ynnt täglich, außer Sonn- uns Z Zeterrags - vrrtsr Monatlich. . . pfg. ; * vterteljährllch . Mk. - stet ins Haus geliefert - öoxberger Mzeiger Helesenstes Tageblatt oes baüi-chea öaulan-es - flnzeigen werSen mit Pfennig Z -er einspaltige Zeile berechnet. ^ ! Sei mehrmaliger Aufnahme Rabatt - Postscheck. Konto 40S4, Karlsruhe lUptanzeigeblatt für -ie Sezirke stöelsheim, Hoxberg u. deren Umgebung rätis r flmtliches verkünüigungsblatt >tl.) Illustriertes Sonntags »Statt HolzsubmWons- und Versteigerungs-Anzeiger für den Odenwald Gratis: prakt. Mitteilungen für Gewerbe (monatl.) u. Handel,hau». u.Lanüwirtschast !r. 45. Druck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telefon No. l8 Adelsheim, Donnerstag. 2 < ^estruar 1917 Verantwortlich: A. Heppeler in Adelsheim. 4t Jahrg. Tagesberichte. STB. Großes Hauptquartier, 21. Febr. (Amtlich.) Westlicher Krie sjchauplatz: Trübes Wetter und Regen hielten die Kampstätig- :in mäßigen Grenzen. Südöstlich von Ypern und beiderseits des Kanals . La Bassee schlugen Erkundungsvorstöße der Eng-! der bei Flirey, zwischen Maas und Mosel Teilangriff^ ^Franzosen fehl. . Bei Wegnahme des Stützpunktes südlich von Li rnsloy am 19. Februar sind 2 Offiziere und 36 Eng- der gefangen, 5 Maschinengewehre erbeutet worden OesiUcher Kriegsschauplatz: In einzelnen Frontabschnitten, vornehmlich in deq aldkarpathen und beiderseits des Oitoztales, Artillerie- und Vorfeldgefechte. Mazedonische Front: Lebhafterem Feuer zwischen Wardar- und Doiransee ^ten abends Vorstöße englischer Abteilungen, die ab- piesen wurden. iDer Erste Generalquartiermeister Ludendorff. » * * Alles noch in Vorbrreiiung — in mäßigen Grenzen die Kämpfe geblieben, weil die naßkalte Witterung c Entfaltung größerer Kampfhandlungen verhinderte, »merhin sind unseren Truppen wieder einige kl-üners ^erfolge beschieden gewesen, so bei Le Trans'loi, an der! mznng der Straßen Peromie—Bapaume und Com-< ^Villers anx Flos. Hier wurde am Montag deiz gländern ein Stutzpunkt abgenommen, der ziemlich rk gewesen zu sein scheint; 2 Offiziere und 36 Mann, zu 5 Maschinengewehre sielen in unsere Hand. — In ttnäckigcn Kämpfen drückt die Armee des Erzherzogs seph mehr und mehr gegen Osten vor. k Der „Züricher Tagesanzeiaer" meldet: Von ganz anderem Interesse ist unter den neuen Meldnnaen von -Westfront die französische Mitteilung, daß bei einem kdstreich im Priesterwald englische Truppen mit"ewirkt ?n. Das dürfte unter llniständen ein sehr bedentungs- rr Fingerzeig für eine durch englische Truppen unter- te fran-ösisckie Offensive zwischen Verdun und dem lesen fein Dre „N. Z. Nachr." melden, daß die Paris-Lyon- Mittelmeerbahn für den Privatverkehr fest einigen Tagen geschlossen sei. — General Foch ziehe fort-e'etzt'eifrig Truppen auch von Süden her in den Raum von Be- sancon zusamnien. Die fran'ös sch-.malische F>ont ron Dünkirchen bis Belkort se» m.mmahr nahezu oifensivbereitt Der französisch; Tagesb richt. WTB. Paris, 21. Febr. Amtlicher Bericht von gestern! nachmittag: Ziemlich lebhafte Artillerickämpfe zwischen Oise und Aisnc und im Abschnitt von Avocourt. Nördlich von Fli-' »ey und westlich von Wattweiler führten Tvir erfolgreiche Hand- streich« auf die feindlichen Gräben aus und kehrten mit befangenen zurück. Abends: Unsere Batterien verschütteten einen deutschen Schüttengraben nordwestlich der Höhe 304. Zeitweilig aussetzende klrtillerietätigkeit an einigen Punkten. Ein deutsches Flugzeug wurde durch das Feuer unserer Abwebrgeschiihe südlich von Sennhcim zum Absturz gebracht. Belgischer Bericht: Zwei Angriffsversuche gegen bei- fasche Posten südlich von Steenstraate wurden im L-ufe der Nacht durch Feuer abgewiesen. Am 20. Februar tagsüber die übliche Artillerietätigkcit. Die Lage im Osten. Der bulgarisch: Tagesbericht. WTB. Sofia, 21. Febr. Amtlicher Bericht von' gestern: Mazedonische Front: Zwischen War- »ar- und Doiransee ziemlich lebhafte Artillerie - Gütigkeit. Gegen 8 Uhr abends steigerte sich das feindliche Artilleriefeuer südlich Stojakovo zum Trommelfeuer, sas ungefähr eine Stunde anhielt. An der übrigen Front schwaches Artilleriefeuer. Im Wardartal lebhafte Flie- rertätigkeit. — Rumänische Front: Oestlich von Lulcea schwaches Feuer der Artillerie, der Infanterie und »er Maschinengewehre beiderseits des Sankt Georgs-- sirmes. Der Krieg m t Italien. WTB. Wien, 21. Febr. Italienischer Kriegsschauplatz: Der Artilleriekampf an der küstenländischen Front var nachmittags wieder recht lebhaft. Nachts warf rin feindliches Luftfahrzeug auf unsere Karststellungen ) -nd auf einige Ortschaften ohne jede Wirkung Bomben ab. - Im Judicarienabschnitt holte unser Maschinengewehrfener ! rin italienisches Flugzeug östlich vom Monte Cadria herunter. Der Führer ist tot, der Beobachter schwer »erletzt. Ungleiche Naturen. Roman von B. Corony. 