SÜDKURIEK UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag Tel.: 924, 925, 1130, 1510. 1511 Fernschreiber: 073239. Verlag und Redaktion Konstanz. Marktstätte 4 8. JAHRGANG DONNERSTAG 9. OKTOBER 1952 Bezugspreis monatlich durch Träger 2.50 Mark zu- NUMMER 160 zügl. 30 Plg. Trägerlohn, durch die Post 2.70 Mark. zuziigl. 36 Plg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 20 Plg BK; Drei Züge bei London zusammengestoßen Bis jetzt 81 Tote geborgen, 130 Menschen verletzt — Schwierige Rettungsarbeit im Trümmerhaufen WIE EIN ZEPPELIN AUF BALKEN sdloß die erste Einschienen-Bahn am Mittwoch in der Fühlinger Heide bei Köln über die 1700 Meter lange, ovale Versuchsstrecke. Der 18 Meter lange Modellzug fuhr drei Runden mit einer Geschwindigkeit von vorerst 130 km/std. Vertreter der schwedischen, belgischen, italienischen und französischen Staatsbahnen sowie zahlreiche deutsche Verkehrsfachleute beobachteten die neuartige Schnell- Bahn, deren Geschwindigkeit bis zu 300 km/std. gesteigert werden soll. (Siehe auch Seite 2 „Die Einschienenbahn fährt“). Neuer DGB-Vorstand ? BONN. (W.-Eigenbericht). Von dem zweiten ordentlichen Bundeskongreß des Deutschen Gewerkscbaftsbundes, der vom 13. bis 17. Oktober in Berlin stattfindet, erwarten gut unterrichtete Kreise eine grundlegende Aenderung der Zusammensetzung des Bundesvorstandes. Es gilt als ausgeschlossen, daß der bisherige DGB- Vorsitzende Christian Fette wiedergewählt wird. An seine Stelle wird voraussichtlich der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Metall, Walter Freitag, treten. Um die christlichen Gewerkschaftler nicht vor den Kopf zu stoßen,, wird die Wahl eines „Direktoriums“ erwogen, dem als zweiter Mann Matthias Foecher (CDU) und als dritter wahrscheinlich der bisherige zweite Vorsitzende Georg Reuter angehören würden. Für den Fall, daß kein „Direktorium“ gebildet wird, ist die Wahl Foe- chers zum zweiten Vorsitzenden vorgesehen. Auf diese Weise glaubt man eine Spaltung der Gewerkschaften in einen sozialistischen und einen christlichen Teil vermeiden zu können. Adenauer sagt Termine ab BONN. Bundeskanzler Dr. Adenauer hat wegen seiner Erkrankung alle für diese Woche vorgesehenen Besprechungen und Termine abgesagt. Die Sitzung des auswärtigen Ausschusses des Bundesrates, an der der Bundeskanzler teilnehmen sollte und die für Donnerstag vorgesehen war, ist verschoben worden. Auch die im Bundestag angesetzte Debatte über die Personalpolitik im Auswärtigen Amt wird voraussichtlich vom Aeltestenrat auf einen späteren Termin verlegt. Der Bundeskanzler wird auch den indischen Vizepräsidenten Dr. Radhakriehnan nicht empfangen können. LONDON. Auf dem Londoner Vorortbahnhof Harrow-Wealstone ereignete sich am Mittwochmorgen kurz nach 8 Uhr eines der schwersten Eisenbahnunglücke, die Großbritannien bisher verzeichnete. Drei Züge — davon zwei Schnellzüge — stießen auf dem Bahnhof zusammen. Bisher wurden aus den Trümmern der drei Züge 81 Tote geborgen. 130 Menschen wurden verletzt. Die Zahl der ums Leben gekommenen wird bereits auf hundert geschätzt. Zuverlässige Angaben sind noch nicht möglich, da niemand weiß, wieviel Menschen noch tot oder lebendig unter den Bergen von Trümmern liegen. Die britische Eisenbahnverwaltung gab folgende Schilderung des Unglücks: Ein Lokalzug hielt auf dem Bahnhof von Har- row. Der Schnellzug von Perth nach Eu- ston fuhr in diesen Zug hinein und blok- kierte das danebenliegende Gleis des Schnellzug-Verkehrs. In die entgleisten Wagen fuhr der Expreßzug von Euston nach Liverpool. Die gesamte Station war ein Trümmerfeld, durch das Strahlen von Wasserdampf aus geborstenen Lokomotiv-Kesseln und zerstörten Heizungsanlagen zischten. Sanitätsmannschaften, Polizei und Feuerwehren aus ganz Nord-London waren bald zur Stelle. Aber nur sehr langsam gelang es ihnen, sich durch die Trümmer vorzuarbeiten und die ersten Verletzten und Toten zu bergen. Drei Stunden nach der Eisenbahn-Katastrophe war es immer noch nicht gelungen, das Dickicht der verbogenen Eisenteile zu durchdringen. In das Fauchen der Schneidbrenner mischten sich die Rufe nach neuen Tragbahren. Neben den Arbeitern und Sanitätsgehilfen kletterten Aerzte in das Chaos, die Morphiumspritze in der Hand. Die Station Harrow-Wealdstone ist in ein Not-Lazarett verwandelt worden. Bei den gesondert gelegten Schwerverletzten sieht man Geistliche aller Konfessionen bei der Erteilung der Sterbesakramente. Unter den geborgenen Todesopfern sind auch Kinder. In dem Notlazarett waren auch die Sanitätskommandos der amerikanischen Luftwaffe tätig, die. wie ein britischer Sanitäter sagte, mit ihrer hervorragenden Ausrüstung vielen Schwerverletzten das Leben gerettet haben. Fünf Stunden nach dem Unglück wurden noch immer Lebende aus dem zehn Meter hohen Trümmerberg mit Schneidbrennern und Kränen herausgeholt. Unter den verbogenen Resten einer Lokomotive und einiger Waggons lag vier Stunden lang ein zehnjähriger Junge, der durch ein Stück Schiene festgeklemmt war. Er war bei vollem Bewußtsein und unterhielt sich mit den Aerzten und mit den Arbeitern. Das erste, was er verlangte, war eine Tasse Tee oder ein Glas Wasser. SK. Es handelt sich um einen der schwersten Verkehrsunfälle, die sich in der Nachkriegszeit ereigneten. Die große Zahl der Verunglückten erklärt sich wohl aus der Stunde des Zugzusammenstoßes. Der Bürobeginn liegt in London im allgemeinen um 9 Uhr früh. Angestellte und Arbeiter fahren vielfach aus den sehr weitgedehnten Vororten und den gerade in letzter Zeit entstandenen z. T. 30—40 km entfernten villenartigen Siedlungen zu ihren Arbeitsstätten im Stadtinnern. Infolgedessen sind die Morgenzüge überfüllt, und zwar nicht nur die Vorortzüge, sondern oft auch die von Berufstätigen mitbenutzten Fernzüge. Stadtbahnstrecken und Fernbahnstrecken laufen teilweise nebeneinander her und treffen sich an Knotenpunkten, wie an dem Unglücksort Harrow, an denen die Umsteigemöglichkeiten stark benutzt werden. Die zum Euston-Bahnhof führenden Fernlinien von Irland, Schottland, vom Norden und vom Nordwesten Englands haben zwar eine andere Endstation, als die Millionen bargeldlos geschmuggelt Lindauer Zollfahndung entdeckte die „Masche“ eines Züricher Vermittlungsbüros LINDAU. (Rgh.-ELgentoericht). Bargeldloser Devisenschmuggel im großen organisiert — das ist die jüngste Errungenschaft der Schmuggelchronik. Ein Vermittlerbüro aus Zürich hat das Verfahren ausgearbeitet und damit die Bundesrepublik vermutlich schon um Millionenbeträge geschädigt. Wenn ein Bürger der Bundesrepublik mit einem Devisenhändler vereinbart: Ich gebe dir D-Mark, lege mir dafür drüben Schweizer Franken bereit, so verstößt dieses Tauschgeschäft gegen die Devisenbestimmungen. Diese verbotenen Tauschgeschäfte im großen eingeleitet und organisiert zu haben, war der Dreh der Züricher Firma. Ausgangspunkt ihrer Transaktionen waren Sperrmark-Konten im Bundesgebiet. Ausländer, die hier Vermögenswerte besitzen und aus ihnen laufend Gewinne erzielen, — wie Miete aus Häusern, Ueber- schüsse aus Geschäftsanteilen — können über diese Gelder gegenwärtig nicht uneingeschränkt außerhalb des Bundesgebietes verfügen; das Geld wird auf Sperrkonten überwiesen. Da Beträge aus diesen Konten nur für bestimmte Zwecke freigegeben werden, wird die Sperr-Mark oft weit unter normalem Kura verkauft. Umgekehrt wollen häufig Ausländer Geldbeträge in ihrer eigenen Währung ab- Kurz notiert Per Bundespräsident empfing den Vize- p-.asidenten der indischen Republik, Dr. Rad- hakrishnan, und den Leiter der israelischen Delegation bei den Wiedergutmachungs-Verbandlungen, Nahum Goldmann. Die SPD-Bundestagsfraktion wählte den Parteivorsitzenden Erich Ollenhaner als Nachfolger Dr. Schumachers auch zum Vorsitzenden ihrer Bundestagsfraktion. Der fraktionslose Bundestagsabgeordnete Wolfgang Hedler ist am Mittwoch beim Verlassen des Bundeshauses von Beamten der Bundeskriminalpolizei festgenommen worden. Die Festnahme erfolgte auf Grund eines Ersuchens der Staatsanwaltschaft Kiel, die wegen Fluchtverdachts Haftbefehl erlassen atte. Ende Oktober wird eine israelische Wirtschaftskommission in Bonn eintreffen, die diplomatischen Charakter hat und die deutsche Warenlieferungen auf Grund des Wiedergutmachungsabkommens regeln soll. Wegen des Versuchs, Nachrichten Aber die Bundesrepublik in die Sowjetzone zu liefern, verurteilte das Landgericht Braunschweig vier Arbeiter aus der Sowjetzonen-Repuhlik zu drei Monaten Gefängnis. Vier Arbeiter in Halle, die antikommnni- stische Parolen verbreiteten, wurden von einem Sowjetzonen-Gericht zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Das Schweizer Rote Krenz wird im bevorstehenden Winter rund 200t Kindern von deutschen Vertriebenen einen Erholungsaufenthalt in der Schweiz ermöglichen. General Lueca, der als energischer Polizeioffizier Italiens gilt, flog nach Sardinien, um mit den Banditen aufzuräumen, die seit längerer Zeit die Insel unsicher machen. Die französische Nationalversammlung hat in ihrer ersten Sitzung nach den Sommerferien den Antrag auf eine grofle außenpolitische Debatte mit 394 gegen 223 Stimmen abgelehnt. Die Kairoer Presse berichtet, daß die ägyptische Exkönigin Narriman beabsichtige, sich von Exkönig Faruk „wegen seelischer Grausamkeit“ scheiden zu lassen. Exkönigin Narriman dementierte diese Meldungen. Der amerikanische Marineminister erklärte, 60 Prozent des Materials der amerikanischen Kriegsmarine seien seit 1943 erneuert worden. Etwa 15 Prozent der USA-Marine seien in Korea eingesetzt. Dänemark will im kommenden Finanzjahr 1953/54 rund 778 Millionen Kronen (47t Millionen DM) für seine Verteidigung ausgeben. Das sind 264 Millionen Kronen mehr als im gegenwärtigen Finanzjahr. In Albanien werden in Zukunft Jugendliche vom vollendeten 12. Lebensjahr an mit dem Tode bestraft, wenn sie Verbrechen gegen den Staat begehen. Die USA-Luftstreitkräfte im Fernen Osten haben eine umfangreiche Suchaktion nach einer amerikanischen Snperfestung eingeleitet, die seit Dienstag vermißt wird. Es wird vermntet, daß sie von einem sowjetischen Jäger abgeschossen wurde. In der Schweiz sollen künftig Fahrzeuge und Motorräder, die fibermäßigen Lärm verursachen, von der Polizei beschlagnahmt werden. Der starke Weststurm, der den Schiffsverkehr auf dem Atlantik stark behinderte, hat einem Flugzeug der Pan American zu einem neuen Rekord auf der Strecke New York — Frankfurt verholten. Die Flugzeit von 11 Stunden 23 Minuten blieb nm 33 Minuten unter dem diesjährigen Rekord. geben, um dafür D-Mark zu erwerben. Es gibt deutsche Unternehmer, die aus ausländischen Werken Gewinne erzielen. Auswanderer, besonders aus den südamerikanischen Ländern, wollen ihren Angehörigen in Deutschland Beihilfen zukommen lassen. Diesen Devisenverkäufern konnte das Zürcher Büro D-Mark zu außergewöhnlich gutem Kurs anbieten. Für die Freigabe der Sperrmark fanden sich Mittel und Wege. Da die kapitalhungrige Bundesrepublik für Industrie-Investierungen solche Sperrmarkbeträge freigibt, wurden Schwindelunternehmungen aufgezogen und nach einigen geschickten Buchungen landete die Sperrmark in bar in der Hand eines Tauschpartners, anstatt in einem förderungswürdigen Unternehmen. Daß die Zollfahndung auch solchen Unternehmen auf die Spur kommt, ist ein Erfolg des engmaschigen Ueberwachungs- netzes. Aus vielen kleinen Meldungen und Hinweisen kamen Verdachtsmomente zusammen. Die Post an das Zürcher Büro wurde beschlagnahmt. Dabei kamen Auszahlungsbelege über Zehntausende von D-Mark zutage. Die deutschen Tauschpartner sind wohl zu einem großen Teil gutgläubig hereingefallen, vor allem wenn es sich um die weniger geschäftskundigen Empfänger von Verwandtenunterstützung handelt. Vorortzüge, überschneiden sich aber vielfach unterwegs mit diesen durch das Stadt- innere unterirdisch geführten Linien. Die größte Eisenbahnkatastrophe Englands ereignete sich im ersten Weltkrieg, als bei Gretna im Jahre 1915 zwei Passagierzüge und ein Truppentransportzug zusaimmen- stießen. Persien will verhandeln... TEHERAN. In einer Note an England und USA fordert Persien die Zahlung einer Pauschalsumme von 20 Millionen Pfund Sterling und lädt die Anglo-Iranische Oel- gasellschaft ein, nächste Woche zu Verhandlungen nach Teheran zu kommen. Die 20 Millionen Pfund Sterling sollen die erste Rate der schon früher geförderten 49 Millionen Pfund sein. ... aber England zögert LONDON. England wird keine Mission zur Beilegung des Oelstreits nach Persien entsenden, solange nicht eine prinzipielle Einigung über die Entschädigung für die Anglo - Iranische Oelgesellschaft erzielt worden ist, erklären informierte Kreise. Konservative sprechen von Neuwahl LONDON (JFR-Eigenbericht). Am Vorabend der Eröffnung des konservativen Parteitages in Scarborough wird in den parlamentarischen Kreisen der Regierungspartei erstmalig von der Möglichkeit baldiger Neuwahlen gesprochen. Das gegenwärtige Parlament ist noch nicht einmal ein Jahr alt. Die konservative Mehrheit über Labour beträgt 27, und auch dies nur infolge des britischen Systems der Einmannwahlkreise. An reiner Stimmenzahl war Labour überlegen, und zwar mit 18,9 gegen 18,7 Millionen Stimmen. Die Regierung hat sich mit dieser verhältnismäßig knappen Parlamentsmehrheit niemals sehr glücklich gefühlt, und es ist nur natürlich, daß die Wahlstrategen der konservativen Partei an Churchill den Wunsch herantragen, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen durchzuführen. Denn zweifellos ist die Chance für die Konservativen groß und vielleicht einmalig. Der eben beendete Parteitag der Labour-Partei hat den internen Machtkampf innerhalb der Labour-Partei erheblich verschärft, und es ist einfach unvorstellbar, daß die Labour-Partei unter diesen Umständen ein einheitliches Wahlprogramm hervorbringen könnte. Blutbad durch Sowjetsoldaten WEGSCHEID (Bayern). Zwei Sowjetsoldaten richteten in einem Gasthaus des österreichischen Dorfes Neustift nahe der deutschen Grenze bei Passau ein Blutbad an. Sie hatten gegenüber dem bayerischen Grenzdorf Gattsdorf gejagt und belästigten, offenbar aus Wut darüber, daß sie keine Beute gemacht hatten, die Wirtshausgäste. Nachdem sie reichlich Schnaps getrunken hatten, eröffneten sie plötzlich aus ihren Maschinenpistolen ein rasendes Feuer auf die Gäste. Ein Bauer wurde sofort getötet, zwei andere schwer verletzt, einem vierten wurde der Arm abgeschossen. Die Gäste flüchteten durch die Türen und Fenster ins Freie. Der Kommandant des russischen Grenzpostens, von dem Vorfall verständigt, rückte mit einer Streife an. Wie Augenzeugen berichteten, sprang er voller Wut auf die am Boden liegenden Soldaten und trat ihnen mit dem Stiefelabsatz die Zähne ein. Blutüberströmt wurden sie in ihre Unterkunft abtransportiert. Sowjets beschossen US-Lazarett-Flugzeug Neuer Zwischenfall im Luftkorridor — Maschine unbeschädigt gerettet BERLIN. (G.-Eigenbericht.) Am Mittwoch, um 8.45 Uhr, ereignete sich im Luftkorridor zwischen Frankfurt und Berlin ein neuer Zwischenfall. Ein zweimotoriges amerikanisches Lazarettflugzeug wurde bei Könnern zwischen Eisleben und Dessau von sowjetischen Düsenjägern vom Typ Mig-15 angeflogen. Ein Düsenjäger schoß auf die amerikanische Maschine, ohne zu treffen. Ob es sich dabei um Warnschüsse oder bereits um einen Angriff handelte, wird noch untersucht. Das Lazarettflugzeug konnte sich weiteren Anflügen durch die Flucht in eine Walkenbank entziehen und landete wenig später auf dem Flugplatz Berlin-Tempelhof. Der amerikanische Stadtkommandant, General Mathewson, erklärte zu dem Zwischenfall, daß er sich innerhalb das Luftkorridors ereignet hat. Das Flugzeug befand sich auf dem Wege nach Berlin, um Patienten aus dem amerikanischen Hospital mach Frankfurt zu transportieren. Dieser Zwischenfall ist der dritte seit der Errichtung der drei Luftkorridore zwischen Berlin und Westdeutschland im Jahre 1945. Der eiste ereignete sich am 5. April 1948, als ein sowjetischer Jäger ein britisches Passagierflugzeug rammte, das gerade im Begriff war, auf dem britischen Flugplatz in Gatow zu landen. Damals wurden 14 Passagiere und der sowjetische Pilot getötet. Der zweite Zwischenfall spielte sich am 29. April dieses Jahres ebenfalls über dem Ort Könnern ab, in dessen Nähe sich ein sowjetischer Militärflugplatz befindet, pairtals beschossen zwei sowjetische Düsenjäger vom Typ Mig-15 die planmäßige Verkehrsmaschine der französischen Luftfahrtgesellschaft „Air France“. Zwei deutsche Passagiere wurden schwer verletzt. Auf den scharfen Protest der alliierten Behörden hin, erklärten die Sowjets damals, daß die französische Maschine außerhalb des Luftkorridors geflogen sei. „Mit scharfem Bilde“ MOSKAU. Der sowjetische Kriegsminister Marschall Wassilewski erklärte auf dem Kongreß der sowjetischen KP, daß der hohe Stand der taktischen Gefechtsausbildung der Sowjetarmee, ihre Mobil- machungs- und Kampfbereitschaft der Heeresleitung das Recht geben, „der Sowjetregierung und dem Genossen Stalin persönlich zu versichern“, daß die Streit- kräfte bereit seien. Wassilewski rief unter stürmischem Beifall: „Mit scharfem Blich überwacht die Sowjetarmee die historischen Errungenschaften des sowjetschen Volkes. Sie steht auf Posten zum Schutz seinere glorreichen Gegenwart und für eine noch großartigere Zukunft“ Gegen Schmutz und Schund Von Konrad Gunst Am 17. September dieses Jahres wurde der Gesetzentwurf über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften im Bundestag mit 165 gegen 133 Stimmen angenommen. Das Gesetz sieht kein Verbot, sondern nur eineVertriebsbeschrän- k u n g von Schriften vor, die geeignet sein könnten, Jugendliche zu gefährden. Solche Schriften dürfen Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angeboten oder zugänglich gemacht, also nicht öffentlich ausgelegt und praktisch auch an Erwachsene nur auf Verlangen verkauft werden. Im Gesetz selbst wird der Begriff „jugendgefährdende Schriften“ zu umschreiben versucht. Es sind hier angeführt alle unsittlichen und solche Schriften, die Verbrechen, Krieg und Rassenhaß verherrlichen. Als jugendgefährdend sollen dagegen nicht gelten, alle Schriften, die der Kunst, der Wissenschaft, der Forschung oder Lehre dienen und solche, deren Veröffentlichung im öffentlichen Interesse liegt. Auch darf der politische, soziale, religiöse und weltanschauliche Inhalt allein nicht zum Anlaß genommen werden, eine Schrift als jugendgefährdend zu bezeichnen. Wer entscheidet darüber, was als „jugendgefährdend“ anzusehen ist? Das Gesetz sieht die Einrichtung von Landesund Bundesprüfstellen vor. Die Landesprüfstellen sollen aus einem Vorsitzenden und acht Beisitzern bestehen, die den Kreisen der Kunst, der Literatur, des Buchhandels, der Verlegerschaft, der Jugendverbände, der Jugendwohlfahrt, der Lehrerschaft und der Kirchen und Religionsgemeinschaften zu entnehmen sind. Die Bundesprüfstelle entscheidet in der Besetzung von 12 Mitgliedern. Eine Schrift kann nur mit einer Zweidrittelmehrheit auf die Liste gesetzt werden. Gegen das Gesetz in der vorliegenden Form haben sich sehr gewichtige Bedenken erhoben. Sie richten sich zunächst einmal gegen die Unmöglichkeit, eine klare Abgrenzung des Begriffs „Schriften, die geeignet sind, Jugendliche sittlich zu gefährden“ vorzunehmen. In der Tat wird man sich leicht vorstellen können, daß es schon hier zu erheblichen Differenzen innerhalb der Prüfstellen selbst kommen könnte, je nach der weltanschaulichen oder politischen Einstellung der Beisitzer. Die Opposition hat diesen berechtigten Einwand im Bundestag in folgendes Beispiel gekleidet: „Die ästhetische Leistung eines Bühnen- oder Filmregisseurs, der ein den Katholiken heiliges Gut unter dem Gesichtswinkel eines materiellen Genusses erfaßt, kann diesem rein materialistischen Regisseur Kunst im höchsten Sinne, dem Katholiken Schmutz und Schund sein.