1 «rschemt tägNch, außer Soun- unü - I Zeierlags ; I Preis: Monatlich. . . pfg. - * vierteljährlich . Mk. z ^ frei in» Haus geliefert Z Soxberger Mzeiger Gelefenstes Tageblatt oes baüischea öaulanües - Anzeigen weröeu mit Pfennig ; per einfpaltig, Zelle berechnet. - Sei mehrmaliger Aufnahme Rabatt - Po stscheck, «onto 4054, Karlsruhe Hauptanzeigeblatt für öle öeMe /l-elsheim, Hoxberg u. deren Umgebung Gratis: Amtliches verkün-igungsblatt (wöchentl.) Illustriertes Sonntags-Via« HolzsubmM-ns- und versteigerungs-/lnzeiger für den Odenwald Gratis: prakt.Mitteilungen für Gewerbe (monatl.) u. HanSel.haus» u.Lanäwirtjchast Nr 74. Druck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telefon No. 18 Adelsheim, Mittwoch 2 k März liN Verantwortlich: A. Heppeler in Adelsheim. " Jchrg. ^ WTB. Großes Hauptquartier, 27. März. (Amt'ich.) Westlicher Kriegsschauplatz: ! ^ ! ^ Infolge regnerischen Wetters blieb an der ganzen ! Front die Kampftätigkeit gering. i /' An den von Bapaume nach Nord-Osten füh- ' Stenden Straßen kam es zu Gefechten in der Vorposten- - linie Noreud-^agnicourt, ebenso bei Equancourt, Nord- j Östlich von Peronne. ' j Roysel, am Coloyne-Bach, ist nach mehrmals ver- j tzeblichem Vorstoß vom Feinde b.setzt worden. In den Waldungen zwischen Oise und Coucy-le- Chateau trafen stärkere französische Kräfte auf unsere Sicherungen, die dem Gegner Verluste beibrachten und , dann vor drohender Umfassung Raum gaben. Oestlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls ^.Prinz Leopold von Bayer«. Unternehmungen unserer Stoßtrupps bei Jlluxr brachten in den beiden letzten Tagen 30 Gefangene ein, gleichviel^ Russen mit einem Maschinengewehr wurden gestern bei Smorgen aus den feindlichen Gräben geholt. Südöstlich von Baranowitschi gelang uns ein gut angelegter kraftvoll durchgeführter Vorstoß. Die 'auf dem Westufer der Schtschara gelegenen russischen j Stellungen zwischen Davowo und Labusy wurden gestürmt, über 300 Russen gefangen, 4 Maschinengewehre und 7 Minenwerfer erbeutet. Westlich von Luck, nördlich der Bahn Zloczow- Tarnopol und bei Brczenany griffen nach heftigen Feuerwellen russische Bataillone an; sie sind verlustreich ab- .gewiesen worden. Front des Generaloberst Erzherzog Joseph: Südlich des Trotosul-Tales vereitelte unser Abwehrfeuer einen sich vorbereitenden Angriff, gegen den Magvaros-Kamni vordringende russische Kräfte wurden > zurückgeschlagen. ' ! Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen: Keine wesentlichen Ereignisse. Mazedonische Front: Nordwestlich von Monastir haben die Franzosen erneut angegriffen. Mehrere starke Vorstoß.' sch ugen im Nahkampf fehl. Westlich von Trnova hat der Feind in einem schmalen Grabenstück Fuß gefaßt. i Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. ZN eiserner Zeit. Kriegsroman von Charlotte Wildert. S Die Damen fächelten sich graziös mit kostbaren Perlenfächern Kühlung und tauschten gegenseitig BegrüßimgSfor- mein. Die ganze Noblesse war vertreten. Auch die Majestäten sollten der Vorstellung beiwohnen, doch bis jetzt war die Hofloge unbesetzt. Heilte war Ehrenabend, so eine Art Benefiz der berühmten Ballettdioa Liane Startell. Alles war gespannt und erregt. Man wußte, dieses Auftreten der Tänzerin würde wieder eine Glanzleistung sein. — Alles blickte plötzlich hinauf nach der Hofloge, an deren Brüstung jetzt die Prinzessinnen und die Majestäten erschienen, lächelnd hinabgrüßend. Nach einer minutenlangen Stille begrüßte die hohen Herrschaften ein donnerndes „Hurra". Und schon klang schrill zum ersten Mal die Glocke, ein Zeichen deS baldigen Beginnens der Vorstellung. — Im Foyer deS Königlichen Theaters traf Leutnant Gorkis mit seinem Freunde, Graf Brixdorf, zusammen. „Na, Franzel, was hast Du denn vorgestern Abend mit der schönen Startell verhandelt?" „Ich? Bist Du toll. Phili I Ich. nichts!" „Na, ich meine. Du hast doch mit ihr gesprochen?" „Ja. ja," sprach Brixdorf, erregt mit der Hand durch das dichte, krause Haar fahrend. „Gewiß, ich sprach mit ihr. aber nicht lange. UebrigenS blieb ich nicht lange dort, Punkt 1 Uhr lag ich schon zu Hause in der Klappe." „So so." lachte Phili, „da habe ich länger ausgehalten. FamoS amüsiert. Du, der Heimbach ist ein wahrhaft gesellschaftliches Genie. Dieses Fest war ja einfach brillant ar» rangiert. Der hat Ideen! — Und seine Künstler-Passion I KurioS! Der alte Soldat spricht wie ein Junger von zwanzig Jahren. Und ein Feuer hat er, daß ist einfach unglaublich." „Der niedlichen Komteß Wildenbruch hat er vorgestern derartig den Hof gemacht, daß ihr Verlobter, der lang« Gras Hessen, ordentlich wütend wurde und frühzeitig aufbrach. Der blödsinnig« Bruder nahm di« Geschichte natürlich gleich tragisch auf." „Du," rief da plötzlich Franz von vrixdorf. „TS hat schon Tie Ereignisse im Westen verlaufen programmgemäß. Nach hartnäckigen Kämpfen mit den Engländern sind einige kleine Flecken, nordöstlich von Bapaume, das die englischen Granaten übrigens schon seit längerer Zeit in eine Trümmerstätte verwandelt haben, und nordöstlich von Peronne geräumt worden. In gleicher Weise fand südlich der Oise ein Kampf mit den Franzosen statt. Gegen eine starke Uebermacht hielt sich die deutsche Nachhut standhaft, bis sie, um der drohenden Umgehung auszuweichen, den Rückzug sortsetzen mußte — In Wolhynien wurde durch einen schneidigen Vorstoß eine russische Stellung erstürmt und dabei die ansehnliche Beute von 300 Gefangenen, 4 Maschinengewehren und 7 Minen- tverfern gemacht. Andererseits mißlang ein größerer Angriff der Russen westlich Luck vollkommen. An der Grenzlinie der Moldau in den Waldkarpathcn wurde ein Angriff der Russen unterdrückt. Die Käcke ist seit heute in fast ganz Deutschland, such in den Gebieten jenseits der Elbe bis tief «ach Polen und Kurland hinein gebrochen. Die Ereignisse im Westen. ir Tagesbericht. WTB. Pons, 27. März. Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Zwischen Somme und Oise erneuerten die Deutschen während der Nacht mehreremaie ihre Angriffe auf der Front Essigny-Benay. Alle diese Versuche wurden durch unser Feuer ungehalten od:-r Lurch Gegenangriffe abgeschlagen. Dem Feind' wurden ernste Verluste zugesiigt. Wir haben die gestern eroberten Stelluimen vollständig behauptet. Südlich von der Oise wurde unser Vormarsch trotz der Beschaffenheit des Geländes und des schlechten Wetters fortgesetzt. Wir schoben unsere Patrouillen über Folembrai südlich vom unteren Wald von Coucy hinaus vor. Nördlich von Reims brachte das Feuer unserer Batterien ein feindliches Munitionslager östlich vom Gehölz Godat zur Explosion. Der Bericht vom Abend meldet u. a.: Nördlich der Somme keine wesentlichen Ereignisse. Zwischen Oise und Somme zerstreute unsere Artillerie feindliche Truppenansammlungen zwischen Benay und Urviller. Im Walde von Coucy haben unsere Truppen trotz Geländeschwierigkeiten und heftigen Widerstandes des Feindes Folembray und Feuilles besetzt. Der englische Tagesbericht. WTB. London, 27. März. Im englischen Heeresbericht von gestern heißt es u. a.: In der Frühe griffen wir das Dorf Lagincourt an, besetzten es und brachten 30 Gefangene und ein Maschinengewehr zurück. Der Feind machte am Nachmittag entschlossene Gegenangriffe von Osten und Nordosten her. Ein dritter Angriff wurde von unserer Artillerie aufgefangen und konnte infolgedessen nicht zur Entwicklung gelangen. emer ernd» 'eiNd- Verlängert die Kriegsanleihe den Krieg? Natürlich! Wenn das Deutsche Reich kein Geld mehr hat, bleibt ihm nichts anderes übrig, als Frieden zu schließen, -- aber — und das ist ebenso natürlich — einen Frieden, wie seine Feinde ihn wollen. Also können wir dadurch den Frieden schnell herbei- führen, daß wir keine Kriegsanleihe zeichnen? i Sicher können wir das. Nur wollen wir uns zuvor doch einmal klar machen, wie dann der ersehnte Frieden ausseheir würde. Was meinst Du wohl, was Dein Mann oder Dein Sohn sagen wL'üe, wenn er die Steilung vor dem Feinde verlassen müßte, wenn er vorbei,ziehen müßte an den vielen Gräbern seiner Kameraden, zu ückgehen müßte über die Stätten Siege, — und hinter ihm her erschallt Frcudengeschrei der lichen Bevölkerung, bauen sich Ehrenpforten auf für die ..... liehen Heere, die unter K 'noncndoi.ner, mit Musik und fliegenden Fahnen in die geschmückten Staote einziehen, während unser Heer wie ein geschlagenes weiter und weiter zurückgcht bks über unsere alten Landesqrenzcn zurück. — Denn Du weißt doch, was die Feinde als Preis des Friedens verlangen: Elsaß- Lothringen Teile vom Rheinland, dje Rheinpsalz, Ostpreußen Polen, und wer weiß was sonst noch. — Was meinst Du, was er sagen würde, wenn er erführe. Du hättest diesen Frieden mitgemacht, indem Du dem Vaterland Kriegsanleihe verm ch^rt bä lest. Aber dies alles wäre kaum das Schlimmste. Die Feinde würden uns eine Kriegsentschädigung auflasten, daß wir viele Jahrzehnte unter schwerer Steuerlast zu seufzen hätten, daß wir — wie die Holstejirer Dauern vor 100 Jahren — Haus und Land umsonst hergcben würde,' weil ivir Steuern und Zinslast nicht zu ertragen vermöchten. Die Ausfuhr unserer Waren würde erschwert werden, Werke würden still liegen, Arbeitslöhne sinken, Gehälter und Renten verkürzt, unsere Invaliden und Kriegswitwen ohne Versorgung sein, und unter der ungehinderten zollfreien Einfuhr ausländischer Erzeugnisse würde unsere Landwirtschaft ermatten und unsere Bauernhöfe entwertet werden. Einen solchen Frieden kannst Du erzwingen helfen, wenn Du Dich der Kriegsanleihe fern hältst. Dein Vaterland zum Frieden zwingen, heißt Bundesgenosse des Feindes werden, heißt Deinem feldgrauen Sohn oder Bruder in den Rücken fallen, heißt Dein Vaterland verraten. Das willst Du nicht? Es gibt noch ein anderes Mittel, den Frieden zu erzwingen: Helfen, daß unsere Feldgrauen Waffen, Munition und Ausrüftungsgegenstände in größter Fülle und bester Art erhalten, daß unsere Schiffe und Tauchboote immer zahlreicher und stärker werden. Dann wird der Feind gezwungen, uns den Friede» zu geben, den wir brauchen uns Raum und Kraft zu Arbeit und Leben zu gewähren. Je besser wir für unser Kriegsmaterial sorgen, desto schneller kommt dieser Friede, der uns befriedigt. 'Geld kostet es, viel Geld. Wenn Du Kriegsanleihe zeichnest, hilfst Du diesen Frieden erzwingen. Je mehr Du zeichnest desto schneller kommt Dei« Friede. i geschellt. Da, hör' noch mal. Herrje, da heißt es sich sputen, sonst verpassen wir den Anfang. Bin übrigens gespannt, was es gibt!" Beide hatten irr einer reservierten Loge Platz genommen, und Phili betrachtete sich nun angelegentlichst durch sein Opernglas das Publikum. „Sieh doch, Franzel, da unten, rechts in der dritten Reihe, die kleine v. Brücken! Dich in dem süßen rosa Kleidchen. Ist eS nicht ein reizender Käfer?" Brixdorf beobachtete die junge Dame mit seinem Glas, dann zog er di« Augenbrauen hoch und sagte: „Donnerwetter, schöner Geschöpf! Bist wohl verliebt in sie?" Phili schnitt eine wehmütige Grimasse und seufzte komisch auf. „Hat sich was mit dem Verlieben! DaS heißt, ich bin eS schon, bis über die Ohren sogar, aber mein Alter, weißt Du, der erwartet als Schwiegertochter nichts anderes als eine Gräfin oder sonst so Eine. Liebe: Nebensache. Adel und Reichtum: Hauptbedingung. Das ist Vaters Devise in Heiratsangelegenheiten seines Herrn Filius. Lilli von Brücken ist aber arin. Ihr Vater ist Major bei unserem Regiment. Vermögen hat sie doch auch nicht — und da kannst Du Dir daS übrige ja auch schon denken." „Na," brummte Brixdorf, „solch liebreizendem Geschöpf gegenüber müßte auch das härteste Schwiegervaterherz erweichen." „Haha, da kennst Du Batern schlecht! WaS der sich einmal in den Kopf gesetzt hat, das redet ihm keiner mehr raus. DaS setzt er durch. Da gibt eS kein „Pardon I" „Ja, aber hör mal, Phili, weiß denn die kleine o. Brücken von Deines Vaters Heiratsansichten?" „Ach, mein Lieber, ob sie es weiß, ich habe keine Ahnung. Offen gestanden, ich glaube, sie weiß gar nicht, wie vernarrt ich in sie bin!" „Ja, habt Ihr Euch denn noch nicht ausgesprochen?" „I bewahre, Franzel, bis jetzt noch mit keiner Silbe. Aber weißt Du, ich Hab« so «in komisches Gefühl hier in der Brust, so ein Befühl, hier, wo die Herren Chirurgen behaupten, daß daß Herz liegt, und dies Gefühl sagt mir: Sie liebt Dich auch, liebt Dich heimlich." O, Franzel, müßt ich eS bestimmt, daß dies holde Wesen meine Liebe wirklich erwiderte, daß sie den Kampf umk Leben mit mir aufnehme? Schockschwerenot! Franzel. ich böt« dem „Alten"' kouragiert die Stirn, meinetwegen könnte ei mich rauswerfen, enterben oder sonst alles mögliche. Ick hätte tatsächlich den Mut und sagte: „Sie oder Keine!" Das Gespräch der beiden wurde unterbrochen, als beim dritten Glockenzeichen das elektrische Licht ausschaltete. Du Musik setzte ein, leise, zart, dann immer stärker werdend, bis unter brausenden, jubelnden Akkorden der Vorhang sich hov und ivie eine Märchenwelt, in schimmernder, gleißende, Pracht, ein herrliches Bühnenbild sich den Angen der Zuschauer bot. Im Hintergrund der Bühne ein See, über dein zerrissene Nebelschleier lagern, hohe, steile Felsen zu beiden Seiten. Im Vordergrund hohe, gigantische Bäume, saftige grüne Wiesen, holde, duftige Blumenkinder. Die Musik setzi ein. Ans den mächtigen Akkorden wird eine wiegende, schmeichelnde Melodie, und nun huschen lichte, zarte Elfengestalten zwischen den Bämnen hindurch, wiegen die schönen, schlanken Leiber nach dem Takte der Musik, fassen einande, Hand in Hand und führen einen Reigen, einen Elfenreigeu auf. Die losen, lichten Gewänder flattern im Winde. Imme, leichter wird der Tanz, immer rascher die Bewegungen der Elsen, bis plötzlich die Musik jäh abbricht und leise und ge- fiihlooll neu einsetzt. Die Elfen sind verschwunden — spurlos. Da kommt hinter den kahlen, nackten Felsen hervor, weiß, blendend weiß, eine wundersame, herrliche Gestalt - Liane Startell. Zart getönte, lose Gewänder bedecken der schön geformten Körper. Die Arme ansgebreitet, den Kops vornübergebeugt, kommt sie im wiegenden Schritt weiter ans die Bühne. Und nun beginnt der Tanz. Kaum, daß die Füße, dir in feinen, goldenen Sandalen stecken, den Boden de- rühren. Der schmiegsame Körper biegt sich im Tanze, die lose» Gewänder schmiegen sich dicht an die zarten, rosigen Glieder. DaS lose Haar, d«S nur ans der Stirn durch einen Gold, reifen gehalten ist. flattert um die Schultern. Nim wird it,r Tanz langsamer, flniner inehr nähert sie sich der Rampe, pliitz- lich läßt sie erschöpft die aiisgevreitelen Arme sinken, langsam neigt sie sich tief zur Erde nieder, und in halb knieen- der, malerischer Stellung, das Haupt gegen rohes, graues Gestein gelehnt, ruht die Königin der Elsen. 