SÜDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG EUR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch. Donnerstag, Samstag Tel.: 924, 925. 1130, 1510. 1511 Fernschreiber: 07528 Verlag und Redaktion Konstanz. Marktstätte 4 8. JAHRGANG MITTWOCH 20. AUGUST 1952 NUMMER 131 Bezugspreis monatlich durch Träger 2.50 Mark zu- zügl. 30 Plg. Trägerlohn, durch die Post 2.70 Mark, zuziigl. 36 Pfg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 20 Plg. Was verlangt Rotchina von Stalin? Rätselraten um Moskauer Ostasien-Konferenz - Korea und Mandschurei im Vordergrund PARIS. (Eigenbericht.) In den Hauptstädten der Westmächte hat ein großes Rätselraten um die Frage eingesetzt: Was steckt hinter dem Besuch des rotchinesi- schen Ministerpräsidenten und Außenministers Chou En Lai in Moskau? Molo- tow und mehrere Mitglieder des Politbüros, der eigentlichen leitenden Körperschaft der Sowjetunion, sowie hohe Offiziere der Armee, der Luftwaffe und der Marine, haben die chinesische Delegation auf dem Flugplatz in Empfang genommen — ein Vorgang, der bereits erkennen läßt, welche Bedeutung die Sowjetunion selbst dem Besuch beimißt. Die chinesische Delegation besteht aus 15 Mitgliedern, darunter einige Minister und einige hohe rotchinesische Offiziere. Man schließt aus dieser Zusammensetzung, daß es um wirtschaftliche und militärische Fragen geht. Ein aktueller Anlaß für eine große sowjetisch-chinesische Aussprache ergibt sich daraus, daß die Sowjetunion vor zweieinhalb Jahren der rotchinesischen Regierung die vertragsmäßige Zusage gab, die mandschurische Eisenbahn sowie die Häfen Port Arthur und Dairen bis spätestens Ende 1952 an China zurückzugeben. Das Bankräuber in Frauenkleidern? FRANKFURT/Main. Unter den verschiedenen Versionen über den Verbleib der Frankfurter Bankräuber Johann Maiß und Karl Maikranz ist jetzt sogar eine, wonach Maiß auf seiner Flucht neuerdings Frauenkleider trägt. Es wird für möglich gehalten, daß er einen graugrünen Damenmantel anhat, der ihm weit über die Kme reicht. Die Frankfurter Polizei hält es jedoch für wahrscheinlicher, daß Maiß jetzt ein burgunderrotes seidenes Polohemd und olivgrüne oder hellgraue Shorts trägt. Die Kriminalpolizei in Frankfurt erhält von Polizeidienststellen aus dem ganzen Bundesgebiet ständig Hinweise, die auf die Spur der Bankräuber deuten könnten. Bei Grolsheim im Kreis Bingen sind zwei junge Männer aufgetaucht, die sich erkundigten, ob Polizei im Ort sei und die bei einer Einwohnerin um Wein und Brot gebeten haben. Nach ihnen wird zwischen Bingen und der saarländischen Grenze gefahndet. Aber auch aus Berchtesgaden, Hamburg, Wetzlar, Kaiserslautern und vielen anderen Orten des Bundesgebiets sind ähnliche Meldungen eingegangen. Bisher hat sich nach Angaben der Frankfurter Kriminalpolizei keine der Spuren als richtig erwiesen. war damals eines der wichtigsten Ergebnisse der vierwöchigen Verhandlungen, die Mao Tse Tung selbst in Moskau führte. Die sowjetische Zusage bewies, wie sehr Moskau an der chinesischen Freundschaft gelegen ist. Denn die Sowjetunion hatte sich erst im Jahr 1945 auf der Konferenz von Yalta von den Westalliierten und von der damaligen nationalchinesischen Regierung die Aufsichtsrechte über die Eisenbahn und die beiden Häfen zusichem lassen Die Rückgabe der Eisenbahn und der Häfen an China ist bis jetzt nicht erfolgt. Darüber hinaus dürfte die chinesische Delegation mit ganz konkreten militärischen und wirtschaftlichen Forderungen auftreten. In Moskau soll schon bisher Verstimmung darüber bestanden haben, daß der Korea-Kri^g die sowjetische Wirt 7 schaft zu sehr umfangreichen, ständigen Waffen- und Materiallieferungen an China nötigt. (Nach amerikanischen Angaben unter anderem: monatlich 70 Düsenflugzeuge.) Inzwischen hat sich der Korea- Krieg für China wenig günstig entwickelt. Chinesische und auch sowjetische Sender haben wiederholt behauptet, daß die USA beabsichtigen, in Korea eine neue Offensive, und zwar diesmal gegen China selbst, auszulösen. Solche Behauptungen würden darauf hindeuten, daß China noch stärkere Belieferungsansprüche als bisher stellt. Außerdem ergibt sich für die Sowjetunion und für China eine neue Situation daraus, daß die geplante Unterwerfung ganz Koreas unter kommunistische Herrschaft als mißlungen anzusehen ist und daß auf der anderen Seite die feste Verbindung Japans mit der nichtkommunistischen Welt eine wesentliche Stärkung der westlichen Position in Ostasien bedeutet. Wahrscheinlich wird also die Gesamtpolitik der beiden kommunistischen Staaten auch im Zusammenhang mit den koreanischen W af f enstillstands-V erhandlungen neu überprüft. In amerikanischen Kreisen weist man auf gewisse Widersprüche zwischen den Moskauer und den Pekinger Interessen hin: Die sowjetischen Machthaber wünschen naturgemäß kein starkes China an -ihrer Südgrenze. China kann auf die Dauer nicht ohne wesentliche Industrialisierung seiner Wirtschaft auskommen, für die es Hilfsmittel entweder aus der westlichen Welt oder aus der Sowjetunion heranziehen muß. Die Sowjetunion kann Hilfsmittel für eine solche Industrialisierung nur unter Benachteüigung ihrer eigenen Wirtschaft zur Verfügung stellen. Infolgedessen wird jede Erweiterung der sowjetischen Hilfsmaßnahmen für China von chinesischen Zugeständnissen abhängig sein. Man glaubt, daß das Ergebnis der jetzigen Moskauer Verhandlungen bedeutsame Schlußfolgerungen für die weitere Entwicklung in Ostasien zulassen wird. 300 Verhaftungen in Südafrika PORT ELIZABETH. In Südafrika wurden erneut 205 Farbige verhaftet, die an dem Boykott gegen die Rassentrennungsgesetze der Regierung Malan teilgenommen hatten. Damit erhöht sich die Zahl der seit Sonntag Verhafteten auf 301. In Johannesburg wurden 89 Farbige festgenommen, weil sie den Hauptbahnhof durch den für Europäer vorgesehenen Eingang betraten. In Kapstadt wurden 11 Farbige verhaftet, die sich auf Bänke gesetzt hatten, die für Europäer reserviert sind. Seit dem Beginn der Kampagne der Eingeborenen und der indischen Minderheit in Südafrika am 26. Juni wurden in Südafrika über 2300 Menschen verhaftet, weil sie sich gegen die Rassentrennungsgesetze aufgelehnt haben. Verbundenheit mit den Menschen im Osten Die Eröffnung des 75. deutschen Katholiken-Tages in Berlin BERLIN. (G.-Eigenbericht.) Die Vortagung des 75. Deutschen Katholikentages — der „Kleine Katholikentag“ —, die zum erstenmal in ihrer 104jährigen Geschichte öffentlich abgehalten wird, ist am Dienstagabend in den Messehallen am Berliner Funkturm in Anwesenheit zahlreicher Vertreter des kirchlichen Lebens feierlich eröffnet worden. Die Oberhirten fast sämtlicher deutscher Diözesen weilen bereits in Berlin, dessen Straßenbild von den gelb-weißen Fahnen und dem Tatzenkreuz an Rockaufschlägen und Kleidern bestimmt wird. Als prominente Gäste werden Kardinal Joseph Frings und der päpstliche Nuntius in Deutschland, Erzbischof Aloysius Münch, erwartet. Auch der neuernannte Erzbischof von München und Freising, Dr. Joseph Wendel, kommt zum Katholikentag nach Berlin und wird Gast des evangelischen Bischofs D. Dr. Dibelius sein. Bischof Weskam (Berlin) und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Karl Fürst zu Löwenstein, hielten kurze Begrüßungsansprachen, bevor der Münchner Universitätsprofessor Prälat Romano Guardini die Arbeitstagungen mit einem Vortrag über das Thema „Nur wer Gott kennt, kennt die Menschen“ eröffnete. „Durch die Wirrnis der verschiedenen politischen, wirtschaftlichen, kulturellen Gegensätze, welche die Welt erfüllt, ziehen zwei große Fronten, auf denen die eigentlichen Dinge entschieden werden: die des Menschen, der den Anspruch erhebt, sein Dasein und sein Werk aus ihm selbst heraus zu verstehen, und des anderen, der seinen Namen immerfort aus dem Namen Gottes, und seinen Auftrag vom wirklichen Herrn empfängt.“ Wenn die sowjetdeutsche Regierung vom Katholikentag „theologisch begründete Weisungen für den Weg in den Sozialismus“ erwartet, so wird sie schwer enttäuscht werden, da die katholische Kirche aus der Ablehnung des Kommunismus nie einen Hehl gemacht hat. Das Zentralkomitee der SED hat, wie aus einer Anweisung an die Kreisleitungen der Partei hervorgeht, Spitzel nach Berlin geschickt. Mit der Wahl Berlins zum Tagungsort für den Jubiläumskatholikentag, so wird in diesen Tagen immer wieder betont, hat das Präsidium nicht allein eine Verpflichtung gegen die mitteldeutsche Diaspora erfüllt, sondern sie ist zugleich ein Zeichen politischer und menschlicher Verbundenheit mit den Bewohnern der Sowjetzone. Adenauer am 1. September in Bonn BONN. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat mitgeteilt, daß er am 1. September in Bonn seine Regierungsgeschäfte wieder aufnehmen will. Er wird bereits am 27. August vom Bürgenstock abreisen, um noch einige Ruhetage in seinem Rhöndor- fer Heim zu verbringen. Titos Ruderer steigen aus BONN. Acht jugoslawische Ruderer, die an der Olympiade in Helsinki teilnahmen, und am vergangenen Sonntag auf der Frankfurter Ruderregatta Rennen bestritten, gaben bekannt, nicht wieder in hire Heimat zurückkehren zu wollen. Sie wurden in das Flüchtlingsager Bensheim/Auerbach eingewiesen. Das Bundesinnenministerium gab bekannt, daß die jugoslawischen Ruderer eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung für die Bundesrepublik erhalten. DIE ÜBERSCHWEMMUNGEN IN SÜDWEST-ENGLAND haben große Verwüstungen angerichtet. In dem am härtesten betroffenen Badeort Lynmouth (unser Bild) in der Grafschaft Devonshire hat sich der Fluß Lyne — ein auf vielen Karten sonst überhaupt nicht ver- zeichneter Bach — ein neues Bett gebahnt Die Einzelheiten schildert folgende Meldung: LONDON (S.-Eigenbericht). Schwerer Regen geht weiter über ganz Südengland nieder. Die Wetteraussichten sind weiterhin schlecht Die Flüsse, die von den Hochmooren in Norddevon nach Norden und Süden fließen, und deren plötzliches Ansteigen so viel Unheil für Mensch und Tier, besonders in dem Ort Lynmouth an der Nordküste von Devon, heraufbeschwor, sind nach wie vor stark angeschwollen und erschweren die Aufräumungsarbeiten. Nach ersten Schätzungen liegen in den Straßen der Küstenstädte 40 000 TonnSn Gestein, das die Wassermassen von den umliegenden Hügeln heruntergerissen haben. 3000 Familien sind obdachlos. Die Behörden beziffern den Sachschaden auf 7 Millionen Pfund Sterling (72 Millionen DM). Neun Tote wurden bisher geborgen. Die Leichen von 29 Einwohnern und Kurgästen konnten noch nicht gefunden werden. Vier Brücken wurden weggerissen, auch die Nachrichtenverbindungen konnten noch nicht wieder hergestellt werden. Rätsel um sowjetischen Olympia-Sieger „Er sieht aus wie Bruno“ — Die Eltern Junk suchten ihren Sohn MÜNSTER. (st-Eigenbericht.) Ist der russische Olympiasieger Bruno Junk, der in Helsinki beim Zehn-Kilometer-Bahngehen die Bronze-Medaille gewonnen hat, Identisch mit dem deutschen Soldaten Bruno Junk, der seit 1945 in Rußland verschollen ist? Brunos Eltern in Selm (Westfalen) glaubten es einige Tage. Jetzt ist die Hoffnung der Junks erschüttert worden. Aue Skandinavien wird gemeldet, daß als Geburtsjahr Bruno Junks 1929 angegeben worden sei, während der deutsche Bäcker Bruno Junk am 28. August 1020 geboren wurde. Außerdem sei der Russe Junk schon seit mehreren Jahren als guter Sowjetsportler in Fachkreisen bekannt. Die letzte Nachricht von Bruno Junk stammt von einem Schwager, der ihn am 25. Februar 1945 in Pillau traf, von wo Bruno wieder an die russische Front geschickt wurde. Seitdem galt er als vermißt bis am 27. Juli abends, kurz nach 22 Uhr, Heinz und Waltraud Zeelen, die Schwester und der Schwager des Vermißten, in ihrer Düsseldorfer Wohnung in der Orangerie- Europa-Verteidigung wird umgebaut Ein Wunsch Churchills: Lissaboner Programm soll revidiert werden Kurz notiert Staatssekretär Dr. Lenz, Dr. Heinrich von Brentano sowie der CDU-Abgeordnete Strauß sind zu Besprechungen mit dem Bundeskanzler auf dem Bürgenstock in der Schweiz eingetroffen. Auf dem Wege zum Berliner Flughafen Tempelhof starb Frau Therese Kaiser, die Gattin des Bundesministers Jakob Kaiser. Frau Kaiser litt an einem schweren Herzleiden, das sie sich während ihrer Haftzeit nach dem 20. Juli 1944 zugezogen hatte. Die Zahl der in Westberlin um Asyl nachsuchenden Flüchtlinge aus der Sowjetzone ist am vergangenen Montag erneut auf rund 1060 gestiegen. Der Leiter der West-Abteilung des kommunistischen Deutschlandsenders in der Sowjetzone, Rudi Maerker, ist in die Bundesrepublik geflüchtet. Die Ruhrstadt Recklinghausen hat die Patenschaft über die oberschlesische Industriestadt Beuthen übernommen. Die Beuthener wollen sich jedes Jahr in Recklinghausen treffen. Bürgermeister Kist von Bühl in Baden«hst Berlins Bürgermeister, Professor Reuter, eine Sendung Bühler Frühzwetschgen geschickt. Zwei Personen wurden schwer und fünfzehn leicht verletzt, als ein vollbesetzter Straßenbahnzug am Bahnhof Heerstraße in Berlin- Charlottenburg auf einen Straßenbauwagen fuhr. Der deutsche Junglehrer Hermann Jüngel aus Linz am Rhein stürzte von einer Schroffe des 2300 Meter hohen Schafalpkopfes im Kleinen Walsertal tödlich ab. Zwei junge Münchner Beagsteiger sind bei dem Versuch, die Südwand des 3360 Meter hohen Marmolada in den italienischen Alpen zu bezwingen, ums Leben gekommen. Die Botschafter Frankreichs, Großbritanniens und der USA wurden von Marschall Tito in seiner Sommerresidenz empfangen. 150 deutsche Auswanderer sitzen gegenwärtig auf den Orkney-Inseln nördlich von Schottland fest. Das schwedische Schiff „Anna Sälen“, das sie nach Kanada bringen sollte, mußte infolge einer Havarie den Hafen von Kirkwall anlaufen. Auf dem Schiff befinden sich auch 370 amerikanische Teilnehmer der Olympiade, die sich auf der Heimreise befinden. Superfestungen der UN-Luftstreitkräfte in Korea bombardierten eine wichtige kommunistische Munitionsfabrik, die unmittelbar an der mandschurischen Grenze liegt. Ober 200 Personen fielen in der Stadt Chiba in Japan in einen großen Öltank, als ein Dach unter ihrem Gewicht zusammenbrach. Die Leute hatten sich auf diesem Dach zusammengedrängt, um ein großes Feuerwerk zu beobachten. Italien eröffnete den ersten Radio-Gesundheitsdienst der Welt, der in erster Linie den Passagieren an Bord von Verkehrsflugzeugen zugute kommen soll. Der „Arzt vom Dienst“ kann jederzeit auf dem Funkwege konsultiert i werden. LONDON. (I. F. R.-Eigenbericht.) Das Sekretariat der Nordatlantikorganisationen (NATO) hat allen beteiligten Staaten einschließlich der Bundesrepublik Fragebogen über den gegenwärtigen Stand ihrer Verteidigung zugestellt. Die Antworten werden in den ersten Septembertagen, zu einem Bericht zusammengestellt werden. Es ist kaum noch zu bezweifeln, daß dieser Bericht die Revisionsbedürftigkeit des NATO-Verteidigungsprogramms beweisen wird. Trotzdem ist nicht anzunehmen, daß die Oktober-Tagung des NATO- Ministerrates bereits zu neuen Beschlüssen gelangen wird, denn offensichtlich ist die USA-Regierung nicht in der Lage, unmittelbar vor den Präsidentschaftswahlen ihre NATO-Politik umzustoßen. Denn darauf kommt es jetzt an. Es geht nicht mehr darum, daß die Durchführung des NATO-Programms, das auf der Februartagung in Lissabon beschlossen wurde, auf Schwierigkeiten stößt, sondern es handelt sich heute um die steigenden Bedenken der europäischen NATO-Staaten und insbesondere Englands gegen die grundsätzliche Konzeption des Lissaboner Programms. Dieses Programm sah vor, daß die NATO-Mächte 1952 insgesamt 50 Divisionen aufstellen würden, und zwar 25 aktive Divisionen und 25 weitere als Reserve. Die 25 aktiven Divisionen werden Ende des Jahres da sein, aber die 25 Reserve-Divisionen leiden einstweilen noch unter einem erheblichen Mangel an Watten und anderer Ausrüstung. In ihren Antworten auf den Fragebogen des NATO-Sekretariats werden die europäischen NATO-Mächte zweifellos darauf hingewiesen, daß der ungenügende Ausrüstungszustand der Reserve-Divisionen zum erheblichen Teil auf ungenügende Lieferungen aus den USA zurückzuführen Ist. Das Programm für gegenseitige Hilfe sah amerikanische Betragsleistungen im Werte von 17 Milliarden Dollar vor. Davon wurden jedoch bisher nur etwa über sechs Milliarden Dollar bewilligt und sogar nur drei Milliarden Dollar tatsächlich aufgewandt. Einer der Gründe dafür ist die Tatsache, daß die Produktion der amerikanischen Waffen- und Ausrüstungsindustrie weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben ist. Aber diese Schwierigkeiten, die sich der Durchführung des Lissabon-Programms in den Weg gestellt haben, sind nicht entscheidend und lassen sich notfalls überwinden. Entscheidend ist dagegen, daß sich diesseits des Atlantik, und ganz besonders in London, die Zweifel mehren, ob das Lissaboner Programm überhaupt richtig war. Churchill hat stets die Auffassung vertreten, daß der Westen niemals der Versuchung erlegen dürfe, sich mit Rußland Mann für Mann, Division für Division zu messen. Denn gerade darin ist der Osten nun einmal gewaltig überlegen und wird stets überlegen bleiben. Die Stärke des Westens beruht dagegen auf seiner wissenschaftlichen,, technischen und industriellen Überlegenheit. Bei der NATO-Krise, die sich nicht mehr bestreiten läßt, handelt es sich also nicht darum, ob einige Divisionen mehr oder weniger, früher oder später aufgestellt werden sollen, sondern darum, die Verteidigung des Westens auf völlig neuen Voraussetzungen aufzubauen. Ausschlaggebend für die endgültige Entscheidung wird dabei die Frage sein, wie groß oder wie klein die zuständigen Stellen in London und anderen Hauptstädten die Kriegsgefahr in den nächsten Jahren einschätzen. Die Londoner Auffassung hierüber geht am klarsten daraus hervor, daß England seine Verteidigungsaufgaben zwar als dringlich betrachtet — aber nicht als vordringlich. etraße den Radioapparat andrehten. Beide warteten auf die letzten Meldungen aus Helsinki. Wie jeden Abend, seitdem die olympischen Spiele begonnen hatten. Eine Viertelstunde später, während die Endergebnisse des Tages bekanntgegeben wurden, geschah es plötzlich: Heinz und Waltraud sahen sich an, fragten, wie aus einem Munde: „Hast du gehört?“ Beide hatten gehört... „Dritter und Gewinner der Bronzemedaille im Zehn-Kilometer- Bahngehen wurde der Russe Bruno Junk.“ Das war die Meldung, die auf Heinz und Waltraud Zeelen im ersten Augenblick wie ein elektrischer Schlag gewirkt hatte „Daß Mutter und Vater die HofEmÄg nie ganz aufgegeben haben, war doch natürlich. Und als wir Brunos Namen im Rundfunk hörten, war unsere Reaktion doch auch natürlich. Ein Russe? Und mit dem Vor- und Nachnamen? Sicherlich, nicht ausgeschlossen. Wir wollten aber Näheres und Genaueres wissen. Und vor allem ein Bild dieses UdSSR-Sportlers sehen.“ Das Bild wird aus Helsinki besorgt und dann fahren sie zu den Eltern. In der Kiefemstraße 16 in Selm-Beifang, in einem jener kleinen Häuser, wie sie für den Ort charakteristisch sind, wohnen Veronika und Bruno Junk. Beide jenseits der Fünfzig. Vater Junk, der uns die Tür öffnet, ahnt, was kommen wird. „Nur sachte! Muttem regt sich sonst so schrecklich auf!“ Wir lassen uns ein wenig Zeit. Wir wollen nicht mit der Tür ins Haus fallen. Aber dann, nach ein paar Minuten, in denen wir über mehr oder weniger belanglose Dinge gesprochen haben, stellt Mutter Junk die Frage, auf die wir alle gewartet haben. „Ein Foto aus Helsinki — haben Sie es bei sich?!“ Dann hält Frau Veronika Junk das Bild in beiden Händen. Ganz fest. Dann sagt sie, leise und fast ein wenig ängstlich: „Ich glaube, er ist es.“ Und dann: „Vater, sieh du mal!“ Der Bann ist gebrochen. Vater Junk macht es kürzer. „Sieht aus wie mein Junge. Die Figur, die Nase, die Kinnpartie.“ Alles, was an Fotos von Bruno aufzutreiben ist, wird hervorgeholt. Jedes wird mit dem Pressefoto verglichen. „Was mich aufmerksam gemacht hat“, berichtet Vater Junk, „Bruno war schon als Schuljunge ein hervorragender Läufer. Ein guter Leichtathlet. Als ich in der Zeitung seinen Namen las, habe ich es sofort für möglich gehalten, daß er’s ist.“ Und Mutter Junk? Immer wieder greift sie nach dem Foto, immer wieder betrachtet sie es. Mit und ohne Brille, mit und ohne Lupe. „Das kann unser Bruno sein“, immer wieder sagt sie es jetzt. Entgegen ihrem ersten Urteil können die Angehörigen Junks auf den vielen ihnen bisher vorgelegten Bildern des sowjetischen Olympiasiegers doch keine unbedingte Ähnlichkeit feststellen, zumal sie ihren Sohn und Bruder 1945 zuletzt gesehen hatten. Sie versuchen jetzt, ein Bild von der Siegerehrung zu erhalten, auf dem Junk vermutlich direkt von vom zu sehen ist. Dies sei ihre letzte Hoffnung, sagen sie. j:i j§i / Mittwoch, 20. August 1952 SÜDKURIER Nr. 131 / Seite 2 So wird jetzt die Sowjetzone verwaltet Auch SED wird umorganisiert — Kreisleitungen von 131 auf 213 erhöbt BERLIN (G.