“ Die Gefahr, daß sich einzelne Landesprüfstellen mit ihren Entscheidungen in Widerspruch zu andern Landesprüfstellen oder zur Bundesprüfstelle setzen, ist hier ohne weiteres gegeben. Liegt aber die letzte Entscheidung bei der Bundesprüfstelle, so besteht die Gefahr, daß nicht die subjektive Entscheidung des einzelnen, sondern die „objektive“ Entscheidung des Staates ausschlaggebend sein wird. Hier sind autoritären Tendenzen Tür und Tor geöffnet. Das geht auch aus dem Paragraphen 25 des Gesetzes hervor, in dem es im Hinblick auf die Paragraphen 184 und 184a des Strafgesetzbuches heißt: „Sollten widersprechende gerichtliche Entscheidungen über dieselbe Schrift bekannt werden, so hat der Vorsitzende (der Landesprüfstelle) die Entscheidung der Bundesprüfstelle herbeizuführen.“ Das bedeutet doch, daß eine Verwaltungsinstanz sich über richterliche Urteile hinwegsetzen kann. Das ist rechtlich unhaltbar. Wir sehen hier die Möglichkeit eines Widerspruchs zum Grundgesetz und einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Der Gesamtrat für das Deutsche Buch-, Musikalien- und Zeitschriftengewerbe ist auf seiner Hauptversammlung anläßlich der Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 1952 ebenfalls zu der Auffassung gelangt, daß „das vom Bundestag verabschiedete Gesetz über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften über seine Zweckbestimmung weit hinausgeht“ und daß es daher „mit dem Grundgesetz nicht vereinbar und in seiner Ausführung für Schrifttum und Presse untragbar“ sei. Weiter wird gesagt, das Gesetz öffne einer willkürlichen Beschränkung des Rechts der freien Meinungsäußerung Tür und Tor, denn es fehle, abgesehen von sillen materiell-rechtlichen und verfahrensrechtlichen Bedenken, die Definition des Tatbestandes. In der Begründung dieses Protestes erklärte Dr. Josef Knecht als Vorsitzender des Börsenvereins und als katholischer Verleger (Herder-Verlag), daß nach seiner Meinung das deutsche Volk so gesund sei, daß es ohne neue Gesetze die Gefahren unmoralischen Schrifttums überwinden werde, daß die bestehenden Gesetze genügten und daß eine politische Brunnenvergiftung eine viel größere Gefahr darstelle als moralisch i-l Donners Donnerstag, 9. Oktober 1952 SÜDKURIER Nr. 160 / Seite 3 schlechte Literatur. In gleicher Weise hat sich auch der Verband Deutscher Zeit- sehriften-Verleger geäußert. Wir haben hier die Einwände, die gegen das beschlossene Gesetz erhoben wurden, so ausführlich wiedergegeben, weil wir der Ansicht sind, daß ein Gesetz, das nicht ganz klare und eindeutige Bestimmungen enthält, zu einer steten Quelle der Unzufriedenheit und endloser rechtlicher Differenzen werden muß, Dann aber hat es seinen Zweck verfehlt. Läßt sich dem Uebel der 400 Verlage, die in Westdeutschland von der erzieherischen Verwahrlosung deutscher Kinder und Jugendlicher leben, überhaupt auf diese mechanische Weise beikommen? Man sollte sich das ernsthaft überlegen und nach positiven Maßnahmen, die der Flut an Schmutz und Schund Einhalt gebieten könnten, umschauen. Wäre es zum Beispiel nicht möglich, eine Selbstkontrolle des deutschen Kunst-, Buch- und Zeitschriftenhandels einzurichten, ähnlich wie sie beim Film besteht? Es darf auch nicht verkannt werden, daß die furchtbare Verwahrlosung eines Teils der deutschen Jugend ganz andere Ursachen hat als nur die Schmutzflut schlechter Bücher und Zeitschriften. Sie ist zum größten Teü eine Nachwirkung der Nazi- US-Rüstungsaufträge Ersatz für abgelaufen BONN. (W.-Eigenbericht.) Die amerikanische Regierung beabsichtigt, im neuen Haushaltsjahr Aufträge für Waffenteile und militärische Ausrüstungsgegenstände im Werte von etwa 150 bis 160 Millionen Dollar an die deutsche Industrie zu verteilen. Zwischen amerikanischen Beauftragten und Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums haben in diesen Tagen in Bonn bereits Verhandlungen über Art, Umfang und Bedingungen der Aufträge stattgefunden. Für Deutschland bedeuten die Aufträge praktisch eine Fortsetzung der jetzt ablaufenden Marshallplan-Hilfe. Bereits im vergangenen Jahr ist ein ähnliches Programm durchgeführt worden, an dem jedoch die Bundesregierung nicht beteiligt worden war. weil die Bindungen des Besatzungsstatuts es noch nicht erlaubten. Frankreich erhielt damals aber Aufträge über mehr als 300 Millionen Dollar, die von der französischen Wirtschaft freudig aufgenommen wurden. Auch in der Bundesrepublik bemüht sich die Industrie bereits eifrig um solche Aufträge. Bei den jetzigen Verhandlungen in Bonn zeit und eine Folge des verlorenen Krieges und des totalen Zusammenbruchs. Wohnungsnot und allgemeine Existenzunsicherheit tragen weiter dazu bei, diese Verwahrlosung zu fördern. Hier müssen Staat und Gesellschaft dazu beitragen, daß die sozialen Verhältnisse sich stetig bessern. Schund und Schmutz sind nur eine Teilerscheinung der allgemeinen Not und der Zeitverhältnisse. Die Juristen aber sollten sich allen Ernstes überlegen, ob zur Bekämpfung von Schmutz und Schund nicht wesentlich beitragen könnte, wenn die Verfahren auf Grund der Paragraphen 184 und 184a des Strafgesetzbuches beschleunigt und mit größerem Nachdruck durchgeführt werden als bisher. Hier liegt noch ein legaler Ansatzpunkt zur Bekämpfung von Erscheinungen, die tatsächlich an die moralische Substanz unseres Volkes greifen. Wo aber dieser Schutz nicht ausreicht — und er wird in vielen Fällen nicht ausreichen — da müßte unseres Erachtens die Selbsthüfe in Form einer umfassenden Aufklärung der Jugend und der Diffamierung jener Kreise treten, die durch Herstellung und Verbreitung von Schmutz und Schund sich um des klingenden Mammons willen an der Jugend und am ganzen Volk versündigen. an deutsche Industrie Marshallplan-Hilfe haben sich insofern Schwierigkeiten ergeben, als das Bundeswirtschaftsministerium zur Ueberraschung der amerikanischen Beauftragten im Gegensatz zu anderen europäischen Regierungen nicht bereit war, den deutschen Fabriken, die „Off-shore“-Auf- träge erhalten, Vorrang in der Belieferung mit bestimmten Rohstoffen einzuräumen. Familien gerechte Wohnungen 1 STUTTGART. (Tfz.-Eigenbericht). Bundes-Wohnungsbauminister Fritz Neumayer sprach sich auf der Jahrestagung des Bundes deutscher Architekten in Stuttgart dafür aus, von jetzt ab im Wohnungsbau mehr als bisher dem Qualitätsgedanken zu dienen und in stärkerem Umfange Eigenheime und Eigentumswohnungen zu bauen. Es komme darauf an, aus dem Anfangsstadium, in dem es wichtig sei, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu schaffen, herauszukommen und gute, fa- miiiengerechte Wohnungen zu schaffen. Als solche könne man jedoch nur ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung bezeichnen. Schwere chinesische Offensive in JKorea Durchbrüche der Kommunisten — Waffenstillstandsverhandlungen unterbrochen TOKIO. In ihrer bisher größten Offensive dieses Jahres gelang es den chinesischen Kommunisten in Korea, sieben UN- Stellungen zu überrennen. An etwa Zweidritteln der gesamten Front stürmten etwa 15 000 Chinesen in immer neuen Angriffswellen gegen'die Hügelstelluhgeri aii. Den Angriffen ging intensive Artillerie-VorWETTERVORHERSAGE des Badischen Landeswetterdienstes Ueber Frankreich und Süddeutschland baut sidi eine starke Hochdrudczelle auf, deren Einfluß auf unser Wetter in den nächsten Tagen vorherrschend bleiben wird. Wettervorhersage bis Freitagabend: Tagsüber wolkig mit Aufheiterungen und meist niederschlagsfrei. Mittagstemperaturen zum Teil bis über 15 Grad, ansteigend, nachts Tiefstwerte zwischen 2 und 5 Grad Celsius. Meist schwach windig. SUDKÜRIER Chefredaktion: Alfred Gerigk Politik: Konrad Gunst. Nachrichtendienst: Graf L. Douglas. Wirtschaft: Dr. G A. Groß. Feuilleton: L. E. Reindl. Heimat: Alois Bede, H. Steinert. Sport: A. Strobel. Chef vom Dienst: H. Jacobsen. Verlag: Südkurier GmbH., Konstanz, Marktstätte 4. Drude: Druckerei und Verlagsanstalt Konstanz GmbH. — Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlags oder infolge höherer Gewalt kein Entschädigungsanspruch. 100 DM ln Zürich: 90/92 sfrs. bereitung voraus. Eine UN-Höhenstellung wurde in 90 Minuten mit etwa 6000 Granaten belegt. Nach New Yorker Meldungen erzielten die Chinesen ihren größten Durchbruch am .sogenannten „Weißen Pferdeberg“. Diese -Höhenstellurlg liegt etwa . 75 km nördlich der koreanischen Hauptstadt Soeul. Die Hauptlast der chinesischen Angriffe hatten an diesem Frontabschnitt französische Einheiten zu tragen. Es gelang diesen Truppen schließlich, die in immer neuen Wellen angreifenden Chinesen aufzuhalten. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch setzten die ersten französischen Gegenangriffe ein. Die Waffenstillstands-Verhandlungen in Korea wurden am Mittwoch von der UN- Delegation bis zum dem Zeitpunkt vertagt, an dem die Kommunisten den von den Vereinten Nationen gemachten Vorschlägen zur Regelung des Gefangenen- Problems annehmen oder selbst bessere Vorschläge machen. Diese Vorschläge sahen im wesentlichen vor, daß alle Gefangenen, die in die Heimat zurückkehren wollen, schnell zurückgeführt werden sollen. Diejenigen Gefangenen, die die Rückkehr nach Nordkorea ablehnen, sollen vor einer internationalen Kommission ihre Wünsche äußern und dorthin gehen können, wohin sie wollen. Die Einschienenbahn fährt Alweg-Bahn soll Geschwindigkeit bis zu 300 km/std erreichen Geheimnis um Geheimbund WIESBADEN. Der hessische Ministerpräsident Zinn teüte mit, daß kürzlich in Hessen eine Geheimorganisation „Technischer Dienst des Bundes deutscher Jugend“ aufgedeckt worden sei. Sie sei als eine politische, bewaffnete Widerstandsbewegung gedacht gewesen und habe die Aufgabe gehabt, eine Partisanenorganisation für den Fall einer sowjetischen Besetzung der Bundesrepublik zu schaffen. Die Geheimorganisation sei von Führern des Bundes der deutschen Jugend (BdJ) gegründet worden und habe sich gegen die KPD, „vor allem aber gegen die SPD gerichtet.“ Die zunächst festgenommenen Hauptbeteiligten wurden am 1. Oktober auf Anordnung des Oberbundesanwaltes aus der Untersuchungshaft entlassen, weil sie angegeben hätten, die Organisation sei auf Anordnung amerikanischer Dienststellen geschaffen worden. Die Partisanenorganisation sollte sich bei einer sowjetischen Besetzung der Bundesrepublik entweder überrollen lassen, um dann im besetzten Gebiet Sabotageakte durchzuführen oder sich bis an die Alpen zurückziehen, um einzelne Gruppen hinter die sowjetischen Linien einsickern zu lassen. Die Mitglieder der insgesamt auf tausend bis zweitausend Mann geschätzten Organisation seien zum größten Teil ehemalige Offiziere der Luftwaffe, des Heeres und der Waffen-SS gewesen. Der Organisation ! seien monatlich etwa 50 000 Mark zugeflossen. Arbeitsgemeinschaft der Badener KARLSRUHE. Die Landesverbände Nord- und Südbaden der Arbeitsgemeinschaft der Badener beabsichtigen, sich am 11. Oktober in Karlsruhe zu einer einheitlichen Organisation für Gesamtbaden zusammenzuschließen. KÖLN. Vor einem Kreis internationaler Verkehrsfachleute stellte sich in der Füh- linger Heide bei Köln das Modell einer Einschienenbahn vor, die in ihrer endgültigen Gestalt Geschwindigkeiten bis zu 300 km/std. erreichen soll. Die Bahn wurde von deutschen Eisenbahn-Ingenieuren im Auftrag des schwedisch-amerikanischen Großindustriellen Dr. Axel L. Wenner-Gren entwickelt. Die ersten Versuche mit dem Modell fanden bereits in den vergangenen Monaten auf einem streng abgesperrten Versuchsgelände statt. Nach der ersten Vorführung vor der Oeffentlich- keit äußerte Bundeswirtschaftsminister Prof. Erhard: „Nachdem diese Bahn in Deutschland entwickelt wurde, sind wir natürlich daran interessiert, die erste Eisenbahnlinie nach diesem Prinzip zu bauen.“ Die neue Bahn, die nach ihrem geistigen Vater und Förderer den Namen „Alweg- Bahn“ erhalten hat, Vereint erstmals Tragkörper und Fahrkörper zu einer geschlossenen Einheit. Als Schiene dient ein Tragbalken aus Eisenbeton, der ähnlich wie bei einer Hochbahn erhöht ist und auf Eisenbeton-Pfeüem ruht. Die stromlinienförmig aus Leichtmetall gebaute Bahn fährt auf diesem Balken wie ein halb übergestülpter Sattel. Jeder Wagen hat zwei Fahrgestelle und eigene Motoren. Die Uebertragung der Fahrkräfte erfolgt durch Rollen, die den Balken von oben und von beiden Seiten umschließen. Der Betrieb der Bahn erfolgt durch Fernsteuerung, so daß dafür kein Zugpersonal mehr benötigt wird. Für die Entwicklungsarbeiten benötigte die „Verkehrbahnstudiengesellschaft“ nur knapp ein Jahr. Im Herbst 1951 traf Dr. Axel Wenner-Gren erstmals mit den deutschen Ingenieuren zusammen Er ist der Ansicht, daß die Verkehrsmittel in der Welt mit der Modernisierung und Beschleunigung der Produktion nicht Schritt gehalten haben. Die Preisgestaltung bei vielen Gütern werde von überhöhten Transport- und Verteilungskosten bestimmt. Er beauftragte die deutschen Ingenieure, ein Verkehrsmittel zu entwickeln, das den gegenwärtigen Anforderungen des Massenverkehrs entspricht. Auf der im Oval angelegten Probestrecke werden jetzt mit dem Modellzug Messungen und Materialversuche unternommen. Der Modellzug, der ebenso wie der Tragkörper im Maßstab 1:2,5 gehalten ist, besteht aus drei Fahrkörpern und hat eine Länge von etwa 18 Metern. Er wird durch zwei Stromschienen mit Strom gespeist, die am unteren Ende des Tragebalkens entlang führen. Die Schaltung erfolgt vom Turm der Kraftstation aus. Die bisherigen Versuchsarbeiten und die Anlage des Versuchsgeländes haben die Verkehrsbahn-Studiengesellschaft etwa 10 Mülionen DM gekostet. Wann und wo die erste Alweg-Bahn im Maßstab 1:1 gebaut wird, steht noch nicht fest. Ueberlegungen, eine solche Bahn in Südafrika zu bauen, sollen bereits ln ein akutes Stadium getreten sein. Das Versuchsgelände in Fühlingen wül Dr. Wenner-Gren als ständige Versuchsstation für die Weiterentwicklung der Bahn einrichten. Neben der Fern- Hochbahn beabsichtigt die Verkehrsbahn- Studiengesellschaft, eine Alweg-Schnell- bahn für den Städteschnellverkehr zu entwickeln. Ein Modell dieser Bahn soll bereits in einem halben Jahr vorgeführt werden. Erleichterungen für Spandauer Aktion gegen französische Kommunisten Anschlag auf die Staatssicherheit? — Verhaftungen in Paris PARIS. Die französische Polizei begann am frühen Mittwochmorgen eine große Durchsuchungsaktion bei den Dienststellen kommunistischer und kommunistenfreundlicher Organisationen in Paris und einer Reihe größerer Provinzstädte Frankreichs. Die Aktion wurde mit dem Verdacht eines Anschlags auf die Staatssicherheit begründet und wird in Paris vom Untersuchungsrichter beim Militärtribunal geleitet. Sechzehn Haussuchungen in der französischen Hauptstadt betrafen u. a. die Verwaltungsräume der „Nordeuropäischen Handelsbank“ sowie der beiden kommunistischen Zeitungen „L’Huma- nite und „Ce Soir“. Bisher wurden zehn Personen in Paris verhaftet. „Grandval ist nicht zuständig’ PARIS. „Monsieur Grandval ist nicht zuständig“, erklärte am Mittwochnächmit- tag der französische Regierungssprecher auf die Frage, ob Paris die Ratifizierung des Deutschland-Vertrages und: die Ratifizierung des Vertrages über die Europaarmee von einer vorhergehenden Einigung über die Regelung des Saarproblems abhängig mache, wie dies der französische Saarbotschafter Grandval behauptet habe. „Monsieur Grandval“, so erklärte der Sprecher, „ist weder Außenminister, noch Regierungsmitglied, noch Sprecher der Regierung.“ Kreuzfeuer um Sdiuman PARIS. (Eigenbericht). Ueber den Wiederbeginn der französischen Parlaments- arbeit, die drei Monate Ferienruhe hatte, steht die Frage: Wird der Außenminister Robert Schuman, seit mehr als vier Jahren Vertreter der französischen Außenpolitik, diesen Sitzungsabschnitt überstehen. Es hat sich gezeigt, daß die Gegnerschaft gegen Schuman und zwar quer durch die Parteien, angewachsen ist. Die Sozialisten kritisieren es, daß er ein „Klein-Europa“ ohne England anstrebt. Bei den bürgerlichen Parteien wandelt sich das Mißtrauen gegen Deutschland in zunehmenden Widerstand gegen die europäische Verteidigungsgemeinschaft, die ja auch eine militärische Mitwirkung Deutschlands bringen soll. Die äußerste Rechte, vor allem die Gaullisten, kämpfen dagegen an, daß Frankreich zugunsten einer Europaarmee seine nationale Armee aufgeben müßte. Selbst in der Partei des Ministerpräsidenten Pinay, bei den „unabhängigen Republikaner“, melden sich Stimmen, daß der Lothringer Schuman zu deutschfreundlich sei. Es scheint aber, daß der Sturm gegen Schuman nicht wegen der Saar-Frage entfesselt werden soll, sondern wegen der Frage Tunis, denn der Außenminister ist der Form nach auch für die imme: wieder steckenbleiben- den Verhandlungen über einen französisch-tunesischen Ausgleich verantwortlich. Der Grund für dieses Versteckspie der Parteien liegt darin, daß sie in der Deutschland- und inderEuropa- Frage keinen anderen Weg wissen, als Schuman ihn geht, so daß ihnen für Angriffe auf diese Deutschland-Politik keine rechten Argumente zur Verfügung stehen Die Tunis-Debatte wird also mindestens eine Vorentscheidung darüber bringen, ob Schuman bleibt. BONN. Die sowjetische Kontrollkommission hat einem Vorschlag der drei allüer- ten Hohen Kommissare zugestimmt, den in Spandau inhaftierten, sogenannten Hauptkriegsverbrechern gewisse Erleichterungen zu gewähren. Die Gefangenen können nunmehr in jedem Monat einmal besucht werden gegenüber bisher jeden zweiten Monat Die normale Besuchszeit wurde auf dreißig Minuten, statt bisher fünfzehn Minuten verlängert Außerdem können die Gefangenen jetzt wöchentlich einen Brief schreiben und empfangen, während sie bisher nur alle vier Wochen einen Brief schreiben und empfangen durften. SU4VUAU füßoa» Vt”“ 1 ’ Potm* j und wie lange willst Du noch auf diesen Eiern sitzen?!* Roman einer verlorenen Handschrift Zwei Millionen für ein Tagebu Einer der meistgelesensten Schriftsteller in England, der auf dem Kontinent nur in literarischen Kreisen bekannt ist, scheint jetzt seinen Weg in die Welt an- treten zu wollen: Boswell, der Verfasser einer berühmten Biographie des Dr. Johnson, der gegen Ende des XVIII. Jahrhunderts die britische Literatur beherrschte. Boswell selbst gilt als glänzender Schriftsteller, zugleich aber auch als eine anrüchige Persönlichkeit, deren Existenz der Familie so peinlich war, daß seine Erben sich alle Mühe gaben, sein Tagebuch und die Briefe der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Mit 22 Jahren bereits hatte sich der aus einer schottischen Famüie stammende Boswell, der 1740 geboren war, in London einen Namen gemacht; er war der Liebling der Salons, ein Freund des Bruders des Königs, umschwärmt von berühmten' Schriftstellern, schönen Frauen und der Creme der britischen Aristokratie. Seine mondänen Erfolge lassen sich nicht aufzählen. Als er 55jährig starb, auf gerieben von zügellosem Leben, war von ihm erst ein einziges Buch erschienen. Die Famüie aber war entsetzt, als sie seine literarische Hinterlassenschaft zu Gesicht bekam. Immerhin konnte einer der Testamentsvollstrecker die geplante Vernichtung verhindern. Man stopfte daher die Manuskripte in Kisten, und niemand sprach mehr davon. Zur Beschwichtigung der Dienst am Kunden Ein Mann kaufte bei einem Juwelier in New York eine wertvolle Uhr. Dieser händigte ihm mit ihr zugleich einen Revolver aus. „Was soll das?