Srschekst täglich ----- ß ußrr Sonn- und Feiertags-» ^ — Areis-- ! monatlich: 67 Pfennig S vierteljährlich: 2 Mar?» ? fr« ins Haus geliefert- Z O — -^u,etge« Z: - E - werden mit IS Pfennig per ein- » ; spaltige Zeire oerrchnet- Bei r ! mehrmaliger Aufnahme NabtiL.! Gelegenstes Tageblatt öes »WtWchÄM für die KkMk Adelsljkm, Ärbnz md dmi NWklmg. gatis- Amtliches Verkündigungsblatt heult.) Illustriertes SonntagS-Blatt HolLubmrsstMS- und Versteigerungs-Anzeiger für )en Odenwald. Hrati»: Praktische Mitteilungen für Gewerbe (monatl.) und Handel, Haus- und Landwirtschaft Nr. 292 Druck und Verlag der Buchdruckerri Adelsheim, Adolf Heppeler Telefon Nr. 18 Amt Adelshelm Adelsheim, Dienstaß, 15. Dezember 1914 Verantwortlicher Schriftleiter: Adolf Heppeler in Ad lshrim. 38. Jahrg. Extra-Telegramm des Bauländer Bote» ««d Bsxbsrger Anzeigers. Los -es KrikMrsiiWu M viel Neves. WTB. Grotzes Hanptquartirr 14. Dezbr. vorm. Mich.) Schwächere frauzSfische Angriffe gegen le ««serer Stellungen zwischen der Maas Md de« Vogesen wnrde» leicht abgewiese«. Im übrige» ikt vom westliche« Kriegsschauplatz sowie ans Ostpreußen und aus SLdpoleu vchts wesentliches zu melde«. In Rordpolen nehme» unsere Operationen eu Fortgang. Kmdliche ZuMNkldmgc«. Zu den russischen und französischen amtlichen Nachten ist folgendes zu bemerken: Aus Petersburg wurde am 11. Dezember amtlich «meldet: „Südöstlich Krakau setzten wir unsere Offenfort, eroberten mehrere deutsche Geschütze und aschinengewehre und etwa 2000 deutsche Gefangene." Ätsächlich ist nicht ein Mann, nicht ein Geschütz oder Kaschinengewehr unserer südöstlich Krakau kämpfenden kuppen in russische Hände gefallen. Die amtliche Pariser Mitteilung vom 12. Dezember ehauptet: „Nordöstlich Vailly wurde eine deutsche Batterie vernichtet. In Deuxnouds westlich Vignenlles- 6-Hattouchatel wurden zwei deutsche Batterien zerstört, ine großkalibrige und eine für Flugzeuge bestlmmte. sn derselben Gegend wnrde von Franzosen ein Blockes gesprengt und wurden mehrere Gräben zerstört/' Alle diese Meldungen sind erfunden. Oberste Heeresleitung. 900V Russe« gefangen.. WTB. Wien, 14. Dez. (Nicht amtlich.) Amtlich :d verlantbart vom 14. Dezember mittags: Tie Vcr- lgung der .Russen in > Westgalizien wurde fortgesetzt und wir gewannen abermals unter kleineren und größeren Gefechten allenthalben nordwärts Raum. Nun ist auch Dukla wieder in unserem Besitz. Unsere über die Karpathen vorgerückten Kolonnen machten gestern und vorgestern 9 0 00 Gefangene und erbeuteten 10 Maschinengewehre. Die Lage an unserer Front von Ray- brot bis östlich Krakau und in Südpolen ist unverändert. Nördlich Lowicz drangen unsere Verbündeten im Angriffe weiter gegen die untere Beura vor. Der Selltvertreter des Chefs des Generalstabes: v. Hofer, Generalmajor. "" "' Der französische Kriegsbericht. WTB. Paris, 13. Dez. (Nicht amtlich.) 3 Uhr nachmittags. Amtliche Meldung: Der gestrige Tag verlief besonders ruhig. Die Tätigkeit des Feindes bestand hauptsächlich in einer zeitweilig aussetzenden Kanonade an verschiedenen Fvontstellen. Der Feind unternahm im Gebiet südöstlich Ipern drei heftige Jnfanterieangriffe, die abgewiesen wurden. Im Lepretrewald rückten wir merklich vor. In den Vogesen griff der Feind verschiedentlich Signal de la möre Henri nordwestlich Senones an, wurde aber zurückgeschlagen. WTB. Paris, 13. Dez. (11 Uhr abends.) Amtlich: Von beiden Fronten wird das Mißlingen deutscher Angriffe gemeldet; einer erfolgte nordwestlich Ipern, der andere gegen Bahnhof Aspach. Der russische Kriegsbericht. WTB. Petersburg, 14. Dez. (Nicht amtlich.) Der gestrige Bericht des Generalstabs der kaukasischen Armee lautet: Am 11. Dezember wnrde den ganzen Tag auf der Front Pzrusk-Esmer-Dulak gekämpft. Ter Feind wurde überall znrückgeworfen und mit fühlbaren Verlusten über den Euphrat zurückgetrieben. Unsere Truppen erbeuteten eine Viehherde von 1400 Stück. Um die Dörfer Assurli und Basch Kala wird noch gekämpft. (Notiz des WTB.: Tie russischen Berichte über die Kämpfe im Kaukasus haben sich bisher noch weniger glaubhaft erwiesen, als die übrigen russischen Kriegsnachrichten, was schon etwas heißen will-1 / ' °^ Ans dem Oberelsaff GKG. Basel, 14. Dez. Die „Basl. Nat.