!rsident lNNUNg. Zeiger" Reichs- Hfolgn nntge- eutigvl on? et, die mchste» n nach es uv- munen- )en die n geht finanz- ch eine r Ent- lie wir ige ai- uaS «chemt tägttch, außer Sonn, un» ? Zeiereags i v»ei,r Monatlich. . . pfg, ? * vierteljährlich . Nk. - stet in» tzaus geliefert MZeiger Gelefenfles Tageblatt oes daöifthev Sauttwöes Mizetgen werSen mlt pfeaniL per einspaltige Zeile berechnet. > Sei mehrmaliger fiufnahmr RabaS ^Postscheck. Konto 40 S 4 , Karlsruhe Hauptanzeigeblatt für sie seMe ^l-elsheim, Hoxberg u. deren Umgebun, Gratis r ftmtlichev verkün-igungsbla« ^Bchentl.) Illustriertes Sonntag»»Statt HolzsubmWons- und Verftrigerung^nzeiger für -en Göenwalö Sratlsr prakt.Mitteilungen fürSewerb^ (monatl.) u. Hau-el,tzau». u-ton-wirtschaf «I. 25 t Druck und Verlag: Buchdruckern Adelsheim, Adolf Heppeler Telephon No. 18. Adelsheim. Dienstag, 30. Oktober 1917. Verankvortliö -rtlich: A. Heppeler in Ädelsheim. 41. J-Hrg. Sie ganze ilalieaische Zsouzosront zum Zusammensturz gebracht. WTB. Großes Hauptquartier, 29. Okt. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: Dunst und Nebel schränkten in Flandern die stampitätigkeit ein. Trotzdem war längs der Dscr das Feuer lebhaft, R erreichte besonders bei Dixmuiden nachts groß« Heftigkeit. Vorstöße feindlicher Abteilungen nördlich dx< Stadt scheiterten. Zwischen dem Ho nt ho ulster-Wald und de» Lhs belegte der Gegner unsere Kampfzone mit ein- seinen starken Feuerwellen. Englische Infanterie, hinket Trommelfeuer von Rauchgranaten vorgehmd, griff nörd^ Lch der Bahn Boesinghe-Staden an; in unserer Äbwehr- pirkung brachen die Sturm wellen zusammen. Heeresgruppe deutscher Kronprinz: Am Chemin-des-Dames stürmten starke französisch« t -raste nach heftiger Artillerievorbereitung zweimal bei ttraye an. Von unserem Feuer, an einzelnen Stellen - kirch Gegenstoß unserer Grabenbesatzung gefaßt, mußt« ^ der Feind zurückweichen; er hatte schwere Verluste und ließ Gefangene in unserer Hand. Bei den anderen Armeen nur stellenweise auflebend« sGefechtstätigkeit. Seit dem 22. Oktober verloren die Gegner durch -Luftkampf und Abwehrfeuer 48 Flugzeuge, davon 3 im -heimatgebiet. ^ Leutnant Müller schoß den 30. und 31., Leutnant Be low den 22. und 23. feindlichen Flieger ab. Seitlicher Kriegsschauplatz; Keine Ereignisse von Bedeutung. Mazedonische Front; Im Becken von Monastir, im Cernabogen und vom srdar bis zum Doiransee bekämpften sich die Artillerien bhast. Ztalienisch er Kriegsschauplatz: Der durch die Erfolge beflügelte Angriffsgeist de» »tschen und österreichisch-ungarischen Divisionen der Mee des Generals der Infanterie Otto von Below dt die ganze italienische Jsonzofront znm Zm bmmensturz gebracht. Die geschlagene zweite italienische Armee ist im «rückfluten gegen den Tagliamento. Die dritt« üienische Armee hat sich dem Angriff auf ihre Stel- »gen von der WiPPach bis zum Meer nur kurze Zeit ge. Ä; sie ist in eiligem Rückzug längs der adrra- hen Küste. nördlich des breiten Durchbruchs ist die ita-- , 1 Mnische Front in Kärnten bis zum PlöckenpaZ is Wanken gekommen. Feindliche Nachhuten versuchten bisher vergeblich, das Aestüme Borwärtsdrängen der verbündeten Armeen zu Hunnen. ^ Deutsche und österreichisch-ungarische Truppen stehe« Ar Udine, dem bisherigen Großen Hauptquartier de» Voliener. ^ Oesterreichisch-ungarische Divisionen haben Cor. Fdn s genommen und »ähern sich im Küstenstrich de» ^Mdesgrenze. ° Alle Straßen sind Von regellos flüchtenden Fahr, ^gkolvnnen der italienischen Armeen und Bevölkerung kt; die Gefangenen- und Beutezahlen sind dauernd im wachsen. Heftige Gewitter, verbunden mit schweren Nieder-- igen, entluden sich gestern über dem gewaltigen Kampf, der zwölften JIonzoschlacht. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs. Die Engländer haben östlich Von Dpern durch di« Ichiedenen Ofsensivschlachten einen Keil vorgetrieben, letzt einigermaßen in »der Luft schwebt. Von beiden mken ß.nn er von uns in die Zange genommen An. General Haig ist daher bemüht, diese nicht unehrliche Lage zu sichern, indem er nun an den Eck- uern sich zum großen Angriff anschickt. S» wird bereits gemeldet, daß bei Mxmuiden auf der linken FlaM ein ungewöhnlich starkes Geschützseuer sich entwickelt Hab» und anhalte. In dieser Richtung, südlich davon, an de» Bahnlinie Bösinghe-Staden ist auch schon ein Vorstoß mit starken Kräften gemacht worden. Der Angriff ist in sich zusammengebrochen, als er in unsere Feuerlime kam. sehnliche Ereignisse dürften in der Gegend von War. netori, auf dem rechten Flügel der englischen Ipern- stellung, zu erwarten sein. - - Bei Braye, östlich des letzten von Nordost nach Südwest verlaufenden Abschnitts des Oise-Aisne-Kanals, wo dieser den Damenweg schneidet, richteten die Franzosen einen heftigen, wiederholten Angriff getzen unsere Stellungen. Der Vorstoß brach zum Teil schon m unserem Feuer zusammen, teilweise wurde er durch einen kräftigen Degenstoß zurückgewvrfen. Die feindlichen Verluste waren As * - SM > 4 -, LrHösle j einem italienischen Krieg reden können; auch der letzte ! Fuß des Bodens unserer Bundesgenossen wird von s den Italienern befreit sein. Bis jetzt sind über 100000 - Gefangene und mehr als 700 Geschütze eingebracht, die sonstige Kriegsbeute ist ungeheuer. Daß die Kriegsereignisse bei den Feinden und vor - allen: natürlich in Italien einen lähmenden Schrecken i verursacht haben, ist begreiflich. Er ist ja kein Geheim. ? nis mehr, daß die Entente im Frühjahr einen „großen Generalangriff" machen wollte, zu welchem Zweck ein Durchbruch durch die Schi veiz unternommen tverden sollte, an dem auch die Italiener sich beteiligen sollten. Diese Pläne sind in der Schweiz wohlbekannt und haben in letzter Zeit die starken Rüstungen militärischer und wirtschaftlicher Art dort veranlaßt. Ob die Italiener nun noch weiter Lust zu Verrätereien haben werden, dürfte zu bezweifeln sein. Ter Sieg am Jsonzo wird daher gerade auch in der Schweiz mit ungeteilter Freude ausgenommen werden. Viele italienische Generale sind, wis üblich, zur Position gestellt worden, darunter auch Brusati, der erst- Generaladjutant des Königs. Und Cadorna?. sehr schwer. — Trotz des stürmischen und unsichtige« Wetters sind seit 22. Oktober 48 feindliche Flugzeuge ab- geschossen worden, davon 3 über deutschem Boden. Die große Schlacht am Jsonzo geht planmäßig fort, mit geradezu verblüffender Schnelligkeit Wickeln sich die mit bewundernswerter, genialer Sicherheit ausge- dachten Züge auf dem grandiosen Kriegsschachbrett ab. Fünf Tage sind es her, daß der Angriff bei Flitsch am oberen Jsonzo, bei Tolmein-Santa Lucia und auf der Hochfläche von Bainsizza einsetzte. Heute stehen die deutschen Truppen, nachdem sie den Jsonzo überschritten und am 27. Oktober die italienische Stadt Cividale (spr. Tschividale) genommen, vor der Hauptstadt des Landesteils Friaul, vor