Erscheint täglich, außer Sonn- ünä ? Keiertags s prelsr Monatlich. , - pfg. t vi-rtrl-Shrllch . Mk frei in» Haus geliefert UNS öoxberger Mzeiger Gelesenstes Tageblair oes baöiMea Saulaaöes — ... , .1 Anzeigen wrr-en mit Pfennig ' per einspaltige Zeile berechnet. ^ ' Sei mehrmaliger Aufnahme Kabaü i Postscheck - Konto 4054 , Karlsruhe hauptanzeigeblatt M sie seMe flöelsheim, Hoxberg u. deren Umgebun M HotzsubmWons- un» Verstrigerungs-Aazeiger für -ra Gbeawal» Gratis: prakt. Mitteilungen für >Ve«erb > (monatl.) u. Handel,Haus- u.LanöwirtschuD ». 206. Druck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telephon No. 18. Adelsheim, Mittwoch, 5. September 1917 Verantwortlich: A. Heppeler in Ädelsherm. Jahr«. 41. TaKerberichte WTB Großes Hauptquartier, 4. Sept. (Amtlich). Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: In Flandern war nachmittags die Kampstätigkeit der Artillerien an der Küste und zwischen Langemark und Warneton zu großer Heftigkeit gesteigert. Im Bogen von Ipern entspannen sich Kleinkämpfe im Vorfeld unserer Stellungen; dabei wurden einige Engländer gefangen Knornmen. Nachts griff der Feind nordwestlich von Lens an; er Lang vorübergehend in unsere Linien, aus denen er sogleich durch Gegenstoß vertrieben wurde. Heeresgruppe deutscher Kronprinz: In der Champagne stießen die Franzosen an der Straße Somme-Py-Somain nach Trommelfeuer vor. Unser Gegenangriff warf sie aus einem von uns geräumten Graben ^wieder hinaus. Der Feuerkampf vor Verdun nahm abends wieder große Stärke an; auch die Nacht hindurch lagen die Artillerien auf dem Ostufer der Maas im Wirkungsfeuer, Heeresgruppe Herzog Albrecht: Westlich der Mosel wurden von einer gewaltsamen Erkundung bei Remenauville französische Gefangene ein- ^ebracht. In der Nacht vom 2. zum 3. September bewarfen Msere Flieger Calais und Dünkirchen mit Bomben. Die Entstandenen Brände waren tagsüber zu beobachten. Dover «rrde gestern, Chatham, Sheerneß und Rumsgate wurden Heute Nacht durch unsere Flugzeuge mit Bomben angegriffen. Gestern sind 19 feindliche Flieger und zwei Fesselbalone ^geschossen worden. Rittmeister Freiherr von Richthofen errang den §1. Lustsieg; der vor kurzem wegen seiner Kampsleistungen Hm Vizefeldwebel zum Offizier beförderte Leutnant üller brachte seinen 27. Gegner zum Absturz. Oestlicher Kriegsschauplatz: Front des Geueralseldmarfchalls Prinz Leopold von Bayer«: Nach zweitägiger Schlacht hat die 8. Armee unter Führung des Generals der Infanterie von Hutier gestern das an mehreren Stellen brennende Riga von Westen und Südosten her genommen! Unsere kampfbewährten Truppen brachen überall den ! russischen Widerstand^und überwanden in ungestümem Drang ! nach vorwärts jedes Hindernis, das Wald und Sumpf j boten. , Der Russe hat seinen ausgedehnten Brückenkopf westlich ' der Düna und Riga in größter Eile geräumt; unsere ! Divisionen stehen vor Dünamünde, j Dichte, ungeordnete Heerhaufen drängen sich in Tag- ! und Nachtmärschen auf allen Wegen von Riga nach Nord- ! osten. i Südlich der großen Straße nach Wenden, zu beiden ! Seiten des Gr. Jaegel-Baches warfen sich in verzweifelten, ? blutigen Angriffen starke russische Kräfte unseren Truppen ? entgegen, um den Abzug der geschlagenen 12. Armee zu ! decken. In erbittertem Kampf erlagen sie unserem Sturm ; ! die große Straße ist an mehreren Stellen von unseren ! Divisionen erreicht; einige Taufend Russen sind gefangen, mehr als IS« Geschütze und zahlloses KriegsgerSt erbeutet. Die Schlacht bei Riga ist ein neues Ruhmesblatt der deutschen Armee! r ? Front des Generalobersten Erzherzog Joseph: Südöstlich von Czernowitz entrissen österreichisch-ungari- - sche Regimenter den Russen eine zähverteidigte Höhenstellung. ! Zwischen Sereth und Moldawa dauert die lebhafte ! Gefechtstätigkeit an. i ! Heeresgruppe des Seueralfeldmarschavs > von Mackeuseu: ! Bei Muncelul, nordwestlich von Focsani, scheiterten i l mehrere russisch-rumänische Angriffe verlustreich. ! j Mazedonische Front: ! ! Die Truppen der feindlichen Mächte wiederholten ihre ^ j Angriffe gestern nicht. ' ' Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Oer Kamps mit dem SchlagworL NM mit ehrlichen Waffen allein suchen unser« Gegner unter Englands Führung uns zu bekämpfen, su haben vielmehr durch Verleumdung, durch Lug und Trug ihre einzigen Erfolge insofern errungen, als es ihney «uf diese Weise gelang, die Mittelmächte, ihre Zieles ihre Kultur und ihre Kriegführung in der Welt zu verdächtigen und eine Anzahl von Neutralen zu sich hinüber und in den Krieg hineinzuziehen. Weitere Versuche, Zwietracht unter den verbündeten Reichen des Vierbundes z« säen, sind gescheitert, ebenso ihre geschickt ins Werk gesetzten Unternehmungen, die zuversichtliche Stimmung bei uns zu erschüttern und das Volk gegen Regierung und Heeresleitung aufzu Hetzen. Das von feindlichen Staatsmännern und Zeitungen in der letzten Zeit auffällig häufig angewandte Schlagwort von dem „Kampf der Demokratie und Freiheit gegen die preußisch-deutsche Autokratie" ist nichts weiter als ein derartiger Versuch. Es ist beachtenswert und bezeichnend, daß in der Botschaft des Präsidenten Wilson zum ersten Male offiziell der Gedanke verkündet wird, daß der Kampf gegen die Monarchische Regierung Deutschlands geführt werde und nicht gegen das deutsche Volk. Zwar hindert das die Vereinigten Staaten nicht, den Strick der wirtschaftlichen Abschnürung, welche natürlich in ihrer Wirkung die Völker der Mittelmächte treffen muß, noch schärfer anziehen zu helfen. Es wurde aber einerseits ein theoretisch gefälliges Schlagwort gebraucht, um dem Dankee die Beteiligung der Vereinigten Staaten am Kriege gegen die Mittelmächte auf seiten der Entente plausibel zu machen, und andererseits hoffte man, die Völker der Mittelmächte damit zu schrecken und zu verwirren, daß „die freien Demokratien für Völkerfreiheit und Kultur gegen die rückständigen und politisch unfreien Autokratien" so lange kämpfen würden, bis auch deren Völker von der Fron ihrer Dynastien und ihrer Monarchen, die man zu diesem Endzweck von Feindesseite als die verantwortlichen Urheber dieses Weltkrieges immer wieder hingestellt und angeklagt hatte, befreit sein würden. Es liegt Methodeindiesemperfide nSpiel. Ter Idee der Beseitigung der Monarchien gab der Ausbruch und bisherige Verlauf derrussischenRevo- lution staglos neue Nahrung. Nicht um dem russischen Volk irgendwelche Freiheiten zu bringen, haben Englands Drahtlicher in PeterÄwrrq die Revolution gemacht und Jeindsiche ZZrüder. Roman von Jost Freiherrn von Steinach. 