zelnen engen, r- Für c. a die rößere lelehre kästen, chalter beson- l Ver chreib- «rsihemt räglich, außer Sons- unS ; Zeierkogs « Preis, Monatlich. . . pfg. vierteljährlich . Mk j stet ins Haus geliefert Rnzetgen werden mit Pfennig per einspaltig» Zeile berechnet. > Sei mehrmaliger flufnahmr Radar? Postscheck-Konto 4SS4, Karlsruhe Helrfenftes Tageblaü öes vaüischev vamaKöeL Sratisr flmtlichev verkunöigungsblatt g^vöchentl.) Illustriertes Sonntags - Slatt yotzsubmijfions- und versteigerungs-^nZeiger für -en O-enwal- Gratis: prakt. Mitteilungen für Gewerk (monatl.) u. Handel,Haus» u.Landwtrtjchaf Druck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telephon No. 18. Verantwort!! A. Heppeler in Adelsheim. Nr. 208. Adelsheim, Freitag, 7. September 1917 Jahrg. 41 WTB. Großes Hauptquartier, 6. Sept. (Amtlich Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: ! In Flandern blieb die Kampftätigkeit der Art tillerien stark, vor allem zwischen dem Houthoulsterwald« und dem Kanal Ipern-Eomines. Nach Einbruch der Dunkelheit griffen die Engt ^ länder zwischen den von Ipern auf Poehlcapelle uns Zonnebele führenden Straßen zeimal mit starken Kraft ten unsere Linien an. Beide Angriffe brachen im Feuer und Nahkampf verlustreich und ergebnislos zusammen. Heeresgruppe deutscher Kronpri'-z: Beiderseits der , Straße L ao n —S o i s son s und im östlichen Teile des Chemin-des-D ames war di« Feuertätigkeit zeitweise bedeutend gesteigert. Am Abend stieß nach Trommelfeuer französische Infanterie südwestlich von Pargny-Filain vor, kam aber in unserer Abwehr- Wirkung nicht bis an unsere Hindernisse. Bei Bauxaillon und am Winterberg verliefen - eigene Erkundungen erfolgreich; Gefangene wurden eingebracht. Starkem Feuer nördlich von Reims folgte gegen Bois-Soulains ein Teilangriff der Franzosen; sie wurden znrückgeschlagen. In der Champagne war die Gefechtstätigkeit in einigen Abschnitten lebhaft. Bor Verdun dauert der starke Artilleriekampf, besonders auf dem Ostnser der Maas, an. Bisher keine Jnfanterietätigkeit. In der Nacht vom 4. zum 5. September griffen unsere Flieger London, Southend und Margate an. Brandwirkung der abgeworfenen Bomben wurde erkannt. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Ueber dem Festland find gestern 14 feindliche Flieger und ein Fesselballon abgeschossen worden. Leutnant Boß errang den 46. und 44. Luftsieg. Oestlicher Kriegsschauplatz: Front -es Generalfeldmarschakls Prinz Leopold von Bayern: Vor der Front der 8. Armee haben die Russen den Rückzug nach Norden und Nordosten in Eile fortgesetzt. An der Düna hat der Feind seine starken Stellungen bis Friedrich st adt geräumt. Tie bei unserem schnellen Vormarsch bisher nur unvollständig festzustellende Gefangenenzahl und Beut« beträgt 120 Offiziere, über 7500 Mann, 180 -Geschütze, 200 Maschinengewehre, mehrere Panzerkraftwagen und sehr zahlreiches Kriegsgerät aller .Art. Front des Ger-eraksborW Er h r:oq Joseph: In der nordwestlichen Moldau zeitweilig lebhafte Mrtillerietätigkeit und Vorseldgesechte. Heeresgruppe des Ge drrrarschalls von Mackensen: In den Bergkn nordwestlich von Focsani scheiterte >in rumänischer Vorstoß bei Muncelul, von einem eigenen konnten Gefangene zurückgeführt werden. Mazedonische Front: Westlich des Prespa-Sees waren deutsche, östlich >cs Toiran-Sees bulgarische Erkundungsunternehmen von Erfolg. Ter Erste Generalauartiermeister: Ludendorff. . Ueber die Einnahme von Riga sind