» U W WWff »»«». IMS ««- . . S7 pfg. - «MchchMch . r Mk. - stxt t« yä»s g»t1rf»rt öoxberger Mzeiger Gelesenftes Tageblatt öes baöisthea öaulanöes ^ -vMig«« «er-«, mit 1» pf«mkg L per einspaltig« Zeile berechnet, z Sei ««ehrmaliger fiust»oh«e LnbaS - Postscheck-Konto 4S54, «arternhe ^ sj M; Hssptanzeigeblatt fiir Sie öezirke Möelsheim, Hoxberg u. deren Umgebung -,ati»r Amtliche» verkünöigungsblatt (^chentl.) Illustriertes Sonntag» - Statt HolzsubmWorrs- und Versteigerungs-Anzeiger für -en (d-errrval- Sratis: prakt. Mitteilungen fürSewerbe (monatl.) u. Handel,Hau«- ».Landwirtschaft Nr. 25Z Druck und Bnrlag: Buchdruckexi Adels beim, Adolf Heppeler T-k-vbo» Nr 18. Adelsheim, Montag, 1. November 1915 Tagesberichte. «TV. Große» Hauptquartier, 30. Okt. -(Amt!.) Westlicher Kriegsschauplatz, steine meseutliche« Ereignisse. westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe de» GeueralfeldmarschaL» vo« Hiu-euburg: Nordöstlich vo« Mita« wiese» unsere bei Plakaueu auf da» Rordufer der Misse vor« -rschod-ne« Kräfte zwei starke Nachtangriffe ab «nd zöge« fich vor einem weitere» Angriff tu die Hanptstelluug aus de« Güduser zurück. Heeresgruppe de» Geueralfeldmarschatt» Prinz Leopold vo« Bayern: Nicht» Neue». Heeresgruppe des Geueral» vo» Liufiugeur Westlich vo« tkzartorysk wurde die ruffische Stellung dei Komarow «ud der Oet selbst gerammen. Ei« uiichtlicher russischer Gegeuaugriff »lieb erfolglos. Kamieuucha, Huta Ltsowska «>d Bielgow wurden gestürmt. LS Offiziere, S2S Man« find gefange« geuomme«, 2 Maschine»« »ewehre erbeutet. Gi« russische» Kampfflugzeug wurde bei Kukli hernutergefchoffe». Balkaukriegsfchauplatz. Die Armee» der Generale vo» Koeveß und »an Gallwitz habe« feindliche Stelluuge« gestürmt, Aber Ivb« Serben tefange« geuomme«, S Geschütze, ein Mafchiuen- »ewehr erdeutet «ud find tu der vorbeweguug Itblirbe«. Die Armee de» Geuerals vojadjieff setzt die sirrfolgung fort. Oberste Heeresleitung. Der Kampf um das Testament. Roman von Carola o. Eynatten. 26 Der Juwelier blieb vor ihr stehen und sagte: „Fräulein wünschen dieses Brillantkreuz zu verpfänden!" Dabei holte er «s aus einer Tasche seines Rockes und hielt es ihr entgegen. Eie nickte. „Ich möchte bloß hundert Kronen," flüsterte sie sockend, mit niäergeschlagenen Augen. „Alls die Höhe des Betrages kommt es weniger an, Sie können Tausende für diesen Gegenstand haben. —Darf ich uni Nren Namen bitten?" „Ist es nötig, daß ich ihn nenne?" „Unerläßlich ist es." „Szarolta Varos." „Und die Wohnung?" Das arme Mädchen wurde feuerrot. Was antworten! Es Mar doch unmöglich, zu sagen, daß sie keine hatte, das Kreuz verpfänden müsse, um dieNacht irgendwo zubringen zu können! „Ich kann nichts weiter mehr sagen, ich kann nicht, es ist Mmiöglich, und wenn es ohne solche Angaben nicht geht, »onn geben Sie mir, bitte, das Kreuz wieder," stotterte sie, Krönender Qual in den Augen, die den Juwelier in Heller ««zweiflung anschauten. Herrn Kovary mochte wohl die Ahnung eines tragischen «eschicks aufgehen, denn er legte die Hand auf die Szaroltas Dld sagte herzlich: „Seien Sie offen gegen mich, Fräulein; A geb Ihnen mein Ehrenwort, daß Sie meinerseits keinen "krtrauensbrnch zu befürchten haben, und daß ich Ihnen Lern beistehen werde, wenn Sie sich, wie ich vermute, in en»r schlimmen Lage befinden. Wie kommt dieses Kreuz, mindestens seine 6000 Kronen wert ist, in Ihre Hände?" . .Mein Onkel hat es mir geschenkt; ich sagte es diesem Herrn «rrrits." erwiderte Szarolta ohne Zögern und schaute auf den ^chäftSführer. .Wer ist Ihr Herr Onkel?" »Das kann ich wieder nicht sagen; übrigens ist er tot." »Sind Sie hier fremd?" , »Nein; ich bin in Pest geboren und war immer hier — ^ ki„er Pensionsschule." -.Und wo find Sie jetzt?" „Nirgends." „Sie müssen doch einen Aufenthalt haben?" „Ich war in einem großen Geschäft." „Sie sind ausgetreten?" .Ja.« „Seit wann?" „Seit kurzem." anwortete Szarolta zögernd. „Und das hat Sie in momentane Not gebracht?" .Ja." „Haben Sie keine Freunde, an die Sie sich wenden könnten?" „Ich habe nur eine einzige Freundin und die ist heute unglücklicherweise abwesend." „Sie aber müssen unbedingt heute noch Geld haben?" „Ja, denn ich habe nur noch eine Krone und keine —" „Was haben Sie nicht?" Szaroltas innere Kraft hatte sie gänzlich verlassen; sie brach in krampfhaftes Schluchzen aus. „Lassen Sie uns gefälligst allein. Herr Ordvar," flüsterte der Juwelier seinem Angestellten zu. der sich leise zurückzog. Kovary wendete sich hierauf wieder zu dem schluchzenden Mädchen und begann, noch herzlicher, eindringlicher sprechend:..Auf diese Weise kominen wir niemals an ein Ziel, liebes Kind; fassen Sie Mut und erzählen Sie mir alles über Ihre Person und Ihre Verhältnisse. Es liegt in Ihrem eigenen Interesse, denn Sie müssen sich selbst sagen, daß es sehr auffallend ist, wenn eine so junge Da,ne zu abendlicher Stunde in einem fremden Geschäft ein Objekt von bedeutendem Wert zum Pfand anbietet. Vor einigen Wochen wurde bei dem Juwelier Hörös und Co. ein großartiger Juwelendiebstahl verübt, und unter den entwendeten Gegenständen befindet sich «in ans elf ausgesucht schönen Brillanten zusammengesetztes Kreuz mit einem Solitair als Mittelstück, also ein Kreuz, das ein Zwilling des Ihrigen sein könnte —" „Und wohl auch sein wird, denn das meinige wurde bei HöröS am Großen Ring gekauft!" fiel das junge Mädchen erschreckt ein. „Sie werden begreifen, liebes Kind, daß Sie sich unter diesen Umständen wohl oder Übel entschließen müssen, mir ganz reinen Wein einzuschenken. So, wie die Dinge liegen, wäre eS andernfalls meine Pflicht, die Polizei von Ihrem Verantwortlich A. H-ppeler in Adelsheim 39 . Jahrg. »TV. Große» Hauptquartier, SL. Okt. (Amtl.) Westlicher Kriegsschauplatz. Vayrische Truppe« setzte« sich nordöstlich do» Neuville i« de« Besitz der srauzSsische» Stellung in eiuer Ausdehnung do« LLVV Meter», «achte« etwa 20V Gefaugeue »ud erdeutete« 4 Mafchiueu« grwehr», 3 Miueuwerser. Ei» seiudlicher Ge« geuaugriff wurde abends abgeschlagen. I» der Cha«pag»e ist el« weitvorspringeude- deutscheS Gradeusiück nördlich vo» Le Mesuil i» der Nacht vo« SS. zu« so. Oktober durch überwältigende» Angriff gegen die dort stehende« stompaguie« a« die Frauzoseu derloreugegauge«. Bei Tahure griffen nachmittag» «usere Truppe» a« Sie stürmte» die Bntte-de-Tahure (Höhe LSS «ordwestttch deS Orte»). Der Ka«ps dauerte die Nacht hiudurch a«. 