s SUDKURIER. UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch. Donnerstag, Samstag Tel.: 924, 925. 1130, 1510. 1511 Fernschreiber: 07629 ▼erlag und Redaktion Konstanz. Marktstatte 4 8. JAHRGANG MITTWOCH 10. SEPTEMBER 1952 NUMMER 143 Bezugspreis monatlich durch Träger 2.50 Mark zu- zttgl. 30 Pfg. Trägerlohn, durch die Post 3.70 Mark, zuzügl. 36 Pfg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 30 Pfg- Ollenhauer schrieb an Adenauer Gesprädi über Wiedervereinigung Deutsdiiands vorgescblagen — Gegen kommunistisdie Verwirrungsmanöver rin überein, daß völlig freie Wahlen die Grundlage der Wiedervereinigung Deutschlands bilden müssen. Der Streit geht um die Frage, welcher Weg am schnellsten zu diesem Ziel allgemeiner deutscher Wahlen führen kann. BONN. Der stellvertretende SPD-Vor- sitzende, Erich Ollenhauer, hat den Bundeskanzler in einem Brief gebeten, ihm einen Termin zu nennen, an dem zwischen Regierung und Opposition Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands besprochen werden können. Der Vorstand der SPD sei der Meinung, daß die durch die jüngste Note der Sowjetregierung geschaffene Lage „einige eindeutige Schritte der Bundesregierung erfordert“. Ollenhauer erinnert an Briefe, die der verstorbene SPD-Vorsitzende Schumacher mit „konkreten Vorschlägen“ an den Bundeskanzler gesandt habe, um die elementare und politisch vordringlichste Forderung des ganzen deutschen Volkes — die Wiedervereinigung Deutschlands in Freiheit und mit friedlichen Mitteln — zu verwirklichen. Die SPD sei nach wie vor der Meinung, daß auch die kleinste Chance genutzt werden müsse, die Einheit herbeizuführen und nichts unversucht bleiben dürfe, „um das politische Gewicht der ganzen Nation zur positiven Einwirkung auf die Entschlüsse der Besatzungsmächte zur größtmöglichen Geltung zu bringen.“ Der Bundeskanzler habe die von der SPD dargelegten Gesichtspunkte und Vorschläge bisher leider nicht zum Gegenstand einer Erörterung zwischen Regierung und parlamentarischer Opposition gemacht. „So wenig ermutigend dies für eine Fortsetzung der Bemühungen um die Herbeiführung eines der zentralen Bedeutung des politischen Anlasses angemessen und entsprechenden Verhältnisses von Regierung und parlamentarischer Opposition sein mag, so sehr drängt doch die politische Lage zu einem neuen Versuch“. Er sei ein legitimes Anliegen der SPD, sowohl die Gesichtspunkte des Regierungschefs kennenzulernen und erörtern, als auch die Gesichtspunkte der Opposition rechtzeitig zur Geltung bringen zu können, „ehe vollendete Tatsachen geschaffen werden.“ Die sowjetzonalen Blockparteien wollen „neue Verwirrungsmanöver durchführen“ und die Bundesrepublik dürfe im Bemühen um die Einheit die Initiative nicht aus der Hand geben. Abschließend erklärte Ollenhauer, daß seine Freunde und er dem Bundeskanzler zur mündlichen Erörterung der angeschnittenen Fragen zur Verfügung stehen. * SK. Enge Fühlungnahmen zwischen Regierung und Opposition sind in Ländern mit alter parlamentarischer Tradition wie in den USA und England, auf dem Gebiet der großen nationalen Fragen eine Selbstverständlichkeit. In den drei Jahren desBe- stahens der Bundesrepublik kamen sie bisher nicht in dem für das Gedeihen der Demokratie erforderlichen Umfang zustande. Es würde allgemein begrüßt werden, wenn jetzt durch solche Fühlungnahmen die Schärfe der Auseinandersetzungen gemildert werden könnte. Das ist besonders bei einer so grundlegend wichtigen Frage wie der der Wiedervereinigung Deutschlands notwendig, weil aus den bestehenden Meinungsverschiedenheiten im demokratischen Lager der Kommunismus Vorteile zu ziehen sucht. Im Grunde stimmen Regierung und Opposition ja da- Erste Schritte zur Europäischen Gemeinschaft Kohle- und Stahlunion festigt sich — Politische Behörde als Spitzen-Organ LUXEMBURG. (Eigenbericht.) Die idyllisch gelegene, von steilen Festungswällen umgebene Stadt Luxemburg ist für drei Tage in den Mittelpunkt des Weltinteresses gerückt. Die kleine Hauptstadt mit ihren wenig mehr als 60 000 Einwohnern erlebt ihr« geschichtliche Stunde. Von den Masten flattern die Fahnen der sechs europäischen Nationen, die sich zur Kohlen- und Stahlunion zusammengeschlossen haben. Der Saal des Rathauses hat sich zu Ehren des Ministerrats in ein Meer von Blumen verwandelt. Der Ministerrat, der sich aus den sechs Außenministern der beteiligten Staaten zusammensetzt, wird zunächst einmal über die zur Konsolidierung der Kohlen- und Stahl-Union nötigen organisatorischen Fragen unterhalten. Unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Dr. Adenauer, dem nach dem Alphabeth diese Rolle zuerst zufiel, wurde die Errichtung eines ständigen Sekretariats des Ministerrats in Luxemburg beschlossen. Zum Generalsekretär dieses Büros wurde der Luxemburger Christian Calmes ernannt. Eine Kommission des Ministerrats hat die Geschäftsordnung ausgearbeitet, die am Dienstag angenommen wurde. Außerdem hat der Ministerrat eine vierköpfige Kommission unter der Leitung des belgischen Wirtschaftsministers Duvieusart beauftragt, Vorschläge über den Status der Mitglieder der Oberbehörde der Montanunion auszuarbeiten, der als deutscher Vertreter Staatssekretär Dr. Westrick angehört. Weitere Beratungspunkte sind die Standortfrage. Man wird es vorläufig bei Luxemburg belassen, obwohl die Franzosen dafür Saarbrücken vorgesehen und die Belgier auf Lüttich noch nicht verzichtet haben. Aber „es gibt kein Provisorium, das Dauer hätte“, meinte der Franzose Monnet, der als Vater des Zusammenschlusses den Bericht über die bisherige Tätigkeit der Oberbehörde gegeben hat. Im übrigen wird darauf gedrängt, daß die Oberbehörde ohne Aufschub mit ihren eigentlichen Aufgaben beginnen kann. Schon bis zum 3. Februar 1953 soll die Niederreißung der Zollgrenze für Kohle und bis zum folgenden 10. April derjenigen für Stahl zur Tat werden. Ein erster, nicht unwesentlicher Schritt zur Verwirklichung des europäischen Gedankens, der eigentlich von selbst zur Bildung einer politischen Behörde als Spitzenorgan der übernationalen Einrichtungen drängt. Auch darüber wird in Luxemburg gesprochen werden. Die Beschlüsse hierüber sollen schon am Mittwochabend der Vollversammlung des Schumanplan-Parlaments in Straßburg vorgelegt werden. Abkommen mit Israel fertiggestellt DEN HAAG. Das Wiedergutmachungsprotokoll zwischen der Bundesrepublik und den jüdischen Weltorganisationen wurde im Schloß Oud-Wassenaar bei Den Haag paraphiert. Das Protokoll, das heute Mittwoch zusammen mit dem Wiedergutmachungsvertrag für Israel von Bundeskanzler Dr. Adenauer und dem israelischen Außenminister M. Sharett in Luxemburg unterzeichnet wird, sieht eine Wiedergutmachungsleistung von 450 Millionen DM vor. Der Betrag wird innerhalb von 10 Jahren in Waren an Israel geliefert. Dr. Franz Boehm, der Leiter der deutschen Verhandlungsdelegation im Haag, sagte nach der Paraphierung, die Bundesrepublik habe ihr Wort eingelöst und eine schwere Verpflichtung übernommen. Sie habe damit der Welt den Beweis des ernsten Wiedergutmacfaungswillens gegeben. Kurz notiert In der Staatsgalerie Stuttgart Ist das Spitzweg-Bild „Aschermittwoch“ gestohlen worden. Das 31 auf 14 Zentimeter große Bild ist auf Zedernholz gemalt. Obwohl seit einiger Zeit Einheits-Postsparbücher eingeführt sind, gelten auch weiterhin die Postsparbücher alter Art, sofern sie den vorschriftsmäßigen Klebezettel tragen. Dies geht ans einer Mitteilung der Deutschen Bundespost hervor. Unter dem Motto „Helfer der Menschheit“ bringt die Bundespost znm L Oktober eine dritte Serie von Wohlfahrtsbriefmarken heraus. Nach einer Meldung des „Bundes der Berliner“, Zentrale in Bad Würishofen, leben Im Bundesgebiet gegenwärtig annähernd 766 MM) Berliner, die meisten davon in Süd- deutschland. Der kommunistische Funktionär Granieczny ans Moringen (Nordheim) ist wegen Beleidigung des Bundeskanzlers und des Bundesinnenministers zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Hjalmar Schacht, der frühere Reichsbankpräsident, hat eine Einladung des persischen Ministerpräsidenten Mossadeq angenommen und ist bereits nach Teheran abgeflogen. Eine neue Partei, die vorerst in Frankreich and Deutschland mit eigenen Wahlkandidaten auftreten will, wurde in Straßburg und Kehl von einer Groppe junger Franzosen und Deutscher gegründet. Sie nennt sich „Europäische Volksbewegung“. Außenminister Eden wird Premierminister Churchill während seines Urlaubes vertreten. Der Premier will seine Ferien in Südfrankreich verbringen. Auf dem Rückweg von den Flugvorführungen in Farnborough erlitt Konsul Horst Küttner, der Leiter der Paßabteilang des Deutschen Generalkonsulates in London, einen Herzschlag. Ein weiterer Düsenjäger der britischen Luftstreitkräfte ist drei Tage nach der schweren Katastrophe in Südengland abgestürzt. In Anwesenheit des Generalsekretärs der Labour-Party hielt die Vereinigung der Deutschen Sozialdemokraten in Großbritannien eine Trauerfeier für Dr. Schumacher ab. An der Feier nahm anch Dr. Scfaiange- Schoeningen teil. Ab Mitte September wird die wöchentliche Fleischznteilnng in Großbritannien anf den Wert von 1,26 DM (statt bisher 1,36 DM) gekürzt werden. Mehrere hundert Häftlinge meuterten im amerikanischen Zuchthaus von Chillicotfae (Ohio). Die Gefangenen weigerten sich, nach dem Essen in ihre Zellen znrückzukehren; sie zerbrachen Fensterscheiben and warfen Matratzen durch die Fenster der Schlafräume. Bei einem Brand in einem Einwanderer- Hager südlich von Melbourne kamen fünf Kinder in den Flammen ums Leben. Drohung gegen Bundestag HALLE. (Eigenbericht.) Der deutsche Kommunismus unternimmt jetzt einen Versuch, durch Einschüchterung der Bundestagsabgeordneten das Zustandekommen der Europäischen Verteidigungsverträge zu verhindern. Franz Dahlem, Mitglied des SED-Politbüros, eröffnete diese Bemühungen mit einer Rede in den Leuna-Werken. Er erklärte: Die Bundestageabgeordneten, die den Europäischen Verteidigungsverträgen zustimmen, würden eines Tages nach den gleichen Gesetzen abgeurteilt werden, die im Nürnberger Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher des Hitlerschen Weltkrieges angewandt wurden. Dahlem enthüllte in dieser Rede, was die SED von gesamtdeutschen Wahlen nach ihren Vorschlägen erwartet. Solche Wahlen, so meinte er, würden eine Mehrheit „nicht nur aus SED, KPD und SPD, sondern auch aus friedensgewillten Volksvertretern der jetzigen Bonner Regierungsparteien bringen. Aus solchen Patrioten könne man dann eine gesamtdeutsche Regierung bilden.“ Einer dieser „Patrioten“ stellte sich am gleichen Tag in Leipzig vor — der frühere niedersächsische Minister Dr. Gerecke, der vor kurzem zu den Kommunisten übergelaufen ist und auf der Leipziger Messe eine Rede hielt. USA-Besuch in Karlshorst BERLIN. (G.