-tigt aus- mtfernen. i ErjGemt täglich, sicher Sons- vnS i Zeiertags k Kreier Nonattich. . . pfg. ' vierteljährlich . Wk. ^ irrt in« Hau» geliefert Soxberger Mzeiger belesenstes Tageblatt öes ba-ikhev Saulanöes ; Anzeigen weröen mit pfenntj l per eiofpoltig» Zeile berechnet. > ' - Sei mehrmaliger Aufnahme NabaV ^ ^ Aostjcheck-Konto 4»S4, Karlsruhe yauptanzeigeblatt Dr öie Sezirke Melsheim, Hoxberg u. deren Umgebung tM. -rattsr Amtlichem verkün-igungsblatt fwöchentl.) Illustriertes Sonntag«-Slatt tz-tzsubmWons- und verstrigerttngs-/lnzeiger für den Odenwald Gratis: prakt.Mitteilungen für Geroerb (monatl.) u. hanöei,haus- u.Laubwtrtschar Rr. 1 K 3 . Druck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telefon No. 18 AdelSheim, Dienstag, 17 . Jult 1917 Verantwortlich: A. Heppeler in Adelsheim. Jahrg. 41 . Ruchsen, enbach. S. '2 507.58 i9 799.48 2 708.16 1 336.23 9 098.9S !2 237.24 «836. IS 3 401.0S »32 »77 »45 8 836.1S 9118.72 7 954.9V 4 282.34 Ng 1 SI? »er Ge» Hofgüter »eit vom ise dahier lebst Be- ein Ral- WTB- Großes Hauptquartier 16. Juli. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: Gestern morgen versuchten die Engländer in dreimaligem Angriff, die bei Lombartzyde verlorenen Stellungen zurückzugewinnen; stets wurden sie v erlust reich abgeschlagen. Das tagsüber mäßige Feuer schwoll abends sowohl an der Wiste wie von der Mer bis zur Lys zum starken Artillerickmnpf an, der auch nachts lebhaft blieb. Vom La Bassee-Kanal bis auf das Südufer der Scarpe war in den letzten Tagesstunden die Artille-- rietätigkeit gesteigert. Nordwestlich von Lens und bei Fresnoy iöurden starke Erkundungsabteilungen zunickgeworsen. Heeresgruppe deutscher Kronprinz: > In heftigen, aber vergeblichen Angriffen bemühten sich die Franzosen, die von uns südlich von Courtecon genommenen Stellungen zurück^uerobern. Hier wie bei gescheiterten Angriffen südlich des Gehöftes La Bo- vrelke hatten sie schwere Verl u st e. Auch nordöstlich von Sillery in: Vesle-Tale schlug ein Vorstoß des Feindes fehl. In der Westchampagne ivaren einige unserer vorderen Gräben bei Abschluß der nächtlichen Kämpfe in Fcindcshand geblieben. Während am Hochberg die am Abend ivieder znrückgewonnenen Gräben nicht dauernd behauptet wurden, ist am Poehlberg nach erbittertem Nahkampf unsere alte Linie wieder erreicht, trine größere Zahl von Gefangenen und einige Maschinengewehre sind von beiden Gefechtsfeldern eingebracht worben. ' Mit kurzer Unterbrechung während der Nacht dauert lebhafter Feuerkampf aus dem westlichen Maasufer an. Heeresgruppe Herzog Albrecht: Rege Artillerietätigkcit zunschcu Maas und Mosel, wo am 14. Juli eine Erkundung bei Remenauvilst durch Einbringen zahlreicher Gefangener guten Erfolg ! hatte. ' ! Qettlicher Kriegsschauplatz: s Zwischen Ostsee und Karpathen lebhafte Gefechts« - tätigkeit nur bei Riga und südlich von Düuaburg. - In den W aldkarpathe n wurden mehrfach ruf-« j lilcke Streifabteilunaen Vertrieben. In der rum Lutfmen «Lvene nahm aoenos m einzelnen Abschnitten das Feuer zu. Im Donaudelta wiesen bulgarische Sicher rungen vorgestern einen russischen Ueberfall durch G.gen« stoß zurück. Mazedonische Fronte > Die Lage ist unverändert. - , Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. s * » * ! Die Schlappe bei Lombartzyde hat die Eng« ! länder doch schwerer getroffen, als sie wissen lassen ; möchten. Der Schlag kam ja auch wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Lange Zeit war im Küstengebiet, nichts von Bedeutung mehr vorgefallen, und seitdem die bei« derseitigen Linien sich sozusagen versteinert hatten, schien ! ein gelegentlicher artilleristischer Feuerüberfall mit den ' obligaten Neckereien der Erkundungsabteilungen zu ge- § nügen, um den Kriegszustand aufrecht zu erhalten. So > war es, solange die Franzosen den Frontabschnitt be- j setzt hielten. Sie sind, wie bekannt, von den Engländern abgelöst worden, denen die Absicht zugeschrieben wird, daß sie auf die deutschen Flottenstützpunkte an der flandrischen Küste einen gleichzeitigen Angriff zu Wasser und zu Lande und aus der Luft unternehmen wollen. Der. überraschende Angriff unserer tapferen Marinetruppen» der so ausgezeichneten Erfolg hatte, hat zunächst dem Angriff von der Landseite vorgebaut und die strategische Lage merklich zu Ungunsten des Feindes verrückt. Vergebens suchen sich die Engländer wieder der verlorenen Stellungen zu bemächtigen- Am Sonntag unternahmen sie drei ausgedehnte Angriffe, die alle fehlschlugen und für sie mit empfindlichen Verlusten verbunden waren. Unsere Rarinetruppen werden den gewonnenen Boden zu halten wissen. Weitere Vorstöße der Engländer bei Lens und Fresnoy, die in engeren Grenzen gehalten waren, Mißlangen gleichfalls, im übrigen beherrschte die Artillerie das?;eld. — An der Aisnefront fanden hartnäckige Kämpfe mit wechselndem Erfolge statt- Die Lage lst hier seit Wochen so ziemlich gleich geblieben; die Franzosen kommen nicht vom Fleck, einzelne Gräben und Stellungen wechseln da und dort nach hitzigen Gefechten den Besitzer, die Front erfährt aber keine wesentliche Ber-< schiebung weder nach der einen noch der andern Seite. Freilich bleibt abzuwarten, ob die französische Heeresleitung nicht eine größere Unternehmung im Verein mit der erwarteten englischen Offensive plant. — Im Osten haben die furchtbaren Verluste der Russen bei ihren Angriffen in Galizien und Wolbtmien stark ernüchternd gewirkt, zumal der erreichte Geländegewinn in Gattzrei» recht mäßig ist. Der Kampf ist in der Hauptsache beendet^ die russischen Truppen wollen nicht mehr, trotz allerl Anfeuerungen und Tagesbefehle. Die Ereignisse im Westen.^ Der französische Tagesbericht. WTB. Paris, 16- Juli. Amtlicher Bericht von g nachmittag: Nach mehrstündiger Vorbereitung durch Trom« mclfcuer unternahmen die Deutschen gestern abend einen stärkest Angriff auf einen vorspringenden Punkt in unserer Linie westlich Cerny- Der Angriff war sehr heftig und dauerte die ganz« Nacht hindurch mit wechselndem Erfolg an. Trotz des großen Bestandes, den der Feind ln den Kampf warf, und der parken Verwendung von Flammenwerfern wurden die Angreifer schließlich aus den Grabenstücken, in die sie einge« drungen waren, wieder hinausgeworfen. Sie konnten nur einige Abschnitte in unserer Linie auf einer Front von etwg 500 Metern halten. Die Artillerietätigkeit ist in dem Abschnitt von Craonne-en-Champagne unverändert lebhaft- Nach starker Artillerievorbereitung griffen unsere Truppen um 7.45 Uhr abend-, die deutschen Stellungen an zwei Punkten der Front an. Der Angriff wurde mit außergewöhnlicher Kraft geführt. Es gelang, alle vorgesteckten Ziele nordöstlich vom Hochberg und an oem Nordmesthang des Poehlberges zu erreichen. Unsere Soldaten bestanden elne bewundernswerte Probe ihrer Tüchtigkeit. Sie nahmen ein stark befestigtes Grabennetz des Feindes in einer Breite von ungefähr WO und einer Tiefe von 300 Metern- Die Deutschen antworteten kräftig. Ihre' Gegenangriffe folgten während eines Teiles der Nacht. Alle scheiterten unter schweren Verlusten in unserem Feuer odey nach Handgemenge. Die eroberten Stellungen wurden * vollständig gehüsten. Die Zahl der bet dieser Unternehmung gemachten Gefangenen