23ö.20 Nicht nur mit seinem Leben, auch mit seinem Gel- M Hilst er seinem Vaterlandei Sr zeichnet Nriegs-Nnleihe ! willst Du in -er sicheren Heimat weniger Vaterlandsliebe bekunden E as wäre uns für ein Schicksal beschicken gewesen, wenn nicht unsere 11U feldgrauen Helden draußen vor dem Feind immer und immer wieder mit Einsatz von Leben und Gesundheit schützend und schir- mend eine undurchdringliche Wehr gebildet hätten, an der sich die überwältigend große Sturmflut der Feinde brach. Denken wir immer und immer wieder daran und lassen wir es uns hundert und aberhundertmal gesagt sein, daß unsere Dankbarkeit diesen Helden gegenüber keine Grenzen kennen darf. Vor allem müssen wir in der Heimat den Damm stützen helfen, den unsere Braven draußen vor den heimatgrenzen errichtet haben, keine bessere und erfolgreichere Stühe können wir ihnen geben, als durch möglichst große, alle Volkskreise einschließende Zeichnung von Kriegs-Anleihe. Das ist die Waffe, mit der das Heimatheer kämpfen muß, sie muß scharf und mächtig sein, wie das Schwert unserer Kämpfer an der Front. Der brave Feldgraue draußen erwartet von uns» daß auch unsere Waffe nicht schartig wird. Er hat den Tod stündlich vor Augen, doch nichts anderes im Sinn, als das Wohl der Heimat, als die Sicherung von Haus und Herd. Dem opfert er nicht nur sein Leben, auch Geld und irdisch Gut gibt er hin. um mit seinem Beispiel zu zeigen: Alles siir das Vaterland! Jetzt erst recht» wo die Feinde mit übermütigen Herausforderungen unser Friedensangebot zurückgewiesen haben. Wen ersaßt da nicht glühender, unbändiger Zorn! Wir sollen zu kreuze kriechen, sollen unfreie knechte werden, sollen wieder aus die Gnade unserer Feinde angewiesen sein und nach ihrem Willen Kulturdünger werden. Solcher Verblendung soll die gebührende Antwort werden. Unsere Helden draußen haben sich in ihrem Grimme gelobt, den letzten Blutstropfen daran zu sehen, daß der Feinde Absicht zuschanden werde. Wollen wir uns in der Heimat beschämen lassen von soviel Opferfreudigkeit und Vaterlandsliebe? Nein, niemals! Deine Spuren sollen uns führen, wackerer Held! Wir folgen Dir, wir strömen in Scharen zu den Aeichnungs- stellen und unser Letztes legen wir hin und zeichnen. Auch unser Wahlspruch soll heißen: Alles für das Vaterland! (Kundgebung des Vereins Deutscher Zeitungs-Verleger.) Reichstag. ! Berlin. 27. MSrz. Kurze Anfragen. Aba. Dr. van Ealker (Natly fragt nach dem Stande der Geschlechtskrankheiten im Heere und deren Meldung an die Landes Versicherungsanstalt. t Ministerialdirektor Dr. von Ionquieres: Die Be- Handluna derartiger Krankheiten im Heere ist ausschließlich Sache der militärischen Stellen. Das Dienstgeheimnis darf nur mst Zustimmung der Kranken gebrochen werden oder wenn gesetzliche Vorschriften es verlangen. Mutei lungen über den Gesundheitszustand von Personen an die Träger der Sozialversicherung werden nicht ohne weiteres als befugt angesehen. Abg. Gun her (F. Bpt.) fragt nach der Bekämpfung der RebsckaoiingL durch Kupfervitriol und Schwefel. > Dr. von Ionquieres: Die Knappheit an Kupfer macht größte Sparsamkeit notwendig. Das Kriegsministerium ist aber bereit, nach Möglichkeit weitere Mengen zur Bekämpfung der Rebschädlinge zur Verfügung zu stellen. Es werden aber auch alle anderen brauchbaren Mitte! benützt werden. Es fogt die zweite Beratung der Steuervorlagen, beginnend «st dem Zuschlag zur Kriegssteuer. Abg. David (Soz.): Die Kommission hat eine Verschärfung der Kriegssteuer abgelehnt und will das Defizit des Etats durch Besteuerung der Kohlen und des Verkehrs wettmachen. Wir bedauern das. Wir haben eine Verschärfung der Erbschaftssteuer oorgeschlagen. Wenn die Einzelstaaten sich sträuben, dann muß der Weg über die Matrikularbeiträge gewählt werden. Wenn man auf die höheren Arbeitslöhne hindeutet, so entsprechen tziese immer noch nicht den Teuerungsverhältnissen. Die Kriegs- gewinne von 100 000 Mark sollen nach dem Regierungsvorschlag mi 123 400 Mark, nach unserem Vorschläge mll 26 000 Mark besteuert werden. Wir beantragen auch Gewinne unter 100000 Mark starker zu belasten. Abg. von Brockhausen (Kons.): Es ist notwendig, daß dre Steuern auf möglichst einfache Art eingebracht werden . ^. .. ... - . Kommissionsfasjung kn N> bin uberzeugt, daß dieser Krieg mit Kriegsentschädigung und Grenzsicherung zu Ende geht. o » I Abg. Dr. Blunck (F.B): Wir stimmen dem Kom- knssionsantrag zu. In dem Verhältnis der Heranziehung des Vermögens zu den Lasten des Reiches wird auch künftig kein tuderer Wen. Lcuangen werden, wie bei dieser nickt dauernden Stcuermaßnähme. Eine völlige Einschlagnahme der Kriegsge- winne ist nicht möglich. Durch die Belastung in den Bundes- staaten werden sie vielfach schon bis zu 80 Prozent betroffen. , Aba. Dr. Pfleger (Zentr.): Auch wir stimmen für den Entwurf in der Kommissionssassung. Bor Uebertreibungen bei den Steuern müssen wir uns hüten, um nicht das Wirtschaftsleben zu gefährden. Der Krre' zur See. Berlin, 27. März. (Amtlich.) Einer unse er Tor- pedobootsverbände hat in der Nacht vom 25. zum 26. März die Anlagen des Kriegshasens Dünkirchen auf nahe Entfernung mit etwa 2,!0 Schuß bes hoffen. Feindliche Stre.tkrchte wurden nirg m ang tro f.n. Unsere Boote sind unbehe l gt wieder eingelaufen Eine neue Blockade. Amsterdam, 27. März. Lern A lgemeen Handelsblatt zufolge wird im Unterhaus morgen eine neue Blockadepolitik vorgeschlagen werden, die auf den Handel Hollands und anderer neutraler Länder eine sehr starke Rückwirkung h.ben kann. Ter Unionist Be lairs hat einen Antrag eingebraait, in dem gesagt wird, daß Deutschland sich selbst in die St llnng cnes „Outlaim" unter den Vö.kcrn versetzt habe und daß jetzt die Zeit gekommen sei, um eine neue europäische Lehre auszustellen und durchzusühecn, nämlich die, daß keine überseeischen Vorräte das Gebiet Deutschlands