1 Erscheint täglich, außer Sonn» unü s Zeiertags « vrrisr Monatlich. . . pfg vierteljährlich . iM- frei ins Haus geliefert pelsing rbreitel, seines^Wßratisr stattliche». verkünSigungsblatl .) Illustriertes Sonntag» - Statt Gelefenstes TageblaK oes öaLrfihen SsvlaoSes ; finzeigen werden mit pfenni- per elnspaltig« Zeile berechnet. Sei mehrmaliger Aufnahme RabaS ^ Aostjcheck'sto nto 40 S 4 , Karlsruhe Hallptairzeigeblatt M -K seMe fl-elshrim, Soxberg u. deren Umgebun tzstzfubmijfions- und Verstrigerungs-Mzeiger für -en O-enwal- Gratis: prakt.Mitteilungen für Gewerbe (monatl.) u. Handel,Haus- ».LanSwirtsthaK Druck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telephon No. 18. .Bund igelegte 1", ent- ^ Zeitung an b offen, gebev, lßlands. 11 11 WTB. Großes Hauptquartier, 12. Sept, (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: In mehreren Abschnitten der flandrischen Front, im Irtois und nördlich von Saint Quentin lebte die Feuer» ^ igkeit in den Abendstunden beträchtlich auf. Vielfach Mm es zu Zusammenstößen der Infanterie im Vorfeld der Stellungen. < ! " Heeresgruppe deutscher Kronprinz: Nach starker Feuerwirkung brächen französische Ab- Mlungen zu gewaltsamen Erkundungen beiderseits der Straße Somme—Py—Souain in der Champagne vor. Sie wurden durch Feuer und im Nahkampf zurückgetrieben. Gefangene blieben in unserer Hand. Vor Verdun hat die Kampstätigkeit der Artillerien nachgelassen. 19 feindliche Flieger sind abgeschossen Warden. Eicken davon brachte Leutnant V a ß (46. Luftsieg) zum Absturz. Seitlicher Kriegsschauplatz: Front -es Gencralfeldrnarschalls Prinz Leopold von Bayern: An mehreren Stellen zwischen Ostsee und Düna warfen unsere Vortruppen russische Aufklärungsabteilungen durch Kamps zurück. Tie Gefangenenzahl aus der Schlacht bei Riga ist aus 8900 sestgMellt; die Beute beläuft sich auf 325 Geschütze, davon ein Drittel schwere, mehrere beladene Boll- und Kleinbahnzüge, großes Pioniergerät, Schießbedars und Verpflegungsvorräte, zahlreiche Kraftwagen und andere Truppenfahrzeuge. Front -es -Neu. — Erzherzog Joseph: Zwischen Pruth und Moldawa vielfach rege Ar- lerietätigkeit und Erkundungsgefechte. Tie Russen setzten bei Solka ihren Angriff nicht Südwestlich von Tirgul Okna (im Trotustal) stieß Feind fünfmal gegen unsere Linien vor; stets wurde verlustreich abgewiesen. Mazedonische Front: Tie Lage am Südwestufer des Ochrida-Sees hat sich t wesentlich geändert. ' Becken von Monastir stärkeres Feuer als letzter Zeit. Ter Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Nis. Adelsheim, Donnerstag, 13. September 1S17 Tas Wetter ist miserabel. Es regnet in Strömen nicht nur bei uns, die wir gesichert unter Tach und Fach sitzen, sondern auch draußen an den Fronten im Westen. Tas dämpft die ohnehin etwas flau gewordene Angriffslust, und so erfahren wir heute von der Westfront nur von Vorfeld- und Patrouillengefechten mit durchweg günstigem Verlauf für unsere Truppen. Der Geschützkampf dauert aber fast in gleicher Weise wie seither fort, i nur vor Verdun hat er einigermaßen nachgelassen. Man ! ist in diesem Kriege allenthalben an große Maßstäbe ge- s wöhnt geworden, aber die kühnste Phantasie des Nicht- j kämpfers kann sich unmöglich mehr eine auch nur annähernde Vorstellung von den Riesenmengen von Munition usw. machen, die Tag um Tag und Nacht für Nacht aus Tausenden und Abertausenden von Geschützen verschossen werden. Im alten Rom sammelte man die Scherben, die in der Millionenstadt als Kehricht anfielen, auf einen solchen Haufen und so entstand mit der Zeit der Scherbenberg, der mit zum charakteristischen Merkmal der Sieben-Wigel-Stadt gehörte. Aber dieser Scherbcnberg erschiene als ein recht bescheidener Hügel gegen die Höhe, die entstünde, wenn man die Granaten und Bomben, dis Kartuschen und Zünder türmte, die seit drei Jahren das Erdreich zersieben. Bon dem zersplitterten Eisen ließ« sich eine ganze Kriegsflotte bauen. Vielleicht nimmt sich rin statistisch und mathematisch veranlagter Kopf später einmal die Mühe, derartige Berechnungen anzustellen. — An der Ostfront ist die Lage unverändert. Im Trotus- Tal wurde ein starker russisch-rumänischer Angriff abgeschlagen. „Progres de Lyon" meldet aus Tünkirchen: Seit letzten Montag Arird Dünkirchen und Umgebung allnächt-l lich von deutschen Flugzeuggeschwadern überflogen und mit Bomben und Dorpekws belegt. Bei dem Angriff am vergangenen Tienstag Nacht wurde die Stadt gleichfalls mit großkalibrigen Granaten beschossen. Deutsche Torpedoboote nahmen am Angriff teil. Auch in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag fielen mehrere großkalibrige Geschosse auf die Stadt. Ueber Sachschaden wird nichts bekanntgegeben. „Ni.uwc Rot.erdamsche Louranl" veröffentlicht die Zufchrift eines Niederländers, der während des ganzen Krieges in Riga tchnte und erst wenige Tage vor der Einnahme der Stadt Riga »erließ: Riga wäre schon viel früher gefallen, wenn die retten nicht ein Freiwilligenkorps von 10 000 Mann gebildet hätten, das mit wahrer Todesverachtung kämpft. Diese Letten, die Livland als ihr Vaterland betrachten hassen nicht iiür di: Russen, sondern auch die Deutschen. Die russischen Offiziere fühlten lick in Riaa sebr zu Lause. Sie rühmten Verantwortlic A. Heppeler in Ädelsheim. Jahrg. 41. die Stad" wegen ihrer deutschen ReiiiliclMit. Sie hassen dch Engländer, die eine Kontrolle ausüben, von ganzem Herzen, so daß kaum von irgendwelcher Zusammenarbeit mit den Engländern die Rede sein kann. Mit den Lebensmitteln sah er in den letzten Tagen traurig aus. 2n Riga gibt es Mensche«, die monatelang nichts anderes genossen haben als Brot und T«. Jeindkiche Brüder. Roman von Jost Freiherr» von Steinach. 41 Er hörte zu, den Blick träumend zur Erde gesenkt. Und als er einen Moment eniporschaute, da sah er sie neben sich, der Zufall hatte sie zrrsamnrengeführt. Sie hatte ihn noch nicht bemerkt, und er konnte die geliebten Züge ganz aus nächster Aähe beobachten. Nun sah auch sie ihn; das liebliche Antlitz nahm plötzlich eine abweisendeMiene an, und sie machte eine Bewegung, als wollt« sie ans seiner Nähe eilen. Doch da hielt er sich nicht r föuger, seine Qnal überwand alle Bedenken; er neigte sich zu r ihr hinunter und flüsterte: „Fräulein Hilde, warum sind Sie so f hrausam gegen mich? Was habe ich Ihnen zu Leide getan?" Sie wollte ihm anfangs gar nicht antworten, doch ein gewisses Etwas in seiner Stimme Klang rührte sie; sie sah zu Hoden und erwiderte: „Sie haben mir durchaus nichts zu , Leide getan, Herr Doktor, Sie haben sich genau so benommen, Wie die meisten Männer unserer Kreise auch, es kann Ihnen (Muer daraus einen Vorwurf machen." „Fräulein Hilde," entgegnete er in flehendem Tone, „ich Dabe Sie sehr lange Zeit nicht gesehen, und als ich Sie wieder da hatten Siekeinen Blick für mich. Sie taten, als existiere ch nicht für Sie. Und ich schwöre Ihnen heilig: Ich weiß fcht, wodurch ich das verdient haben könnte, falls Sie mir das >cht als Verbrechen anrechnen, daß ich gewagt habe, den lick zu Jhnen zu erheben und wahnsinnige Kühnheit besaß, i Ihren Eltern um Ihre Hand aiizuhalterr. Ich sehe es ja bst ein, daß eS von Menschen aufgerichtete Schranken gibt >d immer geben wird, die iirimöglich zn überspringen sind, silbst nicht von der Heißesterl und uneigennützigsten Liebe. Ich hoffe, Sie werden mir dieses Wagnis verzeihen, das ein- pg und allein der rührenden Unkenntnis des Lebens entsprang. die allerdings bei einem so alten Knaben wie ich es «in, lächerlich wirken mußte." Sie fühlte wohl den Ton der Bitterkeit heraus, der ans inen letzten Worten