Udine (mit dem Ton auf der ersten Silbe). Unsere tapferen Truppen unter Führung des im Osten so oft bewährten Generals v. Below befinden sich auf altem deutschem Boden, einem langvbardischen Herzogtum, zu dem früher auch die österreichische Landschaft Görz und Gradisca gehörte. Man kann nun eigentlich nicht mehr von der 12. Jsonzoschlacht reden, denn der Kampfplatz liegt, im nordöstlichen Teil wenigstens, schon 25 bis 30 Kilometer jenseits der Grenze in der oberitalienischen Ebene. An jenem 27. Oktober stürmten österreichisch-ungarische Truppen, die Italiener durch dasWip- pachtal vor sich her treibend, die leider durch italienische und englische Granaten in Trümmer gelegte, einst f, anmutige Stadt Görz und überschritten den Jsonzo. Weiter im Süden, nahe dem Golf von Triest, eroberten unsere Verbündeten das Städtchen Monfalcone, das noch östlich des Jsonzo liegt. Damit ist auch die dritte italienische Armee ins Wanken gekommen und sie flutet i« Pie Ebene zumlck. In kurzem wird man nur nach v»a Die militärischen Vorbereitungen unserer Gegner zum Weltkriege. 4. Belgien. Die svgenaünte belgische Neutralität, auf die Deutschland beim Einmarsch in Belgien in den ersten Tagen det August 1914 keine Rücksicht nahm, konnte schlechterdings nicht verletzt werden, weil sie, wie zahlreiche Fund» militärisch-politischer Aktenstücke in den Brüsseler Archiven einwandfrei festgestellt haben, tatsächlich schon lang«! nicht mehr bestand. Aus den in Brüssel aufgefundenen Dokumenten haß sich ergeben, daß Mitte Januar 1906 zwischen dem engli- schen Militärattache? in Brüssel, Oberstleutnant Barnar- diston, und dem belgischen Generalstabschef General Ducarne vertrauliche Erörterungen über die englischen Maßnahmen für den Kriegsfall mit Deutschland stattfanden. Man habe in England, erklärte Barnardiston, für den Fall, daß Belgien angegriffen würde, die Landung von zirka 100000 Mann britischer Truppen in der Gegend von Dünkirchen und Calais vorgesehen. Antwerpen werde man später als Verpflegungsbasis benutzen, nachdem die Nordsee von deutschen Kriegsschiffen ge- säubert worden sei. Nach eingehenden Besprechungen üb« militärische und technische Einzelheiten legte nun seinerseits Ducarne einen vollständig ausgearbeiteten Opera- tronsplan für ein Zusammenwirken der belgisch-britischen Streitkräfte vor. der die Zustimmung des englischen Generalstabschefs Grearson fand. Im Herbst 1906 versicherte der Chef des englischen Generalstabes anläßlich eines Besuches der belgischen Manöver, daß die Reorganisation der britischen Armee es ermögliche, eine Landung von 150000 Mann in erheblich kürzerer Zeit, als veranschlagt, an der flandrischen Küste vorzunehmen. Die unter dem Namen „Conventions anglo-belges" bekannten, höchst vertraulichen Besprechungen zeigen Belgien bereits in völligem Einvernehmen mit der Entente, eine furchtbare Gefahr, in die sich Belgien, wie der belgische Gesandte in Berlin, Baron Greindl, vor- ahnend in seinen Berichten ausgeführt hat, durch den Anschluß an seine „zweifelhaften Beschützer" begab. Der Plan der englischen Landung in Belgien wurde seitdem festgehalten und bis in die kleinsten Einzelheiten von den Generalstäben der Entente und Belgiens ausgv- srbeitet. Man einigte sich über englische Truppenkontingente und Truppentransporte, über belgische Karten ! und belgisches Reglement, über Oberbefehl, Landungsplätze und Verpflegungsbasis. Die Zuteilung von