89 »Johanna ist ein Stern, der sich nicht in daS erbärmliche eiben, das Jntriguenwesen, in den verächtlichen Kampf der ltagswelt herabziehen läßt. Wer sie zu beschimpfen wagt, s den prallen die Steine, welche er nach ihr wirst, zurück. ' »un lasse «ns über diesen Punkt schweigen. Es täte nicht wenn Du ihn noch einmal berühren wolltest." .Stumm und blaß stand Juliane da. »Ich habe mich über Gebühr Hinreißen lasten," sagte Horst längerem Schweigen, sich gleichsam auf sich selbst bellend. „Nimm es mir nicht übel." »O nein." »Es tut mir nur leid, Dich von Deinem eigenen, durch end Nichtigkeiten beeinflußten Urteile irre geführt zu se- ^ Du wirst Dich nicht wieder so äußern, nicht wahr?" "»Nie wieder." »Ich Hab Dich ja lieb. Juliane, aber Dein kleiner Kopf voll von verdrehten Ideen. Die mußt Du anfgeben. ist die Nachwirkung der Vergangenheit und einer verfehl- Zrziehungsmethode. Man hat Dir, von übergroßer Zärt- eit verführt, das Leben ganz anders geschildert, wie eS Wirklichkeit ist." »Ganz anders." »Aber Du wirst ja doch noch mein vernünftiger Weibchen tl n." Pis sie schwieg, drückte er, ihre Verstimmung für auSge- heue Bejahung haltend, einen Kuß auf den roten Mund. »Wie heiß Deine Lippen sind, was erregst Du Dich den" ke jeden Grund? Na, die Sache wäre beigelegt und in beste* ' niiig, nicht wahr, Lieb ? Du bist kuriert von Deiner Tor» ^Jch glaube eS." »Lebe wohl. Und wenn ich wiederkomm,, zeigst Du mir sremidliches Gestchtcheu. Auf Wiedersehen, kleiner, dum- t-Echatz." Sie wandte sich los und eilte fort, ohne zu antworten. »Er liebt Johanna. «. « liebt siel" schien eS ihr. wie von tausend höhnenden Stimmen gerufen, in die Ohren zu gellen. „Dein ist das Recht. Horsts Name gehört Dir, niemand kann Dich von Deinem Platze verdrängen, aber was Du in der Hand hältst, ist nur die leere Schale, den kostbaren Inhalt raubte Dir eine andere und wird ihn nie wieder herausgeben — nie!" Und vor den Spiegel tretend, fragte sie sich: »Ist Johanna schöner als ich? — Nein I Ist sie talentierter? Nein! Ich kenne keine außerordentliche Begabung an ihr. Festest ihn der Geist? — Nein, den läßt sie nur sanft funkeln. Und dann, niemand vermöchte kälter und zurückhaltender zu sein." Und plötzlich meinte sie, des Rätsels Lösung gefunden zu haben. — Gerade diese herbe, schroffe Käste war vielleicht die wirksamste Waffe, deren sich die Komtesse bediente. »Er achtet meine Zärtlichkeit nicht, weil ich sie ihm zu osten, zu unverhüllt darbringe. Gut! Sie soll ihm künftig nicht mehr zu Füßen liegen, wie ein Wiesenblümchen, das man gleichzeitig zertritt. Die Mutter hat recht. Indem ich meinen eigenen Wert unterschätze, würdige ich ihn auch in Radens Augen herab. Mag es denn anders werden!" — Der General und die Generalin erwiderten den Besuch deS Baron C . . . und seiner Gemahlin. Frau von Raden hatte zu ihrer Schwiegertochter hiiiaufgeseudet und sie eingeladen mitzukommen, aber Juliane war bereits fort. Die allen Leute trafen sie bei den Eltern inmitten eines auserlesenen Künstlerkreises. Sereno, Hofkapellmeister L., die ersten Sänger und Sängerinnen des kleinen, aber vorzüglich geleitete» Hoftheaters waren hier versammelt und außerdem die Spitzen der Behörden und des vornehmsten, unter dein Protektorat der Fürstin stehenden Frauenvereins. Galt es doch, die sehr berühmte Primadonna zur Mitwirkung in einem Konzert zu bewegen, dessen Ertrag für die Armen der Stadt bestimmt war. Die Sennora sagte mit liebenswürdiger Bereitwilligkeit zu. Später rollte die Equipage des Erbprinzen vor, und zwar im selben Moment, wo Horst erschien. Prinz Aibert kam im Aufträge des Fürstenpaares, welches Italiens größter Berühmtheit einen sehr freundlichen Empfang gewährt hatte und überbrachte sowohl der gefeierten Künstlerin wie ihrer Tochter die Einladung, in einem Hoskonzert zu singen. Der italienische Tagesbericht. WTB. Rom, 21. Febr. Heeresbericht von gestern: Auf' Sem Hochplateau von Schlegen brach in der Nacht zum IS.i Februar eine feindliche Abteilung aus einem durch den Schnee i gegrabenen Stollen hervor und drang in einen unserer Grä-- den bei Cajera Zebio Pastorile ein. Im heftigen Handgemenge wurde sie unter merklichen Verlusten zurückgcschlaaen und ließ! einige Gesangene in unseren Händen. Der Bahnhof von Tarvis wurde gestern aufs neue wirksam beschossen. An der übrigen Front Artilleriekampf, heftiger in der Gegend östlich von Dörz und auf dem Karst. i Der türkische Krieg. WTB. Konstantmopel, 21. Febr. Heeresbericht! bon gestern: Tigrisfront: Am 18. Februar Jn*i fanterie- und Maschinengewehrfener bei Felähie. Ami folgenden Tage nahm der Feind unsere Stellung beii Felahie unter heftiges Artilleriefeuer. — Sinaifron t:i Um ö. Februar würde ein feindliches Flugzeug zum Lau-! Ken hinter unseren Stellungen gezwungen. Das feindliche Flugzeug verbrannte. Der Führer des Flugzeuges wurde gefangen genommen. j Unter russischer Verwaltung. , Bern, 21. Febr. Tie „Gazette de Lausanne" mel*' het: In Erzerum und E.zingjan macht sich die Teuerung furchtbar fühlbar. Das Kilogramm Zucker kost^t^öMM» vis 4 Rubels as Kilo Mehl 80 Kopeken. Tie rungsmittelkrise ist ein wenig erleichtert durch die Tätigkeit des Moskauer Ko mite es._Hingegen ist die Lags -er Flüchtlinge aus Baimirt erschütternd^ Ungefähr^ ssind ohne jede Hilfe und scheinen zum Hungernd ve« inrteilt zu sein. ' Die Rüstung ^au^^aben vor dem riege bei uns und bet den Feinden- Von Wirk!. Geh. Oberfinanzrat Dr. O. Schwarz. Ein Beweisstück, welches unsere Gegner, namentlich die englische und französische Regierung und deren Presse, seit Kriegsbeginn den eigenen Völkern wie den Neu* tralen immer wieder glaubhaft zu machen versuchen, um Deutschland die Rolle des Störenfrieds in Europa zuzuweisen, ist die Behauptung, der deutsche „Militarismus" habe sich seit vielen Jahren darauf vorbereitet, über die Völker der Entente mit dem Ziele herzufallen, sich zu* nächst die Oberherrschaft in Europa und sodann in der ' ganzen Welt zu sichern. Beide nahmen an, Juliane mit einer leichten Wendung des Kopfes nach Raden und mit der etwas obenhin ausgesprochenen Frage: „Du