WWWWMWMWWW»WWWW«MW M , ? «rjihrM täglich, außer Sonn» uu- ? Zeiertags k Preis; Monatlich. . . Pkg. ° vierteljährlich . Mk. z frei las tzcms geliefert Soxberger MZeiger Helefenstrs TagMaü oes da-Wev Sauirmöes - Anzeigen werden mit Pfennig ß per einspaltig» Zeile berechnet. ^ l Sei mehrmallger Aufnahme KabaS ? Postscheck-Konto 4»S4, Karlsruhe HauptanZeigeblatt für öie Sezirke Aöelsheim, öoxberg u. deren Umgebung -rattsr flmtltcheu verkün-igungsblatl stSchentl.) Illustriertes Sonntag» - Statt H-tzsubrnW-ns- und Versteigerungs-Anzeiger für -en Odenwald Sratis: prakt.Mitteilungen fürS ewerbc (monatl.) u. Handel,hau». u.Lanöwirtschass Rr. 223 Druck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telephon No. 18. Adelsheim, Dienstag, 25. September 1S17 Verantwort!!' ch: A. Heppeler in Ädelsheim. Jahrg. 41. WTB. Großes Hanptquartrer, 24. Sept. (Amtlich.', Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: In Flandern erreichte der Artilleriekampf nachmittags an der Küste und vom Wald von Houthoulst bis Westhoek wieder große Stärke. An der Schlachtfront blieb die Kampftätigkeit auch nachts und am frühen Morgen gesteigert, ohne daß bisher neue englische Angriffe erfolgten. Gute Wirkung unserer artilleristischen Abwehr ließ sich am Verhalten der von uns beschossenen Batterien und an der Vernichtung zahlreicher Munitionsstapel feststellen. Bei Lens und bei St. Quentin, an dessen Kathedrale die Franzosen durch neue Beschießung ihr Zerstörungswerk sortsetzten, lebte die Feuertätigkeit auf. Heeresgr^PP-' ocutsch-r Kronprinz: In mehreren Abschnitten der Aisnefront und der Champagne schwoll mehrfach das Feuer zu großer Heftigkeit an. Bei Erkundungsgefechten hatte der Gegner Verluste. Bor Verdun war der Feuerkampf nachmittags und während der Nacht sehr lebhaft. Auch heute morgen herrschte rege Gesechtstätigkeit auf dem Ostufer der Maas. 14 feindliche Flugzeuge sind abgeschlossen worden. Leutnant Wüst ho ff errang den 20. Luftsieg. Leutnant Kissenherth brachte 2 Gegner im Luftkampf zum Absturz. ^ - Seitlicher Kriegsschauplatz: Front d;s Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern: Unter der im Brückenkopf von Jakobstadt enige- brachten Beute von 55 Geschützen befinden sich eine bespannte Batterie und 5 schwere Geschütze von 26 bis 28 Zentimeter Kaliber. In der Stadt selbst fielen reichliche Vorräte, auch an Brot und Mehl, in unsere Hände. Nördlich von Baranowitschi und westlich von Luck entfaltete die russische Artillerie lebhafte Tätigkeit. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls von Mackensen: In den Bergen nordwestlich von Focsani und am Lereth vielfach rege Feuertätigkeit und Vorfeldgefechte. Bahnhof Galatz wurde mit beobachtetem lttiola «schossen. Mazeoonlrrye,xronr: Tie Lage ist unverändert. . '' Ter Erste Generalquartiermeister Ludendorff * In London wurde behauptet, jetzt sei man hinter dass Geheimnis Hindenburgs gekommen und dem Höchstform mandierenden Haig sei es gelungen, seine Strategie den, jenigen Hindenburgs so vollkommen anzupassen, daß atz einem Erfolg nicht mehr zu zweifeln sei. Tie dritte Flach bern-Ossensive hat den Beweis dafür bis jetzt nicht erbracht. Am 20. S-eptember begann der neue Sturip und ein ganzer Kilometer zerschossenen Geländes ist von den Engländern „erobert". Es kommt eben doch nicht bloß auf ein strategisches System an; das best« System kann nutzlos werden, wenn sonst allerhand Zutaten fehlen. Mit welch prächtigen theoretischen Systeme« sind die verschiedenen englischen.und französischen Generalissimi schon auf den Plan getreten! Sie sind ver< braucht und verschwunden wie ihre Erfinder oder Ver- treter. Hindenburg kann sein System auf einem andern Grund aufbauen als Haig oder Painleve, mögen deren Truppen auch noch so mutige Angreifer sein. Und würde