^ Set mehrmaliger flufnahmr RabaZ ^ ^ Postsch eck-Konto 4»L4, Karlsruh« HauptmMigeblatt für Sie Sezirke Melsheim, Hoxberg u. -eren Umgebung Oralt«: stmtlichro verkünöigungsblaü iwöchenL) Illustriertes Sonntag«»Statt HotzsubmiPons- un- verftrigerungs-/lnzeiger für öen Göenwalö Gratis: prakt»Mitteil«t»gen fürSewerbs smonatl.) u. HanSel,yau«-«.Lan-wirtjchaß «r. 214. Truck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telephon No. 18. Adelsheirn, Freitag, 14. September 1S17 Verantwort!«^ N. Heppeler in Ädelsheim. Jahrg. 41. Tagerbevi^hte. WTB. Großes Hauptquartier, 13. Sept. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Bei geringer Sicht blieb die Gefechtstätigkeit an den Kampffronten bis auf vorübergehende Feuersteigerungen «nd Borfeldgefechte im allgemeinen gering. Leutnant Voß schoß im Luftkampf den 47 . Gegner ab. Seitlicher Kriegsschauplatz: Front des Geueralseldmarschalls 7 ^ Prinz Leopold von Bayern: ^ Südlich der Straße Riga—Wenden wichen unsere Kavallerieposten starkem russischem Truck über Moritzberg und Neu Kaipen aus. Nördlich von Baranowitschi, östlich von Tarnopol und am Zbrucz lebhaftes Störungsfeuer und Erkunder- " geplänkel. Zwischen Dnjestr und Schwarzem Meer keine größeren Kampfhandlungen. Mazedonische Front: Südwestlich des Ochrida-Sees find nur schwache feindliche Abteilungen ins Gebirge gedrungen. - Ter Erste Generalquartiermeister: Luden darf f. * Heute ist der Tagesbericht wieder recht kurz; gottlob, möchte man sagen. Auch unsere braven Feldgrauen haben eine Erholungspause mal ganz gerne. An der Westfront kam es nur zu vereinzelten Borfeldgefechten. Freilich ist das Konzert des Kanonenorchesters nicht verstsmmt; das Tempo Andante war indessen vorherrschend und nur kurze Stellen von Allegro vivace brachten gelegentliche Abwechselung. Zu Fortissimo steigerte sich die Geschützmusik nirgends. — Jur Gebiet der Tüna sind unsere Kavallerie- . streifen vor starken russischen Truppenkörpern, vermut- . sich ebenfalls beritten, zurückgegangen. Tie kühnen Rei- ! ter haben dem Feinde schwer zu schaffen gemacht und ! Ar auf dem ganzen Rückzug und während seiner neuen Verschanzung keinen Augenblick zur Ruhe kommen lassen. — Im übrigen herrschte auf der Ostfront auch verhältnis- " »äßiqe Ruhe. ?> Leutnant Vo ß hat am 12. September den 47. Gegne, im Luftkampf abgeschossen; in der Liste vom 1. September wurde sein 38. Luftsieg erwähnt, in 11 Tagen hat er also 9 Kämpfe siegreich ausgesochten. Französische Gefangene, die südlich Malvalle Ferms in deutsche Hand fielen, erzählen, daß die Meuterei im französischen Heere fr überhand genommen habe, daß man seit Anfang Juli für die fünfte Infanteriedivision ein eigenes Straflager für Meuterer in La Plessicr bei Soissvns habe einrichten müssen. Tie dort Internierten werden zu besonders gefährlichen Arbeiten heran- Mogen. Tas Infanterie-Regiment 17 der 170. Infanteriedivision hat sich Ende Mai, als es erfuhr, daß es am Chemin-des-Tames eingesetzt werden sollte, geweigert, in Stellung zu gehen. Tie Leute, setzten sich statt dessen auf Paris, zu in Marsch, um dort Protestkundgebungen zu veranstalten. Auf dem Marsche schlossen sich den Demonstranten zahlreiche andere Soldaten an. Nur mit großer Mühe konnte die Kundgebung schließlich unterdrückt werden. Tie Moral des Infanterie-Regiments 74 soll infolge der früheren Meutereien der 5. Infanteriedivision jetzt noch nicht wieder ganz hergestellt sein. Belgische Gefangene des 15. Infanterie-Regiments, die am 30. August bei Tixmuiden von den Deutschen eingebracht wurden, beklagen