nun auch die Beschreibungen der Mut-Berichterstatter cingelaufen. Aus llen geht hervor, daß die Eroberung der Stadt, di« rch einen weiten Gürtel der stärksten Befestigungen geritzt war und von einem zahlreichen Heere verteidigt urde, an das Wunderbare grenzt. Ter Sturm war von der Oberleitung der 8. Armee bis ins einzelnste vorreitet und wurde von den Trmppenführern und den »mdaten mit einer mathemanjchen Pünktlichkeit und ver küssender Schnelligkeit ausgeführt. Tie stärksten Weh en waren von den Stürmenden in kürzester Frist über ältigt. Tie Artillerie, die Minenwerfer und vor allen auch die Flieger waren am Kampfe hervorragend be< heiligt- Auch Kriegsschiffe griffen vom Rigaischen Mcer> iusen her mit bestem Erfolg in den Kampf ein. Abe' »geachtet der wilden Flucht fanden die Russen dop stoch so viel Zeit, ihrer Zerstörungs- und Mordbrenner tust die Zügel schießen zu lassen. Beute liegt in Mengt umher, Geschütze und Abwehrkanonen, Zelte und Wagen< Munition überall zerstreut. Tie Stadt Kekkau hat schwel gelitten. In Riga sprengten die Russen die Brücken, die Bahnhöfe, Depots, Fabriken. Die Stadt war i» Rauch und Qualm gehüllt. Immer neue Brände wirbelten auf. Tie Läden sind in der ganzen Stadt geplündert, die Scheiben zertrümmert. Das Innere de« Stadt, die Kirchen, öffentlichen und Privatgebäude bliebe» aber so ziemlich verschont. Tie Zeit reichte nicht mehr« sie in Asche zu legen. An der Zerstörung scheinen sich auch die russisch-lettischen Bataillone und das zivile inter< nationale Gesindel, das in der großen Handels- und Im dustriestadt lebt, hervorragend beteiligt zu haben. Als Prinz Leopold von Bayern mit seinem Stabe in die erobe- te Stadt einzog, wurde er mit stürmischen Hochrufen empfangen. Tie freudige Begeisterung der befreiten Bal- ten, die seit zwei Jahren bei Strafe der Verbannung öffentlich kein deutsches Wort mehr reden durften, war! unbeschreiblich. Deutsche Lieder wie „O Deutschland hoch in Ehren" erklangen auf den Straßen bis in die Nacht hinein. Tie deutschen Truppen, die mit klingendem Spiel und singend stnmarschierten, wurden mit brausendem Jubel begrüßt. Schade, daß Wilson und Lloyd George nicht Zeuge der Szmen sein konnten. Tie eilige Flucht der Russen wird in der Richtung der Straße Wenden—Walk in Livland fortgesetzt, dichtauf verfolgt von der deutschen Reiterei und den Vortruppen. Tie Russen haben ihre starken Düna-Stellungen bis Friedrichstadt, rund hundert Kilometer südöstlich von Riga, geräumt, die Auflösung der russischen Front dürfte aber mit dem Vordringen der Deutschen in Livland noch weiter greifen. Tie Kriegsbeute beträgt bisher rund 8008 Gefangene, 180 Geschütze, 200 Maschinengewehre und zahlreiches Kriegsgerät. — Tie Angriffe der verstärkten Russen und Rumänen in der Moldau sind abgeschlagen. An der Westfront sind eine Reihe von feindlichen Angriffen bei Ipern, an der Aisne, bei Reims und in der! Champagne verlustreich zusammengebrochen. Nach Mitteilungen französischer Blätter, werden die Engländer und Franzosen, um Riga zu rächen, demnächst einen ganz großen Generalangriff machen. Schon einmal haben die eitlen Franzosen Rache für etwas genommen, was sie nichts anging; die berühmt gewordene „Rache für Sadowa" ist ihnen aber 1870 sehr schlecht bekommen, Hoffentlich ergeht es ihnen und den Engländern diesmal ebenso. Zur Strafe für die niederträchtigen Luft- und Artillerieangriffe auf offene deutsche oder besetzte