beträgt 350, darunter 9 Offiziere. Feindlich» Truppenansammlungen, die zur Ablösung bestimmt waren, wur^ den unter unser Artilleriesruer genommen und stark .mitgenommen- Auf dem linken Maasufer war di« Nacht bemer- Lenswert durch sehr lebhafte Artillerietätigkeit aus der Höh« 804 und des Toten Mannes. Westlich vom Toten Mann wiesen wir einen feindlichen Angriff ast Im Walde von Avocourt ausgedehnte Tätigkeit von Erkundungsabteilungen. Wir machten Gefangene. Auf dem rechten Ufer wurden feindliche Erkundungsabtsiiungen. die unsere Linien am Ostranü«! des Waldes von Avocourt zu erreichen versuchten, durch Feuer zerstreut. Abends: Der Artilleriekampf ging tagsüber mit geringer Heftigkeit in der Gegend westlich von Cerny weitere Beschießung mit Unterbrechungen in den ersten Linien des Ab^ schnittes von Cramme. In der Champagne haben unsere Truppen Stellungen ausgedaut, die wir letzte Nacht nördlich des Hoch- und Poehlberges verloren hatte». Der Feind er, viderte nur mit Artillerie. Westlich der Butte de Mesnil und in den Argonuen in Richtung auf Bolante führten wie »rfolgreiche Vorstöße in di: feindlichen Gräben und b. vhten Tcsangene zurück. __ ^ Rr. 8S. delsheiur 24 Pfg- 20 Pfg- .— Mk. '25 15 Pfg rst nach» n werden ur aege« Kassem Vr9 W mmen. irzezrgett l gleiche! ivürttb- -^ pnehlt Im Schatten der Jeterpaussfestung. Roman von Hermann Gerhardt. 44 Ans dieser! Reflexionen ward Werner aufgeschreckt, als das Schiet efensterchen an seiner Tür mit leichtem Geräusch mfgezogen wurde; ans der Oeffnnng blickten ihn ein paar klugen an, und verschwanden wieder. In atemloser Erivartung schnellte er empor. Da waren sie schon, die ihn befreien wollten, die ihm erklären wollten, daß das alles ja ein Irrtum, ein Mißverständnis gewesen; daß er und seine Schwester gehen könnten, wohin sie wollten. Aber die Tür blieb verschlossen. Da packte ihn von neuem die Raserei der Verzweiflung. Das Schreckensoolle seiner Lage, die Ungewißheit bezüglich des Geschickes seiner Schwester überkam ihn wieder mit überwältigender Stärke. Dann erschien der Wärter und brachte ihm zu essen. Schweigsam, wie er gekommen, wollte er sich wieder entfernen, als Werner ihn am Arine festhielt und flehte: »Sagen Sie mir, sagen Sie inir, mein Freund, wo ist sie hin die Deutsche?" stockend: brachte er die Worte in seinem mangelhaften Russisch hervor. »Sie sollen Geld haben — viel Geld — wenn Sie mirs sagen! Ist sie hier — hier in der Festung?" Aber der Wärter schüttelte ihn ab. »Es ist uns streng verboten, uns mit den Gefangenen zu unterhalten," erwiderte er kurz und unfreundlich. Und wieder knirschte der Schlüssel im Schloß. Der Unglückliche aber ließ sich auf den Stuhl fallen, vergrub sein Gesicht in den Händen und brach in fassungsloses Weinen aus. 25. Kapitel. Dichter und immer dichter wirbelten die Schneeflocken, so- daß die Schlitten Mühe hatten, sich durch die lockere, weiche Masse hindurchzuarbeiten und das Schellengeläute in der feuchtschweren Lust nur gedämpft erklang. Alle Geräusche deS geschäftigen Straßenlebens waren verstummt; lautlos wie Geister wandelten die Menschen aneinander vorüber. GS «var, als habe sich Petersburg in eine Stadt der Toten verwandelt. — Im Wartezimmer der Präfektur schüttelten die Leute sich den Schnee von den Kleidern und stampften ihn sich von den Stiefeln. Binnen kurzem war der Raum mit einer bunt zusammengewürfelten Menge angefüllt. Soldaten in Uniform, Kaufleute in ihren Pelzen. Juden in ihrer eigenartigen Tracht; dazwischen hier und da ein weibliches Wesen. Aus allen Gesichtern prägte sich eine gewisse Spannung aus, und