täglich, außer Sonn- un» ! Zelertag» Monatlich. . . pfg Vierteljährlich . M. frei in» Haus geliefert s Anzeigen weröen mit Pfenntg s - per einspaltig« Zeile berechnet. ^ * Z Sei mehrmaUger flufnahmr RadaS ) Postscheck-Konto 4»54, karlsruh« belesenstes Tageblatt öes vaüischen Saulaaöes M«tis r flmtllche», verkünöigungsblatt '-1.) Illustriertes Sonntag»-Statt auptanzeigeblatt M öle seMe Möelsheim, Hoxberg u. deren Umgebung HotzsubmWons- un- Verstrigrrungs-Mzeigrr für -en G-enwal- Sratisr (monatl.) u. Han-el,haus- u.tanSwirtjcha . 255 Druck und Verlag: Buchdruckerei Adelsheim, Adolf Heppeler Telephon No. 18. Adelsheim, Donnerstag, 1. November 1917. Verantwort^ A. Heppeler in Ädelsheim. rtlich: in Äd< 4>. J-brg. Leber 1AM Gefangene. Leber IM Geschütze erbenlel. KMTB. Großes Hauptquartier, 31. Okt. (Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht: Fn der Mitte der flandrischen Schlachtfront sten sich gestern erbitterte Kämpfe ab. '-Lern morgens über die ganze Front vom Houthoul- Wald bis zum Kanal Comines-Dpern ausgedehnten nmelfeuer folgten tagsüber starke englische Angriffe Wir den von Roulers über Langhemarck und Holle- nach Wern führenden Bahnen. Tie Wucht des feindlichen Stoßes richtete sich gegen Ort P a sch e n d a e l e, der vorübergehend verloren j. In ungestümem Angriff sturmbewährler Regimen- unter znsammengefaßter Artilleriewirkung wurde das kf wieder genommen und gegen später neu ein- ade Angriffe der Engländer in zähen bis zur Turr- ?it währenden Kämpfen voll gehalten. Unsere seitlich des Torfes kämpfende Infanterie und i kampferprobten Maschinengewehr-Scharfs Hützen schlu- : die sich im Laufe des Tages mehrfach wiederholen- lfeindlichen Angriffe in unerschütterlichem Ausharren m durchwühlten und verschlammten Trichterfeld er- ich zurück und nahmen zeitweilig verlorenen Boden tastvollen Gegenstößen dem Feinde wieder ab. ! Neben den Hauptangriffen nordöstlich von Upern hten die Engländer auch beiderseits der Straße Menin- n auf Gheluvelt vorzndringen. In unserem gut iden Artilleriefeuer kamen nur schwache Teile des lrers zum Vorgehen; sie wurden durch die Jnfan- und Maschinengewehre zurückgetrieben. . Tie am gestrigen Kampf beteiligten Truppen der bnnee haben in vortrefflichem Znsämmenlvirken aller Jen einen neuen Erfolg errungen. Tie Engländer haben, ohne Vorteile zu gewinnen, üt schwere blutige Verluste davongetragen. Heeresgruppe deutscher Kronprinz: Am Oise-Aisne-Kanal und an der Bergfront des mn-des-Tames verstärkte sich der Artilleriekampf ae- ^ erheblich; die französische Infanterie blieb untättg. s Auf dem Ostuser der Maas hielt unser Vernichtungs- " im Chaumewald sich vorbereitende Angriffe der >, Virf dem ! östlichen Kriegsschauplatz j und an der ! mazedonischen Front z ist die Lage unverändert. j Italienischer Kriegsschauplatz: ? Tie Bewegungen der aus den Kärntener Bergen vor- ! dringenden Truppen der 14. und der Jsonzoarmeen uch« ! ttken den von der Führung beabsichtigten Verlauf. ! Ter Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. äsen nieder. Ein schwerer Kampftag in Flandern! Bon früh morgens hämmerten die Engländer am 30. Oktober mit zahllosen Geschützen aller Größen auf die deutschen Stellungen. Wieder war es der ganze Wern-Bogen vom Houthoulsterwald bis Hollebeke, südlich des Wern-Com- Mines-Kanals, wo die feindliche Artillerie die ganze jouchtige Schwere ihres Feuers