K SUDKURIER UNABHÄNGIGE HEIMATZEITUNG FÜR OBERBADEN UND DAS BODENSEEGEBIET Erscheint Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Samstag Tel.: 924, 925, 1130, 1510. 1511 Fernschreiber: 073239. 8. JAHRGANG * SAMSTAG/SONNTAG 1I./I2. OKTOBER 1952 * NUMMER 161 Verlag und Redaktion Konstanz. Marktstätte 4 Bezugspreis monatlich durch Träger 3.50 Mark zu- ztlgl. 30 Pfg. Trägerlohn, durch die Post 2.70 Mark, zuztigl. 36 Pfg. Postzustellgebühr. Einzelpreis 20 Pfg Großfeuer durch Sabotage WIEN. Als einen „einzig dastehenden Wirtschaftssabotageakt“ bezeichnet die überparteiliche Wiener Zeitung „Die Presse“ einen Großbrand, der eine Holz- faserpHattenfabrik in St. Veit an der Glan in Kärnten fast völlig einäscherte. Die Fabrik war erst vor kurzem mit Marshall- plangeldem erbaut worden. Der Schaden beträgt etwa 30 Millionen Schilling (6 Millionen DM). „Die Presse“ berichtet, am Tage des Brandes sei die Berieselungsanlage abgestellt gewesen. Die Schlüssel für die Hydranten im Werkgelände seien nicht aufzufinden gewesen. Die Fernsprechleitung nach St. Veit war durchgeschnitten, so daß die Feuerwehr in einem Gespräch über Klagenfurt alarmiert werden mußte. Schließlich sei zur Zeit des Brandes die Klagenfurter Feuerwehr von einem Unbekannten über das Telefon zu einem angeblichen Großbrand in Völkermarkt beordert worden. Schacht in Ul-Geschäft ? AMSTERDAM. Die Amsterdamer Zeitung „Volkskrant“ kündigt die Bildung einer deutsch-persischen Oelgesellschaft an, die sie als „Schacht-Compagnie“ bezeichnet. Die Verhandlungen würden zwischen Dr. Hjalmar Schacht und dem persischen Kommissar zur Nationalisierung der Oel- industrie geführt. Nach einem vorläufigen Plan sollen angeblich deutsche Importeure persisches Erdöl einführen und zum Teil an das Ausland Weiterverkäufen. Persien solle dafür Tankschiffe und technische Anlagen für die Oelgewinnung erhalten. Das Duett im Gerichtssaal WIEN. Die Wiener Staatsoper hat den Sänger Jovan Gligor wegen ungenügender Leistungen entlassen. Gligor verklagte daraufhin die Wiener Staatsoper beim Arbeitsgericht wegen Vertragsbruch. Um das gesangliche Können des Klägers zu prüfen, setzte sich der Vorsitzende eines Wiener Arbeitsgerichts an den Flügel und sang mit dem Sänger ein Duett aus Aida. Alle im Gerichtssaal Anwesenden klatschten dem Duo begeistert Beifall. Der Richter erklärte, der Sänger habe eine gute, volle Stimme ohne technischen Fehler. „Saufunk" gegen Wildsau BÜCHELBERG. Die Gemeinde Büchelberg in der Südpfalz hat jetzt die erste „Saufunkamlage“ der Bundesrepublik in Betrieb genommen. Die Anlage ist mit sechzehn Lautsprechern an die Ortsrufanlage der Gemeinde angeschlossen und sendet im Abstand von zwanzig Minuten, während der Nacht zwei Minuten lang, Hundegebell und Lärm, die von einem Magnetofongerät ablaufen, in den Wald. Die ersten Versuche haben eine erhebliche Wirkung gezeigt. Der Wildschaden auf den Aeckern, der die Gemeinde jährlich bis zu 24 000 DM kostete, ist stark zurückgegangen. Chinesische Offensive hält an TOKIO. UN-Panzerverbände brachen am Freitag in Mittelkorea tief in die kommunistischen Stellungen ein. Sie schnitten den Resten der chinesischen Einheiten den Rückzug ab, die seit Montag den wichtigen „weißen Pferde-Berg“ angegriffen und ihn auch vorübergehend besetzt hatten. Er war am Donnerstagnachmittag von den Südkoreanem zurückgenommen worden. Der Berg des Weißen Pferdes an der koreanischen Westfront ist am frühen Freitagabend erneut von chinesischen Truppen zurückerobert worden. Er ist eine wichtige Schlüsselstellung auf dem Wege nach Seoul. Politische Sensation um Geheim-Bund Bund Deutscher Jugend distanziert sich von Partisanen-Gruppe — Regierung kündigt scharfe Untersuchung an BONN. (W.-Eigenbericht.) Die Mitteilungen des hessischen Ministerpräsidenten August Zinn über die Tätigkeit einer „Par- tisanen-Organisation“, die im Falle eines sowjetischen Einfalls nicht nur Sabotage- Akte verüben, sondern auch Kommunisten und führende Sozialdemokraten „liquidieren“ sollte, wird in Bonn als die Sensation des Monats aufgenommen. Am Tage nach der Erklärung Zinns haben mehrere Bundestagsausschüsse darüber beraten. Es gilt als sehr wahrscheinlich, daß ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß zur Prüfung der Vorgänge eingesetzt wird. Jedenfalls dürfte die SPD, die sich des Falls sofort mit großer Entschiedenheit angenommen hat, die Einsetzung eines solchen Ausschusses beantragen, und da ihre Stimmen im Bundestag schon beinahe ausreichen, einen entsprechenden Beschluß durchzusetzen, ist man in Bonn ziemlich sicher, daß der Fall bald in aller Oeffent- lichkeit ausgebreitet wird. Von seiten der Bundesregierung, die übrigens von der Erklärung Zinns vorher unterrichtet worden war, ist inzwischen erklärt worden, daß keines der Bundesministerien mit dem Geheimring in Verbindung gestanden habe. Gegen die Frage eines Sprechers der SPD, ob der „Bund Deutscher Jugend“, der die Organisation aufgezogen haben soll, Geld von der Regierung erhalten habe, hat sich ein offizieller Regierungssprecher energisch verwahrt. Der Vorsitzende des „Bundes Deutscher Jugend“, Lueth, hat in einem Schreiben an Bundeskanzler Dr. Adenauer gegen die Behauptungen des hessischen Ministerpräsidenten Dr. Zinn protestiert, der BDJ habe mit amerikanischer Unterstützung eine illegale Organisation aufgestellt. In Bonn erklärte Lüth außerdem, er erwäge eine private Verleumdungsklage gegen Zinn. Lüth erklärte ferner, der Leiter der von der hessischen Regierung ausgehobenen illegalen Organisation sei bereits im Juni vorigen Wahres aus dem Vorstand des HdJ ausgeschieden. Er halte es für unwahrscheinlich, daß Peters, der sein Klassenkamerad gewesen sei, die ihm von Zinn unterstellten illegalen Handlungen begangen habe. Sollte dies aber doch zutreffen, dann werde sich der BdJ in aller Form von Peters distanzieren. Im Kreuzverhör der Journalisten gab Lüth zu, daiß der 18 000 Mitglieder umfassende „Bund Deutscher Jugend“ über seine Tätigkeit regelmäßig den Verfassungsschutzämtern berichtet, ausgenommen dem hessischen Amt, wobei die Initiative von den Ämtern ausgehe. Er bestätigte auch, daß Schulungsabende stattfinden, verneinte aber, daß eine besondere Organisation zum Schutz der Veranstaltungen des BdJ bestehe. Weiter bemerkte Lüth, der BdJ habe sich einer Infiltration amerikanischer Geheimdienste zu erwehren gehabt und nach und nach etwa 20 Mitglieder deshalb ausschließen müssen, weil Agenten von Nachrichtendiensten nicht Mitglied des BdJ sein dürften. Darüber hinaus habe der BdJ den amerikanischen Hochkommissar schon vor geraumer Zeit ersucht, dafür zu sorgen, daß bei amerikanischen Nachrichtenstellen auf keinen Fall Deutsche unter 24 Jahren beschäftigt werden. Die Entwicklung des ganzen Falles in den letzten 24 Stunden deutet immer mehr darauf hin, daß er sich zu einer politischen Sensation auswachsen kann. Im gesamtdeutschen Bundestagsausschuß führte der sozialdemokratische Abgeordnete Wehner bereits einen massiven Angriff gegen die Bundesregierung, insbesondere gegen das gesamtdeutsche Ministerium, der erkennen ließ, welche Schärfe die Auseinandersetzung über den Fall annehmen kann. Fritz Heine vom SPD-Vorstand erklärte, die SPD habe schon lange den antidemokratischen Charakter der BdJ erkannt. „Der BdJ ist ein korrupter volksfeindlicher Haufen und eine Schädigung des deutschen Ansehens.“ Norbert Hammacher vom BdJ-Bundes- vorstand erklärte in Berlin, daß dem BdJ die Existenz von 10 bis 15 illegalen Organisationen im Sinne des von Ministerpräsident Zinn aufgedeckten „technischen Dien- Die Bundesregierung bedauert BONN. (W.-Eigenbericht.) Im Anschluß an eine Sitzung des Bundeskabinetts, in der die Erklärungen des hessischen Ministerpräsidenten Zinn über die „Partisanen “-Organisation ausführlich behandelt wurde, hat Ministerialdirektor Dr. Egidi vom Bundesinnenministerium erklärt, die Bundesregierung werde die Untersuchung keineswegs allein dem Lande Hessen überlassen. Gleichzeitig erklärte Egidi: „Wir können ein Gefühl des Bedauerns darüber nicht unterdrücken, daß es heute sieben Jahre nach dem Kriege und unter dem Zeichen der gemeinsamen Verteidd- gungsbemühungen, noch möglich ist, daß Amerikaner geheime Waffenlager in Deutschland unterhalten und Deutsche als „Partisanen“ ausbilden lassen. Dr. Egidi und der Staatssekretär im Bundesmdnisterium für gesamtdeutsche Angelegenheiten, Dr. Thedieck, äußerten sich über den Wert solcher Unternehmungen sehr abfällig. Egidi warf die Frage auf, welchen Sinn diese „Spielerei“ mit höchstens hundert Gewehren eigentlich haben könne. „Das ist doch politische Makulatur“, fügte er hinzu. Thedieck nannte die Ausbildung der Partisanen „gelinde gesagt, groben Unfug“. Es scheine aber, daß die Amerikaner sich schon entschlos- Kurz notiert m Kreis Stade wurde das erste Flücht- [sdorf der Bundesrepublik auf den Namen -denskamp“ getauft. Der neue Ort ist ’ch die Ansiedlung ostvertriebener Bauern standen. »er Ältestenrat des Bundestages hat die gesehene Saar-Debatte für den 23. Oktober rofessor Dr. August Adenauer, ein Bruder Bundeskanzlers, ist am Freitag in einem tsbnrger Krankenhaus nach einer kurzen, veren, inneren Krankheit gestorben, er frühere SS-Riehter Dr. Thorbeck, der , wie gemeldet, gegenwärtig in München Immen mit Walter Huppenkothen wegen Hinrichtung der Gruppe Canaris zu verhörten hat, wurde im Gerichtssaal verleb ie 19jährige Amerikanerin Martha John ge, die im Juli dieses Jahres ihren Mann hossen hat, als er mit einer anderen u in ihrer Wohnung auftauchte, wurde einem USA-Gericht in München in zwei- lalb Jahren Gefängnis verurteilt, ie Brüder Heins und Günther Schenk rden vom Landgericht München zu je f Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie dem im Gebäude der Bayerischen Staats- k untergebrachten Kassenschrank des leitsamtes München 160 500 Mark gestohlen ten. ie griechische Koalitionsregierung unter listerpräsident Plastiras ist znrückgetre- . Der KSnig hat sofort das Parlament gelöst und Neuwahlen ausgeschrieben. Die Forderung Schwedens, die Flugzeug- Zwischenfälle über der Ostsee durch ein internationales Schiedsverfahren zu klären, ist von der sowjetischen Regierung abgelehnt worden, da der Schutz der Grenzen ein unveräußerliches Recht der Sowjetregierung sei. Ein zweiter britischer Atomwaffen-Versuch — voraussichtlich eine Unterwasser-Explosion — wird in Kürze durchgeführt werden. Von 2,7 Millionen Amerikanern, die seit Ausbruch des Korea-Krieges auf ihre Wehrtüchtigkeit untersucht wurden, wurden 1,128 Millionen wegen körperlicher, geistiger oder moralischer Mängel für untauglich befunden. Die Zahl der Divisionen der japanischen Sicherheitsstreitkräfte soll in den nächsten zwölf Monaten von vier auf acht erhöht werden. An der israelisch-jordanischen Demarkationslinie kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen arabischen und israelischen Truppen. Der ln argentinischen Diensten stehende deutsche Düsenjägerpilot Otto Albert Behren fand den Fliegertod, als der von ihm gesteuerte Versuchsdüsenjäger in der Nähe von Buenos-Aires in der Luft explodierte. Dieser Düsenjäger ist von dem deutschen Professor Tank entworfen worden. Eine amerikanische Superfestung, die eine Besatzung von elf Mann an Bord hatte, explodierte in der Nähe von Protland (USA) in der Luft. Die Besatzung fand den Tod. In den geheimen Safes anf einem ehemaligen Landschloß Exkönig Faruks in Ägypten wurden große Mengen von Gold gefunden. sen hatten, die Aktion überhaupt einzustellen, bevor die deutschen Stellen darauf stießen. Dr. Egidi hob hervor, daß der Bundesregierung bisher die Liste der 80 Persönlichkeiten, die in der „Kartei“ der Organisationen standen, nicht mitgeteilt worden sei. Länder billigen Gesetz gegen Sdunutz und Schund BONN. Der Bundesrat billigte am Freitag mit 23 gegen 15 Stimmen des „Schund- und Schmutzgesetz“, das den Vertrieb jugendgefährdender Schriften einengen soll. Gegen das vorgesehene Gesetz stimmten die Länder Bremen, Hamburg, Hessen und Niedersachsen. Das Gesetz stes“ bekannt sei. Der BdJ habe im Vorjahr rund 50 Mitglieder ausgeschlossen, weil sie sich für die Mitarbeit in solchen Organisationen gewinnen ließen. Entschädigung für Kriegsgefangene? BONN. (W.-Eigenbericht.) Der Bundestag hat die Regierung beauftragt, an einem Tag der Kriegsgefangenen-Gedenk- woche zwischen dem 20. und 26. Oktober für eine Verkehrsstille und Arbeitsruhe von zwei Minuten im Bundesgebiet zu sorgen, „um die Geschlossenheit des deutschen Volkes in der Kriegsgefangenenfrage zum Ausdruck zu bringen“. Gleichzeitig wurde erwogen, den ehemaligen Kriegsgefangenen eine Entschädigung für die in Gefangenschaft verbrachte Zeit zu geben. Geist des guten Willens BONN. Der Vorsitzende des Exekutivrates des Jüdischen Weltkongresses, Dr. Goldmann, äußerte in Bonn die Erwartung, daß das deutsch-israelische Wiedergutmachungs-Abkommen Ende November vom Deutschen Bundestag ratifiziert wird. Das Wiedergutmachungs-Abkommen sieht insgesamt Sachlieferungen im Werte von 3,5 Milliarden DM vor.' Goldmann hatte Bundeskanzler Dr. Adenauer am Krankenbett in Rhöndorf besucht und ihm den Dank des Staates Israel ausgesprochen. Dr. Goldmann sagte, die Vereinbarungen werden Israel in die Lage versetzen, für Hunderttausende jüdischer Opfer der Naziverfolgung neue Existenzmöglichkeiten zu schaffen. Dr. Goldmann erklärte dem Kanzler, wie sehr Israel und die jüdischen Organisationen den Geist des guten Willens schätzen, der sich in den abgeschlossenen Vereinbarungen kundgetan habe. Verschwörung ins Blaue? Enthüllungen scheinen die politische Mode dieser Herbstsaison zu sein. Zuerst kam auf dem Sozialdemokratischen Parteitag in Dortmund die Enthüllung des Bundestagsabgeordneten Wehner: Es gibt einen geheimen Draht zwischen Paris und Moskau, zwischen französischer Politik und sowjetischer Aufspaltung Deutschlands. Dann kam die Enthüllung des hessischen Ministerpräsidenten: Ein Geheimbund, an dem auch Persönlichkeiten des „Bundes Deutscher Jugend“ beteiligt seien, habe mit amerikanischem Geld eine Partisanen-Or- ganisation aufgebaut, um bei einem Sowjetüberfall Sabotageakte gegen die bolschewistischen Angreifer durchzuführen. Schon prüft ein Untersuchungsausschuß des Bundestages, ob dieser Geheimbund auch eine „Schwarze Liste“, nicht etwa kommunistischer, sondern sozialdemokratischer Politiker aufgestellt hat. Nun hät vor wenigen Tagen der baden- württembergische Ministerpräsident Reinhold Maier über Gefahren gesprochen, die unser Staatswesen bedrohen könnten. „Verschweigen wir es uns nicht: die Gefahr nach rechts, von rechts ist aktuell“, so sagte er, und er fuhr forte „Diese Gefahr liegt nicht im Wiederaufleben des Nationalsozialismus hitlerischer Prägung, sie liegt in der Möglichkeit, daß eine „Nationale Rechte“ sich bildet, welche sich nicht radikal antidemokratisch geriert, aber die Demokratie als schließlich doch zweitrangige Angelegenheit behandelt und eben schließlich in die autoritäre und bald darauf in die totalitäre Form hineingestoßen wird, ob sie will oder nicht.“ Ministerpräsident Maier sprach diese Worte bei einer Tagung, die schon wegen ihres neuartigen Charakters beachtet werden muß — eine Tagung junger Unternehmer, die sich zusammengefunden hatten, um untereinander und mit politisch handelnden Persönlichkeiten das Nebeneinander und wurde zwar an den Vermittlungsausscäiuß | Miteinander der Wirtschaft und der Po- überwiesen, aber nur wegen juristischer Bedenken gegen die Form des Beschwerdeweges. Der eigentliche Gesetzesinhalt wird im Vermittlungsausschuß nicht mehr überprüft und wird außerhalb der künftigen Debatte stehen. litik zu besprechen. Ein Vorgang, der an sich mustergültig für ein demokratisches Staatswesen sein sollte, das nur gedeihen kann, wenn man sich im Austausch der Meinungen mit der Haltung des Anderen ernsthaft auseinandersetzt. Einheit in der Schulgestaltung gesichert Oberschulämter geplant — SPD verzichtet anf Aendernng des Ueberleitungsgesetzes STUTTGART. (Tfz.-Eigenbericht.) In der Sitzung des Verfassungsausschusses der Landesversammlung erklärten die Sprecher der Fraktion der CDU und der DVP / FDP, sie seien nicht in der Lage, dem Aen- derungsgesetzentwurf der SPD zuzustimmen, der beabsichtigte, im Bereich der Schulverwaltung Zuständigkeiten auch auf neu zu errichtenden Stellen zu übertragen. Die Vertreter der DVP/FDP wiesen darauf hin, man müsse nach Möglichkeit jede Aen- derung des Ueberleitungsgesetzes vermeiden, da dieses den Charakter einer vorläufigen Verfassung trage. Die vorläufige Regierung legte dem Verfassungsausschuß in der gleichen Sitzung neue Verordnungentwürfe vor, die den von der SPD in Uebereinstimmung mit den Organisationen der Lehrer und der Erziehungsberechtigten aufgestellten Forderungen weitgehend entsprechen. Unter diesen Umständen verzichtete die SPD-Fraktion bis zur Vorlage eines Landesschulverwaltungsgesetzes auf eine Behandlung ihres Aenderungsgesetzentwurfes und der damit verbundenen weitgehenden Wünsche. Die neuen Verordnungen sollen die Einheit in der Schulverwaltung sichern. Sie sehen die Errichtung von Oberschulämtem bei den Regierungspräsidien vor, die der Fachaufsicht des Kultministeriums unterstehen sollen. Das Emennungsrecht für sämtliche Beamten, Angestellten und Arbeiter in der Schulverwaltung steht — soweit nicht der Kultminister bzw. der Ministerpräsident zuständig ist — den Leitern der Oberschulämter zu. Die Opposition hat mit Genugtuung zur Kenntnis genommen, daß ihre Bemühungen um einen sinnvollen Aufbau der Schulverwaltung nunmehr zu einem gewissen Erfolg geführt haben. Die Opposition in Baden-Württemberg habe, so heißt es in einer Verlautbarung, jetzt auf einem der wichtigsten Gebiete des staatlichen Lebens eine Teilforderung nach Dezentralisation durchgesetzt. Den wesentlichen Forderungen der Lehrerschaft, die auf die Zusammenfassung aller Schulgattungen bei einer Schulverwaltung abzielen, sei nunmehr Rechnung getragen. Die CDU weist allerdings darauf hin. daß die Beziehungen zwischen Regierungspräsidium und Oberschulamt noch zu klären seien. SK. Die geplante Regelung des Volke- schulwesens ist der allgemeinen Opposition besonders auch von seiten der Lehrerschaft selbst zum Opfer gefallen. Das mag der Regierung eine ernste Mahnung sein, ihre Zentralisierungstendenzen weiter einzudämmen. Ministerpräsident Dr. Reinhold Maier, der am Mittwoch mit seinen Ministern der Stadt Wangen einen Besuch abstattete, erwähnte dort, daß das Wort vom „Stuttgarter Zentralismus“ früher nie gehört werden sei. Er vergaß dabei allerdings, zu sagen, daß man vor 1933 auch keinen Grund dazu hatte. Oberschwaben war in der ganzen Weimarer Zeit durch seine stärkste Partei mit hervorragenden Männern in der Regierung vertreten, während dies heute nicht der Fall ist. Dasselbe gilt auch für Südbaden. Von Alfred Gerigk Wenn aber Ministerpräsident Maier eine Gefahr von Rechts sah, so nicht ih dem verschwörerischen Sinn. Existiert neben der langsam schwelenden Entwicklung, vor der er warnte, noch eine akute Verschwörungs-Strömung? Vieles ist in den bisherigen Enthüllungen über diese Verschwörung freilich noch völlig unklar. So insbesondere der Punkt jener schwarzen Listen. Kann es wirklich irgendeiner Organisation eingefallen sein, für den Fall eines bolschewistischen Überfalls, sich gerade gegen sozialdemokratische Führer wenden zu wollen? Die deutsche Sozialdemokratie hat im Kampf gegen den Kommunismus eindeutig Stellung bezogen und sie würde, falls ein solcher Kampf einmal schärfere Formen annehmen müßte, eine der unentbehrlichsten und zuverlässigsten Stützen jeden Widerstandes darstellen. Das ist trotz der oppositionellen Haltung der SPD gegenüber der jetzigen Buq- despolitik auch gerade auf dem letzten sozialdemokratischen Parteitag eindeutig von dem Abgeordneten Wehner mit den Worten klargestellt worden: „Wir haben eine Grenze für die Aktivität unseres Kampfes gegen die Politik des Kanzlers. Diese Grenze ist gezogen durch die Linie, die, wenn wir sie überschritten, nur Kollaboration (Zusammenarbeit) mit den Machthabern in der Sowjetzone und Warschau und Prag bringen würde.“ Ob also die nun aufgedeckte Geheimorganisation wirklich beabsichtigte, Pläne gegen führende sozialdemokratische Persönlichkeiten in Gang zu setzen, wird bei der Beurteilung der ganzen Enthüllung eine sehr wesentliche Rolle spielen. Aber es ergeben sich aus der zeitweiligen Existenz einer solchen Geheimorganisation noch eine Reihe anderer grundsätzlicher Fragen. Nach den bisher vorliegenden Angaben soll diese Organisation Ende 1950 oder Anfang 1951 unter dem Eindruck der Korea-Ereignisse entstanden sein, als man die Möglichkeit eines bolschewistischen Ueberfalls auch in Europa in Rechnung stellte. Sie soll dann durch einen Beschluß vom Mai dieses Jahres aufgelöst worden sein, wobei ihr eine Abwicklungsfrist bis zum September gegeben worden sei. Nun könnte man sagen: hier lagen also ganz besondere Voraussetzungen für die Entwicklung einer Partisanenorganisation vor, die fallen gelassen wurde, als diese Voraussetzungen fielen. Man könnte auch sagen: Wenn eine Enthüllung über den Aufbau einer Partisanenorganisation der kommunistischen FDJ („Freie Deutsche Jugend“) aus der sowjetisch besetzten Zone käme, so würde niemand sich darüber wundern — man würde es für selbstverständlich halten, daß die Kommunisten auch Partisanen-Trupps aufgestellt haben. Aber beide Gesichtspunkte treffen nicht den Kern der Sache. Ein demokratisch geordnetes Staatswesen kann keine Geheimorganisation privater Kreise dulden, am allerwenigsten eine bewaffnete Geheimorganisation. Was für ein totalitäres System, wie es der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands aufgezwungen ist, eine Selbstverständlichkeit sein mag, muß außerdem im demokratischen Staat zur Unmöglichkeit gemacht werden: Die Existenz von Organisationen, die keiner Kontrolle der Volksvertretung unterließen. Der „Bund Deutscher Jugend“ ist eine unter vielen Jugendorganisationen der Bundesrepublik. Und bei weitem nieht die größte. Die Pfadfinder, die Evangelische Jugend, die Katholische Jugend, die Sozialistische Jugend, die Landjugend, die Sportjugend, haben ihre eigenen Verbände. Der „Deutsche Bundesjugendring“ ist nur eine Dachorganisation, die in besonderen Fällen gemeinsame Interessen wahrnimmt, aber in keiner Weise dazu bestimmt ist, die Vielfalt der Jugend- Bestrebungen auf einen Einheits-Nenner zu bringen. Nun hat der „Bund Deutscher Samstag, 11. Oktober 1952 SÜDKURIER Nr. 161 / Seite 3 Jugend“ schon seit einiger Zeit im Meinungsstreit gestanden. Von sozialdemokratischer Seite wurde ihm vorgeworfen, er habe antidemokratische Tendenzen. Andererseits hat die i er Bund Deutscher Jugend eine Denkschrift herausgegeben, die eine sehr offene und sehr umfassende Dar- I Stellung aller rechtsradikalen Organisationen enthält und deren Zweck es war, die Öffentlichkeit auf die Gefahr solcher Organisationen aufmerksam zu machen. Man kann also nicht ohne weiteres unterstellen, daß dieser BDJ selbst rechtsradikale oder staatsfeindliche Absichten hat. Vielleicht stößt man hier auf den für die Zukunft wichtigsten Punkt der ganzen Angelegenheit: Es ist nicht gut, mit Enthüllungen immer erst dann aufzutreten, wenn ein Schaden angerichtet ist. Es wäre nützlicher in einem frühen Zeitpunkt — und die Untersuchung soll in Hessen schon geraume Zeit gelaufen sein — in gegenseitiger Aussprache Aufklärung herbeizuführen. Jene Zusammenkunft, in der der baden-württembergische Ministerpräsident Maier vor jungen Unternehmern ganz offen über die Gefahren sprach, die er von Rechts kommen sieht, ist ein Beispiel dafür, wie auch im größeren Rahmen verfahren werden müßte. Die Vielfalt der Ju- I gendorganisationen im demokratischen Staatswesen muß unberührt bleiben. Aber es würde dem Drang zu Geheimbündelei erheblich Abbruch tun, wenn die führenden Männer des politischen Lebens sich häufiger und unmittelbarer mit der Jugend auseinandersetzten. Nur so kann die Jugend mit der politischen Wirklichkeit vertraut werden. Damit würden nicht nur wirklichkeitsfremde „Verschwörer“ ihre Existenzmöglichkeit verlieren, sondern es würde sogar jener anderen schleichenden Gefahr von Rechts begegnet werden, die aus der Gleichgültigkeit gegen die demokratischen Einrichtungen herrührt. Die Gleichgültigkeit entsteht ja zum guten Teil, wenn die führenden Männer dem Volk Sinn und Ziel des Staates nicht greifbar und deutlich zu machen verstehen. Eden: Internationale Lage gebessert Konservativer Parteikongreß — „Deutschland und Frankreich müssen zusammenflnden“ LONDON. Am ersten Tage des Parteikongresses der britischen Konservativen in Scarborough appellierte Außenminister Eden an Frankreich und Deutschland, sich in Vertrauen und Kameradschaft zusammenzufinden. Deutschland müsse auf den Weg der Demokratie geführt werden. Die Fehler der Vergangenheit dürfe man nicht wiederholen. Eden erklärte den rund 4000 Delegierten, in der Sowjetunion werde jetzt daran ge- zweifelt, daß der Westen eingeschüchtert oder durch direkte Methoden vernichtet werden kann. Edens Erklärungen werden als erste amtliche britische Aeußerung zum sowjetischen Parteikongreß in Moskau betrachtet. Eden und Verteidigungsminister Alexander stellten übereinstimmend fest, daß sich die internationale Lage infolge der Stärkung des Westens gebessert habe. Lord Alexander betonte jedoch, der Westen könne in seinen Verteidigungsanstrengungen nicht nachlassen, weil keine Anzeichen für eih& Aenderung der sowjetischen Politik vorlägen. Als Leitwort der konservativen Außenpolitik nannte Eden den Frieden, für die Innenpolitik Ausdehnung des Privatbesitzes, des Wohlstandes und der Möglichkeiten für jeden Engländer. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wird die konservative Regierung Churchills zu ihrer „klugen und entschlossenen“ Führung der Verteidigungs- und Außenpolitik beglückwünscht. In einer zweiten Entschließung wird betont, daß die Erhaltung der Freiheit in der Welt vor allem von der Freundschaft, Zusammenarbeit und Solidarität zwischen Großbritannien und den USA abhänge. Lord Alexander sprach sich in seiner Rede nachdrücklich gegen eine Herabsetzung der zweijährigen militärischen Dienstzeit aus. Alexander trat weiter für die Entwicklung moderner technischer Waffen ein, da man niemals die Mannschaftsstärke der Sowjetunion erreichen werde. Protest gegen zu große Obsteinfuhr Erzeugerpreise weit unter Vorkriegs-Niveau STUTTGART. (Tfz.-Eigenbericht.) In einer Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Württemberg-Baden, wurde die gegenwärtige schwere Absatzkrise für einheimisches Obst erörtert. Lebhafte Klagen wegen schleppenden Absatzes bei völlig unzureichenden Erzeugerpreisen, wurden besonders von den obstbauenden Landwirten der Rheinebene, des Odenwaldes und des württembergischen Unterlandes geführt. Die schwierige Lage wird vornehmlich auf die überreiche Einfuhr ausländischer Trauben . zurückgeführt. In Stuttgart sind zum Beispiel täglich Ifi—15 Waggons Trauben überstän- di'g. Da unsere heimische Landwirtschaft aber in erster Linie auf die Einnahme aus dem Obstbau angewiesen ist, muß eine solche Entwicklung zu einer erheblichen Beeinträchtigung unserer Eigenerzeugung an Obst führen. WETTERVORHERSAGE des Badischen Landeswetterdlenstes Eine am Freitag bis zum Alpen-Nordrand vorgedrungene Störung hat das mitteleuropäische Hodi vorübergehend zurückgedrängt. Da eine neue Hochdrudczelle von den britischen Inseln nach Mitteleuropa wandert, wird sich zum Wochenwechsel wieder überwiegend freundliches Herbstwetter einstellen. Wettervorhersage bis Montagabend: Am Samstag teilweise noch bedeckt und strichweise Regenschauer. Gegen abend Bewölkungsrückgang. Vom Sonntag an nach Frühnebel tagsüber sonnig und zunehmend wärmer, jedoch kalte Nächte mit Bodenfrost. Abflauende Winde aus Nord bis Ost. 100 DM ln Zürich: 10. 10.: 90/92; 9. 10.: 90/92 sfr. Nach amtlichen Berechnungen liegen die Obstpreise mit Ausnahme der Taifeläpfel zur Zeit bis zu 50 Prozent unter den Preisen der Vorkrisgsjahre 1938/39, obgleich heute die Erzeugungskosten, vor allem die Aufwendungen für die Schädlingsbekämpfung einen wesentlich höheren Stand erreicht haben als damals. Der Deutsche Bauernverband wird daher bei der Bundesregierung energische Vorstellungen erheben. Er fordert in erster Linie eine Verlängerung der Schonfristen unid notfalls \dig Abwendung - der Katastrophen- klaueel gegenüber weiteren. Einfuhren. Auch das baeäisch-württembergtsche Landr Wirtschaftsministerium wurde auf gef ordert sich in diesem Sinne in Bonn einzusetzen. Anklage gegen KP-AbgeordneteV BONN. (W.-Eigenbericht.) Der Bundestagsauschuß für Immunität wird dem Parlament in einer seiner nächsten Sitzungen, Ende des Monats Vorschlägen, die Immunität der meisten kommunistischen Bundestagsabgeordneten aufzuheben, damit sie unter der Anklage des Hochverrats und der Staatsverleumdung vor Gericht gestellt werden können. Ein entsprechender Entschluß ist von dem Ausschuß mit Mehrheit gefaßt worden. Es ist wahrscheinlich, daß das Plenum des Bundestages ihn bestätigt. Der KP-Vorsit- zende Max Reimann und die Abgeordneten Renner, Fisch, Niebergall und Frau Strohbach sollen wegen Anforderung zum Hoch- und Landesverrat, zu Aufruhr und gewalsamen Umsturz,' angeklagt werden. „Der brennende Speer“ von Kenya Mau Mau terrorisiert die britische Kronkolopie Pinay wies US-Kritik zurück PARIS. Die französische Regierung soll sich geweigert haben, ein amerikanisches Memorandum entgegenzunehmen, in dem Kritik an der französischen Militär-, Wirtschafts- und Außenpolitik geübt wurde. Das Memorandum, von französischer Seite als „Note“ angesehen, wurde von amerikanischer Seite jedoch als ein „Schreiben“ bezeichnet. Ministerpräsident Pinay soll dann dem USA-Botschafter in Paris gesagt haben: „Ich will gern vergessen, daß man uns diese Note übermittelt hat.“ In einem Teil des amerikanischen Schreibens wird der französischen Regierung mitgeteilt, Amerika könne Frankreichs Wünsche auf finanzielle Unterstützung nicht in dem Umfange befriedigen, wie Frankreich dies wünscht. Lebenslänglich für politischen Mord KASSEL. Wegen Mordes an dem jüdischen Arzt Dr. med. Lindemann während der Röhm-Revolte ajn 1. Juli 1934 in Glogischdorf (Niederschlesien) verurteilte das Schwurgericht Kassel nach sechstägiger Verhandlung den 42 Jahre alten ehemaligen SS-Angehörigen und Fleischermeister Herbert Bischoff zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe. BERLIN. (G.-Eigenbericht). Der am Montag in Berlin beginnende 2. ordentliche Bundeskongreß des Deutschen Gewerkschaftsbundes wird weit über den gewerkschaftlichen Rahmen hinaus für das gesamte politische Leben in Deutschland von Bedeutung sein. In unterrichteten Kreisen erwartet man von diesem Kongreß die Beantwortung der Frage: radikale oder gemäßigte Gewerkschaftspolitik? Man nimmt an, daß die Berliner Atmosphäre auf allzu revolutionäre Gemüter dämpfend wirken wird. Denn hier sind die Spannungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer viel weniger groß als in der Bundesrepublik. Das gilt für die Lohnpolitik ebenso wie für das Problem des Mitbestimmungsrechtes. Außerdem glaubt man, daß gerade die Spaltungsversuche des Ostens dazu beitragen werden, eine echte Spaltung zu verhindern. Von den 365 Delegierten des Kongresses ist bereits ein großer Teil, darunter Vorsitzender Christian Fette, in Berlin eingetroffen. Sie vertreten insgesamt über sechs Millionen Gewerkschaftler. Schauplatz des Kongresses ist die Saarland- Halle am Berliner Funkturm. Der Kongreß wird fünf Tage dauern und am Freitag mit einer Rede des neugewählten Vorsitzenden ausklingen. Wer wird dieser neue Vorsitzende sein? Die Frage hat bereits eine Fülle von Kombinationen heraufbeschworen. Man hält es für nicht ausgeschlossen, daß es zu einer Kampfabstimmung kommt, denn bisher konnte sich der Vorstand nicht auf die Nominierung eines Mannes einigen. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen der gegenwärtige erste Vorsitzende Christian Fette und der erste Vorsitzende der IG Metall, Walter Freitag. Gegen die Wiederwahl Fettes treten weite Gewerkschaftskreise auf, weil ihnen die Reden Fettes zu deutungsfähig waren und weil er sich mit Themen befaßte, die ihrer Meinung nach außerhalb des gewerkschaftlichen Wirkungskreises liegen (beispielsweise Stellungnahme zum Verteidigungsbeitrag). Sein Rivale, Freitag, spielte sich bei der zweiten Bundesgewerkschaftstagung der IG Metall in Stuttgart stark in den Vordergrund, wo er organisatorische Mißstände aufdeckte und scharfe Kritik an der lauen Haltung einzelner Mitglieder und Funktionäre gegenüber kommunistischen „Friedensfreunden“ übte. Freitag galt früher als radikal. Seit Stuttgart kann man ihn jedoch kaum noch so bezeichnen. Er forderte dort die unbedingte Respektierung des vom Parlament verabschiedeten Betriebsverfassungsgesetzes. LONDON. (-er-Eigenbericht.) Es ist wie in einem klassischen Abenteuerbuch: Auf Urwaldlichtungen halten die Eingeborenen seltsame nächtliche Zeremonien ab. Im Schein der flackernden Fackeln werden Ziegen als Opfertiere geschlachtet. Die Umstehenden murmeln Beschwörungsformeln, während ein Widerstrebender gezwungen wird, sich durch einen Eid zu dem Geheimbund zu bekennen. Wenn er es nicht tut, muß er damit rechnen, sofort oder in den folgenden Tagen getötet zu werden/ Das sind die Methoden der Mau Mau (sprich Mo Mo), eines gefährlichen Geheimbundes, der die englische Kolonie Kenya in Zentralafrika von Woche zu Woche stärker beunruhigt. Die Sekte verursacht jene alten primitiven Sitten der Eingeborenen wieder zum Leben zu erwecken, die die Engländer in jahnzehntelanger, mühevoller, geduldiger Arbeit ausgerottet haben. Hexen Verbrennungen, rituelle Hinrichtungen, Frauenraube und Stammeskriege sind in Kenya fast verschwunden. Früher wurde ein Dieb in trockene Bananenblät- In den Kombinationen über den nächsten Vorsitzenden tauchen noch drei andere Namen auf: August Schmidt, der größtes Ansehen bei den Bergarbeitern der Ruhr besitzt, Kummemuß von der Gewerkschaft Oeffentliche Dienste, Transport und Verkehr und Jahn von der Eisenbahnergewerkschaft. Gegen alle drei werden I jedoch starke Einwendungen laut. Millionen für Aufbau STUTTGART. (Tfz-Eigenbericht.) Der Finanzausschuß der Verfassunggebenden Landesversammlung bewilligte in seiner letzten Sitzung eine große Anzahl von Vorweggenehmigungen für den Etat 1952- 53, so unter anderem rund 23 Millionen Mark für den Straßen- und Wasserbau und rund 11 Millionen Mark für staatliche Erweiterungsbauten in Südwestdeutschland. Unter anderem wurden 1,4 Millionen DM für Neubauten an der Universitätsklinik und Universitätsgebäuden in Freiburg vergeben. Für den Neubau eines chemisch-pharmazeutischen Instituts an der Universität Tübingen bewilligte der Ausschuß 1,42 Millionen DM, außerdem rund 750 000 DM für die Universität Heidelberg. Für Südbaden wurden unter anderem 300 000 DM als Finanzbeihilfe für Aufschließungsarbeiten an Baugelände, 100 000 DM als Zuschuß zum Bau von Jugendwohnheimen und 100 000 DM für die Instandsetzung von Holzhauerhäusern genehmigt. Dem Freiburger Staatstheater wurde ein Betriebszuschuß von 150 000 DM gewährt. ■ - ter eingewickelt und lebendigen Leibes verbrannt, heute muß er allenfalls für kurze Zeit ins Gefängnis — das Leben ist langweilig geworden. Mau Mau macht es wieder interessant und aufregend. Deshalb unterstützen viele Eingeborene den Geheimbund, ohne seine Gefährlichkeit zu erkennen. Das Ziel der Bewegung heißt: Afrika den Afrikanern (man spricht in Kenya niemals von Negern). Die Weißen sollen vertrieben werden. Eingeborene sollen Regierung und Verwaltung übernehmen. Das klingt besonders in den Ohren der in schlechten Verhältnissen lebenden Afrikaner verlockend. Und es gibt besonders in der Hauptstadt Nairobi viele Arme. Die innerhalb weniger Jahrzehnte von einer winzigen Bahnstation zur Urwald-Metropole gewachsene Stadt hat Tausende angezogen, für die es jetzt weder genügend Wohnraum noch ausreichend Arbeit gibt. Mau Mau bedeutet „Die Verborgenen“. Und wirklich: Die Sekte arbeitet im Verborgenen. Ihre Leiter sind nicht zu fassen. Sie haben unauffindbare Verstecke im Dschungel. Deshalb werden die Behörden auch nicht Herr dieser seit einem Vierteljahr ständig wachsenden Bewegung. Tausend Mau-Mau-Angehörige wurden bisher verhaftet. Aber die Schreckensmeldungen aus Kenya verstummen nicht. Eingeborene, die für Weiße arbeiten, werden ermordet. Ueber Nacht werden ganze Viehherden abgeschlachtet oder vergiftet. Die Mau Mau geht äußerst geschickt vor. Obwohl ihre Aktionen in erster Linie gegen die weißen Kolonisten gerichtet sind, trafen sie bisher nur Eingeborene. Sie sollen eingeschüchtert werden. Auf diese Weise will Mau Mau eine Isolierung der Europäer erreichen, um dann um so leichter einen Guerillakrieg wie in Malaya entfesseln zu können. Auf Grund sorgfältiger Untersuchungen sind die britischen Behörden in Kenya jetzt zu der Ueberzeugung gekommen, daß Jomo Kenyatta vom Kikuyu-Stamm der Führer von Mau Mau ist — ein etwa 50- jähriger Mann mit kurzem schwarzem Bart und hoher Stirn, der gern mit einem Fell bekleidet umhergeht und alle Eingeborenen auffordert, keinen Hut mehr zu tragen, denn „Hüte sind das Symbol der Herrschaft des weißen Mannes“. Die Eingeborenen nennen Kenyatta den „brennenden Speer“. Er hat in England Anthropologie studiert und 1938 ein Buch über seinen Stamm geschrieben. — „Im Angesicht des Mt. Kenya“. In den dreißiger Jahren studierte er in Moskau Marxismus und Leninismus. Erst nach dem zweiten Weltkrieg kehrte er nach Afrika zurück und leitet augenblicklich 135 Busch-Schulen, und in denen er antibritische Propaganda treibt. Französische Erinnerungen 1 Marianne: „Ach Harry, du weißt ja nicht, wie süß er mir einmal aus der Hand gefressen hat_* S.Z.-Zeichnung: E. M. Lang Walter Freitag - der neue Mann des DGB? Wiederwahl Fettes nicht gesichert — 2. Kongreß des Deutschen Gewerkschafts-Bundes Donauesdiingen und seine Musiktage Ein Rück - und Ausblick von Max Rieple Zwei Dinge sind es, die den Namen Do- naueechingen in aller Welt bekannt gemacht haben: Die Schätze des Fürstlich Fürstenbergischen Archivs und die Hofbibliothek, und die Pflege der Musik. Beides geht auf die Fürsten von Fürstenberg zurück, die das stille Dorf am Schwarzwaldrande zu ihrer Residenz machten und den schönen Künsten Tür und Tor weit öffneten. Als im Jahre 1913 die Gesellschaft der Musikfreunde zusammentrat, war es ihr Ziel, nicht nur die musikalischen Bestände vor allem in den weltberühmten „Musiktagen zur Förderung zeitgenössischer Tonkunst“ der jungen Musik die Wege zu ebnen. Schon das erste Kammermusikfest 1921, bei welchem sich ein glanzvolles Bild am Rande der Donauquelle entfaltete, brachte durch seine Entdeckung eines Paul Hindemith einen sensationellen Erfolg. Der Schrekerschüler Alois Häba, dessen Vierteltonsystem später viel von sich reden machte, erntete hier mit Philipp Jamach und Emst Krenek die ersten Lorbeeren. Aber auch die kommenden Veranstaltungen, die durch die Anwesenheit von Richard Stauß und Arnold Schönberg eine besondere Weihe erfuhren, ließen die Welt mehr und mehr aufhorchen, so daß, als die Musikfeste 1927 nach Baden-Baden abwan- derten, der Name „Donaueschingen“ schon zum feststehenden Begriff geworden war. An diese ruhmreiche Vergangenheit knüpfen seit 1950 die „Donaueschinger Musiktage“ wieder an, die durch das Südwestfunkorchester unter der Leitung von Hans Rosbaud neuen Glanz erhielten. Die Veranstaltungen, deren gesellschaftlicher Hintergrund und Rahmen nach wie vor das Fürstenhaus ist, und deren eigener Reiz in der musikalisch beschwingten Landschaft um die junge Donau liegt, heben sich deutlich von den üblichen Musikfesten ab. Hier an der Donauquelle kommen alljährlich mehr und mehr jene Musikbegeisterten aus aller Welt zusammen, die neben dem Zauber, den die verträumte Residenzstadt ausstrahlt, sich in Ur- und Erstaufführungen über den neuesten Stand der modernen Musik informieren wollen, die hier in ihren verschiedenen Stilrichtungen durch hervorragende Interpreten dargeboten wird. In Räumen, von verklungener Romantik durchweht, und in dem Eichendorff-schönen Schloßpark treffen sich Musikfreunde und die Komponisten „von morgen“ mit den Kritikern, die den Namen der Baarhauptstadt heute wieder im In- und Ausland voll ehrlicher Begeisterung nennen. Die Komponisten von 1952 Der Holländer WILLEM PIJPER ist 1894 in Zeyst bei Utrecht geboren. Seine ersten Studien absolvierte er bei Johann Wagenaar inUtrecht, wo Pijper 1918 bis 1922 Musikkritiker gewesen ist. Danach wurde er Kompositionslehrer und später Direktor an den Konservatorien in Amsterdam und Rotterdam. Er war Mitherausgeber der hcül. Zeitschrift “Muziek“. Pijper ist 1947 gestorben. Zwischen den beiden. Weltkriegen galt er als führender holländischer Komponist. Der Italiener GOFFREDO PETRA SSI ist 1904 in Zagarolo bei Rom geboren. Er begann sein Musikstudium mit 21 Jahren am Königlichen Konservatorium in Rom, wo er dann von 1939 bis 1947 als Lehrer wirkte. Seit 1947 ist Petrassi künstlerischer Leiter der Academia Filarmonica Romana. Neben Luigi Dallapiccola ist Petrassi der bedeutendste Vertreter der mittleren Komponisten-Generation Italiens Instumentalkonzerte, Orchester-, Chor- u. Kammermusik Petrassas zeigen das Streben nach absoluter Gestaltung. Der Deutsche KARLHEINZ STOCKHAUSEN, geboren 1929, wurde mit 18 Jahren Schüler in der Klavierklaese von Prof. Hans-Otto Schmidt-Neuhaus an der Staatl. Hochschule für Musik in Köln. Seine ersten beiden Kompositionen wurden im Winter 1951/52 im NWDR Köln uraufge- führt. 1952 schrieb er das „Spiel für Orchester“. Ein „Schlagquartett“ wird das „Neue Werk“ (NWDR Hamburg) im November uraufführen. Der Schweizer CONRAD BECK ist 1901 in Lohn bei Schaffhausen geboren. Er studierte in Zürich am Konservatorium und später in Paris, wo er durch Nadja Bou- langer, Arthur Honegger und Albert Roussel entscheidende Anregungen für einen modernen linearen Stil von persönlicher Prägung erhielt. In Basel lebt Beck als Leiter der Abteilung Musik im Studio der Schweizerischen Rundspruch- Gesellschaft. Der Deutsche BERND ALOIS ZIMMERMANN, 1918 in Bliesheim bei Köln geboren, beschloß 1947 seine Studien an der | Kölner Musikhochschule und studierte dann Musikwissenschaft an der Kölner Universität. Kompositorisch war Zimmermann Schüler von Heinrich Leroacher und Philipp Jamach. Ein Violinkonzert ist 1950 im Südwestfunk, eine Sinfonie 1951 im NWDR Köln uraufgeführt worden. Sein Konzert für Oboe und Orchester ist für die Donaueschinger Musiktage 1952 im Aufträge des Südwestfunks geschrieben. Der Franzose JEAN-LOUIS MARTINET, 1914 geboren, hat bei Charles Koechlin in Paris studiert und erhielt am Cotiserva- toire Preise für Komposition und Diri- geren. Nach 1945 bereiste er verschiedene europäische Länder, um dort die Entwicklung der zeitgenössischen Musik kennen zu lernen. 1948 wurde er mit dem Blumenthal-Preis ausgezeichnet. Kammermusik und Lieder sind neben den beiden großen sinfonischen Dichtungen „„Orpheus“ (1944/45) und „La Trilogie des Pro- methees“ (1947) die wichtigsten Schöpfungen Martinets. Der Deutsche WOLFGANG FORTNER, 1907 in Leipzig geboren, studierte dort Musikwissenschaft cm der Unverstät und Komposition am Konservatorium bei Hermann Grabner. Seit 1931 wirkt Fortner in Heidelberg als Kompositionslehrer am Institut für Kirchenmusik. Weitreichendsn Einfluß gewann er als Pädagoge durch seine Kompositionskurse während der Darmstädter Ferienkurse in den Jahren 1946 bis 1951 und bei der Salzburger Sommerakademie 1952. 1948 erhielt Fortner den' neugestifteten Franz-Schreker-Preis der Stadt Berlin. Fortner schrieb Kammermusik, ein yiolinkonzert, eine Sinfonie. Der Franzose ANDRE JOLIVET, ist 1905 in Paris geboren, war Schüler von Paul le Flem und Edgar Varese und gehörte wie Martinet ursprünglich dem Kreis „La jeune France“ um Olivier Messtaen an. Er verficht die Aestethik, daß „Musik eine tönende Manifestation in direkter Beziehung zum universal-kosmischen System sein müsse.“ Dieser Einstellung entsprangen dieersten Werke,,Danse in cantatoire“ .Danse rituelles“, „Cosmogomie“ Und eine Messe. Später wandelte sich seine Ansicht dahin, daß Musik weniger von intellektuellen Ideen als von allgemein menschlichen Bezügen ausgehen müsse. Dementsprechend die „Trois complaintes du soldat“ für Bariton und Orchester und die in den letzten. Jahren entstandenen Instrumentalkonzerte für Ondes Martenot und Orchester,Klavier und Orchester und das für Donaueschingen 1952 geschriebene Konzert für Harfe und Kammerorchester. Der Deutsche BERTOLD HUMMEL, 1925 in Freiburg geboren, studierte an der dortigen Musikhochschule Komposition bei Harald Genzmer und Cello bei Atis Teich- manis. Hummel erregte Aufmerksamkeit durch Kammermusik-Kompositionen, (ein Streichquartett, eine Cellosonate, eine Sonate für Trompete und Klavier). Die 1952 geschriebene „Missa brevis“ für gemischten Chor und Bläser ist das erste größere Vokalwerk Hümmels. Sie ist nicht als Konzertstück, sondern für den liturgischen Gebrauch gedacht Bertha Morena, eine der großen Wagner-Sängerinnen aus dem ersten Viertel unseres Jahrhunderts, ist im Alter von 74 Jahren in Rottach-Egern am Tegernsee gestorben. Die in Mannheim geborene Künstlerin gehörte von 1905 bis 1925 dem Ensemble der Münchener Oper an, wo sie mit den Frauenrollen Wagners unvergleichliche Triumphe errang. Der eiserne Vorhang war kürzlich daran schuld, daß die Wiener Volksoper Freunde der klassischen Operette, die zur 25. Vorstellung von Zellers „Der Vogelhändler“ erschienen waren, wieder nach Hause schicken mußte. Der eiserne Vorhang des Theaters ließ sich nämlich nicht, wie es die Sicherheitsvorschriften der Feuerpolizei fordern, herablassen. An der Vogelwarte Helgoland werden die vor dem Kriege regelmäßig veranstalteten vogelkundlichen Lehrgänge für Lehrer wieder aufgenommen. Den „weiblichen Torso“ von Wilhelm Lehmbruck hat die Stadt Bonn für ihre Kunstsammlungen erworben. Das von dem Künstler in den Jahren 1910 bis 1911 selbst in wenigen Exemplaren in Steinguß hengest eilte Werk gehört zu den wesentlichsten Schöpfungen der Plastik des 20. Jahrhunderts. In Nazareth sind Reste einer Kirche entdeckt worden, die wahrscheinlich aus dem 1. nachchristlichen Jahrhundert stammt. Die Mauern befinden sich unter der Kirche unserer Lieben Frau von Nazareth u. wurden bei Reparaturarbeiten gefunden. / Seite 3 SUD&TJRIEfi Nr. 161 / Seite 3 ya ;n Leibes falls für Leben ist macht es . Deshalb den Ge- äikeit zu t: Afrika enya nie- )llen verölen Reinen. Das t der in n Afrika- onders in .rme. Die 'on einer Id-Metroende angenügend eit gibt, orgenen“. ; im Ver- t zu fasstecke im Behörden i Viertel- mg. Tau- ■den bis- smeldun- lt. Einge- , werden nze Vieh- ftet. hickt vor. Linie ge- htet sind, rene. Sie \uf diese irung der so leich- ilaya ent- uchungen In Kenya unen, daß amm der etwa 50- rzem Bart inem Fell ingebore- ir zu tra- mbol der Die Ein- •n „bren- ogie stu- =n Stamm des Mt. studierte ninismus. g kehrte rt augen- in denen Dt. O' n hat.. .* . M. Lang nen, (ein eine So- Die 1952 anischten ißere Vo- als Kon- ichen Ge- r großen den Vier- \lter von Tegernsee geborene 1925 dem n, wo sie i unver- ar kürz- :r Volks- Operette, ers „Der , wieder r eiserne nämlich ■Schriften ssen. goland gelmäßig ehrgänge i o“ von idt Bonn ■ben. Das 1910 bis laren in t zu den Plastik !r Kirche ilich aus rhundert ch unter on Naza- edten ge- gamstag, 11. Oktober 1952 DIE STÄTTE DER ZUG KATASTROPHE IN HARRO W 13 Meter hoch liefen die Trümmer Bisher 100 Tote bei* dem Eisenbahnunglü de in England — Wie das Unglück geschah LONDON. (T.-Eigenbericht.) Ganz England steht unter dem Eindruck des schweren Eisenbahnunglücks, das, wie schon ausführlich berichtet, auf dem Londoner ; Vorortbahnhof Harrow bisher hundert ’ Tote gefordert hat, alö drei Züge in- „ einanderfuhrem. Es ist damit zu rechnen, 5 daß sich die Zahl der Opfer weiter erhöht. Noch immer, 48 Stunden 1 nach dem Unglück, zischen die Schneid- : brenner und dÄfe Rettungsmannschaften ; geben ihr Letztes, um unter den zerbeulten Trümmern von Stahl und Eisen, die eich stellenweise bis zu 1-2 Meter hoch - türmen, Tote und Verwundete zu bergen. Auf der Unfallstelle, die ein Bild furcht- i barster Zerstörung bietet, kommen die : Rettungsmannschaften nicht aus den Kleidern. Kräne werden eingesetzt. Einer von ihnen hob gestern einen der Waggons in die Höhe. In ihm hingen fünf Tote, die hjerausgesägt werden mußten. Auf der Bank eines Abteils saßen sieben Menschen aufrecht, wie sie vom Tod über- ! rascht wurden. 8.19 Uhr blieb die Uhr sfehen Drei Züge, deren Wagen sich in- und I eufeindergeschoben hatten, waren am Mittwochmorgen 8.19 Uhr der Londoner i Vorortstation Harrow aufeinanderge- prallt. Keiner der drei Züge hätte um - diese Zeit, als die Uhr im roten Bahn- i hofsturm durch die Wucht des Zusam- ; menstoßes Stillstand, in Harrow sein dür- \ fen. Auf dem Bahnsteig wartete der Vor- r ortszug von Tring nach Newston, der ^ schon umgeleitet und überfüllt war, weil ■ zwei vorhergehende Züge ausgefallen . waren. Er sollte um 8.12 Uhr Harrow ver- : lassen. Hinter ihm kam der Schlafwagen- i Nacht expreß von Perth. Seine Reisenden : waren gerade geweckt worden. Er hatte [ 95 Minuten Verspätung. Er hätte Harrow t und Wealdstone um 6.45 Uhr passieren : sollen, war laber durch Nebel auf der • Strecke aufgehalten worden. Von der ent- ■ gegengesetzten Seite, von London, kam der Newston-Manchester-Expreß ange- ; braust. Der Zugführer hatte die Schnel- ■ ligkeit verstärkt, um verlorene Zeit auf- i zuholen. Er hätte um 8.17 Uhr durch Har- ; row sein müssen. Plötzlich — in wenigen Augenblicken — hatte sich die Szene eines normalen : Wochentages in den Schauplatz grauen- I hafter Verwüstung verwandelt. Der Zug ; aus Perth war in den wartenden Perso- ennzug hineingerast. Trümmer flogen durch die Luft und übersäten die Bahnsteige. Eine Fußgängerbrücke, die die ein- : zelnen Bahnsteige miteinander verbindet, kam mit Getöse herunter, nachdem die : ineinandergeschobenen Wagen sie aus I ihren Angeln gehoben und einige Meter nach vom geschleudert hatten. Vielstim- ‘ mige Hilfeschreie der Verwundeten gell- i ten über den Bahnhof. ; Aber diese Szene sollte noch grausiger ; werden. Wenige Minuten später fuhr der I Manchester-Expreß mit hoher Geschwindigkeit in den Bahnhof ein und stieß auf die Trümmer der ineinandergedrängten Wagen der beiden anderen Züge. Die Lokomotive wurde über den Bahnsteig geschleudert und krachte gegen die elektrische Anlage einer Untergrundbahn, wo sie liegenblieb. „Das Ganze dauerte nur eine Sekunde“, berichtete ein anderer schwerverletzter Fahrgast des Vorortzuges. „Es gab einen furchtbaren Schlag, und Glas und Trümmer regneten auf uns herab. Wir waren etwa 15 Menschen im Abteil und wir wurden alle zwischen zersplittertem Holz eingeklemmt. Ich verlor einen Augenblick die Besinnung, und als ich wieder zu mir kam, lag ich unter einem Haufen Trümmer auf den Schienen. Ueberall um mich herum stöhnten Menschen vor Schmerzen oder riefen um Hilfe. Schnelle Behandlung 150 amerikanische Aerzte beteiligten sich an dem Hilfsdienst. Die Verletzten brauchten nicht zu warten, bis sie ins Krankenhaus kamen, die Behandlung begann schon unter freiem Himmel. Das Hospital war zu ihnen gekommen. Unter den Passagieren des schottischen Nacht-Expreßzuges waren ein paar Dutzend britischer Soldaten, die alle Heimaturlaub gehabt hatten, bevor ihre Regimenter sich nach Deutschland einschiffen sollten. Sie hatten die ganze Nacht hindurch gesungen. Am frühen Nachmittag waren 15 von ihnen geborgen worden. Tot. Nur einer lebte. Tapfere Helfer ZahlreicheEpisoden haben sich abgespielt, die von dem Mut, der Tatkraft und der Hilfsbereitschaft der Retter zeugen: Hier einige Frauen, die in die Trümmer kletterten, um Verletzte aus den Wagentrümmern zu ziehen, dort ein kleiner Boy Scout (Pfadfinder), der, mühsam gegen die Tränen ankämpfend, von Gruppe zu Gruppe ging, die Verletzten mit Tee labte und ihnen das blutige Gesicht mit einem Schwamm abwischte Ganz Harrow spricht von der mutigen Rettungstat des 33jährigen Sidney Black- ford. Schon vier Stunden lag ein junger Eisenbahner unter Stahltrümmem eingeklemmt. Blackford arbeitete sich unter dem Aufwand aller Kräfte bis zu ihm vor, lag dann zwei Stunden neben dem Verletzten und sprach mit ihm über dies und das, um ihn von seinen Schmerzen abzulenken. Dann gab er dem Eisenbahner nach den Anweisungen eines Arztes eine Morphium-Injektion und badagierte dessen zerschmettertes Bein, bis er zusammen mit dem Verletzten gerettet werden konnte. Bei den Aufräumungsarbeiten wurde ein Eisenbahner verhaftet, der Kleidung und Gepäck der Verunglückten geplündert hatte. In seinem Besitz fand man Zigarren, Lebensmittel, einen Kindermantel und ein Buch im Gesamtwert von etwa 60 DM. Todesstrafe - Ja oder Nein? Aus der Rede des Bundes-Justizminlsters Dr. Dehler Der Bundestag hat die Wiedereinführung der Todesstrafe mit 151 gegen 146 Stimmen abgelehnt. Einen wesentlichen Anteil an diesem Ergebnis hatte die Rede des Bundes-Justizministers Dr. Dehler, durch die sich sogar einige Abgeordnete von ihrer vorgefaßten Meinung abbringen und zu der Ansicht bekehren ließen, daß die Wiedereinführung der Todesstrafe nicht angebracht sei Wir geben die Rede, die sehr beachtliche Argumente gegen die Todesstrafe enthält, im Auszug wieder und beantworten damit auch eine lange Reihe von Zuschriften, die uns auf unseren Artikel „Todesstrafe — Ja oder Nein?“ („Südkurier“ Nr. 144 vom 14. September) zugegangen sind. Dr. Dehler führte u. a. aus: Man sieht das Problem der Todesstrafe nur richtig, wenn man es in seinem geschichtlichen Ablauf, in seiner Entwicklung betrachtet. Die Todesstrafe beruhte ursprünglich auf Blutrache, auf heidnischem Kultopfer, ist nach der Christianisierung des Abendlandes zurückgedrängt worden und hat dann im Mittelalter einen Höhepunkt erreicht Erst in der Zeit der Aufklärung hat sich ein Wandel vollzogen. Viele Staaten ohne Todesstrate Eine ganze Reihe . europäischer und außereuropäischer Staaten hat die Todesstrafe abgeschafft: Rumänien 1865, Portugal 1867, Holland 1870, Schweiz 1874, Italien 1890, Norwegen 1905, Oesterreich 1920, Schweden 1921, Dänemark 1930, Spanien 1932, in Amerika zwischen 1847 unid 1915 acht Staaten und dann in Mittel- und Südamerika zwischen 1873 und 1929 eine Reihe von Staaten: Mexiko, Guatemala, Costarica, Honduras, Columbien, Nicaragua, Brasilien, Argentinien, Ecuador, Venezuela, Peru und Uruguay. Andere haben von dem Vollzug der Todesstrafe restlos abgesehen, vor allem Finnland schon seit Anfang und Belgien seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Wo die Todesstrafe nicht ahgeschafft worden ist, ist sie auf ganz wenige Verbrechenstatbestände beschränkt worden; auch bei uns in Deutschland wurde sie in dem Strafgesetzbuch von 1871 nur auf Mord, Hochverrat und einen bestimmten Tatbestand der Sprengstoffdelikte beschränkt. Aber auch bei uns hat sich darüber hinaus eine ganz intensive Auseinandersetzung mit dem Problem der Todesstrafe vollzogen, nicht nur literarisch, sondern auch politisch. In Weimar liegengeblieben In der Weimarer Nationalversammlung wurde die Beibehaltung der Todesstrafe mit 153 zu 128 Stimmen beschlossen!. Die Dinge sind dann so weitergegangen, daß sich der Reichsjustizminister Koch-Weser, im Jahre 1928 auf Grund einer allgemeinen Enquete bei im Geistesleben hervorragenden Deutschen veranlaßt gesehen hat, die Landesregierungen zu ersuchen, von der Vollstreckung der Todesstrafe bis zu einer einheitlichen reichsrechtlichen Regelung abzusehen. Danach hat sich-der zuständige Rechtsausschuß ini Oktober 1928 für die Abschaffung der Todesstrafe entschieden. Aber man hat sich nicht endgültig einigen können, und so ist die Vorlage lieiengeblieben. Die Entwicklung nach 1933 ist bekannt Italien hat im Jahre 1931 unter dem Eindruck der faschistischen Lehre die Todesstrafe wieder eingeführt, ist aber in der Anwendung sehr zurückhaltend geblieben. In Deutschland sind schon im Jahre 1934 mehr Menschen hingerichtet worden als in der gesamten Zeit von 1924 bis 1933. Ln den Jahren 1933 bis 1945 sind in Deutschland rund 16 500 Todesurteile gefällt worden, davon in den Kriegsjahren rund 15 900, die überwiegend vollstreckt worden sind. Ein einziger Scharfrichter in München, Reichhart, hat in den Jahren von 1933 bis 1945 2948 Hinrichtungen vorgenommen. Der Parlamentarische Rat hat sich dazu entschlossen, die Todesstrafe in dem Grundgesetz abzuschaffen. Bei Erörterung des Problems wird viel mit der Volksüberzeugung gearbeitet. Man verkennt aber das Wesen der Demokratie, wenn man glaubt, das Parlament sei der Exekutor der Volksüberzeugung. Die Parlamentarier haben die Pflicht und die Möglichkeit, aus einer größeren Einsicht, aus einem besseren Wissen zu handeln, als es der einzelne kann. Es kann keine Rede davon sein, daß die Volksüberzeugung einheitlich sei. Unter dem frischen Eindruck von Gewaltverbrechen und Mordtaten fordert sie die Todesstrafe. Aber es gibt auch andere Stimmungen. Man hat weiter die Todesstrafe als Not-- wehrrecht des Staates zu rechtfertigen versucht. Devon kann keine Rede sein, soweit es sich um einen einzelnen Mordfall handelt. Die Konstruktion, daß der Ermordete sein im Augenblick des Angriffs gegebenes Notwehrrecht dem Staate abtrete, der es dann in der Hinrichtung anwende, ist meiner Meinung nach nicht haltbar. Folgender Gesichtspunkt scheint mir von besonderem Gewicht: Die Todesstrafe kann, wenn man sie nicht als bloße Sicherungsmaßnahme ansieht, nur als Strafe für volle Schuld angesehen werden; weil sie die physische Existenz des Schuldigen vernichtet. Die moderne Soziologie und die moderne Psychologie haben aber erwiesen, daß es auch unter der Voraussetzung der Anerkennung des Postulats sittlicher Verantwortlichkeit kein Verbrechen gibt, an dem nicht andere Momente mit Schuld tragen; daß es kein Verbrechen gibt, an dem der Täter allein sittlich schul- d i g i s t. Am Zustandekommen jedes Verbrechens sind viele andere Faktoren beteiligt, die dem Täter nicht zur Last gelegt werden können: Seine Anlage, für die er nichts kann, seine Umwelt, in die er hineingeboren worden ist und für die er nicht verantwortlich gemacht werden kann. Bloße Teilschuld verlangt nach meiner Meinung aber auch eine teilbare Strafe, wie sie die Todesstrafe niemals sein kann. Das Bestehenbleiben der Todesstrafe für wenige Delikte, auch nur für ein einziges, birgt die Gefahr der Ausweitung in sich. Hat man sich grundsätzlich für die Todesstrafe entschlossen, dann ist die entscheidende Schwelle überschritten: dann ist die Ausdehnung der Todesstrafe eben keine Grundsatzentscheidung mehr. Wer erlebt hat, wie im letzten Weltkrieg Menschen wegen eines Wortes, man kann sagen, wegen einer Geste, wegen einer Haltung, die sich kaum geäußert hat, oder wegen wirtschaftlichen Verhaltens aufs Schafott gekommen sind, der weiß, welche Gefahr in der Möglichkeit der Ausdehnung der Todesstrafe liegt. Die abschreckende Wirkung Die Frage der Abschreckung ist ein wichtiger, sehr umstrittener Punkt bei dieser Auseinandersetzung. Von vielen, die Einblick haben, ist immer wieder festgestellt worden, daß gerade die Länder und die Zeitalter der härtesten Strafen auctjMlie blutigsten und unmenschlichsten Verbrechen sahen. Es wird immer wieder auf die abschreckende Wirkung der Todesstrafe hingewieseni, und es ist nicht leicht, diese Frage zu entscheiden. Sie entzieht sich der verstandesgemäßen Feststellung. Immerhin bleiben in diesem Zusammenhang einige interessante Tatsachen. Ein englischer Gefängnisgeistlicher, der 167 Hingerichteten beigestanden und sie zur Richtstätte geführt hat, hat festgestellt, daß von den 167 Hingerichteten sechs noch keine Hinrichtung miterlebt hatten. Die anderen 161 sind durch das Ansehen der Hinrichtung nicht nur nicht beeinflußt, sondern möglicherweise sogar zu ihren Untaten gereizt worden. In diesem Zusammenhang eine ganz bedeutsame Tatsache über die Beziehung des Mörders zu seinem Leben. In Berlin hat eine Tötungsstatistik ergeben, daß in den Jahren 1926 bis 1932 von 287 Mördern 153 Selbstmord begangen haben. Die Mörder scheuen also gar nicht den Tod; im Gegenteil, sie suchen ihn, weil letztlich ihre Taten und die Selbstvemichtung aus der gleichen seelischen Wurzel herausfließen. Von 32 Totschlägern dagegen hat nur einer Selbstmord begangen. Diese aufschlußreichen Zahlen sprechen auf jeden Fall sehr gegen die Annahme, daß sich der Mörder von der Todesstrafe abschrecken lasse. Das Beispiel der Schweiz Gerade in Ländern, bei denen die Einzelstaaten nur teilweise die Todesstrafe kennen, müßte die Abschreckung besonders wirksam werden, z. B. in der Schweiz. Die Schweiz hat Zeiten mit und ohne Todesstrafe gehabt. Vielleicht darf ich mich auf eine Erklärung des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements von 1949 berufen, in der ausdrücklich festgestellt wird: „Eine Zunahme der Morde seit dem Inkrafttreten des Schweizerischen Strafgesetzbuches vom Jahre 1942, durch das die Todesstrafe abgeschafift wurde, ist nicht feststellbar“. Die einzelnen Kantone in der Schweiz haben die gleiche Feststellung getroffen. Während die Mordziffer und überhaupt die Tötungsziffer in Deutschland ständig im Fallen ist, sind andere Delikte gegen die Person — die Körperverletzungen und vor allem die Sittlichkeitsdelikte — im Steigen. Ein doppelter Beweis dafür, daß die Abschaffung der Todesstrafe in Wirklichkeit nicht geschadet hat. Seit 1947 sind die Tötungsdelikte die einzigen unter den Delikten gegen die Person, die eine fallende Tendenz haben, während im übrigen die Tendenz steigend ist, wenn es auch teilweise mit der besseren kriminalistischen Erfassung zusammenhängt. Ein anderes Argument ist, daß nur diese Strafe die Sicherheit vor neuen Verbrechen dieses Täters biete. Mit dieser Erwägung kann man beinahe für alle schweren Verbrechen die Todesstrafe fordern, und wir würden am Ende wieder zu gewiesen politischen Erwägungen der nationalsozialistischem Zeit kommen, die in der Ausdehnung der Todesstrafe immer weiter ging und schließlich verlangte, daß jede Handlung, die die Sicherheit des Volkes gefährdet, mit dem Tode gesühnt werde. Es wird weiter geltend gemacht, wer zum Tode verurteilt worden sei, habe keine Hemmung mehr, eine ähnliche Handlung zu begehen. Die Erfahrungen unseres Strafvollzuges sprechen dagegen. Wenn man sich schon auf das Gebiet der Argumentation begibt, muß man auch auf die Gefahr hinweisen, die in der Todesstrafe liegt. Der Schuldiggewordene wird, wenn ihm der Tod droht, vor seiner Verhaftung alles aufwenden, um sein Leben zu retten. Er wird also die Polizei und alle diejenigen, die ihn verfolgen, viel mehr gefährden, als wenn nur die Drohung mit lebenslänglichem Zuchthaus vor ihm steht. Keine Justiz ist vollkommen Der andere Gesichtspunkt: Todesstrafe ist irreparabel, (nicht rückgängig zu machen), ist nicht leicht zu nehmen. Der Gesetzgeber schuf das Wiederaufnahmeverfahren, weil er weiß, daß keine Justiz vollkommen ist, weil er weiß, daß in jedem Verfahren Mängel liegen können, da das Einsichtsvermögen des Gerichts menschlich beschränkt ist. Soll ausgerechnet bei der Strafe, die nicht rückgängig gemacht werden kann, diese Möglichkeit, im Wiederaufnahmeverfahren ein Urteil zu kassieren, ausgeschlossen werden? Damit kommen wir noch auf andere Zusammenhänge, die auch beim Gnadenerweis eine Rolle spielen können. Man sagt, man solle nur hinrichten, wenn der Verurteilte geständig sei. Das ist ein sehr schwerwiegendes Problem, meine Damen und Herren. Wer lange Zeit in der Rechtspflege gestanden hat, ist voller Skepsis gegenüber dem Geständnis. Wir wissen, daß es Geständnisse von pathologischen Persönlichkeiten aus einer Sucht zur Selbstbezichtigung gibt, und wir wissen, wie Geständnisse oft zustande kommen. Bedenken bestehen hier immer. Es ist ein Grundprinzip der deutschen Strafrechtspflege, daß niemals ein Geständnis allein zur Verurteilung führen kann, sondern daß der Richter verpflichtet ist, sich unabhängig davon seine Ueberzeugung zu bilden. Wenn man diesen Gesichtspunkt anerkennen wollte, würde das außerdem dazu führen, daß der reumütig Geständige mit dem Tode rechnen muß, während der, der hartnäckig leugnet, seinen Kopf retten würde. Man weist teilweise darauf hin, daß man Härten ja im Gnadenverfahren beseitigen könnte. Das ist sehr schwer möglich. Der für den Gnadenentscheid Zuständige ist auf die Akten mit ihren beschränkten Möglichkeiten angewiesen. Drei Thesen können auf gestellt werden: 1. Die Abschreckungswirkung der Todesstrafe ist überaus zweifelhaft. 2. Der Sicherheitsgedanke kann die Todesstrafe nicht rechtfertigen. 