gestattest doch?" „Gewiß, wenn es sich um den Wunsch der höchsten Herrschaften handelt." Er gab diese Zustimmung mit der Geschwindigkeit eine» vollendeten Hofmannes, nur die junge Frau beinerkte, wi» seltsam es dabei in seinen Augen ausblitzte. Man sprach über das Programm. Die Generalin inußte sich wider ihre Gewohnheit mit der Rolle einer schweigenden Znhöreriii begnügen und ihr Unbehagen wuchs von Minute zu Minute. Die Etikette würde natürlich verboten haben, früher als der hohe Herr aufzubrechen. Als dieser schied, entfernten sich auch Radens unmittelbar darauf und Juliane folgte der Aufforderung Horst's mitznkoimnen, blickte aber schweigend aus dem Fenster, und tat nichts, um die plötzlich eingetretene Spannung zu bekämpfen. Ihr alter, angeborener Trotz wallte wieder ans. „Warum sich immer biegen und schmiegen, wenn es doch nichts half?" Während des Mittagessens reichte ihr Raden ein zierliches mit Krone und Monogramm geschmücktes Briefchen. „Die Gräfin Tornau hofft, uns übermorgen znm Souper bei sich zu sehen." „Es tut mir leid, aber ich habe Maina bereits zugesagt. Mittwoch wollen wir die erste Probe abhalten." „Die könnte ja wohl verschoben werden?" „Nein, da sie nun einmal festgesetzt ist und alle Beteilig- ten davon in Kenntnis gesetzt sind. Habe die Güte, mich zu entschuldigen!" „Gut! Wie es Dir beliebt!" Kalt und verdrossen erhoben sich die Gatten von dein Tische. »Wenn er mich noch einmal in fre»ndlichem Tone bittet, dann soll sein Wunsch erfüllt werden," beschloß Juliane heimlich. Allein die erwartete Bitte wurde nicht an sie gerichtet, und so fuhr sie denn am Mittwoch nach dein Hotel S.h . ... indes die Schwiegereltern und Horst der erhaltenen Einlaß düng Folge leisteten. 233 Ä» Nun ist klar, daß, um Heere aufzustellen, auszurüsten, Schiffe und Festungen zu bauen, viel Geld erforderlich ist. Und wenn wirklich der Deutsche Kaiser und das Deutsche Reich Welteroberungspläne gehabt hätten, wie die Gegner sie ihnen andichten, so müßte das vor allem in dem Verhältnisse unserer Rüstungs- Msgaben gegenüber denen der genannten Großmächte .Ausdruck finden. Werfen wir deshalb einmal einen Blick auf die Rüstungsausgaben Deutschlands, Englands und Frankreichs in den letzten 33 Jahren vor dem Weltkrieg, also von 1881 bis 1913. Da erhalten wir bei 'Einrechnung aller, auch der außerordentlichen Ausgaben folgende Ziffern — wobei die Kosten des Burenkrieges »England nicht zuaerechnet wurden —: Kosten für Heer in (Heer 1881—1890 1891—1900 1901—1910 1911—1913 und Flotte Milliarden Deutschland 5,1 6,8 8,7 3,6 (einschl. Pensionen) Mark: ' England Frankreich 3.5 6.4 4,4 6,0 9.6 7,2 1.7 3,2 Sa. 24,2 19,2 22,8 Flotte 1881—1890 0,5 2,4 1,9 1891—1900 1.1 3,9 2,5 1901—1910 3,0 7.1 2,9 1911—1913 1.4 2,8 1,2 Sa. 6,0 16,2 8,5 Insgesamt 30,2 35,4 31,3 Rechnet man Heeres- und Flottenkosten zusammen, so marschiert hiernach an der Spitze England, dann folgt Frankreich und zuletzt — Deutschland. Dabei haben in den drei ersten (zehnjährigen) Perioden England und Frankreich je zusammen mehr als das Doppelte für Rüstungszwecke ausgegeben als Deutschland, und auch in dem letzten dreijährigen Zeitraum stellte »sich das Verhältnis immer noch wie 5 (Deutschland) zu 8,9 (England und Frankreich zusammen). Wie aber waren die Bevölkerungsziffern dieser Länder? Bereits »zu Beginn der Vergleichsperiode (1881) hatten England und Frankreich zusammen nur 74 Millionen Menschen Liner deutschen Bevö lkerung von 45 Millionen gegenüber- zustellen; am Schluß derselben aber stand infolge des schnelleren Bevölkerungszuwachses in Deutschland einer Bevölkerung Englands und Frankreichs von zusammen 86 Millionen eine deutsche Bevölkerung von bereits 67 Millionen gegenüber. Während also im Jahre 1913 die .Bevölkerung der beiden Westmächte zusammen die unsere nur noch um 28 Prozent überstieg, übertrafen ihre ge-, meiusamen Rüstungskosten die unseren in der vorletzten (zehnjährigen) Periode um fast 130 Prozent, und auch in der letzten (dreijährigen) Periode noch um nicht weniger wie 78 Prozent. Es gehört also die ganze Unverfrorenheit und Lügenhaftigkeit unserer Gegner, die ganze Leichtgläubigkeit ihrer Völker und — leider — auch vieler Neutraler dazu, um Ziffern gegenüber, die eine so deutliche Sprache reden, derart ungeheuerliche Legenden, wie. die Kriegs- und Eroberungslust des deutschen Volkes, in die Welt zu setzen. Die Fabel, daß Deutschland in den letzten dreißig bis vierzig Führen nichts anderes zu tun gehabt habe, uls sich auf einen großen Welteroberungskrieg vorzu- f bereiten, läßt sich aber auch noch von einer anderen Seite aus, ebenfalls an der Hand überaus vielsagender Ziffern, widerlegen. Stellen wir nämlich für die Jahre 1881, 1891, 1901 und 1911 die Größe des Aufwands für Rüstungszwecke aus der einen Seite und für zivile Staatszwecke auf der anderen Seite in den genanntes ! drei Ländern einander gegenüber — wobei wir die sogenannten Betriebsausgaben, ebenso wie den Schuldend dienst ganz außer Betracht lassen, deren Einstellung das! Bild für uns bei unserem großen Eisenbahnbesitz Md unserer großen Eisenbahnschuld noch weit günstiger ge^ , palten würde —, so gelangen wir zu folgendem Er-! ßebnis (in 1000 Mk.): Deutschland (Reich ! Bundesstaaten) Rüstungslasten Prozent Zivilauswand Prozent Ü881 459 012 ' 34,7 862976 65,3 L891 693872 35,8 1241 889 64,2 4901 955 664 35,8 1717308 64,2 1911 1 433 596 36 7 En . Pro c . 