-Eigenbericht). Die Selbstauf lösung der fünf Landtage und der bisherigen Länder entfernt die Sowjetzone in ihrem staatlichen Aufbau grundlegend von dem der Bundesrepublik. Während diese bestrebt ist, Länder mit einem landschaftlichen und wirtschaftlichen Eigengewicht zu schaffen, geht die Sowjetzone den entgegengesetzten Weg: straffe Zentralisierung und kürzeste „Leitung“ von ganz oben nach ganz unten. Der Unterschied der Methoden wird deutlich, wenn man sich erinnert, daß es langwieriger Verhandlungen und zweier Volksabstimmungen bedurfte, um die drei Südwestländer der Bundesrepublik zu DIE NEUEN BEZIRKE d. SOWJETZONE ROSTOCK Bisherige Zander grenzen J? IA BRaNOENBG °«esoen einem Lande zu vereinigen; die Länder der Sowjetzone dagegen sind sozusagen in Reih und Glied von der Bildfläche verschwunden, um den 14 neuen Bezirken Platz zu machen. Diese Bezirke sind nicht einfach Unterteilungen der bisherigen Länder, sondern fassen verschiedentlich auch Teile von zwei Ländern zusammen. Den Bezirken stehen Bezirksräte vor, die ein Vorsitzender, fünf Stellvertreter, ein mit großen Kompetenzen ausgestatteter Sekretär und fünf bis acht weitere Mitglieder bilden. Die Volksvertretung in den Bezirken wird bieher van ernannten Abgeordneten den Bezirkstagen, gebildet, für die eines Tages Neuwahlen stattflnden sollen. Mit der Verwaltungsreform in der Sowjetzone geht eine Umorganisation der SED Hand in Hanid. Auch in der SED treten an die Stelle der bisherigen fünf Landesleitungen 14 SED-Bezirksleitungen. Zugleich wird wie das SED-Organ „Neues Deutschland“ berichtet, die Zahl der Kreisleitungen der SED von 131 auf 213 erhöht. „Die Erhöhung der Zahl der SED-Kreisleitungen wird wesentlich dazu beitragen, die führende Rolle der SED noch besser zu verwirklichen“, schreibt das Blatt. Eine der Hauptaufgaben für die künftigen Bezirks- WETTERVORHERSAGE des Badischen Landeswetterdlenstes Ein über Westfrankreich liegendes Tief wandert Jetzt in östlicher Richtung, das Wetter wird daher ln der nächsten Zeit bei uns unbeständig bleiben. Gleichzeitig dringt kühlere Meeresluft vom Atlantik zu uns vor. Aussichten bis Mittwochabend: Wechselnde, meist starke Bewölkung und einzelne schauerartige Regenfälle, strichweise mit Gewittern. Temperatur sinkend, nur mäßig warm. T SUDKURIER " * Chefredaktion: Alfred Gerlgk Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf L. Douglas. Wirtschaft: Dr. G. A. Groß. Feuilleton: L. E. Reindl. Heimat: Alois Bede (abwesend) i Vertreter; W. Häusler: H. Steinert. Sport: A. Strobel. Chef vom Dienst: H. Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Drude: Druckerei und Verlagsanstalt Konstanz GmbH. — Bel Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlags oder Infolge höherer Gewalt kein Entschädigungsanspruch. 100 DM ln Zürich: 19. 8. 1952 : 92/94 sfr. leitungen werde die Anleitung und Kontrolle der SED-Genossen im Staatsapparat sein. Bonner KP-Büro demoliert BONN. Das Büro der kommunistischen Partei in Bonn wurde von Unbekannten demoliert. Als die Angestellten im Büro erschienen, fanden sie Fenster und Türen erbrochen und im Innern edn unbeschreibliches Durcheinander vor. Bilder von Karl Marx und Friedrich Engels waren von den Wänden gerissen und zerschnitten worden. Sämtliche Plakate lagen zerfetzt auf dem Boden. Ueber Tische und Akten war schwarze und rote Farbe gegossen. Der Schreibtisch war erbrochen und die Portokasse gestohlen. Die Kriminalpolizei fahndet nach den Tätern. Weinbau-Kongreß eröffnet FREIBURG. (A.-Eigenbericht.) Als erste Internationale. Weintagung in Deutschland seit 13 Jahren wurde in Freiburg die 32. Plenarsitzung des Internationalen Weinamtes eröffnet. Der Präsident des Weinamtes, Baron Le Roy, Paris, hob in seinen Begrüßungsworten hervor, daß die internationale Behandlung von Weinfragen auch der politischen Verständigung der Völker diene. Bundesemährungsminister Professor Niklas schilderte in seiner Ansprache die Eigenart des deutschen Weinbaus. Die deutsche Weinbaufläche umfasse 65 000 ha. 500 000 Menschen fänden in den 125 000 Betrieben des Deutschen Weinbaus Arbeit und die gleiche Anzahl in den Zubringerindustrien. Der Jahresumsatz belaufe sich auf 1,2 Milliarden DM. Die deutschen Winzer verdienten deshalb, daß man sich um ihr Schicksal besonders kümmere. (Siehe auch Seite 6: Freiburg im Zeichen des Weinbaukongresses.) General Nagib braucht Hilfe Kommunistische Kräfte im Hintergrund — Verständigung Aegypten—England? Auerbachs Tod - eine Mahnung zum Frieden Schwere Kritik des Verteidigers Klibansky an der bayerischen Justiz MÜNCHEN. Rechtsanwalt Klibansky, der Philipp Auerbach verteidigt hatte, bezeich- nete den Freitod seines Mandanten als eine Brücke zu einem besseren Verstehen zwischen dem Judentum und dem deutschen Volk. „Das deutsche Volk ißt nicht schuld am Tode Auerbachs“, rief er vor Pressevertretern aus. Leben und Sterben Auerbachs sollten der Wegweiser sein, das Verstehen zu einem gegenseitigen Verzeihen werden zu lassen. Die Richter, die Auerbach zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilten, hätten kein antisemitisches Urteil gefällt, betonte der Verteidiger. Sie hätten aber viel Schlimmeres getan, nämlich nicht als Richter, sondern als Beamte und Verteidiger der Justizverwaltung gehandelt. „Ich erhebe laut und öffentlich Anklage gegen die drei Berufsrichter, weil sie das Hauptverfahren gegen Auerbach eröffnet haben, ohne die Akten zu kennen“. Die Richter hätten technisch keine Zeit, die Akten vor der Eröffnung sorgfältig zu studieren, was nach der Strafprozeßordnung vorgeschrieben sei. So würde in Bayern, im Gegensatz zu anderen Bundesländern, ständig gegen die richterliche Pflicht gefehlt. „Wenn dieses Land Wert darauf legt, die Ehre seiner Justiz und seiner Verwaltung rein zu sehen, dann muß der parlamentarische Untersuchungsausschuß zum Falle Auerbach sich auch mit den Ein- und Übergriffen in das Untersuchungsverfahren Auerbach beschäftigen.“ Klibansky erklärte, daß man dem als Justizminister inzwischen zurückgetretenen Dr. Josef Müller nicht übertriebenen Einfluß zumessen dürfe. Der Mann, der das Verfahren gegen Auerbach von Anfang an gewollt und „den Brei gekocht habe“, sei der Staatssekretär im bayerischen Justizministerium Dr. Fritz Koch. Bei dem Verfahren habe die notwendige Distanz zwischen. Staatsanwaltschaft, Untersuchungsrichter und Gericht gefehlt -Zwischen' dpn MSnnprn, dis die Anklage vorbereitet haben, ujfd tihs jjteht der Tote*“ Die Verteidiger gäben'bekannt, daß eine Wiederaufnahme des Verfahrens, die nach der Strafprozeßordnung auch von Angehörigen eines Verstorbenen gefordert werden kann, nicht in Frage käme. Es fehle dafür die Voraussetzung, nämlich ein rechtskräftiges Urteil. Gegen das Urteil des Landgerichts sei am Verkündigungstage Revision eingelegt worden. Daher gebe es rechtlich nur ein „nullum“, kein Urteil. SPD: „Eine lautere Persönlichkeit“ BONN. Der SPD-Vorsitzende Dr. Kurt Schumacher hat der Witwe Auerbachs ein Beileidstelegramm gesandt. Darin heißt es: „Meine Freunde ußd ich halten Philipp Auerbach für eine lautere Persönlichkeit, die von größter Hilfsbereitschaft für seine Leidensgenossen aus der Zeit der Hitler-Diktatur erfüllt war und die in dieser Hülfe ihre Lebensaufgabe gesehen hat Seine Persönlichkeit und seine Tätigkeit werden bei uns immer ein ehrendes Andenken behalten.“ Schumacher sagte in einem Gespräch mit einem dpa-Korrespondenten, Auerbach verdiene als Persönlichkeit höchsten Respekt, er habe sich mutig bemüht, das Unrecht an den Nazi- Verfolgten gutzumachen. Es sei möglich, daß Auerbach in seiner Hilfsbereitschaft in dem einen oder anderen Fall die Grenze des Erlaubten gestreift habe. Dabei habe er aber nicht für seinen Nutzen gearbeitet. Wieder weniger Arbe’tslose BONN. Die Zahl der Arbeitslosen in der Bundesrepublik ging in der ersten Augusthälfte wiederum, allerdings nur leicht zurück. Mitte des Monats wurden 1145 149 Arbeitslose gezählt, 10 307 weniger als Ende Juli. Die Zahl der arbeitslosen Männer nahm um 12 958 ab, gleichzeitig erhöhte sich aber die Zahl der arbeitslosen Frauen um 2651. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit verlief in der ersten August- Hälfte in den Bundesländern uneinheitlich. Rückgängen der Arbeitslosigkeit, vor allem in den Flüchtlingsländern und in Nord- rhein-Westfalen, standen Zunahmen in anderen Ländern gegenüber. LONDON. (JFR-Eigenbericht.) Vier Unterredungen hat der britische Botschafter in Kairo, Sir Ralph Stevenson, bisher mit General Nagib gehabt. Churchill hat sich ausführliche Auszüge der Berichte darüber in sein Landhaus bei Chartwell in Kent mitgenommen. Für kaum eine andere Großmacht steht in Ägypten so viel auf dem Spiel wie für England. Das Suezgebiet und die dort stationierten britischen Truppen (die heute stärker sind als die ägyptische Armee selbst), die Zukunft des Sudan, die britische Position im gesamten Nahen Osten, indirekt auch die Verteidigung Ost- und Nord-Afrika6 — alle diese Fragen sind für England von lebenswichtigem Interesse. Aber einstweilen gibt General Nagib den Engländern noch Rätsel auf. Als er in der zweiten Julihälfte zum Schlage ausholte, hatte London den Eindruck, es hier mit einem unpolitischen General zu tun zu haben. Heute ist London nicht mehr so sicher. Der General hat die Annäherungsversuche der Wafd-Partei, deren Führer ihn etwas überschwenglich und voreilig als den „Retter des Vaterlandes“ begrüßten, geschickt und geradezu brüsk zurückgewiesen. Offensichtlich hatten die Wafd- Führer gehofft, die politische Ahnungslosigkeit des Generals ausnutzen zu können, um selbst die politische Führung der von ihm in Gang gebrachten Bewegung zu übernehmen. Aber der General war offenbar nicht ganz so ahnungslos wie die Wafd-Führer sich dies vorgestellt hatten. Aber der General hat nichts hinter sich außer der Armee, deren Gebrauchswert durch jahezehntelange Korruption und politische Intrigen stark herabgemindert ist. Neben der Wafd-Partei gibt es freilich noch eine andere Organisation mit einem gut eingespielten Apparat; die Moslem- Bruderschaft, die gerade unter den jüngeren Armeeofflzieren zahlreiche Anhänger hat. Zweifellos reizt die politische Leere in Ägypten den Appetit der Moslem-Bruder- schäft, die im Januar die großen england- feindlichen Unruhen in Ägypten organisierte und leitete — ln direkter Zusammenarbeit mit den Kommunisten. CDU gegen Zentralismus in Stuttgart Zuständigkeits-Abgrenzung zwischen Regierung und den Bezirkspräsidenten gefordert STUTTGART. (Tfz.-Eigenbericht.) Der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Verfassunggebenden Landesversammlung, Dr. F. Gurk, Karlsruhe, meldet in einer Erklärung die nachdrückliche Forderung der i südwestdeutschen CDU auf Korrektur verschiedener Bestimmungen der 3. Verordnung der Landesregierung zur Überleitung der Verwaltungsaufgaben von den Abwicklungstellen der bisherigen Ministerien auf die neuen Zentralinstanzen an. Besonders beanstandet die - CDU die Übernahme der Aufsicht über' die sich, über mehrere Landesteile erstreckenden öffentlich-rechtlichen Körperschaften durch die Zentralministerien, die Ab&icht auf Übernahme auch der Personalangelegenheiten von Lehrkräften auf das Kultministerium und die weitgehende Zentralisation bei der Gewährung von Staatsdarlehen durch das Wirtschafts- und das Finanzministerium. Dr. Gurk fordert eine klare Abgrenzung der Zuständigkeiten der Regierungspräsidenten und betont, man müsse unter allen Umständen an dem Grundsatz festhalten, daß die Ministerien zu regieren, die Regierungspräsidenten aber zu verwalten hätten. Auch im Schulwesen und bei der Gewerbeförderung sollten die einzelnen Angelegenheiten bei den Regierungspräsidenten bleiben, da sonst die Gefahr einer unerwünschten Aufblähung der Zentralministerien bestehe. Im übrigen solle sich ein Eingreifen der obersten Behörden bei den Mittelinstanzen auf Ausnahme- und Beschwerdefälle beschränken. Auch hinsichtlich der Justizverwaltung habe die CDU ernste Bedenken, denn durch die 3. Verordnung werde beispielsweise das Gnaden- und das Personalwesen in einem Maße zentralisiert, daß es dem oft verkündeten Ziel des sparsamen Verwaltungsaufbaues widerspreche. Oberste Baubehörde gefordert STUTTGART. Die führenden Organisationen der südwestdeutschen Bauwirtschaft haben den vorläufigen Ministerpräsidenten in einer Eingabe gebeten, im Hinblick auf die großen Bauaufgaben, die das Land in naher Zukunft zu erfüllen habe, eine Oberste Baubehörde für Baden-Württemberg ins Leben zu rufen. Dadurch könnten eine Unzahl von Schwierigkeiten beseitigt werden, die sich aus dem Nebeneinander mehrerer Bauabteilungen verschiedener Ministerien für Wirtschaft und Verwaltung ergeben hätten. Wenn London die Zeichen richtig deutet, dann hat General Nagib sich dafür entschieden, ein Kemal Atatürk zu werden. Aber die Ägypter sind keine Türken, und es ist einfach nicht vorstellbar, daß General Nagib sich ohne Hilfe von irgendeiner Seite halten kann. Das Land braucht dringend wirtschaftliche Hilfe, die Armee braucht Waffen, beide sind nur erhältlich entweder von den USA oder von England. Der amerikanische Botschafter in Kairo, Caftery, hat dem General amerikanische Hilfe in Aussicht gestellt. Aber es ist ein Haken dabei. Für General Nagib hat der Krieg gegen Israel niemals aufgehört. Es herrscht Waffenstillstand — aber kein Frieden. Es bedeutet nicht, daß Ägypten bei passender Gelegenheit den Kampf gegen Israel wieder aufnehmen will. Aber es bedeutet, daß Ägypten bereit ist, sidi mit der Existenz des Staates Israel abzu- flnden — und das heißt, daß die USA es unmöglich Anden werden, das Regime des Generals materiell zu unterstützen. Gerade darum fühlt sich London berechtigt, die Entwicklung in Ägypten mit vorsichtigem Optimismus zu betrachten. Die Erklärung des Generals, daß er auf enge Freundschaft mit England Wert lege, ist nicht nur platonisch gemeint. Er wird am Ende diese Freundschaft nötig haben. Anders steht es mit dem ägyptischen Anspruch auf Hoheitsrechte im Sudangebiet. Aber auch dieses Problem ist heute nicht mehr unlösbar. Offensichtlich ist England bemüht, sich hier allmählich in den Hintergrund zurückzuziehen und die Lösung direkt den Ägyptern und Sudanesen zu überlassen. Der Mahdi des Sudan, der politisch-religiöse Führer des sudanesischen Volkes, das ihn seit je als seinen ungekrönten König betrachtet,, hat oft genug seine Bereitschaft zu einer Verständigung mit Kairo erklärt. Der General verhört KAIRO. Unter starker militärischer Bewachung tfaf Mustafa Khamis, der als Rädelsführer der demonstrierenden Arbeiter in der Textilstadt Kafr el Dawar zum Tode durch den Strang verurteilt worden war, im Hauptquartier General Nagibs in Kairo ein. Er hatte um edn Gespräch mit General Nagib ersucht, um „bestimmte Geständnisse“ zu machen. Es heißt, daß Khamis „wichtige Persönlichkeiten“ belasten wird. Während Khamis nach Kairo gebracht wurde, erhielt das Militärgericht in Kafr el Dawar ein Telegramm, in dem eine Frau sich anbietet, „wichtige Informationen“ über die blutigen Unruhen der letzten Woche zu geben. Das Militärgericht, vor dem noch 29 Arbeiter auf ihr Urteil warten, nahm die neue Spur sofort auf und hat sich bis Mittwoch vertagt. Adenauer ip der Schweiz bist Du auch ganz sicher, daß es keine Aktenberge sind, Lotte?* (Rhein-Zeitung) „Wenn ich die blonde Inge .. Erinnerungsblatt für einen verehrten Lehrer Vor kurzem berichtete der „ Südkurier“ über den plötzlichen Tod von Professor Dr. Mitteis , Präsident der Bayrischen Akademie der Wissenschaft. Die Schüler des Professors Mitteis werden mit Trauer und Bestürzung die Nachricht von dem Tode dieses ungewöhnlichen Gelehrten auf genommen haben. Wer in den Zwanziger- und anfangs der Dreißiger Jahre auf Deutschlands Hohen Schulen studiert hat, saß gewiß zu Füßen vieler großer Geister. So gehören zu meinen unvergeßlichen Erlebnissen die Stunden bei Gundolf, Jaspers und Radbruch in Heidelberg, die Stunden bei Kohlrausch, Sombart, Martin Wolf ln Berlin und bei Kisch in München. Wer aber bei Mittels in eine Vorlesung geriet, wurde einfach mitgerissen. Für' den Jünger der Rechtswissenschaft war dies ein Phänomen, denn der Stoff, der vorgetragen wird, ist nicht immer leicht verdaulich und keineswegs unterhaltsam. Während mancher Lehrer vor fast leeren Stühlen seine Vorlesungen hielt, reichte bei Mitteis oft das „Auditorium Maximum“ nicht aus. Angehörige aller Fakultäten gaben sich bei ihm ein Stelldichein, wobei die Zünftigen manchesmal sogar in der Minderheit waren. Worin lag das Geheimnis dieses Mannes? Lag es in der glanzvollen äußeren Erscheinung, die stets von Studentinnen umschwärmt war? War es das vollendete rhetorische Geschick und seine Dialektik, oder war es seine pädagogische Begabung, mit der er auch den sprödesten Stoff zum Kriminalreißer machen konnte, so daß man ohne Mühe, fast nebenbei die Kenntnisse in sich aufnahm. Keiner verstand es besser als er, den Unterricht lebendig mit zeitgemäßen Vergleichen und Beispielen auszugestalten. Die Stunden vergingen wie l/n Fluge. Wie oft bebte der Hörsaal von dem befreienden Lachen, das seine Worte auslöste! An einem heißen Julinachmittag im Sommer 1930 stand auf dem Vorlesungsverzeichnis „Urheberrecht“ von Mitteis. Männlein und Weiblein lagen in Heidelberg an und im Neckar. Die ehrwürdige alma mater war wie ausgestorben. Selbst die unentwegten Hörer von Mitteis hingen lahm in ihren Bänken. Da kam der Meister mit federnden Schritten und strahlenden Augen herein und pfiff den Schlager des Tages: „Wenn ich die blonde Inge abends nach Hause bringe.