3. Die Gefahr von Justizärrtümem ist nicht auszuschließen. . . . und auch Frau Huber >4»’ Persil • Warum? Weil ich Vertrauen zu allen Henkel-Sachen habe. Die Schonung und Pflege meiner wertvollen Wäsche ist mir als Hausfrau immer noch Herzenssache. § * Samstag, 11. Oktober 1952 SÜDKURIER Nr. 161,/ Seite 4 OLMA — die „Grüne Messe 44 der Ost-Schweiz OLMA - St. Gallen eröffnet — Zehnjähriges Jubiläum — Sonderschau Liechtenstein Von unseremnachSt. Gail e’n entsandten Redaktionsmitglied Dr. Eva Henneberg St. Gallen. Jahr für Jahr fahren zahlreiche Menschen aus allen Teilen der Schweiz und ihren Nachbarländern im Herbst nach St. Gallen zur OLMA. Und immer bringen sie, auch wenn sie keine eigentlichen ländlichen Interessenten sind, von dort Anregungen und neue Kenntnisse mit nach Hause. Denn diese Messe hat es in sich. Dabei ist sie die zuletzt (1946) anerkannte unter den vier nationalen Messen der Schweiz, zu denen außerdem die von Basel, Lausanne und Lugano gehören. Aber die OLMA — vor zehn Jahren im letzten Kriege aus Ausstellungen zur Förderung der damals lebensnotwendigen Eigenversorgung entstanden — ist die einzige „Grüne Messe“ der Schweiz. Sie ist die Messe des ostschweizerische’n Bauerntums und seiner Landwirtschaft, die trotz den starken Industrialisierung des Landes doch der Kern seines wirtschaftlichen und sozialen Lebens ist. Und von der Landwirtschaft gehen, wie es das wirklichkeitsnahe Bild der OLMA zeigt, lebendige, sich gegenseitig befruchtende Verbindungen zu Industrie, Handwerk und Handel. Weshalb es auch kein bloßer Spruch ist, wenn man, wie auch diesmal wieder bei der Eröffnung, von der OLMA sagt: „Stadt und Land mitenand“. Keine OLMA ohne Neuheiten Es gibt keine OLMA ohne Neuheiten, ungeachtet des auch hier deutlich beharren- ren Charakters von Landwirtschaft und Bauerntum. Da sind einmal die vielen kleinen „Nouveautäten“, die jährlich in der Gewerbehalle angeboten werden und die vor allem die Haushalte, ländliche wie städtische, interessieren. Diesmal z. B. die Nähmaschine, die auf einem Stopfpilz stopft, eine andere Nähmaschine, bei der eingelegte Schablonen die Stichart automatisch regulieren. Oder der Allzweck- Tisch, der in seinem Innern eine komplette Bügeleinrichtung beherbergt usw. Dann aber die wichtigeren Neuheiten für den Bedarf des landwirtschaftlichen Betriebes und die Verarbeitung der von ihm erzeugten landwirtschaftlichen Produkte. Diesmal schießt da wohl die hypermoderne Elektro-Käserei des Milchverbandes St. Gallen-Appenzell in der Halle der Milchwirtschaft den Vogel ab. Wenn auch erst der jeweilige Strompreis das letzte Wort über die Wirtschaftlichkeit solcher Anlage spricht. Tausend Liter Müch verarbeitet einer der beiden dort aufgestellten Kessel täglich vor den Augen der Zuschauer zu einem Emmentaler Käse. 3000 Liter Wasser kochen im elektrischen Boiler, um den Inhalt des Kessels fachgerecht zu temperieren. Milchwirtschaft an erster Stelle Das Interesse an der großen Halle der Milchwirtschaft mit ihren modernen Apparaturen für die Bearbeitung der Milch vom Stall bis zum Konsumenten ist verständlicherweise besonders groß. Denn man darf nicht vergessen, welche Bedeutung gerade der Milchwirtschaft in der Ostschweiz zukommt. Die Ostschweiz ist — Bodenbeschaffung, Klima und Tradition haben hier zusammengewirkt — das große Milch- Reservoir der Schweiz, dessen Ueberschüsse an Trinkmilch bis nach Basel und Genf gehen. Und dessen Fertigerzeugnisse (Butter, Kondensmilch, Trockenmilch und vor allem Käse) sich außerdem stark um den Absatz auf Auslandsmärkten bemühen. Daher das amtliche und private Interesse, im Verein mit der Technik ein immer gleichmäßigeres, qualitativ einwandfreies Produkt hervorzubringen. Zu diesem Zweck auch z. B. die großangelegten Aktionen zur Ausmerzung tbc-kranker Rinder, die in einigen Kantonen schon fast lOOpro- zentig erfolgreich sind. Auch die staatlichen Subventionen für die Verbesserung des Zuchtviehs hinsichtlich seiner Milchleistung gehören hierher. Wie auch die großzügige Werbung für die Produkte der Schweizer Milchwirtschaft. Diesmal hatte man auf der OLMA beispielsweise neben Emmentaler, Greyerzer und Tilsiter den auswärts ziemlich unbekannten Sbrinz in den Vordergrund „gestellt“, der die gleiche Wagenrad-Form wie der Emmentaler hat, dem Parmesan-Käse an Härte verwandt ist, und da er ebenfalls nicht „Fäden zieht“ auch wie dieser in erster Linie als Reibe- Käse dient. Kleinbäuerliches Liechtenstein Jedes Jahr übernimiht einer der sieben OLMA-Kantone (St. Gallen, beide Appenzell, Graubünden, Glarus, Thurgau, Schaff- hausen) die besondere Aufgabe, seine eigene landwirtschaftliche und gewerbliche Erzeugung in einer Art Lehrschau vorzuführen. Da sich alle sieben Kantone dieser Aufgabe in früheren Jahren bereits ; unterzogen haben, war diesmal der Achte j im Bunde, das Fürstentum Liechtenstein, an der Reihe. Ist es doch seit der Gründung der OLMA mitbeteiligt. Und gehört es doch, trotz seiner Eigenstaatlichkeit, seit seinem Zollanschluß an die Schweiz nach dem ersten Weltkrieg immer mehr ganz zum schweizerischen Wirtschaftsraum. In der Liechtensteinschen Schau lernte man: Das kleine, im föhnigen Rheintal und an seinen Hängen und Bergen gelegene Fürstentum mit weniger als 14 000 Einwohnern weiß aus seiner besonderen klimatischen und landschaftlichen Lage manches herauszuholen. Die Bewohner sind, von den wenigen Städten abgesehen, in der großen Mehrheit kleine Bauern, deren Betriebe meist unter 4 Hektar groß sind. Beim Ackerbau spielt der Mais eine große Rolle, der hier gut reift. Daneben der Weinbau mit seinen Zentren Vaduz, Schaan, Triesen und Balzers. Die Viehwirtschaft steht aber an erster Stelle, und zwar hat auch hier wie in den benachbarten Schweizer Kantonen eine Verlagerung zur Milchwirtschaft stattgefunden. Wie auf der OLMA zu sehen ist, wird fast ausschließlich nur noch Schweizer Braunvieh gehalten. Aus Gründen der Erhaltung des Leistungsstandes stehen die Liechtensteiner Viehzüchter in enger Verbindung zum Schweizerischen Braunvieh- .Zuehtverband. Mitentscheidend für die Qualität der Liechtensteinschen Milchprodukte ist die großenteils auch in der Schweiz vorhandene — stark modernisierte — Alp-Wirtschaft. Spricht man von der OLMA, muß auch die Frage der Hochrhein-Schiffahrt wenigstens gestreift werden. Keine Rede bei der Eröffnungsfeier, die das nicht tat. So I lebenswichtig ist diese Frage für die Ost- i Schweiz, die unter der gleichen Verkehrs- i Ferne leidet, wie einige der deutschen Industrien am Oberrhein. Die Ostschweiz kann sogar nachweisen, daß es eine starke Abwanderung von Industriearbeitern in die verkehrsgünstiger gelegenen westlichen Gebiete der Schweiz gibt. Auch daß ihre Bevölkerungsentwicklung aus dem gleichen Grunde hinter der der sonstigen Schweiz merklich zurückbleibt. Darum das starke allgemeine Interesse der Ostschweiz am Ausbau des Höchrheins, von dem sie sich einen wesentlichen wirtschaftlichen Auftrieb erhofft. Bundesrat Dr. Escher, der diesmal der offizielle Vertreter der Berner Regierung auf der OLMA war, warnte zwar in seiner offiziellen Rede davor, zu frühzeitig in dieser Frage Stellung zu beziehen. Es seien nämlich die entscheidenden wirtschaftlichen Gutachten über die wahrscheinlichen Auswirkungen noch nicht fertiggestellt. Und erst die sollen endgültig erweisen, was einerseits die Oetschweiz, andererseits die gesamte Schweiz, an Lasten und an Erfolgen zu erwarten hat. Nach Eschers Meinung wird erst im Herbst 1953 die Bundesversammlung sich mit den dann abgeschlossenen Untersuchungen beschäftigen. Der nene Beirat der Handelskammer Konstanz Konstanz. Der Beirat der Industrie- und Handelskammer Konstanz setzt sich nach erfolgten Zuwahlen jetzt aus folgenden Mitgliedern zusammen: Industrie: Direktor Karl Allweiler, Radolfzell; Direktor Ad. Armbruster, Radolfzell; Dr. Emil Dreher, Stockach; Gen.- Dir. Gg. Fahr, Gottmadingen; Jos. Furt- wängler, Gebr. Bühler Nachf., Triberg; Direktor Dr. Eugen Hefti, Singen a. H.; Dipl.- Kfm. Bert. Heger, Immenstaad a. B.; Karl Hügle, Wahlwies; Franz Kaiser, Villingen; Gustav Kellhofer, Immendinger Gießerei und Maschinenfabrik Jäckle & Co., Immendingen (Baden); Direktor Dr. Walter Maurmann, Singen a. H.; Obering. Gottfr. Rettich, St. Georgen; Heinrich Sauter, Ueberlingen; Dir. Ernst Schnekenburger, Donaueschingen; Rechtsanwalt Jos. Schweizer, Donaueschingen; Walter Straehl, Konstanz; Hans Stromeyer, Konstanz. Einzelhandel: Felizian Bregger, Singen; Friedrich Dandler, Stockach; Ernst König, Konstanz; Alfred Riedle, Konstanz; Max Rieple, Donaueschingen; J, G. Rom, Pfullendorf; F. J. Wiebelt, Villingen. G/oßhandel: Franz Bölle, Singen; Karl Laib, Villingen. — Banken: Direktor Ewald Patschke, Konstanz. — Verkehr: Otto Wieland, Singen. — Hotel- und Gaststättengewerbe: Erich Grüner, Konstanz; Erwin Wintermantel, St. Georgen. — Vertreter - uhd Vermittlergewerbe: Willy Schanz, Konstanz; Eugen Schrade, Villingen. Arbeitnehmer: Josef Dietrich, Konstanz; Eckhardt Ehlendt, Singen; Paul Hagemann, Singen; Helmut Moser, Konstanz; Robert Kletting, Villingen; Karl Knönagel, Villingen; Hans Relling, Singen; Franz Sterner, Radolfzell. Vieh- und Schweinemärkte Ulm. Der Sdilachtviehmarkt vom 7. Oktober brachte gegenüber der Vorwoche nur geringe Veränderungen. Die Preise lagen zum Teil etwas niedriger. Bei den Schweinen verblieb ein kleiner Ueberstand; Fettschweine jedoch waren gesucht. Es wurden aufgetrieben: 6 Ochsen (A 80—92), 21 Bullen (A 88—94). 14 Färsen (A 85—95), 43 Kühe (A 70—80, B 60—68, C 50—58), 143 Kälber (A 128—132, B 122—128, C 115—120), 70 Schafe und Hammel (Hammel A 75—80), 350 Schweine (A—B 2 130—136, C—F 125—130, Fettschweine höher). Neue Wlrtsdiaftsliteratur Die Wirtschaftsordnung in christlicher und sozialer Sicht. Vier Vorträge. Verlagsgesellschaft deutscher Konsum - Genossenschaften, Hamburg. 66 Seiten. 1,80 DM. Eigene Handelsflotte erspart Devisen Deutsche Schiffahrt erbrachte 1937 450 Millionen — 1950 erst wieder 49 Millionen Hamburg. Der Schiffbau kann durch Diese Summe aber entspricht etwa dem die Schaffung einer starken Handelsflotte j fünften Teil des Ausfuhrerlöses der deut- wesentlich dazu beitragen, die deutsche De- i sehen Wirtschaft im Jahre 1950. Visenbilanz günstiger zu gestalten. Denn ; Von d&n etwa 700 000 BRT Seeschiffs- durch eine eigene Handelsflotte werden ! tonnage, über die Deutschland Ende 1950 sonst in Devisen zu zahlenden Beförde- | verfügte, waren durchschnittlich 350 000 HCUtdfüftU rungskosten für eingeführte Waren gespart. Es werden außerdem Devisen eingebracht durch Transport von Gütern im Auftrag anderer Staaten, im Passagierverkehr und durch Bau von Fracht- und Passagierschiffen für ausländische Rechnung. Um welche Größenordnung es sich hierbei handelt,'geht aus einem Vergleich mit den entsprechenden Vorkriegszahlen hervor: 1937 erzielte die deutsche Schiffahrt aus Dienstleistungen für andere Staaten, BRT für die Abwicklung des seewärtigen Handels eingesetzt. In Anbetracht der Tatsache. daß nach dem jetzt laufenden Schiffsbauprogramm im wesentlichen Hochseeschiffe gebaut werden sollen, kann man annehmen, daß bis Ende dieses Jahres für den Ueberseehandel 700 000—750 000 BRT zur Verfügung stehen werden. Und die Jah/e 1953 und j954 sollen, wenn das geplante ' Bäuprograrnm verwirklicht Wird,,, einen weiteren Zugang' in Hohe von -je 175 000—200 000 BRT bringen. Damit die in der Beförderung Von Personen und j würc je sich die deutsche Ueberseetonnage Gütern bestanden, Einnahmen von insge- in zwei j a hren gegenüber 1950 etwa ver- samt 450 Millionen Mark! Von den nach ! ^(facht haben, was sich auf die deutsche Deutschland eingeführten und aus Deutsch- land ausgeführten Gütern wurden damals rund 38 Prozent auf deutschen Schiffen befördert. Im Jahre 1950 dagegen waren unsere Devisenbilanz allein durch Einfuhr- Frachtenausgaben mit 920 Mill. DM belastet. Der Anteil der deutschen Schiffahrt an den für die Beförderung der ein- und ausgeführten Güter aufgewandten Frachtkosten betrug nur 2,8 Prozent und für Dienstleistungen deutscher Schiffe in ausländischem Auftrag konnten nur 48,6 Millionen DM an Devisen eingenommen wer- Devisenbilanz nur günstig auswirken kann, zumal inzwischen das Niveau der Frachtraten beträchtlich erhöht ist. pl. Badische Zigarrenindustrie nicht ungünstig Baden-Baden. Die Entwicklung in der badischen Zigarrenindustrie war nach dem Bericht der Arbeitsgemeinschaft der badischen Industrie- und Handelskammern im vorigen Monat unterschiedlich günstig. In manchen Betrieben war der Auftragseingang so groß, daß die Produktionsmöglichkeiten voll ausgenutzt werden konnten. den. Insgesamt wurden 1950 rund 1750 j Im Kammerbezirk Freiburg konnten die Millionen DM in Devisen für den Trans- j Stumpenfabriken ihre Produktion steigern, port der Ein- und Ausfuhr auf gewandt. I Der Absatz war jedoch nicht befriedigend. Südwesthink (SWF); Stuttgart (STGl Beromünster IBER); Vorarlberg(VORl SAMSTAG, 11. Oktober: SWF: 6.45 Marktberichte; 12.15 Unterhaltungsmusik; 13.15 Musik nach Tisch; 14.10 Wetterbericht vom Wochenende; 14.30 Wir jungen Menschen; 15.00 Aus Opern von Gluck und Wagner; 16.00 Reportage; Entdeckungsfahrt im unbekannten Emsland; 16.45 Heiteres Spiel: Renovierte Ehe; 17.15 Tausend bunte Noten; 17.40 Reportage vom Landesobstbautag (Tübingen); 20.00 Kabarettabend ; 22.20 Sportrundsdiau; 22.30 Tanzmusik. — * STG: 5.20 Marktrundschau; 7.05 Christen im Alltag; 10.15 Schulfunk: Wasserstraßen; 11.45 Soll aus Grünland Acker werden?; 12.55 Warnruf des Pflanzenschutzdienstes; 15.00 Wochenendplauderei mit Volksmusik; 15.40 Jugendfunk: Mit wem möchtest Du tauschen?; 16.00 Froher Start ins Wochenende; 17.10 Große Südfunklotterie; 19.05Volks- musik; 20.05 Badisches Hörspiel: Schützenstraße 131; 21.00 Aus Verdi-Opern; 21.45 Sportrundschau; 22.45 Tanz und Unterhaltung; 0.05 Klavierkonzert von Busoni. — * BER: 6.25 Volkstümliches Frühkonzert; 11.00 Werke von Tschaikowsky; 14.00 Volkstümliches Nachmittagskonzert; 15.05 Musik aus aller Welt; 15.50 Unpolitisches von allen Breitengraden; 18.00 Französische Bläsennnsik; 18.40 Musikalische Kinderstube; 20.00 Baliklänge; 20.30 Fröhliches Hörspiel: Der Nerzmantel; 21.00 Beschwingte Rhythmen; 21.15 Kabarettisten- kongreß; 22.20 Jazz. — * VOR: 7.15 Musik am Morgen; 8.20 Hausfrauenstunde mit Musik; 13.00 Mittagskonzert aus Wien; 13.45 Die katholische Jugend; 14.30 fiel der Märchentante; ' 16.30 Zithermusik; 17.00 Im Narrenschiff der Zeit; 17.15 Unterhaltungsmusik; 20.15 Großer bunter Abend; 22.20 Jazz; 23.00 Tanzmusik. SONNTAG,42. Oktober: SWF: 7.30 Morgenkonzert; B.09 Nachrichten *us der christlichen Welt; 9.45 Streidiquintett von Brahms; 10.30 Entwicklung des europäischen Bildungswesens; 11.45 Technik hilft dem Bauern; 12.00 Franz Schneller plaudert (Freiburg); 12.15 Unterhaltungsmusik; 13.00 Mittagskonzert; 14.45 Chor- gesang; 15.00 Märchenspiel: Der fliegende Igel; 15.30 Beschwingte Melodien; 16.20 Heitere alemannische Rätselstunde; 16.50 Wilhelm Furtwängler, 2. Symphonie; 18.30 Sportreportage: 19.20 Wein- und Trinklieder zur Laute; 19.40 Weltpolitische Wochenschau; 20.05 Tanzmusik; 21.35 Unterhaltungsmusik; 22.20 Sport und Musik; 23.00 Aus Literatur und Wissenschaft; 23.10 Fröhlicher Ausklang. — * STG: 7.15 Fröhliche Morgenstunde; 9.45 Reisen in ferne Länder und Zeiten; 11.20 Mozart-Konzert; 12.00 Musik am Mittag; 12.45 Unterhaltungskonzert; 13.30 Knigges Umgang mit den Heidelbergern; 14.10 Chorgesang; 14.30 Lustiges Kasperle-Hörspiel; 15.00 Vergnügter Nachmittag; 17.00 Märchen: Der Tiger Jussuf; 18.10 Violinkonzert von Dittersdorf; 18.30 Berühmte Komponisten als Pianisten; 19.00 Sport-Totoergebnisse; 20.05 Leichte Musik großer Meister; 21.45 Sport; 22.20 Zehn Kapellen spielen Tanzmusik. — * BER: 7.05 Morgenkonzert; 10.15 Basilisk und Zürileu: Festlicher Auftakt zur Freundschaftswoche Zürich/Basel; 12.40 Wunschkonzert; 14.05 Volkstümliches Sonntagnachmittagskonzert; 15.00 Trompeterstücke; 15.15 Fußballspiel Oberschwaben—Ostschweiz; 16.15 Platzmusik; 16.30 Hörbild: Volksfest auf der Pampa; 17.10 Südamerikanische Unterhaltungsmusik; 19.45 Vom Geben und Nehmen; 21.30 Musikalisch-literarische Sendung zur Freundschaftswoche Zürich! Basel; 22.20 Römischer Alltag. — * VOR: 7.25 Musik am Sonntagmorgen; 8.30 Bauernkapelle; 9.10 Indische Weisheit aus „Rigveda"; 9.40 Andachtstunde; 11.20 Heimische Chöre und Blaskapellen; 12.00 Klavierkonzert von Grieg; 13.00 Weisen um Liebe, Leben und Leid; 14.30 Kindermärchen: Geschichte von den fünf Stricknadeln; 14.50 Leichte Unterhaltungsmusik; 16.00 Kurzoper aus Wien; 17.00 Vom Glück des Alltags zu jeder Stunde; 17.50 Österreicher forschen in Asien; 20.15 Musik von Verdi; 22.20 Melodie zur Nacht; 23.00 Tanzmusik. MONTAG, 13. Oktober: SWF: 6.45 Marktberichte; 9.10 Für die Hausfrau; 13.30 Musik nach Tisch; 16.15 Erzählung: Der Kurfürst wird kurios kuriert; 17.40 Badische Erzähler: Karl Jörger (Freiburg); 17.55 Streifzug mit dem Mikrofon (Tübingen); 20.00 Unterhaltungsmusik; 20.30 Die Einkommensverhält- nisse der Intelligenz; 21.00 Aus Salzburg: Oper von Richard Strauß: „Die Liebe der Danae“. — * STG: 5.20 Marktrundschau; 6.40 Heimatpost; Rund um die Wettenburg; 9.05 Schöne Klänge; 12.00 Musik am Mittag; 15.00 Schulfunk: Irland; 16.00 Nadimiftagskonzert; 17.00 Musik aus der englischen Renaissance; 17.40 Heimatpost: Herxheimer Himmelreich; 18.00 Leichte Unterhaltungsmusik; 18.35 Gartenfunk: Chrysanthemen und Hyazinthen; 19.00 Musik am Abend — dazwischen: Vom Händeschütteln und Shakehands; 20.05 Leichte englische Musik; 21.00 Shakespeare — der Mensch; 22.10 Militärpolitischer Kommentar; 23.00 Kabarett: Die Stachelschweine. — * BER: 6.25 Leichte Morgenmusik; 12.15 Hoch- und Deutschmeisterkapelle; 12.40 Konzert des Studio-Orchesters; 16.00 Romanlesung: Fahrt ohne Gepäck; 16.30 Klavierquintett von Brahms; 17.10 Sinfonie von Haydn; 17.30 Zur-' eher Kinder in Basel; 18.00 Lieder von Schumann und Schoeck; 19.00 Sport — wie man ihn treiben soll; 21.15 Fragen über Zürich und Basel; 21.30 Klavierkonzert von Mozart. — * VOR: 7.15 Musik am Morgen; 8.20 Hausfrauenstunde mit Musiki 13.00 Mittagskonzert aus Wien; 16.03 Kindermärchen; 16.30 Unterhaltungsmusik; 17.10 Nachmittagskonzert! 18.00 Kritisches und Erbauliches; 18.45 Jugend, hör zu!; 19.45 Deuter der Zeit: Karl Jaspers; 20.15 Herbstliche Sendung; 21.00 Italien, Land deutscher Sehnsucht; 2215 Radiohochschule; 22.30 Tanzmusik; 23.00 Musik bis Mitternacht. Ick Uot& dick, EJltiafetk 50, Roman von Vicki Baum Aber jetzt ging es auch in ihm zischend hoch; mit geballten Fäusten, Rot vor den Augen, Bitternis in der Kehle. Er warf sich in sein Bett zurück, um seine Frau nicht zu schlagen oder zu würgen. Er hatte eine verrostete Stimme, als er etwas zu sagen versuchte. „Heute nacht — hast du gedacht — aber ich bin dagesessen — heute nacht — solche Angst um dich — und alles ist mir zusammengekracht heute nacht, die ganze Arbeit, alles, was soll denn jetzt . . Nein, er gab es auf. Dies alles ließ sich nicht sagen. Er drehte sich völlig um und legte sich flach auf sein Gesicht, denn es war nun fast hell geworden, und es gab ihm eine winzige Erleichterung, unsichtbar zu werden und sich so in das Kissen zu verbeißen. Elisabeth machte eine kleine, hilflose Bewegung und schwieg. ,Was soll ich denn tun 1 , dachte sie. Sie wollte sich Karbons Gesicht vorstellen, oder nur seine Augen, aber das war auf abgründige Weise verschwunden. Sie hielt den Atem an. Sie verstand nicht gleich, was im anderen Bett vor sich ging. Aus schräg gesenkten Augen und etwas erschreckt, sah sie, daß der Rücken ihres Mannes sich in großen Stößen dehnte und zusammenzog. Seine Fäuste zu beiden Seiten des Kopfes führten ein eigenes, wildes und krampfhaftes Leben. Dabei blieb aller Aufruhr völlig lautlos. „Was hast du denn? Was tust du denn?“ fragte sie und legte einen ausgestreckten Zeigefinger in Kolas dünnes, leichtes Haar. Erst hinterher begriff sie, was da geschah. „Du weinst ja, Kola“, flüsterte sie. Er schüttelte verzweifelt den Kopf über dem Schluchzen, das er erstickte. Genau wie das Rehle, wenn es großen Kummer hatte. „Weinst du wegen deiner Arbeit?“, flüsterte Elisabeth ratlos. Kola wendete ihr sein strömendes, zerstörtes, durchwühltes Gesicht entgegen. „Wegen der Arbeit? Was für' ein Unsinn! Was geht mich die Arbeit an. Nur wegen dir, nur wegen dir, nur wegen dir, nur wegen dir!“, schrie er ihr entgegen. Das vierfach wiederholte Wort schlug in sie ein. „Wegen mir?“, wiederholte sie, spürte sich sonderbar kühl und schwach werden, wie zu einer Ohnmacht, und begann zu lächeln, während alle Erregung und alle Müdigkeit und alle Weglosigkeit zu Tränen wurde. Sie nahm ihren Mann in die Arme, wie sie Rehle genommen hätte, er sah auch Rehle überaus ähnlich mit seinen nassen Augen, die ihr Unglück nicht zugeben wollten und mit seinem Mund, der schon wieder verstockt wurde, während er sich in ihre aufgefaltete Hand preßte. Sein Haar lag an ihrem Hals, warm und bekannt. Es roch nach Zigarren und Jod wie immer, natürlich tat es das — Elisabeth lächelte stärker, während sie mit einem fast tödlichen Schmerz spürte, daß etwas in ihr zerbrach. Sie dachte es sogar ganz deutlich: ,da geht etwas in mir kaputt“, dachte sie, ,eine Feder oder etwas; das kommt nie mehr wieder, das —‘, aber sie streichelte dabei Kolas Kopf und seinen Nacken, der mit deutlichen Wirbeln und mager aus dem blauen Rändchen seines Nachthemdes hervorkam. „Sei gut, sei gut, sei gut, sei gut“, sagte sie, „es geschieht ja nichts, sei gut, sei gut —“ Eine Frau ging mit Peter Karbon eine Treppe hinauf, eine Frau stand mit ihm auf dem Deck eines Schiffes (es war ein fotografiertes Schiff aus einer Kaffeereklame), eine Frau tanzte mit ihm, eine Frau, die nicht Elisabeth war. „Ich brauche dich, ich gebe dich nicht her, ich halte dich, ich halte dich, du bleibst bei mir, niemand darf dich wegnehmen, ich halte dich, ich halte dich, ich halte dich“, murmelte Persenthein dazu in ihre Hand hinein. „Ja, ja, Kola, ja, ja“, sagte sie dazu und streichelte ihn. Er hob seinen Kopf auf und stieß seinen Blick in den ihren, er sah auch wieder dem heiligen Georg ähnlich. „Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich“, sagte er heftig, wie eine Drohung. Es war ein erstaunliches Wort, das da im alten Angermannshaus aufstieg und unter der Balkendecke hängen blieb wie mit Flügeln. „Ja, ja, Kola, ja“, sagte Elisabeth wieder. Sie war sehr erschöpft, sehr unglücklich, aber auf eine unbeschreibliche Weise zufrieden dabei. ,Ich habe geglaubt, ich kann es“, dachte sie. „Aber ich kann es nicht. Ich gehöre nicht dorthin — ich gehöre hierher . . .!“ Als hätte sie versucht, eine schwere Tür zu heben und ließe sie wieder zufallen; als wäre sie gegen die Strömung geschwommen und ließe sich wieder treiben. Als wäre sie im Gewitter gestanden und käme heim. * Es ist eine merkwürdige Sache um die Ehe, wie sie ist, alt, älter als der Anger- man^turm und baufälliger als das Angermannshaus. Eine Ehe wie die von Doktor Persenthein und seiner Frau, gewiß keine schlechte Ehe, aber auch nicht gerade ein Lebensfest oder eine Illumination. Nicht glücklich, nicht unglücklich. Eine von den hunderttausend mittelmäßigen Ehen, in denen der Mann mürrisch ist und die Frau überanstrengt, in der viel von Sorgen und wenig von Liebe gesprochen wird, eine Ehe mit vielen Selbstverständlichkeiten und gar keinen Ueberraschungen, ein wenig hoffnungslos, nicht wahr, mit verhängten Horizonten, ohne Ausblick, wie ein Haus ohne Türen und Fenster. Mit der täglichen Nähe und der unentrinnbaren Fremdheit geschlagen, zu der Männer und Frauen seit Paradieszeiten her verurteilt sind, ein merkwürdiges Ding, die Ehe, angegriffen und angreifbar, brüchig und absurd in den Fundamenten, gefährdet von allen Seiten. Ein Kartenhaus, wenn es gut geht, eine Galeere für Freiwillige in schlimmen Fällen. Laßt irgend etwas daher kommen, das an die Ehe rührt — es braucht kein großes Wunder zu sein, ein kleiner Zwischenfall müßte genügen, eine flüchtige Störung, ein Licht, ein Wegweiser in andere Richtungen, ein anderer Mensch, eine andere Hoffnung, ein anderer Weg ins Leben hinaus: die Ehe müßte zusammenfallen, nicht wahr? Aber sie hält, Doktor Persentheins Ehe hält, hunderttausend Ehen halten, sie haben den Lebenswillen und die Unverwüst- barkeit und den zähen Bestand von Pflanzen, die auf Steinen wachsen und harte Bedingungen lieben — und so bleibt denn nur änzunehmen, daß dennoch und trotz allem tiefere Kräfte in der Ehe wirksam sind, tiefere und höhere und Kräfte jedenfalls, die das Beste im Menschen angehen: Kräfte, die man ewig nennen kann — so lang die kurze Ewigkeit auf diesem kühlen, kleinen Stern eben dauern mag, der unsere Heimat ist . . . * Die Kirchenuhr schlug sechs. Im Kinderbett nebenan atmete Rehle tief und gleich. Oben begann Lungaus strebsam zu rumoren. Und gleich darauf klingelte unten das Telefon, und die aufgeregte Stimme des Kaufmanns Keitler heischte nach dem Doktor. Zu ungewohnter Zeit fuhr ein Auto durch das Stadttor, und das Angermannshaus begann zu zittern. Frau Persenthein, die im Wohnzimmer aufräumte, trat mit dem Besen in der Hand ans Fenster und sah hinunter. Sie hatte das alte dreieckige Wolltuch umgebunden und die Enden am Rücken verknotet, denri der Tag war von einer klaren Kühle, und sie fror nach der durchdachten Nacht. Es war ein Schaffenburger Wagen, der unten in die Stadt ein- fuhr, und es saßen drei fremde Herren darin. Frau Persenthein begab sich geistesabwesend wieder ans Fegen, in ihr war ein Zustand vollständiger Leere, wie er zuweilen eintritt, wenn eine Seele an die Grenze ihrer Kraft gegangen ist und sich erholen muß. Sie trat auf die Treppe hinaus und rief hinunter: „Die Milch nicht anbrennen lassen, Marie!“ Denn Marie, die kleine, unzuverlässige Aushilfe hatte sich an diesem Morgen wieder eingefunden, und sie war nicht die einzige in Lohwinckel, die sich bei der Arbeit einstellte. Auch Lungaus war rechtzeitig angetrabt, eine gute Viertelstunde bevor die Fabriksirene über den ausgebrannten Schuppen zu heulen begann. Ohne daß die Arbeiterschaft sich besprochen hätte, waren sie vollzählig da, und die, deren Arbeitsplatz abgebrannt war, standen abwartend im Hof, schnüffelten die bittere Luft und sprachen wenig. Für zehn Uhr vormittag hatte Herr Profet eine Verhandlung mit dem Betriebsrat angekündigt. Birkner war ein wenig blaß und trug die linke Hand verbunden, denn er hatte beim Löschen etwas abgekriegt, das ziemlich weh tat und mit dem er am Morgen beim Doktor vorgesprochen hatte. Auch im Gymnasium herrschte Ordnung. Die Buben waren alle da, sie brüllten etwas weniger laut als sonst bis zum Ertönen der Anfangsglocke, und es kam auch niemand zu spät. Der Primaner Gürzle, Vertrauensmann seiner Klasse, fand sich in der zweiten Pause bei Putex ein und bat im Namen aller um Entschuldigung für jene unerklärlichen und aufrührerischen Dinge, die geschehen waren und die er, stotternd und mit roten dik- ken Ohren vor seinem Direktor stehend, als „Vorkommnisse“ bezeichnete. Vorher hatten sie eich alle zusammen hinter den jungen Lehrer Kreibisch gesteckt, und der hatte denn wohl auch bei Putex vorgearbeitet und eine gewisse mürbe und einlenksame Stimmung erzeugt. Zwar wurde über die gesamte Schülerschaft „Kindergesellschaft“ verhängt, wie das Nachsitzen am Samstagnachmittag im Schul jargon hieß — aber, du lieber Gott, es hätte schlimmer kommen können, und sie hatten doch das Ihre weg. Der Mittelgewichtsmeister von Deutschland war auf ihrem Sportplatz gewesen, und sogar die Dreizehnjährigen waren einer für Jugendliche verbotenen Kinoaufführung teilhaftig geworden und hatten den Fabrikbrand noch obendrein bekommen: Eindrücke von solcher Heftigkeit, daß sie noch zwanzig Jahre später als Jugenderinnerungen in den Berichten von inzwischen gereiften Lohwinckler Bürger auftauchen mochten. (Fortsetzung folgt) - 1 ''--rt-iHi....... . .. - ...... in-...cnn™.-. mm^i- ..i>..--- 1 / Seite 4 - Hotel- ) e: Erich itermantel, hd Verfranz, Kon- trich, Kon- ; Paul Ha- Konstanz; Knönagel, en; Franz ’rkte m 7. Okto- le nur geladen zum weinen ver- chweine je- mfgetrieben: 88—94). 14 0, B 60—68, B 122—128, el (Hammel 1—136, C—F her und so- sgesellschaft , Hamburg. 1s Piani- 5 Leidlte 1.20 Zehn ER: 7.05 Zürileu: odie Zü- 5 Volks- 15.00 1 Ober- ik; 16.30 MO Süd- 1.45 Vom ch-litera- 5 Zürich^ k VOR: Bauern- igveda “; e Chöre sert von t>en und hte von Jnterhai- ®; 17.00 de: 17.50 5 Musik it; 23.00 Markt- 0 Musik Kurfürst Erzähler: Ezug mit Jnterhal- sverhält- ialzburg: ebe der hau: 6.40 irg; 9 05 sg; 15.00 ikonzerti lissance; nelreidu .35 Gar- izinthen: 3u: Vom 5 Leichte — der nmentar-, - * BER: ich- und ert des g: Fahrt ett von. 7.30 Zür- on Schu- wie man irich und >zart. — >0 Haus- skonzert 0 Unter- ikonzerti iJugend, Jaspers; en, Land chsdiule; ternacht. srtelstunde len ausge- ii begann, di bespro- g da, und annt war, iinüffelten venig. Für irr Profet ebsrat an- renig blaß iden, denn äbgekriegt, lern er am dien hatte. > Ordnung, e brüllten bis zum d es kam Primaner :r Klasse, bei Putex Entschul- und auf- len waren roten dik- r stehend, :e. Vorher hinter den :t, und der :ex vorge- e und ein- var wurde ; „Kinder- Nachsitzen chuljargon , es hätte sie hatten ilgewichts- auf ihrem die Drei- ugendlidie Ihaftig ge- irand noch e von sol- l zwanzig rungen in gereiften t mochten. zung folgt) Samstag, 11. Oktober 1952 a Unter der großen Uhr Erzählung von Hermann Stahl Sie sah auf die Uhr an der Ecke, es war halb sieben. Sie stand am Rande des Menschengewühls der Großstadtstraße und fror. Der Regen fand kein Ende. Sie war traurig, ihr Gesicht sah blaß und einsam aus. Ein Vorübergehender starrte sie an, sie verzog den Mund. Sie war 18 Jahre alt und kannte Walter seit dem Frühling. Jetzt haßte sie ihn. Sie warf den Kopf zurück und ging. Es war zu Ende. Ich vergesse ihn, sagte sie sich, ich habe schon damit begonnen. Am nächsten Morgen sagte ihre Mutter: „Zieh den wärmeren Pullover an“. Lydia gehorchte. Auen Fräulein Melcher, im Büro, fand, sie sehe nicht gut aus. Lydia rief: „Mir geht es glänzend!“ Ach, krank werden wäre gut. Er erführe es, über ihre Freundin Hanna, die im Haus neben ihm wohnte. Aber es lohnte sich nicht. Er hatte sie zweimal vergeblich warten lassen, und sie wollte nicht mehr an ihn denken, sondern ihn hassen. Belüg dich nicht, sagte eine Stimme, es war ihre eigene Stimme. Bis zum Büroschluß rief er nicht an, es war ein übler Tag. Lydia blieb, bis die Putzfrauen kamen. Um halb sieben ging sie wieder an der großen Uhr vorbei, schneller als sonst, die Lippen zusammengepreßt, ging zweihundert Meter, wendete sich um und ging das Stück noch einmal. Dann lief sie um die Straßenecke. Der Wind pfif kalt, winterlich, von werweiß woher. Sie blieb tief atmend stehen und sagte sich: Ich habe es hinter mir. Ihre Mutter sagte: „Du warst schon heute früh und am Mittag so blaß! Ich mache dir einen Tee.“ Lydia versuchte einzuschlafen. Krank zu werden lohnte sich nicht, aber gar nicht leben, oder ihn nie kennengelernt haben, das wäre gut! Sie schlief ein, träumte nicht. Traurige träumten wohl nur wachend. Am Morgen, nach einem leichten Augenblick des Nurdaseins, war alles wie gestern, kglt, grau und so leer. Ob sie sich wohler fühle, fragte ihre Mutter und stand vor Lydia, während sie die Strümpfe anzog Und sah, wie braun sie noch war. Vor zwölf hielt Frl. Melcher ihr den Telefonhörer hin: „Für Sie, Lydia!“ Sie ließ sich verleugnen. Dann sagte Fräulein Melcher: „Er ruft nachmittags wieder an. Er sagt, daß er gestern und vorgestern nicht kommen konnte.“ Gestern, vorgestern — Bezeichnungen für etwas, das leer und wüst war wie ein ausgebranntes Haus. Um vier Uhr ließ sie Walter sagen, sie sei nicht erreichbar, sie werde aber zwischen sechs und sieben vielleicht bei der Uhr sein. Vielleicht! Die Ecke war um diese Zeit sehr belebt, und wenn man einen Steinwurf weit in einer Türnische blieb, um nicht wieder genarrt zu werden, dann mußte man damit rechnen, einen Erwarteten nicht zu sehen. Sie wartete lang und fuhr heim, und vielleicht haßte sie diesmal sich selber mehr als ihn. In dieser Nacht träumte sie von Wasser und Feuer, sie erwachte oft und fühlte sich traurig und seltsam unwirklich. Ihre Mutter sah am Morgen sofort, daß sie fieberte. Der Arzt sagte, es sei nichts Schlimmes, drei oder vier Tage Bettruhe könnten genügen. Sie entdeckte das Abenteuer einer Schwebe zwischen halbem Wachsein und fieberleichtem Schlaf. Am dritten Tag der Krankheit erbat sie über Hanna von Walter irgendein Vielleicht eines Abends... von Lonja Stehelin-Holzing* Vielleicht eines Abends komm ich vorbei Und denke, wem hier der Garten wohl sei, Die Pappeln, die Mauer, Die Moose am Tor — Ja, eines Abends steh ich davor. Und da weiß ich auf einmal, wem alles gehört, Der Weg bis zum Haus Und das Haus und der Herd. Ich kenne die Mitte, die Tag um Tag Hier das Leben erhält, Und das Herz, das einmal an meinem lag Irgendwo auf der Welt. ') Aus „Serenade — eine kleine Nachtmusik für die Dame“, herausgegeben von H. C. Heidrich im Rainer-Wund« flieh- Verlag, Tübingen. Buch. Er konnte das Buch Hanna an ihrer gemeinsamen Trambahn - Haltestelle geben. Lydia las nicht oft ein Buch. Aber Walter verstand ihren Wunsch nicht. Sie blätterte, einen Abend später, vergeblich in den Seiten, das Buch enthielt keinen Brief, keinen Zettel. Er hatte nur Grüße und Wünsche bestellt. Sie versuchte zu lesen, es ging nicht. Sie verwünschte es, daß sie krank geworden und noch nicht gesund war. Als der Arzt ihr für Sonntag wieder auszugehen erlaubte, schlug ihr Herz so hart, daß sie es hörte. Sie vergaß nicht, Hanna wissen zu lassen, daß sie am Sonntag um drei Uhr spazieren gehen werde. Und als sie — endlich! — vor die Haustüre trat, stand Walter da, wie wenn nichts wäre. Sie sei schmäler geworden in den acht Tagen, sagte er und wollte wissen, ob sie am Tag seiner zwei letzten Anrufe schon sich krank gefühlt habe. „Nein“, , antwortete sie zornig, „ich hatte keine Lust, ans Telefon zu gehen.“ Er sah sie ärgerlich an und lachte dann. Er sei doch verhindert gewesen an den beiden Tagen zuvor, behauptete er. Er habe ihr es doch am Telefon sagen lassen! „So, so“, sagte sie spöttisch und fühlte ein Brausen in den Schläfen. „So, so!“ äffte er sie nach. „Also dieses Mißtrauen!“ Kühl, so kühl wie sie konnte, sagte sie: „Schon gut.“ Ihre Stimme flatterte, gleichzeitig sah ein Vorübergehender sie an und lächelte, das erbitterte sie. „Schon gut“, sagte Walter und ging neben ihr her, „wenn ich das schon höre! Warst du gar nicht krank?“ Sie blieb sofort stehen. Sie sah seinen grimmigen Blick neugierig werden, dumm, jungenhaft, albern sah er aus, albern! Wie kam sie dazu, sich seinetwegen aufzuregen? Es war lächerlich. Sie rang nach Atem, trotzdem klang es atemlos, als sie mit einer Stimme, die ihr fremd war, sagte: „Ich sei nicht krank gewesen? Du meinst, mit mir könntest du es so machen? Du glaubst wohl, du müßtest dich entschuldigen und mir etwas vorschwindeln?“ Sie gab sich Mühe, zu lachen, und hatte plötzlich Tränen in den Augen. „Du —rief sie, „du —“, sie preßte die Lippen zusammen. „Also —“, sagte er mit einer trockenen Stimme, „was ist eigentlich los?“ * Und sie sah sodann, daß er rot wurde und wieder blaß unter dem noch nicht verblichenen Sommerbraun, und sie sah seine Augen blitzen, sah die Falte zwischen seinen Brauen. Dann hörte sie sich plötzlich sagen: „Von mir aus kannst du ruhig allein weitergehen!“ Oh, es klang übel, klang ziemlich wegwerfend — sie erschrak. Er hob den Kopf in die Luft, als wäre da etwas Wichtiges, seitlich von ihr, sehr entfernt, und sie sah, daß er schluckte, bevor er „bitte“ sagte, und sich abwendete und die Hände sinken ließ und langsam fortging, vier, sechs, zehn Schritte, zwölf — und da rief sie, ohne sich zu vergewissern, ob sie beobachtet werde auf der Straße in der Nähe der großen Uhr, rief: „Walter!“ und wollte nicht noch einmal rufen und wußte, daß sie es doch tun würde, wenn — und begann zu schluchzen, nicht laut, nicht ganz wirklich, es war bezwungen, bevor er wieder vor ihr stand. Sie lächelte und er sah sie dumm und böse und erstaunt an, und dann lächelte er auch und sagte: „Lydia“, da war seine Stimme anders als vorher, seine dunkle Stimme hatte ihr immer gut gefallen. „Nun ja“, sagte er, „ich war blöde, hätte mir wenigstens Zeit nehmen und dir ein paar Worte schreiben können“, sagte er grollend, und: „Ja, doch!