“ fragte der Käufer. „Sie haben eine goldene Uhr gekauft“, war die Erklärung. „Und Sie wollen sie behalten, nicht wahr?“ chaus dem galanten London literarischen Kreise setzte die Familie aas Gerücht in Umlauf, die Handschriften seien verlorengegangen. Erst 1840 wurde der erste Fund gemacht. Ein britischer Major namens Stone machte in Boulogne einen Einkauf und stellte zu seiner Überraschung fest, daß das Einwichelpapier eine alte Handschrift war. Stone war literarisch hinreichend unterrichtet, um feststellen zu können, daß ihm ein kostbarer Fund in den Schoß gefallen war. Er kaufte den gesamten Vorrat an Einschlagpapier in dem Laden auf: es waren an die hundert Briefe Boswells an seinen Freund, den Reverend William Temple. Die Erben Temples hatten, in völliger Unkenntnis des Wertes, die Briefe als Makulatur verkauft. Die Entdeckung Stones machte eine ungeheure Sensation. Boswells Bewunderer gerieten in große Aufregung und setzten den Erben ihres Idols, die auf dem bei Edinburgh liegenden Schloß Auchinleck lebten, zu, das Erbe ihres Ahnen herauszugeben. Ohne jeden Erfolg: auf Auchinleck hielt man an der alten Lesart fest, die Handschriften seien in Verlust geraten. Um 1920 begann sich ein Professor der Yale-Universität, Tinker, für die Sache zu interessieren. Auf einen Brief in der „Times“ erhielt er einen einzigen Antwortbrief; er war anonym und bestand aus einer einzigen Zeile: „Gehen Sie nach dem Schloß Malahide!“ Kein Boswell-Spezialist hatte je von diesem Schloß gehört, das in Irland lag, wo Boswell nie gewesen war. Nach gründlichen Forschungen entdeckte man jedoch, daß eine Urenkelin Boswells 1873 einen Lord Talbot geheiratet hatte, der auf Malahide saß. Seine nächsten Ferien verbrachte Tinker in Irland. Es gelang ihm, auf dem Schloß seiner Träume zum Tee eingeladen zu werden. Aber Lord Talbot interessierte sich nur für Cricket und Pferde und fühlte sich von dem Literaturprofessor weidlich gelangweilt. Dafür zeigte die Hausfrau, eine ehemalige Schauspielerin, um so größere Anteilnahme; sie verheimlichte dem gelehrten Gast nicht, daß sich das, was er suche, wirklich im Schloß befinde, daß sich aber die Familie stets der Veröffentlichung widersetzt habe. Lady Talbot ließ sogar einige der Kisten mit den kostbaren Handschriften öffnen, und der Professor konnte sich, nach seinen eigenen Worten, wie „Sindbad der Seefahrer im Tal der Rubine“ fühlen, der genau weiß, daß alle die wunderbaren Schätze unerreichbar für ihn sind. Tinker interessierte einen reichen amerikanischen Sammler, der Lord Talbot ein telegraphisches Angebot in Höhe einer Viertelmillion Dollar machte. Talbot trug, wie durch Zeugen verbürgt ist, das Papier mit einer Pinzette zum amerikanischen Konsulat und erklärte dem verdutzten Beamten, offensichtlich ginge den Amerikanern Eleganz und Feinfühligkeit der britischen Aristokratie völlig ab. In diesem Stadium erschien ein Colonel Isham auf der Bildfläche, der sich besser auf das englische Seelenleben verstand, weil er 1916 in der britischen Armee gedient hatte und außerdem ein großer Pferdekenner war, was ihn nicht hinderte, sich auch für Bosweü zu interessieren. Auch er kam nach Malahide und plauderte mit dem Hausherrn über Pferde, mit Lady Talbot über Theater und wurde als Mann von Welt und Manieren akzeptiert. Konnte man ihm die Bitte ab- schlagen, in die Papiere Boswells Einblick nehmen zu dürfen? Mit gespielter Beiläufigkeit bemerkte Isham, es gebe Narren, die bereit wären, fabelhafte Summen für den alten Plunder zu bezahlen, Summen, mit denen man prächtige Pferde kaufen könne, die auf den Rennplätzen Furore machen würden... Der Erfolg war ein Vertrag, der Isham gegen eine phantastische Summe den Besitz aller Papiere Bo-wells sicherte. Zur Feier des Abschlusses schlug der Oberst eine Krokett- pa.'Ue vor, Lord Talbot nahm an und ließ das Spielgerät holen: in der Kiste fanden sich noch einmal einige hundert Seiten von Boswells Hand! Aber es war noch kein Ende mit den Funden: 1930 wurden in der Hinterlassenschaft eines der Testamentsvollstrecker noch einmal Manuskripte entdeckt, worüber es zu einem Prozeß mit Isham kam, der sich nach dem Vertrag mit Lord Talbot als rechtmäßiger Besitzer aller Handschriften betrachtete. Der Prozeß dauerte bis 1948 und kostete Isham 30 000 Dollar. Nur die Hälfte der Papiere wurde ihm zugesprochen, die andere mußte er kaufen. Als dann die Regierung 1940 nach Lokalitäten für die Lagerung von Munition suchte, fanden sich in dem Dachgeschoß von Malahide neue Manuskriptbündel, und Isham mußte wieder sein Scheckbuch zücken. Aber diesen Anforderungen war er finanziell nicht mehr gewachsen. 1950 verkaufte er daher seinen Manuskriptbesitz an die Yale-Universität für 500 000 Dollar. Nach der Ordnung der Handschriften stellte man fest, daß sie ein halbes hundert Bände füllen werden, deren erster, das „Londoner Tagebuch“ aus den Jahren 1762/63 jetzt die Reihe eröffnet hat. „Gewissen des deutschen Theaters“ Führende Theaterintendanten, Regisseure, Dramaturgen, Verleger und Publizisten aus Deutschland, Oesterreich und der Schweiz haben sich in lockerer Form zusammengeschlossen, um sich für die Vermittlung lebendigen Theaters an den Theaterbesucher einzusetzen und sich gegen einen unsachlichen Einfluß auf den Aufbau der Spielpläne und gegen eine „willkürliche Interpretation der Dichtung durch ungerechtfertigte Experimente“ zu wehren. Die neue Gruppe (auf Gründung einer Organisation oder Arbeitsgemeinschaft wurde verzichtet), zu deren Sprecher Informationen austauschen. Dabei soll be- Gustaf Gründgens erwählt wurde, will Informationen austauschen. Dabei soll besonderer Wert auf die Förderung der deutschen Dramatik gelegt werden. Gustaf Gründgens erklärte, die neue Gemeinschaft wolle im Endziel eine Art „Gewissen des deutschen Theaters“ werden. Willkür im Umgang mit der Vision und Gestaltung des Dichters sei genau so theaterfremd wie Eingriffe unzuständiger Stellen und lokalpolitischer Faktoren in den Theaterspielplan. Der neue Kontakt werde dazu führen, daß man sich auf wichtige Ereignisse aufmerksam mache, Erfahkrungen und Einsichten austausche, sich über Formen und Auslegungen verständige, das Wachstum an vielen Orten beobachte und sich auch in ciller Offenheit über Meinungsverschiedenheiten auseinandersetze. KULTUR NACHRICHTEN Die Jugendbühne des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe eröffnet Mitte Oktober mit „Robinson soll nicht sterben“ von Friedrich Förster das dritte Spieljahr. Dieser Neuinszenierung folgen Aufführungen der Stücke „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner und „Wir rufen Frau Müller“ von Peter Pauli. Seit ihrer Gründung im Januar 1951 hat die Jugendbühne des Staatstheaters 50 Aufführungen gegeben. Der Wittelsbacher Brunnen, ein Prunkstück Münchens, wurde nach langen Wiederherstellungsarbeiten seiner Bestimmung übergeben. Der am Lenbach- platz stehende Brunnen wurde 1895 von Adolf von Hüdebrand geschaffen und gilt als eine der schönsten Brunnenanlagen Europas. Der Brunnen war durch die Einwirkungen des zweiten Weltkrieges stark beschädigt worden. Die teilweise zerstörten Figuren wurden von Prof. Theodor Ge- orgli, dem Schwiegersohn Hildebrands, erneuert. 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Oktober 1952 SÜDKUBIEH Nr. 160 / Seite 3 den deut- Er ist der ;el in der und Beeilt Schritt iltung bei iberhöhten Dsten betsdien In- sntwickeln, ■ungen des •obestrecke g Messun- srnommen. der Tragen ist, be- 1 hat eine vird durch l gespeist, igebalkens rfolgt vom :n und die haben die :t etwa 10 nd wo die 1:1 gebaut rlegungen, zu bauen, adium ge- le in Füh- s ständige ltwicklung der Fern- :ehrsbahn- :g-Sdinell- hr zu ent- n soll be- vorgeführt idauer illkommis- rei alliier- mmt, den genannten e Erleich- •efangenen lat einmal her jeden Besuchszeit att bisher Außerdem wöchentlich igen, wäh- chen einen durften. ;i soll be- lrde, will ei soll be- der deut- die neue eine Art ers“ werter Vision sei genau izuständi- Faktoren eue Kon- n sich auf n mache, ustausdie, ngen ver- len Orten OfEenheit i ausein- TEN B a d i - Karlsruhe inson soll irster das izenierung ,Emil und und „Wir auli. 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Er aber wandte mir sein braunes offenes Gesicht zu, schlug mir auf die Schulter und mit einer Handbeweigung, als wolle er alles Gewesene wegwischen, rief er lachend aus: „Wir leben wieder — alles vergessen!“ Ja, wie leben heute die Jugoslawen, die allen Deutschen, die wieder in ihre Heimat kommen, ohne Haß begegnen? Sie leben in einem bolschewistischen Parteistaat, in dem jede innenpolitische freie Meinungsäußerung erstickt wird. Schon an der Grenze, droben am Wurzenpaß, nachdem die freundlichen österreichischen Zöllner den Schlagbaum geöffnet haben, begegnen wir dem ersten Jugoslawen: Der Herr Kommissar, in Zivil, kaum höflich, ohne Lachen, ein versteinertes Gesicht. Ein kleines Glied der Polizeimaschine, die alles weiß und jeden kontrolliert. Das vergißt man vielleicht beim ersten Anblick der Adria, die tief blau, von der Abendsonne beschienen. 200 km südlich der Karawanken bei Abbazzia aufleuchtet. Diese Bäderstadt hat sich einst mit Monte Carlo messen kennen. Aber das ist lange her, damals, als die österreichische Doppelmonarchie mit erfahrener Hand den Balkan zusammenhielt. Die Wiener Gesellschaft fuhr nach Abbazzia und damals entstanden Hotelpaläste, die dem Reisenden mitten in dieser bolschewistischen Welt jetzt fast gespensterhaft Vorkommen. „Göttin des Zufalls * Da wäre noch „Putnik“ zu nennen, das staatliche Reisebüro. Ich weiß nicht, was Putnik bedeutet, aber alle Ausländer müssen zuerst zu Putnik. denn Putnik lenkt den noch spärlichen europäischen Reiee- strom. Am besten übersetzt man wohl Putnik mit „Göttin des Zufalls“, denn Putnik sollte ja eigentlich alles wissen, aber davon ist diese „Göttin" noch weit entfernt Schließlich landet man in einem von Putnik empfohlenen Hotel, die Koffer wuchtet man allein in den vierten Stock. Kein Hotelboy zu sehen, der Portier rührt sich nicht. Unten in der Hotelhalle oder im riesenhaften Eßsaal sitzen 30 bis 40 Menschen, unter den wenigen Deutschen und Oesterreichem viele kommunistische Funktionäre, die hier in Abbazzia ihren Urlaub verbringen. Man kann die 700 km lange Strecke von Fiume (heute Rejeka) nach Dubrovnik (Ragusa) über Split im Auto oder mit dem Schiff zurücklegen. Beides ist anstrengend und mit europäischen Reisemöglichkeiten gar nicht zu vergleichen. Die Straßen sind katastrophal — bergab, bergauf Geröllhalden, tiefe Löcher, ganz schmal und seit Jahren kaum gepflegt Ein Autoservice wie wir es in den meisten europäischen Ländern kennen, ist in Jugoslawien völlig unbekannt. Die Tankstellen spärlich verstreut, einmal traf ich 180 km weit keine einzige. Dafür aber viele Kuhherden, die dem fast unbekannten Auto nicht auswei- chen, Hunde, die in den Reifen beißen wollen und Hühner, die erst nach langem Hupen ihre gewohnte Menu-Karte, die jugoslawische Landstraße, verlassen. Wählt man den Seeweg, so gibt es auf dieser Route ein größeres Schiff, die „Par- tizanka“ (Die Partisanin). Von den Deutschen seinerzeit versenkt und vor zwei Jahren wieder gehoben und hergerichtet. Der Ausländer zahlt für diese Schiffsreise das Siebzehnfache gegenüber den Jugoslawen. Dafür hat er den Vorzug, während zweier Tage inmitten der bolschewistischen Volksgemeinschaft leben zu dürfen. Es gibt zwar zwei Klassen, aber kein Mensch schert sich darum. Ueberal! an Bord stehen und liegen sie herum, die stets freundlichen Kroaten, Slovenen, Serben und Bosniaken, essen Ziegenkäse, trinken Dalmatiner, singen; ihre fast melancholischen Volkdieder hinaus auf das Meer, das sich fast immer blau und freundlich zeigt. Durch ein Gewirr von Hunderten von Inseln zieht der Dampfer nach Süden seinen Weg, stets begleitet von der wuchtigen Kulisse des Karstgebirges, diesen fast vegetationslosen Bergen, die sich bis nach Montenegro ausdehnen. Das war die Heimat der Partisanen. Sowjetischer Rundfunk verboten Daß dieser Staat der kleinen Bauern kommunistisch wurde, war fast zwangsläufig. Als die Deutschen 1941 Jugoslawien überfielen, floh der junge König Peter. Der nationale Widerstand des Volkes aber wurde von dem Kommunisten Tito organisiert. Er wurde Chef des neuen Staates, der natürlich ein kommunistisches Satellitengebilde darstellte. Seit Tito mit Rußland brach und sich dem Westen zuwandte, ist manches für die Jugoslawen besser geworden. Var allem gibt es keine Hungersnot mehr. Und seit anderthalb Jahren dürfen die Einheimischen wieder mit Ausländem sprechen, was früher streng verboten war. Dabei jetzt verboten: Abhören moskowitischer Sender; aber Abhören von Westsendem ist dem kommunistischen Jugoslawen erlaubt. Ganz; prächtig sieht die jugoslawische Jugend aus. Von der südlichen Sonne braungebrannt Dicke Menschen sah ich keine, es sei denn, daß es deutsche Touristen waren. Schrecklich viel Soldaten und neue Kasernen. Die Soldaten in einfache Uniformen gekleidet und gesund auesehend. Moderne Waffen sah ich keine, dafür aber sehr viel alte, „um an den Weihnachtsbaum zu hängen“, wie ein Skandinavier richtig bemerkte. Der Lebensstandard ist denkbar tief. Ein Beamter verdient 10 000 Dinare, gleich 150 DM. Ein Arbeiter 7000 Dinare. Um die Menschen überhaupt existieren zu lassen, gibt es ein HO-System, wie in der Ostzone. Ein Paar Schuhe, reichlich plump in der Form, kosten auf der Kleiderkarte 400 Dinare. Falls die Kleiderkarte aufgebraucht ist, kann man sie auch zum sechsfachen Preis frei erwerben. Das gleiche System ist für Lebensmittel eingeführt. Die Verstaatlichung ist total. Alle Geschäfte, Fabriken, selbst die Friseurläden, gehören dem Staat. Nur ganz kleine Handwerker arbeiten privat — aber nicht mehr lange. Die hohen Steuern, die diese privaten Handwerker bezahlen müssen, vernichten sie — mit Absicht, versteht sich. Leider sind auch die Hotels verstaatlicht und die alten Fachkräfte sind verschwunden. Die Hoteldaxektoren sind meistens verdiente KP-Funktionäre, die natürlich keine Ahnung davon haben können, was ein mitteleuropäischer Reisender erwartet Wenn der Lichtschalter oder die Wasserleitung defekt sind, ist es völlig sinnlos, sich zu beschweren. Die Hotelangestellten arbeiten acht Stunden für den Staat ob der Ausländer sich wohlfühlt oder nicht bleibt völlig gleichgültig. All diese ärgerlichen Dinge vergißt man bei der landschaftlichen Schönheit des Landes. Auch scheint der Kommunismus oft südlich gemildert, wenn abends auf dem Coreo die Menschen fröhlich auf und ab schlendern. Noch bis spät in die Nacht hinein ertönen herrliche Lieder — niemand beklagt sich über diese „Ruhestörung“ — man läßt sie gewähren. Aber am Fuße des Lofzem-Passes, am Ende der märchenhaften Bucht von Cat- tarro, taucht plötzlich ein Zwangslager auf und ruft schreckhaft die Erinnerung wach an die Jahre vor 1945 in Deutschland. Ich kann den Anblick der abgezehrten Gestalten nicht vergessen, als wir die unzähligen Serpentinen des Passes nach Montenegro hinauffahren — dort, wo einst ein so freiheitsliebendes Bergvolk zu Hause war. Viele dieser Montenegriner sieht man noch in ihrer roten Nationaltracht — sie waren die grausamsten und zugleich tüchtigsten Partisanen. Ob sie Kommunisten sind? Man kann es nicht glauben, wenn man dem freien Blick dieser armen Bergbauem begegnet. Von dort oben sieht man im blauen Dunst die Berge von Albanien. Die Jugoslawen versichern, der Terror dort sei grenzenlos und nur wenigen gelänge die Flucht über die scharf bewachte Grenze. Zagreb (Agram), einst das Paris des Balkans genannt, beherbergte zum ersten Male nach dem Kriege eine westliche Messe. Man muß diese Messe nicht mehr als einen Versuch des Westens werten, einmal, in noch nicht absehbarer Zeit, den jugoslawischen Markt zu erobern. Vorläufig ist das Land zu kapitalschwach, um all diese Industrieprodukte des Westens zu kaufen. Aber zweifellos war diese Messe eine goldverzierte Visitenkarte des Westens und für Tito gegenüber seinem Lande der ins Auge fallende Beweis: Rußland raubte uns aus, aber der Westen hilft Jugoslawien. Sehr glücklich stellte England aus — alle seine Produkte zusammengefaßt in einer Halle. Die Industrie der Bundesrepublik hatte auf dem Ausstellungsgelände ganz verstreute Stände. Gleich am Ansstellungseingang der Stand von Mercedes-Benz, mit einem zweisitzigen Dreiliter-Cabriolet. Bescheiden wäre mehr gewesen, in einem Land, das arm ist und das noch fast keine Kraftwagen, außer in den wenigen Städten kennt. Der letzte Siibowiz Ueber sehr schlechte Straßen gehts im strömenden Regen dann heimwärts über Ljubljana (Laibach). Slovenien erscheint reicher als die übrigen Landesteile Man sieht saubere Bauernhöfe, gepflegte Viehherden. Dazwischen herrliche Buchenwälder, die in eine sanfte Hügellandschaft eingebettet sind. Dann gingte steil zum Loiblpaß hinauf, nicht ohne vorher in einem Dorfgasthaus den letzten Siibowiz getrunken zu haben. Dort glaubte ich RAGUSA (Dubrovnik), die weiße Stadt am Adriatischen Meer endlich in der Person der Wirtin eine echte Kommunistin gefunden zu haben. Geradezu herrlich hätten es hier die Arbeiter, erzählte sie mit lauter Stimme im vollbesetzten Gasthaus. Um dann aber in einem unbeobachteten Augenblick mir zuzuflü- stem: „Aber Ihr habt’s besser.“ Mit seinen 32 Prozent Steigung ist der Man freut sich, den ersten österreichischen Zöllner wiederzusehen und ist geradezu glücklich, als der erste Kärntner Bauernhof auftaucht, mit Blumen vor den Fenstern. Abends in Klagenfurt gibt es warmes Wasser im Hotel und ganz saubere Tischtücher. Das erste Viertele Lagreiner schmeckt köstlich — wir sind fast wieder Loiblpaß für den Autofahrer ein Erlebnis. 