“ Das Getrampel setzte ein, die Geister wurden wach. Die Müdigkeit war verflogen. Mitteis hatte es wieder einmal geschafft und konnte spielend, von dem Schlager ausgehend, die Schutzbestimmungen am geistigen Eigentum mit uns durchnehmen. Weder sein elegantes Auftreten, noch seine natürliche Art paßten in das herkömmliche Bild des damaligen Universi- täfsprofeasons, dem wir Studenten in der Regel mit Abstand und Respekt gegenüberstanden: Das Katheder war die Kanzel der Weisheit und thrrinte hoch über uns. Nicht so bei Mitteis. Bei ihm war die Kanzel verwaist, er dozierte mitten unter seinen Hörem ohne schriftliche Unterlage, indem er die Gänge abschritt, den Einzelnen mit bezwingender Liebenswürdigkeit ansprach und dadurch zur Mitarbeit ermunterte. Ich hatte das Glück, auch Familienrecht bei ihm zu hören. Dies war seine Lieblingsvarlesung. Noch heute nach über 20 Jahrein sind mir Einzelheiten in Erinnerung. Er hatte das Talent, schwierige Dinge einfach zu sagen und dies in einer schlechthin klassischen Form. Wer näher mit ihm zusammen kam, merkte bald, daß der bestrickende Charm nicht Fassade, sondern nur äußeres Gefäß eines auch charakterlich liebenswerten Menschen vol- I 1er Hilfsbereitschaft und Herzens güte war. | Er galt bei uns Studenten als ein Grandseigneur mit goldenem Gemüt. Auch als Liebhaber der Musen teilte er mit vollen Händen seine geistigen Gaben aus. Kein Wunder, daß Mitteis als „Doktorvater“ bevorzugt wurde. Er kümmerte eich rührend um seine Doktoranden und war ein wohlwollender Prüfer. Als im Jahre 1933 die Machthaber seinen Weggang aus Heidelberg erzwangen, bemühte er sich eifrig um die Zurückgebliebenen, bis sie einen anderen Referenten für ihre Arbeiten gefunden hatten: Sein berühmt gewordener Artikel zum Tage der „Machtergreifung“ in der Deutschen Allgemeinen Zeitung war der Anlaß, daß die rabiat gemachten NS-Studen- ten so lange „spontan“ protestierten, bis der Professor in Heidelberg „untragbar“ geworden war. Im Jahre 1943 traf ich ihn am Achensee ln Tirol auf einem einsamen Studenten der Welt Bericht über die De Nach dem Höhepunkt des ersten italienischen Gastspieles mußte das Delphische Theater Zürich, das das Mysterium „Kam“ von Lord Byron aufführte, enttäuschen. Es war bestimmt eine saubere und gewissenhafte Leistung; man kann aber die Figur des ewigen Revolutionärs Kain nicht als sachlichen und nüchternen Debatter hinstellen, — sein Mord an Abel erscheint dann völlig unlogisch. Mit dieser Aufführung stellte sich auch die Frage: Wieweit kann ein Studententheater gehen? Man sah zum Beispiel als nächste Vorstellung zwei Truppen aus Brüssel. Die eine, die sich aus Mitgliedern des Lyzeums Max und der Freien Universität Brüssel zusammensetzte, spielte Eüripides' „Die Bacchantinnen“. Das war so ein Zwischending zwischen Schüler- und Berufstheater. Die Darsteller spielten Im Stil einer mißverstandenen Com6die Frangaise, — Eüripides ist nicht Corneille oder Racine. Waldweg. Groß war seine Freude, einen Heidelberger Doktoranden aus den Jahren, die er als die glücklichsten seines Lebens bezeichnet«, wieder zu treffen. Seine gute Laune war ihm auch in der Verbannung treu geblieben. Nach dem Zusammenbruch trat er wieder geachtet und geehrt in die vordere Reihe der deutschen Wissenschaftler. Viele Universitäten bemühten sich um ihn. Als würdiger Repräsentant des deutschen Volkes solIteMieser universelle Geist und Weltmann im besten Sinne nun einen Botschafterposten übernehmen. Der Tod hat seine Laufbahn früh vollendet. Männer des öffentlichen Lebens, in alle Winde zerstreut, die zu seinen Schülern zählen, schmücken sein frisches Grab mit* den nie welkenden Blumen der Verehrung und Dankbarkeit. Dr. Bruno Heimle spielten in Freiburg lphischen Festspiele Am gleichen Abend brachte das „Jeune Thäatre des L’Universit6 Libre, Bruxelles“ „Die Weiberversammlung“ des Aristopha- nes zur Aufführung. Das war nun wieder saftigstes Theater und kein Laienspiel mehr. Es war durchaus berechtigt, die herrliche Satire des Aristophanes, in der das ewige Problem der Gleichberechtigung der Geschlechter mit abgründigem Witz behandelt wird, mit parodistischen Mitteln zeitlos — so wie das Thema ist — zu spielen, und zwar in Masken, die den antiken Beispielen nachgebildet waren. Die Truppe für Antikes Theater der Sorbonne, Paris, hinterließ mit ihrer Aufführung „Die Perser“ des Aischylos den bis jetzt stärksten und ergreifendsten Eindruck. Dem Stile nach dürfte sie sich der antiken Auffassung wohl am meisten genähert haben. Die Chöre erklangen in pen- tatonischen, monotonen Weisen, wobei sich übrigens das Instrument „Ondes Martenot“ mit seinen teilweise barbarischen Klangmöglichkeiten als Begleitung vorzüglich eignete. „Donna del Paradiso“ nennt sich das mittelalterliche Mysterienspiel, das Silvio d’Amico aus Lobgesängen aus Umbrien und „Religiösen Darstellungen für die Bruderschaft von Orvieto“ (beides Ueber- lieferungen aus dem 13. und 14. Jahrhundert) zusammengestellt hat, und das jetzt bei den Delphischen Festspielen in der Interpretation der „Accademia Nazionale d’Arte Drammatica di Roma“ zur Aufführung kam. Dieses einfache Spiel, an sich eine knappe, nur einige Episoden herausgreifende Darstellung des Lebens Christi, weist mit einer feinen Geste auf die Passion der Mutter hin, die in dem Abschied vom Sohn ihren Höhepunkt erreicht. Die Aufführung, mit an die Maler der Renaissance erinnernden Gewändern und Dekorationen, bewies sowohl in den Chören wie in den Einzelleistungen das außerordentliche Können dieser Truppe. Auch das Studententheater der portugiesischen Universität Coimbra führte ein geistliches Stück auf, „Das Spiel von der Seele“ (Auto del anima) des portugiesischen Dichters Gil Vincente. Die Komödie „Ine3 Pareira“, die darauf folgte, eine Art Schelmenspiel um die heiratslustige Ines, ebenfalls von Gil Vincente, ließ den Realitäten des Lebens ihren Lauf. Die Inszenierung war voll burlesken Humors, — gespielt wurde ausgezeichnet. Das Mont-Mary-College aus Milwaukee (USA) vermittelte eine szenische und chorische Interpretation des Hiawatha-Liedes von Longfellow, die sich leider, nach Aufmachung und Auffassung, im Milieu einer typischen Indianer-Revue bewegte. Den eigentlichen Abschluß der Spiele bildeten die Archaischen Tänze der Tanzgruppe der Coula Pratsika aus Athen. Die Tanztruppe wie auch die beiden Truppen aus Rom und Portugal konnten wahre Triumphe einheimsen, — so wurden sie gefeiert M. Th. Bührer Mittwoch, 20. August 1952 SÜDKURIER Nr. 131 / Seite 3 Wege der Kunst seit 100 Jahren „Die schwäbische Kunst im Drei Autoren arbeiteten gemeinsam an dieser Darstellung der schwäbischen Kunst in der Zeit seit dem Beginn des Klassizismus: Werner Fleischhauer gibt den Ueberblick über die Zeit des Klassizismus und der Romantik; Julius Baum, der Herausgeber des Bandes (in der Deutschen Verlagsanstalt, Stuttgart) übernahm die Epoche des Materialismus im bürgerlichen Zeitalter und das 20. Jahrhundert. Stina Kobell beschäftigt sich in einem etwas summarischen Ueberblick mit dem schwäbischen Kunsthandwerk im 20. Jahrhundert. Im Charakter des Summarischen steht der ganze Band, wohl unvermeidlicherweise. Auf 264 Seiten mit 100 oft ganzseitigen Abbildungen (bei nur 8 Farbtafeln) läßt sich ein so umfangreiches Thema nur zusammenfassend behandeln. Das Verdienst dabei ist, daß zum ersten Mal der bildenden Kunst des schwäbischen Gebietes überhaupt eine so gründliche (und anschauliche) Zusammenfassung gewidmet wurde. Der Begriff des Schwäbischen ist dabei sinnvoll weit genommen, er umfaßt neben Württemberg das bayrische Schwaben sowie die Gebiete zwischen Schwarzwald und Bodensee mit Hohenzollem. Die Darstellung führt zwar bis in die unmittelbare Gegenwart, vermeidet aber im Bilderteil jede Andeutung der Entwicklung zur abstrakten, geschweige denn zur gegenstandslosen Malerei, obwohl diese doch gerade in Stuttgart ein geistiges Zentrum hatte mit der Schule Hölzel, aus der Baumeister, Ida Kerkovius und Ackermann kamen. Traute man da seinen Augen, so wäre die „Abstraktion“ über eine strenge Vereinfachung naturalistischer Formen nicht hinausgekommen. Das ist nicht Zufall oder Organisationsmangel, sondern es entspricht dem Geist des 19. und 2 0. Jahrhundert" Buches, der bürgerlich gediegen ist und mehr auf handbuchartige Information eingestellt als auf tiefgründige Analyse. Geschichte der modernen Malerei Paul Ferdinand Schmidt, der ehemalige Dresdener Museumsdirektor, griff das Thema der „modernen Malerei“ in diesem vom Verlag Kohlhammer, Stuttgart, üppig und mit vorzüglichen Farbwiedergaben ausgestatteten Werk von der Wurzel her an. (276 Seiten, 40 Farbtafeln, 80 Schwarz-Weiß-Abbildungen.) Hier wird ein präziser Ueberblick über die Entwicklung der Malerei von Feuerbach, Böcklin, Maräes, Klinger in Deutschland, Daumier, Corot, Courbet in Frankreich bis zu Kan- dinsky, Baumeister, Mirö, Matisse, Picasso in sachlicher Aufgliederung und sehr subjektiver aber fesselnder Analyse dargeboten. Wohlgemerkt, es handelt sich nicht um eine Darstellung der Malerei seit 100 Jahren, sondern der „modernen“ Malerei. Wer ihre Entstehung, ihren Gestaltenwandel, die Veränderung ihrer Kraftfelder und -Linien erkennen und verstehen will, der findet in diesem Werk eine aus leidenschaftlichem Miterleben gewonnene Unterrichtung. Ihr Vorzug ist, daß sie neben grundsätzlichen Einführungen in die Epochen und Episoden der Malerei im gewählten Zeitraum jeder wesentlichen Persönlichkeit eine in sich geschlossene Einzeldarstellung widmet. So wird diese Geschichte der modernen Malerei zu einem sehr verwendbaren Nachschlagewerk. L. E. R. • Bildproben aus den hier besprochenen Werken: Oben eine Zeichnung von Henry Matisse aus der ,.Geschichte der modernen Malerei“. Rechts: Wendelin Moosbruggers Familienselbstbildnis aus „Die Schwäbische Kunst", Geographie auf Ton EinKapitel babylonischer Geschichte vor 4500 Jahren Aus der Geschichte der babylonischen u assyrischen Keilschrift, zu deren interessantesten Kapiteln noch das der Entzifferung im 19. Jahrundert gehört, entwickelt der ame- sikanische Assyrologe Edward Chiera ein großartiges Bild der alten Kulturen im Zweiströmeland. Er erschließt den Iahalt dieser „Bibliotheken" und „Archive" aus Tontafeln, die weit über Abraham zurückreichen, so anschaulich, als handle es sich um eine Kultur der Gegenwart, Er erzählt gegenständlich knapp, auf das Wesentliche konzentriert und farbig-lebendig, wie es nur aus der Fülle umfassenden Wissens möglich ist. Sein Buch „Sie schrieben auf Ton“, im Orell-Füssli- Verlag, Zürich, erschienen, ausgestattet mit 77 großenteils frappierend interessanten Fotos, gehört zu den . erfreulichsten Überraschungen der Buchproduktion dieses Jahres. Das nachfolgende Kapitel gibt eine Probe daraus. Die geographischen Kenntnisse primitiver Völker waren recht beschränkt. Zunächst einmal gingen sie von einer falschen Voraussetzung über die Gestalt der Erde aus. Sie glaubten, die Erde sei flach und der Himmel wie eine Kuppel geformt. Sie hatten bereits eine Ahnung von einem gewaltigen Meere, und stellten sich vor, daß dieses die große Insel, welche das gesamte bestehende Festland darstellte, rings umgebe. Die Säulen des Herkules waren selbst zur Zeit der Römer die äußerste Grenze, bis zu der sich Schiffer vorwagen durften. Heute weiß jedes Schulkind, daß diese Auffassung noch in den ISie glaubten ferner, daß irgendwo eine Insel sei, auf der einige geringere Gottheiten residierten, und auf die ausnahmsweise durch die besondere Gunst der Götter auch einmal ein Mensch gesandt werde, um sich dort als eine Art Halbgott ewigen Lebens zu erfreuen. Aber all diese Ideen waren sehr unbestimmt, und die Orte, um die es sich handelte, wurden auf den Weltkarten nicht genauer verzeichnet. Denn wenn die Babylonier auch viel Sinn für Wissenschaft hatten und uns Karten hinterließen, die die Welt darzustellen suchen, wie man sie eben damals sah, so begriffen sie doch selbst sehr wohl, daß mit ihrer Auffassung möglicherweise nicht alles stimme; so zogen sie es denn vor, Karten von Orten und Gegenden anzulegen, die sie mit eigenen Augen gesehen hatten. Solche Landkarten und Pläne, in Tontafeln eingeritzt, geben den Lauf der Flüsse und die Lage der Meere an. Eine der ältesten Tafeln dieser Art, die in das dritte Jahrtausend zurückreicht, wurde vor nicht allzulanger Zeit gefunden. Sie stellt übrigens kein großes Gebiet dar, sondern war offenbar dazu benutzt worden, die genauen Grenzen eines bestimmten Besitzes festzulegen. Spätere Pläne wurden in verschiedenen Städten entdeckt; einer unter ihnen ist besonders beachtenswert, nämlich jener der Stadt Nippur, der bei einer der frühesten Ausgrabungen ge- ze und das Kaspische Meer erreicht haben. Darüber, wie weit sie in östlicher Richtung kamen, wissen wir noch wenig, weil in jenem Gebiet bisher so gut wie keine archäologische Arbeit geleistet worden ist. Romane unserer Zeit Erath: Größer als des Menschen Herz Vinzenz Eraths „Buch vom wahren Leben“ (wie der Untertitel dieses Werkes heißt) beschreibt in der Ich-Form die Jugendgeschichte eines Dorfbewohners am Rande des Schwarzwaldes. (Rainer Wunderlich Verlag, Tübingen u. Stuttgart). Der Autor schildert das kräftige und manchmal harte Leben seiner Heimat unsentimental und mit anschaulicher Vergegenwärtigung des Lokalkolorits, ohne darüber die allgemeinen Zusammenhänge des Menschen- und Naturlebens zu vernachlässigen. So entstand in schlichter Erzählung ohne besondere literarische Form- ansprüche ein Lebensbericht. der tröstend und erhebend zu wirken vermag, indem er durch die Fülle der Einzelschicksale und Erlebnisse den Blick freigibt auf das, was größer ist als des Menschen Herz. Kasimir Edschmid: Deutsches Schicksal Der noble und herbe Roman des welterfahrenen Autors (1932 zuerst erschienen) ist mit seinem Thema heute wieder aktuell. In dramatischen Szenen, schildert Edschmid das Geschick von sechs Freunden, die aus dem übervölkerten Nachkriegsdeutschland auswandem, um eine friedliche Existenz zu gründen. Sie finden als Vertreter eines ohnmächtigen Volkes, von putschendem Revolutionären mißbraucht, im politisch gärenden Südamerika nur Kerker, Not und Tod. Niko Kazaatzakis: Griechische Passion Ohne nur im geringsten alle Uebenset- zungen der letzten Zeit zu kennen, möchte man diesen Roman eines unbekannten Griechen, der mit der gleichnisreichem Sprache des sinnenbegabten Südländers von einem Christentum auf Tod und Leben berichtet, als eine der wichtigsten Entdeckungen empfehlen. Griechische Bauern wollen ein Passionsepiei aufführen und werden von dem Drama derart überwältigt, daß sie es in* der Wirklichkeit austragen bis zum Märtyrertum. Dies ist die ergreifende Fabel, die mit urwüchsigem Erzählertalent vorgetragen wird, wobei für den deutschen Leser noch der Zauber des fremden Milieus seine Wirkung tut. (F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, Berlin-Gru- newald). Bernard von Brentano: Theodor Chindler Dieser bald über Deutschland hinaus bekannt gewordene „Roman einer deutschen Familie“, schildert soziologisch, kulturell und historisch gleichermaßen fesselnd den ersten Weltkrieg in Deutschland und an den Fronten sowie die aus ihren feistem Geleisen geworfenen Menschen dieser Zeit. Ein gültiges Lebensdokument und eine epische Leistung von . beträchtlichem Niveau, wie sie unsere mit bedeutenden Ge- sellschaftsramanen gerade nicht reich versehene Literatur nicht allzu häufig aufzuweisen hat. (Limes Verlag, Wiesbaden). Der arme Mann im Toggenburg Klassische Memoiren in neuem Gewände Ulrich Bräker, der Weber aus dem Appenzeller Land, gilt als der Schweizer Sim- plizissimus des 18. Jahrhunderts und seine Lebensbeschreibung „Das Leben und die Abenteuer des armem Mannes im Toggenburg als eine der besten Selbstdarstellungen in der gesamten deutschen Literatur. Mit einem dürftigen Schulsack ausgerüstet, hat er es mit seinem geistigen Hunger im Leben zwar nicht soweit gebracht wie seine Zeitgenossen Winckelmann- Jung-Stilling und der spätere Freund Goethes, Zelter, mit denen er die ärmliche Herkunft teilt. Aber die Lebensgeschichte dieses Schriftstellers aus Leidenschaft ist ein großes menschliches Dokument und ein kulturgeschichtlich fundamentiertes Werk. Vor uns liegt die Neubearbeitung, die Hubert Schiel werktreu nach der ersten gedruckten, bei Füßli 1789/90 erschienenen Ausgabe im Verlag Herder, Freiburg, veranstaltet hat. Zu den klassischen Memoireruwerken der deutschen Literatur gehören die „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“. Ihnen gesellt sich jene Sammlung von Briefen, die Wilhelm von Kügelgen an seinen Bruder Gerhard schrieb, bekannt unter dem Namen „Lebenserinnerungen eines alten Mannes“. Jetzt hat der Dichter Otto von Taube eine schön ausgestattete Neuausgabe der „Lebenserinnerungen“ veranstaltet, die das Bild Wilhelm von Kügelgens und seiner Zeit wesentlich ergänzen. (Verlag K. F. Koehler, Stuttgart.) ap. Tagen des Kolumbus bestand, und die Weltkarten des Mittelalters erscheinen uns seltsam und verzerrt. Die Babylonier hatten in vieler Hinsicht die gleichen Anschauungen; einige davon stammen sogar von ihnen. Sie glaubten, daß die wichtigsten Gottheiten, die sich auf der Erde aufhielten, einen Götterberg bewohnten. Diese Auffassung wurde von den meisten Völkern des Altertums in irgend einer Form geteilt. In Griechenland zum Beispiel war der Aufenthaltsort der Götter als Olymp bekannt, und die mohammedanische Religion kennt ihn auch heute noch als den Ort, an den die Gläubigen nach dem Tode gelangen werden. Auch glaubten die Babylonier, wie andere Völker, daß es eine riesige Höhle unter der Erde gebe, wo die Toten wohnten. Das entspricht dem Hades der Griechen und Römer und dem Scheol der Hebräer. funden wurde und den Forschern als wichtiger Behelf für die weitere Durchführung der Arbeiten diente. Obgleich wir nur wenige Karten von größeren Gebieten besitzen, wissen wir doch aus verschiedenen Quellen, daß die Babylonier eine gute Kenntnis ihrer Nachbarvölker hatten und nicht nur mit den Verkehrsstraßen zwischen ihrem Reich und den umliegenden Ländern wohlvertraut waren, sondern ihnen großes Interesse entgegenbrachten. Ihre Geschäftsreisenden kamen überall hin, und wir wissen von babylonischen Königen, die- bei ägyptischen Pharaonen Einspruch dagegen erhoben, daß die Wege durch Syrien und Palästina unsicher und die Angestellten ihrer Kaufleute von den Eingeborenen beraubt worden seien. Die Babylonier haben auch in nördlicher Richtung weite Reisen unternommen und müssen das Schwar- Hermann Stahl: Die Spiegeltüren Dieser umfangreiche Roman des bekannten Autors spiegelt mit tief schürfender Psychologie, viel Ironie und auch Humor die morbide Atmosphäre der deutschen Nachkriegszeit im engeren und weiteren Lebensbezirk einer großbürgerlichen Familie auf einem Gutshofe und dessen Umgebung: Dorf, Wald und Provinzstadt. Räumt das Buch auch gründlich mit vielen liebgewordenen Illusionen auf, so schwelgt es doch keineswegs in bissigem Pessimismus. Stahl erweist sich damit als eine Art deutscher Widerpart zu Sartre: er sieht die Freiheit nicht als Verdammnis, sondern als echten Beginn eines Neuen. (Claassen Verlag, Hamburg). I. H. Ernst Barlach „Leben und Werk in seinen Briefen“, herausgegeben von Dr. Friedrich Droß, erscheint demnächst im Piper-Verlag, München. Die Wurzel der Judenfeindschaft Ahasver im Lichte der modernen Psychologie Der Fall Auerbach hat wieder die Frage der grundsätzlichen Judengegnerschaft, des Antisemitismus, angerührt, über die Wurzeln des Antisemitismus hielt in der Schweizerischen Gesellschaft für Psychoanalyse die Züricher Psychologin Else Liefmann einen vielbeachteten Vortrag, der auch in der deutschen Zeitschrift „Psyche“ veröffentlicht und kürzlich mit der Verfasserin in Freiburger Universitätskreisen diskutiert wurde. Im folgenden gehen wir nach der „Psyche" einige Hauptgedanken dieses Vortrages in 'möglichst einfacher Form wieder. Judenfeindschaft, Antisemitismus gab es schon vor der christlichen Zeitrechnung. Denn im Altertum war die heidnische Mehrheit der Menschen gekränkt, wenn sie von Juden erfuhr, die an einen unsichtbaren Gott glaubten, sich nicht den götzendienerischen Religionen fügten und stolz waren auf ihre eigene, so ganz andere Religion. Im deutschen Mittelalter kamen mancherlei Gründe für Judenfeindschaft zusammen. Ein Hauptgrund war, daß die gläubigen Juden den religiösen Überschwang der Kreuzzüge nicht teilen konnten. So wirkten sie abgesondert, erweckten das Gefühl von Fremdheit, Mißtrauen und schließlich Haß — zugleich fürchtete man, daß sie sich für Verfolgungen rächen könnten. Man verbot ihnen, sich ihr Geld als Handwerker oder Bauern zu verdienen, und da andererseits die Christen aus Glaubensgründen keine zinsenbringenden Bankgeschäfte machen durften, so wurden Juden die Bankherren und Händler, die man brauchte und denen man doch nur ungern Zinsen zahlte. Die religiöse Aufgewühltheit des Mittelalters ließ dann die Menschen sich für ihre gärenden Gefühle einer Sagenfigur bemächtigen, Ahasvers, des „Ewigen Juden“. Diese Sagenfigur war ursprünglich kein böser Jude, sondern ein römischer Mann aus dem Gefolg des Pilatus. Von dem wurde erzählt, er habe Christus auf seinem Leidensweg verhöhnt und müsse darum ewig auf Erden wandern. Ähnliche ruhelose Bösewichte gab es mehr: der „Wilde Jäger“, der „Fliegende Holländer“ gehören dazu. In der ersten Geschichte, die von einem Juden namens Ahasver erzählt, ist dieser noch ein frommer Schuster aus Jerusalem, getauft und demütig. Allmählich wurde er in den Volkserzählungen dann umgedichtet zu einem wüsten Gesellen und wurde benutzt als Träger all der bösen Eigenschaften, die man an den Juden zu sehen meinte. Es entstanden über 200 Werke in Poesie und Prosa, welche von dem'erdichteten „Bösen Juden Ahasver“ handeln. Auch der Judas der Bibel trug zur Förderung des Antisemitismus bei. Als Verräter verdiente er allen Abscheu. Aber er war nicht in stärkerem Maße Jude als die guten Jünger Christi. Da er nun aber einmal Judas hieß, ergoß man infolge der Namensgleichheit auf die Juden allgemein den Haß, welchen der eine Judas verdiente. So wurde der Jude zum Sinnbild des Bösen und Volksfeindes überhaupt. Im frommen Mittelalter freilich mit dem Unterschied, daß die Taufe von jedem Juden alle Gefahr und besondere Bosheit nahm und ihn den geborenen Christen gleichstellte. Die Judenfeindschaft richtete sich ausschließlich gegen die Glaubensjuden. Die Rasse interessierte niemanden. Wenn unter Papst Innozenz in. 1215 der gelbe Judenstern eingeführt wurde oder Luther in seiner zweiten Lebenshälfte fanatisch gegen die Juden sprach, so galt das nur den Glaubensjuden. Die Erweiterung der Glaubensfeindschaft zur Rassenfeindschaft ist erst ein Werk des materialistischen 19. Jahrhundert, hauptsächlich begründet durch den Franzosen Graf Gobineau und den Halbengländer Housten Stewart Cham- berlain. Was die Menschheit heute denkt, ist nun auf vielen Gebieten weitgehend noch die Frucht des Mittelalters. Auch die Legenden und Sagen-Gestalten vom „Ewigen Juden“ haben sich tief in die Seele der Menschen eingegraben und werden immer wieder wirksam, hier stärker, dort schwächer, denn Antisemitismus hat die verschiedensten Grade: vom leisen Vorurteil bis zum zerstörerischen Judenhaß. Das weitverbreitete leise Vorurteil entsteht bei uns oft in der kritiklosen Kindheit durch unbedachte Redensarten und das Verhalten Erwachsener. Sie reden gedankenlos von „Judenschule“, „jüdischer Hast“ und „jemandem etwas abjuden“ und erzählen Märchen, in denen böse Juden auftreten. Auch wird die biblische und nachbiblische Geschichte des jüdischen Volkes nicht immer klug und genau behandelt, und das Christenwort „Das Heil kommt von den Juden“ steht nicht gerade im Vordergrund. So bildet sich im Kind ein allgemeines Gefühl gegen die Juden, und das bleibt als Grundlage, auf der heftigere Formen entstehen können. Wie kommt es nun zu den heftigeren Formen? Da gilt zunächst ein allgemeines Gesetz: Wenn Menschen nicht als einzelne denken, fühlen, reagieren und handeln, sondern in Massen auftreten, fühlen und tätig werden, dann wird leicht alles vergröbert, die feineren Stimmen des Gewissens verstummen, der eine treibt den anderen, keiner mag zurückstehen, die Besonnenheit geht verloren, Schlagworte und „Führer“ gewinnen die Herrschaft Aber trotzdem hätte der Antisemitismus nicht so heftige Formen annehmen können, wenn nicht etwas ganz Besonderes mitspielte. Die klare Erkenntnis dieses Besonderen ist noch jung, wir verdanken sie erst der modernen psychologischen Forschung. Und diesen besonderen Kern des Problems scheint merkwürdigerweise sogar Adolf Hitler einmal geahnt zu haben. In einem Gespräch mit dem Präsidenten des Danziger Senates, Hermann Rauscfa- ning, so berichtet dieser 1935 von Hitler fortgegangene Politiker, hat Hitler gesagt: „Der Jude ist immer in uns. Aber er ist leichter in der leiblichen Gestalt zu bekämpfen wie als ein unsichtbarer Dämon.