82 Dann erklang aus dem Mmrde des Angeklagten ein lautes, mit fester Stimme ausgesprochenes: „Nein!" Ein allgemeines befriedigtes Aufatmen war die nächste Folge davon; es wäre doch auch zu niederträchtig von ihm gewesen, jetzt schon zu gestehen, wo man so gespannt auf die »eitere dramatische Entwickelung der Affäre «ar. Nun wandte sich der Vorsitzende auch noch an die Angeklagte, von der'e» Lippen ebenfalls ein „Nein" ertönte, nur leise und schüchtern abgegeben. „So wollen wir denn in die Verhandlung eintreten!" «riiite der Richter etwas unwirsch. Noch einige belanglose Nebenfragen, dann fragte er ziem- hch unvermittelt den Angeklagten, indem er ihn mit seinen Nicken durchbohren zu wollen schien: „Wußten Sie, daß Hhr Vater Sie enterben wollte?" Der Künstler konnte nicht umhin, diese Frage zu bejahen. „Weshalb hatte Ihr Vater dwse Absicht? Sie werden je- rki salls wissen, daß eine derartige Ausschließung nur unter gul >, besonderen Umständen möglich und gesetzlich erlaubt ist?" Der Angeklagte stand bebend da, und seine Lippen mur- l «eiten nur etwas Unverständliches. Da aber griff sein Anwalt in die Verhandlung ein, indem er meinte: „Ich bitte ; ^en hohen Gerichtshof, diese Angelegenheit hier anszuschei- ik», da sie mit der eigentlichen Sache nur im losen Zusammenhang steht." Doch gleich darauf erhob sich der Staatsanwalt, um heftig gegen eine solche Auffassung zu protestieren. - ,J»i Gegenteil, ich halte diese Ereignisse, die zu einem so E 1 arten Verfahren gegen den Erstgeborenen geführt haben, für st'chsr wichtig, um uns ein klares Bild von dem Charakter des § ^.geklagten machen zu können." r Ä Ter Gerichtshof stimmte seiner Ansicht bei, und der Prä- > k^eut fragte von neuem: „Erzählen Sie uns die Vorkonnn- Me. die zu Ihrer niutmaßlichen Enterbung geführt haben." „Ich bitte," entgegnete Otto, mir diese Erzählung zu blassen. „Ich wenigstens bin außerstande dazu." „Man rufe die'Zeugin. Frau Baronin von Ranzenberg, herein!" rief der Vorsitzende. Ein allgemeines „Ah!" ging hörbar durch die Reihen der Zuschauer, als die Gerufene emtrat, in tiefer Trauer und die matten Artgen vorr schwarzen Ringen umrahmt. „Sie können Ihr Zeugnis verweigern, wenn Sie wollen!" belehrte sie der Richter. „Ich werde »reine Aussage machen." Nachdem sie vereidigt worden war, ersuchte er sie, zu erzählen, ans welchen Gründen ihr Gemahl seinen Sohn zu enterben gedachte. „Es fällt mir ja schwer." begann sie mit leiser Stimme, „diesen Punkt zir berühren. Wir waren übereingekonnnen damals, gleich nach dem Geschehnis, für immer reinen Mund über die überaus peinliche Geschichte zu halten. Ich habe auch mehrere Male versucht, den Antrag zurückzuziehen, den »rein Rechtsbeistand einzureichen für notwendig gehalten hatte, ohne daß wir natürlich eine Ahnung besaßen, wer bei der Tat in Frage käme." „Zur Sache !" unterbrach sie der Richter. „Wir wollen jetzt weiter nichts Horen, als was auf die Enterbung Bezug hat." „Die Sache war die : Mein Stiefsohn brachte mir schon seit einigen Jahren eine offen zur Schau getragene Antipathie entgegen, für die ich keine Ursache ausfindig zu machen wußte. Ich hatte mir alle erdenkliche Mühe gegeben, ihn gefügiger und zutraulicher zu »lachen, doch all meine Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit prallte an seinem verschlossenen und mmnschen Wesen ab. Da er außerdem gegen den Willen meines Gatten einen Beruf ergriffen hatte, den dieser haßte, so war auch eine gewisse Spannung zivischeu Vater und Sohn entstanden, die dahin geführt hatte, daß mein Stiefsohn schon in einem früheren Testament auf Pflichtteil gesetzt war." „Die Zerigin vergißt hinznzufügen," fiel ihr hier der Verteidiger ins Wort, „daß der Angeklagte dieses Schicksal mit seinen beiden Brüdern teilte." Die Baronin warf ihm einen niißinntigen Blick zu, als sie erwiderte: „Allerdings, das bestreite ich nicht, doch das hat wohl mit unserer Allgelegenheit nichts zu tun." „Sehr richtig." sagte der Präsident, „fahren Sie in Ihrer Erzählung fort, doch bitte ich Sie. sich etwas kürzer zu fassen." „Trotz des gespannten Verhältnisses zwischen meinem Mann und seinem Sohn war es bisher nie zu ernstlichen Differenzen gekommen, außer daß ihn mein Mann einige Male anfgefordert hatte, mir mit mehr Ehrerbietung eutge- genznkommen. Da geschah eines Tages etwas, das meine» Mann in den höchsten Zorn versetzte, und ihn zwang, dem Angeklagten für immer sein Haus zu verbieten." F Bei diesen Worten beugte» sich alle Köpfe weit vor^ um ja nur kein Detail von der nun folgenden Geschichte zu verlieren dieser Geschichte, um die sich allmählich ein ganzer Legenden^ kranz gewunden hatte. Jetzt sollte der große Moment naben da auch die letzte Hülle vor» dem Gehemmis des Hauses Ranzeltberg fallen sollte. Die Zeugin machte eine kleine Panse, um Atem zn schöpfen, m diesem Augenblick aber Wirkens wie das Vorspiel zn dem hochtragischeu Effekt eines düsteren Dramas. „Fahrer, Sie fort." gebot der Präsident. „Ich hatte vor langen Jahren von meinem Gatten ei"- prachtvolle Brosche geschenkt erhalten; sie bestand ans m^re- ren ineinander gewundenen Schlangen ans Gold einem Wnn- derwerk moderner Goldschmiedearbeit, und in der Mitte der- selben war ein großer Solitär von besonderem Werte an "- bracht, ein grüner Diamant von seltener Schönheit. Ich trage ihn seit dem Hinscheiden meines geliebten Gatten immer bei mir. er bildet eine stete Erinnerung an meinen unermeßlichen Verlust. Hier ist er!" Und damit öffnete sic ihren Pelzmantel und zeigte ans das oben am Halse befestigte Geschmeide, das st« der Tat einen fast magischen Glanz ans- strö»ite. 238,20 „Ich hing selbstverständlich sehr an diesem kostbaren Juwel und pflegte eS fast niemals abznlegen. Eines Tages aber geschah dies dennoch, da meine Schneiderin zur Änproo: eines neuen Kostüms gekommen war. Ich lege ano den aus das im Speisezimmer befindliche Eichenbüfett und begebe mich in mein Zimmer wo mich meme Schneiderin bereits erivartete. Als ich nach einer W ,'e das Speisezimmer wieder betrete, steht der Angeklagte in der Nahe des Büfetts mit hochrotem Gesicht und versteckt di» linke Hand in der Rocktasche. Mein erster Gedanke gilt i> u r- l,ch der Diainantbrosche — sie ist fort, ist verschwunden das Haus Romanow gestürzt. Der wahre Zweck der Hilfe war, aus der russischen Regierung und damit aus dem Lande ein willenloses Werkzeug der Entente zu machen, die bei einem Austritt Rußlands aus dem Vierverband mit Recht befürchten muß, das Gebäude ihrer Kriegsziele zusammenfallen zu sehen. Beschränkt sich die Verbreitung dieser „Besreiuugsidee" durch die Presse in Wort und Bild zunächst auch auf die feindlichen und neutralen Länder, so fehlt es doch nicht an zahlreichen Versuchen und Unternehmungen unserer Gegner, auch die Völker der Mittelmächte, in Deutschland und L/esterreich-Ungarn, in antimonarchischem Sinn zu beeinflussen. Offenbar hat England auch auf diesem Arbeitsgebiet die organisatorische und finanzielle Führung. Nur zu gut wissen und erkennen unsere Gegner, daß sie bei dem Gelingen dieser perfiden Pläne und Versuche nicht nur die unerschütterlichen Mauern in West und Ost und Süd, an der bisher alle ihre Anstrengungen blutig zuschanden wurden, ins Wanken bringen und die Offensiv- und Tefensivkräfte unserer Heere lahinlegen, sondern daß sie auch die Grundlagen des geschichtlichen Werdens der Mittelmächte und ihres staatlichen Aufbaues treffen würden, wie auch ihre Widerstandskraft für die Zeit des friedlichen Wiederaufbaues ausschalten könnten. Solche Absichten verbergen sich hinter den gleiß- nerischenRe densarten, hinter denen dcr imperialistische Eroberungswille der großen Plutokratien, der Börsenfürsten, die die ganze Welt für ihre eigensüchtigen Zwecke versklaven wollen, hinter denen der Vernichtungs- Wille lauert, der vor allem das schaffensfreudige, begabte deutsche Volk, dessen Arbeit die satten monopolistischen Beherrscher des Weltmarktes um ihre mühelose Oberherrschaft zittern läßt, um die Früchte seines Fleißes bringen und es durch innerliche Zerrüttung und Verengung seiner Landesgrenzen völlig ruinieren will. Aber der Deutsche läßt sich durch schöne Redensarten nicht mehr einfangen und wartet, trotz Leid, Entbehrung und Not, mit der Waffe in der Hand und zum Zuschlägen bereit, bis die Stunde schlägt, die ihm den