veranstalteten die Studenten der dortige» ^ndwirtschaftlichen Schule deutschfeindliche Kundgebungen, ümltche deutschen Zeitungen in den Kaffeehäusern uni 'astwirtschaften wurden entfernt und auf dem Ring unte» m Gesang des berüchtiaten polnischen Hetzliedes „Rota' ^rbrannt. Daß diese deutschfeindlichen Kundgebungen von den poh lswen Behörden stillschweigend geduldet, wenn nicht gar berußt werden, geht aus einem Kommentar der „Polskj ^achodnia". dem Blatt des schlesischen Wojwoöen, hervor, n dem das Vorgehen der polnischen Chauvinisten als eirtz -ervorragenöe vatriotische Tat bezeichnet wird. Das Bla« kündigt an. daß deutsche Zeitungen in öffentlichen Lokales lolanae nicht geduldet würden, bis die polnischen Blätter itz Deutsch-Oberlchlesien wieder zugelasien würden. Auch du deutsche Minderheitenvresie werde scharf bekämpft werden. polnische Soldaten überfalle« deutsches Mllerheim Kattowitz, 4. April. Am Sonntag um 20 Uhr wurde vo, betrunkenen Militärperkonen auf das Mütterheim des kath deutschen Muttervundcs in Schrau ein Ueberfall verübt. Unter Führung eines Sergeanten versuchte eine Gruppe vo, sechs Mann die Tür aufzubrechen, um in das Haus einz» dringen. Sie bearbeiteten mit Seitengewehren die Tür, dtt den Angriffen glücklicherweise standhielt. Einige in de« Nähe weilende junge Leute verständigten die Polizei, di« ihrerseits die Militärbehörden benachrichtigte. Als eim Militärpatrouille im Tatort erschien, wraen die Täter bereits geflüchtet. Inzwischen hatte sich eine große Mensche» menge angesammelt, die von der Polizei zerstreut wurüo Englische Maßnahmen gegen Rußland? London. 4. April. Die englische Regierung wird, wie Ministerpräsident Macdonalb dem Unterhanse mitteilte, heut« ein Ermächtigungsgesetz einbringe«, das die Regiernng mit Vollmachten hinsichtlich der russischen Einfuhren nach England ausstattet. Das Gesetz soll bereits am Mittwoch all« Lesungen dnrchlanfen, so daß es mit der größte« Beschlenni« gnng in Kraft treten kann. Die Ankündigung Macdonalds erfolgte, nachdem am Vor. mittag lange Besprechungen des Kabinettsausschusies fü, russische Angelegenheiten und des Außenministers Simon mit dem Moskauer englischen Botschafter Sir Osmond Ove« anläßlich der Verhaftung der sechs Engländer in Moskau stattgefunöen hatten. Drei Milliarden für die Zarmer Rewyork, 4. April. Wie aus Washington gemeldet wirh empfiehlt Präsident Roosevelt in einem Schreiben an deß Kongreß eine Emission zur Erleichterung des landwirtschaftt lichen Hypothekarkredits. Roosevelt schlägt vor. daß dal Schatzamt 2—8 Milliarden Dollar 4prozentige Bonds aus. gebe, die zur Ablösung notleidender Hypotheken der Farme« in den Vereinigten Staaten dienen sollen. Ergebnisse dtt Reilhstagsivahl vom s. Mörz 1833 in Men. Die Pressestelle beim Staatsministerium teilt mit: Auch diesmal hat, wie bisher bei jeder Reichs- oder Lanötagswahl das Badische Statistische Landesamt sich bemüht. die Ergebnisse der Reichstagswahl vom 5. März für jede Gemeinde des Landes nach vorabgegangener sorgfältiger Prüfung sobald als möglich zusammenzustellen und in einem Sonderheft zu veröffentlichen: das Heit kann jetzt zum Preis von 1,20 RM protofrei vom Statistischen ^andesamt in Karlsruhe bezogen werden. Tie große Bedeutung, die gerade der letzten Reichstagswahl nicht nur für das Deutsche Reich, sondern auch für das Land Baden zukommt, macht es jedem, der im öffentlichen Leben steht, zur Pflicht, sich mit dieser Veröffentlichung, die ein übersichtliches und zuverlässiges Bild des Abstimmungsergebnisses bietet, auf SaS 19) Margarete Ankelmann. In den vier Wochen ihres Berliner Aufenthalts hatte sie schnell und viel begriffen. Auch hier war viel Talmi; das wenigste, was glänzte, war Gold. Man mußte immer erst genau Hinsehen, ehe man irgend etwas glaubte. Von ihrem Reichtum war Magdalene beglückt wie am ersten Tage. Es war herrlich, so reich zu sein, sich alles kaufen zu können, wonach das Herz verlangte. Selbstverständlich war sie in den großen Modesalons ständiger Gast. Sie kaufte alles, was ihr gefiel: Kleider, Kostüme, Mäntel, Pelze ... Auch ein Wandererkabriolett hatte sie sich zugelegt, einen schnittigen, hellbeige Wagen, mit roten Ledersitzen. Jetzt war sie im Begriff, chauffieren zu lernen. Es war himmlisch, reich zu sein! Heute war sie verstimmt. Mutter Hahn, die mit in Berlin weilte und überall als Magdalenes Tante galt, wollte nicht mehr milmachen. Tie hatte zu große Sehnsucht nach ihrer kleinen Stadt; die Riesenstadt legte sich ihr aufs Gemüt, machte sie schwermütig. Am Morgen hatte sie Magdalene erklärt, aus keinen Fall mehr hierbleiben zu können. Sie halte es einfach nicht mehr aus. Durch vieles Zureden hatte es Magdalene fertig gebracht, sie wenigstens noch so lange zu halten, bis sie eine Gesellschafterin gefunden hatte. „Das ist nichts für mich, Lenchen", sagte sie auf Magdalenes Zureden, „diese feinen Hotelzimmer, diese Anzieherei den ganzen Tag, diese vielen Menschen, das Effen. Nein! Ich muß meine Ruhe haben, meine vier Wände, meine Nudelsuppe mit Rindfleisch. Dieses Leven kann ich aus die Dauer nicht ertragen, llnd, Lenchen, für Sie wäre es auch besser, Sie verschleudertest nicht so Ihr schönes Geld, ohne was Rechtes davon zu haben. Es wäre gescheiter, Sie hörten auf mich und kämen auch mit mir nach Hause. Glauben Sie mir: die Leute, mit denen Sie hier zu tun haben, die gefallen