aufs bitterste die ungerechte Behandlung, der sie als Vlamen im belgischen Heer ausgesetzt sind. Von belgischer und von französischer Seite werde streng gegen die vlamische Bewegung vorgegangen. Als besonders ungerecht empfinden es die Leute, daß bei 80 Prozent vlamischer Mannschaften vier Fünftel aller Offiziere Wallonen sind. Tie Gefangenen erzählen auch, baß das Verhältnis zwischen belgischen und englischen Soldaten das denkbar schlechteste sei. Wo sie zusammenträfen, entständen Schlägereien, MDLe Ereignisse im"Westen^ Der französische Tagesbericht. ^ b WTB. Paris, 13. Sept. Amtlicher Bericht vom t2. Sept. nachmittags: In Belgien hielt sich die Artillerietätigkeit sehr lebhaft in den Abschnitten von Driegrachten und Bixschoote. — In der Champagne machten erfolgreich« Einbrüche in die deutschen Linien, den einen nordöstlich von Auberive, den an- deien östlich von der Straße Saint Hilaire-Samt Couplet. An dem letzteren Punkt drangen unsere Abteilungen bis in die dritte deutsche Linie. Es entspann sich ein lebhafter Kamps, in dessen Verlauf die deutsche Besatzung getötet oder gefangen genommen wurde. Wir brockten zahlreiche UntrrMÜLe.LM» Tlitstuez und erbeuteten zahlreiches'Kriegsgerl». Ein feind licher Angrisfsversuch nordöstlich von Tahure scheiterte in uw serem Feuer und kostete die Angreifer empfindliche Verluste. — Auf dem rechten Maasuser schlugen wir zwei Angriff« gegen unsere vorgeschobenen Posten nördlich vom Cauriere-Wal> und nördlich von Ronvaux ab. — Luftkrieg: Feindliche Flugzeuge bewarfen die Gegend von Dünkirchen mit Bomben und verursachten mehrere Opfer unter der Zivilbevölkerung. Abends: Keine Fnfanterietätigkeit während des Tages. Mitte lere Tätigkeit der Artillerie aus dem größten Teil der Front, besonders in Belgien und auf dem rechten Maasufer. Jim Lauf: des 12. September wurden vier deutsche Flugzeuge von' unseren Fliegern abgeschossen, 10 andere feindliche Apparate fielen schwer beschädigt in ihren Linien nieder. Unsere Flieger beschossen die Bahnhöfe Roulers, Courtemarck, Staaden, den Flugplatz Colmar, die Bahnhöfe Lonflans und Iarny und klmtärische W-rkstäNen südöstlich Saarburg und warfen zahlreiche Bcmben ab. ^ - > ' Der englische Tagesbericht. E WTB. London, 13. Sept. Amtlicher Bericht vom 12. Sept.: Lin feindlicher Angriff östlich Hargicourt wurde abgeschlagen, erfolgreiche Vorstöße wurden nordöstlich Bullecourt und südlick kembartzyde ausgesührt. Die Wirren in Rußland. : Petersburg, 13. Sept. (Reuter.) Gweral Kornilow. hat eine Ministerliste aufgesetzt, die nebenVertretern des rechtsstehenden Parteien auch den Namen des Arbeiterver^ treters Aladine enthält, der, mehrere Jahre in England lebte. Aladine fall Justizminister werden. Petersburg, 13. Sept. (Pet. Tel.-Ag.) Die Regierung hat die „Nowvje Wremja" verboten, weil sie den Aufruf Kornilows in vollem Umfang und den Kerenskis in gekürzter Fassung veröffentlicht hat. Der Minister für Lebensmittelversorgung hat sein Amt niedergelegt, weil es ihm unmöglich war, der Unordnung ein Ende zu machen. Stockholm, 13. Sept. Ten Berichten der amtlichen Pet. Tel.-Ag., die die Lage Kerenskis in günstigem Lichte erscheinen lassen, wird wenig Glauben beigemessen. Kerenski hat den Belagerungszustand über Moskau verhängt. General Kornilow verlangt die Auflösung aller Arbeiter- und Soldatenräte. Ter von Kerenski eingesetzte neue Befehlshaber Klembowski soll zu Kornilow übergegangen sein, Kerenskis Anhang schwindet, da man ihn überall als einen eitlen Schwätzer, tber nicht als einen Mann 8er Tat hält. 7 . Feindliche Müder. Roman von Jost Freiherr«: von Steinach. 