2 472 216 63,3 Rüstungsasten i.ilaufwand P ozmt 1881 595 703 ' 58,3 426 410 41.7 46.8 -891 687 154 53,2 605 480 1901 2614 831 72,3 1002915 27,7 1911 1443 443 53,6 1250757 46,4 Frankr eich Rüstungslasten Prv'ent Zivilauswand Prozent 1881 691447 39,4 1054603 60,6 1891 809074 51,8 753 063 48,2 1901 925135 49,5 942443 50,5 1911 1221088 49,2 1 241 248 50,8 Aus diesen Ziffern, die von mir durchaus vorurteilsfrei und tendenzlos zu wissenschaftlichen Zwecken schon im Jahre 1912 zusammengestellt sind, geht hervor, daß in den gedachten Jahren die Rüstungslasten Deutschlands sich zwischen 34,7 und 36,7 Prozent des gesamten Staatsverwaltungsaufwands hielten, wogegen sie in England — von dem Jahre 1901, in welches der Burenkrieg fiel, sei dabei abgesehen — zwischen 53,2 und 58,3 -Prozent, in Frankreich zwischen 39,4 und 51,8 Prozent schwankten. Mag man immerhin in Rechnung stellen, daß bei Deutschland unter den Gesamtausgaben auch die Ausgaben mehrerer großer Städte enthalten sind, die zugleich Einzelstaaten sind (Hamburg, Bremen, Lübeck), daß andererseits in England manche Ausgaben, die bei uns Staatsausgaben sind, von den Gemeinden geleistet werden, -der Unterschied in den Anteil'iffern ler Rüslungsa sgaben an den Gesamtausgaben sind bei uvs doch so außerordentlich viel niedriger als bei England und Frankreich, daß man das Urteil darüber, auf welcher Seite in den letzten drei Dezennien vor dem Weltkrieg das größer« Rüstungsfieber geherrscht hat, getrost dem Urteile der Einsichtigeren unter unseren Feinden und unter den Neutralen, sowie einem späteren, noch unparteiischeren Rich- 'tersprnckic der Geschichte überlassen darf. Es würde zu weit führen, auf die Ziffern unserer anderen Hauptgegner, Rußlands und Italiens, so- .wie auf diejenigen unseres nächsten Bundesgenossen, -Oesterreich-Ungarns, einzugehen. Nur soviel sei gesagt, -daß auch Rußland in den 33 Jahren vor dem Kriege (— auch hier sind die Kosten des Russisch-Japanischen Krieges nicht mit eingerechnet — mehr als wir für Rüstunaszwecke ausgegeben hat (32,9-Milliarden Mark), »und daß den 12,7 Milliarden Mark Rüstungsausgaben 'Oesterreich-Ungarns in jenem Zeitraum 12,6 Milliarden Mark des erheblich kleineren Nachbarstaates Italien gegenüberstanden. Dementsprechend hielt sich auch das Verhältnis der Rüstungslasten zum gesamten Staatsaufwand in den obengenannten Einzeljahren in Oesterreich-Ungarn zwischen 31,4 Prozent und 34,1 Prozent 'des gesamten Staatsaufwands, während es in Rußland zwischen 39,3 und 50,7 Prozent, in Italien zwischen 38,7 und 45,2 Prozent schwankte. Solche Ziffern dürften auch dem blödesten Auge offenbar machen, daß die Zentralmächte in den abgelaufenen drei Jahrzehnten im Verhältnis zu der Entwicklung ihrer Bevölkerungszahl sowie ihres Wohlstandes die Rüstungslast durchaus nicht überspannt haben, — ja, daß unsere Gegner, wenn man sie nach dem Maße ihrer Rüstungen vor dem Kriege beurteilen wollte, mit viel größerem Rechte als das Deutsche Reich den Namen „Militärstaaten" verdienen würden. Wir in Deutschland konnten zur Deckung der »Kriegskosten in zweieinhalb Kriegsjahren der Sparkraft unseres Volkes etwa 60 Milliarden Mark (und damit den doppelten Betrag unserer 33 jährigen Friedensrüstung entnehmen. Da muß es doch jedermann einleuchten, daß wir ohne Schaden für unsere kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung — wahrscheinlich aber zu unserem großen Nutzen in dieser schweren Prüfungszeit — noch erheblich größere Beträge im Frieden für Rüstungskosten hätten aufbringen können. Jedenfalls ist die Tatsache, daß im Jahre 1913 England an gesamten Staatssteuern 72,3 Mark, Frankreich 82,9 Mark pro Kopf erheben mußten, während Deutschland in Reich und Staaten mit zusammen 57,1 Mark per Kopf auskam, (ein Beleg dafür, daß wir unserem Volke im Hinblick auf dessen wirtschaftliche Tragfähigkeit eine verhältnismäßig weit geringere Rüstungslast auferlegt haben als unsere Gegner. Denn an Volksvermö- gen haben w ir die Franzose n läng st über-« 'flügelt und sind wir den E ngländern zumindest ziemlich n ahe gekommen, an Volkseinkommen standen wir letzterem bei Kriegsbegintt absolut wohl gleich, vermehrten das unsrige aber in den drei bis fünf Jahren vor dem Kriege jährlich um sieben Prozent gegen eine Jahreszunahme des Volkseinkommens in England von nur drei Prozent. Sind das Folgen eines ungezügelten „Militarismus" oder friedlicher wirtschaftlicher Arbeit? Unsere Gegner brauchen aber das Märchen von Unserer langen Kriegsvorbereitung und dem eigenen „Unvorbereitetsein" heute fast noch mehr als zu Kriegsbeginn vor allem deshalb, weil sie die vielen militärischen Mißerfolge der Entente vor ihren Völkern damit glauben beschönigen zu können. In Wirklichkeit waren Panzer und Schwert, die sie geschmiedet, wohl ebenso stark, wie bei uns, wenn nicht noch stärker. Aber der Krieg hat von neuem gelehrt, daß es nicht nur auf die Stärke des Panzers, sondern auf den Kerl, der darin ficht, und nicht auf die Größe des Schwertes, sondern auf die Hand, die es führt, ankommt. Nicht, weil wir eroberungslustige Gesellen sind, nicht, weil wir mehr gerüstet haben als unsere Feinde, sondern weil wir unser Volk kräftiger, wehrha f t er erhalte und weil wir dabei zugleich, vielleicht darum erst rechts im Frieden auch wirtschaftlich und technisch meht gearbeitet und mehr gelernt haben, dar um. siegen wir. Und weil wir im Kriege nicht nur gezwungen wurden, uns wirtschaftlich und technisch auf die eigene Kraft zu verlassen, sondern weil