Städte, z. B. Thiauville, durch Engländer und Franzosen ist von deutscher Seite nun einmal gründlich Vergeltung geübt worden. London und eine ganze Anzahl englischer Städte, ferner Tünkirchen, Calais und das Hinterland von Verdun wurden mit Tausenden von Kilogramm Bomben be- ivorfen und den Feinden schwerer Schaden zugefügt. Unsere Bombenflieger haben in der Nacht vom 3. zum 3. und vom 3. zum 4. September ganze Arbeit gemacht. Ein Bombengeschwader warf in der Nacht vom 2. zum 3. September 7150 Kilogramm Bomben aus die Bahn- und Hafenanlagen von Tünkirchen. Ihre Wirkung zeigte sich in großen Bränden und Explosionen. In der folgenden Nacht griff ein Geschwader Hafen, Bahnanlagen und Festung Calais mit 6500 Kig-.ar, ! Sprengstoff an und verursachte einen großen , . des noch nach mehreren Stunden zu sehen 'war. Ein anderes Geschwader wählte erneut das Hintergelände der Schlacht* front Verdun zum Ziele. In fast'siebenstündigen ununterbrochenen Flügen bewarf es Ortschaften, Unterkünfte und' Waldlager mit 15 0(f0 Kilogramm Sprengstoff. Tie Flugzeuge gingen dabei auf niedrigste Höhe herunter und konnten bei dem fast taghellen Mondlicht die Lage und Wirkung ihrer genau gezielten Bombenwürfe einwanlr- frei beobachten. In Souilly, Lemmes und Tngny wurden zahlreiche Volltreffer in den Zielen erkannt. In einem Waldlager bei Thierville brach ein großer Brand aus. In Chärny entstanden große Explosionen. Feuernde Batterien, dlbwehrgeschütze und Scheinwerfer wurden mit dem Maschinengewehr beschossen. Wo sich ans der Straße und in Ortschaften Truppenverkehr zeigte, wurde er unter Feuer genommen. Mehrere Flugzeuge unternahmen in der Nacht vom 3. zum 4. September einen neuen Angriff auf England. Tie Kriegshäfen Chatham und Sherneß, sowie der wichtige Handelshafen und Stapelplatz Ramsgate wurden ausgiebig mit Bomben beworfen. Abwehrgeschütze und Scheinwerfer konnten unsere Flieger nicht an der Erfüllung ihrer Aufträge hindern. Ter Stockholmer Korrespondent des „Allgemen Handelsblad" erfährt von russischer Seite, das; es an der Front von Riga zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen einem russischen Bataillon und einem lettischen Scharfschützen-Bataillon kam. Viele Soldaten wurden getötet und verwundet. Die Ereignisse im Westen. Der französische Tagesbericht. WTB. Paris. 6 Sept. Amtlicher Bericht von gestern tachmittag: Im Laufe des gestrigen Abends machten die deutschen nach lebhaficc Beschießung Angriffe auf die Hoch- «äche von Cascmate. Durch unser Feuer abgehaiten, konnten sie Angreifer nicht an unsere Linien herankommen. In der Lhamgapgne schlugcn wir einen feindlichen Handstreich nördlich vom Helmberge zurück. Uns dagegen gelang ein Handstreich nordöstlich vom Pöy berg. Wir machten Gefangene. Aus beiden Maasufern wurde der heftige Artilleriekampf während beb Nacht fortgesetzt. Im Over-Elsaß Patrouillengefechte im Ab« schnitt von Sept. — Heute nacht warfen deutsche Flugzeuge von neuem auf Sanilätstruppen hinter der Front von Verdun Bomben. Es wurden Tote und Verwundete gemeldet- Aus Bar-le-Duc wurden ebenfalls zahlreiche Geschosse abgeworfen, die einige Opfer unter der bürgerlichen Bevölkerung forderten, ln der Nacht des 4. September wurden 5 deutle Flugzeugs durch Flieger äögeschosfe.i,- 5 andere wurden schwer beschädigt und stürzten in die Linien ab. Ein elftes Flugzeug wurde durch Maschinengewehrfeuer abgeschossen. Als Vergeltung für die Bombardierung von Sanirätstruppen