43 Und als mir der Richter, nachdem alles gegen un§ gezeugt, zum letzten Mal riet, zu gestehen, da zuckte es mir schon in allen Gliedern, mit einen« lauten Ja zu antworten. Noch besann ich mich, da tat Melitta eine Bewegung, als wollte sie Vorbringen, das war für mich entscheidend; ehe ich zugab. daß sie sich der Schande überlieferte, eher hätte ich die größten Martern ertragen wollen. So kam ich ihr zuvor — und gestand." Doktor Waldau ließ seine» Blick mit wahrer Zärtlichkeit auf seinem Freunde ruhen. Dann streckte er ihm in einer spsntanen Aufwallung beide Hände entgegen unddrückte die stinigen kräftig. „Sie haben recht daran getan. Ranzenberg.* sagte er leise, »aucbGch hätte eS jede,«falls nicht anders gemacht.* s Er war völlig zufrieden mit dem Ergebnis; alles ivar ^hu« in dieser halben Stunde klar geworden. Da fiel ihm noch simvas ein. „Otto, Sie sind so offen zu mir gewesen, wie Sie eS nur zu einem treuen Freunde tun konnten, von dem Sie genau «iffen, daß er Sie liebt. Darf ich noch eine Frage an Sie richten, die mir auf dein Herzen brennt?* „In unserer Sache? Selbstverständlich!" „Zwei Zeugen, der Portier soivohl wie Ihr Diener Finke sagten gleichlautend aus, daß Sie mit einem Paket unter dem 8rn, znrückgekoinmen wären.* „Auch das will ich Ihnen erklären, mein Freund. Ich habe allerdings etwas mitgenommen, das im Grunde mir wohl uichk gehörte.* „Sie haben—* „Ja. Im Sterbezimmer «neines BaterS fand ich in einer Ecke ganz verstaubt, und zerknüllt, ein Bild meiner Mutter, ein Pastellbild, dasselbe, das der Rechtsanwalt zur Bestätigung meiner Worte dem Richtertisch vorlegte. Sie werden begreifen können, daß ich dieses mir so teure Bild nicht n« einem Hause zurücklassen wollte, wo es nach dem Tode meines Vaters eine noch schimpflicher« Behandlung zu erleiden gehabt hätte.* „Das waren Sie als Cohn verpflichtet zu tun, darüber kann kein Zweifel entstehen.* Der begleitende Wärter mahnte zur Beendignug der Unterredung. Und so schieden sie, nach den« Waldau noch dein Freunde hätte berichten inüflen, ivie sich Melittas Dasein gestaltete »nd ob es ihr anch an nichts fehle. „Grüßen Sie sie von mir. und sagen Sie ihr, daß Tag und Nacht alle meine Gedanke» nur ihr gelten." waren seine letzten Worte, die er den. Scheidenden zurief Doch als dieser schon an der Tür war, äußerte er: „Nein, Waldau, sagen Sie ihr lieber gar nichts von mir, es ist bester. Sie mag mich lieber iin Gedächtnis tragen wie einen in die Ferne Gereisten oder einen Verschollenen. Und wem« ich dam« wieder vor sie hintrete. wird die Freude des Wiedersehens nur um so größer sein.* Bald darauf schlug das «nächtige Tor hinter Waldau zu, und er mußte plötzlich daran denken, wieviel unsägliches Leid, ivieviel Sünde und Haß, aber auch wie viel Reue sich hinter den düsteren Mauern verbarg. Doch dos eben Gehörte hatte seine Seele in ihren innersten Tiefen anfgerührt. Wohl hatte er sein Wort gegeben, keinen Gebrauch davon zu machen, das heißt natürlich nur in den« Sinne, daß er keinerlei Versuche unternehme, anstatt Ottos Melitta diesen Mauern zu übergeben. Wie aber, wenn Otto sich doch geirrt, wenn auch sie nichts von den« Verbrechen gemein hatte? Dann hätte der leicht erregte und impulsive Künstler ein «rngeheuerliches Opfer für einen Fremden — vielleicht gar für einen Menschen gebracht, der der Letzte war, es zu verdienen! Das stand bei ihm fest. Der Sache mußte auf den Grund gegangen werden, und zwar je eher, desto bester. Konnte Melitta denn überhaupt die Schuldige