-Eigenbericht). In einer langen, lebhaften Unterhaltung mit dem Chef der sowjetischen Kontrollkommission in Deutschland, General Tschuikow in Karlshorst, brachte der US-Oberkommis- sar in Deutschland, Donnelly, noch einmal die Entführung des Westberliner Rechtsanwalts Dr. Linse zur Sprache. Tschuikow wiederholte mehrfach, daß ihm nichts über den Fall bekannt sei, worauf Donnelly ihn darauf hinwies, daß ein Todesfall in der Familie Linse einzig und allein auf die Entführung zurückzuführen sei. Nach längerer Diskussion gab Tschui- kow die Zusicherung, daß er weitere Erkundigungen zum Fall Linse einziehen wolle. Außerdem schnitt Donnelly das Thema der amerikanischen Militärpatrouillen an, denen die Sowjets seit Monaten das Befahren der Autobahn Berlin—Helmstedt und umgekehrt verwehren. Donnelly war am Montagabend mit einem Sonderzug zu seinem ersten Berlin- Besuch in der Stadt eingetroffen. CM M äi/:, TEUERSTE AUTOBAHN DER WELT. In Nord-Venezuela wird gegenwärtig an der teuersten Autobahn der Welt gearbeitet, wobei der Kilometer 15 Millionen DM kostet. Die Strecke ist nur 16 Kilometer lang und zieht sich durch die Ausläufer des Andengebirges. Die augenblicklich bestehende Straße weist 300 Kurven auf, die durch die neue Autobahn wegfallen. Die Fahrtzeit wird von einer Stunde auf der jetzigen Straße auf 15 Minuten bei Benutzung der neuen Autobahn herabgesetzt. Fast 50 Prozent aller venezianischen Importe passieren diese Straße, die täglich von rund 6000 Fahrzeugen befahren wird. Auf unserem Bild wird gerade ein Träger an einer der riesigen Brücken der neuen Autobahn eingebracht. Achterschleife unter der Erde Man wird schneller telefonieren können — 1400 Gespräche Aber eine Leitung KARLSRUHE. (St.-Eigenbericht). Kabel- und Fernsprechfachletite bereiten zur Zeit im Auftrag der Deutschen Bundespost durch die Verwirklichung eines 450-Mil- lionen-Projekte den „unterirdischen“ Zusammenschluß Europas vor. Nach neuesten technischen Erkenntnissen entsteht in der Form einer schräg gestellten Acht ein modernes Fernsprechnetz. Mit Frankfurt/ Main als Zentrale schlingt sich das Kabelband um die Städte Dortmund, Hamburg, Hannover, Würzburg, Nürnberg, München, Stuttgart, Karlsruhe, Offenburg, Fredburg und Basel. Nach der Fertigstellung wird dieses neue Femsprechkabel im deutschen und transkontinentalen Fernsprechverkehr eine vielbeachtete technische Neuheit darstellen. So sind jetzt gerade im Südwesten des Bundesgebietes an vielen Baustellen Fernsprechfachleute damit beschäftigt, die große Achterschleife des Fernsprechverkehrs langsam zu schließen. Eine praktisch in aller Stille durchgeführte Arbeit, die höchstens dann das jeweilige lokale Interesse über Gebühr beansprucht, wenn im Verlauf der Kabelverlegungen Flüsse oder sonstige Hindernisse mit einem großen Wie wird Deutschlands Verteidigung bezahlt? Wirtschaftsminister und Finanzminister verschiedener Meinung BONN. (U.-Eigenbericht). Bundeswirtschaftsminister Prof. Erhard und Bundes- finanzminister Schätffer haben sich genau entgegengesetzt über eine der wichtigsten Fragen der deutschen Wirtschaftsentwicklung in den nächsten Jahren geäußert: Erhard hat in Mexiko erklärt, die Bundesregierung könne das Problem der Aufrüstung ohne fremde Finanzhilfe bewältigen. Dagegen hat es Schaeffer kl der letzten Kabinettesitzung — anläßlich der Beratungen über den Israelvertrag — als undenkbar bezeichnet, daß die Bundesrepublik die Wiedergutmachung, die Schuldentilgung, die sozialen Leistungen, die Regelung der Flüchtlingsfrage und auch noch die Bewaffnung deutscher Soldaten ohne finanzielle Hilfe des Auslands schaffe. Im allgemeinen hat die Regierung kein Geheimnis daraus gemacht, daß sie mit ausländischer, daß heißt in erster Linie mit amerikanischer Hilfe rechnet, die vor allem in der Lieferung von Waffen bestehen soll. Man rechnet dabei mit bereits erhaltenen Zusagen für etwa 10 Milliarden DM, das wären fast 2,5 Milliarden Dollar, schweres und leichtes Ausrüstungsmaterial geüefert zu bekommen. Die Erklärung Erhards kommt dem Bundesfinanzminister besonders imgelegen, weil er gerade damit beschäftigt ist, den 90seitigen „Fragebogen“ der Atlantikpakt-Organisation auszufüllen, auf Grund dessen der neue Jahresbeitrag der Bundesrepublik zu den westlichen Verteidigungsanstrengungen festgesetzt wird. Minister Schaeffer will dabei besonders geltend machen, daß die Zunahme des Volkseinkommens, mit der die Atlantikpakt- Mächte bei der ersten Festsetzung des deutschen finanziellen Verteidigungsbeitrags gerechnet hatten, nicht in dem erwarteten Umfang eingetreten ist Keinen Mörder — aber Waffenlager gefunden Seltsame Hintergründe um Mordfall Drummond - Was geht in Südost-Frankreicfa vor? LONDON. (A.-Eigenbericht.) Der Mordfall Drummond entwickelt sich immer mehr zu einer hochpolitischen Kriminal- affäre. Der englische Ernährungsbiologe Sir Jack Drummond wurde vor fünf Wochen beim Zelten in den französischen Voralpen mit seiner Frau und seiner Tochter nachts erschlagen. Bisher blieben zwar die polizeilichen Erhebungen ergebnislos, aber statt des Mörders stieß die Polizei plötzlich auf kommunistische Waffenlager. Die ganze Gegend befindet sich in der Hand kommunistischer Dorfbürgermeister und Funktionäre, die bis zur Mordnacht am 5. August imgehindert schalten und walten konnten. Die Waffenfunde begannen auf dem Bauernhof des Herrn Dominica der sich nur ein paar hundert Meter vom Schauplatz der Tat entfernt in einsamem Gelände befindet. Dominici will von der Mordtat nichts gesehen und gehört haben. Aber die Polizei entdeckte bei ihm modernste Waffen. Inzwischen wurde auch seine Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei festgestellt. Untersuchungen in der Gegend führten zu weiteren Waffenfunden. Die kommunistisch verseuchten Orts- und Kreisbehörden legen nun der Polizei bei der Untersuchung des Mordfalles unerhörte Schwierigkeiten in den Weg, offensichtlich, um weitere Enthüllungen ihrer eigenen illegalen Tätigkeit zu verhindern. Das Rätsel dieser Mordaffäre wird dadurch vertieft, daß im Wagen des Ermordeten eine größere Geldsumme gefunden wurde, die Drummond wegen der englischen Devisenbestimmungen gar nicht in Frankreich hätte besitzen dürfen. Den Mördern entging diese Summe oder aber — sie trachteten nicht nach dem Geld, sondern nach dem Leben des geheimnisvollen Engländers. Jedenfalls bangen die Zeugen um ihr Leben. Ein Kronzeuge, der die Tat beobachtet haben soll, bleibt bisher anonym, und die Polizei wahrt sein Inkognito. Aufwand an technischen Hilfsmitteln bezwungen werden müssen. Das deutsche Fernsprechnetz, das nach dem Zusammenbruch und den Demontagen nahezu völlig zerstört war, (noch 1946 war Deutschland auf ausländischen Kabelskizzen als weißer Fleck dargestellt), wird nach Beendigung dieser Bauarbeiten im einer neuen, bisher noch nicht erreichten technischen Vollkommenheit seine Aufgaben erfüllen können. Es sind erst 76 Jahre her, seitdem bärtige Telegraphisten mit der Verlegung einer Leitung vom Berliner Generalpostamt zum Generaltelegraphenamt in der Französischem Straße das erste Femeprech- kabel Deutschlands legten. Naturgemäß wurde im Lauf der Jahrzehnte auch die Ueberbelastung der vorhandenen Leitungen größer. Im Jahre 1936 wurde darum von der damaligen Reichspost das sogenannte Träger-Frequenz-System eingeführt, das es ermöglichte, eine verhältnismäßig hohe Anzahl von Ferngesprächen auf ein und derselben Leitung durchzuführem. Die neue Femkabel-Achterschleife durch Deutschland wird es nun den „Fräuleins vom Amt“ ermöglichen, 1400 Gespräche zur gleichen Zeit durch eine Kabelstrecke zu leiten. Die hierzu verwandten „symmetrischen Kabel“ verfügen über jeweils 24 Leitungspaare. In jeder dieser Leitungen kann auf bis zu 60 verschiedenen Hochfrequenzen mit einer anderen Schiwktgungs- 90 Menschen ertrunken BELGRAD. Neunzig Personen fanden den Tod, als ein Dampfer auf einer Fahrt von Belgrad nach Zemun in der Nähe der jugoslawischen Hauptstadt von einem Sturm auf der Donau zum Kentern gebracht wurde. Wie der Belgrader Rundfunk meldet, gelang es dreißig der Passagiere, sich durch einen Sprung von Bord des sinkenden Schiffes zu retten. Die anderen neunzig fanden in dem Schiff ein nasses Grab. Weitere Einzelheiten des Unglücks liegen zur Stunde noch nicht vor. zahl ein Gespräch geführt werden. Bei dem früher gebräuchlichen System hätte man für 1400 Gespräche zur gleichen Zeit auch 1400 Leitungspaare benötigt Diese gewaltige Verbesserung kn deutschen Fernsprechverkehr dient natürlich nicht nur dem Fernsprechverkehr in der Bundesrepublik. Denn dieses mit größtem Kostenaufwand nach dem neuesten Errungenschaften der Femsprech- und Kabelbautechnik gebaute Netz ist auch dazu bestimmt den zwischenstaatlichen Nachrichtenverkehr zu fördern und somit wertvolle Devisen einzubringen. Frankfurt wird das Zentrum der Kabel-Achtenschleife sein. Von dort aus gehen die übrigen Verbindungs-Eitappen nach Dortmund und Hamburg, über Hannover wieder nach Hamburg und dann über Würzburg und Nürnberg nach München. Die Kabelwege der restlichen Schleife führen von Frank- i furt über Karlsruhe nach Stuttgart (später 1 bis München) und schließlich von Frankfurt über Darmstadt, Karlsruhe, Offenburg und Freiburg nach Basel. (Diese Strecke befindet sich zur Zeit im Bau). Das neue Fernsprechnetz wird nicht nur die größeren Städte in der Bundesrepublik schneller miteinander verbinden, sondern wird auch wesentlich mit dazu beitlagen, die europäische Gemeinschaft zu fördern. Mittwoch, 10. September 1952 SÜDKURIEH Nr. 143 / Seite 2 Sorgen um Versteppung am Oberrhein Baden-württembergische Aktion — Verhandlungen mit Frankreich gefordert STUTTGART. (Tfz.-Eigenbericht). Die Zentralministerien der badisch-württem- bergischen Regierung untersuchen zur Zeit eine vom früheren badischen Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung verfaßte wissenschaftliche Denkschrift über den Einfluß der Grundwassersenkung des Oberrheins auf die südbadische Anliegergemeinden durch den von Frankreich zum Teil schon fertiggestellten, zum Teil ge- Rkm-Seilen-fa llllllilll im ßHH. zzzz (jeptnxt- SfUHtfaft i«? ^mrk R|H*m ....■SW» *W1 y rWn BiESteimiÖ, Kojmnr jj fessenljeim*# # Otfmarjtomy . Ö* Muhtyausm ' P. 'l •IIa H , isfEinerSihweile • planten 120 km langen Crand Canal d’Al- sace, der das Rheinwasser von der südbadischen Grenze bei Märkt bis Straßburg linksrheinisch auf französisches Gebiet umleitet. Nach einer Entscheidung der französischen Nationalversammlung aus dem Jahr 1949 wird an dem Kanal mit größter Beschleunig ing gearbeitet. Nachdem der Betrieb im zweiten Kanalabschnitt Kembs- Ottmarsheim aufgenommen wurde, wird gegenwärtig am dritten Abschnitt bis Fes- senheim gearbeitet. Der vierte Abschnitt bis in die Höhe von Breisach ist fertig geplant Den südbadischen und südelsässi- schen Rheintalgemeinden droht durch die mit dem Kanalbau verbundene Grundwasserversenkung die Versteppung. In Paris sprechen die französischen Landwirte schon warnend von der zukünftigen „Sahara am Oberrhein“. Die Denkschrift kommt daher in ihren Folgerungen zu dem Schluß, daß es zur Vermeidung einer um sich greifenden Naturkatastrophe unyläßlich sei, die auf dem Völkerrecht basierenden Rechte Deutschlands am Rheinstrom so schnell wie möglich durch klare Vereinbarungen mit Frankreich zu sichern und schließt mit den Worten: „Die Lösung dieses Problems würde einen erheblichen Fortschritt auf WETTEKVOBHEESAGE des Badischen Landeswetterdienstes Obwohl sich über Skandinavien «in mächtiges Hochdruckgebiet aufgebaut hat, welches sich langsam nach Süden ausbreitet, kann es auf unser Gebiet zunächst noch keinen Einfluß gewinnen. Die über Süddeutschland liegende Kaltluft ln Verbindung mit einem neuen von England südostwärts ziehenden Tief werden das unbeständige Wetter vielmehr noch ein bis zwei Tag aufrechterhalten. Wettervorhersage bis Mittwochabend: Vorwiegend stark bewölkt bis bedeckt und zeitweilig weitere Kegenfälle. Mittagstemperaturen nur 12 bis 15 Grad Celsius. 100 DM in Zürich: 9. 9.: 92/94 sfrs. dem Wege zu einem besseren Verständnis der Grenzvölker am Rhein und zu einem geeinten Europa bedeuten.