durch den Feind, warfen zwei unserer Flugzeuge letzte Nacht auf T r i e r Bomben ab. Außerdem führten Unsere Bombardierunasflugzeuge zahlreiche Unternehmungen gegen die Bahnhöfe Roulers und Pitthcm, das Fluggclcinde von Ghistellcs, die Munitionslager von Thourout, wo eln heftiger Brand ausbrach, die Kaserne von Lahr, das Fluggelände von Sch lei ist adt und di« Werke von Hagendingen aus. Abends: Am Vormittag machten die Deutschen nach heftiger Beschießung zwei Angriffe auf die Hochfläche von Californien, die wir abschlugen. Ein Offizier blieb in unserer Hand. Lebhafte G < >'impfe auf beiden Maasufern. Der englische Tagesbericht. WTB. London. 6- Sept. Heeresbericht von gestern vor. mittag: Eine feindliche Streifabteilung wurde ln der Nach- ba> schüft von Anncntieres zurückgeschlagen. Ein Streifzug gegen die Portugiesen war ebenfalls erfolglos. Die feindliche Ar- tillerir war tätig bei Lens. _ Der Krieg mit Italien. WTB. Wien, 6. Sept- Amtlich wird verlautbart vom 6. September 1917: Italienischer Kriegsschauplatz: Gestern vor 12 Tagen begannen die Italiener mit ihren großen Angriffen gegen den Monte San Gabriele. Auf engem Raum lies Tag und Nacht die Infanterie von mindesten 8 italienischen Brigaden Sturm. Vorgestern erreichte das Ringen seinen Höhepunkt. Ter Fels.-ipsel wechselte in hin- und herwogendem Kampf mehrmals den Besitzer. Scharf« Gegenstöße faßten den Angreifer und entrissen ihm den vorübergehend gewonnenen Boden. Gestern mittag war dar Monte San Gabriele wieder voll in unserer Hand. Mends wurde ein starker Angriff blutig abgeschlagen. Italienische Truppenansammlungen im Tale stellen weitere Kämpfe in Aussicht. — Oestlich von Görz wiesen wir Teilangrifse zurück. Auf dem Südteil der Karsthochflächs dauerte die Schlacht den ganzen Tag an. Ter Italiener wurde aus seinen vordersten Gräben geworfen. Unsere brave Infanterie behauptete sich in den eroberten Li- nien siegreich gegen Me Versuche des Feindes, seinen Mißerfolg durch starke Gegenangriffe wett zu machen. Tie Zahl der am 4. und 5. September in diesem Kampfraum eingebrachten Gefangenen ist auf 160 Offiziere und über 6300 Mann gestiegen. — Triest war abermals das Ziel zweier italienischer Luftangriffe. M Der Krieg zur See. ^ Schiffsverluste. Rotterdam, 6. Sept. Nach dem „Maasbobde" ist der englische Dampfer Marmion (6066 ART."! gestrandet. Die Schoner Couisto und Willis and Guy (200 BRT.) und das französische Schiff Alma strandeten und wurden wrack. Ter Fünfmaster City of Guston, erst kürzlich von einer Werft in Orange (Texas/ abgeliefert, wurde in Mobile durch einen Brand vernichtet. Das schiff hatte Ladung nach Italien. Genf, 6. Sept. Tie Regierung der Vereinigten Staaten hat eine neue Reihe von beschlagnahmten deutschen Schiffen umgetauft. „Vaterland" wird „Leviathan", die „Kronprinzessin Cecilie" „Mount Vernon" und „Kaiser Wilhelm" „Agamemnon" genannt. London, 6. Sept. (A . tnch.) Ein feindliches Unterseeboot erschien gestern abend 6.45 Uhr auf der Höh« von Scarborvugh und feuerte 30 Lagen ab, wovon die Hälfte an Land einschlug. Drei Personen wurden getötet, fünf verwundet. Ter Sachschaden ist gering. London, 6. Sept. Wie die Admiralität bekannt gibt, sind in der letzten Woche 20 Schiffe über und 3 unter 1600 Tonnen versenkt worden, 9 sind erfolglos angegriffen worden. Neues vom Taqe. Der Reichstag gegen Wilson. Berlin, 6. Sept. Wie verlautet, wird der Reichstag bei seinem Miederzusammentritt am 