o FerkF 0.00—VF ück. H ^ U "zea Sch^ -.er- let-hch^ eÄrL^ UN- »"«Meint täglich, außer Senn- und - ^ Zeiertags ; E preis: Monatlich ... -7 pfg. - vierteljährlich . r Mk. - frei ins Haus geliefert - ^ l ^.^ Soxberger Mzeiger - flnzeigen weröen mit IS Pfennig i ß per einspaltige Zeile berechnet. ^ r ß Sei mehrmaliger Aufnahme Rabatt » ß Postscheck-Konto 4054, Karlsruhe ß belesenstes Tageblatt öes baöischen öaulanües '... hauptanzeigeblatt für -ie seMe /l-elsheim, Soxberg u. deren Umgebung holzsubmijflons- un- Versteigerungs-Anzeiger für -en Gdenwalö -ratis: Amtliches verkün-igungsblatt <«öchentl.) Illustriertes Sonntags-Statt Gratis: prakt. Mitteilungen für Gewerbe (monatl.) u. hanSel.haus- ».Landwirt jchast er. 293 Druck und Vrr«ag: Buchdruckerei Adelsbeim Adolf Htppclcr Trl-pbou Nr. 18. Adelsheim, Freitag, 17. Dezember 1915 Verantwortlich: A. Heppeler in Ad-leh-im 39. Jahr«. /n sei kll. -rzeit o an Tagesberichte. «TV. Große» Hauptquartier, 16. Dez. (Amtl.) Weltlicher Kriegsschauplatz: Lebhafte Artilleriekämpfe und rege Flirgertätigkeit auf «m größten Teile der Front. Bei Vailly wurden zwei kleine Postierungen auf dem >Düdufer der Aisne nachts von den Franzosen überfallen. Leutnant Jmmelman« brachte gestern über Valenciennes ZaS siebte feindliche Flugzeug, einen englischen Eindecker, Luftkampf zum Absturz. Der vorgestrige Fliegerangriff auf Müllheim (Baden) ll nach französischer Darstellung als Ziel die dortigen ahnhofsanlagen gehabt haben. In deren Nähe ist aber ine der geworfenen Bomben gefallen. Dagegen wurden der Stadt ein Bürger gelötet, ein anderer verletzt. Der rin militärische Schaden beschränkt sich auf die Zerstörung iger Fensterscheiben im Lazarett. Oestlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe des G-ueralfeld«uarschallS vo« Hiudeuburg r Russische Abteilungen, die nördlich bei Diyswjaty- S bis in unsere Stellungen vorgedrungrn w rren, wurden urch Gegenangriff zurückgeworfen. Ja der Gegend der «stna-Mündung brach ein Borstoß deS Feindes im «er unserer Infanterie zusammen. Heeresgruppe des Geueralfeldmarschall» Priuz Leopold vo« Bayer«: Die Lage ist unverändert. Nachts kam es zu kleinen trouillenzusammenstößeu. Heeresgruppe de» General- vo» Liufiuge«: Bei Berestiariy scheiterte ein feindlicher Angriff. Eia sfischrs Flugzeug mußte östlich von Luck im Bereiche der »rreichisch-ungarischen Trappen landen. BalkaukriegSfchauplatz. Dir Kämpfe in Nordmontenegro wurden m t Erfolg fortgesetzt. Die österreichisch - ungarnckien Truppen stehe" nah- vor B j-lopoljr. Oberste HeereSleituug. Es ist ein deutliches Zeichen der immer weiter um sich greifenden Unstimmigkeit, die sowohl zwischen den verschiedenen Regierungen des Vierverbandes, als auch zwischen den Mitgliedern der einzelnen Regierungen herrscht, daß zu der Zeit, wo an einer Vereinheitlichung der Unternehmungen gearbeitet wird, der englische Oberbefehlshaber in "Flandern sein Amt niederlegt. Die Gründe, die French zu seinem Rücktritt bewogen haben, sind uns nicht bekannt. Da aber nicht einmal die üblichen Gesundheitsrücksichten geltend gemacht werden, darf man wohl annehmen, daß er in Zusammenhang mit dem erstrebten einheitlichen Kommando im Westen steht. Die jetzige Stellung Frenchs als kommandierender Feld- marschall der Truppen des Bereinigten Königreiches ist mehr dekorativer als tätiger Art. Von dem Nachfolger Frenchs, Sir Douglas Haig, sind bis jetzt in diesem Kriege noch keine besonders bemerkenswerte Taten bekannt worden. Zu einem Schrecken für die feindlichen Flugzeuge ist nachgerade der kühne Draufgänger, Leutnant Jm- melmänn geworden. Es gelang ihm, bei Valew- , ^ ... R5 Nags eiennes das siebte feindliche Flugzeug, einen englischen