-Ztg." schreibt: lieber die Kämpfe, die in letzter Woche im Largtal stattgefunden haben, vernimmt man nun Einzelhciteln. Die Parteien scheinen mit großer Heftigkeit auf einander geraten sein und der Kampf, der sich bei Brsel, im ober» Largtal, etwa acht Munden lang hinzog, war ein sehr erbitterter. Es gelang den Franzosen aber nicht, die Ortschaft Moos zu nehmen, doch hatten sie sie am Sonntag vormittag einige Stunden besetzt. Französische Berichte melden, sie hätten die Ortschaft wieder verlassen, weil sie keinen Wert darauf legten, sie zu besitzen, doch wahrscheinlicher ist es, daß sie sie verlassen haben, weil sie zu sehr im Bereich der deutschen Artilleriegeschosse liegt. Tatsache ist auch, daß die Deutschen sie freiwillig geräumt hatten, wie auch Bisel. Der Vorstoß der Franzosen scheint mit großer Energie vorgenommen worden zu sein, denn es heißt, daß die westlich und südwestlich von Altkirch liegenden Ortschaften Carspach und Hirzbach von ihnen besetzt worden sind. Nach dem amtlichen deutschen Bericht wären sie jedoch von dort wieder zurückgetrieben worden. Neu gefundene Urkunden über die Verletzung der belgische» Neutralität. WTB. Berlin, 14. Dez. (Amtlich.) Tie „Nordd. Mg. Zeitung schreibt über Englands Spiel mit der Neutralität Deutschlands: Vor einiger Zeit wurde in Brüssel der englische Legationssekretär Grant-Watson festgenommen, der im englischen Gesandtschaftsgebäude verblieben war, nachdem die Gesandtschaft ihren Sitz nach Antwerpen und später nach Havre verlegt hatte. Der Genannte wurde nun kürzlich bei dem Versuche ertappt,. Schriftstücke, die er bei seiner Festnahme unbemerkt aus der Gesandtschaft mitgeführt hatte, verschwinden zu lassen. Von besonderem Interesse ist folgende handschriftliche Notiz: Benachrichtigung. 1. Die französischen Offiziere haben Befehl erhalten, am 27. ds. Mts. nach-, mittags bei ihrem Truppenteil einzntreffen. 2. Am selben Tage hat der Bahnhofvorstand von Feignies Befehl erhalten, alle verfügbaren gedeckten Wagen zum Zwecke von Truppentransporten in der Richtung auf Maubeuge abgehen zu lassen. Mitgeteilt durch die Gendarmeriebrigade in Frameries. Aus dieser Notiz ist zu entnehmen, daß Frankreich bereits am 27. Juli seine ersten Mobilmachungsmaßnahmen getroffen hat, und daß die englische Gesandtschaft von dieser Tatsache belgischerseits sofort Kenntnis erhielt. Wenn es noch weiterer Beweise für die Beziehungen bedurfte, die zwischen England und Belgien bestanden, so bietet das aufgefundene Material in dieser Hinsicht eine wertvolle Ergänzung. Verbot der „Staatsbürger Zeitung'. Berlin, 13. Dezb. Die „Staatsbürger Zeitung" hat folgendes Schreiben des Oberkommandierenden in den Gin goldenes WuLterherz. 39 um sich »en Roman von Erich Ebenstem. Und nun saß sie hier in G. mutterseelenallein, mal vier Wochen gründlich zu erholen. — Und doch nicht illein. Sie hatte ja ihn wiedergefunden, ihren Ferry, „die einzige mhre Liebe ihres Lebens," wie sie mit bezauberndem Augen- mtschlag^ersicherte. Ferry hörte zu wie berauscht. Wie er sie verstand, diese Aue aus einer anderen Welt! Wie sie ihm ans Herz griffen. Dann erzählte er Kitty seine Erlebnisse. Seine Stimme Ute einen inelancholischen Klang dabei. Er kam sich sehr »einitleidenswert vor in diesem Augenblick. Gott ja — sie war schön, seine Frau. Er hatte sie aus Hebe geheiratet, sie tat, was sie ihm an den Augen