1 zu Hause. Trommeln riefen zum Pow-Wow Großes Indianertreffen in der Wüste — Nach uralten heiligen Riten wird getanzt Von unserem Mitarbeiter in New York In den Herbsttagen, an denen sich die Hopi-Indiianer in früheren Zeiten zu ihrem Schlagentanz versammelten, um den Regengott um seinen Segen zu bitten, fand in Gallup das große Pow-Wow der nord- und mittelamerikanischen Indianer statt. Das großartige Schauspiel in der neu-mexikanischen Wüste lockt seit 1922 — als man erstmals Weiße als Zuschauer zuließ — Tausende und aber Tausende von. Amerikanern aus den Städten und Dörfern der USA an. Schon Monate vorher beginnen die Indianer mit den Vorbereitungen für das Fest. Uralte Gesänge und Tänze nach überlieferten Riten müssen immer wieder geübt werden. Viele Tage vor dem Festbeginn rollen in langen Zügen die Wagen der Indianerstämme aus den Neu-Mexiko- und Arizona-Reservaten in Gallup ein. Die Pferde haben sdlberbeschlagenes Zaumzeug, die Wagen sind überdacht mit buntfarbe- nen Juteplanen, und die begleitenden Männer, Frauen und Kinder tragen die farbenprächtigen Gewänder, den Schmuck und den Kopfputz ihrer heimatlichen Stämme. Die mit tropischer Schnelle einfallende Nacht gibt den Auftakt zur Entzündung der zahlreichen. Lagerfeuer, die das weite Rund der Federstätte umgeben. Das dumpfe, rhythmische dom — dom — dom — der Trommeln ist das Zeichen zum Beginn der Zeremonie. Unter dem Gesang der Chöre stellen sich die Tänzer der einzelnen Stämme auf. Die Zuschauer, vergessen die Gegenwart und fühlen sich zurückversetzt in jene Zeiten, da diese Geschehnisse ausschließlich religiöser Ausdruck eines Volkes waren, das auf diese Weise Zwiesprache hielt mit seinen Göttern. Atemlos lassen sie den Zauber, die Buntheit des Bildes, die Großartigkeit der Gewänder, die mitreißende Gewalt der Musik, die Eindringlichkeit der Gesten und die große Dramatik der Szenerie auf sich einstürmen, während das Geläut aus vielen kleinen Schellen über der nächtlichen Wüste schwebt. Die mehr als viertausend Personen fassenden, erst in jüngsten Jahren errichteten Tribünen, die die Kultstätte einfassen, sind bis auf den letzten Platz gefüllt, und wenn die Trommler den Beginn der nächtlichen Tänze einleiten, wird selbst der krasseste Materialist, der sich tagsüber für die am Spieß über offenem Feuer gebratenen Hammel, den herzhaften Kaffee und die frischgebackenen Brätchen begeisterte, von ehrfürchtigem Staunen gepackt. Es ist hier wie bei allen großen Menschenansammlungen, das der erhöhte Umsatz viel Geld unter die Leute bringt. Das ist aber nicht der Grund für die Veranstaltung. Die Erhaltung der uralten Kultsitten und der Tradition der Ureinwohner Amerikas ist das 400 000 noch lebenden Nachkommen berechtigtes Anliegen, denn immer mehr lösen sie sich aus der Umklammerung der Reservate, * die ihnen zwar Steuerfreiheit, aber sonst wenig wirtschaftliche Möglichkeiten bieten. Seltsam und heiter Witze auf Anruf Wer in Wien telefoniert, kann sich mit Fräulein Uhr, Fräulein Toto, Fräulein Wetter und Fräulein Theater verbinden, Jetzt plant das Postamt in Wien als fünfte Telefonmuse Fräulein Witz einzuführen. Fräulein Witz soll die besten Witze des Tages durchs Telefon erzählen. Das ist wahrscheinlich nötig, damit den Wienern das Lachen n'cht ganz vergeht. Klare Aufforderung In Anderson (USA) lachte man über folgendes Inserat ln der Zeitung „Daily Bulletin“: „Der Herr, der in der Wen- dellstraße den braunen Boxer an sich nahm, wird gebeten, entweder den Hund zurückzugeben oder sich den dazugehörigen dreijährigen Jungen abzuholen“. Paradiesische Zustände Das kommunistische polnische Blatt „Zycie Warszawy“ veröffentlichte dieser Tage einen Leserbrief, der wörtlich lautet: „Die Taxichauffeure vor dem Bahnhof Warschau-Süd wollen zusammen einen Traktor kaufen. Wenn es regnet, versinken nämlich ihre Autos so sehr in dem Morast, der dann den Bahnhof umgibt, daß die Wagen nur durch einen Traktor wieder flottgemacht werden können. Selbsthilfe Die Bewohner des französischen Landstädtchen Bonbeilion ärgerten sich darüber, daß die Auto- und Motorradfahrer durch die Hauptstraßen in so raschem Tempo fuhren, daß Hunde, Katzen und Hühner allzu häufig auf der Strecke blieben. Keine Warnungstafeln nützten. Da schritten sie zur Selbsthilfe. Sie legten rechts und links der Straße Ziergärten an mit kunstvollen Blumenbeeten. Nun fuhren die Wagen ganz langsam durch die Straße, weil die Fahrer die ungewöhnlich schönen Blumenbeete näher betrachten wollten. Der Zweck war erreicht. Bitte — keine Nachahmung! Der schottische Kaufmann McTavish aus Aberdeen mußte einen Frühzug benützen. Da er keinen Wecker besaß, warf er einen unfrankierten Bfief an sich selbst in den Postkasten. Als der Postbote ihm am nächsten Morgen den Brief überreichte und 30 Pfennig Strafporto verlangte, verweigerte er die Annahme. Er erreichte seinen Zug. Ein hübsches Kompliment Als der britische Finanzminister kürzlich im Unterhaus von einem Labour-Abgeordneten gefragt wurde, warum er nicht einen Nationalökonomen wegen der hohen Lebenshaltungskosten um Rat frage, antwortete dieser lächelnd: „Das geehrte Mitglied möge zur Kenntnis nehmen, daß ich mich in Fragen der Lebenshaltung niemals an einen Nationalökonomen wende. Ich hole mir Bescheid bei meiner Frau, tte klüger, klarer und viel liebenswürdiger ist“ BP BENZIN-UND PETROLEUM-GESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG BP DIESEL WIRTSCHAFTET GUT Donnerstag, 9. Oktober 1952 SÜDKTTBIBR Nr. 160 / Seil« Marktferoe benachteiligt badische Textilindustrie Erklärungen des Verbandsvorsitzenden —Belastung auch durch Demontagen Lörrach. Die badische Textilindustrie, deren Zentrum Lörrach und das Gebiet des Wiesentals sind, verfügt zur Zeit über einen Auftragsbestand, der die Aufrechterhaltung der gegenwärtig guten Beschä- tigungslage etwa bis Februar nächsten Jahres garantiert, wie der Vorsitzende des Verbandes der badischen Textilindustrie, Direktor Rummler, dieser Tage anläßlich einer Veranstaltung der Handelskammer ausführte. Andererseits hält Rummler zu viel Optimismus hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung auf dem textilen Sektor nicht für angebracht. Er empfahl den Betrieben, vorsichtig zu disponieren. Denn trotz dg? wieder ansteigenden Geschäfts seien in nächster Zeit nur sparsame Bedarfsansprüche des deutschen Verbrauchers zu erwarten. Deshalb seien auch alle Voraussagen hinsichtlich der kommenden Preisentwicklung gewagt. Aus Rummlers Bericht ist weiterhin zur Kennzeichnung der gegenwärtigen Lage der badischen Textilindustrie zu entnehmen: Sie ist mit 24 Prozent an der Beschäftigtenzahl der badischen Wirtschaft beteiligt. Mit 22 Prozent der Nähfaden- hersteliung, 7 Prozent der Textilveredelung und 13 Prozent der Seidenproduktion nimmt sie einen bedeutenden Rang in der Textilerzeugung und -bearbeitung der Bundesrepublik ein. Sehr benachteiligt sind die südbadischen Textilunternehmen aber durch ihren marktfernen Standort an der Grenze der Bundesrepublik. Nur ein angemessener Frachtkostenausgleich, den die südbadische Textil-Indu- strie daraus auch fordert, könnte den zusätzlichen Kostenaufwand herabmindern und die badischen Betriebe konkurrenzfähig erhalten. Die nach dem Kriege von der französischen Besatzungsmacht vorgenommenen Demontagen in der südbadischen Textilindustrie behindern .die Welthandelsfähigkeit der Betriebe auch heute noch. 9 Prozent der Spindeln und 7 Prozent der Webstühle wurden nach Kriegsende abgebaut. In keiner anderen Besatzungszone des Bundesgebietes haben Entnahmen von textilen Betriebsmitteln in diesem Ausmaß stattgefunden. Auch die Tatsache, daß die badische Textilindustrie in der ersten Nachkriegszeit fast ausschließlich für französische Bestellungen eingespannt war, hat sie — nach Rummlers Ausführungen— im wiederbeginnenden Wettbewerb mit den Textilunternehmen im übrigen Bundesgebiet stark benachteiligt. Hier liege eine der Besonderheiten der südwestdeutschen Textilproduktion, die man bei der Beurteilung des wirtschaftlichen Ablaufs in Rechnung stellen müsse. Neuer Vorstand des südbadischen Baugewerbes Baden-Baden. Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des südbadischen Baugewerbes, die kürzlich in Baden- Baden stattfand, wurde Baumeister Wilhelm Schäfer, Freiburg i. Br., zum Vorsitzenden gewählt. Dipl.-Ing. Geis, Freiburg, der bisher den Verband geleitet hatte, wurde in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden bestellt. 1. stellv. Vorsitzender: Baumeister Louis Fischer, Offenburg, 2. stellv. Vorsitzender: Baumeister Keller, Überlingen. Als Vorstandsmitglieder wurden wiedergewählt Hummel, Baden-Baden (Schatzmeister), Läufer, Villingen, Weber, Lörrach. Neu wurde in den Vorstand berufen Dipl.-Ing. Wieland, Singen. 4,5 Millionen für Südwest-Land Wirtschaft Stu ttgart. (Eig.-Ber.) Der dritte Teilbetrag von Marshallplan-Mitteln zur landwirtschaftlichen Erzeugungssteigerung in Höhe von 45 Mill. DM wurde kürzlich freigegeben. Von dieser Summe entfallen 4 588 100 DM auf das neue südwestdeutsche Bundesland. Für die Förderung der landwirtschaftlichen Mechanisierung werden für Baden-Württemberg 2 761 000 DM an mittelfristigen Krediten bereitgestellt, und zwar für Württemberg-Baden 1 256 000 DM, für Württemberg-Hohenzollern 800 700 DM und für Südbaden 659 400 DM. Diese Mittel sind für die Kreditierung von Schlepper- und Mähdreschergemeinschaften bestimmt. Für Grünlandentwässerung und Acker- drainung stehen in Baden-Württemberg 997 500 DM zur Verfügung. Für Bereg- nungs-, Gülle- und Kartoffeldämpfanla- gen stehen 874 500 DM bereit. Der Rest der ERP-Mittel der dritten Tranche wird durch das Bundeslandwirtschaftsministerium direkt verteilt. Berücksichtigt werden folgende Projekte: Bau von Kartoffellagerhäusern, Erweiterung der Kapazität bestehender Zuckerfabriken, Verbesserung der Milchqualität durch Flaschenabfüllung und der Bau von Bio-Gas-Anlagen. — Anträge auf Zuteilung von ERP-Mitteln sind über die Landwirtschaftsämter an die Abwicklungsstellen der Landwirtschafts- minsterien zu leiten. Sie müssen dort bis zum 30. November d. J. vorliegen. Das Landesversidierungsam! in Stottgart Oberste Aufsichtsbehörde aber nicht oberste Spruch- und Beschlußbehörde Die Zuständigkeit des Landesversicherungsamts in Stuttgart erstreckt sich seit September dieses Jahres auf das gesamte Gebiet des Bundeslandes Baden-Württemberg. Damit wurde nun aber für die früheren Länder Baden und Württemberg- Hohenzollern noch nicht die dringend erforderliche oberste Instanz in Spruch- und Beschlußsachen der Sozialversicherung geschaffen. Es bleibt bis zum Erlaß eines Gesetzes bei der bisherigen Regelung, wonach die Oberversicherungsämter in den früheren Ländern Baden und Württemberg-Hohenzollern in letzter Instanz entscheiden. Nur für das Gebiet des früheren Landes Württemberg-Baden ist das Nordost-Scbwfiz für Hodirhnn-Aaisbmi Versammlung des Nordostschweizerischen Verbandes für Schiffahrt Rhein—Bodensee Wasserstraße zu Z ü r i ende von atten. Er i Frau an daß ein aucht wie ge — daß ;r bleiben , und es bevor sie „Aber ich Wenn ich nte, so — inate, nur hinterher mir alles Kola. Ich acht.“ ftmut be- ienschA-t- , daß ihr Erschrek- der Zorn, i Ahnung ;keit_ Wie lit ihrem i neu war, Verheira- bis hiergenau so ir Opera- l beinahe, rwirrung, aßt hatte, mg folgt) lumftonjer Jttantg Äonftons bett 9. Obtobet 1952 Aue nächfter Nähe Nein also, nie mehr stelle ich mich im Omnibus vor eine Sitzbank, wenn sie voll besetzt ist. Und wenn meinethalben zehnmal eine junge, hübsche Dame danach brennt, mich aus nächster Nähe zu sehen. Nein, nie mehr! Stellen Sie sich vor, ich wandie da so treu durch den Türrahmen. In demselben Moment, in dem ich von hinten auf meine Fersen getreten werde, ruft der dienstbeflissene Mann mit der Mütze, dem es doch gar nicht weh getan hat: „Bitte bis zur Mitte durchtreten!“ Ich gehe also weiter, Vor kurzem sprach der Leiter des Bezirksbauamtes Konstanz, Regierungsbaurat Franz Hitzel, in einem größeren Kreise über verschiedene Straßenbaupläne in Konstanz, wie er sie — von seinem persönlichen Standpunkt aus betrachtet — für notwendig erachtet. Es waren Pläne, die für die nahe und weite Zukunft gedacht sind; vor allem auch in Verbindung mit einer zweiten Rheinbrücke und mit der Schiffbarmachung des Oberrheins. Bei dieser Gelegenheit entwickelte Regierungsbaurat Hitzel auch den Gedanken, die Mainaustraße „stillzulegen“ und den Hauptverkehr über die Allmannsdorfer Straße zu leiten. In einem Schreiben hat nun Regierungsbaurat Hitzel diese Gedanken auch dem Oberbürgermeister gegenüber vertreten und diesen gebeten, die Gedanken „Mainaustraße nur Verkehrsader oder Lebensraum?“ unter Umständen auch im Stadtrat zur Aussprache zu stellen. In diesem Schreiben heißt es wörtlich: „Seit kurzer Zeit haben die Arbeiten zur Verbreiterung der Mainaustraße begonnen, was u. a. das Zurückverlegen besonders der südlichen Grundstücksgrenzen mit sich brachte. Mit Ausnahme der Korrektur am „Europahaus“ soll nordseits bis zum „Haus der Jugend“ alles beim „alten“ bleiben. Damit ist der Majestät Auto und somit dem Verkehr Genüge getan. d. h., ich werde geschoben, und gerate an die Stelle, wo eine junge Dame sitzt. Da war mein Haltepunkt Ich konnte nichts dafür, daß das der Haltepunkt war. Weiter ging es nämlich nicht, weil in Richtung Steuerbord auch schon gedrängt Menschen standen. Und dann kam die Kurve. Zugleich mit der Kurve mußte ich niesen. Beides zusammen klappte nicht. Ich verlor mein Zentralisationevermögen und saß im nächsten Moment auf dem Schoß der Dame. Geniest war schon. Halb im Eindruck des Erlebnisses und halb Entschuldigungen stammelnd eine gute Figur machen wollend, bemühte ich mich auf die eigenen Füße. Und jetzt kam das Tollste. Wissen Sie, was die junge Dame sagte? Sie sagte: „Ach, sind Sie nicht der Herr von der Zeitung, der kürzlich meine Gedichte zurückgeschickt hat?“ -ar friedigungen an der Nordseite gemildert werden. Bei Beherzigung dieser Vorschläge und nach Vollzug nicht zweier, sondern eines Bauabschnittes bis hinauf zum Salzberg, wäre uns Konstanzern und jedem Fremden ein Stadtgebiet gegeben, in dem man fährt und trotzdem lebt!“ * Im ersten Augenblick wird der vorstehend gemachte Vorschlag etwas unwahrscheinlich klingen. Bei näherer Ueber- legung hat er aber vieles für sich. Schon immer ist davon die Rede gewesen, daß die jetzt von Lärm erfüllte Mainaustraße durch ein ausgesprochenes Villenviertel, aber durch ein Viertel führt, in dem zahlreiche Kranke und alte Leute wohnen, die dringend der Ruhe bedürfen. Man wird abwarten müssen, wie sich die gegenwärtige Umleitung des Verkehrs durch die Allmannsdorfer Straße auswirkt. Heute aber schon dürfte feststehen, daß die Wilhelmstraße als ausgesprochene Geschäftsstraße durch die Umleitung nur gewinnt. Und es wäre zu überlegen, ob man nach dem Ausbau der Mainaustraße diese nur für Radfahrer und Fußgänger sowie für die Anlieger freigeben sollte (Kraftfahrverkehr). Die Meinung unserer Leser zu den vorstehenden Ausführungen von Regierungsbaurat Franz Hitzel zu hören, wäre interessant. Zuschriften sind an die Lokalredaktion zu richten. Wer hat ein gute» Herz? Ein Hilferuf des Caritasverbandes Dresden „Mit herzlichem Dank bestätigen wir den Erhalt Ihres letzten Paketes. Besonderen Dank auch für die Zitronen, die sofort den Weg zu dem recht schwachen Baby gefunden haben. Für alles haben wir gute Verwendung und freuten uns besonders, wieder einmal Fett und Margarine erhalten zu haben. Unter Vorrat war im buchstäblichen und übertragenen Sinn zusammengeschmolzen. Ihre letzte Sendung mit warmen Wollsachen ermutigt uns, eine Bitte vertrauensvoll vorzutragen. In den letzten Tagen sprach hier eine Arztwitwe vor, die von ihrer geringen Unterstützung lebt und alle Ausgaben für ihren 15jährigen Sohn bestreiten muß. Der 15jährige Peter hat eine Lehre angetreten und, um seiner Mutter nicht zur Last zu fallen, hat er vor Antritt der Lehre die Ferien dazu benutzt, sich durch Fabrikarbeit die allernotwendigsten Anschaffungen zu ermöglichen. Zum Schmerz der Mutter wächst er ihr täglich mehr und mehr über den Kopf. Schon jetzt ist er 1,80 m groß. Die Mutter ist ratlos, wie sie ihn bekleiden soll. Lassen sich dort wohl Jugendliche in dieser Größe auftreiben, die bereit wären, das eine oder andere Kleidungsstück für Peter zu opfern? Während des Schreibens wird uns ein zweiter Jugendlicher in dieser Größe gemeldet, namens Ludwig. Wir müssen also unsere Bitte verdoppeln und hoffen, daß sich auch die Spender verdoppeln werden. Gebraucht wird einfach alles, von der Unterwäsche an bis zum letzten oberen Bekleidungsstück, Socken und Kopfbekleidung nicht ausgenommen. Eine weitere Sorge bereiten uns Säuglinge mit schweren Ernährungsstörungen. Immer wieder werden wir 1 gefragt nach Reismehl, Eledon und Starkosan. Wir wissen, daß diese Mittel kostspielig sind, hoffen aber, daß die eine oder andere Firma doch auch einmal zu einem guten Werk geneigt ist und etwas opfert. Für weitere Lebensmittelspenden wären wir gleichfalls sehr dankbar. Mit einem aufrichtigen „Gott vergelt’s“ für all die Treue und nimmermüde Sorge verbleiben wir mit herzlichen Grüßen Caritas-Sekretariat Dresden“. * Wer hilft uns helfen? Spenden zur Weiterleitung nach Dresden können beim Caritasverband Konstanz, Gartenstraße 6, abgegeben werden. Mainauftraße oder AllmannsOorfer Straße? Eine beachtenswerte Anregung im Zusammenhang mit der zukünftigen Stadtplanung Zroei oerOtente Päöagogen Vierzig Jahre im Volksschuldienst tätig Es erwächst nun die Frage, ob dies tatsächlich genügt oder ob der nichtmotorisierte Mensch — nämlich die Masse der i Steuerzahler — noch ein Anrecht auf einen Lebensraum außerhalb der nackten Piste hat, der geeignet ist, das ihm durch den wachsenden Verkehr Zugemutete zu erleichtern. Früher handelte es sich bei unserer Mainaustraße in diesem Teil um eine ausgesprochene Wohn-, Schul-, Kirehen- und Sanatoriumstraße, ein Attribut, das wieder zurückgerettet werden sollte, sofern man mit der Gesundheit und den in den genannten Instituten investierten Geldern ökonomisch umzugehen gewillt ist. Es geht dabei um das allgemeine Kran- ; kenhaus, Frauenklinik, Gymnasium, Kinderkrankenhaus, Pauluskirche, Sanatorium „Konstanzer Hof“ und eine beachtliche Anzahl von Wohnhäusern. Eine erhebliche Verbesserung könnte erreicht werden, wenn man geradlinig und somit mit weniger Gefälle den allgemeinen . Fähreverkehr heute schon über die Allmannsdorfer Straße leitet, was morgen doch zwingend kommen muß. um einen organischen Anschluß an die zukünftige Bundesstraße 33 zu gewinnen. Neben dem akustischen könnte dann der optische Lärm wohltuend auf der Mainaustraße durch Be- f seitigung der alten „wilhelminischen“ Ein- An einem Giebel... Zu einer schlichten Feier vereinten sich Lehrerschaft der Knabenvolksschule Petershausen, der Wallgutschule, Vertreter der Schulbehörde und Geistlichkeit, um des unermüdlichen, segensreichen vierzigjährigen Schaffens zweier verdienter Lehrer, des Rektors Karl Friedrich Krieg und des Hauptlehrers Karl Wilhelm Krieg zu gedenken. Rektor Karl Friedrich Krieg wirkt seit 40 Jahren an der Volksschule Konstanz. 