Eindecker, im Luftkamps herunterzuholen. Der österreichisch-ungarische Vormarsch im nördlichen Montenegro wird mit Erfolg fortgesetzt. Nachdem die Verteidigungsstellungen, in denen die Montenegriner südlich von Plevlje an der Gebirgskette der Vrana Gora heftigen Widerstand geleistet hatten, in ihrer ganzen Breite genommen worden waren, wurde der Feind sofort weiter nach Süden verfolgt. Eine österreichischungarische Kolonne ist auf der Verfolgung schon bis an die Tara vorgedrungen, den Nebenfluß der Drina, der früher, vor dem letzten Balkankriege, die Grenze des alten Montenegro bildete. Bei Glibaci, einem wichtigen Wegeknotenpunkt wenige Kilometer nördlich von der Tara, zersprengte diese Kolonne ein montenegrinisches Bataillon. Von Plevlje nach Glibaci führt eine der in dieser Gegend sehr seltenen Straßen, die sich dann über die Tara nach Süden sortsetzt. Diese Straße wird bei Glibaci geschnitten von einer anderen, die von Nordwesten nach Südosten parallel der Tara läuft und von der bosnischen Stadt Foca (an der Drina) durch ganz Nordmontenegro bis Bijelopolje und weiter nach Jpek führt. Die Besetzung von Glibaci ist deshalb strategisch sehr wesentlich, da dadurch den Montenegrinern die Möglichkeit von Truppenverschiebungen von Westen nach Osten nördlich von der Tara unterbunden wird. Weiter östlich haben andere österreichisch-ungarische Truppen den Ort Grab erreicht, der schon auf montenegrinischem Gebiet nordwestlich von Bijelopolje am Ge- birgsstock der Stozerplania liegt, dort, wo die serbische Grenze zwischen Lim und Tara mit einer Ecke in Montenegro hineinspringt. WTB. Wien, 16. Dez. Amtlich wird verlautbart vom 16. Dezember 1915 mittags: Russischer Kriegsschauplatz: Im Gebiete des Kormin-Baches wies die Armee des Erzherzogs Joseph Ferdinand einen russischen Vorstoß ab. Südwestlich von Olyka wurde ein feindlicher Flieger zum landen gezwungen und gefangen. Eines unserer Flugzeuggeschwader belegte die an der Bahn Miedwieze-Sarny liegende Eisenbahnstation Antonowka und den Bahnhof von Klewan mit Bomben. Die Aktion hatte Erfolg. Bei Klewan entstand ein Brand. Alle Flugzeuge kehrten trotz heftiger Beschießung unversehrt zurück. Der Kampf um das Testament. Roman von Carola v. Eynatten. 65 „Trotzdem ist etwas nicht in der Ordnung, soviel ersieht an deutlich ans dem Brief." versetzte Hornbostel. „Gewiß, daran ist nicht zu zweifeln, und es ist auch der --rund, weshalb ich wünsche, daß Sie alle mitfahren. Ich ^ »rage die Verantwvrtmig nicht gern allein!" sagte der ältere Rstaler. „Das begreife ich. In einer Viertelstunde bin ich bereit ^»id stehe dann zu Ihrer Verfügung." erwiderte Kerkhelyi. „Und ich gehe einstweilen schnell auf die Post, um an Veil- Henzweig junior zu depeschieren," erklärte Mayerstein.- Der Juli und der August sind für Jüred die Erntemonate. .Das Badeleben erreicht jetzt seinen Höhe- und Glanzpunkt, die Gasthöfe wie die Privathäuser sind überfüllt, die Gaffen tmd Gäßchen wimmeln von Fremden. Die Züge sind meist icht besetzt mit An- und Abreisenden. Natürlich herrscht in diesen Monaten auch in der kleinen ischossstadt Veszprim wesentlich regeres Leben. Biele Durch- isende steigen ans, um die hochgelegene Kathedrale und m romantischen Kalvarienberg mit seinen weißleuchtenden apellchen zu besuchen, die sich im ganzen Lande eines großen Rufs erfreuen. Auch mit jenem Zug, der die Bewohner es ..Malernestes" nach Veszprim brachte kamen zahlreiche jadereisende. Geschäftsleute und sonstige Fremde hierher, sie ildeten einen wirren Knäuel, ein lärmendes Durcheinander as den Blick hemmte. ^ . Nachdem Hornbostel und seine vier Begleiter dein Bahn- agen entstiegen waren und in der Einsahrtshalle Umschau Iten