2L srauzSsische Offiziere (daruuter 2 BatatllouSkommaudeure), iris Man» wurde» gesauge» ge»»««ea. Oestlicher Kriegsschauplatz r Heeresgruppe de» Ge«eralseld«arschall» 'von Hiudrndurg r Durch «user kouzeutrischeS Feuer wurde« die Nassen gezwungen de» Ort Plakaueu ans de« Norvuser der Misse wieder zu raume». Heeresgruppe des Geueralfeldmarschatt» Priuz Leopold vo» Bayer« Die Lage ist «»verändert. Heeresgruppe de» GeueralS vo» Liusiuge«: Der Angriff westlich vo» Ezart«rh»k erreicht« die Ltuie Ostraud vo» Komarow-Höhe» östlich Podgaeie. Die erreichte» Stelluuge» wurve« gegen wiederholte russische Nachtangriffe in teilweise erbitterte» stämpfe« geholte«. Etwa LSS Russe« von elf verschiedeue« Regimenter« wurde« g-fangen aenamme». Balka««strieg»scha»platz: ! Deutsche Truppe» der Armee de- GeneralS vo« stoeveß habe» Gr». Milauovae geuomme». Nordöstlich davon wurde der Feind a« der Straße Satorrja-Kragujevae au» seine» Stelluuge« süd« lich der Srebruiea geworse«. Di» Armee des Geuerals vo» Gallwitz dräugte beiderseits der Morava de« Gegner weiter zurück. 600 Gefaugeue wurdeu eiugebracht. «ou der Armee de» General» vojadjieff liege» keine neue« Nachrichten vor. Oberste Heeresleitung. , MTB, Wien, 30. Okt. Amtlich wird verlautbark vom 30, Oktober 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplatz: Die westlich iwtt Lz-^ortzsk kämpfenden österreichisch-ungarischen unb deutsch?:: Truppen entrissen dem Feind, ihre Angriffe sorisetzend, eine Reihe zäh verteidigter Ortschaften. Es wnrdl-i 18 Offiziere und 929 Mann gefangen genommen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Ein russisches Flugzeug wurde durch unser Feuer herabgeholt. Sonst im Nordisten nichts Neues. WTB. Wien, 30. Okt. Amtlich wird verlautbart vom 30. Oktober 1915, mittags: Italienischer Kriegsschauplatz: An der Isonzo front verlief der gestrige Tag im Abschnitt nördlich des Görzer Brückenkopfes merklich ruhiger, nur die Besatzung des Brückenkopfes von Dolmein hatte noch einen starken Angriff abzuweisen. Vor Görz hielt das feindliche Artilleriefeuer mit größter Heftigkeit bis in die Abendstunden an. Angriffsversuche der Italiener aus den Monte Sabotino und unsere Stellungen westlich Pevma wurden zurückgewiesen. Auch auf der Podgora- Höhe blieben nach erbitterten Nahkämpfen alle unsere Gräben im Besitz der Verteidiger. Von der italienischen dritten Armee kämpfen bereits Teile der bisher zurück- gehaltenen Kräfte gegen die Hochfläche von Doberdo. Dies vermag jedoch an der Lage nichts zu ändern. Wo die feindlichen Angriffe nicht schon durch Geschützfeuer vereitelt wurden, scheiterten sie an der festen Mauer unserer Infanterie. Pfandangebot in Kenntnis zu setzen. Unterließe ich es. so würde ich möglicherweise schwere Unannehmlichkeiten zu gewärtigen haben." Szarolta war leichenblaß geworden und rief, in nervöser Unruhe fortwährend an ihrem Kleid zupfend: „Nein, nein, nicht die Polizei — nur das nicht! Ich will alles erzählen, alles!" Und sie begann in kurzen, abgerissenen Sätzen einen Bericht ihrer Lebensschicksale zu geben. Als sie damit zu Ende gekommen mar, und dazu bedurfte es längerer Zeit, da fie wiederholt von anfsteigenden Tränen unterbrochen wurde, versetzte sie ängstlich: „Sie werden wohl sagen, Herr Kovary, ich verdiente diese gräßliche Verlegenheit, ich hätte nicht fort- lanfen sollen, aber ich konnte nicht anders, wirklich nicht, so wenig, wie ich wieder ins Geschäft zurückgehen könnte!" Der Juwelier hatte aufmerksam und mit Teilnahme znge- hört, jetzt sagte er zu dein jungen Mädchen, das mit zitternden Lippen vor ihm saß: „Nein, mein Kind, ich mache Ihnen keinen Vorwurf, denn ich verstehe sehr wohl, daß ein solches Vorkommnis ein junges Mädchen in Ihrer Lage zu einem unüberlegten Schritt hinreißen kann. Aber sage» Sie mir, wer dieser Vormund ist, von dem Sie eine so ausgezeichnete Meinung hegen, daß Sie nicht eilnnal unter diesen desperaten Umständen bei ihm Schutz suchen mochten? Er wird weder von Ihrem Anliegen noch von Ihren Mitteilungen ein Wort erfahren, wäre er selbst »rein bester Freund. Sie haben keine Namen genannt und ohne sie nützt mich Ihre Erzählung nur wenig." „Der Armenrat Juharcz ist mein Vormund." „Und die vielgenannte Freundin?" „Fräulein Margita Kisfalva, Kandidatin der Medizin." „Tochter der Frau Hofrat Kisfalva?" »Ja" „Ah! Sie wird wohl bereit sein. Ihre Jdendität und die Wahrheit Ihrer Angaben zu bestätigen?" „Natürlich; aber sie kommt ja erst morgen abend zurück." „Wissen sie sonst niemand, den Sie hierher bitten könnten?" „Barba! Nein, daS geht nicht, Fräulein Ercsenye würde eS erfahren. O! — Ja, das geht! Herr Hornbostel der ehemalige Grobbrauer —" 222.20 An der Dvkvmlkekfrons Kahm hkr GchE fistt zehnfach überlegenen Kräften unsere Vorstellungen auf dem Col di Lana. Feindliche Angriffe im Tonalegebiet wurden blutig abgeschlagen. WTB. Wien, 30. Okt. Amtlich wird verlautbart vom 30. Oktober 1915, mittags: Südöstlicher Kriegsschauplatz': Die Säuberung des Gebiets von Visegrad schreitet erfolgreich vorwärts. Die Armee des Generals von Koe- veß warf den Gegner beiderseits von Rudnik auf Grn. Milauovac zurück. Auf der Hochfläche von Cumic, einen Tagemarsch nordwestlich von Kragujevac, leistet der Feind noch zähesten Widerstand. Unsere Truppen stehen dort in erbittertem Kampfe. Südwestlich von Lavabo greifen deutsche Bataillone die Höhe Strazenica an. Im Nordostteile Serbiens ist der Gegner überall im Rückzuge. Die Bulgaren verfolgen vom Timok her. Südwestlich von Knjazevac drangen sie in die serbischen Stellungen auf der Tresibaba Planina ein. -, - - * * * Die Landwirtschaft und die Lebensmittelteuerung. Der Krieg hat aus alle Verhältnisse des öffentlichen Lebens einen tiefgehenden Einfluß ausgeübt. Ganz besonders läßt sich dies an der Preissteigerung der Bedarfsartikel des täglichen Lebens, namentlich der Nahrungsmittel, erkennen im Vergleich zu den Preisen der Friedenszeit. Die im Vergleich zur Friedenszeit höheren Preise haben die Verbraucher, namentlich jene der städt- tischen Bevölkerung, zu dem Vorwurf gegen die Landwirtschaft veranlaßt, daß sie die Preise der Lebensmittel absichtlich verteure und sich dabei ungebührlich bereichere. Dieser Vorwurf ist ein ganz unberechtigter. Es ist unrichtig, wenn man annimmt, daß die Höhe der Preise von den Erzeugern der Gegenstände einseitig bestimmt werden könne. Vielmehr liegt der Grund der Steigerung dieser Preise während des Krieges in erster Linie in dem Ausfall der Zufuhr aus dem Auslände und in der erschwerten und verteuerten Erzeugung