erwartungsvoll flogen die Blicke nach der verschlossenen Tür, die zun, Audienzzimmer führte. Schon war die Uhr fünf Minuten nach neun, und noch war keiner der Bittsteller vorgelassen worden, obwohl der Polizeipräfekt sonst immer von neun Uhr an zu sprechen war. An der Schmalseite eines langen, mit grünem Tuch bezogenen Tisches, auf dem Schreibmaterialien und Papier lagen, stand der Stuhl des Gewaltigen. Zur Rechten desselben saß bereits, an irgend einer provisorischen Arbeit beschäftigt, Litsch- koff. Weiter hinten, eifrig kritzelnd ein paar Schreiber. Jetzt war es ein Viertel auf zehn, ein noch nie dageive- senerFalll — Da plötzlich flog eine Tür im Hintergründe auf, und der große Mann trat ein. In seiner knappen Uniform, mit Reitstiefeln und Sporen, das Gesicht vom scharfen Ritt gerötet, überflog sein scharfes Auge den ganzen Raum, dann setzte er sich. Allein der Seitenblick, mit dein Litschkoff seinen Chef gestreift, hatte dem Sekretär einen ungewöhnlichen Ausdruck in dessen Zügen verraten; eine Vertiefung der Falte zwischen den Brauen, ein Nüstern der Nasenflügel, ein unruhiges Flakkern in den stahlgrauen Angen; das alles deutete auf eine innere Erregung, die aber nur den Eingeweihten bemerkbar ward. Auf ein Glockenzeichen des Präsekten öffnete ein blauunifor- mierter Beamt er die Tür und ließ den ersten Bittsteller, einen Juden, eintreten. Mit der Unterwürfigkeit seiner Raste blieb derselbe auf der Schwelle stehen, den Kopf gesenkt, die Hände über der Brust gekreuzt. Nun befahl ihn, der Präfekt näher zu treten und ohne Zeitverlust sein Anliegen vorzubringen. Es handelte sich um den Erlaubnisschein zu einein Hausierhandel außerhalb der Stadtgrenzen. Mit zitternde» Fingern überreichte der Jude seine Papiere. Sie wurden mit raschem Blick überflogen und dem Besitzer init dem Bemerken zurückgegeben, daß er sich binnen 3 Tagen wieder dorthin zu begeben habe, von wo er gekommen, anderenfalls eine empfindliche Geldstrafe oder Gefängnisstrafe zu gewärtigen sei. Der arine Hebräer begann mit hochgehobenen Händen eine bedenkliche Klage, aber der Präfekt griff bereits nach der Glocke und der nächste Bittsteller erschien. So vergingen ein paar Stunden. Einer uin den anderen ward oorgelassen, angehört und abgefertigt; mancher unter ihnen trat den Heimweg durch den tiefen, weichen Schnee schweren Herzens und bitteren Angesichts an; mancher anch — diese freilich ivaren sehr in der Minderzahl! — mit frohen» Mut und elastischem Schritt. Die wartende Menge ivar ans nur wenige zusammen- geschmolzen. Sie hatte keinen neuen Zuwachs mehr erhalten, als zuguterletzt noch eine Frau eintrat, die es »licht der Mühe wert zu halten schien, den Schnee von ihren Kleidern abzuklopfen, sondern sich ohne weiteres auf einer Bant nieder- ließ. Sie war anständig und ganz in Schwarz gekleidet; ein langer Mantel, mit einer Kapuze versehen, deckte ihren Kops und hüllte ihre ganze Gestalt ein, und ein dichter Gazeschleier ließ ihre Züge nicht erkennen. Sie lehnte sich mit dem Kopf gegen die Wand; ihr Atem ging keuchend und ab und zu stieß sie einen kurze», trockenen Husten aus. Ein alter Bauer, der wohl Mitleid empfand, trat zu ihr und bot ihr seinen Platz am Ofen an; aber sie schüttelte ablehnend den Kopf. Inzwischen wurde einer der Wartenden nach dein andern erledigt, und sie blieb allein. Bisher hatte sie sich weder gerührt noch ein Wort gesprochen; jetzt richtete sie sich ans. ging an eins der Fenster, zog einen Gegenstand ans der Tasche, betrachtete ihn und steckte ihn wieder ein. Darauf zog sie ein zusainmengefaltetes Papier hervor, welches sie in der