konnten. sagte Mayerstein: „Und wenn einer LuchS- >gen hätte, aus dieser Menschenmasse konnte er kein Ju- jüngelchen mit einem roten, geblümten Taschentuch in biederen Rechten herausfinden. .... ... Aller Blicke glitten in angespannter Aufmerksamkeit über Menge hin, doch waren die einzelnen Gestalten, in fort- hrender Bewegung begriffen, kaum deutlich von einander sondern. Plötzlich stieß Szarolta ihren Lehrer an. dabei 'ternd: „Dort, Herr Mayerstein. schauen S,e. dort — der ge Mensch!" Eine schmale, knabenhafte Gestalt im abgetragenen, fettig glänzenden Kaftan, anstatt eines Hutes ein rundes schwarzes Samtkäppchen auf dem Kopf, schlengelte sich aalartig durch das Menschengewühl, spähenden Blickes seine Umgebung durchmusterud. In der rechten Hand hielt er etwas Rotes, ob es ein Taschentuch war, ließ sich aber aus dieser Entfernung nicht unterscheiden. „Bei Gott, daß ist er!" rief der Maler. „Bleibt stehen, wo Ihr steht; ich gehe, den edlen Elias einzufangen!" und schon setzten sich seine langen Beine in Bewegung nach der Richtung, wo er den Burschen auftanchen und auch wieder hatte verschwinden sehen. Sein hoher Wuchs erlaubte ihm über die meisten Köpfe himvegzuschauen. Endlich, als er etwa fünfzig Schritte zurückgelegt hatte, erblickte er zu seiner Linken das schwarze Samt- käppchen, und ein paar Dazwischenstehende ungeniert wegschiebend, befand er sich einen Augenblick später an seiner Seite. „Bist Du der Elias Beilchenzweig?" Der bartlose Jüngling, dessen kä stges Gesicht den hebräischen Typus in seiner Vollendung zeigte, hob einen schmutzigen Zeigefinger an die blutleeren Lippen. „Nix so laut, man kann nix wissen, wer ist in der Nähe zu hören, was man spricht!" lispelte er. Dann setzt er hinzu: „Der Herr Mayerstein aus Budapest, der hat Geschäfte mit meinem Vatersbruder, dem Mendel Veilchenzweig?" Der Maler bejahte durch ein Kopfnicken. „Warum bist Du gekommen, warum hast Du geschrieben und nicht Dein Onkel? Und was soll es heißen, daß man mir den Sekretär nicht geben will! Fünfhundert Kronen in barem sind eine Riesensmnme für ein altes Möbel, wert zu Brennholz zu diene» ?" fragte er hastig, aber leise. Unterwegs war ihm der Gedanke gekommen, Mendel und Elias möchten sich zu Erpressungszwecken gegen ihn verbunden haben. Der Jüngling ließ ein kräftiges „Pst!" vernehmen und fügte bei: „Hie iS kein Platz zu reden von Geschäften! Wir wollen gehen, ich kenn «inen Platz, ^anz in der Nähe, wo wir sind sicher," und er winkte dem Künstler, ihm zu folgen. Dieser hielt ihn jedoch am Arm zurück mit den Worten: „Wart ein bissel, ich muß meine Freunde mitnehinen." Dem Burschen schien es unangenehm zu sein, daß Mayerstein nicht allein war. „Sind sie zuverlässig?" fragte er. »Ja." „So werd ich an dieser Stell' warten, bis der gnädige Herr sie hat geholt." Der Maler hatte nicht weit zu gehen; Hornbostel und -ie anderen kamen ihm entgegen. „Aus dieser Geschichte mag der Teufel klug werden!" waren des Künstlers erste Worte. Jedenfalls steckt irgend eine Schelmerei dahinter, sodaß wir gut tun werden, die Augen offen zu halten." Der Jüngling maß die Herankommenden mit einem kurzen, aber scharfen Blick, ehe er sich an die Spitze des kleinen Zuges setzte, und bald gelangte man in ein Gewirr enger, schlechter Gäßchen. Mayerstein hatte auf seinen Rat den breitrandigen Hut tief in die Stirn gezogen und ging schweigen» neben seinen ebenfalls schweigenden Begleitern, ohne zu tun, als ginge ihn der vor ihnen herschleitdernde Judenknabe etwas an. Endlich trat dieser in den düstern, schmntzstarrenden Torweg eines Hauses, in den: sich eine geringe Weinschenke befand. Er schien genau Bescheid zu wissen, denn er öffnete ohne weiteres eine der vielen