absehen konnte, aber das änderte doch nichts an der Tatsache, daß frei» Ügige Menschen, wie er, nun einmal überhaupt nicht für die "che paßten. Dann der Anhang, den man immer mitheira- muß — dieses Bleigewicht, das sich „Familie" nannte manchmal packte ihn eine förmliche Wut. Gar nicht mal !gen eine bestimmte Person, bloß gegen den Begriff als »lchen. Es lag so etwas Philisterhaftes, Moraltriefendes, aufre- find solides in dem Begriff „Familie". Zuletzt lachten sie beide darüber, und Kitty sagte: „Weißt >u was, Ferryschatz? Werse mal vor allem Deine Schrote» mutter raus. Schwiegermütter haben überhaupt keine nstenzberechtigung. Dann schicke Deine Frau mit dem Kind Land, irgendwo hin, recht weit von G.. und dann —" >re Angen glitzerten heiß und verliebt, „dann widmest Du nr Deine freie Zeit. Machst meinen Cicerone da — die Uin- 'bung von G. soll ja so nett sein — denk mal, wie himmlisch das sein wird, zusammen durch die Wälder streifen, in illen Landgärtcheu zu zweien Kaffee trinken, abends in tzend einem Winkel eines Restaurationsgartens kühlen Sekt linken und von alten Zeiten plaudern — Du, ich gebe Dir tnein Wort: alle Grillen verjage ich Dir!" Gleich einer Fata Morgana tauchten entzückende Bilder °nf'< vor ihm auf, Kitty, die von russischen Fürsten und indischen Prinzen Gefeierte, wochenlang nur für ihn lächelnd, plaudernd — Teufel, man ist doch auch ein Mensch mit Rechten ans Leben. Dieses selbstlose Aufopferungssystem war nur eine Spezialität der Familie Fabrizins — plagte er sich etwa nicht genug für Weib und Kind? Freilich, Mama würde dann den ganzen Tag bei Assunta sitzen, um sie zu „trösten" für seine Abwesenheit, würde sie am Ende gar Hetzen, ihr die Augen öffnen. „Wirf sie 'raus, die Schwiegermutter," hatte Kitty gesagt. Ja, so was Aehnliches hatte er eigentlich längst tun wollen. Dann seufzte er plötzlich tief auf. „Assunta wird um keinen Preis ohne mich aufs Land gehen. Du hast keine Ahnung, Kitty, wie sie mich liebt." Kitty spielte mit ihrem goldeingelegten Schildpattlorgnon. Natürlich war sie nicht kurzsichtig, aber die Fürstin Reizenstein trug ein solches, und es machte sich so gut. „Eigentlich albern lästig, so 'ne Liebe, was? Aber ivenn'S nicht anders geht, dann laß sie eben in Retiro sitzen. Sie hat das Kind. Und gegen Mitternacht kannst Du ja immer zu Hause sein. Du schützest Geschäfte vor, Sitzungen, auswärtige Geschäftsfreunde — Gott, Du wirst doch da nicht in Verlegenheit kommen! Warst ja auch immer ein geriebener Junge." Wieder das leise, weiche, aufregende Lachen, das ihm wie Champagner zu Kopf stieg. Zuletzt machen sie für morgen eine Zusammenkunft bei den „Drei Linden", einem Bergnügungslokal außerhalb der Stadt, aus. Da wollten sie weiter über die Sache reden. „Im Grunde wird die Sache just dadurch prickelnd interessant," sagte Kitty noch beim Abschied, „daß wir heimlich einander treffen müssen, wie richtige Liebesleute, wenn wir es im Grunde auch gar nicht sind." Lanzendorf fand dasselbe. Auf dem Heimwege kaufte er noch einen Strauß Rosen, um AffuntaS Vorwürfen gleich die Spitze abzubrechen. Natürlich hatte er heute mit einem unerwartet angekommeneu „Geschäftsfreund" dinieren müffen. Und er hielt sich für einen ausgemacht guten Kerl, daß er «ebendieser völlig ausreichenden Entschuldigung seiner Frau sogar noch Blumen brachte. Draußen brach das Geivitter los. das stundenlang wie ein düsteres Verhängnis über der Stadt gehangen hatte. Assnnta befand sich mit ihrer Mutter allein im Wohnzimmer. Die kleine Mara schlief nebenan, von Sophie bewacht. Eigentlich mar es seltsam, dies verspätete Gewitter, da die Trauben schon reif am Spalier hingen und Herbstzeitlosen das Grün der Wiesen unterbrachen. Aber der Sommer wollte dies Jahr kein Ende nehmen. Tag für Tag dieselbe dunstige Schwüle, derselbe