ehrenvollen, Selbstbestimmung, Sicherheit und Wohlfahrt des Reiches und seiner treuen Bundesgenossen verbürgenden Frieden bringt. Er hält nicht nur dem Ansturm der bewaffneten halben Welt unerschütterlich stand, er vermag auch den Kampf mit dem Schlag- vort zu bestehen, dessen gewollt verwirrende Wirkung versagen muß, da Volk und Heer von der Gerechtigkeit unseres Verteidigungskrieges und unserer Kriegs- und Friedensziele überzeugt sind. Das Friedensbedürfnis der Feinde Es kommt allmählich immer melr Licht in die Absichten der Entente. Tie Ueberzeugung, der wir schon vor längerer Zeit und wiederholt Ausdruck gegeben haben, daß nämlich die feindlichen Mächte trotz der Großsprechereien der Wilson, Lloyd George. Ribot, Sonnino und wie die politischen Schauspieler alle heißen mögen, tatsächlich am Ende ihres Könnens sind, und zwar hauptsächlich dank dem erfolgreichen Tauchbootkrieg und dessen vielseitigen Auswirkungen, — diese Ueberzeugung findet täglich neue Bestätigung. Es galt noch vor einem halben Jahre bei allen alliierten Regierungen und Völkern als ausgemacht, daß es keinen Frieden geben könne, ehe Deutschland nicht zerschmettert sei. In Dutzenden von amtlichen und außeramtlichen Kundgebungen, in der ganzen feindlichen Presse wurde dasselbe Thema bis zum Ueberdruß wiederholt. Heute bestehen noch Verträge, die nichts anderes bedeuten, als die Zerstückelung Deutschlands (Elsaß-Lothringen, das linke Rheinufer sollen an Frankreich, Ostpreußen an Rußland, Westpreußen, Posen und halb Schlesien an Polen, die Kolonien unter einer besonderen Form an England fallen), und seine völlige wirtschaftliche Ohnmacbtstcllung („Wiederherstellung" Belgiens, Nordfrankreichs usw.), ferner die Abdrängung Oesterreichs von der Adria und die Auflösung der Türkei. Das sind Tatsachen, die nach den Enthüllungen des Reichs- Keindkiche ZLrüder. Roman von Jost Freiherrn von Steinach. 83 Ein Gemurmel erhob sich bei dieser Stelle, so daß dieZeu- gin gezwungen wurde, ihre Rede zu unterbrechen. „°Jch bitte mir die größte Ruhe aus!" schrie der Vorsitzende, indem er einen wütenden Blick nach den Zuschauer- bäuken warf. „Im Wiederholungsfälle bin ich genötigt, den Saal räumen zu lasten. Ich ersuche Sie, fortzufahren!" sagte erdarauf im höflicher» Tone zur Baronin. „Ich mar außer mir vor Schreck; ich suchte krampfhaft auf der Tafel des Büfetts, blickte auf den Fußboden, ob der Schmuck vielleicht heruutergefallen — ich finde nichts. Meine Verzweiflung steigt, mein Blick fällt auf meinen Stiefsohn." ,Er steht bewegungslos da und steht nur immer meinem vergeblichen Suchen zu, ohne ein Wort zu sagen. Daraufhin frage ich ihn, ob er vielleicht einen Schmuck gesehen habe, der hier auf dem Büfett gelegen. Statt aller Antwort aber dreht er sich brüsk um uud will das Zimmer verlosten. Nu» kommt mir ein schrecklicher Verdacht; ich eile ihm voraus und rnfe meinen Gatten herbei, der sich zufällig im nahen Herren- zuumer aufhielt. Er kommt eiligst hinzu, ich erkläre ihm in- fliegender Hast, was mir passiert ist, »vorauf mein Gatte seinen Sohn ausforderte, seine Taschen umznkehren. Anfangs zögerte dieser, dann aber, als »nein Mann dringlicher wird, greift er in die Tasche — und — zieht wirklich meinen vermißten Schmuck hervor, den er wütend auf den Tisch schleudert. Tobe» schreit er mir zu: „Sie haben den Schmuck gestohlen, nicht ich!" und verläßt mit dröhnende»» Schritten das Zimmer. Das ist in wenigen Worten das Ereignis, »vie es sich abgespielt hat. Es gab meutern Gatten Veranlassung, seinem Erstgeborenen für ewige Zeiten das Haus zu verbiete»» und sein erstes Testament zu feine»» Ungnnsten unizustoßeu." „Und mit Recht!" fiel hier der StaatSamvalt ein. .Es war nichts anderes als ei»» Diebstahl, also ein Verbrechen, für das der Paragraph 2333 Absatz 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches in Frage kommt. Wenn der hohe Gerichtshof gestattet, so will ich den betreffenden PafluS. den ich bereits ausaeschlagen habe, vorlefen. ich glaube, daS eben Gehörte ist Kanzlers Dr. Michaelis nicht mehr weggelogen Werder können. Jetzt scheint die Entente ihre Pflöcke zurückgesteckt zu haben. Halbamtlich wurde neulich in englisches Zeitungen erklärt, England habe „niemals daran gedacht", Deutschland zu zerschmettern; es solle „nm"- Elsaß-Lothringen herausgeben (damit England in den Besitz der deutschen Eisen- und Kohlengruben kommt) und Belgien „wiederherstellen"; über die Kolonien könne man später reden, England liege nur die Wohlfahrt der schwarzen Bevölkerung am Herzen. So ließen sich noch eine ganze Reihe von Tatsachen anführen, die dafür sprechen, daß die Entente wirk» lich kriegsmüde wird, weil sie nicht nur die Aussichtslosigkeit ihres Kampfes zu Wasser und zu Lande begreifen gelernt hat, sondern weil sie zu der Erkenntnis sich gezwungen sieht, daß der deutsche Tauchbootkrieg au ihren Lebensnerv rührt und daß es dagegen keine Rettung gibt. Die Entente sieht sich, mit anderen Worten, in der Lage, Frieden machen zu müssen. In Rußland sind die Tinge auf einem Punkt angekommen, die die Fortsetzung des Krieges einfach unmöglich machen. Tie blutige Gewaltherrschaft Kerenskis, der übrigens eigentlich den deutschklingenden Namen Goldfarb tragen soll, stößt auf erbitterten Widerstand im russischen Volk, umsomehr, da immer klarer wird, daß Kerenski nur die Geschäfte der kapitalistischen Kadettenpartei besorgt. Tie russische Zensur unterdrückt jede Meldung über diesen inneren Kampf und läßt nur in die schreiendsten Regierungsfarben getauchte Berichte durch. So viel ist aber doch bekannt, daß die Regierung alle Kräfte anspannen muß, um sich in dem inneren Kampfe, der durch die Verschiebung der Wahlen zur verfassunggebenden Versammlung eine weitere Verschärfung erfahren hat. zu behaupten. Wie es in Italien und Frankreich steht, wissen wir; „der Brotmangel hat eine bedenkliche Höhe erreicht", meldete ein Türmer Bericht. Das sagt genug. In England steht es nicht viel besser, wenig und teures, dazu gesundheitsgesährliches Brot; und das Brot, das wir „Belagerte»»", dem Hiinmel sei Tank, billig und reichlich genug zur Verfügung haben, ist der eigentlichste Maßstab für die Widerstandskraft der kriegführenden Völker. Ist aber nicht nur die militärische, sondern namentlich auch die innere Lage unserer Feinde eine schwierige axworden, so hüten sie sich doch, das zuzugeben. Jin genteil, je größer die Gefahr, desto voller der Mund. Daher die letzten Reden Lloyd Georges und Asquiths über die angebliche Erfolglosigkeit des Tauchbootkriegs, über den unschätzbaren Wert der amerikanischen Bundesgenossenschaft, über den Reichtum der englischen Ernte — die tatsächlich eine Fehlernte ist —, übsr den unbeugsamen Willen der englischen Nation, den Feind völlig zu besiegen und was derlei verlogene Sprüche mehr sind. In England selbst macht Lloyd George mit seinem Theaterdonner so wenig Eindruck als Ribot und Sonnino mit ihren Spitzfindigkeiten in ihren Ländern, das beweist die tatsächlich gewaltige Mehrheit — nicht bloß 3000, wie Reuter melden mußte —, mit der sich die englischen Arbeiter im Gegensatz zu Lloyd Georges Politik gestellt haben durch den Beschluß nach Stockholm zu gehen, aber Lloyd George will auf Deutschland wirken; die Wirkung seiner letzten Reden war fast ausschließlich auf Deutschland berechnet und aus Deutschland erwartet er die Rettung, nachdem die Aufwiegelung der ganzen Welt sich als nutzlos erwiesen hat. Hat doch vor