sich heute zeigen, daß die alliierten Strategen den Schlüssel zu Hindenburgs Problemen gefunden hätten, — morgen würde er ihnen ein neues Rätsel zn lösen geben. So viel ist sicher, bis zum 31. Oktober wird es der feindlichen Strategie noch nicht gelungen sein, den Durchbruch zu erzwingen und die flandrische Küste ln Besitz zu nehmen. Am 23. September hielten die Engländer noch Erholungspause, nur die Artillerie setzte den Kampf in kräftiger Weise fort. Tie Kathedrale on St. Quentin erhielt wieder neue Treffer. — Auf em Ostuser der Maas wurde an mehreren Stellen ekämpft; die Franzosen sind aber meist nicht mehr die Angreifer, die Deutschen suchen sich durch rasch« Ueberfälle wieder Stück um Stück in den Besitz des Geländes zu setzen, das beim ersten Anprall der Verdun« Offensive preisgegeben werden mußte. — Tie Sieges« beute bei Jakobstadt an der Düna ist auf eine stattlich« Höhe angewachsen, es sind auch namhafte Vorräte an ger Freund ist Japan nicht, und auch kein ange- nehmer. Ueberraschend kommt die Meldung, daß die rumänische Donaufestung Galatz bereits unterm Feuer un>« serer Geschütze liegt. Der rechte Flügel der Heeres«! gruppe Mackensen hat sich also von Braila oder Macitz (Tobrudscha) vorgeschoben, oder es sind weittragend^ schwerste Geschütze in Stellung gebracht worden. Der Kaiser besuchte am 22. September die Schlacht^ selber von Buzaru, Rimnicul-Sarat und Focsani. „Eorriere della Sera" fleht Amerika an, doch nichf Italien weiter zu übersehen, vielmehr an Oesterreich« Ungarn den Krieg zu erklären und seine Hilfe auf diq italienische Front auszudehnen. Die „Neue Zürcher Zeitung" meldet aus Genf: AuZ Frankreich wird berichtet, daß Me russischen Truppen, dis sich an der französischen Front befinden, nach einev Aufruhr zurückgenommen und nach Saloniki gebracht jvurden. Im französischen Großen Generalstab sind acht bisher mit Kommandos betraute Divisionsgenerale zur Nerve versetzt und durch jüngere Kräfte ersetzt worden. , ... ^ Neues vom Tag. Lansings Enthüllungen. Rotterdam, 24. Sept... Reute r meld et: L?r ame- r'kaniHe ^Minister des AeüM?n 'veröffentlichte'eine Mit« Leitung des früheren deutschen Botschafters in Washing«' ton, Graf Bernstorff (jetzt in Konstantinopel. D-! Schr.) vom 22. Januar 1917 an die deutsche Regie« rung, worin er 50 000 Dollars verlangt, um, „wie bei früheren Gelegenheiten", den amerikanischen Kongreß durch bekannte Vereine beeinflussen zu können, daU er gegen die Kriegserklärung an Deutschland stimme. Auch solle die deutsche Regierung eine Erklärung zugunsten Irlands abgeben, weil dadurch der irische Einfluß iw Amerika unterstützt werde. — Eine weitere „Enthüllung"' . . - legt dar, daß Deutschland durch Vermittlung Hollands in Lebensmitteln erbeutet worden, woran unsere Feldgrauen l Amerika Munition habe kaufen wollen. (Das wäre so ihre Freude haben werden. Neuerdings uest man m femd- j sMimm nicht, denn Amerika hat als neutrales Land be- lichen Blättern, daß Japaner die russische Front vev — stärken wollen. So einfach ist das bei der ungeheuren Entfernung und der verhältnismäßig mangelhaften Vetz kehrsverbindung nicht. Und was wollten ein oder zwtzj japanische Korps besagen? Die Russen selber wärest vahrscheinlich sehr wenig erbaut, denn ein uneigennützi« kanntlich genug Munition an die Alliierten verkauft und s. Zt. aus Vorhalt scheinheilig erklärt, daP es auch an Deutschland verkaufen würde, wenn es einen Weg gebe, die Munition nach Deutschland zu verbringen. Was den Fall Bernstorff betrifft, so wäre er aller- dinas. die Richtigkeit der Angaben Lamings vorausge- Jeindtiche Müder. Roman von Jost Freiherrn von Steinach. 