26. September eine Kundgebung gegen die Note Wilsons veranstalten. Der Stockholmer Kongreß. Kopenhagen, 6. Sept. Berlingske Tidende meldet, der Stockholmer Sozialistenkongreß werde um mindestens zwei Monate verschoben werden. Haag, 6. Sept- Ter Gewerkschaftskongreß in Blackpool nahm mit 2 8499 000 gegen 91000 Stimmen dev Beschluß an, daß, die Stockholmer Konferenz im Augenblick keine Aussicht auf Erfolg biete. Der Fliegerangriff auf London. London, 6. Sept. Bei einem Luftangriff auf London wurden in der letzten Nacht 11 Personen getötet, 82 verletzt. " - Wilson immer unverschämter. Haag. 6. Sept. Dem „Nieuwe Courant" wird aus Washington gemeldet, das Staatsdcvaetemcnt habe bekanntgegcben, daß die Bereinigten Staaten nicht die Entfernung der Dynastie Hohcnzoüern a's Bo.ausjetzung für Friedensvcrhandlungen ver- langten. Amerika würde sich damit zufrieden geben, (!) wenn Inner politische Reformen in Deutschland cingeführt würden, durch Ne die Ehrlichkeit des Auftretens Deutschlands gegenüber Anderen Nationen gewährleistet würde. Man wünsche Deutschland nicht eine bestimm-e Regierungsform vorzuschlagen. Ame- tika würde selbst darüber entscheiden, ob die in Deutschland riugeführten Rcso men als genügende Grundlage zu Friedens- Verhandlungen erscheinen. Washington, 6. Sept. Tie Regierung leiht Eng- 'aud und Frankreich je 100 Millionen Dollars. Petersburg durch Luftangriffe bedroht. Schweizer Grenze, 6. Sept. (z. K.) Nach Londoner Meldungen berichtet „Daily Mail" aus Petersburg: Nach der Eroberung Rigas gilt Petersburg als durch Luftangriffe bedroht. Die Militärbehörden erließen die ersten Aufrufe mit Verhaltungsvorschriften an die Zivilbevölkerung. Auflösung der 12. russischen Armee. Schweizer Grenze» 6. Sept. (z. K.) Nach Petersburger Meldungen der „Daily Mail" wird die zurück- gegangeue 12. russische Armee auf Befehl der provisorischen Regierung aufgelöst und wegen Feigheit vor dem Feind aus den Listen der Gesamtarmeen gestrichen. Die ^ruppen- verbände der 12. Armee werden anderen neu zu bildenden Heereskörpern zugeteilt. „Bauernfänger". Unter dem Titel „Bauernfänger" schreibt in der schwedischen Zeitung „Vidi" vom 15. August ein Mitarbeiter: „Ich hatte früher eine illustrierte Wochenschrift, die aus Schwedisch in London gedruckt wird und „wohlwollenderweise" uns zu dem auffallend billigen Preise von 10 Oere überlassen wird. Die letze Nummer dieser Arbeit trug als Molto den Wahlspruch: „Große britische Siege in Ost und West". Die Engländer strengen all ihre Kräfte an, um etwas in uns hineinzuschreien, was es niemals gegeben hat. Von „großen britischen Siegen" hat man während des ganzen Krieges noch nicht reden hören, und das Merkwürdige an dem Inhalt des Heftchens, das die angeblichen Siege illustrieren soll, ist, daß darin nicht ein einziger Name eines einzigen Platzes steht, wo die Briten eine entscheidende Schlacht gewonnen hätten. Es gibt eine Art, sich zu benehmen, die wir Schweden als Bauernfang bezeichnen. Die Engländer wenden sie an, so gut sie können". Gegen einen Verzichtskie-e». Tie Ortsgruppe Hannover des Unabhängigen Ausschusses für einen deutschen Frieden hielt eine Sitzung ab, in der sie die politische Lage besprach. Das Ergebnis mar die folgende Entschließung: „Wir achten die Persönlichkeit Benedikts XV., der aus ernster religiös-sittlicher Gesinnung der Welt einen gerechten und dauernden Frieden schaffen möchte; wir achten auchsseine Würde, denn er ist das