und seiner Bundesgenossen ver.a jen oder dorth in g langen dürfen) In dem An rag wird verlangt, daß die Vorräte fü? die neutralen Länder in Europa so rationiert werden müssen, daß der Handel mit Teutsi land und seinen Verbündeten nach a len in den kgl. Verordnungen; genannten Artikeln vo l and g unmö.,l ch gema it wird. — Tcrse be Gegen and nmd morgen auch m Obrhnrs zur Sprache kommen, dort wird beantragt werden, daß eine Kommission zur Untersuchung d s dänischen und des niederländischen Handels eingcfe^t werde. Die Amwälrung in Rußland» ' London, 27. März. Aus Petersburg sind Be-, richte eingelaufen, daß im russischen Heer eine weit, greifende Auflösung der Ordnung eingerissen sei. Im russischen Kriegsministerium (Gutschkow, herrsche die AnH sicht, daß die Deutschen zwischen Riga und Twinsk ei» großes Heer ansammeln wollen, um gegen Petersburg vorzustoßen. Man hoffe, daß die radikale Arbeiter^ Partei deshalb sich der Regierung fügen werde. — Ge, neral Alexejew wurde anstelle des Großjü steil Nikolai zum Ober,, kommandierenden ernannt. Die F ott. nmann- schaften verlangen, daß die Offiziere von den Mann, schäften gewählt werden. Amsterdam, 27. März. In dem Zuge, mit dem der Kriegsminister und der Korrespondent der Londoner „Times" nach Pskow fuhren, befand sich eine Menge auf-- rührischer Schriften, darunter eine Menge der „Prawda" mit Aufrufen und Beschlüssen des Sozialdemokratischen Komitees. Der Korrespondent bemerkt dazu: Unglücklicherweise haben die Anhänger der radikalsten Richtung noch die Bahnpost und den Telegraph in Händen. Die schwerste Prüfung für den Zaren und die Zarin sei, daß sie von allen Personen, denen sie vertrauten, im Stiche gelassen wurden. — Harald Williams schilderte die Unschlüssigkeit, die der Zar in der letzten Zeit an den Tag legte. Er habe sich zu keinem Entschluß aufraffen können und seine Minister hätten immer geklagt daß sie ihn zu einer Entscheidung zu bringen vermöchten. Zürich, 27. März. Der Ministerpräsident Fürst Lwow empfing eine Abordnung von Polen, die ihre Freude und die Hoffnung aussprachen, daß die Revolution auch für Polen gute Früchte zeitigen möge. Wie der Fuchs den Enten predigt. Kopenhagen, 27. März. Die Blätter melden aus Petersburg: Am vergangenen Samstag statteten die Botschafter der Alliierten der russischen neuen Regierung einen Besuch ab. Der englische Botschafter Buchanan hielt eine Ansprache. Er, begrüßte die neue Aera des Glücks, des Fortschritts und der Ehre, die für Rußland begonnen habe, und forderte Rußland aus, mehr als je die Aufmerksamkeit auf den Krieg zu lenken. Er sprach dann die Hoffnung aus, daß das neu, geborene Rußland vor keinen Opfern zurückschrecken werde, um die Einigkeit der Alliierten zu stärken, damit ein endgültiger Sicg über Deutschland erreicht werden könne, eins Sieg für die großen Grundsätze der Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit und des Rechtes der Nationalitäten, für die die Alliierten eingetreten seien. Nach Buchanan sprachen der italienische und französische Botschafter in ähnlichem Sinne. — Miljukow dankte und erklärte, dir provisorische Regierung sei gebildet worden, weil das ganze russische Volk daran gezweiselt habe, daß das alte Regime fähig sei, einen siegreichen Abschluß des Krieges herbeizu führen. Die Aufgabe der provisorischen Regierung sei es, alle Kräfte des Landes zu organisieren zur gemeinsamen Arbeit für den Sieg. Neues vom Tage. Kundgebung für die Neutralität. Stockholm, 27. März. Wie die Sto:.hoimer Abendblätter berichten, wurde heute von einer Abordnung dem Staatsminister Hammarffjö d eine Hut.izunzsad.esse überreicht, die von über 600000 Männern und Frauen aus dem ganzen Lande unterzeichnet ist. Außerdem sindi im ganzen Telegramme und Sympa Hiekundgebungen voys über 150 000 Personen eingegangen. — Allehanda nennt diesen Anschluß an die Politik des schwedischen Ministerpräsidenten eine Meinungsäußerung ohnegleichen in Schweden und wohl auch im Ausland. Lloyd George steht nicht fest? ' London, 27. März. Arnold Bennet schreibt in der Daily News, das Kabinett Lloyd Georges habe in allen wichtigen Fragen versagt: Geschwätz, Reibungen und Verzögerungen haben zugenommen. Die Regiestehe keineswegs fest, in Mittel- und Nord-England herrsche Mißtrauen und Groll. Nur ein großer militärischer Sieg könne das 'Vertrauen wieder Herstellen. Brotpreis in London. ' Haag, 27. März. Aus London wird gemeldet: Die Bäcker haben den Preis für das Vierp'undbrot auf 1 Schilling (---- 94 Psg.) von Montag ab festgesetzt. Es ist dies seit dem Ärimkrieg der höchste Preis, der je gezahlt wurde. Die gesamte Presse betont den Ernst der Lage und nimmt an, daß in Kürze Zwangsanteils eingeführt werden, auf Grund der Einführung einer Familienkarte nach Schweizer Vorbild. Alkoholmonopol in England? ' London, 27. März. Nach dem „Daily Telegraph" erwägt die Regierung die Einführung des Alkoholmonopols. Amerikanische Rüstungen. ' Washington, 27. März. (Reuter) Wilson gab die Ermächtigung zur Rekrutierung für das Marino korps, um es auf die Kriegsstärke von 17 400 Mann ZN bringen. Der Oberste Gerichtshof hat die sofortige Ueber- gabe der Appam an die britischen Eigentümer angeord- Der Umfang des geräumten Gebiets. z. Bon der schweiz. Grenze, 27. März. Laut Schweizer Blätter gesteht die Agentur Havas in einem Kommentar zu, daß von den Deutschen nur knapp ein Zehntel des von ihnen besetzten französischen Gebiets geräumt wurde und daß sie jetzt von den anfänglich besetzen 20 930 Quadratkilometer noch immer 18 710 Quadratkilometer französischen Bodens besetzt halten. Was geht in Italien vor? Rotterdam, 26. März. Wie aus Lugano berichtet wird, ist infolge andauernder Unruhen in Turin, die in letzter Zeit einen immer gefahrdrohenderen Charakter annahmen, der Belagerungszustand verhängt worden. — Wie der Basier Anzeiger berichtet, waren gestern in Basel und anderen Schweizer Städten hartnäckige Gerüchte im Umlauf, denen zufolge in Italien die Republik ausgerufen sei. land reits! sten c Berkel lende bräuch gut z Handel Hülfet Dürfen geben stände, ' E chw brauch der sei sestgest bon l A schril Fiter täglich ner K hätte koch ; nachzu hinbrir Litern uns 2 Liter 2 Lite stenug immer' !Ritch G stelle mehl tnunali rehl z Gersten öen La stellt lich de für 10 Perbleil Mark, ßg- stc Gerste dienst zeiten. sich sta ten der der not jeden l! glle mi besonde füscnbc mehr - auch d bedingt haben Üeberfü artkeih legung von ü Einzeln könnten Vermit zu Gun sen. E tung di len nai zur un samt Zi '' waldma Dienst! Er ist j und kün Seite p die eine- Kriegs«) anleihen Schützen haben, i helfen, 1 anleihe zum Ers qebliebei ihr Kan Scherfle: der Fel Pflicht t unsere lf des Bist ** z Kelle Meisters der bad. befördert Wunsch. d weit, - Im ie Am rsk ei« rsburg : beiter^ - Ge, Kikolaj mann- Mann, it dem ndoner ;e auf-- awda" itischen