52 Sollte denn der Freiherr niemals den Drang .in sich gespürt habe», etwas Persönliches, Intimes zu Papier zu bringen? Wie eS doch in jedem Menschenleben Augenblicke gibt, wo man muvillkürlich die unbczwnigliche Neigung verspürt, einen Gedanke», ein Erlebnis oder sonst etwas Aehnliches für künftige Zeiten aufzubeivahren. Und das sollte gerade dem Freiherrn nie passiert sein, der einer der größten Fabriken Vorstand, lind der sicher in seiner Familie genügend Gelegenheit hatte, einmal in einer erregten Stunde sein Herz ansznschütten! Und hier nichts, kein Zeichen, daß hier ein Mann lange Jahre gehaust hatte, der die Verantwortung über ein Riesenwerk trug, der über tausend Arbeitern gebot. Weiler durchsuchte noch einmal alle Gegenstände, in denen Schriftstücke enthalten sein konnten, ohne etwas für seine Zwecke zu entdecken. Als er aber das Fach des Schreibsekretärs zum zweiten Mal herauszog, da fiel ihm plötzlich etwas ans. Das Fach schien ihm nicht ganz mit der Länge des mit grünem Tuch bespannten Oberteils übereinznstimmen. Jetzt zog er eS ganz auS der Oefsnung hervor und maß seine Sei- trnivand an der des Schreibtisches, und da machte er in der Tat eine überraschende Entdeckung: das Fach war sechs Zentimeter kürzer als jener. Noch einmal leuchtete er jetzt in die Oefsnung hinein, die IM Aufnahme des Faches bestimmt war, streckte mich den Arm hinein, aber auch nicht die geringste Erhebung oder Vertiefung wies auf einen Knopf oder ein Schlüsselloch hin. Nun rückte er leise den ganzen Schreibtisch und untersuchte die Rückwand, doch mich hier konnte er nichts entdecken. Und doch unterlag es keinem Zweifel, daß sich hier ein geheimes Versteck befinden mutzte, da sonst die Verkürzung des Faches keinen Zweck gehabt hätte. Schon wollte er mißmutig für heute seine Nachforschungen ausgeben, als er beim Hinwegstreichen über die Rückwand plötzlich einen kleinen Schmerz verspürte. Er kh näher zu und bemerkte eine kleine Spitze, so groß wie rin Stecknadelknopf. Er zog daran, suchte ste hineinzustoßen, «och sie rührte und bewegte sich nicht. Jetzt betrachtete «r die Rückwand genauer, und richtig, an der gegenüberliegenden Seite war symmelrisch ein ganz gleicher Kopf angebracht. Nim war jeder Zweifel ausgeschlossen: hier steckte der Schlüssel zu dem Geheimnis, dem er »achspürte. Es handelte sich für ihn »iir darum, den Mechanismus herauszube- kommen. Aber das war nicht so einfach. Und die Zeit drängte dazu, denn inzwischen waren beinahe drei Stunden vergangen. Er leuchtete wiederholt die Rückwand an der Stelle ab, wo die einzelnen Teile zusammengeleimt waren. Mit Hilfe der Schneide seines Taschenmessers fand er auch endlich heraus, daß die Teile zivar dicht aneinander lagen, tatsächlich aber gar nicht fest zusammeiihingen, und an einer Stelle konnte er gar die, ganze Klinge hineiiischiebei,. Die beiden Spitzen mußten unzweifelhaft die Federn sein, die daS Geheimfach öffnelen. Er ergriff beide zu gleicher Zeit und wollte sie soeben hmeinzudrncken versnchen. als er draußen ans dem Korridor ein leises Geräusch vernahm, wie wenn jemand auf Pantoffeln herangeschlürft käme. Im Nu hatte er die Blendlaterne nach der Wand gekehrt und blieb bewegungslos stehe», mit ungehaltenem Atem. Er lauschte, indem die Hand mechanisch nach der Waffe griff, für den Notfall! Die Schritte kamen näher und machten schließlich vor der Tür halt. Weiler hatte sich indessen leis« nach dem Sofa geschlichen und sich unter das Polster gelegt. Wenn er entdeckt wurde, so konnte er nicht nur gerichtlich herangezogen werden, sondern auch seine Mission war dann für ewige Zeiten gescheiten. Die Person schien eine Weile a» der Tür zu horchen, machte aber keinen Versuch, die Tür zu öffnen; ungefähr fünf Minuten vergingen so, dem Detektiv beuchten sie eine Ewigkeit. Dann aber atmete er auf; er hörte die Schritte sich langsam nach der entgegengesetzten Richtung ent- serneu. Es war sicher eine Frauensperson, dem