“ Denn sie widersprach, sie sagte, sie wisse gar nicht, was ihr in den Kopf gekommen sei am letzten Tag vor ihrer dummen Erkrankung. Und er brauchte nicht zu sehen, daß sie für zwei Sekunden die Augen fest schließen mußte, er hielt ihren Arm, sie gingen weiter und sahen einander prüfend an, und endlich lächelten sie, unter der großen Uhr, die wie ein Auge über der grauen Mauer stand, Tag und Nacht, stets, und gleichmütig. L. E. Reindl Das Geheimnis einer verschwundenen Krawatte Ein Fall von Zauberei, erzählt von Rudolf Schneider-Schelde Carlo machte Krach im Badezimmer, wo er sich abends zuvor ausgezogen hatte, und schrie, seine Krawatte sei fort, und ohne Krawatte ins Wohnzimmer herüber, wo Nelly saß und mit dem Hut auf dem Kopf auf ihn wartete. „Es ist die mit den grünen Tupfen“, sagte Carlo, „ich suche sie seit einer Viertelstunde; ich habe sie bestimmt heut nacht über die Stuhllehne gelegt, und jetzt ist sie fort.“ „Nimm eine andere“, sagte Nelly. „Natürlich“, sagte Carlo, „aber wo ist sie hingekommen, außer du hast sie weggeräumt, ich kapiere nicht, wo die Krawatte geblieben ist.“ „Vielleicht ist sie runtergefallen“, sagte Nelly. „Wenn sie heruntergefallen wäre, müßte sie am Boden liegen“, sagte Carlo. „Sie kann doch nicht verschwunden sein. Ich werde die blaue nehmen, aber ich möchte wissen, wo sie hingekommen ist.“ „Vielleicht hast du sie verloren“, sagte Nelly. „Ich habe noch niemals gehört, daß ein Mann seine Krawatte verloren hätte.“ Carlo lief hinaus und kam mit der blauen Krawatte zurück, die er vor der Scheibe eines Bildes band. „Mach schon“, sagte Nelly, „wir kommen zu spät.“ „Es ist ein glatter Fall von Zauberei“, sagte Carlo, „ich kann mich beinah genau erinnern, daß ich sie hingelegt habe, wo ich sie immer hinlege, und jetzt, als ich sie nehmen wollte, war sie weg.“ „Vielleicht hast du sie am Stammtisch vergessen“, sagte Nelly. „Warst du nicht gestern am Stammtisch?“ „Am Stammtisch?“ sagte Carlo und machte große Augen. Es schien'ihm etwas einzufallen. Er lachte und sagte schnell: „Man könnte meinen, daß jemand seine Krawatte am Stammtisch liegen läßt.“ „Oh, Carlo“, sagte Nelly. Sie stand auf und ging lächelnd an ihm vorbei. Er sah ihr mit runden Augen nach. „Es ist ein Fall von Zauberei“, wiederholte Carlo auf der Straße, aber ein Kind mußte sehen, daß er keine Freude mehr dran hatte. „Da ist der Bus“, sagte Nelly, und sie fingen zu laufen an und erreichten den Autobus ncteh, und Nelly fand einen Platz im Innern des Wagens, während Carlo in der Nähe der Tür stand, und an der dritten Haltestelle stieg Fräulein Verhaaren ein, die Carlo und auch Carlos Frau kannte. Fräulein Verhaaren war so reizend angezogen wie immer, mit einem Jackenkleid und einer rohseidenen Hemdbluse, ein bißchen männlich mit einem kleinen Filzhut, und zu der Bluse hatte sie eine Krawatte mit grünen Tupfen an. Sie lächelte spitzbübisch und erwartungsvoll, als sie Carlo sah, und wollte etwas sagen, aber Carlo starrte mit wilden Augen und zischte sie an: „Mach, daß du mit der verdammten Schleife hier wegkommst!“ Fräulein Verhaaren warf einen blitzschnellen Blick ins Wageninnere und schwang sich mit einem eleganten Sprung von dem Autobus gerade im letzten Augenblick hinunter, ehe die 'jVagentür zuschnappte. Carlo sah ihr entgeistert nach, dann blickte er sich vorsichtig nach Nelly um, die an ihrem Platz saß und gradaus schaute. Er war nicht sicher, ob sie nicht etwas gemerkt hatte. Nach einer Weile sah sie ihn ari, es war Nellys sauberer, großartiger Blick, und Carlo versuchte zu lächeln. Als sie ausstiegen, war Carlo behutsam wie jemand, der alle Taschen voll roher Eier hat. Sie machten ihren Besuch bei Bekannten und kamen zu spät, und Nelly erklärte, sie kämen zu spät, weü sich bei ihnen ein Fall von Zauberei ereignet habe. „Eine Krawatte ist verschwunden“, sagte Nelly. „Wie — einfach in der Luft?“ fragte der Hausherr. „Nein, es war anders“, sagte Nelly. „Zuerst lag sie auf einer Stuhllehne —. Sie lag doch auf der Stuhllehne, Carlo?“ „Vermutlich“, sagte Carlo und sah nicht siegesgewiß aus. „Oh, ich weiß“, sagte der Hausherr, und dann hat Carlo sie umgebunden und trotzdem weiter danach gesucht.“ „Nein, nicht ganz“, sagte Nelly, „Carlo hat sie nicht umgebunden. Die Krawatte Knabenreise über den Ozean Was geschieht in der Welt? Stündlich, minütlich. Die Engel der Geburt, die Engel des Todes gehen über die Menschenwege, Vertrauen blüht, Verzweiflung wuchert. In unwandelbarer Schöne besteht Liebe. Ich las einen Bericht über die Flugreise eines Knaben von elf Jahren aus Berlin nach New York zu seiner Mutter. Diese hatte den Knaben, einen Sohn aus erster Ehe, bei Verwandten in Deutschland gelassen, als sie vor vier Jahren einem amerikanischen Soldaten als dessen Frau nach USA gefolgt war. Drüben aber wurde sie gemütskrank vor Sehnsucht nach ihrem Kind. Obwohl ihre Krankheit sich schließlich zu einer ernsthaften Lebensbedrohung entwickelte, gelang es ihrem Gatten, der arbeitslos geworden war, nicht, die Mittel für die Uebersiedelung des Sohnes seiner Frau aufzubringen. So lehnte auch die Einwanderungsbehörde das Einreisegesuch ab, weil keine genügende Sicherheit für den Unterhalt des Kindes gegeben schien. Eine Berliner Zeitung erfuhr diesen Roman einer vor Sehnsuht und Reue dem Tode nahen Mutter und appellierte an die Herzen ihrer Leser. Der Erfolg war, daß nach wenigen Tagen schon das Geld für die Reise des Knaben gestiftet war. In Amerika, wo auch die Zeitungen den Mutterroman aufgriffen, übernahm ein Kongreßmitglied die Bürgschaft für den Jungen. Jetzt ist dieser, wie Benjamin einst mit Geschenken der Heimat beladen, bereits unterwegs, seine Mutter zu umarmen. Es gibt viele Dinge, die wir Menschen von heute erlebt haben, viel und wahrscheinlich mehr, als je einer Generation in ihrer Zeitspanne zugemessen wurde. Aber es gibt nicht viel, was das Herz mit solcher Sageninnigkeit berührte, wie jene Knabenreise über den Ozean. Warum? Weil sich in dieser vom Leben geschriebenen Geschichte das Absurde und das Natürliche, das Unsinnige und das Selbstverständliche, Schuld und Unschuld zu so tiefer Wirkung verbanden. Weil der Engel jenes Evangelisten bei ihr Pate stand, der nicht müde wurde, sein Lieblingswort zu rufen: Kindlein, liebet einander. In dieser Geschichte erleben wir die Bestätigung des alten Wissens, daß starkes Licht vorausgesetzt werden kann, wo dichte Schatten fallen. Und um so heilsamere Vergebung, je tiefer alle Schuld. Augentrost Plauderei von Herta Grandt war weg, und Carlo mußte eine andere nehmen, und wir fuhren mit dem Bus hierher.“ „Sehr hübsch“, sagte der Hausherr, „und die Pointe?“ „Die Pointe ist das Verschwinden der Krawatte“, sagte Carlo. „Aber bei richtiger Zauberei“, sagte der Hausherr, „ist die Pointe immer, daß die Gegenstände an unerwarteter Stelle wieder auftauchen.“ „Bei richtiger Zauberei“, sagte Carlo, „verschwinden die Sachen für immer. Das andre ist Taschenspielerei.“ „Ich fände es viel hübscher“, sagte der Hausherr, „wenn die Krawatte irgendwo wieder aufgetaucht wäre.“ Er war etwas zäh. „Ich nicht“, sagte Nelly. „Fändest du es hübscher, Carlo?“ Carlo verneinte. „Irgend jemand hätte die Krawatte an“, fuhr der Hausherr fort. „Natürlich nicht die von Ihnen vermißt?, sondern eine, die Sie auf den ersten Blick für die Ihre halten würden . . .“ „Nun hören Sie schon damit auf“, sagte Carlo. Der Hausherr schwieg gekränkt. „Du hättest ruhig etwas höflicher zu ihm sein können“, sagte Nelly zu Carlo, als sie wieder auf der Straße waren. „Er ist ein alter Idiot“, sagte Carlo, „mit seiner Krawatte.“ „Ich finde, daß er das sehr nett gemacht hat“, sagte Nelly, „mit der andern Krawatte, die man für deine halten würde. Ich finde, daß du ein alter Idiot bist.“ Carlo schwieg. Sie liefen schweigend eine Weile nebeneinander her, dann sagte Carlo: „Und es ist doch ein Fall von Zauberei.“ Nelly sah ihn an. „Weißt du“, sagte er, „du bist der Fall von Zauberei, Nelly, verstehst du?“ Sie sagte nichts. Sie blickte gradaus mit ihren tadellosen Augen und schritt neben ihm her und hob den Kopf etwas. Er kam sich klein und schäbig neben ihr vor, aber er war sehr froh, daß die Sache so gut abgelaufen war. Es ist kaum zu verstehen, daß es heutigen Tages, in diesem Durcheinander von Mordgeschichten, Sportberichten und anderen mannigfachen Sensationen derartiges überhaupt noch gibt. Eine so unaufdringliche, zarte und liebliche Form zu existieren und zu erfreuen. Manchmal entdeckt man schon zeitig im Sommer die ersten Blüten, Vorläufer, die ihre Zeit nicht erwarten können. Wenn aber das Gras zum zweiten Male geschnitten ist, findet man ganz gewiß den Hang mit ihnen übersät, als wäre ein frühzeitiger Reif gefallen. Nichts Besonderes ist an ihnen, keine Schönheit, keine Nützlichkeit außer der nicht nachgewiesenen Heilsamkeit, welche das Volk sich von ihnen verspricht. Aber wir wissen ja, das Volk neigt zu märchenhaften Gerüchten im Guten wie im Bösen, und es ist nicht immer ganz gerecht. Ein wenig bräunliches Blau, ein wenig Weiß und die kleinen, sehr gewöhnlich gezackten Blättchen. Das ist schon alles. Der Bauer mag es auf seiner Wiese nicht eben gern, und dennoch scheint mir, kein Geschöpf in der Flur trüge mehr zu recht den schönen Namen „ Augen trpst“. Verbenen und Astern haben gerade ihre besten Tage. Mit den Rosen geht es zur Neige, und manchmal kommt schon ein fauler Buchfink, um nachzusehen, ob das Futterhäusel noch nicht mit Hanf und Rübeamen gefüllt ist. Aber hinten auf der Matte, von den schwarzen Tannen bis herab zum Brunnentrog, blüht das kleine, blauweiße Zeugs, um unsere Augen zu trösten. Der Sommer scheidet, und der Herbst vergeht, sagt es, aber in der Erde liegen längst die Knollen der künftigen Tulpen, Hyazinthen und Narzissen. Warte nur, balde! sagt der Augentrost. Die Stürme werden kommen und dir meterhohe Schneewellen vor die Haustüre treiben. Das kann niemand ändern. Gott im Himmel hat es so bestimmt. Ohne ihn gäbe es keine Stürme und keinen Schnee, aber auch keinen neuen Frühling. Denke ruhig darüber nach, weine oder lache, je nachdem es dir zumute ist. Lege dem Westgiebel deines Hauses noch eine feste Verschalung an. Verschneide die Hecke am Zaun und lichte das Haselgehölz ein wenig aus. Es ist zu dicht geworden im vergangenen Sommer. Aber nimmt dich in acht, daß du die Vögel nicht aufstörst, die vielleicht darin ihre Heimstatt haben. Überhöre auch das späte, ein wenig müde Flöten des Rotkehlchens nicht, und laß den Kater nicht so fett und gefräßig werden. Er hat genug an Feldmäusen und fürwitzigen Maulwürfen. An den Rotschwänzen dagegen, die mit Mühe und Not ihre Brut vom Giebelbalken bis zum Dachfirst fliegen lehrten, braucht er ■ sich nicht zu vergreifen. Auch in der Dämmerung nicht. Achte auf die Dämmerung und auf die silbernen Konturen der Berge jenseits des Tales. Du wirst sie nächstes Jahr Wiedersehen, unverändert sanft und zärtlich hin- geschwungen, von den ersten Sternen überfunkelt mit Anemonen und wilden Vergißmeinnicht, mit Glockenblumen und Skabiosen geschmückt, als hätte es niemals Sturm und regnerische Tage oder Schnee gegeben. Als wäre alles Lebendige und alle Verwandlung nur eine Vorbereitung auf den neuen und endlich auf den ewigen Frühling hin. Draußen bei dem Feldkreuz stehe ich, lausche auf das Geläut der Herden und sehe den Augentrost blühen, weiß und bläulich, als wäre über Nacht schon ein Reif gefallen. Mein Herz ist nicht leicht, wie immer, wenn das Jahr sich neigen will. Das Rotkehlchen flüstert leise träumerisch vor sich hin, die Erde duftet schwer, und in dem Buch, das ich vorhin schloß, als das Licht am Fenster nicht mehr ausreichte zum Lesen, stand dasselbe, was der Augentrost hier am Hang verkündet: Und sie sollen getröstet werden. t r' Die lustigen Bildergeschichten von Vater und Sohn — 154. Geschichte Gezeichnet von e. o. plauen Nach der Feuergeschichte eine Erinnerung des Sohnes: Weißt du noch: der Mann mit der Zigarre? Oder: Die falsche Adresse! Für den Geldbeutel sparsamer - für den Motor schonender - und im Betrieb leistungsfähiger ist SHELL TREIBGAS DER MARKENKRAFTSTOFF FOR HOCHBEANSPRUCHTE VERGASERMOTOREN SHELL ms Beratung und Lieferung: SHELL T r e i b g a s a b g a b e s t e 11 e Otto Hüni, Ra d o I f z e 11, Ko n s ta n z e r Straße 86, Tel.: 260 Stellt eine hu der Seht um da; Moos in und Häi Woscht seines I und Mc der ihm Augen i Kugeln ten übei Über se decke w abbröck sticken Um c Töchter, zes in < dem Da fleischig bet um Der alte ihrer Y. sich übe zeln eii „Wir sein Ai Noscha stumm. Miza, c Augen, es im al Getue h ans St« Woscht Kopf u Drau v gebleich bemalte ihres K und Ma Luft ur ertrink« wachem Rücken der Fäh fen Sti Pflug? Kräuter eine Ka tet mit Aber gl Sack. I nach ib nicht ti der Wc Das ' was er am Wa Boot gc es war Welt g und Mi Sterz ir so. Er geflucht so. Und was ,he du nid Stroh a gen wie mehr i neuen Mann : sieht e röcheln der sei geführt Augen Um sei senkrar Knoten Wasser ihr wei Hose n Karawi streicht ich der meine ich noc Ge s Ä’ Niehl ben. N Dies al eine w sofern, dacht i wahr i ist ein geht es Wahrh den de ner Sti Sachen tig. Ol sage, e in Wir viel zi das Hä Veranc stellen ich die Wichti Haus ■ ist um vor d Nachbä Blickei zen; di Fall, d vielger Dichte: Wien 1 Man ker u dessen zwanzi gespro ten lej ein H; ihm s war e Haus, sproch ten zu ten g Samstag, 11. Oktober 1952 SUDKURIER K Nr. 161 / Seite 1 / Seite 6 ■. In Ame- en Mutter- i Kongreßen Jungen. i st mit Ge- bereits un- en. Menschen und toahr- neration in urde. Aber rz mit sol- wie jene )om Leben osurde und und das ! Unschuld t. Weil det ihr Pate sein Liebliebet ein- oir die Belaß starkes kann, wo m so heil- lle Schuld. ? hnee, aber enke ruhig je nachdem Westgiebel Verschalung Zaun und ; aus. Es ist enen Som- daß du die eicht darin e auch das es Rotkehl- iicht so fett genug an [aulwürfen, i, die mit iebelbalken , braucht er- i der Däm- nd auf die jenseits des hr wieder- ärtlich hin- ;men über- ien Vergiß- ind Skabio-' mals Sturm ee gegeben. alle Verlag auf den ;n Frühling stehe ich, ;n und sehe id bläulich, eif gefallen, wie immer, 1. Das Rot- ich vor sich nd in dem s das Licht te zum Le- Augentrost e sollen ge- ~Tf. chichte Ein Fährmann stirbt Erzählung von Lorenz Mack Stellt euch einen Kerl vor, groß wie eine hundert Jahre alte Föhre, breit in der Schulter, mit einem Gesicht wie Rinde; um das ihm der Bart hängt wie das Moos im Geäste. Mit zwei riesigen Armen und Händen, dann habt ihr den Fährmann Woscht vor euch. Er liegt auf dem Stroh seines Bettes, das nach Pferden, Sdiweiß und Moder riecht. Bei jedem Atemzug, der ihm aus der Lunge pfeift, treten seine Augen aus den dunklen Höhlen wie weiße Kugeln aus Glas und seine Pranken gleiten über das wurmige Holz seines Lagers. Über seinem Kopf neigt sich die Eichendecke wie ein gestorbener Himmel und die abbröckelnden Wände seiner Stube ersticken das' letzte Licht des Tages. Um den Tisch sitzen die Söhne und Töchter, schneiden das Zeichen des Kreuzes in das Brot und graben es sich mit dem Daumen in Stirn und Brust, und ihre fleischigen Münder mahlen müde das Gebet um Gott und sein himmlisches Reich. Der alte Woscht liegt im blauen Schatten • ihrer Körper und seine Beine strecken sich über das Bett wie ausgedorrte Wurzeln eines zerschlagenen Baumes. „Wir sind alt“, sagt der Arzt und putzt sein Augenglas. Dann schneuzt sich die Noscha laut wie eine Trompete. Janes ist stumm. Valt liest das alte Testament und Miza, die Jüngste, hat Tränen in den Augen. Teufel, das soll was heißen, brennt es im alten Woscht — wenn sie alle so ein Getue haben, wie, ja, gerade so, als ob es ans Sterben ginge. — So ist es auch. Woscht weiß es. Draußen! Hebt nur den Kopf und horcht! Draußen rauscht die Drau vorbei wie eine Orgelbrust. Grüngebleichte Erlen, mit roten Herbstblumen bemalte Sträucher trinken das Wasser ihres Körpers. Wildenten, Schwalben, Reh und Marder atmen die erntegeschwängerte Luft und das übe'rschäumende, in Farben ertrinkende Land leuchtet wie der erwachende Mond auf dem hüpfenden Rücken des Flusses. Und ich — Woscht der Fährmann — soll hier in dieser dumpfen Stube liegen wie ein gebrochener Pflug? Soll mir Wasser, Gift und heiße Kräuter in den Hals gießen lassen wie eine Katze? „Hooo“, sagt er laut und richtet mit einem Ruck seinen Körper auf. Aber gleich schlägt er wieder hin, wie ein Sack. Um den Tisch Wenden sie die Köpfe nach ihm und Miza sagt: „Das sollst du nicht tun, Vater, du weißt doch?“ Ja, ja, der Woscht weiß es. Das ganze Leben lang war es recht, was er getan hat. Tag und Nacht war er am Wasser, hat Netze gelegt, dann das Boot geführt und den Damm verstärkt —■ es war recht so. Er hat Kinder in die Welt gesetzt: Janes, Valt, Peter, Noscha und Miza und ihnen Fischsuppe, Brot und Sterz in den Mund gestopft. Es war recht so. Er hat getrunken, gerauft, gespielt, geflucht... ach, laß es sein, es war recht so. Und jetzt auf einmal — soll das nicht was heißen, wenn Miza sagt: „Das sollst du nicht tun!“ Weil er sich auf diesem Stroh aufrichtet, nur, um nicht so zu liegen wie ein fauler Apfel? Ihr solltet nicht mehr vom Pflügen sprechen, von einem neuen Acker, denn ihr wollt den alten Mann nur täuschen. — In euren Augen sieht er das Erbarmen mit seinem verröchelnden Körper. Was soll das für einen, der sein ganzes Leben lang das Ruder geführt hat? Ihr wollt ihm vielleicht die Augen zudrücken, daß Nacht um ihn wird? Um seine verkrampften Hände einen Rosenkranz schlingen, wie einen Strick mit Knoten? Sorgt dafür, daß ich so über das Wasser komme, wie es sich geziemt und ihr werdet alles bereit finden. Hemd und Hose mir zum letzten Weg, daß mir der Karawankenwind noch durch den Bart streicht. Die Augen laßt mir auf, damit ich den Himmel und die Drau sehe, und meine Hände will ich frei haben, damit ich noch nach dem Ruder greifen kann, wenn es mich gelüstet. So soll es sein und nicht anders, und deshalb will ich nicht hier auf dem Stroh kalt und steif werden wie eine Ratte, sondern draußen auf dem Wasser. Da ab« löschen sie das Licht in der Stube. Janes wirft den Riegel vor die Tür und mit schweren Beinen schlurfen sie über den Dachboden — Janes, Valt und die andern. Der alte Woscht liegt die halbe Nacht wach und seine Augen suchen durch die Nacht. Draußen vor dem Fenster, auf dem Rücken der Drau, ziehen die Jahre des Lebens vorbei. Vom Frühling des jungen Tages bis zum Herbst des sterbenden Jahres, und von den Füßen kriecht die Kälte zu den Knien des Alten. Oh — er spürt es. Soll das schon der schwindsüchtige Bruder Tod sein? Nein, bäumt er sich auf, und noch einmal nein, und dann fällt er aus dem Bett. Mit der Kraft seines Körpers hat er sich auf die Erde geworfen. Keiner hört es. Woscht kriecht zum Tor, wirft den schweren Riegel zurück und küßt das tauige Gras. Er reißt den Mund auf, als wolle er schreien — aber es ist nur die schwere Luft der Erlen und des Wassers, der süße, dumpfe Duft der Erde, die goldene Scheibe des Mondes. Arme, Beine und Hemd sind schwarz von der lehmigen Erde, aber der Alte kriecht durch den Acker. Hört ihr die Drau? Oh, sie ist wie ein Weib, das seine Arme voll Sehnsucht in die Nacht streckt wie eine Opferschale. Der Steg knarrt und an der Kette reißt der Kahn. Nebeltücher leuchten über tauglänzenden Gräsern und Woscht kniet vor der Herrlichkeit dieser atmenden Nacht. Schreit mir ins Gesicht: Du stirbst! Hämmert es mir an die Brust — du stirbst! Und bohrt es mir mit den Messern des Pfluges in das Herz — du stirbst! Was soll das! Nichts anderes will ich ja als sterben; aber bei euch — hier an eurer weinenden Brust! Und Woscht schleppt mit Zähnen und Fäusten die Netze ins Boot. Es ist eine Schinderei. Herz und Blut wollen nicht mehr. Aber es geht. Dann wirft er sich über die Kette. Sie wehrt sich und duckt. Er aber reißt sie an die'Brust. Das Steuer klatscht ins Wasser! Jetzt aber — jetzt fällt der Alte zurück in seine Netze. Der Duft nach Fisch und Seegras hängt in ihnen und Woschts Brust dröhnt, während er sich vollsaugt wie ein Verdurstender. Das Boot löst sich vom Steg und gleitet in die Nacht. Hört ihr die Drau, wie sie an die Wände klopft, wie sie rauscht und ihre Trompeten und Fanfaren in die Erlenwälder schmettert? Hoch oben ist die Unendlichkeit der schwarzen Nacht mit den diamantenen Sternenlichtern und dem Mond. Des Alten Hand umspielt das Wasser. Sein Mund steht weit auf, wie seine Augen. Sein Herz aber ist wie eine ausschwingende Glocke, die ihm wie das Wasser in den Ohren dröhnt. — Laßt sie läuten und das Boot fahren auf dem ewigen Fluß der unendlichen Nacht! . . . Paganini's letzter Wille Die Geige, die kein Fremder hören darf Alljährlich an einem Herbstabend finden sich einige sehr würdevoll aussehende Herren im Museum der Stadt Genua ein, wandern schweigend zwei Stockwerke hinauf, um sich sodann von einem Angestellten eine Türe aufechließen zu lassen. Sie betreten dann einen großen Raum, der mit Musikinstrumenten und alten handgeschriebenen Noten angefüllt ist, nehmen an einem Tisch Platz, um auf den Direktor des Museums zu warten. Erst wenn dieser erschienen ist, kann der feierliche Akt beginnen, der zwar in jedem Jahr wiederholt wird, aber stets mit der gleichen Zeremonie verbunden ist. Der Direktor stellte die Anwesenden vor. Zunächst den Herrn Notar, sodann Maestro Tavello, den Hersteller von Meistergeigen, Professor Zachini von der Musikakademie und endlich Renato de Barbiri, ein in Genua geborener und in der Stadt ansässiger Violinkünstler. Dann erhebt sich der Notar, löst die Siegel von einem großen Glaskasten, der eine Geige enthält und überreicht das Instrument mit einer stummen Verbeugung Renato de Barbiri. Die vier Herren setzen sich tief in ihre Sessel zurück, der Violinist fährt zart mit den Fingerspitzen über die Seiten der Geige, Stimmt sife und schaut dann fragend den Notar an, der seine Taschenuhr in der Hand hält. Wenn von der nahen Dreifaltigkeitskirche Glockenschläge die volle Stunde verkünden, erhebt sich der Notar und sagt: „Beginnen wir!“ Meister Barbiri erhebt die Geige und spielt. Eine Phantasie, deren Einfall ihm der Moment gegeben hat und die vielleicht in ein durch Musik ausgedrücktes Dankgebet überleitet — in einen Dank an einen Verstorbenen, der dieses Instrument, das er jetzt in seinen Händen hält, einstmals spielte. Nach fünf Minuten ist das Spiel beendet. Der Notar legt die Geige wieder in ihr Glasgehäuse zurück, zündet eine Kerze an, erhitzt Siegellack und verschließt mit seinem Amtszeichen den Kästen, der die Geige für ein weiteres volles Jahr wieder unberührt von Menschenhand zu behüten hat. Sodann entnimmt er einer Ledermappe ein Dokument, das de Barbiri in Zeugengegenwart zu unterschreiben hat. „Ich habe heute Paganini’s „Guarneri“ gespielt und bestätige, daß ihr Klang fehlerlos und meisterhaft ist!“ Die gleiche feierliche Handlung findet seit 1841 jährlich im gleichen Raum statt. Sie hat stattzufinden, da sie den letzten Wunsch des größten Geigenvirtuosen aller Zeiten verkörpert, der sein Meisterinstrument, die Güarneri de Gesu, unter dieser Bedingung der Stadt Genua zum Geschenk machte. Jedes Jahr einmal muß ein Künstler die Geige spielen und zwar für eine Zeitdauer von genau fünf Minuten. Jedes Jahr hat die Stadt einen anderen Künstler zu beauftragen, dem drei Fachleute und ein Notar zuzuhören haben. Viele bekannte Violinisten hatten bereits die Ehre das Meisterinstrument zu spielen, das vor mehr als 150 Jahren angefertigt wurde, von Paganini erworben zu Weltruhm gelangte. Mit dieser Geige in seinen Händen eroberte er die Welt, und sie war es, die zu seinem Ruhm genau so beitrug, wie zu der Furcht, die man vor dem Künstler hatte. Mitunter war das Publikum hingerissen, mitunter vom Entsetzen gepackt. Als Paganini 1828 in Wien den Geistertanz spielte, behaupteten die Zuhörer, daß kein lebendigerMensch einem toten Instrument eine derartige Tonfülle entlocken könne. Ja, einige sagten sogar unter Eid aus, daß des Virtuösen Hände- vom Unheimlichen geführt worden seien. Paganini mußte sich erst von seiner Mutter eine beglaubigte Urkunde beschaffen, die besagte, daß er von menschlicher Herkunft sei, getauft wäre und ein gottesfürch- tiges Leben führe, ehe er wieder auftreten konnte. Zehn Stradivari sind erhalten geblieben, von Amati sind 20 Geigen bekannt, aber nur eine Guarneri de- Gesu ist vorhanden, die von der Stadt Genua strenger als ein wertvoller Diamant behütet wird und nur einmal jährlich zum Leben erwachen darf. Von einem Künstler für fünf Minuten gespielt und vor nur vier Zuhörern. Kein Außenstehender darf das Meisterinstrument jemals wieder hören, so heißt es in Paganini’s letztem Willen oder die Stadt Genua geht ihres kostbaren Besitzes verlustig. Der verstorbene Meister hatte, so berühmt er auch war, genau so seine Schrullen wie viele andere Prominente. prius Wölfe in Westeuropa Kreuzungen mit Schäferhunden am gefährlichste» Die Forst- und Jagdbehörden des Kreises Ulzen gaben kürzlich bekannt, daß es, entgegen der kursierenden Gerüchte, in der Lüneburger Heide wohl keine Wolfsrudel gäbe, sich jedoch nach den bisherigen Ermittlungen durchaus noch ein paar „Einzelgänger“ in den Heidewäldern aufhalten könnten. Anlaß dieser offiziellen Stellungnahme war, daß der als „Würger von Lichtenmoor“ auch in der Weltpresse sein Unwesen getriebene Wolfsrüde im August 1948 zur Strecke gebracht werden konnte und däß im März und im Juli 1952 je ein weiteres Raubtier abgeschossen wurde. Die Identifizierung der Tiere durch das Zoologische Institut Hamburg ergab, daß es sich dabei einwandfrei um acht- bis zehnjährige Wölfe handelte, die fast einen Zentner wogen und nicht ganz einen Meter groß und zwei Meter lang waren. Jäger berichteten nun, daß sie bei Ulzen in der Lüneburger Heide neue Wolfsspuren entdeckt hätten. Diese Meldungen gewinnen insofern an Bedeutung, als auch aus anderen Teilen Westeuropas ähnliche Berichte vorliegen und die in den osteuropäischen Ländern beobachtete starke Vermehrung der dort in großen Rudeln auftretenden Raubtiere die Vermutung nahelegt, daß es sich bei den westeuropäischen Exemplaren z. T. um eine „illegale Invasion“ aus Osteuropa handelt! Bei der öffentlichen Diskussion dieses Problems kam nun ein sehr interessanter Vorgang zur Sprache: Ein ehemaliger deutscher Soldat berichtete, daß er im Juni 1943 auf dem russischen Bahnhof Kowel einen deutschen Urlauber gesehen habe, der drei, etwa acht Wochen alte Wölfe in einer Kiste verpackt mit pich führte. Diese damals noch katzengroße Tiere sollten durch den Urlauber angeblich in Karinhall beim „Reichsjägermeister Göring“ abgeliefert werden. Der Augenzeuge, der die drei kleinen Wölfe fotografierte, ist der Überzeugung, daß es sich bei den „Heidewölfen“ nur um diese drei kleinen „Kriegsgefangenen“ handeln könnte; das Alter und die Zahl der bisher Abgeschossenen, so gibt er weiter zu bedenken, stimmten mit diesem Tatbestand ebenfalls überein. Die Tiere müßten in den Wirren der Nachkriegszeit aus Karinhall ausgebrochen sein. Nun wurde im Frühsommer dieses Jahres in Westdeutschland bei Unterlüß in der Celler Heide ein vierter Wolfsrüde erlegt, ein über einen Zentner schweres Tier, von der Universität Göttingen einwandfrei als Wolf identifiziert. Neue Trittspuren in der Nähe von Hermannsburg, von dem dortigen Revierförster auf einem Pirschgang sorgfältig ausgemessen, führten auch hier zu dem Ergebnis, daß noch weitere Wölfe 'vorhanden sein mußten. Es wird angenommen, daß es sich in diesem Fall um erst kürzlich aus dem Osten eingewanderte Tjere handelte. Es ist bekannt, daß die Wölfe in vielen Ländern Osteuropas seit Kriegsende zu einer regelrechten Landplage wurden. Der ostdeutsche Jagdschriftsteller Freiherr von Ungem-Sternberg berichtete z. B. bei einem Vortrag in Bielefeld, daß in Ostpreußen, den einst bestgehegtesten Jagdgebieten Europas, heute kaum mehr Elche und Hirsche anzutreffen wären, dafür aber dort die Wölfe hausten. In Jugoslawien haben die Wölfe im vergangenen Jahr, einer Information der Belgrader Tageszeitung „Politika“ zufolge, allein in dem mon- tenigrinischen Bezirk Plevlja 1800 Schafe, .84 Schweine, 260 Rinder und 20 Pferde gerissen. In Bosnien und in der Herzegowina werden die dort herumstreunenden Rudel auf weit über 1000 Tiere geschätzt. Trotzdem für jeden erlegten Wolf eine Prämie von 500 DM ausgesetzt ist, konnten „Politika“ zufolge bisher nur wenige Exemplare zur Strecke gebracht werden. In eine recht unangenehme Situation geriet in diesem Frühjahr ein Radfahrer, der eben zu einem Dorf in den großen Wäldern des Cöte d’Or in der Nähe von Dijon unterwegs war: Er bemerkte plötzlich zu seinem Schrecken, daß ein riesengroßer, grauhaariger Hund hinter ihm her rannte, der erst, als der Radfahrer das Dorf keuchend erreicht hatte, von ihm abließ. Auch hier versicherten die Jäger, daß sie bereits im Winter verdächtige Spuren im Schnee gefunden hätten, die auf die Anwesenheit von Wölfen schließen ließen. Ebenso liegen glaubhafte Meldungen aus Italien vor, wo z. B. in der Nähe von Terme in den Abruzzen ein Wolfsrudel in einen ätall eindrang (Winter 1951/52) und mehrere Schafe zerfleischte. In den Berggegenden Mittelitaliens sollen sich an kalten Wintertagen ganze Rudel hungriger Wölfe um die Dörfer herumgetrieben haben; in dem Gebiet von Arquata in der Provinz Ancona erwürgten sie 20 Schafe. Da auch hier die Treibjagden nur wenig Erfolg hatten, befürchten die Bauern für diesen Winter noch größere Schäden. Besonders verheerend scheint sich die Wolfsplage in den Pyrenäen entwickelt zu | haben, wo Wolfsmeuten im vergangenen Winter bis in die tiefsten Täler einbrachen und Viehherden, ja sogar Menschen anfielen. Als dann im Frühjahr an die 500 Jäger mit über 1000 Schäferhunden eine große Treibjagd veranstalteten, mußte diese Jagd nach drei Tagen ergebnislos abgebrochen werden, da die Schäferhunde — zum „Feind“ übergelaufen waren! Zuerst wollte man diesem ^Jägerlatein“ keinen Glauben schenken; hassen sich doch Wolf und Schäferhund sonst wie die Pest. Doch dann stellte sich heraus, daß es offenbar bereits mit Kriegsende zu Kreuzungen zwischen den Wölfen und den Wolfshunden Her seinerzeit an der spanischen Grenze stationierten deutschen Zöllner gekommen war. Ein in der Nähe von Santander abgeschossenes Tier bewies diese Vermutung; es war ein großer, verwilderter deutscher Wolfshund! Nach Berichten der Jäger sollen die Kreuzungen zwischen Wölfen und solchen Hunden • besonders verschlagen und für den Menschen sehr gefährlich sein, da sie die natürlichen Raubtierinstinkte mit der Intelligenz der dressierten und in vielen Generationen aufgezüchteten Hunde vereinten. Andreas Sevinius Alt-Römische Weisheiten Alexander Severus machte einmal einen Mann zum Präfekten, der, um von einer Staatsstellung verschont zu bleiben, sogar außer Landes geflüchtet war. „Denn solche Aemter“, meinte er, „muß man denen geben, die sie ablehnen, und nicht denen, die sich darum bewerben!.“ ■ .'.Ol. Cato tadelte einst die Bürger, die immer wieder dieselben Männer wählten. „Man wird glauben“, erklärte er, „daß Ihr die Politik nicht sehr hoch anschlagt, oder daß Ihr nur wenige dazu für geeignet haltet.“ Ein Statthalter, der dem Tiberius eine Erhöhung der Steuern vorgeschlagen hatte, erhielt zur Antwort: „Ein guter Hirte schert seine Schafe, aber nur ein schlechter zieht ihnen die Haut ab.“ Ein Mechaniker hatte eich erboten, mittels einer sinnreichen Erfindung riesige Säulen mit geringen Kosten und nur wenigen Arbeitskräften auf das Capitol zu schaffen. . Vespasianue gab ihm für die Erfindung eine reiche Belohnung; zugleich aber verbot er ihm die Ausführung, da a’uch der Mann aus dem Volke, der auf Arbeit angewiesen sei, sein Brot verdienen wolle. Der Dichter und die Fee Geschichte einer seltsamen Wunscherfüllung von Helmut Hauri Nicht alles, was wahr ist, hat sich begeben. Nicht alles, was sich begibt, ist wahr. Dies aber, was ich jetzt erzählen will, ist eine wahre Begebenheit. Sie ist wahr insofern, als sie nicht erfunden, nicht erdacht und erdichtet ist, sie ist aber auch wahr in einem noch größeren Sinne: in ihr ist eine Wahrheit enthalten, und darum geht es doch vor allem — um diese innere Wahrheit. Vielleicht werde ich, aus Gründen der Verdeutlichung, an dieser oder jener Stelle um ein Winziges von den Tatsachen abweichen, aber das ist nicht wichtig. Ob ich, zum Exempel, von einem Haus sage, es sei aus Holz gewesen, während es in Wirklichkeit aus Stein war, hat nicht viel zu bedeuten. Wichtiger ist schon, ob das Haus ein regendichtes Dach und eine Veranda hat, auf die man einen Liegestuhl stellen kann. Was mich betrifft, so würde ich diese Dinge für entscheidend halten. Wichtig ist ohne Zweifel auch, ob das Haus einen Garten hat, der groß genug ist und dicht genug bewachsen, um uns vor der zudringlichen Neugier unserer Nachbarn und vor den bewundernden Blicken unserer — Verehrerinnen zu schützen; das letztere betrifft natürlich nur den Fall, daß man ein Mann ist und zudem so vielgenannt und vielgerühmt, wie es der Dichter Anton Wildgans zu seiner Zeit in Wien war. Man versteht also, warum der Dramatiker und Burgtheaterdirektor Wildgans, dessen Todestag sich übrigens heuer zum zwanzigsten Mal gejährt hat, einen so ausgesprochenen Wert auf einen großen Garten legte, und warum er so lange zögerte, ein Haus für sich zu kaufen, obwohl es ihm seine Mittel erlaubt hätten. Immer war es nicht das Richtige: fand er ein Haus, das seinen Wünschen leidlich entsprochen hätte; dann war gewiß der Garten tu klein; traf er hingegen den Garten groß genug und wohlgepflegt und baumreich, dann mißfiel ihm sicherlich das Haus: die Zimmer hatten schlechte Proportionen, die Decken waren zu hoch oder zu nieder, die Wände zeigten Risse, die Anordnung der Räume war wenig vorteilhaft, die Fenster lagen gegen Norden, so daß man im Winter vor Kälte umkam — und was dergleichen Mißstände mehr sind. Es war ja auch kein Wunder, sinnierte er: welche Häuser werden denn verkauft? Doch nur solche, mit denen ihre Besitzer aus irgend • einem Grunde unzufrieden sind! Wer jedoch ein behagliches und molliges Nestchen sein eigen nennt, der denkt nicht daran, sich seiner zu begeben, nein, er hütet es wie seinen Augapfel und verteidigt es wie ein Storch seinen Horst. So ist es doch, nicht wahr? Andererseits ist es so, daß Wünsche, die nicht in Erfüllung gehen, unsere Begehrlichkeit erhöhen. Diese Erfahrung blieb auch Anton Wildgans nicht erspart. Je weniger es ihm glücken wollte, ein Haus nach seinem Geschmack zu finden, desto mehr kam er auf den Geschmack, und seine Phantasie half ihm dabei. Zum Greifen deutlich sah er das Haus seiner Träume vor seinem Geiste stehen, sobald er nur die Augen schloß. Auf einer Anhöhe stand es, am Waldesrand. Ein riesiger Garten ringsum. Bäume — oh, viele Bäume, behängen mit Kirschen und Pflaumen, Nüssen, Aepfeln und Birnen. Eine Rosenpergola. Eine Terrasse, auf der aus hölzernen Kübeln Feigenbäume wachsen. Ein Balkon mit Sonnenschirm und Liegestuhl. Und nicht zu vergessen: hinten, ganz hinten irgendwo versteckt — ein Bienenhaus ... Was das Haus selbst betrat so hatte Wildgans manchen Bogen Papier mit Plänen und Aufrissen bedeckt, wie sie ein Architekt schwerlich besser hätte zustande bringen können: alles war hier wohlbedacht, jeder Winkel genutzt, jeder Raum hatte die zweckmäßigste Größe und Lage, jedes Fenster war eingezeichnet, ja sogar Größe und Art der vorhandenen Möbel waren berücksichtigt, kurzum: das Haus war wahrhaftig mit Liebe gebaut — auf dem Papier. Eines Tages nun kam wieder einmal ein Häusermakler zu Wildgans und rief aufgeregt: „Euer Gnaden, hörens mi an: i hoab das Häuserl gfundn, das Euer Gnaden schon so lang suchen! I hoabs! Kommens mit, draußen in Mödling, auf dem Kalenderberg, dorten stehts und is akkurat das nämliche wie dasjenige, von dem der Herr Burgtheaterdirektor immerzu spintisiem . . .