lonzcntrierte. In diesem Abschnitt erfolgten dann die Jnfanterieangriffe, deren Schwerpunkt auf dem linken Flügel mit Richtung auf Passchendaele lag. Der Kamps war äußerst hartnäckig. Einmal ging das Dorf Pasfchendaele wirklich in den Besitz der Engländer über, doch ein konzentrisches Ar- - tilleriefeuer, das unseren Reserven den Weg bereitete ' bot dem Vordringen des Feindes Halt und dann gewaw der Gegenstoß unserer Truppen das Dorf wieder. Torf Es ist einmal eines gewesen; heute sind nur noch wildl Trümmer vorhanden; es könnte fast sinnlos erscheinen, daß um solche Haufen rauchgeschwärzter Steine blutig, Kämpfe Wochen-, ja monatelang geführt werden. Und docj find diese Trümmerstätten als Glieder einer langen Ketti von so hoher strategischer Bedeutung. Me Stellung iß also wieder unser und der Feind hat seinen Angriff mit blutigsten Verlusten bezahlt. Das läßt der Tagesbericht erkennen, wenn er von dem unerschütterlichem Ausharren unserer Maschinengewehr-Scharfschützen gegen wiederholte Angriffe spricht. Man braucht sich nur zm erinnern, welche Schilderungen englische Berichterstatter von der Wirkung der deutschen Maschinengewehre gegeben haben, um die ganze Bedeutung der einfachen Wort« unseres amtlichen Berichts zu ermessen. Ein Nebenangriff der Engländer auf Gheluvelt wurde im Feuer abgewehrt, ohne daß es zum Nahkampf kam. — An der französischen Front war nur die Artillerie tätig. Fast zu bescheiden und wortkarg für die allgemeine Spannung in der Heimat meldet der Tagesbericht von der Südfvont nur, daß es in Italien vorwärts geht und daß die Vorwärtsbewegung der 14. Armee und der Jsonzo-Armee von Norden und Westen den von der Führung beabsichtigten Verlauf nimmt. Das Ziel dieses Verlaufs wird wieder etwas Großes sein, daraus dürfen wir rechnen. In Italien herrscht grenzenlose Verwirrung. Noch ist im Lande nur ein Teil der Geschehnisse bekannt, aber eine unbeschreibliche Angst hat sich der Bevölkerung bereits bemächtigt. Wenn sie erst wüßte, daß der größere Teil des italienischen Heeres sich in wilder Flucht befindet! Auf durchweichten Wegen ziehen die endlosen Reihen der bunt durch einander gemischten Truppenzüge in Eile dahin, flüchtende Zivilbevölkerung vermehrt die Verwirrung. Italienische Reiterei sucht als Nachhut die fliehenden Kolonnen so gut als möglich zu decken. Daß Udine gefallen ist, wird dem Lande noch verheimlicht. Daß die italienische Regierung trotz ihrer zuversichtlichen, um nicht zu sagen: großsprecherischen Kundgebungen die Katastrophe als das nimmt, was sie ist, beweist, daß sie bereits die Räumung von Venedig, Vicenza und Treviso angeordnet hat. Auch in Paris und London wird die Lage als sehr ernst bezeichnet. Der Fluß Tagliamento soll aber für die italienische Armee,' wenn sie sich hinübergerettet haben würde, die Linie werden, an der sie den feindlichen Stoß zermalmen werde; Der Gröe von ZLuchenau. Roman von Herbert von der Osten. 