klang, sie richtete ans ihn einen vor- »rfßvollen Blick, als sie erwiderte: „Herr Doktor, wir ollen doch hier kein Versteckspiel beginnen, wozu ich weder Zeit noch Lust habe. Sie werden ganz genau wissen, daß sie von Ihnen angeführten Gründe doch nur Scheiugrüude sind. Die wahren Gründe kennen Sie ebenso genau, wie ich selbst, und ich will Jhnen nur sagen, daß Sie den zweifelhaften Ruhm für sich in Anspruch nehmen können, mir znui ersten Mal das ekelhafte und schale Treiben enthüllt zu haben, das diese Welt hinter ihrer glänzenden Außenseite verbirgt." Er sah sie betroffen an. „Und ich versichere Ihnen, daß Sie in Rätseln sprechen, und daß ich nicht die geringste Ahnung habe, worauf Sie an- spielen." „Um so bester für Sie," sagte sie höhnisch, „und nun haben wir uns wohl nichts weiter zu sagen." Er wollte ihr erregt antworten, da unterbrach der lebhafte Applaus der Gesellschaft ihr Gespräch. Der Sänger verborgte sich wohlgefällig mehrere Male, doch endlich, als man sah, daß er nicht geneigt sei. eine Zugabe zu gewähren, ließ allmählich das Klatschen nach und die Gäste zerstreuten sich in die angrenzenden Räume. Hilde wollte sich ihnen anschließen, da wagte «r noch einmal, sie anzureden. „Fräulein Hilde, ich weiß, daß alles ans zwischen uns ist und ich werde keinen Versuch mehr machen, mich Jhnen zu nähern. Aber das dürfen Sie mir nicht verwehren, mich vor Jhnen zu rechtfertigen. Ich weiß wohl, daß Sie im Begriff sind, einen anderen zu wählen, und ich wünsche Jhnen von Herzen Glück zn Ihrer Wahl. Aber trotzdem darf ich wohl verlangen, daß Sie mich anhören. Ich bin mir keiner Schuld gegen Sie bewußt und wenn Sie rnir den Vorwurf machen, daß ich Jhnen die Illusionen und Ideale Ihres jungen Lebens zerstört habe, so rann ich nur beteuern: Ich bin unschuldig daran und wenn Eie tausend Mal das Gegenteil erklären. Wie hätte ich, der Sie mit allen Fasern meines Herzens liebte, der eher sein Herzblut hingegeben hätte, als Jhnen absichtlich wehe zu tun, wie hätte ich es je fertig bringen können, das Böse zir tun, das Sie mir aridichten I Fräulein Hilde, ich beschwöre Sie: Sagen Sie, was Sie gegen mich ans dem Herzen haben!" „Geben Sie sich keine Mühe," sagte sie kalt, „ich bin nicht zu dieser Gesellschaft gekommen, um hier eine Generalbeichte letzten Zeit beinahe ausschließlich in auslSndijchen Händen. 2nk Heere sieht man überall Offiziere der Alliierten. An der Grenze geht dies so Mett, daß die Pässe der Reisenden^ die Rr bland verlassen, v»n einem englischen, einem amerikanischen, einem französischen und einer» japanischen Offizier kontrolliert werden. ' ^ 7 — Die Ereignisse im Westen. Der französische Tagesbericht. WTB. Paris, 12. Sept. Amtlicher Berich vom 11. Sept. nachmittags: Feindliche Handstreiche nördlich von 2ouy un- nordwestlich von Eerny sind km Feuer gescheitert. Wir unsererseits haben in der Gegend südwestlich von Bauxaillon, in der Champagne nördlich vom Hemberg Einbrüche in die deutsche Linie gemacht: Unterstände zerstört und Gefangene gemacht. Unsere Artillerie hat feindlich: Kruppen südlich von Iouvincourt unter Feuer genommen. — Auf beiden Maasufern Geschützfeuer mir Unterbrechung. — Luftkrieg: 2n der letzten Nacht haben r deutsche Flugzeuge die Gegend von Dünkirchen mit Bomben be- r legt. Diese sind auf ein Hospital gefallen, wodurch etwa 15 s Frauen verletzt worden sind. s Abends: Außer ziemlich starker Arttllerietätigkeit in Bel- r gicn, im Abschnitt Hochfläche von Casemates und auf beiden ? Ufern der Maas ist nichts zu melden. — Am 10. September ! wurden am Tage drei deutsche Flugzeuge abgeschossen. Nach , Kämpfen mir unseren Fliegern wurde ein viertes deutsches Flug- ! zeug durch das Feuer unserer ^Abwehrgeschütze vernichtet. — j Belgischer Bericht: 2n den letzten 48 Stunden Wen unsere j Batterien zur Vergeltung für die Beschießung der hinter unserer - Front liegenden Zone sowohl bei Tage wie bei Nacht zahl- j reiche Beschickungen feindlicher Mannschafts- und Materiallager > ar sgeführt. Mir haben weiterhin mehrere Batterien zerstört ober - zum Schweigen gebracht. Die Flieger haben in zwei Tagen ! 75 Flüge ausgeführt. , Orientarmee von, 10. September: Die französischen l und russischen T uppen haben ihren Fortschritt in der Gegend ! nordwestlich des Maliksees vergrößert und Gr'ckbozkca und Prenesfl - und die Höhen besetzt, die sich zwischen -en beiden Dörfern j an der Ccrava entlang ziehen. 2m Verlauf der gestrigen und i heutigen Kämpfe haben sie über ISO Gefangene gemacht, 4 Offi- ! ziere. 3 Geschütze, 3 Maschinengewehre und Lazarettmatertal err i beutet. , ...... .... .' ) ^ Der englische Tagesbericht. > WTB. London, 12. Sept. Amtlicher Bericht vom 10. Sept. : 2m Verlaufs örtlicher Gefechte bei Villeret und südlich vor» ; tzargicourt (bei St. Quentin) machten wir einige Gefangene. ! — Die feindliche Artillerie setzte ihre Tätigkeit östlich von Vpcrn in den frühen Nachmittagsstunden fort. abzillegeil. Dort drüben sehe ich meine Eltern, Sie verzeihen wohl!" Sie wollte ihm rasch entschlüpfen, doch er ergriff sanft ihre Hand und bat: „Zum letzten Mal, sagen Sie mirs, nur ein einziges Wort, dann gebe ich Sie für immer frei. Wenn Sie nur einen Frinkerr Mitleid besitzen, dann werden Sie mich nickt in diesem Zustande der Unsicherheit und des Zweifels verlassen !" Sie stampfte zornig mit den kleinen Füßchen auf. „Nun ist es aber genug, und ich bitte Sie dringend, dis Bahn freizngeben. Ich wollte Ihnen die Demütigung ersparen, doch da Sie durchaus darauf bestehen — nun denn, mein Herr. Ihre grenzenlose Liebe und Ihre grenzenlose Uneigennützig keit sind mir zur Genüge bekannt. Und ich rate Ihnen wohlrnemend: So sehr Sie sich auch sträuben mögen, ein armes Mädchen zu der Ihren zu machen, überwinden Sie sich' Glauben Sie mir, mein Gefühl trügt mich in diesem Punk - sicherlich nicht: Es ist tausend Mal bester, mit einem armen, aber geliebten Wesen sich einschräriken zu müssen, als sich nur des feilen Mammons halber mit einer gleichgültigen Psn'on zu vereinigen. Das ist meine Ansicht, und nur, Gott befohlen !" Wie der Wind enteilte sie den Blicken Waldairs, der ner- blufft dastaird und nur ab und zu wie mechanisch den Kopf schüttelte. WaS sie ihr» da gesagt, er fand keine Erklärung dafür als die, daß sie von irgend jemand düpiert sein müsse. Er und eine andere lieben, ach, das war ja so unendlich lächerlich, daß er am liebsten hinter ihr her ein lautes Gelächter angeschlagen hätte, wenn er nicht so niedergedrückt gewesen wäre. Er schwor sich mit heiligen Eiden, daß er der mysteriösen Sache auf den Grund gehen wolle, bis ec die Ursache heran-- gefunden habe, die sie zu solch unglaublichen Ansichten über rhn geführt. Und wehe, wenn er angeschwärzt worden rvar! Dem Hebel- täter und Verleumder sollte es schlecht bekommen! Doch für heute war alle Lust und Laune bei ihm vorher; erschlich sich unbemerkt nach der Garderobe und einige Minn- teil darauf stürzte er ins Freie, um in der kalten Nachtluft seine heißen Schläfen zu kühlen. 