nglück- ichtung änden. Zarin :auten, i schil- n Zeit ß auf- eklagt, öchten. Fürst ie ihre ievolu- Peters, ter der uch ab. che. Er, t s unb Rußland Kriez rs neu» recken mit ein ein, uni» die ita« ie. leit die Ser nne. — 'gierunz daran m sieg- abe der des ju Abend- cdnunst ad ress« Zrauen m sind en voyj c nennt n Wichen in übt in >abe in bungen Negie- a Herr« 'ilitäri- meldet: cot auf tgesetzt. is, der Ernst »anteils er Fa- graph" '.flohol- in gab tarins- ann zu lieber- lgeord- Laut einem Pp ein iets ge« besetzen uadrat« »erichtet die in mrakter erhängt waren i Hart- Italien Aus Stadt und Land. , Aus Geld wird Munition. Munition spart » ! deutsches Blut. Drum zeichne jeder, soviel ü ' er kann, Kriegsanleihe. ^ ' Ernährungsfrazen. Im östichen Deutsch« land herrscht immer noch große Kälte, so daß die bereits begonnene Abfuhr von Kartoffeln nach dem Westen abermals eine Verzögerung erleidet. — Da im Verkehr mit Hül senfrucht-Saatgut keine beschränkende Bestimmungen bestehen, wurde dies vielfach mißbräuchlich dazu benützt, daß Hülsenfrüchte als Saatgut zu unerhört hohen Preisen zu Speisezwecken gehandelt wurden. Es ist deshalb jetzt angeordnet, daß Hülsensrüchte auch zum Anbau nur gehandelt werden Dürfen, wenn sie von der Reichsstelle ausdrücklich freige- geben sind. Diese Verordnung trifft auch diejenigen Bestände, die bereits im Handel sind. Eine Anzahl von Landwirten in Mecklenburg- Schwerin hat dagegen Beschwerde erhoben, daß der Eierpreis von 20 auf 30 Pfg. das Stück für den Verbraucher hinaufgesetzt worden sei. Ten Landwirten habe der seitherige Preis durchaus genügt und sie wünschen sestgestellt zu sehen, daß die unnötige Verteuerung nicht von landwirtschaftlicher Seite ausgegangen sei. Aus einer badischen Stadt wird der „Franks. Ztg." geschrieben: Am 1. März sind hier die privaten Kuhhalter aufgefordert worden, einen bestimmten Teil des täglichen Milchertrags abzuliesern. Als Besitzer einer Kuh und als Vorstand eines großes Haushaltes hätte ich nach Abzug der uns zusteh nden Mi'chmenge koch gut 2 Liter abzuliefern. Um meiner Pflicht voll* nachzukommen, ließ ich 2i/z Liter an die Abgabestelle binbringen. Da wurde uns aber gesagt: „Mit halben Litern befassen wir uns nicht, entweder Sie bringen uns 2 oder 3 Liter". Da wir nicht imstande sind, 3 Liter herzugeben, werden wir also von heute ab nur 2 Liter abliefern. Wenn der gleiche Vorgang sich oft ßenug wiederholt, dann geht der Allgemeinversorgung immerhin eine ganz ansehnliche Menge der begehrten Milch verloren. Ein Kommunalverband hat von der Reichsgetreide- stelle die Erlaubnis bekommen, 1000 Sack Gerstenmehl als Brotstreckunqsmittel zu beziehen. Der Kom- Munalverband kaufte dieses Mehl durch Vermittelung der Reichsgerstengcseilschaft. Der Preis für 100 Kg. Gerstenmehl zu 70 Prozent ausgemahlen beträgt 50 Mk. Tie Gerstengesellschaft kauft die beschlagnahmte Gereft bei den Landwirten für 32 Mk. Der Preis für 70 Kg. Mehl stellt sich somit auf 45.50 Mk., hiervon sind abzüglich des Mahlverlustes Erlös für 25 Kg. Kleie (18 Mk. kür 100 Kg.) mit 3.25 Mk. abzuziehen, sodaß 42 25 Mk. perbleiben. Dazu kommen an Unkosten und Mahllohn 3 Mark, sodaß sich Aas Mehl auf 45.25 Mk. die 100 Kg. stellt. Es bleiben somit an einem einzigen Sack Gerste 4,75 Ma rk Verdien st, gegen einen Verdienst von wenigen Pfennigen beim Handel in Friedenszeiten. — Reisen in der Osterzeit. Die außerordentlich starke Inanspruchnahme der Eisenbahnen von Seiten der Militärverwaltung und durch die Beförderung der notwendigsten Güter und Lebensmittel macht es für jeden Einzelnen zur unabweisbaren patrio.ischen Pflicht, Me unnötigen Reisen zu unterlassen. Dies gilt ganz besonders für Reisen zur bevorstehenden Osterzeit. Die Eiscnbahnverwaltungen beabsichtigen nicht, an Ostern, mehr Züge als sonst zu fahren und da in dieser Zeitj auch die in Industrie und Landwirtschaft Tätigen unbedingt zur Stätte ihrer Arbeit gelangen müssen, so haben alle anderen Reisenden mit Zurückbleiben wegen Ueberfüflung der Züge zu rechnen. — Beteiligung der Schulen an der 6. Kriegsanleihe. Eines der Gerüchte, wie sie bei der Auflegung von Kriegsanleihen aufzutauchen pflegen und von übelwollender Seite verbreitet werden, hat bei Einzelnen die Befürchtung entstehen las en, die Schüler könnten später veranlaßt werden, die von ihnen durch Vermittlung der Schule gezeichneten Kriegsanleih betrüge zu Gunsten von irgend welchen Schulfonds stehen zu lassen. Es bedarf keiner Begründung, daß diese Befürchtung durchaus unzutreffend ist. Vielmehr sind die Schulen nach Ablauf von 2 Jahren nach dem Friedensschluß zur unbedingten Auszahlung der gezeichneten Beträge samt Zinsen und Zinseszinsen verpflichtet. ** Abelsheim, 28. März. Der bekannte Schwarzwaldmaler C. Liebich in Gutach hat seine Kunst in den Dienst der Werbearbeit für die 6. Kriegsanleihe gestellt. ' Er ist der Schöpfer der bis in alle Einzelheiten sauber und künstlerisch ausgeführten Zeichnung des auf der zweiten Seite unserer heutigen Ausgabe erscheinenden Aufrufes, i die einen unserer wackeren Feldgrauen darstellt, wie er Kriegsanleihe zeichnet. Wir wissen aus den früheren Kriegsanleihen, wie zahlreich sich unsere Kämpfer draußen in den Schützengräben an den Zeichnungen der Anleihe beteiligt . haben, weil sie wissen, daß sie auch auf diese Weise mithelfen, den Sieg zu erringen. Auch bei dieser Kriegs- , anleihe werden die Feldzeichnungen wieder ihr gutes Teil l zum Erfolg der Anleihe beitragen. Sollen wir Daheim- qebliebenen uns durch unsere Feldgrauen, die ebenso wie ihr Kamerad auf Liebichs Bild sicher zu Tausenden ihr Scherflein zur Anleihe beisteuern, beschämen lassen? Wie der Feldgraue auch der Kriegsanleihe gegenüber seine Pflicht tut, so müssen wir Daheimgebliebenen erst recht unsere Pflicht tun, daran müssen wir uns beim Anblick . des Bildes erinnern und den Aufruf beherzigen. ** Adelsheim, 28. März. Der Gefreite Adolf Keller bei einem Artillerie-Regiment, Sohn des Zimmer- i Meisters Keller dahier, Inhaber des Eisernen Kreuzes und - der bad. Silb. Verdienstmedaille wurde zum Unteroffizier befördert. Zu dieser weiteren Ehrung herzlichen Glück- ) wünsch. (-) Adelsheim, 27. März. Die nunmehr beginnende Feld- und Gartenarbeit zwingen gebieterisch zum Abbruch der vom Frauen-Verein Adelsheim veranstalteten und von dessen rührigen und nimmermüden Präsidentin Freifrau von Rotberg ins Leben gerufenen und mit trefflichem Geschick von dieser geführten Schuhkurse. Durch die Damen Frau Lang und die Fräuleins Tscherning, Lina Egner, Lina Götz, L. Horn, Würz, Stelz, als Wanderlehrerinnen sowie unter weiterem Zuzug von den Helferinnen: Frauen Gräf, Spöhrer, den Fräuleins Emma Hetlinger, Kaiser, Marie Fischer, Wörner die alle gerne in den Dienst dieser vaterländischen Sache sich gestellt haben, wurden bis heute 50 solcher Schuhkurse hier und