“ Anhand genauer klimatischer und geologischer Berechnungen die sich auf die Untersuchung von 40 betroffenen Gemeinden erstrecken, weist die Denkschrift die verheerenden Folgen der in den Jahren 1817 bis 1874 durchgeführten badischen Rheinkorrektion und späteren Rheinregulierung nach, die das Antlitz der Stromlandschaft von Grund auf veränderte und nach einer vorübergehenden Verbesserung der Bodenkultur zu einem dauernden Absinken des Grundwasserspiegels und damit zur teilweisen Ausdörrung und Versteppung von Acker-, Wald- und Wiesenland geführt hat. Zur Verhinderung der durch die weitere Grundwasserspiegelsenkung zu erwartende Versteppung weiter Landstriche des Oberrheins schlug das badische Ministerium für Landwirtschaft den großzügigen Bau von Beregnungsanlagen für landwirtschaftliche Betriebe mit einem Kostenaufwand von rund 60 Millionen DM vor. Die Wasserwirtschaftler haben schon mehrere Projekte einer systematischen Bewässerung ausgearbeitet, jedoch steht deren Verwirklichung neben den hohen Kosten das Verbot einer rechtsrheinischen Wasserableir tung im Wege.. Die badisch-württembergi- sche Regierung wird daher direkt oder über Bonn mit der französischen Regierung Verhandlungen führen müssen, um eine ausreichende Bewässerung der Oberrheinebene durch Entnahme von Wasser aus dem Rhein durchführen zu können. Der erste Schnee ln Italien BELLUNO. Die im Zentrum der Dolomiten gelegene Stadt Belluno erlebte den ersten Schneefall. 35 Zentimeter Neuschnee bedckten die umliegenden Hänge. Die Temperatur sank bis zu zehn Grad unter Null. Das Gebiet wurde von langandauernden heftigen Gewitterstünnen heimgesucht. Mäuseschwänze aus F.lzhut BIBERACH. Um der Mäuseplage Herr zu werden, hat der Gemeinderat von Maselheim im südwürttembergischen Kreis Biber ach Fangprämien ausgesetzt. Für jeden abgelieferten Mäuseschwanz wurden von der Gemeinde 40 Pfennige gezahlt. Während die zünftigen „Mauser“, die das Gewerbe des Mäusefangens haupt- oder nebenamtlich betreiben, keine reiche Beute machen konnten, lieferten einige junge Leute täglich bündelweise Mäuseschwänze auf dem Rathaus ab. Als das Angebot von Mäuseschwänzen auffallende Ausmaße annahm, unterzog man die Mäuseschwänze einer eingehenden Untersuchung und stellte fest, daß es sich um Streifen handelte, die sorgfältig aus alten Filzhüten geschnitten worden waren. Post-Tariterhöhung verzögert FRANKFURT. Nach Mitteilung von Bundespostminister Hans Schuberth kann die geplante Erhöhung der Posttarife frühestens am 1. November in Kraft treten. Denn Bundeskabinett und Bundesrat müssen erst noch ihre Genehmigung erteilen. Vorher sollen auch noch alle beteiligten Kreise gehört werden. Genaue Einzelheiten über die geplanten höheren Posttarife liegen auch heute noch nicht vor. Haarnadeln ersetzen Sicherungen Ostzonen-Elsenbahner leben gefährlich — Zahlreiche Unglücksmeldungen Von einem Mitarbeiter in der Ostzone Der Sonntag wird abgeschafft SED führt Sieben-Tage-Arbeitswoche ein. — Zuerst bei Kohle und Stahl BERLIN. (G.-Eigenbericht.) Die Regierung der Sowjetzonen-Republik will in den kommenden Monaten in der gesamten Ostzone die Siebentagewoche einführen. Der Anfang soll in dem großen Walz- und Stahlwerk Riesa gemacht werden, dem erst vor kurzem für Erweiterungsbauten 8 Millionen Ostmark Investitionsgelder zur Verfügung gestellt wurden. Bei der Betriebsversammlung, auf der die Arbeitszeitverlängerung bekanntgegeben wurde, protestierte die 8000köpflge Belegschaft durch ihre Sprecher in heftigsten Worten gegen diesen Plan. Die Einführung der Siebentagewoche bedeutet, daß der Arbeiter sieben Tage (statt sechs) arbeiten muß und daß erst der achte Tag zum Ruhetag wird. Nur alle sieben Wochen fällt dieser Ruhetag auf einen Sonntag. Damit nimmt die Sowjetzonen- Regierung der Arbeiterschaft den wöchentlichen Sonntag, jenen einzigen Tag, an dem es vielen Menschen in der Ostzone bisher noch möglich war, durch die Gemeinsamkeit der Freizeit sich der überall gegenwärtigen politischen Schulung und Propaganda zu entziehen. Die Sonntagsarbeit im Rahmen der Siebentagewoche muß ohne besonderen Zuschlag geleistet werden. In dem Braunkohlenrevier um Bitterfeld besteht dieses sowjetische Arbeitssystem bereits seit vielen Monaten. Es hatte dazu geführt, daß die Zahl der jungen Kumpel immer stärker zusammenschrumpfte. Sie setzten sich ab. Und die, die nach Westberlin flohen, schrieben zum Abschied oft „Stalin verrecke“ auf die letzte Lore Braunkohlen. Enteignungswelle schwillt an BERiLIN. (G-Eigenbericht) Nach der Beschlagnahme aller im Ostsektor Berlins gelegenen Firmen und Geschäfte von Westdeutschen und Westberlinern hat die So- wjetzonen-Regierung jetzt in der Ostzone eine neue Enteignungs-Aktion gestartet. Hunderte von privaten Gewerbetreibenden erhielten die Mitteilung, daß ihre Gewerbegenehmigungen mit sofortiger Wirkung ungültig seien. Von der Aktion wurden vor allem Unternehmen betroffen, bei denen die Mitinhaber, Gesellschafter oder leitenden Angestellten in Westberlin oder der Bundesrepublik wohnen. Im Zusammenhang mit diesen Maßnahmen werden alle Reisenden aus Mitteldeutschland nach Westberlin besonders scharf kontrolliert, um zu verhindern, daß Geschäftsleute, die mit einer Enteignung rechnen, Werte nach Westberlin retten. Schweres Eisenbahnunglück bei Oranienburg, zwölf Tote. In der Nähe von Karow für ein D-Zug auf einen Personenzug. Absturz einer Lokomotive mit Anhänger bei Biesdorf, zwei Tote. — Seit einigen Wochen häufen sich die Unglücks-Meldungen aus der Ostzone. Aber längst nicht alle Zwischenfälle werden bekannt. Allein auf den Verschiebebahnhöfen der Reichsbahndirektion Berlin ereignen sich durchschnittlich zwei Rangierunfälle am Tag, die nicht selten Schwerverletzte fordern. Darüber schweigt die ostzonale Presse. Stattdessen meldet sie, daß „ein Schaffner sein Soll übererfüllt hat“ und druckt ihm zu Ehren den Text des neuen ostzonalen Eisenbahner-Liedes ab: „Und die Lokomotive, die singt, und der Heizer, der winkt . . .“ Weder — noch. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Lokomotive singt nicht, sie klappert. Und der Heizer winkt nicht, er keucht. Denn seit die „Schwerlastzüge“ aufgekommen sind, muß er die zwei- und dreifache Kohlenmenge in die Feuerbuchsen schaufeln. 120 Achsen sieht die Fahr- dienstvorschrift als Höchststärke für Güterzüge vor. Die ostzonale Eisenbahn hängt ihren ausgemergelten Maschinen bis zu 300 Achsen an, um das Soll zu erfüllen. Das geht dann auf Kosfen der Betriebssicherheit. Mit der ist es ohnehin nicht weit her. Lokomotivführer und Heizer leben schon seit geraumer Zeit „gefährlich“. Der Materialmangel macht sich nicht nur auf der Lokomotive bemerkbar, sondern mehr noch auf der Strecke. Vor ein paiar Jahren wurden die Schienen der Hauptstrecke gewendet, damit die noch nicht abgefahrenen Außenseiten noch einmal herhalten konnten. Inzwischen sind auch sie abgenutzt. Ueberall muß geflickt werden. Nicht wenige Schienen sind aus nur meterlangen Enden zusammengeschweißt. Und wo es gar nicht mehr gehen will, werden, um Ausbesserungsmaterial zu gewinnen, einfach die Gleisanlagen von Nebenbahnen demontiert. Die D-Züge erreichen in der Ostzone mit Frankreichs Kampf mit dem Drachen Bis jetzt blieben die Preise stabil — Steueramnestie bei Zeichnung von Anleihen PARIS. (A.R.-Eigenbericht). Frankreichs Ministerpräsident Pinay hat gleichsam eine Bewährungsfrist bis Ende des Sommers erhalten. Jetzt, nach Ablauf dieser Frist, ist eine leidenschaftliche Diskussion entbrannt, ob er den Kampf mit dem Drachen Teuerung gewinnen wird, oder ob sein Ministerium zurücktreten muß. Ein schwer meßbares Defizit im Staatshaushalt, unablässig steigende Preise, wachsende Lohnforderungen, eine kommunistische Bewegung, die ihre Suppe an der wirtschaftlichen Unsicherheit der Massen kocht, andere Kreise, die auf de Gaulle setzten, selbst auf die Gefahr eines Bürgerkriegs, weil ihnen alles besser schien als die Fortdauer des Bestehenden, das war die Situation, die Pinay antraf, als er den Auftrag zur Regierungsbildung übernahm. Nur, wenn es möglich würde, das Defizit ohne neue jäteuem zu beseitigen, konnte Pinay hoffen, den verhängnisvollen Wettlauf zwischen Preis- und Lohnerhöhungen aufzuhalten und darüber hinaus jene Preissenkung zu bewirken, die zur Einpassung Frankreichs in die Weltwirtschaft notwendig ist. Als Waffen blieben Ihm theoretisch Einsparungen und Anleihen. Pinay wollte es mit einer Koppelung beider Mittel versuchen. Dem Maingel von Staatskredit suchte Pinay zu begegnen, indem er die Anleihe zu einer Zufluchtsstätte für die Unzähligen machte, die durch Steuerhinterziehung, Gold- und Devisenverschiebungen mit Steuer und Justiz auf Kriegsfuß standen. Durch Zeichnung von Anleihe konnte der Schuldige Amnestie erlangen. Das Ergebnis hat ihm auf wirtschaftlichem Gebiet nur teilweise, fast gar nicht auf moralischem Gebiet Recht gegeben. Mit nicht ganz 200 Milliarden Francs frischen Geldes, davon nur 15 Milliarden Gold, blieb der Erfolg hinter den Erwartungen und weit hinter den Erfordernissen zurück. Die Anleihe war jedoch, rein wirtschaftlich gesehen, mindestens kein Mißerfolg. Ähnlich wie mit der Anleihe steht es auch mit dem Kämpf um das Preis- und Lohngebäude. Die Preise wiesen vom Februar bis Ende Juli einen Rückgang um 5 Prozent auf, doch ist von dieser Besserung im August allein schon wieder ein Drittel weggeschwommen. Man kann praktisch also kaum von mehr als einer vorläufigen Stabilisierung des Preisniveaus sprechen. Die Gewerkschaften haben in diesen Tagen eine neue Lohnbewegung gestartet. Die Stabilisierung gibt den Landwirten Grund zu schweren Klagen, weü das starke Mißverhältnis zwischen landwirtschaftlichen und industriellen Preisen weiter bestehen bleibt. Die bloße Stabilisierung muß schließlich den Export immer weiter abschnüren, der wegen der Überhöhung der französischen Preise — 20 •/« über den Weltmarktpreisen — so gesunken ist, daß er die Einfuhr in den ersten acht Monaten dieses Jahres nurmehr zu 60 •/« zu decken vermochte. In der Schrumpfung des Ausfuhrhandels liegt eine Hauptgefahr für die französische Wirtschaft. knapp 50 Stundenkilometern die Durchschnittsgeschwindigkeit eines normalen Eilgüterzuges. Die Eilzüge haben keine höhere Geschwindigkeit als 34 km, während die Personenzüge etwa 22 Stundenkilometer erreichen. Den Langsamkeits- Rekord halten die Schichtzüge zwischen Halle und Leuna, die mit 19 Stundenkilometer als „Schlafwagenzüge“ bekannt sind. Die in" imponierenden Uniformen etek- kenden sowjetdeutschen Eisenbahndezernenten wollen jedoch nichts davon wissen, daß ihre Fahrpläne nicht mit dem Zugverkehr übereinstimmen. „Fahren wir etwa nicht schnell genug?