“ Wildgans teilte nicht die flammende Begeisterung des Maklers — zu oft war er schon enttäuscht worden; schließlich aber ließ er sich überreden und folgte dem Mann. Und dann stand er oben auf dem Kalenderberg und war stumm, denn was er sah, schien unfaßbar. Was hielt ihn hier zum Narren: Phantasie oder Wirklichkeit, ein Traum oder das Leben oder alles zusammen?! War Leben Traum? War Traum dieses Leben? Jedenfalls — so viel begriff er trotz seiner Verwirrung — war dies hier der Garten, der ihm vorgeschwebt hatte, und das Haus dort auf der Höhe, das war sein Haus, so wie es, seinem Gehirn entsprungen, auf dem Papier Gestalt angenommen hatte! Wie glichen sich die Bilder seiner inneren Schau und der Wirklichkeit, die vor ihm lag! Da war der Wald, dicht hinter dem Haus, hier die steinerne Gartenmauer mit den Fliecler- büschen, dort die Wiese mit den blühenden Schlüsselblumen, dort die Rosenpergola, und — er unterdrückte einen Ausruf — da war das Bienenhaus! Beglückt und beklommen zugleich stieg er den Kiesweg hinan. Würde das Haus auch im Inneren halten, was es im Aeußeren versprochen hatte? Bedächtig, schweigend ging er von Raum zu Raum, und es war ihm dabei zu Mute, wie einem, der nach langer Abwesenheit in die alte Wohnung zurückge- kehrt ist, wie einem, der mit Seele und Sinnen in diesen Räumen längst schon heimisch war. Ja, selbst der Geruch dieses Hauses hatte etwas Vertrautes, das er irgendwann, in diesem oder einem anderen Leben, schon einmal um sich gespürt zu haben glaubte... Es war unerhört, wie sogar der Grundriß und die Anordnung der Zimmer den Plänen entsprach, die er aufs Papier geworfen hatte. Noch bevor er eine Tür geöffnet hatte, wußte er, was dahinter sein würde: hier die Küche, dort die Besenkammer, das Bad. das kleine Wohnzimmer, sein Arbeitsraum mit den getäfelten Wänden, mit dem Altan und dem Blick auf die sonnenübergossene Ebene, auf das wette Land hinaus ... „Mein Gott“, sagte er, „wie geht das zu...?“ Muß ich noch betonen, daß der Kaufvertrag in kürzester Frist unter Dach und John Steinbeck lieb Wer kennt sie nicht, „Die Straße der Oel- sardinen“ oder „Die Schelme von Tortilla Flat“? Und wer kennt nicht zumindest seinen Namen John Steinbeck? In Amerika hat er längst die höchste Stufe des literarischen Ruhms erklommen, wo Verleger und Chefredakteure sich um ihn reißen. „Reisen Sie doch mal ein bißchen in Europa herum, und wenn Sie über irgendetwas stolpern, was Ihnen schreibenswert erscheint, wären wir sehr froh, es abdrük- ken zu dürfen“, sagte der Boß einer Zeitung. Und dann leistete sich Steinbeck Werkferien, wie er es nennt, und dampfte ab nach London. Ohne auch nur eine Zeile geschrieben zu haben, kehrte er in die Staaten zurück. „Es gab nichts, was mich mit Unwiderstehlichem Drang an die Maschine trieb“, antwortete er. Aber etwas anderes: Steinbeck traf jemanden, der alle seine Bücher kannte. .Haben Sie die gekauft?“ Diese verblüffende Reaktion ist ein kleiner, geistiger Diebstahl bei Hemmingway, gibt er selbst zu. Dem großen Erzähler war eines Tages folgendes passiert. j Fach gebracht war? Als Wildgans dann in das Haus einzog, sollte es für immer sein. Vielleicht ist es angebracht, noch des Umstandes zu gedenken, daß in dem gleichen Jahr 1881, in dem Anton Wildgans das Licht der Welt erblickte, auch das Haus auf dem Kalenderberg erbaut worden ist. Und so fällt es schwer, nicht daran zu glauben, daß eine gute Fee dem Dichter das Haus als ihr Patengeschenk in die Wiege gelegt habe. Aber an jeder Wiege steht wohl eine gute Fee, die uns dazu verhelfen möchte, heimzufinden in unser Haus. Man kann auch sagen: zu uns selbst. Wir müssen sie nur gewähren lassen. t das Abendvergnügen „Von Ihrem letzten Buch war ich fürchterlich enttädscht“, sprach ihn eine typische Frauenklublerin an. „So?“, entgegnete Hemmingway. „Haben Sie es gekauft, gnädige Frau?“ „Nein, ich habe es mir geliehen.“ „Was kümmert’s Sie dann, zum Teufel noch mal“, fertigte Hemmingway sie ab. Nun, dieser Episode erinnert sich Steinbeck gern, wenn er von jemanden auf seine Bücher hin angesprochen wird. Ueber- haupt, es ist nicht einfach, ihn zu interviewen. Er ist immer ein wenig kurz angebunden und verkörpert gern den Menschenschlag einer „Draußen-vor-der-Tür“- Type, die er in allen seinen Romanen so gern beschreibt. Seine Stimme ist rauh und tief, was sicherlich vom vielen Pfeifenräü- chen kommt. Sie paßt eigentlich nicht so recht zu seinen himmelblauen, ein bißchen verträumten Augen Der Tag hat bei ihm eine ganz besondere Einteilung. „Schauen Sie, ich bin Kalifornien Bißchen Morgenarbeit, Frühstück und dann Garderobe wechseln für Abendvergnügen, das ist eine ganz gute Form fürs I Leben. Mehr als das ist zu viel." Nur ein bißdien Morgenarbeit ^ < -'i ( -'i r ■> r r * EDUARD ITTA ♦KONSTANZ* * MÖBEL - POLSTERMOBEL- STOFFE TEPPICHE - LEUCHTEN V_ J KONSTANZ • Zollernsfrafye 29, Schoftenstrafye 69 ___ J Z Besichtigen Sie das Jü grofje Lager bei HI@IFilK Kennen Sie die neue HONETA-BETTCOUCH? die im Sitzen und Liegen gleich bequem ist Lassen Sie sich dieselbe vortühren bei Wilhelm Scherer Polstermöbel • Matratzen • Gardinen Wilhelmstraße 8 gegenüber dem Postamt J Ihr Fachgeschäft für Polstermöbel * Betten 4 Gardinen _/ am Kreuzfinger Zoll Bernhard Greiner Konstanz, Z&hringerstraße 8-10, Telefon 142 Als Ihr Fachberater empfiehlt sich für Beleuchtungskörper, Badiogeräte, Ton. bandgeräte, Elektro-Herde n. 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Darimtadt ■ Gerauer Allee • Tel. 4543-45 EviiÄ IMIIR mm WIE SCHNELL DER MENSCH VERGISST .Tausche Sirup gegen Schuhe." — Kaum ein paar Jahre ist es her. Da gab's auf Lebensmittelkarten 1050 Kalorien täglich und auf Bezugsschein 100 Gramm Textilien jährlich. In der „Bi- Zone" gab's um 1947 auch ein Paar Schuhe auf 30 Menschen. Es gab »schwarzes Brot" für 30 Mark und Butter das Pfund für 300. Kartoffelzüge gab's, an denen verbitterte Menschen wie Trauben hingen, und Kohlenzüge, die leergestohlen in zertrümmerte Bahnhöfe einliefen. In den Läden gab's Speck« aroma und bemalte Kacheln, für 5 Mark gab's eine Zigarette, und es gab Menschen, die im Bett erfroren. Es gab das Speisekammergesetz: Verzweifelte Bürokraten wollten in den Wohnungen das »Überflüssige" beschlagnahmen. Es gab den „Zusammenbruch der Versorgungslage'—und dann, im Sommer 1948, kam die Währungsreform. Vorsichtig strichen wir über die neuen Scheine . .. Wir hatten wieder gesundes Geld. Was wir brauchten war Arbeit. Schaffen wollten wir wieder und Geld verdienen. Unsere Arbeitslust wollte freie Bahn I Wir hatten Glück in jenem Jahr 1948. Ein Mann machte Schluß mit der Bezugsscheinwirtschaft, mit Zuteilungen und Schlangestehen. Mutig zerriß erdie„Behörd« liehen Vorschriften zur Bewirtschaftung gewerblicher Erzeugnisse*. Anstelle der Kom« mandowirtschaft setzte er die SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT. Er sagte .Von jetzt ab ist Geld der einzige Bezugsschein.' Geld aber wird nicht zugeteilt, es wird durch harte Kopf- und Handarbeit verdient. Darum soll jeder, sei er Arbeiter oder Unternehmer, am freien „Markt" der Wirtschaft verdienen, was Können und Arbeitslust ihm einbringen. Nur das ist echte soziale Gerechtigkeit! Überall soll sie herrschen, darum möge auch der Staat von unserem Verdienst nehmen und mit diesem Geld den Arbeitslosen und Armen das Leben erleichtern, nach bestem Vermögen des ganzen Volkes. So entfesselte im Jahre 1948 die Soziale Marktwirtschaft die ganze Kraft unseres Volkes für den Wiederaufbau: Maschinen wurden aus brandigen Trümmern gegraben, aus wüstem Gewirr von verbogenem Stahl wuchsen saubere Werkhallen. Rohstoffe wurden beschafft und die zerfetzten Fäden des Welthandels neu geknüpft. Köpfe rauchten und Arme schmerzten — und kaum drei Jahre später lief die deutsche Wirtschaft wieder volle Kraft voraus! Wie schnell der Mensch vergißt! Niemals aber dürfen wir vergessen, was Arbeiter und Unternehmer seit jenen Tagen in einmütiger Zusammenarbeit geschaffenhaben. Niemand soll die gemeinsame Leistung leugnen, keiner soll den sozialen Frieden stören! Allein der freiheitliche Wettbewerb der SOZIALEN MARKTWIRT. SCHAFT brachte uns wieder ein besseres Leben. Diese Erkenntnis muß uns Allen, Tag für Tag, zu jeder Stunde gegenwärtig sein! Zum Wohlstand Aller durch geeinte Kraft /führt die Soziale Marktwirtshaft Nähmaschinen in^^^Tousländ. 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Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, soll der für den Bau des Hauses Brüelstraße 11 mit 174—000 DDVX angesetzte Voranschlag um rund 30 000 DM überschritten worden sein. Wenn dies zutreffen sollte, wäre es im Interesse einer raschen Klärung dieser Frage unbedingt notwendig, daß sich das Städt. Hochbauamt oder der bauleitende Architekt zu diesem Punkt äußern. Es wird in dieser Frage ohnehin nochmals zu einer Dikussion im Stadtrat kommen. Mehrere Stadträte haben nämlich die Absicht, deswegen verschiedene Anfragen einzubringenu Sammlung für das Jugemdfaerbergswerk Das Deutsche Jugendherbergewerk führt heute und morgen eine Straßensammlung durch, deren Ertrag dem Aufbau der Jugendherbergen zugute kommt. Ebenfalls ab heute und in der ganzen kommenden Woche wird eine Haussammlung für denselben Zweck durchgeführt. Da die Helfer des Jugendherbergswerkes fast ausschließlich ehrenamtlich tätig sind, ist die Gewähr gegeben, daß das gesammelte Geld ganz für die Betreuung unserer Jugend verwendet wird. Allein seit dem Krieg sind in Westdeutschland mehr als 600 Jugendherbergen wieder aufgebaut bzw. instandgesetzt worden. Wer hat ärztlichen Sonntagsdienst Am Sonntag, 12. Oktober, versieht Dr. Faust, Schulstraße 4, Telefon 738, den ärztlichen Sonntagsdienst, sofern der Hausarzt nicht erreichbar ist. — Bei den Apotheken hat die Mohren-Apotheke Sonntagsdienst und in der nächsten Woche Nachtdienst. Generalftaateanrcalt: Ärztliche ßefugniffe nicht ßberfchrltten Einspruch von Paul Spiller zurückgewiesen Wie erinnerlich, erregte im Spätherbst | und Pflegeanstalt voraunehmen, wenn eie v. J. die zwangsweise kurzfristige Unter- sich nicht der Gefahr aussetzen wollen, bei bringung eines._S0 °/o kriegsbeschädigten etwaiger» Antritt -eines Schadens selbst Himverletzten in die Hei!- uncf Pflege^ ’ haftbar gemacht zu Wörden. anstatt Reichenau einiges Aufsehen. Der aus Karlsruhe stammende städtische Angestellte Paul Spiller, über dessen Fall wir seinerzeit in den Nummern 172/73 vom 3. und 4. November 1951 ausführlich berichteten, glaubte sich dabei seiner Freiheit beraubt und erstattete später bei der Staatsanwaltschaft Konstanz eine entsprechende Anzeige. Sie richtete sich insbesondere gegen zwei Aerzte des Städtischen Krankenhauses Konstanz, die ihm an jenem kritischen Tage, dem 22. Oktober 1951, eine Einspritzung gaben, die ihn in einen Dämmerzustand versetzte. Unter dessen Einwirkung wurde die Ueberführung in die Heil- und Pflegeanstalt vorgenommen. Unter dem 8. Dezember 1951 lehnte die Staatsanwaltschaft Känstanz die Durchführung eines Strafverfahrens mit der Begründung ab, daß bei diesem Fall die Voraussetzungen des § 7 des Badischen Irrenfürsorgegestzes vom 25. 6. 1910 gegeben gewesen wären. „Zur Vermeidung von Gefahren für den Kranken selbst oder für andere Personen“ sind Aerzte nach diesem Paragraphen verpflichtet, die Einweisung solcher Personen in eine Heil- Gegen diesen Einstelhingsbesehluß der Staatsanwaltschaft Konstanz erhob Paul Spiller beim Generalstaatsanwalt in Freiburg Einspruch. Doch auch dieser hat den Einspruch unter dem 26. September d. J. als unbegründet zurückgewiesen. Der Begründung der Generaistaatsanwaitschaft war noch ein Obergutachten des Direktors der Psychiatrischen- und Nervenklinik Freiburg beigegeben. In diesem wird einwandfrei festgestellt, daß es sich bei dem Beschwerdeführer um einen Mann handelt, bei dem am 22. Oktober 1951 die Voraussetzungen zur Anwendung des Badischen Irrenfürsorgegesetzes Vorlagen. Betont wird in dem Gutachten ferner, daß die beiden, Paul Spiller behandelnden Aerzte keinesfalls ihre Befugnisse überschritten, sondern im Gegenteil pflichtgemäß im Interesse von Paul Spiller gehandelt hätten. Wörtlich wird in dem Gutachten u. a. gesagt: „Es sind keine Anhaltspunkte dafür zu erkennen, daß das Vorgehen der Aerzte unsachlich, unzweckmäßig und unberechtigt oder gar von einer bösen Absicht erfüllt war“. Vcrfuch Nr. 2: Paul Clauöel „Her Tausch“ Im Proszenium des Stadttheaters Große Dichter seiner Epoche haben mit Versicherungen ihrer Bewunderung für den (jetzt 84jährigen) französischen Dramatiker Paul Claudel nicht gespart Es waren nicht mir solche, die ihm geistig und weltanschaulich befreundet waren. Das Gespräch führender Geister über die religiöse Situation unseres Zeitalters ist in Frankreich seit den Tagen des Uebertritts eines Claudel zum Katholizismus lebhafter denn je entbrannt Es wird heute fortgeführt von Sartre, der zum Nihilismus tendiert und Marcel, der wie Claudel die Stimme der Zuversicht in Gott der Getrostheit im Glauben vertritt Claudel, der Dichter, war seit 1893 für Frankreich im diplomatischen Dienst tätig, in den zwanziger ' Jahren bereits als Botschafter in Tokio, dann in Washington und in Brüssel. Frankreich wußte sich seiner international anerkannten Geister stets auch international zu bedienen. Ueber die politische Wirkung Claudels in seiner Diplomatenzeit wissen wir wenig. Um so mehr über seine Wirkungen im Bereich der „Politik“ des Geistes, in dem er die Rolle eines entschieden kämpferischen Botschafters des Glaubens übernahm. Die Erhabenheit seiner dichterischen Sprache, die maßvoll das Prinzip der Gegensätze in ihrer Dialektik handhabt, erklärt sich aus der religiösen Ueber- zeugung, aus der weihevollen Grundstimmung des unbedingt Gläubigen, dem die Welt von Gott eingerichtet und so gelenkt erscheint, daß auch das Böse in ihr als Weg zum Guten hingenommen werden kann. Wir können Gott nicht sehen, läßt er die Heldin im „Tausch“, die bezeichnend den Namen Martha trägt, aus ihrer demütigen Schlichtheit heraus erklären: aber wir sehen den Menschen, Gottes Ebenbild. Im Drama „Der Tausch“, das in den neunziger Jahren bereits entstanden ist und sprachlich alle Merkmale der Jahrhundertwendezeit erkennen läßt — den mythischen Hall des Symbolismus, das üppige Blühen der Jugendstilornamentik! — verschränken sich die Lebenslinien von vier menschlichen Temperamenten zu einem lyrischen Anagramm von Schuld und Liebe. Das Natur- menschen-Paar wird der Versuchung durch das Paar aus der Zivilisationswett ausgesetzt, Martha, die Dienende, verliert ihren Mann an die Schauspielerin Lechy; Thomas Pollock Nagoire, der Geldmensch, für den jedes Ding einen zahlenmäßig berechenbaren Wert zu haben scheint, erkennt den Irrtum seines öden Materialismus durch Marthas Standhaftigkeit. Diese überwindet sogar die animalische Verführbarkeit und Schwäche ihres Mannes, der das Geld Nagoires annimmt und Martha verkauft In der unzersetzbaren Liebeskraft der Dulderin wandelt sich Tod in Gnade, Verlassenheit in Alleinheit. Das alles webt sich zusammen zu einem szenischen Brokat, der schwer und üppig durchsetzt von Gold und Juwelen, ausgebreitet wird. Das Auge, das dem Gewebe auf den Grund zu sehen vermag, erkennt die Einfachheit und Klarheit seiner Struktur. Es ist eine der schwierigsten Aufgaben für einen Regisseur, das Edle dramatisch so zu gestalten, daß der Zuschauer gepackt und nicht nur geistig in Anspruch genoammen wird. Die Gesetze des Theaters sind andere Bis die der absoluten Sprache. Darum ist es richtig, daß ein solches Werk nicht in das Repertoire des normalen Theaterbetriebes genommen wird, sondern nur zu einer durch gemeinsames Interesse zusammengeführter Gruppe von Menschen spricht, die entschlossen sind, unter Verzicht auf äußere Inszenierungsreize sich in erster Linie mit einer Dichtung auseinanderzusetzen. Das sind Theaterfreunde, die weniger unterhalten, als an Probleme und Ideen herangeführt, über die Standorte des Geistes in der Zeit orientiert werden möchten. Für sie sind die Proszeniums-Versuche gedacht. Wie nützlich und Rafantes Tempo auf Der Mainauftraße Der alte Straßenrand liegt jetzt in der Wer in diesen Tagen vor dem „Haus der Jugend“ steht und einen Blick über die Absperrung am Anfang der Mainaustraße wirft, ist überrascht von dem Anblick, der sich dort jetzt seinen Augen bietet: aus der schmalen, kurvenreichen Straße ist in wenigen Wochen eine breite, begradigte „Allee“ geworden, die dem Passanten völlig neue Perspektiven eröffnet. Die Zurücknahme des Gartenzaunes und die Niederlegung der an der Straße stehenden Bäume und Büsche auf dem Parkgrundstück des Sanatoriums „Konstanzer Hof“ haben die Sicht in die Kurve beim Alten Wall freigegeben, so daß der Blick nunmehr von der Wilhelmstraße bis in die Nähe des „Europa-Hauses“ zu schweifen vermag. Und wenn man auf der für Fußgänger und Fahrzeuge gesperrten Straße weitergeht, ist man etwa in Höhe des Alten Walls geradezu verblüfft, wie schmal diese Mitte der neuen Straßenffihrnng Neben diesen unterirdischen Arbeiten, die zur Zeit in vollem Gange sind, wird bereits tatkräftig an der Verbreiterung der Straße gearbeitet. So sind vom „Konstanzer Hof“ bis zur Eichhornstraße bereits alle Bäume gefällt worden, die in die neue Fluchtlinie der Straße hineinragen. Nackt und bloß bieten sich die dort stehenden Gebäude heute den Augen dar; erst jetzt erkennt man, daß sie teilweise sehr renovierungsbedürftig sind. Wo früher dichtes Grün gnädig manchen Schönheitsfehler verhüllte, sieht man heute einige ziemlich heruntergekommene „Kaiser-Wilhelm-Ge- dächtnis-Fassaden“, die hoffentlich bis zur Einweihung der Straße ebenfalls ein neues Gewand erhalten. Der Vorgarten des „Europa-Hauses“ ist in dieser Woche der Axt zum Opfer gefallen, damit hier am Beginn des Luisenplatzes die Straßenführung flüssiger gestaltet werden kann. Wenn man am Rande der Die neue Breite der Mainaustraße kommt auf diesem Bild deutlich zum Ausdruck. Man beachte die Telegrafenmasten, die jetzt mitten im neuen Straßenprofil stehen Hauptausfallstraße unserer Stadt einmal gewesen ist. Die Masten der elektrischen Leitung, die einst den Rand des südlichen Bürgersteiges „zierten“, befinden sich heute genau in der Mitte des neuen Straßenprofils! Sie werden erst entfernt werden, wenn die neuverlegten elektrischen Versorgungsleitungen verkabelt und unter der Erdoberfläche verschwunden sind. Ueberhaupt wird man an die Erstellung der Bürgersteige, 4er Radfahrwege und der Fahrbaha, ej»t ia einigen Wochen her- angehen *uvor noch^äU^ Uhr terirdischen Leitungen verlegt” werden müssen. Gleich am-Beginn der Straße, neben der Einfahrt zum „Konstanzer Hof“, hat das Fernmeldeamt einen tiefen Schacht ausgehoben, um seine gesamten Anlagen unter die Erde zu legen. Daneben errichtet das Elektrizitätswerk — wie auch an anderen Stellen der Straße — einen neuen Verteilerkasten. Auch alle anderen Versorgungsleitungen werden anläßlich des Neubaues der Straße sorgfältig überprüft und teilweise ergänzt. So werden u. a. an sämtlichen Häusern die Wasserleitungsanschlüsse umgelegt und an die Hauptwasserleitung angeschlossen. Zugleich werden auch die Gasrohre überprüft, und wo es erforderlich ist, durch neue ersetzt. Auch die Kanalisation muß zum Teil ergänzt werden. So wird von der Luisenstraße bis zur Eichhomstraße eine neue Entwässerungsanlage mit Senkkästen geschaffen, die an diesem Straßenabschnitt bisher völlig gefehlt hat. Die Post wird noch ihre Femsprechkabel neu verlegen und einige Verteilerkästen umsetzen, ehe man mit dem Oberbau der Straße beginnen kann. notwendig, das erweist jeweils die Diskussion, die sich an die Aufführungen anschließt, zu der das Theater aber klugerweise den einen oder anderen Diskussions-Fachmann einladen sollte. Dem gewöhnlichen Sterblichen ist es Ja nur in seltenen Fällen gegeben, seine Meinung öffentlich formulieren zu können. Theo Stachels, der Regisseur dieses ersten Abends im Foyer des Theaters, das dafür sehr geschickt und wirkungsvoll eingerichtet war, — zwei Nesselvorhänge, zwei Binsenmatten, eine „Grasnarbe“ am Boden, eine Bank, ein Hocker, mehr nicht — ließ die natürlichen Gewichte der Sprache mit Stilgefühl und Sinn für Steigen und Fall zur Wirkung kommen. Er hat eine > echte Beziehung zur Dichtung, zum beseelten Wort, Wo es auf dieses ankommt, bringt er es zum Blühen, zu reiner, stiller Entfaltung. So hatten die stärkste innere Kraft die Szenen der „Martha Laine“, die von Renate Kaiser hingebungsvoll und mit schöner Empfindung gesprochen wurden. Günter Zulla als „Louis Laine“, wie eine Zeichnung von Masereel in Licht und Schatten wirkend, stand neben ihr, unsicher, wie seine Rolle es will, schwankend und irrlichtig. Hans Madin gab der Figur des Geldmannes Gewicht genug, um sie glaubhaft und auch dramatisch lebensvoll zu machen. Die Wandlung des Tones aus der Härte des Materiellen zur Weichheit dessen, der ein Reich der Seiele zu ahnen beginnt, gelang eindringlich. Das leichteste „Spiel“ hatte Hildegard Sieger als vampirisches Theaterwesen; sie kostete es aus, besonders in der Trunkenheits-Szene, wenn fern über dem Wald das von ihr angezündete Haus des Reichen brennt, und „Louis Laine“, das Halbblut, als von ihr Ermordeter, auf den Rücken eines Pferdes gebunden, zu seiner Martha-Solveig zurückkommt Da reicht Claudel dem Ibsen des Peer Gynt die Hand ... Die Zuschauer gingen nach der Diskussion, die sieh anschloß, nachdenklich weg, in kleinen Gruppen, in denen wohl erst Meinung und Gegenmeinung ganz offen zutage kommen konnten. L. E. Reindl Straße die zahlreichen gefällten Baumriesen liegen sieht, und dieser Anblick im ersten Moment Bedauern erweckt, so sagt man sich angesichts der damit gewonnenen Straßenbreite und der erhöhten Verkehrssicherheit doch, daß diese Opfer gebracht werden müssen und daß sie nicht unersetzlich sind. Die Linienführung der neuen Mainaustraße ist so großzügig geplant, daß immer noch genügend Raum für Neuanpflanzungen verbleibt, um einige zunächst kahle Straßenabschnitte mit der Zeit wie- dsr/'tnit -Griinscfcmuck ziä versehen. Jfchon Reute zeigt es Sich, daß trotz der zaiilrei- chen Bäume und Anpflanzungen, die in den ersten Wochen des Baubeginns verschwinden mußten, die Mainaustraße noch immer den Charakter einer Garten- und Villenstraße hat, und daß sie diesen auch nicht verloren haben wird, wenn die Absperrungen gefallen sind und sie sich den Kon- stanzem und den Fremden in einem neuen und schöneren Gewand präsentiert. H. F. BfihnenbU&tPreieausfchreiben des Stadttheaters Für das diesjährige Weihnachtsmärchen „Peterchene Mondfahrt“ veranstaltet das Stadttheater Konstanz ein Bühnenbildpreisausschreiben. Zur Teilnahme berechtigt sind Schüler und Schülerinnen des Bodenseegebietes im Alter von 10 bis 15 Jahren. Benötigt werden folgende Bühnenbilder in farbigen Darstellungen: 1. Peterchens Schlafzimmer, 2. Eine Stemenwiese auf dem Mond, 3.Ein großer Saal im Schloß der Nachtfee, 4. Eine Weihnachtswiese. Die Einsendungen müssen bis spätestens 15. November ds. Js. im Besitz des Theaters sein. Bei der Einsendung der Bühnenbild-Entwürfe dürfen keine Mitteilungen mitgesandt werden. Die Entwürfe solle lediglich mit einem Kennwort versehen sein. — In einem geschlossenen Umschlag, auf dem außen das Kennwort deutlich geschrieben sein soll, sind auf einem Zettel folgende Angaben zu machen: 1. Vornamen und Namen des Einsenders, 2. Wohnort und Straße, 3. Geburtetag, 4. Schule und Klasse. Als Preise werden ausgesetzt: ein erster Preis für jedes Bühnenbild von 20 DM, insgesamt 50 weitere Buch- und Eintrittskartenpreise. Die mit dem ersten Preis ausgezeichneten Entwürfe gehen in das Eigentum des Stadttheaters Konstanz über. Das Preisgericht setzt sich zusammen aus: Oberstudiendirektor Dr. Malzacher, Konstanz, Suso-Gymnasium; Kreisschulrat Diesch, Konstanz; Oberregierungsrat Dr. Heimle, Konstanz; Intendant Hans Erich Kreibig, Stadttheater Konstanz; Bühnenbildner Paul Josef Komanns, Stadttheater Konstanz. Alle Einsender unterwerfen sich der Entscheidung dieses Preisgerichts. Bei der Beurteilung wird nicht so sehr auf die zeichnerische Technik als auf die Gestaltung der Idee Rücksicht genommen werden, so daß auch Schüler der Volksschulen und der unteren Klassen der höheren Lehranstalten sich mit gleicher Aussicht auf Erfolg beteiligen können. Wohltätigkeitsbazar in Wollmatingen Der katholische Mütterverein Wollmatingen veranstaltet am morgigen Sonntag im „Rößle“-Saal einen Wohltätigkeitsbazar. Mit viel Mühe und Sorgfalt haben die Frauen praktische Wäsche für den Alltag, Kleider, Schürzen, Herrenhemden, handgestrickte Wollsachen und vieles anderer mehr gearbeitet. Verkauf ist am Sonntag von 14—18 Uhr. Ab 20 Uhr ist frohe Unterhaltung mit Verlosung. Samstag, 11. Oktober 1952 SÜDKURIER K Nr. 161 / Seite 12 343 Retfebüro8 forgen für Öen Reifenden DER-Vollversammlung findet heute ihren Abschluß ;: .1 Die Vollversammlung der DER-Vertre- ter, die seit dem vergangenen Dienstag in Konstanz weilen, findet heute mit dem Besuch der Insel Mainau, einem Empfang durch Graf Lennart Bemadotte und einer Besichtigung der Stadt Meersburg ihren Abschluß. An der Tagung nahmen rund 450 Vertreter sämtlicher in- und ausländischer DER-Reisebüros teil. Der Kongreß war der größte, der in diesem Jahr in Konstanz stattfand und dürfte im Hinblick auf die Fremdensaison 1953 für Konstanz von besonderer Bedeutung sein. In diesem Zusammenhang muß auch erwähnt werden, daß es ein Verdienst von Paul Dorsch, dem Leiter des Bodensee-Reisebüros war, daß die Vollversammlung der DER-Vertreter in Konstanz stattfand. Der Vollversammlung ging im Insel-Hotel eine Aussprachetagung der Interessengemeinschaft der DER-Vertreter voran, auf der ein umfangreiches Programm interner Reiseverkehrsfragen behandelt wurde. In den dabei neugegründeten Arbeitsausschuß wurde auch Paul Dorsch, Konstanz, wiedergewählt. Am Donnerstagvormittag hatten sich dann im Oberen Konzilsaal nochmals alle Teilnehmer eingefunden. Als Ehrengäste sah man neben Oberbürgermeister Knapp, Bürgermeister Schneider und Landrat Dr. Beizer auch Vertreter des Bundesverkehrsministeriums sowie Vertreter in- und ausländischer Reiseverkehrsorganisationen sowie der Deutschen und Schweizerischen Bundesbahn. Nach der durch den Direktor der Deutschen DER-Reisebüro GmbH., Käppler, Frankfurt, sprach Regierungsdirektor Dr. Wehrenpfennig vom Bundesverkehrsmini- sterium. Er erwähnte, daß seine Dienststelle alles tun werde, um den Reiseverkehr zu unterstützen. In diesem Zusammenhang kam der Redner auch auf das Problem der Lärmbekämpfung zu sprechen. „Es kann der Fremdenverkehr überhaupt nur noch existieren, wenn mit energischen Mitteln dem Verkehrslärm zu Leibe gerückt wird.“ Vizepräsident Hagner von der Eisenbahndirektion Karlsruhe empfahl der Vollversammlung in ihrem nächstjährigen Programm Südwestdeutschland auch weiterhin in ihre Dispositionen einzubeziehen. In seinem Jahresbericht machte Direktor Käppler u. a. darauf aufmerksam, daß die Aufgaben der DER- Reisebüros in den letzten Jahren stark gewachsen seien. Die Zahl der DER-Büros sei auf 343 angewachsen, die Zahl der ausländischen Vertretungen sei inzwischen auf 220 Büros angestiegen. „Damit verstärken sich nicht nur die Geschäftsbeziehungen zum Ausland, sondern der Reiseverkehr vom Ausland nach Deutschland erhält durch diese Ausdehnung des DER-Vertre- ternetzes eine erfreuliche Förderung.“ Direktor Käppler erwähnte u. a. auch die Bemühungen, im Omnibusverkehr klare Verhältnisse und einen Ausgleich zwischen den Interessen der Deutschen Bundesbahn und der Reisebüros zu schaffen. Direktor Friedrich, der Vorsitzende des Arbeitsausschusses der Interessengemeinschaft der DER-Vertretungen wies gerade auf dieses Verhältnis zwischen Schiene und Straße hin und erklärte, daß der Omnibusverkehr auf die Dauer von der Bundesbahn nicht mehr als „illegal“ angesehen werden könne. Direktor Dr. Pischel von der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbahn sagte, daß die Bundesbahn auch weiterhin ihre bisher eingenommene Haltung beibehalte, jedoch weiterhin bemüht sei, die Interessen der DER zu wahren. Zum Abschluß der Versammlung sprach Direktor Käppler nochmals allen Teilnehmern, besonders aber der Stadt und Spielbank Konstanz für die erwiesenen Aufmerksamkeiten seinen Dank aus. Am Donnerstagnachmittag besuchten die Tagungsteilnehmer Schaffhausen und am Freitag Lugano. Arbeitsausschuß der IATA-Passageagenten Der im März dieses Jahres innerhalb des Deutschen Reisebüro-Verbandes (DRV) gegründete Arbeitsausschuß der IATA- Passageagenten hielt in Konstanz eine Arbeitstagung ab. Die rund 70 bedeutendsten Fluggesellschaften der Welt sind in einer Organisation, der International Air Transport Association (IATA), vereinigt. Um ein geschlossenes Vorgehen der Agenten zu ermöglichen, wurde innerhalb des Deutschen Reisebüros (DVR), dem die überwiegende Zahl der in der Bundesrepublik und West-Berlin zugelassenen IATA-Agenten angehört, die Interessengemeinschaft IATA-Agenten geschaffen, die alle Probleme zentral in einem Arbeitsausschuß behandelt. Die Konstanzer Tagung befaßte sich unter anderem auch mit der beabsichtigten Einführung der Weltflugnetzkarte in Deutschland, der Regelung der Fluggastunfallversicherung und mit Fragen der Werbung der Fluggesellschaften. Mit Bedauern wurde festgestellt, daß noch eine Anzahl von Konzessionen, die kurz nach dem Kriege erteilt worden sind, sich in Händen von gewerbefremden Unternehmen befinden. Auch hier hofft man, durch ein Reisebüro-Zulassungsgesetz eine gewerberechtliche Ordnung zu schaffen, die volkswirtschaftlich sinnvoll ist und auch dem reisenden Publikum Gewähr für fachmännische Bedienung gibt. Vom RaÖteechen bte zum Rotenhohl Bunt wie der ganze Herbst ist auch der Wochenmarkt und man kann sagen, daß von jeder Jahreszeit etwas in die Körbe der Marktfrauen gefallen ist. Was man für gewöhnlich im Frühling gerne genießt, gibt es auch im Oktober: Radieschen für 20Pfg. und saftiggrünen Spinat für 40Pfg. Vom Sommer grüßen die letzten Bohnen für 40 und 75 Pfg., je nach Qualität — und auch die Tomaten lachen noch reif und rotleuchtend für 40 Pfg. Blumenkohlköpfe stellen sich in allen Größen und in tadellosem Weiß vor. Sie lassen sich, je nach Umfang, für 40 Pfg. bis 1,20 DM verkaufen. Gurken wollen mit 1,— DM bezahlt sein. Gemüse, die der Winter gern beschert, sind auch in dem schmackhaften Farbenbunt dabei: Rosenkohl für 70 Pfg., Schwarzwurzeln für 60 Pfg., daneben Erfolgreiches GrünÖung6|ahr Öes Schrolmmclubs „Sparta // Mit besonderem Interesse sah man der ersten Jahreshauptversammlung des Konstanzer Schwimmklubs „Sparta“ entgegen. Im Verlauf dieser Versammlung zog der bisherige geschäftsführende Vorstand Bilanz über das zurückliegende Gründungsjahr. Danach ist eine erstaunliche Festigung dieses jungen Vereins in allen seinen Teilen festzustefle^. Der , SK. „Sparta“ nimmt damit Öirieri'maßgebenäifi Platz im Konstanzer Sportleben ein. Von den Berichten interessierten vor allem die Ausführungen des 1. Vorsitzenden J.Sdiouven. Der Mitgliederbestand (38 bei der Gründung) beträgt über 250; die Zahl der Jugendlichen, die das Rückgrat des Vereins bilden, beträgt 161. In verantwortungsbewußter Weise sorgte der SK „Sparta“ auch durch den Abschluß einer Unfallversicherung für seine Mitglieder, wozu noch für die Aktiven einschl. der Jugend eine kostenlose sportärztliche Betreuung kommt. Ferner schuf der Verein eine gediegene Klubzeitung als Bindeglied unter den Mitgliedern. Auch auf sportlichem Gebiet hat der junge Klub durch eigene Großkämpfe und durch zahlreiche Starts auswärts die Farben unserer Stadt gut repräsentiert. Nach dem Bericht des sportlichen Leiters erfolgten insgesamt 14 Starts. Hierbei rückte der SK „Sparta“ Konstanz durch seinen Klubkampfsieg über den nordbadischen Vereinsmeister „Neptun“ Karlsruhe an die Spitze der gesamtbadischen Schwimmvereine. Ferner wurden 12 Bezirks-, 9 Bodensee- und 12 südbadische Meisterschaften errungen. Die Gesamtzahl der Erfolge betrug 47 Einzel- und 30 Mannschaftssiege. Erwähnenswert ist dabei noch die deutsche Winterbestzeit der Konstanzer 4x200-m- Kraulstaffel im Dezember .vorigen Jahres. Als besondere Auszeichnung betrachtet, der SK „Sparta“ Konstanz die Uebertragung der Süddeutschen Hallenmeisterschaften im Schwimmen und Springen am 15./16. November im Hallenbad. Dem Verein wurde hiermit eine besondere Aufgabe gestellt. Diese Veranstaltung bedeutet das größte Schwimmsportereignis, das bisher in Konstanz stattfand. Nach dem Bericht des Kassenwarts, der über einen erheblichen Umsatz und dennoch über eine gesunde Finanzlage berichtete, folgten die Neuwahlen. An Stelle des bisherigen 1. Vorsitzenden J. Schouven, der sich nach vollzogenem Aufbau des Vereins ausschließlich der sportlichen Seite widmen will, wurde R. Kern als Nachfolger gewählt. Den II. Vorsitz übernahm Dr. Thren. Die weiteren Wahlen brachten folgende Besetzungen: Sportlicher Leiter: J. Schouven; Schwimmwarte: A. Bilz und R. Wolf; Kassier: W. Dannecker; Schriftführer: L. Beihofer; Jugendwarte: P. Schätzl und Christel Herth. Rotkraut für 20 Pfg., Weißkraut für 15 und 20 Pfg. und Wirsing für 25 Pfg. Die herbstlichen Pilze waren mit 80 Pfg. ausgezeichnet. Nüsse, frisch geerntet, kosteten 80—85 Pfg. „Die werden bald teurer!