Dolmetschern und Gendarmen an die englische Heeresleitung, die genauesten Bermessungsarbeiten aller wichtigen Geländepunkte, die Anfertigung militärischer Handbücher stk die englische Truppenführung in Belgien, nebst der Errichtung eines geheimen Spionagedienstes im Rheinland, alles dies waven sorgsame Vorbereitungen für einen eng- sischen Feldzug in Belgien, die sich nur mit weitgehender Unterstützung der belgischen Behörden hatten bewerkstelligen lassen. Man weiß, daß der englische Generalstabs- hes French, mit einem Stabe ausgewählter Mitarbeiter das belgische Gebiet jahrelang bereiste, um den künftigen Kriegsschauplatz genau kennen zu , lernen. Die belgische Regierung selbst traf alle Vorbereitungen zu einem Kriege mit Deutschland. Das belgische Festungsshstem mit dem starten Befestigungsgürtel Lüttich- Huy-Namur und der gewaltigen Lagerfestung Antwerpen war ausschließlich gegen Deutschland ausgebaut, die-Seeküste, deren großer Seehafen Zeebrügge für den Zweck der Landung englischer Truppen angelegt war, sowie die gesamte französische Landgrenze von Namur bis zur Küste, die durch ein gewaltig entwickeltes Eisenbahnnetz den Franzosen ejn ideales Aufmarschgelände bot, blieb unbefestigt. Zugleich begann man die belgische Armee unter Einführung der allgemeinen Wehrpflicht nach französischem Muster zu reorganisieren, worauf der König Leopold II. und der Kriegsminister de Broqueville, ein naturalisierter Franzose, ihr besonderes Augenmerk richteten. Zn einer Unterredung des englischen Militäratta- chees Oberstleutnant Bridge mit dem belgischen Generalstabschef General Jungbluth, die ebenfalls ein belastendes Dokument aus belgischen Archiven an die Oeffentlichteit gebracht hat, sagte der englische Attachee, der nach herkömmlicher englischer Ansicht Belgien als britisches Festungsglacis betrachtete: England ist imstande, eine Armee von 160000 Mann auf das Festland zu schicken und wird dies auch ohne Belgiens Hilfegesuch erforderlichenfalls tun. Der belgische Offizier hat sich dieser echt britischen, brutalen Zumutung ohne Widerspruch gefügt, woraus man Belgiens Entschlossenheit, sich den Feinden Deutschlands auf Gedeih und Verderb anzuschließen, unschwer erkennen kann. Auch die recht vielsagenden Zeug- nrsse für das enge Zusammenarbeiten der belgischen Regierung mit den Generalstäben der Entente, die Aktenstücke, die 1914 dem in Brüssel verbliebenen englischen Gesandtschaftssekretär Grant Watson von den Deutfchen abgenommen wurden, und welche Angaben intimster Art Über die belgische Mobilmachung, die Verteidigung Antwerpens und Verabredungen mit den verbündeten Truppen enthalten, belasten das Schuldkonto der belgischen Regierung aufs schwerste. Es sei noch erwähnt, daß Belgien schon im Juni und Juli 1914 den unauffälligen Einmarsch kleiner französischer Truppenkörper, das Verweilen französischer Genieoffiziere in belgischen Festungen und am 1. August sogar den Einmarsch eines ganzen französischen Regiments bei Givet gestattet hat, und daß puch der tückische und völkerrechtswidrige Franktireurkrieg bis ins kleinste von langer Hand organisiert und vorbereitet war. 0er Rücktritt des Reichskanzlers. Berliner Blätter melden, Reichskanzler Dr. Michaelis habe sein Entlassungsgesuch dem Kaiser Unterbreitet und der Kaiser sei entschlossen, das Gesuch anzunehmen. Der Name des Nachfolgers soll nach dem „Lokalanzeiger" im Laufe des Montag amtlich veröffentlicht