“ fragen sie empört und verweisen auf den Salon- Triebwagen Berlin—Prag. Rast er nicht wie ein Pfeil auf seiner Strecke, daß es nur so in den ausgeleierten Weichen kracht und rasselt? Knapp 7 l h Stunden braucht dieser Triebwagen bis Prag. Ein anderes Aushängeschild sind die Fernzüge Dresden—Berlin, die als einzige in der Ostzone noch mit Steinkohlen geheizt werden. Auch der Interzonenzug ist ein Reklame-Zug, obwohl es nicht gelingen will, sein Tempo durch die Ostzone dem anzupaseen, das er etwa in Westdeutschland hat. So benötigt er für die 187 km von Berlin bis zur Grenzstation Marienborn über vier Stunden, während er die gleiche Entfernung im Bundesgebiet bis etwa Oeynhausen in drei Stunden schafft. Dieser Unterschied war den Reisenden aus dem Westen zwar stets aufgefallen, aber sie hatten ihm keine allzu große Bedeutung beigemessen, weil sie die sonstigen Verhältnisse auf den ostzonalen Bahnen nicht kannten. Erst jetzt werden auch sie durch die zahlreichen Unglücksmeldungen darauf aufmerksam, daß die sowjetdeutsche Eisenbahn weiter nichts mehr als den Namen mit der früher berühmten „Deutschen Reichsbahn“ gemein hat und fast eine Karrikatur von ihr ist. Um diese Erkenntnis zu verhindern, geben die ostzonalen Eisenbahnbehörden nur selten Zwischenfälle zu. Unglücksstellen werden sofort von Polizei abgesperrt. Sickert aber schließlich doch eine Nachricht durch, so wird als Ursache des Unglücks „Sabotage“ angegeben und das Eisenbahnpersonal muß für die Unfähigkeit und die Fehlplanungen der Pankower Machthaber büßen: 2000 Eisenbahner sitzen augenblicklich in den ostzonalen Gefängnissen. Mariannes Sorge: Wird man Ihn halten können? „Sezession Oberschwaben Vergleicht man die Ausstellung, die die „Sezession Oberschwaben - Bodensee“ am Sonntag im Wessenberghaus eröffnete, mit der repräsentativen Schau, mit der sich diese Künstlervereinigung Im vergangenen Jahr am gleichen Ort zum erstenmal vorstellte, so könnte man im ersten Augenblick leicht meinen, daß das nun schon halbwegs Vertraute nicht mehr mit jenem vollen und reichen Klang zu wirken vermöge, der diese Ausstellung einmal zur meistbesuchten des Konstanz er Kunstvereins machte. Bei näherem Zusehen aber gewinnt man bald den Eindruck, als sei die Werkauswahl diesmal im einzelnen noch sorgfältiger getroffen worden. Die diesjährige Schau wirkt im ganzen sogar fülliger und dichter in der Gruppierung, und Wand um Wand wurde gleichsam intensiver „durchgearbeitet“. Einige der Künstler sind diesmal in ihrem gegenwärtigen Schaffen sogar charakteristischer vertreten, so zum Beispiel schon Otto Dlx, der Ehrenpräsident der Sezession. Eine eigene Studie ließe sich über diesem Künstler schreiben, um darzutun, wie nachhaltig seine neue Schaffensperiode von der Berührung mit der bäuerlichen Welt der Unterseehalbinsel Höri geprägt ist. Man sehe sich nur die Bilder „Fallende Blätter“, „Mädchen mit Hahn“ oder „Zigeunerkind mit Ziege“ an. Aber Immer noch steckt ln Dix der alte Grimm über das Sosein von Mensch und Leben, den er bis in religiöse Themen hinein äußert wie hier in einer Verkündigung, die schokieren könnte, wen sie nicht ein so fruchtbares Nachdenken auslöste. Auch bei Hans Breinlinger wird in Mysterien von rauschhafter Farbigkeit und flackerndem Strich Bäuerliches nie zur Idylle. Auch bei ihm streifen Masken in wildlustig fasnächtlichem Treiben das Dämonische. Aber im Letzten geschieht das in Konstant doch immer ungefährdeter und humorgelöster. Die Morlandbilder von Sepp Mahler mit Ihren spukhaften Bauern wiederum ergreifen durch die stille Güte, mit der die Handschrift des Künstlers alle seine Wesen umkreist und mit der jedes der Blätter behutsam auf einen eigenen Klang gestimmt ist. Paul Heinrich Ebell macht den merkwürdigen Versuch, dis grafische Märchenphantasie eines P. Klee in eine herbstlich volle Farbigkeit einzubetten, die immer wieder in feinster Differenzierung ins Irrationale hinüberspielt. Mit Genugtuung und Freude stellt man auch fest, wie sehr das eine Jahr manchem der Künstler weitergeholfen hat, und sei es oft nur, daß sie heute anderes für wert halten, gezeigt zu werden. So gibt Hans Andrt Ficus, dem sonst in unruhigem Experimentieren immer ein wenig seine flinke Hand und sein bewegliches Können im Wege war, nun Stilleben aus rauten- haft gefügten Farbfeldem, die starken Eindruck machen. Fast unbeholfen schwer in Form und Farbe werden sie fest umschlossen von der strengen Grenze des Formates. Max Ackermann, im Augenblick wohl der einzige namhafte abstrakte Maler ln Deutschland, der seinen Formelschatz einem technischen Weltgefühl entlehnt, scheint in kleineren Formaten wieder die beschwingte Leichte und das fein klingend Musikalische zurückzugewinnen, das man an seinen früheren Arbeiten so schätzte. Alexander Rath umgrenzt ln seinen abstrakten Miniaturen zart blühende Farb- nebel, die sich zeichnerisch verdichten und wieder versehweben. Auch Curth Georg Becker scheint sich nicht mehr ganz so unbekümmert dem reinen Sinnenerleben irisierender Lichtfarben zu überlassen. Bei aller schwebenden Leichte sind seine Farben reifer geworden, das improvisierende Spiel der Formen geistvoller. Ein Porträt Beckers von elektrisierender Sensibilität zeigt die Gattin des Bildhauers Müller- Oerlinghausen. Von H. A. P. Grieshaber berührt am stärksten eine zweiteilige „Scheidung“, ein wahrer Sturm schwarzer Formen, wie in einem engen Käfig eingesperrt im Format, das noch nicht einmal allseitig geschlossen ist Bei Ursula Dethleffs gewinnt das Traumhaft-Mediale ihrer Handschrift immer ausgeprägteres kompositioneiles Wollen oder es belebt sich wie in einem Oel- bild mit unmittelbar empfundenem Leben. Gerne läßt man sich auch wieder von den Blumenstücken Ihrer Mutter, Fridel Deth- leffs-Edelmann, ansprechen, die sie wie mit der Feder in hauchzarte Färb schieier hineinzeichnet. Gäste der Sezession sind ln Konstanz Sepp Biehler mit einem Frauenbildnis, in dem er mit überzeugender Leichtigkeit mit der grautönigen Farbigkeit umgeht, die Ihn seit einiger Zeit beschäftigt, ferner Karl Einhart, von dem manche der jüngeren Maler noch einiges lernen könnten, und Otto Adam, dessen formanalysierende Kompositionen Immer noch zu überladen wirken, wenn sie auch, vor allem das eine der beiden, farblich wärmer geworden sind. Man hätte sich gefreut, hier auch etwas von Hans Sauerbrudi zu sehen, wie man unter den eigentlichen Sezessionsmitglie- dem den Graphiker Walter Herzger vermißte. Von überraschend starkem Gewicht sind diesmal die Plastiken, bei denen mit ein paar flüchtig verteilten Etiketten nicht auszukommen ist Verpflichtender Maßstab der Auswahl waren hier die vielseitigen Arbeiten von Berthold Müller - Oerlinghausen, der vor allem einmal gut als feinfühliger Portaitist studiert werden kann. Einen interessanten Einfall zeigt er im j Treppenhaus mit einer metallischen Form, j die bi die Verlebendigung drängt. Eine j Abraham-Isaak-Gruppe von Karl Honek- 1 ker verrät federnde Kraft wie ein gespannter Bogen. Gerne begegnet man im ver- I wirrenden Fartepiel der Maler auch dem ruhiger Geformten der plastisch arbeitenden Frauen, der stillen Symbollyrik von Hilde Broer, den strengen Formen von Marianne Rousselle, die wie Gefäße einer I starken Empfindung wirken, oder den lebensstrotzenden, erdhaften Gestalten, die Suse Müller - Diefenbach und Rosmarie Sack-Dyckerhoff in kaum zu unterscheidender Gemeinsamkeit gestalten. Reich beladen mit den künstlerischen Erlebnissen, die diese Ausstellung vermittelt, wende man 6ich zum Schluß dem Torso eines Knaben zu, der in einsamer Verlorenheit in der Mitte des großen Raumes steht. Die erschütternde Symbolkraft, die diese Plastik von Hans Kindermann bei stillem Verweilen gewinnt, wirkt um so tiefer, als hier auch das Individuelle durchaus ernst genommen wurde. Eine Kunst, die in unseren Tagen solche Werke hervorbringt, darf sich ohne Scheu zur ganzen Tiefe der Tradition bekennen, und wer blind ist vor dieser bildnerischen Sprache, dem sind auch Gotik und Romantik nur dürres Schulbuchwissen geblieben. W. Quenzer KULTURNACHRICHTEN Die erste Weltkonvention über das Urheberrecht, die in allen Ländern den Schutz des Urheberrechts für die Werke der Literatur, der Wissenschaft und der Kunst sichern soll, ist jetzt in Genf unterzeichnet worden. Sie wurde in einer auf Anregung der UNESCO einberufenen Urheberrechtskonferenz ausgearbeitet. Die deutsche Bundesrepublik war ebenfalls durch eine Delegation vertreten. Die Konvention umfaßt 21 Artikel und gewährt fremden Autoren die größtmögliche Gleichberechtigung mit nationalen Autoren. Zehn deutsche Lyriker nehmen an der ersten internationalen Dichter-Biennale im Seebad Knokke (Belgien) teil. Neben Marie Luise Kaschnitz, Hans-Egon Holthusen, Gottfried Benn, Karl Krolow und Wilhelm Lehmann haben ihr Erscheinen noch zugesagt Rudolf Hagelstange. Charlotte Hochgründler-Hofmann, Walter Leming, Gerhard Uhde und Egon H. Ra- kette. Die Biennale, die als ständige Einrichtung gedacht ist, dauert vom 12. bis zum 15. September. Das Thema dieser Tagung ist die Weltliteratur der letzten 50 Jahre. Friedrich - List - Schrifttum sucht die Bibliothek der Stadt Reutlingen zur Vervollständigung ihrer Sammlung der Werke des großen Nationalökonomen. Die Stadtbibliothek bittet alle, die entbehrliche Schriften dieser Art besitzen, auch Literatur über List, sich mit ihr in Verbindung zu setzen. Ein Goldpokal für 4400 Mark wurde auf der Herbstversteigerung eines Kunstauktionshauses in Braunschweig verkauft Der Pokal war das Geschenk eines englischen Königs an ein deutsches Fürstenhaus. Ein neues Kosmotron, das aus einem gigantischen Magneten von 22 Metern Durchmesser besteht und ein Gesamtgewicht von 2000 Tonnen hat, wurde in den USA gebaut. Man will mit Hilfe dieses Riesenapparates versuchen, die kosmische Strahlung darzustellen, wobei die winzigen Energieträger eine Geschwindigkeit von 285 000 Stundenkilometern erreichen sollen, also fast die Lichtgeschwindigkeit. „Warum gräbst du, Centurio?“, heißt ein Drama von Harald Zusanek, das den österreichischen Staats preis 1951 erhalten hat. Es wird vom Theater der Stadt Osnabrück (Intendant Erich Pabst) in der kommenden Spielzeit unaufgeführt „Glaube, Liebe, Hoffnung“, heißt ein Schauspiel des 1939 in Paris um- gekommenen Dramatikers Ödön von Horvath, dtaa im Nachlaß des Autors gefunden und soeben vom Kleinen Theater im Tl?n- zerthaus in Wien erfolgreich uraufge- führt wurde. Kunst unserer Tage Bodenm* SÜDKURIER Jumftomer |fitutiß Nr. 143 / Seite 3 ^onftanj beit 10. September 1952 Htmmelegärten Vielen Konetanzern kann man auf netteste Art „aufs Dach steigen“, ohne sie zu kränken. Sagt man ihnen dann, wenn man man droben auf des Hauses Zinnen steht, noch dazu: „Nein — was haben Sie für einen bezaubernden Dachgarten!“, dann hat man ganz ihr Herz gewonnen, denn jeder Konstanzer ist stolz auf seinen Himmelsgarten, wie etwa andere Leute in anderen Städten auf ihre „Gute Stube“. \^ie diese, so ist auch der Dachgarten did~ Visitenkarte des Hauses. Mitunter wird dieses luftige Tusculum, dem inmitten des drangvollsten städtischen Dächergewirrs immer noch etwas von ländlicher Abgeschiedenheit anhaftet, prosaischerweise lediglich zum Wäschetrocknen benutzt. Von diesen praktisch genutzten Gebrauchsgärten wollen wir jedoch nicht reden, sondern von jenen rasengrünen, blumenbunten Hochgärten, die wie winzige, farbig leuchtende Eilande im grauen Dächermeere schwimmen. Auf diese direkt unter dem Himmel von Konstanz liegenden seligen Inseln, wo die in grün, weiß oder blau gestrichenen Balkonkästen liebevoll gehegten Küchenkräuter ebenso lieblich gedeihen, wie Petunien, Geranien oder Fuchsien, kann man sich retten, wenn man wieder einmal die Nase voll hat... nicht nur vom Benzinduft der wirren, engen Gassen drunten, sondern auch von allen anderen dicken Alltagsdüften, die einem den sorgenvollen Kopf umnebeln, überhaupt. „Hier ist’s gut sein ... hier laßt uns Hütten bauen!