238,20 Die Heiden von Höhe 304. Tie Franzosen behaupten, die „gut ausgebaute Stellung" der Deutschen auf Höhe 304 (auf dem westlichen Maasufer) genommen zu haben. Das ist eine bewußte, ganz grobe Mae. Nichts als zusammengetrvmmeltes Material und aufgehacktes Erdreich stürmten sie. Und dag joar wirklich kein Meisterstück mehr nach neuntägiger, gräßlichster Artillerievorbereitung. Eine vielfach ausgezeichnete, an Somme und Aisne kampferprobte Division verteidigte die Höhe. Fünf Wochen lag sie droben wie in einer Hölle. Das Menschenmögliche hat sie ertragen. Wer weit schlimmer, als all das Feuer und Blut und nervenzerrüttende Gebrüll waren die Unbilden der Witterung. Aller Deckung bar waren sie gezwungen, unter den endlosen Regengüssen jener Tage in zimmergroßen Trichtern, die kleinen Seen glichen, auszuharren. Niedersächsische Regimenter warens, Hannoveraner und Oldenburger, hart, bedürfnislos, widerstandsfähig; dann auch Westpreußen und Pommern. Nach wilder Vorbereitung griffen die Franzosen am 30. August die Hohe 304 an und bedrohten vom Termitenhügel her die rechte Flanke. In kraftvollem Gegenstoß wurden sie restlos geworfen. Schlimmer kam es erst, als der linke Flügel am Toten Mann zurückgebogen und somit die linke Flanke gefährdet war. Aber da wurde der nachdrängende Feind durch unsere Artillerie zum Stehen gebracht; sie hat glänzend gearbeitet. Nach den ersten Mißerfolgen versuchte es der Gegner in der Nacht mit einzelnen Teilunternehmungen. Im gutliegenden Sperrfeuer und im Hagel der hämmernden Maschinengewehre sind alle Stöße völlig erstickt. Tie Munitionszufuhr hat unter den schwierigsten Verhältnissen verblüffend geklappt; diese Tatsache spricht deutlich genug für die unentwegte Tapferkeit und Opferliebe unserer Kolonnen. Während des 21. August setzte der Franzose schon vom ftühen Morgen an seine Versuche fort, mehr Gelände zu gewinnen; aber ihm fehlte sichtlich die Stoßkraft vom vergangenen Tage, der klarste Beweis für seine schweren Verluste. Doch damit konnte sich der grimme Feind nicht zufrieden geben: am Spätnachmittag setzte er abermals zu tiefgegliedertem Angriff über den „Heckengrund" an, wurde indessen trotz alles Schneids mit der rlten Entschiedenheit empfangen und geworfen. Da kam der Befehl, die Höhe zu räumen. Wie ein Wetterschlag aus dem Sonnenhimmel. Sie Habens alle tief schmerzlich empfunden, nun plötzlich das kampflos herzugeben, was ihnen als höchstes Gut galt. Wer, mit Verstand betrachtet, wäre es unsinnig gewesen, nach dem verlorenen „Toten Mann" hier noch standzuhalten und sich so gleichsam absichtlich der gefährlichsten Lage auszusetzen. Mit dem Ende unserer damaligen großen Offensive hatten ja eigentlich diese Stellungen ihre taktische Bedeutung schon verloren; für den Fall der Weiterführung unserer Angriffe allerdings wäre 304 unentbehrlich gewesen, eben ein Punkt, der uns befähigt hätte, gleichsam ins Gekröse von Verdun hineinzureichen. Wenn man diese Gründe erwägt, erscheint der einzig richtige Entschluß nicht so hart. — Und also wurde die Höhe in der Nacht vom 21. auf 22. August geräumt. Nur rin dünner Patrouillenschleier blieb vorn, oer dem Feind durch allerlei Kriegslisten noch die volle Besetzung vortäuschte. Wohl waren die Stützpunkte ganz zertrümmert, kber immerhin boten sie noch Anklammerungspunkte für Maschinengewehre. Und diese Postenkette, die paar unerschrockenen Leute in den Trichtern wiesen den Feind mit seiner Uebermacht noch verschiedenemale zurück. Als er Zber am 24. August von neuem einen entscheidenden Sturm durch die Camardschlucht wagte, wurde er von Unserer Artillerie dermaßen zerschossen, daß er es von da an für klüger hielt, keinen Schritt mehr vorwärts su tun. Jetzt haben die Franzosen die Höhe 304. Nach viederholtem Anrennen war es kein Meisterstück mehr, die penigen Posten in den wüsten, nassen Erdlöchern zu iberrumpeln. Die Kriegskosten unserer Feinde. Von Prof. Tr. Willi Prion, Berlin. 2. Italien. Jeindtiche Brüder. 42 Nimm» von Jost Freiherrn von Steinach. 13. Kapitel. ES herrschte ein trübes, regnerisches Wetter; der Dezem- .>e,s.»lin xeiilchte durch die Straßen, als sich Waldau auf den schweren Weg machte, um seinen unglücklichen Freund in seinem jetzigen Aufenthalt aufznsnchen. Rechtsanwalt Hage- nian» hatte ihm die Erlaubnis dazu erwirkt, obgleich er ihm z» verstehen gegeben, daß er nicht das geringste davon erwarte und von der Schuld Ranzenbergs nach wie vor vollständig überzeugt sei. Durch eine Anzahl düsterer Korridore wurde der Doktor hindurchgesührt, bis er in eine Art Wartezimmer gelangte, wo ihm ein Beamter bedeutete, Platz zu nehmen, da Nr. 74 sogleich erscheinen werde. Und in der Tat, es dauerte nicht lange, als sich die Tür öffnete und in Begleitung eines Wärters der einstige Künstler in Gefängniskleidung eintrat. Er sah totenbleich aus und als er Waldau erblickte, stahlen sich Tränen in seine Auge». Auch der Freund war aufs tiefste ergriffen. Sie reichten sich stumm die Hände. „Es ist großmütig und hochherzig von Ihnen, Waldau/ begann der Gefangene, „daß Sie mich Unwürdigen mit Ihrem Besuche beehren. ES zeigt mir, daß Sie mich selbst jetzt nicht vergessen haben, da ich mein« Ehre verlor und mein Haupt mit Schande bedeckt ist." „Im Gegenteil, jetzt erst recht, und zwar auS einem sehr gewichtigen Grunde." „Und der wäre ?" fragte Otto gespannt, während etwas wie ein Leuchte» über das müde Antlitz ging. „Weil ich Sie trotz alledem — für unschuldig halte/ Bei diesen Worten blickte er ihn durchbohrend au, um sich nichts von ihren, Eindruck auf den Inhaftierten entgehen zu lassen. Otto war zmnckgeprallt; aber rasch gewann sein Gesicht den alten apathischen Ausdruck wieder, als er versetzte: „Ihren unerschütterlichen Glauben an mich in allen Ehren, aber Eie haben doch mein Geständnis vernommen, ich denke, das uu-ß Ihnen genügen/ .Es genügt mir im Gegenteil herzlich wenig l" versetzt« de» Tie Verhältnisse in Italien liegen nicht viel anders als in Rußland. Tie Gesamtkosten betragen bis zum 1. Oktober 1917 etwa 21,5 Milliarden Mark. Davon sind durch vier langfristige Anleihen (zu 4i/z und 5 v. H.l rund 5,5 Milliarden Mark aufgebracht worden. Bei der 4. Anleihe konnte nur noch ein Kurs von 90 v. H. erzielt werden, und obwohl sie sonst noch mit allen denkbaren Reizmitteln ausgestattet war, hat sie bei einer tatsächlichen Verzinsung von 5i/z v. H. nur einen Barerlös von 1,8 Milliarden Mark erbracht. Wie in Rußland, so sind auch in Italien die Banken veranlaßt worden, von den einzelnen Anleihen große Beträge auf eigene Rechnung zu zeichnen. An schwebenden Schulden waren Ende Mai ds. Js. — im Inland und Ausland — im ganzen über 7 Milliarden Mark vorhanden. Davon haben die Notenbanken etwa 2 Milliarden Mark und die Ausgabe von Staatspapiergeld fast 1 Milliarde beisteuern müssen. Der Notenumlauf der Emissionsbanken ist vom 31. Juli 1914 bis 31. März 1917 von 1,8 auf 4,1 Milliarden gestiegen. Also auch Italien hat nur einen geringen Teil seiner Kriegskosten durch feste Anleihen decken können. Tie Auslandsverpflichtungen Italiens sind gleichfalls groß. Ter wirkliche Einfuhrüberschuß ist für das Jahr 1916 von italienischer Seite auf 8 Milliarden Mark erechnet worden — ein für die italienische Volkswirt- chaft gar nicht herauszuwirtschaftender Fehlbetrag. Jta- ien leidet besonders unter den hohen Frachten (und den >«oheii Preisen für Kohle), da Amcrikä vielfach an Stelle rer deutschen und österreichischen Lieferanten getreten ist. Tie Bezahlung in Ämerira har große Lchwierrgreilen ge- macht, da Italien nicht- über die Sicherheiten verfügte, die die amerikanischen Kreditgeber verlangten. Tie ungünstigen Zahlungsverhältnisse drücken sich in den Wechselkursen aus. Tie italienische Lire hat in der Schweiz ein« Entwertung von über 50 v. H. erfahren. Tie neuerdings gekommene amerikanische Hilfe befreit zwar von der Sorg« um die Beschaffung von Krediten, nicht aber von de« Verpflichtung der Rückzahlung der großen Schuldbeträge. Ter italienische Finanzminister hat wiederholt und offen die unbefriedigende Lage der italienischen Finanzen zugegeben. Finanzpolitiker raten zur verstärkten Ausgabe von Schatzscheinen, weil sie allein