im Inland. Bei einer Reihe von Gegenständen des täglichen Bedarfs sind wir zur Deckung des Verbrauchs auf die Einfuhr aus dem Ausland ganz oder teilweise angewiesen. So ist die Einfuhr von Vieh, Geflügel, Butter, Eiern, Hülsenfrüchtcn, Getreide, Kartoffeln, Fischen, pflanzlichen Fetten, Kraftfutter- und Düngemitteln sehr erschwert oder ganz unmöglich. Die Rohstoffe und Betriebsmittel sind erheblich im Preise ^gestiegen, insbesondere die im Inland vorhandenen Futter- und Düngemittel. Hierzu kam die Aushebung der kräftigen Arbeitspferde. Ein Ersatz derselben war durch hohe Preis; Preie sund geringes Angebot erschwert. Durch die Einberufung zum Heeresdienst wurden zahlreiche Arbeitskräfte und Betriebsleiter dem landwirtschaftlichen Betrieb entzogen. Infolgedessen fand eine Steigerung der Löhne statt, die in manchen Gegenden 100 Prozent und mehr betrug. Die Erhöhung der Erzeugungskosten muß, wenn der landwirtschaftliche Betrieb überhaupt noch ohne Verlust möglich fein soll, in den Preisen der Erzeugnisse zum Ausdruck kommen. Die Höhe der Fleischpreise ist ist in den meisten Fällen eine Folge der Verminderung der Schweinebestände durch die aus verschiedenen Gründen vorgenommenen, zahlreichen Schlachtungen, sowie eine Folge der Einschränkung des Rindviehbestandes durch vorzeitige Schlachtungen, veranlaßt durch teuere Futtermittel, hohe Löhne und Mangel an geeignetem Personal. Im allgemeinen haben sich die Erzeugungskosten des Landwirts durchschnittlich um 50 Prozent erhöht, ebenso sind die Preise aller Gegenstände des sonstigen täglichen Bedarfs desselben bedeutend gestiegen. Es läßt sich daher bei verschiedenen landwirtschaftlichen Erzeugnissen, z. B. bei der Milch und teilweise bei den Erträgnissen der Viehzucht, insbesondere bei der Aufzucht und Mast, ein Gewinn für den Landwirt überhaupt nicht mehr Nachweisen; in vielen Fällen werden sogar die Erzeugungskosten nicht oder nur unvollständig gedeckt. Durch die Reichsregierung selbst wurde bei der Beratung der für das neue jkriegs- Erntejahr in Aussicht genommenen Maßnahmen im Reichstage ausdrücklich anerkannt, daß die Erzeugungskosten des Landwirts sich erhöht hätten, die Erzeugung selbst sich unter sehr schwierigen eVrhältnissen vollzieh; und eine Erhöhung der Höchstpreise für Getreide gerechtfertigt erscheine. Auf Grund der häufig anzutreffenden, mißverständlichen Auffassung dieser Preissteigerung wird dann aus den Kreisen der Verbraucher an die Reichsregierung die Forderung nach Höchstpreisen für diese landwirtschaftlichen Erzeugnisse gestellt. Es soll die nach volkswirtschaftlichen Grundsätzen erfolgende Entwicklung der Preisbildung durch behördliches Eingreifen ersetzt werden. Sehr oft ist aber der Erfolg dieser Maßregeln ein zweifelhafter. Die Höchstpreise werden vielfach nach den Anträgen der Verbraucher ziemlich uiedrig festgesetzt. Der Landwirt wird dadurch verleitet, seine Erzeugnisse an die bisherigen Verbraucher nicht mehr abzusetzen, weil er nicht nur keinen Gewinn zu erzielen, sondern sehr oft auch noch einen Verlust zu erleiden befürchtet. Er ist dann bestrebt, seine Erzeugnisse auf andere Weise zu verwerten oder er verbraucht dieselben in seinem eigenen Betrieb. Die Verbraucher sind alsdann geschädigt, weil nur noch geringere Mengen der betreffenden Gegenstände zum Verkauf gelangen. Wie bekannt, sind die Höchstpreise für Brotgetreide durch die letzte Bundesratsverordnung für die südlichen Gegenden des Deutschen Reiches herabgesetzt worden. Trotzdem entsprechen die Preise für Brot und Mehl nicht den Getreidepreisen. Die Landwirtschaft trägt an diesen Verhältnissen keine Schuld; denn sie hat auf die Gestaltung der Brot- und Mehlpreise keinerlei Einfluß. Vielmehr ist der Grund dieses Mißverhältnisses in denjenigen Kreisen zu suchen, welche die W iterleitung und Verarbeitung des Getreides besorgen. Tie Ursache der hohen Kleinhandelspreise der sonstigen Nahrungsmittel liegt zum großen Teile in der Verteuerung durch den Zwischenhandel. Vielfach werden auch die hohen Fleischpreise durch die Organe des Zwischenhandels, die Großhändler und Großschlächter, veranlaßt. Nur durch Beschränkung dieser Handelsgewinne kann der gerügte Mih- stand beseitigt werden. Es ist also, wie sich aus Vorstehendem ergeben dürfte, eine durchaus irrige Ansicht, aus den verhältnismäßig höheren Preisen für die Bodenfrüchte oder die fertigen Nahrungsmittel ohne weiteres aus einen gesteigerten Gewinn des Landwirts zu schließen. Ten gesteigerten Roheinnahmen desselben stehen erhöhte Betriebsausgaben um eine geringere Erzeugung gegenüber, so daß die Reineinnahmen des Landwirts sich nicht nur nicht vermehrt, sondern sogar noch vermindert haben. Die neue Negierung in Frankreich. WTB. Paris, 30. Okt. Die Agence Havas veröffentlichte gestern abend folgende Note: Aristide Briand hat sich, nachdem er vom Präsidenten der Republik den Auftrag erhalten hatte, das neue Kabinett zu bilden, nacheinander zu dem Präsidenten des Senats, Dubost, und dem Kammerpräsidenten Deschanel begeben. Nach diesen Besuchen versammelte Briand im Justizministerium die politischen Persönlichkeiten, deren Mitwirkung er sich gesichert hatte. Im Laufe des Nachmittags fand eine Zusammenkunft statt. Briand ging sodann in das Elysee, um dem Staatsoberhaupt die Konstituierung des Ministeriums anzuzeigen. Erlasse betreffend die Bildung des neuen Kabinettes werden morgen vormittag im Amtsblatt erscheinen. Die Mitglieder des neuen Kabinettes werden morgen vormittag von Briand dem Präsidenten vorgestellt werden. Darauf wird der erste Ministerrat abgehalten werden, um den Wortlaut der ministeriellen Erklärung festzusetzen, die in beiden Kammern in ihrer ersten Sitzung in der nächsten Woche verlesen wird. WTB. Paris, 30. Okt. Die Agence Havas meldet amtlich: Das Ministerium ist wie folgt zusammengesetzt: Vorsitz und Auswärtiges Briand, Staatsminister ohne Portefeuille Freycinet, Bourgeois, Cambes, Gues- de, Denis, Cmochin, Justiz und Vizepräsidentschaft Vi- viani, Kierg General Gailieni, Marine Kontreadmiral Lacaze, Inneres Malvy, Finanzen Ribot, Ackerbau Moline, öffentliche Arbeiten Sembat, Handel Elemente!, Kolonien Doumergue, Unterricht und Erfindungen, die die Landesverteidigung betreffen, Painleve. Der neue Arbeitsminister wird im Laufe des Abends ernannt werden, ebenso die Unterstaatssekretäre. Der bisherige französische Botschafter in Berlin, Jules Cambon, wurde zum Generalsekretär im Ministerium des Aeußern ernannt. WTB. Paris, 