“ fühlt man sich, befreit aufatmend, fast versucht zu sagen, wenn man nicht schon auf dem Dache seiner von acht Familien bewohnten Groß-Hütte stünde. Ueber die Hortensien-Stöcke in Nachbars Dach-Garten hinweg schweift der Blick von hier droben in alltagsentrückter Höhe weit über den in der Mittagssonne funkelnden und flimmernden See. Ueber den seidig blauen Himmel ziehen sachte weiße Wolken. Und im dichtesten Häusergewirr inmitten der Stadt fühlt man sich über den engen .Straßenschluchten wie in diesem blumigen Buen Retiro hoch irgendwo draußen im Freien in einem stillen, verträumten Gärtchen. Diese Illusion verdeutlicht noch ein zierlicher Gartentisch, der im Schatten eines rot-weißgestreiften Sonnenschirmes steht. Und auf dem Tischchen selber kommen aus einem Kaffee-Gedeck aromatische Düfte, die sich mit denen der rundum blühenden Blumen aufs lieblichste vermählen. Erlöst wirft man sich in den einladend aufgestellten Liegestuhl dieses kleinen improvisierten Dachgarten-Cafes und genießt nun in vollen Zügen die tausendfältigen Reize der aus der Vogelperspektive genossenen Landschaft — und die nicht minder belebenden Reize des dreimännerstarken Kaffees. —nn SinÖ Oie Wohnungd^ßerechtigungdfcheine überflüiTig? Immer noch über 3000 Wohnungssuchende in Konstanz // „In Italien n>ar es herrlich 35 Kinder kehrten aus einem internationalen Ferienlager zurück Voll von frohem Erleben und reich an unvergeßlichen Eindrücken kehrten am Sonntagabend 35 Buben und Mädchen von einem internationalen Ferienlager au» Norditalien zurück. Vor 14 Tagen hatten sie in einem Omnibus beim Kreuzlinger Zoll die Grenze passiert, um jene langerwartete Fahrt anzutreten, die ihnen im letzten Jahr als Preis für ihre erfolgreiche Beteiligung an einem Aufsatz-Wettbewerb der Gesellschaft „Freies Europa“ zuteil geworden war. Sie hatten die ihnen gestellte Frage „Was bringt dir der Schuman- Plan?“ so gut beantwortet, daß sie als 4. bis 50. Preisträger mit je einem 14tägigen Auslandsaufenthalt in einem der Schuman- plan-Länder ausgezeichnet wurden. Aus allen Teilen der Bundesrepublik, aber auch aus Berlin und der Ostzone waren die jugendlichen Preisträger am 21. August in Stuttgart zusammengetroffen, um von hier aus gemeinsam im Omnibus die Reise in den Süden anzutreten. Nur allzu rasch waren die Urlaubstage in den Ferienlagern von Varazze und Spotorno vorüber, in denen sie in froher Gemeinschaft mit Jugendlichen aus allen Schu- manplan-Länder zusamiftengelebt hatten. Neben Ausflugsfahrten nach Genua, Ra- pollo, St. Remo und Pisa, die ihnen die ganze Schönheit der italienischen Landschaft und die Eigenart ihrer Städte erschlossen hatten, waren die jungen Deutschen vor allem von dem Geist beeindruckt, der in den Lagern geherrscht hatte, und der im wahrsten Sinne des Wortes euro- oäisch war. Es sind, wie die Buben und Mädchen versicherten, in diesen Tagen viele echte Freundschaften zwischen Deutschen und Italienern, Franzosen und all den anderen Angehörigen westeuropäischer T,ander geschlossen worden, Freundschaften, die sie nun im Schriftwechsel, mit Besuchen und Gegenbesuchen pflögen wollen und die Bestand haben werden. Gerade dieses ist eines der Ziele dieser internationalen Jugendbegegnung gewesen, und es ist im hohen Maße erfüllt worden. Von ihrer Unterbringung in den Lagern, von der Betreuung und Verpflegung dort sind alle begeistert. Vor allem hat ihnen Spaß gemacht, von den Italienern bewundert zu werden, weil sie bei jedem Wetter zum Baden in den See gestiegen sind. Nach ihren Begriffen sei das Wasser immer wunderbar warm gewesen, während ihre italienischen Freunde sich vor Kälte geschüttelt hätten. Der Abschied vom Lager ist allen schwer gefallen. Sie haben sich mit dem Besuch von Mailand getröstet, wo sie von einem deutschen Kaufmann empfangen und durch die Stadt geführt wurden. Nach einer Nacht am Thuner See führte sie die Rückfahrt durch die schönsten Gebiete der Schweiz. Ueber den Vierwaldstätter See und Zürich kehrten sie an die deutsche Grenze zurück, wo sie im Auftrag der Gesellschaft „Freies Europa“ von dem Leiter des Allensbacher Instituts für Demoskopie begrüßt wurden. Er hatte auch dafür gesorgt, daß die Zollformalitäten schnell und reibungslos vonstatten gingen — wie es sich für idealistische Europäer gehört! Die Nacht zum Montag verbrachten die Buben und Mädchen in der Jugendherberge Singen, um dann am Montagnachmittag in Stuttgart vor dem Mikrofon des Süddeutschen Rundfunks noch ihre Eindrücke von der ersten Italienfahrt ihres Lebens zu schüdern. Von hier aus haben sie inzwischen alle wieder die Heimreise zu ihren Eltern angetreten, die ausnahmslos glückstrahlende, begeisterte und in Luft und Sonne des Südens gebräunte Kinder in ihre Arme schließen können. -hf- Aus Kreisen, die für die Wohnungswirtschaft verantwortlich sind, wird dem „Südkurier“ geschrieben: Zu einem der aktuellsten Themen in allen Kreisen der Bevölkerung zählt das Problem der Wohnraumbewirtschaftung und in Verbindung damit die mancherorts aufgeworfene Frage; „Ist das Wohnungsamt überflüssig?“ Die Meinungen hierüber gehen weit auseinander. Es handelt sich hier um ein Problem, däs eines eingehenden Studiums bedarf, denn die Verhältnisse eilen den Gesetzen voraus. Vor allem spielen soziale Gesichtspunkte eine schwerwiegende Rolle. In einer Zeit der freien Marktwirtschaft ist es schwer, ein Zwangssystem, ohne daß Widerstände und sonstige Schwierigkeiten auftreten, in die freiwirtschaftliche Entwicklung einzuordnen. Es sind drei grundsätzliche Fragen, die sich -bei dieser Diskussion ergeben; 1. Soll man die Wohnraumbewirtschaftung aufheben? 2. Soll straff nach dem Gesetz verfahren werden? 3. Sollte man nicht einen Weg finden und die Wohnraumbewirtschaftung langsam auflockem? Weder die Gemeinden noch die Städte können die Wohnraumbewirtschaftung von sich aus aufheben, weü es sich hier um Bundesaufgaben handelt. Die badische Landesregierung hat im Oktober 1951 eine 2. und 3. Landesverordnung zum Landes- Wohnungs-Gesetz erlassen, von der die Stadt Konstanz insofern Gebrauch gemacht hat, als sie an Stelle des Zuweisungsverfahrens nach § 20 des LWG das Berechtigungsscheinsystem einführte. Gemäß Kontrollratsgesetz Nr. 18 vom 8. 3. 1946 in Verbindung mit dem LWG vom 28. 4. 1949 — § 20 — sind die Woihn- behörden u. a. angehalten, bei der Neuvergebung bewirtschafteten Wohnraums in der Regel drei Vorschläge von Wohnungssuchenden, die auf Grund der allgemeinen Richtlinien (§ 15 des LWG) für die Zuteilung in Frage kommen, den Vermietern bzw. Hauseigentümern namhaft zu machen. Von dieser Regelung ist die Stadt Konstanz als einzige Stadt im badischen Land durch die 2. Landesverordnung vom 24. 9. 1951 zum Landeswohnungegesetz abgegangen und hat die Berechtigungsscheine eingeführt. Der Inhaber eines solchen Berechtigungsscheines kann nunmehr eine ihm kopfzahlmäßig zustehende Wohnung, die frei wird, ohne weiteres mieten. Er hat lediglich den Mietvertrag dem Wohnungsamt vorzulegen, das seinerseits prüft, ob die Zahl der Wahnräume mit derjenigen des Berechtigungsscheins übereinstimmt und ihernach die Genehmigung zum Bezug erteilt. fötrge Stabinadjridjten Das Fest der goldenen Hochzeit feierten gestern die Eheleute Anton Haile und Maria, geb. Schneider, Friedrichstr. 47. Seinen 74. Geburtstag feiert heute Johann Stroppel, Gottlieber Straße 42. Ihren 80. Geburtstag begeht morgen Maria Haug, Witwe, Blarerstr. 44. 75 Jahre alt wird morgen August Rieger, Rentner, Brauneggerstraße 76, 70 Jahre Frau Lina Stai- ger, Schützenstraße 12. Bei der Leistungsschau der Heimatvertriebenen im Bürgersaal sind auch die Bildhauer mit beachtenswerten Portraits, Schnitzereien und Grabmalen vertreten. Die Städt. Verkehrsbetriebe beabsichtigen im Winterfahrplan eine Verbesserung der Verbindungen nach Wollmatingen in den späten Abendstunden. Damit wird auch den Abonnenten und Besuchern des Theaters Gelegenheit zur Rückfahrt gegeben. Die Lu-stspieloperette „Vier Optimisten“ von Möller und Lorenz mit der Musik von Marc Roland wird heute abend als Werbeveranstaltung des Stadttheaters bei ganz kleinen Eintrittspreisen erstmals wiederholt. Heute abend werden im Europahaus in der Veranstaltung des Lyceum-Club6 Lichtbilder und Farbfllmaufnahmen von der Spanienreise gezeigt. Gäste willkommen. Die Bausparkasse der deutschen Volksbanken AG, Schwäbisch Hall, veranstaltet am Samstag, 13. September, nachmittags und am Sonntag in der Volksbank Konstanz eine Modellschau mit kostenloser Beratung. Die neuen Filme „Der laufende Berg“ (Scala) Ganghofers Romane, die schon in unserer Jugendzeit vor einigen Jahrzehnten zu der gängigsten Unterhaltungsliteratur zählten, finden heute noch in den Leihbibliotheken ein treues Leserpublikum. Sie sind trotz ihrer Betagtheit immer noch sehr lebensfähig. Ihre Vitalität erkannt«» frühzeitig auch schon die Filmleute — und zogen die Konsequenzen daraus. So gab es denn vor vielen, vielen Jahren auch schon so manchen Ganghofer- Film. Unter ihnen auch das Gebirgs-Drama „Der laufende Berg“. Nun bekommt man ihn in einer Neuaufführung wieder zu sehen. Und wenn das Drama um den Burtscheller- bauern uns auch schon ein wenig abgestanden scheint, so kann man in diesem Streifen, immer noch die grandiose, ewig-schöne Hodi- gebirgswelt, in der man den Film drehte, ungetrübt bewundern und sich an den herrlich gelungenen Naturaufnahmen erfreuen. Dies um so mehr, als die darin Mitwirkenden von Maria Andergast über Hansi Knotek, Fritz Kampers und Paul Richter bis zu dem kleinen, pfiffigen Gustl Gstettenbaur alle „Bergleute“ ihre Sache (immer noch) recht gut machen. Kff. aZorros Tochter“ (Capitol) Ein Wilfwestfilm aus Kalifornien, das die Amerikaner vor einem Jahrhundert unter Ihre „Obhut“ nahmen, als dort Gold entdeckt wurde. Ein Film mit Raub und Totschlag erst an den Besitzern des Landes (die freilich auch noch nicht allzulange dort saßen), daraufhin Rache der Enterbten. Man sieht diesen Widerstandskampf gern, obwohl er vom Standpunkt des Filmes aus illegal ist; aber auch die Filmleute können ihre Sympathie mit den „Banditen“ nicht ganz verbergen. Ein frisch-fröhlicher Film mit Tempo und sogar mit Humor, und ein hübsches, junges, peitschenschwingendes Mädchen (Barbara Britton) spielt die Hauptrolle. Sie rächt den Tod ihrer Eltern mit Charme, und ein gut zu ihr passender junger Mann hilft ihr dabei. Damit es mit der Liebe nicht ganz glatt geht, ist ein Zwischenspiel mit einem Beamten eingeschaltet, das auch dazu dient, das hübsche Fräulein nicht allzu blutrünstig erscheinen zu lassen. Als die Heldin aber erkennt, daß auch dieser Mann, der seiner Stellung nach den Unterdrückten helfen könnte, mit dem ungetreuen Sheriff unter einer Decke steckt, geht es — heidi — mit der Rache weiter. Trotzdem endet alles gut; man landet im sicheren Hafen der Ehe, zumal der Militärkäptn, der gerade zur Hochzeit zurecht kommt, die „Banditen“ nach Osten ziehen läßt, während er sie nach Westen zu solange zu verfolgen verspricht, bis der Gouverneur sie begnadigt hat. Die goldgierigen Beamten und ihr Anhang sind zum Schluß entweder tot oder in sicherem Gewahrsam. So hat das Gute gesiegt — "lücklicherweise, denn sonst hätten wir heute kein ... kalifornisches Hollywood. —ng. Wegen Uebertretung der Straßenpolizeiverordnung wurden am Dienstag 21 Personen gebührenpflichtig verwarnt. In der Nacht zum Dienstag wurde aus einem verschlossenen Pkw., der in der Wollmatinger Straße parkte, ein Gabardinemantel im Werte von 70 DM entwendet. Fata Morgana am Bodensee Am Dienstag nach 18.30 Uhr erstrahlte das Konzilgebäude nach niedergegangenem, böigem Regen im letzten Glanz der Abendsonne in tiefem, farbigem Leuchten. Auch die Ferne, der Hornwald und Meersburg standen im Licht und lockten zum Hafen. Hinter dem in Abendschatten liegenden Konzildach ballte sich noch das Gewölk zusammen, war aber in seinen Rändern von der tiefstehenden Sonne mit rosa und orangefarbenen Bändern eingefaßt, dazu schossen