auswärts abgehalten. Fast überall wurde mit hohem Lob und reicher Anerkennung bei Schluß der Kurse von den Früuenvereinsvorständen oder auch den Herrn Bürgermeistern den Lehrerinnen für ihre gehabte Mühe und für ihr Gelehrtes und Gebotenes gedankt. So ließ es sich z. B. der Frauenvereinsvorstand in Königheim b. Tauberbischofsheim auch nicht nehmen, zu Ehren der scheidenden Wanderlehrerinnen Frl. Egner und Frl. Hettinger einen besonderen Abschiedsabend noch zu veranstalten, wobei neben der Ueberreichung von Blumenspenden und der Aufführung eines kleinen Theaterstückes das nachfolgende von Herrn Oberlehrer Tremel aus Königheim verfaßte Gedicht als Zeichen der Dankbarkeit gegen die Lehrerinnen und den Frauenverein Adelsheim von der Kursteilnehmerin Frl. Hilda Dill vorgetragen und übergeben wurde. Es lautet: Der Schuhkurs ist beendet beut, Drum sprech' ich aus mit großer Freud Biel Dank den beiden Lehrerinnen Für all ihr Müh'n und feines Sinnen, Wodurch wir alle sind beglückt. Da Schuh wir machen ganz geschickt. Dem Adelsheimer Frau'n-Verein ' Auch Dank soll gern zezollet sein. Hat er Sie doch bereit gesendet. Wodurch zum Guten ward gewendet Die Sorge um der Füße Kleid In dieser schweren Kriegeszeit. Ihr Füß und Füßlein seht und horcht. So wird für euch im Krieg gesorgt! Auf Bast und Stroh müßt ihr nun laufen. Nicht Jeder Lederschuh' kann kaufen. Weil mancher nicht zu finden weiß Das Geld zu diesem hohem Preis! Die Schuh aus Tuch und Bast und Stroh, Sie machen uns auch darum froh. Weil unsre Füß' bequem sich finden. Auch Hühneraugen ganz verschwinden. Und schleichen kann man, o, wie fein. Wenn man will nicht gehöret sein! Die Arbeit macht uns frohen Mut, Weil billig sie und doch auch gut. Und hängen einmal weg die Fetzen, So kann man das dann leicht ersetzen. Daß wieder sie ganz neu und schön Und wieder tauglich sind zum Geh'n. Versprechen wollen gern wir auch. Weil so es ist ein schöner Brauch, Daß wir die Fräulein nicht vergessen. Weil gar so schön es ist gewesen. Gewiß gedenken sie auch gern. Unser all in weiter Fern. Als Zeichen unsrer Dankbarkeit Wir geben gerne und bereit Die Blumenstöcke, die so blühen. Wie unsre Herzen dankbar glühen; Und wenn sie welken denken Sie, Daß unser Dank wird welken me. Da nun zum Abschied bald es geht, Gefühl, ein banges uns durchweht. Im Angedenk der frohen Stunden, Die durch den Kurs wir hier gefunden. Drum, eh' wir auseinander geh'n. Wir rufen all: Auf Wiederseh'n! Wir freuen uns, daß die neue Hausindustrie allüberall so guten Anklang und so sympathische Aufnahme gefunden hat, und daß der Frauenverein Adelsheim als erster es war, der im badischen Lande für die Verbreitung der Schuhkurse mit Hilfe einer rastlos tätigen Präsidentin und der obengenannten hilfsbereiten Damen so eifrig wirkte und dadurch den neuen Frauenarbeitszweig so vielen Bewohnern des badischen Hinter- und Vorderlandes zum Gemeingut machen konnte. In einem späteren Artikel können wir vielleicht noch die Orte, sowie die Anzahl der Teilnehmerinnen sämtlicher Kurse und die Anzahl der dabei gefertigten Schuhe, die bereits in die Tausende gehen, Mitteilen. (-) Karlsruhe, 27. März. (Ri l t ge Adr ffi.'cu:.g ! von Gesuchen in militärischen Ang l'ge>iheiicn.) Ost I wenden sich Angehörige von in den Dienst eiugeirc- tenen Mannschaften zur Criangung der rci stsgeietzl Famiiienunteri.ützung an das sie lo. Gen r llo' -m.-ndo oder an sonstig militärische Dienststellen, die aber mit der Vergebung oicser Unterstützungen nichts zu tur> h:ben. , Solche Anträge sind vielmehr bei den Gemeindet», hör- j den zu stelle«. Gesuche von Angehörigen Kriegsgefangener oder Vermißter um Bcwiil-gung der Löhnung pnd an den betreffenden Truppenteil oder an das örtlich zuständige Bezirkskommando oder den Ersatztruppenufll zu richten. , (-) Pforzheim, 27. März. In Ersingen wurden zwei im Gefattgencnlager in Hcidcloerg entwichene englische Offiziere in Zivilkleidung fe g nommcn. E.n dritter, welcher mit ihnen die Flucht unternommen halte, iß in Durlach angehalten worden. (-) Ettlingen, 27. März. Nach dem Mittelbad. Kurier wird die städt. Um.age auch in vielem Jahr goieder 30 Pfennig betragen. Nach dem Lawsmann iü eine Erböbuna der GaS- und elektrischen Strompreis beabsichtigt, sodaß künftig Leuchtgas 18'Pfg. nno Kras- gas 10 Pfg. kosten wird. Der elektrische Strompreis soll um 5 Pfg. pro Kilowattstunde erhöht werden. <-) Konstanz, 27. März. Der Führer des am i 17. März in Frankreich abgcschvssenen Luftschiffes L. i Z. 39, Kapitänleutnant Koch, war ein geb. Konstanzer. Er stand im Alter von etwas über 30 Jahren und war als Sohn des verstorbenen Hauptmanns Koch hier ausgewachsen. (-) Föhrenbach bei Konstanz, 27. März. Nach dem 'Gemeindevoranschlag für 1917 wird hier keine Umlage zur Erhebung kommen. Gottesdienst-Ordnung. Eo. Kirchengemeinde Adelsheim. Heute Abend um 8 Uhr in der evang. Stadtkirche Doärag von Herrn Pfarrer Oesterreicher von Sindols- heim über die Anstalt Bethel bei Bielefeld. Letzte Nachrichten. Privat-Teleg ramme Gegen die feindliche« Anschuldigungen. Berlin, 28. März. Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt über die deutschen Räumungsmaßnahmen zwischen Arras und Vailly u. a.: Die Zerstörungen in dem von den Deutschen geräumten Gebiet sollen nicht geleugnet werden. Das ist auch nicht nötig. Siq waren lediglich eine bittere und unumgängliche militärische Notwendigkeit. Um so schärfer sei Einspruch erhoben gegen die haltlosen, völlig aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen, als hätte die deutsche Heeresleitung irgendwo unnötige Härte geübt, als wäre sie mit der Zerstörung auch nur um Haaresbreite über das Maß des militärisch Gebotenen hinausgegangen. In erster Linie wurden alle Brücken und Wege gesprengt, alle Bahnen abgebaut. Aber auch die Wälder mußten fallen, denn dem Feind mußte alles Material für Bauten und Befestigungsarbeiten, jede Deckung gegen Sicht genommen werden. Aus dem gleichen Grunde mußten auch die Dörfer vernichtet werden. In nicht geringem Grade war die Zerstörung der Felder und Gärten, der Alleen und Ob st bäume, die der Feind als unnötige Barbarei brandmarken will, militärisch geboten. Die feindlichen Batterien und Kolonnen dursten nicht, von den zerwühlten Wegen ausbiegend. bequeme Fahrt feldeinwärts finden. Nicht einen Fall unnötiger Zerstörung, nicht einen Akt von Gewalt und von Unrecht kann die Entente mit gutem Gewissen anführen. Kein Wort verlieren ihre Berichte durüber, daß eine ganze Zone unzerstört blieb. Daß die Franzosen das reizende Städtchen Noyon unversehrt wieder in die Hände bekamen, danken sie nicht der i Tapferkeit und Schnelligkeit der eigenen Truppen, sondern der Umsicht ».Menschlichkeit der deutschen obersten Heeresleitung, die sorgfältig jeden Kampf in jener Gegend mit Rücksicht auf die in der Stadt konsignierten Einwohner