sein? Nach all den Aenßernngen, die er erst vor kurzem von ihr über den Fall gehört, schien ihn« das ganz ausgeschlossen. Oder sie hätte die größte Schauspielerin sein müssen, die es je gegeben! Sagte sie ihm nicht selbst, daß sie nicht an Ottos Schuld glaube? Und da hätte sie sich mit keinen« Wort, ja mit keinem Blick verraten, wenn sie es gewesen? Es war unmöglich. Kein Weib konnte so meisterhaft die Verstellungskunst ausüben, abgesehen davon, daß Melitta ganz abgeseirnt i«nd gerieben sein mußte, was er, der doch Erfahrung mit den Frarvn hatte, für vollkommen undenkbar hielt. Um so inehr trat an ihn das Gebot heran, in diesem Falle seine ganze Schuldigkeit zu tun, um in dieses Labyrinth mit der Fackel des Rechts und der Wahrheit zu leuchten. Rasch entschlossen rief er eine Droschke herbei und ließ sich zu Melitta hinfahren. Weit draußen in der Vorstadt hielt der Wagen vor einer hohen, ««««freundlichen Mietskaserne, wo Frau Vogtmaiin, die Wirtin des jungen Mädchens, im dritten Stock ein Quartier von vier Zimmern, von denen üe drei vermietet hatte, bewohnte. Als er klingelte, kam «hm sofort die alte Frau, die einst schön gewesen sein mußte, und deren Gesicht ein Kranz von schneeweißen Haaren umrahmte, mit betrübter Miene entgege««. „Sir kommen gewiß, um sich nach Ihrer Schiitzbefohssnen zi, erkmrdigen," sagte sie mit weicher Stimme. „Ah. ich bin gar nicht mit dem Kinde zufrieden. Die voranfgegangene» Tage haben einen zu schmerzlichen Eindruck aus ihr weiches .Gemüt hmterlasten, und der Gedanke, daß der. den sie über alles liebt, i«n Gefängnis schmachten muß, raubt ihr vollends allen Lebensmut. Es ist sehr gut. Herr Doktor, daß Sie sich einmal nach ihr uinsehen, denn so kann das ^««möglich mit ihr weitergehen, wenn sie nicht ernstlich krank werden soll. Fast keine Nacht schläft sie ordentlich aus, während sie an« Tage init ihrem Abschreiben beschäftigt ist. Sie hat schon eine beträchtliche Zahl von Aufträgen, aber ich glaube, sie halt es mit der Zeit nicht aus, falls sie sich nicht mehr schont." „Woher misten Sie dein«, verehrte Frau, daß sie in der Nacht nicht schläft?" „Ich höre sie manchmal noch gegen zwei, ja drei Uhr in: Zimmer auf und abgehen und seufzen und leise weine,.. Ja, einmal stieß sie sogar laute Verwünschungen gegen sich selbst aus und klagte sich an. ihn ins Unglück gestürzt.zu haben." „So!" meinte Waldau nachdenklich. „Sie klagte üch an! Sollte sie wirklich — ?" Noch konnte er es nicht glauben, aber manche Anzeichen sprachen in der Tat für diese Annahme. „Und kann ich sie sprechen?" fragte er. „Aber selbstverständlich, Herr Doktor," versetzte die Witwe lebhaft, „ich hoffe sogar, daß es Ihnen gelingen wird, ihr den Kopf znrechtz,»setzen, denn geschehen muß etwas am alle Fälle." 238.20 Petersburg, 13. Sept. (Reuter.) Man hält , -gende Kombinationen für möglich: Kerenski wird ze>» weilig Generalissimus und Alexejew Chef des Generalstabs. Die Regierung hat gegen Kornilow und andere Generale eine Strafverfolgung wegen Rebellion eingeleitet. Tie Verhaftungen dauern fort. Auch der frühere Kriegsmini-- ster Gutschkow wurden in Haft genommen. In Petersburg sollen Straßenkämpfe zwischen den Radikal-Sozialisten und den Anhängern Kerenskis Altt- gefunden haben. Schweizer Grenze» 13. Sept. (z. K.) Die Schweizer Blätter berichten: Havas meldet aus Petersburg: Der neue Oberbefehlshaber der russischen Armee General Klembowsky hat angeordnet, daß das 1. und 2. Petersburger Artillerieregiment aufgelöst werde. Petersburg ist in Verteidigungszustand versetzt. Zwischen dem