werden. ' ... .. Die Lösung der langen, peinlichen Krisis ist nun doch überraschend schnell erfolgt. Noch Ende voriger Woche schien die Stellung des Reichskanzler neu gefestigt zu sein, nachdem der Kaiser unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Konstantinopel den Vortrag des Reichskanzlers entgegengenommen hatte. Anders war di« rasche Bestätigung des Dr. Helfferich als Kanzlerstellvertreter nach den Vorkommnissen im Reichstag und was daran anschloß, »vohl kaum zu verstehen. Die Mehrheitsparteien des Reichstags waren indessen mit dieser Lösung der Frage nicht einverstanden. Durch den Chef des Zivilkabinetts Dr. v. Valentini ließen sie, nach Berliner Berichten, dem Kaiser eine schri,tliche Kundg.bung überreichen, in der sie erklären, daß ein Kanzler nötig sei, der die Gewähr für eine stetige Politik biete. Nach der Auffassung der Mehrheitsparteien sei dies bei Dr. Michaelis nicht der Fall, weil ihm die erforderliche Umsicht und Entschlußfähigkeit mangle. Es wurde dem Wunsche Aus- druck gegeben, daß der vom Kaiser ausgewählte Mann vor seiner Ernennung mit den Parteien Fühlung nehme. Daraufhin scheint in der Ansicht des Kapers eine Wandlung eingetreten zu sein und Dr. Michaelis zog daraus die Schlußfolgerung. Der Kaiser besprach sich mit einer Reihe von Staatsmännern und nahm wiederholt den Bericht des Generalstabs entgegen. Am Samstag abend reiste der bayrische Ministerpräsident Graf Hert- ling nach Berlin. Die Ernennung des Unterstaatssekretärs Tr. Michaelis zum Reichskanzler hat seinerzeit allgemein überrascht. Man kannte ihn eigentlich nur aus seiner verhältnismäßig kurzen Präsidentenzeit der Reichsgetreidestelle, wo er sich als tatkräftigen, umsichtigen und vor allem streng rechtlichen Beamten erwies. Seine Geschäftsführung blieb damals nicht ganz frei von bureaukratischen Mißgriffen, die in der Landwirtschaft böses Blut machten, aber er war so freimütig, sie nachher unumwunden -einzugestehen, und er gelobte, als er das Kanzleramt übernahm, sie sich zur Lehre dienen zu lassen. Bekannt ist sein Wort aus jener Zeit: „Den will ich sehen, der mir in den Arm fällt!" — Und in einer schwülen Reichstagssitzung erklärte er: „Die Führung werde rch nnr nicht aus der Hand nehmen lassen." Das ging nne eme Erleichterung durch das Haus und durch das ganze Reich. Endlich wieder ein Reichskanzler, der führt! Was den Willensstärken und charaktervollen Mann gehindcr: hat, seine Worte in die Tat umzufetzen, das wird erst ein« spätere Zeit ergründen können. Tatsache ist, daß von der starken Hand, die auf allen Seiten als dringendes Bedürfnis empfunden wurde, nichts zu spüren war, und so ist denn allerdings die Lage eine unhaltbare geworden. Ob es besser werden wird? Wir wollen es hoffen und wir wollen darauf vertrauen, daß die Wahl des Kaisers so ansfallen wird, daß sie für Reich und Vaterland zum Segen wird. Rüstungen zum Bürgerkrieg in Frankreich? Paris, 29. Okt. (Agence Havas.) «Gestern oben! abgehaltene Haussuchungen förderten mehrere Nieder« lagen verbotener Waffen zutage, die seit Anfang des Krieges eingerichtet waren, und belastende Schriftstücke. Die Untersuchung ist eingeleitet wegen einer Handlung, di< darauf hinzielt, einen Bürgerkrieg zu entfachen und di< Bürger gegeneinander zu bewaffnen. (Tie Nachricht klingt etwas geheimnisvoll, aber ganz unwahrscheinlich ist es nicht, daß in Paris wieder em Aufstand vorbereitet wird. Auch 1871 brach