uns unsere langjährige intensive Friedenstätigkeit auf diesem Gebiete auch dazu befähigte, weil wir weiterhin in dieser harten Schule wieder neuert Antrieb, neue En-rgien und Entwicklungsmöglichkeitert schufen, werden wir trotz Militarismus auch nach de nt Kriege dessen wirtschaftli che Schäden leich- ,t er und schneller wieder auszugleichen hoffen dürfen, als unsere Gegner. Die Vorlagen des Reichstags. Berlin, 21. Febr. Dem Reichstag sind zugegangen: ein Nachtragsetat, der 15 Milliarden aus Anlaß des Krieges anfordert, ein Gesetzentwurf, der 100 Millionen »als weitere Kriegsabgabe von Gewinnen der Reichsban! (bereitstellt, ein Entwurf über die Regelung e'nes Z schlegs zur Kriegssteuer und ein Gesetzentwurf über die Sicherung der Kriegssteuer. (Der Gesetzentwurf über die Erhöhung eines Zuschlags zur Kriegssteuer bestimmt, daß zu den bisherigen Abgaben auf Grund des -Kriegssteuergcsetzes ein weiterer Zuschlag von 20 Prozent erhoben wird. In der Begründung wird gesagt: Die Einwirkungen des Krieges auf die gesimte Volkswirtschaft chaben an Wucht und Umfang zugenommen. Dadurch rechtfertigt sich die Forderung nach einer Erhöhung des Ausgleichs durch die reichZgesegKch vorgesehenen Sonderbestimmungen für diejenigen Personen und Unternehmungen, die aus der während der Kriegszeit sich vollziehenden großen Wertverschiebung mit einer Verbesserung oder wenigstens ohne erhebliche Beeinträchtigung ihrer wirtschaftlichen Lage hervorgehen. Nach der Vorlage betragen die erhöhten Abgaben bei einem Vermögenszuwachs von 10000 Mk. statt 500 Mk. 600 Mk. Von 20000 Mk. statt 1500_Mk. 1800 Mk.. von 40000 Mk. statt 5000 Mk. 6000 Mk., von 100000 M!k. ,19 500 Mk. 23 4M Mk. usw. steigernd bis zu ei Vermögenszuwachs von fünf Millionen Mk., wo der bisherigen 2 374500 Mk. nunmehr 2849 400 erhoben werden. Der Gesetzentwurf über die Sicherung d Kriegssteuer °"Die s er ni will verhindern, daß aus Gründen der Steuerdrückebel ausful aerei deutsche kleiiertisllckUiae Nei-snn-n itn-e» Kie, hatte. gerei deutsche steuerpflichtige Personen ihren Sitz hj .Ausland verlegen. Vor der Verlegung des Wohnsitze solcher Personen ins Ausland müssen auf Verlange^ 'Hehe der Steuerbehörden Sicherheiten für eine künftige KrikW , § steuerzahlung geleistet werden. Es ergebe sich die ^ (Wendigkeit, schon jetzt gewisse Sicherungsmaßnahmen v , treffen, damit die spätere Abgabenerhöhung nicht « ( schwert oder gefährde.- werde. Deshalb sollen im neue, » (Os? o Geschäftsjahr nicht wie bisher 50, sondern 60 Proze« des^d Mehrgewinns der Kriegssteuerrücklage zugeführ, Mrei, gemein Der Kriea zur See. Mleif chunge Als versenkt werden gemeldet: Die holländisch« sicht L (Dampfer Cotmarsun und Trompenborg (1608 T.), nn> zubriw englischen Kohlen nach Las Palmas, die französisch« machtli Schoner Terre Neuve, Mayola und Dorovhy, fern» nung ! .die norwegischen Dampfer Thorgny (734 T ), Rutensiel schritte (1744 T.), Cabo (125 T4.), Juno (2416 T.) und Da qebund Beattic (1327 T.). z schm Ä lösen z Lugano, 21. Febr. Der Berliner „Post" wich gemeldet: Die Beratung der Ministerpräsidenten der eng. üinstän lischen Kolonien, die anfangs März in London stattsind« sollte, ist auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Wir ^Es verlautet, befanden sich die australischen Vertreter aus Messen 'der Reise nach London auf einem englischen Hilfskreuzer, »eutral der unterwegs von einem deutschen Tauchboot versenk wurde. Die Nachricht ist noch unbestätigt. Vei Neues vom Tage. Um Amtliche Mitteilungen über den Tauchbootkri g Preisstei im Hauptausschuß. Mein, Berlin, 21. Febr. Im Hauplaus .tags gab der Staatssekretär des Auswärtigen g--. Zimmermann vertrauliche Mi Leitungen über die Entz - Z v Wickelung der politischen Lage seit oem 31. Januar??"^/? ,Er stellte ein Weißbuch mit den gewe.l selten diplomati- A ^ scheu Schriftstücken in Aussicht und sprach unter dm Beifall des Ausschusses seine feste Zu erficht aus, daß wir durch die Antvendung der U-Bootswasfe das vorge» ^ setzte Ziel erreichen werden. — Der Staatssekretär der Reichsmarineamts betonte in seinen Ausführungen, daß „ „ ^ die Erwartungen, die die Marine auf den uneinge- schränkten U-Bootskrieg gesetzt habe, übertroffen war. ^ den seien. Es sei kerne Veranlassung, mit dem Ve> ^ -lust auch nur eines Bootes seit Beginn des uneinge« «inerten -schränkten U-Bootskrieges zu rechnen. Die Abwehrmatz- Tl.nmnc nahmen, von denen in der englischen Pres'e und m «inerten -englischen Parlamente viel Wesens gemacht werde, hieb Portugal ten sich nach den Meldungen der zurückgekehr en U. Boote in normalen Grenzen. Die neutrale Schiffahrt sei offenbar so gut wie eingestellt. Die Erwartungen, die ^ das deutsche Volk an den Tauchboo(krieg knüpfe, seien» durch die bisherigen Ergebnisse voll gerechtfertigt worden ,m. Wi trotz der Verschleierungsversuche Englands. (Al sei iger schreibt lebhafter Beifall.) — Der Staatssekretär des In' e n Mung' wies auf die starke Verschlechterung der Be.'orgung Eng- Mf lands mit unentbehrlichen Bedarfsgütern (Lebensmi tel, Ireiburq Grubenholz) und der Kohlenversorgung der Alli erten und» ^^n. l Neutralen durch England im Dezember 1916 h(n. DÄ Franzose britische Versorgung sei dicht an dm Gefahrpunk» heran- Ergründ gerückt. Auch vom wirtschaftlichen Standpunk könne mit' n>ü aller Bestimmtheit auf die vollständige Erfüllung aller an den Ü-Bootskrieg geknüpf en Erwartungen gerechnet tzge werden. (Beifall.) — Staatssekretär des Reichsshas-,amtet 8ch, emn Graf Rödern machte sodann ver.rau iche M tt.i.uuges über die finanzielle Lage. — « ' Berlin, 21. Febr. Der Haushalt der Eisenbahn» » ^ M fordert zum Ausbau der Strecken Philippsburg-Saar- - oeori gemünd, Saargemünd-Beningen, Flörchingen - HayinM 7' und Kneuttingen-Fentsch je 50 OM Mark. ' Z, '1 Lansii Mexik Mitte» r em e der enster Verkel ng di ' Die Neue deutsche Treuhandgesellschaft. ch vorhe Berlin, 21. Febr. Wie die „Narionalztg." mitteilt.