kirchliche Haupt eines großen Teiles unseres Volks: wir wünschen ebenso innig wie er das Ende des furchtbaren Krieges herbei: aber unser Gewissen zwingt uns doch, als deutsche Männer q e g e n die Fricdcnsbedingungen, die er vorschlägt, entschiedensten Einspruch zu erheben. Denn die idealen Grundvoraussetzungen, auf denen sie beruhen, stehen in einem verhängnisvollen Widerspruch zu der wirklichen Welt, die uns umgibt, und mit der wir doch rechnen müssen. Die Einzelbestimmungen, die der Papst vorschlägt, würden das Deutsche Reich in wirtschaftlichen Ruin und in die schwersten nationalen und militärischen Gefahren, namentlich von Westen her, stürzen, ja, den jetzigen Bestand seines Gebietes in Frage stellen. Die meerbeherrschende englische Flottenmacht, für die England sicher mit Erfolg geltend machen würde, daß sie „zur Aufrechterhaltung der Ordnung" in seinen weit über die Erde zerstreuten Gebieten notwendig sei, und die jetzt fast durchgeführte wirtschaftliche Einschnürung Deutschlands durch England und seine Verbündeten würden bestehen bleiben, ebenso wie auch die Vergewaltigung der Türkei und die Verkürzung ihres Gebietes durch England. Das Deutsche Reich wäre also zu dauerndem wirtschaftlichen Siechtum verurteilt. Die vom Papste vorgeschlagene Rückgabe der deutschen Kolonien an uns wäre kein genügender Gegenwert, zumal auch sie nur soweit zu behaupten wären, wie es England gefiele. England hätte gesiegt, ohne uns besiegt zu haben, Ehre und Vorteil Deutschlands wäre einem weltfremden Idealismus zuliebe geopfert. Darum lieber Kampf bis zum äußersten, als ein die deutsche Zukunft vernichtender Friede!" Aus Stadt m»d Land. ** Adelsheim, 7. September 1917. — Die Ruhr greift in hiesiger Stadt, obwohl alle Vorbeugungsmaßnahmen zu ihrer Verhütung getroffen werden, immer noch weiter um sich, so daß es jetzt nahezu 30 Kranke sind, bei denen definitiv die Ruhr festgestellt ist. Todesfälle infolge dieser Krankheit sind bis heute 4 zu verzeichnen. — Im allgemeinen kann in Deutschland jetzt ein Nachlassen der Ruhrerkrankungen festgestellt werden. Wie wir an zuständiger Stelle erfahren, sind die Neuerkrankungen nicht auf eine Einschleppung zurückzuführen sondern sind auf die dauernd vorhandenen heimischen Herde zurückzuführen. Bereits im Vorjahre hatte die Krankheit eine gewisse Ausdehnung erlangt, doch ist die Zahl der Erkrankungen im Winter zurückgegangen, um dann in diesem Jahre infolge der Hitze von neuem aufzuflackern. Mit der gegenwärtigen Ernährung hängt die Krankheit nur insofern zusammen, als ein durch schlechte Ernährung geschwächter Körper ihr eine geringere Widerstandskraft bietet. Durchgehends ist die Krankheit sehr leicht aufgetreten, sodaß sie durchaus nicht immer erkannt wurde. Das ist, zum Teil auch der Grund, daß sie diese Ausdehnung erfahren hat. — Die neue Oelverordnung. Die Verordnung hat in den landwirtschaftlichen Kreisen zu einer großen Beunruhigung geführt. Während nach der Verordnung vom 23. Juli 30 Kilogramm von der Beschlagnahme freibleiben, wird mit der neuen Verordnung die ganze Erzeugung der Oelfrüchte beschlagnahmt. Man ist von allen Seiten vorstellig geworden, aber hat nichts weiter erreichen können, als die Zusicherung, daß ein gutes Oel zu billigen Preisen den Erzeugern von Oelfrüchte« gegeben würde. Immerhin darf man die Hoffnung, daß der frühere Zustand wieder hergestellt wird, noch nicht ganz aufgeben, da auch die badische Regierung