mir alle nicht. Kein bißchen gefallen sie mir. Entweder es sind reiche Leute, die zeigen, daß sie Sie nicht für voll nehmen, oder es sind Nichtstuer, die es ruf Ihr Geld abgesehen haben und von denen Sie sich nichts Gutes versprechen dürfen. Ich Hab' , richtig Angst um Sie, Lenchen! Ist es denn so schön, sich anzumalen und aufzuputzen und immer in »en Hotels und auf den Gesellschaften herumzuschwänzeln? Erst haben Sie mir viel besser gefallen, als wir noch zu Hause waren und Sie ihr natürliches Gesicht zeigten." „Aber Hähnchen, ich Hab' doch noch dasselbe Gesicht! Nur Sie verstehen nicht, was schick und modern ist ...!" „Nein, das verstehe ich nicht, und ich will's auch nicht verstehen! Zu meiner Zeit machte ein anständiges Mädchen solche Dummheiten nicht mit!" Frau Hahn war froh, sich endlich einmal allen Groll von der Leber herunterreden zu können. Sonst hatte Magdalene nie Zeit für sie, heute endlich war die Gelegenheit da. Zu viel hatte sie die ganzen Wochen über in sich hineinfressen müssen. Es hatte damit angesangen, daß Mutter Hahn stundenlang in dem feinen Modesalon hatte weilen, Anprobe über Anprobe über sich ergehen lassen müssen. Ein Korsett hatte man ihr aufgezwungen, das sei für die Figur unerläßlich. Dann hatte man ihr zugemutet, auf ihre alten Tage mit einem ärmellosen Kleid herumzulaufen. Na, da hatte sie einfach nicht milgemacht. Sie hatte die hoch- geschloffencn Kleider durchgesetzt, die ihr schicklich erschienen waren. Dann kam diese entsetzliche Autofahrerei, bei der mau seines Lebens nicht froh und nicht sicher war. Auf di« Rennplätze suhr man, in die Kaffeehäuser ... Sie war ja nicht ganz weltfremd gewesen, hatte früher mit ihrem Manne auch manch schöne Reise gemacht. Aber so eir Sodom und Gomorra — nein, mit so etwas konnte st« sich nichr befreunden! Abends konnte man nicht allein über die Straße gehen ohne schamlose Angebote zu bekommen; nicht einmal vo: ihrem Alter und ihrer Würde schreckte man zurück. Uni im Hotel! Da war abends ein Betrieb, daß man sich nich zurecht fand und in die Zimmer hinaufgehen mußte, wen» man seine Ruhe haben wollte. In diese Zimmer mit den feinen, zierlichen Möbelchen mit denen, man einfach nichts anzufangen wußte. Nein das war nichts für sie. Sie wollte nach Hause, kein Geli der Welt würde sie hier festhalten. Es dauerte lange, bis Frau Hahn mit ihrer Rede z» Ende war. Magdalene hatte Mühe, sie zu beruhigen uni endlich das Versprechen zu bekommen, daß Detter Hah» bis zur Ankunft einer Gesellschafterin bleiben wolle. Dann sollte sie nach Hause zurückkehren und dort di« Pension aufmachen, zu der Magdalene das Geld spende« würde. Mutter Hahn hatte zuerst nichts davon wissen hatte sich dann aber doch Magdalenes Ueberredung gefügt. „Ich selbst will für längere Zeit verreisen, Mutter Hahn, sobald ich die richtige Gesellschafterin gefunden habe. Ich mutz mir endlich die Welt ansehen, das Leben genießen.. .* »Ach Gott, Fräulein Lenchen, ich habe wirklich Angst für Sie. Es wäre mir fast lieber, Sie hätten das Große Los nicht gewonnen. Ich werde den Gedanken nicht los, »aß das kein Glück für Sie war." „Nun hören Sie aber aus mit Ihrer Schwarzmalerei, Mutter Hahn! Das ist doch alles Unsinn! Ich weiß, was ich tue, und- habe mein Schicksal fest in der Hand. Sie brauchen keine Angst um mich zu haben. Und daß ich mein Leben genießen will, das können Sie doch einsehen — nicht wahr? Dazu gehört vor allem, daß ich reise, weit, weit fort. Passen Sie aus, Hähnchen, eines Tages bekommen Sie eine Ansichtskarte aus Honolulu!" Nr. 80. Jahrgang 1933. Der Lavddote * Sinsheim« Zeit»«», Dienstag, den 4. April 1933. eingehendste zu befassen. Aus dem Inhalt der Schrift seien vorerst folgende Zahlen mitgeteilt: Am 5. März sind in Baden 1 393 785 Personen zur Wahlurne geangen. Von den abgegebenen Stimmen waren 11 230 ungültig. Die Wahlbeteiligung hat im Land im ganzen 85,3 Prozent betragen, sie war also erheblich gröber als jene der letzten Wahlen nutz reicht nahe an die Landtags- Wahl vom Jahr 1919, an der sich damals 881 v. H. aller Wahlberechtigten beteiligt hatten, heran. Mit Stimmscheinen haben 43 284 Personen abgestimmt. Innerhalb der einzelnen Landesteile war die Wahlbeteiligung verschieden: am stärksten war sie in den Amtsbezirken Wiesloch 191.2 v. H. und Weinheim 90,5 v. H.»: die geringste Beteiligung weist -er Amtsbezirk Waldkirch (79,5 v. H.l auf. In 37 Gemeinden sind über 95 v. H aller Wahlberechtigten zur Urne gegangen. In keiner Gemeinde war die Wahlbeteiligung unter 50 Prozent „ t Aus der Veröffentlichung des Statistischen Landesamts geht ferner einwandfrei hervor, daß die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, für die bei der Landtagswahl vor acht Jahren erst 8917 Stimmen abgegeben worden sind, heute vor allen anderen Parteien an erster Stelle steht. Die Gesamtzahl der auf sie abgegebenen Stimmne beträgt 627 156, b. s. 45,4 v. H. aller gültig abgegebenen Stimmen. Die Kampffront schwarzweitzrot erhielt 50 384 Stimmen, d. s. 3,6 v. H. Für das Zentrum hat sich rund ein Viertel, für die Sozialdemokratie haben sich 11.9 v. H.. für die Kommunisten 9,8 v. H aller Abstimmenden entschieden. Noch geringer ist der Anteil der übrigen Parteien. Die Deutsche Staatspartei hat 1.5 v H. der Evangelische Volksdienst 1,3 v. H.. die Deutsche Volkspartei 1,0 v. H. aller Stimmen erhalten. In 34 lvon 40s Amtsbezirken