Türen und rief: „Szeut Gabor, kommheraus und bring Licht mit!" Es dauerte nicht lange, so kam ein Mann mit einer brennenden Laterne und einem Schlüsselbund aus dieser Tür hervor, der mit Elias einige geflüsterte Worts tauschte. Auf die Mitgekommenen warf er keinen Blick, schloß schweigend eine schräg gegenüberliegende Tür auf und ließ seine Gäste in einen dunklen, muffig riechenden Raum eintreten. „Wein gefällig?" fragte der Mann, jedenfalls der Wirt selbst, nachdem er eine kleine Hängelampe über einem rmi- den Tisch angezündet hatte. „Bringen Sie ein paar Flaschen alten Roten," antwortete Hornbostel. „Vom Erlanger, vom Türkenblut! Hast Du verstanden. Gabor?" setzte EliaS hinzu. „Bin nicht taub!" brummte der Wirt grob. 222 21 EliaS war aber nicht auf den Mund gefallen und sag:-: prompt: „Aber schwerhörig auf dem einen und taub auf dein andern Ohr bist, wenn's sich um Deinen Wein handelt!" WTB. Wien, 16. Dez. Amtlich wird verlautbart vom 16. Dezember 1915 mittags: Südöstlicher Kriegsschauplatz: Unsere Truppen warfen gestern den Feind auch südöstlich von Glibacy in die Tara-Schlucht hinab. Andere österreichisch-ungarische Kolonnen gewannen unter heftigen Kämpfen die Höhen unmittelbar nördlich von Bijelopolje und das Gelände halbwegs zwischen Rozaj und Be- rane. Westlich von Jpek hat der Gegner den Rückzug gegen Plav und Gusinje angetreten. Die Zahl der gestern mitgeteilten Gefangenen erhöhte sich aus 900 Mann. WTB. Wien, 16. Dez. Amtlich wird verlautbart vom 16. Dezember 1915 mittags: Italienischer Kriegsschauplatz: An der Tiroler und an der Jsonzofront fanden einzelne Geschützkämpfe statt. Im Flitscher Becken bemächugten sich unsere Truppen durch Uebersall einer italienischen Vorstellung. Ter bulgarische Bericht. WTB. Sofia. 16. Dez. (Bulg. Tel. Ag.) Tie amtliche Mitteilung über die Operationen am 14. Dezember lautet: Die Engländer und Franzosen sind auf griechisches Gebiet zurückgeworfen. Unsere Truppen befinden sich an der griechischen Grenze, nachdem sie vorläufig die Verfolgung des Feindes eingestellt haben. An der ganzen Front herrscht Ruhe. Wir haben dem Feind 1234 Gefangene, darunter 18 Offiziere, 14 Geschütze 62 Munitionswagen, 10 zweispännige Sanitätskarren und viel anderes Kriegsmaterial abgenommen. Von nun an wird der Generalstab Berichte nur an jenen Tagen zur Veröffentlichung bringen, an denen bedeutende Operationen zu melden sind * * Die österreichisch-ungarische Antwort au die Vereinigten Staaten. WTB. Wien, 16. De,. Der Minister des Aeussern, Baron von Burian, hat an den amerikanischen Botschafter Pen- field unter dem 14. Dezember nachstehende Note gerichtet: Zu der sehr geschätzten Note Nr. 4167, welche Se. Exzellenz der Herr ausserordentliche und bevollmächtigte Botschafter der Bereinigten Staaten von Amerika C. Frederick Penf-irld namens der amerikanischen Regierung in der Angelegenheit der Versenkung des italienischen Dampfers „Ancona" unter dem S. Dezember an ihn gerichtet hat, beehrt sich der Unterzeichnete vorläufig und unbeschadet einer eingehenden meritorischen Behandlung der Reklamation zu bemerken, dass die Schärfe,' mit welcher die Bundesregierung den Kommandanten des in der Sache beteiligten Unterseebootes tadeln zu sollen vermeint, und die Entschiedenheit, mit der die an üje österreich-ungarische Regierung gerichteten Forderungen vorgebracht erscheinen, wohl Hütten erwarten lassen, dass die Regierung der Union die tatsächlichen Umstände des Falles, auf welchen sie sich stützt, genau angab. Wie unschwer zu erkennen ist, läßt die in der besagten Note enthaltene Darstellung des Sachverhalts zahlreichen Zweifeln Raum und gewährt, selbst wenn sie in allen Punkten zuträfe und der Beurteilung