Gange nach zu urteilen. Weiler hatte jedoch keine Zeit mehr, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, denn das sah er jetzt ein: so sicher war er hier doch nicht, und wenn er heute zu keinem Resultat gelangte, wer weiß, ob er noch einmal in die günstige Lage kamt Rasch kam er unter dein Scffa hervor und schlich wieder zu dem Schreibtisch hinüber. Und als er jetzt die beiden Federn zu gleicher Zeit hineinstieß, da ging es wirklich: Er hatte sich nicht getäuscht, der Hintere Teil, das Gegenstück zu der Berschlußseite des Schubfaches, fiel herunter, von Scharnieren festgehalten, und zu seiner größten Freude fand Weiler einen schmalen Hohlraum vor. in dem ein zusammengebundenes Päckchen und eine kleine Schachtel steckten. Beides zog er hervor; als er die Schachtel öffnet«, befand sich nur eine Locke hellblonden Haares darin, und er vermutete sofort, wohl nicht mit Unrecht, daß dieses so sorgfältig auf- beivahrte Haar ein Andenken sein müsse, daS von der ersten Frau des Freiherrn stamme. Borsichtig schloß er wieder daS Schächtelchsu und steckte es in die Tasche. Man konnte ja Nichtwissen, wozu es »och gut sein konnte! Nun schnürte er das Päckchen auseinander: es bestand aus einzelnen Blättern, die sämtlich, der Handschrift nach, die er als Unter- schrist unter einigen alte» Kontrakten vorher gesehen hatte, unzweifelhaft von dem Verstorbenen selbst geschrieben waren. Er las die ersten Seiten, blätterte dann darin, um das ganze endlich befriedigt emznsteckeil. Das sollte vorläufig seine einzige Lektüre bilden, und daß sie interessant war, das erkannte er schon ans dem Anfang. Er verschloß das Fach, schob den Schreibtisch an seine alte Stelle und versetzte alles in den vorigen Zustand, so daß niemand ahnen konnte, daß hier unterdessen ein Unbefugter gehaust habe. Nun schlich er zur Tür und horchte angestrengt hinaus. Doch nichts rührte sich. Da wagte er endlich hiuauszuschleicheu und ging, nachdem er die Tür fest verschlossen, mit seinem Raube ungehindert von dannen. Daß es die höchste Zeit für ihn gewesen, erfuhr er am nächsten Tage durch Fräulein Lisbetü, die ihm mitteilte, daß die Baronin plötzlich den Wunsch geäußert, die Schmnckscha- tulle zu sehen, und daß ste gerade noch Zeit gehabt, um die Schlüssel an ihren Ort zurückzillegeu. Als aber die Baronin ihr die Schatulle zurnckgegeben, da hatte ste sich sämtliche Schlüssel vorher angeeignet. Nun wußte Weiler genau, wer in der vorigen Nacht au der Tür gehorcht und ihm solchen Schrecken eingejagt hatte. 17. Kapitel. 238,20 ES war ein eisiger Februarmorgen, als Doktor Waldau ein Schreiben folgenden Inhalts erhielt: „Sehr geehrter Herr Doktor! Ich erwarte Sie um 11 Uhr in meinem Bureau. Ich habe Ihnen äußerst wichtige Mitteilungen zu machen, die Ihnen siche» einige Freude bereiten werden. Ergebenst Weiler." fetzt-, anders gelagert. Bernstorff hat als Diplomat nicht immer eine glückliche Hand gezeigt. Zu jener Zeit stand überhaupt das Auswärtige Amt nicht auf der wünschenswerten Höhe. D. Schr.) Das französische Gold. Lugano, 24. Sept. Ter Mailänder „Avanti" stellt die Frage: Zu welchem Zweck und aus welchem Grunde wurden am 7. September im Hotel Selekt in Rom von dem Franzosen Monsieur Babiot dem „Messag-- gero" die Summe von I 1/2 Millionen ausbezahlt? Bezeichnender Vorbehalt. Berlin, 24. Sept. England steht mit Holland in Unterhandlungen wegen Abänderung des Fischereiabkommens. In den Vertragsentwurf hat die britische Regierung den Zusatz eingefügt: „Tritt der Friede vor dem 31. Oktober ds. Js. ein, so verliert das Abkommen feine Kraft." — England rechnet also auf seinen „politischen Sieg" in naher Zeit. Aus Stadt und Land. ** Adelsheim, 25. September 1917. — »Jetzt geht der Kriegsanleihe - Rummel wieder los!" Solche oder ähnliche Bemerkungen hört