“ Was heißt dieses seltsam klingende Wort? Es ist gar nicht so schwer zu verstehen. In jedem Menschen gibt es Gutes und Böses. Das Gute sieht jeder in sich gern. Das Böse möchte mancher in sich lieber nicht wahrhaben, aber trotzdem ist es da. Jeder fühlt auch, daß man das Böse bekämpfen soll. Aber die meisten kämpfen nicht gern gegen sich selbst und das Böse in der eigenen Seele, sondern sie suchen sich für den Kampf gegen das Böse lieber etwas Böses außerhalb der eigenen Person. Gegen das äußere Böse kämpfen sie oft um so lebhafter, je mehr sie dunkel fühlen, daß in ihnen selbst viel Böses vorhanden ist. Und, ohne es recht zu merken, dichtet mancher dann dem Bösen der Außenwelt auch gleich noch die eigene Bosheit an. Das Böse, das man im Juden zu sehen glaubt, ist dann zu einem beträchtlichen Teil das eigene Böse, das man auf den Juden projiziert hat wie ein Bild auf eine Leinwand. Da sitzt es nun auf dem oft sogar völlig unschuldigen Träger und wird dort angegriffen. So wie ein Kind den Stuhl schlägt, mit dem es falsch umgegangen ist. „Der Jude ist immer in uns“ — das heißt: „Das Böse ist immer in uns“, und „Das Böse“ nennt man „den Juden“ einfach aus alter Gewohnheit. Man könnte mit mehr Recht, heute sagen: „Hitler ist immer in uns.“ Aber man tut besser, weder vom „Juden“ noch vom „Hitler“ zu sprechen, sondern von dem, worum es geht, vom eigenen Bösen, und man tut gut, sich bei den eigenen Fehlern zu pak- ken und die zu bekämpfen. Sonst lebt man im Antisemitismus in einem gleichen Wahn, wie die mittelalterliche Hexenangst einer war. Die angeblichen Hexen waren auch nur die Gestalten der Umwelt, auf die das Böse aus der eigenen Seele nach außen projiziert worden war. Man suchte einen Sündenbock und nahm ein altes oder junges Weib dafür. Antisemitismus ist also etwas aus einer frühen, wenig aufgeklärten Zeit der Menschheit und etwas, das mit den Juden eigentlich gar nichts zu tun hat, denn die Juden sind nicht besser und schlechter als Deutsche, Neger, Franzosen, Chinesen und Eskimos. Antisemitismus ist ein Mißverständnis: Antisemitismus ist der sehr berechtigte Haß gegen das Böse, aber das Böse wird an einer falschen Stelle gesucht. Die richtige Stelle ist das eigene Innere. Man ist sich nicht bewußt, daß man die dunkle Seite der eigenen Seele auf einen anderen überträgt, um sich davon zu befreien. Das ist wohl der letzte und tiefste Grund, warum die Judengegnerschaft so schwer zu überwinden ist. Denn dazu bedürfte es der Selbsterkenntnis und Selbstüberwindung jedes einzelnen. Es bedürfte überall der Einsicht in diese Tendenzen und in die Gründe des Festhaltens an ihnen. Zu solcher Einsicht hilft nur geduldige, unermüdliche Aufklärung. Möglich auch, daß das Bestehen des Staates Israel klärend wirken kann. Wenn die Menschen ein so ganz anderes Bild von Juden sehen, als es die fälschlich eingewurzelten Symbole ihnen vorspiegeln, wenn sie jüdische Bauern und Soldaten ihren Boden bearbeiten und verteidigen sehen wie die der anderen Völker, — dann könnte das helfen, die gegen die Juden gerichteten bewußten und unbewußten Gefühle endlich vom falschen Ziel abzulösen. OO' BEILAGE DES StDKURlEK Schöne Frauen sind eine Woche gut , aber qute Frauen sind ihr Lehen lang schön. Orientalisches Sprichwort Japans Frauen Von Wolfgang Jaenicke Diese stillen, in unserem Sinne meist nicht „schönen“, aber mit einem unendlichen Liebreiz erfüllten, zurückhaltenden und doch heiteren Wesen entzücken stets von neuem durch ihre — immer wieder zu beobachtende — bescheidene, feinfühlige und wahrhaftige Art. Ein in Japan lebender Deutscher schrieb kürzlich: „Unvorstellbar, sich ein weiblicheres Wesen zu denken als die Japanerin“. Die Gestalt der Butterfly ist keine Bühnenillusion, sie lebt. Die Selbstlosigkeit der japanischen Frau ist der Felsen, auf dem das trotz der Uebernahme westlicher Einrichtungen in seinem Kern unveränderte Leben der japanischen Familie, sein ganzes Staatsgefüge beruht. Denn sie ist es, die die Kinder in der einfachsten Weise zu der so bewunderten Selbstbeherrschung bei körperlichem Schmerz und seelischem Leid, zu der heroischen Auffassung gegenüber dem Tode, zu der Ehrfurcht vor dem Vater als Oberhaupt der Familie und dem Kaiser als Oberhaupt der großen japanischen Familie erzieht. Sie ist es, die das Zentrum des Lebens, um das sich in diesem Lande alles dreht, die Familie, durch und durch japanisch erhält. Der Staat weiß das und ergänzt diese häusliche Erziehung in den Schulen in der glücklichsten Weise. Eine deutsche Lehrerin, die lange Jahre in einer japanischen Mädchenschule, tätig war, faßte mir ihr Urteil in folgenden Worten zusammen: „Die Schule ist in Japan eine Vorbereitung für die künftige Tätigkeit der Mädchen als Hausfrau. Denn neben den allgemeinen Lehrfächern stehen als gleichwertige Fächer das Kennenlernen der Funktionen des menschlichen Körpers, das Aufziehen der Kinder, die Führung des Haushalts, Kochen und Schneidern, besonders aber die Erziehung zu gutem, taktvollem Benehmen bei allen nur denkbaren Gelegenheiten gegenüber den Eltern und dem zukünftigen Gatten. Selbstentäußerung und die Erreichung des seelischen Gleichgewichts gehen aller Verstandesbildung vor. Die unendliche Geduld und die Sanftheit der japanischen Frau machen das Familienleben für Mann und Kinder zu einer unerschöpflichen Kraftquelle, die letzten Endes wieder dem Staate zugute kommt.“ Es wäre ein Irrtum- zu glauben, daß die großartigen Handels- und Industriezentren Tokio, Osaka und Kobe mit ihren amerikanisch anmutenden Bürohäusern, Riesenwerken, Untergrundbahnen, mit ihren europäisch gekleideten Männern eine Veränderung der japanischen Art bedeute: Betreten der Kaufherr, der Offizier, der Industrielle, die Autoschaffnerin, die Stenotypistin ihr Heim, so verschwindet sofort alle westliche „Verkleidung“; Kimono, Strumpfschuhe, heißes Bad, japanisches Mahl, japanische Sitzart, japanische Sitte in allem und jedem treten in ihre Rechte. Irrtum aber auch, zu glauben, daß die japanische Frau willenlose Puppe ihres Mannes sei. Gewiß, sie steht nach außen hin in diesem ausgesprochenen Männerstaat immer an zweiter Stelle, aber sie ist doch im Hause die Oku San, d. h. „Herrin des Hausinnern“. Hochgeehrt als Mutter, bleibt sie einflußreich bis an ihr Ende. Freilich darf man japanische Ehen nicht mit den unsrigen vergleichen, weil sie auf anderen Grundlagen beruhen. In Japan ist die Ehe eine reine Angelegenheit der beiden Familien, die für ihre Kinder ihnen geeignet erscheinende Partner aussuchen. Den Bestand des Namens am besten zu sichern, die Zelle des Staates zu erhalten, ist hier das Primäre. Neigung oder Geschmack der beiden Beteiligten werden berücksichtigt, aber stehen doch immer an zweiter Stelle. So geht die Japanerin ohne jede Illusion in die Ehe, was auf den ersten Blick gar nicht zu ihrem weichen und liebreichen Wesen zu passen scheint, aber gerade deshalb, weil sie die Ehe in erster Linie als reinen Pflichtenkreis aufzufassen gewohnt ist, sind die unglücklichen Ehen nach dem Urteil langjähriger Beobachter seltener als bei uns, wo ihre Ursache gerade die zerbrochenen Illusionen sind. Auch sieht der japanische Mann weniger auf das Aeußere als auf gute Eigenschaften sowie Fähigkeiten. Es hat einen tiefen Sinn, daß das Schriftzeichen im Japanischen für Liebe sich nicht aus den Zeichen „Mann“ und „Frau“, sondern aus „Mutter“ und „Kind“ zusammensetzt. Aber so ernst die Lebensauffassung der Japanerin ist, und so oft das' japanische Frauenantlitz von einer leisen Schwermut überschattet erscheint, so bildet dennoch die Fröhlichkeit der Mädchen und Frauen einen der charakteristischsten Züge des Landes. Dieser angeborene Frohsinn offenbart sich am entzückendsten, wenn man japanische Frauen und Mädchen im Verkehr mit den auch in ärmeren Schichten erstaunlich gepflegten und wohlerzogenen Kindern beobachtet. Man muß in den frühen Morgenstunden in den Zügen, Autobussen und Untergrundbahnen die Scharen werktätiger Frauen und Mädchen gesehen haben! Mögen sie nun in die schönen Kauf- Zum Thema „Frau oder Fräulein ” Eine medizinisch-psychologische Betrachtung Während der Familienstand des Mannes bei seiner Stellung im öffentlichen Leben selten in Erscheinung tritt, unterscheidet man bei Frauen — allein schon in der Anrede — zwischen der Verheirateten uncl der Unverheirateten, die man im ersten Fall „Frau“ im zweiten „Fräulein“ nennt Betrachten wir diese Tatsache einmal näher, so müssen wir erkennen, daß sie nicht mehr zu den heutigen Verhältnissen paßt. Mag die Frau in früheren Zeiten durch Abgeschlossenheit und Berufslosigkeit eine Sonderstellung eingenommen haben, heute steht die moderne Frau, ohne emanzipiert zu sein, ebenso mitten im Leben wie der Mann. Das gilt insbesondere für die vielen Frauen, die ihren Lebensweg allein gehen müssen — sei es, weil sie keinen geeigneten Lebenspartner finden konnten, sei es, weil sie aus diesen oder jenen Gründen überhaupt nicht heiraten wollen. Diese Frauen weiterhin „Fräulein“ zu nennen, auch wenn sie erwachsen, selbständig und berufstätig sind, besteht kein Grund. „Frau“ braucht nicht Ehefrau zu bedeuten, und „Fräulein“ kann als eine von früher her nur zur Gewohnheit gewordene Anrede angesehen werden. Gewohnheiten aber kann man ändern, und das scheint in diesem Fall wünschenswert.' Es hat sich nämlich gezeigt, daß manche unverheiratete Frau sich durch die Unterscheidung „Frau“ und „Fräulein“ verletzt fühlt Wir haben heute in der ärztlichen Praxis sehr häufig mit solchen Fällen zu tun. Das Erleben der Umwelt wird von so sensiblen Menschen falsch verarbeitet, die natürliche Entwicklung der Persönlichkeit gestört E s kommt zu abwegigen Ansichten über das Leben, zu Gefühlen des Benachteiligtseins vom Schicksal, zu Beeinträchtigungsideen und anderem mehr — also zu dem, was wir Komplexe nennen. Daß gerade seelisch besonders empfindsame Menschen am meisten von solchen Störungen ergriffen werden, versteht sich von selbst. Komplexe können nun im Bewußtsein bleiben und Handlung und Gedanken des Individuums beeinträchtigen, sie können aber auch mehr .hinter das Bewußtsein“ abgeschoben werden und von dort aus — aus dem Unterbewußten her — wirken. Die Folgen beider Möglichkeiten sind er- Mit wenig Geld ein Gartenfest Sie hätten gern einmal alle Ihre Freunde und Bekannten bei sich versammelt. Aber Ihre Wohnung ist viel zu klein? Nun — vielleicht haben Sie ein Fleckchen Grün hinter dem Haus, eine Sommerlaube irgendwo draußen. Dann geben Sie doch einfach ein Gartenfest! Ein wenig darf man sich auf das Glück verlassen. Hoffen wir also, daß die Wettergötter Ihnen für Ihr Fest einen schönen, warmen Sommerabend bescheren. Das wird Sie natürlich nicht hindern, vorsorglich einen kleinen Unterschlupf — vielleicht die Veranda oder einen leergeräumten Schuppen — so herzurichten, daß die Gäste notfalls auch einen Regenguß trok- ken überstehen können. (Uebrigens würden sie auch das sehr romantisch finden — ein Gartenfest besteht immer zur Hälfte eus Improvisaticn!) Die Dekoration des „Festeaals“ unter freiem Himmel macht wenig Mühe. Dafür sorgt die Natur mit ihrem sommerlichen Grün, und mögen es nur ein paar Sträu- cher um den Hausaufgang, -mag es der Nußbaum auf dem Hof mit seinem Blätterdach sein. Als Beleuchtung dienen buntverkleidete Lampen, Lampions mit Kerzen oder Windlichter, die mit Transparenten aus Papprahmen und farbigem Seidenpapier umstellt werden. Nun brauchen Sie noch Sitzgelegenheiten für Ihre Gäste. Die Stühle reichen natürlich nicht aus, aber es gibt viele andere Möglichkeiten. Im Garten oder am Haus können Sie Steinstufen oder niedrige Mauern mit Sitzkissen belegen, Sie können Liegestühle, Hok- ker und 6ogar die Küchenbank diesem Zweck dienstbar machen. Je bunter, desto besser, denn eine Tischordnung gibt es beim Gartenfest ohnehin nicht. Jeder kann sich niederlassen, wie und wo es ihm gefällt. Da zum Fest im Grünen erst nach dem Abendessen eingeladen wird, braucht Ihnen die Speisefolge keine Sorge zu machen. Zur traditionellen Bowle, die auch bei kleiner Haushaltelcasse erschwinglich ist, können Sie etwas Kleingebäck — darunter Käsestangen für die Herren — reichen. Ob Sie 6onst noch etwas anbieten, hängt von der Länge des Festes ab. Auf jeden Fall können Sie eine Cremspeise oder zum Ab- ' Schluß einen nicht ganz alltäglichen Salat vorbereiten. Damit die Gemütlichkeit nicht gestört wird, werden Speise oder Salat gleich in Portionen angerichtet Das wären die Gaumen- und Magenfreuden. Für’s Ohr brauchen Sie nur noch ein Grammophon bereitzustellen - zu später Stunde wird es mit einem Handtuch abgedämpft —, ein paar schöne Tanzplatten zu beschaffen ... und die Gäste können erscheinen. Ja — wen lädt man ein? Sie brauchen nicht so genau abzuzirkeln, daß alle Teilnehmer wirklich zueinander passen. Ihre Gartengesellschaft kann so bunt sam wie ein sommerlicher Feldbl umensrtrauß, der ja auch durch Vielfalt und Zwagslosigkeat seinen besonderen Reiz erhält Der Wein und die laue Sommernacht werden Ihnen gute Bundesgenossen sein, um alle unter den großen Hut gemeinsamer Fröhlichkeit zu bringen. Lena hebliche Fehlhaltungen und Fehlleistungen der Persönlichkeit, Angst vor der Umwelt, Lebensangst, Absonderlichkeiten und nicht selten, wirkliche Organsrtörun- gen. Solche Zustände bezeichnet man als Neurosen. Bei affektstarken Menschen kann es nun aber auch zur Bildung sogenannter „überwertiger Ideen“ kommen. Das heißt aus dem Gefühl einer persönlichen Kränkung oder Zurücksetzung heraus verrennt man sich in abwegige Idealismen. Für seine Ideen ist man bereit alles zu opfern und aufs Spiel zu setzen. In Wirklichkeit ist aber der Wert der Idee dem Aufwand in keiner Weise angemessen. Typen dieser Art fanden sich in besonders anschaulicher Weise bei den vielbelachten Frauenrechtlerinnen von ehedem. Aufgabe des Arztes oder des Psychotherapeuten (der in solchen Fällen oft in Anspruch genommen werden muß) wird nun sein, Komplexe oder überwertige Ideen durch Aussprache und seelische Behandlung aufzulösen. Ueberwertige Ideen sind, da sie wie gesagt nur bei triebstarken Menschen Vorkommen, hierbei ein besonders dankbares Gebiet der Behandlung. Wenn es der Therapeuit versteht, die in diesen Ideen steckenden seelischen Kräfte auf nützliche Dinge zu lenken, können wertvolle soziale und kulturelle Kräfte frei werden. Denn um wertvolle Kräfte und wertvolle Menschen handelt es sich hier. Und es ist ein Jammer, wenn solche durch Fehler der Umwelt in ihrer Entwicklung gestört werden. Aerztliche Hilfe kann viel tun, es ist aber auch erforderlich, vorbeugend süle Dinge aus dem Wege zu räumen, die zu seelischen Entwicklungsstörungen unverheirateter Frauen führen können. Eine völlige Gleichstellung der verheirateten und der unverheirateten Frau im beruflichen und gesellschaftlichen Leben ist hierbei Grundbedingung. Daß die Frage der Anrede — ob mit „Frau“ oder „Fräulein“ — von diesem Gesichtspunkt aus gesehen durchaus nicht gleichgültig ist, geht aus allem hier Gesagten hervor. Erfreulicherweise ist man ja nun im öffentlichen Leben heute schon vielfach dazu übergegangen, unverheiratete Frauen in besonderen Stellungen auch mit „Frau“ anzureden. Auch prinzipiell lsit die Bezeichnung „Frau“ auch für die Unverheiratete schon seit Jahren von verschiedenen Ministerien (dem Badischen, Preußischen unter anderen) ausdrücklich zugelassen. Es dürfte sich- also wohl nur noch darum handeln sie allgemein auch für die unverheiratete Frau als selbstverständlich in den Sprachgebrauch aufzunehmen. Und darüber könnten sich wohl alle Frauen einig werden: mitzu- wirken, daß das zur Gewohnheit wird. Ein nicht unerheblicher Störungspunkt für die Persönlichkeitsentwicklung der unverheirateten Frau wäre damit aus der Welt geschafft. Dr. R. Nicht dumm Im der „Washington Post“ fand sich eine Anzeige: Junger, eleganter Multimillionär sucht die Bekanntschaft eines jungen Mädchens, das der Heldin des Romans „Ein Sonntagskind“ gleicht; spätere Heirat nicht ausgeschlossen. — Schon am nächsten Tag war das Buch ausverkauft. Bald darauf mußte der Verfasser mit unbekanntem Ziel verreisen, da er heftigen Beschuldigungen ausgesetzt war, selbt die Anzeige verfaßt zu haben. häuser Tokios oder Kiotos strömen, mögen sie im Lehrberuf oder in der Krankenpflege, in Apotheken oder Gaststätten, in der Sozialpflege oder als Arbeiterinnen tätig sein, überall sind sie gleich in der Sorgfalt und blitzenden Sauberkeit der in Farbe und Muster tausendfältigen Kimonos, der schneeweißen Strumpfschuhe, der Gepflegtheit der Haare, der Haut und besonders der Hände. Europäische Kleidung wird im allgemeinen nur im Beruf getragen, wo es aus praktischen Gründen erforderlich ist, wie bei Autobusschaffnerinnen und Stenotypistinnen. 12,7 Millionen Frauen, etwa ein Sechstel der Bevölkerung, sind werktätig, im Handel, in Fabriken, in der Landwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Die zahlreichen Hausangestellten werden als völlig zur Familie gehörig behandelt. Es kommt häufig vor, daß sie von der Hausfrau verheiratet werden. Ich sagte schon, daß die Erziehung zur Beherrschung der Gefühle allgemeines Volksgut ist. Es scheint, als ob die Seele der japanischen Frau hier einen Ausweg gesucht hat in die Gefilde der Poesie. Denn während in der japanischen Prosaliteratur der Mann überwiegt, ist ein großer Teil der schönsten lyrischen Dichtungen von Frauen geschaffen. In ihnen spiegelt sich die bezaubernde japanische Landschaft und das Gefühl der Liebe, das sich natürlich auch hier oft stärker erweist als alle Fesseln der Tradition und Erziehung, am tiefsten und zartesten wider. So beteiligen sich auch die Frauen besonders an dem dichterischen Wettbewerb, der seit dem vierzehnten Jahrhundert in jedem Winter vom Kaiserpaar für das ganze Volk zum Austrag gebracht wird. Es wird ein Thema gegeben, und das Gedicht darf nur einunddreißig japanische Silben enthalten. Der Preis besteht nur in der Ehre, daß das preisgekrönte Gedicht dem Kaiserpaar im Januar in der Phönixhalle des kaiserlichen Palastes vorgelesen und dann in allen Zeitungen des Landes veröffentlicht wird. Wieviel innige Zartheit liegt in den einfachen Zeilen eines solchen, von einer Frau verfaßten kleinen Gedichts: Seit der Neumond schien, Hat mein Herz nicht geschwiegen — Heute nacht schweigt es vor Glück. Unser Modell ♦ . . . und nimmer alt, und immer neu,sind Streifenstoffe, die jedes Jahr wieder ihre modische Aktualität beweisen und gerade auch bei preisgünstigen Geweben in reicher Auswahl an Mustern und Farben an- geboten werden. Streifenstoffe haben außerdem den Vorzug, daß sie „in sich“ genügend Verarbeitumgsmöglichkeit und Schmuck bieten — man hat durch Längs-, Ullstein-Schnitt K 10844 I. II Ullstein-Schnitt K10843 1,11 Quer- und Diagonalstellung der Streifen viele Möglichkeiten beim Zuschnitt. Von unseren beiden Modellen zeigt K 10 844 eine amüsante Quer- und Längsteilung. Nummer des Schnittmusters und gewünschte Größe dürfen bei der Bestellung nicht vergessen werden. Preis "jedes Schnittmusters 1 80 DM. Den Betrag und 10 Pfg. für Porto fügt man am besten der Bestellung (siehe Anzeige unten) bei. Ruth ist traurig Unsere Honigfreundin lieben wir sehr. Heute darf Ina mit ihr hinausfahren in den Wald, darf die vielen Bienenvölker sehen und zwei Tage fort bleiben. Singend hüpft sie von einem Bein auf das andere und hilft der Mutti, den Koffer packen. Ruth kann es nicht begreifen, daß die 'große Schwester allein fahren soll. Sie möchte auch in den Wald, ein Mooshäus- 1 eichen bauen mit Blumen auf dem Dach und Tannenzapfen, die zu Besuch kommen. Weinend läuft sie hinter der Mutti her und bittet und bettelt und ist keinem Trostspruch zugänglich. „Nimm mich mit, Ina, nimm mich doch mit!