fahlblaue Himmel, der gegen Abend voll schwefelgelber und orangefarbiger Tinten stand. Gestern abend baute sich im Westen eine bleigraue Wand in das bunte Farbengewirr, und heute morgen stand die Sonne wie ein blutiger Klumpen inmitten immer düsterer sich senkender Dünste. Kein Blatt rührte sich, die Schwalben strichen verängstigt tief am Boden hin, und gegen Mittag wurde es so dunkel, daß inan in der Stadt Lichter anzündete. Dann ein hauchender, heißer Wind, der den Staub hoch über die Dächer wirbelte, und von dein niemand wußte, woher er eigentlich kain. Wie Gerten bogen sich die Bäume plötzlich, Aeste und Dachziegel wirbelten herum, ein Meer von toten Blättern erfüllte die Luft, während es von allen Seiten grollte, brodelte und knatterte, bis die ersten schweren Tropfen drohend an die Fenster schlugen. „Ich hätte doch heimgehen sollen," sagte Frau Lore beklommen. „das Wetter kann stundenlang dauern — am Ende komme ich dock noch die paar Minuten leidlich hinüber." „Aber Mama! Bei dem Wetter! Und wozu denn? Du i einfach einmal bei uns." ißt „Ich möchte nicht, daß sich Ferry gestört fühlt, wenn er heimkoinutt. Der Arme ist ohnehin jetzt so sehr von Geschäften in Anspruch genommen, daß er wohl Anspruch darauf har, die kurze Zeit, die er den Seinen widmen kann, allein mit Weib und Kind zu verbringen." Assuntas Brauen zogen sich zusammen und ein bitterer Zug entstand um ihren Mund. „Ja. er ist sehr kurze Zeit daheim, seit zwei Monaten." murmelte sie. „Jeden Abend brauchte er wohl nicht dic^.n Geschäftsfreund zu widmen." ; Marken erhalten: Die Nummer 174 vom 6 . Dezember beweist, daß die Staatsbürger Zeitung die Behandlung bestimmter Kreise deutscher Staatsangehöriger auch während des Krieges fortzusetzen gewillt ist. Es ist Ihnen schon unter dem 28. August eröffnet worden, daß eine solche Haltung mit den während des Krieges zu beachtenden politischen Notwendigkeiten unvereinbar ist. Ferner verstößt die Nummer 184 in dem Artikel „Was werden wir fordern und was wird mit Luxemburgs?" gegen den der Presse mehrfach vorgeschriebenen Grundsatz. daß alle Erörterungen über etwaige spätere Gebietserwerbungen aus politischen Gründen zu unterlassen sind. Unter diesen Umständen wird hiermit das Erscheinen der „Staatsbürger Zeitung" für die Dauer des Krieges untersagt. Von der Kriegführung in Flandern. GKG. Amsterdam, 14. Dez. Tie „Voss. Ztg." schreibt: Nach Meldungen des „Daily Chronicle" kommt die Offensive der deutschen Truppen im Ueberschwem- mungsgebiel in Flandern an keinem Tage zur Ruhe und die englischen Truppen, die an den meist bedrohten Punkten stehen, haben sich andauernd vor einer neuen Kriegslist Au schützen. So versuchten die Deutschen auf folgende Weife einen Ueberfall auf schottische Regimenter. Sie fabrizierten eine Anzahl kleiner schmaler Flöße, die sie dicht mit Laubwerk umgaben. Auf jedem der Floße waren drei Mann verborgen. Die Flöße glichen vollkommen entwurzelten Bäumen und Gesträuchen, die zahllos im Ueberschwemmungsgebiet umhertreiben. Sie wurden mithin von den englischen Posten nicht weiter beachtet. Nach stundenlangem Ausharren gelang es auf diese Weise, langsam mit der Strömung treibend, ganz nahe an die englischen Stellungen heranzukommen. Im geeigneten Moment eröffneten die im Laubwerk verborgenen Soldaten auf die überraschten Engländer Schnellfeuer, das sie mit dröhnendem Hürra begleiteten. Die Verwirrung, die im englischen Lager entstand, wurde von den Deutschen benutzt und drei riesige Motorboote, gepanzert und mit Schnellfeuergeschützen versehen, fuhren in rasender Fahrt heran und eröffneten aus nächster Nähe ein furchtbares Feuer auf den Feind. Dieser mußte sich zurückziehen, da seine Artillerie aus Furcht, die Freunde mit zu treffen, auf die Feinde nicht zu schießen wagte. Vom