17 war fast Mitternacht, als Marga endlich zur Ruhe HanS Dietrich schlief längst; aber ein anderer wacht« Hasso. In seinem früheren Stübchen, das ihm hente 'erraschung als Schlafzimmer eingerichtet war, kramte den Andenken an seinen Vater. Weinend drückte« Besicht gegen den Jagdrock des Toten, den die Verdien ihm erlaubt Hallen in seinem Schranke aufznbewah- ^Eeine Arme krampften sich um das Tuch; seine Zähne «l sich hinein, um das leidenschaftliche Schluchzen nie- oingen, das ihm die Brust zu zersprengen drohte. Kl leiser Ton klang dabei an lein Ohr wie Knistern von r. Was von dem Toten stanimte, war seinem verwaisten ein Schatz, und deshalb tastete und suchte Hasso so bis es ihm gelang, das zwischen Futter und Brust- ' eingeklemmte Papierstreifchen heruorzuziehen. Ein Teil l zerrissenen Briefes »var es. Sorgsam glättete ihn Hasso; iseine Hoffnung, des Vaters Schriftziige darauf zu finden, dte sich nicht. So schrieb der Onkel, kes Knaben Armen umflorten sich von neuem, als er das km von seines Vaters Todestage auf dein Stück Bogen Me. Er mußte von dem Briefe stammen, den der Verstor- lncm Bergeltungsfeldzug gegen offene deutsch: S.Srt» zu ei'tsei.den, jortgesetzt bejubeln und den Städten: am Rhein und nm Main, ja sogar der Hauptstadt Berlin ihre bal.j -ige Zerstörung in Aussicht stellen, weist die „Morning Post*; vom 9. Oktober auf die Schwierigkeiten solcher Angriffe hin:! aus Gründen der Menschlichkeit bisher von Bergeltungsanariffew Abstand genommen. Der englischen Regierung werden diese und' ähnliche Zeugnisse für ihre wahre Gesinnung wenig angenehm sein. Die kautesten Rufer nach dem Bombardement deutscher,! dicht bewohnter Zentren erwähnen nicht, wieviel schwieriger und gefährlicher es für unsere Flieger ist, feindliche Städte mit Bomben zu bewerfen, als für die deutschen Flieger, unsere Städte zu bombardieren . Wenn es deutschen Fliegern nicht gelingt, bis London vorzudringen, dann werfen sie ihre Bomben über Essex oder Kent ab. Wenn aber unsere Flieger aus die großen Zentren am Rhein zusteuern und können sie nicht erreiche», dann dürfen sie ihre Bomben nicht über belgischen Ortschaften oder über Straßburg oder M tz in Elsaß-Lothringen abwerfen. Die Schmie» rigkeiten und Gefahren, denen unsere Flieger bei der Ausführung von Vergestungsslügen entgegensetzen müssen, sind in Wirk- lichkeit so erheblich, daß wir verhältnismäßig weit mehr bomben- werfende Flugzeuge verlieren würden, als die Deutschen bei! ihren Angriffen auf London und die östlichen Grafschaften. Dia wirkliche Ursache, die es den feindlichen .Fliegern ermöglichte^ >u komm n und zu gehen ohne für ihre Verwegenheit zu büßen? legt darin, daß der Feind die belgische Küste besetzt hält. Das ist der wahre Grund aller Schwierigkeiten. — (Wie wäre es wohl unseren westlichen Städten ergangen, wenn es dem Engländern und Franzosen gelungen wäre, ihren Kriegspläne» entsprechend Belgien zu besetzen?) - >, j Der französische Tagesbericht. WTB. Paris, 31. Okt. Amtlicher Bericht vom 30- Oktober! nachmittag: Südlich St. Quentin gelang uns ein Handstreich auf die deutschen Linien. Wir brachten Gefangene und ein Maschinengewehr zurück. — Artillerietätigkelt im Abschnitt von Lhavignon, Pargny, Filatn. Patrouillentätigkeit in der Gegend des Kanals. Eine starke feindliche Abteilung, die sich unseren kirnen in der Gegen- von Cerny zu nähern suchte, wurde mit Verlusten zurückgeschlagen. — Auf dem rechten User der Maas hielt der Artilleriekampf sehr lebhaft an auf der Front ^haume Wald—Bezonvaux Wir nahmen dem Feind wieder rinige neue Grabenstücke auf dem Laurriere-Rücken ab. Heute «acht bewarfen feindliche Flieger Nancy und die Gegend nörd- sich davon mit Bomben. Eine Person wurde verwundet. Der Sachschaden ist unbedeutend. Abends- Lebhafter Arlilleriekampf in den Abschnitten von Vraye-Hurtebise und auf dem linken Maasufer. Nordwestlich »on Reims konnten wir gestern gegen Tagesende durch einen Handstreich auf den deutschen Graben westlich Brimont dcm, Seind ernste Verluste zufügen. , An 20 Gefangene und Ma-, serial wurden zurückgebracht. Der englisch« Tagesbericht. WTB. London, 30. Okt. Amtlicher Bericht vom zv. Oktobers »achmittags: Heute früh griffen wir nördlich der Bahn Ppern- Aoulers an; unsere Truppen machten gute Fortschritte. Ser letzte Trumps der Euleule. Berlin, 30. Okt. Die Ententepresse, zrpnal die französische und englische weiß seit geraumer Zeit Großes von der amerikani scheu Hilfe zu berichten, die unterwegs oder gar eingetroffen sei und von den gewaltigen Vorbereitungen, die die Vereinigten Staaten für ein militärisches Eingreifen träfen. Man wird diese Meldungen bei uns mühelos verstehen, und man hat sie auch, möchten wir glauben, bislang richtig verstanden. Es geht der Entente auf allen Kriegstheatern herzlich schlecht, auch im Innern krachts und rumorts allenthalben, und die Kriegführer haben alles Interesse, die Stimmung wach zu halten und sie von neuem zu beleben. Dazu muß dann der große Bruder jenseits des Ozeans mit seinen „unbegrenzten Möglichkeiten" herhalten. Schaut man näher zu und sucht man kritisch zu prüfen, was er denn überhaupt zu leisten vermag, so schrumpfen, wenigstens militärisch gesehen, diese unbegrenzten Möglichkeiten arg zusammen. Nicht so, als ob wir geneigt wären, die amerikanischen Leist- ! ungen für die Entente zu unterschätzen. Die finanzielle ' Hilfe ist ohne Frage beträchtlich; auch der Druck, den die ! Union in steigendem Maße auf die Neutralen ausübt, darf man nicht gering achten. Aber man darf doch nicht verkennen, daß Amerika auch schon früher, als es angeblich noch neutral war, der Entente zu Diensten gewesen ist. Kriegsmaterial hat es ja auch vordem schon geliefert; Amerika war ja der einzige Staat, der die Waffenausfuhr nicht verboten hatte. Was in der Beziehung nun noch hinzugekommen ist, läßt sich einstweilen nicht übersehen. Fest steht jedenfalls, daß bisher, also nach neun Monaten, noch in keinem Teil der Front amerikanische Truppen angegriffen haben. Das aber hat seine guten und gewissen Gründe. Die Werbung der Freiwilligen ist ohne wesentlichen Erfolg geblieben; so ist Amerika also denn auch zur Wehrpflicht übergegangen, zur Schaffung einer Nationalarmee. Einstweilen aber sind nur etwa 100 OM Mann ausgebildet; alles andere sind Rekruten. Von der Nationalarmee sind zudem auch kaum schon alle eingezogen. Bedeutsamer wäre der Einfluß, den das amerikanische Flugwesen künftighin auf den Stand der Operationen auszuüben vermöchte. Auch hier aber ist alles zunächst noch im Werden. Als Amerika in den Krieg eintrat, hatte es ungefähr 200 Flieger, von denen etwa 20 Militärflieger waren. Auch heute ist man noch nn Stadium des Versuchs, die Ausbildung ist noch im Gange ; der rechte Flugzeugtypus scheint noch nicht gefunden zu sein. Im nächsten Jahr freilich, das wird man nicht verkennen dürfen, werden die amerikanischen Flieger ernst zu nehmen sein. Aber auch wir bleiben nicht müßig und treffen unsere Vorkehrungen. In Europa eingetroffen sind bislang etwa 20 OM bis 40 OM Mann unter der Führung des Generals Pershing. Aber von diesen 20 OM bis 40 OM Mann muß man das Eisenbahnpersonal und andere Hilfskräfte abziehen, so bleibt an kampffähigen Truppen etwa ein Kern von der Größe einer Division