des Falles die rigoroseste Rcchts- auffassung zugrunde gelegt würde, durchaus keine genügende Handhabe, um dem Kommandanten des Kriegsschiffes und der österreichisch-ungarischen Regierung ein Verschulden zur Last zu legen Die Bundesregierung hat es auch unterlassen, die Personen zu bezeichnen, auf deren Aussagen sie sich beruft und welchen sic augenscheinlich eine» höheren Grad von Glaubwürdigkeit zuerkennen zu dürfen glaubt, als dem Kommando der kaiserlichen unnd königlichen Flotten. Auch was Zahl, Namen und näheres Schicksal der amerikanischen Bürger anlangt, die im kritischen Augenblick an Bord des genannten Dampfers weilte», lässt die Note jeglichen Aufschluss vermissen. Die österreichisch-ungarische Regierung ist gleichwohl im Hinblick darauf, dass das Washingtoner Kabinett nunmehr eine positive Erklärung des Inhalts abgegeben hat« es seien bei dem fraglichen Vorfall Angehörige der Bereinigten Staaten von Amerika ;n Schaden gekommen, im Prinzip bereit, in der Angelegenheit in einen Gedankenaustausch mit der Bundesregierung einzutreten. Sie muss aber zunächst die Frage aufwerfen, weshalb diese Regierung davon abgesehen hat, die in ihrer Note ausgestellten Forderungen unter Bedachtnahme auf die von ihr selbst heroorgehobenen besonderen Umstände des inkriminierten Vorgangs juristisch zu begründen und an die Stelle einer solchen Begründung den Hinweis auf den Schriftenwechsel gesetzt hat, den sie in anderen Angelegenheiten mit einer anderen Regierung geführt hatte. Die österreichisch-ungarische Regierung vermag dem Washingtoner Kabinett auf diesem ungewöhnlichen Weg um so weniger zu folgen, als sie keineswegs authentische Kenntnis von allen einschlägigen Korrespondenzen der Bundesregierung besitzt unv sie ist auch nicht der Ansicht, dass ihr diese Kenntnis im vorliegenden Falle genügen könnte, der, soweit ihre Informationen reichen in wesentlichen Punkten anders geartet ist, als der Fakt oder die Fälle, auf welche die Regierung der Union anzuspielen scheint. Die österreichisch-ungarische Regierung darf sohin dem Washingtoner Kabinett anheimgeoeben, dir einzelne» Rechtssätzr zu formulieren, gegen welch- der Kommandant des Unterseebootes verstoßen haben toll. Die Regierung der Union hat auch geglaubt, auf die Haltung verweisen zu sollen, welche das Berliner Kabinett in dem erwähnten ^ckristenweckiel eing--ommen hat. Die österreichksch- nngarifche Regierung findet in der sehr geschätzten Note ksinerlei Anbaltsvunkte dafür, welcher Absicht dieser Hinweis entspricht. Sollte jedoch die Bundesregierung damit bezweckt haben, eine Meinung in der Richtung zu äußern, als wäre der stehenden Angelegenheit ein Präjudiz irgend welcher Art gegeben, so muss diese Regierung, um etwaigen Missverständnissen vorzukommcn, erklären, dass sie sich selbstverständlich volle Freiheit wahrt, bet Erörtern»" des Falles der „Ancona" ihre eigene Auffassung geltend zu machen. Indem der Unterzeichnete die Ehre hat, die Gefälligkeit Sr. Exzellenz des Herrn Botschafters der Vereinigten Staaten von Amerika mit der ergebenen Bitte in Anspruch zu nehmen das Vorstehende der amerikanischen Regierung Mitteilen und bei dieser Gelegenheit zum Ausdruck bringen zu wollen, dass die öss-rreichisch-uggarische Regierung das Schicksal der unschuldigen Ovftr des bewussten Vorfalles nicht weniger als die amerikanische Regierung unter allen Umständen aufrichtig beklagt, benützt er »gleich auch diesen Anlass, um Sr. Exzellenz dem Herrn Botschafter den Ausdruck seiner ausgezeichneten Hochachtung zu übermitteln. Burianm. p. Sin deutscher Vorschlag an die rnss. Regierung. WTB. BeÄrn. Itz.: De-. (Amtlich.) Wie wir von zustande,-er-Sfite erfDtzer ..fi t die deutsche