hat die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei die Mehrzahl aller abgegebenen Stimmen erhalten Dem Zentrum, das bisher die stärkste Partei in unserem Lande war. ist es noch in sechs Amtsbezirken gelungen die Mehrheit der abgegebenen Stimmen aus sich zu vereinigen. Geht man noch auf die einzelnen 0 . meinöen ein. so zeigt sich, daß in 975 Gemeinden, d. s. 64 v. H. aller Gemeinden, die Nationalsozialisten an erster Stelle stehen. In 87 Gemeinden ist es den Nationalsozialisten gelungen, über 90 v. H. aller abgegebenen Stimmen zu erringen. Endlich sei noch kurz auf die Frage eingegangen, in wieviel Gemeinden es den einzelnen Parteien gelungen ist, die absolute Mehrheit (über 50 v. H, aller abgegebenen Stimmen) zu erhalten. Nach den Feststellungen des Statistischen Landesamts beträgt die Zahl der Gemeinden, in denen die Nationalsozialisten die absolute Mehrheit erhielten. 755: dem Zentrum ist es in 370 Gemeinden den Sozialisten dagegen nur in einer Gemeinde gelungen, die absolute Mehrheit zu erreichen. Iugenderlasse der badischen Regierung Die Presieftelle beim Staatsministerium teilt mit: Der Staatskommistar im Ministerium des Kultus und Unterrichts hat an die unterstellten Behörden und Dienststellen folgende Bekanntmachung erlasien: Der Herr Reichskanzler Adolf Hitler ist der Führer der aus einer Epoche des politischen, kulturellen, wirtschaftlichen, nationalen und iozialen Niederbruchs wieder auferstandenen deutschen Nation Seine Ehrung ist daher eine vaterländische Pflicht für jeden deutschen Staatsbürger. Wo immer dies« Ehrung Ausdruck erhalten soll wie das durch die Anbringung des Bildes des Reichskanzlers in den Klassenzimmern der Schulen in den letzten Wochen geschehen ist, verdient die weitgehendste Förderung durch die Schulbehörden. „Bei der Aufstellung der Stundenpläne für das kommende Schuljahr ist darauf zu achten, daß der Unterricht in Deutsch und Geschichte, insbesondere in den oberen Klaffen, nach Möglichkeit solchen Lehrkräften übertragen wird, die Lehr- befähigung in diesen Fächern in der Staatsprüfung nachge- -esev haben. Grundsätzlich kann der Unterricht in diesen Fächern nur von Lehrern erteilt werden, die Gewähr dafür oieten, daß er tm Geiste des neuen Deutschland gegeben wird. # Die in Baden bestehenden Spitzenverbände lGaue, Kreise, Bezirksleitungen) der marxistischen Turn-, Sport- und Kul- .urvereine. die örtlichen Kartelle und sämtliche Ortsgruppen dieser Verbände wurden aufgelöst und ihr Vermögen beschlagnahmt. Wirtschaftsbetriebe dieser Organisationen sind :u schließen Zu den aufgelösten Organisationen gehören u. a. der Arbeiterturn- und Sportbund, der Touristenverein „Die Naturfreunde" der Arbeiterathletenbund, der Arbeiter- Keglerbund, der Arbeiter-Schachklub, der Arbeiter-Sängerbund. die Internationale Arbeiterhilfe, die Rote Hilfe, die Arbeiterwohlfahrt, der Arbeiter-Raöiobund. der Arbeiter- Samariterbund. der Arbeiterraö- und Krastradbund „Solidarität", die Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit, der Internationale Bund der Opfer des Krieges und der Arbeit und der Bund der Freunde der Sowjet-Union. Auf Grund der Anordnung vom 17. März 1933 Nr. 26 666 sind in Baden bereits aufgelost sämtliche marxistischen Wehr- und Juaendverbände einschließlich ihrer Hilfs- und „Um Gottes willen, Lenchen, zu den Wilden wollen Sie reisen?" „Ja. ja, zu den Wilden! Und heirate dort einen schwarzen, und zur Hochzeit und Kindtaufe werden Sie eingetaden...!" „Sie sollen mich nicht auslachen, Lenchen!" „Ich lache Sie ja nicht aus, Mutter Hahn! Ich weitz ja, was ich an ^ihnen habe, und daß Sie der einzige Mensch sind, auf den ich mich verlassen kann. Aber — zunächst muß ich hinaus, muß mich austoben, dagegen 'omme ich nicht an. Später, wenn ich älter und ruhiger zeworden bin und mich erst an das viele Geld gewöhnt habe, werde ich schon wieder vernünftig werden." „Ich gönne Ihnen ja alles Gute, Kind! Wenn Sie rur immer den Koßf beisammen halten und nicht zu toll »auslos wirtschaften. Denn - auch das viele Geld kann ünmal zu Ende sein, wenn man es zum Fenster hinaus- virft." „Sie kennen mich doch, Hähnchen! Ich war zeitlebens »ernünfiig genug und Hab' gewußt, was ich zu tun hatte. Zch werde auch jetzt den Kopf nicht verlieren. Doch jetzt wollen wir Schluß machen mit dem Gerede. Bs ist so schön draußen, die Sonne lacht. Wir wollen lns fertigmachen und nach Potsdam hinausfayren. Dort st jetzt alles in voller Blüte — der Garten von Sanssouci nuß herrlich sein ..." Bald saßen die beiden zusammen in dem schönen, »ffenen Auto, das sie durch die belebten Straßen Berlins »inausführte — nach Potsdam, zu dem schönen Lustschloß Friedrichs des Großen. * * * „Elegante junge Dame als Gesellschafterin und Reise- Begleiterin gesucht. Bedingung: gewandtes Auftreten und sprachkenntniffe. Zu melden: Portier, Hotel.Adlon'." izoe Nowakowska hatte diese Zeilen schon einige Male ielesen, und ihre Augen hatten einen seltsamen Glanz »ekommen. Nebenorganisatsonen. insbesondere die Eiserne Front, baö l Reichsbanner Schwarzrotgold, der Arbeiterschützenbund, die Antifaschistische Arbeiterwehr, die Arbeitsgemeinschaft der Kmderfreunöe mit dem „Roten Falken" und „Jungfalken" die Sozialistische Arbeiterjugend .