im Inland noch Geld bringen würden. Das bedeutet nichts anderes, als das offene Geständnis, daß die italienische Bevölkerung kein Vertrauen zur KursLeständigkeit der festen Anleihen hat. Italien, das sich vor dem Kriege in aufsteigender wirtschaftlicher Entwicklung befand, geht sicherlich nach dem Kriege schweren finanziellen Erschütterungen entgegen. Reichslagsauflösung? Berlin 12. Sept. Der zuweilen offiziös benutzten „Neuen politischen Korrespondenz" wird „von sehr geschützter Seite" geschrieben: Die fortgesetzten Erörterungen über eine Auflösung des Reichstages entbehren der praktischen Bedeutung, weil eine solche Absicht nirgends in Betracht kommt. Dre Regierung zeigt den ernsten Willen, mit dem Reichstage an erreichbaren Zieler zusanunenzuarbeitcn und trotz aller Auseinandersetzungen über Par'amenlarisierung usw. kann man bis auf weiteres anneh- men, daß es auch die Mehrheit auf eine Kraftprobe mit der Regierung nicht ankomme» lassen wird. Der Reichskanzler hat den Rahmen hinreichend klar und fest umschrieben, innerhalb dessen er eine engere Fühlung zwischen Regierung und Reichstag Herstellen will. Man darf zur Entschlossenheit- Ves Reichskanzlers das Vertrauen haben, daß er sich von diesem Weg« Licht abdrüngen lassen wird. Fm übrigen werden den Mehrheitsparteien durch ihre Haltung bzw. durch die Stellung- Lahme einzelner Mitglieder große Schwierigkeiten erwachsen, die eher im Zunehmen als im Abnehmen begriffen sind. Die Erörterungen über eine Reichsiagsauflösung hingegen sind geeignet, diese Schwi- i ' ur vermindern. i Neues vom Tag. Die deutsche Antwort. Ueber die deutsche Antwort auf die Papstnote erfährt das „Berliner Tageblatt", sie werde auch auf die deutschen Kriegsziele etwas näher eingehen, dagegen die deutschen Bedingungen in bezug auf Belgien nicht bestimmter festlegen, als es bisher der Fall gewesen ist. Die Formel solle angeblich jetzt so lauten, daß Belgien unter keinen Umständen ein britisches Bollwerk auf dem Festlandr werden dürfte. Wttfo«, die Reichstagsmehrheit uns das deutsche Bolk. Die Agitation der Reichstagsmehrheit für einen Frieden, der den Engländern genehm ist, für einen Frieden, den nicht unsere U-Bootwaffe erzwingt, sondern unsere Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit als Weltmacht von England erhandelt, der bis zu sehr ernsten Drohungen sich steigernde Kampf der Linken für restlose Demokratisierung Deutschlands während des Krieges, dessen Zweckmäßigkeit durch den Zusammenbruch Rußlands eine furchtbare Beleuchtung erhält, die freundliche und sympatische Aufnahme, die diese Bestrebungen bei Herrn Wilson gefunden haben, der nur dann Friedensverhandlungen beginnen will, wenn die Leitung der Staatsgeschäfte den „Hohenzollerr und der deutschen Militärpartei weggenommen ist", wenn also Deutschland durch revolutionäre Krisen hindurchgegangen und geschwächt worden ist wie Rußland — alle diese Vorgänge haben doch allmählich im deutschen Volke eine kräftige Reaktion gegen die Politik der Reichstagsmehrheit hervorgerufen, die nun zu immer zahlreicheren und immer entschiedeneren Kundgebungen aus allen Teilen des Reiches und aus allen Schichten der Bevölkerung führr. Herr Scheidemann allerdings hält treu zn Wilson und versichert ihm, der Reichstag werde die Garantie für den Frieden übernehmen, den der amerikanische Präsident im Einklang mit der Reichstagsmehrheit Deutschland zuzubilligen für gut findet. Im übrigen aber beginnt erfreulicherweise eine kräftige Opposition gegen Scheidemann-Erzberger-Wilson. Beweis " Schritt damit z inral ^ sen, z-s 1911 bi merkor » aus telcxhoi innigen der Gr Hcll: Genera Grenze hinüber Häuser, angekle Bc sehr um ih hat es Sotlb c Sew'ßh Früher neral : «obil n für dies üh aus General »ormi'tt, Rittmei Mcnste Laß sei rollten > vier db sage me zum Bo Aussag' miid vachrno in. Eine neue amerikanische Aktenschniisfelei. Das Washingtoner Auswärtige Amt ist wieder einmal in der Lage, diplomatische Aktenstücke zu veröffentlichen, in die es mit Gott weiß was für bedenklichen Mitteln Einsicht erhalten hat. Es handelt sich diesmal um Mitteilungen unseres Gesandten in Argentinien an die deutsche Regierung, die durch Vermittlung des schwedischen Gesandten in Buenos Aires nach Stockholm befördert und von dort durch das Auswärtige Amt nach Berlin geschickt worden sein sollen. In Washington ist man in der Lage gewesen, diese Telegramme zu entziffern, und hat natürlich nichts Eiligeres zu tun gehabt, als sie zu veröffentlichen. Sie enthalten alles das, worüber ein Gesandter zu berichten pflegt und berichten muß: Mitteilungen über die Stimmung in Argentinien und über den Stand der Verhandlungen wegen der versenkten argentinischen Schiffe. Derartige Dinge sind natürlich nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt, und wenn sie trotzdem bekanntgegeben werden, können sie natürlich leicht hier oder da durch die eine oder andere Wendung unangenehm berühren. Es verhält sich damit ähnlich wie mit Aeußerungen im Privatgespräch, die, obwohl nicht schlimm gemeint, durch Ohrenbläserei einem Dritten hinterbracht werden und dann vergiftend wirken. Eine solche vergiftende Wirkung bei der Regierung in Buenos Aires hervorzurufen, war natürlich der Zweck, den Washington mit der Veröffentlichung der Depesche verfolgte. Hatte man doch hier eine günstige Gelegenheit, an einer Stelle im Trüben zu fischen, wo man sich bisher vergebens bemüht hatte, politische^Geschäste zn machen. ., andere lebhaft. „Ich glaube sogar, vermuten zn dürfen, daß Sie aus Edelmut oder einem anderen verborgenen Grunde die Schuld auf sich genoinmen haben, um einen andern von der Strafe zu befreien/ „Wer sagt das ?" schrie sein Gegenüber gequält ans. „Ich sage es Ihnen und noch andere, die Ihnen nahe stehen. Auch Ihr Teuerstes auf dieser Erde, auch Melitta glaubt nicht an Ihre Schuld." Bei diesem geliebten Namen zog ein Strahl der Freude über Ottos Gesicht, der aber ebenso rasch wieder verschwand, wie er gekommen war. „Melitta?" murmelte er zärtlich. „Siebraucht es auch nicht zu glauben." Waldau wurde aufmerksam. „Was wollen Sie damit sagen? Weshalb Melitta nicht ?" „Waldau," erwiderte sein Gegenüber, „ich habe Sie als einen echten Freund erkannt und es widert mich an, gerade mitJhnen Verstecken zu spielen. Ich will Ihnen ein anderes Geständnis ablegen, als ich es vor dem Richterlisch abgegeben habe. Vorher aber müssen Sie mir das Ehrenwort geben, von meinen Mitteilungen keinerlei Gebrauch zu machen." Waldau gab sein Ehrenwortohne Zögern, begierig darauf, waS er jetzt iverde hören müssen. Der Gefangene senkte seine Stimme fast bis znin Flüsterton herab. „Also so will ich es nicht länger verschweigen vor Ihnen: „Ja, Waldau, ich bin unschuldig, ich habe das Testament weder gesehen noch an mich genommen." Lei der Eröffnung, obwohl er sie doch zu vernehmen gehofft hatte, gerann dem Doktor das Blut in den Adern. Ein Unschuldiger, der für einen andern büßte! Ein offenbarer Justizmord! Tausend wilde Gedanken kreuzten sein aufgeregtes Hirn. .Otto/ sagte er, und seine Stimme zitterte vor Mitleid und Rührung, „was haben Sie getaut Und wie durften Sie so etwas lun, ohne an Ihren ehrlichen Namen zu denken, ohne zu erwägen, daß Sie damit für die Zeit Ihres ganzen Gebens Schande und Verachtung der Welt über sich heraufbeschwören!" „Hören Sie erst an, weshalb ich es getan habe, und Lue werden mir sicher beistiinmen. Da Sie mir Ihr Wort gege- ^ ben und ich freiwillig das Opfer auf mich nahm, so könne» Sie alles wissen, ohne daß jetzt noch etwas an den Verhältnissen geändert werden könnte. Als ich mit