“ bemerkte die Bauersfrau. Und, nach dem Grunde befragt, meinte sie verschmitzt: „Ha — die trocknet denn doch ei und werret leichter. Do gont denn mehr auf’s Pfund!“ Die exotischen Verwandten waren auch erschienen: Kokosnüsse für 80 Pfg. bis 1,20 DM das Stück. Maroni gab es für 55 Pfg. Der Herbstes köstlichste Gabe, die Trauben, waren wieder in reicher Auswahl vorhanden. Preis je nach Qualität: 50, 55, 65 und 70 Pfg. Äpfel priesen sich an, für 20, 25, 35, 40 Pfg. und die erlesensten Qualitäten für 50 Pfg. Preiselbeeren waren um 30 Pfg. billiger geworden; sie kosteten 1,— DM. Auch Zwetschgenkuchen können die Hausfrauen immer noch backen; die blauen Früchtchen waren mit 30 und 32 Pfg. ausgezeichnet. Orangen hatten schon die „Reise aus dem Süden“ gemacht und boten sich für 10 Pfg. das Stück an. Wir notierten weiter: Endivie 20—25 Pfg., Gelberüben 25 Pfg., Salatsellerie das Stück 50 Pfg., Paprika 55 Pfg., Kartoffeln 11 Pfg. Frische Landeier kosteten 28 Pfg. Uebungsfirma wird errichtet Dem Beispiel hunderter anderer Städte der Bundesrepublik folgend, wird der Gewerkschaftsausschuß Konstanz nun auch in unserer Stadt eine Uebungsfirma errichten, die dem Uebungsfirmenring des Deutschen Gewerkschaftsbundes angeschlossen ist. Die Mitarbeit in einer Uebungsfirma soll den Teilnehmern ermöglichen, ihre theoretischen und praktischen Vor- und Grundkenntnisse am praktischen Beispiel zu vertiefen und auszubauen. Die praktische Arbeit steht dabei im Vordergrund und wird von der Uebungsfirmenzentrale in Düsseldorf ständig gefördert und überwacht. Die Mitglieder einer dem Deutschen Gewerkechaftsbund angeschlossenen Gewerkschaften können kostenlos an dieser wertvollen Schulungsarbeit teilnehmen. Anmeldungen werden bis zum 18. Oktober im Gewerkschaftsbüro Obere Laube 63, Tel. 794, entgegengenommen. fSurje Stabtnacfjridjten Seinen 80. Geburtstag feiert morgen Sonntag Max Sprießler, Konstanz-All- mannsdorf, Mainaustraße 184, ihren 72. Geburtstag Frau Anna Zunker, Hussenstr. 42. — 70 Jahre alt wird Josef Joos, Neugasse 1. Der Altersjubilar ist schon viele Jahre Prüfungsmeister im Schreinerhand- werk. Das Fest der silbernen Hochzeit begehen am Sonntag die Eheleute Otto Ott und Frau Alma, Hindenburgstraße 18. Am Mittwoch schnitt in der Spanierstraße ein Radfahrer einem 53jährigen Motorradfahrer die Fahrbahn. Der Motorradfahrer rutschte auf der nassen Fahrbahn aus und stürzte. Er zog sich leichtere Verletzungen zu. Beim Versuch, von der Brückengasse in die Inselgasse einzubiegen, stieß ein Lastkraftwagen von auswärts auf eine Hauswand. Am Lastkraftwagen und am Haus entstand Sachschaden; Personen wurden nicht verletzt. In der Wollmatinger Straße fuhr eine 13 Jahre alte Schülerin aus Unachtsamkeit auf einen parkenden Personenkraftwagen auf. Das Mädchen erlitt eine Gehirnerschütterung und verschiedene andere Verletzungen. In einem Keller der Klosterkaserne geriet in der Nacht zum Donnerstag gegen 3 Uhr ein Briketthaufen in Brand. Die Freiw. Feuerwehr bekämpfte mit zwei Löschzügen das Feuer. Nach zweistündiger Tätigkeit konnte die Wehr wieder abrücken. Der Dichterabend des Bodenseeklubs, der am Mittwochabend im Bürgersaal stattfinden sollte, wurde auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Die Vereinigung der Mietwaschküchen, Kreisgruppe Hegau-Bodensee, hält heute nachmittag im Gasthaus „Hohenzollern“ eine außerordentliche Tagung ab. Auf einer Mitgliederversammlung der Industriegewerkschaft „Druck und Papier“ in der Gaststätte „Graf Zeppelin“ wird heute abend Gauvorstand Hermann Müller, Freiburg, sprechen. In der Monatsversammlung des Arbeiterbildungsvereins Konstanz spricht heute abend im Vereinsheim Frauenarzt Dr. W. A. Jauch über „Das Krebsproblem“. Im Rahmen eines Gemeindeabends der Evangelischen Kirchengemeinde hält heute abend im Bürgersaal Dr. Paul Roßnagel, der Leiter der Keplersternwarte in Wildbad, einen Lichtbildervortrag über das Thema „Die Himmel rühmen — Ein Gang durch die Wunderwelt der Sterne“. Auf einer Kundgebung der Katholischen Aktion sprechen am Sonntagabend im oberen Konzilsaal Prälat Dr. Ernst Föhr, Stadtpfarrer in Freiburg, und Rechtsanwalt F. Fleischer, Donaueschingen. Der Kleintierzuchtverein Konstanz-Allmannsdorf C 599 hat heute abend im Gasthaus zum „Adler“ eine Monatsversammlung. Der Schwarzwaldverein Konstanz unternimmt am Sonntag eine Wanderung von Böhringen über Ueberlingen am Ried, Bohlingen nach Radolfzell. Abfahrt 8.24 Uhr. Die Spielbank veranstaltet morgen Sonntagnachmittags und -abends eine Herbstund Winter-Modenschau mit Modellen der Haute Couture aus Berlin, Paris, London, Amsterdam und Rom. Verschiedene Konstanzer Firmen zeigen die neuesten Modelle und Schmuckstücke. In zwei Sondervorstellungen zeigt das „Gloria“ den Afrika-Expeditionsfilm „Die Wildnis stirbt“. Der Film schildert das Schicksal eines Erdteils mit seltenen Aufnahmen aus dem afrikanischen Busch. Am Montagabend beginnen im Bürgersaal wieder die Bibelvorträge von Religionslehrer J. Hall. Am Mittwoch’ wird im Stadttheater erstmals das musikalische Lustspiel „Ein Engel namens Schmitt“ von Just Scheu und Ernst Nebhut auf geführt. Regie: Ernst Peter Horn, musikalische Leitung: Werner Idler, Bühnenbild: P. J. Komanns. Frauen nMrÖ geholfen Durch die Frauenerwerbshilfe des Lyceumclubs Konstanzer Hafenpegel: 9. 10.: 357; 10. 10.: 356 Zentimeter. Der Lyceumclub Konstanz hat sich schon seit längerer Zeit eine besondere Aufgabe gestellt: Frauen, denen ein zusätzlicher Verdienst eine notwendige Hilfe bedeutet, einen Erwerb zu schaffen. Diese Hilfe läßt sich auch in Konstanz recht gut an. Die Firma Eugen Rock in der Rosgartenstraße hat in dankenswerter Weise in ihren Geschäftsräumen eine Mitbenutzung für den Lyceumclub gestattet. Jeden Montag- und Donnerstagvormittag sind die Sprechstunden dieser Frauenerwerbshilfe. Ein Anzahl Konstanzerinnen sind schon zu ständigen „Arbeitnehmerinnen“ geworden und können dabei ihre besonderen Kenntnisse und Fertigkeiten gegen entsprechende Entlohnung verwerten. Und wer sind die „ Arbeitgeber“? Da- gibt es Geschäftsfrauen, denen wenig Zeit für das Ausbessem ihrer Wäsche übrig bleibt. Der Lyceumclub vermittelt nun ein Helfen für beide Teile: Für die Hausfrauen mit den vollen Flickkörben und für die flink und tadellos arbeitenden Heimschaffenden. Junggesellen sind sehr begeistert, wenn sie wissen, daß sie ihre Socken gestopft und ihre Hemden geflickt bekommen. Selbst die etwas anspruchsvollen Herren der Schöpfung zeigen sich befriedigt. Ihren kritischen Augen halten die neuen Manschetten und Kragen immer stand. „Wie prächtig haben sich doch meine etwas sehr mitgenommenen Leintücher verwandelt!“ freut sich eine Hausfrau. Aber auch neue Wäschestücke, Nachthemden, Schlafanzüge. Blusen usw. bekommen die Auftraggeberinnen angefertigt. Die Tätigkeit macht Freude und vor allem auch der Verdienst, der manchem Haushalt gut zustatten kommt. Zur Zeit wird auch für die am 15. und 16. November stattfindende Verkaufsmesse im Konzil gearbeitet. Der Lyceumclub, angespomt durch den bisherigen Erfolg, möchte gerne einer weiteren Anzahl von Frauen helfen I und freut sich, wenn die Frauenerwerbshilfe noch ausgebäut werden kann. So manche Konstanzerin und auch so mancher Konstanzer könnte dabei mithelfen, zum Wohle der heimschaffenden Frauen und auch zum eigenen Nutzen. -m. Wechseljahre des Mannes und der Frau Der Kneipp-Verein Konstanz hatte am Donnerstag zu einem Vortragabend im St. Johann eingeladen. Nicht nur die Mitglieder, auch zahlreiche Gäste waren erschienen. Dr. med. Funke, Leiter des Kneipp- Krankenhauseg Seeburg-Überlingen, hatte das Thema'„Wechseljahre des Mannes und der Frau“ gewählt und stellte in seinen Ausführungen die Probleme jener Jahre heraus, die für den Menschen eine besondere Wende in seinem Leben bringen. Der Redner führte die verschiedenen Krankheitserscheinungen und Störungen an, die mit dem naturbedingten Wechsel im Leben des Mannes und der Frau in bestimmten Jahren Zusammenhängen. Doch lassen sich diese körperlichen Beschwerden und häufig vorkommenden seelischen Depressionszustände bei entsprechender Behandlung und besonders durch geeignetes Vorbeugen leichter ertragen. „Neben einer allgemeinen Kräftigung und Stählung des Nervensystems ist eine vernünftige Lebensweise Hauptbedingung!“ Luft, Licht, Wasser und eine gesunde, angepaßte Kost, sind vor allem dazu angetan, unliebsame Beschwerden zu verhüten. Ferner sprach Dr. Funke ausführlich über die verschiedenen Wasseranwendungen. Neue Filme „Kurier nach Triest“ (Gloria) Henry Hathaway, der Regisseur des „Bengali“- und des Rommel-Films, hat jetzt eine Episode aus dem Kalten Krieg inszeniert, die Geschichte eines Spionagefalls in Triest Er tat es mit jener Meisterschaft der starken Spannungen, die ihm eigen ist, und die seinen Filmen ungeheuren Erfolg brachten. Und es zeigt sich hier wieder, wie sehr Hathaway einen in seinem Grundgeschehen einfachen Stoff zu dramatischer Fülle zu steigern vermag. Dazu ist ihm dann jedes filmische Mittel recht, was in diesem Fall nicht stört, weil Hathaway alle Register, die er hier sehr kräftig zieht, auch richtig zieht. So kommt kein falscher Ton zustande und der Zuschauer, der starke Nerven besitzt, wird sein Vergnügen haben, zumal ihm einige Tricks der modernen Nachrichten- und Spionagemethoden gezeigt werden. Was geschieht in dem Film? Ein USA- Agent hat den Russen ein (natürlich) ganz wichtiges Dokument gestohlen. Der russische Abwehrchef persönlich ist hinter diesem militärischen Aufmarschplan begreiflicherweise her. Um die Handlung in Gang zu bringen, wird aber der USA-Agent nicht schon in Rumänien (wo das Dokument gestohlen wurde), in Ungarn oder im russisch besetzten Teil Oesterreichs umgebracht, sondern man läßt ihn in die USA-Zone Oesterreichs entkommen, wo man ihn umlegt und damit dem amerikanischen Abwehrapparat Gelegenheit gibt, in Tätigkeit zu treten. Was nun geschieht. Mit allem Tempo und den immer wirksamen Gags aus den amerikanischen Gangster- und Kriminalfilmen: tappende Schritte durch die Nacht, Dampfsirenen von Schiffen und D-Zügen — es sind grundsätzlich Expreßzüge — Zitherklänge, Telefonanrufe von Toten, Schüsse, Boxhiebe, Autos rasen halsbrecherisch über die Straßen, Türen, die man vorher nicht vermutet, öffnen sich, um die unerwartetsten Leute eintreten zu iassen. Es ist ein toller Hexenkessel, der da in Triest, wohin die wilde Jagd geht, brodelt und zischt. Ohne Liebe geht» natürlich nicht: erst wird die falsche, dann die richtige und zwischendurch wieder die falsche Dame geliebt, was begreiflich ist, da beide Damen Spioninnen sind. Die eine aber ist ein Luder und die andere, wenn auch kein Engel so doch eine Frau mit Gefühlen. Schließlich gewinnt, da es ein amerikanischer Film ist. Amerika eine Runde im Kalten Krieg. Man wünschte Sich nur, die Russen wären im echten Kalten. Krieg auch so töpel- haft und so leicht zu düpieren wie in diesem Film. Aber wenn man als Zuschauer ebenso die Logik beiseite läßt wie die Drehbuchautoren, so hat man seine Freude an dem straff gebauten Film, bei dem jedes Wort zur Handlung drängt, deren Spannungen sich dauernd entladen. Außerdem ist er ausgezeichnet photographiert, die Szenen sind prall, und ein großartiger Schnitt sorgt für ein atembeklemmendes Tempo. Tyrons Power, Hildegard Knef, Patricia Neal und Stephen McNally spielen ihre Rollen mit sicherer, überlegener Darstellungskunst. W. M. „Bezaubernde Frau“ (Scala) Der deutsche Titel dieses Warner-Bros.- Films ist ein Plagiat „Bezauberndes Fräulein“ — das war ein unvergeßlich anmutiges Lustspiel von Benatzky, das auch heute noch gespielt wird. Wäre die amerikanische „Bezaubernde Frau“ (Originaltitel: „Tea for two“, nach der Operette „No, no, Nanette“) nur haib so lustig,, man würde sich freuen, aber dieses „musikalische Farblustspiel“ (!) dreht sich 80 Minuten lang um nichts anderes, als um die — Finanzierung einer Revue. Zeit der Handlung: 1929, als also der Börsenkrach sich von New York über die halbe Welt ausdehnte und selbst drüben für Revuen kein Geld da war. Erst am Schluß erbarmt sich hier dank der Verführungskunst einer kessen Sekretärin (Eve Arden) ein noch kapitalkräftiger Rechtsanwalt des Ensembles; bis dahin aber wird den ganzen Film hindurch ohne Stop gesteppt, geprobt, und das hält selbsf der begeistertste Tanzfreund wohl kaum aus. Einigen Groteskhumor bringt in die Sache wieder der unverwüstliche Szöke Szakall, der seiner reichen Nichte (die blühende Blondine Doris Day) um jeden Preis verbergen muß, daß er ihr wie sein Vermögen verspekuliert hat Ein paar langbeinige, pikante Tänzerinnen können über die geistund gemütverlassene „Handlung“ nicht hinwegtrösten. cw „Knall nnd Fall als Hochstapler“ (Capitol) Ein reizender Blödsinn. Gelacht wird etappenweise. Aber immerhin, es wird gelacht Damit ist alles erreicht, wenn man bedenkt, daß Blödsinn immer Blödsinn bleibt Eigentlich ist damit auch alles gesagt, was es über dieses Filmlustspiel sparsamer deutscher Prägung zu sagen gibt. Am Rande allerdings könnte man noch erwähnen, daß sich hier ein neues Komikerpaar gewissenmaßen Knall und Fall vorstellt: Hans Richter, nicht ganz unbekannt nur etwas zu komisch als Partner des anderen Komikers, dem der Schatten nicht gut tut — Rudolf Carl. Nun also, die beiden wurden aus Versehen Millionäre, das hat es schon öfters gegeben auf der Leinwand. Um einen solchen Ausfall an Einfällen lohnt sich auch der Klamauk zweier Lebenskünstler nicht, die mühsam von einer Verwechslung zur anderen stolpern und — Heinz Rühmann doch nicht nachahmen können. Und eben solange bis der gedankenlose Bach über die harten Steine seines Grundes geplätschert ist, bleibt einem das Lachen gewaltsam stedeen. Etwas holprig, aber dafür anspruchslos. — ö — „Toxi“ (Roxy) Dieser Film um Toxi, das von seiner deutschen Großmutter aus Not, aber liebevoll und am rechten Ort ausgesetzte Negerkind, das in die Geburtstagsfeier einer feinen Familie hineinschneit, dort allerlei Verwirrung anrichtet, bis auch der Hartherzigste bekehrt ist, und das am Weihnachtsabend sogar seinen richtigen Papa erhält, ist ein rechtes Weihnachtsmärchen. Ein Märchen, ein wenig mit erhobenem Zeigefinger erzählt, ein Märchen, das seine Wirkung auf Gemüt und Tränendrüsen nicht verfehlt. R. A. Stemmle, selbst Mitarbeiter am Drehbuch, hat eine Menge Prominenz von Paul Bildt und Wilfried Seyferth über Albert Florath bis zu Carola Höhn und Elisabeth Flicken- schildt aufgeboten, um einFroblem abzuhan- handeln, das in manchen Teilen der Welt, aber kaum in Deutschland brennend ist: das Problem der Diskriminierung der sogenannten „Farbigen“. Im ganzen Bundesgebiet gibt es rund 3000 Mischlinge unter rund 100 000 Besatzungskindern. Fast 90 Prozent von ihnen befinden sich in der Familie: bei Mutter, Verwandten oder Pflegeeltern. Was aus ihnen wird, hängt wie bei allen anderen Kindern davon ab, was sie selber sind und von dem Milieu, in dem sie aufwachsen. Verständnisvolle Lehrer tragen allenthalben dazu bei, die mittlerweile schulpflichtig gewordenen, wo es etwa not tun sollte, zu vollwertigen und gleichberechtigten Menschen zu erziehen. Selbstverständliche Menschenpflicht ist es, den Kindern nicht zu vergelten, was ihre Mütter etwa gefehlt haben. Ein wenig Gefühlsnachhilfe, wie in diesem Film, kann jedenfalls nichts schaden. Wenn auch nur ein einziges Kind, das heute etwa noch irgendwo ohne Liebe aufwächst, zu guten Menschen käme, wäre der Film nicht umsonst gedreht. Ein so stärker Film wie „Ehe im Schatten“ ist „Toxi“ nicht. Aber es ist ein Film, den man sich um Toxis willen, die man liebgewinnen muß, gern ansehen wird. -ng. Alemannische Grundlagenforschung Im Schloß Mainau fand eine Arbeitstagung des Städtischen Instituts für Landschaftsgeschichte des Bodenseegebietes unter zahlreicher Beteiligung von schweizerischen sowie süd- und westdeutschen Wissenschaftlern statt. In den zahlreichen Vorträgen, denen sich eine lebhafte Aussprache über die in den einzelnen Referaten aufgestellten Thesen anschloß, wurden mittelalterliche Probleme, besonders der alemannischen Stammesgeschichte, behandelt. Diese streng wissenschaftlichen Vorträge waren keine Literaturberichte, sondern enthielten neue Forschungsergebnisse, die bewiesen, daß die geschichtliche Entwicklung des gesamten alemannischen Raumes einschließlich der Schweiz ein Ganzes bildet und daß dieses Gebiet sowohl für die schweizerische als auch für die deutsche Geschichte eine entscheidende Rolle gespielt hat. Der Leiter des Instituts und zugleich der Arbeitstagung, Prof. Dr. Dr. h. c. Theodor Mayer-Konstanz, der ehemaligePräsident des berühmten, vom Freiherrn vom Stein gegründeten deutschen Urkundenwerkes, der Mo- numenta Germaniae historica. hob mit Recht hervor, daß eine alemannische Grundlagenforschung, wie sie vom Institut gefördert würde, noch viele wertvolle Ergebnisse für die alemannische Stammesgeschichte, insbesondere auch für die Stadtgeschichte von Konstanz, und damit auch für die schweizerische und deutsche Geschichte zeitigen werde. Deshalb wurde von allen Teilnehmern der Tagung lebhaft begrüßt, daß beabsichtigt ist, auch in den kommenden Jahren gleiche Arbeitstagungen in Konstanz abzuhalten. Damit wird ein wertvoller Beitrag nicht nur zur Erweiterung und zur Vertiefung des Wissens auf diesem Gebiet, sondern auch zur Vervollständigung der wissenschaftlichen Methode weiterhin geleistet werden. Internationales Institut Schloß Mainau schließt viertes Arbeitsjahr Mit einem Kurs „Mensch ohne Maske“, der tiefenpsychologische Fragen behandelte, schloß dieser‘Tage das Internationale Institut Schloß Mainau/Bodensee seine diesjährige Tätigkeit und sein viertes Arbeitsjahr ab. Das Jahresprogramm für 1952 umfaßte eine beachtliche Reihe von Kursen. Außer geschlossenen Tagungen und einem deutschen Sprachkurs für Skandinavier fanden verschiedene Lehrgänge statt, an denen Sportler, Jugendleiter, Männer und Frauen aus der Sozialfürsorge, Studenten, Lehrer und Pfarrer aus dem In- und Ausland teilnahmen. Ein Lehrgang „Die Universitätsbildung am Scheidewege“ für Studenten nahm die Krisis der Universität zum Thema und griff Fragen auf wie zum Beispiel: „Bildung oder Berufsvorbereitung“, „Lehre und Forschung“, „Universität und Gesellschaft“, „Lehrer und Schüler“, „Universität und Religion“ usw. Außer dem internationalen Lehrkörper des Institutes hielten zahlreiche bekannte Persönlichkeiten Vorlesungen als Gastredner. Das Internationale Institut Schloß Mainau ist getragen vom Weltkomitee der Christlichen Vereine Junger Männer (YMCA), sowie den schwedischen und deutschen Vereinen. Es will dem Geiste christlicher Bruderschaft dienen und so helfen, internationale Freundschaft und Verständigung auf dem Boden des christlichen Glaubens zu schaffen. Stunde der Kirchenmusik Der zehnte Abend in der Reihe „Stunde der Kirchenmusik“, der morgen abend in der Christuskirche Konstanz-Wollmatingen statt- findet, bringt Werke des Lübecker Organisten Dietrich Buxtehude (1637—1707). Ursula Buckel (Sopran) singt, begleitet von Gerda Finkenbeiner und Ilse Muffler (Violinen) und Martin Gotthard Schneider (Orgel), u. a. die Solokantate „Herr, auf Dich traue ich“. Martin Gotthard Schneider spielt das Choralvorspiel „Wie schön leucht’ uns der Morgenstern“, Passacaglia in d-moll und Präludium, Fuge und Ciacona in C-dur. (Für Besucher aus Allensbach und Reichenau bestehen folgende Fahrtmöglichkeiten: Allensbach Bahnstation ab 19.23 Uhr, Rsichenau: Postauto Abfahrt kurz nach 19 Uhr.) Samstag, 11. Oktober 1952 SÜDKUBIER K Nr. 161 / Seite 13 63710 ßefchäftigte - 1064 Ärbettolofe Die Arbeitsmarktlage im Arbeitsamtsbezirk Konstanz im September 1952 Im Bereich des Arbeitsamtbezirks Konstanz, der die Kreise Konstanz-Stadt, Konstanz-Land, Ueberlingen und Stockach umfaßt, ist die Lage durch eine verhältnismäßig geringe Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. Es wurden im September 624 arbeitslose Männer und 440 arbeitlose Frauen gezählt, insgesamt also 1064 Arbeitslose. Davon waren 399 Vertriebene, die im wesentlichen aus den Neuzugängen im Zuge der Umsiedlungsmaßnahmen kommen. Zur Gesamtzahl von 63 710 Beschäftigten beträgt die Zahl der Arbeitslosen 1,6 ’/o. Gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres sind es 362 Arbeitslose weniger. Als arbeitssuchend, mit dem Ziel sich beruflich zu verändern bzw. zu verbessern, sind 296 Personen beim Arbeitsamt Konstanz und seinen Nebenstellen geführt Der Schwerpunkt der Arbeitslosigkeit liegt, nach der beruflichen Gruppierung gesehen, bei den Hilfsarbeitern in der stofferzeugenden Industrie, sowohl bei den Männern wie bei den Frauen. Daneben stellen seit längerer Zeit die kaufmännischen- und Verwaltungsberufe einen ziemlich stabilen Faktor dar. Zur Beurteilung der Situation ist es erforderlich, auch die Struktur der Arbeitslosen nach ihrer beruflichen und körperlichen Leistungsfähigkeit zu beachten, die nunmehr eine gewisse Problematik aufweist. Aus der Beschäftigtenlage, wie sie sich aus den statistischen Unterlagen darstellt, ergibt sich ein zufriedenstellendes Bild der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung des Bodenseegebietes. Zunächst ist erwähnenswert, daß trotz der auslaufenden Saison im Baugewerbe, im ganzen gesehen, noch keine rückläufige Tendenz der Beschäftigung eingetreten ist. Neben umfangreichen Bauprojekten der privaten Wirtschaft und der öffentlichen Hand, die noch alle verfügbaren Arbeitskräfte der Bauberufe bindet, laufen in kleinem Rahmen zur Zeit auch noch einige Notstandsmaßnahmen, bei denen insgesamt 43 Arbeiter beschäftigt sind. Die seit Monaten bestan- deneKrisis in der Textilindustrie ist aisüberwunden anzusehen. Es ist zwar noch kein ins Gewicht fallender zusätzlicher Bedarf an Arbeitskräften eingetreten. Dagegen ist die bisher stark ausgeweitete Kurzarbeit wieder vollständig verschwunden. Im ganzen kann gesagt werden, daß sowohl die Investitionsgüterindustrie als auch die Verbrauchsgüterindustrie einen guten Produk- tionsstand aufweist. Nennenswerte Störungen von der Auftrags- oder Rohstoffseite her sind auf jeden Fall nicht eingetreten. Bezüglich der Rohstoffbeschaffung bestehen da und dort noch einige Schwierigkeiten bei Blankmaterial, Blechen und Koks. Trotz dieser verhältnismäßig guten Situation besteht noch eine merkliche Zurückhaltung in der Disposition mit Arbeitskräften. Das Vermittlungsergebnis ist aus diesem Grunde wohl auch etwa schwächer geblieben als im Vormonat. Zu berücksichtigen bleibt dabei allerdings, daß praktisch keine Kurzarbeiter mehr im Arbeitsamtsbezirk gezählt werden. Zum Monatsende haben die gemeldeten offenen Stellen dagegen wieder eine beachtliche Zunahme erfahren. Diese Zunahme resultiert im wesentlichen aus erneuten Kräfteanforderungen im Baugewerbe und aus der Textilindustrie. Entgegen der Erwartung für eine verstärkte Lehrstellenanmeldung im Herbst ist diese nicht eingetreten. Die Unterbringungsmöglichkeit für männliche Jugendliche blieb aber trotzdem ziemlich günstig. Bisher haben 700 Jungen des Entlaßjahrgangs 1952 eine Lehrstelle angetreten. Auch für die Mädchen war die Unterbringungsmöglichkeit einigermaßen befriedigend. In Konstanz selbst bereitet die Lehrstellenbesetzung heute schon gewisse Schwierigkeiten, während in den Landbezirken nach wie vor ein Mangel an Lehrstellen besteht. Die Zahl der in der Schweiz beschäftigten deutschen Grenzgänger blieb gegenüber dem Vormonat unverändert. Deutsche Grenzgänger nach der Schweiz wurden zum Monatsende 1615 gezählt, davon 900 Männer und 715 Frauen. Wer fah Paul Heinz Wirft? Am Abend des 31. August, einem Sonntag, verschwand aus Oberdahlhausen bei Bochum der 18jährige Bergschüler Paul Heinz Wirtz, ohne fürs erste seine Angehörigen zu benachrichtigen. Erst später von Konstanz aus schrieb er ohne Adressenangabe, daß er hier in der Stadt einen Italiener getroffen habe, mit dem er sogleich in die Schweiz fahren werde. Bis heute fehlt von dem Vermißten, der bei seinen Angehörigen in Bochum-Dahlhausen, Scharpenseelstraße 166, wohnte, jede Bodensee und Schwarzwald bet 9tadjbatfdjaft Insel Reichenau. Die Vorsteher der Bezirksbauämter Badens besuchten die Insel. Im Münster wurden die Pläne über die in früheren Jahren durchgeführten Grabungen gezeigt. — Den Bund fürs Leben schließen heute Waldemar Böhler, Tischler und Landwirt, und Irmgard Rzehak. Allensbach. Heute Samstag vollendet Maximilian Dietrich, Gastwirt, zum „Adler,“ in geistiger und körperlicher Frische sein 80. Lebensjahr. Am 1. Juli 1909 hatte er das Gasthaus „Adler“ käuflich erworben und führte es mit Erfolg bis zur Uebergabe an seinen Schwiegersohn Franz Gering und seine Tochter im Februar 1948. — Heute Samstagabend treffen eich der Gesangverein Böhringen und der Männerchor Allensbach im „Löwen“-5aale zu einem Kameradschaftssinigen. — Das Handharmonikaarchester Konstanz-Allmannsdorf veranstaltet morgen Sonntagabend im „Löwen“Saal ein Konzert. —Das nächste Verbandsspiel bestreitet die hiesige Fußballmannschaft morgen Sonntag beim VfB Petershausen. Dingelsdorf. Am Mittwochabend kam ein Traktor mit Anhänger an der abschüssigen Straße am Dorfeingang beim Fuch's- schen Anwesen ins Rutschen, fuhr mit großer Geschwindigkeit über die Straße und landete an der Mauer. Von den mitfahrenden Arbeitern wurden Gottfried Braunbarth und Julius Huber zum Teil schwer verletzt. Gottfried Braunbarth mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Der Materialschaden ist erheblich. Liggeringen. In dieser Woche konnte Al- bin Rüdin seinen 80. und seine Ehefrau Elisabeth geh. Mayer ihren 81. Geburtstag feiern. Oehningen. Morgen Sonntag wird Frl. Emma Riedlinger 70. Jahre alt. — Unsere erste Fußballmannschaft fährt morgen zum Verbandsspiel nach Dettingen. Richard Jäckle legt Stadtratsmandat nieder Stadtrat Jäckle-Singen, der von der Wahl von Bürgermeister Muser als Fraktionsführer der sozialdemokratischen Stadtratsfraktion zugleich Beigeordneter der Stadt Singen war, hat dem Oberbürgermeister seinen Rücktritt erklärt. Richard Jäckle begründet seinen Rücktritt u. a. mit Rheinschiffahrt Basel—Bodensee Der KKV „Columbus“ eröffnet« sein Winterprogramm mit einem Filmvortrag von Dipl.-Volkswirt J. C. Rapp über „Die Rheinschiffahrt von Basel zum Bodensee“. Der Redner sprach über die Industrien am Hochrhein, die Kraftwerke und die Entwicklung der Rheinschiffahrt in früheren Jahren. Die Schiffbarmachung des Rheins von Basel zum Bodensee in einer Länge von 167 km sei für die anliegenden Industrien sowie für die Bevölkerung von außerordentlicher wirtschaftlicher Bedeutung. Außerdem habe der Ausbau des Rheins auch seine soziale Berechtigung, wenn man bedenke, daß Tausende von Arbeitern Beschäftigung finden. Das Problem der Flüchtlinge könne auch hier zu einem kleinen Teil gelöst werden, da Arbeit und Lebensraum für diese geschaffen würden. Es dürfe nicht vergessen werden, daß die Fracht per Schiff erheblich niedriger sei als mit der Bahn, was sich auch bei den Preisen der einzelnen Produkte auswirken werde. Wenn man bedenke, daß im Rheinhafen von Basel z. Z. jährlich etwa 4 1 /* Millionen Tonnen Güter umgeschlagen werden, so kann man sich die Bedeutung der Rheinschiffahrt von Basel zum Bodensee vorstellen. Die Bedenken der Freunde des Naturschutzes seien nur z. T. berechtigt; der Rheinfall bei Schaffhausen z. B. bleibe unverändert erhalten. Anschließend wurden zwei Filme von einer Schifffahrt vom Bodensee nach Basel und die geplante Schiffahrtsstraße von Basel zum Bodensee gezeigt. Die rege Diskussion zeigte das große Interesse, das der Vortrag bei den Besuchern hervorgerufen hatte. Wst. dem Verlust seiner bisherigen Existenz und der daraus resultierenden beruflichen Veränderung, die es ihm unmöglich macht, seine Tätigkeit als Stadtrat weiter auszuüben. Auch im Kulturrat hat Jäckle seine Mitarbeit niedergelegt. Äuefchlagenöe Kuh tötet Ktnö Ludwigshafen. In den Nachmittagsstunden des Donnersteg verunglückte das zweijährige Kind Marion des Kaufmanns Heinrich Schapeller. Es wurde in seinem Sportwägelchen, daß zu nahe an einige auf der Bundesstraße wartende Kühe herangeschoben wurde, von einer ausschlagenden Kuh so heftig getroffen, daß es bald nach seiner Ueberführung ins Stockacher Krankenhaus an einem Leberriß starb. Die Eltern weilten zur Zeit des Unfalls nicht in Ludwigshafen. Motorradfahrer gegen Telefonftange Stetten a. k. M. Am Mittwochabend fuhr der 23jährige Lothar Sturmhoevel. der im Berliner Lager wohnt, mit seinem Motortorrad auf der Straße mach Frohnstetten etwa 500 m außerhalb des Dorfes in der großen Kurve auf der linken Straßenseite gegen eine Telefonstange. Er erlitt einen schweren Schädelbruch und einen komplizierten Oberschenkelbruch. Dr. Reisinger legte ihm die ersten Verbände an. Der Sanitätswagen brachte den Verunglückten in das Krankenhaus Sigmarmgen, wo er in ' der Nacht zum Donnerstag seinen schweren Verletzungen erlegen Ist. Spur. Es liegt auch die Vermutung nahe, daß der auf so rätselhafte Weise verschwundene junge Mann irgendwie zur Fremdenlegion geraten ist. Der Vermißte, der sich nichts zuschulden kommen ließ und als fleißig und strebsam gilt, ist 1,74 Meter groß, schlank, hat dunkelblondes Haar und blaue Augen. Er trug ein hellblaues Sporthemd, einen zweireihigen graubraunen Anzug, braune Halbschuhe, einen hellen Sportmantel und eine Doublö-Armbanduhr. Personen, die ihn hier in Konstanz vielleicht gesehen haben, können zweckdienliche Angaben an die Kriminalpolizei (Lutherplatz, Telefon 1326) machen. Die Siraße ist kein Spielplatz! Arbeitstagung der Volksschullehrer Am Montagnachmittag findet eine Arbeitstagung der Konstanzer Volksschullehrer statt. Referent Rektor Straub aus Offenburg spricht über die praktische Anwendung der Ganzheitsidee im Unterricht und über die von ihm bearbeiteten Rochenbücher, die auch an den Konstanzer Volksschulen im Gebrauch sind. Die Veranstaltung geht vom Bezirkslehrerverein Konstanz aus, im Benehmen mit dem Kreisschulamt und der Direktion der Volksschule Konstanz. Fünf Listen — ein Landrat Lindau. Fünf Parteien und Wählergruppen haben fristgerecht Wahlvorschläge zur Krpistagswahl im Landkreis eingereicht, nämlich Christlich-Soziale-Unioii (CSU), Bayern- und Königspartei auf einer Gemeinschaftsliste, SPD, BHE und Parteilose Liste mit Freien Demokraten (Gemeinschaftsliste). Für den Lindauer Kreistag sind 40 Mitglieder zu wählen. Für den Posten des Landrates wurde nur ein Wahl Vorschlag eingereicht; der bisherige Landrat Oberregierungsrat Dr Emil Hasel; seine Kandidatur wird von CSU, Bayern- und Königspartei sowie Freier Liste und Demokraten gestützt. Verbrecherpaar überfiel lörracher Taxifahrer Sprung aus dem Auto rettete dem schwerverletzten Chauffeur das Leben Lörrach. Ein unerkannt entkommenes Verbrecherpaar überfiel am Mittwochabend in der Nähe von Lörrach einen Taxichauffeur. Nur durch Zufall blieb der überfallene Fahrer am Leben, und die Verbrecher mußten ohne Beute vor der alsbald alarmierten Polizei und Gendarmerie flüchten. Ueber den Hergang der scheußlichen Tat erhielten wir von der Lörracher Staatsanwaltschaft folgenden Bericht; Am Mittwochabend, kurz vor 20 Uhr, charterten ein Mann und eine Frau einen vom Inhaber persönlich gesteuerten Mercedes-Wagen' des Taxi-Unternehmens Karl Maier zu einer Fahrt nach Oellingen. Während der Mann auf einem der hinteren Sitze Platz nahm, beanspruchte die Frau den Platz neben dem Chauffeur, angeblich aus gesundheitlichen Gründen. In Oetlingen bat das Paar den Fahrer, etwa eine Stunde zu warten, bis sie von einem Gaststättenbesuch zurück sein würden. Als der Fahrer dies aus zeitlichen Gründen ablehnte und vorschlug, man möge ihn in Lörrach wieder anrufen. wenn man ihn benötige, erklärte das Paar sich bereit, sofort zum Autohof Dreiländereck bei Binzen weiterzufahren. Die Weiterfahrt führte über die Oetlinger Verbindungsstraße zum Dreispitz. 