übrig, der selbst an einer ruhigen Front zunächst mal versuchsweise eingesetzt wird. Diese Truppen müssen sich an den europäischen Krieg, wie er jetzt geführt wird, ja erst gewöhnen. Je mehr aber die Amerikaner ihre Truppen einsetzen, umsomehr erschweren sie sich selber deren Ausbildung. Wir pflegen auf die Ausbildung 6 Monate zu rechnen, der dann noch eine Ausbildung im Felde zu folgen hat. Erst hinterher erfolgt die Einstellung in die Kampftruppe. Man darf mit Sicherheit rechnen, daß auch die Amerikaner ihre Leute nicht schneller werden ausbilden können. Also wird Amerika dann vor dem Januar kaum mehr als etwa 14M OM Mann ausgebildete Soldaten haben. Davon aber muß ein erheblicher Teil zuhause Verwendung finden. Auch die Transportschwrerigkeiten darf man nach wie vor nicht unterschätzen. Nach den Erfahrungen der ersten amerikanischen Transporte im Juni dieses Jahres von Amerika nach Frankreich wird man als sicher anzunehmen haben, daß zum Transport einer Infanteriedivision etwa IM OM Registertonnen gebraucht werden und eine Fahrtdauer von etwa vier Wochen. Die Ueberschiffung einer Armee von sechzehn Divisionen mit Korps- und Etappentruppen würde 2>/z Millionen Registertonnen benötigen ; zu deutsch also : es wären erforderlich 650 Fahrten von Dampfern zwischen drei- und viertausend Tonnen. Nun sind aber so und so viele Schiffe für die Ernte fest- i gelegt. Der Welttransport nimmt andauernd ab, und die ! Neubauten, sowie die beschlagnahmten deutschen Schiffe i dürsten kaum genügen den Verlust auszugleichen. So ' kann man immerhin annehmen, daß die Voraussetzungen für die Schaffung des nötigen Schiffsraums nicht zntreffen. Aber auch wenn es den Amerikanern gelänge, von nun ab Elve sterbende Linde. „Eine Linde im Winde, sie wiegt sich und biegt sich, rauscht schaurig und traurig. Ich weiß wohl warum!" Sie war anderer Art and darum immer etwas schwächer als ihre Nachbarin, ihr Stamm nicht so dick, ihr Geäste nicht so ausgedehnt, ihre Höhe nicht so groß; jedoch hielt sie sich wacker neben der stärkeren Freundin und beneidete Ke nicht um ihren Blätterwald und honigenden Blütenreichtum, um ihr Glück. Dann aber kam der Krieg und sie ging so merklich zurück. Ihre Wurzeln wurden zu müde, um Nahrungsmittel aus dem steinigen Boden, dem Kirchenbuckel, zu ziehen oder um den Kampf gegen einen harten Abschluß weiter zu führen, den ihr pflanzenunkundige Leute gelegt hatten, ihre Adern wurden zu brüchig, um genug Lebenssaft in die Krone zu leiten, ihre Lungen zu schwach, um noch durch viele frische Blätter von der rührenden Form eines Herzens gesund atmen zu können. So steht sie nun da entblättert und kahl, halb dürr und zerfahren, ein Bild des Jammers. Habt Mitleid mit ihr, ihr Schwabhäuser Heimatgenvssen und ihr Landsleute alle, wenn euch euer Weg einmal zu ihr hinführt, hört ihr allmähliches Absterben nicht, laßt sie in Frieden, bis es ganz mit ihr aus ist, ja noch darüber hinaus! Noch mehr, blickt in kindlicher Ehrfurcht zu ihr auf, wie zu einer treuen Mutter; sie ist so alt geworden, sie weiß auch so vieles zu erzählen! Man sagt, unten in ihrem Stamme trage diese Linde ein Marienbild, das ihr weiches Holz fest umschlungen ! halte, sie stamme also aus einer Zeit, wo man in der nahen Kapelle und jetzigen Filial- und Dorfkirche noch den ! katholischen Kultus pflegte, aus dem Mittelalter. Nun, ! wenn ihr Fällen einmal Notwendigkeit