Hand behielt. Draußen hatte es anfgehört zu schneien, aberschwere Wolken- masten verdüsterten den Himmel und verursachten eine eigentümlich fahle Beleuchtung deS Wartezimmers und seines Insassen. Die Frau stellte sich in die Nähe der Tür und wartete, bis sie gerufen würde. In der lautlosen Stille klang ihr pfeifendes Atmen beängstigend laut. 231,20 Neues vom Tage. Die nächste Vollsitzung des Reichstags. Berlin, 16. IM. Die nächste Vollsitzung des Reichstags findet am Donnerstag den 19. IM nachmittags 3 Uhr statt. Die Sitzung wird mit einer Rede des Reichskanzlers Dr. Michaelis beginnen. Auf der Tagesordnung stehen die Kreditvorlage und die zweite Lesung der Ree- vereivorlage. Eine Sitzung des Haushaltsausschusses findet vorher nicht statt. Berlin, 16. Juli. Wenn angängig soll in der Donnerstagsitzung des Reichstags noch die zweite und dritte Lesung der Kriegskreditvorlage erfolgen. Am Freitag soll der Reichstag sich bis Mitte September vertagen. ' . Rückgang der englischen Kohlenförderung. Amsterdam, 16. Juli. Die Kohlenförderung in England weist im zweiten Vierteljahr gegenüber dem ersten einen Rückgang von 17 Prozent auf. Die Ausfuhr hat in noch höherem Maße abgenommen, weshalb die Ausgabe amtlicher Zahlen unterbleibt. Der leidende Botha. Pretoria, 15. Juli. (Reuter.) Premierminister Botha ist infolge von Ueberarbeitung leidend und muß sich auf Anordnung der Aerzte zwei Monate schönen. Der Minister für Unterricht und Bergwerke Malan wird ihn zeitweilig vertreten. Bürgerkrieg in China. Peking, 13. IM. (Reuter.) In dem Gefecht zwischen den Republikanern und Monarchisten wurden 10 Soldaten und über 30 Zivilpersonen getötet, 30 Soldaten und viele Zivilpersonen verwundet. Der Materialschaden ist gering. Plünderungen haben nicht stattgefunden. Aus Stadt »nd Land. ** Adels heim. 17. IM 1917. — Reue Bekauutmachuugen. Am 1. Juli 1917 ist eine Bekanntmachung betr. Beschlagnahme von reiner Schafwolle, Kamelhaaren, Mohär, Alpaka, Kaschmir sowie deren Halberzeugnissen und Abgängen in Kraft getreten. Ebenfalls am 1. Juli 1917 in Kraft getreten ist eine Bekanntmachung betr. Beschlagnahme und Bestandserhebung der deutschen Schafschur und des Wollgefälles bei den deutschen Gerbereien, wonach der gesamte Woll- ertrag der deutschen Schafschuren und das gesamte Woll- gefälle bei den deutschen Gerbereien (auch das Wollgefälle von ausländischen Fellen) beschlagnahmt worden ist. — Am 10. Juli ist eine Bekanntmachung betr. Höchstpreise für Spi.nnpapier aller Art sowie Papiergarne und -bind- fäden erschienen, durch die die bisher für die bezeichneten Gegenstände in Kraft gewesenen Bestimmungen der Bekanntmachung abgeändert werden. Die neue Höchstpreisbekanntmachung enthält wesentliche Aenderungen gegenüber der bisher in Geltung gewesenen, die sich nicht nur auf die Höhe der Preise beziehen. Die Bekanntmachung enthält außer 2 Preistafeln eine ganze Reihe von Einzelbestimmungen. Der Wortlaut der Bekanntmachungen ist im heutigen Amtl. Veck.-Blatt abgedruckt, worauf wir noch besonders aufmerksam machen. — Den 1. Preis errungen. Bei einem am 9. und 11. ds. Mts. abgehaltenen militärischen Sportfest an der Westfront, an dem 6 Kompagnien teilnahmen, errang Adolf Spriegel. Sohn des Landwirts Spriegel hier, im Dreikampf den 5. und im Stafettenhindernislaufkampf den 1. Preis. (-) Osterburken» 17. Juli. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde in den Stationsgebäuden in Krautheim und Klepsau eingebrochen. Während der Dieb in Krautheim nichts vorfand, da die Kasse in Sicherheit gebracht war, fiel ihm in Klepsau ein erheblicher Betrag in die Hände. Am Sonntag wurde dann der Täter in der Person des 18 Jahre alten Bäckergesellen Johann Alfred Hofmann von Osterburken auf der Straße zwischen Dörzbach und Mergentheim dingfest gemacht und in das Amtsgerichtsgefängnis Boxberg eingeliefert. Er ist geständig und gibt auch zu, die Einbruchsdiebstähle im Gasthaus zur „Kanne" und in der Güterhalle in Osterburken, sowie in den Stationsgebäuden Tauberbischofsheim und Walldürn verübt zu haben. Er behauptete aber, keine Mitwisser bei den Taten gehabt zu haben. (-) Osterburke«, 14. Juli. Heute wurde drm Gefreiten Rudolf von hier, zur Zeit beim Militär in Durlach, das von S. König!. Hoheit gestiftete Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit bei der freiw. Feuerwehr Osterburken durch Herrn Rittmeister Bohmann überreicht. Dem Dekorierten unsere Gratulation. (-) Vofsheim, 16. Juli. Unteroffizier Adolf Klein von hier, der vor kurzem in der Heimat in Urlaub war und jetzt wieder in Rumänien als Wirtschafsunteroffizier auf einem großen unter deutscher Militärverwaltung stehenden Gute seine Tätigkeit als praktischer Landwirt entfaltet, erhielt zu dem bereits besitzenden Eisernen Kreuz und bad. Silb. Verdienstmedaille das Bay. Militär-Verdienstkreuz 3 Klaffe mit Schwertern. Unsere Gratulation. (-) BödigheiM, 15. Juli. Während sonst immer auf den Kommunalverband weidlich geschimpft wird, sah man gestern und heute nur freundliche Gesichter und alles war voll Lob, weil so viel Einmachzucker verteilt wurde. Auf den Kopf der Bevölkerung kamen 5 Pfund und dieses war eben nur durch weise Sparsamkeit und Vorsorge möglich. Also in Zukunft über unsere es wohl und gut meinenden Behörden nicht schimpfen, sondern sich ruhig den ernsten Kriegsverhälnissen fügen. (-) BvLderg, 17. Juli. Herr Adlerwirt Nerpel hier hatte am 24. April an einem heftigen Gefecht gegen die Engländer bei Arras teilgenommen, in dessen Verlauf ihm durch Splitter einer in seiner unmittelbaren Nähe eingeschlagenen Granate der linke Unterarm abgerissen wurde. Herr Nerpel war bis jetzt im Lazarett in Duisburg, hat auf seiner Durchreise zum Reservelazarett Ettlingen seine Familie besucht. Außer mit der Bad. Verdienstmedaille wurde Nerpel für sein mutiges Verhalten in mehreren Gefechten und auf Patrouillen mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet. (-) Mannheim, 16. Juli. In Ludwigshafen isl die Polizei einem „Hamsterbau" auf Pie Spur gekommen, In der Wohnung des Möbelhändlers Fritz Abraham wurden nämlich gefunden: 1400 Eier, 55 Pfd. Butterschmalz, IVs Zentner Weizenmehl, ^ Zentner Zucker, und 35 Pfd. Seife. Die Waren wurden beschlagnahmt. (-) Mannheim, 16. Juli, Aus dem Rhein wurde die 41jährige Ehefrau Rosa Negri, welche sich wegen Familienzwistigkeiten das Leben genommen hatte, geländet. (-) Durlach, 16. Juli. In dem benachbarten Ort 'Aue fiel das 3jährige Kind des beim Heere befindlichen Fabrikarbeiters Steinbronn in eine Pfuhlgrube und ertrank. — Der hiesige Landwirt Johann Klaiber machte keinem Leben durch Erhängen ein Ende. (-) Klcinfteinbach bei Durlach/16k Julr Beim Kirschenbrechen stürzten infolge Bruchs der Leiter der L-tatwnsarbeiter Karl Brückel samt seiner Frau und seinem 14jährigen Sohn ab. Ter Sohn ist an den Folgen des Sturzes gestorben, die Eheleute zogen sich erhebliche Verletzungen zu. (-) Pforzheim, 16. Juli. In der württembergischen Gemeinde Schömberg wurden durch Feuer 4 Wohnhäuser und eine Tvppelscheuer eingeäschert. Das Feuer soll durch einen 8jährigen Knaben entstanden sein, der in einem Schopfe ein Feuerle gemacht hatte. . , ^ Kehl, 10- Juli. Der in den Tod gegangene