Melitta des Dieb- stahls respektive der Beihilfe, bezichtigt wurde, da bäumte sich mein Inneres mit allen Fibern gegen jenen unwürdigen Verdacht auf; als aber die Untersuchung ihren Fortgang nahm, als sich die Beweise für unsere Schuld häuften, da konnte auch ich mich nicht länger der Einsicht verschließen, daß tatsächlich niemand anders in Frage kommen kannte als wir beide einzig und allein. Und da ich es nicht getan hatte, wer konnte es nur geivesen sein? Lange sträubte ich mich gegen den Verdacht, vergeblich führte ich mir alles vor Augen, was sie entlasten könnte, ihre edle Gesinnung, ihre bisherige Rechtschaffenheit. ihr reines, allem Schmutzigen unzugängliches Herz. Vergeblich! Die Zeugenaussagen, der unbeschränkte Aufenthalt in meines Vaters Arbeitszimmer, sie die einzige außer mir, die es nach seinem Tode betreten hatte, das ivacen so- gewichtige Argumente, daß ich stutzig wurde. Und schließlich erlangte ich die Ueberzeugung, daß nur sie es allein geivesen sein konnte, nnd daß sie es mir aus dem Grunde getan habe, um mir, dem Geliebten, zu nützen. So kam der Tag der ^ Gerichtsverhandlung. Ich pochte auf meine Unschuld, ich F war überzeugt, daß man einen Unschuldigen unmöglich verurteilen und eiltkerkern werde. Wieder traten die Zeugen mit ihren Aussagen hervor und wieder mußte ich mich der gewaltigen Last der Beweisgründe beugen; im Laufe der Sitzung wurde ich allmählich unsicherer, es mar kein Zweifel möglich, nur sie konnte die Schuldige sein. Und als mein V Blick auf die Geliebte fiel, als ich sie mit bleichen Wangen, mit furchtsamen Augen, die mir ihre Unschuld offenbarten neben mir stehen sah. da schoß mir plötzlich der Gevmik< durch den Kopf, Du denkst nur an Dick und nicht an sie i Wenn sie es getan hat, für wen tat sie es, wenn nichlmrDich! Für Dich allein hat sie ihre bisherige Tugendhaftigkeit übe, Bord geworfen, für Dich allein hat sie selbst vor einem Verbrechen nicht zurückgescheut, und Dil willst sie mitbüß.'n taffen, willst sie für ihre grenzenlose Liebe zu Dir dem Gefängnis überliefern? Und da wurde es klar in mir: Hier go.i es unreine Pflicht für mich und zwar die, da» Verbrechen nm mich zu nehmen. "233.2L Ki gebung an Unt überbot )es di je E Hr das kthlo!isl « Kob! Be schreibt Äel der kolonial, gegenüb« samten sei. Ha teilt mit richt, T kingestell Vfaßt tt Pa Bemühm ketzen. Be, >anz Jt< )n den Serste di ationier! Pa ein neue Karen, Di erfährt eutschen mischen ter fest- Formel keinen estlandr as frieden, frieden, unsere ht von M sich emo- krieges, lßlands )e und Herr» erhand- eschäste i weg- tionäre ist wie mählich gen die mn zu Kund- > allen l aller- Reichs- n, den Keichs- . Im losiüon ei. einmal tlichen, Nitteln r Milan die hwe- lm be- t nach gton u ent- zehabt, orüber : Miller den argen- cht für »kamst- >er da Ähren, en im durch > dam» >g bei r na- ichung nnstige o man ste zu e- t!II it- d- ch r- >r. cd w e- t. t- > r Die russische Mobilmachung. Dcr!'n, II. Sept. Die „Bosii'che Zeitung" veröffentlicht ei» BcrrOc stück sür die Entscheidung der Frage, wer den ersten Schritt zur E ö'fntmg der iu siH-dcutschen Feindfeiigksiten uni damit zum Beginn des Weltkrieges getan hat, das ihr von Ge. ncral Hell, dem jetzigen Stabschef des Feldmarschalls von Mackensen, znr Verfügung gestellt wird- General Hell war im Jahr« I91t bis zum Kriegsausbruch Chef des Gencraistabes des 20. Armeekorps in Allenstein (Ostpreußen) . Am 31. Juli 1914 wurdt er aus Berlin vom General st abschef von Moltke telephonisch angerusen. Das Gespräch verlief nach den Aufzeichnungen Hells folgendermaßen: General Moltke: Haben Sie an der Grenze den Eindruck, daß Rußland mobil macht? General Hell: Ja, ich habe den Eindruck schon seit mehreren Tagen. General Moltke: Woraus schließen vie das? General Hell: Grenze ist hermetisch abgespcrrt. Kein Mensch kommt mehr hinüber und zurück. Außerdem brennen seit gestern Grenzmach- hüustr. Auch sollen rote Mobilmachungsbefehle in Miawa angeklebt sein. General Moltke: Warum haben Sie sich solchen Befehl noch nicht verschafft? General Hell: Es geschieht alles, um ihn zu bekommen. Aber die Absperrung der Grenze hat es' bisher noch nicht gelingen lassen. General Moltke: Solck einen roten Zettet müssen Sie mir verschaffen. Ich muß Gewißheit baben, ob iaisckküich oerrn uns mobil gemacht wird. Früher Kami ich keinen Mobilmachungsbefehl erwirken. General Hell: Exzellenz kann versichert sein, daß der Russe «obil macht. G:neral Moltke: Wollen Sie die Verantwortung für diese Behauptung übernehmen? General Hell: Ja, Las kann ich aus innerster Nederzeugung. — In den Aufzeichnungen des Generals Hell heißt es dann: Das Gespräch fand um 7 Uhr vormittags statt. Um 9 Uhr vormittags meldete sich bei mir Rittmeister Koestring. Er mar soeben von Moskau her in Meristem angekommen. Er bestätigte meine Annahme, sagte, daß seit Tagen schon Mobilmachungstransporte an die Grenze rollten und daß er nur mit knapper Not, wohl mit dem letzten über die Grenze gelassenen Zuge durchgekommen sei. Diese Aussage meldete ich nach Berlin und erfuhr, daß General Moltke zum Vortrag bei Seiner Masestät sei. Ich bat darum, daß die Aussag" des Rittmeisters Koestring in das Schloß mitgeteilt -sind Erst am späten Nachmittag traf nicht der Mobil- mache ngsbeschst sondern der Befehl lüc drohend« Kriegsgefahr in. Kundgebungen gegen Wilson. Köln, 12. Sept. Tie Handelskammer hat eine Kundgebung beschlossen gegen die neueste Rote Wilsons, „dii an Unverschämtheit gegenüber dem deutschen Volke nicht überboten werden kann und deren heuchlerischer Inhalt jedes deutsche Blut in Wallung bringen muß". (Aehn- liche Entschließungen haben die Landwirtschaftskammer für das Groß Herzogtum Hessen und der Verbandstag der katholischen kaufmännischen Vereinigungen Teutschland- i» Koblenz gefaßt.)' Die deutschen Kolonien. Berlin, 12. Sept. Tie „Nordd .Mg. Zeitung" schreibt in einer Entgegnung auf den zweifelnden Artikel der „Magdeb. Ztg.", der Staatssekretär des Reichskolonialamts halte nach wie vor, auch der Papstnote gegenüber, daran fest, daß die Rückgabe unseres gesamten Kolonialbesitzes unerläßliche Friedensbedingung sei. Haag, 12. Sept. Tie Wirtschaftliche Preßstelle teilt mit, daß die von den Blättern veröffentlichte Nachricht, Deutschland habe die Kohlenaussuhr nach Holland eingestellt, unrichtig ist. Kein derartiger Beschluß ist gefaßt worden. Paris, 12. Sept. Poincare ersuchte Painleve, seine : Bemühringen um die Bildung eines Kabinetts fortzufetzen. Painleve erbat sich Bedenkzeit. Die Rationierung in Italien. Bern, 12. Sept. Vom 11. Oktober an wird in ganz Italien Weizen. Weizenmehl und -Brot rationiert. Zn den Gegenden, wo TeiHwaren, Mais, Roggen und serste die Hauptnahrungsnnttel sind, werden auch diese ationiert. Die Ministerkrisis in Frankreich. Paris, 12. Sept. Nachdem Ribots Bemühungen nn neues Ministerium zustande zu bringen, gescheiter. zusammenbringen wollte, hat den Auftrag jetzt zurück-. Vgeben, da seine Bemühungen gescheitert sind. Einstellung -er Kohlenaussuhr nach Holland. . - Haag, 12. Sept . Tie Direktion der holländischen i^iatsbahnen teilt mit, daß die Einschränkung des- Mmbahnverkehrs um 30 bis 50 Prozent voraussichtlich vor dem 24. September eintreten wird. Holland Langte von Deutschland gegen Austausch für hollän- Waren eine monatliche Lieferung von 350 000 M«vnnen Kohlen, während Deutschland Nur 250 000 Ton- kn abgeben konnte. Tie holländische Regierung hat «k Vorschlag, holländische Arbeiter in die deutschen ^«>rn zu senden und für deren Bedarf an Lebens- "uteln aufzukommen, abgelehnt und dagegen Verhand- ^Zrn mit