Warschauer und dem Baltischen Bahnhof und am Newakanal entlang werden Schanzen aufgeworfen. Schweizer Grenze, 13. Sept. (z. K.) Nach Stockholmer Meldungen schweizerischer Blätter wird von der finnischen Grenze gemeldet, daß General Kornilow einen Preis von 30 000 Rubel auf den Kopf Kerenskis aussetzte. Neues vom Tag. Die Sterblichkeit in Baden. Karlsruhe, 13. Sept. Im ersten Vierteljahr 1917 sind in Baden, abgesehen von den Totgeborenen, 10333 Personen gestorben gegen 8963 im Jahr 1916. Tie Zunahme erstreckt sich besonders auf alte Leute und kleine Kinder, die unter den durch den Krieg geschaffenen Ernährungsverhältnissen anscheinend schwerer kittzu- Die Tuberkulose ist im Zunehmen. Mit lümlelibing — nicht mit krrberger uns Schelseniami. Hamburg, 12. Sept. Auf die Protestkundgebung der Handelskammer gegen die Note des Präsidenten Wilson sind folgende Erwiderungen eingegangen: Von Reichskanzler Dr. Michaelis: Unter dem erhebenden Eindruck der Rigaer Siegesnachricht sage ich der Handelskammer Hamburg meiney aufrichtig« Dank für die Mitteilung ihres erneuten feierlichen GeWvmp^s unerschütterlicher Treue zu Kaiser und Reich. Von Generalfeldmarschall von Hindenburg: Das kraftvolle Bekenntnis der Hamburger Kaufmannschaft hat mich hoch erfreut. Die einmütige Bekundung des Siegeswillens der drei Hansastädte, die vom Kriege besonders getroffen wurden, wird, hoffe ich, lauten Widerhall finden im ganzen Vaterlande. Hält das deutsche Volk in unerschütterlicher Treue zu seinem Kaiser brüderlich zusammen, um den schon schwankenden Feind zu Boden zu ringen, wer will ihm den Sieg dann noch entreißen? Im württembergischen Zentrum rumort es mächtig gegen Erzberger und die Reichstagsmehrheit. Die Kölnische Volkszeitung stellt im Anschluß an die Tatsache fest, daß auch sonst der Zentrumspresse in dieser Frage sehr zahlreiche Zuschriften zugehen; eine Tatsache, die jedenfalls ernste Beachtung und Erwägung verdiene, meint das führende Zentrumsblatt mit Recht. Auch der Fortschrittlichen Volkspartei ist es nicht mehr ganz wohl bei der zuerst sehr hoch gepriesenen Aktion. Eines ihrer Organe möchte die verfahrene Geschichte einrenken und macht zu dem Ende einige schlaue Vorschläge, durch die die Mehrheit der Kritik und der Verantwortung für den angerichteten Schaden entzogen werden soll. Die Mehrheit soll eine neue Kundgebung erlassen, die etwa auf den Ton zu stimmen sei, daß der Verständiguugsfrieden der Mehrheit eigentlich dasselbe besagen wolle, was der deutsche Friede der „Alldeutschen" erstrebe, dann würden sich auch wohl einige andere bisher abseits stehende Politiker beteiligen. — Das d e u t sich e Volk in seiner Mehrheit will nicht eine nochmalige Friedensversicherung an das feindliche Ausland, für das Wilson eben erst wieder uns so schamlos und zynisch herausgefordert hat, mag sie auch etwas weniger, schwächlich klingen als die erste, es verurteilt den Grundgedanken und die Leitmotive der Mehrheit schlechthin, deren Anschmuserei ohne inneren Grund und Zwang bei den Feinden unsere diplomatische Lage sehr ungünstig beeinflußt hat. Berlin, 13. Sept- Eine Riesenversammlung, d von der Nationalliberalen Partei einberusen war, nahn eine Entschließung gegen Wilson an und sandte ein« Huldigung an den Kaiser. Ter Hauptredner Abg. Dr Stresemann sagte u. a.: „Traurige Gesellen, du da erwarten, daß wir das deutsche baltische Land jemals wieder herausgeben werden." Darauf erhob sich ein Sturm des Beifalls. München, 13. Sept. Auf der Kreistagung bayerischer Bauern sagte der Zentrumsabgeordnete