1948 wurde er zum Rektor ernannt. Er ist zugleich stellv. Gesamts chulleiter der Volksschule Konstanz. Im kath. Vereinsleben der Stadt steht er an führender Stelle und ist außerdem noch heute Geschäftsführer und stellv. Vorsitzender der Kath. Erzieher-Arbeitsgemeinschaft, im Bodenseegebiet. Hauptlehrer Karl Wilhelm Krieg, seit 1936 in Konstanz, kann nicht nur auf 40 Jahre Schaffen im Schuldienst, sondern auch auf eine 40jährige Dirigententätigkeit zurückblicken. Er ist Organist der Pauluskirche, leitet den evang. Kirchenchor Petershausen und ist außerdem noch als Chorleiter des Gesangvereins „Gemütlichkeit“ tätig. Kreisechulrat Diesch sprach beiden Ju- bilaren mit warmen Worten den Dank der Schulbehörde aus und überreichte ihnen Glückwunschschreiben des Unterrichtsministeriums. Er wies auf die hohen Anforderungen und Aufgaben hin, die der Erzieherlauf stellt. Beide Jubilare, Teilnehmer des ersten Weltkrieges und Kriegsversehrte, unterzogen sich dieser Aufgabe mit — viel Liebe und Geduld und lösten sie unter Einsatz ihrer ganzen Persönlichkeit aufs beste. Direktor Trautwein vom örtlichen Schulamt überbracbte die Grüße und den Dank der Stadtverwaltung, der evangelischen Geistlichkeit und würdigte, sowie auch Stadtpfarrer Ganner, die Verdienste beider Jubilare auf schulischem, religiösem und kulturellem Gebiet und sprachen ihre herzlichen Glückwünsche aus. Hauptlehrer Allgaier sprach im Namen des Lehrerkollegiums beiden Jubilaren unter Ueber- reichung eines Geschenkes Dank und Anerkennung aus, verbunden mit den besten Wünschen für weiteres Wohlergehen. Wohlgelungene Chordarbietungen und Gedichtvorträge, die die Verehrung und Verbundenheit der Schüler zu ihren Lehrern zum Ausdruck brachten, umrahmten die eindrucksvolle Feier. Nach Lugano unt) zur Infel Mafnau Offizieller Empfang für die 450 DER-Vertreter Der Konstanzer Maler Sepp Biehler, dessen eigenwilligen Arbeiten wir an vielen Stellen in Konstanz begegnen, hat im Sommer dieses Jahres einen größeren Auftrag in Badens nördlichster Stadt, in Wertheim am Main erhalten. Im Auftrag der Fränkischen Wohnbaugenossenschaft hat der Künstler am Giebel eines großen Flüchtlingswohnblocks ein in Sgrafltto-Technik geschaffenes Wandbild angebracht, das in stilisierter Strenge einen ' vtn&t Engel darstelit, in dessen Schutz die Heimatvertriebenen stehen. Das Werk hat in Wertheim Zustimmung und Anerkennung gefunden, so daß Sepp Biehler auch mit der künstlerischen Ausgestaltung des neuerbauten Lehrlingsheimes beauftragt wurde- Wahrscheinlich wird der erfolgreiche Konstanzer Künstler auch mit der Schaffung eines repräsentativen Wandbildes an der neuen Wertheimer Bezirksgewerbeschule beauftragt werden. An der zur Zeit in Konstanz stattfindenden DER-Vertreter-Versammlung beteiligen sich 427 Reisebürovertreter aus der gesamten Bundesrepublik. Die Tagung, die am Dienstag begonnen hatte, sah bisher verschiedene Sitzungen des Arbeitsausschusses sowie Dampferrundfahrten vor. Heute Donnerstagvormittag findet im Konzil die Vertreter-Vollversammlung statt, während der Direktor Käppler (Frankfurt), der Geschäftsführer des Deutschen Reisebüros GmbH., Direktor Friedrich (Essen), der Vorsitzende des Arbeitsausschusses der Interessengemeinschaft der DER-Vertre- tungen sowie Ministerialdirektor Dr.Pischel von der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn in Offenbach sprechen werden. Am Nachmittag führt ein Sonderzug die Tagungsteilnehmer nach Schaffhausen Augen auf im Straßenverkehr! und am Freitag nach Lugano. Am Schlußtag der Versammlung, dem Samstag, ist eine Besichtigung der Insel Mainau, ein Empfang durch Graf Bernadotte sowie ein Besuch der Stadt Meersburg vorgesehen. Nach den Arbeitssitzungen am Vor- und Nachmittag gab die Stadt Konstanz in Verbindung mit der Spielbank am Mittwochabend im oberen Konzilsaal einen Empfang, an dem 450 Personen — darunter 40 Vertreter aus dem Ausland — teilnahmen. Oberbürgermeister Knapp entbot den Gästen einen herzlichen Willkommensgruß im Namen der Stadtverwaltung und der Spielbank. Der Geschäftsführer der Deutschen Reisebüros GmbH., Direktor Käppler (Frankfurt) sprach im Namen der Gäste der Stadt Konstanz den Dank aus für den liebenswürdigen und festlichen Empfang. Die Auswirkungen dürften im nächsten Jahr für Konstanz und das Bodenseegebiet ihre Früchte tragen. Der unterhaltende Teil wurde von der Kapelle Welser und dem Kabarett „Kaktus“ mit Alfred Rasser in der Hauptrolle bestritten. Die Tage werden kürzer Die Sonne wird uns jetzt wieder die Tage kürzen. Der Oktober soll kalt werden, die Abnahme der Tageslänge dagegen ist konstant. In nüchternen Zahlen ausgedrückt: Die Tageslänge betrug noch am 1. Oktober elf Stunden und 39 Minuten. Ohne Dämmerung gerechnet, könnte also die Sonne diese höchst mögliche Maximaldauer am Himmel sein in unseren Breiten. Am 31. Oktober werden es aber nur noch neun Stunden und 51 Minuten sein. Der Tag verliert im Laufe des Monats Oktober eine Stunde 48 Minuten an der Tageslänge. Die Zeit der langen Abende ist gekommen, die Lichtrechnungen steigen. Der Mond will auch nicht den Lückenbüßer machen. Nur einmal am 3. Oktober war Vollmond. Die dabei oft fälschlich behauptete Wetteränderung blieb aus. Als Neumond wird sich der Erdbegleiter erst wieder am 18. Oktober einstellen und auch nur in den frühen Vormittagsstunden. In den letzten Tagen des Monats gibt es am dämmrigen Abendhimmel das letzte Viertel des Mondes. Bei dem wachsenden Interesse für den Sternenhimmel sei noch erwähnt, daß der Planet Mars durch das Stemenbild des Schützen ostwärts wandert und über den ganzen Monat gegen 21 Uhr hinter dem Südwesthorizont verschwindet. Dem Sonnenuntergang folgt der Stern „Venus“. Er ist damit in den folgenden Monaten wieder Abends tem. - Bilder: Finice EIN STRAHLENDER SOMMER verlosch . Glanzvolle Tage verblichen . Da nun der kühle Herbstwind mit den von den immer kahler werdenden Bäumen zu Boden taumelnden dürren Blättern spielt und rauschende Regengüsse die Straßen überrieseln, sind die lichtvollen Tage und Nächte, wie sie gerade dieser vergangene Sommer uns in so verschwenderischer Fülle schenkte, endgültig vorüber. Einmal noch, zum Abschied vom Bodenseesommer, sind jetzt die altehrwürdigen Bauten nachts wieder angestrahlt. Gleich Lichtern, die vor dem völligen Verlöschen noch einmal aufflackern, so umflutet auch jetzt ein letztes Mal in altem Glanze das Scheinwerf erlicht die historische Konzilstadt Theater um ein Theater Kurzes Gastspiel auf der Reichenau — Der „Intendant“ geflüchtet Die idyllische Reichenau, die „Insel des Friedens“, hat seit dem 30. September ihren Theaterskandal. Es handelt sich dabei, was ausdrücklich feetgehalten werden muß, nicht um jene Laienbühne, die während der Sommermonate im Klosterhof „Des Meeres und der Liebe Wellen“ und „Jedermann“ mit so viel Liebe und Theaterfreude aufführte. Es geht in diesem Falle um ein „Süddeutsches Gastspieltihea- ter“, das zwar eine kurze, aber kostspielige Gastrolle gab und schließlich auf der Insel wie auch in Konstanz manche Enttäuschung hinterließ. Der Sachverhalt: Ende August kam in ein Hotel in Mittelzell ein 34jähriger Mann aus Erfurt, Erich Hubert mit Namen, der sich als Intendant der „Süddeutschen Gastspieltheater“ ausgab und dort für das noch zu erwartende künstlerische Personal einige Zimmer mietete. Um seinen Kredit zu erhöhen, wurde gleich eine „Chefsekretärin“, übrigens eine Konstanzerin, für 6—700 Mark nebst deren Wagen engagiert. Diese Chefsekretärin war schließlich die einzige, die 2000 DM Stammkapital in die Gesellschaft mitbrachte. Jetzt entfaltete sich ein umfangreicher Briefwechsel mit allen möglichen Firmen. Dazu waren aber wiederum Büromaterialien notwendig, die zu einem beträchtlichen Wert aus Konstanz bezogen aber später wieder abgeholt wurden. In einem Händlerblatt in Würzburg erschien dann zur gleichen Zeit ein verlok- kendes Stellenangebot, wonach Einzelverkäufer und Kolonnenführer für eine „einzigartige Werbungs- und Verkaufsmöglichkeit“ leicht und billig 300 bis 1200 DM monatlich verdienen könnten. Dieses Angebot lockte manchen Vertreter, die sich dann auch gleich zahlreich um einen solchen Verdienst bewarben. Fast zur gleichen Zeit kamen aus München über eine Bühnenvermittlung elf Mann künstlerisches Personal, Spielleiter, Schauspieler und Musiker. Sie wurden zum Teil mit einem der drei inzwischen gemieteten Autos in der bayerischen Hauptstadt abgeholt. Was aber haben die Einzelverkäufer und Schauspieler in diesem Falle Gemeinsames? Der „Intendant“ hatte eine prächtige Idee: Die Vertreter sollten im Bodenseegebiet, Hegau, Linzgau und Schwarzwald (später im gesamten Bundesgebiet) nicht nur Theaterkarten verkaufen, sondern zugleich auch dafür sorgen, daß der mit der Kunst gekoppelte Textilverkauf entsprechenden Absatz findet Dieser Dreh war so gedacht (und auch ein- bis zweimal praktisch ausgeführt)! Vier Werbekolonnen organisieren neben dem Kartenverkauf zugleich eine Modenschau vor oder nach der Theatervorstellung, mit dem deutlichen Hinweis, daß an Ort und Stelle Bestellungen entgegengenommen werden. Eine allerdings problematische Kopplung zwischen Kunst und Geschäft. Ende September erfolgte dann in Markdorf der Start mit dem Märchenspiel von „Hansel und Gretel“. Das war am Nachmittag, und gleich die erste Pleite. Abends sollte die Schwankoperette „Allee über Eva“ ein „unbeschwertes Spiel“ sein, das sich vorher auf der Reichenau mit einer Abendkasse von 423 DM als ein Kasssn- magnet erwiesen hatte. Ueber den künstlerischen Wert des Ensembles gilt es hier nicht zu urteilen. Die Leute von der Kunst probten, machten Pläne, hofften weiter auf ihre Gagen, die je nach Charge auf 250 bis 750 DM vertraglich festgesetzt waren, aber nie ausbezahlt wurden. Statt dessen mußten die Schauspieler im Hotel auf Pump leben, was ihnen dann in der Monatsgage abgezogen werden sollte, aber nicht gemacht werden konnte, da weder der Gastronom noch die Schauspieler jemals Geld zu sehen bekamen. Schließlich mußten der Hotelier wie der Benzin- Mann von „schräg gegenüber“ rund 2500 und 750 DM auf das Minuskonto buchen. Das Vertrösten der Schauspieler auf Gage ging so lange, bis einer von ihnen zur Gendarmerie ging und dort Anzeige erstattete. Jetzt schien für Erich Hubert der Boden auf der Reichenau zu heiß geworden zu sein. Unter dem Vorwand, in Konstanz Geld zu holen, verschwand er spurlos in den Morgenstunden des 30. September. Was übrigblieb war ein materieller und moralischer Trümmerhaufen. Das Warenlager. dessen Wert auf rund 10 000 DM geschätzt wurde, konnte gerade noch recht zur Entschädigung zahlreicher Gläubiger aus der näheren und weiteren Bodenseegegend vor einem etwaigen „Schwund“ gerettet werden. Den engagierten Schauspielern blieb nichts anderes übrig, als enttäuscht und z. T. auf Kosten des Konstanzer Fürsorgeamtes nach München zurückzukehren. Das war wirklich ein bitteres Ende für viele Menschen, die auf eine sichere Existenz hofften oder Geld in das Unternehmen steckten. Hauptgeschädigte sind das Hotel, die Chefsekretärin und einige andere Reichenauer und Konstanzer, die allzu große Hoffnungen auf dieses „Unternehmen“ gesetzt hatten. Für eie alle ist und bleibt der „Intendant“, der so selbstbewußt aufzutreten verstand, ein — Betrüger. Was zu dieser Theater-Geschichte aber noch gehört, ist das Urteil des Konstanzer Schöffengerichts von Ende Mai 1952! Wegen einer Reihe von Delikten (begangen 1951 in Pfullendorf und Donaueschingen), die nun auf der Insel Reichenau wieder fortgesetzt wurden, bekam Erich lAbert eine Gefängnis- und Geldstrafe von einem Jahr bzw. 220 DM zudiktiert. Acht Monate und 22 Tage Untersuchungshaft wurden ihm damals im Mai abgerechnet. Verblieben also noch knapp drei Monate nach dem Urteilsspruch, die der jetzt flüchtige Hubert abzusitzen hatte. Fast auf den Tag genau begann dann das Reichenauer Gastspiel, das „Theater um ein Theater“, h. Donnerstag, 9. Oktober 1952 SÜDKURIER Nr. 160 / Seite 6 Wohnungsamt unö Wohnungsbercchtlgungsfchcinc Wir veröffentlichen nachstehend weitere Zuschriften aus unserem Leserkreis, die uns zu den aktuellen Themen Wohnungsamt und Wohnungsbewirtschaftung zugingen. Genau nach dem Gesetz verfahren... Ja, gibt es denn in Konstanz überhaupt eine Wohnrautnbeschränkung für gewisse Kreise? Ich denke da an die vielen seit 1945 Zugezogenen, die finanziell gut gestellt sind und es in kurzer Zeit zu einer Wohnung gebracht haben, obwohl sie nicht wohnungsberechtigt waren. Zur gleichen Zeit wurden die Wohnungen nach Dringlichkeitsstufen vergeben. Dabei wurden seit längerer Zeit Wohnungssuchende, sowie Jungverheiratete Einheimische rücksichtslos übergangen. Als man die höchste Vordringlichkeitsstufe erreicht hatte, wurde alles geändert und es ging plötzlich nach Datum der Antragstellung. Dafür gilt aber das gleiche, denn zum Beweis haben wir heute in Konstanz noch Wohnungssuchende aus den Jahren 1945—1948. Wo blieb da die straffe Durchführung von Gesetz und Bestimmungen? Die zweite Frage lautet: Soll straff nach dem Gesetz verfahren werden? Jawohl, es muß endlich einmal eine straffe, unparteiische Hand hervortreten, die nicht nur die Wohnungsanträge genau der Reihenfolge nach, ohne Ausnahmen, erledigt, sondern die auch das Recht hat, jeden Quadratmeter Wohnfläche zur Bewirtschaftung rücksichtslos heranzuziehen. Erfassung aller Wohnungen, die unterbelegt sind, denn vor dem Gesetz sind wir alle gleich. Es geht nicht an, daß ein kinderloses Ehepaar eine ganze Villa bewohnt oder zwei alte Fräuleins eine Sechszimmerwohnung belegt haben. Nur so kann die Notlage beseitigt werden. Bisher wurde sie nur ausgenützt und von der unentschlossenen Haltung verantwortlicher Herren unterstützt. Es sage niemand, daß für große Bauvorhaben kein Geld vorhanden ist. In Konstanz ist die Wohnungsfrage so dringend, daß jeder Pfennig nur für den Wohnungsbau zu verwenden ist. Lieber soll eine Straße Zuwachsen, als wie die Moral und Sittlichkeit hinter den Häuserwänden versinken lassen. Es nützt die beste Erziehung nichts, wenn selbst Eheleute mit einem heranwachsenden Kind in einem Bett schlafen müssen. Das sollte einmal unterbunden werden, dann bekommen wir gesunde und lebensfrohe Kinder. So könnte man immer weiter schreiben und aus dem eigenen Leben berichten, das ich seit sechs Jahren in einem Raum von 11,8 qm mit drei Personen lebe. E. K. Ein Vorschlag Solange Angebot und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt in keinem tragbaren Verhältnis zueinander stehen, kann auch nicht von einer freien Marktentwicklung auf diesem Gebiete die Rede sein. Die Tätigkeit des Wohnungsamtes stellt aber auch gegenüber den Bestrebungen einer freien Marktentwicklung kein hemmendes Zwangssystem dar. Seine Hauptaufgabe besteht darin, das viel zu geringe Angebot des Wohnungsmarktes in der möglichst gerechtesten Weise auf die übergroße Zahl der Wohnungssuchenden zu verteilen. In der Arbeit eines Wohnungsamtes in einer Großstadt hatte sich nach den mannigfachsten Versuchen folgende als die allen Beteiligten noch am gerechtesten erscheinende Praxis entwickelt: 1. Alle frei werdenden oder neu erstellten Wohnungen mußten unter Verwendung einer Meldekarte dem Wohnungsamt gemeldet werden. 2. In Anschlägen beim Amt und in den Zeitungen wurde dieses Angebot unter Angabe des Bezugstermins, der Größe der Wohnung und des Mietpreises laufend öffentlich bekanntgegeben. Dadurch war es jedem beim Amt eingetragenen und anerkannten Wohnungssuchenden möglich, sich selbst durch persönliche Fühlungnahme mit dem Vermieter den Abschluß eines Mietverhältnisses zu bemühen. Dem Vermieter stand unter Darlegung seiner Gründe das Vorschlagsrecht zu. 3. Der Abschluß des Mietverhältnisses bedurfte der Zustimmung des Wohnungsamtes, der in einem besonderen Ausschuß dem nach Lage der jeweiligen Verhältnisse am dringendsten erscheinenden Bewerber den Zuschlag erteilte. Um aber auch tatkräftig die Wohnungsnot lindem zu helfen, machte das Woh- nungs- und Siedlungsatnt von folgenden jeder Gemeinde gebotenen Möglichkeiten weitgehendst Gebrauch: 1. Gewährung von Mietbeihilfen an vorübergehend sich in wirtschaftlicher Notlage befindenden Wohnungssuchende, insbesondere im Hinblick auf die Gesunderhaltung von Familien mit mehreren Kindern. 2. Grundsätzliches Verbot, vorhandenen Wohnraum zu anderem Zwecken zu verwenden, es sei denn, daß ein entsprechender Ersatz durch Aus-, Um- oder Neubau geschaffen wird. 3. Rückführung des zweckentfremdeten Wohnraumes. Es wurden sämtliche zweckentfremdeten ehemaligen Wohnungen erfaßt mit der Aufgabe an den Inhaber, durch anderweitige Unterbringung seines Betriebes den Wohnraum dem Wohnungsmarkt wieder zuzuführen oder Ersatz durch Aus-, Um oder Neubau zu schaffen. In Zusammenarbeit mit den Inhabern der zweckentfremdeten Räume — insbesondere den verschiedensten Behörden in solchen Räumen —, den Hausbesitzerorgani- sationen, der Baupolizei und dem Woh- nungs- und Siedlungsamt war ein durchaus zufriedenstellender Erfolg gewährleistet, zumal die Mittel für neu erstellten Ersatzraum aus den Mieteinnahmen wenn auch langfristig, so doch wieder gedeckt werden konnten. 4. Genaueste Erfassung allen unterbelegten Wohnraumes zugunsten der Wohnungssuchenden. 5. Förderung des Um- und Ausbaues von Wohnungen durch Gewährung von unverzinslichen Baudarlehen, die aus der Mieteinnahme zurückzuerstatten sind. 6. Aufstellung von Behelfsheimen in für Dauerkleingärten geeignetem Gelände, die später als Wohnbauten verwendbar bleiben können. Die sich aus diesen Maßnahmen ergebende finanzielle Belastung des Stadthaushaltes wurde aus den Rückflüssen auf die aus-städt. Anleihen in den Vorjahren ausgegebemerm Baudarlehsn gedeckt Nicht unerwähnt soll schließlich bleiben, daß natürlich der Wohnungsneubau im Rahmen des jeweils Erreichbaren am stärksten gefördert wurde. R. W. Neue Löfung: Schräg zur Straße Wohnblock Jahnstraße 10—14 mit Neuerungen im lokalen Wohnungsbau teiillf Obwohl die Gerüststangen noch bis in die oberen Stockwerke reichen, ist der neue Block in der Jahnslraße 10—14 seit einigen Tagen von den ersten Mietern bezogen worden. SSuräe ®tablnad)dd)ten Erzbischof Dr. Wendelin Rauch hat den Verzicht des Münsterpfarr^rs und Geistl. Rat Ernst Kuenzer auf die Münsterpfarrei Konstanz mit Wirkung vom 1. November angenommen. Münsterpfarrer Geistl. Rat Kuenzer war am 14. Juni 1925 als Nachfolger des zum Domkapitular ernannten späteren Erzbischofs Dr. Conrad Gröber als Pfarrer am Konstanzer Münster investiert worden. Ihr 40jähriges Ehejubiläum begehen morgen Freitag die Eheleute Otto Nähring und Helene, geh. Schröder, wohnhaft in der Waldsiedlung Reichenau. Die Eheleute Nähring sind Flüchtlinge und kamen im vergangenen Jahr mit Umsiedlern nach Konstanz. Ein aus der Moosbruggerstraße kommender 37 Jahre alter Lkw.-Fahrer stieß an der Einmündung Moosbrugger—Brauneggerstraße mit einem 20 Jahre alten Kraftradfahrer zusammen. Der Motorradfahrer erlitt leichtere Verletzungen. Die beiden Fahrzeuge wurden beschädigt. Im Schwaketenwald wurde ein 48 Jahre alter Mann erhängt aufgefunden. Der Tod dürfte bereits von etwa zehn Tagen eingetreten sein. Die Industrie- und Handelskammer beginnt heute abend in Saal 7 der Handelsschule mit ihren Fortbildungsabenden in Warenkunde für den Berufsnachwuchs im Lebensmittelhandel. Morgen Freitagabend veranstaltet die Wissenschaftliche Vortragsgemeinschaft in Verbindung mit dem Verband der Freunde der Universität Freiburg im Bürgersaal einen Vortrag über den Arzt und Naturphilosophen Paracelsus. Redner ist der Freiburger Medizinalhistoriker Prof. Dr. Joseph Schumacher. Der Turnverein Konstanz 1862 e.V. hält am Samstagabend im „Bauhof“ eine Monatsversammlung mit Vortrag über „Die Revolution 1848/49 und die Tumbewegung“ ab. Gleichzeitig wird über die bisherigen Vorarbeiten zum Deutschen Turnfest 1953 in Hamburg berichtet. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Bezirk Bodensee, hat am SamstagKonftanzer Sportvereine finö (ich einig Die Interessen-Gemeinschaft der Konstanzer Sportvereine bewies anläßlich ihrer letzten Zusammenkunft, daß sie trotz der Kürze ihres Bestehens ein geeignetes Instrument geworden ist, um die vielfältigen Gesichtspunkte ihres Aufgabengebietes in kameradschaftlicher Weise zu klären. Die Turnhallenfrage, die noch im vergangenen Jahre in einem anderen Gremium langer Debatten bedurfte (um dennoch unbefriedigend zu enden), führte nach kurzer Zeit zur Aufstellung eines gemeinsamen Planes, der dem Stadtausschuß für Leibesübungen zur endgültigen Genehmigung vorgelegt werden soll. Was in den letzten Wintern nicht möglich war, nämlich die Schottenturnhalle durch den Einbau von Drahtgittern auch beschränkt für Ball- KLEINE STADTGESCHICHTE: Rechnung bezahlt - Aöleu! ln einem Gasthaus hatte sich dieser Tage eine Hellseherin, die sich bescheiden selbst als „große Menschenkennerin“ bezeichnete, auf Kundendienst eingestellt. Sie versprach ein paar Tage hier zu bleiben, um den lieben Frauen und Männern, die die Neugierde oder auch manche Mühsal drudcte, ihr Leben und ihre Ehe samt Geschäft und seelischen Störungen zu deuten. Dagegen sei nichts gesagt, denn Hellsehen ist eine Kunst, die verstanden sein will ... Das sagte sich wohl auch der Wirt des Hauses, als er am letzten Sonntag entgegen der hellseherischen Prognose der Frau mit Menschenkenntnis eine Wette geuxmn. Nun, auch dies ist nicht schlimm. Es ist überhaupt nichts Schlimmes an dieser Geschichte, denn die Frau bewies Haltung und bezahlte noch am Montag die Rechnung, verschwand dann allerdings in der gleichen Nacht, ohne daß es der Wirt bemerkte. Möglich, daß die Menschenkennerin die Kriminalpolizei — hellgesehen hatte. spiele zu benützen, wurde durch den Entschluß der Vereine, diese Schutzvorrichtung vor den Fenstern selbst zu erstellen, praktisch gelöst. Auch der Tennissport soll in diesem Winter in der Halle ein Betätigungsfeld erhalten. Die Sorgen des Aero- und Kanu-Clubs um Unterbringung ihrer wertvollen und empfindlichen Sportgeräte während der kalten Jahreszeit konnten dagegen noch nicht gebannt werden. Man muß weitersuchen, um für die auseinandergenommenen Flugmaschinen einen geeigneten Lagerraum ausfindig zu machen und weiter sehen, ob nicht auch in Konstanz ein Bootshaus erstellt werden kann, das den Ansprüchen, die in der größten Stadt des Bodensees durch Konstanzer und auswärtige Kanuten gestellt werden, genügt. Anläßlich des 90jährigen Jubiläums des Turnvereins 1862 wird Konstanz am 13. und 14. Dezember die beiden schweizerischen Weltmeister Stalder und Eugster sehen. Es ist bekannt, daß die Jugendherberge bei weitem nicht den Anforderungen genügt, die an sie gestellt werden. Konstanz ist aber nach wie vor einer der größten Anziehungspunkte auch für Sportmannschaften aller Art und aus allen Gegenden. Um die Möglichkeit Uebernachtungs- und (billige) Wohngelegenheit zu erweitern, diskutierte die Versammlung den Vorschlag von Lehmann (VfL), das eingezäunte Gelände rings um das Stadion nach und nach zu einer Art Olympischem Dorf auszubauen. Dadurch würde auch gleichzeitig die Möglichkeit geschaffen, ständig Fach- und Vorbereitungskurse nach Konstanz zu bekommen. Das Jugendzeltlager in diesem Sommer war ein Anfang. Die Vereine waren sehr interessiert daran, solche Lager durch Schaffung der notwendigen Unterkunftsräume zu einer ständigen Einrichtung werden zu lassen. Der Stadtverwaltung soll ein solcher Vorschlag unterbreitet werden. abend im St. Johann (Nebenzimmer) eine wichtige Mitgliederversammlung, auf der u. a. ein vorläufiger Tätigkeitsbericht 1952 gegeben wird. Die Männerriege und älteren Turner des Turnvereins Konstanz treffen sich am Sonntag, 12. Oktober, mittags, am Petershauser Schulhaus zu einer Wanderung, Ziel: „Adler“ in Allmannsdorf. Die Wissenschaftliche Vortragsgemeinschaft Verband der Universität Freiburg veranstaltet am Freitag im Bürgersaal einen Vortrag von Universitätsprofessor Dr. Dr. J. Schumacher über Paracelsus. Bahnbuslinie Karlsruhe—Konstanz auch im Winter Die Bahnbuslinie Karlsruhe—Konstanz, die nur für den Sommer vorgesehen war, wird auch jetzt noch so stark benutzt, daß sie den ganzen Winter über weiter gefahren wird. Der Fahrplan wird unverändert beibehalten. Die Wagen verkehren werktags ab Karlsruhe 5.45, an Konstanz 12.38, ab Konstanz 17.30, an Karlsruhe 0.22 Uhr. Sie fahren von Konstanz über Radolfzell, Singen, Donaueschingen, Bad Dürrheim, Villingen. Freudenstadt, Rastatt auf den schönsten Schwarzaldsitraßen mit Zu- und Aussteigmöglichkeiten auf allen Halten der ganzen Strecke. An die Fußgänger wurde gedacht! Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Mainaustraße ergab sich die Notwendigkeit, den Kraftfahrzeugverkehr auch durch das Gütle umzuleiten. Aber es tauchte eine Schwierigkeit auf, die besonders den Fußgängern zu schaffen machte: Das „Gütle“ hatte keine Beleuchtung und so konnte es passieren, daß Fußgänger in den Abend- und Nachtstunden an einen der zahlreichen Bäume rannten oder vielleicht von einem Auto angefahren worden wären. Das Elektrizitätswerk hat nun mit beachtenswerter Schnelligkeit zwei hell leuchtende Lampen angebracht, so daß jede Gefahr behoben sein dürfte. Schönen Dank für die prompte Arbeit! Herbstkonzert des MV Wollmatingen Das Herbstkonzert des Musiikvereins Konstanz-Wollmatingen im Saal des „Rößle“ wurde zu einem vollen Erfolg. Der erste Vorstand, Apotheker Dr. Schlund, konnte zu Beginn des gut besuchten Abends eine große Zahl von Gästen, darunter auch aus der benachbarten Schweiz, begrüßen. Verwaltungsratmitglied Albert Schillinger sagte mit launigen Worten die einzelnen Programmnummem an. Eine angenehme Abwechslung bildete das Cellosolo von Apotheker Dr. Schlund. Stürmischen Beifall fanden die drei Humoristen des Arbeiterbildungsvereine Konstanz. Lebhaft war auch die Beteiligung am Rätselraten. Es konnten einige schöne Preise vergeben werden. Abschließend spielte eine Kapelle noch zum Tanz auf. In der Jahnstraße geht es zur Zeit Schlag auf Schlag. Nachdem erst in den Flüchtlingsblock elf Familien einziehen konnten, begann vor einigen Tagen für 28 Parteien der Einzug im großen Wohnblock, der die Hausnummern 10—14 tragen wird. Dieser neue Block bringt für den lokalen Wohnungsbau insofern eine Neuerung, als in dem mächtigen Haus vier verschiedene Typen von Wohnungen eingerichtet wurden: 12 Zwei-Zimmerwohnungen, acht Dreizimmerwohnungen, vier Drei- und vier Vier-Zimmerwohnungen. Wie der Zasius- block, so ist auch dieses große Haus zum größten Teil durch Mittel der freiwilligen Wohnungsbauhilfe finanziert worden. Auch dieser Bau, der voraussichtlich den Namen „Jahnblock“ tragen wird, verfügt als Beispiel bescheidenen Komforts für jede Wohneinheit über einen Flur, Kleinbad und Kochnische bzw. je nach Größe der Familie eine Küche. Neu an dem Jahnblock ist seine Lage, die nicht parallel zur Straße führt. Um das Haus vor Lärm und Straßenverkehr zu schützen, wurde es abseits und schräg zur Jahnstraße gebaut. Das Vorgelände soll dafür als Gartenanlage dienen. „Wegen 29 Mark“ Zu der Erklärung von Stadtrat Federspiel in der letzten Stadtratssitzung (s. Südkurier vom 7.10.), daß das Städt. Hochbauamt nicht zu sparen verstünde und hierbei das Haus Brüelstraße 11 als Beispiel anführte, schreibt der Leiter des Hochbauamts, Baurat B. Schwan, u. a.: „Die Scheidegrenze., wo der; soziale Wohnungsbau zu* 'einem asozialen wird, ist nur sehr schmal. Es kann unserer Meinung nach nicht verantwortet werden, wegen der Aufwendung von einigen geringfügigen zusätzlichen Mitteln Dinge wegzulassen, die heute eben einfach notwendig sind und deren Verwendung im sozialen Wohnungsbau von allen Wöhnungsfachleuten der ganzen Welt dringlich verlangt werden. Eine Mindestforderung des wirklich sozialen Wohnungsbaus ist, daß eine Wohnung ein Bad oder mindestens eine Dusche hat — wobei die Dusche nicht viel weniger kostet als ein Bad. Wie das Bad auszusehen hat, darüber gehen die Meinungen sehr auseinander, mindestens soweit es die Laien betrifft. Der Baufachmann, der nicht nur eine Wohnung i baut, sondern auch an ihre laufende Unterhaltung denkt, macht sieh hierüber andere Vorstellungen als derjenige, der nur die Kosten der einmaligen Anschaffung überblickt. Die Kosten für die sogenannte „Ver- kachelung“ (in Wirklichkeit sind än der Brüelstraße 11 nur die dem Wasser unmittelbar ausgesetzten Stellen mit billigen Wandplatten zweiter Wahl belegt), machen im Jahnblock z. B. gegenüber einer ohne Platten errichteten Wand ganze 29 DM bei einer Wohnung aus! Sich wegen 29 DM aufregen und das Hochbauamt der Verschwendung zeihen, geht u. E. doch zu weit! Ich bin der Auffassung, daß wir es richtig gemacht haben, und daß die Stadt allein an Bauunterhaltung in einigen wenigen Jahren diesen Betrag längst wieder eingespart hat. Die verwendeten Wannen sind preiswert als zweite Wahl erworben worden und kosten nicht mehr als eine freistehende gleich gute Wanne“. Eoangelifche ßezirhsfynoöe in RaÖolfzell In Radolfzell fand dieser Tage nach zweijähriger Pause eine ordentliche evangelische Bezirkssynode statt, auf der sämtliche Pfarreien des Dekanats Konstanz vertreten waren. Dekan Mono, der Leiter der Synode, gab einen ausführlichen Bericht über die allgemeinen religösen und kirchlichen Zustände im Dekanat, dessen Ergebnis in verschiedenen Anträgen seinen Niederschlag fand. Die Zahl der Mitglieder der evangelischen Kirche ist in den verflossenen zwölf Jahren von 23 000 auf 49 000, besonders durch den Zustrom von Flüchtlingen im Dekanat Konstanz gewachsen. Dabei sind von insgesamt 120 Räumen für den Gottesdienst nur 18 Kirchen. Da für den Zusammenhalt der Gemeinden eine würdige Stätte für den Gottesdienst von größter Bedeutung ist, hat sich die Syoode an den Oberkirchenrat und an das Gu6tav-Adolf-Werk mit der Bitte gewandt, das Dekanat auch ■weiterhin durch Bereitstellung von Mitteln für die geplanten Bauvorhaben zu unterstützen. Während der Kirchenbau in Möhringen abgeschlossen .ist, wird in Unteruhldingen noch gebaut. Gleichzeitig wurde an den Oberkirchenrat die Bitte gerichtet, Mittel für die Errichtung eines Melanchthonhei- mes in Konstanz als Heimstätte für aus- Für unö gegen Öen Laöenfchluß am Mittroochnachmittag Die Frage des Ladenschlusses am Mittwoch- nachmittag bewegt wieder aufs neue die Einwohnerschaft. Bereits sind auch schon der Lokalredaktion eine Reihe von Zuschriften zugegangen. Wir heben die nachfolgenden zwei als typisch hervor: „In der Frage des Mittwochnachmittag- Ladenschlusses gehen die Ansichten der verschiedenen Geschäftsleute und auch der Angestellten auseinander. In fast allen größeren Städten sind die Verkaufsgeschäfte die ganze Woche über geöffnet, um jederzeit für das kaufende Publikum bereit zu sein. Dies hat sich auch durchaus bewährt, wie eine Befragung des kaufenden Publikums sowie der Hausfrauen-Verbände ergeben hat. Die Freizeit der Angestellten ist dadurch in keiner Weise beeinträchtigt, da diese auf alle Fälle gewährleistet wird. Den Angestellten ist jedenfalls mit einer Freizeit, die sie zu einem Zeitpunkt nehmen müssen, wo alle Geschäfte geschlossen sind und sie selbst dadurch keine Einkäufe machen können, nicht gedient. Bei Offenhaltung der Geschäfte die ganze Woche über, kann der Angestellte selbst seine Freizeit auf Grund seiner Interessen bestimmen, so daß mit dieser Lösung der Freizeitgestaltung dem Angestellten und gleichzeitig auch dem kaufenden Publikum besonders gedient ist. Aus diesem Grunde ist daher die Offenhaltung der Geschäfte auch am Mittwochnachmittag absolut zu bejahen.“ J. Holzherr * Von der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen im Deutschen Gewerkschaftsbund wird mitgeteilt, daß eie den Beschluß des Einzelhandelsverbandes Konstanz, auch ahne gesetzlichen Zwang die Geschäfte am Mittwochnachmittag zu schließen, freudig begrüßt hat und auf das schärfste mißbilligt, daß einige Außenseiter diesen frei gefaßten Beschluß aus nichtigen Gründen mißachten. Wenn in der Fremdensaison tatsächlich dadurch Verluste entstehen können, daß Eintagsgäste verschlossene Ladentüren vorfinden, kann in der übrigen Zeit des Jahres keine Rede davon sein, daß den Geschäftsinhabern durch diese Maßnahmen irgendein Schaden erwächst. Die einheimische Käuferschaft wird nicht auf die Deckung ihres laufenden Bedarfs verzichten, weil sie am Mittwochnachmittag nicht einkaufen kann. Auf keinen Fall aber können diese Außenseiter darauf zählen, daß sie in einer Stadt, in d«r mehr als 6000 Gewerkschaftsmitglieder mit ihren Familien den Großteil der Käuferschaft stellen, dadurch neue Kunden anziehen werden, indem sie diese Maßnahme nicht mitmachen. wärtige Schüler, besonders für Schüler vom Lande, zur Verfügung zu stellen. Die Bezirkssynode billigte ferner das Eintreten der Landessynode und der Kirchenleitung für die christliche Simultanschule und für die Weiterbildung der evangelischen Lehrer, zumal ein großer Mangel an evangelischen Lehrern im Dekanat besteht. Trotz des erlassenen Jugendschutzgesetzes wurde festgestellt, daß auch in Konstanz die Verwahrlosung der Jugend, wozu das unsittliche Verhalten gewisser Fremder erheblich beiträgt, zunimmt. Zum Teil ist sie auch auf die mangelhafte elterliche Aufsicht zurückzuführen, zumal wenn beide Eltemteile um des Broterwerbs willen auf Arbeit gehen müssen. Deswegen werden alle Eltern erinnert, sich die Kontrolle ihrer Kinder, vor allem die der Lektüre, besonders angelegen sein zu lassen. Die allgemein große, seelische Not hat aber ihre Ursache in der Wohnungsnot. Deswegen wendet sich die Synode an die Krei6verwaltung mit der dringenden Bitte, dafür zu sorgen, daß der Wohnungsbau im Kreise nach einem einheitlichen Bebauungsplan durchgeführt wird, um eine Zersplitterung auf diesem Gebiet zu vermeiden. Das trifft für Stadt und Land gleichmäßig zu, die beide vor allem auch durch das Wander- und Landstraßenleben der obdachlosen Flüchtlinge in jeder Weise aufs höchste gefährdet sind. Dem Präsidenten des Hilfswerkes der reformierten Kirchen von Schaffhausen, Zürich. Aargau und Thurgau wurde für ihre Unterstützung der evangelischen Gemeinden gedankt und zugleich gebeten, auch weiterhin hilfsbereit zu sein, zumal der Strom der Sowjetzonenflüchtlinge auch im Bodenseegebiet immer mehr zunimmt. Ausstellung Bernhard Spitzmüller Im Wessenberghaus wird am nächsten Sonntag eine Ausstellung mit Werken von Bernhard Spitzmüller-Konstanz eröffnet Der einheimische Künstler konnte vor wenigen Wochen seinen 60. Geburtstag feiern. Die Ausstellung enthält Plastiken, Aquarell* und Zeichnungen und ist ein Zeichen für die Vielseitigkeit Spitzmüllers. Die neuen Filme Im Gloria läuft ab morgen der amerikanische Film „Kurier nach Triest“. In den Hauptrollen Hildegard Knef und Tyrone Power. — Die Scala bringt den amerikanischen Farbfilm „Bezaubernde Frau“ upd im Capitol ist das neue Komikerpaar Hans Richter-Rudolf Carl in dem Lustspiel „Knall und Fall als Hochstapler“ zu sehen. — Das Roxy bringt den Film „Toxi“, die Geschichte eines Mulattenkindes. — Sondervorstellungen: Capitol: „Pinocchio“ und „Cowboy Rache“. Gloria: „Die Wildnis stirbt“, ein Afrika-Expeditionsfilm; Scala: „Cowboy-Rache“. t Ti auch Du iu dieser U)ocka im Hi IM WEST-SÜD-BLOCK Hauptstelle Q Konstanz - Telefon 671 - Postfach 55S .. .. inriwi " 111 / Seite 6 je Block worden. «ng nach der Auf- :n zusätz- die heute nd deren gsbau von nzen Welt Mindest- Vohnungs- Bad oder wobei die als ein darüber seinander, trifft. Der Wohnung de Unterer andere nur die mg übernte „Ver- lin der r unmit- billigen machen ter ohne DM bei DM auf- erschwen- weit! Ich richtig ge- allein an gen Jah- eingeepart ind preis- orden und istehende Schüler teilen. 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Trotz der Arbeitsspitze in der Landwirtschaft waren die Versammlungen gut besucht. Sie mußten dieses Jahr früher als sonst abgehalten werden, um eine Kraftfuttermittelaktion zusammen mit der Zentralgenossenschaft Karlsruhe in die Wege zu leiten. Vorstandsmitglieder und der Aufsichtsratsvorsitzende bzw. sein Stellvertreter führten in den Versammlungen den Vorsitz. Direktor Armbruster sprach einleitend über „Wichtige Fragen aus Milch- und Molkereiwirtschaft“. Die Marktwirtschaft, so führte er aus, wie sie die Regierung durchführt, hat in der gewerblichen Wirtschaft zu großen Erfolgen geführt. Die dadurch entstandene Kaufkraft ist eine für die Landwirtschaft ausschlaggebende Sache. Die Landwirtschaft selbst kann die volle Marktwirtschaft indes nicht ertragen, daher sind die vier Marktgesetze erlassen worden. Sie unterscheiden sich dadurch, daß bei Getreide und Zucker (Rüben) wegen der Zufuhr aus dem Ausland Festpreise möglich sind, während dies bei Vieh und Molkereiprodukten, wo vorübergehend Ueberstände vorhanden sind, unmöglich ist. Das hat sich bei Butter gezeigt, weshalb der mit der Milchschwemme nicht mehr erreichte Butterhöchstpreis mit Wirkung ab 1. August aufgehoben wurde und Notierungskommissionen die Preise feststellen. Doch hat die Regierung die Pflicht, bei Vieh und Butter gelegentlich auftretende Überstände zugunsten des Erzeugers aus dem Markt zu nehmen, um bei Knappheit — dieses Mal zugunsten des Verbrauchers — wieder in den Markt zu geben. Wäre es in diesem Jahr geschehen, so wäre der Butterpreis in der Milchschwemme nicht zusammengebrochen und nach der Hitzewelle hätte die Regierung Buttervorräte in den Markt werfen und den Butterverbraucherpreis niedriger halten können — eine eindrucksvolle Lehre für kommende Jahre. Hat man früher während langen Perioden gleiche Milcherzeugerpreise haben können, so werden diese in Zukunft auf und nieder gehen; sie werden im November und Dezember des Jahres hoch, im Mai und Juni tiefer liegen. Das wird das Milchwerk nicht ausgleichen, damit „die Rechten“ ihren Lohn erhalten. In voller Ordnung muß die Trinkmilch bleiben. Der heutige, das Jahr über unveränderliche Verbraucherpreis von 40 Pf. für pasteurisierte Milch mit 3®/o Fett ab Laden bildet ein gewisses Preisrückgrat bei den stark schwankenden Molkereiproduktenpreisen. Zum Schluß lenkte Direktor Armbruster über zu der Kraftfuttermittelaktion, die vor dem Uebergang zur Dürrfütterung durchzuführen ist, um angesichts der Dürrefolgen (ungenügendes Wirtschaftsfutter) einigermaßen den Milchstrom zu erhalten und die Butterversorgung zu sichern. Diplomlandwirt Boxheimer von der Zentralgenossenschaft zeigte im einzelnen, wie die Fütterung über die bevorstehende Dürrfütterungszeit zweckmäßig gestaltet wird. Durch einen Futterplan ist das betriebseigene Futter gleichmäßig einzuteilen. Die insbesonders durch die nicht zu umgehende Strohfütterung mangelnden Nährstoffe sind durch Kraftfutter —nicht durch Heukauf, weü zu teuer — zu ersetzen. Dabei haben sich die Raiffeisen-Ringfutter sehr bewährt, wo je nach der Zusammensetzung des Wirtschaftsfutters aus 3 Milchviehfutter A, B und C das geeignete auszuwählen ist. „Wer wird das bezahlen“ war die Frage. Direktor Armbruster hat sie am Schluß seines Referats bereits beantwortet, indem er feststellte, daß ein Mehrpreis für 1 kg Milch von 2,8 Pf. ab September (wahrscheinlich bis Jahresende) gegenüber Mai/Juni die Ausgaben für Kraftfutter an Leistungstiere durchaus rechtfertige. Eingehende Aussprachen schloßen sich an, in denen die jeweils zuständigen Regierungslandwirtschaftsräte die Fütterung auf ihr Gebiet noch besonders Zuschnitten. Und nun liegt es daran, daß diese, die Lagerverwalter der Zentralgenossenschaft, die 1. Vorstände und Rechner sofort die Aktion durchführen. Rlchtfcft nach acht StunOen Bauzeit In Litzelstetten entsteht ein Fertighaus — Das Fachwerk au s der Kiste 2lad)barfd)aft Dettingen-Wallhausen. In würdiger Weise feierte die Pfarrgemeinde d'as Erntedankfest. Nach erhebenden Predigtworten des Ortsgeistlichen, Pfarrer Zeller, erfolgte die Weihe der Früchte und Gaben der Felder. Im Hochamt erbaute der Kirchenchor die Gläubigen durch die Wiederaufführung einer mehrstimmigen Messe. — Am Dienstagvormittag fand unter starker Beteiligung, besonders hiesiger und auswärtiger Frauen, die Beerdigung der verstorbenen Frau Maria Moser, geh. Späth, Ehefrau des Malers Franz Moser, statt. Der Kirchenchor sang ©einem früheren langjährigen Mitglied den letzten Gruß. Chorleiter Hauptlehrer Brodmann sprach im Namen des Chore© warme Abschiedsworte. Die Verstorbene erreichte ein Alter von 45 Jahren. — Beifahrer Julius Ettwein und Olga Maier von Konstanz vermählten sich am letzten Samstag. Die kirchliche Trauung fand in Birnau etatt. — Am morgigen Freitagabend werden unsere vier neuen Glocken, deren feierliche Weihe am Sonntag, 12. 