Regierung vor Kurzem -Ler russische. Regierung mitgeteilt, sie sei bereit, Ken russischen i?gsgefangenen eine Feier des Namenstages des Zaren am 3. (19.) Dezember 1915 zu gestatten, wenn in Gegenseitigkeit den deutschen Kriegsgefangenen in Rußland freigegeben werde, den Geburtstag des deutschen Kaisers festlich zu begehen. Wenn den deutschen Krieg, gefangenen unter dieser Gegenseitigkeit ermöglicht würde, einen Tag ihlres gleichförmigen, traurigen Gcfangcnenlcb-.ms festlich zu begehen, ja wäre das nur zu begrüßen. Eine nentrale Stimme zur Rede Helfstrichs. WTB. Bern, 16. Dez. Zur Rede des Reichskanzlers schreiben die Züricher Nachrichten: War die Kanzlerrede staatsmännisch und diplomatisch ein Hauptsieg, so ist jene Helfferichs einfinanzpolitischer Sieg in der Staats-, Kriegs- und Privatwirtschaft. Hefferich sprach nur in Zahlen. Zahlen sind unbeugsam. Bor ihnen gibt es kein Entrinnen. Diese Zahlen lauten aber niederschmetternd für den Vierverband, niederschmetternd vor allem für England, felsenstark, unerschütterlich und zukunftssicher für Deutschland. Ohne den vollen Gehalt ihres Ernstes auch für dieses zu verleugnen, entrollen die Kanzlerreden ein ergreifendes Gemälde voll kriegerischen Heldentums des Deutschen Reiches und seiner Verbündeten, ebenso wie die Rede Helfferichs ein nicht weniger imposantes Bild von der wirtschaftlichen und finanziellen Kraft und der heldenhaften Hingabe Deutschlands bieten. Wir versinken dagegen in Reden der Staatsmänner der Entente. Auch die Rede Helfferichs enthält eine Friedensnote und gibt schließlich deutlich zu verstehen, daß für die Entente jetzt noch einmal der Augenblick gekommen sei, einen relativ milden Frieden zu erlangen. Die Rede klang dann aber in eiserne Drohung aus. dass wenn die letzte nützliche Frist verstrichen sei, die Tage der englischen Weltmacht zur Neige gehen würden, die auch in einem Jahrtausend nicht wieder aufzurichten sei. Bedingungsloses freies Geleit. WTB. Washington, 16. Dez. (Reuter.) Ter britische Botschafter ist ermächtigt worden, Boy-Ed und von Papen ein bedingungsloses, freies Geleit einzuräumen. Die beiden Attaches beabsichtigen, am Dienstag mit dem Dampfer Noordham abzureisen. Der neue Bnndespräfident der Schweiz. WTB. Bern, 16. Dez. Die Vereinigte Bundesversammlung unter dem Vorsitz des Nationalratspräsidenten Engster hat zum Bundespräsidenten für 1916 den bisherigen Vizepräsidenten Camille Decoppet mit 185 von 188 giltigen Stimmen gewählt. Der neue Bundespräsident gehört dem Bundesrat seit 1912 an, wo er als Nachfolger von Ruchet gewählt wurde. Er stammt aus Suscevaz bei Jverdon und steht im Alter von 53 Jahren. Vor seinem Eintritt gehörte er lange dem Waadtländischen Staatsrat an. Zum Präsidenten des Bundesrats für 1916 wurde mit 186 von 187 giltigen Srimmen gewählt Bundesrat Edmund Schultheß von Villnachern (Aargau), der ebenfalls im Juli 1912 als Nachfolger von Deucher in den Bundesrat eintrat. Der neue Vizepräsident ist 47 Jahre alt. Das englische Kriegsamt zum Rücktritt Frenchs. WTB. London, 16. Dez. Das Kriegsamt gibt bekannt, daß Sir Douglas Haig zum Nachfolger des Feldmarschalls French als Befehlshaber in Frankreich und Flandern ernannt wurde. French wurde auf eigenes Ansuchen seines Postens enthoben und zum kommandierenden Feldmarschall der Truppen des Vereinigten Königreiches ernannt. — Ferner gibt das Kriegsamt bekannt: Seit Beginn des Krieges befehligte Feldmarschall French während 16 Monaten in ununterbrochener angestrengter Tätigkeit unsere Armeen in Frankreich und Flandern mit dem größten Geschick. Er hat jetzt auf eigenen Wunsch das Kommando niedergelegt. Die Regierung bat ihn in voller Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste und zum Dank dafür, die Stelle eines Oberstkommandierenden Feldmarschalls der Truppen des Vereinigten Königreichs anzunehmen. French hat die Stelle angenommen. Der König hat ihm die Würde eines Viscount verliehen. Errichtung einer neutralen Zone an der griech - serbischen Grenze. WTB. Sofia, 16. Dez. (Bulg. Tel.