südliche« Kriegsschauplatz WTB. Wie«, 14. Dez. (Nicht amtlich.) Vom lichen Kriegsschauplatz wird amtlich verlautbart: Die von der Drina in südöstlicher Richtung vorgetriebene Offensiv ist südöstlich von Valjevo auf stark überlegmen Gegner gestoßen und mußte nicht allein aufgegeben werden, sondern veranlaßte auch eine weiterreichende rückgängige Bewegung unserer seit vielen Wochen hartnäckig, glänzend aber verlustreich kämpfenden Kräfte. Diesem steht die Gewinnung von Belgrad gegenüber. Die hieraus resultierende Gesamtlage wird neue operative Entschlüsse und Maßregeln zur Folge haben, welche der Verdrängung des Feindes dimm müssm. ' Die Oesterreicher in Serbien. GKG. Budapest, 14. Dez. Nach der Besetzung von Belgrad haben, nach einer Mieldung der „Frankfurter Zeitung", die österreich-ungarischen Truppen in Verfolgung der serbischen Garnison von Belgrad die serbischen Positionen auf dm Podwavlje-Höhen in Besitz genommen und sind dann südlich und südöstlich von Belgrad vorgedrungen. In diesem Kämpfe wurdm 2000 Serben gefangen genommen, viele Kanonen, Maschinengewehre, Munition und Train erbeutet. Der Bürgermeister von Belgrad ist mitsamt der Stadtkasse wieder zurückgekehrt und hat sich unseren militärischen Behörden zur Verfügung gestellt. Albanien erklärt an Serbien den Krieg. WTB. Frankfurt a. M., 14. Dez. Tie Frankfurter Zeitung meldet aus Konstantinopel: Aus Skutari^ kommt die beglaubigte Nachricht, daß die nordalbanischen Stämme an Serbien den Krieg erklärten. Ein Albanese, der die Zügel der Regierung in Nordalbanien in der Hand zu halten scheint, übermittelte diese Erklärung an Serbien. Die Tatsache, daß die kriegerischen Stämme Nordalbaniens sich im jetzigen Augenblick in Bewegung^ setzen, kann für die Gestaltung der Verhältnisse in Serbien leicht entscheidungsvoll werden. Ein Widerstand Montenegros gegen Nordalbanien ist bei dem großen, in den Schwarzen.Bergen herrschenden Elend nicht zu besorgen, sobaß die Nordalbanesen ihre ganze Kraft gegen Serbien verwenden können. Vom Burenaufstand. WTB. Pretoria, 14. Dez. (Reuter.) Unter den Aufständischen, die sich ergeben haben, befinden sich General Lautenbach, Kommandant de Jäger mit 30 Mann und die Feldkornets Ekstein und Debusson. 'Ter einzige bekannte Offizier, der im Freistaat noch übrig geblieben ist, ist Conroy, Mitglied des Provinzialrates des ^Freistaates. Amerikanische Schiffsrüstungen.' WTB. Washington, 14. Dez. In dem JalchZbe- richt des Marinesekretärs wird der Bau von zwei Dreadnought, sechs Torpedobootszerstörer, mindestens acht Unterseebooten, darunter eines großen, und eines Kanonenbootes beantragt. Englische Verluste bei de» Falklandsinscln?. GKG. Köln, 14. Dez. Tie „Köln. Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Dem „Tally Chvanicle" wird aus Newhork gemeldet: Nach Berichten, dre dort von Buenos Aires eingegangen seien, hätten nach Aussagen von Offizieren der „Dresden" die Engländer schwere Verluste erlitten. Ein Offizier der Dresden habe erklärt, er habe einen Funkenspruch aufgefangen, wonach die Briten 3 Schiffe verloren hätten und die Verluste an Menschen beträchtlich seien. Die „Köln. Ztg." bemerkt dazu: So schön eine Bestätigung dieser Nachricht auch wäre, bis jetzt ist sie noch nicht bestätigt worden und wir befürchten auch, sie wird es nicht werden. Eine englische Flotte im Aegäischen Meer. GKG. Köln, 14. Dez. Tie Kölner Volks',eitung meldet aus Rom: Ein auf der Rückreise von Benghasi eingetroffenes Schiff sichtete 3 starke englische Geschwader, die in der Richtung aus das Aegäische Mer Zufuhren. Aus Stadt und Land. Heute Dienstag Abend l/,8 Uhr Kriegsbet stunde in der evang. Stadtkirche in Adelshetn». ** AdelSbenn, 15. Dez Adelsheim macht mit seinen auf paritätischer Grundlage aufgebauten Vaterländischen Volksabenden