drei Jahren rin englischer Minister gelassen die Worte ausgespvochen: „der Dfieg mag ausgehen wie er will, wir werden Sieger »leiben". — Vielleicht kommt es auch anders. Nun ist viel vom Frieden die Rede, seit Papst Benedikt XV. seine Note an die Staaten hat hinausgehen asten. Es ist ganz bezeichnend, daß die feindliche Presse, oweit sie den Regierungsabsichten dient, diesseits' und enseits des Weltmeers wie auf ein Befehlswort gegen »ie Friedensnote wetterte und sie als bestellte Arbeit Deutschlands und' Oesterreichs darstellte. Die feindlichen Regierungen selber hüllten sich zunächst in vorsichtiges Schweigen. Jetzt treten sie allmählich aus ihrer Zurück- haltuna heraus: sie werden, so wird herablassend und für den Fortgang der Verhandlung von grundlegender Wichtigkeit." Er ergriff das Gesetzbuch uud laS folgendes vor: M!er Erblaster kam» einem Abkömmling de» Pflichtteil eutziehei», wenn der Abkömmling sich eines Verbrechens oder eines schweren vorsätzlichen Vergehens gegen den Erblaster oder besten Ehegattin schuldig macht." Mit triulnphiereuder Miene nahm er wieder seinen Platz ein, »vorauf der Präsident den Angeschuldigteu fragte: „Nun, was sagen Sie dazu? Geben Sie zu, daß sich die Sache so abgespielt hat, wie die Zeugin erzählt hat?" „Ja!" »var die allgemein verblüffende Antivort. .Na, da werden wir ja mit der weiteren Verhandlung wenig Schererei haben," meinte der erstere. .Also fahren wir fort!" Zu aller Ueberraschnng erbat sich Otto noch einmal zu der eben erledigten Angelegenheit das Wort. „Ja, Herr Präsident," sagte er mit fester Stimme, „aber eS ist nur eins dabei vergessen worden: Wieso ich dazu kau», dieses Juwel in die Tasche zu stecken. Nicht stehlen wollte ich eS, der Hiinmel beivahre mich davor! Es war in jene»» Augenblick weiter nichts als ein Akt der Unüberlegtheit, für den ich »nir auch später keine Rechenschaft zu geben wußte. Diese Frau da," damit zeigte er auf die Baronin, „hatte sich an die Stelle gesetzt, die mir durch »nein verstorbenes Mütterchen geheiligt »var. Ich haßte jene Frau, die nicht nur das Andenken an meine Mutter in dem Herzen meines Vaters verdrängt hatte, sondern auch »»ich selbst daraus zu verdrängen suchte, um nur einzig und allein für ihre eigenen Kinder Platz zn schaffen. Es ist ihr in der Tat nur zu sehr gelungen," fügte er hinzu. .Aber alles hätte ich ertragen, doch daß sie diesen Schmuck an sich trug, diesen Schmuck, der einst »»einer Mutter gehört hatte..." Die Baronin war kreideiveiß geworden. .Es »st nicht ivahr!" schrie sie dazwischen. .Mein Gatte hat ihn mir geschenkt." .Mag sein," sagte der Maker tieftrairrig, .daß »nein Vater verblendet genug »var, um sich auch so weit zu vergessen; ich aber, meine Herren, ich konnte nicht ruhig mit anseheu, wie diese Fran, die ich niemals als meine Mutter anerkannte, den init den üblichen Redensarten über die „edlen Absichten" gesagt, die Note wohlwollend prüfen, Wilson hat gar als kundiger Augur in die Einsamkeit des Meeres sich gx. flüchtet, um die Antwort aufzusetzen. Sollte ihnen das s» schwer werden? Dem Wortlaut nach vielleicht, denn es iedarf allerdings nicht geringer diplomatischer Geschick- ichkeit, die mannigfachen Blößen des Falschspiels mit dem löcherigen Mantel der Entente-Ehrlichkeit leidlich zu verdecken. Ter Reichskanzler Dr. Michaelis hat bestimmt versichert, daß von Seiten der Mittelmächte keiner, lei Einwirkung auf den Papst bezüglich der Friedensnot» stattgefunden habe. Das merkt jedes Kind. Wenn sich aber der Kanzler so ausgedrückt hätte: Eine Einwirkung aus den Heiligen Stuhl hat, soweit die Mittelmächt» in Frage kommen, bestimmt nicht stattgefunden? Nicht als ob der Papst sich hätte unmittelbar von der während des Kriegs und nur für den Krieg bei der Kurie errichtete»» englischen Gesandtschaft bei der Ausgabe der Friedensnote gegen Deutschland beeinflussen lassen; das hieße die ehrliche Neutralität des Papstes verneinen, auch dürfte die englische Diplomatie bei der diplomatisch erfahrenen Kurie nicht mit so plumpen Mitteln arbeiten. Aber daran kann kaum gezweifelt werden, daß der Papst über die allgemeine Lage der kriegführenden Länder und über die militärische Lage im besonderen falsch unterrichtet wird, der gleiche Vorgang, wie er bei den meisten Neutralen, die sich auf die Seite der Entente ziehen ließen, sich abgespielt hat. Was der Papst in seiner Note vorschlägt, ist in seinen Grundzügen nicht viel anderes, als was das unter der militärischen und wirtschaftlichen Notlage „ermäßigte" neue Kriegsziel der Entente will: Herausgabe Elsaß-Lothringens, Räumung und Entschädigung ! Belgiens und Frankreichs, Regelung der Polenfrage (wobei die Abtretung deutscher Gebietsteile an Polen offen bleibt), Erfüllung der italienischen Wünsche an der Adria, „Regelung" der Verhältnisse in der Türkei usw. Allerdings soll Deutschland seine Kolonien zurückerhalten. Darüber kann man nach den halbamtlichen englischen Auslassungen „reden", wenn die „Wohlfahrt der schwarzen Bevölkerung sichergestellt" ist. Nur könnte die Sicherstellung so lange Zeit in Anspruch nehmen und könnte sich so viel in den Kolonien geändert haben, daß sie für uns keinen Wert mehr haben. So ist streng genommen, wenig Unterschied zwischen dem Frieden Wilsons, bei den» es bekanntlich keine Sieger und Besiegte gibt, und dem Frieden des russischen Arbeiterund Soldatenrats „ohne Annexionen und Entschädigungen" und dem Vorschlag des Papstes, daß Recht vor Macht gehen soll. Deutschland hat kein Recht verletzt, es führt den Krieg, weil er ihr» aufgezwungen ist und es wird ihn nach den Kaiserworten bis zum Siege durchführen, denn es hat die Oberhand. Wenn trotzdem die Friedensnote Vorschläge enthält, die nur etwa aiu Platze wären, wenn »vir schon halb verblutet an» Boden lägen, so kann das, wie bemerkt, nur aus eine fein eingefädelte Irreführung des Heiligen Stuhls durch unsere Feinde zurückzuführen sein. Oder glaubt inan etwa, daß es Zufall sei, wenn die Engländer seit Mitte Juli „Siegesberichte" in die Welt flattern lassen, die an Verlogenheit alles dagewesene übersteigen, oder daß die Franzosen und Italiener in aussichtslosen Offensiven Hunderttausende von Menschen opfern? Dieses letzte Berzweiilungsmittel dient nur der Reklame, der Täuschung. So ist auch der Papst über die wahre Sachlage getäuscht worden und wir sind erfahrungsgemäß leider nicht in der Lage — frühere Unterlassungen rächen sich jetzt an uns selbst —, den Machenschaften der Lüge erfolgreich entgegeuzutreten. Während tatsächlich die Feind? des Friedens bedürftig geworden sind, stellen sie es so dar. als ob wir am Boden lägen, und die neutrale Haltung des Papstes möchte verhüten, daß wir vollends abgetan werden, wie der besiegte Gladiator in der Arena. Jetzt gilt es, die Augen sffen zu halten, damit nicht jener englische Minister Recht »ehält. geheiligten Schmuck an sich gerissen. Als ich ihn daliegenU, da fuhr mir plötzlich der ivilde Gedanke durchs Hirn: da lie i» es; das schmückt nuix eine wildfremde Person, dieses glitzeriwe Geschnleide, das einst für eine ganz andere bestimmt »var, nie eine, die ich liebte mit der ganzen Kraft ineiner Seele, au der ich hing mit allen Fasern »»eines Seins. Und da durchzucktes mich wie ein elektrischer Strahl, und ich faßte blitzschnell den Entschluß, den Schmuck zn mir zu stecken uud ihn zn vernichten. ihn zu zermorschen und in alle Winde zu streuen. Deshalb tat ich das, »oas mir damals und auch