30 bis 50 Meter vor der Einmündung in die Hauptstraße" griff die Frau plötzlich nach dem Steuerrad und der hinten sitzende Mann fuhr dem Chauffeur mit einem scharfen Messer halbkreisförmig um den Hals, um ihm die Gurgel zu durchschneiden. Der Fahrer vermochte glücklicherweise schnell abzustoppen und sich mit einer Hand zur Wehr zu setzen. Ehe der Verbrecher mit seinem Messer ein weiteres Mal stechen oder schneiden konnte, war Karl Maier aus dem Wagen, lief in Richtung Landstraße und rief um Hilfe. Er wurde dabei von dem Verbrecherpaar nicht mehr verfolgt. Nach kurzer Zeit kam ein Haltinger Automobilist, der den schwer verletzten Fahrer nach Lörrach ins Der modernste Ueberiinger Wohnblock Ueberlingen. Noch in diesem Herbst wird mit dem Bau eines neuen Wohnblocks begonnen werden, der als der schönste und modernste der ehemaligen Freien Reichsstadt angesprochen werden kann. Stadtgemeinde und Gemeinnützige Baugenossenschaft werden diesen Wohnblock erstellen, der 23 Wohnungen umfassen wird. Die Finanzierung des Neubaus, dessen Kosten auf rund 2S0 000 DM geschätzt werden, erfolgt durch einen Zuschuß des Staates für den Bau von Wohnungen für Staatsbeamte, die bisher Famllien-Tren- nungsgelder bezogen sowie durch LAKRA-Mittel. Das grüne Oelberg-Dach verschwindet Ueberlingen. Das Dach des Oelbergs am Münster wird zur Zeit neu eingedeckt. Die Umdek- kung des schon lange schadhaften Daches war immer wieder hinausgezögert worden, da man hoffte, Ziegelplatten nach dem Muster der bisher verwendeten grünglasierten Rautenziegel zu erhalten. Doch werden diese Ziegel in Deutschland nicht mehr hergestellt. So wird das Dach jetzt mit normalen Ziegeln neu eingedeckt werden. Bekannter Kulturphilosoph am Untersee Radolfzell. In Wangen am Untersee hält sich seit einigen Tagen der bekannte Soziologe und Kulturphilosoph Professor Eugen Rosenstock- Hüssy auf, der früher an der Universität Breslau wirkte. Im Jahre 1933 wanderte er nach den Vereinigten Staaten aus. Er ist auch als Schriftsteller bekannt geworden. Zu wenig Mehl in der Tüte Singen. In vielen Ladengeschäften wird Mehl in vorverpackten Beuteln verkauft, das von auswärtigen Mühlen geliefert wird. In den letzten Tagen hat die Gewerbepolizei zwei auswärtige Mühlenbesitzer, die solche Mehlbeutel an Singe- ner Ladengeschäfte geliefert hatten, angezeigt. Es war festgestellt worden, daß die einzelnen Beutel ein Untergewicht von 50 bis 80 Gramm aufwiesen. Täglich 20 Verkehrssünder erwischt Sigmaringen. Im Kreisgebiet ereigneten sich im September 38 Verkehrsunfälle, bei denen zwei Personen getötet und 25 größtenteils schwer verletzt wurden. Der Sachschaden betrug nahezu 21 000 DM. Es wurden 124 Uebertretungsanzeigen erstattet und 411 gebührenpflichtige Verwarnungen erteilt. Das bedeutet, daß sich täglich fast 20 Personen verkehrswidrig oder Verkehrsgefährdung verhalten haben. 100 000 DM Wildschweinschaden Sigmaringen. Bis zum 1. Oktober ist im Kreisgebiet ein Wildschweinschaden von rund 100 000 DM entstanden. In mehreren Gemeinden waren mehr aJs 100 Schadensfälle zu verzeichnen. Insgesamt wurden rund 1300 Schadensfälle gemeldet. Sole soll wieder fließen Donaueschingen. Der Stadtrat stimmte der Instandsetzung des Soleturms beim Karlsruher Kindersolbad zu. Es handelt sich um die Abdichtung des Turmes auf der Innenseite sowie die Anschaffung von Pumpen. Auch will man das Solepumpwerk wieder instandsetzen, damit die größtenteils noch gebrauchsfähige Leitung wieder in Gang gebracht werden kann. Eine teure Mondscheintahrt Villingen. Vier junge Burschen hatten vor einiger Zeit sich nächtlicherweise eine Motorradausfahrt geleistet und auf ihrem motorisierten Streifzug mehrere Orte und Gaststätten besucht, um festzustellen, ob „etwas los" sei. Sie hielten dabei ein junges Mädchen an, das für ihre stürmische Werbung jedoch keine Gegenliebe zeigte und die Bursciifn anzeigte. Das Gericht hatte für solche „Scherze" kein Verständnis und erkannte gegen die jungen Leute wegen Nötigung und tätlicher Beleidigung auf eine empfindliche Geldstrafe. Arnold Heinemann gestorben St. Georgen. Nach kurzer Krankheit starb im Alter von 43 Jahren Dipl.-Ing. Arnold Heinemann, Direktor der Firma Gebr. Heinemann AG. Als die bekannte Werkzeugmaschinenfäbrik vor kurzem ihr 75jähriges Bestehen feierte, hielt der Verstorbene die Festrede. Seit 1947 leitete er mit einem anderen Vorstandsmitglied (gemeinsam das Unternehmen. Sein Hauptaufgabengebiet waren die betriebswirtschaftliche Durchcrrganisfe- rung, die kaufmännische und finanztechnische Leitung sowie die allgemeine Verwaltung. Tragisches Ende eines 15jährigen Waldshut. Ein 15jähriger Junge, der mit seinen Eltern bei Verwandten beim Herbsten in Hallau (Schweiz) aushalf, nahm wählend der Mittagspause ein am Rebberg abgestelltes Motorrad und fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit gegen eine Wagendeichsel. Der Tod trat kurz nach dem Unfall ein. Lokale Sportumscbau FV Ebingen 07 beim VfL Konstanz Der Pokalsonntag gibt den beiden alten Zonenligagegnern Gelegenheit ein lange vereinbartes Spiel, das aus dem zweimaligen Vereinswechsel Binders resultiert, auszutragen. • Wenn beide Mannschaften in diesem Jahre noch nicht ganz die Rolle gespielt haben, wie in den vergangenen, so ist doch der Vergleich zwischen den beiden seit zwei Jahren getrennten Amateurligen Württembergs und Südbadens recht reizvoll. Die früheren Auseinandersetzungen mit den Altolern standen immer im Zeichen unentwegten harten Kampfes. Von der Mannschaft des VfL, die in der 2. Division spielte, sind nur noch Treutle und Mosch übriggeblieben und — diesmal auf der Gegenseite — Binder. Das Vorspiel bestreiten die Alten Herren Ebingens und die Traditionsmannschaft des VfL Konstanz. Behauptet Wollmatingen den Anschluß? Der SV Wollmatingen empfnägt in seinem dritten Heimspiel am Sonntag auf dem Fürsten- berg-Sporlplatz die 1. Mannschaft von Donaueschingen. Zwar bat der Gastgeber in seinen bisherigen Spielern nicht alle Erwartungen seiner Anhänger erfüllt und ist z. Z. auf dem 14. Tabellenplatz zu finden. Für den SV geht es vor allen Dingen darum, den Anschluß an das starke Mittelfeld nicht zu verlieren, in dem Donaueschingen an 12. Stelle mit 3 Punkten Vorsprung rangiert. Ein Erfolg kann nicht ausbleiben, wenn die Gastgeber den Vorteil des eigenen Platzes auszunützen verstehen. Das Vorspiel bestreitet die 2. Mannschaft gegen Reichenau. Im Nachspiel treffen sich die Jugendmannschaften des SV Wollmatingen und Donaueschingens. A-Klasse Bodensee: VfL Konstanz 111 — Engen, Stockach II — Bermatingen, Böhringen — Immenstaad, FC Singen I. A. M. — Arien, Pfullendorf — Meßkirch, Radolfzell II — Südstern Singen, Zizen- hausen — Hilzingen. B-Klasse Konstanz: VfL Konstanz 4 — BC Kon- stanjz-Egg, Wollmatingen II — Reichenau, Güttingen — Bohlingen, Dettingen — Oehningen, Petershausen — Allensbach. C-Klasse Konstanz: Moos — Böblingen II, Südstern Singen III - Markelfingen, Arien II - Bankholzen. Tisch tennnis-Landesliga VfL Konstanz weiterhin erfolgreich In Konstanz gastierte die erste Herrenmannschaft und die Damenmannschaft des VfR Stockach zum Verbandsspiel gegen die Tischtennisabteilung des VfL Konstanz. Der VfL Konstanz konnte das Herren-Spiel überlegen mit 9:0 Punkten und 20:1 Sätzen für sich entscheiden. Auch die Damenmannschaft des VfL konnte über Stockach mit 8:2 Punkten einen schönen Sieg erringen. In der Bezirksliga der Tischtennis-Verbandsrunde standen sich die II. Mannschaft des FC 03 Radolfzell und die II. Mannschaft des VfL Konstanz gegenüber. Nach schönen ausgeglichenen Kämpfen gewann Konstanz mit 9:6 Punkten. Nachwuchsboxer im Ring Der KSV „Rheinstrom" veranstaltet am morgigen Sonntag in der Schottenturnhalle eine interne Boxveranstaltung, die von Jugendlichen und Senioren-Nadiwuchs bestritten wird. U. a. startet bei den Jugendlichen der Federgewichtler Hartlieb, der beim Länderkampf gegen Südwest eine ausgezeichnete Partie lieferte, ln zwei Hauptkämpfen boxen im Leichtgewicht Wagner („Rheinstrom") gegen Albrecht (Friedrichshafen) und im Schwergewicht der Neuzugang Stysch („Rheinstrom“) gegen Müller (Friedrichshafen). Wollmatinger Ringer auf dem Plan Der Kraftsport-Verein Wollmatingen empfängt heute Samstag (20 Uhr, „Linde“) die Ringerabteilung Singen zu einem Mannschaftskampf in der Bodenseeliga. Krankenhaus brachte und sofort die Polizei und Gendarmerie alarmierte. Das Verbrecherpaar trat die Flucht vom Tatort aus wider Erwarten nicht im Taxiwagen, sondern zu Fuß an. Die Fluchtrichtung wurde trotz des Elinsatzes eines Spürhundes nicht festgestellt, weil die nahe Landstraße den Geruchssinn des Hundes beeinträchtigte. Die Verletzungen des überfallenen Fahrers sind zwar schwerer, aber nicht lebensgefährlicher Natur. Die Täter hinter Schloß und Riegel In den späten Nachmittagsstunden des Donnerstags schlossen sich bereits die Tore des Lörracher Gerichtsgefängnisses hinter dem Gangsterpaar. Ueberraschend schnell war es dem Erkennungsdienst der Lörracher Kriminalpolizei gelungen, die Tat zu klären. Es bedeutete für die Kriminalpolizei eine wesentliche Erleichterung, daß der überfallene Taxichauffeur gute Angaben über die Person der Begleiterin des Gangsters hatte machen können. In der Verbrecherkartei des Erkennungsdienstes war ein Foto, das eine Frau zeigte, die mit der vom Taxifahrer gegebenen Beschreibung weitgehend übereinstimmte. Die Verdächtige, eine 25jährige geschiedene Frau Reiss aus Lörrach wurde sofort festgenom- meri und einem Verhör unterzogen, in dessen Verlauf sie zugab, den versuchten Raubmord an Taxifahrer Kaiser gemeinsam mit ihrem Freund, einem gleichaltrigen, aus der Ostzone geflüchteten Mann namens Eisenhardt ausgeführt zu haben. Den Gedanken, einen Ueberfall auszuführen, um endlich wieder einmal zu Geld zu kommen, habe Eisenhardt gehabt. Der Beschuldigte Eisenhardt gab bei seiner Vernehmung ebenfalls zu, den Ueberfall begangen und den Taxichauffeur mit seinem Messer schwer verletzt zu haben. Das Gangsterpaar gab alle Einzelheiten ihres Pianos an. U. a. sei vorgesehen gewesen, sich nach gelungener Tat ins Rheinland abzusetzen. Da aber kein Geld erbeutet worden sei, habe man sich unmittelbar nach dem Ueberfall zu Fuß nach Lörrach zurückbegeben. [yiiligerj F j? & .?*• &*■•.** .. ; %r * x -. 0 . \ Villiger-Senior sehr begehrt! Tagtäglich gewinnt der Sandblatt-Stumpen Villiger- Senior neue Freunde. In Stadt und Land hat sich der Umsatz über Erwarten stark gehoben. Uns bleibt die schöne Aufgabe, die feine Qualität des beliebten Villiger-Senior zu erhalten und weiter zu pflegen. Wir haben vorgesorgt. Etliche tausend Ballen köstlich duftender Brasil-Tabake aus der ausgezeichneten 1951er Ernte schwimmen gegenwärtig auf hoher See. Durch besonders sorgfältige Lagerung im tropisch-warmen Klima von Bahia haben sie ihre Rei-. fe, ihre volle Blume erreicht. 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Von allen Seiten schauen die Höhenzüge auf die Städtchen und Dörfer der alten Bertholdsbaar nieder, und ungefähr in der Mitte des scharfumgrenzten Landstriches, dort, wo Brigach und Breg sich zur Donau vereinigen, liegt die kleine Stadt Donaueschingen. 1488 erkauften die Grafen zu Fürstenberg, die bereits seit 200 Jahren die Landgrafen der Baar waren, Dorf und Schloß von Barbara von Habsberg. Dadurch, daß die schon damals mächtigen Grafen zu Fürstenberg die Herrn des Dörfchens wurden, ging Donaueschingen im Laufe der Zeiten einen Weg, der es hoch über seine Nachbarflecken emporhob, ja, es zu einem kleinen Kulturzentrum werden ließ. Neben demtSchloß Donaueschingen ent- sprudelt hell und klar, in ein weites kreisrundes Becken gefaßt und überragt von einer mächtigen Marmorgruppe (von Bildhauer Heer geschaffen), die Donauquelle. Köstlicheres aber noch als Donauquellwasser umschließt die Stadt: Die Schätze der weit über Deutschland hinaus berühmten fürstlichen Hofbibliothek mit 200 000 . Druckbänden, die dem Publikum wie jede | Landesbibliothek in weitestem Maße zur ; Benutzung offensteht; es ist die gleiche : Bibliothek, an der einst Josef Viktor von Scheffel waltete. Der große Ruhm der Bibliothek gründet sich in erster Linie auf ihre reichen und ausnehmend wertvollen Handschriftenbestände (1183). Eine Fülle des Kostbaren und Schönen aus 14 Jahr- | hunderten bergen die Handschriften- j schränke, und in seltener Reichhaltigkeit i sind besonders die Denkmäler mittelhochdeutscher Dichtung — Wolfram von Eschenbachs „Parzifal“, „Weltchronik“ des Rudolf von Ems, die Minnesängerliederhandschrift „Liedersaal“, Pleiers „Mele- ranz“, Eckenlied, Sigenot usw. — vertreten, darunter als wertvollstes Kleinod die Nibelungenhandschrift C. ferner eine große Reihe von Prachtpsalterien, Missalen und Offizien vom 9. bis zum 16. Jahrhundert und nicht zuletzt das einzigartige Kulturdokument der „Zimmerischen Chronik“. Die Keimzelle des kulturellen Lebens in Donaueschingen war die Musik, und das kulturelle Leben geht naturgemäß fürstenbergischen Hofe aus. Am Donau- eschinger Hofe spielte und musizierte man nicht aus bloßer Spielerei, sondern aus i wirklichem Herzensbedürfnis heraus und | aus ernstem Drange zur Kunst. An der ! Spitze der Kunstfreunde standen die Für- ! sten selbst, im 18. Jahrhundert vor allem. i die Fürsten Josef Wenzel und Josef Maria j Benedikt und deren Gemahlinnen. Die j Fürsten und Fürstinnen waren selbst ausübende Musiker und verstanden es, Komponisten und bedeutende Musiker an ihren Hof j» ziehen, Bekanntlich weilte schon 1766 der junge Mozart mit seinem Vater Leopold und seiner Schwester Nannerl am Donaueschinger Hofe und musizierte und komponierte hier. Seit jener Zelt brachen die Beziehungen Mozarts zu Donaueschingen nie mphr ab, und immer wieder gehen seine Briefe und Kompositionen von Wien nach Donaueschingen und Geschenke von Donaueschingen nach Wien. Mit der fürstlichen Hofkapelle war ein ausgezeichneter Tonkörper gebildet worden, der sich sehr bald einen großen Ruf erwarb, und dem bedeutende Musiker und Komponisten angehörten, etwa Karl Josef von Hampeln, Sixt, Fiala und andere. Kaum eine bedeutendere musikalische Schöpfung des Jahrhunderts von 1760—1860, die nicht an der Donauquelle zu Gehör gebracht wurde! Mittelpunkt der aufgeführten Komponisten war und blieb neben Dittersdorff und Haydn immer Mozart. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Musikpflege eine besondere Glanzzeit unter dem kunstsinnigen und hochgebildeten Fürsten Karl Egon II. Er berief 1817 den auf dem fürstenbergischen Erblehen Talmühle bei Meßkirch geborenen Conradin Kreutzer als Hofkapellmeister nach Donaueschingen. Eine Reihe von Kreutzer’schen Schöpfungen sind in Donaueschingen entstanden. Ersetzt wurde 1822 Kreutzer durch den ausgezeichneten Musiker und fruchtbaren Komponisten Johann Wenzel Kalliwoda. Das zu höchster Blüte auf steigende musikalische Leben Donaueschingens die nächsten 40 Jahre hindurch ist ohne Kalliwoda nicht zu denken. Es ist begreiflich, daß solches Musikleben einen Niederschlag in der Musikabteilung der Hofbibliothek hinterlassen hat: rund 2500 Musikhandschriften und etwa 3000 Drucke alter Musik. Das größte Interesse erweckten naturgemäß die Musik- maniiskripte der Zeit, auch, wenn es zum großen Teil keine Autographen sind. Eine Anzahl von bekannten und heute unbekannten Namen begegnen uns da, Deutsche, Italiener und auch Franzosen. Nur einige von ihnen seien genannt: Ditter von Ditterdorf (Symphonien, Tänze, Opern und Singspiele, darunter „Doktor und Apotheker“, „Das rothe Käppchen“, „Der Schiffspatron“, „Betrug durch Aberglauben“, „Hieronymus Knicker“, „Die Liebe im Narrenhaus“), Fiala (Symphonien, Sonaten, Quintette, Messen usw.), Johann Abraham Sixt, Josef Haydn (Symphonien, darunter die D-dur-Symphonie, die hier wieder entdeckt worden ist, Sonaten Tänze, Lieder, Messen, Oratorien usw* Opern und Singspiele, darunter „der hinkende Teufel“ und „Ritter Roland“). Es sei daran erinnert, daß die Uraufführung der „Schöpfung“ in Donaueschingen stattgefunden hat. Außerordentlich zahlreich sind Manuskripte Mozartscher Werke vorhanden. Daß ein großer Teil des Schaffens Conradin Kreutzers sich unter den Manuskripten befindet, ist nicht verwunderlich. Unter vielen anderen Werken sind die Opern „Die zwei Worte oder die Nacht im Walde“ und die „Alpenhütte“ in der Musikabteilung der Hofbibliothek verwahrt. Als zu Anfang des 19. Jahrhunderts mit dem alten Römisch-deutschen Reiche auch die Souveränität des Fürstentums Fürstenberg unterging, blühten am fürstenbergischen Hofe in Donaueschingen-Kunst und Kultur doch weiter, ja noch reicher als zuvor. Die Fürsten richteten jetzt erst recht ihr Augenmerk auf die Hebung des kulturellen Lebens. Die fürstliche Hofbibliothek wurde weiter ausgebaut und der Oeffent- lichkeit zugänglich gemacht, und für die reichen Kunst- und Kulturschätze des Fürstenhauses wurde ein eigenes der Oef- fentlichkeit zugängliches Museumsgebäude aufgerichtet. Mittelpunkt der fürstlichen Sammlungen ist die Gemäldegalerie mit dem Glanz der altdeutschen, namentlich schwäbischen Maler. Um den Meister von Meßkirch, von dessen Bildern Donaueschingen die reichste Sammlung besitzt, gruppieren sich die schwäbischen und Bodenseemalerschulen, die Holbeins, Cra- nachs, Grünewalds usw. Mit dem Ausscheiden Kalliwodas im Jahre 1866 wurde es in den Mauern Donaueschingens stiller; aber das Musikleben erwachte aufs neue, als 1913 sich die Gesellschaft der Musikfreunde gründete, öie in den -zwanziger Jahren, getragen vom Mäzenatentume des kunstsinnigen Fürsten Max Egon zu Fürstenberg, alljährlich die „Kammermusikfeste zur Förderung neuzeitlicher Tonkunst“ veranstaltete, die Weltruf erlangten, und zu denen die Musikwelt Deutschlands, ja auch des Auslandes an die Donauquelle pilgerte. Die verpflichtende Tradition wurde nach dem zweiten Weltkriege durch die alljährlichen „Donaueschinger Mrteiktage für zeitgenössische Tonkunst“ aufs neue aufgenommen, unter deren Banne wir in diesen Tagen wieder stehen. Dr. E. Johne AöreflTe für fpäte Schwalben Hinweise der Vogelschutzwarte Radolfzell (vormals Rossitten) Ein Naturfreund schreibt uns: In Gesprächen und Nachrichten ist in diesen Tagen viel von betrüblichen Erscheinungen in der Welt der Schwalben die Rede. Das alte Bauernwort: „An Mariä Geburt / Fliegen die Schwalben furt“, hat sich diesmal nicht bewahrheitet. Bis in den v ° m ] Oktober hinein sind die so volkstümlichen und geliebten geflederten Hausgäste bei uns geblieben. Ja, da und dort sind sie noch nicht aufgebrochen. Verständlich genug, daß viele Herzen von der bangen Frage bewegt werden, ob die Nachzügler noch ihre Winterquartiere erreichen werden. Daß in einer Zeit, in der an allen Ecken vdn Krieg und Furcht vor neuer Heimsuchung durch Waffengewalt die Rede ist, liebevolle Sorge sich mit den Schwalben beschäftigt, mutet unsagbar tröstlich an, tut unendlich wohl. Zweimal brütet die Schwalbe in ihrer Heimat. Und diese Heimat ist Deutschland bzw. Europa. Der liebe alte Brehm hat das einmal ausgesprochen: „Es ist nicht eben ein Beweis von dichterischer Auffassung des Schwalben-Lebens, daß ein tränenreicher Autor der Schwalbe die Heimat in der Ferne anweist; denn keine Schwalbe zieht „heimwärts“, wenn sie uns verläßt, sondern notgedrungen in eine freudlose Fremde hinaus, keine singt und jubelt, keine liebt und brütet draußen.“ Im Mai pflegen aus fünf bis sechs Eiern im Nest die jungen Schwälblein, noch sehr ungestaltet, hervorzuschlupfen. Im Juli folgt die zweite Brut. Gelegentlich freilich verzögert sich der eine oder andere Termin, insbesondere, wenn es im Mai Spätfröste und für die Schwalben wenig Nahrung gibt, oder wenn der Sommer unwirsch und unfreundlich sich gebärdet. Dann kann es sogar im September noch Junge im Nest geben. Und das scheint wohl in diesem Jahr der Fall gewesen zu sein. Vielfach wird die Frage aufgeworfen, ob man für die Nachzügler nichts tun könne. Da die Schwalbe sich ausschließlich von Insekten nährt, ist guter Rat teuer. Anderes Futter kommt kaum in Frage. Vielleicht nehmen sie Mehlwürmer an, die man aber sehr klein ze mitten ihnen reichen müßte. Sonst könnten sie diese Nahrung nicht verdauen. Das alles stimmt recht bedenklich. Hoffen wir um so zuversichtlicher, daß die Schwalben-Not doch noch dahinschwindet, daß die Nachzügler Kraft und Selbstvertrauen genug zu finden vermögen, um allen Schwierigkeiten zum Trotz die Weltreise ins Winterquartier zu meistern. Die Vogelschutzwarte in Radolfzell, die, wie der „Südkurier“ täglich besorgte Anfragen aus Süddeutschland wegen des Schicksals der noch bei uns gebliebenen Schwalben erhält, teilt uns zu der besorgten Anfrhgfe des Näfurireündäs mit: Solange kein stärkerer Frost oder anhaltender Regen einsetzt, besteht kein Grund zur Besorgnis; denn fast alljährlich halten sich Schwalben noch bis in den Oktober hinein bei uns auf. Sie treten noch rechtzeitig ihre weite Reise nach dem Süden an. Wenn Sehr ungünstige Wetterbedingungen eintreten sollten, so sind diese Schwalben allerdings gefährdet, da sie dann keine Nahrung auf nehmen können. Das zeigt sich, wie schon die Frankfurter Vogelschutzwarte bekanntgab, durch Zusammenballungen der Tiere in größerer Zahl, die an oder in Gebäuden sich einflnden und auch am nächsten Morgen nicht fortfliegen, sondern in einer Art Kältestarre verharren. Diese Tiere können in festen Kartons verpackt über den Münchener Tierschutzverein in München 8, Pariser Straße 38, Fernruf 44 812, oder durch Mitwirkung von Herrn Christiansen, Skandinavische Luftfahrt-Gesellschaft in Frankfurt a. M., Mainzer Landstraße 141, nach Süden verfrachtet werden. AUS DER CHRISTLICHEN WELT Das Haus der „Boten Krebse ‘ Das „Collegium Germanicum et Hun- garicum“ in Rom, aus dem eine Reihe bedeutender Kirchenfürsten, Gelehrter und Seelsorger hervorgegangen ist, begeht vom 9. bis 14. Oktober die Feier seines vierhundertjährigen Bestehens. Jeder Romfahrer kennt die Studenten des „Collegium Germanicum et Hungari- cum“, die von den Römern wegen Ihres roten Talars „Rote Krebse“ genannt werden. Seit 400 Jahren ist das Germanicum theologische Ausbildungsstätte für zahllose Studenten aus allen Diözesen des alten deutschen Reichsgebietes gewesen. Es entstand in der größten Notzeit der Kirche in Deutschland als Urbüd und Muster aller Priesterseminarien und ältestes deutsches Studienkollegium in Rom. Es war die Zeit des Niedergangs der Bistümer in Deutschland, als zahllose Pfarreien verwaist waren und selbst in Bayern und Süddeutschland viele 100 Priester für die Seelsorge fehlten. Auf Anregung des hL Ignatius von Loyola, des Vaters des Collegs, Unterzeichnete Papst Julius III. am 31. August 1552 die Gründungsurkunde des Germanicums. Die zunächst finanziell kaum gesicherte Stiftung wurde 1573 auf Betreiben des hl. Petrus Canisius und des Kardinals Otto Truchseß vom zweiten Gründer des Collegs, Papst Gregor XIII. mit ausreichenden Gütern und Mitteln dotiert und erhielt Kirche und Palast von San Apollinare als Heim zugewiesen. 1580 vereinigte Gregor XIII. das zwei Jahre vorher von ihm errichtete ungarische Colleg mit dem Germanicum. Ueber zwei Jahrhunderte lang (1574 bis 1798) war das Deutsche Colleg in San Apollinare, dessen Haus Papst Benedikt XIV. 1748 als erweiterten Neubau einweihen konnte. Die Geschichte des Germanicums, das der deutschen Kirche in den vergangenen Jahrhunderten durch einen hervorragenden Klerus vielleicht zur Rettung geworden ist, ist aufs engste verbunden mit den Stürmen der Papstgeschichte und der Verfolgungsgeschichte des Jesuitenordens, der von 1773 bis 1814 aufgelöst war. 1780 hatte Kaiser Joseph II. von Oesterreich dem Germanicum einen Großteil seiner Besitzungen geraubt und ein eigenes Germanicum in Pavia gegründet, das allerdings nicht von langer Dauer war. Auch das römische Germanicum wurde nach dem Einmarsch der Revolutionsarmee 1798 im Namen der Republik geschlossen. Nach der Heimkehr der Päpste und der Rückkehr der Väter der Gesellschaft Jesu begann auch das Leben des Germanicums wieder, ab 1818 zunächst in Ferrara, ab Oktober 1819 im Profeßhaus al Gesu in Rom. Erst Pius IX. wies 1851 der über das halbe Hundert gestiegenen Alumnenzahl als neues Heim den Palazzo Borromeo an. 1886 wurde der Palazzo Costanzi erworben und die neue Canisiuskirche dort erbaut. Im ersten Weltkrieg studierten die Ger- maniker als Gäste des Canisianums in Innsbruck. Mitten im zweiten Weltkrieg wurde am alten Platz der siebenstöckige Neubau des Collegs und der Collegkirche begonnen und vor allem durch die Tatkraft des Rektors, P. Ivo Zeiger SJ., in den vergangenen Jahren glücklich zu Ende geführt. Mitten im Getriebe der Weltstadt birgt der moderne Bau über den Büros von Eisenbahn- und Flugverkehrsgesellschaften das alte deutsche Priesterseminar, das Haus der „Roten Krebse“. Während der Ferien ist das alte Dominikanerkloster San Pastore in den Sabiner- Bild: Lauterwasser Der Salemer Baroch=Kachelofen Die Jahreszeit ist jetzt gekommen, in der man dem Ofen wieder seine Aufmerksamkeit schenkt. Ein warmes Zimmer ist der Wunsch eines jeden, wie der Ofen aus- schaut, ist den meisten Menschen gleichgültig. Lediglich in den Bauernstuben findet man noch schöne alte Kachelöfen, in deren Röhre am Abend die Bratäpfel schmoren, auf deren Bank die Katze schnurrt. Eine vergangene Zeit, die jeden Gegenständ des täglichen Bedarfs künstlerisch zu schmücken verstand, hat auch prachtvolle Oefen geschaffen, die in Form und Ausschmückung heute in den Museen unsere Bewunderung finden. Die damaligen Hafner waren nicht nur gute Handwerker, sondern auch große Künstler. Es gab bedeutende Werkstätten wie in Villingen oder Nürnberg, deren Arbeiten gesucht und geschätzt waren. Hier im Bodenseegebiet und in der benachbarten Schweiz war es die Steckbomer Kunsthafnerei, die zur Blüte kam, als die Kunsthafnerfamilie Pfau in Winterthur ausstarb. So schuf im Verlaufe des 18. Jahrhunderts die Kunsthafnerfamilie Meyer zahlreiche schöne Kachelöfen, die sich in den Kantonen Luzern, Graubünden, Thurgau und im Bodenseegebiet befinden oder befanden. Denn leider kamen viele in auswärtige Museen, wie es mit dem Steckborner Kachelofen von Ueberlingen der Fall war, der vor ungefähr 50 Jahren in das Münchener Landesmuseum kam. Im ehemaligen Sommerrefektorium von Salem befindet sich noch ein sehr schöner Steckborner Fayence-Kachelofen, den der Kunsthafner Daniel Meyer 1733 schuf. Der Ofen ist in barocker Architektur gebaut und seine Kacheln sind mit über 120 farbenfrohen Bildern bemalt. Welcher Künstler die Kacheln bemalte, ist nicht sicher feststellbar. Die Fülle der Bilder läßt sich thematisch aufteilen. Eine Gruppe gibt biblische Themen wieder, eine andere enthält Bilder aus dem Leben der Zisterzienser. Und wieder eine Gruppe zeigt Sinnbilder mit beigefügten Texten. Dazwischen stehen landschaftliche Idylle. Sie alle sagen in irgendeiner Weise etwas über das Feuer aus, sei es als Element oder Wärmespender in Gestalt der Sonne, in seiner profanen oder sakralen Verwendung, in übertragener Form als Leidenschaft oder als Feuer des Glaubens. Manche Kachel läßt sich in ihrer Bildwiedergabe heute kaum mehr richtig deuten. Unterhalb der Kuppel des Ofens ist das Wappen des Salemer Abtes Konstantin angebracht, das einzige Merkmal, das auf Salem hinweist. Dieser Ofen — heute ist er nicht mehr in Benutzung —, stellt eine bedeutende Zierde des an sich schon durch überreichen Schmuck ausgezeichneten Refektoriums in Salem dar. Kreislaufstörungen^ “ InUllCV jÜtU jet 1 Arterienverkalkung '„V — Knoblauch-Beeren und Albanerbergen die fröhliche Ferienheimat der Germaniker. Die im Laufe der Zeit wieder erworbenen Ländereien des Collegs um San Pastore wurden in großzügiger sozialer Gesinnung als Pachtland für neue Bauemstellen aufgeteilt und geben den jungen Theologen während der Ferienzeit zugleich Gelegenheit zu praktischen Sozialstudien. Fast -8000 Priester — zumeist aus deutschen Diözesen — sind im Laufe dieser vier Jahrhunderte aus dem Colleg hervorgegangen, darunter fast 400 Bischöfe, über 30 Kardinäle sowie zahllose Gelehrte und bedeutende Männer und große Seelsorger. Heute leben noch 29 „Germaniker-Bischöfe“ (darunter Erzbischof Stepinac), 14 Regenten von Priesterseminaren und weit über 80 Professoren der verschiedensten Fakultäten, die Altgermaniker sind. Dr. Josef RuSwurm Vatikan und „Klein-Europa‘-Konzeption Englische Stimme zu Straßburger Kombinationen London. Die bekannte katholische Wochenschrift „Tablet“ befaßt sich in ihrer neuesten Ausgabe mit den Straßburger Europa-Plänen und warnt angesichts gewisser Aeußerungen, die in Straßburg gefallen sind, vor dem Versuch, die katholische Kirche zu stark mit den Plänen zu identifizieren, die eine „Kleine Föderation“ zwischen Deutschland, Italien, Frankreich und den Benelux-Ländem anstreben. Die in Straßburg geprägte Formel „Vatikan-Europa“ werde von Katholiken und Nichtkatholiken dazu benutzt werden, eine solche „Kleine Föderation“ zu fördern. Gegen keinen Papst könnte jedoch, so schreibt „Tablet“, der Vorwurf, er sehe die Universalkirche in einem engen europäischen Lichte, mit weniger Berechtigung erhoben werden als gegen Pius XII. Man könne annehmen, daß es von vielen Würdenträgern im Vatikan bedauert würde, wenn sich die sogenannte „Kleine Föderation“ in einer zu exklusiven Weise entwickeln und dadurch die Einbeziehung der gegenwärtig im dbwje- tischen Machtbereich liegenden katholischen Nationen in die europäische Gemeinschaft aus dem Auge verlor«! würde. „Die Wahrheit ist natürlich“, so heißt es in dem Artikel, „daß der Hl. Stuhl als Beobachter von jeher mit größtem .Interesse jede Initiative verfolgte, die den Frieden und die Sicherheit der Welt zu wahren sucht Niemand würde einfallen, Briand als Agenten des Vatikans zu bezeichnen, weil ihm der Papst in Anerkennung seiner für den europäischen Frieden geleisteten Arbeit ein Glückwunschschreiben übersandte und niemand sollte glauben, daß die gegenwärtige Politik der Außenminister der westlichen Staaten in irgendeiner Weise vom Vatikan inspiriert worden «ei. Der Begriff „Vatikan-Europa“ wurde auf dem Internationalen Liberalenkongreß in Straßburg geprägt. Die Teilnehmer dieses Kongresses hätten sich vergegenwärtigen können, daß diese internationalen Jah reskongresse zwar für die liberalen und sozialistischen Parteien und selbstverständlich für die kommunistischen Parteien der verschiedenen Länder zur Koordinierung ihrer Arbeit stattfinden, daß es aber für die christlichen Parteien keine solche Jahreskongresse gibt Internationale Fühlungnahmen zwischen den christlichen Parteien finden selten statt. Fis ist nicht wahr, daß sie gemeinsam für die Schaffung eines geeinten Europa gewirkt haben.