man immer noch von vielen Leuten, die sich noch nicht zu der Erkenntnis aufgeschwungen haben, daß hier Arbeit im höchsten vaterländischen Interesse geleistet werden muß. Hier darf weder Gleichgültigkeit geduldet werden, noch darf sich jemand zu erhaben dünken einem Werke von nationaler Tragweite seine Aufmersamkeit zu versagen. Darum wäre es für jeden Deutschen Pflicht, alle Arbeit, die zum Besten dieses nationalen Werkes geschieht, in ernstem Sinne zu würdigen, vor allem die Bemühungen der deutschen Presse, für ein gutes Gelingen des Werkes zu werben. Je mehr man sich damit befaßt, desto rascher wird das Verständnis für die gute Sache reifen. Dem Erkennen folgt das Handeln und die Tat. Und wer selber sich bekehren mußte, wird wieder andere aufcütteln und zum Mitarbeiten veranlassen. So macht sich die Arbeit für das vaterländische Unternehmen mehrfach belohnt. Hilf' Deine« KSHne« und Krndern im Felde! Zeichne Kriegsanleihe! — Bestandsaufnahme von Papier, Karton !und Pappe. Ter Reichskanzler hat die allgemein« Ausnahme der Bestände und des Verbrauchs voll Dapier, Karton und Pappe im letzten Geschäftsjahr an-, geordnet- Zur Anzeige der Bestände sind nicht nur gewerbliche Verarbeiter, sondern auch Papierherstellert Dapierhändler und sämtliche übrigen Personen, die am 6. Oktober 1917 Papier, Karton oder Pappe in Gewahr« sam haben, verpflichtet, sofern sie im letzten Jahre mehl als 1000 Kilogramm bezogen haben. Auch bei den Be« Hörden wird die Bestands- und Verbrauchsermittlung durchgeführt werden. Ausgenommen von der Aufnahme sind Spinn- und Nitrierpapiere, Rohdachpappen und Dachpappen, sowie natronzellstoffhaltige Papiere. Die Durchführung ist der Kriegswirtschaftsstelle für das deut« sche Zeitungsgewerbe zu Berlin 6 2, Breitestraße 8/8 Abteilung P. I. V. übertragen, bei der die bis zum 22. Oktober 1917 auszufüllenden Fragebogen anzufordern sind. Es wird eine Buchführungs- und eine Meldepflicht vis zum 10. jeden Monats, sowie zur Deckung der Un-« kosten eine Beitragspflicht der Bezieher in Höhe von 20 Pfennig für IM Kilogramm angeordnet. Tie Kriegs« wirtschastsstelle erhält das Recht der Enteignung, wenn die Befriedigung wichtiger Verwendungszwecke im dringenden öffentlichen Interesse liegt. Die Befolgung der getroffener! Anordnungen ist unter Strafzwang gestellt. — Erschwerung der Schnhreparaturen. Wie der „Reichsanzeiger" mitteilt, ist der Ersatzsohlen-Gesell- schaft die Herstellung und der Vertrieb von Sohlenschonern und Sohlenbewahrern, die ganz oder zum Teil aus Leder bestehen, verboten worden. Die kleinen Lederstücke, mit denen man bisher schonungsbedürftige Sohlen benagelte, dürften nur noch für die Heeresverwaltung reserviert werden. Die gewerbsmäßige Herstellung der Lo- versohlenschoner ist vom 30. September ab verboten, der Vertrieb, der bis dahin fertigen Ware ist noch bis zum 1. Dezember 1917 unter gewissen Preisbeschrän- kungen gestattet. — Handelsnntersagung wegen ««gebührlichen Benehmens. Das Kriegswucheramt hat einem Kohlenhändler in Berlin wegen ungebührlichen Benehmens gegenüber den Kunden den Kleinhandel mit Gegenständen des täglichen Bedarfs untersagt, lieber den Händler waren Beschwerden laut geworden, nach denen er die Einkäufer kleinerer Kvhlenmengen überflüssig lange warten ließ und sie grob behandelte. Das Kriegswucheramt steht Huf dein Standpunkte, daß ungehöriges Benehmen eines Gewerbetreibenden dem Käufer gegenüber eine Unzuverlässigkeit im Handel darilellt. (-) Sennfeld, 24. Septbr. Für tapferes Verhalten vor dem Feinde wurde der Artillerist Ludwig Herold, ein Sohn des Gemeinderats Herold dahier, mit dem Eisemen Kreuz ausgezeichnet. Dem Dekorierten herzlichen Glückwunsch! (-) Merchingen, 24. September. Musketier August Zweig, Sohn des Landwirts Zweig, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde zum Gefreiten befördert. Dem tapferen Kämpfer unfern herzlichen Glückwunsch zu dieser Beförderung. (-) Merchingen, 24. September. Bei einer am letzten Samstag im „Lamm" dahier abgehaltenen Versammlung wurde auf Anregung des mitanwesenden Gautumwarts Eiermann der Zusammenschluß vom Tumverein und Jugendwehr zur gemeinschaftlichen Tätigkeit beschlossen. (-) Rofenberg, 24. September. Unter Leitung von Gauturnwart Eiermann fand jam Sonntag eine Borturnerstunde statt, an dem sich Mitglieder der Turn- und vereine und Jugendwehren von Rosenberg und Hirschlanden beteiligten und bei der darauffolgenden Besprechung wurde der Zusammenschluß der Turn- und Jugendwehren beschlossen (-) Sroßeicholzheim, 24. Septbr. Die beiden im Felde stehenden Söhne des Landwirts Heinrich Fehr 1 hier, Heinrich und Karl, wurden für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Mögen sie es im Frieden gesund tragen, zur Freude ihrer Eltern, zum Stolz der Gemeinde. (-) Bad Mergentheim» 24. September. In Bad . Mergentheim gelangen vom 30. September bis einschließlich ! u 7. Oktober die Art Oberammergauer Passionsspieles ^ zur Aufführung. In einer Zeit, in der ein so großes ' ^ Leid durch die Herzen aller Deutschen geht, ist es gewiß kein schlechter Gedanke, den weitesten Kreisen unseres Volkes die Passionsspiele vorzuführen. Es ist eine alte Erfahrung, daß der vom Leid Gebeugte sich an dem Schicksal anderer wieder aufrichtet und so mögen Tausende in diesen Tagen Trost finden, wenn sie das ihnen anvertraute Leiden des Erlösers dargestellt sehen und nun haben wir in Mergentheim, was in 10jährigen Perioden die Kunstverständigen und Freunde religiöser Kunst nach Oberammergau führt — die Passionsspiele! und jeder, der Reichste und Aermste hat Zutritt, um den Lehrspielen in Oberammergau getreulich nachgebildet die Leidensgeschichte des Herrn und Meisters bildgetreu nachzuerleben; vom Einzug Jesu in Jerusalem bis zur Kreuzigung. Auch die Grablegung Jesu und die glorreiche Auferstehung zieht uns erneut in ihren Bann, den Geist zum Nachdenken über die göttlichsten aller göttlichen Dinge anregend. Es wird hierfür eine extra Festspielbühne eingebaut, bestehend aus einer Vor-, Mittel- und Seitenbühne. Allen, denen es möglich ist, die Festspiele zu besuchen, werden gewiß an die erhebenden Stunden unter dem Kreuze von Golgatha zurückdenken und zugeben, daß die Wirkung der Darstellung durch die Besonderheit des ganzen darstellenden Stoffes eine aparte Reiz- und Anziehungskraft für jedermann hat. --() Heilbronn, 24. Sept. (Worauf kommt es jetzt an?) Landtagsabg. Tr. Traub aus Dortmund hielt am Samstag abend auf Veranlassung des Goethebundes einen Vortrag über das Thema: „Worauf kommt es jetzt an?" Ter Redner betonte, es komme darauf an, daß wir daheim die Einheit bewahren mit denen draußen, Und daß wir unsere Feinde heute noch aenau sv ernst nehmen müssen, wie vorher, und ihre Ziele so ernst, wie sie selbst ernst darum kämpfen. Sodann sollen wir etwas weniger in Mißtrauen leben gegenüber unseren eigenen Waffen, insbesondere aber gegenüber unseren U- Bovten. Mit einem Appell für die 7. Kriegsanleihe schloß der Redner seine Ausführungen, die bei den Zuhörern sebhaften/Beifall auslösten. . ' - (-) Karlsruhe, 24. Sept. Am Sonntag fand hin tzine Mitgliederversammlung des Badischen Sänge r- bundes statt, bei der 50 Vereine vertreten waren. Bundesobmann Wilser erstattete den Tätigkeitsbericht des Vorstandes und widmete den Toten des Bundes der letzten 3 Jahre, namentlich den im Felde Gefallenen, einen warmen Nachruf. Viele kleine Vereine haben ihre Tätigkeit eingestellt, in den Städten haben sich die Vereine zusammengeschlvssen und gemeinsame Aufführungen in den Lazaretten veranstaltet. Ehrenbundesschriftführer Krug hat seine