“ schluchzt sie und räumt ihren roten Puppenkoffer aus. Sie weiß wohl, daß es zwecklos ist. Aber sie wehrt sich verzweifelt gegen die dumpfe Hoffnungslosigkeit, die in ihr aufsteigt. Es liegt ihr nicht, einen Kampf vorzeitig abzubrechen. Mutti packt ihr den Koffer nicht, also muß sie es selbst tun. Denn ohne Koffer Siebenmal süße Sauermilch Grundrezept: Ein Liter Sauermilch wird mit vier Eßlöffeln saurem Rahm, ebensoviel' Zucker und einem Päckchen Vanille-Zucker schaumig verquirlt. Sauermilch-Kaltschale: In einem Suppenteller werden eine Handvoll zerquetschte Früchte und ebensoviel angeröstete Weißbrotwünfelchen (oder Keksoder Zwieback-Krümel) mit der angerührten Sauermilch übergossen und sofort serviert. Schokolade-Sülze: Dem Grundrezept werden noch 100 Gramm geriebene Schokolade, zwei Eßlöffel Arrak (auch Arxakverschnitt) und 12 eingewedchte Blatt weiße Gelatine — in einer halben Tasse heißem Wasser aufgelöst — beigefügt. In Glastellem oder Schälchen mindestens -zwei Stunden lang kalt stellen I Sauermilch-Flip: In die Masse des Grundrezepts wird ein halbes Liter Johannisbeer- oder Himbeersaft von Eingedünstetem und zwei Eßlöffel Arrak (Verschnitt) gegeben und schaumig gequirlt in die Gläser gegossen. Sauermilchschaum: Die verquirlte Sauermilch des Grundrezepts wird mit vier Blatt weißer und zwei Blatt roter Gelatine (eingeweicht und in einer halben Tasse heißem Wasser aufgelöst!) vermengt und solange geschlagen, bis die Masse steif-schaumig wird. Kleine Portionen in Glasteilerchen geben und mit Früchten garniert auftragen! Ambrosia: Die Grundmenge wird hier aus einem halben Liter Sauermilch und ebensoviel saurem Rahm angerührt und dann wie .Sauermilch-Schaum“ bearbeitet. Mit Schlagsahne bespritzt auftrageil! Sauermilch-Kuchen: Unter die Grundmasse von einem halben Liter werden noch zwei Eßlöffel Mehl, drei Eigelb und zum Schluß der dazugehörige Eischnee gegeben. Man gibt die Masse auf einen Mürbtedg, auf den vorher eine Handvoll Sultaninen gestreut wird. Mit Margarineflöckchen bestreuen und 1 Stunde ausbacken! Sommer-Vesper: Zu einem halben Liter Grundrezept-Sauermilch werden vier big fünf Eßlöffel Hafer- oder Weizenflocken gegeben. Diese dicke „süße Suppe“ wird von Kindern besonders gern gegessen. kann man nicht auf die Reise gehen. In wilder Eile holt sie ihre Lieblingspuppe herbei und ein Puppenkleid. Was fehlt noch? Richtig: die Zahnbürste. Während ihr die Tränen über die Backen rinnen, schleppt sie den schweren Stuhl an den Waschtisch und schon hat sie ihre Bürste aus dem Glas genommen und im Koffer verstaut. Den schwenkt sie nun reisefertig in den Händen, die kleine Person . . . ach, so vergeblich! * „Mein armer Maikäfer ist tot!“ Ruth konnte sich nicht beruhigen. Sie weiß schon, was sterben heißt. Aber sie hatte noch nichts Liebgewonnenes sterben sehen. Arco, der Hund unseres Arztes, ist Überfahrten worden und der gute Doktor hat geweint. Doch Ruth war nicht zugegen. „Arco weht in Himmel, guck?“ Sie zeigt auf ein rosa Wölkchen. Auch der Schwan, den der Hagel erschlagen hat, ist im Himmel. „Hat lieber Gott den Schwan gefressen?“ erkundigt sie sich. Sie will nicht in den Himmel. Ein Bub, mit dem sie gespielt hat, ist dort, ohne seine Mutti. Ruth will bei der Mutti bleiben. Das Gebet: Lieber Gott, mach mich fromm, daß ich in den Himmel komm, lehnt sie ab. Ihr lieber Maikäfer war tot. Aus seinem Behälter war er gekrabbelt und unter einen Fuß geraten. Ruth hatte ihn gefunden mit herausgequollenen Gedärmen. Was nützte es da, daß Ina ihr vom Maikäferhimmel erzählte, wo er jetzt als braunflügeliges Engelein herumfliegt mit freundlichem Gebrumm: „Mein Maikäfer ist totl“ jammerte sie, „mein armer, armer Maikäfer!“ • Wenn ich morgens das Haus verlassen will, springt Ruth mit Windeseile an die Tür und legt die Kette davor. „Bitte, bitte, kleine Maus, laß den Vater aus dem Haus!“ heißt das Sesam-Wort, das mir die Pforte öffnet. Freilich: Ehe die Kette fällt, muß ich mich verbessern und „große“ Maus sagen. Denn mit vier Jahren ist man nicht mehr klein. Diesmal habe ich wenig Zeit und bin mit meinen Gedanken schon bei der Arbeit. Zwar sage ich meinen Spruch, aber hastig und ohne Freude. Ruth ist betrübt. „Bis du ärgerlich, Vati?“ fragt sie. Müde hängt ihr Händchen in der Luft, wie eine Blume, die das Köpfchen senkt, weil man sie zu gießen vergessen hat. Soll ich umkehren? Die Arbeit drängt so! Aber‘kann ich das Kind denn stehen lassen in seiner Betrübnis? Da fällt mir ein, daß meine Schlüssel noch daheim stecken . . . Gott sei Dank! Ich laufe zurück. Das Zeremoniell wird wiederholt," lustig und langsam, wie es der Brauch erfordert, mit dem Abschiedskuß auf die Nasenspitze. Und lachend winkt mein Töchterlein. So hat der Tag doch noch froh begonnen. Umkehren, das ist es! Gerhard Deesen Redaktion Marlon ElnwSditai Ultra cmd Ullstein SCHNITTMUSTER Konstant ( SÜDKURIER Nr. 131 / Seite 5 Itmtftoitjer idttmg ^onftonj bcn 20. 2ltt0uft 1052 Gruß aus Flensburg Liebe Konstanzer! Ich sende Euch einen schönen Gruß aus Flensburg, Euch, den Bewohnern der südlichsten Stadt Deutschlands aus der nördlichsten. Und ich schreibe Euch diesen Gruß aus dem Bett. Nicht, daß ich krank wäre, keineswegs. Der Grog schmeckt und der letzte Spickaal wurde glatt verdaut Wenn ich gleichwohl mitten im August abends um 9 Uhr im Bett liege, dann hat es einfach seinen Grund darin, daß meine Winterfeuerung erst in der nächsten Woche geliefert wird und da geht man. hier oben zu Bett, wenn man nicht, mit Wintermantel und Wolldecke bekleidet, am Schreibtisch frieren möchte. Hier ist nämlich jetzt die große Regenzeit. Unsere Städte haben ja vieles gemeinsam, sie liegen beide ganz am Ende unseres Vaterlandes, unsere Nachbarn sind kleine, aber dafür friedliche und daher wohlhabende Völkchen, und unsere Förde, die uns von unserem Nachbar trennt, ist in allen Reiseprospekten genauso blau gemalt, wie Euer See. Aber unsere Städte sind doch sehr verschieden dran. Denn bei Euch scheint die Sonne. Reisende, die Euch besuchten, erzählen Märchendinge von Sonnenschein und 30 Grad im Schatten. Und das seit Wochen. Leute, habt Ihr es gut! Hier findet nämlich der Sommer in der Regel an einem Nachmittag im Juli statt. Das Datum wird leider vorher nicht bekanntgegeben. Im letzten Jahr hatte ich an jenem Tage gerade Konferenz. Als ich nach Hause kam, sagte mir meine Frau: „Das war ein schöner Sommer heute, du tust mir leid für dieses Jahr.“ In diesem Jahr war es anders. Wir hatten nämlich genau zwei Wochen Sonnenschein. Dafür müssen wir seit langem furchtbar büßen. So leben wir denn in der frohen Hoffnung auf einen schönen Herbst. Gönnt ihn uns, wir können ihn gebrauchen. Wir halten uns auf unsere Weise schadlos. Bei soviel Wasser von außen — wir sind ja meerumschlungen — meiden wir sehr den unnötigen Genuß von Wasser in Getränken. Lieber machen wir den Rum selbst etwas heißer, als daß wir diese Wirkung zu sehr dem Wasser überlassen. Zucker nur ein halbes Stück. Und gern sprechen wir in diesen Wochen von jenem unvergeßlichen Abend vor 20 Jahren, als es hier so warm war, daß man den Grog im Freien trinken konnte. Gruß Christoph. Kurgaft ald Lebensretter Wie uns die Deutsche Lebensrettunge- Gesellschaft Überlingen mitteilt, wurden am vergangenen Wochenende am Strand von Wallhausen zwei Kurgäste, Damen im Alter von 22 und 24 Jahren, vom Tode des Ertrinkens gerettet. Nichtahnend, daß die Halde an ihrer Badestelle jäh abfällt, waren die beiden in den See geschritten und plötzlich versunken. Durch die Hilferufe wurde ein vorübergehender Kurgast aus Überlingen aufmerksam und es gelang ihm, beide dem nassen Tod zu entreißen. Der Lebensretter entfernte sich ohne Namensnennung, konnte aber in der Zwischenzeit ausfindig gemacht werden. Vorsicht auf dem Flugplatzgelände Der Aero-Club Konstanz, der vor einigen Wochen auf dem Fiugplatzgelände an der Reichenaustraße mit dem Flugbetrieb mit Segelflugzeugen begonnen hat, bittet die Oeffentlichkeit, den Platz nicht als Wegabkürzung von und nach Wollmatingen zu benützen. Die Bitte wird damit begründet, daß sich in letzter Zeit immer wieder Personen und Personengruppen trotz Winke und Zurufe in die Startbahn der Segelflugzeuge stellten. Der Aero-Club schreibt wörtlich: „Es ist für uns unmöglich in einem solchen Fall zu starten, denn das über 1000 m lange Schleppseil, mit dem die Maschine hochgezogen wird, liegt oft in Kurven über dem Platz. Beim Start spannt sich jedoch das Seil ruckartig gerade und würde im Weg stehende Hindernisse durchschneiden, da das Seil mit einer Geschwindigkeit vom 80 km/st. eingezogen wird. Wir sind daher immer gezwungen zu warten, bis der Platz geräumt ist. Dabei mußten wir schon oft günstige Aufwindverhältnisse unausgenützt vorüberziehen lassen, was jeden Segelflieger verärgert.“ Um Personen auf die Startbahn aufmerksam zu machen, werden nunmehr Verbotstafeln erstellt. Außerdem teüt der Aero- Club mit, daß er. keine Haftung für selbstverschuldete Unfälle übernimmt. 6800 Fahrzeuge in 13 Stunden Am Montag wurde an drei Stellen der Stadt von 7 bis 20 Uhr eine Verkehrszählung durchgeführt. An der Zählstelle Friedrich — Wollmatinger Straße wurden gezählt aus Richtung, Stadt 1099 Pkw., 197 Lkw., 63 Omnibusse, 14 Zugmaschinen, 827 Krafträder, 1462 Fahrräder und 15 Handwagen. In Richtung Stadt fuhren 1007 Pkw., 188 Lkw., 71 Omnibusse, 12 Zugmaschinen, 798 Krafträder, 1044 Fahrräder, 2 Fuhrwerke und 10 Handwagen. Insgesamt fuhren in Richtung Stadt 3132 Fahrzeuge, während aus Richtung Stadt 3677 Fahrzeuge kamen. Eine weitere Zählstelle war in der Reichenaustraße am Flugplatz eingerichtet. Hier wurden insgesamt 1208 Fahrzeuge aus Richtung Stadt gezählt, 673 Fahrräder, 258 Pkw., 201 Krafträder, 53 Lkw., 5 Omnibusse, 6 Zugmaschinen, 8 Fuhrwerke und 4 Handwagen, in Richtung Stadt 983 Fahrzeuge, 509 Fahrräder, 258 Pkw., 140 Krafträder, 63 Lkw., 4 Omnibusse, 2 Zugmaschinen, 5 Fuhrwerke und 2 Handwagen. An der Polizeiwache in Wollmatingen waren es 2390 Fahrzeuge, 616 Pkw., 495 Krafträder, 960 Fahrräder, 160 Lkw., 79 Omnibusse, 34 Zugmaschinen, 22 Fuhrwerke und 24 Handwagen, die innerhalb 13 Stunden aus Richtung Stadt kamen. 2269 Fahrzeuge fuhren nach der Stadt, 653 Pkw., 485 Krafträder, 807 Fahrräder, 166 Lkw., 70 Omnibusse, ' 33 Zugmaschinen, 25 Fuhrwerke und 30 Handwagen. Zum 114er-Treffen Bei dem am kommenden Sonntag statt- flndenden Treffen der Veteranen des früheren Konstanzer Regimentes, und seiner Tochterformationen fährt für gehbehinderte Teilnehmer an der Riesenbergfeier (10.45 Uhr) um 10 Uhr ab Hauptpost, 10.05 Uhr ab Kirche Petershausen ein Postomnibus. Rüdefahrt erfolgt nach der Feier. Wie uns weiter mitgeteilt wird, bekunden die ehemaligen Angehörigen des Regimentes großes Interesse an ihrer Gedächtnis-, Wiedersehens- und Erinnerungs-Feier. Am Nachmittag treffen sich die Teilnehmer in Meereburg in der Winzerstube, oder wenn der Raum nicht ausreicht, in anderen Lokalen von Meereburg. Wae ift mit öer „Linzgau 7 loe? Besorgte Zuschrift aus Meersburg — Was sagen die Stadt. Verkehrsbetriebe dazu? Von einem Meereburger Leser, der zur Berufsausübung täglich mit der Fähre nach Konstanz fährt, erhalten wir folgende Zuschrift: „Alle, die aus beruflichen Gründen gezwungen sind, täglich mit der Fähre von Meersburg nach Staad und zurück zu fahren, haben die Indienststellung der „Linzgau“ mit Freude und Genugtuung begrüßt. Das große und repräsentative Schiff macht äußerlich auf den ersten Blick einen guten Eindruck. Es erweckt bei dem flüchtigen Beschauer sogar den Anschein, als handle es sich bei diesem Schiff um ein Meisterwerk deutscher Präzisionsarbeit, auf das die Stadt Konstanz mit Recht stolz sein könne. Auch ich war dieser Ansicht und gestehe offen, daß ich mich in die „Linzgau“ und ihre schmucken Formen geradezu verliebt hatte. Bis ich Ohrenzeuge eines Gespräches zweier auswärtiger Feriengäste war, die das Schiff mehr kritisch als lokalpatriotisch betrachtet hatten und sich anschließend über ihre Betrachtungen unterhielten. Es handelte sich bei ihnen offensichtlich um Fachleute auf dem Gebiet des Schiffsbaues, die ihr Urteil in den Satz zusammenfaßten: „Hier wurde mit heißen Nadeln genäht“. Ich erinnerte mich bei diesen Worten daran, vor Monaten im „Südkurier“ gelesen zu haben, daß die Werft für jeden Tag, den das Schiff vor dem vereinbarten Uebergabetermin fertiggestellt sein würde, eine Art Prämie erhielte, für jede Ueberschreitung dieses Termines aber ihrerseits an die Stadt zahlen müsse. Hierdurch stutzig geworden, versuchte ich die Beanstandungen der beiden Fachleute zu überprüfen, und ich fand ihre kritischen Aeußerungen nur bestätigt. „Liebe macht blind“, mußte ich mir eingestehen. nachdem ich nun die „Linzgau“ kühlen Herzens durchforscht hatte, und zu allem Ueberfluß wenige Tage darauf zufällig noch Gelegenheit hatte, ein Gespräch des Schiffsoersonals über den Zustand des Fähr-Schiffes anzuhören. Woanders ist es anders: Motorräder mit Schalldämpfer? Die Schweizerische Motorradfahrer- Vereinigung hat im Kampf gegen den Lärm einen Wettbewerb ausgeschrieben, der den Zweck verfolgt, einen geeigneten Schalldämpfer für Motorräder zu schaffen, dessen Spezialeinrichtung jede Abänderung der Schalldämpfung nach der polizeilichen Kontrolle der Maschine unmöglich macht. Durch diesen Wettbewerb, für den hohe Preise ausgesetzt sind, hofft die Schweizerische Motorradfahrer - Vereinigung einen Beitrag für die Bekämpfung des auch in der Schweiz immer lästiger werdenden Lärms zu leisten. Die wesentlichen Beanstandungen beider Gruppen waren folgende: Das zum Bau verwendete Holz ist zu frisch. Die Hölzer werfen sich und führen zu Verklemmungen. Der Farbanstrich ist schlecht. Es bilden sich bereits Risse und Abblätterungen. Die Metallplatten sind ohne Rostschutz montiert, das Rostwasser beginnt bereits aus den Fugen zu rinnen, und das Schiff wird in kurzer Zeit völlig verschmutzt sein. Beim Verlegen der Holzböden auf dem Deck sei darunter stehendes Regenwasser einfach zugedeckt worden, infolgedessen seien die Hölzer teilweise bereits faul. Soweit die Auslassungen, die sich mit dem jetzigen Zustand des Schiffes — vier Wochen nach seiner Indienststellung! — befaßten. Es fielen aber auch noch andere Aeußerungen, die mir weit bedenklicher erschienen: „Die hunderttausend DM, die wir in Ludwigshafen vielleicht gespart haben, müssen wir in Kürze für Reparaturen doppelt und dreifach ausgeben“ — oder: „In einem Jahr werden sich die Folgen solch überstürzten Bauens erst richtig zeigen!“ — oder: „Hoffentlich läßt man sich beim fünften Schiff mehr Zeit!“ Auch mit der Manövrierfähigkeit dieses Schiffes soll es nicht gerade bestens bestellt sein. Mit seinen ungewöhnlich großen Angriffsflächen für den Wind an Back- und Steuerbord wird es augenscheinlich leicht aus seinem Kurs geworfen. Bereits in Ludwigshafen wurde es bekanntlich noch vor seiner Indienststellung von einem leichten Sturm aus dem Hafen in den See hinausgetrieben. Auch vor Meersburg wurde das Schiff kürzlich, als es auf die Einfahrt in den besetzten Fährehafen warten mußte, vom Wind erfaßt und so weit abgetrieben, daß es erst einen großen Bogen beschreiben mußte, um wieder auf seinen alten Kure zu kommen. Wie mag das erst werden, wenn schwere Herbststürme über den See hinbrausen, das Schiff nur schwach beladen ist und mit einem dadurch geringeren Tiefgang noch stärker den Winden preisgegeben ist?“ . . • SK. Soweit die Zuschrift aus Meersburg. Sie erscheint uns bestürzend genug, um sie rechtzeitig zu veröffentlichen und die zuständigen Instanzen um Stellungnahme zu bitten. Bereits ist das Thema auch nach Konstanz vorgedrungen, und so liegt uns daran, daß Einheimische und Fremde vor Beunruhigung oder gar irreführendem Gerede bewahrt werden. Zum Münchner Oktotoerfest, das am 20. September beginnt, veranstaltet die Deutsche Bundesbahn ab Schaffhausen über Singen—Radolfzell eine Sonderfahrt. Konftanzer Filmfchau „Kon-Tikl“ (Scala) 101 Tage lang haben sich 1947, von Peru in Südamerika aus, sechs Nordmänner durch Passat und Meeresströmung auf einem Floß aus Balsaholz hinübertragen lassen nach Polynesien. Das Floß nur mit Tauen, nicht mit Nägeln zusammengefügt, obendrauf Bambushütte und Segel. Das Abenteuer dieser Fahrt ist niedergeschrieben und bereits in 21 Sprachen übersetzt worden; der Film wird seit kurzem auch in Deutschland gezeigt Ein ungewöhnliches Abenteuer, mehr als 6000 km über das Wasser zu treiben, keinem Men* sehen unterwegs zu begegnen, mit Wasser, Wind, Himmel und Fischen allein zu sein — . alle Welt erwartet eine Katastrophe. Aber allen Warnern zum Trotz überstehen die Männe* gesund und munter die Fahrt Ein Original-Abenteuer, nicht am Schreibtisch erdacht und zwischen Filmkulissen in eine Scheinwirklichkeit umgesetzt, sondern wirklich erlebt Die aufregendsten Szenen: ein fünf Tage währender Sturm und die Landung aut dem Korallenriff am Ende der Fahrt sind freilich nicht gefilmt „Da hatten wir keine Zeit zum Fotografieren“, heißt es ganz schlicht Die gefilmten Abenteuer von Hans Hass sind demgegenüber fast ein Kinderspiel. Die Fahrt sollte Heyerdahls Theorie stützen, daß die Bevölkerung Polynesiens vor mindestens 1500 Jahren, in der Vor-Inka-Zeit, aus Südamerika gekommen ist Mit einem so primitiven Fahrzeug kann die gewaltige Strecke bis zu den Inseln wohl nur aus dieser Richtung her und verhältnismäßig ohne Anstrengung, wenn auch nicht ohne Gefahren, bewältigt werden. Ein vor wenigen Wochen erschienenes zweites Buch bringt weitere Argumente bei. Das letzte Wort über die Theorie ist noch nicht gesprochen. Was die Filmbesucher vor allem interessiert, ist das Abenteuer. Wer sich lebhaft genug in die Lage der sechs Männer hineinversetzen kann, wird den Film trotz einer gewissen Monotonie abwechslungsreich und spannend genug finden, und mit roten Backen und glänzenden Augen ganz mit „dabei“ sein. -ng. „Kokain“ (Capitol) Hartgesottene Burschen sind die Männer von der Zollfahndung und dem Rauschgiftdezernat des Schatzamtes der USA. Die Rauschgifthändler von der pazifischen Küste zwischen Neu-Mexiko, Frisco und Vancouver aber auch. Sie überprüfen beispielshalber die neuen, ihnen noch fremden Kunden, die ihnen nicht so recht stubenrein erscheinen, nach den Prügelmethoden der Diktaturen von heute. Aber der so überprüfte Komplice, der ein von einem Rauschgiftpolizisten auf Ehrenwort beurlaubter Zuchthäusler ist, der den Polizisten in die Schmugglerbande einführen soll, hält dicht. Und von diesem spannungsvollen Augenblick an ist dem Manne von der Fahndung die Bahn freigemacht für eine Überfülle der dramatischsten und abenteuerlichsten Situationen, wie sie — da alles ja der Wirklichkeit nacherzählt ist — selbst der phantasievollste Film- oder Buchautor nicht zustande brächte. Sogar das gute Ende fehlt nicht: Die Rauschgiftschmuggler werden allesamt gefaßt Darstellerisch durchaus gewachsen diesen tollen Jagden ist das von dem Regisseur William Castle geschickt durch alle gefährlichen Klippen gesteuerte Trio Howard Duft, Shelley Winters und Dan Duryea. Es könnte vielleicht stutzig machen, daß dieser Film auch der Jugend freigegeben ist Da > er aber unzweifelhaft auch von erzieherischer und abschreckender Wirkung sein kann, lassen wir uns diese ... zweischneidige Großzügigkeit gerade noch so gefallen. Kft. „Morphium“ (Roxy) In Amerika wäre aus diesem Thema vermutlich ein turbulenter Gangsterfllm geworden mit Autojagden und Schießereien zwischen motorisierter Polizei und den in Banden organisierten Schmugglern dieses gefährlichen Rauschgiftes. In Schweden, dem Lande Strindbergs, wird daraus die packende psychologische Studie einer rauschgiftsüchti- gen Frau, die unausgesetzt wechselt zwischen leicht fiebrigem Lebensübermut, dem alles hell und licht erscheint, und tiefen Depressionen, in denen sie mit kraftloser Verzweiflung um die Erlösung ringt, die ihr allein eine neue Dosis des verführerischen Giftes geben kann. Wie Sonja Wigert mit einem charaktervollen Gesicht diese junge, blühende Frau spielt, die zusehends immer willenloser und verfallener wirkt, ist so erschütternd anzusehen, daß man kaum merkt, wie der Handlung längst eine handfeste Kriminalgeschichte zu Hilfe gekommen ist Neben dieser Frau nämlich steht ein Mann, der sich als Arzt rücksichtsvoll um sie bemüht und doch von allem Anfang an unheimlich berührt Und diese Kriminalgeschichte gewinnt mit der Zeit eine so lastende Spannung, wie sie alle Schießereien und reißerischen Effekte in anderen Kriminalfilmen nicht im Zuschauer aufzustauen vermögen. Vorher muß man allerdings noch einige recht romanhafte Abschweifungen ln Kauf nehmen, die aber nichts daran zu ändern vermögen, daß man es hier mit einem ungewöhnlich interessanten Film und hervorragenden schauspielerischen Leistungen zu tun hat -enz- Nachtgewitter über Konstanz Konstanz bei Nacht — von den die Stadt umgebenden Höhen aus gesehen ein reizvoller Anblick, der zum Schönsten gehört, das unsere Stadt zu bieten hat. Vor allem dann, wenn nächtliche Gewitter mit Wetterleuchten oder grellen Blitzen die Szenerie der Landschaft erhellen, daß der dunkle Spiegel des Sees für Sekundenbruchteile hell aufleuchtet und die ganze Stadt in fahles, bläuliches „Blitzlicht“ getaucht wird. Ein Bild von romantischer Schönheit und Wildheit, das auch die Kamera des Amateurs einfangen kann, wenn er es so macht wie unser Fotograf bei dieser Aufnahme: den Apparat auf ein Stativ oder einen sonstigen festen Untergrund stellen und — nach Einstellung ayf „unendlich“ — mit offener Blende so lange belichten, bis sich mehrere Blitze nacheinander „von selbst“ auf den Film aufgezeichnet haben. Doch darf man die Anzahl der aufzunehmenden Blitze nicht übertreiben, weil ihr Licht sonst das nächtliche Fluidum der Szene zu stark aufhellt und der Eindrude einer Tagesaufnahme entstehen könnte. Zu dieser Aufnahme wurde eine „Rollei- flex“ 6X6 mit „Tessar“ 3,5 und ein 17/10*-Din-Film benutzt. Belichtungsdauer etwa 30 Sek. Kurse Stabtnadjridjten Aua Anlaß eines Feuerwerkes, das die Bundesbahn am 23. August zwischen Friedrichshafen und dem Schweizer Ufer unter dem Motto „Feuerzauber auf dem Bodensee“ veranstaltet, fährt ab Konstanz ein Sonderschiff. Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 27. August bis 1. September in Stuttgart fährt am 31. August ab Konstanz ein Sonderzug. Am Dienstag, 26. August, und Mittwoch, 27. August, gibt der bekannte deutsche Tänzer Harald Kreuziberg im Konstanzer Stadttheater ein Gastspiel. Auf dem Bahnhofplatz stießen am Montagvormittag zwei Personenkraftwagen zusammen. Während Personen glücklicherweise nicht verletzt wurden, entstand an beiden Fahrzeugen ein Sachschaden von etwa 700 DM. Zwei junge Leute aus Herne hatten dieser Tage im Jakobswald unter einem Gebüsch ihr Gepäck, zwei Tornister und zwei Brotbeutel, abgestellt und waren zum Baden gegangen. In der Zwischenzeit wurde ihr Gepäck, das u. a. Wolldecken, Zeltplanen, Bekleidung und Wäschestücke enthielt, von Unbekannten entwendet. Bei dem Einbruch in eine Gaststätte im Stadtteil Egg wurde ein Saba-Radiogerät im Wert von über 400 DM, für etwa 300 DM Wechselgeld, sowie Rauchwaren im Gesamtwerte von 200 DM von den noch unbekannten Dieben entwendet. Sie waren durch das westliche Schankraumfenster eingestiegen und verließen die Gaststätte durch das südliche Fenster. Verstärkter Reiseverkehr Im Juni und Juli war der Reiseverkehr mit den Femzügen zum Bodensee, gemessen an der großen Zahl der günstigen Verbindungen, noch nicht übermäßig stark. Dagegen hat seit dem 1. August mit dem Beginn der Schulferien schlagartig ein sehr starker Reiseverkehr eingesetzt. Fe- rien-Reisezüge sind aufs äußerste verstärkt. Auf der Rheintalstrecke werden viele Femzüge mit Vor- und Nachzügen gefahren. Ueber den Schwarwald hinweg zum Bodensee sind fast alle Femzüge voll besetzt. Sogar noch bei Ankunft am Endpunkt in Konstanz sind viele Züge noch zu 100°/o besetzt. Das gleiche zeigt sich auch schon bei den Rückläufen der Züge, besonders nach Nordwestdeutschland, wo die Schulferien bald zu Ende gehen. Auch hier sind die Züge schon ab Konstanz gut bis voll besetzt. Allgemein wird angenehm empfunden, daß aus ganz Westdeutschland jetzt alle großen Bodenseeorte wenn nicht mit direkten Zügen so aber mit Kurswagen, also ohne Umsteigen erreicht werden können. Der grenzüberschreitende Verkehr mit dem Fernzugspaar Kiel-Chur ist nur mäßig. Dagegen zeigen die Pendelzüge von Konstanz nach Kreuzlingen in diesem Sommer eine starke Besetzung. 9(us bet 9tad)barfd)aft Mütterberatungsstunden fallen aus Die auf Donnerstag, den 21. August in den Gemeinden Dingelsdorf und Litzel- stetten angesetzten Mütterberatungsstunden fallen aus. Markelfingen. Ein Motorradfahrer wollte eine Radfahrerin auf der Hauptstraße gerade in dem Augenblick überholen, als ein Lastkraftwagen entgegenkam. Die Radfahrerin wurde vom Beiwagen des Motorrades gestreift. Eine vorstehende Schraube riß ihr das Bein auf. Markelfingen. Dieser Tage kenterte bei einem Wirbelsturm ein Segelboot mit fünf Insassen, die mit viel Mühe gerettet werden konnten. — Die katholische Kirchengemeinde gab bekannt, daß ein elektrisches- Glockengeläut in Auftrag gegeben worden ist. Die Kosten werden durch Ortssammlung in der Pfarrgemeinde, durch Vermächtnis und durch die Gemeindeverwaltung aufgebracht. MSggingen. Noch gerade zur rechten Zeit konnte die neu gefaßte Quelle an die Wasserleitung angeschlossen und die Gemeinde mit dem nötigen Wasser versorgt werden. Wenn man noch an die Verhältnisse der letzten Jahre zurückdenkt, da kaum zum Kochen das nötige Wasser vorhanden war und manchmal nur 2—3 Stunden Wasser für den Haushalt geliefert werden konnte, so kann man heute von 1 Glück reden, daß es noch zur rechten Stunde eingetroffen ist. Die neue Quelle wird teilweise schon auf harte Proben gestellt. Hauptsächlich in den Morgen- und Abendstunden ist es keine Seltenheit, daß man an allen Hausgärten des Dorfes stundenlang Wasserschläuche angeschlossen findet, die dem Gemüse das köstliche Naß bieten. In reichem Maße werden die Jauchegruben mit Wasser gefüllt, um dann die Obstbäume an kiesigen Stellen zu versorgen. Unentwegt fahren die Landwirte mit den Jauchefässera. Der stärksten Beanspruchung hat die Quelle bisher standgehalten. Auf dem Gehweg überfahren Radolfzell. Ein aus der Kirche zurückkehrender 67jähriger Kaufmann benützte den Gehsteig auf dem Heimweg, als ein ausländischer Kraftwagen mit hoher Geschwindigkeit den Gehweg überrollte und den Fußgänger erfaßte. Er erlitt schwere Verletzungen, denen er wenige Stunden später erlag. Mordversuch an der Geliebten Singen. Wegen eines in der Nähe von Gottmadingen verübten Mordversuches wurde ein 37jähriger Arbeiter aus Singen in das Gerichtsgefängnis eingeliefert. Er hatte nach einem vorausgegangenen Wortwechsel, vermutlich aus Eifersucht, mit einem Rasiermesser seiner 25jährigen Geliebten eine Schnittwunde beigebracht, wobei die Halsschlagader angeschnitten wurde. Unwetter mit Hagelschlag Stock ach. Ein heftiges Gewitter, das sich über dem Stadtgebiet entlud, war von Hagelschlag und Sturmböen begleitet. Der Schaden dürfte insbesondere beim Obst erheblich sein. Die Futterrüben haben Blattverluste teilweise bis zu 50 Prozent aufzuweisen. Neues Löwenzunftgebäude Ueberlingen. Der Neubau des Hauses „Zur Löwenzunft“ wurde jetzt seiner Bestimmung übergeben. Das alte Gebäude war kurz nach Kriegsende zerstört worden, als hier gelagerte Munition aus Unachtsamkeit in die Luft flog. In dem Neubau ist im Erdgeschoß ein Ladengeschäft, in den Obergeschossen sind städtische und staatliche Dienststellen untergebracht. Billigste Quartiere bevorzugt Meersburg. Die Anfragen von Gästen für September sind besser als im Vorjahre. Allgemein kann man jedoch festste 11 en„ daß wesentlich billigere, ja billigste Quartiere bevorzugt werden. Kopfsprung auf die Sandbank Nonnenhorn. Der 21jährige Feinmechaniker Helmut Fehrenbach aus Triberg im Schwarzwald stieß am Freitag, als er ins Wasser sprang, mit dem Kopf auf eine Sandbank und erlitt einen Halswirbelbruch. Der Verletzte wurde ine Krankenhaus verbracht. — Die Feriengäste am See seien ermahnt, bei den gegenwärtigen abnormen Wasserstandsverhältnissen unbedingt vor jedem Sprung die Wassertiefe zu prüfen. Mittwoch, 20. August 1952 SÜDKURIER Nr. 131 / Seite 6 Die Nagolöbahn zu langfam Bedeutung der Schwarzwaldbahn — Die Reise über Triberg schneller Karlsruhe (Dr. G-Eigenbericht). Als die Württembergische Staatsbahn einst sich für den kostspieligen Bau der Nagoldbahn Pforzheim—Calw—Eutingen zum Anschluß an die Schnellzugstrecke Stuttgart — Konstanz und Zürich entschied, waren schon damals hochgespannte Hoffnungen für einen Nord-Süd- Durchgangsverkehr nach dem Bodensee und in die Schweiz geknüpft worden. Denn diese Bahnlinie kürzte ja den Weg über den badischen Schwarzwald um einige Kilometer ab und sie gehört zu den landschaftlich schönsten Bahnen Deutschlands. Die Strecke wurde deshalb für zwei Geleise geplant und gebaut, die Tunnel und größeren Brücken in gehöriger Breite errichtet und die Bahnhofsgebäude selbst an kleineren Stationen weiträumig und mehrgeschossig erstellt. Anfangs wurde denn auch ein stolzer Schnellzug Pforzheim—Schweiz eingesetzt. Er kam und verschwand, denn ihm fehlte von Anfang an das Nötigste: die Fahrgäste. Es waren die gleichen Erfahrungen, die auch bei der für Schnellzugsverkehr gebauten Strecke Radolfzell—Sigmaringen und Mengen gesammelt werden mußten, obwohl damals noch der scharfe Kraftwagenwettbewerb völlig fehlte. Viele Jahre liefen dann über die Nagoldtalbahn nur noch bescheidene Personenzüge mit nicht immer befriedigenden Anschlüssen für die Richtung nach Konstanz und in die Schweiz. Erst der mächtig aufstrebende Fremdenverkehr der württembergischen Schwarzwaldkurorte brachte nach dem ersten Weltkrieg endlich ein Eilzugspaar Pforzheim— Hochdorf—Freudenstadt. Der 15. Juni dieses Jahres hat dann mit einem eingelegten Eilzugspaar Frankfurt— Karlsruhe—Pforzheim—Horb—Konstanz die Nord-Süd-Verbindung über die Ostschwarzwaldbahn gebracht. Aber trotz aller Feierlichkeiten bei der Eröffnung der Verbindung und trotz großzügiger Propaganda sind die wohl etwas zu hohen Erwartungen dann doch enttäuscht worden. Es zeigte sich wohl ein kleiner Durchgangsverkehr für Richtung Frankfurt, der den parallelen Stammzug Frankfurt—Triberg—Konstanz entlastete, aber der Verkehr Richtung Köln blieb merkwürdig schwach und die 2. Klasse sah nur wenig Fahrgäste. Darum mußte der Kurswagen 2. 3. Klasse Hagen—Horb—Konstanz alsbald gestrichen werden und es blieben diesem Eilzugspaar nur noch drei D-Zug-Wagen; und auch bei diesen ist die Besetzung zwischen Horb und Singen nicht befriedigend. Nur zwischen Frankfurt und Heidelberg ist das Zugpaar regelmäßig vorzüglich besetzt und es wird darum auch das ganze Jahr über belassen; für die übrige Strecke zwischen Heidelberg und Konstanz wird der Zug im kommenden Winterfahrplan nur noch über die Weihnacht*- und Neujahrszeit sowie ab 1. Februar bis kurz nach Ostern gefahren. Falsch wäre es jedoch, durch eine flüssigere Führung des Zugpaares über Mühlacker statt wie jetzt über Karlsruhe einen stärkeren Verkehrszuwachs etwa vom Rheinland her zu erwarten. Der ohnehin meist schwächliche Eilzugsdienst der Nagoldtalbahn, der mit zwei, allenfalls drei Personenwagen gut auskommt und erst mit zunehmender Nähe Pforzheims sich befriedigender entwickelt, kann auf die Fahrgäste der Großstadt Karlsruhe keineswegs verzichten. Falsch wäre es auch, von der Wegkürzung von noch nicht ganz 14 Kilometern einen beachtlichen Zeitvorsprung gegenüber der Fahrt über Offenburg und Triberg nach und von Konstanz und der Schweiz zu erhoffen. Denn auf der eingleisigen, kurvenreichen Nagoldbahn kann höchstens mit gewöhnlichen Personenzugslokomotiven und mit der hier zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 75 Kilometern die Stunde gefahren werden, auf der Rheintalstrecke aber mit 120 km/st; auch die durchweg zweigleisige badische Schwarzwaldbahn, die von schweren Lokomotiven bedient wird, bleibt trotz mangelnder Elektrifizierung bedeutend überlegen. Werden erst einmal, was sicher noch kommt, die parallelen D-Züge über Triberg wie zur Vorkriegszeit um etwa l‘/i Stunden beschleunigt (Konstanz ehedem ab 9.28, heute schon ab 8.00 bei späterer Ankunft in Frankfurt!) wird die Reise über Triberg zeitlich erheblich günstiger sein. Falsch ist schließlich, für die Ostschwarzwaldbahn den angestrebten direkten Nord- Südverkehr nach und von Zürich zu beanspruchen. Hier hätte zunächst einmal die verkehrsreichere badische Schwarzwaldbahn das erste Anrecht auf Wiedererrichtung ihrer früheren Schweizer Kurswagen, wie sie übrigens schon vor einem halben Jahrhundert bestanden. Damit soll keineswegs gesagt sein, daß dem begrüßenswerten Zugpaar Frankfurt—Horb—Konstanz nicht sonstwie eine größere Verkehrszufuhr gegeben werden könnte. Diese wäre schon durch eine wohl noch mögliche beschleunigtere Führung erreichbar. Dann wird dieses Konstanzer Zugpaar seine Aufgabe, neuen Verkehr dem Bodenseegebiet zu bringen, wesentlich besser erfüllen und den Anspruch auf künftig ganzjährige Führung erfolgversprechend erheben können. Den Rhein entlang Freiburger Biscbofsweihe am 3. September Freiburg (A.-Eigenbericht). Der neuernaaate Weihbischof der Erzdiözese Freiburg und Ti- tularbischof von Binda, Univ.-Professor Dr. Eugen Seiteridi, wird am 3. September im Freiburger Münster durdi Erzbischof Dr. Wendelm Rauch zum Bischof geweiht. Weihbischof Dr. Sei- terich tritt die Nachfolge des am 15. März verstorbenen Weihbischofs Dr. Wilhelm Burger an. Familientragödie in Heidelberg Heidelberg. Eine 37jährige Ärztin hat ihrer elf Jahre alten Tochter Schlaftabletten eingegeben und dann selbst eine größere Dosis Schlafpulver genommen. Das Mädchen starb ehe Hilfe herbeigeholt werden konnte. Ihre Mutter, die beim Eintreffen der Polizei noch Lebenszeichen von sich gegeben hatte, starb Kurze Zeit nach der Einlieferung ins Krankenhaus. Munitionsräumer werden belohnt Mannheim. Die beiden Männer der nordbadischen Munitionsräumkommandos, die, wie gemeldet, in Mannheim durch ihr entschlossenes Handeln eine Katastrophe verhinderten, erhalten vom Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, Dr. Hermann Heimerich, als Dank und Lohn für ihre Tat je eine Uhr. Ein Sprengkommando hatte auf einem Privatgrundstück in Weinheim rund 70 Stück Munition aller Art ausgegraben, die gefährliche Ladung war auf den Anhänger eines Jeeps verstaut worden und sollte nach Pforzheim gebracht werden, um entschärft zu werden. Vor dem Polizeipräsidium in Mannheim, in dem der Munitionsräum- trupp einige Formalitäten zu erledigen hatte, war plötzlich Rauch unter der Zeltplane hervorgequollen, mit der die Ladung bedeckt war. Sprengmeister Schwan hatte versucht, die glimmende Fretburg im Zeichen Des Weinbau^Kongreffee Geschichte und Aufgabe des internationalen Weinamtes Munition mit einem Handfeuerlöscher zu löschen. Als ihm das nicht sofort gelungen war, hatte der Fahrer Zitzmann das Fahrzeug in schnellem Tempo vom Parkplatz zu den 600 m entfernt gelegenen Laüer’schen Gärten, einer kleineren Anlage im Stadtgebiet, gesteuert. Bevor der Wagen die Anlage erreicht hatte, war die erste Granate explodiert. Sprengmeister Schwan war auf dem brennenden Anhänger mitgefdhren und hatte während der Fahrt versucht, den Brand zu löschen. Durch die erste Explosion war er leicht verletzt worden. Kurz, nachdem der Wagen abgestellt worden war — da keine Fahrstraße in die Anlagen führt, mußte über eine kleine Treppe gefahren werden — explodierte die Munition. Schwan und Zitzmann konnten sich zuvor in Sicherheit bringen. Die Mannheimer Polizei, die mit amerikanischen Feuerwehreinheiten sofort zur Stelle war, mußte 45 Minuten warten, bis sie an den Brandherd herankonnte. Süddeutsche Umschau Gesamtdeutsche Schach-Jugendmeisterschaft 1952 Sigmaringen (Fr.-Eigenbericht). Mit 9 Teilnehmern aus Westdeutschland und 7 aus der sowjetischen Besatzungszone begann am Sonntagnachmittag auf Schloß Sigmaringen das Turnier um die gesamtdeutsche Schach-Jugendmeisterschaft 1952, die vom Arbeitsausschuß des Deutschen Schachbundes und der Sektion Schach Berlin-Ost veranstaltet wird. An den Wettkämpfen, die unter der Schirmherrschaft des Erbprinzen Friedrich Wilhelm von Hohenzollern stehen, nimmt auch der erst 15jäh- rige deutsche Schach-Jugendmeister Wolfgang Uhlmann, Dresden, teil, der seinen im vergangenen Jahr in Leipzig errungenen Titel nun in Sigmaringen verteidigen wird. In Anwesenheit des Vizepräsidenten und des Generalsekretärs der Sektion Schach Berlin-Ost, Wilhelm Schreiber, Schwerin, und Jakob Baumann, Berlin-Pankow, begrüßte der Vizepräsident des Deutschen Schachbundes, Friedrich A. Stock, Freiburg, die Schachfreunde. Freiburg. Seit Tagen bieten die Straßen von Freiburg ein buntes Bild. Plakate mit Sinnbildern des Weinbaus und Trinksprüchen kündigen an, daß die Stadt für einige Tage im Mit- . alpunkt des deutschen und des internationale» Weinbaus stehen wird, überall herrscht ein lebhaftes Sprachengewirr, alle Hotels und privaten Quartiere sind belegt. 60 Delegierte aus 15 Nationen sind in der Stadt eingetroffen, um an der 32. Plenarsitzung des internationalen Weinamtes teilzunehmen. Die rebenumkränzte Stadt, die für sich in Anspruch nehmen kann, in und und vor ihren Mauern die größte stadteigene Rebfläche aller Deutschen Großstädte zu besitzen, hat sich für dieses internationale Treffen eingerichtet. Ihre heimeligen Weinstuben, darunter das älteste urkundlich nachgewiesene Gasthaus ,,Roter Bären" und die in diesen Tagen als letzte Gaststätte von der Besatzung freigegebene Weinstube zum „Falken" mit ihrer „Ilans-Thoma- Stube“, werden den internationalen Gästen neben der Kongreßarbeit behagliche Stunden beim Genuß edler Weine bieten. Der Tagung des internationalen Weinamtes schließt sich vom 24. bis 31. August der 41. Deutsche Weinbau-Kongreß an, der Winzer und Weinfachleule aus ganz Deutschland nach Freiburg bringen wird. Das internationale Weinamt, das auf Grund I eines am 29. November 1924 zwischen Vertretern verschiedener Staaten geschlossenen Abkommens errichtet worden und Ende 1927 in Paris zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten war, ist eine zwischenstaatliche Einrichtung, der seit einiger Zeit auch Deutschland wieder angehört. Schutz und Förderung des Weinbaus und des Weinhandels, Unterdrückung des Betrugs und des unlauteren Wettbewerbs, Ausbau der Weinkontrolle, Schutz der Herkunftshezeich- nungen, Propaganda für den Weinverbrauch, Sammlung von statistischem und anderem Material in allen weinbautreibenden Ländern, Sammlung der Weinliteratur der ganzen Welt sowie Vereinheitlichung der Methoden der Weinanalyse gehören zu den Aufgaben des internationalen Weinamtes. Auf der Tagurg in Freiburg soll vor allem das Programm des nächsten internationalen Weinbau-Kongresses besprochen werden, der nur alle drei Jahre stattfindet und im nächsten Jahr in Italien, voraussichtlich in Florenz, veranstaltet werden soll. Die Mitglieder des internationalen Weinamlas sollen sich ferner mit dem Ausbau des internationalen Weinbaulexikons, mit einer international gültigen Definition aller Reb- und Weinsorten und mit einheitlichen Vorschriften für die Einfuhr von Reben beschäftigen. Vierköpfige Familie verunglückt Schwäbisch Hall. Auf der Bundesstraße :9 verunglückte eine vierköpfige Familie mit einem Motorrad schwer. Der Vater, der das Beiwagen- Motorrad lenkte, geriet mit dem Rad in einen Graben, als er einem auf der Straße wendenden Kraftwagen ausweichen wollte. Das Motorrad überschlug sich, wobei die Frau tödliche Verletzungen erlitt. Der Mann, der nach Angaoen der Polizei zu schnell fuhr, wurde schwer verletzt. Die beiden kleinen Kinder, die im Beiwagen saßen, blieben unverletzt. Jubiläumslok kommt nach Schweden Eßlingen. Die Maschinenfabrik Eßlingen hat dieser Tage ihre 5000. Lokomotive fertiggestellt. Die Jubiläumslokomotive, die letzte von 25 Diesellokomotiven, die von der Schwedischen Staatsbahn bestellt worden sind, rollte nach einer kleinen Feier aus dem Werk. Während der Feierstunde, an der Vertreter der Schwedischen Staatsbahn und der Deutschen Bundesbahn teilnahmen, wurde mitgeteilt, daß Schweden soeben weitere 25 Diesellokomotiven bei der Eßlinger Fabrik bestellt habe. Ein Vertreter der Eisenbahndirektion Stuttgart gab bekannt, daß gegenwärig bei der Deutschen Bundesbahn erwogen werde, auch im deutschen Rangierbetrieb Diesellokomotiven einzusetzen. 1 - 2 - 3 , was ist dabei? 1. Leuchtturm und Mole von Stedcborn, im Hintergrund die Reichenau. Auf der Mole haben sich, während auf dem Untersee die Schlacht tobt, Belchen in Sicherheit gebracht. 