-Ag.) Nachdem die bulgarischen Armeen durch die Einnahme von Monastir und Resna in die Nähe der griechischen Grenze gelangt waren, machte die bulgarische Regierung, von dem Wunsche geleitet, jede Möglichkeit von Zwischenfällen zwischen den Vorposten der bulgarischen Armeen und den griechischen Grenzwachen auszuschalten, der griechischen Regierung den Vorschlag, eine neutrale Zone dadurch zu errichten, daß die Truppen je zwei Kilometer von der Grenzlinie zurückgezogen werden. Seitens der hellenischen Regierung ist die Antwort eingetroffen, daß sie k>en bulgarischen Vorschlag an nehme und der Kriegsminister den hellenischen Behörden dst nötigen Befehle erteilt habe, sich mit den bulgarischen Offizieren wegen Errichtung einer neutralen Zone ins Einvernehmen zu ffetzen. Panik in Saloniki. Ä5LB. Wie», 16. Dez. Die Südslavische Korrespondenz meldet aus A then: In Saloniki brach allgemeine Panik aus. Die Bevölkerung befürchtet für den Fall einer Belagerung der Stadt und bei dem Abzug der griechischen Garnison Gewalttätigkeit der Verbandstruppen. Ebenso hegt man vor der Haltung der zahlreichen, vielfach sehrzweifelhaften serbischen Flüchtlinge Furcht. Bezeichnend für die Stimmung unter den französischen Truppen ist die Tatsache, daß erst vor einigen Tagen eine Meuterei von Territorialtruppen unterdrückt werden mußte. Die Soldaten weigerten sich. Schanzarbeiten w verrichten. Mit Rücksicht auf die dvoeend? Möglich!« n. de: Lage trafen diedeutsche und die ö st x x. reichijch u » : arische Kolonie alle Vorkehrun- ^ gen, uw ich-gegebenenfalls rechtzeitig in Sicherheit * bringen zu kö: Italien, der Zufluß » rt flüchtender Könige.j WTB. Bern, 16. Dez. Laut „Mailänder Sera"! soll König Peter von Serbien nächstens in Italien! eintreffen, um seine angegriffne Gesundheit wieder hex. zustellen. Wahrscheinlich werde er nach kurzem Besuä in Mom in der königlichen Villa in Caserta nung nehmen. Da ferner mit der Möglichkeit gerech.il net werden müsse, daß Montenegro ein ähnli-s ches Los wie Serbien ereile, werde bereits dH Uebersiedelung der montenegrinischen König s°. familie nach Italien erwogen. König Nikita werde! jedoch bis zuletzt an der Spitze seines Heres bleiben. Die «nfgeschobene Kriegserklärung. Z. Bo» d«r schweizerische« Grenze, 16 Dezernb.! Die Schweizer Blätter melden aus Mailand: Nach einevl Bericht der „Stampa" hat Sonnino auf Anfrage mehrere«» Abgeordneten erklärt, die Kriegserklärung Italiens auf Deutschland werde noch erfolgen. Ihre Ueberreichunz sei jedoch gegenwärtig nicht zeitgemäß. Auf griechische« Gebiet. A Bo« der schweizerische» Gr«»ze, 16 Dezemb.^ Die Schweizer Blätter melden aus Mailand: D« Balkankorrespondent der .Stampa' berichtet, daß der Nähe von Doiran die ersten deutschen Kavallerie«^ abteilungen die griechische Grenze überschritten, großer Teil der in Saloniki befindlichen serbischen Flüche linge habe sich nach Frankreich eingeschifft. Aus Stadt und Land. mei in u >ds, ,ild lief ,niff, Men, führ S uns l unse: unl thgebk jerun ltschen tckt, ui :schier gen der H klche d ifinen grün (--) trieft m Pl :en d :en man auch (-) ' nd N »chutzma itz auf inge Le ** Adelsheim, 17. Dez Die letzten Wochen habW stzu stell in der Mineralölindustrie wiederum eine sehr staD klung c Steigerung der Erzeugung gebracht. GegenrvärH ich. in beträgt die Produktion in der gaiizischen Petroleum- fieichcn