“ Die Staatsmänner dieser Parteien seien als Vertreter ihrer Staaten zrwammengekommen, um eine Politik zu verfolgen, die im gegenwärtigen Zeitrunkt unvermeidlich erscheine. Wenn — Staatsmänner alle Katholiken seien, so schließt das „Tablet“, so könne dieser Zufall nur als ein Symptom dafür angesehen werden, daß Katholiken die natürlichen Führer ihrer vorwiegend katholischen Länder seien sofern sie nicht vom öffentlichen Leber ausgeschlossen wurden, wie es in Deutsch land, Frankreich und Italien nach 1870 fü eine Generation und länger der Fa’ gewesen sei. * Synode der evangelischen Kirche Samstag. Sportdii IL Liga Jahn jteg 1. FC Bai gen, FC ( bing — A Nicht v der II. Li und zusar 3:9 Punk edilußb-ld auch nur drin, wie ken pfleg] negatives am Sonnt Tabellensl Hohentwi' SV Dann: stig im Rc geschlagei geber gür steigende] zumal der Sperre de vielleicht daß der A bängt uik ">n des Südb&d Am Soi bandsman von den mer der I land hatte ohne Spii ist Bayerr jahres 19 4:0 besiec eine mit Wettbewe ren überli wandfreie Nun zeig durch ihre keine frei bewerb ai Schaft aus nur zufäll weil sich auf sie ii Der Spi Bayern; ii Südwest - dersadisei in Itzehoe Bodcum-H Obers Um 4 Am koi vensburg Fußball-A- ben und < beiden bi Dr. D. H. S t o 1 z Mit der •— Süddeu deutsdhlan Pokal des in das en Treffen, q dem Südv läge in H der Vorru Spiels tärki Endspiel, dion zwis spracht de hier doch erneut ge Hauptsach bürg und beig, Vic mehrere ii Vertrauen des Süden Bernhard trifft. Ers- Entscheide Pokalve Grand sei damit ver voidt nach nach Kam; 4. West-Elf s | lieh Mitte Ländermai 1 Elbingerode. In dem Harzstädtch Elbingerode wurde am Dienstag die S\ node der Evangelischen Kirche in Deutsch land durch ihren Präses Dr. Heinemann er öffnet Fis ist das erste Mal seit 1948, dal sich die offiziellen Vertreter sämtliche: deutschen Landeskirchen auf dem Boder der sowjetischen Zone zusammerafinden An der Tagung, die bis zum 10. Oktober dauerte, nahmen außer den Mitgliedern des Rates der EKD und der Kirchen- konferenz 120 Synodale teil; von ihnen vertraten etwa 40 die Landeskirchen im Bereich der DDR. Der Uebergang der zahl- j reichen westdeutschen Teilnehmer an der Zonengrenze vollzog sich völlig reibungslos. Das starke Interesse, da« dieser Synode in den Gemeinden der sowjetischen Zone entgegengebracht wird, hat sein«» Ausdruck in dem starken Besuch des Erhoff nungsgottesdienstes gefunden, in dessen Rahmen Landesbischof Lilje die Liturgie und der sächsische Landesbischof Hahn die Predigt hielt Dr. Heinemann wies in seiner Eröffnungsrede darauf hin, daß die Oeffentlich- keit mit großen Erwartungen dem Verlauf dieser Synode entgegensehe und von der Kirche ein lösendes Wort zu den das ganze deutsche Volk bewegenden Fragen erhoffe. Um so größer sei die Verantwortung der Synode, über alle Spannungen und Meinungsverschiedenheiten hinweg das Ge-. meinsame nicht aus den Augen zu verlieren. Im ¥ Handbai £. bürg — Zä radi, Hof Die Ha: Spiele vo: gut als m So trägt Tabellenfi Neuling i ohne wei hat sich kampffreu dem Köm \. stung ans kampf wi gen) die < nidtt entg terwald ii dien. Handba ii. bach — Fr iS Stuttgarte lingen —' :!;• Altenstad: £ : Handba % heim, TV Tettnang, Sehr re tlge Wod nier in S paar Ostv dem vier! / Seite Samstag, 11. Oktober 1952 SÜDKURIER Nr. 161 / Seite S-S1Ä* s y>. tr ' Sportdienst des Südkurier Anschluß nach oben für Singen? Im Meiflterscbaftskampf der II. Liga Süd gegen Darmstadt IL Liga Süd: Karlsruher FV — Böchingen (Sa), Jahn Jegensburg — Bayern Hof, FC Fie-burg — 1. FC Bamberg, Schwaben Augsburg — Reutlingen, FC 04 Singen — SV Dannstadt, TSV Straubing — ASV Cham. Nicht weniger als acht von 18 Mannschaften der II. Liga Süd bilden mit jeweils 5:7 Punkten und zusammen mit zwei weiteren zwei (4:8, bzw. 3:9 Punkten) das „lange Ende" des Tabellenschlußbildes, während die Differenz nach oben auch nur 6ehr knapp ist. Es ist also noch alles drin, wie man sich in Fußballkreisen auszudrük- ken pflegt. Auch für den FC Singen, der noch ein negatives Punkteverhältnis aufweist. Denn schon am Sonntag kann sich manches ändern, kann ein Tabellensturz erfolgen. Der Weg für die Elf vom Hohentwiel nach oben führt morgen über den SV Darmstadt, der mit 7:5 Punkten erlativ günstig im Rennen liegt. Die Hessen müssen also erst geschlagen werden, «oll die Lage für den Gastgeber günstiger werden. Das scheint bei der ansteigenden Form nicht ausgeschlossen zu sein, zumal der Platzvorteil nicht unwesentlich ist. Die Sperre der Hintermannschaft kann ein zu Null' vielleicht garantieren. Es kommt nur darauf an, daß der Angriff dadurch nicht zu sehr in der Luft bängt und Erfolge erzielt. — Die verlorene Posi- ->n des Spitzenreiters will der Karlsruher FV Verbände greifen in die Pokalrunde ein Südbaden ln Rändern gegen Südwest — Württemberg ln Ludwigsburg gegen Bayern lr schöner i, den der schuf. Der ur gebaut r 120 tarier Künst- cht sicher ihematisch ische The- ält Bilder , Und wie- r mit bei- :hen landin irgend- er aus, sei ler in Ge- anen oder ertragener Feuer des ±i in ihrer ihr richtig des Ofens btes Kon- Merkmal, r Ofen — utzung —, es an sich ick ausge- :m dar. H. S t o 1 z Am Sonntag steht das Pokalturnier der Verbandsmannschaften wieder auf der Karte. Es gilt, von den 15 Landesverbänden die acht Teilnehmer der Zwischenrunde zu ermitteln. Das Rheinland hatte bei der Auslosung Glück und erreicht ohne Spiel die Zwischenrunde. Pokalverteidiger ist Bayern, das im Endspiel den Sieger des Spieljahres 1950/51, Niederrhein, in Wuppertal klar 4:0 besiegte. Vor zwei Jahren haben die Vereine mit Vertragsspieler-Abteilungen diesen Wettbewerb um den Bundespokal den Amateuren überlassen, weil ständige Terminnot die einwandfreie Durchführung nicht gewährleistete.. Nun zeigt sich aber, daß selbst die Amateure durch ihre teilweise umfangreichen Rundenspiele keine freien Termine für diesen Verbandswettbewerb aufbringen. So stellt Bayern eine Mannschaft aus Spielern der II Amateur-Liga, in die nur zufällig Zeitler und Meßmann hineinkamen, weil sich deren Vereine einverstanden erklärten, auf sie in ihren Spielen zu verzichten. Der Spielplan: in Lüdwigsburg- Württemberg— Bayern; in Gießen: Hessen Baden; in Kandel; Südwest — Südbaden; in Berlin: Berlin — Niedersachsen; in Blumenthal; Bremen — Hamburg; in Itzehoe: Schleswig-Holstein — Niederrhein; in Bodcum-Hövel; Westfalen — Mittelrhein. Oberschwaben gegen die Ostschweiz Um den Bodensee-Pokal in Ravensburg Am kommenden Sonntag stehen sich in .Ravensburg im Kampf um den Bodenseepokal die Fußball-Auswahlmannschaften von Oberschwaben und der Ostschweiz erstmals gegenüber. Die beiden bisherigen Cup-Begegnungen hatten fol- Süddeutschlands Handball im Finale? Um den DHB-Pokal gegen Norddeutschland I ’ I' t das „Ta- ur als ein rden, daß irer ihrer ler seien ten Leber l Deutsch h 1870 fü der Fa’ tirche zstädtch g die S\ i Deutsch emann er 1948, dal sämtliche: em Boder nenfinden ). Oktober litgliedern Kirchen- iron ihnen irchen im ' der zahl- ier an der reibungs- iieser Sy- wjetischen lat seinen h des Er- , in dessen e Liturgie f Hahn die ler Eröff- teffentliehen Verlauf d von der das ganze en erhoffe, wtung der und Mei- das Ge- zu verlie- I r- V E - Mit den beiden Vorschlußrundenspielen Nord «— Süddeutschland fh Bremen und Berlin *- Westdeutschland in Berlin, treten die Spiel e ■ um. den Pokal des Deutschen Handballbundes am Sonntag in das entscheidende Stadium. Die Sieger beider Treffen, qualifizieren »ich für das EndspdeL Nachdem Südwestdeutschland mit einer 10:17-Nieder- lage in Haßloch gegen Süddeutschland bereits in der Vorrunde ausschied, stehen am Sonntag die »pielstärksten Mannschaften im Kampf um das Endspiel. Die Begegnung im Bremer Weser-Stadion zwischen Nord- und Süddeutschland beansprucht dabei das größere Interesse, stehen sich hier doch din Finalisten von 1948, 1949 und 1950 erneut gegenüber. Der Norden verläßt sich zur Hauptsache wieder auf Spieler der Polizei Hamburg und des THW Kiel. Mit Torwart Singer, Is- beig, Vidc, Maychrzak und Dahlinger stehen mehrere internationale in der Elf, der man großes Vertrauen schenkt. Allerdings ist die Spielstärke des Südens nicht zu unterschätzen, der u. a. mit Bernhard Kempa, Bemard, Goelkel und Kern antrifft. Erst nach hartem Kampf dürfte hier die Entscheidung fallen. Pokalverteidiger Westdeutschland reist auf Grund seines größeren Spielerreservoirs und der damit verbundenen größeren Spielstarke als Favorit nach Berlin, wo sich die Einheimischen erst nach Kampf geschlagen bekennen dürften. In der West-Elf stehen allein zehn Internationale. Lediglich Mittelstürmer Will spielte noch nicht in der Ländermannschaft. Im Handball bereits Rückrunde Handball-Landesklasse Baden (Sfid): 1844 Frei- l bürg — Zähringen, Altenheim — Rotweiß Lörrach, Hofweier — Schutterwald Die Handballer haben scheinbar Eile, die Spiele vor Einbruch der schlechten Witterung so gut als möglich unter Dach und Fach zu bringen. So trägt nämlich der noch einzig ungeschlagene Tabellenführer Rot-Weiß Lörrach morgen beim Neuling in Altenheim bereits das Rüdespiel aus, ohne weiterhin gefährdet zu sein. Allerdings hat sich Altenheim bereits in Lörrach als sehr kampffreudig erwiesen, was die Lörracher neben dem Können auch zu einer einsatzkräftigen Leistung anspornen müßte. Im Freiburger Lokalkampf wird sich 1844 Freiburg (gegen Zährin- gen) die Chance eines doppelten Punktegewinnes nicht entgehen lassen wollen, dagegen ist Schutterwald in Hofweier als klarer Favorit anzusprechen. HandbaU-Verbandsiiga Württemberg: Frankenbach — Frischauf Göppingen, Freudenstadt — Stuttgarter Kidcers, Süßen — Schnaitheim, Pfullingen — Tschft. Göppingen, TV Holzheim gegen Altenstadt. Handball-Landesklasse: Nellingen — TB Holzhelm, TV Eßlingen — Eislingen, Heidenheim — Tettnang, Geislingen — Lindau. Was sonst noch geboten ist Sehr rege sind die Radsportler, die das vielseitige Wochenendprogramm mit einem Radballturnier in Schweinfurt eröffnen. Das Weltmedster- paar Ostwalder/Breitenmoser (Schweiz!, wird mit dem vierfachen deutschen Meister und Weltmei- Den Rhein entlang bereits heute Samstag vor heimischem Publik-, gegen den Tabellenvorietzten und Neuling Unicr. Böckingen zurüdeerobern. So spielt die L Liga I. Liga Süd: VfB Mühlburg — BC Augsburg Eintracht Frankfurt — Aschaffenburg, VfB Stuft gart — FSV Frankfurt, Offenbach — SV Waldhol V£R Mannheim — Stuttgarter Kickers, 1. FCNürn berg — Ulm 46, 1860 München — Fürth, Schwein furt — Bayern München. I. Liga Südwest: Neuendorf — 1. FC Saarbrük ken 1. FC Kaiserslautern — Wonns, Neunkirche — VfR Kaiserslautern, Phönix — Tura Ludwigs hafen, Eintracht Trier—V' Engers, Mainz 05 — FK Pirmasens, Hassia Bingen — VfR Kirn, Saa Saarbrücken — Speyer. I. Liga West: München/Gladbach — 1. FC Köln Sodängen — Borussia Dortmund, Alemannia Aa dien — Schalke 04, Pr. Dellbrück — Pr. Münster Rotweiß Essen — Meiderich, STV Horst — Schwarzweiß Essen, Düsseldorf — Erkenschwick Katernberg — Leverkusen. I. Uga Nord: VSL Osnabrück — Göttingen 05. Hamburger SV — Hartmrger TB, Werder Bremen — Eimsbüttel, Holstein Kiel — St. Pauli, Conc. Hamburg - ~ Eintr. Osnabrück, Hannover 96 — Arminia Hannover, Bremerhaven 93 — VfB Lübeck, Altona 93 — Bremer SV. gendes Ergebnis: Vorarlberg — Oberschwaben 3:2, Ostschweiz — Vorarlberg 2:0. Die Platzanlage des Fußballvereins Ravensburg im Wiesental Ist inzwischen so ausgebaut worden, daß sie 7000 Zuschauer bei einwandfreier Sichtmöglichkeit aufnehmen kann. Am Sonntagvormittag wird die Stadtverwaltung beide Mannschaften und die Vertreter der Verbände im Rathaus empfangen. Ausschnitte, aus dem Spiel werden vom Südwestfunk und' von Radio Beromünster übertragen. Man darf den 12 Oktober als einen Höhepunkt der Fußballsaison in «Oberschwaben bezeichnen. Oberschwabens Fußballelf wurde wie folgt nominiert: Schwitzer (SpVgg Lindau): Maier (VfB Friedrichshafeu), Brielmaier (SV Weingarten); Mangold (VfB Friedrichshafen), Sill VfB Friedrichshafen), Mayer (TG Biberach); Kimpf- ler (FV Ravensburg), Ostermaier (FV Ravensburg), Holte (FC Lindenberg), Merkel (FV Ravensburg), Wolf (SV Sigmaringen). Ersatzspieler sind; Fürgut (SG Baieöfurt), Schmid (Ravensburg), Wagner (Lindenberg), Heinzier (Lindau) und Teufel (Friedrichshafen). Ringer-Oberliga Südbaden startet Die ruhige Zeit im Lager der südbadischen Ringer ist am 11. und 12. Oktober vorbei. Bereits der erste Kampftag der südbadischen Ringeroberliga wird einige interessante Punktekämpfe bringen. Es ringen: Nendingen (Württemberg) — ASV Triberg, Germania Freiburg — Freiburg-St. Georgen, Urioffen — Hornberg, Gottmadingen — Alemannia Kuhbach, ASV Lahr — St. Georgen/ Schwarzwaid. sterschaftszweiten Gebrüder Pensel (Kulmbach) und deto“‘0hterr«fcft-5chen 'StäatStteist'er Boesch- SchelBng wetteifern . Die Dortmunder Westfalenhalle ist Schauplatz eines Mannschaftsrennens der Berufsfahrer über 100 km. Unter den 17 Paaren ist auch Weltmeister Heinz Müller, der mit Ludwig Hörmann (München) eine Mannschaft bildet. Die Leichtathleten kommen trotz der vorgerückten Zeit noch einmal in einem Marathon-Wettbewerb über 42 km in Leverkusen zur Geltung. Neben dem Holländer Moons und dem Oesterreicher Aloys Wagner, ist auch die nationale deutsche Klasse fast vollzählig vertreten. Deutsche Meisterschaft nach Punkten? Fußball-Bnndestag vor Entscheidungen Der Deutsche Fußball-Bund hält am letzten Oktobersonntag seinen alljährlichen Bundestag ab. Im Vordergrund steht die Frage der Deutschen Meisterschaft, zu der eine Erhöhung der Teilnehmerzahl an den Endrunden auf 16 Mannschaften vorgeschlagen wird. Süd und West sollen je vier, Nord und Südwest je drei und Berlin je zwei Vertreter stellen, oder: Süd, West und Nord je vier und Südwest und Berlin je zwei Vertreter. Der Fußballverband Rheinland/ Pfalz beantragte eine Gleichstellung mit den drei anderen Regionalverbänden. Der Spielausschuß schägt für die Ermittlung der Teilnehmer an der Vorschlußrunde und an dem Endspiel vor, wie international üblich, das Punkt- und Torverhältnis gelten zu lassen. Auch die Amateurmeisterschaft soll in vier Staffeln und nach Punk- ausgetragen werden. Diese Herren sind Karten-Schwarzhändler. Man sah sie am Sonntagnadunittag vor den Toren von Colombes beim Länderspiel Frankreich—Deutschland. Es waren — Sie werden lachen — Deutsche. Und nicht nur das. „No oi Kart*, sagte einer von ihnen, „die andere sind älle wegl* Nor 4000 Karten wurden vom französischen Fußballverband nach Deutschland gegeben, bei einer Nachfrage von 20 000. Woher kommt da der Ueberfhiß bei einzelnen? Da stimmte doch etwas nicht bei der Kartenverteilung? Bild: Strobel Frankreich — Deutschland ergab Einnahmen-Rekord Das am vergangenen Sonntag in Paris-Co- lombes ausgetragene Fußball-Länderspiel Frankreich — Deutschland ergab für das Pariser Stadion mit 18 295 000 Franken einen neuen Ein- nahmenrekord. Der bisherige Höchstbetrag (17 239 727 Franken) wurde beim französischen Cupfinal 1952 erreicht. Den effektiven Zuschauer- rekorfl in Colombes ergab der Cupfinal des Jahres 1950 mit 61 722 Besuchern; bei Frankreich gegen Deutschland waren 56 021 zahlende Zuschauer anwesend. Famechon blieb Europameister Ray Famechon (Frankreich) verteidigte seinen Europameistertitel im Federgewicht gegen den Italiener Nello Barbadoro erfolgreich. Famechon schlug seinen Gegner in der dritten Runde k.o. und unterstrich durch diesen schnellen Erfolg seine Ansprüche als Herausforderer des Weltmeisters Sandy Saddler (USA) nachdrücklich. YVLV ahndet Verstoß gegen DSB-Beschluß Der Westdeutsche Leichtathletikverband hat gegen die Leichtathleten Hoppenrath (Krefeld) und Peltzer (Bielefeld) ein Verfahren eingeleitet, da beide entgegen den Oberweseler Beschlüssen des Deutschen Sportbundes am 28. September an einem Sportfest im Sowjetsektor Berlins teilgenommen haben. Dieses ist der erste bekanntgewordene Verstoß von Sportlern gegen den DSB-Beschluß, die Sportbeziehungen zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetzone abzubrechen. In wenigen Zeilen In Zürich gingen mehrere Deutsche an den Start. Im Haupfkampf besiegte der Olympiazweite Edgar Basel (Deutschland) den Schweizer Fliegengewichtsmeister Vonlanthen klar nach Punkten. Helmut Pfirrmann kam im Halbschwergewicht zu einem K.o.-Sieg über Sepp Meten- berg (Schweiz). In einem Trainingsspiel für das am 19. Oktober ln Wien stattfindende Fußball-Länderspiel . Oesterreich gegen Frankreich gewann die österreichische Nationalmannschaft in Linz mit 7:2 (5:0) Toren über Jahn Regensburg Jean Boiteux (Frankreich), der Olympiasieger über 400 m Kraul, hat als erster ausländischer Schwimmer seine Teilnahme am traditionellen Totengedenk schwimmen am 22./23. November in Berlin zugesagt. Eine Auswahl der schottischen Fußballiga schlug eine Elf der irischen Liga 5:1. Der frühere Schwergewichtsboxweltmeister Ez- zard Charles (USA) besiegte in Cincinnati seinen Landsmann Bernie Reynolds in der zweiten Runde durch k.o. Die Alt-Internationalen der Schweiz und Deutschlands stehen sich am 19. Oktober in Zürich in einem Fußballspiel gegenüber. Nach dem Schweizer Leichtathletikterminkalen- der für das Jahr 1953 stehen sich die Frauen- und Männermannschaften der Schweiz und Deutschlands am 22./23. August in einer Schweizer Stadt im Länderkampf gegenüber. Die sowjetische Fußballmeisterschaft ist praktisch zugunsten von Spartak Moskau entschieden, obwohl noch vier Spiele ausstehen Länder kämpfe sind keine Modebad-Schaakämpfe Ein ernstes Schlußwort zur deutschen Tennis - Saison 1952 „Wer berufen ist, in einer Ländermannschaft zu spielen, der muß wissen, daß ihm das auch gewisse Pflichten auferlegt. Cracks, die nicht gewillt sind, diese freiwillig auf sich zu nehmen, sollen sich ihre Zeit nach Gutdünken vertreiben. In eine Auswahlmannschaft gehören sie nicht." Die ernsten Worte richtqlje der „Hamburger Anzeiger" an die Adresse der derzeitigen deutschen Spitzenspieler im Tennis. Das Blatt sehre.bt: „Tennis-Asse sind nicht aus dem Boden zu stampfen. Talentierten Kräften wird in Amerika und Australien e ne Förderung zuteil, der wir in Deutschland nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen haben. Aber auch dort haben die Götter den Schweiß vor den Preis gesetzt Und das sollten sich die Buchholz Sc Co. einmal gehörig hinter die Ohren schreiben! Es ist keine Schande, einem besseren Gegner zu unterliegen. Unverantwortlich ist es jedoch, zu einem internationalen Kampf in einet körperlichen Verfassung anzutreten, die vielleicht für Schaukämpfe in einem Modebad gerade noch ausreichen mag. Schon nach dem Davispokalspiel gegen Dänemark konnte man lesen, daß nicht so sehr die spielerische Ueberlegenheit der jungen dänischen Mannschaft die Ursache für unsere Niederlage war, sondern die sträflich schlechte Kondition der deutschen Spieler. Das 0:6-Fiasko im Länderkampf gegen Italien, der in Wiesbaden ausgetragen wurde, ist noch in frischer Erinnerung. Ueber diesen „Kampf" urteilte ein führender Mann aus Westdeutschland geradezu vernichtend: „Es kann einem grausen, wenn mau sieht, wie lustlos mit einer Ausnahme unsere Spieler dort spielten. So, als wenn die zweite Runde eines Bäderturnieres ausgetragen würde, so wenig Kampfgeist zeigten unsere Vertreter im Nerotal. Von denen ist nichts mehr zu erwarten." Des Pudels Kern? Der Leiter des Deutschen Tennisbundes kennt ihn. Sehr freimütig äußerte er sich über die mangelnde Sportauffassung unserer „Spitzenspieler". „Das wissen wir natürlich genau so, aber Sie sind ein Narr, wenn Sie glauben, daß wir unsere Spieler zu einem Konditionstraining bekommen. Die würden Sie glatt aus- lachen, wenn Sie denen sagen würden, sie sollten mal für eine Weile den Schläger aus der Hand j tun und ein Lauftraining durchführen." Der Deutsche Tennisbund sollte »ich überlegen, ob er seinerseits gewillt ist, sich durch solche Spieler in Zukunft noch vertreten zu lassen. Dann schon lieber ganz von vorn anfangen. Mit jugendlichen Kräften, die »ich unterzuordnen wissen. Bald Kleiner Grenzverkehr mit Frankreich? Freibnrg. Die Bemühungen um einen vertraglich geregelten Kleinen Grenzverkehr mit Frankreich scheinen jetzt in ein konkretes Stadium zu treten. Wie man aus dem Regierungspräsidium in Freiburg erfährt, hat die französische Regierung der Bundesregierung schon vor einiger Zeit den Entwurf einer Regelung des Kleinen Grenzverkehrs zwischen den otsfranzösischen Departements und den Grenzgebieten der Länder Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zugeleitet und um Stellungnahme gebeten. Die Bundesbehörden arbeiten gegenwärtig nach Vorschlägen, die von der Regierung in Mainz und im Auftrag der Stuttgarter Regierung von den zuständigen Freiburger Stellen gemacht wurden, einen Gegenvorschlag aus. Nach Ansicht des Freiburger Regierungspräsidiums ist damit zu rechnen, daß nach dem vorbereitenden Notenwechsel bald die eigentlichen Verhandlungen über den Abschluß eines Abkommens aufgenommen werden. Sechs „Kriegsverbrecher“ heimgekehrt Freibarg. (A.-Eigenbericht.) Nach einer Mitteilung der Caritas-Kriegsgefangenenhilfe in Freiburg sind in der zweiten Septemberhälfte wieder sechs Deutsche heimgekehrt, die in französischen Gefängnissen als „Kriegsverbrecher" zurückgehalten wurden. Alle sechs Heimkehrer haben in Kehl die Grenze überschritten. Der Badische Hotelverband hielt Rückschau Offenburg. (S.-Eigenbericht.) Vor kurzem las man in einem Bericht der „Bjnk Deutscher Länder“, im Fremdenverkehr sei eine ausgesprochene Hochkonjunktur zu verzeichnen. An diese Mitteilung knüpfte der erste Vorsitzende des Verbandes der Hotels und verwandter Betriebe in Südbaden, Hotelbesitzer und Stadtrat Alfred Brenner (Baden-Baden) sein Referat an, in dem er auf einer Mitgliederversammlung im Höhenhotel Hundseck an der Schwarzwald-Hochstraße den Verlauf der Hauptsaison 1952 würdigte. Der Redner führte dabei aus, es sei nicht zu bestreiten, daß die Saison eine ausgezeichnete Frequenz gezeitigt habe. Nichts aber sei abwegiger, als etwa anzunehmen, eine gute Frequenz lasse auf einen guten Umsatz schließen. Im Anschluß an das Referat von Alfred Brenner berichtete eine Reihe von Hotelbesitzern über Eindrücke und Erfahrungen aus der Reisezeit 1952. Im Vordergrund stand dabei die Forderung nach energischen Maßnahmen in der Lärmbekämpfung. Hotelinhaber Siegel (Waldbaus Jakob, Konstanz) meinte, man könne vom Reiseverkehr als von einer neuzeitlichen „motorisierten Völkerwanderung“ sprechen. Es wolle einem gelegentlich scheinen, als ob die Devise laute: Je mehr Lärm, desto weniger Geld. Klage geführt wurde auch über mangelnde Ordnung auf den Zeltplätzen. Man verneine das Zelten nicht, müsse aber doch verlangen, daß die Zeltplätze sich in den Rahmen des gepflegten Reisewesens einzufügen bemüht seien. Wie im Frühjahr in Konstanz, kam man auch im Hotel Hundseck wieder auf die Frage zu sprechen, welche Stellung der Hotelverband Badens im neuen Bundesland einnehmen solle. Der erste Vorsitzende des württem- bergischen Landesverbandes, der gleichzeitig auch Präsident des gesamtdeutschen Hotel- und Gaststättenverbandes ist, Willi Pauly, erhob den Wunsch nach einer völligen Verschmelzung der bestehenden badischen und württembergischen Verbände des Hotel- und Gaststättengewerbes. Demgegenüber vertritt man im Hotel- wie im Gaststättenverband Südbadens die Auffassung, an der Selbständigkeit festhalten zu wollen und zu müssen. Wohl aber ist man entschlossen und bereit, in einer Arbeitsgemeinschaft mit den anderen Verbänden die gemeinsamen Interessen zu wahren und zu vertreten. Für den Standpunkt der Selbständigkeit bzw ihrer Beibehaltung setzte sich bei der Herbsttagung des Hotelverbandes mit ganz besonderem Nachdruck Hotelbesitzer Grüner (Konstanz) ein. Man beschloß, eine endgültige Entscheidung bis zum März 1953 zu verschieben. Landwirtschaftliche Fachorganisationen gefordert Otfenbnrg. Der Neuaufbau der landwirtschaftlichen Verwaltung im Lande Baden-Württemberg wurde vom FDP-Landwirtschaftsausschuß Südbaden in Offenburg gefordert. Außerdem verlangte der Ausschuß eine landwirtschaftliche Fachorganisation, die den Organisationen der anderen Berufsstände entspreche. Auch der Jungbauer müsse, so wurde erklärt, bevor er den Betrieb übernehme, eine Fachausbildung mit Abschlußprüfung erhalten. Nur so könne der Landflucht gesteuert werden. Auf der Tagung des Landwirtschaftsausschusses wurde ferner mitgeteilt, daß eine Landwirtschaftskammer ohne Billigung der organisierten Landwirte nicht eingerichtet werde. Bel der Stellenbesetzung der Landwirtschaftsverwaltung müsse noch mehr als bisher der Fachmann an die Stelle des Verwaltungsbeamten rücken. Süddeutsche Umschau Motorradfahrer wurde zermalmt Heilbronn. Bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt wurde ein 28 Jahre alter Motorradfahrer bei einem Verkehrsunfall am Ortseingang von Ellhofen im Kreis Heilbronn. In der unübersichtlichen Kurve der Bundesstraße 39 wollte der Motorradfahrer einen Lastzug überholen und stieß dabei mit einem anderen Motorrad, das ihm entgegenkam, zusammen. Durch die Wucht des Zusammenpralls wurde der überholende Motorradfahrer unter den beladenen Lastzuganhänger geschleudert, überfahren und getötet. Der andere Motorradfahrer erlitt Verletzungen. Nach Mitteilung der Landespolizei dürfte die Schuld den tödlich Verunglückten selbst treffen. Futterrübe reicht für ganzen Stall Sinsheim. Ein Sinsheimer Landwirt erntete dieser Tage eine Futterrübe von respektablen Ausmaßen. Auf der Waage stellte man fest, daß dieses Prachtexemplar 21 Pfund Wog und damit beinahe als Füttermahlzeit für einen ganzen Kuhstall ausreichen könnte. Wolf ähnliche Tiere im Neckartal? Mosbach. Auf der Gemarkung Heinsheim konnte der dortige Forstwart dieser Tage ein Tier erlegen, das große Aehnlichkeit mit einem Wolf hat. Die Länge des Tieres beträgt 1,50 m, die Laufhöhe 70 cm, das Gewicht etwa 80 Pfd. Die großen Läufe und das starke Gebiß wurden als außergewöhnlich bezeichnet. Die einheimischen Waidmänner konnten nicht feststellen, ob es sich um einen Wolf, einen Bastard oder um einen besonders großen wildernden Hund handelt. Auch bei Hilsbach und im Eppinger Stadtwald im Kreis Sinsheim sollen wolfsähnliche Tiere gesehen worden sein. Ameisen sollen geschont werden Heidelberg. Einen Aufruf zum „Schutz der Ameisen" in den deutschen Wäldern hat das Hauptquartier der amerikanischen Streitkräfte in Deutschland an die Besatzungsmitglieder erlassen. Das Hauptquartier weist darauf hin, daß vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten im Anschluß an die von den alliierten Streitkräften in den letzten Wochen in der Bundesrepublik durchgeführten Manöver und Feldübungen Zerstörungen von Ameisenhügeln in einem „geradezu alarmierenden Ausmaß“ festgestellt worden seien. Das Hauptquartier hebt die besondere Rolle hervor, die diesem Insekt für die Gesunderhaltung des deutschen ' Waldes zukommt, und fordert cjie Mitglieder i der amerikanischen Streitkräfte auf, Ameisenhügel künftig zu schonen. Stadtverwaltung Irrte sich um 345 000 DM Weinhelm. Um 345 000 DM hat sich die Wein- heimer Stadtverwaltung bei der Berechnung der Kosten für den Ausbau des Weinheimer Realgymnasiums geirrt. Anstatt 450 000 werden die Arbeiten 795 000 DM kosten. Oberbürgermeister Rolf Engelbrecht teilte den Stadträten mit, daß zur Finanzierung des Projekts bisher lediglich 350 000 DM zur Verfügung stehen. Den Rest müsse die Stadt aufbringen. Die Stadträte genehmigten die Ausgabe nach längerer Diskussion. Blick über die Grenzen Britische Panzer in der Schweiz Basel. Zwei von Großbritannien der schweizerischen Armee zu Versuchszwecken überlassene 50;Tonnen-Panzer vom Typ .Centurion“ sind an Bord des Motorschiffes .Bodio“ im Hafen von Kleinhüningen eingetroffen. Sie wurden auf einer besonders dafür konstruierten Ausladebrücke an Land gebracht und fuhren mit eigener Kraft nach Thun weiter. Bundespräsident Kobelt nahm die beiden Panzerkraftwagen in Basel in Empfang. Übrigens wird in der .Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterzeitung“ die Frage aufgeworfen, ob es nicht möglich sei, die für die eidgenössische Armee benötigten Panzer in der Schweiz selbst herzustellen. Hier gebaute Panzer könnten den heimischen Terrainverhältnissen angepaßt werden, und man wäre bei Reparaturen usw. mit Schweizer Panzern nicht vom Ausland abhängig. Die neue Schweizer Mount-Everest-Expedltlon Zürich. Der Expeditionsleiter der zweiten diesjährigen Schweizer Mount-Everest-Expedition, Dr. Gabriel Chevalley, hat laut .Schaffhauser Nachrichten“ am 21. September von Ringmo, fünf Tagemärsche vor Namche Bazar, ein Telegramm durch Läufer nach dem 35 Kilometer entfernten Okkaldunga geschickt, das am 1. Oktober als Radiogramm in Zürich eingetroffen ist. Nach dieser authentischen Meldung dürfte die Expedition Namche Bazar am 26. September erreicht haben. Rechnet man den üblichen Aufenthalt in Namche Bazar und die Aufstiegszelt zum Khumbugletscher mit einer Woche ein, so dürfte das neue Basislager, das mit dem im Frühjahr verwendeten Platz nicht mehr identisch ist, Ende letzter Woche bezogen worden sein. Das Monsunwetter ist noch nicht abgeklungen, so daß die Expedition rechtzeitig eintrifft, um die für bald erwartete Besserung sogleich ausnützen zu können. Alle Expedi- tionstedlnehmer befinden sich in bester Verfassung. Gemeinschaftskraftwerk Gösch enen Göschenen. Der Verwaltungsrat der Bundesbahnen, der hier zur Genehmigung des Voranschlages für 1953 tagte, erteilte dem Projekt für den Bau eines Gemeinschaftskraftwerkes Göschenen, das die Wasserkräfte im Gotthardgebiet oberhalb Göschenen ausnützen soll, seine Zustimmung und genehmigte einen mit den Central- schweizerischen Kraftwerken abgeschlossenen Gründungsvertrag, wonach sich diese und die Bundesbahnen an dem zunächst auf fünf Millionen festgesetzten Aktienkapital der zu gründenden „Kraftwerk Göschenen AG“ beteiligen. Das neue Werk soll in drei Etappen gebaut werden; die beiden ersten Etappen werden eine Bauzeit von zehn Jahren und rund 200 Millionen Franken Anlagekosten beanspruchen. Die gesamte Energieproduktion des Wetkes wird einschließlich der Produktionsvermehrung in den bestehenden Kraftwerken Wassen und Atnsteg auf 420 Millionen kWh yeranschiagt. Nach der Ablehnung der Laftschntzbauten Bern. Die Verwerfung des Luftschutzgesetzes bei der Volksabstimmung hat der Bundesrat eingehend besprochen und das Eidgenössische Militärdepartement beauftragt, auf Grund der neuen politischen Situation die Frage des Schutzes der Zivilbevölkerung vor Bombenangriffen zu prüfen. Die Landesregierung ist also, wie vorauszusehen war, nicht bereit, die Angelegenheit auf sich beruhen zu lassen, obwohl die Ablehnung der ersten Vorlage durch das Volk sehr eindeutig ausgefallen ist. Glücksspiele als Hilfe bei Elementarschäden Bern. Die Roheinnahmen aus allen in der Schweiz zugelassenen Glücksspielen erreichten 1951 den Betrag von 2,8 Mill. Franken. Dem Bund_ steht die Verfügung über ein Viertel davon oder' rund 700 000 Franken zu. Die gesamte Summe hat der Bundesrat nun dem Fonds für nichtversicherbare Elementarschäden überwiesen, welcher durch die letzten Lawinen- und Hochwasserschäden erheblich in Anspruch genommen worden ist. Schweizer Messe in Lngano Lugano. Zum 19. Male hat hier die „Fiera Svizzera“ ihre Pforten geöffnet. Unter den Ehrengästen war auch der italienische Minister Reale erschienen; Italien zeigt hier zum erstenmal seit dem Kriege die Erzeugnisse seines Handels und seiner Wirtschaft. Nicht bloß die Tessiner Landwirtschaft und Industrie werden in prächtiger Schau den Besuchern dargestellt; die Fiera ist eine Kundgebung des gesamten kulturellen Lebens der schweizerischen „Italianita* geworden. K- r* Gesundheit trinken aus altbewährten Mineral-Heil quellen Imnauer Apollo-Sprudel Teinadier Sprudel Das sind Diener Ihrer Gesundheit für Zucker- und Niaien kranke: Uberkinger Adelheidquelle Klinisch erprobt mit grofjen Erfolgen selbst bei veralteten Leiden. In laufender Anwendung an der Unlogischen K Inlk der Stadt Ulm a. D„ Chefarzt Dr. Hösel lei Nierenleiden - Nierensteinen Teinadier Hirschquelle Kllnlsdi erprobt mit großen Erfolgen. In laufender Anwendung an der Uroioa. Abteilung der Universitätsklinik Tübingen, Dozent Dr. W. Staehler. 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Wir haben die liebe Verstorbene am Dienstag, den 7. Oktober 1952, zur letzten Ruhe gebettet. Für die liebevolle Anteilnahme beim Heimgang meiner lieben Frau und Mutter danken wir herzlich, besonders der hochw. Geistlichkeit, der ehrw. Krankenschwester und dem Kirchenchor. Für die vielen Kranz-, Blumen- und Messespenden, sowie für die Beileidsbezeigungen ein herzliches Vergelts Gott. Walpertsweiler/Bonndorf, den 9.. Oktober 1952. In tiefer Trauer Der Gatte Anton Stöcker Die Tochter Lydia Stoiker und Anverwandte. t Nach Gottes heiligem Willen verstarb im hohen Alter von fast 96 Jahren, jedoch in ungetrübter geistiger Frische unerwartet rasch unsere liebe Mutter, unsere gütige Großmutter und Urgroßmutter, Frau Luise Stolz geb. Osswald Witwe des Baurats Friedrich Stolz am 8. 10. 1952 im Altersheim Wespach. Neufrach, den 11. Oktober 1952 . Familie Ernst Stolz, Radolfzell Familie Dr. D. H. Stolz, Salem Frau Dr. Elisabeth Stolz geb/Portmann, Neuß/Rh. I und vier Urenkelkinder Die Beerdigung fand im engsten Familienkreise statt. Auto-Verleih an Selbstfahrer mit Triptyk nach der Schweiz; nur neuzeitliche, moderne Fahrzeuge Taxi-Müller Konstanz Grünenbergweg 7, Tel. 363 Stellenangebote Gesucht per sofort ehrliche, nette Tochter für kleineren Geschäftshaushalt, evtl. Mithilfe lm Geschäft. Persönliche Vorstellung erwünscht bei Frau H. Schillig, Bäckerei u. Kolonialwaren, Tägerwilen, Telefon .8.35.12, Ihre Vermählung zeigen an Dr. phil. Herberl Berner Käthe Berner geb. Stricker 11. Oktober 1952 Radoltusstr. 4 Radolfzell Scheffelstr. 31 Als Vermählte grüßen Robert Marquart Knemhilüe Marquart geb. Roder Konstanz, 11. Oktober 1952 Rosgartenstr. 38 Alemannenstr. 6 Trauung Dreifaltigkeitskirche 10.30 Uhr. Wir haben uns verlobt Ruth Mütter Reinhard Becker 12. Oktober 1952 Konstanz Heidelberg St. Gebhardsplatz 18 Schwetzinger Straße 57 . . . immer etwas Besonderes . . . 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Konstanz-Wollmatingen: io Uhr Gottesdienst, il Uhr Kindergottesdienst, 20 Uhr kirchenmusikalische Feierstunde, Orgel: Martin Schneider, Gesang: Ursula Buk- kei. Fahrgelegenheit: Allensbach 19.23 Uhr mit d. Zug, Reichenau mit dem Kurswagen Heilanstalt: 8 Uhr Gottesdienst. Allensbach: 8.45 Uhr Tag der Inneren Mission, mit feierlicher Sammlung, 10 Uhr Kindergottesdienst. Reichenau: 11 Uhr Tag der Inneren Mission, mit feierlicher Sammlung. Dingelsdorf: 15 Uhr Erntedankfest. Pauluskirche. Sonntag, den 12. Okt. 9 Uhr, Konfirmanüen-Eröffnungs- gottesdienst, Koch; 10 Uhr Kindergottesdienst; 17.30 Uhr Abendandacht mit Christenlehre. Koch. — Mittwoch. 13. Okt., 16 Uhr, Bibelstunde. Müsken. Evangelische Stadtmission (Gemeinschaft) Konstanz, Schot- tenstraße 19: 10.45 Uhr Kindergottesdienst; 15 Uhr Emtedankfeier. Mittwoch, 20 Uhr, Bibelstunde. Die Christengemeinschaft Konstanz, Mangoldstraße 9. 9.30 Uhr Sonntagshandlung für die Kinder; 10 Uhr Menschenweihehandlung. 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SONDERVORSTELLUNGEN s Heute Samstag. 13.30 Uhr und morgen Sonntag, vorm 11 Uhr, für die Jugend der farbige Zeichentrickfilm Walt Disneys PINOCCHIO Ermäßigte Eintrittspreise für Jugendliche: -.50 und 1.- DM. Und eine weitere Sonderveranstaltung: Heute Samstag und morgen Sonntag, jeweils 22.15 Uhr: Cowbof-Rodi« Heute und folgende Tage: Hildegard Knef als Agentin einer ausländischen Macht Tyrone Power als diplomatischer Kurier zwischen zwei Welten in dem spannungsreichen Filmwerk Kurier nach Triest Mit Patricia Neal, Karl Maiden, Herbert Berghof. Internationale Agenten auf der Suche nach einem Dokument von hochaktuellem Interesse. Paris—Salzburg—Triest sind die Schauplätze einer geheimnisvollen und gefährlichen Mission. Hildegard Knefs erster Hollywood-Film mit Tyrone Power, dem amerikanischen Filmliebling. — Nicht jugendfrei! — SONDERVERANSTALTUNG: Heute Samstag, 28.30 Uhr, und morgen Sonntag, vorm. 11 Uhr Di* Wildnis stirbt Ein Afrika-Kulturfilm, der sie bestimmt Interessiert! (Jugendfrei! Das erlesene Programm zum Wochenende! Bis einschließlich Montag: Eine Farbfllm-Komödie, die durch den Charme ihrer Darsteller jeden Filmbesucher beglückt; DORIS DAY, der beliebte Film- und RacRo-Star in Bezaubernde Frau Nach der bekannten Operette „No, no, Nonette" Ein turbulenter Wirbel amüsanter Einfälle, schmissiger Melodien und farbenprächtiger Revueszenen, mit Witz und Humor. In weiteren Rollen sehen Sie: Gordon Mac Rae, Genä Nelson, Eve Arden, Szöke Szakali u. a. Aus dem Schlagerzyklus: „Komm zu mir zum 5-Ubr-Tee“, „1000 Sterne erglühen", „Nein, nein, Nannette“, u. a. — jugendfrei — SONDERVORSTELLUNG: Morgen Sonntag, 12. Oktober, 13.30 Uhr: Cowboy-Rach* (Jugendliche haben Zutritt) Woi 20 Wo. und So.: Wo: 15,17.30,20.15; So: 15 ■ 14, 20 14.00,16.00,18.00,20.15 Heute keine Abdvst. Tanz-Cabaret ... und abends ins CORSO» Das elegant e Abendlokal Dos neue Programm nm t . w» u Originalpreisen Grofjtankstelle Mensch, bezahl« Deine Schulden, Kurz ist nur die Lebensbahn, Und Du muht noch manchmal borgen, Wie Du es so oll getan I iJ am Eberlplatz Ateliersdiau am Wochenende Ein Besuch ein Erlebnis Jeden Samstag von 15-20 Uhr lernherd SpHnefiller, Tonierstrafte 25/11 Schreibarbeiten aller Art erledigt Schreibbüro Hanna Mohr, Konstanz, Bodan- plati lt. Eingang HüetlinstraBe Eine V Rotaprint- Maschine allein tut es nicht —* zu ihr gehört sin erfahrener | GRAPHIKER j Beides finden bie beit C.W. SCHULTE. Kanziaistr. 4. Tal. 290 Werbung schafft Vertrauen Jodun Mittwoch •« Samstag Sonderfahrt nach ZÜRICH DM 1050 Abfahrt 8 Uhr, Rückkehr 20 Uhr Auskunft u. Anmeldung beim Bedensee-Rosebfire Konstanz, Tel 555 Meersburg, Tel 218