Geschichte des Sängerbundes beendet. Ten Feldgrauen wurden in zahlreichen Fällen Noten ins Feld gesandt. Nach dem Kriege sollen die Namen der gefallenen Bundesmitglieder auf einer Ehrentafel bekanntgegeben werden. Ter Berichterstatter machte Mitteilungen über Veränderungen auf dem Gebiete der Organisationen des Urheberrechts für musikalische Aufführungen und empfahl der Sicherheit wegen sich nur der Bundeslieder- fammlungen zu bedienen, da die Wiedergabe dieser Lieder gebührenfrei sei. Tie Bundesrechnung wurde genehmigt. Der Bad. Sängerbund verfügt heute über ein Vermögen von rund 42 ÖM Mk. Ein Buudesbeitrag wird auch für 1917 nicht erhoben. Bewilligt wurden 300 Mk. für die deutsche Sängerbundstiftung, 300 Mk. als Ehrengabe für die Witwe Alexander Adams und 300 Mk. für die Bad. Gefangenensammlung. Bei den Wahlen wurden die Mitglieder des Haupt- und Musikausschusses wiedergewählt. (-) Karlsruhe, 24. Sept. Prinz Max von Baden veröffentlicht in der amtlichen „Karlsruher Ztg." folgende Kundgebung: „Im Hinblick auf die kommende Landesversammlung für die bad. Kriegs- und Zivilgefangenen im feindlichen Ausland haben mir bereits jetzt eine größere Zahl von Spendern bedeutende Summen für den mit meinem Namen verknüpften Fond der Bad. Gefangenenfürsorge des Landesvereins vom Noten Kreuz zur Verfügung gestellt. Viele der Wohlhabendsten aus dem Lande, sehr viele Opferfreudige haben dadurch den Grund zu der neuen Finanzierung der Gefangenenfürsvrge Baden gelegt. Ein schönes Beispiel tätigen Gemein- inns und opferfreudiger Treue für unsere Gefangenen, ie in treuer Pflichterfüllung um unseretwillen leiden, ist damit gegeben. Mir aber ist es ein Bedürfnis, vor dem ganzen Lande meiner tiefempfundenen Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen für die tätige Hilfe der Männer und Frauen, die dazu beigetragen haben, unseren leidenden Landsleuten gegenüber eine der schönsten Mich- ten zu erfüllen. Möge die Opferfreudigkeit dieser Spender dein Laude ein Ansporn sein, den Unseren in feind- ! sicher Gefangenschaft ihre Treue zu vergelten. Prinz Max , Kon Baden. I (-) Kehl, 23. Sept. Wie die „Kehl. Ztg." mit- ! teilt, wurde bei einem Mühlenbesitzer des Bezirkes die s Feststellung gemacht, daß er die vornehmen Kreise Straß- burgs und Baden-Badens mit prima Weißmehl versorge, siinem Ueberwachungsbeamte« fiel kürzlich ein halber , ' mtuer dieses Wexßmehls in die Hände. . 's Verursachtes. Dt« rmnäitzch« E»t«»«t«ttun,. 3« der Zeit v«« 1. Dezember 1916 bi- 15. September tSt7 sind weit mehr als ^ eine Million Tonnen an Getreide und Futtermittel« aus Ru- ! mänien ausgeführt morden. Die Verteilung unter die Brr- ! kündeten ilt aut aemeinsamea Konferenzen festgesetzt worden. , Mehr als die HSifie der gesamten Ausfuhr ging naq Oesterreich-Unearn. Nüchstdem hatte Deutschland den größten Anteil an der Ausfuhr, doch erhielt Deutschland etwa IM 00g Tonnen weniger als Oesterreich-Ungarn. Auch die Türkei und Bulgarien konnten ihre dringendsten Bedürfnisse aus Ru- mänien befriedigen . Die Haupteinfuhr nach Oesterreich-Ungarn bestand in Weizen und Mais. Deutschland konnte einen große« Test seines Bedarfes an Oelfrüchten aus Rumänien befriedigen, Bulgarien an Salz. Goldhamster. Auf dem Bahnhof in Kattowitz (Oberschlrsien) wurde der russisch-polnische Händler Weimann aus Sosnowitz angchalten, als er 40 000 Mark in Gold über die Grenze nach Polen bringen wollte. Das Gold wurde ihm abgenommen und an die Reichsbank abgeliefert. — Bei dem Privatier Franz Zeller in Aschastenburg wurde eingebrochen und aus einer eisernen Kasette 800 Mii. in Gold gestohlen. einem von m tot auf- a er keine upzusuyr hatte, waren me Liere erpimr. Eisenbahnunglück. Auf der belgischen Lokalbahn Ans—Brüssel stieß ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. 