beim Kriegsernährungsamt dahin vorstellig geworden ist, daß die Landwirte bis zu 30 Kg. der selbstgebauten Oelfrüchte auch dann noch schlagen lassen dürfen, wenn die betreffenden Mühlen weiter betrieben werden können. Dieses Weiterbetreiben wäre dann möglich, wenn sie mit Wasserkraft arbeiten und die erforderlichen Arbeitskräfte besitzen. — Vorbildliche Obstversorgung. Aus Dingels dorf wird der „Konstanzer Ztg." geschrieben: Mit geradezu verschwenderischer Freigebigkeit hat uns Mutter Natur Heuer mit O b ft beschenkt; dabei sind die Bäume so gesund und die Früchte gehen bei der feuchtwarmen Witterung so schön und vollkommen der Reife entgegen, wie selten in einem Jahre. Während in der St adt immer mehr Erbitterung einzieht über die starren Höchstpreise, die es unmöglich machen, allgemein einen kleinen Winter- vorrat anzulegen, schimpft man auch auf dem Lande über die als ungerechtfertigt hoch erkannten amtlichen Preise und die anderen gesetzlichen Maßnahmen, die den Obstverkehr hemmen und den Baumzüchter befürchten lassen, die reiche Obsternle nicht absetzen zu können. Damit der rege Handelsverkehr zwischen hier und unserer Nachbarstadt sich mit dem Spätobst fortsetzen lasse, wurde in einer Gemeindeversammlung eine erfreuliche Einigung erzielt, die für andere Orte vorbildlich sein möge. In hochherziger Gesinnung gegen die minderbemittelte Stadtbevölkerung verzichteten die hiesigen Bürger auf die verlockenden. Höchstpreise, und die Stadt Konstanz verpflichtet sich zur Abnahme unserer gesamten Obsternte bei folgenden Gruppenpreisen pro Pfund je nach Sorte und Beschaffenheit: Tafelobst 8, 10, 12 und 15 Pfg-, erstklassige Tafelbirnen 16 Pfg., Mostobst 6—7 Pfg., Fallobst 5 Pfg. Es wird kein amtlicher Aufkäufer bestellt, sondern der Obstabsatz wird vermittelt durch die Liefrrstelle der hiesigen landwirtschaftlichen Hausfrauenvereinigung. Dabei bleibt es den Obstzüchtern unbenommen, mit Bc- förderungsscheinen des Bürgermeisteramts Obst auf den Konstanzer Wochenmarkt zu führen. Möge auf dieser Grundlage der Vertragsabschluß in beiderseitigem Interesse eine Ueberbrückung der bedauerlichen Gegensätze von Stadt und Land bilden! (-) Bödigheim, 6. Sept. Das Jndividium, das seinerzeit die unsittlichen Angriffe auf hiesige Frauen ausübte, wurde in der Person des Otto Stumpp von Assamstadt, Bezirk Borberg, ermittelt. (-) Würzburg, 5. Sept. Die Stadtverwaltung verkauft an die hiesige Bürgerschaft Birnen und Zwetschen zu Preisen, die man eigentlich für unmöglich halten sollte. Eßreife Birnen kosten 10 und 14 Pfennig und Zwetschen gar nur 12 Pfennig das Pfund. Um alle Bürger befriedigen zu könven, erhält vorerst jeder Kopf der Familie ein Pfund Obst. Letzte Nachrichten. Wolff-Telegramme. Abendbericht. Berlin, 6. Sept., abends. (Amtlich.) Nordöstlich von Apern und bei Lens sind starke engl. Teilangriffe gescheitert. Bei Verdun dauert der Artilleriekampf an. Im Osten wurden russische Nachhuten bei Neu-Kaipen und südwestlich Nitau, 70 Kilometer östlich Riga, von unserer Kavallerie geworfen. Die neue Schlacht in Flandern. Berlin, 6. Sept. In der neuen seit einigen Tagen tobenden Artillerieschlacht in Flandern vermochten die Engländer bisher trotz größter Massierung von Batterien nicht, die Feuerüberlegenheit zu erringen. Die ersten Jnfanterie- angriffe, die sie am Abend des 5. September der Artillerieschlacht folgen ließen, führten zu einer schweren eng» lischen Niederlage. In der Gegend