nach dem Abzug der deutschem Truppen aus Paris dort der Aufstand der Kommune los, durch den Paris mehr Schaden litt, als durch die Beschießung «ährend der Belagerung. D. Sehr.) ^ ^ Kabincttskrisis in Spanien. ^ Madrid, 29. Okt. Ministerpräsident Dato erklärte, er sei gesonnen, die Heeresreform durchzuführen, aber er werde keinen ungesetzlichen Truck zulassen. Dato reichte beim König sein Entlas'ungsgesuch ein. Ter König soll gewillt sein. Dato im Amte zu belassen. Eine Abordnung der Offizier-Junta will dem König eine Denkschrift überreichen. : - ^ ^ ^ Aus Stadt und Land. von dem der volle Mond ungehindert herniederschauen konnte, sank in der vergangenen Nacht die Temperatur bis auf 5 Grad Kälte. Es ist dies die erste kalte Nacht in diesem Herbste gewesen. Dafür verspricht der heutige Tag ein schöner, sonniger zu werden, wie überhaupt für die nächsten Tage aufheiterndes und im allgemeine» trockenes, aber zu Nachtfrösten geneigtes Wetter zu erwarten ist. — Beründerter Schalterdienst. Das Kaiserliche Postamt macht durch Schalteraushang bekannt: 1. Vom 1. November ab wird der Postschalter für das Publikum um 8 Uhr abends geschlossen werden. 2. Der Fernsprechdienst für die Teilnehmer des Ortsfernsprechnetzes endigt vom gleichen Tage ab um 7 Uhr abends. 3. An Sonn- und gesetzlichen Feiertagen bleibt der Postschalter von 5—6 Uhr abends gleichfalls geschlossen. Die erfahrungsgemäß nur ganz wenigen Telegrammauflieferer können in dieser Zeit ihre Telegramme durch die Hintere Packkammertür (Eingang durch den Posthof) aufliefern. Bei der Postagentur Sennfeld: Der Postschalter für das Publikum wird gleichfalls um 6 Uhr abends geschlossen. Zimmern, 29. Oktober. Hart greift der Krieg in die Familie des Landwirts Alexander Link hier ein, denn kaum nach Jahresfrist seitdem der eine von den drei eingezogenen Söhnen den Heldentod erlitten, wurde sie schon wieder von der Trauernachricht schmerzlich überrascht, daß nunmehr auch der zweite 28jährige Sohn Emil sich dem Vaterland zum Opfer hat bringen müssen. Ein vierter ebenfalls militärpflichtiger Sohn darf auf Reklamation seinen Eltern, die von dem rauben Krieg so herb gerüttelt wurden, in der Wirtschaft behilflich sein. Es ist doch zu schrecklich für die Eltern, die ihre Kinder mit viel Liebe und großer Sorge emporgebracht haben, in der Blüte chres Lebens dahinsinken sehen. Doch ein guter Trost ist es immer, sie haben ihr Leben für etwas Herrliches, Gewaltiges dahingegeben, für die Größe des Vaterlandes und das ist im herben Schmerz immer rin starker Trost. Sie sinken dahin unter der Ehrung der Mitwelt und der Nachwelt zur Bewunderung. (-) Brounacker. 29. Okt. Unser Hauptlehrer August Kienzler wurde auf sein Ansuchen und in Anbetracht der treugeleisteten langjährigen Dienste in den Ruhestand versetzt. (-) Große!cholzheim, 29. Okt. Bei der am 27. Okt. stattgefundenen Neuverpachtung unserer Gemeindejagd wurde für Jagddistrikt I Karl Schuhmacher von hier um den Preis von 734 Mk. und für Distrikt II Frhr. Rüdt von Collenberg in Bödigheim und Carl Schmidt von hier um den Preis von 750 Mk. der Zuschlag erteilt. (-) Aus dem Bezirk Boxberg, 28 Okt. Die Notlage vieler Witwen und Waisen unserer gefallenen Helden zu steuern ist die Aufgabe der Hinter- blicbenenfürsorge des Badischen Heimatdanks. Ein Teil der großen Mittel, welche diese ungemein wichtige soziale Aufgabe erfordert, ist durch Geldspenden aufgebracht worden. Wie