- ^ders d hat die „Neue deutsche Verlags- und Treuhandge'ellschast pgut füi m .b. H.", der der erste Vorsitzende des Alldeutsch«! * besten Verbands, Rechtsanwalt Claß-Maiuz, vorstehl, die — Z ,,Deutsche Tageszeitung" angekauft. Die Leitung dels cht, wie Blattes werden übernehmen: Gehelmrat Professor TrM der Dietrich Schäfer, Vorsitzender des Unabhängigen A " (schusses für einen deutschen Frieden, Houston S e oa Chamberlain, der bekannte Bayreuther Schriftst ler und Schwiegersohn Richard Wagners und eine ander nicht genannte Persönlichkeit aus der Leitung des AlldA »der 2. Verbands. Der Kaufpreis beträgt nach dem „B. TH 10 Pro 2300 000 Mark. Wie verlautet, ist damit die Grunl legung der Neuen Verlagsgesellschaft noch nicht abg schlossen. (Die Nachricht des „Bert. Tagebl." vom Ankauf der „Deutschen Ztg." hat sich demnach nicht Migt.) England will de» Frieden durch Kampf. London, 21. Febr. Im Unterhaus erwiderte Schatzsekretär auf die Reden einiger Friedenvereinle^ bas Haus habe die Reden mit beredtem Schweigen ai getHrt. Es gebe keinen andern Frieden als den duv Kampf. Die Friedensbedingungen der Enten e sei«f Nicht zu weitgehend. Deutschland habe die seinigen t ' ufforderung Wilsons nicht mitgetült. Niem» rderuri erung- u ** Ad. Vorke rlande» ttg. o rische oder di der könne mehr bezweifeln, daß die Deutschen den Kru Nicht nur durch Bekämpfung der feindlichen Strei Pracht, sondern durch Bedrängung der Zivi.bevölkeru gewinnen wolle, angeblich aus Menschlichkeit, um rieg zu beenden. Deutschlands Menschlichkeit und Grä ickhaltu sich e sich onen. tenden Unheil sich i erneu samkeit sei ein und dasselbe. England kämpfe nicht sÜM** Adel Gebietszuwachs oder gar um einen ruhmreichen S.' sondern dafür, der Kaste, die diese Verbrechen begangen habe, beizubringen, daß diese sich nicht bezahlt macbewß ger"les - Herbst Ae Gri >0 M. - zu eis k,, wo 49 400 rung d, lerdrückebe n Sitz Wohnsitze Verlang tige Krieg h die No .nahmen ; nicht l im neu . N Proze« zugefüh olländische4 >8 T.), ranzösischei shy, ferne, . Rutenf-s ) und Post" wirdl en der erij stattstndk irden, rtreter aus nlfskreuzeh ot versenk! lbootkri.'ßj des Reihs-! gen Ami >er die E .. Januar, diplomati- unter dent t aus, daß das vorge- ekretär dck rngen, daß r uneinge^ ffen war. dem Veo s uneinge- bwehrmaß. e und im »erde, hie kehr en lh hifsahrt sä ungen, dir üp'e, seil igt war Ml sei ig s Iw zung Eng» rensmi teh eilen uM ! hm nkl heraixj könne mitl lung aller gerechnü schahamtel tt.i.uuge» Eisenbahn^ urg-Saar» - Hayingeirf L eoa ftiftst« : anders :s AM B. T-1 Gruni 4 ab«. ,m Är tMpf. iderle verein!« eigen ven durS e sei« ügeu tr Niemc >en Krie n Streii Dölkeru^l um ind Grw nicht st» ien beaangl t mackes Mie Friedensunitriebc inr gegenwärtige.r Augenblick könne M nicht verstehen. Die amerikanische Neutralität. Washington, 21. Febr. (Reuter.) Staatssekretär Lansing beantwortete die Note des Präsidenten von Mexiko, Carranza, der die Einstellung der Munitions-^ ausfuhr von Amerika zu den Krieg'ührenden vorgeschlagen hatte, durch eine bloße BeWt!ster der Diözese Limburg, Stadchsarrer und Dekan a. D Gerhard Volke gestorben. , (-) Wettheim «. T., 21. Febr. (Diamanten« Hochzeit.) Am Sonntag haben Schneidermeister Chri-, sttoph Friedrich Scheufele und seine Ehefrau Magdalene geh. Pecker das Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert.! Der Jubilar ist 88, die Jubilarin 84 Jahre alt, und beide! erfreuen sich noch körperlicher und geistiger Frische. Vom König wurde das Jubelpaar mit dem Bild mit eigenes (Unterschrift erfreut. (-) Herrenverg, 21. Febr. (Mu tige Mä dche n.)! Die Geschwister Luise und Wilhelmine Haußer, die einest entwichenen französischen Kriegsgefangenen fest genommen hatten, erhielten vom stellt». Generalkommando eine Geld-» Belohnung. (-) Konstanz, 21. Febr. Der Schiffsverkehr aus? dem Bodensee zwischen Konstanz und Ueberlingen im bis auf weiteres eingestellt worden. ' Vernnicktes. Der Bismarck-B'eisttst. Am Schluß einer in Wiesbaven abgebaltenen Weinversteigerung brachte der Kurhausgastwirt eine» Bleistift zum Ausgebot, den ihm die Fürstin Bismarck vom Schreibtisch des Reichskanzlers mit dem Wunsche zuae- stellt hatte ihn zum Besten der Weinspende des 18. Armeekorps versteigern zu lassen. Der Bleistift erzielte den Preis von 7 00 Mark. Unglaublich. Die Stadtverwaltung von München hatte 1b 000 Kg. alte Brotkarten als Altpapier zum Einstampfen an einen Händler verkauft. Der vier Zentner schwere Sack wurde auf einen Pritschenwagen verladen und ist unterwegs verschwunden. Dagegen wurde festgestellt, daß ein schwunghafter Handel mit Brotmarken um 50 Pfo. bis 1 Mark der Pack n. a. in der ..Herberge zur Heimat" betrieben wurde und als die Polizei Nachforschungen anstellte, waren alle Pakete bereits an den Mann gebracht. Verdorbenes Fleische Unliebsames Aussehen erregte ein Vorkommnis, unter dem die Stadt Augsburg schwer zu leide» hat. Von Mindelheim und Memmingen sollten WO geschlachtete Kälber nach Augsburg