10., um 14.30 UhT in der Pfarrkirche erfolgen wird, unter Mitwirkung sämtlicher Vereine, des Kirchenchores und der Musikkapelle am Ortseingang abgeholt und zur Kirche geleitet. lieber 200 wilde Schwäne am Untersee Die Zahl der wilden Schwäne hat in den letzten Jahren auch am Untersee stark zugenommen.. Allein zwischen der Insel Reichenau und Ermatingen werden zur Zeit rund 200 Schwäne gezählt. Jetzt sollen etwa vierzig Schwäne gefangen und an andere Seen verbracht werden, um auch dort die Menschen zu erfreuen. t Unterhalb von Litzelstetten, in der Nähe des Seeufers, schoß vorletzte Woche ein Haus buchstäblich aus dem Boden, Um 7 Uhr hatten einige Arbeiter, die am Vortage mit einem Lastwagen voll „Habolit-Bau- tafeln“ aus Wiesbaden angekommen waren, auf den bereits errichteten Fundamenten begonnen, ein Wohnhaus zu erstellen. Bereits um 16 Uhr flatterten auf dem Dachfirst des neuen Hauses die bunten Bänder des Richtbaumes. Die Litzelstetter staunten nicht wenig, als sie am Abend plötzlich ein neues Wohnhaus auf der Wiese stehen sahen, von dem am Morgen nichts weiter als die Fundamente zu sehen waren. Dennoch ging alles mit rechten Dingen zu: die Bauherrin, Frau Cäcilie Wagner aus Wiesbaden, hatte nämlich dort ein Fertighaus bestellt, das je nach seiner Größe in 14 Tagen bis acht Wochen bezugsfertig hergerichtet Werden kann. Zum Bau dieser Fertighäuser wird die sogenannte „Habolit- Bautafel“ verwendet. Diese Tafeln bestehen aus einer Masse von Holzbeton (Holzspäne mit Zement gebunden und ver- kieselt), die in einer Dicke von 10,5 cm für die Außenwände und von 7,5 cm für die Innenwände Verwendung finden. Zum Bau des Litzelstetter Hauses wurden insgesamt 110 solcher Tafeln benötigt, die zwischen Holzleisten — ähnlich dem Fachwerkbau — eingesetzt werden. Diese Montagebau- Bodensee und §chwarzwald Fischfang mit Hindernissen Ueberlingen. Im Ueberlinger See hat die Fischerei mit dem Zugnetz und auch mit dem Schwebnetz (auf Blaufelchen) infolge der zu dieser Jahreszeit anhaltend anomalen Witterung ein schnelles Ende gefunden. Mit dem Zugnetz müssen nun im Obersee neue Fangplätze aufgesucht werden, wobei die Fischer unter den Herbststürmen sehr mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Isolierung: Feind der Vertriebenen Friedrichshafen. Hauptaufgabe der Landsmannschaften sei, so wurde auf einer Zusammenkunft der Schlesier festgestellt, die Lösung der Heimatvertriebenen aus der Isolierung. Landsmannschaften seien nicht aus politischen Erwägungen heraus entstanden, sondern aus dem Bedürfnis, menschliche Beziehungen untereinander zu erhalten, sagte der Vorsitzende Kubon. Man solle sich nicht in wehmütige Erinnerungen verlieren, sondern aus der Besinnung auf innere Werte die Kraft zu neuem Aufstieg schöpfen. Das seelische Problem der Heimatlosen könne nicht durch Gesetze gelöst werden. Lindauer Wasser ist einwandfrei Lindau. Eine Untersuchung des Lindauer Wasserleitungswassers, das aus dem Bodensee entnommen wird, hat die Stadtverwaltung veranlaßt. Das Ergebnis lautet, daß am hygienischen Zustand des Wassers keine Beanstandungen zu machen seien. Die Untersuchung war durch eine kritische Stellungnahme des Gesundheitsamtes veranlaßt. Vom Lastwagen gestreift und getötet Meßkirch. Ein 42 Jahre alter Radfahrer aus Bietingen wurde zwischen Schwacken- reute und Stockach, von einem ihn überholenden Lastwagen gestreift, mitgerissen und mit seinem Fahrrad zur Seite geschleudert. Er brach sich das Genick und war auf der Stelle tot. Aus Altmetall wurde Geld Waldshut. Vor dem Schöffengericht hatten sich fünf Personen wegen Einbruchsdiebstahls und verschiedener anderer Delikte zu verantworten. So waren sie über einen Zaun der Lonzawerke gestiegen und hatten verschiedene Buntmetallabfälle erbeutet. Außerdem montierte das saubere Quintett Wasserhähne ab, zu keinem anderen Zweck natürlich, als sie ebenfalls zu verkaufen. Das Gericht erkannte auf Gefängnisstrafen von drei bis zehn Monaten. j Genug vom Zusammenlegen j Säckingen. Die Bürgermeister und Kreis- ; räte des Kreises Säckingen wandten sich i in einer Bürgermeisterversammlung ein- ! stimmig gegen die bei der Hauptver- ! Sammlung des Verbandes Badischer Ge- | meinden in Offenburg gefaßte Entschließung, wonach in Baden künftig vier große Kreisverbände an die Stelle der kleineren Landkreise treten sollen. Am Hochrhein fehlen Arbeitskräfte Säckingen. Die Wirtschaftslage des Kreises hat im September eine weiterhin günstige Entwicklung genommen. In einzelnen Berufen besteht ein ausgesprochener Mangel an Arbeitskräften. Eine Verteilung der Aufträge war selbst unter Inanspruchnahme des Ausgleichverfahrens nur zum Teil möglich. Teilabschnitt der Rheintallinie elektrisch Lörrach. Im Beisein zahlreicher Gäste wurde das erste elektrifizierte Teilstück der Rheintallinie von Basel (Bad. Bahnhof) bis Efringen-Kirchen in Betrieb genommen, nachdem der elektrische Zugbetrieb auf der Nebenstrecke Weil—Lörrach bereits im Frühjahr auf genommen worden war. Die Elektrifizierung des Vorortverkehrs im Raum nordöstlich von Basel ist damit abgeschlossen. Gleichzeitig hat die Elektrifizierung der Linie Basel—Mannheim begannen, für die die Schweiz einen lOO-Mill.-Kredit zur Verfügung stellte. Lokale Sportumschau weise gestattet ein äußerst schnelles Arbeiten: Während das Haus selbst innerhalb eines einzigen Tages erstellt wurde, benötigte der Maurer zwei Tage für den Bau dos Kamins. Die „Habolit“-Bautafelwände weisen die gleiche Wärmedämmung auf wie eine Ziegelsteinwand von 51 cm Dicke, so daß man in diesen Häusern genau so gegen Wind und Wetter geschützt ist wie in einem Massivbau. DieFertigstellungskosten eines solchen Fertighauses liegen etwa um zehn Prozent niedriger als bei einer massiven Bauweise in Hohlblocksteinen, da bei gleicher Wohnnutzfläche ein Haus in Hohlblocksteinen um etwa 12 Prozent größer gebaut werden muß. Wie unbegründet das häufige Vorurteil gegen die Fertighäuser ist, beweist die große Anzahl derartiger Bauten, deren Besitzer mit ihrem Heim sehr zufrieden sind. „Das Haus von der Stange“ vermag vor allem durch die Schnelligkeit, mit der es errichtet werden kann, einen wesentlichen Beitrag zur Lösung des Wohnungsproblems zu leisten. Das Litzelstetter „Habolit- Fertighaus“ wird, nachdem es verputzt worden ist. sich äußerlich in nichts von den anderen Massivbauten unterscheiden. Und sein Hersteller versichert, daß man auch in seinem Inneren keinen Unterschied feststellen wird. hf Vereins-Rennen des RV. „Constantia“ Zum Abschluß der Sportsaison führte der Radfahrerverein „Constantia“ 1886 e. V. auf der Strecke Konstanz Reichenauer Hof (Start und Ziel)—Insel Reichenau (Mittelzell) für die Rennfahrer und die übrigen Klassen bis Kindlebild und zurück ein Vereinsrennen durch. Der anhaltende Regen brachte auch eine schwächere Beteiligung, doch hatten sich doch ein gutes Dutzend Fahrer am Start eingefunden. Das Rennen, das ohne Zwischenfälle abgewickelt werden konnte, brachte sehr gute Zeiten. Ergebnisse: Klasse I Rennfahrer (Rennmaschinen): 1. Langenstein Waldemar 32,13 Minuten, 2. Kraus Helmut 32,15, 3. Kardabik Jan 34,51. — Klasse II Sport- und Tourenräder: 1. Neff Georgheinrich 14,30 Minuten, 2. Melber Heinz 15,30, 3. Jetter Eugen 15,31, 4. v. d. Krone Heinz 16,32. — Klasse III Altersfahrer: 1. Fischer Emst 18,20 Minuten, 2. Maier Leo 22, 3. Hugger Severin 22,35. — Klasse IV Damen: 1. Jetter Gerlinde 1?,55 Minuten, 2. Hornstein Maria 23,40. — Klasse V Jugend: 1. Schächtle Adolf 18,05 Minuten. Bundesjugendspiele im Susogymnaüum Anläßlich der Bundesjugendspiele 1952 hat das Heinrich-Suso-Gymnasium die Wettkämpfe im letzten Tertial für sich durchgeführt, da hier zu einer gemeinsamen Veranstaltung aller Konstan- zer Schulen ein geeigneter Sportplatz fehlt. Von rund 380 Schülern und Schülerinnen beteiligten sich mit Ausnahme der Kranken und körperlich Behinderten 366 Schüler und Schülerinnen. Der Wettkampf bestand aus einem Vierkampf mit Lauf, Wurf, Weitsprung und Dauerschwimmen (15 Minuten). Nichtschwimmer nahmen am Dreikampf teil (Lauf, Wurf und Sprung). Sieger war, wer im Vierkampf wenigstens 45 Punkte, im Dreikampf 40 Punkte erreichte. 180 Schüler und Schülerinnen erhielten Siegerurkunden von der Landesregierung ausgestellt, die 17 Punktbesten im Vierkampf erhielten die Ehrenurkunde des Bundespräsidenten. Hervorragende Leistungen erzielten: Hans Rudigier, U Ib 75 Punkte und Luitgart Winterhalter U lila Zehn Minuten Heimatgeschichtet Wiffenfchaft unö Technik in Allensbach Als die mittelalterliche Abtei Reichenau auch auf wissenschaftlichem Gebiet im ganzen Abendlande Bedeutung hatte, war das Städtlein Allensbach als deren Fährstütz- punkt ein wichtiger Durchgangsort für manchen Wissenschaftler. In der Stadt wirkte ein heilkundiger Bader und später ein geprüfter Arzt. 1586 wird erstmals das Heiliggeistspital genannt, das ebenso wie die aus der Lateinschule hervorgegangene Stadtschule auch nach dem Zerfall der Abtei bis zum Dreißigjährigen Kriege Bedeutung hatte. Allensbachs Markt- und Münzrechtsemeue- rungsurkunde von 1075, sowie seine Weis- tümer sind für die deutsche Rechtsgeschichte wesentlich. Der Allensbacher Johann Nepomuk Sauter (1766—1840) rang sich in mühevollem Kampfe vom Barbierlehrling zum Großherzoglich Badischen Medizinalrat empor. Die erste Anerkennung erhielt er von der obersten preußischen Gesundheitsbehörde, dem Collegium medicum et sanitatis, für seinen Kampf gegen die Rinderpest 1803 erschien seine „Apologie gegen einen öffentlichen Verruf seiner Beyträge zur Kenntnis und Heilung der Rinderpest“. Mit 22 Jahren hatte er sich bereits in Allensbach als geprüfter Wundarzt niedergelassen. Wertvolle Unterstützung verdankte er Dr. Johann Melchior Aepli (1744— 1813), FürstL hohenzollernscher Hofrat und Leibmedikus. 1817 veröffentlichte Sauter seine „Beschreibung des Getreideschänders (Tipula cerealis) samt Vorschlägen zu seiner Vertilgung“. Sauter war Mitarbeiter an dem von Christoph Wilhelm Hufeland herausgegebenen „Journal der praktischen Heilkunde“ und als kurbadischer Physikus des Obervogteiamts Reichenau korrespondierender Mitarbeiter mehrerer medizinischer Gesellschaften im In- und Ausland, ebenso wurde er durch Ehrenmitgliedschaften geehrt. Auch auf dem Gebiete der Geburtshilfe veröffentlichte Sauter eine vielbeachtete Schrift. (Vergl. Weber, K., Vom Barbierlehrling zum GroßherzogL Bad. Medizinalrat, Bodensee-Buch, 1942, S. 70—73.) — In dieser Zeit besuchte auch der Begründer der Lehre vom tierischen Magnetismus, Dr. Franz Anton Mesmer, seine mit Revierför- itex Schorpp verheiratete Schwester in Allensbach — Die am Stadtgraben austretenden eisen- und schwefelhaltigen Mineralquellen wurden gefaßt, und Sauters Nachfolger Dr. Reess versuchte, allerdings ohne bleibenden Erfolg, den Gesundbrunnen zu einem Heilbad auszuwerten, wozu er das Gebäude an der Steig erbaute, in dem sich heute das Postamt befindet Der französische Ingenieur Thomä de Ga- mond verbrachte als Freund des späteren Kaisers Napoleon III. seine frühe Jugend auf Schloß Arenenberg. „Vielleicht haben sie sich auch in kindlicher Phantasie vorgestellt, wie man durch einen Tunnel von Arenenberg trockenen Fußes zur Insel Reichenau und weiter zum gegenüber liegenden Untersee- Ufer nach Allensbach gelangen könnte.“ (Siegfried von Weiher, Berlin-Siemensstadt.) Tatsächlich faßte Thome de Gamond bereits 1750 den Plan des Verbindungstunnels zwischen Frankreich und England unter dem Ärmelkanal, dessen Verwirklichung zwar begonnen aber nie zur Vollendung gebracht wurde Zu den wesentlichsten Vorversuchen für den Bau seiner Luftschiffe, die Graf Zeppelin mit Unterstützung des Dipl.-Ing. Theodor Kober durchführte, gehörte die Erprobung der Wirkung von Luftschrauben. „Zeppelin montierte auf dem Bodensee einen Motor auf ein Boot und ließ dieses Boot durch eine Schiffsschraube vorwärtstreiben, die nicht im Wasser, sondern in der Luft sich drehte.“ (Rosenkranz, H., Ferdinand Graf v. Zeppelin, Berlin 1931.) „Bei diesen Versuchen wurde mit dem Boot eine Strecke von bekannter Länge jeweils abgefahren und mit aus der dafür gebrauchten Zeit konnten auf die Güte der benützten Luftschrauben Schlüsse gezogen werden.“ (Dr. L. Dürr, Friedrichshafen.) Mündlich wird überliefert, daß Graf Zeppelin bei solchen Fahrten Allensbach angelaufen habe, um im „Engel“ eine Stärkung zu sich zu nehmen. Es muß sich wohl um das Jahr 1899 handeln. — Gustav Klein, Direktor der Firma Robert Bosch, Stuttgart, erbaute 1913 auf seinem Allensbacher Gelände einen Flugzeugschuppen zur Aufnahme seines Wasserflugzeuges, das 1914 an das Militär abgegeben wurde. Während des ersten Weltkrieges beauftragte ihn Graf Zeppelin mit dem Entwurf und der Leitung des Baues von Großflugzeugen. Zusammen mit dem Flieger Vollmoeller verunglückte Klein bei einem Probeflug in Staaken tödlich. Ende des letzten Jahrhunderts sind zwei Erfindungen von Aliensbachern zu nennen, die als Parallelerscheinungen der Vorläufer später verwirklichter Projekte anzusehen sind. Der Flaschner Pius Wehrle konstruierte ein auf zwei je ca. 2,20 m langen Rohren lagerndes Wasserfahrzeug, auf dessen Gestell sich ein Sitz befand, und das mit eingehängten Rudern bewegt wurde. Der Schmied Julius Karrer baute sich einen hohen Eisschlitten für den See, dessen Handantrieb holländermäßig angebracht war, und der mit beträchtlicher Geschwindigkeit durch ein mit spitzen Zacken versehenes Rad bewegt wurde. Lange Jahre lebte der bekannte Forschungsreisende Prof. Kohl-Larsen in Allensbach, und seit Jahren wohnt hier Kunstmaler Fritz Mühlenweg, Teilnehmer an einer Ostasien- Expedition Sven Hedins. Während des zweiten Weltkrieges verlegte Dr. Kurt von Kaulla für einige Zeit seine Labortätigkeit nach Allensbach. Er arbeitete dort gleichzeitig als Chef des Forschungslabors der Chirurgischen Universitätsklinik Freiburg i. Br. und mit eigenen Mitteln selbständig an der Bekämpfung der Thrombose, Embolie und aller verwandter Zustände durch neuartige Medikamente, die man Anticoagu- lantien nennt. Als erster hat Dr. von Kaulla diese Medikamente in Deutschland und als einer der ersten überhaupt eingeführt „In Allensbach gelang es, die Grundlagen für eine Reihe von sehr wichtigen wissenschaftlichen Publikationen zu legen; die Ergebnisse sind auch in einigen meiner Monographien niedergelegt, deren jüngste, 200 Seiten stark, ... auf Spanisch mit dem Titel »Progresos clinicos sobre la coagulacion sanguinea; con especial consideracion de los nuevos anti- coagulantes, los hemostaticos locales y la flbrinolisis«, herausgekommen ist. Die Arbeiten in Allensbach waren auch die ersten Versuche, welche schließlich zu Ergebnissen führten, wie ich sie beispielsweise ... (1951) auf Einladung der französischen Haematologen- Gesellschaft in Paris und auf dem Europäischen Internationalen Haematologenkongreß in Rom vorgetragen habe.“ (Dr. von Kaulla, Basel) Am 24. Januar 1945 wurde das 1918 aus Mitteln der Friedländer-von-Fuld-Stiftung gegründete Schlesische Kohlenforschungsinstitut der Kaiser-Wiihelm-Gesellschaft nach Allensbach verlagert Nur 11 von 31 Institutsangehörigen konnten sich mit ganz wenigen Geräten dorthin retten. „Die Arbeiten des Instituts beinhalteten Forschungsarbeiten für die Steinkohlen- und steinkohlenverarbeitende Industrie Ober- und Niederschlesiens. Mit Kriegsende hatte das Institut seine gut fundierte Grundlage verloren. Es konnten in der Nachkriegszeit nur kleinere Arbeiten durchgeführt werden.“ (Dr. W. Sack, Lübeck- Herrenwyk.) Mangels finanzieller Zuschüsse wurde das Institut nach der Währungsreform stillgelegt, aber nicht aufgelöst. In diesem Jahr feierte die Firma Institut für Demoskopie, Gesellschaft zum Studium der öffentlichen Meinung m.b.H. in Allensbach ihr fünfjähriges Bestehen. „Die Zeit“ schreibt am 18. 1. 1951, „daß das Psychologische Institut der Universität Freiburg seinen Studenten ein mehrwöchiges Gastspiel in Allensbach als Praktikum anerkennt“. 1947 verlegte die Firma Badische Druckerei und Verlag J. Boltze GmbH, ihre Verlagszentrale nach Allensbach, während sich die Auslieferungslager in Karlsruhe, Stuttgart und Frankfurt a. M. befinden. Der Verlag Boltze wurde 1870 in Gebweiler gegründet, arbeitete ab 1919 in Freiburg i. Br. in engem Einvernehmen mit der Universität und ab 1922 bis zu seinem Totalbombenschaden 1944 in Karlsruhe. Von den Verlagsabteilungen Jurisprudenz. Pädagogik und Landeskunde wurden die beiden letzteren wieder in Betrieb genommen. Heute bietet Allensbach fernab vom Großstadtgetriebe in günstiger Verkehrslage zur Konzentrationsarbeit die geeignete Möglichkeit in Verbindung mit dem neu aufwachsenden Kulturzentrum am Bodensee und seinen wertvollen Bibliotheken und Instituten, nahe der vorbildlichen Schweiz. Seine Lage am Nordufer mit einer Strahlungs-Intensität der Lichtmenge (Sommer ca. 1087), die zeitweise annähernd Maximalwerte wie Arosa und Davos erreicht, könnte auf medizinischem Gebiete beste lichtklimatische Bedingungen hinsichtlich der Klimatotherapie bieten. Arbeitsgemeinschaft Allensbach im Rahmen des Landesvereins Badisch« Heimat e.V. ■ 69 Punkte. Die Freischwimmprüfung bestanden 208 Schüler und Schülerinnen (*/* Stunde Dauerschwimmen), während 166 die Bedingungen der Fahrtenschwiromerprüfung (’/i Stunde Dauerschwimmen), 26 die Grundscheinprüfung im Rettungsschwimmen, 4 die Leistungsprüfung im Rettungsschwimmen erfüllten. Ehrenurkunden erhielten folgende Schüler vom Jahrgang 1933 und älter: Klaus Eberhard 56 Punkte; 1934: Hans Rudigiar 75 P.-, Martin Mono 66 P.; Günter Bernhard 62 P.; 1935: Karl Mink 66 P.; Gerhard Bruder 65 P.; Karl Schmi- der 64 P.; 1936: Alfred Börger 64 P.; 1937: Rolf Ruppert 66 P.; Peter Haist 60 P.; 1938: Wolfgang Schiller 68 P.; Armin Schippel 61 P.; 1939: Hans- Peter Strobel 58 P.; 1940: Jürgen Rosenburg 62 P.; 1941: Diete- Meliert 61 P., Joachim Hildenbrand 60 P. ; .42: Wolf Drefahl 52 P. — Schülerinnen: Luitgard Winterhaider, Vierkampf, 69 Punkte. Herbsttagung des Gautumrates Der Gauturnrat des Hegau-Bodensee-Tumgaue« versammelte sich in Konstanz zu seiner Herbsttagung, die für alle Teilnehmer einen anregenden Verlauf nahm. Die Tumbewegung im Gau ist weiter in der Aufwärtsentwicklung begriffen. Die Gaufachwarte streben an, in Zukunft bei den Gautumfesten die Einzelwettkämpfe schon am Samstag durchzuführen, um am Festsonntag das turnerische Brauchtum und Volkstum noch wirkungsvoller zu gestalten. Auch das Gaujugend- Tumfest und Gauschwimmfest waren wegweisend für die turnerische Arbeit. Der techn. Ausschuß setzt sich in Zukunft zusammen aus dem Gauober- turnwart, sämtlichen Gaufachwarten und dem Obmann für den Berechnungsausschuß. Im Vordergrund für das Winterhalbjahr 1952/53 steht die Lehrgangsarbeit, die im besonderen die Teilnehmer am Deutschen Turnfest in Hamburg zu praktischen Uebungsstunden zusammenfassen wird. Ein Schwimmlehrgang im Hallenbad Konstanz für März 1953 ist ebenfalls vorgesehen. An wichtigen Terminen wurde bekanntgegeben: 26. Okt. 1952: Altersturner-Treffen in Mühlhofen; 30. Nov. 1952: Bad. Junioreameisterschaften; 13./14. Dez. 1952: Neunzigjähriges Gründungsfest des TV Konstanz e. V.; !8. Januar 1953 Gautag in Radolfzell. ¥ Konftam tn Blumen fchlägt oor: Blumenzwiebeln auch in Balkon- und Fensterkasten pflanzen! Wer keinen Garten sein eigen nennt, stillt seinen Blumenhunger am grünenden und blühenden Fensterbrett Schon im zeitigen Frühjahr kann es vor Ihrem Fenster blühen, ja, schon mitten im Winter kann der Frühling in Ihre Wohnung einziehen. Das Pflanzen von Blumenzwiebeln gehört zum Anregendsten und Beglückendsten der Zimmergärtnerei. Welch frohe Erwartung beim Einsetzen der prallen Zwiebeln, welche Spannung bis zum Erscheinen der ersten Blattspitzen, der Knospe, bis zum Entfalten der Blüte! Daß sich Hyazinthen und Krokusse, Narzissen und Tulpen wunderbar im Zimmer treiben lassen, ist allen Blumenfreunden bekannt, nur das „Wie“ gibt oft zu Irrtümern Anlaß. Und doch ist es so natürlich: Die Zwiebeln müssen erst Wurzeln schlagen und dann die Blütenknospe im Innern schwellen lassen, bevor man sie ihnen durch Wärme und Licht entlockt. Aus dieser Einsicht ergibt sich die Regel: Früh in Balkonkästen oder Töpfe pflanzen, dunkel und kühl stellen — so kühl als möglich — aber frostfrei und gleichmäßig frisch-feucht (nicht naß) halten. Wenn die Blumenzwiebeln einen kräftigen Trieb von etwa 6—8 cm Länge entwickelt haben, nehmen wir sie in ein kühles Zimmer mit gedämpftem Licht Nach einigen Tagen nimmt man die Töpfe ins helle, warme Zimmer. Blumenzwiebeln, die in Balkonkästen und vor dem Fenster blühen sollen, läßt man möglichst lange in einem dunkeln und kühlen Raum, bis die Sonne, im März herum, stark genug ist, um die Blüten hervorzulocken Nur langsam an die Helle »ewöhnen! Konstanzer Hafenpegel: 6. u. 7. 