* Der Betrieb der Kreisjungoiehweide Hollmuth bei Neckargemllnd wird am 20. April d. 2s. eröffnet. Ausnahme finden Iungrinder Simmentaler Raffe,, mindestens 12 Monate alt, zuchttauglich und gut gebaut. Ferner werden Fohlen ausgenommen. Die Vergütung beträgt: 0,30 RM. pro Tag für Rinder 0,50 RM. „ „ tür einjährige Fohlen 0,70 RM. „ „ für zweijährige Fohlen Anmeldungen sind bis längstens 10. April b. 3s. an die Kreisverwaltung Heidelberg, Lauerstr. 1, zu richten. Kreis rat Heidelberg. Eckrtftleitung: H. Becker; Druck und Verlag: G. Becker'sche Buchdruckerei in Sinsheim. Nr. 80. Jahrgang 1933. Das w rkliche Gesicht des Llnternehmers. V Warum eigentlick denkt man bei einem Unternehmer immer nur an den Großindustriellen und Großbankier, oder versieht ihn gar, nach marxistlsch-bolschewikischem Muster, mit dem ehrenrührigen Titel eines Ausbeuters und skruppellosen Gewinnjägers? Nur Unkenntnis oder Böswilligkeit erklären diese Verdrehung, denn in Wahrheit hat der Unternehmer mit den, „Kapitalisten", diesem Inbegriff alles Schlechten für Millionen von Menschen, nichts oder nur sehr wenig zu tun. Gewiß, mancher Unternehmer kommt zu viel Geld. Aber sehr viel mehr von den Menschen, die gute Einfälle, Mut, Unabhängigkeitsund Berantwortungsfreudigkeit auf wirtschaftlichem Gebiet nutzbar zu machen versuchen — und das macht den Unternehmer aus —. bleiben zeitlebens in bescheidenem Wohlstand oder setzen gar ihr Eigenes auf Spiel. Wenn wir es als das Ziel jeder Bildungsarbeit ansehen, aus den jungen und Heranwachsenden Men'cben Persönlichkeiten zu machen, so bedeutet das. aufs wirtschaftliche Gebiet bezogen, daß auch beim wirtschaftenden Menschen diejenigen Eigensck'a?ten entwickelt und gefördert werden müssen, die ihn znm Entfalten eigcnwüchsiger Kräfte, zum Tragen der Verantwortnnq für sich und andere befähigen. Diese aber sind es gerade, die den Unternehmer aus der Masse oer übrigen Wirtschaftssubiekte berau-- geden. Ohne einen, der Gesamtheit der Menschen durchaus nicht angeborenen Blick, neue wirtschaftliche Betätigungsfelder zu entdecken, ohne den Mut, sie -u crsckließen. und ohne die Verantwortungsfreudigkeit, die Gewinn- und Berlustmöglichkei- ren dieser Erschließungsarbeit auf sich zu nehmen, hat niemano das Recht, sich Unternehmer zu nennen. Vkutjpender von Beruf BereltschaftStrnppe für Berliner Krankenhäuser geschaffen. OrL«n für eine Spenderin. — Ter Spendcrpatz. Die Uebertragung menschlichen Blutes zu Heilzwecken, gewinnt eine dauernd steigende Bedeutung. Um so wichtiger? ist es, in dringenden Fällen den geeigneten Blutspender, auf schnellstem Wege zu erreichen. Nickt jeder Mensch eignet sich zur Hergabe von Blut an Kranke. Der Blutspender muß absolut gesund, frei von akuten md chronischen Erkrankungen sein, es muß vor allem seine Blutgruppe bestimmt sein. Das menschliche Blut kann vier verschiedenen Gruppen angehören. Die Blutübertragung darf nur zwischen Angehörigen der gleichen Blutgruppe vorsichgehen, weil sonst die Gefahr schwerer Komplikationen u. Gesundheitsschädignngen entsteht Daher ist es von außerordentlicher Bedeutung, Blutspender- Organisationen zu errichten. Die Menschen, die zur Blut- hergabe bereit sind, dürfen nicht erst mühselig gesucht werden, alle Vorarbeiten müssen im Augenblick, in dem die Blutübertragung erforderlich wird,, bereits geleistet sein, damit kostbare Zeit nicht verloren geht. Wie wird man Blutspender? Viele Menschen entschließen sich aus Hilfsbereitschaft, aber auch zur Erlangung eines Nebenverdienstes, den Beruf eines Spenders zu ergreifen. In mehreren Ländern gibt es bereits eingehende behördliche Bestimmungen. Vor allem im Staate New Bork, wo sich als „Blutspender" nur ausgeben darf, wer bei der Gesundheitsbehörde registriert ist. In London und Rotterdam hat bas Rote Kreuz eine Vermittlungsstelle eingerichtet. In London gibt es 1100 Spender, 1931 wurden 2000 Blutübertragungen vermittelt. Der Spender wird nicht länger als eine Stunde seiner beruflichen Tätigkeit entzogen. Aber auch in Rußland, Wien, in der Schweiz bestehen feste Organisationen. In Deutschland gibt es bisher noch nicht behördlich eingerichtete und überwachte Organisationen. Nur einzelne Krankenhäuser in Berlin und Frankfurt haben ihre eigene Spendertruppe. Es haben sich daher schon häufig Schwierigkeiten bei der Durchführung des lebensrettenöen Eingriffes ergeben. Nun macht Prof Ernst Unger Mitteilungen über neue Anordnungen des Berliner Oberbürgermeisters, die auch in Berlin eine Regelung, ähnlich wie in New Aork, herbeiführen sollen. Das Rudolf - Virchow - Krankenhaus wurde beauftragt, eine Anzahl von Spendern zu untersuchen, zu überwachen und aus Anfordern sofort berettzustellen. Wie wichtig diese Ueberwachung ist. zeigen mehrfache Berichte über unangenehme Zwischenfälle bei der Blutübertragung: Berufsmäßige haben in zu kurzen Zwischenräumen verschiedenen Krankenhäusern ihr Blut angeboten und mehr Blut gespendet, als es ihrer Gesundheit zuträglich war. Rauschgiftsüchtige. Trinker drängten sick unter die Blutspender, es gab Betrug mit Gesundheitsattesten, Erpressnngsversuche an den Empfängern, ja sogar Uebertragung unangenehmer Krankheiten. Auch die Regelung der Gebührenfrage muß behördlich überwacht werden. In Berlin zahlt man zur Zeit abgestuft nach der Menge des gespendeten Blutes: 10 Mark Ganz ungeregelt ist noch die wichtige Frage, ob die Krankenkaffen die Kosten der Blutübertragu - zu tragen haben, was ja eigentlich selbstverständlich sein sollte . Will man die Kostenfrage