östlich Apern hatte die britische Artillerie ihr Fener dreimal zum Trommelfeuer gesteigert. Dann begannen um 10 Uhr engl. Angriffe aus der Gegend von Saint Julien. Zusammengefaßtes Feuer wies die Sturmwellen bereits größtenteils vor den deutschen Stellungen ah. Was bis an die Gräben gelangte, wurde im Nahkampf zurückgeworfen. Um 11 Uhr wiederholten die Engländer ihre Angriffe mit dem gleichen Mißerfolg. Dagegen stieß eine deutsche Patrouille erfolreich östlich Armentieres vor. Die Verfolgung der Russen. Berlin, 6. Sept. Im Osten ist an der kurländischen Front die deutsche Kavallerie durch Sumpf und Wald der in Richtung auf Wenden abziehenden 12. russischen Armee auf den Fersen, während die deutsche Flotte den Rigaischen Meerbusen beherrscht. Die stündlich steigende Beutezahl läßt die wachsende Bedeutung des großen deutschen Erfolgs bei Riga immer deutlicher erkennen. Angriff auf Dünkirchen und England. Berlin, 6. September. (Amtlich.) 1. In der Nacht vom 4. zum 5. September haben Marineflugzeuge militärische Anlagen von Dünkirchen und St. Pol mit insgesamt 2300 Kg. Bomben angegriffen. Brände und Detonationen wurden beobachtet. 2. Eines unserer Unterseeboote hat um 4. September abends den befestigten Hafenplatz Scarborvugh an der englischen Ostküste ausgiebig mit Granaten beschossen. Zahlreiche Treffer und Brandwirkung wurden einwandfrei beobachtet. Der Chef des Admiralstabs der Marine. IS M SM verseil«. Berlin, 6. Sept. (Amllich.) Im Atlantischen Ozean, im Aermelkangl und in der Nordsee haben unsere Unterseeboote wiederum 7 Dampfer mit 19 500 Bruttoregister-' tonnen vernichtet, darunter die englische U-Bootsfalle 8 (früher englischer Dampfer „Vala"), einen unbekannten Dampfer von etwa 4000 Tonnen, der nach Aussehen, nach Art der Beschaffung und Scheinwerfer, sowie nach dem gleichmäßigen Anzug der Besatzung als Hilfskreuzer angesprochen wurde, und einen englischen, bewaffneten, gesicherten, tief beladenen Dampfer. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Privat-Telegram me. Eine große Fabrik abgebrannt. Berlin, 7. September. Am vorigen Dienstag soll m Petersburg abermals eine große Fabrik für Kriegsbedarf in Flammen aufgegangen sein. Hauptsächlich Drehbänke für die Bombenfabrikation brannten in kurzer Zeit nieder. Der Petersburger Branddirektor soll erklärt haven, daß in jüngster Zeit fast ausschließlich solche Fabriken und Warenlager ein Raub der Flammen wurden, die für die Landesverteidigung arbeiteten. Das Erbe Peters des Großen füllt in Trümmer. Berlin, 7. September. Die Besorgnisse der Pariser Presse über die Lage in Rußland grenzen fast an Hoffnungslosigkeit. Ein französisches Blatt sagt «zu dem Fall von Riga: Das Werk Peters des Großen fällt in Tümmer. Vor zwei Jahren hätte Rußland das Erbe Peters mi dem letzten Blutstropfen verteidigt. Heute bleibt die Nation gleichgültig. Ev. Kirchengemeinde Adelsheim. Heute Abend 9 Uhr Singprobe des ev. Kirchenchors in der Stadtkirche. __ Die Kteischausgabe am Samstag» 8. ds. Mts. ist wie folgt geregelt: 7—8 Uhr die Auswärtigen. Von 8 Uhr ab die Buchstaben H, I und K. „ 8st'2 .. .. L, M „ N. 9 „ „ .. P, R „ S. 90» T V W und Z- 10 „ „ „ .. N, B. C .. T- „ 101/z „ „ .. E, F und G. Die Reihenfolge ist streng einzuhalten. Adelsheim, den 6. September 1917. Bürgermeister« ml: Trefz. Tun gefälligen keaolrtung! Wu knLss»-»—VssvkSN ist von jetrt ab nur noctt von morZens 7 Uiir bis abencks 10 Okr »ÜNNSI», krMiir-HMtM