befördert werden. Die Kälber wurden aber noch warm so dicht geschichtet verladen, daß sie ganz verdorben am Bestimmungsort eintrafen. Die 200 Kalbsgc- krös, haben die Metzgerdurschen für sich behalten und, wie man der ,.SÜdd. Ztg." meldet, das Kaibsblut bei den Schlachtungen in die Dunggrubc laufen lassen. Handel und Verkehr. Kurzer Gerreidewochenbetichr der Preisberichtsstells des Deutschen Landwn.'schasisrats vom 13. bis 19. Februar 1917. Um mehr M i! ch jür die menschliche Ernährung zu gewinnen, habe > die BiehhanVrlsve,'bände in Preußen bestimmt datz vom 19. Februar ab für Kälber als Etallhöchstpreis nue noch ein Einheitspreis von 80 Mark für den Zentner Lebendgewicht gezahlt werden darf. Dieser Preis gilt also auch für Kalbe- über loO Pjund Lebendgewicht. Gleichzeitig iw um eine unwirtschaftliche Verwendung der Knappen Futter, Mittel durch Heranmüstung schwerer Schweine zu verhindern, der Preis sür Schweine von 100 bis 180 Pfund auf den jetzt gültigen Preis für Schweine von 180—WO Pfund erhöht wott den, was eine Erhöhung gegenüber dem jetzigen Preise von 10 bis 30 Mark für den Zentner betrugen würde. Damit ist zugleich dem Anträge des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 13. Mo» 191K Rechnung getragen. Um zu verhindern, daß im Frühjahr im Hinblick auf den bisbrc höhere,. Preis für Gerste diese auf Böden angedaui wird, die sich mehr zu Haferbou eignen, wird von amtliche,! Seite darauf aufmerksam gemacht, daß für die Ernte 1917 der Preis für Gerste nicht höher als für Hafer festgesetzt werden wird. Auch die Preise für Kartoffeln würden sq bemessen werden, daß sie nicht mehr wie bisher in einem Mißverhältnis zu den Preisen für Futterrüben oder Kohlrüben stehen werden. Die Relchsgerstengesellschast wird bis zum 2S. Februar 320 Mark für die Tonne Gerste bezahlen. Außerdem sind die Geschäftsstellen der Gesellschaft angewiesen, auch ung«. droschene Gerste für 300 Mark für die Tonne anzukaufen. Di« Verkäufer ungedrofchener Gerste sind verpflichtet, die verkaufte Gerste unverzüglich ohne besondere Entschädigung auszudreschen. Die ablieferungspflichtigen Gerstenmengen. die bis zum 28. Fe- bruar an die Geschäftsstellen der Relchsgerstengesellschast nicht freiwillig verkauft sind, werden enteignet. Für Gerste die auf diesem Wege erworben ist. wird nicht mehr als der gesetzlich« Höchstpreis von 250 Mark für die Tonne gezahlt. Das preußische Landwirtschastsminlsterium hat angeorduet, daß die Schlachtung aller Schaflämmer und Ziegenmutterlämmer. die in diesem Jahre geboren find oder geboren werden, bis auf weiteres verboten wird. Das Verbot findet keine Anwendung auf Schlachtungen, die erfolgen, weil z, befurchter, ist, daß das Tier an einer Erkrankung verenden werde ode.- weil es insolge eines Unglückssalles sofort getötet «erden muß. . Das preußische Staatsministerium hat in Aussicht genommen, die auf dem Gebiete der Volksernährung während des Krieges errichteten oder noch zu errichtenden preußischen Landesslellen (Landesgetreideamt, Landesfleischamt usw.) der Leitung eines besonderes Staatskommissars zu unterstellen um) ihn« die den beteiligten Ministern zustehenden Aufsichtsbefugnisse zu übertragen. Auf den inländischen Märkten ist dos Angebot fit Indus,nehafer zurückkaltend. Auch in allen übrigen Artikeln sind di, a ngedotenen Mengen nur gering. In Sämereien beginnt das Geschäft etwas lebhafter zu werden. Von Kleesaaten fehlen Zufuhren von Rotklee zwar noch, doch kam Weißklee mehrfach an den Markt. In Rotklee dürsten nennenswert« Angebot« überhaupt nicht mehr zu erwarten sein. Ob der Bezug von Rot- Klee aus Unaarn ermöglicht werden kann, ist zweifelhaft. Kohlrüben- und Möhrenfamen sind ebenfalls sehr knapp, so daß dt« reg« Nachfrage kaum zu befriedigen ist. Runkelrüben find in einzelnen Sotten bereits ausverkaust. und in Serradella gute» Qualität beginnt das Angebot nachzulaffen. Am Futtermittel» markt fehlt es vielfach an greifbarem Material. Mai, hofft, daß mit Andauer der milderen Witterung sich die Zufuhren von Fu'lerrüben und Raulftutter vergrößern werden. Die Bedarf- frage nach Heu ist weiter sehr lebhaft und kann aus dem Angebot, das zum Teil nur geringe Qualität aufweist, nicht annähernd befriedigt werden. Auch in Stroh ist das Angebot seht knapp, so daß Heidekraut, das zu Streu- und Futterzwecken Angeboten ist, regere Beachtung findet. Letzte Rachrichte«. Wolfs-Telegramme. von der weslsrml. Berlin, 21. Februar. Die Weststont steht bei unsichtigem regnerischem Wetter noch immer im Zeichen von Artillerie- und Vorfeldkämpfen. Die Engländer haben trotz aller Bemühungen an der Ancre seit Neujahr nur ein unbedeutendes Geländestück, das größtenteils planmäßig geräumt wurde, besetzen können. Es ist noch nicht einmal das Doppelte des deutschen Gewinnes eines einziges Tages, des Vorstoßes auf die Höhe 185 südlich Ripont, der Gelände von 2600 Meter Breite und 800 Meter Tiefe einbrachte. Die Beute hat sich hier auf 30 Maschinengewehre, 22 Schnellfeuergewehrs, 1 schweren und 2 leichte Minenwerfer erhöht. An der Ancre ist es wieder stiller geworden. Dagegen griffen die Franzosen m't Erkundungsabteilungen aus dem Raume Remieres-Wald, westlich Flirey, die deutschen Stellungen an. In der Hauptsache brachen die Angriffe vor den deutschen Stellungen zusammen. Einzelne Abteilungen kamen an der Bahn Thiaucourt-Bernecourt in die deutschen Gräben, wurden aber durch sofortigen Gegenstoß wieder hinausgeworfen. Ebenso wurden starke englische Erkundungsabteilungen, die nach Sprengversuchen beiderseits der Bahn Apern—Comines vorgingen, durch das deutsche Sperrfeuer schnell zum Stehen gebracht. Auch hier gelangten nur kleine Teile südlich der Bahn in die deutschen Gräben, die, durch Gegenstoß wieder geworfen, unter Zurücklassung von Gefangenen flüchten mußten. Bezeichnend ist, daß die hier gefangenen unverwundrten Engländer infolge völliger Trunkenheit vernehmungs- unfähig waren. 