vermeiden, so wird man möglichst Blutsverwandte des Kranken auffordern, was auch aus ärztlichen Gründen oft vorzuziehen ist. An manchen Orten gibt es überhaupt nur freiwillige Blutspender, deren Opserbereitschast durch Diplome belohnt wird. sLonöon, Zürich). In Paris wurde einer Krankenschwester nach der 23. Blutübertragung das Kreuz der Ehrenlegion verliehen. Ohne die Erlaubnis des Blutspenders darf ein Arzt niemals größere Blntmengen entnehmen. Kürzlich erst hat ein Gericht einer Kranken eine größere Entschädigung zugesprochen, deren Blnt gegen ihren Willen zu Neber- tragungszwecken benutzt wurde. Die erste ärztliche Untersuchung eines sich meldenden Blutspenders muß sehr eingehend sein. In Moskau wurden i von 1000 Bewerbern nur 250 tauglich befunden. Auch die j ausgewählten Bewerber müffen unter ständiger ärztlicher s Kontrolle bleiben. Die Stadt Berlin hat die Bestimmung ! getroffen, daß vierteljährlich Nachuntersuchungen erfolgen müffen. Um jeden Mißbrauch auszuschließen, erhält jeder s anerkannte Spender einen Spenöerpaß, der mit Lichtbild j versehen ist, und ein Schriftstück, das ihn über seine Rechte ! und Pflichten belehrt. Die Spender werden verpflichtet, jede i Erkrankung sofort dem Spenöernachweis zu melden. Nie- i mals sollen einem Spender mehr als 800 ccm. Blut ent- ! nommen werden. Falls größere Mengen gebraucht werden, müffen zwei Spender angefvrdert werben Da viel von Krieg und Kriegsgefahr gesprochen wird, ist bereits mehrfach auch die außerordentliche Bedeutung eines wohlorganisierten Spenderdienstes für die Verwundetenfürsorge hingewiesen worden In Rußland wird fcyv,. heute die Blutgruppe in jedem Rekrutenpaß vermerkt. Ter Beruf eines Blutspenders ist, wie sie sehen, nicht sehr einträglich. Opfermut und Uneigennützigkeit haben seit jeher einen schlechten Tarif. Aber unter den vielen neuen Berufen die die Nachkriegszeit geschaffen hat, ist der des Blutspenders der edelste, Ser Herr der Töne und Laklerien Die merkwürdige Entdeckung eines norwegischen Forschers. — Tonwelle«, die Bakterien töte«. — Die Versuche werde« nachgeprüft. Bor kurzem ging die Meldung durch die Weltvreffe. daß ver Lautbs t« * ShKfeta« Settm«. 'i m der Norweger Alfred Minsaas seftgestellt habe, gewisse Bakterien könnten durch bestimmte Tonschwingungen getötet werden. Es soll ihm gelungen sein, Fleisch durch Behandlung mit Tönen frisch zu erhalten, da die Fäulntsbakterien unter der Toneinwirkun» absterben. Da diese Entdeckung sehr weittragende Folgen haben könnte, interessiert man sich natürlich in weiten Kreisen dafür: allerdings stehen viele Fachleute der Angelegenheit sehr zweifelnd gegenüber, obwohl wissenschaftlich bestätigte Versuche vorliegen. Ob diese Versuche einer exakten Nachprüfung standhalten werden, mutz man abwarten. Minsaas hat seit dem Jahre 1912 die Konservierung von Nahrungsmitteln studiert und ihre Frischhaltung zum Hauptzweck seiner Arbeiten gemacht. Er sagt, er sei am seine merkwürdige Entdeckung gekommen, als er über die heiligen Bäder der Inder im Ganges nachgedacht habe, die heilende Wirkung besitzen. Bet den Unmengen verschiedener Kranker, die dort baden, müßte man naturgemäß annehmen, daß die Ansteckungsgefahr besonders groß wäre, es müffen also im Waffer bestimmte bakterientötende Eigenschaften vorhanden sein. Minsaas fand nun, daß die Badestellen sämtlich in der Nähe von Wafferfällen oder bei Stromengen sich befinden, durch di« die Wasiermaffen in reißendem Tempo stürzen. Und Minsaas kam zu der Ueberzeugung, daß das Getöse der strömenden Waffermaßen dem Wasser seine bakterientöteude Eigenschaft gäbe. Er versuchte deshalb die Töne des Waffersalls in einer Art Orgel zu kopieren. die ihm von einer Gönnerin zum Geschenk gemacht wurde. Bestärkt wurde er in seiner Annahme durch die in Amerika ausgeführten Versuche, wonach Tonschwingungen von über 80 000 in der Sekunde nicht nur Bakterien töten, sondern auch Fische. Die hohen Schwingungen sind auch sür Menschen von sehr unangenehmer Wirkung. Minsaas hat abgeschnittene Blumen, züm Beispiel Astern, durch Behandlung mit Tönen fünf Wochen lang frisck erhalten können. Menschen, die irgend eine organische Krankheit gehabt haben, empfinden unter dem Einfluß bestimmter Töne nach der Behauptung des Forschers an der ehedem kranken Stelle Schmerzen. Minsaas meint, daß die Tonschwingungen für die Existenz jeder Lebensform ebenso nötig seien wie Licht, Luft und Nahrung. Legt man zum Beispiel e^ Tier in einen Raum, in dem zwar Licht. Luft und Nahrung vorhanden sind, aber Tonschwingungeu gänzlich fehlen, so würde das Tier innerhalb sehr kurzer Zeit verenden. Die Tonschwingungen sind — sagt Minsaas — je nach ihrer Frequenz und Art. entweder schädlich oder nützlich. Keine Tonschwingung ist ohne Bedeutung. Die Geräusche der Stadt erklärt Minsaas als zer'"-°nd die Gesundheit. während die natürlich"« Tonwellen. die durch das Rauschen des Windes in den Bäumen, durch den Gesang der Vögel, das Plätschern des Reaens. das Rieseln der Bäche und das Brausen der Flüsse erzeugt werden, wohltuend und aufbauend wirken. Also auch hierin wäre «ine Erklärung dafür zu finden, daß dem Städter der Landaufenthalt wohl tut und ihn wieder gesund macht. Es ist nicht die Luft und die Ruhe allein, die das Wunder vollbringen. Die Gelehrten, die bisher die Versuche geprüft habe», stnd übereinstimmend der Meinung, daß sie vielleicht