30. Okt. (Agence Havas.) Die Bildung des Kabinetts wurde durch Metin ergänzt, der das Arbeitsministerium übernimmt. Me vier Kriegsunterstaatssekretäre behalten ihre Portefeuilles. Nail wird Unterstaatssekretär der Marine, Dalimier behält die Schönen Künste. Die Unterstaatssekretariate des Innern und des Aeußeren kommen in Wegfall. Zwei neue große Spionageunlernehmnngen in Belgien und Rordfrankreich ansgedeckt. WTB. Berlin, 30. Okt. (Amtlich.) In Belgien und Nordfrankreich sind in den letzten Tagen wieder zwei neue große Spionageunternehmungen aufgedeckt worden. In Belgien handelt es sich um eine weitverzweigte Organisation, der insgesamt 21 Fe st genommene angehörten. Nachdem sie sich monatelang auf die Vermittelung von Spionagenachrichten über Holland nach Frankreich beschränkt hatten, gingen sie im September auch dazu über, Srengattentate auf Eisenbahnbauten, Brük- ken und andere Kunstbauten vorzubereiten. Nebenbei betrieben sie die Beförderung von Wehrpflichtigen aus Belgien nach Frankreich. Unter der Zahl der Festgenommenen befinden sich wiederum 4 Frauen, die mit in erster Linnie die gegen die Sicherheit des deutschen Heeres gerichteten Verbrechen begangen haben. Die in Rordfrankreich aufgedeckte Spionageorganisation wurde von der Frau eines in der französischen Armee dienenden Offiziers geleitet, der in Paris persönlich von der Militärbehörde für ihre Aufgaben unterrichtet und nach Nordfrankreich entsandt wurde. Unter ihren fest- gciwmmenen Helfern befinden sich zwei weitere weibliche Personen. In welchem Maße die Spionage organisiert ist, geht aus dem Umstand hervor, daß die Festgenommenen vom französischen Nachrichtendienst unter hohen Nummern in seinen Listen geführt wurden. Auch die in dieser Sache Verhafteten sind bereits überführt, daß sie in za «streichen Fällen durch Beförderung militärischer Nachrichten nach Frankreich sich des Verbrechens der Spionage schuldig gemacht haben. In einer dritten Spionage- angelegen heit in Belgien ist am 26. Oktober das Urteil gefällt worden, das gegen 9 der Angeklagten auf Todesstrafe lautete. Dieses Urteil ist gestern voll- streckt worden. Unter den 10 weiteren zu Zuchthausstrafe;: verurteilten Schuldigen befinden sich wiederum drei :;>eib>iche Personen. Joffre in London. WTB. London, 30. Okt. Der französische Generalissimus Joffre hat das Kriegsamt besucht und es daun mit Lord Kitchener verlassen. Tie Menge brachte ihm lebhafte Kundgebungen dar. Der Unfall des englischen Königs. WTB. London, 30. Okt. (Reuter.) Aus dem englischen Hauptquartier wird gemeldet: Gestern früh verließ der König das Quartier etwas vor 10 Uhr, um sich nach einer kleinen Stadt zu begeben, wo er den kommandierenden General der ersten Armee sprach. Die Gesellschaft verließ die Automöbile und stieg zu Pferde. Sie ritt nach einer großen Ebene, jpo die Truppen eines Korps der ersten Armee, zur Inspektion ausgestellt waren. Ter König ritt die Glieder ab und inspizierte jede Abteilung eingehend, während er wiederholt Fragen an die ihn begleitenden Offiziere richketz. Der Regen fiel in Strömen und ein heftiger Wind wehte. Ter König verließ die Ebene, um nach eine^ kurzen Ritt den Kommandanten eines anderen Korps der ersten Armee zu treffen und einige Tausend Soldat«, zu inspizieren. Da geschah das Unglück. Das Pferd des Königs erschreckte vor den Hurra-Ru. fen der Mannschaften, die auch die Mützen schwenkte, und bäumte sich. Ter König vermochte das Ti« zu bändigen, aber es bäumte sich noch einmal und überschlug sich nach rückwärts. Der König fiel zu Bo. den. Die Offiziere, die sich in'der Nähe befanden, eilt«, herbei und brachten den König nach dem Automobil, das wegfuhr. Tie Nachricht von dem Unglück ve^ breitete sich schnell. Schweigend sahen die Truppen zu, als das Automobil langsam vorbeifuhr. Der König saß in eine Ecke des Wagens gelehnt und salutierte. Das russische Kriegsschiff „Sinope" getroffen. WTB. Budapest. 30. Okt. Der „Pester Lloyd- meldet: Die Beschießung von Bur gas bestätigt sich nicht. Ein 24 Centimetergeschoß von der Küstenbatterie bei Traca hat den Bug des russischen Kriegsschiffes „Sinope" getroffen und an Bord des Schiffes eine Explosion verursacht. Zum Fahrestag der Eröffnung der Feindselig. leiten zwischen der Türkei und Rußland. WTB. Konstantinopel, 30. Okt. Anläßlich de- Jährestages der Eröffnung der Feindseligkeiten zwischen der Türkei und Rußland im Schwarzen Meer veröffentlichen die türkischen Blätetr mit Illustrationen versehene Artikel in denen insbesondere die ruhmvollen Taten der türkischen Armee hervorgehoben werden, die die Dardanellen verteidigte und so die Rettung und die Zukunft der Türkei und von 300 000 Muselmanen sicherte und mit Strömen Blutes den Fleck von der Stirn der Türkei tilgte. Die Blätter heben als günstiges Zusammentreffen hervor, daß gerade am Jahrestage des Angriffes der russischen Flotte gegen die türkische Flotte im Schwarzen Meer, die russische Flotte vor Warna eine Niederlage erlitt und der europäische Krieg durch die Herstellung einer direkten Verbindung der Türkei mi, den Mittelmächten in sein letztes Stadium tritt. Falsches Gerücht. WTB. Konstantinopel, 30. Okt. Verschiedene ausländische Zeitungen haben die Nachricht verbreitet, daß die italienische Botschaft in Konstantinopel von der Bevölkerung geplündert worden sei. Die Kaiserlich Türkische Regierung dementiert diese Nachricht, die jeglicher Wahrheit entbehrt, auf das Entschiedenste. Der neue deutsche Gesandte in Konstantinopel WTB. Berlin, 30. Okt. Die „Nordd. Mg. Ztg/ meldet: Dem Vernehmen nach ist bei der Hohen Pfort« für den Botschafter a. D. Graf Wolfs-Metternich da- Agrement als Botschafter in außerordentlicher Mission nachgesucht worden. Auf eine Mine gestoßen. WTB. Trontheim, 30. Okt. Der hiesige Dampfer „Turid" hat im Weißen Meer 22 Mann des englischen Dampfers „Empreß os Britain" gerettet, der auf eine Mine gestoßen war. 7 Mann der Besatzung sind umgekommen. Die Geretteten wurden in einem Patrouillenboot nach Archangelsk gebracht. Entflohen. WTB. Kopenhagen, 30. Okt. Der Führer des durch den Vorfall bei Saltholm bekannten englischen Unterseebootes E 13, Leutnant Lay ton, ist heute Nach von der Marinewerft entflohen. Die Polizeibehörden des ganzen Landes wurden in Kenntnis gesetzt. Verpflegung des serbischen Heeres über Montenegro. WTB. Paris, 30. Okt. Nach einer Tempsmck düng aus Cetinje, ist für das serbische Heer ein Dienst zur Verpflegung über Montenegro eingd' richtet