vermied. Nicht mit einer einzigen deutschen Granate wurde die Stadt belegt, auch als die Franzosen längst eingerückt waren. Freilich wurde die nichtdieustpflichtige Bevölkerung zu- ! rückgelassen. Es wäre ja ein Verbrechen gegen die eigene militärische Sicherheit, wollte man dem Feinde Arbeitskräfte zuführen, die nicht weniger wertvoll sind, wie Soldaten. Sie beuge« sich der herrschende« Gewalt. i Petersburg, 27. März. Die Großfürsten Nikolai Nikolajewitsch, Nikolaus Michaelowitsch, AlexanderMichaelo- witsch, Sergius Michaelowitsch, Georg Michaelowitsch, Demetrius Konstentinowitsch, die Prinzen Gabriel Kon- stantinowitsch und Igor Konstantinowitsch und der Herzog Alexander von Oldenburg sandten der provisorischen Regierung ein Telegramm, indem sie sich vollständig der Anschauung anschließen, die in der von dem Großfürsten Michael Alexandrowitsch ausgesprochenen Abdankung dargelegt ist. Gleichzeitig sprechen sie den festen Entschluß aus, die provisorische Regierung in jeder Weise zu unterstützen. Betreffend die Apanagegüter der Großfürsten und Prinzen drücken sie die Ansicht aus, daß diese in Ueberein- stimmung mit der oben genannten Urkunde jetzt Staatseigentum seien. Wettere Anerkennung der neue« Regierung. Amsterdam, 27. März. Allgemeen Handelblad meldet aus Petersburg: Kriegsminister Gutschkow hat Telegramme aus Wladiwostok und Archangelsk erhalten, in denen mitgeteilt wird, daß die Garnisonen in diesen Häfen, die sibirische Flotte und die Flotte im Eismeer die provisorische Regierung anerkannt haben. Salatz bombardiert. Berlin, 28. März. Laut „Berliner Lokalanzeiger" meldet der „Progres de Lyon", am 23. März, morgen», sei Galatz von einem deutsch-bulgarischen Flugzeuggeschwader mit Bomben belegt worden. Angeblich wurde kein Sachschaden angerichtet. Die hungernden Spanier. Frankfurt a. M., 28. März. Die „Frankfurter Zeitg." meldet aus Madrid: Die ungeheuere Teuerung infolge maßloier Ausfuhr droht schlimme Folgen zu haben. Die hungernden und erbitterten Arbeiter mit Einschluß der Eisenbahner künden den Generalstreik an. Der Stadtgouverneur von Madrid ist zurückgetreten. Die Kriegsstimmung nimmt zu. Amsterdam, 27. März. Der Londoner Korrespondent des „Allgemeen Handelsblad" meldet, daß in den Vereinigten Staaten die Kriegsstimmung zunehme und daß die Regierung einen allgemeinen Zudrang zu der Armee, die sie auszustellen beabsichtige, erwarte. Es bestehe kein Zweifel mehr über die Art der Teilnahme am Kriege. Der Washingtoner Korrespondent des „Daily Chronicle" meldet, daß der Wunsch einer aktiven Teilnahme am Kriege im Zunehmen begriffen sei und daß der Präsident Wilson jetzt selbst der Ansicht sei, daß die Vereinigten Staaten alle ihre Hilfsmittel, auch ihre Männer, in die Wagschale werfen sollten. Es sei jetzt sogar wahrscheinlich, daß der Präsident sich der Entente anschließen und das Abkommen, keinen Sonderfrieden zu schließen, mitunterzeichnen werde. Vermischte Nachrichten. ' Die Kriegsgesellschaft für Sauerkraut schreibt uns: Anfang Dezember 1916 ist ein Absatzoerbot für .'Eovcrkraut erlassen worden, um die Bestände an Sauerkraut jsestzustellen, welche bis zum 21. Oktober eingeschniltcn waren. Durch die infolge Knappheit anderer Nahrungsmittel ein- «tretene gesteigerte Nachfrage nach frischem Gemüse war der Preis auch für den Weißkohl höher gestiegen, als ihn die Kriegs- tzescllschaft zu Grunde gelegt hatte. Ursprünglich waren Verträge über den Ankauf von Weißkohl den Sauerkrautfabriken nur chis zur Höhe von 2,75 Mark für den Zentner Weißkohl ^genehmigt worden, das hieraus hergestellte Sauerkraut durste Mit höchstens 11 Mark abgesetzt werden. Nunmehr kam für die Saucrkrautfabriken ein Durchschnittspreis einschließlich Fracht pon 4 Mark für den Zentner Weißkohl in Anrechnung. Für hie Sauerkrautindustrie wurde daher der Verkaufspreis auf ÜZ Mark für den Zentner erhöht. ! Um nicht den Fabriken und dem Handel einen unberechtigten Nutzen von 2 Mark für den Zentner auf die alten aus billigerem Weißkohl hergestellten Bestände zuzuführen, wurde beschlossen, diese noch vorhandenen Vorräte für die Heeresbelieferung zu kichern. Es wurde daher das Absatzvcrbot erlassen; der Absatz durste nur mit Genehmigung der Kriegsgesellschaft erfolgen. Im ganzen handelte es sich um etwa 100 009 Zentner, welche dir Kriegsgesellschast an das Kriegsministerium vertragsmäßig zu 11 Mark für den Zentner lieferte. Um hierbei unnötige Transporte und Frachtkosten zu ersparen und eine einheitliche Belieferung der Heeresstellen durchführen zu können, war es notwendig, diese etwa 100 000 Zentner nur aus einigen wenigen großen Sauerkrauteurlegereien zu entnehmen. Diese hatten aber derartige Mengen nicht mehr aus dem früheren billigeren Einschnitt zur Verfügung. Es mutzte bei ihnen infolgedessen Ware zu 13 Mark ''für den Zentner entnommen werden, die die Kriegsgesellschast zum Preise von 11 Mark an das Kriegsministerium abgab. Da die Kriegsgesellschast rein gemeinnützig arbeitet und satzunqsgemäß «inen Gewinn nicht machen darf, so mußte diese Preisdifferenz in der Weise ausgeglichen werden, daß diejenigen Fabriken, welche Ware billigeren Einschnitts zu dem erhöhten Preise abgcben dursten, die Differenz an die Kriegsgesellschast chführten, um den Differcn betrag für die Belieferung an das striegsministerium wieder auf ubrjngen. > Die von einzelnen Fabriken erhobenen Differenzbeträge stießen also nicht in die Kasse der Kriegsgesellschast, sondern lirmmen ausschließlich der Heeresverwaltung und somit indirekt bieder der steuerzahlenden Gesamtbevölkerunq zugute.- — Frauen im Dienst der Heeresverwaltung. Fortan dürfen weibliche Arbeitskräfte auch in Stellen von oberen und unteren Beamten verwendet werden. Sie werden im Vertragsweg beschäftigt. Bei Bezahlung wird künftig unterschieden nach 1) selbständiger Arbeit, die abgeschlossene Hochschulbrldung vorausgesetzt. 2) Bureauhilfen. 