jetzt als ein Verbrechen «»»gerechnet ivird." Er schwieg, und selbst der Staatsanwalt konnte sich durch einen Blick in den Zuschanerraum überzeugen, daß die Verteidigung Ottos einen tiefen Eindruck auf das Publikum ge- »nacht hatte. Doch so leicht »vollte er sich den Sieg nicht aus der Hand winden lasten, und so fragte er in sarkastische»» Tone: „Und womit »vollen Sie beweisen, daß der Sch»»»/ früher Ihrer Mutter gehörte?" .Gestatten Sie, Herr StaatSamvalt." ergriff hier der Verteidiger das Wort, „daß ich Ihnen den Berveis ad oculus demonstriere. Hier," und bei diesen Worten griff er nach seinen» Platz und brachteein zusaliune»»gerolltes Bild zuin Vorschein- .Hier hat der Angeklagte zufälligerweise eine Pastellze»chn.»»g seiner Mutter entdeckt, auf der Sie ganz dentlich den betreffe» der» Schmuck sehen können!" Er ging mit dein aufgerollten Bilde an den Richtertisch und präsentierte es dort. Die Richter warfen einen lange» prüfende»» Blick darauf, indem sie ihn mit dein Original vergliche»,. Nach einigen Minuten sprach der Vorsitzende: „I» der Tat, der Schmuck scheint mit demjenigen identisch z» seur der» die Zeugin trägt." Ein Ah der Neberrasch»»ng ließ sich auf allen Bänken vernehmen, sodaß er einen erlieuten strengen Blick hiunbersaudte. Dann aber wandte er sich wieder zmn Angeklagten. „War»»» habe»» Sie damals, als Ihr Vater Sie auf dieser Tat ertappte, nicht diese für Sie günstigen Motive geltend geinacht?" „Wohl sagte ich meinem Vater dasselbe, wie Ihne», meine Herren, doch ohne Glauben bei dem zu finden. Dieses Bild aber, das allein beweiskräftig gewesen wäre, hatte ip damals noch nicht im Besitz." 236.20 De daß etn land in ( macht, r gang ül dende ^ damit k in die k Montag daß Ri Tic wo uns um dan zu hoch viel, wa handln»» wehr r» mer mi den. M Jahr a, Mackens nach St entbehrli Jef ein soll Tagen lungen , lauf in lich der mündet, alsbald > , zug war l FAuspeilsc ^'seinen I lichein V nördliche erwartete ins Wa» eine gaiy Punkt er aen, für Wert- U von russ unter de» fischen N es ging j etwa 50< deutscher bildet in völkerung den» Bise stand al Heu» Dem formatiori Tie etwa 750 Hrotestan Prozent Russen u Vorkeh Die a Kohlen-Kn ihren Folg auch Besor zuversichtlie äußerste Inzwischen nur eine Hohle, > sondern tc Ueferur Kohlen. T weisbar g iätsverbrau allgemein t u> diesem ° 8as zur > warmer M ist — auch sten Zimme Art auch : und — i 7 Peinlichste t i Der Bedari ( ausgeiioirmi der Elcktri »or demji (die Kricgsii ! betriebe. Die B Anschein nc kein Maße - >»»gnisse sir i tort offenb 7 Bunde-staati »der Beneid K kurz. Nachweislich Bundesstaat« den als ma Lagen» daunten als sthe oder Südens i Hon seit ! Poikltzrurgc kigc Berso die Zukunft Diese E Origen Erlci appheit drltcitigung nu» mehr ichten" >ar als ich gx. das s» enn es ieschick- ls mit leidlich hat be- keiner, nsnost ch abe» ag aus acht» mden? in de» ei de» usgab« lassen; »einen, natisch beiten. Papst er und unter- neisten ließen, e vor- >s, als » Not- : Her- digung (wobei bleibt), Riga in deutschem Besitz« Ter Tagesbericht vom 3. September liciß ahnen, daß etwas Bedeutendes auf dem Kriegsschauplatz in Kur» land in der Enttvicklung sei. Eine starke deutsche Kriegs-« macht, mehrere Divisionen, erzwang bei Uexküll den lieber-« gang über die hier einen recht ansehnlichen Strom bildende Tüna. Ein Blick auf die Kriegskarte lehrte, daß damit die Hauptstadt Kurlands, das stark befestigte Riga, in die Gefahr kam, völlig eingeschlossen zu werden. Am Montag abend lies denn auch schon die Meldung ein, daß Riga von den deutschen Truppen besetzt sei. Tiefer Teil der Ostfront hat seit dem Herbst 1915, wo unsere Heere bis zur Tüna vorgedrungen waren, um dann im Stellungskrieg zu verharren, die vielleicht zu hoch gespannten Erwartungen enttäuscht. Es ist nicht viel, was seitdem hier vor sich gegangen ist; die Kriegshandlungen waren beschränkt und bestanden in der Ab» wehr russischer Angriffe, die dann allerdings auch im. mer mit dem erfreulichsten Nachdruck niedergeschlagen den. Aber Hindenburgs Genie blieb doch fast ein volles Jahr an dieser toten Ecke festgebannt; der Turchbruch Mackensens bei Gorlice und der sich anschließende Zug nach Serbien hatte die Heranziehung aller irgendwie entbehrlichen Truppen an der Ostfront notwendig gemacht. Jetzt ist auch am nördlichsten Ende der Ostfront ein folgeschwerer Schritt vorwärts gemacht. Vor 14 Tagen etwa räumten die Russen freiwillig ihre Stellungen an der Aa, einem Fluße, der in seinem Unterlauf in einem Abstand von 25 bis 30 Kilometer westlich der Tüna fließt und in den Rigaischen Meerbusen mündet. Natürlich wurden die geräumten Stellungen alsbald von unseren Truppen besetzt. Der russische Rückwege-) ^zug war zwar nur ein Trugrnanöver Kerenskis zu neuer gs soll' JAuspeitschung des Krieaswillens in Rußland, aber in r kann ^ ? seinen Folgen ist er für uns von ganz außerordent- sungen ) ^ lichem Wert geworden. Tie russische Front ist auf dem kerung)! nördlichen Flügel durch die vom Feinde Wohl doch nicht lange erwartete tatkräftige Ausnützung der veränderten Lage nel in ins Wanken gekommen. Unsere eigene Front erfährt Wert eine ganz wesentliche Verkürzung und dazu ist ein Stützpunkt ersten Ranges in Stadt und Hafen Riga gewonnen, für Etappen und Tauchboote von unschätzbarem Wert. Riga, das in der russischen Revolution von 1905 von russischem, polnischem und lettischem Raubgesindel unter den wohlwollend dreinschauenden Augen der russischen Regierungsstellen arg mitgenommen wurde — es ging ja gegen die deutschen Kürländer —, dürste heute etwa 500000 Einwohner zählen, wovon etwa 200000 deutscher Abstammung sind. Ter deutsche Bestandteil bildet in jeder Hinsicht die obersten Schichten der Bevölkerung. Tie Stadt wurde 1201 von Lübek aus dem Bischof Albrecht von Buxhöwden gegründet stand als Hansastadt mit dem Deutschen Reich hem Deutschtum stets in innigster Berührung. Tie formation wurde 1522 eingeführt. Tie Bevölkerung von ganz Kurland dürfte ttwa 750 000 Einwohner zählen, davon sind 75 Prozent Protestanten (Deutsche und' lettische Bauern), etwa 17 Prozent Griechisch-Orthodoxe und Römisch-Katholische Russen und Polen) und 8 Prozent Juden. vischen Sieger beiter- fchädi- ht vor etzt, es lnd es durch- nn die Platze lägen, fädelte ide zu- Zufall richte" alles d Jta- >e von l dient Papst ir sind rühere -, den treten. Sürftig Boden te derer be- Augen Recht l lag. liegl eraoe nir n der zuckv chiu-li »er- eneni ls eü» durch Ber- n ge- t aus scheu» >inu^ Verls deinem cheiil- wuig -ffen- ntisch arge» l oec- »I- > serw »ver« rndte. arm» rppte, von und und Re- jetzt hnen. )lel'es ie ich !38.Ä> Vorkehrungen gegen die Kohlen-Knappheit Die andmiemde und fürs Eiste auch kaum zu beseitigende Kohlen-Knappheit hat bekauntiich — für sich selbst und In ihren Folge-Erscheinungen — viel Unzufri.de iheit, zugleich aber auch Besorgnisse und Erregungen hervorqcrufen, die man heute zuversichtlich als übertrieben bezeichnen darf. Gewiß ist äußerste Sparsamkeit, auch -es Einzelnen, notwendig. Inzwischen sind aber Maßnaiimeu getroffen worden, die nicht nur eine nötige Deckung des Bedarfs an Hausbrandkohle, und zwar für den ganzen Winter gewährleisten, sondern darüber hinaus auch eine alsbaldige stärkere Be- lieferung der Earanstaitcn und Elektrizitätswerke mit Kohlen. Dadurch wird es ermöglicht sein, die ja leider unabweisbar gewesene Einschränkung auch des Gas- und Elektrizi- iätsverbrauchs in den Grenzen des zwingend Notwendigen und allgemein Erträglichen zu halten, mit anderen Worten: auch « diesem Winter wird Jeder seine warme Stube, das nötige 8as zur Beleuchtung seines Woinraums und zur Bereitung «armer Mahlzeiten und — da, wo er darauf angewiesen : ist — auch den erforderlichen elektrischen Strom zur notwendigsten Zimmerbeleuchtung baden. Luxusbeleuchtuug irgendwelcher Art auch im privaten Haushalt, ist natürlich ausgeschlossen Md — wie immer wiederholt werden muß — äußerste peinlichste Sparsamkeit ein Gebot selbstverständlichster Pflichr. Der Bedarf an Haust , unökohlen wird vor jedem anderen, Msgeiiois.men natürlich der Kriegsbedarf, gedeckt, der Bedarf der Elektrizi.