2. Ein seltenes Natur- phänomen: Die Wasser des Bodensees haben sieh, durch einen starken Ostwind, im Konstanzer Trichter an der Mole gestaut, so daß diese fast überflutet wird. 3. Blick von der Konstanzer Hafenmole auf die Seestraße. Die Aufnahme wurde im Jahre 1938 mit einer Fernkamera gemacht. Die richtige Unterschrift zu Bild Nr. 114 war Nr. 1: Stadtmusik in Tiengen. (Die Aufnahme hatte Frau Anna Beck, Tiengen, einge- sandt.) Den Preis von zehn Mark erhält: Fritz Dietz. Löhningen bei Unter mettingen, Kreis Waldshut. Ferner ermittelte das Los zehn weitere Einsender von richtigen Lösungen, die durch Nennung ihres Namen 1 an dieser Stelle ausgezeichnet werden: Max Kil- lius, Pfullendorf; Willy Henes, Lottstetten, Amt Waldshut i Eberbach, Mainwangen bei Stock- achi Irmgard Jegier, Ma- getsweiler, Post Wittenhofen, Rosa Gamp, Gurt weil; Oskar Heinemann, Radolfzell; E. Koriath, Singen; Alfred Schwarz, St. Georgen; Lilly Schwab, Konstanz, Klingenbergstraße 9; Elisabeth Kübler, Jestetten. Die beste und kürzeste Begründ ung gaben; Niko Fast, Lörrach, Rosenfelsweg 9, und Käthe Mohr, Donaueschingen, Luisen Straße 7. Sie erhalten dafür eine Belohnung von je fünf Mark. Stadtmusik oder was sonst! Eine ganze Anzahl von Lesern fand, die Uniformen auf dem Bilde seien ganz deutlich Husarenuniformen. Andere wieder erklärten: gerade die weißen Hosen sprechen dagegen, daß die Musiker Husaren sind. Und außerdem: Husaren 1914 in Lörrach, das könnte doch höchstens zu Beginn des ersten Weltkrieges gewesen sein, und da hätten sie doch vermutlich feld-graue Uniformen getragen. Eine Regimentskapelle sei doch stärker gewesen. Nur der Dirigent habe eine Mütze, die einigermaßen nach Husar aussehe. Und irgendwie sähen die Männer auch unmilitärisch aus. Wann jemals hätten übrigens Kavalleristen Trommeln gehabt? Und wo sind die „Schwalbennester"? (wie sie anscheinend nur der zweite und der dritte von links tragen). Weiße Hosen hat nur einmal, in den neunziger Jahren, eine Meldereiter-Eskadron getragen, dazu eine weiße Attila mit roten Schnüren, aber aus dieser Einheit wurden — mit anderen Uniformen, wenig später Jäger zu Pferde. All dieses „Fachwissen" brauchte man freilich nicht zu haben, um die richtige Unterschrift herausfinden zu können. Viele Leser haben richtig erkannt, daß das Bild kein Treffen von ehemaligen Militärmusikern des Jahrgangs 1860 im Jahre 1910 zeigen könnte. Sehr einfach: Die Musiker gehören offensichtlich nicht demselben Jahrgang an, es sind jüngere und ältere Männer darauf, ganz junge und „Opas", wie einige Leser schreiben. Dieses Argument kann wohl auch mit Recht dagegen angeführt werden, daß es sich um eine Regimentskapelle handele. Außerdem: Es ist deutlich sichtbar, daß einige Musker keine echten Schaftstiefel, sondern „Röllchen" tragen, also einen Schaftstiefelersatz. In Wahrheit zeigt das Bild, wie einige Leser wissen, eine Fasnachtsaufnahme der Tiengener Stadtmusik. Eine Überlanger Leserin weiß zu erzählen, daß diese Fotografie auch in dem über 100 Jahre alten „Narrenbuch" der Stadt Tiengen sich befindet, das ihr Vater viele Jahre in treuer Obhut hatte. Ein Leser kann sogar die Namen der Musiker nennen: Wirthle, Walter, Gustav und Bernhard Hügel, Leo Weißenberger, Mutter, Werne, Teufel, Albicker, Karcher, Flum, Gütinger, Eingist und Pius Mutter. Hoffentlich haben wir aus seinem Briefe alle Namen richtig entziffert. (Je ein Buch als Belohnung für ihre Mitteilungen an: Karl Karcher, Tiengen; Frau Margarete Maurer, geb. Hügel, Uberlingen; Leo Schreiber, Konstanz; Paul Koch, Donaueschingen; Karl Ruppert, Heilpraktiker, Villin- gen; Clara Weißenberger, Tiengen; U. Neels; Großherzoglich Badischer Ober-Amtmann a. D. Dr. v. Neubert, Freiburg.) Blick Bber die Grenzen Das städtlsdie Gaswerk ... St. Gallen. Das städtische Gaswerk, das im vergangenen Jahre fast 13 Millionen cbm lieferte und dessen Gaspreis 31 Rappen je cbm beträgt, verbrauchte in dieser Zeit zu über 70 Prozent amerikanische Kohle. Aus dem Saargebiet bzw. von der Ruhr kamen nur 12,7 bezw. 4,8 Prozent. Amerikanischer Besuch Bern. Der amerikanische Unterstaatssekretär für Landesverteidigung, Frank Nash, hat auf der Durchreise nach dem Nahen Osten einen kurzen Aufenthalt in Bern genommen und u. a. Bundespräsident Kobelt besucht. Da schon im Frühsommer eine schweizerische Fachkommission zum Studium des Einkaufs von amerikanischen Panzern und anderen Waffen bestellt worden ist, lernte Frank Nash auch deren Mitglieder kennen. Der amerikanische Besuch war im übrigen besonders überrascht von dem ausgiebigen Gebrauch scharfer Munition bei der schweizerischen Truppenausbildung und von dem engen Kontakt zwischen dem Bundespräsidenten und den Soldaten. Die amerikanisch-schweizerischen Besprechungen galten u. a. dem Problem der Panzer-, der Bundesrat muß sich in Bälde entscheiden, ob er die Armee mit britischen Tanks vom Centurion-Typ, welche die Engländer sofort liefern können, oder mit den technisch besseren amerikanischen M-47-Tanks ausrüsten soll, die allerdings vorläufig nur leihweise zu Ausbildungszwecken lieferbar sind. Kassenschrank ge- und beraubt Martigny (Wallis). Unbekannte Täter sind in die Büros eines Bauplatzes in Fionnay eingebrochen und haben den Kassenschrank fortgetragen. Sie öffneten ihn dann gewaltsam und beraubten ihn seines Inhaltes von rund 8000 Franken. ' ((tttwoch, : & Badischer « Badentag des Bac des (Schult wurde mitg den Volk-sb in Jahre 1 bäht haben, auf 15,2 Mil Honen DM jieueinzahli seit der Wä ; eingeganger : lionen DM, dite der Z« jentralbank Die im drei Gewin ersten Gesc DM Sparka die Absatz! ziellen Kr« bandes in 1 über 7000 2,5 Milliom weiteren ly sehen Gene Währungsn SU Schenkung Der loh: ist, wie jed zahler. Jed« men erhält Steuerabzui doch einig denen der oder Anges Zuwendung , Lohnsteuer] So kann eines Arbe : 500 DM un solche bis z diesen Beti , werden bre geleistet, sc ßende Betr Setzungen wenn die I naten vor .zahlt wird, des Weihn zu 100 DM , sehen allge Steuerfre Stützungen, deten Fäll« rates an Diese sind Jahr steue: sind Steuer 10-, 25-, 4 chenen Täi währt wer« legung des gestaffelte bei lOjähri 25 jährigem rigem Jub rigem Jub Feiert die biläum ode ren, so ka mer eine 1 Monatslohi den. Vorai daß die Z sammenha was anger schenk nie dem Jubil neuerliche] auch dann hang ange biläumsges ten nach d Betriebsfe: der Jahres 7 ek Uate dick, Sti&afretU 20) Roman von Vicki Baum Frau Persenthein stand dabei und wischte ihm die Stirne mitleidig mit Kölnischem Wasser ab. Doktor Persenthein fluchte laut, als er heimkam und seinen langen rothaarigen Patienten mit einem kleinen Nervenzusammenbruch vor fand. Der Obermetteur begab sich indessen weiter, erbestellte bei Herrn Curvier die Beerdigungsfeierlichkeiten, zog nach dem Priel hinaus, störte Herrn Profet beim Kaffee auf und redete mit ihm bis zum Abend. Dann ging er auf das Postamt, gerade bevor es geschlossen wurde, und gab eine Depesche auf, betreffend den Umstand, daß in Obanger die Akkordlöhne gedrückt worden waren. Hernach begab er sich in Oertchens Wirtschaft, wo er sich mit dem Betriebsrat der Fabrik traf. Dienstag um drei Uhr war dann die Beerdigung von Wilhelm Fobianke. Die Kirchenglocken läuteten schon um zwei, denn da wurde der tote Knecht Jakob Wirz begraben. Aber als sich im Fabrikhof draußen der Zug mit Herrn Curviers' schwarzsilbemem Wagen in Bewegung zu setzen begann, läuteten sie von neuem. Frau Fobianke saß mit ihrem Bruder und dem Ehepaar Müller in einer schwarz ausgeschlagenen Kutsche, die anderen Arbeiter tapsten zu Fuß hinterher. Uebrigens hatte es eine besondere Bewandtnis damit, daß die Arbeiter dem Sarg folgten. Es geschah mitten in der Arbeitszeit und gegen das Verbot von Herrn Profet. Herr Profet war lange in einer Zwickmühle gesessen und hatte mit Birkner verhandelt und mit Pank, und zuletzt hatte er es verweigert, den Arbeitern frei zu geben. Das geschah weniger aus Unfreundlichkeit als aus Angst. Herr Profet war selber einmal ein kleiner Mann gewesen; er spürte, was los war. „Es liegt etwas in der Luft“, sagte er zu seiner Frau und wischte ein wenig Schweiß von seinem rasierten Kugelkopf. „Es setzt etwas, wenn man jetzt nicht den Herrn zeigt“, sagte er zu Franz Albert, er trommelte an die Fensterscheiben, irrte ins Kinderzimmer und faßte schließlich einen Entschluß. Der Entschluß war falsch. Die Arbeiter ließen sich nichts verbieten. Um ein Uhr hörten sie auf zu arbeiten, gingen nach Hause, zogen ihre schwarzen Röcke an, soweit sie welche hatten, und dann kehrten sie zur Fabrik zurück, mit verbissenen Justamentsgesichtera. Herr Profet war ihr Feind von jeher. Aber der Berliner Chauf- för, den sie erst kannten, seit er tot war, — er war ihr Freund und Verwandter. Die Beerdigung war so sehr eine Angelegenheit der Arbeiter geworden, daß die Bürger von Lohwinckel sich in einiger Entfernung hielten. Sie standen auf den Straßen, hingen aus den Fenstern und säumten die Friedhofsmauer, aber sie schlossen sich dem Zug nicht an. Das magere Gutspersonal, dreiundzwanzig Leute mitsamt den Hinterbliebenen des Jakob Wirz, blieb allerdings auf dem Friedhof zurück, um das Vergnügen einer zweiten Beerdigung mitzunehmen. Herr von Raitzold seinerseits, der dem Zug am Tor begegnete, stieg schnell in seine Kalesche und fuhr fort; seine Schwester wieder, in ihren Reitstiefeln und einem verschossenen schwarzen Wachstuchmanted, stellte sich vorne hin neben die Leidtragenden und neben Doktor Persenthein. Doktor Persenthein nämlich war anwesend, es war nicht angenehm, daß er zwei Klienten an einem Tag zu begraben hatte, aber so war Doktor Persenthein. Er lief nicht davon, wenn es unangenehm wurde. Herr Profet war abwesend, auch Herr Karbon; dieser auf Pensentheins strengen Befehl hin. Anwesend war hingegen das Gymnasium, von Untertertia aufwärts. Warum sie gekommen waren, wußten die Jungen nicht recht Wahrscheinlich nur, weil Putex es verboten hatte. Der Geist der Aufsässigkeit und Unbotmäßigkeit hatte von den Arbeitern auf die Jugend von Lohwinckel übergegriffen. Sonderbarerweise hatte sich auch noch Herr Markus eingefunden, in Schwarz, mit Zylinder und schwarzen Handschuhen; er wechselte ein paarmal seinen Platz, aber es bildete sich immer ein kleiner Kreis von Luft um ihn, und er blieb allein. So nimmt alles seinen eintönigen Verlauf. Der Pastor spricht ein paar Worte darüber, daß dieser Wilhelm Fobianke als ein Opfer seines Berufs gestorben ist und wirft ein bißchen Erde hinunter; Herr Pank nimmt ihm die kleine Kelle ab, tut das gleiche, sagt das gleiche. Nur daß bei ihm alles klingender, tönender wird, aufregender. Er steht da mit seinem Gnomengesicht, sonst schweigsam und besonnen, jetzt aufgeschlossen, mit der Gebärde des geübten Versammlungsredners, und in seinem Mund nimmt das Wort „Opfer“ eine andere Bedeutung an. Er nennt die Versammlung nicht „Geehrte Leidtragende“, sondern „Genossen“, das ist ihm ganz selbstverständlich und jeder einzelne fühlt sich davon aufgerufen und in eine Gemeinschaft einbezogen. Herrn Markus rückwärts schießen ganz plötzlich und ohne Grund zwei stechende und vereinzelte Tränen in die klugen, kurzsichtigen und resignierten Augen. Dann gibt der Obermetteur die Kelle weiter an seine Schwester. Es sind viel zu viel Leute auf dem kleinen Friedhof, und alle drängen in diesem Augenblick vorwärts, und manche steigen auf Grabhügel hinauf. Frau Fobianke tritt neben die drei Kränze, die da liegen, löst ein paar lehmige Erdklümpchen los, wobei ihr Herr Cuvier behilflich ist, und wirft sie hinunter. „Tja —sagt sie dazu, es klingt völlig ratlos. Sie steht noch ein wenig da, sieht in das offene Grab, sieht um sich, sieht in die fremden Gesichter. Schließlich zieht Frau Müller sie vom Grab fort, die Versammlung beginnt mit den Füßen zu scharren, und Herr Birkner gibt der Witwe die Hand, gleich nach dem Pastor. Frau Fobianke sieht sich um. „Wo ist denn Herr Müller?“ fragt sie. „Der konnte, nicht dabei sein. Der hat Dienst“, sagt Frau Müller leise. Sie zieht Frau Fobiarikes Hand an sich und führt sie vorsichtig vom Grab fort. „Ach so — der hat Dienst —“, sagt Frau Fobianke nach ein paar Schritten und bleibt stehen. „Der hat Dienst —“ „Er hat mit Herrn Profet nach Schaffenburg machen müssen“, erklärt Frau Müller im Dialekt. Frau Fobianke schaut rund um sich. „Wieso denn? Was ist dehn los? Wie kommt denn das alles?“ fragt sie, und in diesem Augenblick erst begreift sie plötzlich, was geschehen ist. Daß sie auf einem unbekannten Friedhof steht, in einem fremden Winkel in Deutschland, daß ihr Mann gestorben ist, fort, so vollständig gestorben, daß er nie mehr da sein wird. Es zerbricht etwas in ihr, dumpf von innnen her, wie eine Eisdecke über einem See zerbricht. Plötzlich gibt es einen so hohen und lauten Schrei, daß alle erschrecken und zum Grab hindrän- gen. „Nein!“ schreit Frau Fobianke: „Nein! Nein! Nein!“ Sie hat nicht viele Worte, sie schreit nur: „Nein!“, sie wehrt sich nur. Sie ist mit drei großen wilden Schritten am Grab, sie wirft sich hin, fast in das Grab hinein, sie krampft sich an den Kränzen fest, an Frau Müllers Rock, an den Beinen von Doktor Persenthein und schreit ihr „Nein“, ihre Verzweiflung, ihren Protest gegen alles, was geschieht. Es wird etwas ganz Irres, ganz Tierisches aus diesem Schrei, ein Lachen, ein Schluchzen, ein langes, hohes Röhren, etwas, das ansteckt. Die Männer beißen die Zähne zusammen und machen Fäuste, ohne daß sie es wissen. Die Frauen weinen. Da und dort stimmt eine in den Schrei ein, Frau Köb- bele, Frau Psamatis. Auch die Gymnasiasten weinen, sie waren gestern noch Kinder, ihre Seelen sind erst dünn verschalt; in Wellen strahlt die Erregung vom Grab in Kreisen über den ganzen Friedhof. Psychose, denkt Herr Markus, der gleichfalls weint und dem die Schreie Schauer durch die sensiblen Nerven jagen. Der Obermetteur Pank versucht seine Schwester aufzuheben, aber er ist klein, und sie hat schwere Knochen, und sie will nicht vom Grabe fort, noch lange nicht, ihre Schreie waren noch da, als schon die Glocken zu läuten aufhörten und die Obangerer in aufgewühlten Gruppen den Friedhof verließen. Fräulein von Raitzold war es schließlich, die sie zur Trauerkutsche brachte. Das Fräulein hatte viel aufgespeicherte Kraft in sich, einen guten Griff für Tiere und Menschen. Sie beruhigte die Witwe nicht anders, als sie ein durchgehendes Pferd beruhigt haben würde. Frau Müller mit ihrem verweinten Gesicht einer grobgeschnitzten Holzmadonna, tat das übrige „Laßt sie doch schreien; schreien erleichtert“, sagte das Fräulein nachher, als sie neben Doktor Persenthein durch die zertretenen Friedhofswege davonstapfte. Dei Doktor war mit sich beschäftigt wie gewöhnlich und antwortete nichts. „Wer noch schreien kann, hat’s gut“, sagte das Fräulein noch, nicht zu ihm, zu sich selber. Ihr Leben lag in dem einen Satz ... Der Schrei der Witwe Fobianke aber dieses irrsinnige „Nein“ blieb gewitterhafi über Lohwinckel hängen. Die Stadt war anders geworden, die Menschen waren anders geworden. An diesem Abend fand in Oertchens Gastwirtschaft eine Versammlung statt, bei der Pank und Birkner sprachen und alle jungen Arbeiter zum Streik drängten. An diesem Abend wurde das Quittenbäumchen in Direktor Putex’ Vorgarten durchgesägt und an seinem Zaun ein Plakat befestigt, auf dem mit roter Tusche gemalt stand; „Rache!“ An diesem Abend fand man den Arbeiter Lungaus, der drei Jahre Doktor Persentheins Ideen befolgt hatte, sinnlos betrunken auf einem Laubhaufen neben dem Ententümpel hinter der Kirche. (Fortsetzung folgt) Vier Milli Bonn, republik 1 der Bank von 4 Mi betrug ccm was etwa entspricht, den interr für Devis 4 Milliard aus Gold, EZU (Eur< deckung i sen erhalt 3 Normen Sie auch « C 5 ( nach dei Aut< der an wöhnt li nlsabsch an W. (Schweiz Gesucht für den Untritt, werbg. a Kalfee, £ jßttwoch, 20. August 1952 SÜDKURIER Nr. 131 / S?ite 7 Gesunde Entwicklung der Volksbanken Badischer Genossenschaftsverband tagte — Baden-Baden. Auf dem Verbands- s jag des Badischen Genossenschafteverban- ,jes (Schültze-Delitzsch) in Baden-Baden 1 wurde mitgeteilt, daß sich die Einlagen bei den Volksbanken von 144 Millionen DM . im Jahre 1950 auf 174 Millionen DM erhöht haben. Das Eigenkapital beläuft sich auf 15,2 Milionen DM gegenüber 13,6 Millionen DM im Jahre 1950. Davon sind als Neueinzahlungen auf Geschäftsguthaben mit der Währungsreform 7,5 Millionen DM eingegangen. Ausgeliehen wurden 144 Millionen DM, davon 47,6 Millionen DM Kredite der Zentralkassen und der Landes- ' Zentralbanken. Die im vergangenen Jahr errichteten drei Gewinnsparvereine haben bereits im ersten Geschäftsjahr zusätzlich 4 Millionen : DM Sparkapital aufgebracht. Von den für ; die Absatzfinanzierung zuständigen speziellen Kreditgenossenschaften des Verbandes in Freiburg und Pforzheim sind über 7000 neue Kredite mit insgesamt 2,5 Millionen DM gegeben worden. Des weiteren hat die Bausparkasse des Deutschen Genossenschafteverbandes seit der Währungsreform für Baden 2637 Bauspar- Sparelnlagen und Kredite angestiegen Verträge über 46 Millionen abgeschlossen. Dem Badischen Genossenschaftsverband gehören 94 Volksbanken und 109 Waren- und Kreditgenoesenschaften mit einer Mitgliederzahl von 150 117 an. Keine West-Ost-Handelsverhandlungen Genf. Die von der Wirtschaftskommission für Europa (ECE) für den 9. September geplanten Ost-West-Handelsverhand- lungen finden nicht statt. Das teilte der Vorsitzende der Kommission, Gunnar Myr- dal, jetzt mit. Grund ist, daß die wichtigsten östlichen Handelsstaaten auf den Vorschlag nicht geantwortet haben und zwar die Sowjetunion, Polen, die Tschechoslowakei und Ungarn. Von den westlichen Staaten hatte nur Portugal sich der Zustimmung enthalten. Myrdalwlll noch einmal versuchen, mit den Regierungen über die Möglichkeit, zu einem anderen Zeitpunkt internationale Handelsbesprechungen zu führen, zu verhandeln. Im übrigen waren die Ost-West-Wirtschaftsverhand- lungen ursprünglich von den osteuropäischen Staaten gefordert worden. Darauf waren die Einladungen am 1. Juli übermittelt worden. Steuerfreie Zuwendungen an den Arbeitnehmer Schenkungen und Beihilfen aus bestimmtem Anlaß unterliegen nicht der Lohnsteuer Der lohnsteuerpflichtige Arbeitnehmer ist, wie jeder weiß, der ehrlichste Steuerzahler. Jeder Pfennig, den er als Einkommen erhält, ist unabwendbar mit einem Steuerabzug verbunden. Hier seien aber doch einige Möglichkeiten genannt, in denen der Arbeitgeber seinen Arbeitern oder Angestellten aus besonderem Anlaß Zuwendungen machen kann, die nicht der Lohnsteuerpflicht unterliegen. So kann der Arbeitgeber z. B. bei Heirat eines Arbeitnehmers eine Beihilfe bis zu 500 DM und bei Geburt eines Kindes eine solche bis zu 300 DM zahlen, ohne daß von diesen Beträgen Lohnsteuer entrichtet zu werden braucht. Werden höhere Beihilfen geleistet, so ist jeweils nur der überschießende Betrag steuerpflichtig. Die Voraussetzungen zur Steuerfreiheit sind erfüllt, wenn die Beihilfe inne?halb von drei Monaten vor und nach dem Ereignis ausbezahlt wird. Daß Zuwendungen aus Anlaß des Weihnachts- oder Neujahrsfestes bis zu 100 DM steuerfrei sind, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein. Steuerfrei sind auch Notstandsunterstützungen, die der Arbeitgeber in begründeten Fällen nach Anhören des Betriebsrates an einzelne Arbeitnehmer zahlt. Diese sind bis zu 300 DM insgesamt im Jahr steuerfrei. Auch Jubiläumsgeschenke sind steuerfrei, wenn sie aus Anlaß einer 10-, 25-, 40- und 50jährigen ununterbrochenen Tätigkeit im gleichen Betrieb gewährt werden. Hier sind unter Zugrundelegung des mehrfachen Monatseinkommens gestaffelte Höchstgrenzen gesetzt, die sich bei lOjährigem Jubiläum auf 600 DM, bei 25jährigem Jubiläum auf 1200, bei 40jäh- rigem Jubiläum auf 1800 und bei 50jährigem Jubiläum auf 2400 DM belaufen. Feiert die Firma selbst ihr 25. oder 50. Jubiläum oder eines Mehrfachen von 25 Jahren, so kann jedem einzelnen Arbeitnehmer eine Zuwendung bis zur Höhe eines Monatslohnes steuerfrei ausgezahlt werden. Voraussetzung der Steuerfreiheit ist, daß die Zuwendungen in zeitlichem Zusammenhang mit dem Jubiläum stehen, was angenommen wird, wenn das Geschenk nicht später als drei Monate nach dem Jubiläum gewährt wurde. Nach der neuerlichen Rechtsprechung kann sogar auch dann noch ein zeitlicher Zusammenhang angenommen werden, wenn das Jubiläumsgeschenk innerhalb von 12 Monaten nach dem Jubiläum und anläßlich einer Betriebsfeier zur gemeinsamen Ehrung der Jahresjubilare gegeben wird. Vier Milliarden deutsche Devisenreserve Bonn. Die Devisenreserve der Bundesrepublik hat nach dem letzten Ausweis der Bank Deutscher Länder die Summe von 4 Milliarden DM überschritten. Sie betrug am 7. August 4,049 Milliarden DM, Was etwa einer Einfuhr von drei Monaten entspricht. Damit hat die Bundesrepublik den international anerkannten Mindestsatz für Devisenreserven erreicht. Von den 4 Milliarden bestehen fast 500 Millionen aus Gold, das die Bundesrepublik von