worden. ' Aus Stadt und Land. spät! Selg 1 e.'d Su kuri zum das Herr Nach nam war dem dar Erde Hier Pfar sollst recht« Lebe> Sunz Sun^ Schu über, diese! hielt Nusk Dort Schü Schl« nun Erde (- dahie des Fr. l zur Do ere richketz. liger Wind nach einen, eren Korst» cd Soldaten Das Pferd rra-Ru- schwenkte«, e das Tier nnmal und fiel zu Bo- nden, eilten Automobil Inglück ver» Lruppen zu, : König sch itierte. getroffen. ster Lloyd" bestätigt sich listenbatterie riegsschiffes -chiffes eine einvselig- ßland. nläßlich deZ ten zwischen r veröffent- lonen Verse ollen Taten oie die Dar- nd die Zu- men sicherte c Stirn der ges Zusam- lge des All- lische Flotte Warna eim g durch die Türkei mit tritt. Verschiedene t verbreitet, pel von der iserlich Tür- cht, die jeg- denste. iantinopel Mg. Ztg.' when Pforte Iternich dar ber Mission siige Damv- rn des eng' zerettet, der r Besatzung r in einem Führer des n englisch« heute Nacht ^olizeibehöi' is gesetzt, s über Tempsm^ je Heer ei« gro einK' nv. er voo t d» egebell-l jeds^i Zeru^t uns« enwärtig, da der Krieg noch nicht beendet ist, heißt trotz Spätherbst und Novemberstimmung, trotz der Lenden Teurung den Kopf hochzuhalten, vertrauens- „ -er Zukunft entgegen zu blicken, denn auf einen »Minder ist nach winterlichen rauhen Monaten immer ein Mai mit Blüten in Hülle und Fülle gefolgt. ^ ** Ldeldheb», 1. Nov. Der bad. LanLesauSschuß Ar Kriegsinvalidenfürsorge für kriegsbeschädigte Land- rte wird einen Winterkurs in Villingen abhalten. Der Kursus besteht aus einem HauptkurS. der am Montag, den 22. Nov. beginnt und bis gegen Ende Knuar dauern wird, und einen Fortbildungskurs, der Linen Anfang zu Beginn des Februar nehmen und bis Wtte März dauern wird. Anmeldungen sind bis tzälestens 12. ds. Mts bei dem Landwirtschaftslehrer Klg in Billingen einzureichen. -j- Merchingen, 1. Nov- Gestern Nachmittag 1 Uhr «sd dahier die Trauerfeier für den auf dem Ade der Ehre gefallenen Landsturmmann Adolf Aunz statt. Unter zahlreicher Beteiligung des Militär-, xurn- und Gesangvereins bewegte sich ein großer Zug EN Kriegerdenkmal, wo der Militär- und Gesangverein taS Lied: „Morgenrot, Morgenrot", unter Leitung des Herrn Hauptlehrer Ohnsmann, zum Vortrag brachte. Nachdem dar Lied verklungen, hielt Herr Friedr Fluhrer namens des Turnvereins, dessen Vorstand der Gefallene Var und Herr Apotheker Jost namens des Gesangvereins eine Ansprache. Während nun der Gesangverein das Lied sang: „Schlummre sanft im Mutterschoß der Adr", wurden die üblichen Ehrensalven abgegeben. Hierauf zogen die Vereine in die Kirche, wo Herr Pfarrer Werner in dem Textwort«: „Ich lebe und du sollst auch leben' (Ev. Joh., Kapitel 14, VerS 19) den ächten Trost für die Leidtragenden fand. Aus dem Lebenslauf des Entschlafenen ist zu entnehmen: Adolf Aunz wurde als Sohn des Schmiedmeisters Lorenz Aunz geboren, erlernte nach seiner Entlassung aus der Schule bei seinem Vater das Schmiedehandwerk und übernahm nach dessen Tode das Geschäft Im Mai Aeses Jahres wurde er zu den Waffen gerufen, er- Kelt beim Infanterie-Regiment 111 in Rastatt seine Ausbildung und rückte dann nach Rußland ins Feld. Dort machte Kunz u. a. die Erstürmung der Festungen Grodno und Wilna mit. Bald darauf traf ihn im Schützengraben ein feindliches Jnfanteriegeschoß in die Schläfe und führte den sofortigen Tod herbei. Und nun liegt er so fern von der Heimat in Rußlands kalter Erde begraben. Ec ruhe in Frieden! (-) Merchingen, 1. Novbr. Bei der am SamStag dahier stattgefundenen Treibjagd auf einem Teil des Jagdgebietes der Herren Gottfried Gerner und Fr. Ullrich, Lawmwirt, wurden 55 Hasen und 1 Reh zur Strecke gebracht. Schlierstadt. 1. Nov. Der Infanterist Ludwig Herkert beim Kgl. Bayer Inf Regt 2L, 4 Komp., Sohn des Bürgermeisters Herkert dahier, wurde für Kaltblütigkeit und treue Pflichterfüllung als Meldegänger mt dem Eisernen Kreuz 2. Klaffe ausgezeichnet. LMn Dekorierten herzlichen Glückwunsch! 8 Mosbach, 30. Okt. Die hiesige Strafkammer verurteilte den Gastwirt Georg Löhr von Tauberbischofsheim, der in seiner Wirtschaft deutsch- , feindliche Kundgebungen gemacht, zu der exemplarischen Strafe von 3 Monaten Gefängnis. (-) Karlsruhe, 30. Okt. Prinz Max von Baden iß gestern vormittag 8.25 Uhr von Karlsruhe loinmend auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin eingetroffen. (-) Karlsruhe, 30. Okt. Der Stadtrat hat be- Hlossen, einen Ganztag-Schülerhort einzurichten, in welchem die Kinder von früh? Uhr bis zu Beginn der Schule, sodann über die Mittagszeit bis zum Wiederbeginn des Unterrichts und nach dessen Beendigung üs abends 7 Uhr sich unter geeigneter Aufsicht bei Lernen und Spiel aufhalten können. Dort wird ihnen wch ein einfaches, warmes Frühstück und Mittagessen »«abreicht. Der Ganztag-Schülerhort wurde hauptsächlich aus dem Grunde errichtet, weil infolge des Krieges, durch die Abwesenheit des Vaters viele Kinder nicht viter der unbedingt nötigen Aufsicht stehen^ (-) Offenburg, 30. Okt. Der Fuhrmann Fritz al von Neuenweg wurde ixun Dungsührcn von den ^gewordenen Pferden zu eu)lXu geworfen, eine Strecke Weist und geriet schließlich unter die Räder des schwer- Ädenen Wagens. TöiKich Verletzt wurde er aufgcfnn- M und starb bald an den erlittenen Verletzungen. (-) LangenvrauV, (Murgtal), 30. Okt. In der ierfabrik Wolfsbcck hier ereignete sich ein tödlicher Mcksfall. An einem großen Holzstoffhaufen locker- sich einige ca. 3 Zentner schwere Holzstoffballen und en etwa 4 Meter hoch herunter, wobei der bei den dort Erntenden französischen Gefangenen stehende Wachtpo- Landstrmmnan Jrion, rücklings getroffen wurde. ^ bei Ausübung seiner Dienstpflicht verunglückte Wach- mr ist auf dem Transport in das Krankenhaus Forbach «ben. (-) Blauen b. Schönau i. W-, 30. Okt. Das schwere kamiliendrama, das sich hier ereignete, hat nun h ein zweites Opfer gefordert. Außer dem 4- , rigen Mädchen ist auch der 2 Jahre alte Knabe der W Eckerlin, die sich selbst in sehr bedenklichem Zu- ad befindet, gestorben. (-) Villingen, 30. Okt. Der Bürgerausschnß hat a Gaseinheitspreis festgesetzt und zwar für Leucht- Kochgas mit 17 Psg. für den Kubikmeter. Bei dem ömatengas verbleibt es bei dem bisherigen Preis 18 Psg. Ferner bewilligte das Kollegium Teue- gszulagen an städt. Angestellte mit weniger als 1800 Ak Gehalt und zwar für ein Kind 5 Mk., für zwei ^er 8 Mark. Schließlich genehmigte der Äürgeraus- einen weiteren Kriegskostenkredit von 150 000 Mk. Günter den Fahnen stehen etwa 2000 