äts- und Gaswerke, nächst dem Hausbrand vor demjenigen irgendwelcher anderen nicht unbedingt für die Kriegführung notwendigen industriellen oder gewerblichen Betriebe. Die Besorgnis, die sich vielfach gezeigt hat, ist allem Anschein nach in Süddeutschland in besonders starkem Maße in die Erscheinung getreten. Die züdoeutschrn Be- ivgnisse sind indessen durchaus nicht gerechtfertigt. Man ist dort offenbar eine Zeitlang der Meinung gewesen, einzelne Bundesstaaten insbesondere eben sie Süddeutschen kämen bei der Verteilung der zur Verfügung stehenden Kohlenmengen »kurz. Fu Wahrheit ist Las genaue Gegenteil zutreffend. Nachweislich sind gerade in -er .ctzieil Zeit die süddeutschen ^Bundesstaaten vergleichsweise stärker mit Kohlen bedacht worden als manche anderen Rcichsteile, die, infolge von Bcrkchrs- i»nd Lageiungsschwicrigdeilen, weniger gut versorgt werden 'Konnten als etwa Bayern und Württemberg. Eine grundsätz- Ahe oder auch nur zeitweilige Benachteiligung des »Üde ns ist völlig ausgeschlossen. Auch hier haben Aon seit längerer Zeit die zuständigen Berliner Zeutralsteuen Bo>kihruvgcn getroffen, die rin« unbedingt glei chmä- 8ge Versorgung aller Teile des Reichs für jetzt und für -ir Zukunft geuährlcisteii. Diese Gleichmäßigkeit wird — in Verbindung mit den Adrigen Erleichterungen — die Gesamtbeuölkerung und die Koh- »ckkrappheit «me der vielen Prüfungen, die der Krieg zur ^Uci-jgung des Vaterlandes auferlegt, leichter tragen lasse«. M mehr als eine Knappheit handelt es sich nicht. Neues vom Tag. ) Fliegerübersall aus Lahr. Karlsruhe, 4. Sept. Heute Mittag bewarfen l feindliche Flieger die offene Stadt Lahr mit Bomben, durch i die 2 Personen getötet und 3 schwer verletzt wurden. § Der angerichtete Sachschaden ist gering. Ei« Linieudampfer gefuuke». ! Kapstadt, 4. Sept. (Reuter.) Der Linieudampfer ? City Athens ist auf der Höhe von Kapstadt auf der Fahrt j von Newyork am 10. August mit voller Ladung gesunken. ; Von den 97 Passagieren sind 17 ertrunken. Das Nnter- ; suchungsgericht stellte als Ursache das Auflaufen aus eine - Mine fest. Dem Kapitän wurde sein Fahrterlaubnisschein ) auf 6 Monate entzogen. > Stürmer gestorben. i Petersburg, 4. Sept. Der ehemalige Ministerpräsident l Stürmer ist im Alter von 77 Jahren an Urämie gestorben. Livland und Esthland - von der Zivilbevölkerung geräumt. ! Schweizer Grenze, 4. Sept. (z. K.) Nach Schweizer Meldungen aus London berichtet die Morningpost aus ! Petersburg, die Gouvernements Livland und Esthland ! wurden aus militärischen Gründen von der bürgerlichen ! Bevölkerung und den Bauern geräumt. Das Konsulat in i Reval trifft Anstalten zur Uebersiedelung nach Petersburg. Aus Stadt und Land. ** Adelsheim, 5. September 1917. — Verwundet wurde durch einen Bauchschuß Heinrich Grimm. Sohn des August Grimm dahier. Grimm stand 26 Tage lang ununterbrochen im heftigsten Granatfeuer vor Verdun. Er befindet sich z. Zt. in einem Lazarett in Nürnberg, woselbst er seiner Heilung entgegensieht. — Der Berkehr mit Wein. Eine Bekanntma- chung des Reichskanzlers verbietet Weinversteigerungen, soweit es sich nicht um eigenes Gewächs handelt. Hierdurch sollen die wilden Versteigerungen unmöglich gemacht werden, die in letzter Zeit in steigendem Maße von Personen veranstaltet wurden, die im Frieden mit dem Weinhandel nichts zu tun gehabt haben und die Versteigerungen zu dem Zwecke veranstalten, um sich übermäßige Gewinne in einer schiver nachzuprüfenden Weise zu verschaffen. Ferner wird 8er Weinhandel einer besonderen Erlaubnispflicht unterworfen, die vom 20. September ab gilt. Dieser besonderen Erlaubnis bedürfen Personen, die auf Grund der sogenannten Kettenhandelsverordnung eine Erlaubnis zum Handel erhalten haben, nicht, wenn sich die erteilte Erlaubnis ausdrücklich auf Wein erstreckt. Vom 10. September ab ist ferner für jeden Verkauf von Wein, Traubenmaische, Traubenmost und von Trauben, die zur Kelterung bestimmt sind, von dem Verkäufer dem Käufer eine Bescheinigung über Art, Herkunft, Menge und Preis zu erteilen. Die vor Erlaß der Verordnung abgeschlossenen Vorverkäufe werden für nichtig erklärt. Kaufverträge über Weintrauben am Stock, Traubenmaische und Traubenmost, sowie Wein aus der Ernte 1917 sind erst von einem bestimmten Zeitpunkt ab zulässig, der von den zuständigen Behörden für die einzelnen Gemarkunaen bestimmt wird. _ ! — Hirrbettbttrgfeier «uv Hinbeitbnrgspende Am 2. Oktober d. I., als den 70. Geburtstag des Genei ralseldmarschalls von Hindenbnrg, soll allen, die dai Herzensbedürfnis haben, dem Jubilar ihre Dankbar« keit, Liebe und Verehrung zum Ausdruck zu bringen, hierzu durch eine würdige vaterländische Veranstaltung Ge- legenheit geboten werden. Allenthalben werden sich zi diesem Zwecke Ausschüsse bilden. Außer den öffentlicher Feiern mit Festrede, Vortrag von Liedern, musikalische». Darbietungen sind auch Schulfeiern, kirchliche Veranstaltungen, sowie die Pflanzung von „Hindenburgeichen^ ; als Formen der Tankkundgebung ins Auge gefaßt. Mst der öffentlichen Feier kann nach Befinden eine Samm- j lung in der Form verbunden werden, daß für bevor» ^ zugte Plätze Eintrittsgelder erheben werden und zunj Schluß der Veranstaltung eine Tellersammlung statt» ! findet. Ter Ertrag der Sammlung soll als Hindenbnrg- gäbe dem Jubilar zur freien Verfügung für ihm be» sonders am Herzen liegende Zwecke der Fürsorge über- ! reicht werden. An der Spitze der Gesamtveranstaltung steht der Reichskanzler. . — Dir Finanzen Deutschlands nach dem Kriege. In 0er vaterländischen Versammlung, die am 1. September im Sieglehaus in Stuttgart jtattsand, gab Prof. Ziegler von der Techn. Hochschule in Stutgart sol- folgenden Ueberblick über die Finanzlage Teutschlands na^ dem Kriege: Einschließlich der 7. Kriegsanleihe sind 72 Milliarden für den Krieg verausgcwt, dazu kommen Zahlungen an Bundesstaaten und Gemeinden mit 15 Milliarden, Vergütungen an Private 6, an Ostpreußen und Elsaß 2 Milliarden, zusammen etwa 95 Milliarden. Diese Summe erfordert eine jährliche Vcrsin- - sung von 4,7 Milliarden, ferner 1,5 Milliarden Renten ! für Kriegsbeschädigte, 0,5 Milliarden für Wehransbau, also ' eine jährliche Gesamtbelastung von 10,5 Milliarden ein» i schließlich des Friedenshaushalts von 3,5 Milliarden ! Daraus geht hervor, daß wir drei- bis vierfache Steuer» i lasten bekommen müßten, wenn wir keine Kriegsentschä« ' digung erhielten. ! — Die Verteilung von Hulfenfrüchten. Bei j dem Kriegsernährungsamt, der Reichshülsenfruchtstelle und j der Reichsgetreidestelle, der im neuen Wirtschaftsjahr ! die Bewirtschaftung der Hülsenfrüchte obliegt, gehen neuer- ! dings zahlreich^ Anträge von Händlern, industriellen Wer- ! ken usw. auf Sonderzuweisungen von Hülsensrüchten ein. ; Vielfach wird auch um die