10.: 356 cm. Donnerstag, 9. Oktober 1952 SÜDKUBIER O Nr. 165 / Seite „Ich roerOe Tanhroartr' Neuer Lehrberuf mit dreijähriger Ausbildung — Gute Aussichten für Jugendliche Seit kurzer Zeit gibt es in Deutschland einen neuen Lehrberuf: den Tankwart. Bisher gab es in der amtlichen Berufsliste nur den Anlernberuf eines Tank- und Ga- ragenwartes, für den eine zweijährige Ausbildungszeit vorgesehen war. Dieser Anlernberuf wurde mit der staatlichen Anerkennung des neuen Lehrberufes „Tankwart“ am 18. August d. Js. gestrichen. Wer also künftig Tankwart werden möchte, muß sich auch in diesem Beruf der dreijährigen Lehrzeit unterziehen und auf Bild: Finke einer Handels- oder Gewerbeschule eine Tankwart-Fachklasse besuchen. Die Schaffung des Lehrberufes „Tankwart“ sichert nun die Heranbildung ausgesprochener Fachkräfte in diesem für das moderne Verkehrswesen so bedeutungsvollen Beruf. „Fill her up, please!“ so bittet ein englischer Tourist, der mit seiner Frau eine Ferienreise auf dem Kontinent macht, einen jungen Tankwartlehrling am Bodensee. Der macht sich sogleich an die Arbeit: „Jf you please!“ Das hat er vor einigen Tagen in der Berufsschule gelernt, wo den jungen Tankwartlehrlingen die häufigsten Redewendungen, die ihnen bei ihrer täglichen Berufsausübung begegnen, in den wichtigsten Fremdsprachen vermittelt werden. Bei der Zunahme der Motorisierung in allen Ländern der Welt geht es nicht an, daß ein Tankwart hilflos die Schultern hebt, wen ein Ausländer seine Dienste benötigt. Zum Ausbildungspensum des angehenden Tankwartmeisters gehören der Verkauf von Kraft- und Schmierstoffen, von Kraftfahrzeugzubehör, gehören die Pflege der Kraftfahrzeuge und die Ausübung des Kundendienstes in allen seinen Formen. Nicht minder vielseitig ist auch der Verwaltungsbetrieb, der neben dem Handhaben und der Pflege von Betriebs- und Verkaufseinrichtungen auch das Führen der Kassenberichte und das Auswerten der Kundenkartei umfaßt. Lagerwesen und Bestandsdisposition sowie allgemeine Büroarbeiten und die Führung des geschäftlichen Schriftverkehrs wollen ebenfalls erlernt sein. Darüber hinaus muß ein tüchtiger Tankwart auch gute Grundkenntnisse in Warenkunde besitzen, insbesondere muß er über die Chemie der Mineralöle Bescheid wissen. Auch sollte er die grundlegenden Verfahren der Erdölverarbeitung, die Eigenschaften, Qualitätsunterschiede und die Verwendungsweise der verschiedenen Arten von Kraft- und Schmierstoffen kennen. Ebenso muß er fähig sein, an Hand von Analysendaten die einzelnen Fabrikate zu beurteilen. Schließlich ist auch der Transport, die Lagerung und der Vertrieb der Mineralöle und ihren Derivaten infolge der zahlreichen Schutzvorschriften über brennbare Flüssigkeiten und aller sonstigen Sicherheitseinrichtungen im Betrieb keine leichtzunehmende Aufgabe. Daß man von einem tüchtigen Tankwart erwartet, eine genaue Kenntnis aller Kraftfahrzeuge und ihrer einzelnen Zubehörteile zu besitzen, scheint ebenso selbstverständliche Voraussetzung wie die Fähigkeit, ein fremdes, ihm anvertrautes Fahrzeug nicht nur zu führen, sondern es notfalls sogar zu reparieren. Zum modernen Kundendienst der Tankstellen gehört die Beratung in Fragen des Fremdenverkehrs genau so wie die Leistung der ersten Hilfe bei Unglücksfällen. Daß ein fixer Tankwart schließlich auch ein guter Geschäftsmann sein muß. der in wichtigen Versicherungs- und Haftungsbestimmungen ebenso Bescheid weiß wie iro Zah- lungs- und Kassenverkehr mit Lieferanten und Kunden, versteht sich von selbst. H. F. I>en Vttiefn entlang: „Feldberger Hof" ln Kürze frei Freiburg. Das von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmte Hotel „Feldberger Hof" im südlichen Schwarzwald, um dessen Freigabe sich die deutschen Stellen schon wiederholt bemüht haben, soll seinem deutschen Besitzer am 1. November zurückgegeben werden. Wie dazu von französischer Seite bekannt wurde, ist der genannte Freigabetermin von einer französischen Kommission, die sich mit Requisitionsangelegenheiten befaßt, vorgeschlagen worden. von der Bundesbahn nicht beachtet. In ihrem Kampf gegen die privaten Unternehmen scheue sie sich nicht, audi unlautere Methoden anzuwenden. So habe die Bundesbahn in zahlreichen Fällen versucht, durch Preisunterbietungen bei Gelegenheits- und Ausflugsfahrten das private Gewerbe auszuschalten. Die obersten Verkehrsbehörden hätten die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Sauberkeit im Straßenverkehrsgewerbe erhalten bleibt. Messerstecherei aus Eifersucht Veranftaltungen am ßoöenfee Konstanz. 9. Okt., Stadttheater, 20 Uhr: Premiere „Der Tausch“ von Paul Claudel. — 15. Okt., Stadttheater, 20 Uhr: Premiere „Ein Engel namens Schmitt“ (Musikalisches Lustspiel). — 15. Okt., Bürgersaal: Lieder- und Duettabend mit Ursula Buckel. — 16. Okt. Konzert im Europahaus mit Herma und Grethe Studeny. Singen. 11. Okt., Waldeckhalle: Ballettabend Herta Hacker. — 12. Okt. Fußball: FC Singen 04 — SV Darmstadt. — 13./14. Okt. Gastspiel Theater der Stadt Baden-Baden in der Kunsthalle: „Der ideale Gatte“ von Oscar Wilde. Friedrichshafen. 11. Okt., Volksbildungswerk, 20 Uhr, St. Antoniusheim, Vortrag Univ.-Prof. Dr. Arnold, Tübingen: „Das Mitbestimmungsrecht in christlicher Sicht“. Lindau. 9. Okt., 20 Uhr, Stadttheater: „Boccaccio“, Operette von Fr. v. Suppä, Gastspiel aus Ulm. — 12. Okt., 20 Uhr, Stadttheater, Tanzgastspiel der Hindu-Tänzerin Hima Kesarcodi. — 12. und 13. Okt. Sondervorstellung: „Lhasa Lo“ (Film der deutschen Tibet-Expedition, Film-Palast Lindau). Bezirksverband der Jungdemokraten gegründet Freiburg. Kürzlich fanden sich in Freiburg die Vertreter der jüngeren Generation zur Konstituierung eines Bezirksverbandes der deutschen Jungdemokraten in Süd-Baden zusammen. Im Mittelpunkt der Tagung standen Ausführungen des Bundestags-Abgeordneten der FDP., Bürgermeister Willi Stahl in Titisee über Sinn und Zweck einer Jungdemokratengruppe. Die jüngere Generation — und besonders die Kriegsgeneration, müsse fachlich und sachlich in der Auseinandersetzung, an die Tagesprobleme der Gemeinde politisch herangeführt werden. Kommnnalpolitische Tagung in Neustadt Titisee. Die FDP Süd- und Mittelbaden veranstaltet am Samstag, den 11. Oktober im Schwarzwaldhotel in Neustadt eine kommunalpolitische Tagung. Es werden Finanzminister Frank über „Die Finanzpolitik im neuen Land" und Landtagsabgeordneter Menges-Freiburg über „Die Gemeinden und die Gemeindepolitik im neuen Land“ sprechen. Die Referate werden vormittags gehalten, nachmittags findet Aussprache statt. Vorwürfe gegen Bundesbahn Hinterzarten. Bezirksgruppenleiter des Fachverbandes Personenverkehr im Verband des Spe- ditions- und Transportgewerbes Südbadens warfen bei einer Zusammenkunft in Hinterzarten der I Bundesbahn vor, sie versuche mit allen Mitteln die privaten Omnibusunternehmen an die Wand zu drücken. Das im Frühjahr letzten Jahres getroffene Mainzer Abkommen über die Regelung des Gelegenheits- und Ausflugsverkehrs werde Kehl. Im französisch besetzten Teil Kehls kam es kürzlich zu einer Messerstecherei, in deren Verlauf ein Algerier einem 21jährigen Elsässer aus StraBburg mehrere Stiche versetzte. Die Verletzungen des jungen Mannes sind nicht lebensgefährlich. Der Täter hatte sich seit einiger Zeit um die Gunst einer jungen Französin beworben, die allerdings die Neigungen des Nordafrikaners nicht erwiderte und ein Verhältnis mit dem 21jährigen Straßburger begann. Nun begegnete das Paar auf der Straße dem Algerier, der sich in blinder Eifersucht auf den Begleiter des vergeblich umworbenen • Mädchens warf. Badische Volksschullehrer protestieren Karlsruhe. Der Verband badischer Lehrer und Lehrerinnen hat in einem an die Landesregierung in Stuttgart und an alle Fraktionen der Verfassunggebenden Landesversammlung gerichteten Telegramm gegen den Kabinettsbeschiuß protestiert, durch den das Volksschulwesen dem Regierungspräsidenten unterstellt wird. Die Lehrerschaft begründet ihren Protest damit, daß der Beschluß der Regierung mit dem Prinzip der Einheitlichkeit aller Schulen unvereinbar sei. Verlust der Sprache durch Verkehrs Unglück Bruchsal. Bei einem Verkehrsunglück hat dieser Tage ein 23 Jahre alter Radfahrer seine I Sprache verloren. Der junge Mann war auf der Bundesstraße 35 bei Bruchsal von einem Lastzug, der ihn überholte, gestreift und zu Boden geworfen worden. Der Radfahrer blieb unverletzt, verlor jedoch durch den Schock das Sprechvermögen. Blick über die Grenzen .Werkjahre" für Schriftsteller Zürich. Der Vorstand des Schweizerischen SchriftstelleTvereins hat beschlossen, den Schriftstellern Dr. Alfred Funkhäuser und C. F. Landry je ein halbes Werkjahr zu bewilligen. Die Einrichtung der »Werkjahre für Schriftsteller" bezweckt, namhaften Autoren die Möglichkeit zu verschaffen, während eines halben oder eines ganzen Jahres sich der Ausarbeitung eines neuen literarischen Werkes zu widmen. Eine beispielhafte Förderung schriftstellerischer Arbeit! Vater von zehn Kindern verschüttet Siebnen (Zürichsee). In einem Steinbruch in Buchberg am Zürichsee war der 5? Jahre alte Mitinhaber des Steinbruchs damit beschäftigt, losen Schiefer wegzuschaffen. Plötzlich geriet eine Steinmasse ins Rutschen und verletzte den Mann so unglücklich, daß der Tod sofort eintrat. Er war Vater von zehn Kindern. Für die Gesunderhaltung des Geifensees Uster (Zürich). Die Gemeinde Uster bewilligte mit großer Stimmenmehrheit einen Kredit von 1,4 Mill. Franken für die Errichtung einer mechanisch-biologischen Kläranlage am lieblichen Greifensee. Die Dringlichkeit der Sanierung war unbestritten. Mit der Annahme des Kredites ist die Grundlage für die Gesunderhaltung des Sees geschaffen. Der Bau der Anlage soll unverzüglich begonnen werden. Kind unterm Lastauto des Vaters Luzern, Der Inhaber eines Transportgeschäftes in Buchrain, der seinen Lastwagen gereinigt hatte, fuhr mit ihm einen Meter vorwärts, als se.n eigenes Kind, ein anderthalbjähriges Knäblein, sich der rechten Seite des Wagens näherte und unmittelbar vor dem rechten Hinterrad zu Fall kam. Das Kind wurde überfahren und sofort getötet. Ein Bild vom Rheinfall im Luzerner Bahnhof Luzern. Dem Vorstand der Kantonalen Verkehrsvereinigung Schaffhausen ist von den Schweizerischen Bundesbahnen ein großes Feld in der Haupthalle des Bahnhofs Luzern zur Anbringung eines Rheinfalibildes kostenlos angebo- ten worden. Die Vereinigung hat das Angebot einstimmig angenommen und den Kunstmaler Hodel in Luzern gegen ein Honorar von 5000 Franken mit der Ausführung des Gemäldes beauftragt. Die Frage der Finanzierung konnte unter den interessierten Kreisen, zufriedenstellend gelöst werden. Das große Winzerfest in Neuenburg Neuenburg. Das seit Jahrzehnten berühmte neuenburgisdie Winzerfest war vom schönsten Wetter begünstigt. Aus allen Landesteilen der Schweiz, wie auch aus dem benachbarten Frankreich erschien eine gewaltige Menschenmenge, um sich den Umzug anzusehen. Der Zug umfaßte etwa 50 Gruppen mit über 1000 Darstellern. Die Zahl der Zuschauer wurde auf rund 60 000 geschätzt. 32 000 davon waren mit der Bahn gekommen? die Zahl der auswärtigen Personenautos betrug 5000 und die der Autobusse 250. Süddeutsche Umschau Mutter von zwei Kindern beging Selbstmord Tuttlingen. In einem Anfall seelischer Depression stürzte sich eine Kriegerwitwe, Mutter vor zwei unmündigen Kindern, in die Donau und ertrank. Die Leiche wurde bald danach geborgen Schwarzwald birgt nicht viel Uran Stuttgart. Der Leiter des biologischen Landesamtes in Freiburg, Prof. Dr. Kirchheimer gab in Stuttgart vor Pressevertretern bekannt daß die wissenschaftlichen Untersuchungen det Uranerzlagerstätten im mittleren SchwarzwaM nahezu abgeschlossen seien. Die abbauwürdiger Vorkommen, die sich auf Punkte im oberen Kinzigtal beschränken, könnten nicht als ausgedehnt bezeichnet werden. Sie könnten abe T aus^eichen, etwaige künftige deutsche Atomkraft- Forschungen mit dem erforderlichen Material zu versorgen. Fest stehe, daß die Funde bei weitem nicht an die Vorkommen im Kongo-Gebiet und in Kanada herankommen. Uu*tdfCU%U Süd westflink (SWF); Stuttgart (STG) Beromünster (BES); Vorarlberg (VOR) DONNERSTAG, 9. Oktober: SWF: 6.45 Marktberichte; 11.30 Schwäbisch gschwätzt ond gsonga (Tübingen); 11.55 Neue Waffen gegen Unkraut (Freiburg); 13.15 Musik nadi Tisch; 14.30 Kinderliedersingen; 15.00 Welt und Wissen; 16.00 Operettenmusik; 16.30 Agram — Drehpunkt zweier Welten; 17.15 Reditsspiegel; 17.40 Badische Chronik (Freiburg); 18.20 Jugend spricht zu Jugend; 20.00 Dorfmusik spielt; 20.30 Unterhaltungsmusik; 21.00 Segelschiffsreise von Hamburg bis Rio; 22.30 Orchesterkonzert. — * STG: 5.20 Marktrundschau; 9.05 Unterhaltungsmusik; 11.20 Haydn-Symphonie; 11.45 Genossenschaftliche Futtertrodcnungsanlage; 12.00 Musik am Mittag; 15.00 Schulfunk: Der Monatsmann erzählt vom Oktober; 17.10 Unterhaltungsmusik; 17.40 Heimatpost: Lauinger Lie- bestragödie; 18.30 Sport gestern und heute; 20.05 Große Südfunklotterie; 21.00 Volkslieder aus Skandinavien und Südamerika; 21.30 Abenteuer-Hörspiel: Schule der Aufregung; 22.20 Französische Chöre; 22.40 Rudolf Hagelstange: Ballade vom verschütteten Leben; 0.05 Jazz. — * BER: 6.25 Morgenkonzert; 11.00 Orgelmusik; 12.40 Walzer von Lanner und Strauß; 13.30 Lieder von Glinka und Mussorgsky; 13.50 Sinfonie von Dvorak; 16.30 Festliche Musik bei Fürsten und Patriziern; 17.50 Musik aus Winzerfestspielen; 18.30 Weinlese am Bielersee, Reportage; 20.00 Aus Verdi-Oper „Rigoletto“; 22.20 Berner Stadtorchester. — * VOR: 7.15 Musik am Morgen; 8.20 Hausfrauenstunde mit Musik; 16.03 Märchen; 16.30 Berühmte Sängerinnen; 17.00 Bastelecke; 17.10 Nachmittagskonzert aus Wien; 18.30 Lieder von Schubert, Brahms, Richard Strauß; 19.15 Tiroler Blaskapellen; 19.50 Der Atem des Lebens; 20.15 Komödie von Schönherr: „Erde“; 21.30 Aus Carl Orffs „Carmina burana“; 23.00 Für den Musikfreund. FREITAG, 10. Oktober: SWF: 6.45 Marktberichte; 9.00 Für die Hausfrau; 11.30 Für den Heimatfreund (Freiburg); 12.00 Plauderei mit der Landfrau (Rheinfunk); 13.30 Musik nach Tisch; 15.15 Nachmittagskonzert; 17.00 Sang und Klang aus Oesterreich; 19.30 Chorgesang; 20.00 Operettenklänge; 20.45 Der alte Mensch und sein Lebensraum; 21.00 Musik von strawisky; 22.30 Schmunzeln Sie mit?; 23.00 Amerikanische Philosophie in deutscher Sicht. — * STG: 5.20 Marktrundschau; 8.00 Unser Kind hält sich schlecht; 12.00 Musik am Mittag; 15.30 Musik für Kinder; 16.00 Nachmittagskonzert; 17.00 Tanzmusik; 18.00 Volksweisen: Lustige Jägerei; 19.10 Rechtsspiegel; 20.05 Chansons; 21.30 Kampf gegen den Krebs; 22.20 Tanzmusik; 23.15 Unterhaltung und Tanz. — * BER: 6.25 Muntere Morgenmusik; 12.40 Konzert des Studio-Orchesters; 14.00 Für die Frau; 16.00 Wunschkonzert; 18.00 Unterhaltungsmusik; 18.20 In der Bero-Bar; 19.00 Brahms, Akademische Festouvertüre; 19.10 Weltchronik; 20.10 Hörspielfolge: Landarzt Dr. Hilfiker. — * VOR: 7.15 Musik am Morgen; 8.20 Hausfrauenstunde mit Musik; 12.00 Mittagskonzert aus Wien; 13.00 Wunschkonzert; 16.00 Für die Jugend; 16.20 Konzertstunde; 16.55 Wissen für jedermann; 17.10 Nachmittagskonzert; 18.00 Romanlesung: Sommer im Dorf; 19.45 Politische Wochenschau; 21.10 Symphonische Legende: Mustapha und sein Esel; 22.20 Leise Klänge zum späten Abend; 23.00 Für Freunde ernster Musik. 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Wir verlieren in dem Verstorbenen ein maßgebendes Glied unserer Geschäftsleitung und nehmen mit tiefer Trauer und aufrichtigem Dank und Verehrung Abschied von einem Manne, der in zwei Jahrzehnten seine ganze Arbeitskraft zum Wohle des Unternehmens und seiner Mitarbeiter eingesetzt hat. Sein Name und sein Andenken werden stets mit der Geschichte unseres Unternehmens verbunden bleiben. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Oktober 1952, nachmittags 14.30 Uhr, auf dem Friedhof St. Georgen/Schwarzw. statt St. Georgen/Schwarzwald, den 8. Oktober 1952 Aufsichtsrat, Vorstand und Belegschaft der GEBR. HEINEMANN A.G. Werkzeugmaschinenfabrik St. Georgen/Schwarzwald SIGALLEN I-IIKI für Alle ist der Besudi der SdUDßijec JRelfe für fonö- u. fflildumrtfdioft ein einmaliges Ereignis Immobilien Schönes, großes, 4stödriges Wohnhaus mit Cafe und Konditorei wird altershalb, in Bodensee-Stadt verk. Zuschr. u. 97 767 Südk. Lindau. 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Die trauernden Hinterbliebenen Francisca Boadella-Godo Mädy und Walter Buck-Boadella und Kinder Francisco Boadella Domingo Boadella Josef Godo Alberto Boadella (Spanien) Domingo Boadella (Spanien) Helma Boadella-Riezler und Anverwandte Die Beisetzung findet in seiner Heimat Figols (Spanien) am 9. Oktober statt. t Kadi langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden ist meine liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Schwester Sofie Wieser geb. Bantle lm Alter von 52 Jahren zur ewigen Ruhe eingegangen. Konstanz-Wollmatingen, den 7. Oktober 1952. Litzelstetter Straße 22 In tiefer Trauer Horst Wieser mit Frau Enkelkind Bemdt Ernst Viellieber, Hamburg-Altona Beerdigung Freitag, 10. Oktober, um 9 Uhr, in Wollmatingen. TOD ES-ANZEIGE Heute vormittag hat der Herr über Leben und Tod meine liebe Schwester Mathilde Rohr Postbeamtin i. R. nach kurzer Krankheit, im 74. Lebensjahr, zu sich heimgerufen. Konstanz, den 8. Oktober 1952. Schulstraße 1 In stiller Trauer Marie Rohr, Lehrerin i. R. x. Zt. Konstanz Feuerbestattung Freitag, 10. Oktober 1952, 14.30 Uhr. DANKSAGUNG Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau Ida Theresia Hemmerich geb. Pfister sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden danke ich aufs herzlichste. Besonderen Dank den Ärzten und Schwestern des Stadt. Krankenhauses Konstanz für die liebevolle Mühe und Pflege, Herrn Stadtpfarrer Wolf, Stockach, für die trostreichen Worte sowie allen, die der lieben Verstorbenen das letzte Geleit gaben. Konstanz, Stockach, den 9. Oktober 1952. Richentalstraße 20 Im Namen aller Hinterbliebenen Fritz Hemmerich, Obersteuersekretär a. D. Ihre Vermählung geben bekann Walter Weiß Elisabeth Weiß geb Winter Konstanz Restaur. Alpenrösle Hückeswagen / Rhld. Fuhr 27/IS I. Oktober 1952 Trauung 10 Uhr ln der Dreifaltigkeitskirche. Ihre Vermählung gehen bekannt Klaus Keller. Bäckermeister Gretel Keller geb. Vhl Konstanz, 9. Oktober 1952 Wilhelmstraße 30 St.-Gebhard-Str. 18 stets vorrätig bei durch Ksca-ZBna-SdfaddMMbr |in30Tg.8Pfd.u.mehrabzuneh- jmen. Kein« Hungordiöt. Fragen Sie Ihren Apolh. od. Drogisten. . hg Oenefciglulh . . beb Dre*. I. Kenkeck. kaaileistrele 11 - Dre*. Gradmana, Hisseastrate 10 Dre«. Leheiiris, Ab SAietzter Dre«. K. Slerk. ä.-feterskaisea Frauen über 40 bleiben schient nnd gesund durch RICHTEKTEE.br ent- I T*» wässert das Gewebe, regt die Verdannng u. Drüsen- I tätigt, an, rein. Blut n. Säfte. Auch eis DR1X-DRAGEES. | 9,-/2,2S DM i.Apoth.tt.Rjog. Drogerie Lohengrin, am Sehnetztor Bodan-Drogerle, Rosgartenstr. 31 Münster-Drogerie, Wessenbergstr. 30 Drogerie Kornbeck, Kanzleistr. 11 Petershaosen: Gebhards-Drogerie, Gebhardsplatz Drogerie Sterk. Zähringerstr. 3 Bettuch-Biber am StIA - Oberbettlcher abae«at< Textil -Schaler Konstanz Brtidarturnvtasse 4 Auch in TRAUER KLEIDUNG die reichhaltige Auswahl, welche für unser Haus charakteristisch Ist. 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