überall die Sonnenstrahlen durch. Eine Wolkenreihe ging von Westen über das ganze Himmelsgewölbe bis zum Horizont im Osten. In der Gegend von Immenstaad—Friedrichshafen war ebenfalls ein Lichtstrahlenbündel, so daß man den Eindruck hatte, die Sonne stände auch im Osten! Man hätte an eine Spiegelung durch die Kugelfläche des Himmels denken können, aber die Wolken der Ostseite hatten eine ganz andere Form als die im Westen, waren auch anders von den Lichtstrahlen durchstochen. War es ein Nordlicht und beruhte die Erscheinung auf elektro-magnetischen Störungen? Oder liegt eine perspektivische Täuschung vor? Nehmen wir an, wir ständen unter einem Hochbahngeleise, so würden die parallelen Schienen (die Lichtstrahlen) über unserm Kopfe gerade laufen, an den beiden Seiten des Schienenstranges, gegen Ost und West würden die Schienen (die Strahlen) scheinbar zusammenlaufen. Vielleicht äußert sich die Konstanzer Wetterwarte zu der Erscheinung. Morgen Beiratswahl der Handelskammer Am morgigen Donnerstag findet von 8—12 Uhr die Beiratswahl zur Industrie- und Handelskammer Konstanz statt, zu der die schriftlich benachrichtigen Inhaber, Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer der handelsgerichtlich eingetragenen Firmen wahlberechtigt sind. Das Wahllokal befindet sich im Sitzungssaal der Handelskammer Konstanz, Schützenstraße 8a. Polizeichef a. D. saß auf dem Sozius Lindau. Ein Lindauer Motorrollerbesitzer wurde auf der Landstraße bei Neuravensburg von einem Motorradfahrer angefahren, der ohne Rücksicht auf dieVor- fahrt aus einem Seitenweg heraus brauste. Obwohl der Lindauer den rasenden Fahrer schon beobachtet hatte und sofort bremste, wurde sein Roller noch übel zugerichtet. Der unüberlegte Kurvenschneider war 62 Jahre alt! Auf dem Soziussitz thronte der pensionierte Polizeichef einer württember- gischen Nachbarstadt!! Der Stadtrat faßte den Beschluß, 100 Berechtigungsscheine durch den Wohnungsausschuß an vordringlich registrierte Wohnungssuchende auszugeben. Nach Rücklauf von 30 eingelösten Scheinen sollen wiederum weitere 30 zur Ausgabe kommen. Die Praxis hat aber gezeigt, daß die beschränkte Zahl von 100 Berechtigungsscheinen keine Ideallösung ist und keinesfalls als Lockerung angesehen werden kann. Es haben sich noch weitere Mängel, besonders in sozialer Hinsicht, im Laufe der Zeit herausgestellt. Es müßte daher einmal eindeutig Stellung genommen werden zur Frage: Berechtigungsscheinverfahren oder Rückkehr zum Zuweisungssystem nach § 20 des LWG. Der Ruf nach Aufhebung der Wohnraumbewirtschaftung ist groß. Man könnte ihm in der Weise folgen, daß man zunächst einen Uebergang schafft. Das hieße, das bey reits emgeführte Berechtigungsscheinverfahren wesentlich stärker auflockern und elastischer gestalten. Hundert Berechtigungsscheine sind im Verhältnis zu 3000 Gesuchstellern, wenn man schon von Auflockerung sprechen will, viel zu wenig. Es müßten mindestens 1000 solcher Berechtigungsscheine ausgegeben werden. Denn es sind nicht nur 100, sondern weit über 1000 gleichartige Fälle, die dringend eine Wohnung benötigen. Die Stadt Konstanz ihat heute über 3000 Wohnungssuchende (Familien). Von diesen 3000 gehören 1000 der Kategorie I an. 900 von ihnen erscheinen Woche für Woche bei der Wohnbehörde, um einen Berechtigungsschein zu erhalten. Sie ziehen Vergleiche und sagen, daß sie ebenso dringend zur Zuteilung berechtigt seien wie jene, die bereits einen Berechtigungsschein haben. Würde nun der Stadtrat zu dem Entschluß kommen, der Auflockerung in vollem Umfange stattzugeben und die Zahl auf rund 1000 erhöhen, würde das Zwangssystem langsam aufgelöst werden können. Für diese 1000 Berechtigungsscheininhaber gäbe es dann den Leitspruch: Freie Bahn dem Tüchtigen! Gleichzeitig würde mit dieser Maßnahme die ganze Wöhnraum- zwangsbewirtschaftung elastischer gestaltet. Der Inhaber eines Berechtigungsscheines muß sich selbst bemühen, um eine freiwerdende Wohnung zu mieten (vom Wohnungsamt werden die freigemeldeten Wohnungen am Rathaus wöchentlich angeschlagen). Der heiße Kampf zwischen Behörde und Publikum würde nicht mehr die drastischen Formen haben und diese 1000 Wohnungssuchenden müßten nicht mehr Woche für Woche und Sprechstunde für Sprechstunde bei der Wohnbehörde erscheinen und ihr Klagelied zum so und so vielten Male vortragen. Selbstverständlich haben beide Systeme, sowohl das Zuweisüngs- wie auch das Berechtigungsschein verfahren vor und Nachteile. Es mußten beispielsweise schon viele Wohnungssuchende, die im Besitze eines Berechtigungsscheineg sind, einsehen, daß es nicht an der Wohnungsbehörde lag, weshalb sie keine Wohnung erhielten, sondern an ihnen selbst. Es wird auch immer bei dem einen oder anderen System Fälle geben, die nicht zu realisieren sind. Objek- Der ötche Fragebogen Viele waren es, die im Laufe der vergangenen Tage ihre Antragsformulare zum Lastenausgleich in Empfang genommen haben, und weitere werden folgen. Ihnen allen stehen einige Stunden oder Tage des Kopfzerbrechens bevor, denn die Fragestellung in den Formularen ist so „klar“, daß nach mehrmaligem studieren, um das man nicht herumkommt, alle „Klarheiten“ restlos beseitigt sind. Welche Einbildung! Da glaubt man nun Jahr und Tag im Besitze eines durchschnittlichen Intellekts zu sein. Aber bei diesem Fragebogen stürzt das Kartenhaus der Einbildungen ein und man entdeckt alle seine Bildungslücken. Am liebsten möchte man sich einige Nachhilfestunden geben lassen, nur zur Ausfüllung von Fragebogen. Zum Glück hat St. Bürokratius den Vätern des Fragebogens eingegeben, ihr Kind mit einem begleitenden Merkblatt in die Welt zu schicken. Nun — viel klarer wird die Sache deswegen auch nicht! Man sitzt und sinnt, glaubt die Lösung gefunden zu haben und stellt bei der folgenden Frage fest, daß es eine Illusion war. Mit zagenden Schritten, gleich einem Wanderer auf Moorboden, bewegt man sich durch das Fragengestrüpp, stets darauf gefaßt, an einem unvorhergesehenen Fragendorn hängen zu bleiben. Endlich gibt man auf. Der Kopfschmerztabletttenvorrat ist aufgebraucht, die achte Tasse Kaffee getrunken und der Kopf brummt. Mit einem nicht gerade gesellschaftsfähigen Begleitwort feuert man das Folterinstrument in eine Ecke, wo es ein beschauliches Dasein fristen kann, bis einem der Kalender wieder daran erinnert, daß es nun doch ausgefüllt werden muß. Und dann — siehe oben! -i- tiv gesehen muß man dem Zuweisungsverfahren die größeren Chancen geben. Andererseits aber befindet man sich in einer Zeit, wo das Spiel der freien Kräfte in allem Platz gegriffen hat, so daß ein Zwangssystem noch schwerlich bestehen kann. Der sozial schwächer Gestellte kommt beim Verfahren nach § 20 des LWG (Zuweisung) eher zu einer Wohnung, als beim Berechtigungsschemverfahren.Es muß auch darauf hingewieeen werden, daß beim Berechtigungsscheinverfahren die Forderungen der Vermieter ebenfalls gelockerter sind. Es ist nämlich obligatorisch geworden, daß von den meisten Hausbesitzern die Renovierung der Wohnung durch den Mieter gefordert wird. Beim Verfahren nach § 20 des LWG waren die Zügel etwas straffer, weil nicht 100 oder 1000 zur Auswahl standen, sondern nur drei 1 Vorschläge unterbreitet wurden. Der interessierte Kreis soll mit Stellung beziehen, welches der beiden Systeme gewünscht wird. Es wäre interessant, von den interessierten Kreisen zu erfahren, welche der beiden Systeme bevorzugt werden. Zuschriften nimmt der „Südkurier“ gerne entgegen. Die Zahl der Wohnungssuchenden beträgt in Konstanz (nach dem Stand vom 30. Juli 1952) 3061. Der Personenkreis setzt sich wie folgt zusammen: 481 Flüchtlinge, 112 Umsiedler, 48 Sachgeschädigte, 8 politisch Verfolgte, 372 Schwerbeschädigte, 48 Spätheimkehrer, 38 Zugewanderte, 141 Be- satzungsverdrängte, 261 bejahrte Personen, 1551 sonstige Familien. Slus bet 9tad)batf$aft Allensbach. Im Rathaus versammelten sich am Samstagabend Vorstand und Beirat des Verkehrsvereins zu einer wichtigen Sitzung. Es wurde beschlossen, einen neuen Werbeprospekt herauszugeben. Der bisherige, überall gut aufgenommene Prospekt ist fast ganz vergriffen. Der Prospekt soll, wenn die Kosten nicht zu hoch kommen, gegenüber dem jetzigen nicht groß verändert werden. Zur Ausarbeitung der Textunterlagen und der Gestaltung wurde aus den Reihen der Vorstandsmitglieder eine Kommission gebüdet. Diese Kommission soll ihre Arbeiten so schnell wie möglich abschließen. Zur Finanzierung des Prospektes ist die Unterstützung aller am Fremdenverkehr interessierten Geschäfte und Personen nötig. Nur dann kann die geplante Werbung für das Jahr 1953, die frühzeitig beginnen muß, durchgeführt werden. Dettingen. Der Gesangverein von Wiesenfeld bei Würzburg, weilte über Sonntag mit über 70 Personen in unserer Gemeinde, um einer hier verheirateten Bürgerstochter, sowie dem Bodensee und seinen Sehenswürdigkeiten, einen Besuch abzustatten. Die Gäste gaben am Abend in der „Traube“ Proben ihres Könnens. — Der hiesige Zimmermann Johann Aßfahl und seine Ehefrau Elisabeth geb. Wiest, feierten im Kreise ihrer Familie das Fest der Silberhochzeit. Aus diesem Anlaß brachte die hiesige Musikkapelle ihrem langjährigen, früheren aktiven Mitglied ein Ständchen. Dettmgen-WaUhausen. In würdiger und erhebender Weise feierte die Pfarrge- meinde am Sonntag ihr Kirchenpatrozinium, das Fest der hl. Verena. Unter Vorantritt der Musikkapelle Dettingen-Wallhausen, zogen die Mitglieder der hiesigen Vereine mit ihren Fahnen geschlossen zum reichgezierten Gotteshaus. Franziskanerpater Romuald von Garheim fand aufrüttelnde und zeitgemäße Predigtworte. Eine Glanzleistung bot der Kirchenchor unter der bewährten Stabführung von Hauptlehrer Brodmann, durch die exakte Aufführung der Orgel-Soiomes6e in C-Dur, von W. A. Mozart, mit Orchester. Besonderer Dank gebührt den Solisten vom Münsterchor Konstanz sowie den Musikern von Radolfzell für ihre Mitwirkung und Verschönerung des Gottesdienstes. Das le- vitierte Hochamt zelebrierte Ortsgeistlicher Pfarrer Zeller, unter Assistenz des Festpredigers Pater Romuald und des Seminaristen Klausmann von Konstanz. Am Schlüsse des Gottesdienstes sprach unser Pfarrer allen am Gelingen des Festes Beteiligten den wärmsten Dank aus. In der „Traube“ war anschließend gemeinsamer Frühschoppen der Vereine. Leider mußte der geplante Gemeindeabend infolge Verhinderung des vorgesehenen Redners aus- fallen. Er wurde auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Bodensee und Schwarzwald Motorraddieb festgenommen Stockach. Vor kurzem war in Ludwigshafen ein Motorrad entwendet worden. Der Dieb konnte jetzt ermittelt und festgenommen werden. Er hat zugegeben, das Kraftrad entwendet und bei Ror- genwies hinter einem Steinhaufen abgestellt zu haben. Bau einer neuen Wasserleitung Stockach. Zur Behebung der Wassernot plant die Gemeinde Nenzingen den Bau einer neuen Wasserleitung. Der Kostenvoransdilag weist eine Endsumme von annähernd 200 000 DM auf. Da trotz sparsamster Haushaltsführung diese Summe nur zu etwa einem Viertel gedeckt ist, müssen die Steuern erhöht werden Auch ein außerordentlicher Holzhieb wird erforderlich sein. Nach Fertigstellung des Projektes ist die Wasserversorgung der Gemeinde auf Jahrzehnte hinaus gedeckt. Mit einem ungedeckten Schede gezahlt Donaueschingep, Ein Ingenieur aus Gutma- dingen hatte sich vor kurzem in einem Autohaus einen neuen Wagen gekauft und diesen mit einem imgedeckten Scheck bezahlt. Inzwischen ist der Mann spurlos verschwunden. Bei dem Wagen handelt es 6ich usn einen Ford-Taunus mit badischen Kennzeichen. Umfangreiche Liebesgabenschiebungen Lörrach. Wegen liebesgabensduebungea und Abgabenhinterzieihung verurteilte das Amtsgericht Lörrach drei Angeklagte zu drei bis fünf Monaten Gefängnis, außerdem zu Wertersatzstrafen in Höhe von 2000—24 000 DM. Die Angeklagten hatten in größerem Umfang Liebesgabenpakete verschoben und sich von dem Gewinn innerhalb kurzer Zeit vier Lastkraftwagen anschaffen können. Kalenüer öer Parteien Die Sozialdemokratische Partei, Ortsverein Konstanz, veranstaltete in der "Gebhardshalle" eine Mitgliederversammlung. Parteisekretär Riedt hielt einen Vortrag über das Aktionsprogramm der SPD. Die verschiedenen Programgipunkte wurden von ihm eingehend erläutert. Der Versammlungsleiter wies nochmals auf das am 13. und 14. September in Bregem. stattfindende internationale Sozialistentreffen hin Konstanzer Hafenpegel: 8. 