Genehmiaung gebeten, Hülsen- srüchte gegen Bezugsschein ireihändia auikailie:» LN dür- s sen. Me derartigen Gesuche sind "zwecklos' unsi müs- - sen ausnahmslos abgelehnt werden, da bekanntlich sämt- ! siche Hülsensrüchte für den Kommunalverband, in dessen i Bezirk sie gewachsen sind, beschlagnahmt sind. Alle i Landwirte haben hiernach ihre Hülsenfrüchte mit Ans- ) nähme der ihnen ausdrücklich zur eigenen Ernährung als Saatgut belassenen Mengen restlos an die Kommissionäre ihres Kommunalverbands oder an die der Neichsgetreidestelle abzuliefern. Tie abgelieferten Mengen gelangen, soweit sie nicht für Heer und Marine i bestimmt sind, nach einem einheitlich aufgestellten Plan j russcbließlich durch die zuständigen Behörden zur Ver- i eilung. - — Rutikelrnverr-Spmat. Tie Blätter der Run- ! kelrüben geben ein vorzügliches Gemüse, das nur wenig Kochkunst bedarf. .Es ist kräftig und schmeckt besser i als Mangold. Tie groben Stiele werden weggeschnitten, ) das Gemüse wird abgekocht und dann in der Fleisch«. - Maschine genau wie Spinat gemahlen, dann wird es i bnt etwas Fett oder Butter und Salz nach Geschmack ! stodürisiet- Man kann dieses Gemüse auch mit eine» ! Mehlbrenne anmachen. j (-) Sennfeld, 5. September. Dem Kanonier Karl ! Krämer, ein Sohn des Landwirts Cb. Krämer dahier, s der verwundet in einem Feldlazarett liegt, hat für tapferes Verhalten in der Schlacht vor Verdun das Eiserne Kreuz 2. Klaffe erhalten. Dem tapferen Krieger herzlichen Glückwunsch zu seiner ehrenden Auszeichnung und baldige Genesung. ! (-) Mosbach, 4. September. Auf die durch den j Tod des Herrn Stadtpfarrers Meerwein erledigte hiesige > Pfarrstelle wurde Herr Dekan Bischer von Neckarelz ' ernannt. (-) Vad Kreuznach, 3. Sept. Heute ereignete sich > in dem nahe gelegenen Orte Rüdesheim ein Unglücksfall. Die Bedienungsmannschaften der elektrischen Dreschmaschine versuchten den Dreschmotor an die Hochspannleitung anzuschließen, anstatt an die fast nebenanliegende Ortsnetzleitung. 2 Leute, die das Anschlußkabel hielten, sind tot, während der Maschinenführer, der auf der Leitung stand und die Leitung anhängen wollte, schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wurde. (-) Kehl, 30. Aug. Nach zweitägigen schweren Starrkrampfanfällen starb das neunjährige Söhnchen eines im Anfang des Krieges vor dem Feinde gefallenen Offiziersstellvertreters. Der Kleine hatte sich, barsußgehend, einen in einem morschen Stück Holz steckenden rostigen Nagel in die Fußsohle getreten und hierbei sich nicht unerheblich verletzt. Er kam diesechalb bereits am darauffolgenden Tage in ärztliche Behandlung. Die Heilung der Wunde schien auch anfangs günstig zu verlaufen, bis sich nach Ablauf einer Woche plötzlich Starrkrampf einstellte, welcher den Kleinen unter schweren Leiden hinraffte. (-) Lichteufels (Bayern), 1. Sept. Die Papiernot zwingt das hiesige „Tageblatt", einen Teil seiner Auflage bis auf weiteres aus farbigem Papier herauszugeben. — Das „Staffelsteiner Tagblatt" gibt bekannt, daß es infolge der Papiernot und der hohen Papierpreise bis auf weiteres zweimal in der Woche nur zweiseitig erscheinen wird. (-) Wein heim, 4. Sevt. Aus dem Weschnitztal wird dem „Weinheimer Anzeiger" geschrieben, daß dort augenblicklich auf den Bahnstationen ein ganz enormer Verkehr mit Obst herrscht. Tausende von Zentnern Aepfeln werden täglich verladen und gelangen in die Marmeladefabriken, wo sie verarbeitet werden. Tie Einnahmen der Obstzüchter sind bei den hohen Preisen zum Teil ganz fabelhaft. (-) Sückingen, 4. Sept. Am Rechen des Kraftwerks Rhina sind im Laufe dieses Sommers auffallend viele Leichen Ertrunkener aeländet worden. In den letzten Wachen wurden die Leichen eines 27jahrigen Zimmermanns und eines 20jährigen Tienstmädchens, beide aus ! der Schweiz gelandet. ! (-) Böblingen, 1'. Sept. (Kuhdieb.) In der ; Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurde aus dem ! Stalle des Möbelfabrikanten Tieterle eine Kuh zu steh- ! len versucht. Ter Dieb wurde aber bei der Arbeit gestört, ließ das Vieh im Höf stehen und ging davon. (-) Baihingen a. E., 2. Sevt- ^BesitzWechsel.) Das hiesige Elektrizitätswerk ist um den Preis von - 250000 Mk. an den Leimfabrikanten Karl Conradt übergegangen. Mit der Uebergabe tritt eine Verbilligung des Strompreises ein. (-) Gerabrsnn, 1. Sept- (Wassertürm.) Ein Jahr nach Friedensschluß soll in der Nähe des Bahnhofs ein 30 Meter hoher Wasserturm, dessen Fassungsraum 300000 Liter beträgt, mit einem Aufwand von 81000 Mk., wovon die Nährmittclsabrik 55 000 Mk. bestritten will, errichtet wird. (-) Mengen, 1. Sept. (Käseschmuggel.) Gestern wurde hier vom Landjäger ein Fuhrwerk angehalten, Säs 5 »/z Zentner Backsteinkäse führte. Demselben Schmuggler waren vor einem halben Jahre hier 10 Ztr. läse abgenommen worden. ^ (-) Oberndorf, 3. Sept- (Teuerungszulage.) Von der Wafsenfabrik Mauser wurde bekanntlich den Arbeitern eine Teuerungszulage von 1 Million Mark verwilligt. Wie der „Schwarzw. Bote" berichtet, wurde über die Verteilung dieser Summe nunmehr ein« Einigung erzielt und die Lohnbewegung, die wegen dieser Frage einige Zeit gedauert hatte, abgeschlossen. Demnach erhalten Lehrlinge, jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen unter 16 Jahren pro Monat 6 Mk., ledig« Arbeiter und Arbeiterinnen über 16 Jahren mit einem Monatsverdienst bis 300 Mk. 12 Mk., über 300 Mk. 8 Mk., verheiratete Arbeiter und Arbeiterinnen bis zu 300 Mk. 16 Mk., über 300 Mk. 10 Mk., für Kinder bis zum 14. Jahr werden monatlich 4 Mk. gewährt. Diese Zulage übersteigt die Million uni 127 000 Mk. Für Donnerstag und Freitag ist trockenes, heiteres tagsüber warmes,, nachts kühles Wetter zu erwarten. Letzte Nachrichten Wolfs-Telegramme. Abendbericht. 2) Deutsche Marineflugzeuge haben am 3. September die Hafenanlagen von Kolina (Donaumündung) erfolgreich mit Bomben angegriffen. Zwei starke Brände im Hafengebiet konnten beobachtet werden. Ter Chef des Admiralstabs der Marine. Eure-et-Loire vollständig niedergeschlagen. Auch bei Belon- im Departement Gironde, bei Levier im Departement Toubs und in verschiedenen Ortschaften im Jura sind die kanadischen Holzfällerbataillone damit beschäftigt, Frankreichs Wälder auszuroden. Berlin, 4. Sept., abends. (Amtlich.) Im Westen auflebende Gefechtstätigkeit. Im Osten wurden die Russen über die livländische Aa zurückgeworfen Diinawünde ist vom Feinde ge« räumt. Auszeichnungen. Großes Hauptquartier, 4. September. S. M. der Kaiser haben dem General Ludendorff anläßlich der Einnahme von Riga das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub und Schwertern verliehen. S. M. der Kaiser empfingen heute den Erzherzog Karl Albrecht nach seiner Reise an die Westfront, sowie den türkischen Marine- minister Dschemal Pascha. S. M. verliehen dem letzteren den Orden Pour le Merite. Ferner nahmen S. M. die Meldung des stellvertretenden Militärattachees im Haag, Major von Schweinitz, entgegen. Richthofens 6V. Gegner besiegt. Berlin, 4. Sept. Rittmeister Freiherr von Richthofen hat seinen 60. Gegner im Luftkampf besiegt. Die zehnte feindliche Fliegerabteilung liegt zerschmettert am Boden, überwunden von dem einen Mann. Unsere Feinde haben ihm keinen gleichen.gegenüberzustellen, wir haben aber viele, die ihm gleichen an Schneid und überlegener Ruhe, denen gegenüber für unsere Feinde erhöhter Einsatz an Zahl gleichbedeutend ist mit erhöhter Zahl der Verluste. ll-Loolersolge. Berlin, 5. Sept. (Amtlich.) 