der EZU (Europäische Zahlungsunion) zur Abdeckung von deutschen Exportüberschüssen erhalten hat. Entschädigungen wegen Entlassung aus dem Dienstverhältnis bleiben dann steuerfrei, wenn sie auf Grund arbeitsrechtlicher Vorschriften gezahlt werden. Zuschüsse des Arbeitgebers zur Förderung des sozialen Wohnungsbaues bleiben für den Arbeitnehmer lohnsteuerfrei, wenn sie nach § 7c des Einkommensteuergesetzes vom Gewinn abziehbar sind. Mietverbilligte und mietfreie Wohnungen in werkseigenen Gebäuden sind für den Arbeitnehmer steuerfrei, wenn der Unterschiedsbetrag Zwischen dem ortsüblichen Mietpreis und der vereinbarten Miete 20 DM monatlich nicht übersteigt bzw. bei mietfreien Wohnungen, wenn die ortsübliche Miete 20 DM nicht übersteigt. D. Eisenerzgrube im Autal Geislingen/Steige. Die Eisenerzgrube Karl im Autal bei Bad Uberkingen hat einen neuen Schacht erschlossen. Dieser führt in ein Erzlager von 2,80 m Mächtigkeit, das in 25 m Tiefe liegt. Schon jetzt werden dort täglich etwa 40 Tonnen Erz gefördert, das einen Eisengehalt von 40 bis 42 Prozent aufweist. Das Erz ist damit von besserer Qualität als das Geislinger Erz, das nur einen Eisengehalt von 35 Prozent hat. Ravensburg-Tettnanger Obstmarki Tettnang. Versteigerung am 19. August: Schöner ▼. Oberland A 16—16.50, B 8—10: Kirchwerder A 16 —17, B 9 —10: Lokalsorten A 10—13, B 5—10, C 5—6.50: Grafensteiner A 20—22, B lO—Jl: Olga A 6, B 4—5: Jubiläum A 12—13, B 9, Kardinal A 11—12, B 8—9: Astrachan 14—-15: Clatzliebling 25. — Zwetschgen: A 15—17, B 8. — Tomaten: 19. — Freilandgurken 4.50—5. — Falläpfel: 2—2.50. Bohnen 25. V.ieh- und Schtueinemärkte Waldshut. Dem Vieh- und Schweinemarkt vom 18. August wurden zugeführt: 1 Ochse, 1 Kuh, 148 Ferkel und 194 Läufer. Die Preise betrugen in DM pro Paar: Ferkel: 4—6 Wochen alt, 50—60: 6—8 Wodien alt, 60—80: 8—10 Wochen alt 80—100. Läufer über 10 Wochen alt 100 bis 140 DM. Etwa 30"/« der aufgetriebenen Tiere wurden nicht verkauft. Marktverlauf mäßig. Preiburg. Am 18. August bestand der Auftrieb aus 9 Ochsen, 19 Bullen, 34 Kühen, 31 Färsen, 164 Kälbern, 448 Schweinen, 49 Schafen. Die Preise betrugen in DM je 50 kg Lebendgewicht für Ochsen 67—100, Bullen 78—95, Kühe 46—85, Färsen 80—105, Kälber 100—140, Schweine 132—137, Sauen 120—127. Schafe und Hammel 85. — Marktverlauf: Großvieh und Kälber schleppend, Schweine und Schafe ruhig. Kleiner Dberstand bei Schweinen und Schafen. Haslach. Am 18. August wurden dem Schweinemarkt zugeführt: 241 Ferkel: Preis 18 bis 30 DM. Geschäftsgang: Langsam. Nächster Schweinemarkt am 25. August. Mannheim. Am 18. August wurden auf- getrieben: 581 Stüde Großvieh, 321 Kälber, 46 Schafe und 1414 Schweine. Die Preise in DM je 50 kg Lebendgewicht betrugen für Ochsen 85 bis 103, Bullen .81—103, Kühe 47—83, Färsen 80—105, Kälber 90-150, Schweine 115—140. - Marktverlauf: langsam. Bei Großvieh und Schweinen Uberstände. Internationale Rohstoff markte Frankfurt. Bei im allgemeinen ziemlich ruhigem Gesdiäftsverlauf haben sich die Preise an den internationalen Rohstoffmärkten in der Woche vom 8. bis 14. August nur geringfügig verändert. Getreide An der Chikagoer Getreidebörse stand der Wochenbeginn unter dem Einfluß von Berichten über weitere Regenfälle in den Haupterzeugergebieten der USA sowie der schwachen Verfassung der New YorkeT Baumwollbörse. Die Emtesdiätzung selbst löste sodann nach ihrer Veröffentlichung Deckungen der Baissiers aus, die unter der Führung von Futtergetreide eine allgemeine Abwärtsbewegung der Preise zur Folge hatten. Die Schätzung des Ernteberiditsbüros der USA zeigt bei Weizen erneut eine leichte Zunahme gegenüber der Ernteerwartung vom 1. JuH, -und rw«^ von 1,249 Milliarden bushel auf 1,298 Milliarden bushel. Dagegen Ist die Ernteerwartung für Futtergetreide nicht unerheblich gesenkt worden, für Mais auf 3,135 Milliarden bushel (1. Juli: 3,365 Milliarden bushel und für Hafer auf 2,266 Milliarden bushel, 1,353 Milliarden bushel). Im Verlaufe der Woche wirkten sich sodann Exportabschlüsse unter anderem mit Westdeutschland über 20 000 longtons Weizen stützend aus. Zum Wochenschluß zog die scharfe Aufwärtsbewegung der Preise für Sojabohnen Gewinnmitnahmen nach »ich, wobei Getreide mitgezogen wurde. Im Wochenschnitt lauteten die Notierungen für Weizen unverändert, für Hafer V« cts und für Mais l 1 /« cts je bushel niedriger. Roggen verzeichnet« einen Wochengewinn von 1 Ji cts je bushel. Kaffee und Kakao Die Notierungen an der New Yorker Kaffeebörse haben eich um Bruchteile eines cents nach oben geschoben. Die Tendenz unterlag mehrfachen Schwankungen, doch war sie im allgemeinen stetig. Die Tendenz des New Yorker Kakaomarktes war weiterhin schwach. Die Rückgänge beliefen sich bei Bahia-Kakao auf 1 ct und bei Accra- Kakao äuf Vs ct je lb. Das Geschäft in greifbarer Ware war zeitweilig sehr lebhaft, da« Kaufinteresse der nordamerikanischen Schokoladenindustrie blieb dagegen begrenzt. Wolle und Baumwolle Die Stimmung im internationalen Wollgeschäft ist auf Abwarten eingestellt. Die australischen Versteigerungen beginnen am J. September. Es lohnt sich also kaum, bis dahin größere Verpflichtungen einzugehen, weil in der auktionslosen Zeit die wirkliche Marktlage nur schwer abzutasten ist. Daraus erklärt sich auch das letztlich zu verzeichnende Nachlassen der Geschäftstätigkeit an den südamerikanischen Wollmärkten, zumal da auch die neuesten Meldungen aus den USA im Vergleich zur Vorwoche eine leichte Abschwächung erkennen lassen. Gewisse Bedenken werden in internationalen Wollhandelskreisen daran geknüpft, daß die argentinischen Wollvorräte trotz der Besserstellung der Vollausfuhr durch die Ge- Spnrldienst des Südkurier Belgischer Sieg in der Deutschland-Rundfahrt Der Schwenninger in der Gesamtwertung der Deutschlandfahrt noch an 4. Stelle Sieger der letzten Etappe der DeutsAland- Radrundiahrt von Nürnberg nach Frankfurt-Main über 263 km wurde gestern der Belgier Peeters, der lm Endspurt vor dem Rosenheimer Sepp Berger als Erster über die Ziellinie fuhr. Die Fahrt verzögerte sich, so daß die Fahrer mit mehr als einer Stunde Verspätung eintrafen. Gesamtsieger der Rundfahrt wurde de Ri]ck (Belgien). Sieger der 11. Etappe der Deutschlandrundfahrt von Augsburg na* Nürnberg wurde Heinz Müller (Schwenningen), der damit seinen dritten Etappensieg errang. Müller benötigte für die 241 km von Augsburg na* Nürnberg 6:40 Stunden und verwies im Spurt den Belgier Edward Peeters auf den zweiten Platz, di*t gefolgt von dem S*weizer Hans Born und Hermann S*ild (Chemnitz). Der Träger des grünen Trikots, der Belgier de Rijck konnte seine Spitzenposition weiter erfolgrei* behaupten. Na* der 11. Etappe ergibt si* folgende Gesamtwertung: 1. Isidor de Rijck (Belgien) 72:01:40 Stunden: 2. Marcel de Mulder (Belgien) samtwertung:. 1. Isidor de Rijck (Belgien) 72.01:40 4. Heinz Müller (SAwenningen) 72:27:46,4 : 5. Guido de Santi (Italien) 72:28:59 : 6. Jan Kir- *en (Luxemburg) 72:30:31,4 : 7. Hans Born (S*weiz) 72:31,14,4: 8. Herms Smits (Holland) 72:32:08,6: 9. Werner Holthöfer (Bielefeld) 72:32:27,8: 10. Josef de Feyter (Belgien) 72:32:41,4. Endgültige Totoquoten West-Süd-Block: Zwölferwette: 1-. Rang 9 Gewinner mit je 44 628.80 DM; 2. Rang: 364 Gewinner mit ie ; 102.70 DM: 3. Rang 571 Gewinner mit je 70.10 DM. Zehnerwette: 1. Rang 14 Gewinner mit je 13 668.50 DM; 2. Rang 659 Gewinner mit je 290.— DM: 3. Rang 6664 Gewinner mit je 28.50 DM. Tettnang vorerst an der Spitgfe Handball-Landesklasse: Tettnang — Geislingen 15:5, Eislingen — Lindau 5:9, Heidenheim — TV Eßlingen 12:9: Nellingen — TB Ravensbürg 10:9, TSV gefallen. Eßlingen - - TB Holzheim aus- Tettnang 2 2 0 0 23:12 4-0 Heidenheitn 2 2 0 0 24:15 4-0 Nellingen 2 2 0 0 20:18 4-0 währung des Mischkurses von 6,25 argentinis*en Peso für 1 Dollar keineswegs in dem Umfange ab- genommen haben, wie man dies vielleiAt erwartet hat. An der New Yorker Baumwollbörse betrugen die Rückgänge im Wo*ens*nitt bis zu l /s ct je lb. Die weit höheren Anfangsverluste konnten zum Teil wieder hereingebra*t werden, da na* der anfängli* opUmisUs*en Beurteilung über den Ausgang der diesjährigen Baumwollernte infolge von Regenfällen in den Trockenheitsgebieten später die anhaltend hohen Temperaturen in weiten Distrikten von Texas zu Deckungskäufen der Baissiers Anlaß gaben. Vielfa* wird die Meinung vertreten, daß das Endergebnis der diesjährigen nord- amerikanis*en Baumwollernte die S*ätzung vom 10. August in Höhe von 14,735 Millionen Ballen übertreffen werden. Kautschuk Die Notierungen an . den Kauts*ukbörsen in New York, London und Singapur haben in der Beri*tszeit keine größeren Veränderungen erfahren. In London setzte das Ges*äft infolge von Abs*lüssen mäßigen Umfanges für New Yorker Re*nung in sehr stetiger Tendenz mit kleinen Gewinnen ein. Später flaute die Ges*äftstätigkeit ob. da die Kauts*uk verarbeitende Industrie weiterhin zurückhaltend blieb. Nur eine unverkennbare Reserviertheit der Verkäufer verhinderte größere Preisabstri*e, die an ei* mit RücksiAt auf die gedrückte Stimmung und auf die niedriger lautenden Kabelmeldungen aus New York gerechtfertigt gewesen wären. Metalle Bis euf Kupfer, das in der IWbAe zum 14. August am New Yorker NE-Metallmarkt na* wie vor lebhaft gesuAt wurde, bat si* die NaAfrage kaum belebt. Die leiAte Heraufsetzung des Zinnpreises um V« ct auf 14 cts je lb hat zuerst eine gewisse Verwirrung ausgelöst, die indessen später einer größeren GesAäftstätigkeit Platz ma*te. An* in Blei war das GesAäft zum WoAensAluß flüssiger geworden. Zinn konnte einen erhebliAen Teil seiner VorwoAenverluste wieder hereinholen. Bei eehr ruhigem Marktverlauf notierten Zink an den freien europäisAen Metallmärkten etwa 95 bis 100 Sterling und Blei etwa 116 bis 120 Pfund Sterling, je longton. Häute und Felle Die nordamerikanisAen Märkte für Häute und Felle waren in der Erwartung umfangrelAer SAlaAtungen in den Dürregebieten leiAt abge- s*wä*t. Argentinien beruhtet über den Verkauf weiterer 200 000 Frigoriflcos an Finnland. Das Angebot in Montevideo Frigorificos war ziemli* reiAli*. Der brasilianis*e Markt ist zur Ze.t knapp versorgt. Europa bekundete für nigerisAes Gefälle weiterhin Interesse. AustralisAe und neu- seeländlsAe Häute stehen zur Zeit in nennenswerten Mengen ni*t zum Verkauf. TSV Eßlingen 1/2, Lindau 2/2, Eislingen 1/0, TB Eßlingen, Ravensburg und Geislingen je 2/0. Frischauf überrannte Schnaitheim Handball - Verbandsliga Württemberg: FA Göppingen — SAnaitheim 20:9, Frankenba* — Freudenstadt 8:6, Stuttgarter Kickers — Süßen 4:5, Holzheim — TurnersAaft Göppingen 12:11, Zuffenhausen — Oßweil 8:16, Altenstadt — Pfullingen 14:8. Ausländische Tennissiege in Neuenahr Das internationale Tennisturnier in Bad Neuenahr endete mit Ausländersiegen. Das englisAe Ehepaar Joy und Tony Mottram gewann die beiden Einzelkonkurxenzen und siAerte si* au* den Sieg im gemisAten Doppel. Die SAluß- runden-Ergebnisse: Dameneinzel: Mottram (England) — Penrose (Australien) 6:1 6:2. Herreneinzel: Mottram (England) — Ayre (Australien) 6:0 6:3 6:1. Herrendoppel: Ayre/Davidsson (Au- stralien/SAweden) — BuAholz/Ko* (DeutsA- land) 3:6 6:4 4:6 6:4 6:1. GemisAtes Doppel: Ehepaar Mottram (England) — Artelt/SAomburgk (DeutsAland). 6:2 6:2. Alberto Ascari wurde Weltmeister (Si.-Eigenberi*t.) Mit einer unerreiAten Siegesserie hat in den letzten WoAen der italie- nisAe Automobilrennfahrer Alberto Ascari aufgewartet. Am Sonntag feierte er auf der Zand- voort-Rundstrecke in Holland den fünften aufeinanderfolgenden Sieg in den zur Weltmeister- sAaft zählenden Grand-Prix-Rennen und konnte damit bereits zum Weltmeister proklamiert werden, obwohl noA drei Rennen ausstehen. Da nur Ae vier besten Ergebnisse aller Läufe für die WellmeistersAaftsklassierung berücksiAtigt werden, kann Ascari von keinem Konkurrenten mehr eingeholt werden. Stand 'der Motorrad-Weltmeisterschaft Von den a*t Läufen der Motorradweltmeister- sAaft sind na* dem Ulster-Grand-Prix deren seAs ausgetragen. Ausstehend sind noA der Große Preis der Nationen in Monza und der Große Preis von Spanien. Der ZwisAenstand lautet: Klasse 125 ccm Rennen): 1. Cecil Sandford (England) 28 P., 2. Carlo Ubbiali (Italien) 18 P., 3. Werner Haas (DeutsAland) 8 P. Klasse 250 ccm (5 Rennen): 1. Enrico Loren- zetti (Italien) 26 P., 2. Fergus Anderson (England) 20 P., 3. Leslie Graham (England) 11 P. Klasse 350 ccm (6 Rennen): 1. Geoffrey Duke (England) 32 P., 2. Reginald Armstrong (England) 24 P., 3. Rodney Coieman (England) 18 P. Klasse 500 ccm (6 Rennen)- 1. Reginald Armstrong (England) 19 P., 2. Umberto Masetti (Italien) 16 P., 3. Rodney Coieman (England) 15 P. Klasse 500 ccm Seitenwagen (3 Rennen): 1. Cyril Smith (England) 18 P., 2. Albino Milani (Italien) 14 P., 3. Jacques Drion (FrankreiA) und Ernesto Merlo (Italien) je 9 P 0 Endgültig Baiersbronn Das Organisationskomitee für die deutsAen NordisAen SkimeistersAaften, die vom 6. bis 8. Februar 1953 in Baiersbronn und Freudenstadt aus- getragen weiden sollen, trat in Baiersbronn zu einer Vollsitzung zusammen. Wie der 1. Vorsitzende des SAwäbisAen Skiverbandes, Walter BisAo-ff, mittedlte, ist die DurAführung dieser Mei- stersAaften nunmehr endgültig gesiAert. Für den Spezialsprunglauf wird sofort auf dem Ruhestein mit dem Bau einer sAneesiAeren SprungsAanze begonnen. Die Pläne für dieses Projekt sind von Heini Klopfer (Oberstdorf) vorgelegt worden. Bei normalem SAneefall soll der Spezialsprunglauf in Mitteltal und der Kombinationssprunglauf in Freudenstadt ausgetragen werden. Die Langläufe und der Staffellauf sollen auf beide Orte verteilt werden. Klippeneck ein ideales Segeifluggebiet Segelflieger ziehen Fazit — Rekordflieger Haase Gesamtsleger ,,Das Klippeneck ist fliegeris* teilweise besser geeignet als die Wasserkuppe". — „Die Rhön verzeiAnet durAsAnittli* pro Jahr 270 Nebgltage, während hier oben so gut wie kein Nebel vorkommt*. — .Beim Klippeneck hat man es mit dem im Augenblick besten deutsAen Segelfluggelände zu tun“. _— So urteilten beim Auskiang des 14tägigen internationalen Wettbewerbs die erfahrensten deutsAen Segelflieger, wie Wolf Hirth, Heinz Kens Ae, Ernst Günther Haase und andere. Die Wasserkuppe sollte mit diesen Ausführungen keineswegs herabgesetzt werden. Sie ist und bleibt die HoAburg des deutsAen Segelflugsports, und alle Flugsportler, insbesondere die aus dem Norden, haben nur den einen WunsA, daß sie bald wieder im Herzen DeutsAlands liegen möge. Das FreundsAaftsfliegen, das mit einem SAau- fliegen am Sonntag beendet wurde, hat Ae Ein- siAt gebraAt, daß man Segelflug-Wettbewerbe billiger als bisher veranstalten kann.. Die neue Devise für den deutsAen Segelflugsport heißt nun: Rundstredcenrennen und Dreiecksflüge. Sowohl die deutsAen als auA die ausländisAen Piloten stellen si* gesAlossen hinter Aese jetzt erprobte Wettbewerbsart, bei der Zeit und viel Geld gespart werden können und bei der Ae ZusAauer mehr denn je auf ihre Kosten kommen. Als Gesamtsieger wurden unter BeaAtung der internationalen WettbewerbsriAtlinien ermittelt: 1. Ernst Günther Haase (Herzogenrath) auf Con- dor IV 800 Punkte: 2. Dr. Frohwein (Freiburg) auf KraniA III und KensAe (Herzogenrath) auf Condor IV beide 665 Punkte; 3. Jose (Argentinien) auf Weihe 597 Punkte; 4. Karl Ruckstuhl (SAweiz) auf Moswey IV. Ruckstuhl wurde ebenfalls mit einem Preis bedaAt, weil ihm der erste Weitstreckenflug (304 km) gelang, der vom Klippeneck geflogen worden ist. In der Leichtathletik gegen die Schweiz ' Der DeutsAe LeiAtathletlk-Verband (DLV) bestreitet am WoAenende in Augsburg Länderkämpfe der Männer und Frauen gegen d-e SAweiz. Gegen Ae Eidgenossen wurde am 4. September 1921 in Basel der erste Länderkampf überhaupt ausgetragen. In den bisherigen 17 VergleiAskämp- fen gelang den Gästen noA kein Sieg. Obwohl der DLV niAt seine stärkste Vertretung aufbot, sollte erneut ein klarer Erfolg herausspringen. Vor Jahresfrist in Bern gewann die deutsAe Vertretung mit 121:90 Punkten. Die Frauen der beiden Nationen stehen si* zum zweitenmal gegenüber. In Bern gewann DeutsAland vor 12 Monaten überlegen mit 73:32 Punkten. Bs startet au* diesmal als Favorit. Olympia-Turner auch in Weingarten Am Samstag, 23. August findet in Stuttgart ein Länderkampf im Kunstturnen zwisAen einer ita- lienisAen Riege, in der 6 Olympia-Teilnehmer mitwtrken, und einer württembergisAen Landesriege, in der die beiden Brüder Eri* und Theo Wied mitturnen, statt, und am Sonntag, 24. August um 15 Uhr turnen dieselben Riegen in einem zweiten Länderkampf tn der städtisAen Turnhalle in Weingarten. Deutsches Starboot verbesserte sich Bei den Segel-EuropameistersAaften der Starbootklasse in der Cascais-BuAt bei Lissabon endete die deutsAe JaAt Paka V mit Bimmy FisAer und Claus Wunderli* bei der zweiten Regatta auf dem fünften Platz. Bei der ersten Regatta am Sonntag wurde Paka V a*te. In der Gesamtwertung führt na* zwei Regatten der Olympiasieger Straulino auf Merope mit 39 Punkten vor Espadarte mit 37 sowie CapuAo mit 34 Punkten. Paka V teilt si* mit Malindo (Portugal) mit je 29 Punkten den 6. Platz. Zu einer Wiederholung des diesjährigen Wimbledon-Finales kam es im Endspiel des Da- men-Einzels beim internationalen Tennisturnier in ManAester/MassaAusetts (USA). Die 17jäh- rige Wimbledon-Meisterin Maureen Connolly (USA) besiegte Louise Brough (USA) 4:6, 6:0, 6:3, Beilagenhinwels Einem Teil unserer heutigen Ausgabe liegt ein WettsAein des Württemberg-BaAsAen Totos lm West-Süd-Blodc bei. fl Gegen mein nervöses Magenleiden gebrauche leb nun schon mehrere Jahre Klosterfrau Melissengeist. Er tat mir jedesmal gute Dienste. Jetzt bin ich 70 Jahre alt und fühle mi* so jung, als wenn ich 30 wäre!" So schreibt Herr Hieronymus Hannig, Steinhude a. Meer, Großen Haicfener Straße M. Auch seine Zuschrift bestätigt, was Unzählige am eigenen Leibe erfuhren: Der echte Klosterfrau Melissengeist, der ist das ideale Hausmittel für Kopf, Henz, Magen, Nerven. Auch Sie sollten Ihn nehmen! Klosterfrau Melissengeist in der blauen Packung mit 3 Nonnen ist in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. 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DANKSAGUNG Für die Anteilnahme, Kranz- und Blumenspenden nebst Karten beim Heimgang unseres lieben Vaters und Großvaters Vinzenz Ebenrecht sagen wir auf diesem Wege allen unseren herzlichen Dank. Konstanz, 19. August 1952. Wollmatinger Straße 55 Hermann Ebenrecht und Familie DANKSAGUNG Statt Karten! Für die liebevolle Anteilnahme, die Blumenspenden, die letzten Grüße des Allmannsdorfer Lehrerkollegiums und seiner Schüler, sowie allen, die unserem Sohn die letzte# Ehre erwiesen haben, herzlichen Dank. Konstanz-Staad, den 20. August 1952. Fischerstraße 9 In tiefer Trauer Familie Schwarzbai|fr DANKSAGUNG Für die wohltuenden Beweise herzlicher Anteilnahme sowie für die reichen Kranz- und Blumenspenden beim Tode meines lieben Gatten Adolf Dreher Architekt sprechen wir unseren innigsten Dank aus. Konstanz, August 1952. Im Namen aller Hinterbliebenen Frau Berta Dreher Für die vielen Beweise der Anteilnahme beim Heimgang unserer lieben Mutter, Großmutter, Schwiegermutter und Tante Barbara Renz g e b. Heß sowie für die schönen Kränze und Blumen danken wir von ganzem Herzen. Radolfzell, den 19. August 1952 Im Namen der Hinterbliebenen Familie Söket-Renz mit Angehörigen- Die glückliche Geburt unseres zweiten Sohnes zeigen wir in Freude und Dankbarkeit an. Frau Hella Hund geh. Hülsewig Dr. ]. Hund Konstanz, 18. August 1952. z. Zt. städt. Frauenklinik / Fasanenweg 14 In dankbarer Freude zeigen wird die glückliche Geburt unseres ersten Kindes an. Annelies Käier, geh. Schweller Hans-Jörg Käfer, Kaufmann Donaueschingen, Ecke Käfer-Wasserstraße 17. August 1952 r Als Vermählte grüßen Adoll Braun Grelel Braun geb. Blanke Konstanz, den 20. August 1952 Hussenstraße 22 Handeln Sie fahrläss ig ohne es ro wissen? p— Schlechte Verdauung, Verstopfung sind oft die Ursache von Müdigkeit , Energielosigkeit , Kopfschmerz und schlechtem Aussehen. — Magengeschwüre und Entzündungen, Leber-Gallenleiden, Hämorrhoiden usw. sind meist die Folgen ungenügender Pflege des Darms. — Bestes Schlankheitsmittel — Nehmen Sie daher Fitiggeliii der Schl&ckenfeind. Reformhaus Beba, Kitz., Kanzieistr. 19 Reformhaus Gerstmayer, Kstz., Kanzleistr.8 «/ Fetfeibiaiu jfajiiewk'wke sind überr&sdtf über c£« aufeer- 3 orden&dve Hetfwiriamg durdi Der Dmrm ist der Am* vieler Krankheiten. Schlechte Verdauung, Verstopfung sind oft die Ursache von Müdigkeit, Energie- losigketi, Kopf schm erz u. schlechtem Aussehen. — Magengeschwüre und Entzündungen , Leber-GaUenletden Hämorrhoiden nsw. sind meist die Folgen ungenfig. Pflege des Darms. 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