ein Schlüssel zu den weitesttragenden Entdeckungen s«in können, und man wird die Arbeit mit großem Interesse aufnehmen, bas nächste wird sein, zu erforschen, in welcher Weis« Ton- schwingnngen, die das menschliche Ohr nicht hört, auf den Körper einwirken, von welchem der Organe od«r welcher der Zellen sie wahrgenommen werden. Daß die Theorien Minsaas aber nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für das praktische Leben von bedeutendem Einfluß sein können, ergibt sich schon aus der Tatsache, daß er selber zunächst Praktiker war und ja. wie er selber zugibt, lediglich im Dienst einer praktischen Idee und eines praktischen Zieles handelte. Todesstrafe für Hellseher Japan kämpft gegen eine Landplage. — Erregung dnrch Panikprvphezeinngeu. — Ansklärnugsseldzng der Regiernng. Die japanische Regierung hat eine auf den ersten Blick unglaubliche Verordnung erlassen, die indessen bei näherer Betrachtung unter Berücksichtigung der Verhältnifie im fernen Jnselreich doch einigermaßen verständlich erscheint Sie hat die Hellseherei mit schärfsten Strafen belegt, unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Verhängung der Todesstrafe gegen Hellseher verfügt, deren Tätigkeit geeignet ist. das japanische Volk zu schädigen. Zum Verständnis dieser drakonischen Bestimmung muß man wissen, daß im Fernen Osten die Hellseherei gerade in der letzten Zeit einen riesigen Umfang angenommen hat. Tausende von Hellsehern treiben im ganzen Land ihr Unwesen und verstehen es. sich im Volk Gehör zu verschaffen Die Hellseher sind fast ausnahmslos in einer großen Vereinigung zusammengeschlossen und haben das Land untereinander in Bezirke aufgetetlt, um unnötige „Konkurrenz" zu vermeiden. Sie verstehen es. ihrer Tätigkeit in den meisten Fällen einen religiösen Anstrich zu geben, um beim frommen japanischen Volk eher Gehör zu finden. In der Tat läuft das Volk ihnen, insbesondere aus dem Land, auch in ungeheuren Scharen zu und läßt sich von ihnen für teures Geld die Zukunft künden. Ter Zulauf hat zeitweise so starke Formen angenommen, daß die Prophezeiungen nicht einzeln, sondern massenweise, sür ganze Gruppen zugleich, erfolgen, weil die Hellseher sonst tage- und wochenlang an einem Ort bleiben müßten. Daß diese „Massenabfertigung" nicht gerade dazu angetan ist, die Qualität der Prophezeiungen für den Einzelnen zu heben, liegt auf der Hand. Die Regierung hätte sich aber dennoch schwerlich zu so drakonischen Maßnahmen entschloffen, wenn nicht die Hellseher in der letzten Zeit in erhöhtem Umfang dazu übergegangen wären, sich als Schwarzseher zu betätigen. Diese Schwarzseherei hat sich tatsächlich verderblich erwiesen. Die „Propheten" haben es daraus abgesehen, in jeder Hinsicht möglichst ungünstige Prognosen abzugeben, vor allem brachten sie durch Andeutungen bevorstehender riesiger Naturkatastrophen die Volksmaffen an verschiedenen Orten in die größte Erregung. Jnfolgedeflen ist jetzt jede Art von Hellseherei verboten und unter schwere Strafe gestellt worden. Unter erschwerenden Umständen, nämlich wenn die Hellseher Prophezeiungen machen, die geeignet sind, die öffentliche Sicherheit zu gefährden, kann sogar auf Todesstrafe erkannt werden. Die Polizeibehörden gehen gegen die Hellseher mit großer Schärfe vor, und überall stnd Geheimbetektive am Werk, um zu verhindern, daß die Propheten ihre Tätigkeit weiter ausüben. Zahlreiche private Hellseherzirkel stnd denn auch bereits aufgelöst und eine Reihe von Verhaftungen vorgenommen worden. Dabei kam es in Tokio bei einer Verhaftung wgar zu schweren Zusammenstößen, weil die von dem Hellseher anfgeputschte Menge stch dem Engriff der Polizei wider- 'etzte. Tie Regierung hat beschloffen, einen großen Aufklärungs- .lözug gegen das Hellsehertum in die Weg« zu leiten, um ' :e zahllosen irregeleiteten Anhänger dieser famosen Ge- ckäftemacher zur Vernunft zu bringen. Die Hellseher haben ibrigens eine Reihe von Parlamentsmitgliedern gewonnen, die das Verbot demnächst zur Sprache bringen wollen. Es -st demnach nächstens in aller Oesfentlichkeit eine interessante Diskussion über Nutz und Frommen der Hellseherei zu erwarten. Tie Regierung bat bereits namhafte Wissenschaftler beauftragt, ihren Standpunkt in einem ausführlichen Kom- mnniauc zu vertreten, das den Abgeordneten vorgelegt werden soll. Dienstag, den 4. April 1933. 272 Grad nutet M Der kälteste Punkt Deutschlands in der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt. — Die Wunderwelt tiefer Temperaturen. — Wafler» in dem man nicht ertrinkt. Manchem schwebte in der strengen Kältepcriode dieses Winters die Frage auf den Lippen: Wie kalt kann „es" eigentlich überhaupt werden? Welches ist wohl die niedrigste Temperatur, die im Weltall überhaupt herrschen kann? Nun, so weit wie nach oben führt die Temperaturskala nicht unter den Nullpunkt herab. Während wir Temperaturen von mehreren tausend Grad Hitze erzeugen können und wiffen, daß manche Sterne sogar Temperaturen von bis zu 20 000 Grad an ihrer Oberfläche besitzen, ist der Weg nach unten nur noch kurz: man weiß aus sehr genau begründeten theoretischen Ueberlegungen, daß die überhaupt mögliche tiefste Temperatur bei 273 Grad Kälte liegt, daß also kein Körper im Weltall jemals kälter sein kann als minus 273 Grad Celsius. Das Ziel der Kälteforschung mutzte demnach darauf gerichtet sein, diesem Extempunkt der tiefen Temperatur