England angeknüpst, das bereit sein soll, -^Kohlen zu liefern. Tie Kohlennot dauert an. Auch ^ großen Kakaofabriken van Honten in Weesp haben - trieb eingestellt. (England soll 130000 Tonnen ^ angebotcn haben, wenn Holland 180 000 Tdn- Schiffsraum „für das belgische Hilfskomitee" stellt.) Die Wirren in Rußland. Petersburg, 12. Sept. Tie amtliche Petersb. Tele- Hen-Agentur verbreitet: Ter stellv. Ministerpräsident tchsow erklärte Vertretern der Presse gegenüber, die At tische Lage sei durchaus günstig. Mit Ausnahme des EWlerals Tenikin an der Südwestfront seien alle Befehls- der vorläufigen Regierung treu. Tie Kornilow Mauzenden Truppen seien durch das Vorbringen ver- Mkt worden, ihr Vorrücken gegen Petersburg gelte der pfung der Radikal-Sozialisten. Mit Ausna hme von >k> und Tschernotv (Landwirtschaftsminister) bleiben Minister im Amte. Das ganze Land sei für Kerenski, die Revolution gegen Kornilow und die Reaktion .. gegen leidige. General Lukonski habe eine große Rolle in ' Bewegung gespielt, die mit viel Sorgfalt vorbereitet °rven sei. Die Regierung fordert in einem Rundschreiben die vilmächtigten der Provinz aus, die Bevölkerung über Haltung Kornilotvs auszuklären und die Bevölkerung Wr die Lage zu beruhigen. Kerenski wendet sich an die Truppen in Petersburg mit der Erklärung, Kornilow habe das Vertrauen des Volkes getäuscht; seine Treulosigkeit habe er erwiesen, indem er gegen Petersburg marschiere und dadurch die Front schwäche. Ter Arbeitsminister Skobelew fordert die Arbeiter auf, die Regierung zu unterstützen. Petersburg, 12. S-ept. (Reuter.) „Jnvestija" schreibt, daß Kornilow in den letzten Tagen alle der Revolution treuen Truppen aus Petersburg entfernt knd durch Kosaken und andere Reiterei, aus die er sich »erlassen zu können glaubte, ersetzt habe. Ter Generalstabschef Kornilotvs, Lakomski, schickte Kerenski ein Telegramm, in dem er mitteilte, daß die Lage an der Front sehr ernst werden würde, wenn die Regierung die Forderungen Kornilotvs nicht erfülle. Tie Nachricht von dem Ultimatum Kornilotvs wurde erst gestern am späten Abend bekannt und verursachte großes Aufsehen. Ter Ministerrat hat gestern abend und während eines großen Teiles der Nacht beraten. Auch das ausführende Komitee des Arbeiter- und Soldatenrates hat sich gestern abend versammelt, um die Lage zu besprechen. Ein Antrag, die vorläufige Tumakommission zu verhaften, wurde mit großem Beifall ausgenommen. Petersburg, 12. Sept. (Pet. Tel.-Ag.) „Rjetsch" meldet: Milsukow und der frühere Generalissimus Alexe- jew suchten Kerenski auf, und boten ihm ihre Vermittlung zur Beschwörung des einsetzenden Bürgerkrieges an. Kerenski hielt es indessen sür unmöglich, mit Leuten zu verhandeln, die das Gesetz verletzt haben (!), erklärte aber, er sei nicht gegen die Üebergabe der Regierungsgewalt an ein neues Kabinett (?). Dieses könnte Verhandlungen mit Kornilow einleiten. Nach einer privaten Besprechung mit den zurückgetretenen Ministern, wurde die Ansicht Kerenskis als ein sicherer Weg zur Unterdrückung der inneren Unruhen angesehen und der frühere Generalissimus Alexejew als etwaiger Präsident des neuen Kabinetts bezeichnet. Kerenski lehnte indessen trotz des Drängens der Kadettenminister schließlich ab, die Regierungsgewalt Alexejew anzuvertrauen und leitete Verhandlungen mit den Vertretern des Arbeiter- und Soldatcnrates ein. Man glaubt, daß die sozialistischen Elemente in der neuen Regierung stärker vertreten sein werden und daß von nichtsozialistischen Ministern nur Teresrschenko Aeußeress und Nekrasow (Finanzen) ihre Posten behalten werden. Sewinkow, der Verweser des Kriegsministeriums, wurdt zum Militärgouoerneur in Petersburg ernannt anstellt »es Generals Wassilkowski, der zur Verfügung der einst- veiligen Regierung gestellt wurde. London, 12. Sept. Nach der „Morningpost" rückt Kornilow mit 30 bis 40000 Mann gegen Petersburg. Tie „Daily News" melden, die Truppen der Nordfront haben sich für Kornilow entschieden. Sein Anhang wachse beständig. Tie Bortruppen stehen schon vor Petersburg, Wo es zum Kampfe kommen werde. Ein Teil der Petersburger Besatzung wird wahrscheinlich zu Kornilow übergehen. Bern, 11. Sept. Ter russische Mitarbeiter des „Bund" meldet: In Petersburg wurde eine groß angelegte monarchistische Organisation, „Tas heilige Rußland", entdeckt, deren Sprachrohr die unlängst eingestellte Zeitung „Grosa" war, die hauptsächlich unter den Truppen an der rumänischen Front verteilt wurde. „Grosa" schrieb offen, nur der Zar könne Rußland Brot und Frieden, geben. Tie Engländer und Franzosen seien die FeindeRußlands. Man müsse sofort Frieden schließen. Tie Hauptführer der Organisation waren: Bad- majew, der Arzt Protopvpows, Glinka Janschtewski, der frühere Redakteur der Konsirvatiren „Semschisch'na" und dessen Mitarbeiter Slotmikow, die alle verhaftet wurden. Wien, 12. Sept. Tie Meldungen über die Ereignisse in Rußland, insbesondere über den Anmarsch des abgesetzten Generalissimus Kornilow auf Petersburg, werden von der Presse lebhaft besprochen. Tie russische Revolution, von der vielfach erwartet wurde, sie werde Rußland den äußeren Frieden bringen, habe dies nicht getan, dafür aber das russische Volk auch noch in den Bürgerkrieg gestürzt. Tie unerhörten Oersehlungen der russischen Re- -lutivn haben sich schnell und furchtbar gerächt. Heute ehe das russische Reich vor einem furchtbaren Abgrund, ür den Vierverband bedeute jedenfalls der Ausbruch :s Konfliktes zwischen den beiden Revvlutionshänptlingen Eerenski und Kornilow eine wahre Hiobspost. Es sei rnmöglich, daß die Verwirrung in Rußland ohne Rück- virkung auf die Lage an der Front bleibe. Ms Stadt And Laad. — Aus dem Parteileben. Ter Hauptvorstarst der Nationalliberalen Partei wird am 23. September in Berlin zusammentreten. Wie verlautet, soll der Führer der nationalliberalen Landtagsfraktion in Preußen, Tr. Friedberg, an Stelle Bassermanns zum Vorsitzenden des Hauptvorstands der Partei und Tr. Stresemann zum Führer der Reichstagsfraktion gewählt werden. — Die deutschen Kampfflieger. Das deutsche Heer zählte bis 1. September 1917 54 Kampfflieger, die 8 und mehr feindliche Flugzeuge im Luftkampf -besiegt haben. 8 bis 9 Lustsiege haben 11 Flieger errungen, 10 bis 20 Siege 31 Flieger, 21 bis 30 Siege 7 Flieger, 31 bis 40 Siege 3 Flieger (darunter Hauptmann Boelcke, der zur Zeit seines Heldentodes mit 40 Siegen weit vorne stand). Leutnant Voß ist 46 und Rittmeister von Richrhofen 61 mal als Sieger aus den Kämpfen hervorgegangen. Bon den 54 Fliegern sind 25 den Heldentod gestorben, 23 sind mit dem Orden Pour le Merite ausgezeichnet worden. — Die neue Reichsbanknote. Am 11. September hat die Ausgabe neuer Reichsbanknoten zu 20 Mark begonnen. Die Noten sind mit denk Papierrand 9 Zentimeter breit. Das Papier ist aus dem linken Rand der Vorderseite mit einem braunen Faserstreifen versehen und enthält auf der ganzen Fläche ein natürliches Wasserzeichen, in dem die Zahl 20 und das senkrecht stehend« Wort „Mark", je für sich in senkrechten Streifen abwechselnd, sich wiederholen. Das eigentliche Druckbild ist auf beiden Seiten der Note 8 Zentimeter hoch und 13 Zentimeter breit und allseitig von einem V 2 Zentimeter breiten Papierrand umgeben. Beide Seiten der Note sind ii Kupserdruck und tiefblauer Farbe als Hauptdruck so ausgeführt, daß auf jeder Seite für sich durch einen verschiedenfarbigen Unterdrück eine besondere Tönung hervor^ - gerufen ist. Tie Vorderseite wird von vier Rechtecken ge- I bildet. Ein Feld zeigt zu beiden Seiten eines krers-i i runden Mittelstücks je eine knieende