frühere Buchhalter Beinert, der wieder Anstellung beim Bürgermeisteramt gefunden hatte, hat sich laut „Kehler Atg." wiederum erheblicher Unterschlagungen, und zwar »ei der von ihm geführten Unterstützungskasse, schuldig gemacht., (--) Oberschopfheim bei Lahr, 16. Juli. Die Frai eines hiesigen in englischer Gefangenschaft befindlichen Landwirts ist einem Schwindler zum Opfer gefallen, Wie die „Lahrer Ztg." erzählt, erschien bei der Frau ein Fremder in der feldgrauen Uniform eines Vizefeld- ivebels mit mehreren Auszeichnungen, darunter dem Eisernen Kreuz 1. Klasse, und erzählte ihr, er sei mit ihrem Mann in Gefangenschaft zusammen gewesen, aber entkommen. Der Mann leistete dann der Frau einige Dienste in der Landivirtschaft und entfernte sich am anderen Tag. Bald stiegen der Frau Bedenken an die Ehrlichkeit des Fremden auf und als sie ihre Habseligkeiten uachprüfte, machte sie die Entdeckung, daß ihr Sparkassenbuch, in dem 300 Mark bares Geld lagen, verschwunden war und auf der Sparkasse Lahr erfuhr sie, daß der Gauner 400 Mark der Einlagen erhoben hatte. (-) Freiburg, 16. Juli. Hier ist eine Schule für Säuglings- und Kleinkinderpflege eröffnet worden. (-) Rheinweilcr bei Müllheim, 16. IM. Der Bahnarbeiter August Bächlin wurde u-ährend des Dienstes von einem Zuge erfaßt und so schwer verletzt, daß er starb. (-) Auggen, 16. IM Beim Futterschneiden brachte der 13jährige Friedrich Benz die linke Hand in die Futterschneidmaschine. Dein Knaben wurde die Hand abgäirückt. (-) Wallburg (A. Ettenheim), 16. Juli. Bei einem Gewitter schlug der Blitz mehrmals, ohne zu zünden, hier ein, tötete aber in dem Stalle eines hiesigen Land-- >oirts eine Kuh und ein Kalb. (-) Elzach, 16. Juli. Am 20. ds. Mts. können die Eheleute Metzgermeister Xaver Riegger das Fest der dia- «antenen Hochzeit feiern. l . Aus Württemberg. (-) Degerloch, 16. IM. (Zugs entg lei sung.) Heute früh ist bei der Haltestelle Landhaus ein Motorwagen der Filderbahn entgleist, sodaß der erste Frühzug von Hohenheim nach Degerloch ausgefallen und die zahlreichen Arbeiter zu Fuß an ihre Arbeitsstellen gehen mußten. (-) Eßlingen, 16. IM. (Bon'der Getreideernte.) Die günstige Witterung mit den erfolgten rechtzeitigen Niederschlägen hat das Wachstum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse sehr gefördert, sodaß bereits mehrfach Roggen geschnitten und eingeführt werden konnte. Auch die anderen Getreidearten machen rasche Fortschritte, sodaß wir in kurzer Zeit vor der allgemeinen Getreideernte stehen. (-) Ebersbach a. F., 16. IM. (Frühe Ernte.) Hier wurde am Freitag von Landwirt W. Mayer der erste Dinkelwagen eingeführt. Ein seltenes Vorkommnis um diese Zeit. (-) Göppingeu, 16. IM. (Explosion.) Verschiedene Leute versichern, daß sie die am Samstag nachmittag in der Werffenbachschen Feuerwerkskörperfabrik in Stuttgart stattgefundene Explosion hier deutlich wahrgenommen haben. (-) Pfedelbach, OA.Oehringen, 16. IM. (Brand.) In dem eine halbe Stunde von hier entfernten Griet brach in dem einzelstehenden Gehöft des Gottlieb Küstner Feuer aus, das ftei der herrschenden Leutenot und bei dem Mangel an Wasser in kurzer Zeit das Gehöft vollständig einäscherte. Das Vieh und der größte Teil des Mobiliars und der Fahrnis konnte gerettet werden. Ueber die Ursache des Brandes verlautet nichts bestimmtes. Der Abgebrannte sollte gestern wieder zu seinem Truppenteil nach Gmünd zurückkehren. (-) Wildberg, OA. Nagold, 16. Juli. (Totgestürzt.) Ein russischer Gefangener, der wegen seiner Widersetzlichkeit in den Arrest verbracht worden war, ist während der Nacht ausgebrochen und von 2 §