Villinger. ßh Konstanz, 30. Okt. Wie verlautet, wird der tausch der Schwerverwnndeten zwischen Deutschland ! und Frankreich Ende November bezw. Anfangs Dezember über Konstanz wieder ausgenommen werden. (-) Glatt in Hohenz., 30. Okt. (Brand.) In dem Wohn- und Oekonomiegebäude der Witwe Paul Beck brach Feuer aus. Es griff bei den großen Futter- und Getreidevorräten so rasch um sich, daß außer dem Vieh fast nichts gerettet Verden konnte. Tank der Windstille und der eifrigen Tätigkeit unserer Feuerwehr blieben die Nachbarhäuser unversehrt. Die Witwe hat 12 Kinder im Alter von 6 bis 21 Jahren. Aus Württemberg. (-) Königseggwald, 30 Okt. ( Bubenstreich.) Ter schon seit Kriegsausbruch iu> Felde stehende Tresch- maschinenbesitzer Megger aus Hoßkirch, zurzeit beurlaubt, stellte seine Dreschmaschine im Hose eines Bauern in Königseggwald zum Dreschen auf. Am anderen Morgen machte er die Wahrnehmung, daß ihm während der Nacht fünf Lederriemen mehrmals durchschnitten waren. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den bübischen Täter zu ermitteln. (-) Rotttveil, 30. Okt. (Todesfall.) An einem Gallensteinleiden ist Oberlandesgerichtsrat Dr. v. Schanz schnell verschieden. Der hervorragende Jurist, der zuletzt als Oberlandcsgerichtsrat in Stuttgart und früher als Staatsanwalt in Tübingen tätig war, bekleidete seine hiesige Stellung seit 21/2 Jahren. Er hat ein Alter von 61 Jahren erreicht. Sein Bruder, Dr. Paul v. Schanz der berühmte Dogmatiker und Apologetiker an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen, ist ihm im Jahre 1905 im Tode vorausgegangen. (-) Münsingen, 30. Okt. (Sch neefall.) Zum ersten Mal ist heute nacht hier Schnee gefallen. Die Dächer waren heute früh mit Schnee bedeckt. (-) Schwenningen, 30. Okt. (Erschossen.) Im Verlauf eines häuslichen Streites feuerte in Burgberg Triebdreher Andreas Maier mit seinem Gewehr einen Schuß ab auf seinen 53 Jahre alten Schwiegervater Th. Schleich von Buchenberg. Schleich erhielt eine schwere Bauchverletzung und starb auf dem Wege nach dem Villinger Krankenhaus. Der Täter ist verhaftet. (-) Steinhofen in Hohenz., 30. Okt. (Erdst 0 ß.) Dienstag abend gegen 6 Uhr wurde ein ziemlich starker Erdstoß verspürt in der Richtung Ost-West. Ein dvnkier- ähnliches Geräusch von 1—2 Sekunden Dauer ging voraus. Handel und Verkehr. (-) Stuttgart, 30. Okt. (Schlachtviehmark t.s Dem heutigen Schlachtviehmarkt wurden zugetcirben: 159 Großvieh, 148 Kälber, 237 Schweine. Unverkauft blieben 25 Großvieh, 127 Schweine. Die Preise sind folgende: Bullen 1. Qual. 121—124,2. Qual. 118—120; Stiere 1. Qual. 133—138; Jungrinder 2. Qual. 125—131; Kälber 1. Qual. 136-142/2. Qual. 125—134, 3. Qual. 115-119; Schweine 1. Qual. 164—168, 2. Qual. 158-168, 3. Qual. 150—157. Verlauf des Marktes: mäßig belebt. Letzte Nachrichten. (Mitgeteilt von W.-T -Büro.) Vierfacher M«rv Danzig, 31. Oktober. In Hochstüblau beiPreußisch- Stargard sind die ESchwiegermutter, die Ehefrau, ein vierjähriger und ein fünfzehnjähriger Sohn der Müllers SchwedowSki letzte Nacht ermordet worden. Die Mörder zündeten dar Gebäude an, sodaß alle Leichen verbrannten Ein siebzehnjähriger Sohn des Müllers wurde von den Mördern schwer verletzt Ec rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster und wurde dann ins Krankenhaus gebracht Die Mörder find vermutlich drei entwichene Zöglinge der Erziehungsanstalt Könitz. Zeppeline über Riga. Berlin, 1. Novemb. AuS Stockholm erfährt dar „Brrl ner Tageblatt', daß die „Birshewija Wjedomosti" berichte, daß 2 Zeppeline zum erstenmal Riga am 23 /10. heimgesucht haben. Einer warf große Bomben, die eine kolossale Sprengkraft entwickelten. Der Schaden ist sehr groß. Die russische Zensur gestattet nicht, Einzelheiten darüber zu veröffentlichen. Hochwasser 1« Kramkr-ich. Paris, 30. Oktober. »Petit Parifien" meldet aus Perpignan: Im ganzen Gebiet von Perpignan wurde durch Hochwasser großer Schoden angerichtet. In Perpignan sind alle Keller unter Wasser gesetzt. Militär wurde zur Hilfeleistung herangezogen. Mehrere Brücken find eingestürzt. Die Verbindungen find teilweise unterbrochen. Der Sachschaden beträgt bereits jetzt mehrere Millionen. Die B«lgare« vor Risch. Berlin, 1. November. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet auS Sofia: Die bulgarische Artillerie beschießt, von Knjazevac und Pirol vormarschiecend, die Außen- fortS von Nisch von Osten und Nordosten her. Aus den Kämpfen um die Festung Pirot wird noch bekannt, daß die Serben reichlich mit amerikanischer Munition versehen waren. Die Höhe Drenovo Glava wurde von den Serben erst geräumt, als die bulgarische Gebirgsartillerie 60 w vor den feindlichen Drahtverhauen zu feuern begann. Die Bulgaren stellten fest, daß man die serbischen Soldaten mit Schnaps berauscht hatte, um ihre Widerstandskraft zu erhöhen. Unterbroche«. Athen, 1. Novemb. (Agence HavaS.) Die Telegraphen- ' Verbindung zwischen Nisch und Saloniki ist unterbrochen. Die vente Vs« Uesküb. Sofia, 1. Novbr. Nach dem amtlichen Bericht vom 29. Oktober setzten die bulgarischen Truppen die Verfolgung des Feindes auf der ganzen Front fort und eroberten südwestlich Knjazevac den Kamm des Tresibaba. Wir nahmen nach heftigem Kampf die Stadt Grdeljica. In der Gegend von Katschanik wurden die Serben zurück- geworfev. Wir erbeuteten zwei GebirgSgeschütze mit Bespannung und viel Kriegsmunition. Bisher fanden wir in UeSküb 19 000 Gewehre verschiedener Systeme, 950 Kisten mit Pulver, 15 000 Kisten Patronen und eine große Menge anderes Kriegsmaterial. Kronprinz Baris ««»gezeichnet. Sofia, 30. Okt. (Agence Bulgare.) Kaiser Wilhelm hat dem Kronprinzen Boris, dem Prinzen Kyrill, dem Ministerpräsidenten Hadoslawow und dem Generalissimus Schekow das Eiserne Kreuz verliehen. Die Engländer an der Arant in Serbien. Saloniki, 31. Oktober. (Agence Havas) Aus Befehl aus London sind die englischen Truppen an die Front in Serbien abgegangen und haben sich mit den serbischen Truppen vereinigt. Her fr,ie Weg Berlin, 31. Okt- Die „Berliner Morgenpost" schreibt: Mit tausendfachem Hurrah wird der Augenblick gefeiert worden sein, da zum erstenmal seit Beginn des Weltkrieges der ungarische Donaudampfer .Berettio" von Orsowa in Widin angekommen ist und am bulgarischen Ufer anlegte. ES ist ein wichtiger und bedeutender Sieg den wir hiermit errungen haben. Ohne Störung werden jetzt Waren aller Art aus Deutschland und Oesterreich- Ungarn nach der Türkei geschafft werden können und ebenso werden die Erzeugnisse der Türkei ihren Weg nach Deutschland finden. Der Güteraustausch wird der militärischen Widerstandskraft der Türkei, aber auch unserem wirtschaftlichen Leben zugute kommen. Ei« Viinenfncher «ntergegangen. London, 31. Okt. Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Der Hilfsminensucher Hythe ist in der Nacht vom 28. Oktober bei Gallipoli infolge eines Zusammenstoßes mit einem anderen Kriegsfahrzeug gesunken Außer der Besatzung waren 250 Mann an Bord. Es werden 2 Offiziere und 153 Mann vermißt. Freund-nachbarlicher Rat. London, 3l. Okt. Das „Reuter'sche Bureau' meldet aus Peking: Japan gab der chinesischen Regierung den freundschaftlichen Rat, die Vorbereitungen zur Errichtung der Monarchie zu verschieben, da sie fast sicher zu Unruhen führen würden, die den Frieden im Osten und dieiJnteressen der in den Krieg verwickelten europäischen Mächte gefährden würden. Vermischte Nachrichten. — Die Lage des Arbeitsmarkts in Baden. Infolge weiterer Einberufungen zum Heeresdienst und des dadurch bedingten Rückgangs der Arbeitssuchenden männlichen Geschlechts, haben sich nach den statistischen Mitteilungen die Verhältnisse ans dem Arbeitsmarkt derart verschoben, daß bei der Vermittelungstätigkeit der öffentlichen Arbeitsnachweise eine andauernde Abnahme von Angebot und Nachfrage für die männliche und eine ständige Zunahme für die weibliche Abteilung eiugetre- ten ist. Während in normalen Zeiten die Zahl der männlichen Arbeitssuchenden mehr oder weniger Nie Zahl der vorhandenen offenen Stellen übersteigt, und bei der weiblichen Abteilung die vorhandenen Arbeitskräfte nur selten zur Deckung des Bedarfs ausreichen, ist es jetzt gerade umgekehrt. Bei der männlichen Abteilung kamen im September' ds. Is. auf 100 offene Stellen nur noch 90 Arbeitssuchende, bei der weiblichen Abteilung dagegen 146. Wie stark das Verlangen nach männlichen Arbeitskräften ist, geht daraus hervor, daß 65 vom Hundert dieser Arbeitssuchenden in Stellung gebracht werden konnten. (-) Wie Teuerung gematzt wird- Ein süddeutscher Arzt schreibt einem rheinischen Blatte: „Vielleicht ist cs einmal interessant, dem Entstehen von Butterpreisen nachzugehen, wie ich es in einem schwäbischen Dorfe verfolgen kann. ' Dort besteht eine Käserei einfachster Art. Die Bauern liefern heute ihre Milch zu 14 Pfennig das Liter. Da 10 Liter zu einemPfund Butter gehören, beträgt der Gestehungspreis 1,40 Mk. Zur Käserei bleibt die Magermilch, denn die Bauern bekommen nur das Käsewasser zurück. Um die Sache zu vereinfachen, nehme ich an, daß der Gewinn aus der Käserei die Betriebsunkosten deckt. Der Mann hat nun das Pfund Butter nach Sachsen in eine Großstadt geliefert zu 2.30 Mk .das Pfund. Er hat also täglich an den 200 Pfund Butter, die er verschickt, I80MK. Nein- oerdienst, das macht 5400 Mk. im Monat; in den letzten 10 Monaten ungefähr 50000 Mk. Sehr erklärlich, daß der Mann sich weigerte, an die Ortsbewohner Butter zu verkaufen, bis schließlich das Bezirksamt einschritt . Aus Rhcinhessen wird im weiteren gemeldet, daß auf dem Buttermarkt zu Mainz feit einigen Tagen für ein Pfund frische Landbutter 2,60—2,70 Mk. gefordert werden und ein weiteres Steigen dieser hohen Preise in allernächster Zeit bevorstehe. Dabei zahlen im mittleren Rheinhesjen und Salztalgebiet die Händler an die Bauern 1.40 Mk. für das Pfund frische Butter, die sie dann selbst Wieder zu 2,60—2,70 Mk., verkaufe», somit einen Gewinn von nahezu 100 Prozent einstecken. Bon einer Berliner Firma stellt ein dortiges Blatt fest, d aß sic 2000 Tonnen lagern hat, (eine Tonne gleich 1000 Kilogramm) und sesthält, so daß sie, wenn der Preis täglich um 10 Pfennig steigt, täglich 20 000 Mk. verdient. — Im Möhringer „Filderdoicn", dem Amtsblatt für Stuttgart- Amt, findet sich am Montag, den 25. Oktober nachstehendes Inserat: „Achtung Fjlderbaucrn! Verschiedene Krauthändlcr unseres Bezirks versuchen den Krautpreis mit aller Macht her- untcrzudrücken. Der seitherige schöne Profit genügt ihnen schcints nicht. Aber die Nachfrage und der Bedarf find noch sehr groß und das Angebot und die Vorräte sehr klein. Deshalb Krautbauern, haltet euer Kraut zurück, und in ganz kurzer Zeit werden die Händler wieder froh sein, zu den allen Preisen von uns Kraut zu bekomme». Mehrere Möhringen Kranibaucrn." Hier wird öffentlich ausgcfordcrt, wichtige Nahrungsmittel zum Zweck, der Preissteigerung zurückzuhalten. Der wucherische» Preissteigerung wird hier Vorschub geleistet, denn das Kraul hat ohnedies einen die normalen Verhältnisse mehrfach übersteigende» Preis. Es besteht laut Sckwäb Taawackt der starke Verdacht, daß hier nicht Krnutbauern zur ZuriHVjaNüng der BorriNi"mlMrd«N< sondern ein Spekulant, der am Emportrerben d«r Prrffe setzr beteiligt ist und der in der jüngsten beit große Men^n Nr»,, M Rekortpreisen aufkaufte. E» «erd gesagt, er fiirchte, datz er das nicht mehr erkalten werde, wa» er be-echlte, und deachalk E«. suche er, unter falscher Flagge seinen gefährd««» Wnchergewina in Sicherheit »u bringen. Hier liegt ein Fall »m, »o M»e« zlifsru und ein Exrmpel statuiert werden muh. _ Landwirtschaft. - Der Rückgang de» Tabakbaues in Baden. Nach den Angaben der Großh. Zoll- und Steuerdirektivu beträgt die Gesamtfläche der mit Tabak bepflanzte« Grundstücke im Erntejahr 1915 rund 3536 Hektar gegen rund 4280 Hektar im Erntejahr 1914; es hat also eine Abnahme von 694 Hektar oder 16,2 Prozent zu verzeichnen, während im Jahre 1911 noch ein außerordentlich hoher Stand von 7211 Hektar festgestellt wurde. Der verhältnismäßig große Ausfall im Anbau der Tabakpflanze hat seine Ursache wohl darin, daß ein erheblicher Teil der früher mit Tabak bebauten Grundstücke während des Krieges mit Getreide und anderen Nahrungsmitteln angepflanzt wurde. Auch die Zahl der Tabakpflanzer ist naturgemäß zurückgegangen und zwar von 23 886 im Jahre 1914 auf 20511 in diesem Jahre, mithin um 3375 Pflanzer. Die größten Tabakflächen entfallen auf die Bezirke Mannheim, Lahr, Achern, Karlsruhe und Schwetzingen. — Das Konservieren der Kartoffeln. Von fachmännischer Seite wird uns geschrieben: Zum Konservieren der Kartoffeln überstreut man diese in der Art mit feingepulvertem Schwefel oder Schwefelblüte, daß auf den Zentner ungefähr 25 bis 30 Gramm kommen. Gesundheitlich hat dies keine schädigenden Folgen, im Gegenteil, der Schwefel wirkt fäulnishindernd. Das Zwischenstreuen des Schwefels äußert folgende chemische Wirkung: Das feinverteilte Schwefelpulver unterliegt