Männergestalt, dis j aus einem Füllhorn Münzen schüttet. Tas runde Mittel- - stück Wird von einem in zarten Farbtönen gehaltenen Reichsadler ausgefüllt, von dem sich die Zahl 20 kräftig ! abhebt. Das untere Mittelfeld enthält in kräftiger Schrift ^ den Text. Tie Rückseite zeigt in zwei hochstehenden acht- i eckigen Feldern links das Brustbild eines kräftigen Mannes als Sinnbild der Arbeit und des tätigen Tages, rechts das Brustbild einer weiblichen Gestalt als Sinnbild der Ruhe und der Nacht. Tie Felder sind von Hellen, mit grünlichem Linienwerk gefüllten Leisten eingefaßt. -- Postordnung. Mit Wirkung Vom 1. Oktober ab ist eine Postordnung für das Deutsche Reich erlasse» worden, in der nun die vielen im Laufe der Zeit ergangenen Bestimmungen über das Postwesen Kar ge-- sammelt sind. Tie Vorschriften Vom 3. Juli 1917 betr. die Postaufträge mit Wechseln und Schecken, die in Elsaß- Lothringen zahlbar sind, werden durch diese neue Postordnung nicht berührt. — Gegen die Verteuerung des Brotes. Ter .Nahrungsmittelausschuß des Teutschen Städtetages hat einstimmig beschlossen, mit allem Nachdruck gegen eine Erhöhung des Brot- und Kartoffelpreises Stellung zu nehmen. Er beantragt, unter Umständen die Senkung der Preise durch Reichs mittel wie bei der Fleischzulage zu erreichen. — Beschlagnahme der Kunstwolle. Es wird darauf hingewiesen, daß Kunstwollen und Kunstwollab- fälle aller Art und deren Mischung wiederum beschlagnahmt sind. Tie Veräußerung der mit blauem Schein früher freigegebenen Kunstwollen und Knnstwollabfälle darf daher nur gemäß den Bestimmungen des Z 4 der Bekanntmachung vom 1. April 1917 erfolgen. Angebote oder Veräußerungen an andere als die in diesem Paragraphen genannten Stellen sind verboten und strafbar. — Künstliche Düngemittel. Es ist darauf aufmerksam zu machen, daß die Verordnung über die Höchstpreise für künstliche Düngemittel und für die Mischung von Kunstdünger abgeändert worden sind. Maßgebend ist der Höchstpreis des Gebiets, in dem die Vollbahnstation des Empfängers liegt. Gebiet IV umfaßt: Bayern mit Pfalz, Württemberg, Baden, Elsaß-Lothringen, Provinz Starkenburg und Rheinhessen, die Hohenzollernschen Lande. (-) Voxberg, 12. Sept. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat den Gerichtsassessor Dr. Karl Mohr aus Mannheim zum Notar im Amtsgerichtsbezirk Boxberg unter gleichzeitiger Verleihung der Befugnisse eines Notars sür den Amtsgerichtsbezirk Adelsheim ernannt. (-) Neunstetten, 10. Sept. Unter überaus zahlreicher Beteiligung von nah und fern wurde hier die Trauerfeier für den einzigen Sohn und Bruder der allgemein geachteten und beliebten Familie des Landwirtes und Gemeinderates Karl Senft von hier, abgehalten. Die bedauernswerten Eltern verloren an dem guten, braven Sohn, der durch Verschüttung den Heldentod fürs Vaterland starb, die Stütze und den Trost ihres Alters, die fleißigen noch unverheirateten beiden Schwestern, die nach echt deutscher Frauenart einsprangen für die Arbeiten des im Felde Weilenden, trauern ischmerzlich um den treubesorgten Bruder, an dem sie mit großer, aufopferungsbereiter Liebe Hinzen. Im Geiste seh ich eine Frauenschar Wie Priesterinnen schreiten zum Altar,— Und in den heiligen Händen Opferschalen, Rot vom Blute der Gefallenen, — Schmerzgebeugt, doch nickt zerschlagen. Todesmutig, glaubensstark die Opfer tragen. Heidelberg, 12. Sept- Aus der hier abgehalteueu Tagung der deutschen Buchdruckereibesitzer wurde von dem Vorsitzenden des Berechnungsamtes Wilhelm Bär- Leipzig Bericht über den gegenwärtigen Stand der Trnck- preije erstattet. Er teilte mit, daß der Vorstand beschlossen habe, eine sofortige Revision des Truckpreistarifs vorzunehmen. In Verbindung mit den Verhandlungen über die Truckpreise fand eine Aussprache über das im Verkehr mit dem Buchhandel bestehende Ab- rechmmgsversahren, das sog. Ostermeßziel, statt. Die Versammlung erachtete diese Zahlungsweise als nicht mehr zeitgemäß und gewerbsüblich und beschloß die allgemein übliche Zahlungsweise vom 1. Oktober ab ein- zusühren. Eine besonders wichtige Aussprache fand lt. „Heidelb. O über die Verhältnisse auf dem Papiermarkt statt. Ter Vorsitzende des Reichsausschusses für Truckgewerbe, Verlag und Papierverarbeitung Direktor. Kraemer-Berlin hielt hierüber einen Vortrag, in welchem er betonte, daß das Truckgewerbe mit einer weiteren Einschränkung rechnen müsse. Luxusarbeiten müßten ganz vermieden werden. Bei der Besprechung von Lohntarifangelegenheiten wurde mitgeteilt, daß mit Rücksicht auf die veränderten Verhältnisse im nächsten Monat eine Aussprache in dem zwischen Prinzipal und Gehilfen bestehenden Ta^-'an^'chuß stattsinden werde. Bei. einer Aussprache über die Bedeutung^des Buchdruckge- iverbes in der Kriegs- und Volkswirtschaft wurde her- oorgehoben, daß seitens der militärischen und sonstigen Behörden die gegenwärtige Lage des Gewerbes nicht immer in zutreffender Weise beurteilt werde- (-) Mühlacker, 12. Sept. (Eisenbahnunfall.) Tem heute Nacht chzl Uhr nach Bietigheim abfahrenden Güterzug stießen, wie der „Türmenz-Mühlacker Bote" berichtet, vier in voller Fahrt von einer Rangierabteilung abzcstoßene Wagen in die Flanke und zertrümmerten sechs Güterwagen. Verletzt wurde niemand, da das Personal sich durch rechtzeitiges Abspringen retten tonnte, ker Materialschaden ist bedeutend. Letzte Rachrichte«. Wolff-Telegra m me Z 1 M MT. versenk. ins Gesicht, ohne daß es die Begleitmannschaften verhinderten. Die erste Nacht mußten die Gefangenen trotz der kalten Jahreszeit auf einer mit Stacheldraht umzäunten Wiese auf blanker Erde verbringen. Berlin, 12. Sept. (Amtlich.) Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Kapitänleutnant Gerlach, hat im Atlantischen Ozean neuerdings 6 Dampfer und 2 Segler mit 31000 Bruttoregistertonnen versenkt, darunter die englischen bewaffneten Dampfer „Volodia" (5689 Tonnen) mit landwirtschaftlichen Maschinen und Nahrungsmitteln nach England, „Heatherside" (2767 Tonnen) mit Kohlen nach Malta, „Marmion" (4066 Tonnen) mit Hafer und Stahl nach Bordeaux, „Treloske' (3071 Tonnen), wahrscheinlich mit Munitionsladung, bewaffneten englischen Hilfs- transporter „Elswick Lodge" mit 5790 Tonnen Mais nach England, italienischen bewaffneten Dampfer „Asti" (5300 Tonnen) mit Kohlen nach Italien, portugiesischen Dampfer „Ovar ex Casablanca" (1650 Tonnen) mit Kohlen nach Portugal, sowie einen Dampfer mit 6000 Tonnen Mais nach England. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Sie Königin von Snlgariea gestorben. ! provisorischen Regierung steht, sind die Meldungen der ! britischen Depeschenagentur sichtlich in einem Kornilow ^ günstigen Sinne gefärbt. Es kann danach kaum einem ! Zweifel unterliegen, daß England zumindest dem gegen- i wärtigen Putsch des Generals Kornilow wohlwollend ge- i genübersteht. Sofia, 12. Sept. (Bulg. Tel.