erfreulicher Weise Schule. In keiner Amtsstadt von Eberbach bis Wertheim fanden außer in Adelsheim derartige patriotische Veranstaltungen statt. Jetzt werden auch in der Kreisstadt Mosbach Stimmen laut, die für die Einführung solcher Zusammenkünfte sprechen. Unser Nachbarstädtchen Boxberg hat den 27. Dezember für die Abhaltung eines vaterländischer Familienabends in Aussicht genommen und wir wünschen, daß der Betuch desselben ein eben so zahlreicher sein möge, wie ihn unser Städtchen schon zwei Mal aufzuweisen hatte. Hoffentlich folgen die anderen Städte und Orte .des „Hinterlandes" dem schönen Beispiel Adels- Heims nach! 88 Roseuberg, 13. Dezember. Vizefeldwebel Rudolf Martin von hier im Fuß-Art-Regt. 14, 1 . Batterie, erhielt am 2. Dezbr für Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz Wir wünschen dem tüchtigen Krieger eine gesunde Heimkehr. Möge er seine hohe Auszeichnung recht lange tragen. (-) Bödighei«, 14. Dezbr. Von einem der 3 hiesigen vermißten Krieger, Hch. Pfeiffer, kam durch die Genfer Vermittlungsstelle die Nachricht, daß derselbe in Jssoudun in Frankreich gefangen sei. Es wäre sehr zu wünschen, wenn über das Geschick der anderen 2 Vermißten auch Nachricht käme, wenigstens setzt das Genfer Vermittlungsbüro seine Bemühungen dieserhalb fort. — Zu den Liebesgabensendungen sei noch mitgeteilt, daß auch der Gewerbeverein an seine Mitglieder solche mit den anderen Vereinen sendet. — Auch für die unglücklichen O st preußen gingen 2 große Kisten mit Wäsche, Kleider und Federbetten durch Vermittlung der Frau Dekan Wilckens von hier nach Königsberg in Preußen ab. (-) Eubigheim, 14. Dez. Der Brief, der jedem von der hiesigen Gemeinde gestifteten Liebesgabenpaket an die von hier einberufenen Krieger beigelegt wurde, hat folgenden Wortlaut: Eubigheim, den 6 . Dezember 1914. Lieber Krieger! Das schöne Weihnachtsfest, auf das man sich immer freute, rückt näher. O, es war stets ein Fest der Freude! Die Erinnerung an die schöne, goldene Zeit der Kindheit wird wieder in uns wach gerufen und man freut sich mit den Kleinen unter dem brennenden Weihnachtsbaum. Mächtig zieht es den in der Ferne Weilenden in diesen Tagen nach Hause, zu den lieben Angehörigen. Selbst der Verlassenste, ja sogar der, welcher sich entfremdet und mit den Seinigen in Unfrieden lebt, findet draußen im Getöse der Welt nicht den gewünschten Weihnachtsfrieden, den die Engel der Erde verkündeten; es will ihm in der Fremde nicht gefallen. Auch er sehnt sich in den Weihnachtstagen nach Frieden und Versöhnung und wenn möglich lenkt er seine Schritte nach dem Elternhause. Nur im Kreise der Angehörigen und wenn alle Glieder der Familie beisammen sein können, herrscht ungetrübte, wahre Weihnachtsfreude im Hause. Fern der Heimat, znmteil in Feindesland sollst Du, lieber Krieger, diese Tage verbringen. Wie schmerzlich muß es für Dich sein! Wie bitter ist es auch für uns, Dich am heiligen Abend hier in der Heimat vermissen zu müssen. Doch wir wollen stark sein und auch diesen Schmerz zu überwinden suchen und aus Liebe zu Fürst und Vaterland dieses Opfer bringen. Wohl können wir nicht, wie in früheren Jahren, das schöne Weihnachtsfest in allgewohnter, liebgewordener Weise feiern. Wir können nicht persönlich uns alle unter dem Christbaum zusammen finden; aber unsere Gedanken weilen in den kommenden .Tagen ganz besonders bei den Kriegern. Um Dir, lieber Krieger, eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten und zum Zeichen, daß wir Dich nicht vergessen haben und Deiner in der Heimat gedenken, senden wir Dir im Namen der Gemeinde ein kleines Weihnachtsgeschenk mit dem Wunsche, es möge Dir vergönnt sein, die Kleidungsgegenstände gesund und munter tragen zu dürfen Möge der Himmel Dich in seinen besonderen Schutz nehmen und wohlbehalten, mit