Dr. Schlittenbauer: „Wir bayerischen Zentrumsleute wollen uns nicht vererzbergern lassen. Hindenburg und Ludendorff sind uns größere Autoritäten in Militärs schen Dingen als Erzberger und Scheidemann." — Dr. Heim führte aus: „An der Verlängerung des Krieges sind nur die Friedensschwätzer schuld. Ter Reichstag hat !sich von einem Allwisser und Wichtigmacher ay der Nase herumführen lassen. Jetzt gilt es durchzuhalten, damit wir uns nicht schämen müssen vor unfern Kindern." Beide Reden wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. StanLeserhöhung. Wien, 13. Aug. Kaiser Karl hat den aus der Ehe seines Oheims, des in Serajewo ermordeten Erzherzogs Franz Ferdinand, mit Herzogin Sovhie von Hohenberg entsprossenen Nachkommen und zwar dem ältesten Sohn Maximilian Fürsten von Hohenberg die nach den Rechten der männlichen Erstgeburt vererbliche Herzogswürde mit dem Titel Herzog von Hohenberg und dem Prädikat Hoheit und zugleich sämtlichen männlichen und weiblichen Nachkommen des genannten Elternpaares die Führung eines neuen Wappens verliehen. Tas neue Mirryterrum rn Frankreich. Paris, 13. Sept. Das Ministerium hat sich end- . tig gebildet. Vorsitz und Krieg: Painleve; Justiz: Zerret; Auswärtiges: Ribot; Inneres: Steeg: Ma« rme: Chaumet; Rüstungsaugelegenheiten: Loucheux; Fi« nanzen: Klotz; Kolonien: Renard, Besnard; Oeffentlich, Arbeiten: Claveille; Unterricht: Daniel Vincent; Arbeit: Renard; Handel: Elemente!; Ackerbau: David; Le« bensmittelversorgung: Maurice Long: Auswärtige Misst« Viren: Frank.in Bouillon. Staatssekretäre und Mitgliedes des Kriegskomitees sind Barthou, Leon, Bourgeois, Tou- iner und Jean Tupuy. Das Ministerium Painleve umlaßt 11 Unterstaatssekretariate. — Ein Dekret setzt das Kriegs ko mitee ein, bestehend aus Painleve, dm Mi- isterir des Auswärtigen, der Marine, für NüsinugSwesen hnd den Staatssekretären Barthou, Bourgeois, Doumep Jean Tupuy und dem Finanzminister, für die Verwaltungsangelegenheiten des Chefs des Generalstabs für Krieg Und Marine mit beratender Stimme. Das Komitee der Vereinigten Sozialisten verbot seinen Mitgliedern, in das Kabinett Painleve einzutreien. Ein «euer Skandal in Paris. Bern, 13. Sept. Tie französische Presse deutet mit verdeckten Worten einen nmen Skandal an, der mit der Auffindung von 25000 Frauken Schweizer Banknoten, sowie von bloßstellenden Papieren im Pulte eines Deputierten zusammenzuhängen scheint. Nach den Andeutungen der Presse kommen die beiden Oppositionsdeputierten Jsanvon und Turme! in Betracht. Tie Einzelheiten sind zumeist zensiert. — „Figaro" möchte, daß ein Strafantrag gestellt werde. — „Matin" berichtet über eine Interredung mit einem ehemaligen Minister, der erklärt Habe, der Fall sei außerordentlich unangenehm. Es sei chade, daß der betreffende Knopfstiefel trage (eine An- »eutung auf die Schuhbändel, mit denen Älmereyda er- wosselt wurde). Einige Aeußerungen erwecken dm An- chein, daß Techanel mit Poincare in der Angelegenheit Rücksprache genommen hat. „Figaro" meint, 'es handle ich um ein gefährlicheres Manöver als die früher be- annt gewordenen Skandale. Kriegserklärung Chinas an Oesterreich. Berlin, 13. Sept. Die „Agenzia Stefani" meldet, China habe an Oesterreich-Ungarn den Krieg erklärt. Aus Stadt Rind Laud. ** Adelsheim, 14. September 1917. — Die Beschaffenheit unseres Brotes. Die in Deutschland zur Zeit in größerer Zahl vorkommenden Magen- und Darmerkrankungen werden von ärztlichen Kreisen teilweise auf die Beschaffenheit unseres Brotes zurückgeführt. Hieraus scheint vielfach die Ansicht entstanden zu