-Ag.) Königin Eleonore ist gestern Nachmittag um 4,20 Uhr gestorben? Vermischtes. Japan soll für Rußland liefern. London, 13. Sept. Die „Times" berichten aus Washington vom 11. Sept. daß Lansing und der japanische Botschafter Jshii eine wichtige Konferenz hatten, in der sie darin übereingekommen seren, daß Japan seine ganzen maritimen und wirtschaftlichen Kräfte auf die Erzeugung von Kriegsmaterial für Rußland und den Transport dorthin konzentrieren solle. — Jshii teilte Lansing mit, die japanische Mission sei erstaunt über die riesigen Kriegsvorbereitungen der Vereinigten Staaten. Priv at-Telegramme. Amerikanische Schikane. Die gemeine Behandlung der deutschen Gefangenen. Berlin, 12. Sept. Einen neuen Beleg für die menschenunwürdige Art, in der die deutschen Kriegsgefangenen in Frankreich behandelt werden, bildet die Aussage eines jüngst entkommenen Gefreiten. Nach viertägigem Trommelfeuer wurde er verschüttet und fiel in die Hände des Feindes. Gleich nach der Gefangennahme wurden den Gefangenen Uhren, Messer Zigarettenetuis, Ringe, Geldbörsen und Brieftaschen von den französischen Mannschaften abgenommen. Während des Rücktransports rissen ihnen vorübergehende Soldaten die Mützen vom Kopf und schnitten Knöpfe und Achselklappen ab. In einem Dorf 5 Kilometor hinter der Front warfen Zivilisten mit Steinen nach ihnen und spieen ihnen Berlin, 13. September. Nach einem Rotterdamer Telegramm des „Berliner Lokalanzeigers" meldet die „Daily Mail" aus New-Uork, daß der dänische Dampfer „Oskar H." mit 600 Passagieren und einer Ladung Lebensmitteln nach Kopenhagen fahren wollte, ,aus Befehl der amerikanischen Behörden aber zurückgehalten wurde. Wer ist Herr in Rußland? Berlin, 13. Sept. Die Welt erlebt augenblicklich, schreibt die „Berliner Volkszeitung", ein seltsames Schauspiel: An dem Bürgerkrieg in Rußland ist kaum noch zu zweifeln. Während nun der russische Ministerpräsident Kerenski durch die amtliche Telegraphenagentur optimistisch gefärbte Meldungen in die Welt kabelt, nach denen die Mehrheit des russischen Heeres unbedingt auf Seiten der Der deutsch« Mich«'. In Feurenmoos, im württ. Oberam Tttirang, stahl ein russischer Kriegsgefangener dem Bauern, bei dcm er beschäftigt ist, und einem Mitgefangenen Geld, von den er sich eine Uhr um 8!) Mark und sonstige Schmuckgcgenständ, kaufte Die deutschen Kriegsgefangenen in Rußland, FrankreiH und England werden schwerlich in die Lage kommen, sich Schmuckgegcnstände zu kaufen. Brand. Am Montag abend sind in Posen die Gebäude der Iol-annismühIen-Aktiengesellschast größtenteils abgebrannt. Die Kathedrale von St. Quentin. Bei der alten Stadt Beimand an der Somme erlitt im Jahr 287 der heilige Quentin den Märtyrertod. In der ersten Hälfte des neunte» Iahihunderts soll eine fromme Frau in der Somme Kops und Körper des Märtyrers gesunden haben, die dann in eine, KcpelU bei Verwand geborgen wurden. Die Kapelle wurde z» einem vielbesuchten Wallfahrtsort und als später Bermand zerstört wurde, entstand um die Kapelle eine neue Stadt, Sb Qucntin genannt. Aus der Kapelle entstand eine mächtig! Stifl-.kbch: mit eigenem Domherrenkapitel, deren Bau sich durch drei Jahrhunderte hinzog. Eine eigentliche Kathedrale, d. h. eine Kirche, wo ein Bischof amtiert, ist die mächtige Stätte de» St. Quentin nicht, da nie ein Bischof in der nach ihm benannten Stadt residiert hat. St. Quentin gehörte vielmehr zu« früheren Bistum Noyon. In den letzten Wochen haben englisch« und französische Geschütze ihr Zerstörungswerk an dem chrwür- digen Bau ausgeübt, trotzdem behaupten die Franzosen, sic hätten nie eine Kugel gegen die Kirche gerichtet: die Zerstörung sei das Werk der deutschen .,Barbaren". Neben dem schönen Bar weil, dürften auch viele Kunstdenkmäler darin verloren sein, dagegen sind di? wertvollen gemalten Glasfenster von den .Borbaien" ocret'et worden »»»»»»»» k «rl» - - r PM e- Oratt« («Schenk «r.! Stroßmbahnnnalück. In Neviges (Rheinprovinz) versagte an einer abschüssige» Stelle die Bremse eines Straßenbahnwagens. Der Wagen raste gegen ein Haus und durchschlug eine Mauer. Zwei Fahrgäste wurden getötet, 20 schwer verletzt,- 12 Personen erlitten leichtere Verletzungen. Erfahrenes, pünktliches , , ,, , , Danksagung. Für die überaus zahlreiche Beteiligung an der Trauerfeier unseres auf dem Felde der Ehre gefallenen unvergeßlichen Sohnes und Bruders W Kann sofort eintreten Zahn-Praxis Aeiusarlh Königshofen. vanstrsgilng. Gtts Senst Mädchen Gesuch i W Für die vielen Beweise so herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben, guten, einzigen Sohnes, Enkels und Neffen VW Bc Kampfs und B. Le ner ab. UirtsVsssizier Gesucht j auf 1. Okt. ein in Haus- und Garten-! arbeit erfahrenes, tüchtiges, evangl. l Karl Friedrich Keller sagen wir hiermit auf diesem Wege allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten tiefgefühltesten Dank. Insbesondere sagen wir herzlichen Dank dem Herrn Ortsgeistlichen Pfarrer Stelz für seine trostreichen Worte bei der kirchlichen Trauerfeier, Herrn Hauptlehrer Schweickert für den erhebenden Gesang der Schulkinder, dem Militärverein für seine überaus zahlreiche Beteiligung, sowie auch dem Herrn Militärvereinsvorstand Fritz Fahrbach für seine schöne Ansprache und Kranzniederlegung am Denkmal. Besonderen Dank auch den Jungfrauen der Gemeinde für die vielen und schönen Kranzspenden, für den herzlichen Nachruf und für ihren ergreifenden Gesang am Kriegerdenkmal. Allen, allen, von nah und fern, für die innige Teilnahme an unserm schweren Verlust, herzlichsten Dank. AL ädche n in kleine Familie (2 Personen) bei guter Behandlung. ^ Lohn 22 Mk. monatlich. - Angebote an ^ Fra« Pfarrer Karl! Tauberbischofsheirn. die uns von allen Seiten zu Teil geworden sind, sagen wir herzlichsten Dank. Ganz besonders danken wir für die trostreichen Worte des Herrn Stadtpfarrers Görcke, sowie für die vielen Kranz-und Blumenspenden und die so überaus zahlreiche Leichenbegleitung. Adelsheim, den 13. September 1917. Im Namen aller tieftrauernden Hinterbliebenen: LVohnring ZI» Vermieten. Die Ettern: Karl Keller, ZiumtkUkißer und Iran. «8 Sr .Kavalle Werg mi Nö und am geplänki Neunstette«, den 12. September 1917. Iimstie 8 lirlöe>ft,L-»dwirt». s-m-i»»«»« Jeweils Mitwochs und Samslags Aachmillag bleiben die Dienstriiume des Rathauses für das Publikum In meinem Anwesen Gasthaus zum ^Deutschen Kaiser" hier, habe ich auf 1. November eine 2 Zimmn-WohMilg mit Küche und Zubehör zu v e r m i e t e n. Rudolf Willig Brauerei, Adelsheim. loci 65-^026 Hb. - i geschlossen. Ausnahmen nur in ganz dringende« Angelegenheiten Adelsheim, den 10. September 1917. Bürgermeisteramt: Trefz. 2 ur getÄIIigen kesolitung! Heia i8t von jetrt ab nur nock von inorxens 7 vsir bi8 abencis 10 Okr g«S-ss-kn«1, Ein gutes Arbeitspferd sowie eine gut gewöhnte Milchkuh zu verkaufen E. Sulhardk, wslchlngev. o Allen Verwandten, Freunden und Bekannten machen wir die traurige Mitteilung, daß nach langer Zeit die Nachricht eintraf, daß unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel 6 uslsv im Dezember 1915 den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. OslLVduVlren. Die Bekanntmachung Tünchnerfarbrn sämtliche Arten Meihp iusel empfehlen E. Hubert Co. Hirschlauden, 12. September 1917. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Martin Ried, Polizeidiener. Zir Keren § Sü gliche M D Hei ' lob, mö " Haben ei fvont kai ist das das Ten kürze St loechselui nirgends greifen sich eben kr habe Ar auf . verschon Im i ^-Mäßige Nnd km» letz - allen G sann ich 4vringei sie sich -Marten stand." , ^ Dvkt auf sei, spontan K ieinigen Die Trauerfeier für den teuren Gefallenen findet am Sonntag, den 16. September 1917, nachmitags >/^2 Uhr statt. Adelsheim. LandmrMMiiht KansfrankliottkilligirW der Reichsbekleidungsstelle über die für Adelsheim und Umgebung, Adelsheim. Verwendung von Wäsche in Gastwirtschaften muß jedes Gasthaus anbringen. Die Abdrucke sind von nuferer Druckerei zu beziehen. bester Brotaufstrich frisch eingetroffen bei L. Mangold, Adelshelm. Von beute an wird keinerlei Gemüse mebr anaennmnien Tlie tW* ich UN g oer >Nutfcyeine erfolgt m den Kaffenftunden Dienstag UM von jetzt bis 1. Oktober. Nach dem 1. Oktober verlieren die Gutschein ihre Gültigkeit. Marmelade Adelsheim, 13 eptember 1917 Die Vorsitzende: Freifrau von Rötberg