3) Diener-, Wärter-, Boten- und ähul ehe Dienste. Die Vergütungen zu 1) werden bemessen nach den m Zimldienst üblichen Gehaltssätzen; V- der niedrigsten Militär- stellengebührnisse (Geholt. Wohnungsgeld, Kricg-zulage) bilden die Höchstgrenze. Vergütung zu 2> bewegt sich in vier »er- schiedenen Ortsklass.n und entsprechend der dauernden Verwendung zwischen monatlich 70—i20 Mark im Anfang und 110 bis 170 Mark nach 8 Monaten, wobei Gehaltsvorrückung nur bei zufriedenstellenden Le ftungen erfolgt. Vergütung zu 3) geschieht nach den ortsüblich.» Tagclohnfätzen. Diese Neuordnung bezieht sich nicht auf weibliche Arbeitskräfte, die aus Grund von Lohn- und Arbeitsordnungen in den Betrieben der Heeresverwaltung be'ckäst'qt werden. ' — Die Bücher im Felde. Die im „Gesamtaus-> schuß zur Verteilung von Lesestoff im Felde und^tn .den Lazaretten" (Reichstagsgebäude) znsantmengeschlosse« nen Vereinigungen haben bis Anfang März ds. Js. 10 Millionen Bücher an die Truppen im Felde und in den Lazaretten unentgeltlich abgegeben. Vom März 1916 ab wurden -H/? Millionen Bücher abgegeben. Engländer, die zur Ermordung des Dreschen Kaisers «f-! fordern. Eine selbst für cngüscl)« Verhetzt^ ungewöhnliche Leistung hat die von dem bcriichrigrm tzoratiö Bo-tomicy heraus- ocgebene Wochenschrift „John Bull" vollbracht, oi-, beiläufig bemerkt ,eine Auflage von mehr als einer Million Hot. Eta , Leser des Blattes spricht die Befürchtung aus, daß oie englische j Regierung sich nicht dazu aufrafsen werde, den Deuiichen Kaiser. ' Die er es doch verdiene, aufknüpfen zu lassen. Er reut twl,»r die Gründung einer internationalen Vereinigung an, tu e.i Mlt-^ alicderbeiträge dazu dienen sollen, nach Fricdeussqinß euren beherzten Mann zur Ermordung des Deutschen Kaisers zu dingen. „Ich würde die Sache ja gern selbst machen, wenn ich: nur das nötige Geld dazu Hinte", so meint der Biedermann zum Schluß und die Schristleitung des „John Bull" beantwortet diesen Wink mit der Aufforderung, „der Gentleman" (wörtlich) „mögei nach Fricdensschluß bei ihrer Kasse vorsprechcn." — Mit solchem? Gesindel muß man sich herumschlagen! Kriegsanleihe. Der Deutsche Kriegerbund sowie der Prrn- ßischc Landes-Kriegerverband haben' für die sechste Reichskricgs.; anteihe 250000 Mark gezeichnet. Damit erreicht der von diesen Verbänden bisher für die Reichskriegsanleihen gezeichnete Betragt die Summe von 2V^ Millionen Mark. Süßer Brotaufstrich als Ersetz für Marmelade. Ein Paket Daniliepudding-Pulver in bekannter Weife in Vs Liter Milch und etwas Zucker aufkochcn lassen, ergibt nach dem Erkalten einen ausgezeichnet schmeckenden billigen Brotaufstrich zum Kaffee. Brand. Die Ortschaft Spirginnen im Kreise Ragnit (Ostpreußen) ist bei großem Sturm fast ganz abgebrannt. Alles Getreide und Futter ist vernichtet. Unterschlagung. Der angebliche Diplomingenieur Rolf von Hagen hat 115 000 Mark von dem Barmer Bankverein in Köln für die Firma Frankonia erhoben und ist damit verschwunden^ Sein Name ist wahrscheinlich falsch. Kettenhandel. Die Weberei von Wagner in Olbcrsdorf bei Zittau wurde wegen Garnpreistreiberei zu 10000 Mark Strafe verurteilt. Das Gericht stellte fest, daß das Garn, das in Friedenszeiten IchO Mark das Kilo kostete, jetzt bis zu 50 Mark im Kettenhandel gestiegen ist. Belohnung. Der König von Sachsen verlieh der Landwiris- frau Marie Pech in Morgenthau bei Zwickau das silberne Per- dienstkreuz mit der Krone, weit sie sich gegen die Preis- treiberc' in landwirtsü.astüche» Erzeugnissen wehrte. Sic verkauft diese billiger, als sie sonst sind. Die Papiere des Kolumbus. Die Regierung der Bereinigten Staaten hat dem spanischen Herzog von Beragua einen Betrag von über einer Million Franken für sein Familienarchio an- geboien, dessen Wert darin liegt, daß das Haus Beragua sich der Abstantmung von Christoph Kolumbus rühmen darf. Der Herzog, der in Spanien namentlich als Besitzer einer geschätzten Kampfsticrzüchterei bekannt ist, hat sich bereit erklärt, der spanischen Regierung die Papiere zum Vorzugspreis von einer Million zu überlassen. Der Minister des Unterrichts hat erklärt, das Nötige tun zu wollen, um die kostbaren Dokumente dem spanischen Staat zu erhalten. II s nkss g ung. Für die herzliche Teilnahme an dem schweren Verluste unserer nun in Gott ruhenden Frau und Mutter Wilhelmine Erbacher geb. Bergmann sowie für die reichlichen Kranzspenden sagen herzlichen Dank. Adelsheim, den 27. März 1917. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Krau; Erbacher. 2 zugfeste, schwerere Nutzkühe 1 Kalbin 1 Kuhrind 2 Läuserschweine 2tz Hühner, 2 Hähne verkauft wegen Mangel an Arbeitskräften, ferner eine bereits noch neue ^ Crutrifuge. Schloß ObkwilMt. Einen guterhaltenen Säulenstöppel hat zu verkaufe» Burk ard Arnold Hirschlanden. H.siriegoanleibe. Um die Zeichnungen auf Kriegsanleihe auch Personen zu ermöglichen, die später Eingänge zu erwarten haben, sind wir bereit, Einzahlungen nach Wahl der Zeichner entgegen zu nehmen, bei einer Verzinsung von 5°/o und Leistung der letzten Zahlung auf 1. Dezember 1917. Vonchurrverein lläelrdeim - s-» - p Jeitungs-Makulatur ist fortwährend zu haben in der Druckerei dieses Blattes. Ruokelrübknsmkil Aridirsa Rikskwchk« ObttiiLirstt «LLk' ZickrrmlM u«L KuhrMllliiNkll sowie alle Sorten korttiisämertieil empfiehlt solange Vorrat C. Schaler, Nerchiogea. Mks-SMkiijsk Adklshkim (unter Bürgschaft von S Derbandsgemeindeu) — werden jederzeit bei einer Oparemlag ?« Verzinsung von 4-0« angenommen. Kafseutage: Jeden Werktag, vormittags von 8—12 nad nachm, von 2—4 Ahr Skr-Lsrts: Mische Mk NslUlhei«. P»8 chkltkrt, Lirrsme 8r. IM Fernsprech . Anschluß No. 17. llllllMÜIIiüllllMMriilMll! kscltpulver Li Spsrpulver Vanillin luolcer Pudding Pulver Klsnrst-irlte-Lrsstr (8llmllicke T^rtilcel stellen unter lautender Kontrolle eines vereicl. Oebensmittel-Lllemillers) Wli. kMtltzi-, kMlldeiL. IMItliMllMMÜM»!!!!!!!!» Dank- 'G' §ag»ng. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schmerzlichen Verluste unseres geliebten, unvergeßlichen, nun in Gott ruhenden Gatten, Vaters, Großvaters, Bruders, Schwagers und Onkels Heinri^z Offner sprechen wir hiermit unseren herzlichen Dank aus. Besonderen Dank Herrn Oberamtmann Schwoerer und den Herren Amtskollegen für ihr persönliches Erscheinen, dem Militär- und Radfahrerverein. Ferner danken wir dem Cäcilienchor für seinen erhebenden Gesang, sowie Allen, die von Nah und Fern dem Verstorbenen die letz.e Ehre erwiesen haben, sowie für die vielen Kranzspenden. Enbigheim, den 27. März 1917. Sie lieskrauernü Hinterbliebenen. Kmbail Schloß ObkmWM Höchste Anerkennungen. — Amtlich beglaubigte Heilerfolge. — (Heilungen selbst in schweren Krankheitsformen, welche durch kein anderes Bad etc. zu erreichen sind, bestätigen Dauererfolge der Geheilten). Bei Gicht, rheumatischen Erkrankungen, Versteifungen nach Unfällen, Herzleiden (Adernverkalkungen), Nieren-, Blasenkrankheiten, diverse Nervenleiden (Neuralgie) und Hexenschuß, Ischias, Schreibkrampf, Lähmungen, Unterleibsleiden (diverse Frauenleiden), Hämorrhoidalbeschwerden, Rachen-, Kehlkopf-, Schlund-, Magen- und Darrmeiden, Zuckerkrankheiten, sowie Folgen diverser Kriegsbeschädigungen. L? MMMMM««»»! I ^ > klin-kink ll. KiÄ. I ^ 6 L 8 t«iof r. Klilkn Lsstlwk r. /^lei- ^ — ^toller kür Ds»K»S»»»stzL. 2alln- ^ — rieben, plombieren, Regulierung. 20 Zsknig« pacll- — — tütjglleit, AsksniIIung. ^ Spi'Svkalunüls» jeden v II—8 Ul»». ^ — Anmeldungen werden in der Kpolllvlrv ent- ^ — gegengenommen. — Minim»»»»,», — im»,,.. He Sratb (wöchent Nr" WT' B ruhig; Oise ka W lösen, 26. M. tote E Ge der Oi bluti Ir Gräben bei Un bei Tal schineno Nö unsere ^ teilunge i ' Zw Tauweti schließt. , Dü sich aus höht. Froi Bei den Wo sche Sie trn mit Zlm fehl. 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