würde, könnte unter- ! sucht werden, ob die Sage Wirklichkeit ist. Damit bekäme . man auch einen Haltepunkt für das Alter der Kirche, die frühgotische Bestandteile hat, das große Fenster im Chor hinter der Orgel und die schmale Lichtöffnung an dem Platze, wo die „Herren" zu sitzen pflegen. Sicher ist es, daß die untere Schwabhäuser Kirchhoflinde auf eine Lebenszeit l von mehreren Jahrhunderten zurückblicken kann und von sehr Vielem treue Zuschauerin gewesen ist. Sie hat ge- ; sehen, wie rotbackige Kinder aus dem Dorf heraussprangen l und sich in ihren Schatten setzten, bis die Glocken zusammen- j läuteten und die Orgel ertönte und die Gemeinde zu den j Worten des Predigers drinnen im Gotteshause ihre Lieder > sang, sie hat gesehen, wie diese Kinder dann als schmucke Jünglinge und holde Jungfrauen im festlichen Zuge an ihr vorüberwallten, um hoffnungsvoll des Lebens Mai zu feiern, die Hochzeit, den Eheschluß, sie hat gesehen, wie diese Kinder dann als abgeschaffte, müde Erdenpilger an ihr vorübergetragen wurden, um auf dem hinter ihr und der Freundin sanft aufsteigenden Gottesacker gebettet zu j werden, sie hat auch gehört, wie man zuletzt der im Kampfe l dauernd Truppen über den Ozean zu bringen und K, wirklich eine halbe Million in Frankreich landeten, s, würden diese doch nicht den Wert der englischen Territorial, armee von 1915 haben. Die aber hat bekanntlich igzz noch völlig versagt und ist erst 1916 zum gleichwertigen Gegner geworden. Alles in allem kann map vielleicht sagen: die amerikanische Armee würde, wenn fix jetzt eingesetzt werden sollte, höchstens den Wert der rumänischen Armee beim Kriegsausbruch vor einem Jahx haben. Wie es uns denn auch zweifelhaft erscheint, ü Amerika das überhaupt zu tun wünscht. Eine starke Vermutung spricht dafür, daß Amerika die Gelegenheit drz Weltkrieges und des Eingreifens in ihn nur am Schöps nehmen wollte, um sich erst einmal eine Flotte und ei« Armee zu schaffen, mit denen es dann künftighin sei« imperialistische Politik treiben könnte. Neues vom Tage. Die Kanzlerkrifis. Berlin, 31. Okt. In der Frage der Besetzung jq Kanzleramtes ist die Entscheidung noch nicht gefall«, Graf Hertling hat, nachdem er sich mit Reichskanzlq Dr. Michaelis und dem Kanzlerstellvertreter Dr Helsferich, sodann mit den Reichstagsabgevrdnete, Dr. Stresemann (natlib.), Trimborn (Zentr.) Fisch deck (Fortschr. Volksp.) besprochen hatte, sei« Zusage betr. Üebernahme des Amtes anscheinend Wiede, zurückgezogen. Die Bedenken, die von allen Parteien zuletzt auch dem Zentrum gegen seine Kandidatur erlpbe, wurden, sind darin begründet, daß Graf Hertling ali Preußischer Ministerpräsident kaum in Frage kornrna könne, zumal in Preußen di: wichtigsten Reform.n (Wehr-echt, Herrenhaus usw.) der Erledigung harren, für dem Durchführung die genaueste Kenntnis der preußische Staatsnotwendigkeiten unbedingt erforderlich sci. Mit da Trennung beider Aemter aber habe man in frühen^ Jahren solche Erfahrungen gemacht, daß eine Wieds holung nicht wünschenswert erscheine. Die Führer da Mehrheits-Parteien stellten sich in einer Sonderberati»! einstimmig auf diesen Standpunkt: die Vertreter der Fsü- schritt!. Volkspartei betonten überdies, Graf Hertling hak sich in der bayerischen Kammer wiederholt gegen dir Parlamentarisiernng der Verfassung, insbesondere geg« die Aufhebung des Z 9 der Reichsverfassung (Ausschluj der gleichzeitigen