38 Schiffe versenkt. Berlin, 21. Febr. Zwei zurückgekehrte U.-Boote haben 24 Dampfer, 3 Segler und 9 Fischerfahrzeuge versenkt. Unter anderem hatten geladen: Schiffe von 9 100 Bruttoregistertonnen Kohlen, von 8000 Bruttoregistertonnen Eisenerz, von 3 500 Bruttoregistertonnen Lebensmittel, etwa die Hälfte davon Butter und Margarine, von 2 200 Bruttoregistertonnen Weizen und Heu, ein Dampfer von 2 700 Bruttoregistertonnen Kriegsmaterial nach Italien, von 400 Bruttoregistertonnen Zinn, von 900 Bruttoregistertonnen Stückgut, von 300 Bruttoregistertonnen Hufeisen. Ferner befand sich unter den versenkten Schiffen ein Tankdampfer von 7000 Bruttoregistertonnen. Ein Geschütz wurde erbeutet. ! einem Schlußwort des Freiherrn von Wangenheim wurde ! eine Entschließung einmütig angenommen in der es heißt: j in voller Erkenntnis des Ernstes der Lage, aber auch in ' ungebrochenem Opfermut wollen wir deutsche Landwirte ! alles geben, was wir haben, schaffen, was Menschenkrast ! zu schaffen vermag und mit dem gesamten deutschen Volke ! Entbehrung und Einschränkung teilen und auch unsererseits alle Kraft daranzusetzen, um den Teil des Kampfes sieg- - reich zu bestehen, den zu führen wir berufen sind. r , Das „neutrale- Amerika. Die Unterbindung des Verkehrs im Mittelmeer. Bern, 22. Februar. Zum Unterseebootskrieg schreibt Stegemann u. a.: Den nachweisbarsten Erfolg des U-Boots- krieges erblicken wir in der Unterbindung des Seeverkehrs im Mittelmeer. Er trifft Italiens überseeische Kohlen-, Lebensmittel- und Munitionszusuhr und gefährdet überdies die Verschiffung italienischer Truppen nach Saloniki in hohem Maße. Es ist ein Verhängnis für Italien, daß gerade ihm eine weitere Verstärkung der Sarrail-Armee und der albanischen Armee übertragen wurde und die Verstärkungen im Zeitpunkt der uneingeschränkten Entfesselung des Tauchbootkrieges abgehen. Bern, 21. Februar. Der Sonderberichterstatter des „Matin" in New Aork kabelt: Bezüglich der von Wilson vom Kongreß verlangten Maßnahmen wird außer der Bewaffnung der amerikanischen Handelssch'ffe auch die Begleitung der Handelsschiffe durch die amerikanische Kriegsflotte, sowie ein neuer Kredit von drei Milliarden Francs für die Kriegsmarine gefordert werden. Ferner wird wahrscheinlich auch verlangt werden, daß die amerikanischen Häfen den Kriegsschiffen der Alliierten zur Begleitung amerikanischer Schiffe geöffnet werden. Gottesdienst-Ordnung. Ev. Kirchengemeinde Adelsheim. Heute Abend keine Kriegsbetstunde. Generalversammlung des Bundes der Landwirte. Berlin, 21. Febr. Die erste Generalversammlung des Bundes der Landeswirte seit Kriegsausbruch wurde heute Mittag von Freiherrn von Wangenheim mit einer Ansprache eröffnet, die m ein Kaiserhoch ausklang. Nach weiteren Ansprachen des Bundesvorsitzenden Dr. Roesicke, des Landrats a. D. Rötger vom Zentralverband deutscher Industrieller und des Reichstagsabgeordneten Dr. Wildgrube, sowie Macht ZoUlaien frei! mellte» ko» freiwillig rum miiitärkchen MzaieiM! Bekanntmachung u. Einladung. 8 Am Samstag, de« 34. Februar ersparen 8iv dei Vervsmtimg meines destbevskrten Submission betr. nachmittags 1/28 Uhr findet im Rathaussaale eine Sitzung des Bürgerausschusses statt. Die Herren Mitglieder werden dazu mit dem Ersuchen um pünktliches und zahlreiches Erscheinen eingeladen. Gegenstände der Tagesordnung find: 1 . Beratung des Voranschlags 1917. 2. Verbescheidung der 1916ner Gemeinde- und Spitalrechnung. 3. Ruhegehalt des Polizeidieners Bechold. 4. Gehaltsaufbesserung des Farrenwärters Weber. Adelsheim, den 17. Februar 1917. Der Bürgermeister: Trefz. ViMil-sViuchMteln (krieZsamtliok ßeoedmiAt) in lest-n 8tüok--v au 1 ttkä. gewickelt, l Liste 25LLä N. 8—. 5 ?kü Ll. 15,50, 10 > ttkci. 51 3>>—, Los'pskst L4. 4. eiusodl. Verpsekx. I^aeku. ab vier. Latin- u. Lostststiou genau aoxeb. ksini». ksu, lleildno-n öl Achtung! Zum Anfertigen von Hausschuhen empfehle ich klskrar Dreifüße leichte und handliche SchuhwiichnshäiiiMtt «»- Stifte. Kenels»» Rosenberg. Wunderbar! Wunderbar l 10 Fläschchen Brillant- Wunder-Tinte! Alan bereite Keife selbst 1 Beutel zu 2 Pfd. guter Schmierseife 40 Pfg. ist wieder eingetroffen und empfiehlt Die Gemeinde Hohenstadt (Amt Adelsheim) vergibt im Wege der Submission Mut ai. drn 5 . Wy nachmittags 1 Uhr ca. 60 Fm. Eichen- und Buchenstammholz, sowie 100 Fm. Grubenholz. Nähere Auskunft erteilt das Bürgermeisteramt. Der Gemeinderat. Baumann, Bürgermeister. Keller, Ratschr. «N, zwei- «. mehrscharige, schmiedstühlerne anschei m Hoi Ilkiirlv Uu?" (unter Bürgschaft von S Berbandsgemeinden) mit und ohne Vordergestell werden fedeczeit bei einer Gpitretnlilgen Verzinsung von „ an- sowie sämtliche Ersatzteile. genommen Kafsentage: Jede« Werktag, vormittags von 8 nachm, von 2 4 Uhr 12 und Billigste Preise: Pstnge auf Probe! Prompte Krdiennng! Kataloge kostenlos z« Dienste«. Die Dos cklich Begi acht g >vöh„ terhai Dil Wa n Sie 8trs-Lr«t»: LaWe Bi«! Ntlnshtm. P-ßlihtKretr A«r!§rrhe Rr. M. Ternsprech - Anschluß No. 17.