mög-i lichst nahe zu kommen. Diese Bestrebungen stnd eng mit der Verflüssigung der Gase verknüpft. Gase sind nämlich genau wie viele andere Stoffe Körper, die alle Aggregatzustände etnnehmen können. Wie das Waffer fest, flüssig »nd dampf- igas-sförmig sein kann, kann auch die Luft alle Aggregatzustände annehmen nur daß die Umwandlungstemperaturen wesentlich anders als beim Waffer liegen. Während Waffer- dampf sich bei 100 Grad Wärme zu flüssigem Waffer verdichtet, verflüssigt die Luft sich erst bei 193 Grad Kälte. Ebenso wie flüssiges Wasser unter normalen Druckverhältniffen nicht wärmer als 100 Grad werden kann, läßt sich flüssige Luft nicht über 193 Grad Kälte erwärmen. Jede weitere Wärmezufuhr führt eben zur Verdampfung, zerstört also den flüssigen Aggregatzustand. So ist es begreiflich, warum gerade die verflüssigten Gase in der Erforschung extrem niedriger Temperaturen eine so große Rolle spielen. Mit ihrer Hilfe ist es denn auch gelungen, die tiefsten bisher überhaupt bekannten Temperaturen zu erreichen Dabei hat das Heliumgas, das man neuerdings immer mehr als Lustichiff-Füllung verwendet, weil es unbrennbar ist. bevorzugt Verwendung gefunden. Dieses Gas verflüssigt sich am schwersten, nämlich erst bei 269 Grad Kälte, und wenn man die so erhaltene Flüssigkeit bei vermindertem Druck sieden läßt, kühlt sie sich auf minus 272 Grad ad Es aelingt ky «Ho dem absoluten Nullpunkt" bis auf ein Grad nahe zu kommen. Es gibt nur ivenige Laboratorien in der Welt, in denen dieses Experiment, das eine umfangreiche Maschinerie voraussetzt, ausgeführt werden kann. Eine davon ist in Leiden (Holland), eines gegen Chelsea nur 2:2. Damit dürfte Arsenal den Meistertitel wieder sicher haben. Hallen-Deranstaltungen. Stuttgarter Hallensportfest Das 17. Hallensportfest in Stuttgart hatte trotz glänzender Besetzung nur etwa. 3000 Besucher aufzuweisen. Einen Sprinterzweikampf über 50 und 60 m gewann Meister Jonath überlegen gegen die Stuttgarter Scheck und Begoihn. Die 3000 m sahen Meister Spring in 8:56,6 Min. als sicheren Sieger vor Schwarz und Helber. Den Hürdenzweikampf über 50 und 60 m konnte der Hamburger Sievert überzeugend gegen Welscher und Scheck gewinnen. Ueber 1000 m siegte Dr. Peltzer in 2:40,2 Min. knapp gegen Paul und Böttcher (Wittenberg). Sievert ver- zeichnete weitere Erfolge im Kugelstoßen mit 15,21 m gegen Eberle und im Dreikampf gegen Eberle und Huber. Haag (Göppingen) blieb Hochsprungsieger mit 1,80 m. Die Stuttgarter Kickers gewannen alle Staffelwettbewerbe, die 4 mal 400 m in 3:43,2 Min., die 3 mal 1000 m und die 25 mal 1 Runde. Schwimmerklubkampf i« Köln. Zwischen den beiden besten Kölner Schwimmvereinen Sparta und Poseidon wurde der Klubkampf fortgesetzt. Sparta gewann die 4 mal 100-m- Freistil der B-Mannschaften in 4:24,5 Min., während bei den A-Mannschaften Poseidon in 4:12 Mn. siegte. Plumans brachte im Kunstspringen Svarta einen weiteren Erfolg und die Lagenstassel gewann dieser Verein ebenfalls in 5:05,2 Min. Die Schwellstaffel sah bei den A-Mannschaften Poseidon in 10:26,1, bei den B Mannschaften Svarta in 11:20 Min. siegreich. Schließlich gewann Poseidon noch das Wasserballspiel mit 8:6. Die Europameisterschaft im Halbschwergewicht eroberte der Schwede Anderson, der in Brüssel den belgischen Meister Etrenne über 15 Runden sicher nach Punkten schlagen konnte. Damit wurde Anderson der Nachsolger unseres Meisters Adolf Heuser. Der Berliner Bantamgewichtler Riethdorf trat in Paris gegen den Italiener Cavagnoli an und feierte über 10 Runden einen schönen Punktsieg. Aadspoltttcher Hochbettleb. Die Eröffuuugsradreune« in Leipzig hatte« am Sonntag eine gute Besetzung aufzuweisen. Sechs Steher bestritten die drei Dauerrennen über insgesamt 100 km. Schindler konnte zwar die 20 km mit 150 m Vorsprung gegen Hille und Metze gewinnen, sowie die 50 km 40 m vor Hille, fiel aber im 30-km-Rennen zurück und mußte hier Schäfer den Sieg vor Hille und Dederichs überlassen. Im Gesamtklassement siegte nunmehr Hille mit 99,760 km vor Schindler, Schäfer. Dederichs, Metze und Berger. Die Kölner „Sechstagenacht" wurde mit einem 9 Stun- den-Mannschaftsrennen durchgeführt. Ueberlegene Sieger blieben Schön-Buschenhagen mit 2 Runden Vorsprung. Ki- lian-Vovel besetzten den zweiten Platz vor Resiger-Zims. Drei Runden zurück endeten Tietz-Braspenninx und Smets- Haegelsteens, fünf Runden zurück Dumm-Jppen und Clignet- Kisters. In den 9 Stunden wurden 356,160 km zurückgelegt. Saisonbeginn in Hannover. Die erste deutsche Rennfahrerklasse gab sich bei den Eröffnungsrennen in Hannover ein Stelldichein. Die Dauerfahrer bestritten 3 Rennen über insgesamt 100 km. Von bester Seite zeigte sich Erich Möller, der die 20 und 30 km sicher gewann und über 50 dm nur knapp von Krewer geschlagen wurde. Möller siegte im Gesamtklassement überlegen gegen Krewer, den sich ausgezeichnet haltenden Wenzin, Sawall und Wißbröcker. In den Fliegerrennen war Richter der beste Mann. Er gewann das Hauptfahren gegen Bernhardt, Dasch und Oszmella und das Punktefahren gegen Maidorn und Funda. Allerlei Sport. Veranstattungen der Turner Die sächsische Waldlausmristerschaft der Turner kam in Frauenstein i. Erzgebirge zum Austrag. Ueber 10 km siegte Bemmann (Leipzig) in 37:20,7 Min. Bei den Frauen über 1500 m war Sternitzke (Chemnitz) in 5:47 Min. erfolgreich Thüringens Krciswaldlaufmeifterschaft wurde