sein, daß unser gegenwärtiges Brot im allgemeinen als gesundheitsschädlich zu betrachten ist. Dieser Auffassung muß entgegengetreten werden. Bei der Beschränktheit unserer Vorräte an Brotgetreide sind wir bekanntlich gezwungen, das Getreide bis zu 94 Prozent auszumahlen, wodurch erhebliche Teile der Kleie in das Mehl gelangen, während sie bei dem früheren Mahlverfahren, bei dem das Mehl gebeutelt wird, abgeschieden wurden, lieber die Nützlichkeit oder Schädlichkeit des Kleiezusatzes haben die Ansichten auch in ärztlichen Kreisen in den letzten Jahrzehnten manchen Wandel erlebt. Man glaubte ursprünglich, daß die kleiehaltigen Mehle ein Brot von größerem Nährwert lieferten, weil in der Kleie erhebliche Mengen Eiweiß enthalten sind. Auf dieser Ansicht beruhte die Theorie des Vollkornbrotes, das wegen seines Nährsalzgehaltes als besonders wertvoll für die menschliche Ernährung galt. Neuerdings hat aber die medizinische Wissenschaft den Nachweis erbracht, daß der Vorteil der Ernährung, den die in der Kleie enthaltenen Nahrungsstoffe haben sollten, tatsächlich nicht vorhanden sind. Denn der Mensch ist nicht in der Lage, die nährenden Bestandteile der Kleie zu verdauen, solange diese in den Zellen, welche die Hülsen der Kleie bilden, eingeschlossen sind. Eine Reihe von Verfahren zur vervollkommneten Vermahlung der Kleie und Erschließung aller in den Zellen vorhandenen Nährstoffe sind zur Anwendung gebracht, ohne daß bisher das Problem der Zellenzertrümmerung als gelöst zu betrachten ist. Zu diesem Ergebnis gelangt ein Gutachten der Königlichen wissenschaftlichen Deputation für. das Medizinalwesen über Vollkornbrot. das während des Krieges auf Veranlassung des Ministers des Innern erstattet ist. Aus dem Gutachten geht hervor, daß Brot aus einem Mehl mit hoher Ausmahlungsgrenze, besonders wenn es mit Sauerteig hergestellt ist, im Darm Rückstände läßt, die zu Störungen verschiedener Art führen können. Hieraus ergibt sich, daß das Ausmahlen des Brotgetreides bis zu 94 Prozent, wie es gegenwärtig geschieht, im allgemeinen unerwünscht ist; aber zu Bedenken in gesundheitlicher Beziehung liegt deswegen noch kein Anlaß vor. Wenn der Ausfall unserer Getreideernte sich als günstig Herausstellen sollte und die Zufuhren aus den besetzten Gebieten einen größeren Umfang annehmen, wärees unzweifelhaft erwünscht, die Ausmahlungsgrenze auf 80 bis 82<>/o herunterzusetzen, wodurch wir nicht nur ein wesentlich besseres Brot, sondern auch erheblich größere Mengen Kleie erhalten würden, die bei dem gegenwärtigen Futtermangel von größter Bedeutung wären. Daß sich aber die Reichsget.eidestelle nicht entschließen wird, an dem Ausmahlverhältnis eine Aenderung vorzunehmen, bevor der Ernteertrag und der Zuschuß aus den besetzten Gebieten annähernd genau zu überblicken ist, darf als sicher gelten. Wenn die Gemeinden eine ständige und möglichst ausgiebige Aufsicht über die Herstellung von Brot ausüben, und vor allem die Verwendung von Streckungsmitteln sorgfältig überwachen, ist trotz des hohen Ausmahlverhältnisses eine gesundheitsschädliche Wirkung unseres Brotes nicht zu befürchten. — Die Darlehenskassen sind für die sechs Kriegsanleihen im Gesamtbetrag von 60,3 Milliarden Mark turzeit mit 928 Mill. Mk. in Anspruch genommen, d. y. von den voll bezahlten 60,3 Milliarden Mk. sind nur U /2 v. H. mit Hilfe der Darlehenskassen aufgebracht/ ! (-) Sennseld, 14 September. Der Krieg forderte in unserer Gemeinde auch wieder ein Opfer. Der 26 Jahre alte Karl Hertrich, der bei einem Fernsprechtrupp im Felde stand, ist einem feindlichen Geschoß zum Opfer gefallen. Ehre seinem Andenken. Letzte Nachrichten. Wolfs-Telegramme. 