dem Lorbeerkranz des Sieges geschmückt zurückgeleiten in die teure Heimat, in die Arme Deiner lieben Angehörigen! Das ist unser aller Weihnachtswunsch. Zum Schluß ruft Dir im Namen der ganzen Gemeinde ein frohes, gesundes Wiedersehen zu und sendet Dir herzliche Grüße aus der Heimat der Gemeinderat: gez. Offner, Bürgermeister. — Infolge Ungenauigkeit des Manuskriptes hat sich in dem Artikel von Eubigheim in Nr. 290 unseres Blattes ein Fehler eingeschlichen. Es muß richtig heißen: In jedem von der Gemeinde gestifteten Liebesgabenpaket (50 Stück) war im Werte von 8 Mk ein rein wollenes Normalhemd und eine Normalunterhose enthalten. (-) Boxberg, 13. Dez. Am 2 . Dezember fand dahier eine von dem Bezirksamt einberufene Bürgermei st er- versammlung statt, in der von den Herren Oberamtsrichter Schüßler, Notar Dr. Liefert und Amtmann Strack die den Gemeindevorständen durch den Krieg erwachsenen außerordentlichen Aufgaben auf dem Gebiet der Standesbuchführung, der Nachlaßverhandlung und der inneren Verwaltung besprochen und erläutert wurden. Aus der Fülle der erörterten Fragen mag als weitere Kreise interessierend hier angeführt werden, daß auf Ersuchen des Bezirkskommandos Mosbach mit der Geltendmachung der Ansprüche von Hinterbliebenen der im Kriege Ge- . fallenen auf die ihnen gesetzlich zustehenden Versorgung WTB gebührnisse nicht bis zum Friedensabschluß zugewaA Kchen Vs werden soll, sondern daß zur Vermeidung der Geschifft er oer § Überlastung der Behörden und der Verzögerung der Aus tog in ' zahlung der Gebührnisse durch die Bürgermeisteräinh che steh die Versorgungsanträge schon alsbald erhoben und ,nj »rde erl, gegengenommen werden sollen. Die Auszahlung tz, i dem H Familienunterstützungen wird übrigens nicht dadurch h, ätere Bc einflußt. daß der in den Kriegsdienst Eingetretene stirMU oder vermißt wird; die Unterstützungsbeträge sind viel mehr solange fortzugewähren, bis die Formation, ! er angehörte, auf den Friedensfuß zurückgeführt o aufgelöst wird. Ferner wurden die Vergütunge für die Einquartierung der Bahnschutzwachmannschal erörtert und schließlich auch Fragen erörtert, die nrit dl Jugendwehr in Verbindung stehen. In einzeln Fällen ist es nämlich vorgekommen, daß Landivi, ihren Söhnen oder Knechten die zur Teilnahme an dl sonntäglichen Jugendwehrübungen erforderliche Zeit nn chen e und sprich letzung, (-) B Mann Vaihin Uhr in te, das ein Z geben mochten, weil sie nicht rechtzeitig zur Zeit 4 ^ Vichfütterns nacki Hause kommen konnten. Es wurde .«Feuer demgegenüber darauf hingewiesen, daß solche Väter oder Mknechi Arbeitgeber die hohe Bedeutung der Jugendwehren die Ergänzung unseres Heeres verkennen und daß gerade ^per S in letzter Zeit von maßgebender Seite auf diesen hoh« Wert aufmerksam gemacht worden ist. Durch die milk ftFeuertt tärische Vorbereitung der Jugend in der Heimat wich gehend, der Ausbildung beim Militär erheblich vorgearbeita M, wc und es wird ein nicht unbedeutender Teil der Ausbildu« jar konn gespart. Die betc. Dienstherren und Väter sollten H . wie eir das nur einmal klar machen und sie sollten ferner daiU ß znsam denken, daß die Jugendwehrmannschaften dem Land- Fracht, ft sturm entweder bereits angehören oder bald zu ih« Mer dur übertreten werden, und daß, wenn sie einberufen wären, »fiel, ent sie nicht nur Sonntags, sondern während der ganze» pe eines Woche das Füttern des Viehs selbst besorgen dürften, rtners C Unsere Landwirte bringen deshalb gern das kleine Opfer, Feindes an den Sonntagen, wenn ihre jüngeren Knechte oder k«uz aus Söhne um 5 Uhr noch nicht daheim sein sollten, entweder rt in d, selbst zu füttern oder das Fütttrn etwas später besorgen rmutlich zu lassen. Die Gemeinden unseres Bezirks bringen den pmendeii Jugendwehren erfreulicherweise großes Interesse ent- M