Mitgliedschaft im Bundesrat und Reichstag) ausgesprochen und er stehe seit Jahren in eine« scharfen Gegensatz zu den Liberalen der bayerischen Kammer. Ein bindender Beschluß wurde indessen nicht ge« saßt, weil man zunächst die Ankunft eines auswärtige« hervorragenden Abgeordneten der Linken (Herr v. Payer! abwarten wollte. — Als weiterer Kandidat wird auch Gras Pssadowski genannt. Selbst die Anwesenheit des deutschen Gesandten Grafen Brockdorff-Rantzo« in Kopenhagen, der vorgestern in Berlin eintraf, wird M der Kanzlerfrage in Verbindung gebracht. Glückwunsch des Kaisers an KuhPer. Berlin, 31. Okt, Aus dem Haag, 31. ds., wird dem „Lokalanz." berichtet: Zum 80. Geburtstag des ehemaligen Staatsministers Tr. Kuyper, der so wacker seit Kriegsbeginn für uns in dem verbandsfteundlichen Hok land öffentlich eingetreten ist, wurde dem Jubilar nebst dem Glückwunsch der deutschen Gesandtschaft mit eine« Blumenstrauß auch ein Glückwunsch des Kaisers über- bracht. Bulgarisches Glückwunschtelegramm. Sofia, 31. Okt. Zn B ginn der gestrigen Stz»G her Sobranje teilte der bisherige Präsident die neun« großen Erfolge der österreichisch-ungarischen und dem'. ^ sehen Armeen auf der italienischen Front mit und Mul vor, Glückwunschtelegramme an die Parlamente der Lek« bündeten in Wien, Budapest und Berlin zu richten, wo- hem Vorschlag zugcstimmt wurde. . Rcformationsfeier. Berlin, 31. Okt. Tie 400jährige Wiederkehr bch ^ Reformationstages wurde heute in Berlin überall stw- ; lich begangen. Um 10 Uhr vormittags fand im To» ein Festgottesdienst statt, an dem der Kaiser, die M- serin und Mitglieder des königlichen Hauses teuMM men. Oberhofprediger Dryander hielt die FestprekM Lori Lchatzmii 8 Milliai I9. Sept Wsgabe «rschlag Tie gesa jahr 87< Äründe s Mehrung der engl letztere U Mehrausl Won di, Wnar ! »och aus Schr.) - Milliarde Nit 22 N «it 3,2 ' der 2 M Aegierun dsl Kri, tckaufe ! zkichstax schösse ar sen seier 84 MM Wegsbes Zinsenlas Mar du ertragen, den Krie, »ushalter Das mgenorn In d< L. D. P ÄS er di sich durch hake sich Kstand i pvei Fra; Bas Rom: F material 2 Ro» «aßen g Aeußere simo: ^ ti; Krie ksno: T iitärische lati; Ur Mi; P. -talien Ber Zrredenti Teilprogi TrgblatZ MN Ir: Friedens! Frage er Estfonderi Mi Blä redlicher sirentari Bessin bis Ar Sims ne Nähe Mien g L sich - nldet ab Mende, Wre Bi für ! 2 r her , , nen Aittags r iMerburk fürs Vaterland Gefallenen in der Heimat gedachte Ehrensalven vorn friedhöflichen Waldesrand her bis z wehmütig, feierlich erdröhnten, und allemale hat sie ! mit ihren Blättern gerauscht, schließlich nur noch Zweigen. Sie hat etwas davon verspürt,- wenn drdm» im Ort die Leute so gut miteinander waren, aber ^ wenn die Köpfe rot wurden und böse Worte bis M »--verbn Stille herausdrangen. Es ist ihr dann eine große AE ^ ^ ^ gewesen, den Gottsuchern am nächsten Sonntag vor Betreten des Waldtempelchens ein aufrichtiger Mahner ^ sein: „Gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder Und nun bricht diesem Lindenbaum in einem viel furchtbarer wie die Kriege Ludwig 14. wider dien^ psalz, auf deren Boden er steht, viel schrecklicher als Kämpfe Napoleons 1., der ihn am liebsten franzöfi!