4ZM SrulloleMerkoimeu versenkt. Berlin, 14. September. (Amtlich.) Im Mittelmeer wurden 43000 Bruttoregistertonnen neu versenkt. Darunter befinden sich die französischen Truppentransportdampfer „Parana" (6248 Tonnen) mit Truppen für die) Saloniki- Armee und „Admiral^Olry" (5587 Tonnen) auf dem Wege nach Alexandrien, sowie ein tiefbeladener Transporter mit Kurs nach Saloniki. Diese drei Dampfer wurden von demselben U-Boot, Kommandant Kapitänleutnant Marschall. im Aegäischen Meer aus starker Sicherung herausgeschossen, zwei davon in Nachtangriff aus einem Geleitzug. Damit hat der Kommandant in letzter Zeit vier feindliche Truppentransporter versenkt.. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Die Antwort der Mittelmächte. Wien, 13. Sept. Wie die Wiener „Politische Rundschau" meldet, wird die Antwort der Mittelmächte auf die Friedensnote des Papstes Mitte nächster Woche überreicht werden. Zwischen Deutschland, und Oesterreich- Ungarn wurde über den Zeitpunkt und den Inhalt der Antwort vollkommenes Einverständnis erzielt. Kerenski zieht gegen Kornilow. Stockholm, 13. Septbr. „Svenska Dagblad" meldet, Kerenski habe sich an die Spitze der Petersburger Truppen gestellt und sei Kornilow entgegengezogen. Man erwartet einen Zusammenstoß zwischen beiden Heeren außerhalb der Hauptstadt. Englisches Kriegsbrot ans Gips. Berlin, 13. Sept. Die „Pall Mall Gazette" vom 28. August bringt folgende Notiz: Es ist immer eine gefährliche Sache, wenn man einem Geschäftsmann erlaubt, seine Ware zu verfälschen. Uns überrascht es daher nicht zu hören, daß englische Bäcker sich nicht damit begnügten, das erlaubte Abfallmaterial in unser Kriegsbrot kineinzubacken, sondern jetzt sogar Gips den übrigen Bestandteilen des „Brotes" hinzufügen. P r i v a t - Te l e g r a rn me. Deutschfeindliche Kundgebungen. c London, 14. Sept. Die „Central News" melden, daß in Buenos-Aires antideutsche Kundgebungen stattgefunden haben. Die Volksmenge habe das deutsche Klubgebäude und die Bureaus der deutschfreundlichen Blätter in Brand gesteckt. Die deutsche Gesandtschaft wurde mit Steinen beworfen. Die Polizei vermochte die Demonstrationen in kurzer Zeit zu unterdrücken. SW Häuser abgebrannt. Bern, 13. Sept. „Echo de Chine" meldet, in dem japanischen Bahnhof Mukdens sei ein Brand ausgebrochen, der sich auf die Stadt ausgedehnt habe, in der über 300 Häuser zerstört worden seien. Der Schaden betrage 51/2 Millionen Dollars. Die Kleifchansgake am Samstag, 15. ds. Mts. ist wie folgt geregelt: 7 —8 Uhr die Auswärtigen. Von 8 Uhr ab die Buchstaben P, R und S. „ 8»/2 „ „ „ „ T, V, W und Z. „ 9 „ „ „ „ A, V, C .. D. „ 9l/s „ „ „ „ E, F und G. „ 10 „ „ „ H, I „ K. „ IO'/-.. .. L, M „ N. Die Reihenfolge ist streng einzukalten. Adelsheim, den 13. September 1917. Bürgermeisteramt: Trefz. Be kanntmachnng Die Ausgabe der i Krot- n. Haferflockenkarten ' findet am Samstag, den 15. ds. Mts., vor» mittags 11 Uhr, in alphabetischer Reihenfolge auf dem Rathause dahier statt. Begonnen wird mit dem Buchstaben k. Adelsheim, den 13. September 1917. Bürgermeisteramt: Trefz. MV. KkMMlliii Adklshem ; Um Sonntag, «len >6. September n>7 > nachmittags 2Vs Uhr findet m Seanselv im Gasthaus zum »Engel" eine j landm. Uerfammlnng i mit einem Vortrag des Großh. Herrn Landwirtschaftslehr«f Weckesser in Tauberbischofsheim über das Wesen un» die Bekämpfung des Steinbrandes ber Weizen und Dinkel, statt. Jeder Landwirt, insbesondere unsere Mitglieder