1) U-Boote der Mittelmächte haben im Mittelmeer wieder erfolgreich gearbeitet und 16 Dampfer mit einem Gesamtraumgehalt von fast 65 000 Tonnen versenkt. Unter diesen befinden sich die bewaffneten englischen Dampfer „Hathor" (3823 Tonnen), „Kilwinning" (3071 Tonnen), „Nairu" (3627 Tonnen) „Winlanton" (3270 Tonnen). Die meisten versenkten Dampfer waren tief beladen, mehrere mit Lebensmitteln, einer mit 4000 Tonnen Kohle, Brandöl in Fässern und Flugzeugbestandteilen. 5 wertvolle Dampfer hat ein österreich-ungarisches U-Boot, Kommandant Linienschiffsleutnant Ritter von Trapp, in 7 Tagen aus gesicherten Geleitzügen heraus- geschossen.__ Zum neuen englische« Neutralitätsbruch. Kopenhagen, 4. Sept. Aus Bjerregaard wird berichtet, daß 3 der gestrandeten deutschen Minensucher bereits derart versandt sind, daß nur noch der obere Teil der Maste aus dem Wasser heroorragt. Nur das Schiff „Admiral Schröder" liegt unverändert auf den kleinen Inseln im Südteil des Ringköbing-Fjord. Etwa 20 englische Geschosse wurden gefunden, die nicht explodiert sind. Die Leiche des ertrunkeneu Oberheizers Kleber wird auf dem Kirchhof von Kaurvig beerdigt werden. Der englische Konsul in Fredericia war gestern in Bjerregaard, um den Schaden zu besichtigen, der durch die englischen^Geschosse angerichtet worden ist. Dm? Kanadier als Holzfäller in Frankreich. Berlin, 4. September. Um dem dringenden Bedarf an Grubenholz und Bauholz für Schützengräben, Unterstände und Baracken abzuhelfen, sieht sich Frankreich genötigt, seine Wälder abholzen zu lassen. Ueber eine Reihe von Departements sind kanadische Arbeitsbataillone zerstreut, die häufig mit Unterstützung deutscher Kriegsgefangenen die Arbeit des Abholzens verrichten. So wird der Wald von Drenr im Departement 1600 Personen umgekommen. Kopenhagen, 4. September. Die hier eingetroffenen russischen Zeitungen enthalten ausführliche Einzelheiten über die furchtbare Brandkatastrophe, von der Kasan am 28. August heimgesucht wurde. Mindestens 1000 Personen sind umgekommen. Vier Vorstädte wurden gänzlich eingeäschert. Während des Brandes erfolgte eine Reihe von Explosionen, die an Stärke Zunahmen und eine große Anzahl von Gebäuden in die Luft sprengten und zwar mit solcher Kraft, daß die Erde Risse aufwies wie bei einem Erdbeben. Später hat sich herausgestellt, daß auch mehrere Munitionsfabriken in die Luft geflogen sind. ßrßyem Preis r Unwetter in England. Bern, 4. Sept. Nachrichten aus allen Teilen Englands melden, daß schwere Regenstürme am 27. August nach einer längeren Periode nassen, sonnenlosen Wetters einen verderblichen Einfluß auf die Ernte gehabt haben. Laut Daily Mail gibt der Generaldirektor des Lebens- mittelamtes Lee die Lage als äußerst ernst an. Bisher ist weniger als ein Drittel der Ernte eingebracht worden. Ganz England ist durch das Unwetter stark mitgenommen. Dazu greift die Kartoffelkrankheit um sich und an vielen Orten fängt es auf den Feldern an zu faulen. Papier ist eine der wichtigsten Waffen im Kampfe um unsere Existenz! Darum schränke deinen persönliche« Verbrauch eia Papiermangel heißt „Sorge" Papiernot „Elend" Drum spare Papier! Hlll »ratis: Dchentl.) K. 26 WTB. He In s Küste un! Vekanntina^hnng! Gewerbeschule betr. Wegen Schließung sämtlicher Schulen durch Gr. Bezirksamt kann der Gewerbeschulunterricht vorläufig nicht beginnen. Adelsheim, den 4. September 1917. Bürgermei st eramt: Trefz. Bekanntmachung. Die Gewinnliste der Badischen Rote Kreuz-Opfertags-Geld-Lotterie ist gestern, den 4. September ds. Js., auf dem Rathause dahier eingetroffen, woselbst sie zur Einsicht offenliegt. Adelsheim, 5. September 1917. Bürgermeisteramt: Trefz. VekairirtinaHniiK Aeldhut betreffend. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß es streng verboten ist, Obst aus fremden Grundstücken aufzulesen. Zwecks strenger Durchfübrung der Feldhut wurden vom Gemeinderat 15 Personen aufgestellt, die die Feldhut im Ehrenamt versehen und angewiesen sind, jeden zu ihrer Kenntnis gelangenden Fall von Feld- und insbesondere Obstfrevel zur strengen Bestrafung anzuzeigen. Adelsheim, den 28. August 1917. Bürgermeisteramt: Trefz. Wohnung z« vermieten. Die Wohnung im Gemeinde schafhaus, bestehend aus S Zimmer«, Küche, Keller, Stall und Speicher ist ab 15. Oktober ds. 3s. zu vermieten. Näheres ist beim Bürgermeisteramt zu erfahren. Adelsheim, den 31. August 1917 Bürgermeisteramt: Trefz. Eine Partie gedeckter Rinder some Arbeitsstiere abzugeben Selgentaler Hof, P s S ck ch - Telephon Amt Adelsheim Nr. 15. - Lmpksdle Is üuslitäten. liilssvkinenöls, Lerkuker^sinv vier. Lnnsl Vogslmsnn Olgastrasse; 9, tt«Htt,i»vnn. Gefunden wurde auf der Senufelder Straße in der Nähe von Sennseld ein Portemonnaie mit Inhalt. Dasselbe ist abzuholen in der Expedition dieses Blattes. Bestellungen auf GartkllsMkkkikn und Runkel samen für Frühjahrsbedarf werden jetzt schon entgegengenommen. Bei größerem Bedarf Großhandelspreis. Samenhandlung Ernst Schneider Adelsheim. Spreirer. (Spelzspreu, Dinkelspreu, Grünkernspreu etc.) sind lt. Gesetz abzuliefern an die für diesen Bezirk allein beauftragten Aufkäufer. M. L 3. Friedberger, Neidenstein, Gabriel Karlsruher, Mannheim. iiodlensvksufvln Kodlvnlölkel Koklenfüller Koklenbeolten iierttröste iierttringe 6rnpk>-ttlsn L. lindert L Lomp. Kttslsksüm. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiliiiiiiimiiii flauen, Kärste, Lodsukein, Kadein, flevden emptebleu O lindert L Lomp. I»l»II»IIM»IIM»»II>»II»I Realprsgynmafiuiir Buchen Beginn des neuen Schuljahres: Mittwoch, 12. September 1917. Anmeldung neuem!retender Schüler und Schülerinnen an diesem Tage von 8—16 Uhr im Geschäftszimmer des Direktors unter Vorlage des Geburts- und Impfscheins sowie des letzten Schulzeugnisses. Aufnahmeprüfung am Donnerstag, 13. September, vor. vormittags 8 Uhr an. Schülerinnen, die das 7. Schuljahr der Volksschule besuchten, kann die Aufnahme in die Quarta mit Befreiung vom Lateinunterricht gestattet werden. Gr. Direktion: Kretz. ^Iiiliiiiiiiiliiinit Mim»»»»»»»: Spar- Mi» MiljskMllssk Mechmgkll K Ausdehnu Znfanteril H Vor Few'rkany hielt auch Sehr würfen be An e angegrifse 22 s Leutnant Obft-Bersteigeruug. Am 11 - Tkplemdkt, Mw. 18 Uhr dkMNkuil versteigere ich den Ertrag von cirka 400 Baumen insbesondere Aepfel. A. Klein, Gutspächter S^^^of, Amt Boxberg. Z klm-kmis t. Kml> i Unser beabsichtig Diin, « unsere erreicht. Ter schritten. Ulten sind osten. Ter Von ! Ampfhant Keine Ter E ^ kL8ikok r. kälei- LoxdSNg 6s8tkok r. Kiffer- ^ Ter s »griff bei — ^talixr für msttei-nen Xaku- — 7 ^ rieben, Liornkieren, Regulierung. 28 Zslinig« kack- ^ — tätigtest, Asksnttlung. ^ ^ jetten k>s»sg v II—8 Uttn. ^ n ^niuelttungen rvertten in tter Kpslkvlr« H gegengenonrmen. ent- — ÜMlimniillilM N „Nun c tiefen Geg Lte hierbei 8ie auf ei Bnecht vei 0on neben ügentlichei ten jeden fl Nicht. Es ist >! fieide zu sei ren, nn !anm bei «ud Sie!" nimmt jederzeit Spareinlagen entgegen mit einer Verzinsung von 4°/o, und in Höhe von Mark 15 000 auf ein Buch, gibt Darlehen auf erste Hypothek und übernimmt Liegeufchaftskanffchillinge nach Uebereinkunft »«»Kassentage:»»» Montag, Mittwoch u. Freitag von Mittags 13—4 Uhr — Telephonrnf Nr. 1.- '..Ich hl «unstler be ^ Zinm Postscheckkonto Karlsruhe Nr. 3916 Der Verwaltungsrat. - „So we Mcht lache! Ein gef! lichten. „Sie sch > Akten l ine Schi ich nun daß ich „Aus di Mo nicht d Nrsetbe nu Tas jni weren K srtner. ai «Hch enlbin