23 Reisende wurden getötet, 90 verwundet. — Zwischen Mata- poguelos und Pozaldes (span. Provinz Valladolid) fuhr ein Postzug in einen Personenzug. 13 Personen sind tot, 37 verwundet. - Hinrichtung. Auf dem Gefängnishof in Stendal (Pros. Sachsen.- fand die Hinrichtung des polnischen Arbeiters Wla- lislaw Kameez statt, der am 30. Juki ISIS in lie Dienstmagd Hedwig Böhler ermordet hatte. Letzte Raebrickte«. Wolff-Telegramme. ?Z M Lmlloregiftettonneu versenk. Berlin, 24. September. (Amtlich.) Durch die Tätigkeit unserer U-Boote wurden im Sperrgebiet um England wiederum 23 000 Bruttoregistertonnen versenkt. Unter den versenkten Schiffen befinden sich der bewaffnete englische Dampfer „Teerleß" (3112 Tonnen), Ladung Kupfererz und Kork, das französische Viermastvollschiff „Tarapaca" (2506 Tonnen) mit Salpeter, sowie ein unbekannter Tankdampfer, der durch zwei Zerstörer gesichert war. Der Chef des Admiralstabs der Marine. ' Flieger leutnant Botz P Berlin, 24. September. Leutnant der Reserve Voß ist im Luftkampf mit seinem 50. Gegner tödlich abgestürzt. — Voß hatte kaum erst das 20. Lebensjahr vollendet und gerade vor einem Jahre rückte er, der von den Krefelder Tanzhusaren kam, zum Offizier auf. Ein gütiges Geschick hat es ihm vergönnt, selbst seinen Meister Bölcke um 10 Siege zu übertreffen. Nun ist er aus dem Register der Lebenden gestrichen, doch sein urdeutscher Geist lebt weiter wird viele zu gleichem Streben anspornen. Der Kaiser in Rumänien. m Berlin, 24. Septbr. (Amtlich) Seine Majestät der Kaiser besuchte am 23. September die Salzbergwerke von Slanic und die Oelfelder von Campina. Hier konnte er sich davon überzeugen, wie deutscher Fleiß und Ausdauer die unter englischer Leitung durchgeführten Zerstörungen des Sommers 1916 wieder gut gemacht haben, sodaß heute bereits sehr große Mengen der dort gewonnenen Bodenschätze der Heimat und dem Heer zugeführt werden können. Am Nachmittag fuhr Se. Majestät nach Sinaja. Mehr als 106 Wohnhäuser abgebrannt. Lemberg, 25. September. Hiesigen Blättern zufolge hat in Borislow eine Feuersbrunst mehr als hundert Wohnhäuser eingeäschert. Zahlreiche Familien sind obdachlos. Der Schaden wird auf 10 Millionen Kronen geschätzt. Militär gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Immer mehr Papiergeld. Petersburg 24. September. (Pet. Tel.-Ag.) Der Ministerrat hat es als ein dringendes Bedürfnis erkannt, der Staatsbank das Recht zu einer neuen Ausgabe von Banknoten im Betrage von zwei Milliarden Rubel zu erteilen. Seit Kriegsbeginn har die Staatsbank 114 200 Millionen Rubel Banknoten ausgegeben. Privat-Te legramme. Roch 3 Jahre Krieg? Berlin, 25. Sept. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge meldet der „Baseler Anzeiger" von der schweizerischen Grenze, daß von der Entente bestimmt gehaltene Meldungen vorlägen, wonach man dort mit mindestens noch 3jähriger Kriegsdauer rechne und daß tatsächlich entsprechende Aufträge an Munitionsfabriken erteilt würden. Die amerikanische Rekrutierung. Berlin, 25. Sept. Laut „Berliner Tageblatt" teilt die „Times" mit, der amerikanische Kriegsminister Baker habe erklärt, daß die sämtlichen in die Sammellisten eingetragenen 9 500 000 Mann jetzt gemustert werden sollten, damit sie ihre privaten Verfügungen treffen könnten. In diesem Jahre würden 2 300 000 Mann unter die Fahnen gerufen. Ein zweiter Aufruf, der eine habe Million Rekruten einberufe, stehe unmittelbar bevor. 1118 Millionen, würden für die Truppen gefordert. Dtr Kleischansgabe am Mittwoch, 26. ds. Mts. ist wie folgt geregelt: Von 8 Uhr ab die Buchstaben F, G, H, und I „ 8'/« ,. .. „ .. K. L, M, N, P U.A- „9 „ „ „ „ S, T, V, W und Z- „ 9^/z „ „ „ » A, B, C, D, und E. Die Reihenfolge ist streng einzuhalten. Adelsheim, den 25. September 1917. Bürgermeisteramt: Trefz.