stii gegen, sodaß für die notwendigsten Ausgaben die Ken An; finanzielle Grundlage aus Mitteln der Gemeinden be- eilten Ei schafft worden ist. Im übrigen gab die Leitung H in da der Jugendwehr die bestimmte Zusicherung ab, daß mit erde, den Mitteln in sparsamster Weise gewirtschaftet werden § solle Die Jugend soll eben auch zur Einfachheit; ft- . , und Anspruchslosigkeit (Einschränkung des Genüsse) ^**7- , von geistigen Getränken und Tabak) erzogen werden. E — Des weiteren wurde noch auf die Einrichtung Vaterländischer Familienabende hinge- iterlands wiesen, die ohne Unterschied der Parteien und Bekennt- IS. Male -L 8 < AZ. « > l« o 'bU: -TT W- 8 .N. 22 , 0 «- » Z § nisse abgehalten und auch in konfesfionel gemischten Ge- lmf i meinden allgemein abgehalten werden sollten. In». . . einigen Gemeinden haben solche Abende schon statt- ^ ° " gefunden und in Boxberg selbst z. B. wird vom Hilft-^ ausschuß vom Roten Kreuz am Sonntag, den 27. Dez. ein solcher^ vaterländischer Familienabend veranpaltet werden. ff Boxberg, 14. Dez. Gestern wurde der bei Eubigheim überfahrene Landsturmmann Mutter hin beerdigt- An der Bestattung nahmen die Bahnhofswachen von Lauda und von Eubigheim, soweit sie dienstfrei waren, teil. Auch der htestge Militärverei« gab ihm die letzte Ehre. Herr Hauptmann Hassenkamp legte am Grabe einen Kranz nieder und schilderte den Toten als tüchtigen Soldaten, ebenso ehrte die Bahnhofwache Eubigheim ihren Kameraden durch Widmung eines Kranzes mit entsprechenden Worten. Wölchiugeu, 14. Dez. Leutnant Ewald Wallel von hier, welcher am 24. Aug. in Frankreich verwundet wurde, erhielt heute für die gute Führung seines Zuges das Eiserne Kreuz. Die Auszeichnung traf deshalb so spät ein, weil bei dem damaligen Gefecht auch der Bataillonsführer verwundet wurde und erst dieser Tage wieder zur Front zurückgekehrt ist. Leutnant Waller, der im Landwehr-Regiment 122 steht, unsere Gratulation. (-) Mannheim, 14. Wez. Ms am letzten Markttag die Höchstpreise für Kartoffeln bekannt gegeben wurden, luden die Kartoffelhändler ihre Ware auf und zogen ab. Auf dem Markttag am letzten Samstag waren überhaupt keine Kartoffelhändler erschienen; sie erklärten jedoch, daß sie ihre Vorräte abgeben und dann das Geschäft anderen Leuten überlassen wollten. Der Stadt. Verkauf von Kartoffeln findet großen Zuspruch. (-) Karlsruhe, 14. Dez. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhietlen: Schmiedelehrling Bernhard Ziegler, Gauangelloch, Gefr. Friseur Ludwig Mohl, Heidelberg; Pion. Ludw. Kern, Freudenberg; Res. Gärtner Kan Schäfer, Mannheim; Gefr. d. R. Johann Schmidt, Waltersweier; Gefr. Hermann Bühler, Lahr; Kan. Alp. Dorer, Furtwagen; Fähnrich im Regt. 113 Helmut Fischer, Freiburg, VizeieldweLel im Regt 111 Colmar Krause. Freibura- (-) Karlsruhe, 15. Dez. In der gestrigen Sitzung des Bad. Roten Kreuzes wurde mitgeteilt, daß die Ausstattung unserer braven Krieger mit Liebesgaben geradezu glänzend ist, ebenso die Verpflegung der Truppen. Zunächst ist es daher nicht nötig, weitere Ausstattungsgegenstände als Liebesgaben ins Feld zu schicken, Die Weihnachtssendungsn für die badischen Truppen sind. nun größtenteils an ihrem Bestimmungsort angekommen- - ebenso die Weihnachtspakete für die Krankenschwestern; aus der Schweiz ist noch ein Wagen mit Liebesgaben^ angekündigt. In den letzten Tagen sind weitere Gaben - für das Bad. Rote Kreuz in Karlsruhe eingegangen uns zwar vom Fürsten von Leiningen 1000 M., von ein^l schwedischen Herrn 1000 M., von der Vereinsbank Karlsruhe 1000 M, von der Vvlksbank Schwetzingen 2000 Mark, vom Bezirksausschuß des Roten Kreuzes Müll heim 2000 M., von dem Ortsausschuß des Roten Kreuzes Bonndorf 3000 M., von jenem in Schwetzingen zweite Gabe 2000 M. >-c- «> rr ^ — LZ' rr 2 LS SK » § « rr rr Z rr » 8 5 rr.