in Verbindung mit dem Lustsauerstoff der sog. kalten Verbrennung, wobei sich ähnlich wie bei der Verbrennung mit Flammen kleine Mengen schwefliger Säure bilden. Diese schweflige Säure riechk man bekanntlich wenn man ein Schwefelhvlz abbrennt oder wenn ein Küfer die brennende Si^vefelschnitte in ein Weinfaß einsteckt; sie tötet die Fäulniserreger und wirkt dadurch konservierend. TaS Mittel ist einfach und billig und was besonders hervorzuheben ist; ein erfahrener Fachmann hat eS erprobt und für ausgezeichnet und empfehlenswert gefunden. Das Verfahren läßt sich in gleicher Weife bei den verschiedenen Kellerfrüchten antvenden, so insbesondere auch bei GKerLben und weißen Rüben. — Der Anbau von Oelfrüchte«. Der Preußische Landwirtschaftsminister gibt folgendes bekannt: Tie Erfahrung der Kriegszeit At gelehrt, daß die Getreideernten Deutschlands bei der nunmehr durchgesührten Regelung deS Verbrauches für die Brotversorgung muh bei weniger guten Ernten nicht nur vollkommen ausreichen, sondern daß auch noch ein beträchtlicher Ueberschuß verbleibt. Hiernach scheint es geboten, zu prüfen, ob die verfügbaren Ackerflächen daneben für andere besonders dringliche Bedürfnisse der nationalen Wirtschaft in Anspruch genommen werden können. Tie Quellen, aus denen zu normalen Zeiten der Bedarf an pflanzlichen und tierischen Fetten gedeckt wird, fließen in der Kriegszeit spärlicher — Aufhören der Einfuhr von Oelsaaten, beschränkte Schweinehaltung —, auf der anderen Seite stellt der Heeresbedarf hohe Anforderungen an den Fettbestand. Demgemäß verdient die Fettwirtschaft neben der Brotversorgung ernste Berücksichtigung. Unter diesen Umständen muß ein vermehrter Anbau der Oelfrüchte als dringend erwünscht bezeichnet werden. Der einheimische Oelfruchtbau ist bekanntlich infolge der weichenden Preise, die ihrerseits in der stets steigenden Einfuhr ausländischer Oelsaaten ihren Grund hatten, in den letzten Jahrzehnten immer mehr zurückgegangen. Die durch die Bundesratsverordnung über den Verkehr mit Oelfrüchten vom 15. Juli 1915 festgestellten Höchstpreise für Oelfrüchte sind aber so bemessen, daß ihr Anbau mindestens ebenso lohnend ist, wie der der Getreidearten. Die Saatzeit der ergiebigsten Oelfrüchte, des Winterrapses und Winkerrübsens, fällt i« »e« Vngust, sie iff also sch^ verstrichen. Zur Zeit, als zu ihrem vermehrten Anbaz Hütte angeregt werde« müssen, also im Juli, ließ siH aus den Nachrichten über die Erträge der Getreide, ernte noch kein hinreichendes Bild über ihre AuSkömm. sichkeit bezüglich der Brotversorgung gewinnen. Heute kann nach Lage der Tinge, soweit daS nächste Wirtschaftsjahr in Betracht kommt, ein vermehrter Anbä, nur noch bezüglich der Sommerölfrüchte stattfinden. Er kommen hauptsächlich die folgenden in Betracht: 1. Sommerraps und Sommerrübsen. Im allgemeinen ist der erster« seines höheren Kornertrag es und Oesgehaltes wegen mehr zu empfehlen, «lS der letztere; 2. der Oelrettich (RaPhnnus), der sich zu Zeiten besserer Oelpreise als Kulturpflanze ziemlich eingebürgert hatte, und der vor Raps und Rübsen den Borzug größerer Sicherheit und geringerer Ansprüche bezüglich des Boden; hat. Er kann auch auf leichteren Böden und auf Moorböden gebaut werden. Im Ertrage und im OelgehM des Samens übertrifft er der Regel nach den Rap; und den Rübsen: 3. der Leindotter, eine Oelfrucht, die auch auf leichten Böden gedeiht, verhältnismäßig sicher ist, im übrigen aber wegen ihrer mäßigen Erträge und geringeren Oelgehaltes weniger verbreitet ist; 4 der Mohn, dessen Preis in der Bundesratdsverordnung auf 80 Mk. für 100 Kg. festgesetzt ist, so daß sein Anbau in Süddeutschland, wo er noch allgemein gebräuchlich ist, gewiß wird ausgedehnt werden können; 5. die Sonnenblume. Sie wird im geschlossenen Bestand in Deutschland kaum gebaut, dagegen vielfach in Gärten und im Gemisch mit Hackfrüchten in Gegenden, in denen der Kleinbetrieb vorherrscht. Manches sonst brach liegende Landstück kann, wie es im verflossenen Jahr schon seitens der Preußischen Eisenbahnverwaltnng geschehen ist, durch den Anbau der Sonnenblume nutzbar gemacht werden; 6. Hanf und Lein, deren vermehrter Anbau nicht nur wegen der Oelgewinnung, sondern auch wegen der Vermehrung des Bestandes an Faser- 'wffen im höchsten Grad erwünscht ist. -rat PSch« Nr « I üit r »er- 2 u vorteillisften Preisen §ut gearbeitet U. 18 .- z«.- 2S.— Asnksü- unri Rinier- scbrvarr unck tardig M. 35.— 24.— 18.— 12 — vltz ! 8 t Mt am Kkö 88 tM llsmsiH-XIviilvi'sloGGs vie Üei 86 naek llkilbnonn ioknl siok. »eiMtl 8l!tiMr, WldiM IsüspIllplLlr 9 . Kieselmsklri 4 uncl 5 . Iseod ürnmnsl, llMMsn. Irikoisgen, üemäen, üosen, 8 iriel(«K 8 kn, ksngjsoiren, Lwsatei's, Ltrümpke, üsnd- 8 vkuke, Ve>oui--koßsl'pe 8 , leppivke, l.äu- iei-, Kasteeljevllen, fi-oNiei-nai-en, iilinstlei'- lleeken, Zokisilikoken, Lsfanzenenveolkkn, 8 oß!ip 86 , Zo 8 sntl'ägkl' Issvtikntüoker U 8 N. Hellen echten Biene«» Honig -« kaufe« gesucht HolügzentraleMannheimQ5.8 81 iillg. liefere IVO Bouillon-Würfel für S 5V Mark franco jeder Poststotion und sehe Bestellungen entgegen. 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Weg'chotter , „ 110 „ Muschelkalkgrus (reine Ware) 1080 „ Porphyrgrus 50 , Die Verdingungsunterlagen liegen hier zur Einsicht auf. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind bei der Unterzeichneten Stelle bis spätestens Montag, den 15. November ds. Js einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Jagstfeld. den 28. Oktober 1915. K. vauinfpektiou. Kaller. g'stiek Kruihltiiikvt bedürfen kei» sie schmerzendes Bruchband mehr, wenn sie meinenwHj LÄL.Ä Nmvcrlnl-Auüiaviinr, tragen. Bin selbst am Sa««tag, de« st. Ravbr., vorm, v» 8—12 Uhr in Adrlshei«, im Gasthof zum „Hirsch' mit Mustern vorerwähnt Appar, sowie mir tk. Gummi und Federbänder, a »4 für Kt«der sowohl mit Leib-, Hängel-, Umstands-, MuttervorfaÜ> binde« anwesend. Garantiere für fachgem. streng diskrüt Bedienung I. Mettert, Konstanz (Bodensee) Westenbergftraste IS T-lefo« SIS. .1 Lui'üvlL keinfantli, Xömg 8 kofen pacbm. ^aimbedanckl : v. 8 — 9 , v. 1—6 in v. 10 — 11 . Hm- o. WMnkaffk Ostkktlmkkl«. Die hiesige Spar- und Waisenkaffe nimmt jederzeit Spareinlage« bei einer Verzinsung von 4«/g an und gibt Gelder ab ». Darlehen auf I. Hypotheke und auf Anunitäten, d. Darlehen an Private gegen doppelte Bürgschaft sowie v. Übernahme von Liegenschaftskaufschillingen. «o»» »«fse«t«,e: —«» Montag und Freitag 8—11 und 2—5 Uhr, Sonntags 8—4 Uhr.