« ^ macht hätte, das Herz, nun ruft er dem Alterskarne nebenan und allen Menschenkindern, welche von I' auf mit ihm vertraut sind, zu: „Siehe ich sterbe: aber wird mit euch sein!" Ja Gott sei mit dem an Schwabhäuser Kirchenlindenbaum, daß er vor Trauer den alten Freund nicht vergehe, sondern noch viele ^ grüne und blühe und Wache halte vor dem Kirchlein ^ vor den Toten über ihm hinauf, er sei mit den urenscv? Beschauern des gebrechlich gewordenen KirchhofwahrM^ daß sie es aufrechterhalten, solange es noch geht, day es in ihrem Herzen bewahren das liebe und gute, sie es mit zitternder Axt einmal niederlegen müssen. A. E nd d,G Bonar Law der Rechenkünstler. > len. s, ' London, 31. Olt. Im Unterhaus begründete de, ita^s ^ ^ Achat-minister Bonar Law die neue Kriegsforderung von , ,.7^ 4 gMiüiarden Mark. Vom Beginn des Finanzjahrs bis . - ' SS. September d. I. habe die durchschnittliche tägliche gleiche - Misaabe 132,96 Mill. Mark betragen, woniit der Voranschlag um 24,74 Mill. Mk. überschritten worden sei. 5ie gesamte Mehrausgabe betrage für das halbe Kriegs- ichr 870 Mill. oder 4,78 Mill. Mark täglich. Tie Sründe seien u. a. in der Steigerung der Preise, der Versichrung der Streitkräfte und in der Vorwärtsbewegung kr englischen Truppen in Flandern zu suchen. Ter ktztere Umstand habe in einem halben Jahr 100 Mill. Mehraufwand verursacht. (Wenn die paar Kilometer schon die englische Kriegführung so sehr verteuern, wie Wnar Law sagt, dann können sich die Engländer «och auf gewaltige Kriegsausgaben gefaßt machen. T. Schr.) Am 29. September betrug die Staatsschuld 100 MMiarden Mark, wovon die Vorschüsse an die Alliierten Nit 22 Milliarden und an die Selbstverwaltungs-Kolonien Mit 3,2 Milliarden, sowie eventuell 1,32 Milliarden von brr 2 Milliarden betragenden Kriegsgabe der indischen Arqierung abzuziehen seien. Tie Staatsschuld habe vor Kriege 12 Milliarden betragen. Tie Kriegsschuld triaufe sich demnach auf 60 Milliarden. Ter deutsche Reichstag habe 94 Milliarden bewilligt, worin die Vorschüsse an die Verbündeten Deutschlands nicht eingeschlos- soi seien. Die deutschen Kriegskosten seien daher um 8 Milliarden höher als die Englands. Deutschlands Kciegsbesteuerung bleibe um 1,1 Milliarde hinter der Zinsenlast seiner Kriegsschulden zurück. England könne uvar die Anspannung des Kredits nicht unbegrenzt ertragen, aber Geldmangel werde es nicht verhindern, j«r Krieg zu gewinnen, es könne die Anspannung länger Mhalten als seine Feinde. Tas Unterhaus hat die Kreditvorlage einstimmig -„genommen. Selbstmordversuch Eadornas? In der Kopenhagener Italienischen Kolonie waren laut L D. P. Gerüchte verbreitet, daß Cadorna versucht habe, M er die Nachricht' vom Fall von Görz erhalten habe, sich durch einen Revolverschuß das Leben zu nehmen. Er habe sich eine schwere Kopfverletzung beigebracht. Sein Instand sei ernst. (Es wird gut sein, diese Meldung mit Pvei Fragezeichen zu versehen. D. Red.) Die Hilfe für Italien. Basel, 31. Okt. „Agenzia Stefani" berichtet aus Mm: Französische und englische Streitkräfte mit Kriegs- ling iq zefallei, skanzlq ler Ti; »rdnetci tr.) uns e, sein, wieder iarteiey erhebe, ing M komme, (Wch ir den, ußische. Mit der frühes^ Wieda- wer dr> ieratvq er Foü- ng Hatz gen dit e gege, usschluj Reichs« n Kam-- licht gvi > Pay«j rd am aesenl antz vird s., wm des lcker jen Pr nö it einei cs übo l. SiM ^ ie neuo>^ nd der nd l' Kwl. Z ^ kLslkof r. klUer Ks8lkol r. klUer ^ Atelier ür nisiIsnnLi» LsKnsnssL-, 2aliv rieben, Llonibieren, Xe^ulierunss. 28 Z3Ki>ig« kacb- LtiUlceit gsmeinnsnkstt« ksksnrttung. 8pnL«rIi»1»>i»U«sr fetten k>