Industrie bereits 75 Prozent der normalen Erzeugmiz rn.Leut in Friedenszeiten. Auch der Abtransport des Mineral- (-) < öls ist durch reichlichere Wagengestellung wesentlich er- >el — leichtert worden- In galizischen Raffinerien werde« elte geg gegenwärtig sehr bedeutende Mengen von Rohöl zur krrl Sri Versorgung der deutschen Marktes verarbeitet Mau lngeklag kann infolgedessen damit rechnen, daß Deutschland » zwei während der nächsten Wintermonate seinen Verbrauchern rschwind ein etwas reichlicheres Quantum zur Verfügung stell« Her Na wird, als in otn letzten Monaten. Die für Deutschland «ltschasl bestimmte Petroleummenge würde noch größer sein, Ichr. ' wenn die galizische Petroleumindustrie nicht gleichzeitig «sBetrr die Aufgabe hätte, den Bedarf im polnischen Okkupations- um 8 W gebiet und neuerdings auch in Serbien zu versorgen- - Eine r Es darf für die nächste Zeit mit einer weiteren Steigerung der Erzeugung gerechnet werden. Durch die Wieder« aufnahme der Arbeit in den Raffinerien ist auch ein wesentliche Erleichterung auf dem Benzinmarkt finge- treten. Betriebe, die früher Benzin verbrauchten, sind^ zu Ersatzbetriebsmitteln übergegangen, sadaß stellenweis ein reichliches Angebot an Benzin vorhanden ist. (-) Suzbach, 16. Dezember. Gestern brach Großfeuer aus, dem 4 gefüllte Scheunen in Nähe der Gastwirtschaft zur »Rose' zum Opfer fiel« Die Abgebrannten find nicht versichert. (-) Karlsruhe, 16. Dez. In dem Eingang einckl Hauses in der Südstadt wurde die Leiche eines nes-j geborenen, etwa 7 Monate alten Kindes oufgefundm. Von der Mutter hat man dis jetzt keine Spür. Dies) ist innerhalb kurzer Zeit der dritte Kindslfichen-Fvnd-! (-) Heidelberg, 16. Dez. Eine Handgranaten-Ex« plosion hat hier den Dod zweier Knaben herbeigefühä-! lieber den Hergang wird folgendes berichtet: In de» von dem hiesigen Jäger-Bataillon angelegten Ähützevi graben, der aber umsäumt und «nit Warnungstafel» versehen ist, fanden der 12jährige Schmitt und der 1t>! jährige E. Schoos eine Gewehr-Granate, einen soge-i nannten Blindgänger. Sie nahmen die Granate mit! in die Werkstatt des Schreinermeisters Schmitt, span»! ten sie dort in die 'Hobelbank und schlugen mit fine«! Hammer darauf. Das Geschoß entlud sich und riß de»! Schoos in Stücke. Schmitt wurde so schwer verletzt! daß er kurze Zeit darauf starb. Der in dem Zinim^t neben der Werkstatt schlafende Bruder des Schmitt kalt mit dem Schrecken davon. Die Mutter weilte außerhi»! der Wohnung. Die Väter der beiden Knaben stehen Feld. Durch die Sprengwirkung wurde die Werkstückes sehr schwer beschädigt.- ^ ! (-) Heidelberg, 16. Dez. Die hinter dem Leh! rer-Seminar errichtete neue badische Taubstummen«»'! stalt wird in diesen Tagen bezogen werden. i (-) Freiburg, 16. Dez. In der letzten Vollvev! sannnlung der Handwerkskammer wurde mitgetfilt, sich die Zahl der im Felde sichenden Handwerker na«I dem Stand vom 10. Dezember ds. Js. auf 5692 erkMZ hat. Vom diesen- haben 4419 (78 Prozent) ihren Osieb finstellen müssen. . (-) Nenstadt i. Schw., 16. Dez. Während auf Werk der Firma Himmelsbach in Hölzlebruck ein^ rangener Franzose mit dem Abholen von SägespänS beschäftigt war, ereignete es sich, daß ein in dem beschäftigter kriegsgc^angener Franzose vorbeiging, den anderen als seinen Bruder erkannte. Die Freuds ^ beiden über das unverhoffte Wiedersehen -war natü" sehr groß. Die beiden Brüder hatten seit ihrer fangennahme nichts mehr von einander gehört. (-) Breisach, 16« Dez. Durch die elsaß-lothri« sche Eisenbahnverwaltung wurde ein zwischen den Str ken Straßbnrg-Colmar-Basel und Colmar-Breisach- bürg gelegenes 272 Ar großes Gelände zur Verfüg gestellt, tvelches zur Anlage von Schrebergärten der"" wird.