im Steigerwald bei Erfurt über etwa 10 km entschieden. Der Favorit Krake (Apolda) gab auf. Rudolf (Weißenseis) siegte in 36:27 Min. gegen Senzel (Gimpersleben). Den Mannschaftswettbewerb gewann der MTV Erfurt. Die Handballmristerschaft des Kreises Hannover-Brann- schweig wurde überraschend vom MTV. Harburg gewonnen, der den TV Herrenhausen mit 5:2 schlagen konnte. Die Brandenburgische Kreiswalslaufmeifterschaft gewann in Tegel Dellbruck (Waidmannslust) in 29:34,1 Min. Bei den Turnerinnen war Frl. Dörfelt (Kalshorst) siegreich. voaey England—Irland. Der in Beckenham ausgetragene Hockeyländerkampf sah die irische Mannschaft überraschend mit 2:1 siegreich. Um die südostdentsche Svortler-Handballmeifterschaft fanden am Sonntag zwei Spiele statt. Borussia-Carlowitz siegte mit 9:5 gegen die Polizei-Cottbus und wurde damit zweiter südostdeutscher Vertreter in der deutschen Meisterschaft. Bei den Frauen gewann die Reichsbahn-Breslau mit 2:1 gegen Preußen-Glogau und hat nunmehr am nächsten Sonntag das Endspiel gegen Friesen-Cottbus auszutragen. Der klassische englische Ruderachter zwischen den Universitätsmannschaften von Oxford und Cambridge wurde am Sonnabend in London wieder das große Ereignis der englischen Oeffentlichkeit. Viele Tausende von Zuschauern hielten die Strecke zu beiden Seiten der Themse besetzt. Wiederum gelang Cambridge der Sieg — zum zehnten Male hintereinander. In 20:07 Min. siegten die Hellblauben mit 2Vr Längen Vorsprung. Rugbh Schottland—Irland. In Dublin wohnten 40 000 Zuschauer dem Rugbhländerkampfe bei, den die Schotten nur knapp mit 8:6 gewinnen konnten. (TM« gepflegte Frau trägt Wäsche, dke kn Form und Matertak allen Anforderungen der Mode entspricht. Sie wählt weiche, indan- thren gefärbte Waschseide, zarten Baumwollbatkst oder Vistrastoff, der sich so weich dem Körper anschmtegt. Unterkleider mit fest angearbeitetem Büstenhalter^reizende kleine Uberjäckchen zum Nachthemd sind neu», unentbehrliche Wäschestück», deren feine Ausarbeitung durch etwaö Handarbeit an Wert gewinnt. Auch die Heranwachsende Tochter braucht neue Wäsche. Hier ist elne schlichte, solide Form mit wenig Spitzenverzterung angebracht. W 6963 zeigt einen prtnzeßunterrock für ein junge- Mädchen. Er hat vorn und hinten LängSteklungSnähte, die eine gut anliegende Form bewirken. Die Zackenränder schließen mit schmaler Spitze ab. Erf.: 2 m Stoff^Ocrn br., 3,75 m Spitze.Beyer-Schn. f. 88 u. 92 cm Obw. z. je63pfg. Die Hemdhose KW 6673 für kleine Mädchen hat Rücken- und Klappenschluß. Einsatz und schmale Spitze bilden die Garnitur. Erf.: 1,33 m Stoff, 80 cm breit. Beyer-Schnitte für 8, 10 u. 12 I. zu se 27 pfg. Dke gleiche Form wie die Hemdhose hat daS Unterkleid KW 6672, daS im Rücken mit Knöpfen schließt. Erf.: 1,40 m Stoff, 80 cm breit. Beyer-Schnitte für 8, 10 und 12 Jahre zu je 27 pfg. erh. kvvsgtj Wo keine Verkaufsstelle am Ort, beziehe man alle Schnitte durch den Verlag Otto Beyer, Leipzig. i rn'm SEE? Wäsche für Mutier und Tochter Das junge Mädchen trägt ein Nachthemd KW 22390 auS geblümtem Batist oder Waschseide. Dke kleinen Puffärmel und der Halsausschnitt sind mit vurchgezogenem Seidenband eingehakten und mit der Maschine langettiert. Erforderlich: 2,30 m Stoff, 80 cm breit. Beyer - Schnitte für 8, 10 und 12 Jahre zu je 27 pfg. erhältlich. W 57059 zeigt ein Hemdbeknkleid aus weißem Batist, das durch eingesetzte, zartfarbkge Schleterstoffblenden am oberen Rande und an den seitlichen Glockenteilen eine aparte Garnitur erhält. Die durchgehende Vorverbahn ist durch Abnäher ln Form gebracht. DaS Beinkleid hat seitlichen Klappenschluß und wird dem Rückenteil aufgeknöpft. Erf.: 2.55 m Stoff, 80 cm breit, und 40 cm Garnlturstoff, 100 cm breit. Beyer-Schnitte für 92 und 100 cm Oberweite zu je 63 pfg. erhältlich. Die Hemdhose aus rosa Charmeuse W 22596 ist durch Abnäher und einen angesetzten Büstenhalter aus Spitze kn eine sehr gut anlkegendeForm gebracht. Sie hat Schrittschluß. Erf.: 1 m Charmeuse, 140 cm breit, 25 cm Spitzenstoff, 100 cm breit. Beyer-Schn. f. 96 u.104cm Obw. zu je 63pfg. VV5*OS9 WU59Ö W 1159 $ Unter dem längeren Nachmittags- oder Abendkleid wird das Unterkleid W 22597 aus Schlauchtrikot getragen. Der Büstenhalter aus Spitzenstoff fügt sich rückwärts zackig dem Stoff ein. Erforderlich: 1,45 m Schlauchtrikot, 140 cm breit, 25 cm Spitzenstoff, 100 cm breit. Beyer-Schnitte für 96 und 104 cm Oberweite zu je 63 pfg. Elegant wirkt das Nachthemd K 29337 durch die Zusammensetzung auS zweifarbigem Material. Die Teile sind durch Stäbchenhohlnaht miteinander verbunden. Zwei Schleifen zieren den vorderen Schlußrand. Erforderlich: 3,15 m heller, 75 cm dunkler Stoff, je 100 cm breit. Beyer-Schnitte für 88, 96 und 104 cm Oberweite zu je 90 pfg. praktisch ist dkeForm des HemdbeinklekdeS W57060 aus Makobatist, dessen zackige Passe man aus farbigem Schleierstoff Herstellen kann. Das Leibchen schließt linksseitlich mit Knöpfen, daS vorn angesehte Beinkleid hat Klappenschluß. Erf.: 2 m Wäschestoff, 80 cm breit, 30 cm Schleierstoff, 100 cm breit. Beyer-Schnitte für 96 und 104 cm Oberweite zu je 63 pfg. Uber jedem beliebigen Nachthemd kann das Jäckchen V 22595 ge- ttagen werden, daS man auS Batist, Waschseide oder Baumwollvokle herstellt. Die kleidsamen pelertnenärmel schließen mit pliffeefalbeln ab. Erf.; 1,50 m Stoff, 80 cm breit. Beyer-Schnitte zu 27 pfg. erhältlich.