viele aber sind nicht in der Lage ihrer Dankbarkeit für unsere gefallenen Helden durch eine Geldgabe Ausdruck zu geben, vielleicht weil sie für andere ebenso wichtige Zwecke die flüssigen Mittel aufgebraucht haben. Aber da liegt sicher noch manches entbehrliche Stück Silbergerät im Kasten, Silbermünzen, ein alter silberner Leuchter, vielleicht ein beschädigter silberner Löffel, welche gerne hingegkben werden, wenn sie einem guten Zweck dienen können. Darum eröffnet der Badische Heimatdank jetzt eine Silbersammlung. Jeder Spender eines silbernen Gegenstandes. erhält ein künstlerisch ausgeführtes Erinnerungsblatt nach dem Entwurf von Herrn Professor Hermann Göhler und, wenn der gespendete Gegenstand einen Verkaufswert von mehr als 10 Mk. besitzt, außerdem eine hervorragend schöne Denkmünze nach dem Entwurf des Bildhauers P. P. Pfeiffer. So kann Jeder mit kleinen Mitteln und ohne Hergabe von Geld in seiner Weise seinen Dank für die Aufopferung unserer Feldgrauen darbringen. Diese Bitte wird sicherlich nicht ohne Widerhall bleiben. Die Silberannahmestellen des Bezirks Boxberg befinden sich bei Oberamtmann Schwoerer in Boxberg und bei Notar Buehler in Krautheim. (-) Mosbach, 29. Okt. Gestern durste Frau Rosine Fleischmann die Feier ihre» 90. Geburtstags begehen. Frau Fleischmann befindet sich verhältnismäßig noch wohl und ist namentlich geistig noch recht rege. Sie wird wohl unsere älteste Mitbürgerin sein. ** Adelsheim. 30. Oktober 1917. Eine Kalte Nacht. Bei wolkenlosem Himmel, (-) Mosbach, 29. Okt. Soeben ist auch wieder der Jahresbericht der Heil- und Pflegeanstält fg. Schwachsinnige (Jdiotenanstalt) erschienen. Aus demselben geht hervor, daß auch diese Anstalt die schwere Kriegszeit hart empfinden muß. — Verpflegt wurden im Ganzen 27S Pfleglinge, von denen 25 im Laufe des Jahres starben. Die Zahl der Angestellten ging von 21 auf 9 herunter! Schwer litt die Anstalt auch unter der Kohlennot. Es ist deshalb dringend nötig, daß alle ihre Freunde sie auch in der jetzigen schweren Zeit nicht vergessen und sie nach Kräften unterstützen. (-) Cannstatt, 29. Okt. (Versuchter Lande» verrat.) Nach nahezu einjähriger Untersuchungshrß ist vom Reichsgericht Berta Thalheimer von hier, dH Schwester des früheren Redakteurs Dr. Thalheimer ar der „Freien Bolksztg." in-Göppingen wegen versuchte, Landesverrats zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt wor> den; an der Untersuchungshaft wurden 7 Monate aw gerechnet. (-) Lanffen a. N., 29. Okt (Wein Pr eis) D« Weinmittelpreis beträgt nach der amtlichen Feststellun« hier 838,95 Mk. für den Ei,mer oder 279,65 Mk. st, das Hektoliter. , ' (->) Metzingen, 29. Okt. (Fundunterschlagung.) Eine Frau ließ in Metzingen im Zug ihr Täsch. chen mit einem Geldinhalt von 200 Mk. liegen. Ein da. nebensitzendes Paar nahm das Täschchen an sich mit verließ schnell den Bahnhof. Ein Bahnangestellter, de, im gleichen Wagen saß und demgegenüber die Frau über den Verlust geklagt hatte, folgte den Beiden und sah, daß die Frau die Tasche, nachdem sie das Geld an sich genommen hatte, in die Abortgrube des Bahnhofes warf. Das Paar wurde in Hengen sestgenommen und untersucht. Tie Frau aus Stuttgart ist geständig. (--) Möstingen a. St., 29. Ost. (D ie Aus steue r des Dienstmädchens.) Ein Dienstmädchen hatte sich zum Schaden ihrer Reutlinger Herrschaft eine nickt allzu bescheidene Aussteuer angelegt und im Laufe der Zeit nach Hause