9.: 340 ; 9. 9.: 342 Zentimeter. lDttwoch, 10. September 1952 SODKUBIER G Nr. 143 / Seite 4 Kunft unO RechtsgrunÖIagen im Städtebau Bemerkenswerte Vorträge anläßlich einer Konstanzer Akademietagung Konstanz. In der öffentlichen Vortragsreihe der Konstanzer Akademietagung wurden Themen behandelt, die zeigen, welches Ausstrahlungsgebiet die Fragen des Städtebaus haben. Prof. Dr. Schmidt- Düsseldorf sprach über „Beiträge Leonardo da Vincis zum Städtebau“. Wie Leonardo auf allen Gebieten der Kultur den Problemen auf den Grund gegangen ist, so geschah es auch in den Fragen des Städtebaues. Schon 400 Jahre vor der Zeit des modernen Verkehrs hat er zweckmäßige Vorschläge für Straßen und Straßenkreuzungen in zwei Ebenen gemacht, Lösungen wie sie praktisch erst am Ausgang des 19. Jahrhunderts ausgeführt wurden. Da er es bei seinen Untersuchungen hauptsächlich mit Flußstädten zu tun hatte (Florenz, Oberitalien, Mittelfrankreich), ging er zunächst von der Seite der ingenieurmäßigen Flußregulierung an die Lösung dieser Fragen heran. Unter der Geisel der Pestseuchen des Mittelalters gaben ihm schon in dieser Zeit die soziologischen und hygienischen Forderungen der dichtbewohnten Städte die Grundlagen für seine Erkenntnisse. Der zweite Vortrag von Prof. Joh. Göderitz, Braunschweig, führte den nur in der Gestaltung tätigen Stadtbauarchitekten auf das Gebiet der rechtlichen Grundlagen des Städtebaues. Die gesetzlichen Voraussetzungen sind hier ebenso wichtig wie die technischen, künstlerischen oder wirtschaftlichen Probleme. Es ergaben sich zwei Blickrichtungen: Vom Gesetz auf das Baugeschehen und von letzterem aus auf das Gesetz. Städtebau ist steingewordenes Städtebaurecht. Das 19. Jahrhundert brachte die Baufreiheit, ebenso den Handel mit Grund und Boden. Die Folgen zweier Weltkriege haben in Europa und im besonderen in Deutschland eine Situation geschaffen, die in steigendem Maße eine Beschränkung dieser Baufreiheit und des Eigentumsrechts am Grundbesitz notwendig macht Die durch die Kriegszerstörungen und die Flüchtlinge entstandene Notlage drängt auf Schaffung gesetzlicher Handhaben. Der Weg dahin kann über revolutionäre Maßnahmen führen, die auf den ersten Blick manches Bestechende an sich haben, oder er kann aus dem Bestehenden kommen. Diesem letzten Prinzip ist auch der Entwurf des Baugesetzes der Bundesregierung gefolgt. (Garantie des persönlichen Grundeigentums bei gleichzeitiger sozialer Gebundenheit.) Die Akademie hat dieses Gesetz grundsätzlich nach Inhalt, Gliederung und Zielsetzung gutgeheißen, dazu aber noch Aenderungs- und Ergänzungsvorschläge gemacht. Die Baufreiheit, die schon jetzt ein Scheinrecht geworden ist, wird besser durch die positive Regelung einer Baunutzungsordnung als durch bedingtes Baurecht ersetzt. Der Aufbau vor allem ^rstörter Städte droht stecken zu bleiben, weil den Gemeinden Leistungen zugemutet werden, die sie auf die Dauer nicht aufbringen können. Die Einsicht, daß es in unserem heutigen Staate besser ist, einer revolutionären Aenderung der gesetzlichen Grundlagen Zugeständnisse zu machen, als daß es unter dem Druck eines Notstandes zu radikalen Lösungen mit all den Härten für den einzelnen kommt, dürfte sich aber durchsetzen. Das Beispiel der Stadt Zürich, deren städtebauliche Erfolge auf die Akademiemitglieder einen unauslöschlichen Eindruck machten, ist in gesetzgeberischer Hinsicht geradezu klassisch. Ein fortschrittlicher Geist hat eine zurückgebliebene Rechtsauffassung überwunden. Die Stadtverwaltung hat durch Volksabstimmung ihre „Bauordnung“, d. h. eine Bodennutzungsordnung durchgesetzt, die u. a. den landwirtschaftlichen Teil des Stadtgebiets vor der städtischen Bebauung schützt, jedoch landwirtschaftliche Bauabsichten zuläßt. Der Aufbau dieser Stadt wird auch durch Baufachleute gelenkt und nicht durch verwaltungsgerichtliche Entscheidungen. Was Zürich auf diesem Gebiet erreicht hat, geschah ohne diktatorische Maßnahmen, sondern mit den Mitteln einer fortschrittlichen Demokratie. -Id. Süddeutsche rmschnu Erfolg einer Jungen Rennfahrerin Reutlingen. Rund 7000 Zuschauer sahen bei einem Seifenkisten-Rennen im Kreis Reutlingen den Sieg der 13jährigen Helga Miksch aus Mag- stadt im Kreis Böblingen. Das Mädchen siegte mit einer Geschwindigkeit von 46,1 km/st über l'.O männliche und 10 weibliche Konkurrenten. Das als Preis gewonnene Herrenfahrrad will die glückliche Siegerin so schnell wie möglich Umtauschen. Tierseuchengefahr gilt als überwunden Tübingen. Der schwere Maul- und Klauenseuchezug, der 1951/52 das ganze Bundesgebiet heimgesucht hat, kann jetzt für Südwestdeutschland als überwunden betrachtet werden, teilt Regierungsdirektor Dr. Theurer, Tübingen, mit. Dr. Theurer schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden, den der Den Rhein entlaus Nicht neu und auch nicht bewährt Weil a. Rh. In seinen neuen Unterhosen, deren Innenseite er mit Taschen ausgestattet hatte, schmuggelte ein 21 jähriger aus Well am Rhein im Laufe von 14 Tagen über einen halben Zentner Kaffee aus der Schweiz in das Bundesgebiet. Die Fahndmngsibehörden untersuchen gegenwärtig, ob zwei des Kaffeeschmuggels verdächtigte Freunde des inzwischen verhafteten jungen Mannes ebenfalls mit dem Unterhosen-Trick .gearbeitet" haben. Sttdbadens Fremdenverkehr zufriedenstellend Freiburg. Der Fremdenverkehr in Südbaden hat in diesem Sommer die Ziffern vom Vorjahr erheblich übertroffen. Wie aus der jetzt vorliegenden Juli-Statistik des statistischen Landesamtes hervorgeht, wurden im Berichtsmonat in Südbaden insgesamt 802 737 Uebernaditungen gezählt. Das sind 35 Prozent mehr als im Vormonat und zehn Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der Fremdenankünfte lag im Juli mit 159 696 um 25 Prozent höher als im Vormonat und um 14 Prozent höher als im Juli 1951. Früher war er Bürgermeister von Versailles Ottenburg. Als Nachfolger des bisherigen französischen Kreisdelegierten Christian Chulliat, hat der neue Kreisdelegierte Fourcault de Pavant sein Amt angetreten. Der neue Kreisdelegierte war bis zum Einmarsch der deutschen Truppen in Frankreich Bürgermeister der Stadt Versailles. Gefangene aus Frankreich heimgekehrt Kehl. (A.-Eigenbericht.) Neun deutsche Gefangene, die wegen .Kriegsverbrechen“ in französischen Gefängnissen zurückgehalten wurden, sind in den letzten vier Wochen in Kehl eingetroffen. Unter den neun Heimkehrern befanden sich vier, deren Wohnorte in Baden liegen, und zwar in Radolfzell, Karlsruhe und zwei in Freiburg. Die Heimkehrer wurden bei ihrem Grenzübertritt in Kehl von der Caritas-Kriegsgefangenenhilfe mit einem Heimkehrerbrief und einem Geldgeschenk begrüßt. Moderne Großgarage im Südwesten Karlsruhe. In Karlsruhe ist vor einigen Wochen mit dem Bau einer Groß-Garage begonnen worden, die nach Fertigstellung der größte und modernste Garagenbau Südwestdeutschlands sein wird. Bei einem umbauten Raum von 25 000 cbm, einer Länge von 60,5 m und einer Tiefe von 21,10 Meter wird die Groß-Garage in einem Kellergeschoß und fünf Stockwerken 500 Personenwagen aufnehmen können. Das Kellergeschoß, das 90 Wagen Platz bietet, wird bereits in einigen Wochen zur Aufnahme der Wagen bereit stehen. Schwere Bluttat aus Eifersucht Bruchsal. Eine furchtbare Bluttat ereignete sich in Mingolsheim im Kreis Bruchsal. Der 39jährige Schwerkriegsbeschädigte Malermeister Erich Auerswald ermordete seine 39jährige Ehefrau durch mehrere Dolchstiche. Anschließend verübte er Selbstmord, indem er sich die Schlagadern an beiden Armen öffnete. Das Ehepaar hatte gemeinsam ein Kino besucht. In der Nacht hörten Nachbarn Schreie aus der Wohnung der Eheleute. Die Bluttat wurde aber erst am anderen Morgen entdeckt. Als Motiv der Tat wird Eifersucht angenommen. Gegen Einkommengrenze bei Wochenkarten Pforzheim. Der Bundestageabgeordnete von Pforzheim Gottfried Leonhard (CDU) hat in einem Schreiben an den Bundesverkehrsminister gefordert, daß die Einkommenhöchstgrenze bei der Ausgabe von Arbeiterwochenkarten für Angestellte und Beamte abgeschafft werde. Nach den gegenwärtig gültigen Bestimmungen erhalten Angestellte und Beamte keine Wochenkarten, wenn ihr Monatsgehalt 300 Mark brutto übersteigt. Seuchenzug im Geb et des ehemaligen (Landes Württeroberg-Hohenzollern angerichtet hat, auf vier bis fünf Millionen Mark. Die Staatskasse habe allein für die polizeilich angeordneten Schutzimpfungen rund 1,1 Millionen Mark ausgegeben. Im Bundesgebiet waren 82,7 Prozent aller Gemeinden und 11,5 Prozent der Gehöfte von der Seuche heimgesucht worden. Weh' dem, der lügt.... Schorndorf. .So viel Pech gibt es nicht alle Jahre", mag sich ein Mann gedacht haben, der dieser Tage vom Schorndorfer Amtsgericht wegen Bettelei zu drei Wochen Gefängnis verurteilt wurde. Bei der Aufnahme seiner Personalien behauptete er, in einem Ort eines bestimmten Bezirks in Ostpreußen geboren zu sein. Daß es diesen Ort gar nicht gibt, konnte aber der Justizwachtmeister nachweisen, der selbst aus der betreffenden Gegend stammt. Die zweite Lüge flog auf, als er erklärte, er habe jahrelang in Prag am Wenzelsplatz gewohnt. Der Staatsanwalt hatte nämlich in Prag studiert und kannte sich auch am Wenzelsplatz gut aus, nicht dagegen der Angeklagte. Schließlich gab der Angeklagte noch an, er sei im Kriege im geheimen Auftrag der Reichskanzlei der .Blauen Division" zugeteilt gewesen und spreche .selbstverständlich' perfekt spanisch. Damit hatte der Angeklagte zum dritten Male Pech, denn der Vorsitzende des Gerichts, der zufällig perfekt spanisch spricht, erhielt auf seine spanischen Fragen auch nicht eine Antwort 3 1-2-3, was ist dabei ? Bild Nr. 118; Welche der nachstehenden Unterschriften Ist richtig, 1, 2 oder 3t 1. Ausflug des Militärvereins Furtwangen nach Lenzkirch, um 1900. 2. Herrenparble des Turnvereins Furtwangen mit .Kremser" 1935. 