geschafft. Jetzt sind die Diebstähle ans Tageslicht gekommen und Koffer und Kisten aus gepackt ^ ^ er L 2 , «s y- s s P 3 ; k- - -S »-» ! LZ. .L IS M V«k. versenk. Berlin, 29. Oktober. (Amtlich.) Auf dem nördliche« Kriegsschauplatz wurden durch unsere U-Boote wiederum 15 000 Bruttoregistertonnen vernichtet. Unter den versenken Schiffen befinden sich die beiden bewaffneten englische« Dampfer „Elmsgarth", Ladung 4800 Tonnen Zucker, und „Adorinha". Der Chef des Admiralstabs der Marine. Schneefall. Berlin, 30. Okt. In der Nacht auf den 29. Oktober trat an verschiedenen Orten, auch im Westen, starker Schneefall ein. In Kassel dauerte er bis gestern Vormittag an. Hilfe für Italien? London, 30. Okt. Das Reutersche Bureau ist in der Lage mitzuteilen, daß bereits Schritte für eine möglichst ^ ausgiebige Hilfe an Italien unternommen wurden. Bielsagendes Schweigeoerbot. Berlin, 29. Okt. Laut Funkspruch Coltano vom 28. Oktober befiehlt die italienische Oberste Heeresleitung : Der tägliche italienische Bericht in englischer und französisch Sprache ist verboten worden. Halten sie deshalb seine Veröffentlichung zurück. Gez: General Cadorna. Die Sündenböcke. Bern, 29. Okt. Mehrere Mailänder Blätter erheben bereits gegen die Entente die Anklage, daß sie die Gefahren nicht beizeiten erkannt und die Deutschen nicht an den Truppenverschiebungen verhindert habe. Ueberzeichnet? Amsterdam, 29. Oktober. Reuter läßt sich a« Washington vom 28. Oktober melden, daß die zweite Freiheilsanleihe sehr stark überzeichnet sei. Die Gesaw^ summe wird auf über 5 Milliarden Dollars geschätzt, genaue Betrag wird erst nach Ausarbeitung des gar vorliegenden Materials in einigen Tagen bekannt geger werden können. Privat-Te legramme Entwichen! Berlin, 30. Okt. Nach einer Genfer Depesche „Berliner Tageblatts" erfährt das „Journal" aus Jork, daß der Kommandant des deutschen Hilfskreu. „Appam", Seeleutnant Berg, der mit seiner Manns« in dem amerikanischen Fort Mac Pherson interniert ge! ist, entwichen sei. Die Suche mit Polizeihunden ergebnislos. Die Kleischausgabe am Mittwoch, den 31. Okt. 1S17 ist wie folgt geregelt: Von 8 Uhr ab die Buchstaben S, T, V, W und Z- „ 8i/z „ „ „ A,B,C,D - » 9 », » » « 8? ^ " A. s 9'/s L, M, N, P s Die Reihenfolge ist streng einzuhalten. Adelsheim» den 30. Oktober 1917. Bürgermeisteramt: Trefz. 8 c der sL selbe, gszeit anze, nben. unter. ES auch nach deK gshaß r, dij er a, uchte, tvor- D« ellun» k- ftii chla- Täsch. in da. uni 7, de« Frau und ld an rhoses und eue r hatk nicht e der e ans gepackt - blichen derum senkten fischen -ktober Schnee- ag an. in kr >m 28. : Der ösischer d seine rheben e Reicht a- , aB zweite >esam!' t. Der ganze» egebc» LZ LZ IN ^ sr «öUsi ^ K 8^: x K-L<- > ^ ^ ^ K x Z -Z x « 8 L « L-ß'L rr ^ 22 ^ * i- rsr Ä Z- -L « D 4» 8 A § L> 8 « 4»»- »:«. -K § Li. « 8.L N 4» Z- ^ §AZS 5 ^ ^ cvr d >» § »» x 8 x ?L»8»Z ^ 8 « -L 33 ^ - ^ 5^ L> o 'H 2^-A- 2 L ^ 33 r2 ^ '2. r-» ^ X « d >8 « X ^ : oo '§ K:« K 77-A ^ L « X. ZL »LL) <2 § v ^ akLj 5 § Li.^-U AZ G Lv s N- 8G L sr D « Z ZG» L rrZTGsi « . -4. s°? S7. « o « ^ L Z o-' ^ 77 « L^L.xI L7 8 4» >2 U . L 47 02 xr «-^ .A- S S> >ta ' 20 v> !. -L ßAZ^. >8 Z.8 4-1 S A cs ^ 4.' -KZsi« .8 LÄ2 arr ! ^ i-r L »s- G k-r /» ^ K'-Z ^ s «tt LA ^ « L- r: L? M ^ S ^2^ Z ». 8 «» « sr T or ^ "Z S A8Zl ZR" 2 ZT § ' - ^ sr 8 S-L^ s; N -G ' S ^ Z-^^KÄ «'§ Lv s.K §L 3 ! sL L. 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