3. Fahnenweihe des Gesangvereins Furtwangen um 1870, auch der Gendarm, der die Absperrung leitet, läßt sich mit fotografieren. (Aufnahme eingesandt von Emil Ketterer, Furtwangen.) Die richtige Unterschrift zu Bild Nr. 117 war Nr. 2. Den Preis von zehn Mark erhält: Erika Schäfer, Waldshut, Schützenmattweg 42. Ferner ermittelte das Los zehn weitere Einsender von richtigen Lösungen, die durch Nennung ihres Namens an dieser Stelle ausgezeichnet werden: Dörte Ruescher, Schwenningen/Baden; F. Köchle, Donauesdiingen; Berta Wiesemes, Ueberlingen a. S. ; Resi Kern, Stetten bei Engen: Frau Berti Kopp, Radolfzell: Lotte Z.mmermann, Singen: Albert Meier, Sumpfohren; Peter Simper, Konstanz; Hanspeter Asal, Deger- felden (Post Herten): Herbert Kerlholz, Konstanz. Die beste und kürzeste Begründung gab Josef Miech, Unterlauchringen. Er erhält dafür eine Belohnung von zehn Mark. Schneider — Schuster — Sattler Daß das Bild keine Schneiderwerkstatt zeigte, war ziemlich klar. Die Lehrlinge send viel zu alt. Es werden auch andere Handwerke in der Stube ausgeübt. Schneider müßten zu damaliger Zeit auf dem Tisch, und mit gekreuzten Beinen sitzen. Vielleicht. Für eine Schneiderwerkstatt sind die Menschen zu einheitlich gekleidet — auch das stimmt wohl. Eine Nähmaschine sei zu wenig für eine so große Anzahl von Menschen. Richtig! Was soll deT Blick über die ürenzen Deutliche Sprache . . . Rorschach. Die kürzlich veröffentlichte Unfallstatistik ist von zahlreichen Blättern lebhaft kommentiert worden. Die „Rorschacher Zeitung" schreibt u. a.: „Immer regt sich unser Volk auf wegen jener, die durch die Welt rasen oder die nachts durch schändlichen Lärm die Ruhe stören- Immer mehr hört man davon, daß wenig fehlte, daß das Volk tätlich gegen d ese Unvernünftigen vorgegangen sei. Müssen wir warten, bis das Volk zur Selbsthilfe greift und Prügel austeilt? . . . Eine Interessante Polemik S t. G a 11 e n. In eenem Leitartikel setzt sich das .St. Galler Tagblatt" mit einer Kritik auseinander, die Pierre Grellet in der .Gazette de Lausanne" an dem Begriff der .Objektivität* geübt hat. Wer objektiv sein wolle, hatte Grellet erklärt, ahne in Wirklichkeit nicht, um welche Entscheidungen es gehe, oder wage aus Schwäche, Furcht, Bequemlichkeit nicht, klar zu wählen zwischen Gut und Böse, Wahr und Falsch, Recht und Unrecht. Das »St. Galler Tagblatt" erwidert darauf: Objektivität bedeute nicht dasselbe wie Aengßt- lichkeit oder Mangel an geistiger Leidenschaft, nicht übertriebene Harmlos.gkeit oder Indifferenz. Sie sei eine Kunst oder eine Tugend, die in geduldiger Selbsterziehung erworben werden muß. Durch seine phantasievolle, ichbezogene Art habe Grellet viel zur Vergiftung der Gegensätze zwischen Deutschschweizern und Welschen, zwischen Föderalisten und Zentralisten beigetragen. Objektivität sei das Fundament jeder wahren Verständigung und jeder wahren Gemeinschaft. Vorlage eines Wasserschutzgesetzes Aarau. Der Reglerungsrat hat nach jahrelangen Vorbereitungen dem Großen Rat den Entwurf eines Wassenschutzgesetzes unterbreitet. Es ist eine gebührenfreie Wasserentnahme für den eigenen Bedarf bis zu 60 Minutenliter vorgesehen. Gemeindeanlagen, die der Reinigung des Wassers dienen, sollen Staatsbeiträge bis zu 40 Prozent der aufgewandten Gelder erhalten. Die Mittel dazu sollen zum Teil durch die gebührenpflichtige Nutzung aufkommen. Stapellauf eines Schweizer Schiffes Bern. In Flensburg lief dieser Tage ein in Schweizer Auftrag gebautes 10 000-Tonnen-Mo- torschiff vom Stapel, das später für eine Genfer Firma unter der Flagge von Panama fahren soll. Hammer in der Schneiderwerkstätte? Beleuchtung für solche Arbe.t sei zu schwach. 1915, im Weltkrieg, wären nicht so viele junge Leute bei einem privaten Schneidermeister. Also eine ganze Anzahl von Gründen sprechen gegen .Schneiderstube“. Andererseits schienen die .Büste" und die .künstlichen Aermel" dafür zu sprechen. Und nun, Nr. 3: Heil- und Pflegeanstalt. Müßten nicht die Fenster vergittert sein, fragen einige. Man würde die Patienten nicht mit so gefährlichen Gegenständen hantieren lassen wie Nadel und Schere. Während einige Leser meinen, die Leute sähen keineswegs krank aus, finden andere, Haltung und Gesichtsausdruck sprächen für Heil- und Pflegeanstalt. Der Wahrheit sehr nahe kommen diejenigen, die auf dem Bilde Prothesen erkannt haben und daher auf Lazarettwerkstätte tippen. In der Tat, hier ist des Rätsels Lösung, und die Zuschrift eines Lesers aus Donaueschingen, der selbst mit auf dem Bild zu sehen ist (rechts am Fenster) bezeugt, daß es sich tun eine militärische Werkstatt, und zwar um eine solche im Reservelazarett Ettlingen bei Karlsruhe handelt; auf dem Bild sind aus unserer Gegend noch Otto Renk aus Rändern, Fritz Sänger aus Waldshut und ein Kollege aus Basel. Die anderen stammen seiner Erinnerung nach aus Karlsruhe und Mannheim. So wird verständlich, warum so verhältnismäßig viele junge Leute 1915 in dieser Werkstatt tätig sind. Die Intensität der Arbeit zeige, so meint ein Leser, daß hier militärischer Schliff herrscht Andere wieder finden, auf dem Bilde herrsche eine beschauliche Ruhe, — Soweit die Leser etwas von Prothesen und Lazarett geschrieben haben, wurde diesmal auch Unterschrift Nr. 3 als richtig bewertet. Militärmantel und Militärmütze an der Wand im Hintergrund sprechen eindeutig für Militär. (Als Belohnung für seine Mitteilungen erhält Josef Pfähler, Donaueschingen, fünf Mark; weitere Leser: August Niesei, Konstanz und Eduard Weber, Waldshut, je ein Buch.) Klein-Eva,die ist wählerisch! derschmedttß Milluna-Kinder braucht man nicht zweimal aufzufordern, die greifen immer tüchtig zu. Besonders Elite, die Milkana-Spitzensorte, ist ganz nach ihrem Geschmack: sahnig und mild. Man me^kt gleich, daß es edler, geschmolzener Käse ist — so nahrhaft wie Milch. Auf den Milkona- Schochteln sind jetzt neue, ent* zückende Märchenbilder aus den Wart-Disney-Rlmen, « 88 » MILKANA und Brot macht Wangen rof! .Unangenehmes Hautjucken machte mir während der letzten Monate meiner Schwangerschaft sehr zu schaffen. Nichts was man mir anriet brachte auch nur den geringsten Erfolg. Da nahm Ich Aktiv-Puder: Schon nach kurzer Benutzung war ich vollständig von efem lästigen Hautjucken befreit. Auch bei meinen Zwillingen verwende ich nun Aktiv-Puder mit bestem Erfolg.“ So schreibt Frau Maria Friedrich, Koblenz, Bechelstr. 4. Immer und immer wieder wird es bestätigt: Aktiv-Puder ist der große Fortschritt zur Pflege der gesunden und kranken Haut! Aktiv-Puder: Streudosen ab 75 Pfg. ln allen Apotheken und Drogerien. Denken Sie auch an Klosterfrau Melissengeist bei Beschwerden von Kopf, Herz, Magen, Nerven! am fttUwwgebofe Gesucht zwei tüchtige Maurer Emil Benz, Baugeschäft. 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September 1932, 9.30 Uhr, statt. t Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß verschied am Montagabend, durch tragischen Unglücksfall, mein lieber, nimmermüder Mann, unser treubesorgter Vater, Sohn. Bruder, Schwager und Onkel Alfred Riegling versehen mit der letzten heiligen Ölung, im Alter von nahezu 44 Jahren. Bittelbrunn, den 8. September 1932 In tiefem Schmerz Paula Riegling, geb. König und Kinder Amalie und Ewald nebst Anverwandten Beerdigung Donnerstag, den 11. September, 9.30 Uhr, mit anschließendem - Seelenopfer. NACHRUF Der Herr, der über Leben und Tod befiehlt, hat unseren treuen Mitarbeiter Alfred Riegling Schlossermeister durch einen tragischen Unglücksfall aus unserer Mitte gerissen. Während 28 Jahren hat er in unermüdlichem Fleiß und Treue, als Geselle und Meister, unserem Geschäft gedient. Wer ihn kannte weiß, welch unersetzliche Lücke sein Tod für uns bedeutet. Sein edles Wesen und aufrichtiger Charakter wird uns stets Vorbild sein. Er wird uns unvergessen bleiben. Engen, den 8. September 1952 Familie Eduard Wiedinger Schlosserei und Installationsgeschäft TODESANZEIGE and DANKSAGUNG Nach Gottes hl. Willen wurde nach einem mit großer Geduld ertragenem Leiden am 3. September mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Dr. jur., Dr. ing. h.c. Rudolf Fuchs Ministerialdirektor im 80. Lebensjahr in die Ewigkeit abberufen. Die Beerdigung fand am 6. September statt. Für die vielen Beweise der Anteilnahme an unserem Leid möchten wir auf diesem Weg herzlich danken. Hagnau, den 7. September 1952 In tiefer Trauer Elisabeth Fuchs im Namen der Familie DANKSAGUNG Statt Karten! Für die in so reichem Maße entgegengebrachte innige Anteilnahme am Tode meiner lieben Frau R. Schüsselin sage ich auf diesem Wege herzlichen Dank. Besonders danke Ich den ehrw. Schwestern für ihre aufopfernde Pflege, sowie allen, welche die liebe Entschlafene durch Kranz- und Blumenspenden und das letzte Geleit ehrten . Konstanz, den 10. September 1932 In tiefer Trauer namens derHlnterbliebenen Hans Schfisselin DANKSAGUNG Für die liebevolle Anteilnahme, die wir beim Heimgang unseres lieben Bruders, Schwagers und Onkels Max Baur Bauer und Fuhrhalter in so reichem Maße erfahren durften, möchten wir allen herzlich danken. Herzliches Vergelts Gott H. H. Pfarrer Baur und den ehrw. Schwestern, der Gemeindeverwaltung, dem Ortsverein des BLHV. sowie dem Markgräfl. Haus und der Bad. Forstverwaltung für die ehrenden Nachrufe. Für die vielen Krankenbesuche, Kranz- und Messespenden sowie all denen, die von nah und fern den Verstorbenen zur letzten Ruhe begleitet haben, sagen wir ein herzliches Vergelts Gott. Mimmenhausen, den 8. September 1952 In tiefer Trauer Die Geschwister Baur nebst Anverwandten DANKSAGUNG Statt Karten! Für die zahlreichen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Heimgang unseres lieben Vaters Adolf Münch Kaufmann sowie für die überaus zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sprechen wir allen unseren herzlichsten Dank aus. Besonders danken wir Herrn Vikar Schulerus, dem Männergesangverein 1850 e.V., dem Stadttumvereln sowie dem Hegaudichter Herrn C. A. Kellermann. Singen, 9. September 1952 In tiefer Trauer Bruno Mflnch Wilhelm Münch mit Gattin und Tochter Berta Gerwite Handeln Sie fahrlässig ohne es zu wissen? Schlechte Verdauung, Verstopfung sind oft die Ursache von Müdigkeit, Energielosigkeit, Kopfschmerz und schlechtem Aussehen. — Magengeschwüre und Entzündungen, Lebet-Gallenleiden, Hämorrhoiden usw. sind meist die Folgen ungenügender Pflege des Darms. — Bestes Schlankheitsmittel — Nehmen Sie daher FIHRgelin Aer Mehlaekenfeind. Reformhaus Bebe, Kate., Kanzleistr. 19 Reformhaus Gerstmayer, Kstz.. Kanzleistr.8 DANKSAGUNG Stitt Kartin I Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Anteilnahme beim Heimgang unseres lb. Verstorbenen Reinhard Bader sprechen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank aus. Besonderen Dank Herrn Stadtpfarrer Droese. Ebenso danken wir der Ortsgruppe Singen der SPD. der Betriebsleitung der Maggiwerke für die ehrenden Nachrufe und Kranzniederlegung und für die vielen Kranz-, Blumen- und Kartenspenden. Singen, den 2. September 1952 Die trauernden Hinterbliebenen Ihre Vermählung geben bekannt Werner Schwer, Studienreferendar Irene Schwer geb. Zierbnt 6. September 1952 Konstanza. B. Reichenaustraße 12 K e h 1 a. Rh. Luisenstraße 22 $ücD tIjolj-t5 cabmale an der Ausstellung vom 6. - 14. September 52 im Bfirgerfoal, Stephansplatj Schulbeginn s ■ s dann zu fiapiar- JZiankart vorm.i K. Blatnlk Kreuzlinger Strafe 11 Ruf 2013 Fallhalterreparaturen Innorhalb 24 Stunden In zwei Stunden strichen Sie einen Pullover mit dem Knittax-Handstrickapparat Preis 175 DM. Teilzahlung möglich. Kostenlose Anlernling. Vorführung am Donnerstag, den 11. Sept von 15.30—22 Uhr lm Hotel St. Johann, Konstanz Sonstige Vorführungen jeden Mittwoch nnd Freitag bei Frau Puchstein, „Konstanzer Hof*. Gärtnerhanl. ( Bekanntmachung ] Zwangsversteigerung Donnerstag, den 11. September 1932, um 14.30 Uhr, werde Ich in Konstanz — Pfandlokal — gegen bare Zahlung lm Vollstreckungswege öffentlich versteigern: elektr. Bohrmaschine, Zupfmaschine, Kompressor. Bestimmt: 4 Stühle, Wasch- tische, Ausziehtisch, Backhexe, Geschirr und Gläser, Ladenschrank u. Theke. Anschließend, etwa 15.30 Uhr, lm Hofe des Porzellangeschäfts Wittmann (Eingang Münzgasse) ein Samenlager u. Gartengeräte. Konstanz, 9. September 1952. 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